Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Š1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz »

    «Nr. 1 Ausschreiben Ks. Maximilians an Reichsstände, hier an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Kaufbeuren, 14. März 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 8–8’ (Or. mit Vermm. prps./amdcp., Gegenz. G. Vogt).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 936, S. 745.

    Teilt mit, dass er zu Verhandlungen über dringliche Angelegenheiten von Ks. und Reich mit ihnen und anderen Reichsständen wie auch mit dem Schwäbischen Bund angereist ist. Befiehlt ihnen, unverzüglich Mitglieder des Rates nach Oberwesel abzuordnen, die am 9. April (sonntag judica)zuverlässig dort eintreffen sollen. Im gleichen Sinne hat er auch an Kff., Ff. und andere Städte geschrieben. Er wird zum genannten Termin Räte mit Instruktion und Vollmacht dorthin schicken. Die Verhandlungen werden nicht mehr als zwei Tage beanspruchen, sodass ihre Gesandten zur hl.[Oster-]Zeit wieder zurück sein werden. Sie sollen den Verhandlungen keinesfalls fernbleiben.1

    «Nr. 2 Bericht Kaspar Nützels an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – Ulm, 1. April 1508 »

    Verhandlungen des Schwäbischen Bundestages.

    ŠNürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 4, Nr. 8, fol. 10’–13 (Konz., sambstag zu mitag vor letare).

    [Teilnehmer des Bundestages; Verhandlungen über Streitigkeiten zwischen Brandenburg-Ansbach und Nürnberg; Rittertag zu Schweinfurt; Bildung eines Ausschusses für die Verhandlungen mit Ks. Maximilian].

    [Beiliegende Mitteilung Nützels für die Hh.Älteren:] Er ist am Abend des 29. März (mitwoch)in Ulm eingetroffen. Die ksl. Gesandten hatten bereits am Vortag eine Bundeshilfe beantragt. Die Verhandlungen wurden jedoch bis zum Eintreffen weiterer Bundesstände vertagt. Am 31. März (freitag)wurde auf dessen Antrag ein Ausschuss für die Verhandlungen mit dem Ks. gebildet – bestehend aus Mgf.[Friedrich] von Brandenburg, Hg.[Ulrich] von Württemberg, Bf.[Heinrich] von Augsburg, den drei Bundeshauptleuten [Wilhelm Güss von Güssenberg, Adam von Frundsberg und Matthäus Neithart], Hans von Seckendorff und Dr.[Gregor] Lamparter als Vertretern der Ff., Gf. Wolfgang von Oettingen und Konrad von Schellenberg für die Gff., Hh. und Prälaten sowie Ulrich Artzt und ihm, Nützel, als städtischen Verordneten. Bf.[Matthäus Lang] von Gurk trug den Deputierten am gleichen Tag in Anwesenheit des Ks. und seiner geheimsten Räte eine lange Rede vor, in der er sich entsprechend dem Ausschreiben [Nr. 5, Anm. 2] über Frankreich, Venedig und die Eidgenossen äußerte und eröffnete, dass der ungarische Gesandte Gf. Peter von [St. Georgen und] Bösing eindringlich um die Hilfe von Ks. und Reich für einen Kreuzzug gegen die von den Persern bedrängten Türken geworben habe. Der in Ehingen weilende Kardinal von St. Crucis [Bernardino López de Carvajal] habe den Auftrag, einen Frieden zwischen Frankreich, Venedig und dem Ks. als Voraussetzung für einen Türkenzug zu vermitteln. Der Ks. allerdings beabsichtige, für bald nach Ostern einen Reichstag nach Straßburg auszuschreiben. Der Tagungsort solle vorläufig allerdings geheim bleiben, damit seine Feinde nicht gewarnt und in irm furnemen gesterkt werden, das sie wissen trugen, wa sein Mt. auf ein solche zeit sein wurden. Auf dem Reichstag solle beraten werden, wie und welcher gestalt Frankreich, Venedigern und den ungehorschamen Eigenossen zu begegnen, dadurch sein Mt. den romzug frey volpringen mag, aber solchs nit kont oder mocht sein, in welcher gestalt und mit was hilf der Durk zu bekriegen wer und in mitler zeit das krigsfolk an den passen und grenizen zu verharn pis auf gemelten reichstag. Und solch kopey [= Entwurf] des ausschreibens wurd nachfolgend pey zweien pogen vol lang verlesen.1Der Ks. beantrage, über dieses Schriftstück zu beraten, eventuell Änderungen daran vorzunehmen und eine Antwort der Bundesversammlung darauf zu beschließen. Er selbst werde zum Kardinal reisen und bereits in wenigen Tagen zurückzukehren. – Er, Nützel, glaubt, dass der Ks. Frieden mit Frankreich und Venedig schließen wird. Wer seine Truppen [aus dem Romzugsheer] abziehen will, kann dies vermutlich durch eine Geldzahlung erreichen. Möglicherweise irrt er sich hierin aber auch. […].

    ŠDer Ks. ist heute zum Kardinal nach Ehingen abgereist. Er wird in wenigen Tagen zurückerwartet. Die Bundesstände sollen einstweilen beraten. Der ungarische Gesandte Gf. Peter hält sich noch am ksl. Hof auf. Er bedrängt den Ks. hartnäckig um Hilfe gegen die Türken. Er, Nützel, glaubt, dass es zu einer Einigung zwischen dem Ks., Frankreich und Venedig kommen wird, um die sich auch der Kardinal bemüht. So ist ein Reichs tag auf der pan. Weiss aber noch nit grüntz2, wahin. Doch soll er kurzlich furgenomen werden.Kündigt weitere Berichterstattung an.

    «Nr. 3 Ks. Maximilian an Paul von Liechtenstein [und Zyprian von Serntein] – Ehingen, 3. April 1508 »

    Politische und militärische Planungen gegen Frankreich und Venedig.

    Wien, ÖNB, Cod. ser. n. 9406, fol. 13–22’ (Or., Vermm. prps./cdcp., Gegenz. M. Lang).

    […]. Uri, Schwyz und Unterwalden haben laut Bericht Hans Schads 8000 Mann für die Eroberung des Hm. Mailand bewilligt, wenn ihnen dafür im Gegenzug 1500 Reiter zur Verfügung gestellt werden.1Er ist zuversichtlich, beim Schwäbischen Bund – er wird morgen nach Ulm reisen, um eine Bundeshilfe oder eine Anleihe zu beantragen –, bei dem Gf.[Eitelfriedrich] von Zollern und anderweitig zusammen mit dem Geld aus England2die Reiter für zwei Monate finanzieren zu können. Auch geht er davon aus, Frankreich und Venedig trennen zu können. Die Franzosen werden ihre Truppen für die Verteidigung Mailands benötigen. Venedig allein ist den ksl. Truppen nicht gewachsen. Gesandte Hg. Renés von Lothringen halten sich in Ulm auf, um die Heirats- und andere Verhandlungen abzuschließen.3Er wird mit ihnen über die Aufstellung eines Heeres gegen die Champagne verhandeln, um die Eidgenossen im Kampf gegen Mailand zu entlasten. Er hat die am Rhein ansässigen Kff. und Ff. für den 9. April nach Oberwesel geladen. Er selbst wird sich zu Ostern in Mainz aufhalten und diese Ff. entweder dorthin bescheiden oder – falls sie nicht kommen wollen – selbst nach Oberwesel reisen und alda ainen clainen reichstag halten und mit inen dermassen vleissiglichen handln, dardurch wir verhoffen, nit allain die erstreckung des ŠReichs hilf, so bey euch zu Trient ist4, sonder ain merere und austregliche tapfere hilf zu erlangen.[Militärische Planungen und Finanzierungsprojekte]. Er wird den Kardinal von S. Croce [Bernardino Carvajal] und den spanischen Gesandten5, die beide in wenigen Tagen bei ihm eintreffen werden, gemeinsam mit [Niccolò] Frisio (Fries)zum frz. Kg. schicken6, um für den Fall, dass die geplanten Unternehmungen misslingen sollten, über einen Friedensvertrag oder einen Waffenstillstand zu verhandeln. Außerdem will er mit dem spanischen Kg. zur Beilegung ihrer Differenzen einen Vertrag schließen und ihn zum Angriff auf Venedig drängen. […]. Er hofft, dass das Kriegsglück auf seiner Seite ist, damit er nicht zugleich mit Frankreich und Venedig einen Waffenstillstand schließen muss. […].

    «Nr. 4 Bürgermeister und Rat der Stadt Köln an ksl. Rätea – Köln, 6. April 1508 »

    Köln, HAStd, K+R 36/2, fol. 1–1’ (Or. m. Siegelspuren, donnersdach nach dem sontage letare Jherusalem) = Textvorlage A. Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 61’–62 (undat. Kop.) = B.

    Der Ks. hat sie schriftlich aufgefordert, ihre Gesandten zum 9. April (sondach judica)nach Oberwesel abzuordnen, um am dorthin anberaumten Tag teilzunehmen. Bevollmächtigen hiermit Bürgermeister Gerhard von Wesel, Rentmeister Konrad von Schürenfeltz, Stimmmeister Johann von Reide, ihren Rat und Pastor zu St. Laurentius, Dietrich Meinertzhagen, sowie den städtischen Protonotar Georg Goldberg. Bitten, sich diesen gegenüber wohlwollend zu erzeigen.1

    «Nr. Š5 Schwäbischer Bundesabschied – Ulm, 8./9. April 1508 »

    Verhandlungen über den Antrag Ks. Maximilians auf eine Bundeshilfe.

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 145’–149 (Kop.1, Datumverm.: Auf oculi [26.3.] anno etc. octavo gein Ulm furgenomen.) = Textvorlage A. Augsburg, StdA, Lit. 1508, Fasz. Schwäbischer Bund, Jan.-Dez. 1508, unfol. (Kop.) = B. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 912, unfol. (Kop.). Darmstadt, StA, E 1 A, Bd. 17/4, fol. 276–277’ (Kop.). Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop.). München, HStA, KÄA 2013, fol. 234–237 (Kop.). Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 119, Nr. 1, fol. 97–98’ (Kop.). Straßburg, AV, AA 343, fol. 7–8’ (Kop.). Stuttgart, HStA, J 9, Nr. 25, Stück-Nr. 75 (Kop.).

    Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 19–21 (mit den fünf nicht als separate Aktenstücke gekennzeichneten Erklärungen der Bundesversammlung).

    Der Ks. beantragte [am 28.3.] durch seine Räte entsprechend den früher ausgegangenen ksl. Mandaten und Schreiben2eine Bundeshilfe. Die Bundesversammlung nahm dazu in einer ersten Antwort Stellung.3Der Ks. machte in der von seinen Räten vorgetragenen Erwiderung die bestehende Notlage und die Dringlichkeit der Angelegenheit geltend. Daraufhin übergab die Bundesversammlung eine zweite Erklärung.4Der Ks. ersuchte im Gegenzug, ungeachtet der Überzeugung, als Ehg. Švon Österreich ein Anrecht auf die Bundeshilfe zu haben, um eine Hilfe ausserhalb der eynung.5Die dritte Erklärung der Bundesversammlung enthielt ein Angebot der anwesenden Ff., Prälaten und Gff.6

    Der Ks. trat daraufhin persönlich vor die Bundesversammlung7und erklärte, dass er nur wegen der Erlangung der Kaiserkrone, wie dies der Konstanzer Reichstag beschlossen habe, in diesen Krieg geraten sei. Dabei sei eine erhebliche Zahl von Eidgenossen den Venezianern und Franzosen gegen die dem Schwäbischen Bund angehörende Gft. Tirol zu Hilfe geeilt. Er könne diesen drei Mächten allein mit den erbländischen Truppen keinen Widerstand leisten. Wenn ihm keine Hilfe Šbewilligt würde, wäre die Kaiserkrone für alle Zeit verloren und der Aufwand so vieler Jahre vergeblich. So würde das Heylig Reich, auch der Pund zertrent. Die italienischen und eidgenössischen Verbündeten des Ks. wie auch die Erblande Österreich und Burgund als Schilde des Reiches gegen Frankreich und andere Feinde müssten verzweifeln. Nach dem Verlust der ksl. Grenzlande würden in der Folge zweifellos weitere Bundesstände angegriffen. Er, der Ks., müsste erklären, dass der Bund ihn wegen Verweigerung seiner Hilfe um die Kaiserkrone gebracht hätte. Der Krieg lasse keine Zeit für den von der Versammlung vorgeschlagenen Reichstag. Er bitte deshalb nachdrücklich um eine unverzügliche Hilfe. Jetzt könne mit wenig Aufwand mehr erreicht werden als später mit einer größeren Hilfe. Falls die in Kaufbeuren getroffenen Vereinbarungen8nicht eingehalten würden, würden die bislang befreundeten Eidgenossen und andere Mächte zu Feinden werden.

    Daraufhin erfolgten die vierte und fünfte Erklärung der Bundesstände.9Nach weiteren Verhandlungen beantragten die ksl. Räte [am 8.4.], 50 000–51 000 [!] fl. Šfür den Unterhalt der eidgenössischen Knechte zu bewilligen, wobei die einzelnen Beiträge mit der nächsten Reichshilfe verrechnet werden sollten. Jeder Bundesstand sollte seinen Anteil zum künftigen Bundestag mitbringen, damit alßdan dester fruchtbarlicher gehandelt mog werden. Die Bundesstände verabschiedeten daraufhin den Beschluss, dass sy di sachen inhalt yrer gegeben antwurt hinder sich bringen und auf den tag quasimodogeniti [30.4.] schirist widerumb zu Ulm erscheinen wellen, ungezweivelt, ire herrn und frund werden sich darauf geburlich und unverweislich halten.10 [aBrandenburg-Ansbach gegen Nürnberg; Gefangene Heinz Baums–a].

    «Nr. 6 Ks. Maximilian an Bf. Lorenz von Würzburg – Ulm, 10. April 1508 »

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 114 (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein).

    Kündigt seine bevorstehende Abreise vom Schwäbischen Bundestag in Ulm nach Speyer an, wo er die Osterfeiertage verbringen wird. Er hat etliche Kff. und Ff. sowie weitere Reichsstände dorthin zu sich beschieden, die ihm auch ihr Erscheinen Šzugesagt haben. Einige Ff. begleiten ihn nach Speyer. Dort soll über dringende Angelegenheiten von Ks. und Reich beraten werden. Befiehlt ihm, unverzüglich ebenfalls dorthin aufzubrechen. Er kann auf dem Main bis Frankfurt reisen und dann [auf dem Landweg] weiter nach Speyer, wo er rechtzeitig zu den Feiertagen eintreffen soll.1

    «Nr. 7 Ks. Maximilian an Paul von Liechtenstein und Zyprian von Serntein – Ulm, 11. April 1508 »

    Wien, ÖNB, Cod. ser. n. 9406, fol. 24–29’ (Or., Vermm. prps./cdcp., Gegenz. M. Lang; Postverm.: Cito, cito.).

    Bekundet seine Freude über die gemeldeten militärischen Erfolge. Gibt Anweisungen, die Truppen zu schonen, da bislang weder mit Frankreich noch Venedig ein Waffenstillstand geschlossen werden konnte und die beiden Mächte bisher auch nicht voneinander zu trennen waren. Er hofft nach wie vor, die Eidgenossen gegen Venedig einsetzen zu können und das dafür benötigte Geld noch zu bekommen. Sie sollen weiterhin mit Venedig über einen Waffenstillstand verhandeln.1[Planungen für den Angriff auf Mailand]. Er beabsichtigt, mit den Truppen, die wir auf dem yetzkunftigen reichstag bewegen mugen, sowie mit den Kontingenten aus Burgund die Champagne anzugreifen. Sie sollen versuchen, Florenz zum Eintritt in den Krieg gegen Venedig zu bewegen.2

    « Nr. Š8 Stadt Köln an Rentmeister Konrad von Schürenfeltz und Stimmmeister Johann von Reide – Köln, 24. April 1508 »

    Teilnahme am Mainzer Tag, Bevollmächtigung der Gesandten Georg Goldberg und Ludwig Sachs, Verhandlungen mit Ebf. Hermann von Köln über das städtische Stapelprivileg.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 74–74’ (Kop., Datumverm.: Datum per Ailbertum [Potgießer]1 under unßerm secrete up maendach nae pasce.).

    Bestätigen den Eingang ihres Berichts2, wonach sie ungeachtet der für sie damit verbundenen Unannehmlichkeiten die hl.[Oster-]Zeit über auf dem ksl. Tag ausharren wollen. Wie sie ihnen geschrieben haben, sollten sie lediglich dann in Mainz bleiben, wenn ihre eigenen Umstände dies auch erlauben; sie haben ihnen auch bereits ihre Ablösung durch den Protonotar [Georg Goldberg] und den Lic.[Ludwig Sachs] angekündigt.3Diese sind schon auf dem Weg. Aver denselven luyde urer schrift unser gemoede zo eroeffenen odir yn sust eyniche vorder gewalt, dann vurhyn van uns geschiet ist, zo verlehenen, angesien irer ksl. Mt. vurgheven ind gesynnen, ouch wes die herren kurfursten, fursten, herren ind stende des Rychs syner Mt. darvur antwort geven, sliessen off [= oder] verdragen werden, gheyn wissen haven, fynden wir nyet in unserem raide, so wir ouch buysß [= ohne, außerhalb] alle reede und XLIIIIgen, as uch wail kundich ist, oever duysent gulden nyemandtz zo geven adir zo verschenken bewilligen moegen etc.4

    Die Bürgermeister Gerhard von Wesel und Gerhard vam Wasservasse haben heute im ebfl. Hof in der Trankgasse mit dem Ebf.über die Konfirmation des städtischen Stapelprivilegs5verhandelt, sind jedoch zu keinem Ergebnis gelangt. Für morgen hat der Ebf. weitere Verhandlungen im Kapitelhaus anberaumt. Sie werden sie bzw. ihre Ablösung darüber informieren. Umgekehrt sollen sie nach ihrer Rückkehr über die ŠErgebnisse ihrer diesbezüglichen Verhandlungen mit den Kff. von Mainz, Trier und Pfalz berichten.6

    «Nr. 9 Ks. Maximilian an Bf. Lorenz von Würzburg – St. Wendel, 26. April 1508 »

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 114’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. N. Ziegler).

    Erinnert daran, dass er ihn zu sich beschieden hat. Fordert ihn auf, sich unverzüglich zu den in Frankfurt oder Mainz versammelten Kff. zu begeben, um dort gemeinsam mit ihm und den Kff.über Angelegenheiten des Reiches zu beraten.1

    «Nr. 10 Erste Instruktion Ks. Maximilians für Gesandte zum Kurfürsten- und Fürstentag in Mainz – St. Wendel, 30. April 15081 »

    [1.] Erklärung für die Abreise Ks. Maximilians aus Mainz und Speyer; [2.] Widerstand Venedigs gegen den ksl. Romzug; [3.] Antrag Ks. Maximilians auf eine Hilfe des Schwäbischen Bundes gegen Venedig; [4.] Einberufung der Mainzer Versammlung zu Beratungen über eine Kriegshilfe gegen Venedig; [5.] Beitrag der habsburgischen Erblande zur Verteidigung gegen Venedig und dessen Verbündete; [6.] Notwendigkeit zur Anwerbung eidgenössischer ŠSöldner; [7.] kritische militärische Lage; [8.] Beratungen über eine Reichshilfe gegen Venedig außerhalb eines Reichstages; [9.] Bitte um Mitwirkung der Kff. bei Verhandlungen mit Hg. Heinrich I. von Braunschweig-Wolfenbüttel über seine Teilnahme am Krieg.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 298–303’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. N. Ziegler) = Textvorlage A.2 Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 13–16’ (Kop., wie A)3 = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 115’–118 (wie A) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 468–472’ (Kop.).

    [1.] /298/ Maximilian, von Gottes gnaden e[rwählter] romischer keyser etc.

    Instruction, was der erwirdig Mathias bischof zu Gurk, unser furst, und die wolgeboren, ersamen, gelerten, unser andechtigen und lieben getreuen Adolf graf zu Nassau, /298’/ her zu Wiesbaden, Erasam Toppler, brobst zu sant Sebolt zu Nurnberg, und doctor Ulrich von Schellenberg, unser rete, mit unsern lieben neven und oheymen, den churfursten, die wir gein Meinz beschrieben haben, von unsern wegen handeln sollen.

    Anfenglich sollen sie iren liebden sagen unsern gnedigen und fruntlichen willen.

    Und darnach erzelen, wiewol wir genzlich der meynung gewesen, irer zukunft zu Speyer oder Meinz zu erwarten und mit inen des Reichs und teutscher nacion obliegenden sachen und notturften personlichen zu handeln, so sei uns doch dazwuschen glauplich kuntschaft und warnung zukomen, das der konig von Frankenreich, auch der von Arburg [Robert von der Marck] als anhenger desselben im anzug seyen, unser Nyederland zu uberziehen, zu verbronnen und zu verderben, auch die lande und Geldern haben einnemen wollen.4

    Auß den und anderen merglichen ursachen sein wir bewegt, nur einen ritt in die nahende /299/ der ende, da solicher inzug bescheen solt, zu tun, damit ob wir solichen inzug und schaden verhuten mochten. Als wir aber hieher komen sein, erfinden wir, das sich der konig von Engelland, der unser partei ist, bei den Franzosen und Arburgischen so vil gehandelt, das sie wiederumb gewendt haben.5 Es ist auch ir versamlung nit so gross gewesen, als uns angezeigt worden ist, deshalben wir uns dem Rein auch wieder nehenen.

    Š[2.] Nu wissen sie ungezwyfelt, das wir uf die hielf, so uns uf dem nechstgehalten Reichs tag zu Costenz von inen, auch fursten und stenden des Heiligen Reichs zu unserm romzug zugesagt ist6, denselben romzug von Tryent us durch der Venediger land, wie unser vorfaren am Reich getan, zu tun furgenommen. Daneben sein sie bericht, das wir einen freyen durchzug mit unser und des Reichs volk und rustung an die Venediger begert, den sie uns geweygert und abgeschlagen und sich des nit benugen /299’/ lassen, sonder, als wir den paß zu dem durchzuge irenthalb in ander wege unbeschedigt nemen wollen, unser land und leut mit hereßcraft angegriffen7, deshalben wir hinwiederumb gegen inen in offen vede und krieg zu kommen geursacht und getrungen worden sein.

    [3.] Nu ist der Venediger macht mit hielf und zuschub des konigs von Frankreich an gelt und leuten so groß und des Reichs hielf, sovil uns der zukomen, der nit uber zwytusent mann zu ross und fuss ist, mitsampt unserer fromen landleut darstrecken, die wir lang zeit her von des Reichs und der Teutschen ere und nutz wegen ganz ußgemergelt, so clein, das wir derselben veind macht keinen widerstand tun mogen. Und haben uns darumb ilends heruß zu der versamlung unsers punds zu Swaben gein Ulm gefugt und dieselben als unser pundsverwandten von wegen der grafschaft Tirol, die umb des Reichs willen itzo gegen den veinden in swerem last steet, ersucht /300/ und angelangt, uns mit einer somme gelts zu versoldung und underhaltung achttusent Eydgenossen, die wir mit swerem costen us grosser practica, muhe und arbeit dem konig von Frankenreich als helfer und anhenger der Venediger und als eins irrers und verhynderers der entpfahung unserer keyserlichen cron wider die sechstusent Eydgenossen, so ime zugezogen und noch bei ime sein, abgewendt und ganz uf unser seyten und partei bracht, zu hielf zu komen, darin wir guten trost von den bundischen entpfangen und gute hoffnung haben, das sie uns in demselben nit verlassen werden.8 Darin wir uns auch in sonderheit als Šein furst zu Swaben mit unsern swebischen landen begeben haben, deshalben unser grafschaft Tirol als die nechsten an den veynden, desgleichen unser erblich landschaften und auch die vom Pund als mithelfer in diesem last uberflussig [= mehr als genug] beladen und gesattelt [= belastet] sein.

    [4.] /300’/ Aber des alles ist noch vil zu wenig gegen einer solichen grossen macht der veind, wie obsteet. Darumb, auch dieweil diese sachen nyemand dan das Heilig Reich und teutsch nacion zu rettung irer ere und wirde berurt, so haben wir wyter bedacht, das not und gut sei, bei den churfursten als den, daruf das Reich gegrundfest ist, von des Reichs wegen in solichem auch rat und hielf zu suchen und daruf unser lieben neven und oheymen, die churfursten von Meinz, Coln, Tryer und Sachsen in eygener person, auch brandenburgischs botschaft, dieweil der dem handel zu ferr ist, gein Meinz zu komen bescheyden9 und in demselben des konigs von Beheym, der sich gegen dem Reich keiner gehorsam bekennet, desgleichen Pfalz, nachdem die in irsal steet10, geswiegen, alles der meynung, allenthalben so vil wege, rat und hielf zu suchen, damit frund und veind unseren moglichen fleiss, soweit sich unser leib und gut streckt, spur und nochmals wege gefunden, dardurch das Reich und teutsche nacion von welischen gezung, das doch, solang teutsche /301/ geret worden, uf dieselb Šteutsch nacion sorge und ufsehen gehapt, errettet und behalten und nit so elendlich zurstort, getrent und ganz in der welischen gehorsam und regirung, die allein uf tyrannei gegrundt ist, gebracht werden.

    [5.] Und nemlich ist abzunemen, das wir hirin weder leib noch gut nit sparen bei dem. Wir haben uf diesen tag als ein erzherzog zu Ostereich in unserm sold und zu velde wider die Venediger ob zweinzigtusent mann zu ross und zu fuß. Darzu haben wir von stund nach ende des Reichs tags zu Costenz bißher bei achthundert gerusten pferden us dem land zu Swaben, auch so vil gereysiger pferde us Burgundi und darzu etwavil tusent fussknecht an den grenizen gegen Frankreich und den Eydgenossen uf unsern eygen costen gehapt, da sie auch noch liegen, ob Frankreich oder Eydgenossen uns in unserm abwesen /301’/ uf den rucken, es were in Swaben, Burgundi oder das Elsaß, fallen wolten, das inen widerstand bescheen mocht.

    [6.] Aber wo wir mit hielf des Punds die achttusent Eydgenossen bezalen und underhalten, wie obsteet, so hoffen wir dardurch die sechstusent Eydgenossen von Frankreich zu bringen. Damit wer Swaben und Elsass und sonderlich unser land Tirol gegen den Eydgenossen versichert. Hirwiederumb, wo das nit beschee und das daruber die Eydgenossen den Franzosen und Venedigern zuziehen, so wurde sich derselben beiderteils kriegsvolk, darin wir Meyland auch rechen, wider das Reich biß in funfzigtusent mann strecken.

    [7.] Wie groß gegen einer solichen uberswenglichen macht des Reichs hielf ist, mogen sie selbs gedenken, die nu auch ein ende hat und im /302/ abzuge ist. Nichtsdestomynder pleiben wir mit unsern erblanden im krieg allein mit dem landvolk, das zum krieg nit geschickt ist, dardurch dasselb landvolk ubereylet und uberwunden wurd, darumb wir teglichs on underlass land und leut verlieren.

    Deshalber solicher obliegender last und verlust unserer erbland keinen Reichs tag erlyden mag, dan dazwuschen der merer teil unserer land verloren und dieselben durch einen verzug ustreglicher hielf in unlust fallen und getrungen wurden, uns und inen selbs mit einer rachtigung ein ewig smach anzulegen, die zu erstorung des Heiligen Reichs gedeyen wurde.

    Unsere rete sollen iren liebden auch anzeygen, das die veind unsere leut ganz ubereylet, nemlich das sie unversehener ding ein teyl kriegsvolks mit des konigs von Frankenreichs und irem geschutz zu wasser /302’/ und lande uf unser schloß und steet in Virgul [= Friaul], Isterrich [= Istrien], Karst und Crain geschickt, dardurch zu besorgen ist, das sie den merer teil derselben erobern werden, nachdem der meyst haufen unsers kriegsvolks zu und umb Trient pleiben mussen uß sorgen gegen den veinden und Eydgenossen.

    [8.] Dem allem nach ist unser hoch begeren an die gemelten unsere lieben neven und churfursten, das sie uns iren getreuen rat anzeygen, wie wir ein dapfere, ustregliche, werende hielf usserhalb des Swebischen Bunds, dieweil der mit bezalung der Eydgenossen, wie vorsteet, belestigt ist, auch sonder oder on Šeinen Reichs tag von dem Heiligen Reich wieder die gemelten unsere veind erlangen und ufbringen mogen.

    Und nemlich wer unser beger und gutbedunken, das dieselben unsere /303/ oheymen, die churfursten, von stund einen platz am Rein furnemen und uns den bei diesem boten anzeygen und sie gestracks daselbst hinziehen. So wollen wir uns befleissigen, personlich auch dahin zu komen, damit uf itzt angezeigt meynung das nutzest und best gehandelt moge werden. Und nemlich gefiel uns die stat Frankfurt.

    [9.] Ferner ist unser beger, das unsere oheymen, die churfursten, mit und neben unserm rat, doctor Ulrichen von Schellenberg, zu unserm oheym herzog Heinrichen von Brunsweig, den elteren, schicken und an inen begeren lassen, das er mit seiner rustung von stund an zu uns anziehe uf die abrede, so wir mit ime gemacht haben.11 Und das daruf dieselben churfursten neben uns schreiben und handeln, wie wir inen das kurzlich durch unser rete anzeygen werden.

    /303’/ Und was unsern reten darin bege[g]net, das sollen sie uns alwegen uf der post, so wir itzt zu inen legen werden, berichten. Geben zu sant Wendel, am lezsten tag Aprilis anno etc. octavo, unsers Reichs im dreiundzwenzigsten jar.

    «Nr. 11 Die „Kleine Schickung“ der Stadt Köln an den städtischen Protonotar Georg Goldberg und Ludwig Sachs – Köln, 2. Mai 1508 »

    [1.] Teilnahme Kölns am Mainzer Tag, Verhandlungen mit dem Ks. wegen der Romzughilfe; [2.] Verhandlungen mit den rheinischen Kff.über die Bestätigung des Kölner Stapelprivilegs.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 77–78’ (Kop., dynxstach na quasimodogeniti).

    [1.] Die Ratsgesandten Rentmeister Konrad von Schürenfeltz und Stimmmeister Johann von Reide sind am 29. April (saterßdach)zurückgekehrt und haben am 1. Mai (maendach nae quasimodogeniti)über ihre Mission Bericht erstattet. Am heutigen Dienstag ging außerdem ihr Schreiben1ein, worin sie die Antwort Gf. Adolfs von Nassau bezüglich der Abhaltung des Mainzer Tages referieren. Schürenfeltz und Reide haben unter anderem mitgeteilt, dass die Adressaten auf dem Weg nach Speyer umgekehrt und erst später von Mainz aus dorthin gereist sind, den Ks. dort jedoch nicht angetroffen haben. Sie, die Absender, hätten es begrüßt, wenn sie sich dem Ks. als Gesandte des Kölner Rates hätten vorstellen können. Die beiden Gesandten berichteten weiter, dass sie sie, die Adressaten, nach ihrer Rückkehr nach Mainz angewiesen haben, dort die Eröffnung des ksl. Tages Šabzuwarten. Falls über den Romzug verhandelt wird, sollen sie sich wie schon eine frühere Ratsgesandtschaft beim Ks. darum bemühen, dass die Stadt nicht weiter damit belastet wird. Sollte der Ks. wider Erwarten darauf nicht eingehen, sollen sie für weitere Anweisungen unverzüglich schriftlichen Bericht erstatten. Befehlen ihnen stellvertretend für den Rat, für die Dauer des ksl. Tages in Mainz zu bleiben, damit der Ks. den Magistrat nicht als ungehorsam ansieht. Sollte er jedoch die Versammlung absagen oder würden die Kff., Ff. und Stände fernbleiben, können auch sie nach Hause zurückkehren. Bekunden ihr Vertrauen, dass sie ihren Auftrag zuverlässig erfüllen werden.

    [2.] Schürenfeltz und Reide haben weiter berichtet, dass sie sie über die Ergebnisse ihrer Verhandlungen mit den Kff. von Mainz und Trier wegen des Kölner Stapelprivileges unterrichtet haben. Sie sollen, falls sie ihn antreffen, mit dem pfälzischen Kf. entsprechend deren Anweisungen verhandeln. Untersagen ihnen jedoch weitere Bemühungen beim Ebf. von Köln, von dem bislang keine verbindliche Stellungnahme zu erhalten war. Nur wenn alle vier [rheinischen] Kff. von Mainz, Trier, Köln und Pfalz persönlich auf dem Tag in Mainz anwesend sind, sollen sie unter Berufung auf die in Oberwesel gemachte Zusage eine gemeinsame Erklärung einfordern. Sollte sich einer der Kf. gegen den Kölner Stapel aussprechen, können sie dies durch den Kurmainzer Hofmeister [Thomas Rüdt von Collenberg], den Kurtrierer Kammermeister [Thomas] Kratz oder durch Hartmann [von Windeck] vertraulich in Erfahrung bringen. Im Übrigen sollen sie sich bei den Kff. selbst oder ggf. ihren Räten nachdrücklich um die Konfirmation des Stapelprivilegs bemühen.

    «Nr. 12 Weisung der Stadt Köln an ihre Gesandten in Mainz, Georg Goldberg und Ludwig Sachs – Köln, 5. Mai 1508 »

    Gefangensetzung von Kölner Bürgern durch Götz von Berlichingen.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 78’–80 (Kop., Datumverm.: Datum per Ailbertum [Potgießer] under unserm secrete up frydach, quinta Maii.).

    [1.] Ihnen ging ein Bericht zu, wonach ein Adliger namens Götz von Berlichingen (Bernheym)nahe dem Städtchen Steinau ungeachtet des Geleits des Gf.[Reinhard] von Hanau und der Hh. von Hutten (Hoetten)den Kölner Bürger Contz Heyme und seinen Sohn Contz zusammen mit einigen Aachener Bürgern gefangengenommen hat.1Die Aachener wurden noch am gleichen Abend wieder freigelassen. Wo die beiden Kölner Bürger festgehalten werden, ist nicht bekannt. Weisen sie an, sich um diese Information zu bemühen. Sie sollen unter Vorlage der beigefügten Kredenzbriefe im Namen der Stadt den Reichsstatthalter Kf. Friedrich von Sachsen, Šdie Kff. von Mainz2und Trier, den Bf. von Würzburg, den Abt von Fulda3und weitere ihnen geeignet erscheinende Persönlichkeiten allgemein um Rat und Hilfe, konkret um Fürschreiben an Berlichingen (Bernheym), den Gf. von Hanau und die Hh. von Hutten als Geleitsherren bitten, um die unentgeltliche Freilassung der beiden Kölner Bürger zu erreichen.4Falls erforderlich, sollen sie darauf hinweisen, dass die von Berlichingen erhobene Forderung völlig unberechtigt ist, die Stadt Köln ihm aber dennoch ein rechtliches Verfahren vor dem Ks. oder dem Kf. von Sachsen bzw. dessen Räten anbietet. Sie, die Gesandten, sollen in dieser Angelegenheit keine Kosten scheuen.

    [PS] Aufgrund eines Schreibens an die Ehefrau Contz Heymes [Mettel] ist zu vermuten, dass ihr Sohn in dem eine Meile von Hammelburg entfernten Schloss Reußenburg (Ruschenberg)festgehalten wird. Hammelburg gehört dem Abt von Fulda, weshalb sie auch bei diesem wegen der Freilassung der beiden Bürger vorstellig werden sollen.5Ein weiterer Kredenzbrief ist an den bfl. Würzburger Hofmeister Sigmund von Thüngen adressiert, den sie ebenfalls um Hilfe bitten sollen.6

    «Nr. 13 Stellungnahme Kf. Friedrichs von Sachsen zur ksl. Instruktion – [act. Mainz, 5. Mai 1508 oder kurz danach] »

    [1.] Frage der Bevollmächtigung der anwesenden kfl. Gesandten hinsichtlich des ksl. Hilfsantrags; [2.] Leistung der auf dem Konstanzer Reichstag beschlossenen Romzughilfe durch Kursachsen; [3.] Verweigerung von Beratungen über eine Reichshilfe außerhalb eines Reichstages; [4.] Empfehlung der Schwäbischen Bundesversammlung in Ulm zur Einberufung eines Reichstages; [5.] Empfehlung Kf. Friedrichs zur Einberufung eines Reichstages; [6.] Möglichkeit des Ks. zur Entsendung von Stellvertretern zum Reichstag; [7.] Bereitschaft zur Entgegennahme anderer Vorschläge, Ablehnung einer Verlegung der Versammlung nach Frankfurt.

    ŠWeimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 51–53’ (Kop., Überschr.: Unsers gnedigsten herrn, herzog Fridrichs zu Sachsen, curfursten etc., ratschlag und bewegen uf vermelte werbung.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 17–19, 36 (Konz., Überschr. wie A) = B.

    [1.] /51/ Wan der beschliess der instruction [Nr. 10, Pkt. 8], darinnen ksl. Mt. begert, ir treuen rat anzuzaigen, wie ain tapfere, außtregliche und werende hilf ausserhalb des Schwebischen Punds und besonder an ainen Reichs tag von dem Reich erlangen moge etc., erneuet und repetirt ist, so sol meins gnedi[g]sten herrn bedenkens zu fragen sein, ob dy geschickten botschaften gewalt haben etc.

    [2.] Und nach undertenigem annemen des genedigen zuentbietens solt erstlich zu sagen sein, das ksl. Mt. angezaigte beswerde und widerwertigkaiten begegen, mein gnedigster herr nit gern gehort. Das auch dem abschid zu Costenz nit gelebt, versehen sich sein ftl. Gn., ksl. Mt. werd das seinen furstlichen gnaden nit auflegen. Dan wo sein ftl. Gn. nit mer dan sein gnad zugesagt, so hat sein gnad ye nit minder getan.1

    [3.] Darnach anzuzaigen, das aus obvermeltem ksl. Mt. begern wol abzunemen, das irer Mt. obligen swer /51’/ und gros vor augen. Zu derselben abwendung mein gnedigister herr treulich zu raten fast geneygt und hochbegirig. Erkennt sich auch des schuldig. Dweyl aber sein ftl. Gn. sehen so ain wenige anzal der stende des Reichs, sey seiner ftl. Gn. ermessens inen allen hoch zu bewegen, welle sein gnadena auch gar nit gezimen, in so dapfern sachen, daran nit allain ksl. Mt. und iren erblanden, sonder auch dem Heyligen Reich und teutzscher nacion vil und gros gelegen, hinter den andren stenden des Reichs sich einigs ratschlags zu unterfahen.

