Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Š5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages  »

    «Nr. 182 Beschlüsse des Frankfurter Rates – Frankfurt, 24. Juni 1508–23. April 1509 »

    Frankfurt, ISG, Bürgermeisterbücher (BMB) 1508, fol. 21–125’ passim; Ratschlagungsprotokolle (RSP) 1a, fol. 115’, 122’.

    Sabatho in die nativitatis Johannis baptiste [24.6.1508]: Als die romische keiserlich maiestat, unser allergnedigister her, eyn Richs tag, zu Worms zu erschinen, ußschriben laissen hait uf XVI. tag Julii und furter erstreckt uf sant Laurentyen tag[Nr. 36] (BMB 1508, fol. 21).

    Feria quinta in die sanctorum Petri et Pauli [29.6.]: Als die röm. keiserlich maiestat den Richs tag, so Eustachii [16.7.] angesetzt und uf Laurentii [10.8.] erstreckt gewest ist gen Worms, und denselben tag ufschürzt biß hernachmals siner gnaden gelegenheit witer ußschribens [Nr. 42]. [Beschluss:] Uf ime selbst laissen (ebd., fol. 22’).

    Feria quinta post Ulrici [6.7.]: Als der rat von Molehusen schribt deß Richs tags, so Eustacii [16.7.] gein Worms angesetzt ist, bitten sie, deß rats willen sie zu verstendigen1 (ebd., fol. 25).

    Feria tercia in die Ciriaci [8.8.]: Als eyn keiserlich mandat [Nr. 44] zukomen, darinne sin maießtat eyn Richs tag gein Worms uf allerheiligen, ist der erst tag im November, ernennt, auch eyn brief darbijneben, davon melden [Nr. 45]. [Beschluss:] In der ratßlagung furnemen (ebd., fol. 36’).

    In die Michaelis [29.9.]: Als die romisch ksl. Mt. eyn tag gein Worms uf omnium sanctorum [1.11.] ußgeschrieben hat. [Beschluss:] Die frunde verordenen und dann nach gelegenheit handeln und sich der handelung underreden uf dem tag (RSP 1a, fol. 115’).

    Tercia post Remigii [3.10.]: Zu dem ratßlag deß ko[niglichen!] Richs tag nachkommen und die frunde derzu Johann Frosch, scheffen, und Johann zum Jungen (BMB 1508, fol. 58).

    Feria tertia in vigilia omnium sanctorum [31.10.]: Als der rat zu Lubeck bitten, sie zu verstendigen deß Richs tags halben zu Worms, obe der eyn furgang gewynnen werde [Nr. 190]. [Beschluss:] Inen die antwurt [Nr. 193] schicken lute der gehorten notel (ebd., fol. 68).

    Feria sexta post omnium sanctorum [3.11.]: Als die rete der stete Molhusen, Goßlar und Northusen schriben deß Richs tags halber zu Worms [Nr. 192]. [Beschluss:] Inen wie den von Lubeck schriben [Nr. 193] (ebd., fol. 69’).

    Feria tercia ante Lucie [12.12.]: Als der rat zu Worms schriben [Nr. 198] deß Richs tags halber, daß sie eß darfur achten uß angezeigten orsachen, daß der sin furgang haben (ebd., fol. 81).

    ŠTercia post Lucie [19.12.]: Als der rat zu Molhusen eyn credenz, uf Daniheln Helmstorfer besagen, schriben [Nr. 199]. [Beschluss:] Ime uf sin ansuchen willefaren (ebd., fol. 83’).

    Feria tercia post Hilarii [16.1.1509]: Als die röm. ksl. maiestat schribt [Nr. 50], daß eyn fride zuschen siner Mt. und dem konig von Frankerich erteidingt und beßlossen sij und den Richs tag zu Worms zu besuchen willens, uf sant Peters tag ad kathedram [22.2.] in eigener personen zu erschynen. [Beschluss:] Uf im selbst laißen (ebd., fol. 93).

    Feria quinta post judica [29.3.]: Als die keiserlich maiestat, unser allergnedigister herr, schribt [Nr. 220], uf dem Richs tag zu Worms uf sontag judica [25.3.] zu erschinen, willens sij, mit verkünden, doselbst die frunde zu besuchen (ebd., fol. 118).

    Feria quinta post diem pasce [12.4.]: Der ksl. Mt. die vierdusent ICXXXV gulden, XVIII albus und ½ lb uf furderlichst dem rat ze Worms zu liebern, fertigen meister Johan Cristan, schriber, morgen in der fru schiff biß gen Oppenheim und dan furter gein Worms (ebd., fol. 123’).

    Feria tercia post quasimodogeniti [17.4.]: Item ein boten gein Northusen laufen lassen, die zukunft ksl. Mt. gein Wormbs inen zu verkunden [Nr. 235].

    An Johan zum Jungen stat uf den keyserlichen tag geyn Worms Gilbrecht Holzhusen (ebd., fol. 124’, 125’).

    Feria secunda post misericordia Domini [23.4.]: Uf daß ksl. mandat und ußschriben deß gemeyn Richs tag zu Worms. [Beschluss:] Den frunden befelen, daß beste zu tun. Und obe ine sachen furfallen, der sie bericht zu haben nottorftig sin wurden, sollen sie sich mit fürderlicher botschaft ungesumet halten (RSP 1a, fol. 122’).

    «Nr. 183 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms/Elsass an Meister und Rat der Stadt Hagenau – Worms, 25. Juli 1508 »

    Hagenau, AM, AA 241, Stück-Nr. 7 (Or. m. Siegelspuren, dinstags Jacobi apostoli).

    Sie haben gebeten, sie bezüglich der Verzögerung des Reichstages zu informieren: Teilen mit, dass ihre Gesandtschaft vor vierzehn Tagen vom Kaiserhof zurückgekehrt ist und angekündigt hat, dass der Reichstag auf Allerheiligen [1.11.] verschoben wird. Inzwischen meldeten weitere Personen, die sich am Kaiserhof aufgehalten haben, dass Befehl ergangen sei, neue Ausschreiben mit diesem Termin zu drucken, auszufertigen und zuzustellen.

    «Nr. 184 Lgf. Wilhelm II. von Hessen an seinen Kammermeister und Rat Georg Nußpicker – Spangenberg, 25. August 1508 »

    Demandt, Schriftgut II/5, S. 217, Nr. 3519.

    ŠBefiehlt ihm, dem Kanzler Johann Engellender und anderen Räten, die zum Wormser Tag reiten, 60 fl. Zehrungsgeld zu geben.

    «Nr. 185 Ks. Maximilian an den Reichsstatthalter Kf. Friedrich III. von Sachsen – Brüssel, 11. September 1508 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 6–6’ (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. G. Vogt).

