Reichstagsakten Mittlere Reihe. Reichstagsakten unter Maximilian I. Band 12. Die Reichstage zu Worms 1513 und Mainz 1517 bearbeitet von Reinhard Seyboth

[1.] Mutmaßliche Bestellung Hg. Ulrichs von Württemberg und Bf. Lorenz’ von Würzburg zu ksl. Kommissaren in der Erfurter Streitsache; [2.] Begonnene Abfassung des ksl. Testaments; [3.] Plan des Ks. zur Schaffung eines neuen Hofrats.

Weimar, HStA, EGA, Reg. G Nr. 212, fol. 4–5, Orig. Pap. m. S. (Vermerk: Zu eygen handen; eigenhändig).

[1.] /5a/ Der Ks. hat Gf. Bernhard von Solms zu Kf. Friedrich abgefertigt mit befelch [Nr.53], euer Gn. auf itzigen reichsdag zu Wurms zu bringen mytsambt andern, dy von Erfort und sunst belangend, wy dan euer ftl. Gn. aus sulcher werbung vornemen wird. Vorsych mych, ksl. Mt. wird euer Gn. der meuchsysen [= Meißener] und erfordichsen sachen kumyssary setzen, als nemlich meyn gn. H. [Hg. Ulrich] von Wyrdenberg und Bf. [Lorenz] von Wyrtzborg, dan ir ksl. Mt. genzlich des gemütz, das ir Mt. sulch sachen gern vordragen sech. Darumb hab ich euer ftl. Gn. sulchs, domyt sich euer Gn. desderbas zu bedenken, nyt vorhalden wollen. Doch so byt ich, euer Gn. wol sich sulchs kegen nymantz, das euer Gn. wyssen dragen, merken lassen, und vorsych mych, er [= Gf. Bernhard von Solms] wird itz auf nechsten mytwoch nach dato dis bryfes [12.1.13] ausreyten.

[2.] Von neu mern weys ich euer Gn. nychtz sunderst zu schreyben, dan das ksl. Mt. ir gemüt ganz dohin gestelt, sych in eyn ander regyment zu begeben, und hat dorauf angefangen, am neuen jarsdag seyn destament zu machen. Das er dan, sulchs zu tun, allen seyn reten angezeyget, do er dan noch mit umbget.1

[3.] Auch wyl ir Mt. wyder eyn rat, wy zu Insprugk auch gewest2, als dan euer ftl. Gn. gut wyssen haben, vororden, do alle sachen gehandelt und beschlossen werden sollen, domyt ir Mt. nyt als Ks., wy bisher beschen, uberloffen. […] /5b/ Datum meyn hand am sundag nach der hl. drey Kgg. dag Ao. etc. XVcXIII.

Anmerkungen

1
 Eine zu diesem Zeitpunkt entstandene Fassung des Testaments Ks. Maximilians ist nicht überliefert. Seinen endgültigen letzten Willen schrieb er erst in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember 1518 nieder. Vgl. Wiesflecker, Kaiser Maximilian 4, S. 424–427.
2
 Gemeint ist offensichtlich ein neuer Hofrat, wie er von Kg. Maximilian bereits im Februar 1498 in Innsbruck geschaffen worden war. Bei dieser Gelegenheit war Kf. Friedrich von Sachsen zum kgl. Statthalter ernannt worden. Vgl. P. Schmid, Friedrich der Weise, S. 50f.