    Und ob sein ftl. Gn. der unbedacht- oder vermessenhait sein wolt, an die andren stend des Reichs und ausserhalb des Schwebischen Punds solchs merklichen handels zu unterwinden, so wurden dy andern stende nit darein gehelen [= einwilligen]. Und mocht wider seiner ftl. Gn. rat noch hilf ksl. Mt. zu nichte austreglichem erspriessen.

    [4.] Mein gnedigister herr ist auch zweivels an, das der Swebisch Pund gegen ksl. Mt. aller gebure /52/ und zimligkait wol werde wissen zu halten. Aber sein ftl. Gn. welle sich zu desselben verwonten, die nit der weniger tayl des Reichs sein, gar nit dafur achten, das sy sich hirinnen von andren des Reichs stenden absondren werden. Dan sein ftl. Gn. nit anders wissen, dan das [die Bundesstände] ksl. Mt. geraten und gebeten haben, diser sach ain Šreichstag anzusetzen. bDan solch treffentlich sach ausserhalb des Reichs stende zu handlen sy auch beschwerlich angesehen haben–b.2

    [5.] Solt aber solch absondrung bescheen und ksl. Mt. uf yrer meynung und beger beharrn, so were ye seiner ftl. Gn. bewegnus grosse notturft, das den stenden, die hie sein, ir bedenken mit den andren stenden des Reichs, dem Pund nit verwant, sich statlich zu underreden nachgelassen wurde. Sein ftl. Gn. wuste auch auf begeren ksl. Mt. bey den pflichten, domit sy ir Mt. und dem Reich verwant, dieweyl ir Mt. ain tapfere, außtregliche und werende hilf tut synnen, cdy sein ftl. Gn. nach gstalten sachen auch nit vor unnotturftig /52’/ ansehen–c, nit anders zu raten, dan das diser treffenlicher handel an alle des Reichs stende aufs furderlichist gelanget, nach aller seiner dapferkait und umbstenden notturftiglich zu betrachten.d

    Und ruhet seiner ftl. Gn. gmuet entlichs besließ eben daruf, furtreglicher sein, an alles verziehen von ksl. Mt. ain reichstag an gelegen end anzusetzen und außzuschreiben und dise swere und nachtaylig ksl. Mt. und des Heyligen Reichs obligen ganz tapferlich zu beratschlagen und zu bewegen, wie dan solchs ym Heiligen Reich alzeit loblich geubt, gebraucht und herbracht ist, domit dy andern abwesende des Reichs stende den gegenwertigen nichts auflegen oder zumessen, das sy irs abwesens etwas gehandelt, das inen ander gestalt geburt und zugestanden het und, so dise ding anders dan wol, das der Almechtig gnediglich verhute, endent[e]n und erfolgeten, inen ichts verweyslichs zuwenden mochten.

    /53/ eDweyl dan eur ftl. Gnn. weniger anzal hie sein, bewegt sein ftl. Gn., was–e an ainer solchn großwichtigen sachen fausserhalb der andern stende zu tun sein welle–f. Dan zu Costenz fast vil der stende des Reichs beyeinander versamelt; wie aber dem beschliess desselben reichstags gelebt, hat ksl. Mt. hivor und ytzo anzaign lassen.

    [6.] Wurd ksl. Mt. yrer gescheft halben den reichstag zu besuchen nit gelegen sein, so hat sy doch den statlich zu beschicken, domit und wo solcher reichstag furgengig, was dan von den stenden des Reichs ksl. Mt. und demselben Reich zu gut und aufnemen fur das best bewogen und angesehen, des wil sich mein gn. herr sambt seiner ftl. Gn. bruder [Hg. Johann], wie dan alzeit von irn ftl. ŠGnn. bescheen, der untertenigkait und wilferigs gehorsams halten und erzeign, das ksl. Mt. von billigkait kain ungfallen haben sollg.

    [7.] /53’/ Und wiewol mein gnedigster herr das obvermelte bey seiner gnaden pflichten hat anzaigen lassen, wu aber von eurn gnaden und den geschickten andere weg, domit ksl. Mt. in yrm begern zu raten und wilfarn werden mag, angezaigt werd, sol bey sein gnaden treuer rat und hilf mitzutaylen auf dise stund nit unterlassen bleyben. Aber den tag gein Frankfurt zu verrucken, sehe sein ftl. Gn. fur unnotturftig an. Dan was durch sein gnad zu Frankfurt mag geraten werden, das mag alhie auch bescheen. Und ist sein ftl. Gn. urbutig, alles das helfen zu tun, das ksl. Mt. und dem Heyligen Reich zugutkomen mag. An dem sol, ob Got wil, von wegen seiner gnaden und meins gnedigen herrn, herzog Johansen, seiner gnaden bruder, kain mangel gespurt [werden]. Dan mag es funden werden, ytzunder alhie statlich zu helfen und zu raten, so wil sein ftl. Gn. kain weyter ufziehen darinnen machen, dweil sein gnad wais, das irer Mt. und dem Heyligen Reich merklichs daran gelegen.

    «Nr. 14 Mandat Ks. Maximilians an Lgf. Wilhelm II. von Hessen – Andernach, 6. Mai 1508 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 19, Konv. 3, fol. 16–17’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    Erinnert daran, dass er ihm bereits mehrmals befohlen hat, Gf. Eberhard von Königstein die Schlösser Eppstein und Schwalbach zurückzugeben. Dies ist bislang aber unterblieben. Der Gf. hat ihm außerdem mitgeteilt, dass er, der Lgf., darüber hinaus ohne jeden Anlass einige seiner Dörfer besetzt hat, während er in Angelegenheiten von Ks. und Reich unterwegs war. Falls die Vorwürfe zutreffen, liegt damit ein Verstoß gegen den ksl. und Reichslandfrieden vor, was er keinesfalls tolerieren kann. Befiehlt ihm unter Androhung der Ungnade von Ks. und Reich sowie der in den früheren Mandaten vorgesehenen Strafen die unverzügliche Restitution der gfl. Besitzungen. Falls er glaubt, begründete Einwände dagegen vorbringen zu können, soll er unverzüglich seine Räte nach Mainz schicken, die seine Sache vor den dort versammelten Kff., Ff. und ksl. Räten vertreten sollen. Diese werden auch den bereits dorthin beschiedenen Gf. anhören. Er selbst wird anschließend eine angemessene Entscheidung treffen.1

    «Nr. Š15 Zweite Instruktion Ks. Maximilians für Gesandte zum Mainzer Tag – Linz/Rhein, 7. Mai 1508 »

    [1.] Bevorstehender Abzug der Reichskontingente aus Italien, Überforderung der österreichischen Erblande; [2.] Finanzierung der benötigten Truppen durch Anleihen bei Lgf. Wilhelm II. von Hessen und Bf. Lorenz von Würzburg sowie [3.] durch eine Anleihe bei den Handelsgesellschaften in den Hansestädten; [4.] Beitrag Ks. Maximilians; [5.] Begründung für das Fernbleiben Ks. Maximilians vom Mainzer Tag, Aufforderung zur Benennung eines Tagungsortes für weitere Beratungen, Fortsetzung der Verhandlungen bis zur Bewilligung der Anleihe.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 282–284’ (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 22–25 (Kop.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 122–124 (Kop.) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 481–486 (Kop.).

    [1.] /282/ Maximilian, von Gottes gnaden e[rwählter] romischer kayser.

    Instruction, waz der erwirdig Matheus bischof zu Gurk, unser furst, und die wolgebornen, ersamen, andechtig und gelert und unser lieb, getreuw Adolf grave zu Nassauw, her zu Wiesbaden, doctor Erasme Dopler, probst zu sant Sebolt zu Nuremberg, Balthasar Wolff von Wolfstal, unser camermeister und des Richs pfleger zu Werd und Wyssenburg, und doctor Ulrich von Schellenberg, unser rete, mit unsern lieben neven und oheimen, den churfursten, fursten und stenden des Heiligen Richs, so ytzo zu Meynz versamelt sint, handeln und außrichten sollen.

    Am ersten sollen sie iren liebden zu erkennen geben, daz uns ytzo unser rete, die den krieg in unser graveschaft Tyrol gegen den Venedigern handeln, mit außgetruckten worten geschrieben und angezeigt haben1, dwil die zwen monat, die des Richs geraisigen und fußknecht, so bij inen sin, noch zu dienen gehabt2, in kurzen tagen außgen und verschynen, so werden sie ab und herauß ziehen. Dan sie vermogen dieselben noch die, so sie daneben in unserm sold haben, solchs wyter nit zu underhalten, nachdem alle monat ob vierzigtausent gulden auf sie laufen. Und wo solicher abzüg beschee, so müssen, wollen und werden sich unser lantleut der graveschaft Tyrol von stund darauf an die Franzosen und Venediger wider daz Heilig Rich auß eynem unwillen, daz sie also vom Rich und den Teutschen verlassen wurden, in ewig zit setzen und ergeben. Dan wiewol dieselben lantleut auf iren eigen costen und solde zehentausent mann gegen den Venedigern und Franzosen halten, on die, so sunst mit iren lyben an den grenizen teglichs gegen den fynden in gegenwere sin, daz sich auch auf etlich tausent man streckt, so sij doch daz alles zu wenig gegen der grossen heresmacht, so die fynt hinder iren clausen und befestigung gegen inen ligen haben, deßhalben solicher ir widerstant alleyn nichts erspriessen mög.

    / Š282’/ Neben den werden wir abermals wol so vil volks und soldner haben auß unsern nidernosterrychischen landen bij unserm oheim herzog Erichen von Braunswig wider die Venediger, so mit herescraft in unsern furstentumen Crain, Ysterrich [= Istrien] und Carst ligen, darin sie uns all schloß und stett abgewonnen haben, daz auch alles auf [unsere] und unserer landleuta costen get. Wo nun dieselben auch verlassen, wurden sie sich glicherwise wie die graveschaft Tyrol clagen und sich an die Franzosen und Venediger setzen und geben.

    [2.] Nun wolten wir understen, tragen auch des keynen zwivel, wo wir ytzo denselben unsern beiden heeren uber und neben des Schwebischen Punds hilf, die wir by demselben zu underhaltung der Eidgenossen ersucht haben [Nrr. 5; 10, Anm. 8], mit hunderttausent gulden helfen mogen, daz wir sie und des Richs volk noch zwen monat im velde und an den grenizen behalten wolten, so lang, biß inen wyter hilf beschee oder ein lydeliche rachtigung gemacht wurd.

    Nun ist ye diser zit solich summa gelts aufzupringen allein in unserm vermogen nit, dann wir bißher von des Richs wegen unser land und leut den merern teil aufs hochst versetzt, verpfent und außgemergelt haben.

    Und dwil ir lieb ungezwivelt wissen, daz wylend unser lieber her und vater, der romisch keyser, loblicher gedechtnuß, und nachmals wir unserm fursten, dem bischof zu Wurzburg, und sinem stift mit dem gulden zoll3, der bißher ob zweymal hunderttausent gulden rinsch ertragen hat, deßglichen wir auf dem nestgehalten richstag zu Coln unserm fursten, dem lantgraven zu Hessen, mit eynem nuwen zoll4, der jerlichen vil tausent gulden /283/ ertregt, bund darzu mit belehenung der graveschaft Katzenelnpogen, die wir ime, wiewol er darzu nit ein lehenserbe in abstygender lini ist, geliehen5–b, die auch etlich hunderttausentc gulden wert ist, auch sin abwexelte und ubergestellte regalia von sinem vettern [Lgf. Wilhelm d. J.], dem letsten, der on erben abgangen ist6, und davon er uns die annata zu bezaln schuldig gewesen were, die wir ime auch auß gnaden nachgelassen haben: Bedunkt uns ye pillich sin, daz sie uns und Šdem Rich ein sundern dinst darumb tun und zuvor ytzt in des Richs noten, die demselben diser zit obligen, mer dan ye gehort ist.

    Und wir haben deßhalben furgenomen, von beiden unsern fursten von Wirzburg und Hessen, nemlich ir yedem funfundzwenzigtausent gulden rinsch zu entlehen, in der gestalt, daz sie uns solich funfzigtausent gulden von stund par lyhen auf die versicherung, zu wissen, daz wir mitsampt den kurfursten, fursten und stenden, auch iren botschaften, so ytzt zu Meynz sin, inen versprechen und des gnugsam verschrybung geben, daz wir inen solich anlehen von der hilf oder den anschlegen, so am nesten im Rich bescheen, widerumb bezalen wollen.

    Und sollen daruf unser rete an die gemelten kurfursten, fursten und stende mit allem flys und ernst begern, daz von stund yeder kurfurst und, welicher personlich nit da ist, desselben potschaft eynen von iren und der andern fursten und stende wegen mit dem obgenannten doctor Ulrichen von Schellenberg zu den angezeigten unsern fursten von Wirzburg und Hessen schicken, mit bevelhe, daz sie mit und neben denselben unsern reten daz berurt anlehen an ir lieb ernstlich begern, mit erzelung der ursachen, so sie darzu bewegen sollen, wie vorstet. /283’/ Und daz sich auch ir lieben durch dieselben ir geschickten anbieten und bewilligen, daz sie neben uns inen die verschrybungd auf des Richs nestkunftig hilf außrichten und widerumb zu irer bezalung verhelfen wollen.

    So wollen wir uns darauf gegen denselben kurfursten und iren botschaften, auch andern des Richs stenden zu Meynz gnugsamlich verschryben, daz wir von der nechsten Rychs hilf solich anlehen widerumb bezalen und verfolgen lassen wollen.

    Wo aber unser furst von Wirzburg itzt zu Meynz wer, soll diße meynung daselbst mit ime gehandelt werden.7

    Wo aber ir beider lieb diser zit nit so vil pars gelts hetten, soll von uns, auch den kurfursten, fursten und stenden an sie begert werden, etwaz in iren landen zu versetzen, damit sie uns daz gemelt anlehen tün mogen. Und soll alßdan unser aller verschrybung darauf gestellt werden, daz wir inen solich ir verpfendung von der berurten Rychs hilf widerumb on schaden ledigen und losen wellen.

    Unser rete sollen auch unsern fursten von Wirzburg und Hessen ire byligend brief von unserm neven, dem erzbischove zu Coln, des anlehens halben an sie außgangen8, uberantworten.

    Š[3.] Ferner, nachdem uns etlich kaufleutgeselschaften im Schwebischen Pund ein anlehen getan haben9, sollen unser rete an kurfursten, fursten und stende begern, daz sie neben uns den geselschaften, so in den see- oder han- /284/ stetten sin, ernstlich schryben, uns funfundzweinzigtausent gulden rinsch darzulyhen auf der stett Coln, Frankfort, Lubeck, Spyer und Worms verschrybung und versicherung, und daz dieselben kurfursten, fursten und stende solichs mitsampt unsern reten itzt zu Meynz mit den geschickten, so von derselben stett wegen daselbst sin, handeln, darein zu verwilligen. So wollen wir daz bij den andern stetten, die ir botschaften nit zu Meinz haben, glicherwise tun, doch daz uns die versamlung ir brief an dieselben stett mitsampt den briefen, an die geselschaften lauten, furderlichen zuschicken und daneben verschrybung aufrichten, daz sie mitsampt uns dieselben funf stett solicher irer purgschaft oder verschrybung von der nesten hilf, so im Rich angesehen wirt, on allen schaden ledigen sollen.

    So wollen wir den kurfursten, fursten und stenden abermals verschribung geben, daz wir solich bezahlung von derselben hilf tun und verfolgen lassen wollen.

    [4.] Und damit die hunderttausent gulden gar aufbracht werden, so wollen wir noch ein oder zwey stuck in unsern erblanden versetzen umb funfundzwenzigtausent gulden und die auch zu den vorgemelten XXVMe gulden verorden, also daz mit solichen hunderttausent gulden des Richs, auch unser eigen soldner und darzu unser landschaften der graveschaft Tyrol und niderosterrichischen land im velde und an den grenizen gegen den fynden, wie vorstet, noch zwen oder dry monat underhalten und der vorangezeigt schwer, unuberwindlich abfall verhüet, so lang, biß der itzt nestkunftig Richs tag gehalten und beratschlagt und beschlossen werden mag, ob wir die kayserlich cron und Ytalien unser leptag verlassen oder wie wir und daz Rich den krieg wyter furen sollen.

    [5.] /284’/ Ferrer sollen uns unser rete abermals gegen den kurfursten, fursten und stenden entschuldigen, daz wir itzt nit gein Meynz zu inen komen, sunder herabgeruckt sin, auß den ursachen, wie wir inen nest durch unser rete haben erzeln lassen, und sunderlich, daz wir uns unsern Niderlanden der Franzosen und Arburgischen emborung10, deßglichen unserm oheim [Hg. Wilhelm] von ŠJulch des lands Geldern halben nehern müssen. Und darauf an sie begern, daz sie uns ylends berichten, weliche malstat inen gefalle, am oder by dem Rin in ein ander stat, da des Richs noitturften gehandelt werden sollen. So wollen wir uns mitsampt unserm neven, dem erzbischof zu Coln, auch daselbst hin zu inen fugen; und daz sie zu Meynz oder Frankfurt byeinander verharren so lang, biß daz gemelt anlehen gehandelt ist allein von den zweyen fursten und sich erst nachmals an daz ort, so sie uns itzgemeltermaßen anzaigen werden, fugen und in allweg zuvor zu Meynz oder Frankfurt nit verrugken.

    Und waz unsern reten herinnen begeget, daz sollen sie uns bij tag und nacht berichten und ye so vil handeln, damit die kurfursten, fursten und stende nit verrugken, biß wir inen auf derselben unser rete unterricht wytern bescheit gegeben haben, daz wir auch alßdan von stund tun und sie nit lang aufhalten wollen. Geben zu Lyns, am siebenden tag des monats May Ao. etc. XVC und im achten, unsers Richs, des Romischen im XXIII. jarn.

    «Nr. 16 Antwort der Kff. und Ff. an die ksl. Gesandten – [Mainz, 8. Mai 1508]1 »

    Empfehlung zur Einberufung eines Reichstages.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 296–297 (Kop., Überschr.: Antwort der churfursten, fursten und geschickten botschaften auf die werbung, so keyserliche Mt. durch ire botschaft an sie zu Meinz hat bringen lassen.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 29–29’ (Kop., Überschr. wie A)2 = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 118–120’ (Kop., Überschr. wie A) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 473–474 (Kop., Überschr. wie A).

    /296/ Erstlich haben ire furstlichen gnaden und die botschaften die werbung, von wegen keyserlicher mayestat durch irer Mt. botschaft gescheen [Nr. 10], in undertenigkeit gehort und vernomen. Sagen irer Mt. zuforderst irer gnedigen zuerpietung undertenigen dank mit erpietung irer schuldigen und gehorsamen dinst.

    Und als ir Mt. hat tun anzeygen, wes irer Mt. zu verhinderung irs loblichen furgenomen romzugs von dem konig von Frankreich und den Venedigern begegnet, das haben sie nit gern gehort und tragen des mit irer Mt. treulichs mitleyden.

    Als aber keyserlich Mt. uß ursachen, in der berurten werbung angezeigt, irer gnaden getreuen rate, wie ir Mt. ein dapfer, ustreglich, werende hielf gegen gemelte ire veind aufbringen moge und derhalb diese malstat zu verrucken begert etc., haben sich ire gnaden sampt den geschickten botschaften bedacht. Und weren als treu churfursten und fursten des Heiligen Reichs und die botschaften von irer gnedigsten und gnedigen herrn wegen irs vermogens, keyserlicher mayestat alles das zu raten, das irer Mt. und dem Romischen Reich Šzu ere, /296’/ nutz und gutem dienen und reichen mocht, ganz urputig und willig. Ire gnaden und die geschickten botschaften bewegen aber diesen handel wichtig, dapfer und dermassen gestalt, das in irer gnaden, die dannoch itzo alhie in geringer anzal sein, vermogen nit ist, fruchtbarlichen darin, als ire gnaden und die geschicktena doch gern teten, zu raten oder zu handeln, sonder das von noten sey, aller stende des Heiligen Romischen Reichs, die es auch mitbetriefft, rat in solichem mit zu gebruchen. Darumb so ist irer gnaden gutbedunken, das keyserlich Mt. einen Reichs tag an ein gelegene malstat furderlich usschreiben, alle stende des Reichs erforderen und von solichen sachen nach notturft uf solichem tag handeln und ratschlagen lasse. Daselbst wollen sie auch erscheinen und sambt anderen stenden des Heiligen Reichs, was in solichem zu tun nutz und gut sein will, irs vermogens und besten verstentnuß auch treulich raten und sich dermassen dan halten, darab ir Mt. irenthalb keinen mangel, sonder ire gnaden als treu churfursten und fursten, wie sich ire gnaden des bisher /297/ auch gefliessen haben, spuren und erkennen soll.

    Und ist daruf irer furstlichen gnaden und der geschickten botschaften von wegen irer gn. Hh. undertenig bit, das keyserlich Mt. solich ire anzeygen und gutbedunken, das sie aus treuem gemute tun, gnediglich annemen wolle. Dann wo ire gnaden etwas bessers und furtregenlichers nach gestalt und grosse dieser sachen dißmals hetten bedenken oder raten mogen, das wolten ire gnaden und die geschicktenb keyserlicher Mt. in aller undertenigkeit auch unangezeigt und uneroffnet nit gelassen haben, sich keyserlicher mayestat hiemit als irem allergnedigsten hern underteniglich bevelhend.3

    «Nr. 17 Aufzeichnung über die Replik der ksl. Gesandten an die versammelten Kff. und Ff. und deren Antwort darauf – [Mainz, 8. Mai 1508 oder kurz danach] »

    [1.] Ankündigung der ksl. Gesandten zur Übersendung der ständischen Antwort an Ks. Maximilian; [2.] Zusage der Kff. und Ff. zur Verlängerung des Tages; [3.] Wiederholung ihrer Ankündigung durch die ksl. Gesandten.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 30–30’ (Kop.) = Textvorlage A.1 Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 474’–475 (Kop.) = B.

    Š[1.] Am 8. Mai (montag nach dem sontag misericordia Domini)übergaben die Stände ihre Antwort [Nr. 16] an die ksl. Gesandten, worauf diese nach deren Verlesung und erfolgter Beratung ihre Erwiderung vorlegten:

    Sie hetten die schrieftlich antwort besichtiget und bewogen und darin befunden, das sie sich nach gestalt und gelegenheit der sachen derselben antwort nit versehen gehabt hetten. Dieweil aber kayserlicher Mt. bevelh stunde, das sie die antwort horen und die irer Mt. furderlich zuschicken solten, demselben kayserlichen bevelhe gepure inen nachzukommen. Wolten also solich antwort irer Mt. zusenden und, was inen daruf begegent, unseren gnst. und gnedigen herrn nit verhalten. Bittend, das ir gnaden ein clein zeit gedult und herin kein verdrieß haben wolten, biß solichs geschee, damit nichts versaumpt und unrate, so ksl. Mt. en[t]steen mocht, verhute[t] pleybe. Das hetten sie unsern gnst. und gn. Hh. fur ire persone unentdeckt nit lassen wollen. Dardurch sie vermerken mochten, das sie nit anders, dan das inen ire bevelh uflegt und sie pflichtig weren, handeln wolten.

    [2.] Uf solichs haben unsere gnst. und gnedigen herrn und der fursten botschaften antworten lassen, sie hetten ire, der keyserlichen Mt. geschickten rete, begern gehort, das sich uf lenger pleibens erstreckt. Darauf geben sie ine guter meynung zu erkennen, das inen lenger alhie zu verharren vast [= sehr] ungelegen were. Aber doch kayserlicher Mt. zu eren und gefallen wolten sie biß uf frytag [12.5.] oder sambstag [13.5.] alhie verharren. Aber lenger zu pleyben sey ir gelegenheit nit.

    [3.] Darauf haben der kayserlichen Mt. geschickten rete gesagt, sie hetten die antwort entpfangen. Wolten also dieselben kayserlicher Mt. zusenden, konten dißmals nit wyter.

    aUnd sein also abgetreten und von der zeit, in der fursten antwort angezeigt, kein meldung getan. Dabey ist es auch dißmals bestanden–a.

    «Nr. 18 Weisung Ks. Maximilians an seine Gesandten auf dem Mainzer Tag – Siegburg, 10. Mai 1508 »

    [1.] Empfehlung der Mainzer Versammlung zur Einberufung eines Reichstages; [2.] Verweis auf die kritische militärische Situation; [3.] Vorschlag zur unverzüglichen Abhaltung eines Reichstages; [4.] Aufforderung zur Einigung über einen Tagungsort und zum Zusammenbleiben der Teilnehmer; [5.] Mitteilung an Kf. Friedrich von Sachsen wegen des weiteren Vorgehens im niederbayerischen Erbfolgestreit.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 290–292’ (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 31–34’ (Kop.)1 = B. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 475’–478’ (Kop.) = C.

    Š[1.] /290/ Maximilian, von Gots gnaden e[rwählter] romischer keyser etc.

    Erwirdiger furst, wolgebornen, ersamen, andechtigen, lieben getreuen. Bestätigt den Eingang ihres Schreibens2samt der schriftlichen Antwort der Kff., Ff. und Stände. [Teils sinngemäße, teils wörtliche Wiedergabe von Nr. 16].

    /290’/ Wiewol wir uns nun anderer und pesser antwort, die dem Heiligen Rich und dutscher nacion derselben noitturften und obligen nach zu furderlicher hilf und trost gereicht, zu inen versehen hetten, yedoch, so sie zu solicher meynung entschlossen sin, ungezwifelt irem erpieten nach getruwes gemuts, so mogen wir sie daruber nit hoer anstrengen und lassen uns also solicher irer antwort, anzeigens und erpietens gnediglich be[g]nugen.

    [2.] Doch der gestalt, nachdem sie auß unser werbung, durch uch an sie bescheen, und sust in manig weg offentlich wissen, sehen und teglichs vernemen unser und des Heiligen Richs grosse noit und obligen, auch der Franzosen, Venediger und irer anhenger trefflichen macht, anfechtung, kriegsubung und bosen fursatz, die wir inen bißher vil und oft angezeigt haben, sich auch von tag zu tag ye lenger, ye grober erschynen, daz wir inen die nit gnug erzelen mogen, sunder inen selbs /291/ wyslich zu betrachten befelhen.

    [3.] In ansehen und bedacht desselben, auch der zit, so nun am gelegensten und besten vorhanden ist, und darzu dannocht der rustung, darin etlich stend des Richs, auch unser erpliche lande im felde sint, dieselben leger bijeinander zu behalten und fura unlust und abzüg zu verhuten, und sust gestalt und gelegenheit nach aller sachen, so ist unmoglich, unfruchtpar und ganz versumlich, eynen gemeynen Rychs tag zu beschryben und zu versammeln.

    bAber zu furderung, austrag und gutem solicher unser und des Richs, auch dutscher nacion noitturft und obligen sint wir willig und geneigt, mit den kurfursten, fursten und stenden, uf ytzigem tag zu Meynz versammelt, und noch mit dem meisten teil, so wir in der nehe und furderlich erfordern und zusamenbringen mogen und wollen, die alle unsers bedunkens ausserthalb der ferren die gegenwirtig des Heiligen Richs und dutscher nacion obligen und noitturften zu bedenken, zu schliessen und zu fursehen wol macht und fug haben, ein Rychß tag zu halten, doch denselben uf keynen gesetzten tag, sunder on allen verzug und von stund an–b.

    /291’/ Dabij geben wir uch zu erkennen, daz uns solicher tag und besamlung am liebsten zu Trier wer. Wo daz aber nit statt hett, alß wir dan der proviand halben sorg tragen, so lassen wir uns gefallen zu Collen, da wir dan unser burgondisch sachen und noitturften daneben außrichten mogen. Wo daz aber zu Coln auch nit gelegen wer, so mogen wir lyden, ob inen geliebt, zu Spyer.

    [4.] Demnach ist auch noit und unser ernstlich ermanen und meynung, daz die kurfursten, fursten und stende von disem tag keinswegs anheim verrucken, Šsunder sich der dryer malstat eyner, die inen am gelegensten ist, verglychen und uns dieselben verkunden. So wollen wir unser furnemen und handelung mit unserm oheim [Hg. Wilhelm] von Julch und in ander weg furdern, in hoffnung, in acht tagen bereit zu werden und alßdan uf den tag, wohin sie sich des entschliessen, personlich zu inen komen, auch darauf andere mere fursten und stend des Richs, sovil wir in der nehe und am furderlichisten erlangen und gehaben mogen, ylends beschryben und erfordern, darzu unsern lieben oheimc [Ebf. Hermann] von Coln, den wir dermassen geneigt und willig wissen, uf welichen tag wir ime schriben, daz er sich darauf von stund an erheben und an die malstat, wie sie sich der verglychen und uns berichten, /292/ ziehen wirt. Und daz sie sich daruf keinswegs zertrennen. Dan wo daz beschee, hetten wir sorg, sie und andere so pald nit mer zu erlangen und dadurch alle sachen versumpt und verwarlost zu sin, sunder herinnen, nachdem sie sich ye erpieten, uf einen Richß tag, den wir außschryben solten, zu erschynen, ytzo so lieb alß hernach, so es nit mer helfen, auch wir mit unser person unser sweren kriegßleuf halben, darin wir an allen enden sin, nit erschynen mochten, zu furderung aller sachen grosser noitturft nach gutwillig, gehorsam, mitlydig und furderlich erschynen, als wir uns zu inen genzlich versehen und wol getrösten; daz auch zusampt schuldiger pflicht in aller fruntschaft und gnaden gegen inen erkennen wollen.

    Daz haben wir uch ylends uwerm begern und der noitturft nach unverkunt nit lassen wollen, ernstlichsd flis bevelhend, daz ir solichs alles den kurfursten, fursten und stenden zu Meinz von unsern wegen eigentlich mit besten fugen und worten, so uch zu willfarn unser meynung und begerns furtreglich und gut ansehen, furhaltet. Und was uch zu antwort begegent, uns mit uwerm rat und gutbedunken /292’/ ylends unde widerumb berichtet, uns aller ding darnach haben zu richten. Daran dut ir unser ernstlich meynung und gefallen.

    Wir mogen keinswegs lyden, daz der kurfursten, fursten und stende keyner verryt, dan wir den tag und besammelung von stund an halten wollen.

    [5.] Dan unsers lieben oheims und kurfursten, herzog Friderichs von Sachsen halben, der bedarf sich die beyerisch tax und daz sin lieb den partyen gein Nurnberg tag angesetzt hat3, nit bekommern noch irren lassen. Dan wir haben furgenomen, solich sach uf dem Richß tag, itzt vor augen, handeln zu lassen, damit wir auch dabij sin mochten, und dadurch kunftig irrung in demselben handel, wie sich itzt zulest schier ein nuwer span erhaben hett, vermitten Špliben. Wir haben auch solichs den partyen verkunt und sie zu Nurnberg abgeschriben.4 Soliche meynungen wollent siner lieb mit pestem glimpfen auch zu erkennen geben. Geben zu Sigburg, am zehenden tag Mey anno etc. im achten, unser Richs, des Romischen im XXIIIten.

    «Nr. 19 Ks. Maximilian an Bf. Lorenz von Würzburg – Siegburg, 10. Mai 1508 »

    Aufforderung zur Unterstützung der ksl. Anliegen auf dem Mainzer Tag und zur Bewilligung einer Anleihe.

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 125 (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. G. Vogt) = Textvorlage A.

    Bestätigt den Erhalt seines Schreibens aus Mainz [Nr. 9, Anm. 1]. Er hat seinen Gesandten eine Erwiderung an die Kff., ihn, Bf. Lorenz, und die übrigen dort versammelten Stände auf ihre Antwort befohlen [Nr. 18]. So begern wir mit sunderm ernst und flis an dein andacht, dwil unser und des Richs sachen und noitturften vil an diner andacht gelegen sin, du wollest dieselben mit getruwem flis wie bißher furdern und zu willfarn unsers noitturftigen, zimlichen begerns daz pest raten und helfen, auch daneben in sunderheit in dem anlehen, wie wir din andacht hievor angesucht haben, darauf uns gestalt der leuf nach verlust unser graveschaft Tyrol und lands zu Crain steet, so flyssig und furderlich erscheynen und also in alle weg uns und dem Reich zugut daz best tun, als wir dir gnediglich getruwen. [Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 20 HM Friedrich von Sachsen an den Ordensmeister in Livland, Wolter von Plettenberg – [Dresden], 10. Mai 1508 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 101 (Auszug, mitwoch nach misericordias Domini).

    Druck: Liv-, Est- und Kurländisches UrkundenbuchII/3, Nr. 369, S. 269.

    Beabsichtigt, den Ks. in Mainz oder Speyer zu treffen, um ihm und anderen Freunden des Ordens ihrer beider Angelegenheiten1 vorzubrin Šgen.2Falls der Ks. nicht dort sein sollte, wird er, wie bereits angekündigt, ohne weiteren Verzug Gesandte zu ihm abordnen.3

    «Nr. 21 Stellungnahme Kf. Friedrichs III. von Sachsen – [Mainz, vermutlich 13. Mai 1508] »

    [1.] Beteuerung der Redlichkeit seiner Verhandlungsposition; [2.] Ablehnung des ksl. Vorschlags zur unverzüglichen Abhaltung eines Reichstages; [3.] Wunsch Kf. Friedrichs nach Abreise; [4.] Erneuerung der Empfehlung zur Einberufung eines Reichstages; [5.] Bereitschaft zur Anhörung von Vorschlägen zur Verteidigung gegen Venedig.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 61–62 (Kop., Überschr.: Unsers gnedigisten herrn, herzog Fridrichs, curfursten etc., ratschlag und bedenken auf ksl. Mt. geschickten replica [Nr. 18].) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 42–44’ (Konz., Überschr. entsprechend A) = B.

    [1.] Das ksl. Mt. sich ainer anderen und bessern antwurt versehen etc. [Nr. 18, Pkt. 1, fol. 290’], darzu sagt mein gnedigister herr, sein gnad hab hivor sich horen lassen, das er bey seinen pflichten kain pessers hab wissen zu finden [Nr. Š13, Pkt. 7]. Des bedenkens ist sein gnad noch. Und wer es einigerley weis in seiner ftl. Gn. vornehmen oder versten, das disen swern notturften und obligen ksl. Mt. und des Heyligen Reichs furtreglicher geraten werden mocht, so wolten es sein ftl. Gn. ye nit unterlassen.

    [2.] Dy bewilligung ksl. Mt. des tags durch dy fursten und botschaften, so ytzo hie sein, mit dem meysten tail der, die in der nehe, von stund an zu halten1, kan mein gnst. herr bey yme nit ermessen, das solcher tag ksl. Mt., wie sy bedenkt, weder nutzlich noch furtreglich sein, vil weniger, das euer aller gnaden, so ytzo hie sein, mit den nehern ausserhalb der andern curfursten, fursten und stenden in disen des Heyligen Reichs beswerlichen wider[wär]tigkaiten ichts zu schliessen, zu versehen macht [oder] fug haben aund fur ander stende des Reichs zu willigen, ir leut wider dy feind zu underhalten, das ye in seiner ftl. Gn. macht nit ist–a, sonder vilmer den wyderfal. Dan wie wolten es euer aller gnaden gein den andren stenden des Heyligen Reichs verantwurten, in so grossen und dapfern sachen euch von inen zu sondern und hinter ynen was schlieslichs zu handlen? Und ob euer aller gnaden und di botschaften gleich furnemen, so wer es doch alles unbundig und von uncreften, auch wider alten, loblichen gebrauch im Heyligen Reich, alzeit geubt und lang herbracht.

    [3.] Von disem tag nit zu verruken [Nr. 18, Pkt. 4], ist meinem gnedigist[en] herrn gar nit gelegen und seiner ftl. Gn. bewegen an alle frucht. Dan so ksl. Mt. kein gemeinen reichstag willigen wil und der ander tag, den sein Mt. willigt, weder seiner Mt. noch dem Heyligen Reich zu ichte gedeilichem erspriessen, so kan sein ftl. Gn. nit abnemen, warumb sein Gn. hie nit verrucken sol; bund von ainer malstat zu reden an not–b. Das aber der bischof von Trier Collen vor gelegen ansihet, dafur achts sein gnad nit.

    [4.] Und bestet mein gnedigister herr auf voriger seiner ftl. Gn. gegeben und itzt etlicher maß verneuter antwurt und meynung, das sein ftl. Gn. ksl. Mt. bei irn pflichten und hochstem verstentnus und vernemen nutzlichers, furtreglichers noch bessers nit wisse zu raten, dan das sein Mt. ainen gemeinen reichstag an gelegen end und aufs furderlichist ausschreiben und ansetzen lasse. Und ob alle fursten personlich nit erscheinen mochten, ir treffentlichist rete mit vollen gwalt schickten, domit [für] dy swern und geschwinden leuften rat funden werden mocht, so wil sein ftl. Gn. auch gern alles tun und raten helfen, das fur gut angesehen wirdet.

    [5.] Das Trier gesagt, es solten weg zu finden sein, wie den Venedigern widerstant zu tun sey etc., dy wel mein gnedigister herr gern horen und also Šdarzu reden, das ksl. Mt. des kain ungfallen haben und an seinen furstlichen gnaden dy billigkait nit erwinden solle.

    «Nr. 22 Bericht Dr. Dietrichs von Plieningen an Hg. Wolfgang von Bayern – Mainz, 13. Mai 1508 »

    [1.] Unterredung mit Kf. Friedrich von Sachsen wegen des Landshuter Erbfolgestreits; [2.] Aufforderung an Ks. Maximilian zum Erscheinen auf dem Mainzer Tag; [3.] Initiative Kf. Friedrichs zu einem Vermittlungsversuch zwischen Hg. Wilhelm von Bayern und Pfgf. Friedrich, Absicht Ks. Maximilians zur Entscheidung über den Erbfolgestreit auf einem künftigen Reichstag; [4.] Angelegenheit Hgin. Kunigundes von Bayern beim Ks.; [5.] Abreise des Ks. vor Eintreffen der Kff.

    München, HStA, KÄA 1241, fol. 117–120’, 121–121’ (Or., sambstag vor suntags jubilate).