    Er hat ihn durch sein Ausschreiben [Nr. 44] für den 1. November (allerheiligen tag)zum Reichstag nach Worms eingeladen. Er zweifelt nicht daran, dass er dem Folge leisten wird. Dennoch will er ihn, wie andere Stände auch, angesichts des nahenden Termins auffordern, sich auf seine Teilnahme am Reichstag vorzubereiten und keinesfalls fernzubleiben.

    «Nr. 186 Ausschreiben Ks. Maximilians an Reichsstädte – Brüssel, 12. September 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 14–14’ (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. G. Vogt) = Textvorlage A. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 141, Nr. 45, unfol. (wie A) = B. Augsburg, StdA, Lit. Personenselekt Ks. Maximilian I., Fasz. 1, fol. 132–132’ (wie A; Präsentatverm.: 19.10.) = C. Köln, HAStd, K+R 36/2, fol. 9–9’ (wie A).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 944, S. 747.

    Er hat sie durch sein Ausschreiben [Nr. 44] für den 1. November (aller heiligen tag)zum Reichstag nach Worms geladen. Er zweifelt nicht daran, dass sie dem Folge leisten werden. Dennoch will er sie, wie andere Stände auch, angesichts des nahenden Termins auffordern, sich auf ihre Teilnahme am Reichstag vorzubereiten und keinesfalls fernzubleiben.

    «Nr. 187 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Gf. Ludwig von Löwenstein – Ansbach, 26. September 1508 »

    Wertheim, StA, G-Rep. 47, Nr. 13, unfol. (Or., dinstag nach sant Matheus tag).

    Er hatte ihn schriftlich um die Bereitstellung seines Schiffes für die Reise zum Wormser Reichstag gebeten. Ein gfl. Amtmann teilte daraufhin mit, dass er, der Gf., nicht zu Hause sei, er ihn aber nach dessen Rückkehr über sein Anliegen informieren werde. Er gehe indessen davon aus, dass das Schiff zur Verfügung stehe.

    Falls er mit ihm gemeinsam zum Reichstag reisen und auch seinen Sohn1mitnehmen will, wäre ihm das angenehm. Dann wir dich vor anderen geschickt Šwissen und darumb gern bey uns haben wolten.Er beabsichtigt, auf dem Wasserweg nach Worms zu reisen und keine Reiter mitzunehmen. Falls er in seinen Angelegenheiten ebenfalls etwas mit dem Ks. zu verhandeln hätte und er ihm darin beistehen könnte, wird er dies gern tun. Erwartet seine Antwort durch den Überbringer dieses Schreibens.2

    «Nr. 188 Stadt Nürnberg an die Stadt Weißenburg/Franken – Nürnberg, 14. Oktober 1508 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 62, fol. 159’–160 (Kop., sonstag [!] [= Samstag] nach Dionisy).

    Bestätigen den Eingang ihres Schreibens1mit der Erinnerung an die Zusage des Nürnberger Rates an einen Weißenburger Ratsherrn, ihr Fernbleiben vom bevorstehenden Reichstag zu erklären. Sie haben diese Zusage keineswegs vergessen. Doch wird auf dem bevorstehenden Schwäbischen Bundestag in Ulm voraussichtlich darüber beraten, ob die Bundesstädte getrennt oder durch eine gemeinsame Gesandtschaft am Reichstag teilnehmen sollen. Sie haben deshalb noch keine Entscheidung getroffen, ob sie eigene Gesandte dorthin schicken werden. Sollte aber der Nürnberger Bundesgesandte zur Teilnahme an der Reichstagsgesandtschaft verpflichtet werden oder Nürnberg einen eigenen Gesandten nach Worms abordnen, werden sie veranlassen, dass ihr Fernbleiben entschuldigt wird.2

    «Nr. 189 Bericht Georg Eisenreichs an Hg. Wolfgang von Bayern und die übrigen Vormünder Hg. Wilhelms IV. – Ulm, 15. Oktober 1508 »

    München, HStA, KÄA 2018, fol. 47–47’, 48’ (Or., sontag vor Galli).

    ŠÜbersendet den Schwäbischen Bundesabschied.1Er hat in Ulm glaubwürdig erfahren, dass der Ks. auf dem Weg nach Worms befindlich sei, um persönlich am Reichstag teilzunehmen. Er selbst wird sich deshalb weisungsgemäß zu Allerheiligen [1.11.] dorthin verfügen und auf Dietrich von Plieningen warten, der ihre Instruktion mitbringt. Empfiehlt, Plieningen wegen zweier seinerzeit von Hg. Albrecht aus dem Dienst entlassener Landshuter Knechte zu warnen, sich zwischen Augsburg und Ulm in Acht zu nehmen. Die Knechte streifen mit ihren bis zu achtzig Gesellen in der Gegend von Höchstädt (Hochstet)und Gundelfingen auf dem Gebiet des Schwäbischen Bundes umher. Zwar wurden bereits Gegenmaßnahmen beschlossen, doch gehen diese langsam vonstatten. Auch hat er erfahren, dass Hg. Ulrich von Württemberg im Begriff steht, einige fränkische Adlige in seine Dienste aufzunehmen. So ist ein ständiges Kommen und Gehen dieser Leute am hgl. Hof. Auch von ihnen geht Gefahr aus. Er wird sich deshalb – unter möglichster Kostenersparnis – um sicheres Geleit bis Worms bemühen. [...].

    «Nr. 190 Bürgermeister und Rat der Stadt Lübeck an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Lübeck, 16. Oktober 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 15–15’ (Or., Galli confessoris).

    Der Ks. hat Lübeck, wie Frankfurt und andere Reichsstädte zweifellos auch, für den 1. November (omnium sanctorum)zum Reichstag (daghe)nach Worms eingeladen. Es kam schon häufig vor, dass Termine verlängert oder Tagungsorte verlegt wurden. Sie sind über den jetzt angesetzten Reichstag, nachdem wy so wyth unde am ende des Hilgen Rikes geleghen, nicht genau informiert. Um unnötige Kosten zu vermeiden, bitten sie deshalb um Mitteilung durch den Überbringer dieses Schreibens, ob der Reichstag zum benannten Termin und am angegebenen Ort stattfinden wird.

    «Nr. 191 Hg. Wolfgang von Bayern und andere Vormünder Hg. Wilhelms IV. an Ks. Maximilian – München, 23. Oktober 1508 »

    München, HStA, KÄA 3137, fol. 107–107’ (Mundum, montag vor Symonis et Jude) = Textvorlage A. München, HStA, KÄA 3136, fol. 432–432’ (undat. Reinkonz.; Dorsalverm.: Glaubbrief auf den Reichs tag gen Wormbs anno 8.) = B.