    [1.] Er ist am 4. Mai (pfintztag vor dem suntag misericordia Domini)in Mainz eingetroffen. Am folgenden Tag konnte er seinen Vortrag wegen des Erbfolgestreits in Anwesenheit Dr. Johann Mogenhofers (Propst zu Wittenberg) vor Kf. Friedrich von Sachsen halten und anschließend Unterlagen zu den Verhandlungen in Augsburg1übergeben und vorlesen. Der Kf. versprach deren Studium und kündigte seine baldige Abreise nach Nürnberg an, um dort die auf die Woche nach Jubilate [= nach dem 14. Mai] ausgeschriebenen Vermittlungsverhandlungen [Nr. 18, Anm. 3] zu leiten. Er forderte ihn, Plieningen, auf, ihn dorthin zu begleiten.

    [2.] Am 9. Mai (erichtag)unterrichtete ihn Mogenhofer über die gemeinsame schriftliche Aufforderung Kf. Friedrichs, der Ebff. von Mainz und Trier sowie des Bf. von Würzburg an den Ks., so rasch wie möglich nach Mainz zu kommen. Diese war verbunden mit der Ankündigung, wieder abzureisen, falls er nicht bis zum heutigen Tag hier eintreffen oder wenigstens auf der direkten Anreise hierher befindlich sein sollte.2Mogenhofer bat ihn, noch einige Tage zu warten. Sollten inzwischen Gründe eintreten, die die Abreise der Kff. und Ff. verhindern sollten, würde er unverzüglich darüber informiert.

    [3.] Am gestrigen Freitag [12.5.] wurde er erneut bei Kf. Friedrich vorstellig. Dieser berichtete ihm, dass der Ks.des beruerten pairischn handels halb mit ainer neuen practikn und finanz umbgeenund planen solle, den Fall an seinen Hof zu ziehen, um nach eigenem Gutdünken zu verfahren. Er zeigte auch ein ksl. ŠSchreiben3an den Kf. vor, laut dem der Ks. Ernst von Welden4zu sich berufen hat, der deshalb nicht am Nürnberger Tag teilnehmen kann. Der Ks. forderte den Kf. weiter auf, in dieser Angelegenheit für drei bis vier Wochen nichts zu unternehmen. Er wolle sich mit dem Kf. und den anderen beiden Kommissaren [Ludwig Vergenhans und Welden] besprechen, bevor er selbst tätig werde. Kf. Friedrich unterrichtete den vorgestern [11.5.] in Mainz zusammen mit Georg von Wispeck, Adam von Törring und Ulrich Albersdorfer eingetroffenen Pfgf. Friedrich über diese Entwicklung, der in einen Schiedsversuch durch den Kf. einwilligte, ohne allerdings – im Falle eines Scheiterns – auf die Alternative der vom Ks. eingesetzten Kommission zu verzichten. Der Kf. unterrichtete ihn, Plieningen, weiter, dass sich Hg. Wilhelm und die Vormundschaftsräte gegenüber seinem Gesandten Dr.[Johann von] Staupitz in Bezug auf ein gütliches Verfahren zustimmend geäußert hätten. Er kündigte an, am Montag [15.5.] nach Nürnberg abzureisen und sich dort um eine rasche Einigung zu bemühen, damit der Fall nicht an den ksl. Hof gezogen werde.

    Am Abend informierte ihn der Kf.über ein weiteres ksl. Schreiben an die Kff.[Nr. 18, Pkt. 5], worin es hieß, dass Kf. Friedrich wegen des niederbayerischen Erbfolgestreits nicht aus Mainz abzureisen brauche, da der Ks. den Fall an seinen Hof gezogen habe, in der Absicht, selbst darüber auf dem künftigen Reichstag in Köln, Trier oder Speyer zu entscheiden. Die anwesenden Kff. und Ff. rieten dem Kf. jedoch nach Einweihung in seine Pläne für ein Schiedsverfahren, er solle ungeachtet des ksl. Schreibens so bald wie möglich nach Nürnberg abreisen und das Verfahren zum Abschluss bringen. Der Kf. ist entschlossen, am Montag [15.5.] nach Nürnberg aufzubrechen. Er informierte Pfgf. Friedrich darüber und ersuchte ihn um eine Stellungnahme, da sein Vorgehen geeignet sei, den Unwillen des Ks. gegen ihn zu beschwören, und er Gefahr laufe, bei einem Scheitern des Schiedsverfahrens an seiner Reputation Schaden zu nehmen. Außerdem sei dann zu befürchten, dass der Streit an den ksl. Hof gezogen würde und man noch vil mer muehe und unrate gewarten muesse. Der Pfgf. beteuerte daraufhin erneut seine Kompromissbereitschaft.

    Er, Plieningen, hat inzwischen Dr. Lupfdich schriftlich aufgefordert, sich zu ihm und dem bereits informierten Dr. Eisenreich nach Nürnberg zu begeben. Er rät, sich wie die Gegenpartei in das Schiedsverfahren einzulassen und kompromissbereit zu sein, in ansehung der geschwinden grif und handlungen, die an ksl. hofe vor augen und uns wol begegnet sind.5

    Š[4.] [PS] Er hat den Ks. auf seiner Reise nicht angetroffen und konnte deshalb die Angelegenheit der Hgin.[Kunigunde] nicht persönlich vorbringen.6Bf.[Matthäus Lang] von Gurk hat aber hier in Mainz zugesagt, sich darum zu kümmern.

    [5.] Der Ks. hat die Kff. und Ff. zuerst nach Speyer und dann hierher nach Mainz geladen, aber irer an kainem der enden noch in der nahet darumb erwartet.Stattdessen ist er nach Metz, Saarwerden (Sallwerdt), Zweibrücken und St. Wendel, von dort weiter nach Andernach und Köln und schließlich nach Aachen gereist. Derzeit soll sich der Ks. in Linz bei Köln aufhalten. Bittet um Anweisung von Geld für die Verhandlungen in Nürnberg.

    «Nr. 23 Resolution der versammelten Kff. und Ff. an die ksl. Gesandten – Mainz, 13. Mai 1508 »

    [1.] Vorschlag Ks. Maximilians zur unverzüglichen Abhaltung eines Reichstages; [2.] Nutzlosigkeit einer solchen Versammlung; [3.] Bekräftigung der ersten Resolution.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 35–35’ (Kop., Datumverm.: Bescheen am sambstag nach misericordia Domini anno XVCVIIIvo.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 121–121’ (Kop.) = B. München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 286–287 (Reinkonz.1, Datumverm.: Beslossen am sambstag nach m[isericord]ia Domini anno XVCVIIIvo.) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 479–480’ (Kop., Datumverm.: Uf sambstag nach dem sontag misericordia Domini anno etc. octavo zu Menz uf dem rathuß.).

    [1.] Curfursten, fursten und die potschaften, aso auf ksl. Mt. beschreiben ytzo zu Menz sein–a, haben irer Mt. widerschrift [Nr. 18], irer Mt. reten uf derselben curfursten, fursten und potschaften jungst gegeben antwort [Nr. 16] uberschickt, in undertenigkait gehort. [Zusammenfassung von Nr. 18, Pkt. 2–4].

    [2.] Darauf geben dieselben curfursten, fursten und geschickten potschaft yrer ksl. Mt. in aller undertenigkait dise antwort: Wes ire ftl. Gnn. und die Šbotschafte[n] irer Mt. jungst uf ir begeren eroffent, dz haben sie groß und swere halben ditzs handels treuer und guter meynung getan und des bey inen nit besser finden mogen.

    Ire ftl. Gnn. und die potschaften bewegen auch nachmals, ob sie sich schon an der angezeigten end eins verruckten, so mocht dannochtb durch yre gnaden und die, so yre Mt. in der nehe zu ir erfordern wirdet, uf dz ir Mt. begeren nichts fruchtparlichs und dz ir Mt. und dem Hailigen Reich zustaten kommen mocht, gehandelt werden. Dann wu ire gnaden und die botschaften des vertrauens oder zuvorsicht weren, dz an der benenten end ainem ichts fruchtparlichs cin solchen tapfern und grosen sachen hinder den andern stenden, die der merer teil sein, zu erlangung einer außtreglichen hilf irer Mt. begern nach–c gehandelt werden mocht, so wolten sie es als gern hie tun und vil lieber nhermals [= beim letzten Mal, jüngst] getan haben.

    Aber yr gnaden und die botschaften bewegen auch, wu sie sich in ksl. Mt. begeren dermasen begeben, dz solchs yrn gnaden und der geschickten botschaften herrn bey andern stenden des Reichs widerwillen, nachrede und unfreuntschaft geberen, zusambt dem, dz es ksl. Mt. zuvorderst unersprißlich sein wurde, angesehen, dz sie sich der andern abwese[n]den stend nit zu mechtigen hetten.

    [3.] Demnach, so ist nachmals irer ftl. Gnn. und der geschickten potschaften von wegen irer gn. Hh. undertenig bit, dz ksl. Mt. solch yre forige und ytzig anzeigen und gutbedenken, dz sie auß treuen gemute getan und ytzo tun, gnediglich annemen wol. Dann wo ire gnaden etwas bessers und furtreglichers nach gestelt und grose diser sachen vormals und ytzo hetten bedenken oder raten mogen, dz wolten ire gnaden und die geschickten ksl. Mt. in aller undertenigkait auch unangezeigt und unerofnet nit gelassen haben. Habend sich irer Mt. hiemit als yrem allergnst. herrn abermals underteniglich bevolhene.

    «Nr. 24 Stadt Köln an ihre Gesandten in Mainz, den städtischen Protonotar Georg Goldberg und Ludwig Sachs – Köln, 13. Mai 1508 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 87’–88 (Kop.).

    Übersenden ihnen in Form kollationierter Kopien die gewünschten Unterlagen über den Romzug.1Sie haben es bislang unterlassen, auf ihre Berichte zu reagieren, da der Ks. sich unweit von Köln aufgehalten hat. Gestern Abend ist er hier eingetroffen. Sie sollen dies aber nicht bekannt machen. Weisen sie an, sie unverzüglich zu informieren, falls die Ff. aufbrechen und hierher ziehen sollten und ob der Tag in ŠMainz abgehalten oder an einen anderen Tagungsort verlegt wird. Erinnern sie an ihre Weisung wegen Contz Heymes [Nr. 12].

    «Nr. 25 Stellungnahme Kf. Friedrichs III. von Sachsen – [Mainz, nach dem 13. Mai 1508] »

    [1.] Wunsch Kf. Friedrichs nach Abreise; [2.] Festhalten an der Empfehlung zu einem Reichstag; [3.] Bürgschaft für die Reichsanleihen.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 72–73 (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 44–44’ (Konz.) = B.

    [1.] Auf den artikel, von hynnen anhaym nit zu verrucken etc., zu sagen: Mein gnedigister herr waiß sich zu erinnern, das hivor erstmals ain instruction [Nr. 10] von der ksl. Mt. reten ubergeben, darauf auch euer und sein ftl. Gn. antwurt getan und den reten in schriften [Nr. 16] behendet haben. Und das auf ansynnen der rete, von hynnen, ehr ksl. Mt. meynung gehort, nit zu verrugken [Nr. 17, Pkt. 1], des doch ir instruction nicht vermocht, e. und sein ftl. Gn. sambt den botschaften des, biß auf sonnabent negst verschinen [13.5.] alhie abzuwarten, gewilligt [Nr. 17, Pkt. 2]. Dweyl dan nun ksl. Mt. von irer meynung, als aus ir widerschrift, an ir rete getan [Nr. 18], zu vermerken, nit abstehn und kain gemeinen reichstag machn wellen und sein ftl. Gn. den ersten rat und gutbedunken auch nachmals nit wissen zu verbessern oder zu verendern, aso wais sein gnad ir obligen halb hie nit lenger zu verziehen–a.

    Item zu erzelen, wie sein gnad ehr den negstn haimziehens und volgent, so sein gnad von ksl. Mt. gein Ulm, Speyer und zuletzt gein Menz beschriben und erfordert, ksl. Mt. zu antwurt geben, das sein ftl. Gn. sich nit kont aufhalten lassen, sein Mt. auch sein gnaden zugeschriben, das sy yne gar nit aufhalten wolt und von disen hendel, so hie furfallen, mit kainem wort kain meldung getan.1 ŠSo gedenken sich sein ftl. Gn. irer Mt. schreybens und notturft seiner obligen zu halten.

    [2.] Item geht der reichstag fur sich, so hat sein gnad berait sich horen lassen, das sein gnad als der gehorsam sich erzaigen wellen [Nrr. 13, Pkt. 7; 21, Pkt. 4]. Wird nichts darauß, so ist auch sein gnad on not, hie zu verziehen, dan sein gnad hinter den andern ste[nden] nichts schliessen mag noch will.

    [3.] Des anlehen der hunderttausent gulden halben [Nr. 15, Pkt. 3] ist mein gnedigister herr urbutig, zu seiner gnad antail burg zu werden und sich zu verschreyben, sofern sein ftl. Gn. notturftiglich versicherung und bestelt2 gemacht werde, domit er des an schaden und das sein gewislich wisse wider zu bekomen. Aber auf dy kunftig steuer wiß sein gnad mit seinem bruder [Hg. Johann] nichts zu tun.

    «Nr. 26 Antwort der Kff. und kfl. Gesandten an die ksl. Gesandten – [Mainz, 14./15. Mai 1508] »

    [1.] Verhandlungen über eine Reichsanleihe mit Bf. Lorenz von Würzburg und mit [2.] Lgf. Wilhelm II. von Hessen; [3.] Sicherstellung der beiden Anleihen; [4.] Anleihe bei den Handelsgesellschaften in den Hansestädten; [5.] Schreiben Ebf. Hermanns von Köln an Würzburg und Hessen wegen der Anleihe; [6.] Verlängerung des Mainzer Tages.

    ŠMünchen, HStA, K.blau 103/4a, fol. 278–279’ (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 26–28 (Kop.)1 = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 126–127 (Kop.) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 487–489’ (Kop.).

    [1.] /278/ [Zusammenfassung der ksl. Instruktion bezüglich der Anleihen bei Würzburg, Hessen und den Handelsgesellschaften in den Hansestädten; Nr. 15, Pkt. 2f.]. Darauf geben die kurfurstena, nemlich Meinz, Trier und Sachsen, und des marggraven von Brandenburg, kurfursten etc., botschaft ksl. Mt. underteniglich zu erkennen, daz sie anfenglich mit gedachtem hern Lorenzen, bischofen zu Wirzburg, in eigner person solichs anlehens halben gehandelt und von ime laut hiebijgelegter schrift antwort entpfangen haben. Und wollen nochmal, wo ksl. Mt. rete solichs uber die obgemelt gegeben antwort fur nutz, noit und furtreglich ansiecht, neben inen, den reten, gedachten herrn von Wirzburg bitten mit anzeigung irer, der kurfurstenb, /278’/ hernachvolgend erpieten, die vergewissung belangend.[Wiedergabe der Antwort Bf. Lorenz’ von Würzburg an die Kff.; Nr. 15, Anm. 7].

    [2.] Ferner, der schickung halben zu dem lantgraven zu Hessen, sint gedachten kurfursten und botschaften von irs hern wegen urbutig und willig, soliche schickung neben irer Mt. botschaft zu tun und in dem des ansuchens halben an inen kein mangel erwinden zu lassen, doch uf die vergewissung, wie hernach volgt.

    [3.] Und als ksl. Mt. ferrer in ir instruction dut melden, daz irer Mt. begern sij, daz sich die kurfursten durch ir geschickten gegen dem bischof zu Wirzburg und lantgraven zu Hessen anbieten und willigen wollen /279/ dermassen, daz ksl. Mt. solich anlehen von der nesten richßhilf widerumb bezalen und verfolgen lassen soll etc. Daruf ist der kurfursten antwort, ir maiestat kann auß hoer begabter vernonft wol ermessen, dwil diß kein Richß tag ist, daz inen hinder gemeyn stenden und ausserthalb eyner gemeynen versamlung des Richs solichs zuzusagen oder zu verschriben nit geburen will.

    Aber ausserthalb der vergewissung uf die hilf des Richs sint sie, die kurfursten, willig, ksl. Mt. zu undertenigem gefallen und damit ir Mt. ye vermerken mog, daz sie, die kurfursten, obgemelt irer Mt. wolfart gern sehen wolten, fur sich selbs als burgen, sofer sie des zuvor von ksl. Mt. gnugsam versorgt und vergewisst wirden, zu verschryben. Und wiewol die geistlichen kurfursten hinder iren capiteln ichts dermaß zuzusagen oder sich als burgen zu verschriben nit macht haben und die burgschaft ausserthalb irer capitel verwilligung auch uncreftig wer, so sint sie doch der zuversicht, wo inen die vergewissung von ksl. Mt., wie obgemelt, geschee, daz sie, die capitel, solich burgschaft zu bewilligen sich nit weigern wurden.

    ŠDie marggravisch botschaft will auch solichs an den marggraven zu Brandenburg, kurfursten etc., furderlich gelangen lassen, ungezwivelt, er werd sich des mit andern sinen mitkurfursten verglichen und gegen ksl. Mt. in undertenigkeit erzeigen.

    [4.] Witer, der schrift halben an die geselschaften in den see- und hanstetten eins anlehens halben zu tun etc., geben gemelte kurfursten und botschaften ksl. Mt. zu antwort, so inen ein concept, wie und welichermaß ir Mt. dieselben schrift gestalt haben, ubergeben, die wolten sie besichtigen und sich darnach mit geburlicher und zimlicher antwort vernemen lassen.

    [5.] /279’/ Und als ksl. Mt. rete sich haben horen lassen, wie und welichermaß der erzbischof zu Coln dem bischof zu Wirzburg und lantgraven zu Hessen der obgemelten sachen halben geschriben haben, darauf ist desselben erzbischofs von Coln botschaften antwort, daz sie dieselben antwort, der sie kein wissen haben, nit andern mogen, sunder lassen es bij derselben geschrift und meynung beruwen.

    [6.] Und nachdem durch alle kurfursten, fursten und derselben botschaften bewogen ist, daz ir lenger verziehen und verharren, dwil sie nit als gemein stend des Richs alhie versammelt sint und auß den ursachen, so sie hievor zu zweyen maln ksl. Mt. underteniglich zu erkennen geben haben [Nrr. 16, 23], fur unfruchtpar und unverfenglich achten und halten, darumb und auß denselben ursachen so werden herzog Fridrich von Sachsen, kurfurst etc., und der bischof von Wirzburg von hinnen verrucken. Aber dwil die andern kurfursten und botschaften zum teil alhie anheim sint und zum teil nit ferr anheim zu komen haben, so wollen sie doch, wiewol sie es auch unerschießlich ansehen, auß keynem andern dan ksl. Mt. zu undertenigem gefallen uf ir Mt. antwort, die sie auch inen zum furderlichisten zuzuschicken underteniglich bitten, alhie verziehen.

    «Nr. 27 Vortrag der ksl. Gesandten an Kff. und kfl. Gesandte – Mainz, 15. Mai 1508 »

    [1.] Anleihen für den ksl. Italienzug; [2.] Verlängerung des Mainzer Tages; [3.] Bitte der ksl. Vertreter um eine Stellungnahme zu einem am Vortag vorgelegten Schriftstück; [4.] Bitte Ks. Maximilians um Mitwirkung an den Verhandlungen mit Hg. Heinrich I. von Braunschweig-Wolfenbüttel über seine Teilnahme am Krieg gegen Venedig.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 272–273 (Kop., Datumverm.: Montags nach jubilate) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 127’–128 (Kop., Überschr.: Von ksl. Mt. reten montags nach jubilate gegeben.) = B.

    [1.] /272/ Zum ersten, die schrift, die e. Gnn. und andere haben uberantworten lassen [Nr. 26], sint wir ksl. Mt. dise antwort zuzuschicken [erbietig]. Verhoffen, antwort darauf zu bekomen. Dan sin maiestat daz bevolhen. Sie hetten sich eyner bessern und andern antwort vertrost, in sunder des anlehens halben. Aber dwil eynetrechtlich gefallen, wollen sie die auch ksl. Mt. zuschicken.

    ŠDer versicherung halben etc., haben sie dafur gehalten, daz die verwysung aufs Richs hilf nit unzimlich gewesen, nachdem ksl. Mt. dieselb hilf begert in anligen des Richs. Begern zu versten zu geben, waz versorgniß sie von ksl. Mt. haben wollen, dan sie kein moglichs und zimlichs nit weigern werde.

    [2.] Dan am ende der schrift, daz etlich hie bliben wollen, desselben blibens sagen die rete dank. Wollen auch nit verhalten, daz nechthin schrift zukomen, darin verkunt sin Mt., allen flis furzukeren, daz keyner verruck [Nr. 18, Pkt. 4]. Lat sich sin Mt. merken, sie wolt oder werde irer sachen sich in Geldern tun, sunder sie wollen disen Richß tag, wan sie weiß, wohin die stende verrucken, dahin zu komen. Ist nit mynder, wirt gemelt, daz Sachsen und Wurzburg verrucken /272’/ wollen, mag Wurzburg halb ursach haben wollen, deß stuckß halben ein artikel1 lesen lassen.

    Sachsen halben konnen sie auß keynem ksl. schriben vermerken, daz siner Mt. meynung sij, daz der verrucken soll. Waz daz geberen werd, sij zu bedenken. Wo sie byeinander pliben, wurd bij fynden und frunden vermerkt, daz ir euch des Richs sachen wolt lassen zu herzen gen. Sollt nun eyner oder mer verrucken, gebe den fynden ein frolichs, den frunden ein traurigs herz und solt dem Rich unwiderpringlicher schade zugefugt werden.

    Auß den und vil andern ursachen begern sie an herzog Friderichen, er woll dise swere sach beherzigen und in kein [weg] verrucken, [sondern] bij den andern bliben und daz best helfen raten und handeln.

    Begern auch an die andern fursten und botschaften, daz sie bij Sachsen flis furwenden, daz er nit verruck, den trefflichen schaden, der dem Rich davon entsten mocht, zu verhuten.2

    Sie achten auch, wo sie Sachsen vermogen, daz ksl. Mt. daz zu gefallen annemen werde.

    [3.] /273/ Sie haben auch den fordern tag ein zettel3 verlesen lassen. Bitten auf dieselb auch antwort.

    Š[4.] Ksl. Mt. hat kurzvergangen tag schrift getan, betreffen herzog Heinrichen von Brunswig [Nr. 10, Pkt. 9]. Die bitten sie zu horen.

    «Nr. 28 Die „Kleine Schickung“ der Stadt Köln an die Gesandten in Mainz, den städtischen Protonotar Georg Goldberg und Ludwig Sachs – Köln, 19. Mai 1508 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 90–90’ (Kop.).

    Sie haben in ihrem letzten Schreiben1berichtet, dass die Ff. aus Mainz abreisen und ihre Räte nach Köln bzw. zum Aufenthaltsort des Ks. schicken, und deshalb um Genehmigung zur Heimkehr gebeten. Weisen sie an, erst nach der Abreise aller Ff. und übrigen Gesandtschaften aufzubrechen, damit Köln beim Ks. und bei den Reichsständen nicht als ungehorsam angesehen wird. Falls der Ks. den Mainzer Tag an einen anderen Ort verlegen sollte, bitten sie um Mitteilung darüber. Bezüglich der noch ausstehenden Konfirmationsbriefe der Kff.[über das Kölner Stapelprivileg] und wegen der Angelegenheit mit Götz von Berlichingen (Berlingen)werden ihnen in Kürze Anweisungen zugehen.2

    «Nr. 29 Weisung Ks. Maximilians an seine Gesandten auf dem Mainzer Tag – [act. Mainz, 22. Mai 1508]1 »

    [1.] Einberufung eines Reichstages; [2.] Anleihe bei Bf. Lorenz von Würzburg; [3.] Anleihe bei Lgf. Wilhelm II. von Hessen, Sicherstellung der beiden Anleihen; [4.] Anleihe bei den Handelsgesellschaften in den Hansestädten; [5.] Rückerstattung der Anleihen aus der nächsten Reichshilfe.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 311–312’ (Kop., Verm.: Cesaree maiestatis nomine articuli suprascripti per reverendissimum dominum Gurcensem princiŠpibus presentibus et absentium oratoribus Moguntie, lune XXII. Maii, propositi fuere.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 38–39’ (Kop.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 132–133’ (Kop., Aufschr.: Uf montag nach dem sontag cantate, als myn gnediger her von Wirzburg etc. mit mynem gnedigisten hern, herzogen Friderichen von Sachsen, kurfursten etc., von Meynz hinweggeritten waren, haben ksl. Mt. rete zu Meynz die andern kurfursten und anderer kurfursten und fursten rete, so noch zu Meynz waren, uf das huß bescheiden und inen furgehalten die hernachgeschribene instruction. Verm. am Textende wie A) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 490–492 (Kop.).

    [1.] /311/ Von erst, berurend den Reichs tag: Nachdem die churfursten, fursten und stende auf irer vor gegeben antwort, nemlich das inen außerhalb eins gemeinen Reichs tag ichts zu handeln oder zu schliessen beswarlich und nit gemeint sein will, beharren.2 Darbey mussen wir es pleiben lassen. Sein darauf willens, wiewol das unsern und des Reichs furnemen zu vil verhinderung und versaumbnus raichen, ein Reichs tag, so furderlich es gesein mag, auszuschryben. Und ist deßhalb unser bevelh, das ir solichs den churfursten, fursten und stenden anzaiget und sie besprechet, damit sie doch auf demselben Reichs tag, awie sie ervordert werden–a, gehorsam und furderlich erscheinen und darauf das best tun wollen.3

    [2.] Das die churfursten mit dem [Bf. Lorenz] von Wurzburg gehandelt haben, er sich auch heimgefugt hat, der meynung, sich solichs anlehens halben zu bewerben und sein antwort den churfursten oder unserm neven [Ebf. Jakob] von Meinz in ir aller namen zu geben [Nr. 26, Pkt. 1], lassen wir uns wole gefallen. Emphelhen euch darauf, das ir by den churfursten oder Mainz in sonderheit bestellet, so solich antwort kumme, uns derselben zu berichten.

    [3.] Dan, als sich die churfursten auch willig erbieten, neben unser zu dem lantgraven [Wilhelm von Hessen] zu schicken und ine seins anlehens halber bewerben zu lassen [Nr. 26, Pkt. 2], beswern sich aber, gegen ime, auch [Bf. Lorenz von] Wirzburg anzubieten und zu willigen, das solich anlehen von der nehesten des /311’/ Reichs hilf widerumb bezalt werden soll, und sein doch darneben urbutig, sich fur sich selbs als burgen, soferre sie des zuvor von uns gnugsam versorgt und vergewyst werden, zu verschreiben [Nr. 26, Pkt. 3].

    Darauf geben wir euch zu erkennen, das wir sie anders nit mogen noch wissen zu versorgen dan die glaubiger, als lantgrave, Wurzburg und die geselschaften, mit unsern gnugsamen obligacion, sie in jarsfrist zu bezalen, und sie, die Šchurfursten, als burgen mit einer gnugsamen verschreibung oder schadlosebrief auf unsern guten glauben, sie in der berurten zeit der burgschaft zu entheben und one schaden zu halten. Dan das wir inen gern vil pfands einsetzten, so haben wir unser erbe und chamerguet dem Reich zugut des merern teils verkomert. In hoffnung, sie sollen in ansehung unser und des Reichs notturft an solichen verschreibungen auf guten glauben von uns zufrieden und benue[g]ig sein. Demnach ist unser bevelh, das ir solichs den churfursten von unsern wegen mit guten vleys furhaltet und sie darauf ernstlich ansuchet und bittet, sich des benugen zu lassen, die burgschaft also einzugeen, und nemlich die geistlichen solichs mit gutem vleys an ire capitel zu bringen und sie darzu zu vermogen, auch der abwesenden botschaften deßgleichen an ire herrn gelangen zu lassen /312/ und iren willen dergestalt zu erlangen allen vleys furzukeren. Dan solich anlehen uns und des Reichs furnemen hoch furdern, wo uns aber das verzigen werden solt, grossen nachteil und gebrechen geberen mag. So wollen wir inen guten kaufmansglauben halten, in hoffnung, sie werden dasselbig meher wan einiche verschrybung oder pfandschaft ansehen.

    [4.] Der schrieften halben von den churfursten an die geselschaften in den see- und hanstedten, der ist nit meher not. Aber unser meynung were, das die churfursten mit den dryen stedten Frankfort, Worms und Spyer ytzo ernstlich handelten, deßgleichen wir auch hie mit Collen und Lubeck in ubung sein, das sich dieselben dry obern steet zusampt Collen und Lubegk der burgschaft auf das anlehen der funfundzwenzigtausent gulden gegen den geselschaften in sehe- und hanstetten underfingen, auch auf unser obligacion und darzu auf unser und der churfursten mit uns schadloßbrief. So wolten wir die churfursten desselben auch one schaden halten und des under anderm uns gegen inen verschreiben.

    [5.] Daneben were auch unser begern und notturft, so sich je die churfursten beswern, sich zu verschreiben, /312’/ das diese anlehen von des Reichs nehesten hilf widerumb bezalt werden sollen, das sie uns doch ein verschreibung und bekantnus geben, das sie auf nehestkunftigem Reichs tag vleys furkeren wollen, sovil inen gebure und muglich sein werde, dardurch solich anlehen, funfundsiebenzigtausent gulden und darzu noch funfundzwenzigtausent gulden, so wir aber von unserm chamerguet darstrecken und darumb wyter unser erbe versetzen wollen, das sich alles hunderttausent gulden leuft, von derselben Reichs hilf bezalt werden mogen.

    Solich mainung wollet auch mit besten fugen an die churfursten bringen und die also zu erlangen allen vleys und ernst ankeren.

    «Nr. 30 Antwort der Kff. und Ff. an die ksl. Gesandten – Mainz, 22. Mai 1508 »

    [1.] Einberufung eines Reichstages; [2.] Anleihen bei Bf. Lorenz von Würzburg und Lgf. Wilhelm II. von Hessen, Bürgschaften der Kff.

    ŠWürzburg, StA, WRTA 5, fol. 133’–134 (Kop., Aufschr.: Uf solich instruction [Nr. 29] haben die kurfursten und anderer kurfursten und fursten rete, uf den obgemelten tag gegenwurtig waren, ksl. Mt. reten antwort gegeben, wie hernach volgt, der meynung, den rychßtag berurn.Verm. am Textende: Uf soliche antwort von stund an ist [durch] den bischof von Gurk von wegen ksl. Mt. gnediglichs heymziehens erlaubt kurfursten und andern kurfursten und fursten botschaften, diße ding getruwlich an ire hern zu bringen etc. Daz auch mit grossem dank angenomen worden.) = Textvorlage A.

    [1.] Wo der rychßtag durch keyserlich maiestat an bequemer stat furgenomen wurde, wo sie irer lybe halben komen konten oder mochten, wolten sie uf berufung ksl. Mt. sich gehorsamlich halten, als sie auch bißher getan hetten.

    [2.] Und uf die burgschaft und obligacion, zu tun fur ksl. Mt. nach inhalt der instruction, konten sie, die kurfursten, itzunt nit endlich antwort geben. Dan sie wißten noch nit, wie Wirzburg und Hessen die burgschaft von inen haben wolten. Darumb, so müß dasselbig vorgen. So hetten auch der andern kurfursten botschaft derhalben von iren hern kein bevelhe zu handeln. Diße meynung wolten sie ksl. Mt. reten, unserm allergnedigisten herrn, dem romischen keyser, von wegen der kurfursten und anderer kurfursten und fursten reten mit aller untertenigkeit zu erkennen geben etc.

    «Nr. 31 Bf. Lorenz von Würzburg an Ks. Maximilian – Würzburg, 22. Mai 15081 »

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 128–129’ (Kop., montags nach dem sontag cantate; Überschr.: Hernach volgt, wie myn gnediger her von Wirzburg etc. keyserlicher maiestat selbs schriftlich antwort geben hat uber die beger, XXVM gulden zu lyhen etc.) = Textvorlage A. München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 275–277 (Konz.) = B.

    Die Kff. und kfl. Gesandten in Mainz, wohin er sich aufgrund einer ksl. Aufforderung verfügt hatte, wurden bei ihm gemäß einer ksl. Instruktion [Nr. 15] vorstellig; zugleich übergaben ihm ksl. Räte ein Schriftstück bezüglich einer Anleihe von 25 000 fl.2Verweist auf seinen erwiesenen Gehorsam gegenüber dem Ks.– wofür dieser ihm auch gedankt hat –, auf seine persönliche Teilnahme an allen Reichstagen, auf die Erfüllung weiterer ksl. Anforderungen an ihn und auf die Leistung der Reichshilfen über den ihm auferlegten Anteil hinaus. Sein Kontingent [für den ksl. Romzug] befindet sich immer noch im ksl. Heer. Er bekundet seinen Willen, sich auch künftig dem Ks. gehorsam zu erzeigen. Dies alles geschah unter erheblichen Aufwendungen. Dazu musste er in diesem Jahr den Hh. von Guttenstein mit großen Kosten ein bei Würzburg gelegenes Städtchen abkaufen3, nur um zukunftigen Šunrate afür ihn und das Hochstift–azu verhüten, und dafür Geld aufnehmen. bEs ist ihm deshalb derzeit unmöglich, die Anleihe aufzubringen–b. Es ist auch ausgeschlossen, Besitzungen des Hochstifts zu verkaufen oder zu verpfänden. Bis zu diesem Tag wurden bereits wichtige Güter im Gesamtwert von über 200 000 fl. versetzt. Hätte er Geld, müsste er zuerst diese Besitzungen auslösen. Bittet, dies alles zu bedenken und ihm seine abschlägige Antwort nicht zu verübeln.

    [PS] Auf Bitten der ksl. Räte ließ er bei seiner Abreise den Würzburger Domherrn Lorenz Truchseß [von Pommersfelden] bei den Kff. und kfl. Gesandten in Mainz zurück.

    «Nr. 32 Bericht des Würzburger Domherrn Lorenz Truchseß von Pommersfelden an Bf. Lorenz von Würzburg – Mainz, 25. Mai 1508 »

    [1.] Antwort der Kff. an den päpstlichen Legaten Bernardino Lopez de Carvajal; [2.] Vortrag einer ksl. und einer ständischen Resolution am 22. Mai; [3.] Stellungnahme des bfl. Würzburger Gesandten, Äußerung Ebf. Jakobs von Trier; [4.] Erwiderung der ksl. Gesandten auf die ständische Resolution vom 22. Mai; [5.] Beendigung des Mainzer Tages.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 308–308’ (Or., Postverm.: Ad manus proprias fideliter.) = Textvorlage A.

    [1.] Hochwirdigister furst, gnediger herr. E. ftl. Gn. sein mein ganz willig, unterdenig und gehorsam dinst allezeyt mit vleis zuvor. Gnediger herr, wes nach e. ftl. Gn. abscheidung hie zu Meinz gehandelt ist worden, wollen e. ftl. Gn. von mir in gnaden vernemen etc. Gnediger furst und her, nachdem e. ftl. Gn. uf dinstag nach dem sontag jubilate [16.5.] von Meinz abgeschyden sein, haben die churfursten Meinz und Trier ander churfursten und fursten ret, die uf itzund gehalten tag zu Meinz gewesen sein, uf nechst frytag darnach [19.5.] uf das rathaus erfordert, sie zu entschliessen der antwort, dem cardinal und legaten [Bernardino López de Carvajal] etc. uf sein furtragen, uf sontag jubilate [14.5.] geschehen, zu geben. Das auch also geschehen ist und im ein gemein antwort uf obbestympten freytag nach mittag durch den meinzischen canzler [Johann von Dalheim] (latino sermone) in beywesen der zweyer churfursten und andern churfursten und fursten rede geben worden ist, der meynung, das sie, die churfursten und andere churfursten und fursten rede, seiner gnaden inkunft hoch erfreyt sein und seiner gnaden gros erbitung, zu ere und lobe dem Heyligen Romischen Reych und deutscher nacion geschehen, gros dank haben und sagen, in hoffnung, woe ein reychstag furgenomen werde, alsdan Šwerden seiner gnaden furgebrachten artikel, die cron des keysertumbs zu ere deutscher nacion betreffend, auch ausreutung der bohemischen secten und der erstorung und verfolgung der Durken berurn, weyter betracht werde[n] zu ere Got, dem Almechtigen, und erhohung cristlichens glaubens, dan itzund durch sie, die churfursten und andere churfursten und fursten rede, betracht konnt oder mocht werden. Das auch der cardinal angenomen hat und sie, die churfursten, gebeten, ernstlich vleis in sachen anzukeren zugut deutscher nacion und zu merung cristlichs glaubens.

    [2.] Gnediger furst und her, uf montag nach dem sontag cantate [22.5.] haben ksl. Mt. rede churfursten und andere churfursten und fursten rede uf das haus bescheiden, ksl. Mt. meynung zu vernemen. Und darnach anstat und von wegen ksl. Mt. diese meynung furgetragen haben nach inhalt dieser ingeschlossen instruction copien [Nr. 29], e. ftl. Gn. hie uberschigkt. Haben die gegenwertigen churfursten und andere churfursten und fursten rede uf denselbigen tag ksl. Mt. rede antwort geben: [Wiedergabe von Nr. 30].