    ŠDer Ks. hat sein Mündel Hg. Wilhelm als Reichsfürsten neben anderen Ständen zum Reichstag nach Worms beschieden. Er hat zusammen mit den übrigen Vormündern in Vertretung Hg. Wilhelms den Dekan zu St. Peter/München und Propst zu St. Peter am Madron, Lic. Georg Eisenreich, und Dr. Dietrich von Plieningen zu Eisenhofen beauftragt, dessen Ausbleiben gegenüber Ks. und Reichsständen zu entschuldigen, und sie zur Teilnahme an den Reichstagsverhandlungen bevollmächtigt, wie dies aus ihrer Instruktion hervorgeht. Bittet, ihnen Glauben zu schenken und sie als Bevollmächtigte Hg. Wilhelms zuzulassen.

    «Nr. 192 Räte der Städte Mühlhausen, Goslar und Nordhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – s.l., 29. Oktober 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 17–17’ (Or., sontages nach Simonis et Jude apostolorum).

    Der Ks. hat sie wie andere Stände zum 1. November (allerheilgen tag)auf den ksl. Tag nach Worms geladen. Sie wollen sich gehorsam erzeigen, wissen aber nicht, ob der Tag stattfinden oder verschoben wird. Bitten, sie darüber durch den Überbringer dieses Schreibens zu informieren.

    «Nr. 193 Stadt Frankfurt an Bürgermeister und Rat der Stadt Lübeck (entsprechend an Goslar, Nordhausen und Mühlhausen) – Frankfurt, 31. Oktober 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 19 (Konz., dinstag in vigilia omnium sanctorum).

    Antworten auf ihre Anfrage [Nrr. 190, 192], dass der ksl. Tag ihrer Kenntnis nach zum angegebenen Termin in Worms stattfinden wird, wie dies auch das kürzlich eingegangene, in Abschrift beiliegende ksl. Schreiben [Nr. 186] besagt. […].

    «Nr. 194 Rat der Stadt Wetzlar an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Wetzlar, 3. November 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 21–21’ (Or., fritag nach allergleybigen seelen tag).

    Sie sind zweifellos darüber informiert, dass der Ks. zum 1. November (aller heligen tage)einen Reichstag nach Worms einberufen hatte, der wegen der Verhinderung des Ks. bislang nicht begonnen hat. Bitten um Mitteilung, falls sie über den Beginn des Reichstages informiert sind.1Sie wollen gemeinsam mit ihnen und anderen [Reichsstädten] daran teilnehmen.

    «Nr. Š195 Der Nürnberger Ratsherr Hieronymus Holzschuher an den Ulmer Bürgermeister und Hauptmann der Schwäbischen Bundesstädte Matthäus Neithart – Nürnberg, 7. November 1508 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 62, fol. 190–190’ (Kop., eritag nach Lenhardi).

    Gemäß Beschluss des letzten Bundesstädtetages [Nr. 80, Pkt. 3] sind Neithart, Ulrich Artzt und er selbst als Gesandte zum Wormser Reichstag vorgesehen. Er, Neithart, hat zugesagt, den Wormser Bürgermeister wegen ihrer Anreise und einer Herberge zu kontaktieren und Artzt und ihn dann zu informieren. Er erwartet weiterhin seinen Bescheid. In diesem Zusammenhang teilt er ihm eine den Nürnberger Hh.Älteren zugegangene Nachricht mit. Demnach hatte sich Mgf. Friedrich von Brandenburg bereits auf die Reise zum Reichstag vorbereitet und war im Begriff aufzubrechen, als ihn ein Schreiben seines Sohnes Mgf. Kasimir erreichte, woraufhin er die Reise absagte. Und sey die sag am selben hof, es wird dezmals auß dem Reichs tag nichtzit.Den Hh.Älteren ist jedoch nicht bekannt, ob der Reichstag ganz ausfällt oder nur verschoben wird. Er wird ihn informieren, sowie er Neuigkeiten erfährt. [...].

    [PS] Als er diesen Brief geschrieben hatte, setzten ihn einige Kaufleute über ein Schreiben aus Frankfurt in Kenntnis, wonach der Reichstag bis zum 30. November (Andree)verschoben worden sei.

    «Nr. 196 Bf. Heinrich von Augsburg an den Schwäbischen Bundeshauptmann Dr. Matthäus Neithart – Dillingen, 11. November 1508 »

    Augsburg StA, Hst. Augsburg, Mü. Best. Lit. 1102, unfol. (Konz., sant Martins tag).

    Ihm kamen wiederholt Gerüchte zu Ohren, dass der Wormser Reichstag verschoben worden sein soll. Bittet, ihn zu informieren, wenn er davon Kenntnis hat bzw. sobald er etwas davon erfährt.1

    «Nr. 197 Hg. Georg von Sachsen an seinen Rat Caspar Ziegeler – s.l., 27. November 1508 »

    Dresden, HStA, Kopialbücher, Nr. 110, fol. 37 (Kop., montag nach Katharine virginis).

    ŠKurzregest: Baks, Inventaris, S. 78, Nr. 192.

    Übersendet ihm einen an den Ks. adressierten Kredenzbrief, außerdem eine Vollmacht und eine Instruktion für den Reichstag.1Er soll demgemäß und entsprechend seinen mündlichen Unterweisungen auf dem Reichstag verfahren. Fordert ihn auf, ihm durch den Überbringer des Schreibens zu berichten, ob der Ks. persönlich am Reichstag teilnehmen wird, worüber und wie verhandelt wird, und auch sonstige Neuigkeiten mitzuteilen.

    «Nr. 198 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 7. Dezember 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 13 (Or., donerstags nach Nicolai episcopi).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 947, S. 748.

    Der Frankfurter Stadtbote Niklas Heun hat ihnen eröffnet, dass einige in Frankfurt weilende ftl. Räte ihn nach Worms geschickt hätten, um in Erfahrung zu bringen, ob der ausgeschriebene Reichstag stattfindet, und um Mitteilung darüber an sie, die Adressaten, gebeten, damit sie auf etwaige Anfragen Auskunft geben können.

    Der Ks. hat vor kurzem an sie geschrieben, dass der Reichstag stattfinden und er seine Räte dazu abordnen werde. Auch wolle er sich beeilen, um selbst nachkommen zu können. Der Ks. hat ihnen befohlen, dies allen eintreffenden Ständen mitzuteilen, damit sie hier warten.1Es halten sich auch die Gesandten einiger Stände in Worms auf. Der Ks., Kff., Ff. und Stände des Hl. Reiches haben ihre Furiere entsandt, um Herbergen und Stallungen anzumieten. Sie gehen deshalb davon aus, dass der ausgeschriebene Reichstag stattfinden wird.

    «Nr. 199 Bürgermeister und Rat der Stadt Mühlhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Mühlhausen, 7. Dezember 1508 »

    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 223, unfol. (Or. Perg., donnerstag nach Nicolai).