    [3.] Gnediger herr, in unterreden sagt ich, betreffend leyhung der XXV-tausent fl. geburt mir nit zu antworten. Hab darvon auch kein bevelh, ongezweyfelt, e. ftl. Gn. westen sich wol zu halten, darumb ich den artikel, e. ftl. Gn. betreffend, beruen liss. Auch die andere artikel, ausgenomen den reychstag betreffend, wie die in der instruction stunden, berürten allein die churfursten und e. ftl. Gn. nit. Were darumb nit not, mir wyter darvon zu reden. Desgleichen sagt Hessen1 und Gulch. Aber den reychstag betreffend, gnediger her, hab ich zu antwort [gegeben], e. ftl. Gn. hetten sich bisher gegen dem Heyligen Romischen Reych gehalten als ein loblicher und gehorsamer furst. Were auch der (ongezweyfelt) zuversicht, e. ftl. Gn. wurden sich uf itzund furgenomen reichstag auch halten als ein loblicher und gehorsamer furst des Heyligen Romischen Reichs. Weyter redt ich, gnediger her, es stund in der instruction, das die churfursten und fursten uf den Reichs tag komen solten (wie sie erfordert wurden). Dasselbig „wie sie erfordert wurden“ verstun ich nit, dan e. ftl. Gn. mocht dermoss erfordert werden, das e. ftl. Gn. unmuglichen wer, zu komen uf zukunftigen reichstag – mit unterdeniger bit, mich desselbigen Šzu unterrichten, domit ich e. ftl. Gn. als meinem gnedigen hern schriftlich oder muntlich der handelung gruntliche relation tun kont. Von stund an fyel mir zu Gulch und Hessen. Do hub mein gnedigster her von Trier an, ob ich mandat het, darein zu reden. Sagt der meinzisch hofmeister [Thomas Rüdt von Collenberg] lachende: Mein her von Wurzburg hat mir gesagt, er hab Lorenz Druchses bevelh getun.2 Domit kam ein anderer, red also, das des mandats geschwigen wurd und nit weyter gedacht. Auch, gnediger her, lyss sich mein gnediger her von Trier horen im unterreden, die obligation zu tun von den churfursten etc., er wolt vor nymant kein burgschaft oder obligation ton; er vermocht syhe auch nit, und solt er auch wissen, das in ksl. Mt. in turn legen solt. Wan er wolt nit mere verschreiben, dan er kont halten. Er wolt auch, das er ein schenkel entzwey gefallen het, do er in vergangem jare gen Costenz in eygner person komen were. Dan er sehe wol, das diejenigen, die gegenwertig weren, den undank allein verdinten. In was meynung mein gnedigster her von Trier geredt hat, gib ich e. ftl. Gn. zu ermessen. Ich verstehe der sprach nit.

    [4.] Es wurd auch, gnediger her, das wort (wie sie erfordert werden etc.) in der antwort [Nr. 30] geschwigen und die antwort in gemein reden geben, wie vor geschriben stet. Und do ksl. Mt. geschigkte botschaft, bischove von Gurk, Nassau, Dobler etc., solche obgeschriben antwort entpfangen hetten, gingen sie nach gewonheit ab. Uber ein weyl schigkten sie den probst von Nurmberg, doctor Dopler, zu den churfursten und andern churfursten und fursten rede, der iren gnaden diese meynung furhilt: Sie, die geschigkten ksl. Mt. rede, hetten vernomen irer gnaden antwort uf anbringen, von wegen ksl. Mt. geschehen. Konten sie, ksl. Mt. rede, nit befinden oder vermerken, das solche antwort der instruction gemess were. Begerten an sie, die churfursten, ein andere, gleichmessige antwort.

    [5.] Aber kein ander antwort wurd gegeben, lyssen es beruen bey begebner antwort. Uf solch antwort von stund an durch den bischof von Gurk von wegen ksl. Mt. (die itzund zu Coln sein solle) gnediglichs heymzyhens erlaubt ward churfursten und andern churfursten und fursten botschaften, diese ding getreulich an iren herren zu brengen etc. Das auch mit grossem dank angenomen ward. Und uf mitwochen darnoch [24.5.], als gestern, ist der bischof von Gurk mit schiffung gen Coln gefaren. Desgleichen der cardinal und legat etc., auch mein gnedigster her von Trier uf heut datum [25.5.] abgescheiden sein zu wasser gen Coln. [Schlussfloskel, Datum, Unterschrift].

    « Nr. Š33 Ks. Maximilian an Kf. Joachim I. von Brandenburg – Köln, 27. Mai 1508 »

    [1.] Ksl. Antrag an die in Mainz versammelten Kff. wegen einer Reichsanleihe; [2.] Leistung der Konstanzer Romzughilfe; [3.] Aufforderung zur persönlichen Teilnahme am künftigen Reichstag.

    Berlin, GStA, 1. HA, Repos. 1, Nr. 4, fol. 6–6’ (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. M. Lang).

    [1.] Er ist zweifellos darüber unterrichtet, dass er, der Ks., für die Angelegenheiten von Ks. und Reich Lgf. Wilhelm von Hessen und den Bf. von Würzburg um eine Anleihe von je 25 000 fl. und die in den Hansestädten ansässigen Handelsgesellschaften um weitere 25 000 fl. ersucht hat. Aus seinen eigenen Erbgütern will er ebenfalls 25 000 fl. aufbringen. Er hat die auf dem Mainzer Tag versammelten Kff. aufgefordert, die Bürgschaft für diese Anleihen zu übernehmen, wohingegen er ihnen durch Schadlosbriefe zusichern wollte, sie binnen Jahresfrist zu entlasten. Die Gläubiger sollten Schuldbriefe erhalten, dass die Anleihe innerhalb eines Jahres zurückgezahlt würde. Die Kff. sollten im Gegenzug eine Verschreibung ausstellen, dass sie sich auf dem nächsten Reichstag dafür einsetzen würden, die Anleihe von insgesamt 100 000 fl. aus der Reichshilfe zurückzuzahlen. Jedoch lehnten die geistlichen Kff. eine Bewilligung ohne vorherige Zustimmung ihrer Domkapitel ab, die Gesandten der weltlichen Kff. verwiesen auf die Notwendigkeit zur Berichterstattung an ihre Dienstherren. Er erwartet nun die Stellungnahmen der einzelnen Kff. Zwar lädt er ihn mit beiliegendem Schreiben [Nr. 36] zum Reichstag, doch könnte eine so lange Verzögerung der Anleihe den Angelegenheiten von Ks. und Reich schaden. Bittet ihn deshalb um eine unverzügliche Stellungnahme bezüglich der Anleihe und um Bevollmächtigung ihres gemeinsamen Rates Eitelwolf vom Stein zum Abschluss der Verhandlungen.

    [2.] Fordert ihn außerdem auf, gemäß seinem früheren Anschreiben1die noch ausstehenden 2000 fl. aus der auf dem Konstanzer Reichstag beschlossenen Reichshilfe zu bezahlen. Das Geld wird für die Angelegenheiten des Reiches benötigt. Auch ist Eitelwolf vom Stein mit seinen Reitern für die zusätzlichen zwei Monate über die bewilligten sechs Monate hinaus, wie dann gemainlich alle stend getan haben,zu unterhalten. Stein soll ein entsprechender Bescheid zugehen, damit er im Dienst von Ks. und Reich bleiben kann und nicht abziehen muss.

    [3.] Er, der Kf., soll persönlich auf dem ausgeschriebenen Reichstag in Worms erscheinen und keinesfalls fernbleiben.2

    «Nr. Š34 Ebf. Hermann von Köln an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Poppelsdorf, 27. Mai 1508 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 40–40’ (Or., Postverm.: In seiner liebe selbs hend.).

    Er hat den bei ihm vorstellig gewordenen kursächsischen Räten [Friedrich von Thun und Degenhart Pfeffinger] eine Weisung an seinen Marschall Paul von Breitbach mitgegeben, sie über die Verhandlungen auf dem Mainzer Tag nach seiner, Kf. Friedrichs, Abreise zu informieren. Die beiden Gesandten haben Breitbach jedoch weder in Mainz noch unterwegs angetroffen. Er übersendet ihm deshalb die von Breitbach bislang geschickten Unterlagen. Weitere Verhandlungen fanden nach dessen Aussage nicht mehr statt.

    «Nr. 35 Antwortschreiben Kf. Friedrichs III. von Sachsen an Ebf. Hermann von Köln – Nürnberg, 5. Juni 1508 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 41–41’ (Konz., montag nach dem sontag exaudi).

    Bedankt sich für die zugesandten Unterlagen des Mainzer Tages. Er erwartet, dass ein Reichstag ausgeschrieben wird und sie beide sich dort persönlich treffen können. Andernfalls will er ihn, soweit dies seine Gesundheit zulässt, besuchen. Ein Schreiben des Kg. von Ungarn und Böhmen1ist bei ihm eingetroffen. Zwar geht er davon aus, dass ihm ebenfalls ein solches Schreiben zugegangen ist, dennoch übersendet er ihm eine Abschrift davon, verbunden mit der Bitte, ihm seine Meinung dazu zu eröffnen. Er hat erfahren, dass auch der frz. Kg. ein Schreiben an die in Mainz versammelten Kff. gerichtet hat.2Ihm selbst ging nur eine Abschrift zu, die er ihm zur Verfügung stellen wollte. Doch hat er, Ebf. Hermann, das Schreiben seiner Kenntnis nach bereits erhalten.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/I1/pages

    Anmerkungen

    1
     Frankfurt entsandte Karl von Hindersberg und Klaus von Rückingen nach Oberwesel (Lersner, Chronica II/1, S. 45). Ebf. Jakob von Mainz, dem ein entsprechendes Ausschreiben zugegangen war, ließ mangels eigenen verfügbaren Personals das Domkapitel am 4.4. um Abordnung einiger Domherren ersuchen. Das Kapitel empfahl, nur dann persönlich nach Oberwesel zu reisen, wenn sich auch andere Kff. dort einfinden würden. Zu Begleitern des Ebf. bzw. Gesandten wurden der Domkustos [Thomas von Rieneck], [Ulrich von] Schechingen, [Heinrich Reuß von] Plauen und [Adolf von] Stockheim bestimmt (StA Würzburg, Mainzer Domkapitelprotokolle 3, fol. 590’–591). Lgf. Wilhelm von Hessen war durch Peter von Treisbach in Oberwesel vertreten (Quittung Treisbachs vom 7.4.1508 für den Kammerschreiber Konrad Scherer über 31. fl. Zehrgeld; Demandt, Schriftgut II/5, S. 177, Nr. 3431). Laut Bericht Kaspar Nützels vom 13.4. entsandte der Ks. Eitelwolf vom Stein nach Oberwesel, um die dort versammelten rheinischen Kff. zu sich nach Speyer zu bescheiden (Konz. Ulm, pfintztag nach judica; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 4, Nr. 8, fol. 19’–20, hier 19’). Maximilian zog dort am 19.4. (mitwoch vergangen in der heiligen karwochen)ein. Noch am gleichen Tag fanden sich Ebf. Jakob von Trier und Gesandte der Kff. von Mainz, Köln und Pfalz ein. Doch blieb unsicher, ob Ebf. Jakob von Mainz und Kf. Ludwig von der Pfalz noch persönlich kommen würden, während Ebf. Hermann von Köln sein Fernbleiben mit Unpässlichkeit entschuldigen ließ. Der Ks. reiste am 24.4. (am andern ostertag)wieder ab und entließ die kfl. Gesandten. Er schickte am nächsten Tag Bf.[Matthäus Lang] von Gurk, Gf. Adolf von Nassau und den Propst von St. Sebald [Erasmus Topler] nach Mainz, wo sich die geistlichen Kff. versammelten (Nützel an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg; Konz. Speyer, an dem heiligen ostertag/am dritten osterfeiertag frü [23./25.4.]; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 4, Nr. 8, fol. 20’–21, hier 20’).
    1
     Gemeint ist nicht – wie der Zusammenhang nahelegt – ein Ausschreiben zum RT, sondern für den nächsten Bundestag. Vgl. Nr. 5, S. 125f., Anm. 9.
    2
     Wahrscheinlich handelt es sich um einen Schreibfehler (richtig: gantz). Möglicherweise liegt auch eine seltene Ableitung von „begründet“ vor, hier im Sinne von: genau.
    1
     Liegt nicht vor. Vgl. jedoch den Vortrag Schads an die Bundesstände [Nr. 5, Anm. 5].
    2
     Gemeint sind wahrscheinlich jene 100 000 Goldkronen, die Kg. Heinrich VII. im Zusammenhang mit dem Heiratsvertrag zwischen seiner Tochter Maria und Ehg. Karl am 21.12.1507 seinem künftigen Schwiegersohn als Anleihe zugesagt (Bergenroth, Calendar I, Nrr. 571, 573, 578, S. 450f.) und wegen derer Ks. Maximilian Ende Januar 1508 seinen Rat Andrea del Burgo nach England entsandt hatte (ebd., Nr. 578, S. 454). Vgl. Trenkler, Maximilian, S. 136–139; Kooperberg, Margaretha, S. 291, 303, 307.
    3
     Es handelt sich um das erstmals 1504 ventilierte, dann wieder ab 1510 intensiv verhandelte, jedoch gescheiterte Projekt einer Heirat zwischen Hg. René von Lothringen und der Kaiserenkelin Isabella (Roschitz, System, S. 173–175).
    4
     Ks. Maximilian hatte eine Verlängerung der auf dem Konstanzer RT bewilligten sechsmonatigen Romzughilfe um zwei weitere Monate erbeten (Heil, RTA-MR IX/2, Nrr. 831, 835 [Pkt. 10]), was von einer Reihe von Reichsständen auch bewilligt worden war (ebd., Nrr. 840, 843, 902).
    5
     Es handelte sich um den Bf. von Gerace, Jaime de Conchillos (Zurita, Historia IV, S. 301f.; Krendl, Gesandte, S. 104–106).
    6
     Frisio war von Seiten Mantuas maßgeblich mit den Ausgleichsverhandlungen zwischen Frankreich und dem Ks. betraut (Luzio, Preliminari, S. 248–279; Mader, Liechtenstein, S. 43f.; Setton, Papacy III, S. 51).
    1
     Weitere in der städtischen Überlieferung verbliebene Kredenzbriefe für die Gesandten waren an Ebf. Hermann von Köln, Kf. Ludwig von der Pfalz und Ebf. Jakob von Trier adressiert (jew. Or. m. Siegelspuren, 6.4.1508; HAStd Köln, K+R 36/2, fol. 2–2’; 3–3’; 4–4’). Mit Schreiben vom 5.4. bat Köln den Rat der Stadt Oberwesel um die Bereitstellung einer bequemen und günstig gelegenen Herberge für ihre Gesandten (Kop., gudeßdach post letare; HAStd Köln, Briefbücher, A 44, fol. 61’).
    1
     In der bfl. Würzburger Überlieferung liegt das Stück ebenso wie die darin zitierten Erklärungen der Schwäbischen Bundesversammlung den Akten des Mainzer Tages bei.
    2
     Ausschreiben Ks. Maximilians an die Schwäbischen Bundesstände vom 7.3. (Or. Innsbruck, Vermm. prps./amdcp., Gegenz. J. Renner; StA Augsburg, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 991, unfol.; HStA München, KÄA 3136, fol. 325½; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 181, Nr. 8, unfol.; AV Straßburg, AA 328, fol. 18–19; StdA Ulm, Rst. Ulm, Urkunden, 1508 März 7).
    3
     Die Bundesversammlung reklamierte darin unter Hinweis auf die unzureichende eigene militärische Leistungsfähigkeit, die fortgesetzte Überbeanspruchung der Bundesstände, mögliche Irritationen anderer Reichsstände und einen Beschluss des Konstanzer RT von 1507 über das Verfahren bei auftretenden Problemen im Zusammenhang mit dem Romzug [Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 529, § 13] die Zuständigkeit des Reiches und ersuchte den Ks., den Reichs tag, so ir ksl. Mt. der sachen halb zu halten entschlossen habe, dest furderlicher furnemen und beßliessen lassen, wie und welchermaß solchen dapfern, swern und grossen handlen zu begegnen und ernstlich und notturftiglich darinnen zu handlen seyen. Der Bundestag empfahl außerdem, dass ir ksl. Mt. des Reichs stende nit an irn hof erfordre, dan solchs etlichermaß beswerlich und ym Reich nit also herkomen, inmaß durch ksl. Mt. selbs angezaigt sey, sonder das ir Mt. den reichstag an ein malstat, den Reichs stenden gelegen und irer ksl. Mt. gefellig, furderlich furneme, damit dest statlicher in dem handel gehandelt werden moge. Angesichts der geschilderten Probleme bei der Truppenfinanzierung rieten die Bundesstände unter Berufung auf entsprechende Vorschläge des Papstes und Kg. Wladislaws von Ungarn zum Abschluss eines Waffenstillstands mit Venedig (undat. Kop.; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 139–142; StA Augsburg, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 912, unfol.; StdA Augsburg, Lit. 1508, Fasz. Schwäbischer Bund, Jan.-Dez. 1508, unfol.; StA Darmstadt, E 1 A, Bd. 17/4, fol. 278–280; StdA Memmingen, A Bd. 292, unfol.; HStA München, KÄA 2017, fol. 416–417’; AV Straßburg, AA 353, fol. 9–10’).
    4
     Die Bundesstände beharrten darin – laut einem Datumvermerk auf dem bayerischen Exemplar am 4.4. (erichtag nach letare)– auf ihrem Standpunkt und erneuerten die Empfehlung zur baldigen Abhaltung eines RT (undat. Kop.; StA Würzburg, ebd., fol. 142–143; StA Augsburg, ebd., unfol.; StdA Augsburg, ebd., unfol.; StA Darmstadt, ebd., fol. 280–280’; StdA Memmingen, ebd., unfol.; HStA München, KÄA 2013, fol. 228–228’; AV Straßburg, ebd., fol. 11–11’).
    5
     Laut Bericht des Nürnberger Gesandten Kaspar Nützel informierte Schad die Bundesversammlung über seine Verhandlungen auf einem eidgenössischen Bundestag in Einsiedeln (vgl.Eidgenössische Abschiede III/2, Nr. 301, S. 424; Schilling, Chronik, S. 417f.; Gagliardi, Anteil, S. 722–728). Die Kantone Schwyz, Uri und Unterwalden hätten die Bereitstellung von 8 000–10 000 Mann und mehr zugesagt und auch ausdrücklich deren Einsatz gegen Frankreich und Venedig bewilligt. Sowie von ksl. Seite 1500 Reiter bereitstünden, könnten sie einen Angriff auf das Hm. Mailand unternehmen. Die übrigen Kantone hätten ihre Neutralität erklärt und bekundet, den Abzug ihrer Söldner aus dem frz. Heer erreichen zu wollen. Gf. Eitelfriedrich von Zollern äußerte im Anschluss, dass man die Knechte aus den drei Kantonen anwerben müsse, da sie sonst in die Dienste Frankreichs und Venedigs treten würden. Es wäre dann unvermeidlich, dass das Papst- und das Kaisertum an Frankreich verloren gehen würden. Der Papst würde abgesetzt und der Kardinal von Rouen (Roan)an seine Stelle treten. Wenn der Bund dem Ks. eine Eilende Hilfe leisten würde, könnte diese mit der nächsten Reichshilfe verrechnet werden (Or. Ulm, freitag zu mitag nach letare[7.4.]1508; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 118, Nr. 6 [alt S I L 61, Nr. 4], fol. 90–94, 95’. Konz.; ebd., A 4, Nr. 8, fol. 14’–19’). Der florentinische Gesandte in Innsbruck, Francesco Vettori, bezweifelte zu Recht, dass drei Kantone imstande seien, die behaupteten 8000 Mann aufzubringen (Bericht vom 22.3.1508; Machiavelli, Legazioni VI, Nr. 84, S. 193, Pkt. 51).
    6
     Die Versammlung machte ein weiteres Mal die unzureichende Leistungsfähigkeit des Bundes geltend und erklärte sich auch gemäß der Bundessatzung für nicht zuständig. Sie verwies auf ein [während der Verhandlungen unterbreitetes] Angebot der persönlich anwesenden Ff., Gff. und Prälaten, außerhalb der Einung eine kleine Hilfe zu leisten. Die Bundesgesandten erachteten diese jedoch als nutzlos und erklärten sich hinsichtlich der Bewilligung einer solchen Hilfe für nicht bevollmächtigt (undat. Kop.; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 143–144; StA Augsburg, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 912, unfol.; StdA Augsburg, Lit. 1508, Fasz. Schwäbischer Bund, Jan.-Dez. 1508, unfol.; StA Darmstadt, E 1 A, Bd. 17/4, fol. 280’–281; StdA Memmingen, A Bd. 292, unfol.; HStA München, KÄA 2013, fol. 230–230’; AV Straßburg, AA 353, fol. 11’–12).
    7
     Laut Bericht der bayerischen Bundesgesandten an Hg. Wolfgang und die übrigen Vormundschaftsräte vom 3./5.4. war der Ks. am 1.4. zu einem Treffen mit dem Kardinallegaten Carvajal nach Ehingen abgereist und am 4.4. von dort zurückgekehrt (Or.[Ulm], montag nach suntags letare/mittichn nach letare; HStA München, KÄA 2017, fol. 412–413’). Laut einem bayerischen Protokollfragment (HStA München, KÄA 2013, fol. 224–225’) und dem Bericht Nützels [Anm. 5] hielt der Ks. die Rede am 6.4. – alles in einer gar langen meinung, ganz hitzig und zornig, dergeleichen vor von seiner Mt. nie mer gehort.Vgl. Schubert, Spengler, S. 85f.
    8
     Vgl. Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 925, S. 1305–1307.
    9
     Die Bundesstände rechtfertigten [am 7.4.] in ihrer vierten Erklärung die Verweigerung einer verbindlichen Hilfszusage erneut mit der unzureichenden Leistungsfähigkeit und der Nichtzuständigkeit des Bundes. Angesichts der geschilderten Notlage zeigten sich die Gesandten jedoch einverstanden, den Hilfsantrag des Ks. an ihre Obrigkeiten zu referieren. Auf einem weiteren, zum 7.5. (sontag misericordia Domini)nach Konstanz einzuberufenden Bundestag sollte dann noch einmal darüber verhandelt werden (undat. Kop.; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 144–144’; StA Augsburg, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 912, unfol.; StdA Augsburg, Lit. 1508, Fasz. Schwäbischer Bund, Jan.-Dez. 1508, unfol.; StA Darmstadt, E 1 A, Bd. 17/4, fol. 281’; StdA Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol.; HStA München, KÄA 2013, fol. 233–233’; AV Straßburg, AA 353, fol. 12–12’). Die fünfte Erklärung befasste sich mit einem unterdessen vom Ks. vorgelegten Entwurf für das Ausschreiben zum nächsten Bundestag. Die Stände beließen es bei der Beschlussfassung auf Hintersichbringen, dan sy di sachen lauts ksl. Mt. ubergeben copey nit bewilligt noch angenomen oder in der gstalt hinder sich zu bringen anzunemen nit gwalt noch bevelh haben.Sie räumten aber eine Verkürzung des Termins für den nächsten Bundestag auf den 30.4. (sonntag quasimodogeniti)ein (undat. Kop.; StA Würzburg, ebd., fol. 145; StA Augsburg, ebd., unfol.; StdA Augsburg, ebd., unfol.; StA Darmstadt, ebd., fol. 282; StdA Memmingen, ebd., unfol.; HStA München, ebd., fol. 233’–234; AV Straßburg, ebd., fol. 12’–13). Der ksl. Entwurf für das Ausschreiben zum nächsten Bundestag schilderte noch einmal die Verhandlungen. Demzufolge hatte der Ks. das Angebot zur Annahme seines Antrags auf Bundeshilfe lediglich zur Berichterstattung an die Obrigkeiten abgelehnt und einen sofortigen Beschluss gefordert. Demnach haben wir von gemeins Bunds wegen furgenomen, VIII-tausent man, dy sich in der Aidgnosschaft wider dy Aidgnossen, so bey den Franzosen sein, der ungeferlich bey VIIM sind, außgeschossen und gesondert haben und di sein Mt. nagst zu Kaufbauren auf guten trost, den sein ksl. Mt. zu uns und euch tregt, dan wo sein Mt. nit verlassen wurde, bestalt hat auf drey monat, als nemlich gewonhait irer bestallung sein muss, des halben solds zu bezalen und auf sontag quasimodogeniti [30.4.] nagstkunftig hie zu Ulm mit XXM gulden fur dy erst bezalung an solchem halben sold, nachdem der grosser ist dan des Bunds soldner oder landsknecht, bar, auch mit volmechtigem gwalt von unser aller des Bunds verwandten, das ubrig geld zu erfulung des ganzen halbn tails der dreyer monat sold, wie vorsteht, im fusstapfen auch zu versameln und zu erlegen, gewislich zu erscheinen, sofer sein Mt. den andren halbn tail bezalen, auch uns und euch furan weyter nit belestigen welle oder bescheen soll, als uns auch ir Mt. gnediglich zugesagt hat alzeit verwaren weyter hilf zum Reich. Und wiewol irer Mt. solcher verzug swer und dem Heyligen Reich unleidlich, dem Pund sorglich sey, so muß doch ir Mt. sich an solchem settigen lassen.Die einzelnen Bundesstände sollten darüber beraten und mit und neben uns, dem gemelten unserem allergnst. herrn, dem röm. kayser, mit solcher ytzt berurter hilf des halbn solds und VIIIM man drey monat lang, wie vorstet, beystant tun und auf dem egedachten tag, des sontags quasimodogeniti, mit dem vorbestimbten parem geld lauts unsers hiebeyligenden anschlags, auch mit volmechtigem gewalt des ubrigen gelts halben gewislich hie zu Ulm erscheinen(undat. Kop.; StA Würzburg, ebd., fol. 149–153; HHStA Wien, AUR [Geistliche und Privatsachen von untergeordneter Bedeutung] 1508 IV 12). Im schließlich ausgegangenen Mandat war nur noch von der Beschlussfassung auf Hintersichbringen und dem Termin des neuen Bundestages die Rede. Der Ks. ersuchte darin die einzelnen Bundesstände, in die Hilfe einzuwilligen und sich mit ihrem Anteil an den 20 000 fl. für den dreimonatigen Unterhalt der 8000 eidgenössischen Söldner in Ulm einzufinden (Or. Druck m. S., Ulm, 12.4.1508, Vermm. prps./amdip., Gegenz. N. Ziegler; HStA Stuttgart, H 53, Bü. 157, Fasz. 49, unfol. (Adressat: Heilbronn); HStA München, KÄA 3136, [fol. 329] (Adressat: Hg. Wilhelm von Bayern); StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 181, Nr. 8, unfol.; AV Straßburg, AA 329, fol. 4–4’. Undat. Konz.; HHStA Wien, Maximiliana 40, Fasz. II/20 (Schwäbischer Bund), fol. 262–266. Druck: Datt, Volumen, S. 572–574; Lünig, Reichs-Archiv XIII (Part. Spec. Cont. IV, 1. Teil), Nr. XXXII, S. 511–513 (Adressat: Esslingen); Zellweger, Geschichte II/2, Nr. DCL, S. 425–429 (Adressat: Heilbronn). Regest: Rauch, Urkundenbuch III, Nr. 2124, S. 214).
    10
    Laut Bericht Peter Muselers an Meister und Rat der Stadt Straßburg vertrat eine Mehrheit der Bundesstände die Auffassung, dass man nicht befugt sei, eine Hilfe zuzusagen, und wollte dies so auch dem Ks. gegenüber erklären. In diesem Zusammenhang erwähnte Museler auch, dass der Ks. in Kürze einen RT nach Straßburg ausschreiben würde (Or. m. S. Ulm, dunderstag nach letare[6.4.]1508; AV Straßburg, AA 328, fol. 78–78’).
    1
     Unter anderem Ebf. Jakob von Mainz war ein entsprechendes Schreiben zugegangen. Das Domkapitel beschloss am 16.4., [Ulrich von] Schechingen gemeinsam mit ebfl. Räten – ad dietam Spire fiendam– abzuordnen (StA Würzburg, Mainzer Domkapitelprotokolle 3, fol. 593’).
    1
     Ks. Maximilian hatte Bf. Georg von Trient, Paul von Liechtenstein, Niklas von Firmian, Zyprian von Serntein, Heinrich von Knöringen und Georg Waltenhofer (Hptm. von St. Michael) am 26.3.1508 zu Friedens- bzw. Waffenstillstandsverhandlungen mit Venedig bevollmächtigt (Valentinelli, Regesta I, Nrr. 700, 717; Skriwan, Kaiser, S. 90; Lutter, Kommunikation, S. 77, 220). Vgl. zu den Verhandlungen Ulmann, Kaiser II, S. 356–358; Wolff, Beziehungen, S. 109–112; Pernthaller, Bestrebungen, S. 149–153; Skriwan, ebd., S. 90–96, Simon, Beziehungen, S. 56–59; Wiesflecker, Maximilian IV, S. 20–22; Lutter, ebd., S. 76f.
    2
     Drei Tage später schrieb der Ks. an Liechtenstein und Serntein, dass sich seine Reise zum Kriegsschauplatz wegen der Verhandlungen mit den Eidgenossen, dem Schwäbischen Bund und einer Reihe von Reichsständen, die itzo gewislich zu uns gen Speir komen, verzögern würde. Vom erfolgreichen Abschluss dieser Verhandlungen versprach er sich die Möglichkeit zur Trennung der Verbündeten Frankreich und Venedig (Or. Göppingen, 14.4.1508, Vermm. prps./cdip., Gegenz. M. Lang; ÖNB Wien, Cod. ser. n. 9406, fol. 30–33’. Heil, Annahme, S. 287).
    1
     Albert Potgießer aus Essen war am 18.9.1506 anstelle des verstorbenen Heinrich Slebusch als neuer Ratssekretär verpflichtet worden (Huiskes, Beschlüsse I, S. 863, Nr. 14).
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Mit Schreiben vom 15.4. hatte die Stadt Schürenfeltz und Reide, zer zyt itzont zo Oberwesel uf dem ksl. tage wesende, gebeten, bis zum Eintreffen ihrer Ablösung, Ludwig Sachs und Georg Goldberg, in Mainz zu bleiben, sofern dies mit ihren privaten Angelegenheiten zu vereinbaren war (Kop.; HAStd Köln, Briefbücher, A 44, ebd., fol. 67–68). In einem Schreiben an den Ks. bzw. an dessen Stellvertreter ad dietam in Maguntia vel alibi locorumkündigte Köln in Umsetzung der durch die ksl. Räte in Oberwesel vorgebrachten Aufforderung zur Teilnahme am Mainzer Tag die Entsendung Goldbergs und Sachs’ an, die allerdings lediglich auf Anhörung der ksl. Forderungen zur Berichterstattung an den Magistrat bevollmächtigt waren (undat. Kop., jedoch 15.4.1508; ebd., fol. 68’).
    4
     Bestimmung des Kölner Verbundbriefs vom 14.9.1396, Art. 1 (Druck: Ennen, Quellen VI, Nr. 270, hier S. 426f.; Huiskes, Verfassung, S. 4–15, hier 7).
    5
     Bestätigung des Kölner Stapelprivilegs durch Kg. Maximilian, Mecheln, 18.9.1505 (Or. Perg. m. S., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein; HAStd Köln, HUA 3/15253). Vgl. Ennen, Geschichte III, S. 649f.
    6
     Die Bürgermeister Gerhard von Wesel und Gerhard vom Wasservasse sowie Rentmeister Johann von Berchem teilten Schürenfeltz und Reide durch Schreiben vom 26.4. mit, dass Ebf. Hermann bei erneuten Verhandlungen im ebfl. Hof angekündigt habe, dass er zom ksl. dage ilende hynuff moisse, und es der Stadt freistelle, die Verhandlungen in Bonn fortzusetzen. Dort werde ihn auch sein Kanzler [Dr. Degenhart Witte] über von diesem in Köln in der Angelegenheit geführte Verhandlungen informieren. Die Gesandten wurden angewiesen, mit dem Ebf.über das Stapelprivileg zu sprechen, falls sie ihn auf ihrer Rückreise antreffen sollten. Das Angebot zu weiteren Verhandlungen in Bonn wollte der Magistrat wegen des kurzen Aufenthalts des Ebf. dort und der von ihm angekündigten Beratungen mit dem Domkapitel und den Landständen nicht annehmen (Kop., Datumvermerk: Datum per Ailbertum [Potgießer] gudeßdach na pasce; HAStd Köln, Briefbücher, A 44, fol. 75–76).
    1
     Das Schreiben erreichte Bf. Lorenz am 5.5. in Mainz. Dieser war bereits aufgrund der ksl. Einladung vom 10.4. [Nr. 6] von zu Hause aufgebrochen und am 3.5. dort eingetroffen (Bf. Lorenz von Würzburg an Ks. Maximilian, Kop. Mainz, samßtag nach quasimodogeniti[6.5.]1508; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 114’–115). Zu seinen Begleitern zählte wahrscheinlich Peter von Aufseß (Bibra, Beiträge II, S. 287; Merzbacher, Aufseß, S. 123 Anm. 319).
    1
     Vortrag und Übergabe von Abschriften durch die in der Instruktion genannten ksl. Gesandten an die in Mainz versammelten Kff. Jakob von Mainz, Jakob von Trier und Friedrich von Sachsen, an Bf. Lorenz von Würzburg, den kurbrandenburgischen Gesandten Eitelwolf vom Stein, den Jülicher Gesandten [Friedrich von] Brambach und den hessischen Gesandten Peter von Treisbach am 5.5. (freitag nach dem sontag quasimodogeniti)(HStA München, K.blau 103/4a, fol. 298; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 115).
    2
     Wenngleich Kurpfalz nicht auf dem Mainzer Tag vertreten war, dient dennoch dessen Überlieferung als Textgrundlage. Sie weist gegenüber der kursächsischen und der Würzburger Tradition eine signifikant geringere Fehlerquote auf.
    3
     Eine weitere Abschrift befindet sich auf fol. 45–50’.
    4
     Ks. Maximilian informierte seine Tochter Ehgin. Margarethe am 29.4.1508, dass er aufgrund von Warnungen vor einem bevorstehenden Einfall Roberts von Arenberg in das Bm. Lüttich eilends nach Luxemburg habe aufbrechen wollen. Da Arenbergs Vorbereitungen nach neueren Nachrichten jedoch noch nicht abgeschlossen seien, habe er diese Reise verschoben und beabsichtige, mit den rheinischen Ff.über eine Hilfe gegen Frankreich und Venedig zu verhandeln (Druck: Marneffe, Principauté I, Nr. CCII, S. 331f.).
    5
     Die niederländische Statthalterin Ehgin. Margarethe hatte zwar bereits im Januar 1508 einen Gesandten zu Kg. Heinrich VII. beordert, unter anderem mit dem Auftrag, diesen um Vermittlung im Geldernkrieg zu bitten. Anscheinend unterbreitete dieser aber erst im Juni, also nach dem Mainzer Tag, einen diesbezüglichen Vorschlag (Skriwan, Kaiser, S. 217f.; Kooperberg, Margaretha, S. 279f.). Von englischen Initiativen bei Kg. Ludwig XII. und Hg. Karl von Egmond ist nichts bekannt.
    6
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, §§ 1–12 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 527–529), und Reichsanschlag vom 21.7. (Druck: ebd., Nr. 271, S. 552–565).
    7
     Dies trifft so nicht zu. Die Aggression ging eindeutig von Maximilian aus. Vgl. Guicciardini, Storia II, S. 770–776;Wolff, Beziehungen, S. 97–99; Seneca, Venezia, S. 100f.; Pernthaller, Bestrebungen, S. 127–134; Skriwan, Maximilian, S. 31, 34–41, 52–55; Wiesflecker, Maximilian IV, S. 5f., 12, 15f.
    8
     Dem Stück liegen der offensichtlich auch in Mainz vorgelegte Antrag der ksl. Gesandten an die Schwäbische Bundesversammlung (Kop.; act. Ulm, aftermontags nach Philippi et Jacobi[2.5.]1508; HStA München, K.blau, 103/4a, fol. 304–304’, 307; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 136’–137’) und der Abschied des am 30.4.1508 eröffneten Bundestages bei. Der Bescheid auf die vom Ks. geforderte Geldhilfe zur Finanzierung der eidgenössischen Söldner war jedoch nicht geeignet, die oben geäußerten Erwartungen zu nähren: Sie erfinden aber bij inen nach ermessung und gelegenheit aller sachen, daz irer ksl. Mt. angezeigt beger in des Bunds vermogen, auch laut der aynung in der versammelung macht nit sij; zudem, daz solichs dannocht gegen den mechtigen und grossen widerstanden, so vor augen sin, nichts erschiessen und im handel, so sich der ferrer ereugen, glich so pald schaden und nachteil als nutz und guts pringen und geberen wurd. Die Versammlung verwies deshalb auf die Notwendigkeit einer vom ganzen Reich zu beschließenden Hilfe. Die Bundesstände baten, in dieser Angelegenheit nicht mehr behelligt zu werden und stattdessen einen RT einzuberufen, stellten jedoch in Aussicht: Waz dan die vom Bund als des Richs stende mit und neben andern stenden des Richs zum pesten furdern und erschiessen mogen, wollen sie irs teils in aller undertenigkait getruwlich und gern tun als gehorsam undertan irer ksl. Mt. und des Heiligen Richs. An dieser Entscheidung änderte auch ein nochmaliger Antrag der ksl. Gesandten nichts mehr. Ebenso wurde die – nur für den Fall einer negativen Antwort der Versammlung auszusprechende – ksl. Einladung an die Bundesstände zum Mainzer Tag als beswerlich, auch nach gestalt und gelegenheit dißes handels unfruchtbar und unerschießlichausgeschlagen (Kop.; HStA München, K.blau 103/4a, fol. 305–306’; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 134–136; StA Augsburg, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 912, unfol.; StA Bamberg, A 85, Lade 329, Nr. 187, unfol.; StdA Augsburg, Lit. 1508, Fasz. Schwäbischer Bund, Jan.-Dez. 1508, unfol.; StdA Memmingen, A Bd. 292, unfol.; HStA München, KÄA 2013, fol. 238–241; StdA Straßburg, AA 353, fol. 15–16’; HStA Stuttgart, H 53, Bü. 157, Fasz. 47, unfol.; HStA Stuttgart, J 9, Nr. 25, Stück-Nr. 77. Regest: Klüpfel, Urkunden, S. 21f.). Laut Bericht des bayerischen Gesandten Georg Eisenreich an Hg. Wilhelm vom 7.5.äußerten die ksl. Vertreter auf dem Bundestag nach dem ablehnenden Bescheid der Versammlung Bedenken, den Ks. darüber zu informieren, und deuteten an, dass dieser den Bund möglicherweise auflösen wolle. Eisenreich bestritt aber dessen Berechtigung dazu (Or. Ulm, sonntag misericordia Domini; HStA München, KÄA 2017, fol. 420–420’).
    9
     Eine schriftliche Einladung an die Kff. war nicht auffindbar. Vgl. jedoch Nr. 9.
    10
    Spielt auf die nach ksl. Auffassung seit 1504 bestehende Reichsacht gegen Kurpfalz (Wiesflecker, Regesten IV/1, Nr. 18876, S. 521) an.
    11
    Vgl. die ksl. Instruktion für Wolfgang von Zülnhart als Gesandten zu den Hgg. Heinrich d. Ä. und Heinrich d. M. von Braunschweig (Regest: Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 810, S. 1180f., Pkt. 1).
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Vgl. zum Hintergrund der Fehde Berlichingens gegen Köln Ennen, Geschichte III, S. 934f.; Ulmschneider, Berlichingen, S. 50–53; Scholzen, Sickingen, S. 52–54.
    2
     Ebf. Jakob forderte Gf. Reinhard von Hanau sowie Dietrich und Frowin von Hutten mit Schreiben aus Mainz vom 17.5. auf, die Freilassung der trotz ihres Geleits gefangengenommenen Kölner Bürger zu erwirken (Druck: Berlichingen-Rossach, Geschichte, S. 117, Nr. 5).
    3
     Kredenzbriefe der Stadt Köln für Goldberg und Sachs an Kf. Friedrich von Sachsen (entsprechend an die Kff. von Mainz und Trier sowie den Bf. von Würzburg) und an Abt Johann von Fulda vom 5.5.1508 (Kop.; HAStd Köln, Briefbücher, A 44, fol. 80–80’; 80’; ebd., V+V, A N/1191, Stück-Nr. 1, unfol.).
    4
     Entsprechende Schreiben auch der Stadt Köln selbst an Gf.[Reinhard] von Hanau bzw. an die Hh. von Hutten vom 5.5.1508 (Kop.; HAStd Köln, Briefbücher, A 44, fol. 80’–81), außerdem vom gleichen Datum an die Stadt Frankfurt (Kop.; ebd., fol. 81–81’; ebd., V+V, A N/1191, Stück-Nr. 1, unfol.).
    5
     Der Fuldaer Administrator Hartmann von Kirchberg antwortete am 15.5., den Aufenthaltsort der gefangenen Kölner Bürger nicht zu kennen. Er entlastete auch den der Mithilfe verdächtigten Hammelburger Bürger Dietrich Renckner (Berlichingen-Rossach, Geschichte, S. 116, Nr. 3; Ulmschneider, Berlichingen, S. 50 Anm. 13).
    6
     Die Thüngen waren die Eigentümer der Burg Reußenburg.
    1
     Zum geleisteten Beitrag Kf. Friedrichs für den ksl. Romzug vgl.Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 902, S. 1254.
    2
     Antwort der Schwäbischen Bundesversammlung in Ulm an Ks. Maximilian [Nr. 5, S. 123, Anm. 3].
    1
     Mit Weisung vom gleichen Tag beauftragte Ks. Maximilian seine Stellvertreter in Mainz gemeinsam mit den anwesenden Kff. und Ff. mit der Anhörung (Konz. mit ex.-Verm., Andernach; HHStA Wien, Maximiliana 19, Konv. 3, fol. 18–18’). Vgl. Skriwan, Kaiser, S. 297f.; Toifl, Friede, S. 175.
    1
     Das Schreiben liegt nicht vor.
    2
     Vgl. Nr. 4, S. 122, Anm. 4.
    3
     Weinzollprivileg Ks. Friedrichs III. für Bf. Rudolf von Würzburg und dessen Nachfolger vom 2.4.1468 (lat. Druck: Lünig, Reichs-Archiv VII (Part. Spec. Cont. I, 3. Forts.), Nr. CLXXXVI, S. 336f. Regest: Eibl, Urkunden, Nr. 152, S. 124f. Vgl. Merz, Fürst, S. 54f.).
    4
     Weinzollprivileg Kg. Maximilians für Lgf. Wilhelm II. von Hessen vom 24.6.1505 (Druck: Kleinschmid, Sammlung II, S. 352f.; Regest: Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 517, S. 839f.).
    5
     Lehenbrief Kg. Maximilians für die Lgff. Wilhelm II./III. vom 16.7.1495 (Druck: Lünig, Reichs-Archiv IX (Part. Spec. Cont. II, 1. Forts., 4. Abt., 8. Abs.), Nr. I, S. 767–769. Regest: Demandt, Regesten II/1, Nr. 1257, S. 495f.; Wiesflecker, Regesten I/1, Nr. 2118, S. 249).
    6
     Lehenbrief Kg. Maximilians für Lgf. Wilhelm II. von Hessen vom 31.7.1505 (Regest: Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 520, S. 840f.).
    7
     Bf. Lorenz erklärte am 14.5., dass er auf das für ihn unerwartete Anliegen erst nach seiner Heimreise entweder den Teilnehmern am Mainzer Tag oder dem Kf. von Mainz eine Antwort geben könne (Konz. act. Mainz, sontag jubilate; HStA München, K.blau 103/4a, fol. 274. Kop.; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 125’).
    8
     Ebf. Hermann bat Bf. Lorenz, die Anleihe in Anbetracht der Förderung des Hst. Würzburg durch Ks. Friedrich III. zu bewilligen (Or. Poppelsdorf, am sontage misericordia[7.5.]1508; Unterz. Ebf. Hermann von Köln; HStA München, K.blau 103/4a, fol. 289–289’. Kop.; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 124’). In einem zweiten Schreiben an Bf. Lorenz vom gleichen Tag eröffnete er allerdings, dass er diese Bitte auf Wunsch des Ks. ausgesprochen habe, und relativierte sie: Uwer liebe will doch wissen, sich irer gelegenheit nach zum besten zu halten(Or. mit eigh. Unterz., Postverm.: Manibus propriis; HStA München, K.blau 103/4a, fol. 288–288’. Kop.; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 124’). Die entsprechenden Schreiben an Lgf. Wilhelm von Hessen liegen nicht vor.
    9
     Vgl. zur Zwangsanleihe bei oberdeutschen Handelsgesellschaften Heil, RTA-MR IX/2, Nrr. 864901, S. 1223–1253; Lutz, Peutinger, S. 70–77; Böhm, Reichsstadt, S. 46–49; Pölnitz, Fugger I, S. 183f.
    10
    Vgl. Nr. 10, S. 130, Anm. 4.
    1
     Datierung laut Nr. 17 [Pkt. 1].
    2
     Eine weitere Abschrift befindet sich auf fol. 54–55’.
    3
     Der venezianische Gesandte am frz. Hof [Antonio Condulmer] prognostizierte in seinem Bericht vom 19./20.5., dass der in Mainz oder Konstanz versammelte RT sich gegen einen Krieg aussprechen und keine Reichshilfe bewilligen werde (Sanuto, Diarii VII, Sp. 492).
    1
     Eine weitere, wörtlich übereinstimmende Abschrift befindet sich auf fol. 55’–56’.
    1
     Eine weitere Abschrift befindet sich auf fol. 57–60’.
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Kf. Friedrich von Sachsen hatte Hg. Wilhelm von Bayern [und Pfgf. Friedrich] mit Schreiben vom 17.4. für den 18.5. (dornerstag nach dem sontag jubilate)zu einem Schiedstag nach Nürnberg geladen (Or. m. eigh. Unterz., Nürnberg, montags nach palmarum; HStA München, KÄA 1241, fol. 101–101’).
    4
     Kf. Friedrich bestätigte allerdings gegenüber Hg. Wilhelm von Bayern nach Verhandlungen mit Pfgf. Friedrich in Mainz und dessen Einwilligung in eine Vermittlungsinitiative des Kf. außerhalb der erteilten ksl. Kommission [vgl.Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 410, Pkt. 2] den Termin und kündigte seine Reise nach Nürnberg an (Or. m. eigh. Unterz., Mainz, freitag nach misericordia Domini[12.5.]1508; HStA München, KÄA 1241, fol. 116–116’).
    1
     Gemäß Schreiben des Hochmeisters an Christian Bomhower vom 24.4. (Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch II/3, Nr. 363, S. 265f.) ging es hinsichtlich Livlands insbesondere um den noch ausstehenden Empfang der Reichsregalien durch Plettenberg und das am 19.9.1505 erteilte kgl. Zollprivileg (Druck: ebd., II/2, Nr. 814, S. 631. Vgl. auch Heil, RTA-MR VIII/1, S. 829 Anm. 9), d. h. um die Schwierigkeiten bei dessen Ausübung. Der Ks. bewilligte dem livländischen Ordensmeister am 19.5. einen weiteren Aufschub für den Regalienempfang bis zu einer persönlichen Zusammenkunft mit dem Hochmeister (ebd., II/3, Nr. 375, S. 274f.). Mit Schreiben vom gleichen Tag untersagte er ihm angesichts des aktuellen Konflikts mit Frankreich und Venedig, einen Krieg gegen den Großfürsten von Moskau zu eröffnen (Kop. Köln; DOZA Wien, Livland 1, fol. 168–168’. Druck: Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch II/3, Nr. 374, S. 274; Acta Tomiciana I, App. S. 30, Nr. 17).
    2
     Die Gesandten Nikolaus von Pflug und Heinrich von Miltitz eröffneten nach Vorlage ihres am 10.5. in Dresden ausgestellten Kredenzbriefs den preußischen Regenten in Königsberg unter anderem, dass der Hochmeister beabsichtige, „key. maj. und alle stende des heiligen reichs, welhe kurtzlich auff ein reichstag, wie key. ma. von sich schreibt, zu Speyer ader Mentz bey einander vorsamelt sein werden, in eigner person zu besuchen“ und sich mit ksl. Unterstützung auch an den Papst zu wenden (Toeppen, Acten V, Nr. 192, hier S. 516f.).
    3
     Laut der Danziger Chronik Christoph Beyers klagten Vertreter des Deutschen Ordens auf dem Mainzer Tag ihre preußischen Untertanen als contumaces et rebelles an und beantragten deren Vorladung an das RKG in Worms [richtig: Regensburg]. Ks. Maximilian lud diese daraufhin für den 24.6. zum RT nach Worms – was so nicht stimmen kann. Tatsächlich schickte Danzig den Ratssekretär Georg [Zimmermann] nicht – wie von Beyer angegeben – nach Worms (Beyer, Chronik, S. 546), sondern zum RKG nach Regensburg. Dies geht sowohl aus einem Nürnberger Empfehlungsschreiben für den Danziger Gesandten an den Prokurator Johann Rehlinger (Kop., montag nach Katherine[27.11.]1508; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 62, fol. 215–215’) als auch einer Mitteilung der Stadt vom 19.1. an Vertreter Elbings (Biskup, Acta V/2, Nr. 150, S. 18f., Pkt. 2) eindeutig hervor. Anscheinend ging Danzig auch ein Ladungsschreiben zum RT zu, dem man jedoch nicht Folge leistete (Beyer, ebd., S. 547; Schuetz, Historia, pag. 431’; Biskup, Acta V/2, S. 82, 89). In Schreiben an den Ks. vom 29.1. und 4.10.1509 erklärte die Stadt einmal mehr ihre Zugehörigkeit zum Kgr. Polen (Zivier, Geschichte I, S. 52f.).
    1
     Nr. 18 [Pkt. – Aber zu furderung … von stund an.].
    1
     Es handelt sich um den auf dem Augsburger Schiedstag im November 1507 von den Kommissaren – Kf. Friedrich war nicht persönlich anwesend – vorgelegten Vermittlungsvorschlag (Druck: Krenner, Landtags-Handlungen XVI, S. 225–228) und die von den Anwälten Hg. Albrechts von Bayern dagegen erhobenen Einwände (ebd., S. 228f.).
    2
     Das Schreiben liegt nicht vor.
    3
     Liegt nicht vor.
    4
     Welden fungierte gemäß der Konstanzer Deklaration von 1507 (Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 410, S. 694, § 2) als von Pfgf. Friedrich nominierter Beirat der ksl. Taxationskommission, die ohne ihn nicht beschlussfähig war.
    5
     Kf. Friedrich beschloss den Nürnberger Tag (Verhandlungsunterlagen; HStA München, Neuburger Kopialbücher 55, fol. 203–204’, 234–236, 239–254; Krenner, Landtagshandlungen XVII, S. 223–225 – irrtümlich datiert auf 1509. Entsprechend fehlerhafte Darstellung bei Wenko, Kaiser, S. 230f.; Fischer, Kaiser, S. 139f., 169f.) zwar mit einem Abschied (undat. Kop.; HStA München, Neuburger Kopialbücher 55, fol. 252–254), der jedoch zumindest von pfälzischer Seite abgelehnt wurde. Die Anwälte Pfgf. Friedrichs berichteten am 16.6., ihn fünf Tage zuvor erhalten zu haben, und rieten von dessen Annahme ab (Kop., fritag nach pfingsten; HStA München, Neuburger Kopialbücher 55, fol. 259–260’). Der Pfgf. folgte ihrer Empfehlung. Kf. Friedrich zeigte sich in einem Schreiben vom 12.7.1508 an Hg. Wolfgang von Bayern und die übrigen Vormünder Hg. Wilhelms bezüglich der Erfolgsaussichten weiterer Verhandlungen skeptisch (Or. Weimar, mitwoch nach sant Kiliani, ebd., fol. 155–155’). Er war nach dem Nürnberger Tag nach Sachsen zurückgekehrt und scheint in der Folge auch nichts mehr in dieser Angelegenheit unternommen zu haben.
    6
     Wahrscheinlich ging es um die Bestätigung des am 5.4.1508 aufgesetzten Testaments der Hgin. (Or.; HStA München, Kurbay. Urk. 6745. Kop.; HHStA Wien, Maximiliana 19/2, fol. 17–20’. Vgl. Graf, Kunigunde, S. 152–155).
    1
     Kurpfalz war nicht auf dem Mainzer Tag vertreten. Das Stück stammt wahrscheinlich aus der bfl. Würzburger Überlieferung und gelangte anstatt einer Abschrift nach Heidelberg.
    1
     Vgl. Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 991, S. 1382, Pkt. 2.
    1
     Mit Schreiben vom 7.3. hatte Ks. Maximilian Kf. Friedrich aufgefordert, in Angelegenheiten von Ks., Reich und deutscher Nation unverzüglich zu ihm nach Ulm zu kommen (Or. m. S., Innsbruck, Vermm. prps./amdcp., Gegenz. M. Lang; präs. Königsberg, 12.3.1508; HStA Weimar, EGA, Reg. A, Nr. 167, fol. 35’, 36). In einer ksl. Instruktion für Wolfgang von Zülnhart, der neben dem Kf. auch Pfgf. Friedrich und Bf. Gabriel von Eichstätt – der ebenfalls genannte Bf. Philipp von Freising ist wieder gestrichen (stattdessen Schreiben an ihn vom 4.4.; besch. Or. m. Siegelrest, Kloster Marchtal, Vermm. prps./amdcp., Gegenz. N. Ziegler; HStA München, Hst. Freising, K.blau 200/10, unfol.) – zum Erscheinen in Ulm auffordern sollte, ist der 26.3. (oculi)als Termin benannt (Mundum mit Korrekturen, Schongau, 10.3.1508; HHStA Wien, Maximiliana 19, Konv. 1, fol. 18–18’. Konz. mit ex-Verm.; ebd., fol. 38–39’. Im Konzept fehlt Pfgf. Friedrich; der dem Bf. benannte Termin ist der 2.4.). Nachdem Kf. Friedrich unter Hinweis auf unmittelbar bevorstehende Verhandlungen im Schiedsverfahren zwischen Hg. Albrecht von Bayern und Pfgf. Friedrich sowie auf die Unmöglichkeit, unser merklichen obligen halb– gemeint ist der Konflikt mit Hg. Georg von Sachsen – längere Zeit seinem Fm. fernzubleiben, ablehnend reagiert hatte (Mundum mit Korrekturen, Nürnberg, sambstags nach invocavit [18.3.]1508; ebd., fol. 35. Kop.; HStA München, KÄA 1241, fol. 62–62’), erneuerten die ksl. Gesandten Wolfgang von Zülnhart und Erasmus Topler für den 26.3. die Einladung und kündigten Vermittlungsverhandlungen des Ks. zwischen Kf. Friedrich und Hg. Georg von Sachsen an [Aufforderung Ks. Maximilians an Hg. Georg, sich zum 2.4. zu den Verhandlungen in Ulm einzufinden; Kop. Schongau, 13.3.1508; HStA Dresden, GR, Loc. 10511/2, fol. 160’–161’; HStA Weimar, EGA, Reg. A, Nr. 167, fol. 39–39’]. Der Kf. erklärte sich bereit, auf eine weitere Aufforderung hin nach Ulm aufzubrechen. Sein Gesandter zu Ks. Maximilian sollte indessen auch auf seinen schlechten Gesundheitszustand und andere Umstände aufmerksam machen, die eine Abreise aus Nürnberg nicht vor dem 2.4. (suntag letare)erlauben würden (Instruktion Kf. Friedrichs für Degenhart Pfeffinger, Kop. Nürnberg, sambstag presentationis [richtig: annunciationis] Marie virginis gloriosissime [25.3.]1508; ebd., fol. 14–19). Der Ks. erneuerte gegenüber dem kursächsischen Gesandten seinen Wunsch nach einem Erscheinen Kf. Friedrichs und kündigte an, ihm Zeitpunkt und Ort für ein Treffen zu benennen, sobald ihm die Antwort des Schwäbischen Bundes vorliege (Antwort Ks. Maximilians an Pfeffinger, act. bei Ulm, sambstags nach oculi[1.4.]1508; ebd., fol. 19’–21’).
    2
     = Kaution, Sicherheit (Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch III, Sp. 1921, s.v. bestalt).
    1
     Eine weitere Abschrift befindet sich auf fol. 68’–71’.
    1
     Liegt nicht vor. Zweifellos handelt es sich um das durch ksl. Räte an Bf. Lorenz übergebene Schriftstück bezüglich der Anleihe, das in dessen Schreiben vom 22.5. [Nr. 31] erwähnt wird.
    2
     Kf. Friedrich hatte in Mainz aus Verärgerung wegen eines (nicht vorliegenden) ksl. Schreibens bereits frühzeitig seinen Wunsch nach Abreise geäußert. Ks. Maximilian beschwor ihn in einem eigenhändigen Brief vom 6.5., davon abzusehen: Des wier hart erschroken seind, das euer liebe also sich van uns und dem Heiligen Reich wenden an alle not wolden und Gott und dy welt, zu wissen das pabstumb und kaysertumb, dem neuen soffi oder teufl, den Francosen, verlassen und helfen ubergeben(eigh. Or. m. 2 Ss. [Andernach]; Postverm.: Ad manus; HStA Weimar, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 20, 21’. Ulmann, Kaiser II, S. 354). Das Schreiben erreichte den Kf. am 12.5. in Mainz. Dieser antwortete darauf aber erst vier Tage später nach erfolgter Abreise. Er akzeptierte die Relativierung des früheren ksl. Schreibens, das warlichen fast scharf und ich darinen hart angezogen werde, und kündigte wegen dieser und anderer Angelegenheiten die Entsendung Degenhart Pfeffingers und Friedrichs von Thun an den Kaiserhof an (Konz., erichtag nach jubilate; ebd., fol. 37).
    3
     Liegt nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Mit Weisung vom 22.5. informierte die „Kleine Schickung“ Goldberg und Sachs über eine Äußerung des ksl. Sekretärs Niklas Ziegler gegenüber Dietrich Meinertzhagen, wonach Köln seine Gesandten vom ksl. Tag heimberufen könne. Die Genehmigung zur Heimreise wurde allerdings mit der Weisung verbunden, auf dem Rückweg bei Kf. Ludwig von der Pfalz vorstellig zu werden, um dessen Einwilligung zum Kölner Stapelprivileg zu erwirken. Die Gesandten wurden außerdem gewarnt, dass Fehdebriefe von Götz von Berlichingen [Druck: Berlichingen-Rossach, Geschichte, S. 116f., Nr. 4] und Hans Sindelfinger eingegangen waren (Kop.; HAStd Köln, Briefbücher, A 44, fol. 90’–91). Während des Aufenthalts des Ks. in Köln versuchte man, durch den Wormser Hauptmann Eitel von Vilbel (Vilwyll)als Vermittler in Schiedsverhandlungen einzutreten, was aber nicht gelang. Der Magistrat äußerte gegenüber Berlichingen sein Befremden über die grundlose Gefangennahme seiner Bürger und bekundete die Hoffnung, dass er gütlichen Verhandlungen zustimmen würde (Kop., martis post cantate[23.5.]1508; ebd., fol. 92’–93; ebd., V+V, A N/1191, Stück-Nr. 2. Druck: Berlichingen-Rossach, Geschichte, S. 117f., Nr. 6).
    1
     An diesem Tag wurde die Weisung in Mainz vorgetragen [Vermerke in A und C].
    2
     Nr. 26 [Pkt. 3 – Daruf ist der kurfursten … geburen will.].
    3
     In einem Schreiben an Liechtenstein und Serntein vom 24.5. konstatierte der Ks. das Scheitern der Verhandlungen mit dem Schwäbischen Bund und den in Mainz versammelten Ständen über eine Kriegshilfe. Muessen deshalben erst ain gmainen reichstag ausschreiben, dem uns auch an gelegner malstatt auszuwarten not sein will (Or. Zons, Vermm. prps./cdip., Gegenz. G. Vogt; ÖNB Wien, Cod. ser. n. 9406, fol. 38–41).
    1
     Laut Empfangsbestätigung des bfl. Gesandten Lorenz Truchseß von Pommersfelden traf die Erklärung am 25.5. in Mainz ein (Or. Mainz, 25.5.1508; HStA München, K.blau 103/4a, fol. 310).
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Gemeint ist der Erwerb der Pfandschaft Heidingsfeld (Verkaufsurkunde Christophs von Guttenstein, Kop., dinstag nach St. Matheus des hl. zwelfpoten tag[28.9.]1507; StA Würzburg, Libri diversarum formarum 22, pag. 163–171. Wendehorst, Würzburg, S. 59).
    1
     Ungeachtet der Ergebnisse des Mainzer Fürstentages bezüglich der Anleihe forderte der Ks. Lgf. Wilhelm zu deren Bezahlung auf. Gegen Ende Juni suchten Bf. Matthäus Lang von Gurk und Bf. Christoph Rauber von Laibach den in Köln weilenden Lgf. auf. Sie baten um die Bezahlung der zwei zusätzlichen Monate Romzughilfe [vgl. Nr. 3, Anm. 4] sowie um die Gewährung einer Anleihe von insgesamt 3000 fl. für den Geldernkrieg. Im Gegenzug sollte ihm die Anleihe über 25 000 fl. erlassen werden. Lgf. Wilhelm kündigte wegen der verlängerten Reichshilfe die Abordnung von Räten an, lehnte es zugleich jedoch ab, die erbetene Anleihe zu bewilligen. Bereits am 9.7. wurde der ksl. Speisemeister Wolfgang Haller (Kredenzbrief Ks. Maximilians an Lgf. Wilhelm, Or. Oberwesel, 9.7.1508, Vermm. prps./amdip., Gegenz. J. Villinger; StA Marburg, Best. 2, Nr. 109, fol. 206) beim Lgf. erneut wegen der Anleihe vorstellig. Lgf. Wilhelm willigte schließlich in die Zahlung von 600 fl. für die Auslösung ksl. Reiter in Speyer ein (Lgf. Wilhelm an Kf. Friedrich von Sachsen, Or. Darmstadt, dinstag sant Jacobs tage[25.7.]1508; HStA Weimar, EGA, Reg. C, Nr. 276, fol. 36–41’, hier 36–36’, 39’–40).
    2
     Laut einem weiteren Bericht vom gleichen Tag eröffnete der Hofmeister auch gegenüber Gf. Adolf von Nassau auf dessen Anfrage, dass der Truchseß – der auch Mainzer Domherr war (Rauch, Domkapitel III, S. 146, 163; Fouquet, Domkapitel, S. 835–837) – für den Bf. von Würzburg an der Versammlung teilnehme. Dies wurde von Erasmus Topler ausdrücklich begrüßt, wobei der Würzburger Gesandte hinsichtlich seiner Kompetenz einschränkte: wiewol ich der sach als ein unverstendiger unschuldig bin(Lorenz Truchseß an Bf. Lorenz von Würzburg, Or. Mainz, 25.5.1508; HStA München, K.blau 103/4a, fol. 309).
    1
     Schreiben Ks. Maximilians an Kf. Joachim vom 27.2.1508 (Regest: Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 842, S. 1209).
    2
     Kf. Joachim erklärte am 1.7. in Reaktion auf das ksl. RT-Ausschreiben [Nr. 36] und in Beantwortung obigen Schreibens, dass er die 2000 fl. Konstanzer Reichhilfe bereits seinem Rat Eitelwolf von Stein zugesandt und auch dessen Sold für zwei Monate geregelt habe. Der Kf. bekundete seine Hoffnung, dass Stein den Ks. inzwischen darüber informiert habe. Dieser werde ihm außerdem seine Antwort wegen des angesetzten Wormser RT und der Bürgschaft eröffnen (Konz.[Cölln/Spree], suntag nach Johannis baptiste; GStA Berlin, I. HA, Repos. 18, Nr. 25, Fasz. 1, fol. 154).
    1
     Kg. Wladislaw von Ungarn beteuerte in Schreiben an Kf. Friedrich von Sachsen [und die übrigen Kff.] die Friedensbereitschaft Frankreichs und Venedigs und erklärte die Befürchtungen Maximilians I. hinsichtlich französischer Ambitionen auf die Kaiserwürde für unbegründet. Er forderte die Kff. auf, sich beim Reichsoberhaupt wie auch gegenüber den übrigen Reichsständen für einen Friedensschluss einzusetzen (lat. Kop. Buda, 26.4.1508; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 130–131).
    2
     Kg. Ludwig von Frankreich erinnerte in Schreiben an Ebf. Jakob von Mainz [und die übrigen Kff. wie auch an weitere Reichsstände] an seine Zustimmung zu einem friedlichen Krönungszug Kg. Maximilians und rechtfertigte seinen – erfolgreichen – Widerstand gegen dessen kriegerischen Italienzug mit der Notwendigkeit zur Verteidigung Mailands. Daz alles wir nit zu nachteile des Heiligen Richs noch euwer, der kurfursten, mit denen wir von alters fruntlich verwant sin, getan haben. Für den Fall eines erneuten Angriffes kündigte der frz. Kg. Gegenangriffe auf die Erbländer an und warnte davor, dem Ks. in Ulm eine Kriegshilfe zu bewilligen (dt. Kop. mit imit. Gegenz.[Florimond] Robertet, Lyon, 4.5.1508; Adressat: Ebf. von Mainz; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 131–132. Lat. Or. m. S.; Adressat: Stadt Straßburg; AM Straßburg, AA 328, fol. 48–48’). Vgl. den Bericht des ksl. Gesandten in Mainz, Erasmus Topler, an Anton Tetzel vom 24.5. bei Gümbel, Berichte, Nr. 22, hier S. 150f.