    Mühlhausen wurde vom Ks. neben anderen Reichsständen zum Wormser Reichstag eingeladen. Bürgermeister Daniel Helmsdorf soll im Namen der Stadt daran teilnehmen. Bitten, diesem in seinen Angelegenheiten beratend zur Seite zu stehen.

    « Nr. Š200 Hg. Georg von Sachsen an seinen Rat Caspar Ziegeler – Leipzig, 22. Dezember 1508 »

    Dresden, HStA, Kopialbücher, Nr. 110, fol. 45 (Auszug, freitags noch Thome apostoli).

    Kurzregest: Baks, Inventaris, S. 78, Nr. 193.

    Befiehlt ihm, sich nach Worms zu verfügen. Falls er dort jedoch nur Vertreter von vier oder fünf Ff. und Prälaten und auch keine angemessene ksl. Gesandtschaft vorfindet, soll er sich zwar anmelden und seinen Auftrag zur Teilnahme am Reichstag als sächsischer Gesandter eröffnen, dann jedoch seinen Abschied nehmen und zurückreisen. Auch wenn mehr ftl. Gesandte anwesend sein sollten, er jedoch feststellt, dass nichts nutzlichs furgenommen oder gehandelt wierd, soll er sich durch nichts an seiner unverzüglichen Abreise hindern lassen.

    «Nr. 201 Ks. Maximilian an Ebf. Jakob von Trier – Mecheln, 27. Dezember 1508 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 1, fol. 33 (Konz. mit ex.-Verm.).

    Der ebfl. Kaplan Johann Lindeck1hat weisungsgemäß die Gründe für sein bisheriges Fernbleiben vom Reichstag dargelegt und für ihn um Erlaubnis gebeten, zu Hause bleiben zu dürfen, bis er, der Ks., selbst zum Reichstag aufbricht.

    Genehmigt ihm dies zur Erledigung seiner Angelegenheiten. Er soll in Koblenz seine Ankunft – voraussichtlich um den 10. Februar (acht tag nach unser liben frauen tag purificationis nestkomende ungeverlich)– erwarten, um dann mit nur kleinem Gefolge gemeinsam mit ihm zum Reichstag weiterzureisen.

    «Nr. 202 Weisung Ks. Maximilians an den Hofmeister [Niklas von] Firmian und an Hans von Landau – Mecheln, 28. Dezember 1508 »

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1508), fol. 96–96’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    Er hat Bf. Hugo von Konstanz eröffnet, aus welchen Gründen er bislang nicht zum ausgeschriebenen Reichstag nach Worms kommen konnte, und ihm befohlen, sich zum 21. Februar persönlich dort bei ihm, dem Ks., einzufinden [Nr. 50]. Da dieser Reichstag für ihn, den Ks., das Hl. Reich, die deutsche Nation und die gesamte Christenheit wichtig ist, befiehlt er ihnen, in seinem Namen mit dem Bf.über dessen persönliche Teilnahme daran zu verhandeln.

    «Nr. Š203 Ks. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – Antwerpen, 6. Januar 1509 »

    Verwendung der Reichsinsignien für Belehnungen während des Wormser Reichstages.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 145, Nr. 16, unfol. (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein; Präsentatvermerk: 15.3.1509).

    Er wird auf dem bevorstehenden Wormser Reichstag einigen Kff. und Ff. die Regalien und Lehen verleihen, hat aber aller Voraussicht nach sein Lehnsgewand nicht dabei. Befiehlt ihnen, ir wellet uns Ks. Karels lehengewand1, so ir habt und wir vormalen, wie ir wist, auch in verleihung dergleichen regalia gepraucht haben2, bey euer botschaft, die ir dann auf gemelten Reichs tag geen Wurmbs schicken werdet, zusenden.

    «Nr. 204 Bürgermeister und Rat der Stadt Köln an Kf. Ludwig V. von der Pfalz – Köln, 10. Januar 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 231 (Kop.).

    Er hat den Kölner Bürger Thomas von Nuyss in der Sache gegen Melchior Hecht1zur gütlichen Anhörung für den 16. Februar (frydach na Valentini)vor sich bzw. die kfl. Räte nach Heidelberg geladen. Gleichzeitig hat der Ks. die Stadt aufgefordert, ihre Gesandten zum auf den 21. Februar ausgeschriebenen Reichstag nach Worms zu schicken. Die Kölner Gesandten zu den beiden anberaumten Tagen benötigen Geleit. Bitten ihn, ihren Ratsfreunden und insbesondere dem Mainzer Schultheiß Dr. Hartmann von Windeck sowie ihren übrigen Teilnehmern an den beiden Tagen in Heidelberg und Worms sicheres Geleit zu gewähren und den Geleitbrief durch den Überbringer dieses Schreibens nach Köln zu schicken.2

    «Nr. Š205 Ks. Maximilian an Lgf. Wilhelm II. von Hessen – Mecheln, 14. Januar 1509 »

    Marburg, StA, Best. 2, Nr. 109, fol. 81–81’ (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. C, Nr. 276, fol. 72–72’ (Kop. mit imit. Vermm. und Gegenz. wie A)1 = B.

    Bestätigt den Eingang seines eigenhändig verfassten Schreibens2mit der Mitteilung von Gerüchten über eine angebliche ksl. Ungnade gegen ihn. Dementiert diese Gerüchte. Keinesfalls wäre es zutreffend, wenn sein Verhalten ihm gegenüber als ksl. Ungnade verstanden würde. Vielmehr ist er ihm mit Gnade und Wohlwollen zugetan.

    Bekundet sein Wohlgefallen an seinen ihm versiegelt zugegangenen Ratschlägen3. Er hat ihn kürzlich durch den ksl. Rat und Propst zu Nürnberg, Dr. Erasmus Topler, aufgefordert4, persönlich zum bevorstehenden Reichstag nach Worms zu kommen. Diesen Wunsch wird er durch den lgfl. Rentmeister Balthasar von Schrautenbach erneuern.5Dort will er mit ihm über seine Ratschläge und andere wichtige und geheime Angelegenheiten sprechen. Dies beweist sein besonderes Vertrauensverhältnis zu ihm.

    «Nr. 206 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Abt [Pirmin] von Otterberg – Worms, 30. Januar 1509 »

    Herrichtung des Otterberger Hofes als Herberge für den Reichstag.

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 478/1, unfol. (Konz., dinstag nach conversionis Pauli).

    Der ksl. Furier hat sie aufgefordert, von uwer wirden, auch anderer hofe und heuser wegen in unser statt, so zu herbergen geschickt syen, mit bettung, stellen Šund ander notturften nit versehen noch gestellt etc., und die bettung, so vor in uwer wirden hof gewesen, die erlichen gesten wole gezimet und gedienet hetten, syen gegen disem außgeschriben reichstage hinweg gefuret, das ksl. Mt., irem hofgesinde, auch anderen, zu solichem reichstage beschrieben [und] gehorsamlich erschynen mussen, zu verachtüng und nachteyl reiche etc., in solchs gepurlich inzusehen. Bitten ihn deshalb, zu veranlassen, dass sein Hof1 erlich und notturfticlich mit bettung und anders zugericht und gestellt werde, damit desto erlicher geste darin verordent, gepürlich versehen und hantreich geschee mit gutwilligem erzeigen.

    «Nr. 207 Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach an Ks. Maximilian – [Ansbach], 31. Januar 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 2, fol. 44–44’ (Or., mitwoch nach conversionis Pauli).

    Während seiner Abwesenheit wegen der Trauerfeierlichkeiten für Hg. Albrecht von Bayern in München ging seinen Räten in Ansbach (Onolzbach)am Abend des 21. Januar (sonntag nach Sebastiani)ein ksl. Schreiben [Nr. 50] zu, das ihm nach seiner Rückkehr vorgetragen wurde. Darin wurde der Abschluss eines Friedensvertrages mit Frankreich verkündet und er für den 22. Februar (St. Peterstag kathedra)zum Reichstag nach Worms eingeladen. Genau für diesen Termin ist jedoch die Jahresrechnung vorgesehen, bei der er in den letzten Jahren wegen seiner Dienste für ihn, den Ks., und eigener Angelegenheiten nicht zugegen sein konnte. Die Sache ist ihm wichtig. Er bittet deshalb um einen Aufschub von vier bis fünf Wochen. Bis zu seiner Ankunft würde er sich durch seine Räte auf dem Reichstag vertreten lassen. Falls er dieser Bitte nicht willfahren will, soll er dies durch den Überbringer des Schreibens mitteilen.1

    «Nr. 208 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an den Ulmer Bürgermeister und Schwäbischen Bundeshauptmann Matthäus Neithart – Worms, 5. Februar 1509 »

    Augsburg, StdA, Lit. 1509, Fasz. Februar, Stück-Nr. 20 (Kop., montags nach purificationis Marie virginis gloriose).

    ŠTeilen ihm auf seine Anfrage wegen des Reichstages mit, dass heute ein gesiegeltes ksl. Schreiben1eingetroffen ist, das diesem Schreiben in Abschrift beiliegt. Er kann daraus selbst den Stand der Dinge entnehmen und sich danach richten.

    «Nr. 209 Stadt Nürnberg an Stadt Windsheim – Nürnberg, 12. Februar 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 91 (Kop., montag nach Dorothee).

    Bestätigen den Empfang ihrer schriftlichen Bitte, ihr Fernbleiben vom Reichstag zu entschuldigen.1Teilen ihnen mit, dass die Schwäbischen Bundesstädte eine gemeinsame Gesandtschaft nach Worms schicken werden. Sollte Nürnberg einen eigenen Gesandten abordnen, wird dieser den Auftrag erhalten, neben den Bundesgesandten ihr Ausbleiben zu rechtfertigen.

    «Nr. 210 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Lgf. Wilhelm II. von Hessen – Weimar, 14. Februar 1509 »

    Gemeinsame Reise zum Wormser Reichstag.

    Marburg, StA, Best. 2, Nr. 296, fol. 134–134’, 136’, hier 134 (eigh. Or., mittwoch nach Scholastice; Postverm.: Zu seiner lieb handen.).

    Bekundet seine Freude an der Besserung des Gesundheitszustands Lgf. Wilhelms. Ich getraue auch Got vom hymhel, so mir derselbig zu euer lib verhelfe, alß ich hoffe, gar bald beschen sal, ich werde euer lib alsdan dergestald befynden, das dyeselbige mir gut geselschaft auf dem kayserlichen tag gegen Worms zu zyhen laysten werde. Wan ich euer lib als meynen fruntlichen, liben schweher zu aynem mitstalbruder und zergesellen gerne haben welld. Dan ich wais, das ksl. Mt. und dem Hayligen Raich nit wenig daran gelegen ist.1 [...].

    «Nr. 211 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Ks. Maximilian – s.l., 22. Februar 1509 »

    Bamberg, StA, GHAP 4139, fol. 26–26’ (Konz., donrstag kathedra Petri).

    ŠEr hatte ihn um Erlaubnis gebeten, erst später zum Reichstag nach Worms kommen zu dürfen [Nr. 207]. Inzwischen hat ihn jedoch sein Schwager, der Kg. von Ungarn und Böhmen, eingeladen, zusammen mit seiner Frau [Sophia], der Schwester des Kg., am 4. März (sontag reminiscere)an der Königskrönung seines Sohnes Ludwig in Prag teilzunehmen. Dies wollte er, zumal angesichts der einem seiner Söhne in Ungarn zuteil gewordenen Förderung durch den Kg.1, nicht abschlagen. Er wird deshalb am jetzigen 22. Februar (donerstag kathedra Petri)mit seiner Gemahlin aufbrechen, um rechtzeitig in Prag zu sein. Er will anschließend so schnell wie möglichawieder nach Hause reisen und wird nach seinem Dafürhalten noch früh genug auf dem Wormser Reichstag eintreffen. Er bittet also noch einmal um die Erlaubnis, erst später zum Reichstag kommen zu dürfen.

    «Nr. 212 Stadt Nürnberg an Stadt Worms – Nürnberg, 28. Februar 1509  »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 123’–124 (Kop., mitwoch nach invocavit).

    Der Ks. hat Nürnberg noch einmal eigens zur Teilnahme am Reichstag in Worms aufgefordert.1Sie beabsichtigen, eine Gesandtschaft mit zehn bis vierzehn Pferden dorthin abzuordnen.2Bitten, dem Überbringer dieses Schreibens dabei behilflich zu sein, im Haus „Zum Schwan“, andernfalls im Kaufhaus3oder in einem anderen geeigneten Gebäude, da sy ir sonder verspert gemach und ander notturft mit stallung und anderm mogen gehaben, eine Unterkunft anzumieten.

    «Nr. 213 Rat der Stadt Nordhausen an den Rat der Stadt Frankfurt – Nordhausen, 28. Februar 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 24–24’ (Or., mitwoch nach invocavit).

    ŠSie sind sich darüber im Unklaren, ob der auf den vergangenen 22. Februar (Petri stuelfeyr)nach Worms ausgeschriebene Reichstag stattfinden wird. Bitten um diesbezügliche Informationen.1

    «Nr. 214 Stadt Köln an Stadt Worms – Köln, 2. März 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 7–7’ (Kop).