    Anmerkungen

    a
     Räte] In A danach gestrichen, in B: auf dem Tag zu Oberwesel.
    a
    –aBrandenburg … Baums] Fehlt in B.
    a
     sein gnaden] In B korrgiert aus: inen.
    b
    –b Dan ... haben] In B Einfügung am Rand.
    c
    –c dy ... ansehen] In B Einfügung am Rand.
    d
     betrachten] In B danach gestrichen: Es were auch dergleichen, als mein gnedigster herre bericht, dem Pund gehengt und gestat wurden.
    e
    –e Dweyl ... was] In B korrigiert aus: Mein gnedigster herre bewegt auch zu betrachten, dieweil Menz und Hessen pundisch und Collen und Pfalz nit hie sein, was dann die beywesenden.
    f
    –f ausserhalb ... welle] In B korrigiert aus: tun mogen.
    g
     soll] In B danach gestrichen: Item herzog Hainrich von Brunßwig zu schreiben, haben sein furstlich gnaden nit gering bedenken zu unterlassen. Danach Vermerk: Dieser zettel gehort hirnach [Verweis auf fol. 36 = Absatz [7]: Und wiewol ... daran gelegen].
    a
     landleut] In B: landschaft. C wie A.
    b
    –b und ... geliehen] In C Randverm.: Nota, Catzenelenbogen.
    c
     hunderttausent] In B: tausent. C wie A.
    d
     verschrybung] In B: versicherung. C wie A.
    e
     XXVM] In B: funfundsibenzigtausent.C wie A.
    a
     geschickten] In B danach: botschaften. C wie A.
    b
     geschickten] In B danach: botschaften. C wie A.
    a
    –a Und ... bestanden] Fehlt in B.
    a
     fur] In C eindeutig: vor.
    b
    –b Aber ... an] Notavermerk am Rand.
    c
     oheim] In C: neven.
    d
     ernstlichs] In C: mit ernst und.
    e
     und] Fehlt richtigerweise in C.
    a
    –a und ... ist] In B Einfügung am Rand.
    b
     und ... not] In B korrigiert aus: Dieweil auch, als mein gnst. hern die sach ansyht, der sonder tag nit außtreglich, so ist on not, der malstadt sich zu vergleichen noch von der zukunft ksl. Mt. vil zu reden.
    a
    –a so ... sein] In C korrigiert aus: itzo zu Menz versammelt.
    b
     dannocht] In C danach gestrichen: uf dits ir Mt. begern.
    c
    –c in ... nach] In C Einfügung am Rand.
    d
     Haben]Fehlt in B/C.
    e
     bevolhen] In B/C: bevelhende.
    a
    –a so ... verziehen] In B korrigiert aus: und dieser verzug, der in hin und wider schicken gemacht, ksl. Mt. und iren sweren obligen mehr nachteyl weder erschießlich, so wissten sein ftl. Gn., das sie hie mit lenger verziehen ksl. Mt. und dem Hl. Reich kein nutz noch frommen zu schaffen. Solt aber sein ftl. Gn. von jemands angezeigt mogen werden, das sein Gn. verharren ksl. Mt. und dem Reich zu eynigem gutem erspriessen, solt an seiner ftl. Gn. kein billikeit erwinden.
    a
     die kurfursten] Korrigiert aus: unser gnedigste herrn. Danach gestrichen: und botschaf[ten].
    b
     kurfursten] Danach gestrichen: und botschaften.
    a
    –a wie ... werden] Notavermerk am Rand. Vgl. Nr. 32 [Pkt. 3 – Weyter redt ich … relation tun kont.]
    a
    –afür ... Hochstift] In B Einfügung am Rand.
    b
    –bEs ... aufzubringen] In B Einfügung am Rand.

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    « Š1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz »

    «Nr. 1 Ausschreiben Ks. Maximilians an Reichsstände, hier an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Kaufbeuren, 14. März 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 8–8’ (Or. mit Vermm. prps./amdcp., Gegenz. G. Vogt).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 936, S. 745.

    Teilt mit, dass er zu Verhandlungen über dringliche Angelegenheiten von Ks. und Reich mit ihnen und anderen Reichsständen wie auch mit dem Schwäbischen Bund angereist ist. Befiehlt ihnen, unverzüglich Mitglieder des Rates nach Oberwesel abzuordnen, die am 9. April (sonntag judica)zuverlässig dort eintreffen sollen. Im gleichen Sinne hat er auch an Kff., Ff. und andere Städte geschrieben. Er wird zum genannten Termin Räte mit Instruktion und Vollmacht dorthin schicken. Die Verhandlungen werden nicht mehr als zwei Tage beanspruchen, sodass ihre Gesandten zur hl.[Oster-]Zeit wieder zurück sein werden. Sie sollen den Verhandlungen keinesfalls fernbleiben.1

    «Nr. 2 Bericht Kaspar Nützels an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – Ulm, 1. April 1508 »

    Verhandlungen des Schwäbischen Bundestages.

    ŠNürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 4, Nr. 8, fol. 10’–13 (Konz., sambstag zu mitag vor letare).

    [Teilnehmer des Bundestages; Verhandlungen über Streitigkeiten zwischen Brandenburg-Ansbach und Nürnberg; Rittertag zu Schweinfurt; Bildung eines Ausschusses für die Verhandlungen mit Ks. Maximilian].

    [Beiliegende Mitteilung Nützels für die Hh.Älteren:] Er ist am Abend des 29. März (mitwoch)in Ulm eingetroffen. Die ksl. Gesandten hatten bereits am Vortag eine Bundeshilfe beantragt. Die Verhandlungen wurden jedoch bis zum Eintreffen weiterer Bundesstände vertagt. Am 31. März (freitag)wurde auf dessen Antrag ein Ausschuss für die Verhandlungen mit dem Ks. gebildet – bestehend aus Mgf.[Friedrich] von Brandenburg, Hg.[Ulrich] von Württemberg, Bf.[Heinrich] von Augsburg, den drei Bundeshauptleuten [Wilhelm Güss von Güssenberg, Adam von Frundsberg und Matthäus Neithart], Hans von Seckendorff und Dr.[Gregor] Lamparter als Vertretern der Ff., Gf. Wolfgang von Oettingen und Konrad von Schellenberg für die Gff., Hh. und Prälaten sowie Ulrich Artzt und ihm, Nützel, als städtischen Verordneten. Bf.[Matthäus Lang] von Gurk trug den Deputierten am gleichen Tag in Anwesenheit des Ks. und seiner geheimsten Räte eine lange Rede vor, in der er sich entsprechend dem Ausschreiben [Nr. 5, Anm. 2] über Frankreich, Venedig und die Eidgenossen äußerte und eröffnete, dass der ungarische Gesandte Gf. Peter von [St. Georgen und] Bösing eindringlich um die Hilfe von Ks. und Reich für einen Kreuzzug gegen die von den Persern bedrängten Türken geworben habe. Der in Ehingen weilende Kardinal von St. Crucis [Bernardino López de Carvajal] habe den Auftrag, einen Frieden zwischen Frankreich, Venedig und dem Ks. als Voraussetzung für einen Türkenzug zu vermitteln. Der Ks. allerdings beabsichtige, für bald nach Ostern einen Reichstag nach Straßburg auszuschreiben. Der Tagungsort solle vorläufig allerdings geheim bleiben, damit seine Feinde nicht gewarnt und in irm furnemen gesterkt werden, das sie wissen trugen, wa sein Mt. auf ein solche zeit sein wurden. Auf dem Reichstag solle beraten werden, wie und welcher gestalt Frankreich, Venedigern und den ungehorschamen Eigenossen zu begegnen, dadurch sein Mt. den romzug frey volpringen mag, aber solchs nit kont oder mocht sein, in welcher gestalt und mit was hilf der Durk zu bekriegen wer und in mitler zeit das krigsfolk an den passen und grenizen zu verharn pis auf gemelten reichstag. Und solch kopey [= Entwurf] des ausschreibens wurd nachfolgend pey zweien pogen vol lang verlesen.1Der Ks. beantrage, über dieses Schriftstück zu beraten, eventuell Änderungen daran vorzunehmen und eine Antwort der Bundesversammlung darauf zu beschließen. Er selbst werde zum Kardinal reisen und bereits in wenigen Tagen zurückzukehren. – Er, Nützel, glaubt, dass der Ks. Frieden mit Frankreich und Venedig schließen wird. Wer seine Truppen [aus dem Romzugsheer] abziehen will, kann dies vermutlich durch eine Geldzahlung erreichen. Möglicherweise irrt er sich hierin aber auch. […].

    ŠDer Ks. ist heute zum Kardinal nach Ehingen abgereist. Er wird in wenigen Tagen zurückerwartet. Die Bundesstände sollen einstweilen beraten. Der ungarische Gesandte Gf. Peter hält sich noch am ksl. Hof auf. Er bedrängt den Ks. hartnäckig um Hilfe gegen die Türken. Er, Nützel, glaubt, dass es zu einer Einigung zwischen dem Ks., Frankreich und Venedig kommen wird, um die sich auch der Kardinal bemüht. So ist ein Reichs tag auf der pan. Weiss aber noch nit grüntz2, wahin. Doch soll er kurzlich furgenomen werden.Kündigt weitere Berichterstattung an.

    «Nr. 3 Ks. Maximilian an Paul von Liechtenstein [und Zyprian von Serntein] – Ehingen, 3. April 1508 »

    Politische und militärische Planungen gegen Frankreich und Venedig.

    Wien, ÖNB, Cod. ser. n. 9406, fol. 13–22’ (Or., Vermm. prps./cdcp., Gegenz. M. Lang).

    […]. Uri, Schwyz und Unterwalden haben laut Bericht Hans Schads 8000 Mann für die Eroberung des Hm. Mailand bewilligt, wenn ihnen dafür im Gegenzug 1500 Reiter zur Verfügung gestellt werden.1Er ist zuversichtlich, beim Schwäbischen Bund – er wird morgen nach Ulm reisen, um eine Bundeshilfe oder eine Anleihe zu beantragen –, bei dem Gf.[Eitelfriedrich] von Zollern und anderweitig zusammen mit dem Geld aus England2die Reiter für zwei Monate finanzieren zu können. Auch geht er davon aus, Frankreich und Venedig trennen zu können. Die Franzosen werden ihre Truppen für die Verteidigung Mailands benötigen. Venedig allein ist den ksl. Truppen nicht gewachsen. Gesandte Hg. Renés von Lothringen halten sich in Ulm auf, um die Heirats- und andere Verhandlungen abzuschließen.3Er wird mit ihnen über die Aufstellung eines Heeres gegen die Champagne verhandeln, um die Eidgenossen im Kampf gegen Mailand zu entlasten. Er hat die am Rhein ansässigen Kff. und Ff. für den 9. April nach Oberwesel geladen. Er selbst wird sich zu Ostern in Mainz aufhalten und diese Ff. entweder dorthin bescheiden oder – falls sie nicht kommen wollen – selbst nach Oberwesel reisen und alda ainen clainen reichstag halten und mit inen dermassen vleissiglichen handln, dardurch wir verhoffen, nit allain die erstreckung des ŠReichs hilf, so bey euch zu Trient ist4, sonder ain merere und austregliche tapfere hilf zu erlangen.[Militärische Planungen und Finanzierungsprojekte]. Er wird den Kardinal von S. Croce [Bernardino Carvajal] und den spanischen Gesandten5, die beide in wenigen Tagen bei ihm eintreffen werden, gemeinsam mit [Niccolò] Frisio (Fries)zum frz. Kg. schicken6, um für den Fall, dass die geplanten Unternehmungen misslingen sollten, über einen Friedensvertrag oder einen Waffenstillstand zu verhandeln. Außerdem will er mit dem spanischen Kg. zur Beilegung ihrer Differenzen einen Vertrag schließen und ihn zum Angriff auf Venedig drängen. […]. Er hofft, dass das Kriegsglück auf seiner Seite ist, damit er nicht zugleich mit Frankreich und Venedig einen Waffenstillstand schließen muss. […].

    «Nr. 4 Bürgermeister und Rat der Stadt Köln an ksl. Rätea – Köln, 6. April 1508 »

    Köln, HAStd, K+R 36/2, fol. 1–1’ (Or. m. Siegelspuren, donnersdach nach dem sontage letare Jherusalem) = Textvorlage A. Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 61’–62 (undat. Kop.) = B.

    Der Ks. hat sie schriftlich aufgefordert, ihre Gesandten zum 9. April (sondach judica)nach Oberwesel abzuordnen, um am dorthin anberaumten Tag teilzunehmen. Bevollmächtigen hiermit Bürgermeister Gerhard von Wesel, Rentmeister Konrad von Schürenfeltz, Stimmmeister Johann von Reide, ihren Rat und Pastor zu St. Laurentius, Dietrich Meinertzhagen, sowie den städtischen Protonotar Georg Goldberg. Bitten, sich diesen gegenüber wohlwollend zu erzeigen.1

    «Nr. Š5 Schwäbischer Bundesabschied – Ulm, 8./9. April 1508 »

    Verhandlungen über den Antrag Ks. Maximilians auf eine Bundeshilfe.

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 145’–149 (Kop.1, Datumverm.: Auf oculi [26.3.] anno etc. octavo gein Ulm furgenomen.) = Textvorlage A. Augsburg, StdA, Lit. 1508, Fasz. Schwäbischer Bund, Jan.-Dez. 1508, unfol. (Kop.) = B. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 912, unfol. (Kop.). Darmstadt, StA, E 1 A, Bd. 17/4, fol. 276–277’ (Kop.). Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop.). München, HStA, KÄA 2013, fol. 234–237 (Kop.). Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 119, Nr. 1, fol. 97–98’ (Kop.). Straßburg, AV, AA 343, fol. 7–8’ (Kop.). Stuttgart, HStA, J 9, Nr. 25, Stück-Nr. 75 (Kop.).

    Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 19–21 (mit den fünf nicht als separate Aktenstücke gekennzeichneten Erklärungen der Bundesversammlung).

    Der Ks. beantragte [am 28.3.] durch seine Räte entsprechend den früher ausgegangenen ksl. Mandaten und Schreiben2eine Bundeshilfe. Die Bundesversammlung nahm dazu in einer ersten Antwort Stellung.3Der Ks. machte in der von seinen Räten vorgetragenen Erwiderung die bestehende Notlage und die Dringlichkeit der Angelegenheit geltend. Daraufhin übergab die Bundesversammlung eine zweite Erklärung.4Der Ks. ersuchte im Gegenzug, ungeachtet der Überzeugung, als Ehg. Švon Österreich ein Anrecht auf die Bundeshilfe zu haben, um eine Hilfe ausserhalb der eynung.5Die dritte Erklärung der Bundesversammlung enthielt ein Angebot der anwesenden Ff., Prälaten und Gff.6

    Der Ks. trat daraufhin persönlich vor die Bundesversammlung7und erklärte, dass er nur wegen der Erlangung der Kaiserkrone, wie dies der Konstanzer Reichstag beschlossen habe, in diesen Krieg geraten sei. Dabei sei eine erhebliche Zahl von Eidgenossen den Venezianern und Franzosen gegen die dem Schwäbischen Bund angehörende Gft. Tirol zu Hilfe geeilt. Er könne diesen drei Mächten allein mit den erbländischen Truppen keinen Widerstand leisten. Wenn ihm keine Hilfe Šbewilligt würde, wäre die Kaiserkrone für alle Zeit verloren und der Aufwand so vieler Jahre vergeblich. So würde das Heylig Reich, auch der Pund zertrent. Die italienischen und eidgenössischen Verbündeten des Ks. wie auch die Erblande Österreich und Burgund als Schilde des Reiches gegen Frankreich und andere Feinde müssten verzweifeln. Nach dem Verlust der ksl. Grenzlande würden in der Folge zweifellos weitere Bundesstände angegriffen. Er, der Ks., müsste erklären, dass der Bund ihn wegen Verweigerung seiner Hilfe um die Kaiserkrone gebracht hätte. Der Krieg lasse keine Zeit für den von der Versammlung vorgeschlagenen Reichstag. Er bitte deshalb nachdrücklich um eine unverzügliche Hilfe. Jetzt könne mit wenig Aufwand mehr erreicht werden als später mit einer größeren Hilfe. Falls die in Kaufbeuren getroffenen Vereinbarungen8nicht eingehalten würden, würden die bislang befreundeten Eidgenossen und andere Mächte zu Feinden werden.

    Daraufhin erfolgten die vierte und fünfte Erklärung der Bundesstände.9Nach weiteren Verhandlungen beantragten die ksl. Räte [am 8.4.], 50 000–51 000 [!] fl. Šfür den Unterhalt der eidgenössischen Knechte zu bewilligen, wobei die einzelnen Beiträge mit der nächsten Reichshilfe verrechnet werden sollten. Jeder Bundesstand sollte seinen Anteil zum künftigen Bundestag mitbringen, damit alßdan dester fruchtbarlicher gehandelt mog werden. Die Bundesstände verabschiedeten daraufhin den Beschluss, dass sy di sachen inhalt yrer gegeben antwurt hinder sich bringen und auf den tag quasimodogeniti [30.4.] schirist widerumb zu Ulm erscheinen wellen, ungezweivelt, ire herrn und frund werden sich darauf geburlich und unverweislich halten.10 [aBrandenburg-Ansbach gegen Nürnberg; Gefangene Heinz Baums–a].

    «Nr. 6 Ks. Maximilian an Bf. Lorenz von Würzburg – Ulm, 10. April 1508 »

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 114 (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein).

    Kündigt seine bevorstehende Abreise vom Schwäbischen Bundestag in Ulm nach Speyer an, wo er die Osterfeiertage verbringen wird. Er hat etliche Kff. und Ff. sowie weitere Reichsstände dorthin zu sich beschieden, die ihm auch ihr Erscheinen Šzugesagt haben. Einige Ff. begleiten ihn nach Speyer. Dort soll über dringende Angelegenheiten von Ks. und Reich beraten werden. Befiehlt ihm, unverzüglich ebenfalls dorthin aufzubrechen. Er kann auf dem Main bis Frankfurt reisen und dann [auf dem Landweg] weiter nach Speyer, wo er rechtzeitig zu den Feiertagen eintreffen soll.1

    «Nr. 7 Ks. Maximilian an Paul von Liechtenstein und Zyprian von Serntein – Ulm, 11. April 1508 »

    Wien, ÖNB, Cod. ser. n. 9406, fol. 24–29’ (Or., Vermm. prps./cdcp., Gegenz. M. Lang; Postverm.: Cito, cito.).

    Bekundet seine Freude über die gemeldeten militärischen Erfolge. Gibt Anweisungen, die Truppen zu schonen, da bislang weder mit Frankreich noch Venedig ein Waffenstillstand geschlossen werden konnte und die beiden Mächte bisher auch nicht voneinander zu trennen waren. Er hofft nach wie vor, die Eidgenossen gegen Venedig einsetzen zu können und das dafür benötigte Geld noch zu bekommen. Sie sollen weiterhin mit Venedig über einen Waffenstillstand verhandeln.1[Planungen für den Angriff auf Mailand]. Er beabsichtigt, mit den Truppen, die wir auf dem yetzkunftigen reichstag bewegen mugen, sowie mit den Kontingenten aus Burgund die Champagne anzugreifen. Sie sollen versuchen, Florenz zum Eintritt in den Krieg gegen Venedig zu bewegen.2

    « Nr. Š8 Stadt Köln an Rentmeister Konrad von Schürenfeltz und Stimmmeister Johann von Reide – Köln, 24. April 1508 »

    Teilnahme am Mainzer Tag, Bevollmächtigung der Gesandten Georg Goldberg und Ludwig Sachs, Verhandlungen mit Ebf. Hermann von Köln über das städtische Stapelprivileg.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 74–74’ (Kop., Datumverm.: Datum per Ailbertum [Potgießer]1 under unßerm secrete up maendach nae pasce.).

    Bestätigen den Eingang ihres Berichts2, wonach sie ungeachtet der für sie damit verbundenen Unannehmlichkeiten die hl.[Oster-]Zeit über auf dem ksl. Tag ausharren wollen. Wie sie ihnen geschrieben haben, sollten sie lediglich dann in Mainz bleiben, wenn ihre eigenen Umstände dies auch erlauben; sie haben ihnen auch bereits ihre Ablösung durch den Protonotar [Georg Goldberg] und den Lic.[Ludwig Sachs] angekündigt.3Diese sind schon auf dem Weg. Aver denselven luyde urer schrift unser gemoede zo eroeffenen odir yn sust eyniche vorder gewalt, dann vurhyn van uns geschiet ist, zo verlehenen, angesien irer ksl. Mt. vurgheven ind gesynnen, ouch wes die herren kurfursten, fursten, herren ind stende des Rychs syner Mt. darvur antwort geven, sliessen off [= oder] verdragen werden, gheyn wissen haven, fynden wir nyet in unserem raide, so wir ouch buysß [= ohne, außerhalb] alle reede und XLIIIIgen, as uch wail kundich ist, oever duysent gulden nyemandtz zo geven adir zo verschenken bewilligen moegen etc.4

    Die Bürgermeister Gerhard von Wesel und Gerhard vam Wasservasse haben heute im ebfl. Hof in der Trankgasse mit dem Ebf.über die Konfirmation des städtischen Stapelprivilegs5verhandelt, sind jedoch zu keinem Ergebnis gelangt. Für morgen hat der Ebf. weitere Verhandlungen im Kapitelhaus anberaumt. Sie werden sie bzw. ihre Ablösung darüber informieren. Umgekehrt sollen sie nach ihrer Rückkehr über die ŠErgebnisse ihrer diesbezüglichen Verhandlungen mit den Kff. von Mainz, Trier und Pfalz berichten.6

    «Nr. 9 Ks. Maximilian an Bf. Lorenz von Würzburg – St. Wendel, 26. April 1508 »

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 114’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. N. Ziegler).

    Erinnert daran, dass er ihn zu sich beschieden hat. Fordert ihn auf, sich unverzüglich zu den in Frankfurt oder Mainz versammelten Kff. zu begeben, um dort gemeinsam mit ihm und den Kff.über Angelegenheiten des Reiches zu beraten.1

    «Nr. 10 Erste Instruktion Ks. Maximilians für Gesandte zum Kurfürsten- und Fürstentag in Mainz – St. Wendel, 30. April 15081 »

    [1.] Erklärung für die Abreise Ks. Maximilians aus Mainz und Speyer; [2.] Widerstand Venedigs gegen den ksl. Romzug; [3.] Antrag Ks. Maximilians auf eine Hilfe des Schwäbischen Bundes gegen Venedig; [4.] Einberufung der Mainzer Versammlung zu Beratungen über eine Kriegshilfe gegen Venedig; [5.] Beitrag der habsburgischen Erblande zur Verteidigung gegen Venedig und dessen Verbündete; [6.] Notwendigkeit zur Anwerbung eidgenössischer ŠSöldner; [7.] kritische militärische Lage; [8.] Beratungen über eine Reichshilfe gegen Venedig außerhalb eines Reichstages; [9.] Bitte um Mitwirkung der Kff. bei Verhandlungen mit Hg. Heinrich I. von Braunschweig-Wolfenbüttel über seine Teilnahme am Krieg.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 298–303’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. N. Ziegler) = Textvorlage A.2 Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 13–16’ (Kop., wie A)3 = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 115’–118 (wie A) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 468–472’ (Kop.).

    [1.] /298/ Maximilian, von Gottes gnaden e[rwählter] romischer keyser etc.

    Instruction, was der erwirdig Mathias bischof zu Gurk, unser furst, und die wolgeboren, ersamen, gelerten, unser andechtigen und lieben getreuen Adolf graf zu Nassau, /298’/ her zu Wiesbaden, Erasam Toppler, brobst zu sant Sebolt zu Nurnberg, und doctor Ulrich von Schellenberg, unser rete, mit unsern lieben neven und oheymen, den churfursten, die wir gein Meinz beschrieben haben, von unsern wegen handeln sollen.

    Anfenglich sollen sie iren liebden sagen unsern gnedigen und fruntlichen willen.

    Und darnach erzelen, wiewol wir genzlich der meynung gewesen, irer zukunft zu Speyer oder Meinz zu erwarten und mit inen des Reichs und teutscher nacion obliegenden sachen und notturften personlichen zu handeln, so sei uns doch dazwuschen glauplich kuntschaft und warnung zukomen, das der konig von Frankenreich, auch der von Arburg [Robert von der Marck] als anhenger desselben im anzug seyen, unser Nyederland zu uberziehen, zu verbronnen und zu verderben, auch die lande und Geldern haben einnemen wollen.4

    Auß den und anderen merglichen ursachen sein wir bewegt, nur einen ritt in die nahende /299/ der ende, da solicher inzug bescheen solt, zu tun, damit ob wir solichen inzug und schaden verhuten mochten. Als wir aber hieher komen sein, erfinden wir, das sich der konig von Engelland, der unser partei ist, bei den Franzosen und Arburgischen so vil gehandelt, das sie wiederumb gewendt haben.5 Es ist auch ir versamlung nit so gross gewesen, als uns angezeigt worden ist, deshalben wir uns dem Rein auch wieder nehenen.

    Š[2.] Nu wissen sie ungezwyfelt, das wir uf die hielf, so uns uf dem nechstgehalten Reichs tag zu Costenz von inen, auch fursten und stenden des Heiligen Reichs zu unserm romzug zugesagt ist6, denselben romzug von Tryent us durch der Venediger land, wie unser vorfaren am Reich getan, zu tun furgenommen. Daneben sein sie bericht, das wir einen freyen durchzug mit unser und des Reichs volk und rustung an die Venediger begert, den sie uns geweygert und abgeschlagen und sich des nit benugen /299’/ lassen, sonder, als wir den paß zu dem durchzuge irenthalb in ander wege unbeschedigt nemen wollen, unser land und leut mit hereßcraft angegriffen7, deshalben wir hinwiederumb gegen inen in offen vede und krieg zu kommen geursacht und getrungen worden sein.

    [3.] Nu ist der Venediger macht mit hielf und zuschub des konigs von Frankreich an gelt und leuten so groß und des Reichs hielf, sovil uns der zukomen, der nit uber zwytusent mann zu ross und fuss ist, mitsampt unserer fromen landleut darstrecken, die wir lang zeit her von des Reichs und der Teutschen ere und nutz wegen ganz ußgemergelt, so clein, das wir derselben veind macht keinen widerstand tun mogen. Und haben uns darumb ilends heruß zu der versamlung unsers punds zu Swaben gein Ulm gefugt und dieselben als unser pundsverwandten von wegen der grafschaft Tirol, die umb des Reichs willen itzo gegen den veinden in swerem last steet, ersucht /300/ und angelangt, uns mit einer somme gelts zu versoldung und underhaltung achttusent Eydgenossen, die wir mit swerem costen us grosser practica, muhe und arbeit dem konig von Frankenreich als helfer und anhenger der Venediger und als eins irrers und verhynderers der entpfahung unserer keyserlichen cron wider die sechstusent Eydgenossen, so ime zugezogen und noch bei ime sein, abgewendt und ganz uf unser seyten und partei bracht, zu hielf zu komen, darin wir guten trost von den bundischen entpfangen und gute hoffnung haben, das sie uns in demselben nit verlassen werden.8 Darin wir uns auch in sonderheit als Šein furst zu Swaben mit unsern swebischen landen begeben haben, deshalben unser grafschaft Tirol als die nechsten an den veynden, desgleichen unser erblich landschaften und auch die vom Pund als mithelfer in diesem last uberflussig [= mehr als genug] beladen und gesattelt [= belastet] sein.

    [4.] /300’/ Aber des alles ist noch vil zu wenig gegen einer solichen grossen macht der veind, wie obsteet. Darumb, auch dieweil diese sachen nyemand dan das Heilig Reich und teutsch nacion zu rettung irer ere und wirde berurt, so haben wir wyter bedacht, das not und gut sei, bei den churfursten als den, daruf das Reich gegrundfest ist, von des Reichs wegen in solichem auch rat und hielf zu suchen und daruf unser lieben neven und oheymen, die churfursten von Meinz, Coln, Tryer und Sachsen in eygener person, auch brandenburgischs botschaft, dieweil der dem handel zu ferr ist, gein Meinz zu komen bescheyden9 und in demselben des konigs von Beheym, der sich gegen dem Reich keiner gehorsam bekennet, desgleichen Pfalz, nachdem die in irsal steet10, geswiegen, alles der meynung, allenthalben so vil wege, rat und hielf zu suchen, damit frund und veind unseren moglichen fleiss, soweit sich unser leib und gut streckt, spur und nochmals wege gefunden, dardurch das Reich und teutsche nacion von welischen gezung, das doch, solang teutsche /301/ geret worden, uf dieselb Šteutsch nacion sorge und ufsehen gehapt, errettet und behalten und nit so elendlich zurstort, getrent und ganz in der welischen gehorsam und regirung, die allein uf tyrannei gegrundt ist, gebracht werden.

    [5.] Und nemlich ist abzunemen, das wir hirin weder leib noch gut nit sparen bei dem. Wir haben uf diesen tag als ein erzherzog zu Ostereich in unserm sold und zu velde wider die Venediger ob zweinzigtusent mann zu ross und zu fuß. Darzu haben wir von stund nach ende des Reichs tags zu Costenz bißher bei achthundert gerusten pferden us dem land zu Swaben, auch so vil gereysiger pferde us Burgundi und darzu etwavil tusent fussknecht an den grenizen gegen Frankreich und den Eydgenossen uf unsern eygen costen gehapt, da sie auch noch liegen, ob Frankreich oder Eydgenossen uns in unserm abwesen /301’/ uf den rucken, es were in Swaben, Burgundi oder das Elsaß, fallen wolten, das inen widerstand bescheen mocht.

    [6.] Aber wo wir mit hielf des Punds die achttusent Eydgenossen bezalen und underhalten, wie obsteet, so hoffen wir dardurch die sechstusent Eydgenossen von Frankreich zu bringen. Damit wer Swaben und Elsass und sonderlich unser land Tirol gegen den Eydgenossen versichert. Hirwiederumb, wo das nit beschee und das daruber die Eydgenossen den Franzosen und Venedigern zuziehen, so wurde sich derselben beiderteils kriegsvolk, darin wir Meyland auch rechen, wider das Reich biß in funfzigtusent mann strecken.

    [7.] Wie groß gegen einer solichen uberswenglichen macht des Reichs hielf ist, mogen sie selbs gedenken, die nu auch ein ende hat und im /302/ abzuge ist. Nichtsdestomynder pleiben wir mit unsern erblanden im krieg allein mit dem landvolk, das zum krieg nit geschickt ist, dardurch dasselb landvolk ubereylet und uberwunden wurd, darumb wir teglichs on underlass land und leut verlieren.

    Deshalber solicher obliegender last und verlust unserer erbland keinen Reichs tag erlyden mag, dan dazwuschen der merer teil unserer land verloren und dieselben durch einen verzug ustreglicher hielf in unlust fallen und getrungen wurden, uns und inen selbs mit einer rachtigung ein ewig smach anzulegen, die zu erstorung des Heiligen Reichs gedeyen wurde.

    Unsere rete sollen iren liebden auch anzeygen, das die veind unsere leut ganz ubereylet, nemlich das sie unversehener ding ein teyl kriegsvolks mit des konigs von Frankenreichs und irem geschutz zu wasser /302’/ und lande uf unser schloß und steet in Virgul [= Friaul], Isterrich [= Istrien], Karst und Crain geschickt, dardurch zu besorgen ist, das sie den merer teil derselben erobern werden, nachdem der meyst haufen unsers kriegsvolks zu und umb Trient pleiben mussen uß sorgen gegen den veinden und Eydgenossen.

    [8.] Dem allem nach ist unser hoch begeren an die gemelten unsere lieben neven und churfursten, das sie uns iren getreuen rat anzeygen, wie wir ein dapfere, ustregliche, werende hielf usserhalb des Swebischen Bunds, dieweil der mit bezalung der Eydgenossen, wie vorsteet, belestigt ist, auch sonder oder on Šeinen Reichs tag von dem Heiligen Reich wieder die gemelten unsere veind erlangen und ufbringen mogen.

    Und nemlich wer unser beger und gutbedunken, das dieselben unsere /303/ oheymen, die churfursten, von stund einen platz am Rein furnemen und uns den bei diesem boten anzeygen und sie gestracks daselbst hinziehen. So wollen wir uns befleissigen, personlich auch dahin zu komen, damit uf itzt angezeigt meynung das nutzest und best gehandelt moge werden. Und nemlich gefiel uns die stat Frankfurt.

    [9.] Ferner ist unser beger, das unsere oheymen, die churfursten, mit und neben unserm rat, doctor Ulrichen von Schellenberg, zu unserm oheym herzog Heinrichen von Brunsweig, den elteren, schicken und an inen begeren lassen, das er mit seiner rustung von stund an zu uns anziehe uf die abrede, so wir mit ime gemacht haben.11 Und das daruf dieselben churfursten neben uns schreiben und handeln, wie wir inen das kurzlich durch unser rete anzeygen werden.

    /303’/ Und was unsern reten darin bege[g]net, das sollen sie uns alwegen uf der post, so wir itzt zu inen legen werden, berichten. Geben zu sant Wendel, am lezsten tag Aprilis anno etc. octavo, unsers Reichs im dreiundzwenzigsten jar.

    «Nr. 11 Die „Kleine Schickung“ der Stadt Köln an den städtischen Protonotar Georg Goldberg und Ludwig Sachs – Köln, 2. Mai 1508 »

    [1.] Teilnahme Kölns am Mainzer Tag, Verhandlungen mit dem Ks. wegen der Romzughilfe; [2.] Verhandlungen mit den rheinischen Kff.über die Bestätigung des Kölner Stapelprivilegs.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 77–78’ (Kop., dynxstach na quasimodogeniti).

    [1.] Die Ratsgesandten Rentmeister Konrad von Schürenfeltz und Stimmmeister Johann von Reide sind am 29. April (saterßdach)zurückgekehrt und haben am 1. Mai (maendach nae quasimodogeniti)über ihre Mission Bericht erstattet. Am heutigen Dienstag ging außerdem ihr Schreiben1ein, worin sie die Antwort Gf. Adolfs von Nassau bezüglich der Abhaltung des Mainzer Tages referieren. Schürenfeltz und Reide haben unter anderem mitgeteilt, dass die Adressaten auf dem Weg nach Speyer umgekehrt und erst später von Mainz aus dorthin gereist sind, den Ks. dort jedoch nicht angetroffen haben. Sie, die Absender, hätten es begrüßt, wenn sie sich dem Ks. als Gesandte des Kölner Rates hätten vorstellen können. Die beiden Gesandten berichteten weiter, dass sie sie, die Adressaten, nach ihrer Rückkehr nach Mainz angewiesen haben, dort die Eröffnung des ksl. Tages Šabzuwarten. Falls über den Romzug verhandelt wird, sollen sie sich wie schon eine frühere Ratsgesandtschaft beim Ks. darum bemühen, dass die Stadt nicht weiter damit belastet wird. Sollte der Ks. wider Erwarten darauf nicht eingehen, sollen sie für weitere Anweisungen unverzüglich schriftlichen Bericht erstatten. Befehlen ihnen stellvertretend für den Rat, für die Dauer des ksl. Tages in Mainz zu bleiben, damit der Ks. den Magistrat nicht als ungehorsam ansieht. Sollte er jedoch die Versammlung absagen oder würden die Kff., Ff. und Stände fernbleiben, können auch sie nach Hause zurückkehren. Bekunden ihr Vertrauen, dass sie ihren Auftrag zuverlässig erfüllen werden.

    [2.] Schürenfeltz und Reide haben weiter berichtet, dass sie sie über die Ergebnisse ihrer Verhandlungen mit den Kff. von Mainz und Trier wegen des Kölner Stapelprivileges unterrichtet haben. Sie sollen, falls sie ihn antreffen, mit dem pfälzischen Kf. entsprechend deren Anweisungen verhandeln. Untersagen ihnen jedoch weitere Bemühungen beim Ebf. von Köln, von dem bislang keine verbindliche Stellungnahme zu erhalten war. Nur wenn alle vier [rheinischen] Kff. von Mainz, Trier, Köln und Pfalz persönlich auf dem Tag in Mainz anwesend sind, sollen sie unter Berufung auf die in Oberwesel gemachte Zusage eine gemeinsame Erklärung einfordern. Sollte sich einer der Kf. gegen den Kölner Stapel aussprechen, können sie dies durch den Kurmainzer Hofmeister [Thomas Rüdt von Collenberg], den Kurtrierer Kammermeister [Thomas] Kratz oder durch Hartmann [von Windeck] vertraulich in Erfahrung bringen. Im Übrigen sollen sie sich bei den Kff. selbst oder ggf. ihren Räten nachdrücklich um die Konfirmation des Stapelprivilegs bemühen.

    «Nr. 12 Weisung der Stadt Köln an ihre Gesandten in Mainz, Georg Goldberg und Ludwig Sachs – Köln, 5. Mai 1508 »

    Gefangensetzung von Kölner Bürgern durch Götz von Berlichingen.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 78’–80 (Kop., Datumverm.: Datum per Ailbertum [Potgießer] under unserm secrete up frydach, quinta Maii.).

    [1.] Ihnen ging ein Bericht zu, wonach ein Adliger namens Götz von Berlichingen (Bernheym)nahe dem Städtchen Steinau ungeachtet des Geleits des Gf.[Reinhard] von Hanau und der Hh. von Hutten (Hoetten)den Kölner Bürger Contz Heyme und seinen Sohn Contz zusammen mit einigen Aachener Bürgern gefangengenommen hat.1Die Aachener wurden noch am gleichen Abend wieder freigelassen. Wo die beiden Kölner Bürger festgehalten werden, ist nicht bekannt. Weisen sie an, sich um diese Information zu bemühen. Sie sollen unter Vorlage der beigefügten Kredenzbriefe im Namen der Stadt den Reichsstatthalter Kf. Friedrich von Sachsen, Šdie Kff. von Mainz2und Trier, den Bf. von Würzburg, den Abt von Fulda3und weitere ihnen geeignet erscheinende Persönlichkeiten allgemein um Rat und Hilfe, konkret um Fürschreiben an Berlichingen (Bernheym), den Gf. von Hanau und die Hh. von Hutten als Geleitsherren bitten, um die unentgeltliche Freilassung der beiden Kölner Bürger zu erreichen.4Falls erforderlich, sollen sie darauf hinweisen, dass die von Berlichingen erhobene Forderung völlig unberechtigt ist, die Stadt Köln ihm aber dennoch ein rechtliches Verfahren vor dem Ks. oder dem Kf. von Sachsen bzw. dessen Räten anbietet. Sie, die Gesandten, sollen in dieser Angelegenheit keine Kosten scheuen.

    [PS] Aufgrund eines Schreibens an die Ehefrau Contz Heymes [Mettel] ist zu vermuten, dass ihr Sohn in dem eine Meile von Hammelburg entfernten Schloss Reußenburg (Ruschenberg)festgehalten wird. Hammelburg gehört dem Abt von Fulda, weshalb sie auch bei diesem wegen der Freilassung der beiden Bürger vorstellig werden sollen.5Ein weiterer Kredenzbrief ist an den bfl. Würzburger Hofmeister Sigmund von Thüngen adressiert, den sie ebenfalls um Hilfe bitten sollen.6

    «Nr. 13 Stellungnahme Kf. Friedrichs von Sachsen zur ksl. Instruktion – [act. Mainz, 5. Mai 1508 oder kurz danach] »

    [1.] Frage der Bevollmächtigung der anwesenden kfl. Gesandten hinsichtlich des ksl. Hilfsantrags; [2.] Leistung der auf dem Konstanzer Reichstag beschlossenen Romzughilfe durch Kursachsen; [3.] Verweigerung von Beratungen über eine Reichshilfe außerhalb eines Reichstages; [4.] Empfehlung der Schwäbischen Bundesversammlung in Ulm zur Einberufung eines Reichstages; [5.] Empfehlung Kf. Friedrichs zur Einberufung eines Reichstages; [6.] Möglichkeit des Ks. zur Entsendung von Stellvertretern zum Reichstag; [7.] Bereitschaft zur Entgegennahme anderer Vorschläge, Ablehnung einer Verlegung der Versammlung nach Frankfurt.

    ŠWeimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 51–53’ (Kop., Überschr.: Unsers gnedigsten herrn, herzog Fridrichs zu Sachsen, curfursten etc., ratschlag und bewegen uf vermelte werbung.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 17–19, 36 (Konz., Überschr. wie A) = B.

    [1.] /51/ Wan der beschliess der instruction [Nr. 10, Pkt. 8], darinnen ksl. Mt. begert, ir treuen rat anzuzaigen, wie ain tapfere, außtregliche und werende hilf ausserhalb des Schwebischen Punds und besonder an ainen Reichs tag von dem Reich erlangen moge etc., erneuet und repetirt ist, so sol meins gnedi[g]sten herrn bedenkens zu fragen sein, ob dy geschickten botschaften gewalt haben etc.

    [2.] Und nach undertenigem annemen des genedigen zuentbietens solt erstlich zu sagen sein, das ksl. Mt. angezaigte beswerde und widerwertigkaiten begegen, mein gnedigster herr nit gern gehort. Das auch dem abschid zu Costenz nit gelebt, versehen sich sein ftl. Gn., ksl. Mt. werd das seinen furstlichen gnaden nit auflegen. Dan wo sein ftl. Gn. nit mer dan sein gnad zugesagt, so hat sein gnad ye nit minder getan.1

    [3.] Darnach anzuzaigen, das aus obvermeltem ksl. Mt. begern wol abzunemen, das irer Mt. obligen swer /51’/ und gros vor augen. Zu derselben abwendung mein gnedigister herr treulich zu raten fast geneygt und hochbegirig. Erkennt sich auch des schuldig. Dweyl aber sein ftl. Gn. sehen so ain wenige anzal der stende des Reichs, sey seiner ftl. Gn. ermessens inen allen hoch zu bewegen, welle sein gnadena auch gar nit gezimen, in so dapfern sachen, daran nit allain ksl. Mt. und iren erblanden, sonder auch dem Heyligen Reich und teutzscher nacion vil und gros gelegen, hinter den andren stenden des Reichs sich einigs ratschlags zu unterfahen.

    Und ob sein ftl. Gn. der unbedacht- oder vermessenhait sein wolt, an die andren stend des Reichs und ausserhalb des Schwebischen Punds solchs merklichen handels zu unterwinden, so wurden dy andern stende nit darein gehelen [= einwilligen]. Und mocht wider seiner ftl. Gn. rat noch hilf ksl. Mt. zu nichte austreglichem erspriessen.

    [4.] Mein gnedigister herr ist auch zweivels an, das der Swebisch Pund gegen ksl. Mt. aller gebure /52/ und zimligkait wol werde wissen zu halten. Aber sein ftl. Gn. welle sich zu desselben verwonten, die nit der weniger tayl des Reichs sein, gar nit dafur achten, das sy sich hirinnen von andren des Reichs stenden absondren werden. Dan sein ftl. Gn. nit anders wissen, dan das [die Bundesstände] ksl. Mt. geraten und gebeten haben, diser sach ain Šreichstag anzusetzen. bDan solch treffentlich sach ausserhalb des Reichs stende zu handlen sy auch beschwerlich angesehen haben–b.2

    [5.] Solt aber solch absondrung bescheen und ksl. Mt. uf yrer meynung und beger beharrn, so were ye seiner ftl. Gn. bewegnus grosse notturft, das den stenden, die hie sein, ir bedenken mit den andren stenden des Reichs, dem Pund nit verwant, sich statlich zu underreden nachgelassen wurde. Sein ftl. Gn. wuste auch auf begeren ksl. Mt. bey den pflichten, domit sy ir Mt. und dem Reich verwant, dieweyl ir Mt. ain tapfere, außtregliche und werende hilf tut synnen, cdy sein ftl. Gn. nach gstalten sachen auch nit vor unnotturftig /52’/ ansehen–c, nit anders zu raten, dan das diser treffenlicher handel an alle des Reichs stende aufs furderlichist gelanget, nach aller seiner dapferkait und umbstenden notturftiglich zu betrachten.d

    Und ruhet seiner ftl. Gn. gmuet entlichs besließ eben daruf, furtreglicher sein, an alles verziehen von ksl. Mt. ain reichstag an gelegen end anzusetzen und außzuschreiben und dise swere und nachtaylig ksl. Mt. und des Heyligen Reichs obligen ganz tapferlich zu beratschlagen und zu bewegen, wie dan solchs ym Heiligen Reich alzeit loblich geubt, gebraucht und herbracht ist, domit dy andern abwesende des Reichs stende den gegenwertigen nichts auflegen oder zumessen, das sy irs abwesens etwas gehandelt, das inen ander gestalt geburt und zugestanden het und, so dise ding anders dan wol, das der Almechtig gnediglich verhute, endent[e]n und erfolgeten, inen ichts verweyslichs zuwenden mochten.

    /53/ eDweyl dan eur ftl. Gnn. weniger anzal hie sein, bewegt sein ftl. Gn., was–e an ainer solchn großwichtigen sachen fausserhalb der andern stende zu tun sein welle–f. Dan zu Costenz fast vil der stende des Reichs beyeinander versamelt; wie aber dem beschliess desselben reichstags gelebt, hat ksl. Mt. hivor und ytzo anzaign lassen.

    [6.] Wurd ksl. Mt. yrer gescheft halben den reichstag zu besuchen nit gelegen sein, so hat sy doch den statlich zu beschicken, domit und wo solcher reichstag furgengig, was dan von den stenden des Reichs ksl. Mt. und demselben Reich zu gut und aufnemen fur das best bewogen und angesehen, des wil sich mein gn. herr sambt seiner ftl. Gn. bruder [Hg. Johann], wie dan alzeit von irn ftl. ŠGnn. bescheen, der untertenigkait und wilferigs gehorsams halten und erzeign, das ksl. Mt. von billigkait kain ungfallen haben sollg.

    [7.] /53’/ Und wiewol mein gnedigster herr das obvermelte bey seiner gnaden pflichten hat anzaigen lassen, wu aber von eurn gnaden und den geschickten andere weg, domit ksl. Mt. in yrm begern zu raten und wilfarn werden mag, angezaigt werd, sol bey sein gnaden treuer rat und hilf mitzutaylen auf dise stund nit unterlassen bleyben. Aber den tag gein Frankfurt zu verrucken, sehe sein ftl. Gn. fur unnotturftig an. Dan was durch sein gnad zu Frankfurt mag geraten werden, das mag alhie auch bescheen. Und ist sein ftl. Gn. urbutig, alles das helfen zu tun, das ksl. Mt. und dem Heyligen Reich zugutkomen mag. An dem sol, ob Got wil, von wegen seiner gnaden und meins gnedigen herrn, herzog Johansen, seiner gnaden bruder, kain mangel gespurt [werden]. Dan mag es funden werden, ytzunder alhie statlich zu helfen und zu raten, so wil sein ftl. Gn. kain weyter ufziehen darinnen machen, dweil sein gnad wais, das irer Mt. und dem Heyligen Reich merklichs daran gelegen.

    «Nr. 14 Mandat Ks. Maximilians an Lgf. Wilhelm II. von Hessen – Andernach, 6. Mai 1508 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 19, Konv. 3, fol. 16–17’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    Erinnert daran, dass er ihm bereits mehrmals befohlen hat, Gf. Eberhard von Königstein die Schlösser Eppstein und Schwalbach zurückzugeben. Dies ist bislang aber unterblieben. Der Gf. hat ihm außerdem mitgeteilt, dass er, der Lgf., darüber hinaus ohne jeden Anlass einige seiner Dörfer besetzt hat, während er in Angelegenheiten von Ks. und Reich unterwegs war. Falls die Vorwürfe zutreffen, liegt damit ein Verstoß gegen den ksl. und Reichslandfrieden vor, was er keinesfalls tolerieren kann. Befiehlt ihm unter Androhung der Ungnade von Ks. und Reich sowie der in den früheren Mandaten vorgesehenen Strafen die unverzügliche Restitution der gfl. Besitzungen. Falls er glaubt, begründete Einwände dagegen vorbringen zu können, soll er unverzüglich seine Räte nach Mainz schicken, die seine Sache vor den dort versammelten Kff., Ff. und ksl. Räten vertreten sollen. Diese werden auch den bereits dorthin beschiedenen Gf. anhören. Er selbst wird anschließend eine angemessene Entscheidung treffen.1

    «Nr. Š15 Zweite Instruktion Ks. Maximilians für Gesandte zum Mainzer Tag – Linz/Rhein, 7. Mai 1508 »

    [1.] Bevorstehender Abzug der Reichskontingente aus Italien, Überforderung der österreichischen Erblande; [2.] Finanzierung der benötigten Truppen durch Anleihen bei Lgf. Wilhelm II. von Hessen und Bf. Lorenz von Würzburg sowie [3.] durch eine Anleihe bei den Handelsgesellschaften in den Hansestädten; [4.] Beitrag Ks. Maximilians; [5.] Begründung für das Fernbleiben Ks. Maximilians vom Mainzer Tag, Aufforderung zur Benennung eines Tagungsortes für weitere Beratungen, Fortsetzung der Verhandlungen bis zur Bewilligung der Anleihe.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 282–284’ (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 22–25 (Kop.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 122–124 (Kop.) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 481–486 (Kop.).

    [1.] /282/ Maximilian, von Gottes gnaden e[rwählter] romischer kayser.

    Instruction, waz der erwirdig Matheus bischof zu Gurk, unser furst, und die wolgebornen, ersamen, andechtig und gelert und unser lieb, getreuw Adolf grave zu Nassauw, her zu Wiesbaden, doctor Erasme Dopler, probst zu sant Sebolt zu Nuremberg, Balthasar Wolff von Wolfstal, unser camermeister und des Richs pfleger zu Werd und Wyssenburg, und doctor Ulrich von Schellenberg, unser rete, mit unsern lieben neven und oheimen, den churfursten, fursten und stenden des Heiligen Richs, so ytzo zu Meynz versamelt sint, handeln und außrichten sollen.