    Der Kölner Protonotar Georg Goldberg hat sich lobend über ihr Weingeschenk geäußert und über ihr Angebot berichtet, den Kölner Gesandten zum Reichstag (keyserlichen und des Heilgen Rijchs dage)eine bequeme Herberge zur Verfügung zu stellen. Bedanken sich dafür. Bitten, für ihre Gesandten rechtzeitig eine günstig gelegene und bequeme Herberge zu organisieren.

    [PS] Falls dies bereits geschehen sein sollte, ersuchen sie um die Benennung der Unterkunft gegenüber dem Überbringer dieses Schreibens.

    «Nr. 215 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Dekan1 und Kapitel des Stifts St. Martin – Worms, 2. März 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 1840, unfol. (Konz., frytag nach dem sonndag invocavit).

    Sie haben erfahren, dass ihr gegenüber dem Rathaus, genannt Bürgerhof, und neben dem Backhaus [genannt „Zum Pfeil“2] in der Hahngasse (hanebackhuse)gelegenes Anwesen im Verfall begriffen ist. Das uns und gemeyner unser stait etwas spottlich, swerlich und also zu gedulden unlydlich, besunder gegen disem kunftigen Reichs tage des orts, da keyser, kunig, fursten, herrn und ander erbarkeiten unser rathus uf und abe viel zu webern3 haben, uns solichs schympflich achten mochten. Fordern sie auf, das Haus wieder instandzusetzen, damit es nit also schantlich anzusehenist. Sollten sie ihrer Aufforderung nicht Folge leisten, werden sie das Haus kraft ksl. Privilegs4 konfiszieren.

    «Nr. Š216 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Bürgermeister und Rat der Stadt Mühlhausen – Worms, 8. März 1509 »

    Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 82 (Kop., donnerstag nach reminiscere).

    Antworten auf ihre Anfrage wegen des Reichstages: Der Ks. hat ihnen wiederholt befohlen, für Herbergen, Stallungen und anderes zu sorgen, da er persönlich zum Reichstag kommen wird. Der ksl. Furier weilt ebenfalls in der Stadt und bestellt für den Ks., aber auch für Kff., Ff. und andere Stände Herbergen. Sie sind deshalb davon überzeugt, dass der Reichstag stattfinden wird.

    «Nr. 217 Eitelwolf vom Stein an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein – Mainz, 11. März 1509 »

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/256/VI, fol. 12–12’ (Or. mit Siegelspuren, oculi; Postverm.: In sein hand.).

    Vor acht Tagen ging ihm ein ksl. Befehl zu, über den er, Serntein, informiert ist. Er hat sich daraufhin unverzüglich zum Gf. von Nassau1begeben. Dieser wird sich, sowie Stände in Worms eintreffen, gemäß dem ksl. Befehl ebenfalls dorthin verfügen. Er selbst geht davon aus, dass keiner der Fürsten kommen wird, solange der Ks. nicht vor Ort ist. [Beschwerde Kf. Joachims über das Reichskammergericht; Nr. 109].

    «Nr. 218 Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt an Bürgermeister und Rat der Stadt Nordhausen – Frankfurt, 11. März 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 25 (Konz., dominica oculi).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 950, S. 750.

    Bestätigen den Empfang ihres Schreibens [Nr. 213]. Ihnen ging das bewusste ksl. Ausschreiben [Nr. 50] ebenfalls zu. Ihrer Kenntnis nach ist derzeit noch niemand wegen des Reichstages in Worms. Der Ks. hält sich noch in den Niederlanden auf. Sobald er zum Reichstag anreist, werden sie, wie zuvor bereits von dem nach Frankfurt entsandten Nordhäuser Ratsherrn erbeten, darüber informiert.

    «Nr. 219 Ks. Maximilian an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Tournai, 15. März 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 25–25’ (leicht beschädigtes Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. N. Ziegler; Datum von anderer Hd. eingefügt).

    Der Nürnberger Propst und ksl. Rat Dr. Erasmus Topler war bei ihm, dem Kf., gemäß seiner Instruktion1wegen des ausgeschriebenen Reichstages vorstellig geworden. ŠBedankt sich für seine Antwort darauf. Er musste bis jetzt wegen wichtiger Angelegenheiten in den Niederlanden bleiben, wird jedoch heute nach Worms aufbrechen und voraussichtlich am 25. März (suntag judica)dort eintreffen. Fordert ihn auf, sich zu diesem Termin persönlich bei ihm und anderen Reichsständen einzufinden. In Anbetracht der Wichtigkeit der Verhandlungsmaterien für ihn, den Ks., das Hl. Reich, die deutsche Nation und die Christenheit soll er keinesfalls fernbleiben. Er will die Verhandlungen zielstrebig führen und ihn ebenso wie die übrigen Stände nicht lange aufhalten.

    «Nr. 220 Ks. Maximilian an Reichsstände, hier an Lgf. Wilhelm II. von Hessen – Tournai, 15. März 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. C, Nr. 276, fol. 88–88’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. N. Ziegler) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 2, fol. 142–142’ (besch. Ausfertigung, Vermm. prps./amdip.; Adressat: Hg. Georg von Sachsen) = B. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 26–26’ (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. N. Ziegler; Vermerk über die Übergabe in Frankfurt am 27.3. durch Sigmund von Eibiswald) = C. Köln, HAStd, K+R 36/3, fol. 1–1’ (wie C; Präsentatvermerk: Köln, 22.3.). Augsburg, StdA, Lit. Personenselekt Ks. Maximilian I., Fasz. 1, fol. 143–143’ (wie C; Adressat: Bürgermeister und Rat der Stadt Augsburg).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 951, S. 750.

    aEr hat ihmbkürzlich die Gründe angezeigt, warum er nicht auf dem Reichstag in Worms erscheinen konnte–a [Nr. 50]. Teilt ihm mit, dass er seine Angelegenheiten in den Niederlanden, soweit dies in der kurzen Zeit möglich war, erledigt hat und heute zum Reichstag nach Worms aufgebrochen ist. Er wird voraussichtlich am 25. März (sontag judica)dort eintreffen. Fordert ihn auf, sich zu diesem Termin cmit kleinem Gefolge persönlich–c bei ihm und den anderen Ständen, die er ebenfalls angeschrieben hat, einzufinden. In Anbetracht der Wichtigkeit der Verhandlungsmaterien für ihn, den Ks., das Hl. Reich, die deutsche Nation und die Christenheit soll er keinesfalls fernbleiben. Er, der Ks., will die Verhandlungen zielstrebig führen und ihn ebenso wie die übrigen Stände nicht lange aufhalten. Er selbst wird mit Rücksicht auf die Angelegenheiten von Ks. und Reich auch nicht lange dort bleiben.

    «Nr. Š221 Stadt Nürnberg an Ks. Maximilian – Nürnberg, 22. März 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 168’–169’ (Kop., pfinztag nach letare, den 22. Marcii).