    Am ersten sollen sie iren liebden zu erkennen geben, daz uns ytzo unser rete, die den krieg in unser graveschaft Tyrol gegen den Venedigern handeln, mit außgetruckten worten geschrieben und angezeigt haben1, dwil die zwen monat, die des Richs geraisigen und fußknecht, so bij inen sin, noch zu dienen gehabt2, in kurzen tagen außgen und verschynen, so werden sie ab und herauß ziehen. Dan sie vermogen dieselben noch die, so sie daneben in unserm sold haben, solchs wyter nit zu underhalten, nachdem alle monat ob vierzigtausent gulden auf sie laufen. Und wo solicher abzüg beschee, so müssen, wollen und werden sich unser lantleut der graveschaft Tyrol von stund darauf an die Franzosen und Venediger wider daz Heilig Rich auß eynem unwillen, daz sie also vom Rich und den Teutschen verlassen wurden, in ewig zit setzen und ergeben. Dan wiewol dieselben lantleut auf iren eigen costen und solde zehentausent mann gegen den Venedigern und Franzosen halten, on die, so sunst mit iren lyben an den grenizen teglichs gegen den fynden in gegenwere sin, daz sich auch auf etlich tausent man streckt, so sij doch daz alles zu wenig gegen der grossen heresmacht, so die fynt hinder iren clausen und befestigung gegen inen ligen haben, deßhalben solicher ir widerstant alleyn nichts erspriessen mög.

    / Š282’/ Neben den werden wir abermals wol so vil volks und soldner haben auß unsern nidernosterrychischen landen bij unserm oheim herzog Erichen von Braunswig wider die Venediger, so mit herescraft in unsern furstentumen Crain, Ysterrich [= Istrien] und Carst ligen, darin sie uns all schloß und stett abgewonnen haben, daz auch alles auf [unsere] und unserer landleuta costen get. Wo nun dieselben auch verlassen, wurden sie sich glicherwise wie die graveschaft Tyrol clagen und sich an die Franzosen und Venediger setzen und geben.

    [2.] Nun wolten wir understen, tragen auch des keynen zwivel, wo wir ytzo denselben unsern beiden heeren uber und neben des Schwebischen Punds hilf, die wir by demselben zu underhaltung der Eidgenossen ersucht haben [Nrr. 5; 10, Anm. 8], mit hunderttausent gulden helfen mogen, daz wir sie und des Richs volk noch zwen monat im velde und an den grenizen behalten wolten, so lang, biß inen wyter hilf beschee oder ein lydeliche rachtigung gemacht wurd.

    Nun ist ye diser zit solich summa gelts aufzupringen allein in unserm vermogen nit, dann wir bißher von des Richs wegen unser land und leut den merern teil aufs hochst versetzt, verpfent und außgemergelt haben.

    Und dwil ir lieb ungezwivelt wissen, daz wylend unser lieber her und vater, der romisch keyser, loblicher gedechtnuß, und nachmals wir unserm fursten, dem bischof zu Wurzburg, und sinem stift mit dem gulden zoll3, der bißher ob zweymal hunderttausent gulden rinsch ertragen hat, deßglichen wir auf dem nestgehalten richstag zu Coln unserm fursten, dem lantgraven zu Hessen, mit eynem nuwen zoll4, der jerlichen vil tausent gulden /283/ ertregt, bund darzu mit belehenung der graveschaft Katzenelnpogen, die wir ime, wiewol er darzu nit ein lehenserbe in abstygender lini ist, geliehen5–b, die auch etlich hunderttausentc gulden wert ist, auch sin abwexelte und ubergestellte regalia von sinem vettern [Lgf. Wilhelm d. J.], dem letsten, der on erben abgangen ist6, und davon er uns die annata zu bezaln schuldig gewesen were, die wir ime auch auß gnaden nachgelassen haben: Bedunkt uns ye pillich sin, daz sie uns und Šdem Rich ein sundern dinst darumb tun und zuvor ytzt in des Richs noten, die demselben diser zit obligen, mer dan ye gehort ist.

    Und wir haben deßhalben furgenomen, von beiden unsern fursten von Wirzburg und Hessen, nemlich ir yedem funfundzwenzigtausent gulden rinsch zu entlehen, in der gestalt, daz sie uns solich funfzigtausent gulden von stund par lyhen auf die versicherung, zu wissen, daz wir mitsampt den kurfursten, fursten und stenden, auch iren botschaften, so ytzt zu Meynz sin, inen versprechen und des gnugsam verschrybung geben, daz wir inen solich anlehen von der hilf oder den anschlegen, so am nesten im Rich bescheen, widerumb bezalen wollen.

    Und sollen daruf unser rete an die gemelten kurfursten, fursten und stende mit allem flys und ernst begern, daz von stund yeder kurfurst und, welicher personlich nit da ist, desselben potschaft eynen von iren und der andern fursten und stende wegen mit dem obgenannten doctor Ulrichen von Schellenberg zu den angezeigten unsern fursten von Wirzburg und Hessen schicken, mit bevelhe, daz sie mit und neben denselben unsern reten daz berurt anlehen an ir lieb ernstlich begern, mit erzelung der ursachen, so sie darzu bewegen sollen, wie vorstet. /283’/ Und daz sich auch ir lieben durch dieselben ir geschickten anbieten und bewilligen, daz sie neben uns inen die verschrybungd auf des Richs nestkunftig hilf außrichten und widerumb zu irer bezalung verhelfen wollen.

    So wollen wir uns darauf gegen denselben kurfursten und iren botschaften, auch andern des Richs stenden zu Meynz gnugsamlich verschryben, daz wir von der nechsten Rychs hilf solich anlehen widerumb bezalen und verfolgen lassen wollen.

    Wo aber unser furst von Wirzburg itzt zu Meynz wer, soll diße meynung daselbst mit ime gehandelt werden.7

    Wo aber ir beider lieb diser zit nit so vil pars gelts hetten, soll von uns, auch den kurfursten, fursten und stenden an sie begert werden, etwaz in iren landen zu versetzen, damit sie uns daz gemelt anlehen tün mogen. Und soll alßdan unser aller verschrybung darauf gestellt werden, daz wir inen solich ir verpfendung von der berurten Rychs hilf widerumb on schaden ledigen und losen wellen.

    Unser rete sollen auch unsern fursten von Wirzburg und Hessen ire byligend brief von unserm neven, dem erzbischove zu Coln, des anlehens halben an sie außgangen8, uberantworten.

    Š[3.] Ferner, nachdem uns etlich kaufleutgeselschaften im Schwebischen Pund ein anlehen getan haben9, sollen unser rete an kurfursten, fursten und stende begern, daz sie neben uns den geselschaften, so in den see- oder han- /284/ stetten sin, ernstlich schryben, uns funfundzweinzigtausent gulden rinsch darzulyhen auf der stett Coln, Frankfort, Lubeck, Spyer und Worms verschrybung und versicherung, und daz dieselben kurfursten, fursten und stende solichs mitsampt unsern reten itzt zu Meynz mit den geschickten, so von derselben stett wegen daselbst sin, handeln, darein zu verwilligen. So wollen wir daz bij den andern stetten, die ir botschaften nit zu Meinz haben, glicherwise tun, doch daz uns die versamlung ir brief an dieselben stett mitsampt den briefen, an die geselschaften lauten, furderlichen zuschicken und daneben verschrybung aufrichten, daz sie mitsampt uns dieselben funf stett solicher irer purgschaft oder verschrybung von der nesten hilf, so im Rich angesehen wirt, on allen schaden ledigen sollen.

    So wollen wir den kurfursten, fursten und stenden abermals verschribung geben, daz wir solich bezahlung von derselben hilf tun und verfolgen lassen wollen.

    [4.] Und damit die hunderttausent gulden gar aufbracht werden, so wollen wir noch ein oder zwey stuck in unsern erblanden versetzen umb funfundzwenzigtausent gulden und die auch zu den vorgemelten XXVMe gulden verorden, also daz mit solichen hunderttausent gulden des Richs, auch unser eigen soldner und darzu unser landschaften der graveschaft Tyrol und niderosterrichischen land im velde und an den grenizen gegen den fynden, wie vorstet, noch zwen oder dry monat underhalten und der vorangezeigt schwer, unuberwindlich abfall verhüet, so lang, biß der itzt nestkunftig Richs tag gehalten und beratschlagt und beschlossen werden mag, ob wir die kayserlich cron und Ytalien unser leptag verlassen oder wie wir und daz Rich den krieg wyter furen sollen.

    [5.] /284’/ Ferrer sollen uns unser rete abermals gegen den kurfursten, fursten und stenden entschuldigen, daz wir itzt nit gein Meynz zu inen komen, sunder herabgeruckt sin, auß den ursachen, wie wir inen nest durch unser rete haben erzeln lassen, und sunderlich, daz wir uns unsern Niderlanden der Franzosen und Arburgischen emborung10, deßglichen unserm oheim [Hg. Wilhelm] von ŠJulch des lands Geldern halben nehern müssen. Und darauf an sie begern, daz sie uns ylends berichten, weliche malstat inen gefalle, am oder by dem Rin in ein ander stat, da des Richs noitturften gehandelt werden sollen. So wollen wir uns mitsampt unserm neven, dem erzbischof zu Coln, auch daselbst hin zu inen fugen; und daz sie zu Meynz oder Frankfurt byeinander verharren so lang, biß daz gemelt anlehen gehandelt ist allein von den zweyen fursten und sich erst nachmals an daz ort, so sie uns itzgemeltermaßen anzaigen werden, fugen und in allweg zuvor zu Meynz oder Frankfurt nit verrugken.

    Und waz unsern reten herinnen begeget, daz sollen sie uns bij tag und nacht berichten und ye so vil handeln, damit die kurfursten, fursten und stende nit verrugken, biß wir inen auf derselben unser rete unterricht wytern bescheit gegeben haben, daz wir auch alßdan von stund tun und sie nit lang aufhalten wollen. Geben zu Lyns, am siebenden tag des monats May Ao. etc. XVC und im achten, unsers Richs, des Romischen im XXIII. jarn.

    «Nr. 16 Antwort der Kff. und Ff. an die ksl. Gesandten – [Mainz, 8. Mai 1508]1 »

    Empfehlung zur Einberufung eines Reichstages.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 296–297 (Kop., Überschr.: Antwort der churfursten, fursten und geschickten botschaften auf die werbung, so keyserliche Mt. durch ire botschaft an sie zu Meinz hat bringen lassen.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 29–29’ (Kop., Überschr. wie A)2 = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 118–120’ (Kop., Überschr. wie A) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 473–474 (Kop., Überschr. wie A).

    /296/ Erstlich haben ire furstlichen gnaden und die botschaften die werbung, von wegen keyserlicher mayestat durch irer Mt. botschaft gescheen [Nr. 10], in undertenigkeit gehort und vernomen. Sagen irer Mt. zuforderst irer gnedigen zuerpietung undertenigen dank mit erpietung irer schuldigen und gehorsamen dinst.

    Und als ir Mt. hat tun anzeygen, wes irer Mt. zu verhinderung irs loblichen furgenomen romzugs von dem konig von Frankreich und den Venedigern begegnet, das haben sie nit gern gehort und tragen des mit irer Mt. treulichs mitleyden.

    Als aber keyserlich Mt. uß ursachen, in der berurten werbung angezeigt, irer gnaden getreuen rate, wie ir Mt. ein dapfer, ustreglich, werende hielf gegen gemelte ire veind aufbringen moge und derhalb diese malstat zu verrucken begert etc., haben sich ire gnaden sampt den geschickten botschaften bedacht. Und weren als treu churfursten und fursten des Heiligen Reichs und die botschaften von irer gnedigsten und gnedigen herrn wegen irs vermogens, keyserlicher mayestat alles das zu raten, das irer Mt. und dem Romischen Reich Šzu ere, /296’/ nutz und gutem dienen und reichen mocht, ganz urputig und willig. Ire gnaden und die geschickten botschaften bewegen aber diesen handel wichtig, dapfer und dermassen gestalt, das in irer gnaden, die dannoch itzo alhie in geringer anzal sein, vermogen nit ist, fruchtbarlichen darin, als ire gnaden und die geschicktena doch gern teten, zu raten oder zu handeln, sonder das von noten sey, aller stende des Heiligen Romischen Reichs, die es auch mitbetriefft, rat in solichem mit zu gebruchen. Darumb so ist irer gnaden gutbedunken, das keyserlich Mt. einen Reichs tag an ein gelegene malstat furderlich usschreiben, alle stende des Reichs erforderen und von solichen sachen nach notturft uf solichem tag handeln und ratschlagen lasse. Daselbst wollen sie auch erscheinen und sambt anderen stenden des Heiligen Reichs, was in solichem zu tun nutz und gut sein will, irs vermogens und besten verstentnuß auch treulich raten und sich dermassen dan halten, darab ir Mt. irenthalb keinen mangel, sonder ire gnaden als treu churfursten und fursten, wie sich ire gnaden des bisher /297/ auch gefliessen haben, spuren und erkennen soll.

    Und ist daruf irer furstlichen gnaden und der geschickten botschaften von wegen irer gn. Hh. undertenig bit, das keyserlich Mt. solich ire anzeygen und gutbedunken, das sie aus treuem gemute tun, gnediglich annemen wolle. Dann wo ire gnaden etwas bessers und furtregenlichers nach gestalt und grosse dieser sachen dißmals hetten bedenken oder raten mogen, das wolten ire gnaden und die geschicktenb keyserlicher Mt. in aller undertenigkeit auch unangezeigt und uneroffnet nit gelassen haben, sich keyserlicher mayestat hiemit als irem allergnedigsten hern underteniglich bevelhend.3

    «Nr. 17 Aufzeichnung über die Replik der ksl. Gesandten an die versammelten Kff. und Ff. und deren Antwort darauf – [Mainz, 8. Mai 1508 oder kurz danach] »

    [1.] Ankündigung der ksl. Gesandten zur Übersendung der ständischen Antwort an Ks. Maximilian; [2.] Zusage der Kff. und Ff. zur Verlängerung des Tages; [3.] Wiederholung ihrer Ankündigung durch die ksl. Gesandten.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 30–30’ (Kop.) = Textvorlage A.1 Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 474’–475 (Kop.) = B.

    Š[1.] Am 8. Mai (montag nach dem sontag misericordia Domini)übergaben die Stände ihre Antwort [Nr. 16] an die ksl. Gesandten, worauf diese nach deren Verlesung und erfolgter Beratung ihre Erwiderung vorlegten:

    Sie hetten die schrieftlich antwort besichtiget und bewogen und darin befunden, das sie sich nach gestalt und gelegenheit der sachen derselben antwort nit versehen gehabt hetten. Dieweil aber kayserlicher Mt. bevelh stunde, das sie die antwort horen und die irer Mt. furderlich zuschicken solten, demselben kayserlichen bevelhe gepure inen nachzukommen. Wolten also solich antwort irer Mt. zusenden und, was inen daruf begegent, unseren gnst. und gnedigen herrn nit verhalten. Bittend, das ir gnaden ein clein zeit gedult und herin kein verdrieß haben wolten, biß solichs geschee, damit nichts versaumpt und unrate, so ksl. Mt. en[t]steen mocht, verhute[t] pleybe. Das hetten sie unsern gnst. und gn. Hh. fur ire persone unentdeckt nit lassen wollen. Dardurch sie vermerken mochten, das sie nit anders, dan das inen ire bevelh uflegt und sie pflichtig weren, handeln wolten.

    [2.] Uf solichs haben unsere gnst. und gnedigen herrn und der fursten botschaften antworten lassen, sie hetten ire, der keyserlichen Mt. geschickten rete, begern gehort, das sich uf lenger pleibens erstreckt. Darauf geben sie ine guter meynung zu erkennen, das inen lenger alhie zu verharren vast [= sehr] ungelegen were. Aber doch kayserlicher Mt. zu eren und gefallen wolten sie biß uf frytag [12.5.] oder sambstag [13.5.] alhie verharren. Aber lenger zu pleyben sey ir gelegenheit nit.

    [3.] Darauf haben der kayserlichen Mt. geschickten rete gesagt, sie hetten die antwort entpfangen. Wolten also dieselben kayserlicher Mt. zusenden, konten dißmals nit wyter.

    aUnd sein also abgetreten und von der zeit, in der fursten antwort angezeigt, kein meldung getan. Dabey ist es auch dißmals bestanden–a.

    «Nr. 18 Weisung Ks. Maximilians an seine Gesandten auf dem Mainzer Tag – Siegburg, 10. Mai 1508 »

    [1.] Empfehlung der Mainzer Versammlung zur Einberufung eines Reichstages; [2.] Verweis auf die kritische militärische Situation; [3.] Vorschlag zur unverzüglichen Abhaltung eines Reichstages; [4.] Aufforderung zur Einigung über einen Tagungsort und zum Zusammenbleiben der Teilnehmer; [5.] Mitteilung an Kf. Friedrich von Sachsen wegen des weiteren Vorgehens im niederbayerischen Erbfolgestreit.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 290–292’ (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 31–34’ (Kop.)1 = B. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 475’–478’ (Kop.) = C.

    Š[1.] /290/ Maximilian, von Gots gnaden e[rwählter] romischer keyser etc.

    Erwirdiger furst, wolgebornen, ersamen, andechtigen, lieben getreuen. Bestätigt den Eingang ihres Schreibens2samt der schriftlichen Antwort der Kff., Ff. und Stände. [Teils sinngemäße, teils wörtliche Wiedergabe von Nr. 16].

    /290’/ Wiewol wir uns nun anderer und pesser antwort, die dem Heiligen Rich und dutscher nacion derselben noitturften und obligen nach zu furderlicher hilf und trost gereicht, zu inen versehen hetten, yedoch, so sie zu solicher meynung entschlossen sin, ungezwifelt irem erpieten nach getruwes gemuts, so mogen wir sie daruber nit hoer anstrengen und lassen uns also solicher irer antwort, anzeigens und erpietens gnediglich be[g]nugen.

    [2.] Doch der gestalt, nachdem sie auß unser werbung, durch uch an sie bescheen, und sust in manig weg offentlich wissen, sehen und teglichs vernemen unser und des Heiligen Richs grosse noit und obligen, auch der Franzosen, Venediger und irer anhenger trefflichen macht, anfechtung, kriegsubung und bosen fursatz, die wir inen bißher vil und oft angezeigt haben, sich auch von tag zu tag ye lenger, ye grober erschynen, daz wir inen die nit gnug erzelen mogen, sunder inen selbs /291/ wyslich zu betrachten befelhen.

    [3.] In ansehen und bedacht desselben, auch der zit, so nun am gelegensten und besten vorhanden ist, und darzu dannocht der rustung, darin etlich stend des Richs, auch unser erpliche lande im felde sint, dieselben leger bijeinander zu behalten und fura unlust und abzüg zu verhuten, und sust gestalt und gelegenheit nach aller sachen, so ist unmoglich, unfruchtpar und ganz versumlich, eynen gemeynen Rychs tag zu beschryben und zu versammeln.

    bAber zu furderung, austrag und gutem solicher unser und des Richs, auch dutscher nacion noitturft und obligen sint wir willig und geneigt, mit den kurfursten, fursten und stenden, uf ytzigem tag zu Meynz versammelt, und noch mit dem meisten teil, so wir in der nehe und furderlich erfordern und zusamenbringen mogen und wollen, die alle unsers bedunkens ausserthalb der ferren die gegenwirtig des Heiligen Richs und dutscher nacion obligen und noitturften zu bedenken, zu schliessen und zu fursehen wol macht und fug haben, ein Rychß tag zu halten, doch denselben uf keynen gesetzten tag, sunder on allen verzug und von stund an–b.

    /291’/ Dabij geben wir uch zu erkennen, daz uns solicher tag und besamlung am liebsten zu Trier wer. Wo daz aber nit statt hett, alß wir dan der proviand halben sorg tragen, so lassen wir uns gefallen zu Collen, da wir dan unser burgondisch sachen und noitturften daneben außrichten mogen. Wo daz aber zu Coln auch nit gelegen wer, so mogen wir lyden, ob inen geliebt, zu Spyer.

    [4.] Demnach ist auch noit und unser ernstlich ermanen und meynung, daz die kurfursten, fursten und stende von disem tag keinswegs anheim verrucken, Šsunder sich der dryer malstat eyner, die inen am gelegensten ist, verglychen und uns dieselben verkunden. So wollen wir unser furnemen und handelung mit unserm oheim [Hg. Wilhelm] von Julch und in ander weg furdern, in hoffnung, in acht tagen bereit zu werden und alßdan uf den tag, wohin sie sich des entschliessen, personlich zu inen komen, auch darauf andere mere fursten und stend des Richs, sovil wir in der nehe und am furderlichisten erlangen und gehaben mogen, ylends beschryben und erfordern, darzu unsern lieben oheimc [Ebf. Hermann] von Coln, den wir dermassen geneigt und willig wissen, uf welichen tag wir ime schriben, daz er sich darauf von stund an erheben und an die malstat, wie sie sich der verglychen und uns berichten, /292/ ziehen wirt. Und daz sie sich daruf keinswegs zertrennen. Dan wo daz beschee, hetten wir sorg, sie und andere so pald nit mer zu erlangen und dadurch alle sachen versumpt und verwarlost zu sin, sunder herinnen, nachdem sie sich ye erpieten, uf einen Richß tag, den wir außschryben solten, zu erschynen, ytzo so lieb alß hernach, so es nit mer helfen, auch wir mit unser person unser sweren kriegßleuf halben, darin wir an allen enden sin, nit erschynen mochten, zu furderung aller sachen grosser noitturft nach gutwillig, gehorsam, mitlydig und furderlich erschynen, als wir uns zu inen genzlich versehen und wol getrösten; daz auch zusampt schuldiger pflicht in aller fruntschaft und gnaden gegen inen erkennen wollen.

    Daz haben wir uch ylends uwerm begern und der noitturft nach unverkunt nit lassen wollen, ernstlichsd flis bevelhend, daz ir solichs alles den kurfursten, fursten und stenden zu Meinz von unsern wegen eigentlich mit besten fugen und worten, so uch zu willfarn unser meynung und begerns furtreglich und gut ansehen, furhaltet. Und was uch zu antwort begegent, uns mit uwerm rat und gutbedunken /292’/ ylends unde widerumb berichtet, uns aller ding darnach haben zu richten. Daran dut ir unser ernstlich meynung und gefallen.

    Wir mogen keinswegs lyden, daz der kurfursten, fursten und stende keyner verryt, dan wir den tag und besammelung von stund an halten wollen.

    [5.] Dan unsers lieben oheims und kurfursten, herzog Friderichs von Sachsen halben, der bedarf sich die beyerisch tax und daz sin lieb den partyen gein Nurnberg tag angesetzt hat3, nit bekommern noch irren lassen. Dan wir haben furgenomen, solich sach uf dem Richß tag, itzt vor augen, handeln zu lassen, damit wir auch dabij sin mochten, und dadurch kunftig irrung in demselben handel, wie sich itzt zulest schier ein nuwer span erhaben hett, vermitten Špliben. Wir haben auch solichs den partyen verkunt und sie zu Nurnberg abgeschriben.4 Soliche meynungen wollent siner lieb mit pestem glimpfen auch zu erkennen geben. Geben zu Sigburg, am zehenden tag Mey anno etc. im achten, unser Richs, des Romischen im XXIIIten.

    «Nr. 19 Ks. Maximilian an Bf. Lorenz von Würzburg – Siegburg, 10. Mai 1508 »

    Aufforderung zur Unterstützung der ksl. Anliegen auf dem Mainzer Tag und zur Bewilligung einer Anleihe.

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 125 (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. G. Vogt) = Textvorlage A.

    Bestätigt den Erhalt seines Schreibens aus Mainz [Nr. 9, Anm. 1]. Er hat seinen Gesandten eine Erwiderung an die Kff., ihn, Bf. Lorenz, und die übrigen dort versammelten Stände auf ihre Antwort befohlen [Nr. 18]. So begern wir mit sunderm ernst und flis an dein andacht, dwil unser und des Richs sachen und noitturften vil an diner andacht gelegen sin, du wollest dieselben mit getruwem flis wie bißher furdern und zu willfarn unsers noitturftigen, zimlichen begerns daz pest raten und helfen, auch daneben in sunderheit in dem anlehen, wie wir din andacht hievor angesucht haben, darauf uns gestalt der leuf nach verlust unser graveschaft Tyrol und lands zu Crain steet, so flyssig und furderlich erscheynen und also in alle weg uns und dem Reich zugut daz best tun, als wir dir gnediglich getruwen. [Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 20 HM Friedrich von Sachsen an den Ordensmeister in Livland, Wolter von Plettenberg – [Dresden], 10. Mai 1508 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 101 (Auszug, mitwoch nach misericordias Domini).

    Druck: Liv-, Est- und Kurländisches UrkundenbuchII/3, Nr. 369, S. 269.

    Beabsichtigt, den Ks. in Mainz oder Speyer zu treffen, um ihm und anderen Freunden des Ordens ihrer beider Angelegenheiten1 vorzubrin Šgen.2Falls der Ks. nicht dort sein sollte, wird er, wie bereits angekündigt, ohne weiteren Verzug Gesandte zu ihm abordnen.3

    «Nr. 21 Stellungnahme Kf. Friedrichs III. von Sachsen – [Mainz, vermutlich 13. Mai 1508] »

    [1.] Beteuerung der Redlichkeit seiner Verhandlungsposition; [2.] Ablehnung des ksl. Vorschlags zur unverzüglichen Abhaltung eines Reichstages; [3.] Wunsch Kf. Friedrichs nach Abreise; [4.] Erneuerung der Empfehlung zur Einberufung eines Reichstages; [5.] Bereitschaft zur Anhörung von Vorschlägen zur Verteidigung gegen Venedig.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 61–62 (Kop., Überschr.: Unsers gnedigisten herrn, herzog Fridrichs, curfursten etc., ratschlag und bedenken auf ksl. Mt. geschickten replica [Nr. 18].) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 42–44’ (Konz., Überschr. entsprechend A) = B.

    [1.] Das ksl. Mt. sich ainer anderen und bessern antwurt versehen etc. [Nr. 18, Pkt. 1, fol. 290’], darzu sagt mein gnedigister herr, sein gnad hab hivor sich horen lassen, das er bey seinen pflichten kain pessers hab wissen zu finden [Nr. Š13, Pkt. 7]. Des bedenkens ist sein gnad noch. Und wer es einigerley weis in seiner ftl. Gn. vornehmen oder versten, das disen swern notturften und obligen ksl. Mt. und des Heyligen Reichs furtreglicher geraten werden mocht, so wolten es sein ftl. Gn. ye nit unterlassen.

    [2.] Dy bewilligung ksl. Mt. des tags durch dy fursten und botschaften, so ytzo hie sein, mit dem meysten tail der, die in der nehe, von stund an zu halten1, kan mein gnst. herr bey yme nit ermessen, das solcher tag ksl. Mt., wie sy bedenkt, weder nutzlich noch furtreglich sein, vil weniger, das euer aller gnaden, so ytzo hie sein, mit den nehern ausserhalb der andern curfursten, fursten und stenden in disen des Heyligen Reichs beswerlichen wider[wär]tigkaiten ichts zu schliessen, zu versehen macht [oder] fug haben aund fur ander stende des Reichs zu willigen, ir leut wider dy feind zu underhalten, das ye in seiner ftl. Gn. macht nit ist–a, sonder vilmer den wyderfal. Dan wie wolten es euer aller gnaden gein den andren stenden des Heyligen Reichs verantwurten, in so grossen und dapfern sachen euch von inen zu sondern und hinter ynen was schlieslichs zu handlen? Und ob euer aller gnaden und di botschaften gleich furnemen, so wer es doch alles unbundig und von uncreften, auch wider alten, loblichen gebrauch im Heyligen Reich, alzeit geubt und lang herbracht.

    [3.] Von disem tag nit zu verruken [Nr. 18, Pkt. 4], ist meinem gnedigist[en] herrn gar nit gelegen und seiner ftl. Gn. bewegen an alle frucht. Dan so ksl. Mt. kein gemeinen reichstag willigen wil und der ander tag, den sein Mt. willigt, weder seiner Mt. noch dem Heyligen Reich zu ichte gedeilichem erspriessen, so kan sein ftl. Gn. nit abnemen, warumb sein Gn. hie nit verrucken sol; bund von ainer malstat zu reden an not–b. Das aber der bischof von Trier Collen vor gelegen ansihet, dafur achts sein gnad nit.

    [4.] Und bestet mein gnedigister herr auf voriger seiner ftl. Gn. gegeben und itzt etlicher maß verneuter antwurt und meynung, das sein ftl. Gn. ksl. Mt. bei irn pflichten und hochstem verstentnus und vernemen nutzlichers, furtreglichers noch bessers nit wisse zu raten, dan das sein Mt. ainen gemeinen reichstag an gelegen end und aufs furderlichist ausschreiben und ansetzen lasse. Und ob alle fursten personlich nit erscheinen mochten, ir treffentlichist rete mit vollen gwalt schickten, domit [für] dy swern und geschwinden leuften rat funden werden mocht, so wil sein ftl. Gn. auch gern alles tun und raten helfen, das fur gut angesehen wirdet.

    [5.] Das Trier gesagt, es solten weg zu finden sein, wie den Venedigern widerstant zu tun sey etc., dy wel mein gnedigister herr gern horen und also Šdarzu reden, das ksl. Mt. des kain ungfallen haben und an seinen furstlichen gnaden dy billigkait nit erwinden solle.

    «Nr. 22 Bericht Dr. Dietrichs von Plieningen an Hg. Wolfgang von Bayern – Mainz, 13. Mai 1508 »

    [1.] Unterredung mit Kf. Friedrich von Sachsen wegen des Landshuter Erbfolgestreits; [2.] Aufforderung an Ks. Maximilian zum Erscheinen auf dem Mainzer Tag; [3.] Initiative Kf. Friedrichs zu einem Vermittlungsversuch zwischen Hg. Wilhelm von Bayern und Pfgf. Friedrich, Absicht Ks. Maximilians zur Entscheidung über den Erbfolgestreit auf einem künftigen Reichstag; [4.] Angelegenheit Hgin. Kunigundes von Bayern beim Ks.; [5.] Abreise des Ks. vor Eintreffen der Kff.

    München, HStA, KÄA 1241, fol. 117–120’, 121–121’ (Or., sambstag vor suntags jubilate).

    [1.] Er ist am 4. Mai (pfintztag vor dem suntag misericordia Domini)in Mainz eingetroffen. Am folgenden Tag konnte er seinen Vortrag wegen des Erbfolgestreits in Anwesenheit Dr. Johann Mogenhofers (Propst zu Wittenberg) vor Kf. Friedrich von Sachsen halten und anschließend Unterlagen zu den Verhandlungen in Augsburg1übergeben und vorlesen. Der Kf. versprach deren Studium und kündigte seine baldige Abreise nach Nürnberg an, um dort die auf die Woche nach Jubilate [= nach dem 14. Mai] ausgeschriebenen Vermittlungsverhandlungen [Nr. 18, Anm. 3] zu leiten. Er forderte ihn, Plieningen, auf, ihn dorthin zu begleiten.

    [2.] Am 9. Mai (erichtag)unterrichtete ihn Mogenhofer über die gemeinsame schriftliche Aufforderung Kf. Friedrichs, der Ebff. von Mainz und Trier sowie des Bf. von Würzburg an den Ks., so rasch wie möglich nach Mainz zu kommen. Diese war verbunden mit der Ankündigung, wieder abzureisen, falls er nicht bis zum heutigen Tag hier eintreffen oder wenigstens auf der direkten Anreise hierher befindlich sein sollte.2Mogenhofer bat ihn, noch einige Tage zu warten. Sollten inzwischen Gründe eintreten, die die Abreise der Kff. und Ff. verhindern sollten, würde er unverzüglich darüber informiert.

    [3.] Am gestrigen Freitag [12.5.] wurde er erneut bei Kf. Friedrich vorstellig. Dieser berichtete ihm, dass der Ks.des beruerten pairischn handels halb mit ainer neuen practikn und finanz umbgeenund planen solle, den Fall an seinen Hof zu ziehen, um nach eigenem Gutdünken zu verfahren. Er zeigte auch ein ksl. ŠSchreiben3an den Kf. vor, laut dem der Ks. Ernst von Welden4zu sich berufen hat, der deshalb nicht am Nürnberger Tag teilnehmen kann. Der Ks. forderte den Kf. weiter auf, in dieser Angelegenheit für drei bis vier Wochen nichts zu unternehmen. Er wolle sich mit dem Kf. und den anderen beiden Kommissaren [Ludwig Vergenhans und Welden] besprechen, bevor er selbst tätig werde. Kf. Friedrich unterrichtete den vorgestern [11.5.] in Mainz zusammen mit Georg von Wispeck, Adam von Törring und Ulrich Albersdorfer eingetroffenen Pfgf. Friedrich über diese Entwicklung, der in einen Schiedsversuch durch den Kf. einwilligte, ohne allerdings – im Falle eines Scheiterns – auf die Alternative der vom Ks. eingesetzten Kommission zu verzichten. Der Kf. unterrichtete ihn, Plieningen, weiter, dass sich Hg. Wilhelm und die Vormundschaftsräte gegenüber seinem Gesandten Dr.[Johann von] Staupitz in Bezug auf ein gütliches Verfahren zustimmend geäußert hätten. Er kündigte an, am Montag [15.5.] nach Nürnberg abzureisen und sich dort um eine rasche Einigung zu bemühen, damit der Fall nicht an den ksl. Hof gezogen werde.

    Am Abend informierte ihn der Kf.über ein weiteres ksl. Schreiben an die Kff.[Nr. 18, Pkt. 5], worin es hieß, dass Kf. Friedrich wegen des niederbayerischen Erbfolgestreits nicht aus Mainz abzureisen brauche, da der Ks. den Fall an seinen Hof gezogen habe, in der Absicht, selbst darüber auf dem künftigen Reichstag in Köln, Trier oder Speyer zu entscheiden. Die anwesenden Kff. und Ff. rieten dem Kf. jedoch nach Einweihung in seine Pläne für ein Schiedsverfahren, er solle ungeachtet des ksl. Schreibens so bald wie möglich nach Nürnberg abreisen und das Verfahren zum Abschluss bringen. Der Kf. ist entschlossen, am Montag [15.5.] nach Nürnberg aufzubrechen. Er informierte Pfgf. Friedrich darüber und ersuchte ihn um eine Stellungnahme, da sein Vorgehen geeignet sei, den Unwillen des Ks. gegen ihn zu beschwören, und er Gefahr laufe, bei einem Scheitern des Schiedsverfahrens an seiner Reputation Schaden zu nehmen. Außerdem sei dann zu befürchten, dass der Streit an den ksl. Hof gezogen würde und man noch vil mer muehe und unrate gewarten muesse. Der Pfgf. beteuerte daraufhin erneut seine Kompromissbereitschaft.

    Er, Plieningen, hat inzwischen Dr. Lupfdich schriftlich aufgefordert, sich zu ihm und dem bereits informierten Dr. Eisenreich nach Nürnberg zu begeben. Er rät, sich wie die Gegenpartei in das Schiedsverfahren einzulassen und kompromissbereit zu sein, in ansehung der geschwinden grif und handlungen, die an ksl. hofe vor augen und uns wol begegnet sind.5

    Š[4.] [PS] Er hat den Ks. auf seiner Reise nicht angetroffen und konnte deshalb die Angelegenheit der Hgin.[Kunigunde] nicht persönlich vorbringen.6Bf.[Matthäus Lang] von Gurk hat aber hier in Mainz zugesagt, sich darum zu kümmern.

    [5.] Der Ks. hat die Kff. und Ff. zuerst nach Speyer und dann hierher nach Mainz geladen, aber irer an kainem der enden noch in der nahet darumb erwartet.Stattdessen ist er nach Metz, Saarwerden (Sallwerdt), Zweibrücken und St. Wendel, von dort weiter nach Andernach und Köln und schließlich nach Aachen gereist. Derzeit soll sich der Ks. in Linz bei Köln aufhalten. Bittet um Anweisung von Geld für die Verhandlungen in Nürnberg.

    «Nr. 23 Resolution der versammelten Kff. und Ff. an die ksl. Gesandten – Mainz, 13. Mai 1508 »

    [1.] Vorschlag Ks. Maximilians zur unverzüglichen Abhaltung eines Reichstages; [2.] Nutzlosigkeit einer solchen Versammlung; [3.] Bekräftigung der ersten Resolution.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 35–35’ (Kop., Datumverm.: Bescheen am sambstag nach misericordia Domini anno XVCVIIIvo.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 121–121’ (Kop.) = B. München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 286–287 (Reinkonz.1, Datumverm.: Beslossen am sambstag nach m[isericord]ia Domini anno XVCVIIIvo.) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 479–480’ (Kop., Datumverm.: Uf sambstag nach dem sontag misericordia Domini anno etc. octavo zu Menz uf dem rathuß.).

    [1.] Curfursten, fursten und die potschaften, aso auf ksl. Mt. beschreiben ytzo zu Menz sein–a, haben irer Mt. widerschrift [Nr. 18], irer Mt. reten uf derselben curfursten, fursten und potschaften jungst gegeben antwort [Nr. 16] uberschickt, in undertenigkait gehort. [Zusammenfassung von Nr. 18, Pkt. 2–4].

    [2.] Darauf geben dieselben curfursten, fursten und geschickten potschaft yrer ksl. Mt. in aller undertenigkait dise antwort: Wes ire ftl. Gnn. und die Šbotschafte[n] irer Mt. jungst uf ir begeren eroffent, dz haben sie groß und swere halben ditzs handels treuer und guter meynung getan und des bey inen nit besser finden mogen.

    Ire ftl. Gnn. und die potschaften bewegen auch nachmals, ob sie sich schon an der angezeigten end eins verruckten, so mocht dannochtb durch yre gnaden und die, so yre Mt. in der nehe zu ir erfordern wirdet, uf dz ir Mt. begeren nichts fruchtparlichs und dz ir Mt. und dem Hailigen Reich zustaten kommen mocht, gehandelt werden. Dann wu ire gnaden und die botschaften des vertrauens oder zuvorsicht weren, dz an der benenten end ainem ichts fruchtparlichs cin solchen tapfern und grosen sachen hinder den andern stenden, die der merer teil sein, zu erlangung einer außtreglichen hilf irer Mt. begern nach–c gehandelt werden mocht, so wolten sie es als gern hie tun und vil lieber nhermals [= beim letzten Mal, jüngst] getan haben.

    Aber yr gnaden und die botschaften bewegen auch, wu sie sich in ksl. Mt. begeren dermasen begeben, dz solchs yrn gnaden und der geschickten botschaften herrn bey andern stenden des Reichs widerwillen, nachrede und unfreuntschaft geberen, zusambt dem, dz es ksl. Mt. zuvorderst unersprißlich sein wurde, angesehen, dz sie sich der andern abwese[n]den stend nit zu mechtigen hetten.

    [3.] Demnach, so ist nachmals irer ftl. Gnn. und der geschickten potschaften von wegen irer gn. Hh. undertenig bit, dz ksl. Mt. solch yre forige und ytzig anzeigen und gutbedenken, dz sie auß treuen gemute getan und ytzo tun, gnediglich annemen wol. Dann wo ire gnaden etwas bessers und furtreglichers nach gestelt und grose diser sachen vormals und ytzo hetten bedenken oder raten mogen, dz wolten ire gnaden und die geschickten ksl. Mt. in aller undertenigkait auch unangezeigt und unerofnet nit gelassen haben. Habend sich irer Mt. hiemit als yrem allergnst. herrn abermals underteniglich bevolhene.

    «Nr. 24 Stadt Köln an ihre Gesandten in Mainz, den städtischen Protonotar Georg Goldberg und Ludwig Sachs – Köln, 13. Mai 1508 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 87’–88 (Kop.).

    Übersenden ihnen in Form kollationierter Kopien die gewünschten Unterlagen über den Romzug.1Sie haben es bislang unterlassen, auf ihre Berichte zu reagieren, da der Ks. sich unweit von Köln aufgehalten hat. Gestern Abend ist er hier eingetroffen. Sie sollen dies aber nicht bekannt machen. Weisen sie an, sie unverzüglich zu informieren, falls die Ff. aufbrechen und hierher ziehen sollten und ob der Tag in ŠMainz abgehalten oder an einen anderen Tagungsort verlegt wird. Erinnern sie an ihre Weisung wegen Contz Heymes [Nr. 12].

    «Nr. 25 Stellungnahme Kf. Friedrichs III. von Sachsen – [Mainz, nach dem 13. Mai 1508] »

    [1.] Wunsch Kf. Friedrichs nach Abreise; [2.] Festhalten an der Empfehlung zu einem Reichstag; [3.] Bürgschaft für die Reichsanleihen.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 72–73 (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 44–44’ (Konz.) = B.

    [1.] Auf den artikel, von hynnen anhaym nit zu verrucken etc., zu sagen: Mein gnedigister herr waiß sich zu erinnern, das hivor erstmals ain instruction [Nr. 10] von der ksl. Mt. reten ubergeben, darauf auch euer und sein ftl. Gn. antwurt getan und den reten in schriften [Nr. 16] behendet haben. Und das auf ansynnen der rete, von hynnen, ehr ksl. Mt. meynung gehort, nit zu verrugken [Nr. 17, Pkt. 1], des doch ir instruction nicht vermocht, e. und sein ftl. Gn. sambt den botschaften des, biß auf sonnabent negst verschinen [13.5.] alhie abzuwarten, gewilligt [Nr. 17, Pkt. 2]. Dweyl dan nun ksl. Mt. von irer meynung, als aus ir widerschrift, an ir rete getan [Nr. 18], zu vermerken, nit abstehn und kain gemeinen reichstag machn wellen und sein ftl. Gn. den ersten rat und gutbedunken auch nachmals nit wissen zu verbessern oder zu verendern, aso wais sein gnad ir obligen halb hie nit lenger zu verziehen–a.

    Item zu erzelen, wie sein gnad ehr den negstn haimziehens und volgent, so sein gnad von ksl. Mt. gein Ulm, Speyer und zuletzt gein Menz beschriben und erfordert, ksl. Mt. zu antwurt geben, das sein ftl. Gn. sich nit kont aufhalten lassen, sein Mt. auch sein gnaden zugeschriben, das sy yne gar nit aufhalten wolt und von disen hendel, so hie furfallen, mit kainem wort kain meldung getan.1 ŠSo gedenken sich sein ftl. Gn. irer Mt. schreybens und notturft seiner obligen zu halten.

    [2.] Item geht der reichstag fur sich, so hat sein gnad berait sich horen lassen, das sein gnad als der gehorsam sich erzaigen wellen [Nrr. 13, Pkt. 7; 21, Pkt. 4]. Wird nichts darauß, so ist auch sein gnad on not, hie zu verziehen, dan sein gnad hinter den andern ste[nden] nichts schliessen mag noch will.

    [3.] Des anlehen der hunderttausent gulden halben [Nr. 15, Pkt. 3] ist mein gnedigister herr urbutig, zu seiner gnad antail burg zu werden und sich zu verschreyben, sofern sein ftl. Gn. notturftiglich versicherung und bestelt2 gemacht werde, domit er des an schaden und das sein gewislich wisse wider zu bekomen. Aber auf dy kunftig steuer wiß sein gnad mit seinem bruder [Hg. Johann] nichts zu tun.

    «Nr. 26 Antwort der Kff. und kfl. Gesandten an die ksl. Gesandten – [Mainz, 14./15. Mai 1508] »

    [1.] Verhandlungen über eine Reichsanleihe mit Bf. Lorenz von Würzburg und mit [2.] Lgf. Wilhelm II. von Hessen; [3.] Sicherstellung der beiden Anleihen; [4.] Anleihe bei den Handelsgesellschaften in den Hansestädten; [5.] Schreiben Ebf. Hermanns von Köln an Würzburg und Hessen wegen der Anleihe; [6.] Verlängerung des Mainzer Tages.

    ŠMünchen, HStA, K.blau 103/4a, fol. 278–279’ (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 26–28 (Kop.)1 = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 126–127 (Kop.) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 487–489’ (Kop.).

    [1.] /278/ [Zusammenfassung der ksl. Instruktion bezüglich der Anleihen bei Würzburg, Hessen und den Handelsgesellschaften in den Hansestädten; Nr. 15, Pkt. 2f.]. Darauf geben die kurfurstena, nemlich Meinz, Trier und Sachsen, und des marggraven von Brandenburg, kurfursten etc., botschaft ksl. Mt. underteniglich zu erkennen, daz sie anfenglich mit gedachtem hern Lorenzen, bischofen zu Wirzburg, in eigner person solichs anlehens halben gehandelt und von ime laut hiebijgelegter schrift antwort entpfangen haben. Und wollen nochmal, wo ksl. Mt. rete solichs uber die obgemelt gegeben antwort fur nutz, noit und furtreglich ansiecht, neben inen, den reten, gedachten herrn von Wirzburg bitten mit anzeigung irer, der kurfurstenb, /278’/ hernachvolgend erpieten, die vergewissung belangend.[Wiedergabe der Antwort Bf. Lorenz’ von Würzburg an die Kff.; Nr. 15, Anm. 7].

    [2.] Ferner, der schickung halben zu dem lantgraven zu Hessen, sint gedachten kurfursten und botschaften von irs hern wegen urbutig und willig, soliche schickung neben irer Mt. botschaft zu tun und in dem des ansuchens halben an inen kein mangel erwinden zu lassen, doch uf die vergewissung, wie hernach volgt.

    [3.] Und als ksl. Mt. ferrer in ir instruction dut melden, daz irer Mt. begern sij, daz sich die kurfursten durch ir geschickten gegen dem bischof zu Wirzburg und lantgraven zu Hessen anbieten und willigen wollen /279/ dermassen, daz ksl. Mt. solich anlehen von der nesten richßhilf widerumb bezalen und verfolgen lassen soll etc. Daruf ist der kurfursten antwort, ir maiestat kann auß hoer begabter vernonft wol ermessen, dwil diß kein Richß tag ist, daz inen hinder gemeyn stenden und ausserthalb eyner gemeynen versamlung des Richs solichs zuzusagen oder zu verschriben nit geburen will.

    Aber ausserthalb der vergewissung uf die hilf des Richs sint sie, die kurfursten, willig, ksl. Mt. zu undertenigem gefallen und damit ir Mt. ye vermerken mog, daz sie, die kurfursten, obgemelt irer Mt. wolfart gern sehen wolten, fur sich selbs als burgen, sofer sie des zuvor von ksl. Mt. gnugsam versorgt und vergewisst wirden, zu verschryben. Und wiewol die geistlichen kurfursten hinder iren capiteln ichts dermaß zuzusagen oder sich als burgen zu verschriben nit macht haben und die burgschaft ausserthalb irer capitel verwilligung auch uncreftig wer, so sint sie doch der zuversicht, wo inen die vergewissung von ksl. Mt., wie obgemelt, geschee, daz sie, die capitel, solich burgschaft zu bewilligen sich nit weigern wurden.

    ŠDie marggravisch botschaft will auch solichs an den marggraven zu Brandenburg, kurfursten etc., furderlich gelangen lassen, ungezwivelt, er werd sich des mit andern sinen mitkurfursten verglichen und gegen ksl. Mt. in undertenigkeit erzeigen.

    [4.] Witer, der schrift halben an die geselschaften in den see- und hanstetten eins anlehens halben zu tun etc., geben gemelte kurfursten und botschaften ksl. Mt. zu antwort, so inen ein concept, wie und welichermaß ir Mt. dieselben schrift gestalt haben, ubergeben, die wolten sie besichtigen und sich darnach mit geburlicher und zimlicher antwort vernemen lassen.

    [5.] /279’/ Und als ksl. Mt. rete sich haben horen lassen, wie und welichermaß der erzbischof zu Coln dem bischof zu Wirzburg und lantgraven zu Hessen der obgemelten sachen halben geschriben haben, darauf ist desselben erzbischofs von Coln botschaften antwort, daz sie dieselben antwort, der sie kein wissen haben, nit andern mogen, sunder lassen es bij derselben geschrift und meynung beruwen.

    [6.] Und nachdem durch alle kurfursten, fursten und derselben botschaften bewogen ist, daz ir lenger verziehen und verharren, dwil sie nit als gemein stend des Richs alhie versammelt sint und auß den ursachen, so sie hievor zu zweyen maln ksl. Mt. underteniglich zu erkennen geben haben [Nrr. 16, 23], fur unfruchtpar und unverfenglich achten und halten, darumb und auß denselben ursachen so werden herzog Fridrich von Sachsen, kurfurst etc., und der bischof von Wirzburg von hinnen verrucken. Aber dwil die andern kurfursten und botschaften zum teil alhie anheim sint und zum teil nit ferr anheim zu komen haben, so wollen sie doch, wiewol sie es auch unerschießlich ansehen, auß keynem andern dan ksl. Mt. zu undertenigem gefallen uf ir Mt. antwort, die sie auch inen zum furderlichisten zuzuschicken underteniglich bitten, alhie verziehen.

    «Nr. 27 Vortrag der ksl. Gesandten an Kff. und kfl. Gesandte – Mainz, 15. Mai 1508 »

    [1.] Anleihen für den ksl. Italienzug; [2.] Verlängerung des Mainzer Tages; [3.] Bitte der ksl. Vertreter um eine Stellungnahme zu einem am Vortag vorgelegten Schriftstück; [4.] Bitte Ks. Maximilians um Mitwirkung an den Verhandlungen mit Hg. Heinrich I. von Braunschweig-Wolfenbüttel über seine Teilnahme am Krieg gegen Venedig.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 272–273 (Kop., Datumverm.: Montags nach jubilate) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 127’–128 (Kop., Überschr.: Von ksl. Mt. reten montags nach jubilate gegeben.) = B.

    [1.] /272/ Zum ersten, die schrift, die e. Gnn. und andere haben uberantworten lassen [Nr. 26], sint wir ksl. Mt. dise antwort zuzuschicken [erbietig]. Verhoffen, antwort darauf zu bekomen. Dan sin maiestat daz bevolhen. Sie hetten sich eyner bessern und andern antwort vertrost, in sunder des anlehens halben. Aber dwil eynetrechtlich gefallen, wollen sie die auch ksl. Mt. zuschicken.

    ŠDer versicherung halben etc., haben sie dafur gehalten, daz die verwysung aufs Richs hilf nit unzimlich gewesen, nachdem ksl. Mt. dieselb hilf begert in anligen des Richs. Begern zu versten zu geben, waz versorgniß sie von ksl. Mt. haben wollen, dan sie kein moglichs und zimlichs nit weigern werde.

    [2.] Dan am ende der schrift, daz etlich hie bliben wollen, desselben blibens sagen die rete dank. Wollen auch nit verhalten, daz nechthin schrift zukomen, darin verkunt sin Mt., allen flis furzukeren, daz keyner verruck [Nr. 18, Pkt. 4]. Lat sich sin Mt. merken, sie wolt oder werde irer sachen sich in Geldern tun, sunder sie wollen disen Richß tag, wan sie weiß, wohin die stende verrucken, dahin zu komen. Ist nit mynder, wirt gemelt, daz Sachsen und Wurzburg verrucken /272’/ wollen, mag Wurzburg halb ursach haben wollen, deß stuckß halben ein artikel1 lesen lassen.

    Sachsen halben konnen sie auß keynem ksl. schriben vermerken, daz siner Mt. meynung sij, daz der verrucken soll. Waz daz geberen werd, sij zu bedenken. Wo sie byeinander pliben, wurd bij fynden und frunden vermerkt, daz ir euch des Richs sachen wolt lassen zu herzen gen. Sollt nun eyner oder mer verrucken, gebe den fynden ein frolichs, den frunden ein traurigs herz und solt dem Rich unwiderpringlicher schade zugefugt werden.

    Auß den und vil andern ursachen begern sie an herzog Friderichen, er woll dise swere sach beherzigen und in kein [weg] verrucken, [sondern] bij den andern bliben und daz best helfen raten und handeln.

    Begern auch an die andern fursten und botschaften, daz sie bij Sachsen flis furwenden, daz er nit verruck, den trefflichen schaden, der dem Rich davon entsten mocht, zu verhuten.2

    Sie achten auch, wo sie Sachsen vermogen, daz ksl. Mt. daz zu gefallen annemen werde.

    [3.] /273/ Sie haben auch den fordern tag ein zettel3 verlesen lassen. Bitten auf dieselb auch antwort.

    Š[4.] Ksl. Mt. hat kurzvergangen tag schrift getan, betreffen herzog Heinrichen von Brunswig [Nr. 10, Pkt. 9]. Die bitten sie zu horen.

    «Nr. 28 Die „Kleine Schickung“ der Stadt Köln an die Gesandten in Mainz, den städtischen Protonotar Georg Goldberg und Ludwig Sachs – Köln, 19. Mai 1508 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 90–90’ (Kop.).

    Sie haben in ihrem letzten Schreiben1berichtet, dass die Ff. aus Mainz abreisen und ihre Räte nach Köln bzw. zum Aufenthaltsort des Ks. schicken, und deshalb um Genehmigung zur Heimkehr gebeten. Weisen sie an, erst nach der Abreise aller Ff. und übrigen Gesandtschaften aufzubrechen, damit Köln beim Ks. und bei den Reichsständen nicht als ungehorsam angesehen wird. Falls der Ks. den Mainzer Tag an einen anderen Ort verlegen sollte, bitten sie um Mitteilung darüber. Bezüglich der noch ausstehenden Konfirmationsbriefe der Kff.[über das Kölner Stapelprivileg] und wegen der Angelegenheit mit Götz von Berlichingen (Berlingen)werden ihnen in Kürze Anweisungen zugehen.2

    «Nr. 29 Weisung Ks. Maximilians an seine Gesandten auf dem Mainzer Tag – [act. Mainz, 22. Mai 1508]1 »

    [1.] Einberufung eines Reichstages; [2.] Anleihe bei Bf. Lorenz von Würzburg; [3.] Anleihe bei Lgf. Wilhelm II. von Hessen, Sicherstellung der beiden Anleihen; [4.] Anleihe bei den Handelsgesellschaften in den Hansestädten; [5.] Rückerstattung der Anleihen aus der nächsten Reichshilfe.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 311–312’ (Kop., Verm.: Cesaree maiestatis nomine articuli suprascripti per reverendissimum dominum Gurcensem princiŠpibus presentibus et absentium oratoribus Moguntie, lune XXII. Maii, propositi fuere.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 38–39’ (Kop.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 132–133’ (Kop., Aufschr.: Uf montag nach dem sontag cantate, als myn gnediger her von Wirzburg etc. mit mynem gnedigisten hern, herzogen Friderichen von Sachsen, kurfursten etc., von Meynz hinweggeritten waren, haben ksl. Mt. rete zu Meynz die andern kurfursten und anderer kurfursten und fursten rete, so noch zu Meynz waren, uf das huß bescheiden und inen furgehalten die hernachgeschribene instruction. Verm. am Textende wie A) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 490–492 (Kop.).

    [1.] /311/ Von erst, berurend den Reichs tag: Nachdem die churfursten, fursten und stende auf irer vor gegeben antwort, nemlich das inen außerhalb eins gemeinen Reichs tag ichts zu handeln oder zu schliessen beswarlich und nit gemeint sein will, beharren.2 Darbey mussen wir es pleiben lassen. Sein darauf willens, wiewol das unsern und des Reichs furnemen zu vil verhinderung und versaumbnus raichen, ein Reichs tag, so furderlich es gesein mag, auszuschryben. Und ist deßhalb unser bevelh, das ir solichs den churfursten, fursten und stenden anzaiget und sie besprechet, damit sie doch auf demselben Reichs tag, awie sie ervordert werden–a, gehorsam und furderlich erscheinen und darauf das best tun wollen.3

    [2.] Das die churfursten mit dem [Bf. Lorenz] von Wurzburg gehandelt haben, er sich auch heimgefugt hat, der meynung, sich solichs anlehens halben zu bewerben und sein antwort den churfursten oder unserm neven [Ebf. Jakob] von Meinz in ir aller namen zu geben [Nr. 26, Pkt. 1], lassen wir uns wole gefallen. Emphelhen euch darauf, das ir by den churfursten oder Mainz in sonderheit bestellet, so solich antwort kumme, uns derselben zu berichten.

    [3.] Dan, als sich die churfursten auch willig erbieten, neben unser zu dem lantgraven [Wilhelm von Hessen] zu schicken und ine seins anlehens halber bewerben zu lassen [Nr. 26, Pkt. 2], beswern sich aber, gegen ime, auch [Bf. Lorenz von] Wirzburg anzubieten und zu willigen, das solich anlehen von der nehesten des /311’/ Reichs hilf widerumb bezalt werden soll, und sein doch darneben urbutig, sich fur sich selbs als burgen, soferre sie des zuvor von uns gnugsam versorgt und vergewyst werden, zu verschreiben [Nr. 26, Pkt. 3].

    Darauf geben wir euch zu erkennen, das wir sie anders nit mogen noch wissen zu versorgen dan die glaubiger, als lantgrave, Wurzburg und die geselschaften, mit unsern gnugsamen obligacion, sie in jarsfrist zu bezalen, und sie, die Šchurfursten, als burgen mit einer gnugsamen verschreibung oder schadlosebrief auf unsern guten glauben, sie in der berurten zeit der burgschaft zu entheben und one schaden zu halten. Dan das wir inen gern vil pfands einsetzten, so haben wir unser erbe und chamerguet dem Reich zugut des merern teils verkomert. In hoffnung, sie sollen in ansehung unser und des Reichs notturft an solichen verschreibungen auf guten glauben von uns zufrieden und benue[g]ig sein. Demnach ist unser bevelh, das ir solichs den churfursten von unsern wegen mit guten vleys furhaltet und sie darauf ernstlich ansuchet und bittet, sich des benugen zu lassen, die burgschaft also einzugeen, und nemlich die geistlichen solichs mit gutem vleys an ire capitel zu bringen und sie darzu zu vermogen, auch der abwesenden botschaften deßgleichen an ire herrn gelangen zu lassen /312/ und iren willen dergestalt zu erlangen allen vleys furzukeren. Dan solich anlehen uns und des Reichs furnemen hoch furdern, wo uns aber das verzigen werden solt, grossen nachteil und gebrechen geberen mag. So wollen wir inen guten kaufmansglauben halten, in hoffnung, sie werden dasselbig meher wan einiche verschrybung oder pfandschaft ansehen.

    [4.] Der schrieften halben von den churfursten an die geselschaften in den see- und hanstedten, der ist nit meher not. Aber unser meynung were, das die churfursten mit den dryen stedten Frankfort, Worms und Spyer ytzo ernstlich handelten, deßgleichen wir auch hie mit Collen und Lubeck in ubung sein, das sich dieselben dry obern steet zusampt Collen und Lubegk der burgschaft auf das anlehen der funfundzwenzigtausent gulden gegen den geselschaften in sehe- und hanstetten underfingen, auch auf unser obligacion und darzu auf unser und der churfursten mit uns schadloßbrief. So wolten wir die churfursten desselben auch one schaden halten und des under anderm uns gegen inen verschreiben.

    [5.] Daneben were auch unser begern und notturft, so sich je die churfursten beswern, sich zu verschreiben, /312’/ das diese anlehen von des Reichs nehesten hilf widerumb bezalt werden sollen, das sie uns doch ein verschreibung und bekantnus geben, das sie auf nehestkunftigem Reichs tag vleys furkeren wollen, sovil inen gebure und muglich sein werde, dardurch solich anlehen, funfundsiebenzigtausent gulden und darzu noch funfundzwenzigtausent gulden, so wir aber von unserm chamerguet darstrecken und darumb wyter unser erbe versetzen wollen, das sich alles hunderttausent gulden leuft, von derselben Reichs hilf bezalt werden mogen.

    Solich mainung wollet auch mit besten fugen an die churfursten bringen und die also zu erlangen allen vleys und ernst ankeren.

    «Nr. 30 Antwort der Kff. und Ff. an die ksl. Gesandten – Mainz, 22. Mai 1508 »

    [1.] Einberufung eines Reichstages; [2.] Anleihen bei Bf. Lorenz von Würzburg und Lgf. Wilhelm II. von Hessen, Bürgschaften der Kff.

    ŠWürzburg, StA, WRTA 5, fol. 133’–134 (Kop., Aufschr.: Uf solich instruction [Nr. 29] haben die kurfursten und anderer kurfursten und fursten rete, uf den obgemelten tag gegenwurtig waren, ksl. Mt. reten antwort gegeben, wie hernach volgt, der meynung, den rychßtag berurn.Verm. am Textende: Uf soliche antwort von stund an ist [durch] den bischof von Gurk von wegen ksl. Mt. gnediglichs heymziehens erlaubt kurfursten und andern kurfursten und fursten botschaften, diße ding getruwlich an ire hern zu bringen etc. Daz auch mit grossem dank angenomen worden.) = Textvorlage A.

    [1.] Wo der rychßtag durch keyserlich maiestat an bequemer stat furgenomen wurde, wo sie irer lybe halben komen konten oder mochten, wolten sie uf berufung ksl. Mt. sich gehorsamlich halten, als sie auch bißher getan hetten.

    [2.] Und uf die burgschaft und obligacion, zu tun fur ksl. Mt. nach inhalt der instruction, konten sie, die kurfursten, itzunt nit endlich antwort geben. Dan sie wißten noch nit, wie Wirzburg und Hessen die burgschaft von inen haben wolten. Darumb, so müß dasselbig vorgen. So hetten auch der andern kurfursten botschaft derhalben von iren hern kein bevelhe zu handeln. Diße meynung wolten sie ksl. Mt. reten, unserm allergnedigisten herrn, dem romischen keyser, von wegen der kurfursten und anderer kurfursten und fursten reten mit aller untertenigkeit zu erkennen geben etc.

    «Nr. 31 Bf. Lorenz von Würzburg an Ks. Maximilian – Würzburg, 22. Mai 15081 »

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 128–129’ (Kop., montags nach dem sontag cantate; Überschr.: Hernach volgt, wie myn gnediger her von Wirzburg etc. keyserlicher maiestat selbs schriftlich antwort geben hat uber die beger, XXVM gulden zu lyhen etc.) = Textvorlage A. München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 275–277 (Konz.) = B.

    Die Kff. und kfl. Gesandten in Mainz, wohin er sich aufgrund einer ksl. Aufforderung verfügt hatte, wurden bei ihm gemäß einer ksl. Instruktion [Nr. 15] vorstellig; zugleich übergaben ihm ksl. Räte ein Schriftstück bezüglich einer Anleihe von 25 000 fl.2Verweist auf seinen erwiesenen Gehorsam gegenüber dem Ks.– wofür dieser ihm auch gedankt hat –, auf seine persönliche Teilnahme an allen Reichstagen, auf die Erfüllung weiterer ksl. Anforderungen an ihn und auf die Leistung der Reichshilfen über den ihm auferlegten Anteil hinaus. Sein Kontingent [für den ksl. Romzug] befindet sich immer noch im ksl. Heer. Er bekundet seinen Willen, sich auch künftig dem Ks. gehorsam zu erzeigen. Dies alles geschah unter erheblichen Aufwendungen. Dazu musste er in diesem Jahr den Hh. von Guttenstein mit großen Kosten ein bei Würzburg gelegenes Städtchen abkaufen3, nur um zukunftigen Šunrate afür ihn und das Hochstift–azu verhüten, und dafür Geld aufnehmen. bEs ist ihm deshalb derzeit unmöglich, die Anleihe aufzubringen–b. Es ist auch ausgeschlossen, Besitzungen des Hochstifts zu verkaufen oder zu verpfänden. Bis zu diesem Tag wurden bereits wichtige Güter im Gesamtwert von über 200 000 fl. versetzt. Hätte er Geld, müsste er zuerst diese Besitzungen auslösen. Bittet, dies alles zu bedenken und ihm seine abschlägige Antwort nicht zu verübeln.

    [PS] Auf Bitten der ksl. Räte ließ er bei seiner Abreise den Würzburger Domherrn Lorenz Truchseß [von Pommersfelden] bei den Kff. und kfl. Gesandten in Mainz zurück.

    «Nr. 32 Bericht des Würzburger Domherrn Lorenz Truchseß von Pommersfelden an Bf. Lorenz von Würzburg – Mainz, 25. Mai 1508 »

    [1.] Antwort der Kff. an den päpstlichen Legaten Bernardino Lopez de Carvajal; [2.] Vortrag einer ksl. und einer ständischen Resolution am 22. Mai; [3.] Stellungnahme des bfl. Würzburger Gesandten, Äußerung Ebf. Jakobs von Trier; [4.] Erwiderung der ksl. Gesandten auf die ständische Resolution vom 22. Mai; [5.] Beendigung des Mainzer Tages.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 308–308’ (Or., Postverm.: Ad manus proprias fideliter.) = Textvorlage A.

    [1.] Hochwirdigister furst, gnediger herr. E. ftl. Gn. sein mein ganz willig, unterdenig und gehorsam dinst allezeyt mit vleis zuvor. Gnediger herr, wes nach e. ftl. Gn. abscheidung hie zu Meinz gehandelt ist worden, wollen e. ftl. Gn. von mir in gnaden vernemen etc. Gnediger furst und her, nachdem e. ftl. Gn. uf dinstag nach dem sontag jubilate [16.5.] von Meinz abgeschyden sein, haben die churfursten Meinz und Trier ander churfursten und fursten ret, die uf itzund gehalten tag zu Meinz gewesen sein, uf nechst frytag darnach [19.5.] uf das rathaus erfordert, sie zu entschliessen der antwort, dem cardinal und legaten [Bernardino López de Carvajal] etc. uf sein furtragen, uf sontag jubilate [14.5.] geschehen, zu geben. Das auch also geschehen ist und im ein gemein antwort uf obbestympten freytag nach mittag durch den meinzischen canzler [Johann von Dalheim] (latino sermone) in beywesen der zweyer churfursten und andern churfursten und fursten rede geben worden ist, der meynung, das sie, die churfursten und andere churfursten und fursten rede, seiner gnaden inkunft hoch erfreyt sein und seiner gnaden gros erbitung, zu ere und lobe dem Heyligen Romischen Reych und deutscher nacion geschehen, gros dank haben und sagen, in hoffnung, woe ein reychstag furgenomen werde, alsdan Šwerden seiner gnaden furgebrachten artikel, die cron des keysertumbs zu ere deutscher nacion betreffend, auch ausreutung der bohemischen secten und der erstorung und verfolgung der Durken berurn, weyter betracht werde[n] zu ere Got, dem Almechtigen, und erhohung cristlichens glaubens, dan itzund durch sie, die churfursten und andere churfursten und fursten rede, betracht konnt oder mocht werden. Das auch der cardinal angenomen hat und sie, die churfursten, gebeten, ernstlich vleis in sachen anzukeren zugut deutscher nacion und zu merung cristlichs glaubens.

    [2.] Gnediger furst und her, uf montag nach dem sontag cantate [22.5.] haben ksl. Mt. rede churfursten und andere churfursten und fursten rede uf das haus bescheiden, ksl. Mt. meynung zu vernemen. Und darnach anstat und von wegen ksl. Mt. diese meynung furgetragen haben nach inhalt dieser ingeschlossen instruction copien [Nr. 29], e. ftl. Gn. hie uberschigkt. Haben die gegenwertigen churfursten und andere churfursten und fursten rede uf denselbigen tag ksl. Mt. rede antwort geben: [Wiedergabe von Nr. 30].

    [3.] Gnediger herr, in unterreden sagt ich, betreffend leyhung der XXV-tausent fl. geburt mir nit zu antworten. Hab darvon auch kein bevelh, ongezweyfelt, e. ftl. Gn. westen sich wol zu halten, darumb ich den artikel, e. ftl. Gn. betreffend, beruen liss. Auch die andere artikel, ausgenomen den reychstag betreffend, wie die in der instruction stunden, berürten allein die churfursten und e. ftl. Gn. nit. Were darumb nit not, mir wyter darvon zu reden. Desgleichen sagt Hessen1 und Gulch. Aber den reychstag betreffend, gnediger her, hab ich zu antwort [gegeben], e. ftl. Gn. hetten sich bisher gegen dem Heyligen Romischen Reych gehalten als ein loblicher und gehorsamer furst. Were auch der (ongezweyfelt) zuversicht, e. ftl. Gn. wurden sich uf itzund furgenomen reichstag auch halten als ein loblicher und gehorsamer furst des Heyligen Romischen Reichs. Weyter redt ich, gnediger her, es stund in der instruction, das die churfursten und fursten uf den Reichs tag komen solten (wie sie erfordert wurden). Dasselbig „wie sie erfordert wurden“ verstun ich nit, dan e. ftl. Gn. mocht dermoss erfordert werden, das e. ftl. Gn. unmuglichen wer, zu komen uf zukunftigen reichstag – mit unterdeniger bit, mich desselbigen Šzu unterrichten, domit ich e. ftl. Gn. als meinem gnedigen hern schriftlich oder muntlich der handelung gruntliche relation tun kont. Von stund an fyel mir zu Gulch und Hessen. Do hub mein gnedigster her von Trier an, ob ich mandat het, darein zu reden. Sagt der meinzisch hofmeister [Thomas Rüdt von Collenberg] lachende: Mein her von Wurzburg hat mir gesagt, er hab Lorenz Druchses bevelh getun.2 Domit kam ein anderer, red also, das des mandats geschwigen wurd und nit weyter gedacht. Auch, gnediger her, lyss sich mein gnediger her von Trier horen im unterreden, die obligation zu tun von den churfursten etc., er wolt vor nymant kein burgschaft oder obligation ton; er vermocht syhe auch nit, und solt er auch wissen, das in ksl. Mt. in turn legen solt. Wan er wolt nit mere verschreiben, dan er kont halten. Er wolt auch, das er ein schenkel entzwey gefallen het, do er in vergangem jare gen Costenz in eygner person komen were. Dan er sehe wol, das diejenigen, die gegenwertig weren, den undank allein verdinten. In was meynung mein gnedigster her von Trier geredt hat, gib ich e. ftl. Gn. zu ermessen. Ich verstehe der sprach nit.

    [4.] Es wurd auch, gnediger her, das wort (wie sie erfordert werden etc.) in der antwort [Nr. 30] geschwigen und die antwort in gemein reden geben, wie vor geschriben stet. Und do ksl. Mt. geschigkte botschaft, bischove von Gurk, Nassau, Dobler etc., solche obgeschriben antwort entpfangen hetten, gingen sie nach gewonheit ab. Uber ein weyl schigkten sie den probst von Nurmberg, doctor Dopler, zu den churfursten und andern churfursten und fursten rede, der iren gnaden diese meynung furhilt: Sie, die geschigkten ksl. Mt. rede, hetten vernomen irer gnaden antwort uf anbringen, von wegen ksl. Mt. geschehen. Konten sie, ksl. Mt. rede, nit befinden oder vermerken, das solche antwort der instruction gemess were. Begerten an sie, die churfursten, ein andere, gleichmessige antwort.

    [5.] Aber kein ander antwort wurd gegeben, lyssen es beruen bey begebner antwort. Uf solch antwort von stund an durch den bischof von Gurk von wegen ksl. Mt. (die itzund zu Coln sein solle) gnediglichs heymzyhens erlaubt ward churfursten und andern churfursten und fursten botschaften, diese ding getreulich an iren herren zu brengen etc. Das auch mit grossem dank angenomen ward. Und uf mitwochen darnoch [24.5.], als gestern, ist der bischof von Gurk mit schiffung gen Coln gefaren. Desgleichen der cardinal und legat etc., auch mein gnedigster her von Trier uf heut datum [25.5.] abgescheiden sein zu wasser gen Coln. [Schlussfloskel, Datum, Unterschrift].

    « Nr. Š33 Ks. Maximilian an Kf. Joachim I. von Brandenburg – Köln, 27. Mai 1508 »

    [1.] Ksl. Antrag an die in Mainz versammelten Kff. wegen einer Reichsanleihe; [2.] Leistung der Konstanzer Romzughilfe; [3.] Aufforderung zur persönlichen Teilnahme am künftigen Reichstag.

    Berlin, GStA, 1. HA, Repos. 1, Nr. 4, fol. 6–6’ (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. M. Lang).

    [1.] Er ist zweifellos darüber unterrichtet, dass er, der Ks., für die Angelegenheiten von Ks. und Reich Lgf. Wilhelm von Hessen und den Bf. von Würzburg um eine Anleihe von je 25 000 fl. und die in den Hansestädten ansässigen Handelsgesellschaften um weitere 25 000 fl. ersucht hat. Aus seinen eigenen Erbgütern will er ebenfalls 25 000 fl. aufbringen. Er hat die auf dem Mainzer Tag versammelten Kff. aufgefordert, die Bürgschaft für diese Anleihen zu übernehmen, wohingegen er ihnen durch Schadlosbriefe zusichern wollte, sie binnen Jahresfrist zu entlasten. Die Gläubiger sollten Schuldbriefe erhalten, dass die Anleihe innerhalb eines Jahres zurückgezahlt würde. Die Kff. sollten im Gegenzug eine Verschreibung ausstellen, dass sie sich auf dem nächsten Reichstag dafür einsetzen würden, die Anleihe von insgesamt 100 000 fl. aus der Reichshilfe zurückzuzahlen. Jedoch lehnten die geistlichen Kff. eine Bewilligung ohne vorherige Zustimmung ihrer Domkapitel ab, die Gesandten der weltlichen Kff. verwiesen auf die Notwendigkeit zur Berichterstattung an ihre Dienstherren. Er erwartet nun die Stellungnahmen der einzelnen Kff. Zwar lädt er ihn mit beiliegendem Schreiben [Nr. 36] zum Reichstag, doch könnte eine so lange Verzögerung der Anleihe den Angelegenheiten von Ks. und Reich schaden. Bittet ihn deshalb um eine unverzügliche Stellungnahme bezüglich der Anleihe und um Bevollmächtigung ihres gemeinsamen Rates Eitelwolf vom Stein zum Abschluss der Verhandlungen.

    [2.] Fordert ihn außerdem auf, gemäß seinem früheren Anschreiben1die noch ausstehenden 2000 fl. aus der auf dem Konstanzer Reichstag beschlossenen Reichshilfe zu bezahlen. Das Geld wird für die Angelegenheiten des Reiches benötigt. Auch ist Eitelwolf vom Stein mit seinen Reitern für die zusätzlichen zwei Monate über die bewilligten sechs Monate hinaus, wie dann gemainlich alle stend getan haben,zu unterhalten. Stein soll ein entsprechender Bescheid zugehen, damit er im Dienst von Ks. und Reich bleiben kann und nicht abziehen muss.

    [3.] Er, der Kf., soll persönlich auf dem ausgeschriebenen Reichstag in Worms erscheinen und keinesfalls fernbleiben.2

    «Nr. Š34 Ebf. Hermann von Köln an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Poppelsdorf, 27. Mai 1508 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 40–40’ (Or., Postverm.: In seiner liebe selbs hend.).

    Er hat den bei ihm vorstellig gewordenen kursächsischen Räten [Friedrich von Thun und Degenhart Pfeffinger] eine Weisung an seinen Marschall Paul von Breitbach mitgegeben, sie über die Verhandlungen auf dem Mainzer Tag nach seiner, Kf. Friedrichs, Abreise zu informieren. Die beiden Gesandten haben Breitbach jedoch weder in Mainz noch unterwegs angetroffen. Er übersendet ihm deshalb die von Breitbach bislang geschickten Unterlagen. Weitere Verhandlungen fanden nach dessen Aussage nicht mehr statt.

    «Nr. 35 Antwortschreiben Kf. Friedrichs III. von Sachsen an Ebf. Hermann von Köln – Nürnberg, 5. Juni 1508 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 41–41’ (Konz., montag nach dem sontag exaudi).

    Bedankt sich für die zugesandten Unterlagen des Mainzer Tages. Er erwartet, dass ein Reichstag ausgeschrieben wird und sie beide sich dort persönlich treffen können. Andernfalls will er ihn, soweit dies seine Gesundheit zulässt, besuchen. Ein Schreiben des Kg. von Ungarn und Böhmen1ist bei ihm eingetroffen. Zwar geht er davon aus, dass ihm ebenfalls ein solches Schreiben zugegangen ist, dennoch übersendet er ihm eine Abschrift davon, verbunden mit der Bitte, ihm seine Meinung dazu zu eröffnen. Er hat erfahren, dass auch der frz. Kg. ein Schreiben an die in Mainz versammelten Kff. gerichtet hat.2Ihm selbst ging nur eine Abschrift zu, die er ihm zur Verfügung stellen wollte. Doch hat er, Ebf. Hermann, das Schreiben seiner Kenntnis nach bereits erhalten.