    Bestätigen für den 15. März den Eingang seines Schreibens vom 6. Januar [Nr. 203], mit der Aufforderung, ihm das Lehensgewand des hl. Ks. Karl nach Worms zu schicken. Sie sind geneigt, sich ihm als gehorsame Untertanen in dieser Sache gefällig zu erweisen. Da das Schreiben allerdings schon älter ist, besteht die Möglichkeit, dass er seine Meinung inzwischen geändert hat. Überdies naht der Termin der von Ks. Sigismund begründeten Heiltumsweisung am 20. April (freytag nach dem sontag quasimodogeniti)1, bei der sie das Lehensgewand Ks. Karls und die dazugehörigen Kleinodien nicht entbehren können. Auch hat er in seinem Schreiben nicht angegeben, was er genau benötigt. Sie haben keine Kenntnis, welche Teile davon bei früheren Belehnungen verwendet wurden.

    Bitten deshalb, in einem dem Boten mitzugebenden Schreiben seine diesbezüglichen Absichten zu eröffnen und gegebenenfalls zu präzisieren, welche Stücke bis zu welchem Zeitpunkt in Worms benötigt werden. Sie werden dann entsprechende Vorkehrungen treffen.

    Für die Nürnberger sind in diesen unruhigen Zeiten Reisen über Land besonders gefährlich. Bitten deshalb, die Kff. von Mainz und Pfalz, den Bf. von Würzburg und den Mgf.[Friedrich von Brandenburg], deren Gebiete die Nürnberger Gesandtschaft auf dem Weg nach Worms passieren wird, über den Transport zu informieren und sie für den Hin- und Rückweg zur Gewährung sicheren Geleits zu verpflichten. Er kann selbst ermessen, dass dies sowohl im Interesse von Ks. und Reich wie auch Nürnbergs liegt.

    «Nr. 222 Rat der Stadt Nordhausen an den Rat der Stadt Mühlhausen – Nordhausen, 23. März 1509 »

    Mühlhausen, StdA, 10/G 29, Nr. 1, fol. 23–23’ (Or., freitags nach letare).

    Bestätigen den Eingang ihres Schreibens mit einem beigelegten Schreiben des Wormser Magistrats [Nr. 216] und bedanken sich dafür. Sie haben ihrerseits an den Frankfurter Rat geschrieben [Nr. 213], dessen Antwort [Nr. 218] sie beiliegend vernehmen können.1

    «Nr. Š223 Beschlüsse des Bamberger Domkapitels – Bamberg, 23. März/27. April 1509 »

    Abordnung von Domherren als Begleitung des Bf. zum Wormser Reichstag.

    Bamberg, StA, B 86, Nr. 2, fol. 70, 71’.

    /70/ 23. März (freytags nach Benedicti): Doctor Linhart vom Eglofstein, hern Wigand von Redwitz und herrn Alexander vom Rabenstein absenz geben, mit meinem gnedigen herren [Bf. Georg] zu reyten.

    /71’/ 27. April (freitags nach Marci): Haben doctor Linhart vom Eglofstein und herr Wigand von Redwitz uf die gegeben absenz, mit meinem gnedigen herrn von Bamberg uf den k[aiserlich]en tag gein Wurmbs zu reiten, promittirt, nichts wider ein gemein capitel oder sonder person zu impetrirn noch erlangt zu geprauchen etc., wie dann nach laut der statut herkomen ist.

    «Nr. 224 Dr. Erasmus Topler an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein – Nürnberg, 24. März 1509 »

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/256/VI, fol. 8–8’, 9’ (eigh. Or. mit ex.-Verm.; Postvermm.: In sein selbst hand. – Cito, cito.).

    [1.] Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg gaben ihm den erst vor Kurzem eingegangenen ksl. Befehl vom 6. Januar [Nr. 203] zu lesen, wonach sie das Lehensgewand Ks. Karls zum Reichstag nach Worms schicken sollten. Sie beklagen sich darüber, dass ihnen die Weisung verspätet zugegangen sei. Auch wüssten sie nicht, wann der Reichstag beginne und ob der Ks. nur das Gewand oder auch Zepter, Apfel und Krone oder andere Kleinodien benötige. Auch würde starke Kritik an der Stadt geübt werden, wenn bei der Heiltumsweisung am 20. April (dem andern freitag nach ostern)gerade die kostbarsten Kleinodien nicht verfügbar wären. Überdies trügen sie Bedenken wegen des Transports, da in der Umgebung Nürnbergs beinahe wöchentlich Überfälle stattfänden. Sie baten ihn deshalb, sich beim Ks. und ihm, Serntein, für die Rücknahme des Befehls oder wenigstens einen Aufschub bis nach der Heiltumsweisung einzusetzen. Bittet ihn, sich beim Ks. in diesem Sinne zu verwenden. Die Stadt schreibt diesen auch direkt an [Nr. 221]. Doch ist man ungeachtet der Bedenken vor allem daran interessiert, sich dem Ks. gehorsam zu erweisen. Die Stadt bittet außerdem um Mandate an diejenigen Fürsten, deren Gebiete passiert werden müssen, zur Gewährung sicheren Geleits. Bittet, den Überbringer des Schreibens so rasch wie möglich mit seiner Antwort abzufertigen.

    [2.] Der Kardinal von Brixen ist vor vierzehn Tagen in Rom gestorben. Bittet, sich für ihn beim Ks. wegen der Trienter Dompropstei zu verwenden. Übersendet neue Zeitungen aus Prag.

    «Nr. Š225 Stadt Köln an Ks. Maximilian – Köln, 31. März 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 29–29’ (Kop.).

    Er hat sie schriftlich aufgefordert [Nr. 220], ihre Gesandten zum 25. März (sundach judica)zu ihm und anderen Reichsständen zu schicken. Bürgermeister Konrad von Schürenfeltz, Johann von Reide und ihr Rat Dr. Dietrich Meinertzhagen werden für die Stadt am Reichstag teilnehmen. Bitten ihn, sich ihre Gesandten anbefohlen sein zu lassen.1

    «Nr. 226 Mandat Ks. Maximilians an Bf. Lorenz von Würzburg (entsprechend an Ebf. Uriel von Mainz, Kf. Ludwig V. von der Pfalz und Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach) – Xanten, 31. März/1. April 1509 »

    Würzburg, StA, Miscellanea, Nr. 82, unfol. (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 4–4’ (Konz. mit ex.-Verm.; Datumverm.: Ut supra [Verweis auf Nr. 227]) = B. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Differentialakten, Nr. 880, fol. 83–83’ (wie A; Adressat: Mgf. Friedrich von Brandenburg; Datum: 1. April).

    Er beabsichtigt, auf dem Wormser Reichstag einigen Kff. und Ff. die Regalien und Lehen zu verleihen. Er hat deshalb der Stadt Nürnberg befohlen, das Lehensgewand des hl. Ks. Karl, das er aufgrund besonderer Umstände dafür benötigt, nach Worms zu schicken. Befiehlt ihm, dem Transport auf Bitten Nürnbergs oder der städtischen Bevollmächtigten für die Hin- und Rückreise sicheres Geleit zu gewähren.

    «Nr. 227 Ks. Maximilian an den Rat der Stadt Nürnberg - Xantena, 1. April 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 3–3’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    Regest: Zimmermann, Urkunden, Nr. 269, S. XLVIII.

    Antwortet auf ihr Schreiben [Nr. 221]: Er ist jetzt auf dem direkten Weg zum Reichstag nach Worms. Für die Belehnungen einiger Kff. und Ff. benötigt er das genannte Lehensgewand, nämlich Krone, Zepter, Apfel, Schwert, Albe, Kasel, Handschuhe und Schuhe. Obwohl er die Sachen in Worms bald benötigt, bewilligt er ihnen, das Lehensgewand, wie üblich, am 20. April (fritag nach quasimodogeniti)zu zeigen. Doch sollen sie ihre Bevollmächtigten am folgenden Tag (sambstag nach quasimodogeniti)mit den Kleinodien nach Worms schicken. Übersendet ihnen die gewünschten Mandate [Nr. 226] an die von ihnen benannten Kff. und Ff.

    «Nr. Š228 Ks. Maximilian an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Duisburg, 2. April 15091 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 26–26’ (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein).

    Er ist heute über den Rhein kommend hier eingetroffen und will, ohne sich in irgendeiner Weise daran hindern zu lassen, so rasch wie möglich weiter nach Worms ziehen.2Er soll ebenfalls unverzüglich mit kleinem Gefolge nach Worms aufbrechen. Er wird sich und ihn in Anbetracht der Umstände nicht lange dort aufhalten.

    «Nr. 229 Zyprian von Serntein an den Dompropst [zu St. Sebald, Dr. Erasmus Topler] – Düsseldorf, 4. April 1509 »

    [1.] Reise des Ks. zum Wormser Reichstag; [2.] Friedensbemühungen Venedigs, Italienzug Kg. Ludwigs von Frankreich; böhmische Königskrönung Prinz Ludwigs von Ungarn; [3.] Bereitstellung des Krönungsornats Ks. Karls des Großen für Belehnungen während des Wormser Reichstages; [4.] Vergabe der Trienter Dompropstei.

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1509), fol. 34–34’ (eigh. Konz. mit ex.-Verm.).

    [1.] Bestätigt den Eingang seiner Schreiben vom 9. und 24. März [Nrr. 57, 224]. Der Ks. wird heute in Köln eintreffen und dort bis zum 9. April (mentag in den osterfeyrn)bleiben, um dann ohne weiteren Verzug nach Worms zu reisen. Er schreibt heute an die vornehmsten Kff. und Ff. mit der Aufforderung, unverzüglich nach Worms zu kommen [Nr. 228]. Der Ks. wird sich auch dort nicht lange aufhalten. Er hat ihm, Serntein, befohlen, ihn ebenfalls schriftlich zur sofortigen Abreise nach Worms aufzufordern, da er dort benötigt wird.

    [2.] Was das von ihm mitgeteilte Schreiben Venedigs an Nürnberg [Nr. 57, Anm. 3] angeht, so betreiben die Venezianer zweifellos noch andere Intrigen. Er kann aber erst nach seiner Ankunft [in Worms] mit ihm darüber sprechen, da die Postverbindung nicht sicher ist. Luca de Renaldis (Prelucas)wurde vom Ks. Šnicht angehört, sondern nach seiner Ankunft unverzüglich verhaftet.1 Auch über die Gründe dafür wird er ihn mündlich unterrichten. Der frz. Kg. wird am 8. April (am heyligen ostertag)in Grenoble (Granepel)eintreffen und voraussichtlich am 15. April (quasimodogeniti)Mailand erreichen. Ich hab grosse sorg, eur pulschaft werde sich mit eim Franzosen vergessen. Bedankt sich für die Mitteilungen über die Krönung des jungen ungarischen Kg.[Ludwig] in Prag. Der Ks. hat alles gelesen.

    [3.] Er hat mit dem Ks.über die Nürnberger Bedenken wegen des angeforderten Lehnsgewands gesprochen. Es ist für ihn unverzichtbar, da in Worms Belehnungen stattfinden werden und sein eigenes Gewand nicht rechtzeitig verfügbar ist. Der Ks. schreibt in dieser Sache erneut an Nürnberg [Nr. 227], wie er, Topler, erfahren wird. Er ist damit einverstanden, dass die Stadt das Gewand am 20. April (freytag nach quasimodogeniti)[für die Heiltumsweisung] verwendet. Der Ks. schreibt auch wie gewünscht an die Ff. wegen des Geleits [Nr. 226].

    [4.] Er hat sich für ihn um die Trienter Dompropstei bemüht. Der Ks. hat allerdings vor einigen Tagen dem Augsburger Domdekan [Wolfgang von Zülnhart] eine Expektanz ausgestellt. Jedoch muss dieser sein Einverständnis erklären, die Dompropstei auf ksl. Wunsch hin unverzüglich wieder abzutreten. Der Ks. plant, die Propstei dem St. Georgs-Orden zu inkorporieren.

    «Nr. 230 Vollmacht Kf. Joachims I. von Brandenburg für seinen Reichstagsgesandten Eitelwolf vom Stein – Cölln/Spree, 12. April 1509 »

    Innsbruck, TLA, Maximiliana VI/20, fol. 132–132’ (Kop.).

    Bekundet, dass der Ks. wegen wichtiger Angelegenheiten von Ks., Hl. Röm. Reich und deutscher Nation einen Reichstag nach Worms ausgeschrieben und ihn zur persönlichen Teilnahme bzw. im Falle seiner Verhinderung zur Abordnung von Gesandten aufgefordert hat. Er sieht sich verpflichtet, dem Folge zu leisten. Allerdings hindern ihn Landesangelegenheiten an der persönlichen Teilnahme. Bevollmächtigt deshalb seinen Rat Eitelwolf vom Stein in kraft und macht diss briefs, daselbst uf angesetztem Reichs tag unser stadt zu vertreten und neben und zusambt andern unsern mit-churfursten, fursten und ander stenden des Heyligen Reichs, so aldar versamlt, in solichen anligenden sachen vermelter romischer kay. Mt., des Heyligen Romischen Reichs und teutscher nation in unsers namen und von unserntwegen das fuglichst und beste furzunemen, zu raten und zu handlen, wie gelegenheit und notturft erfordert. Und was dan also einmutiglich oder durch den merer teyl und angezeigtem unserm rat im besten angesehen und beslossen wirt, dem wollen wir unsers vermogens nachkomen und volg tun in Šaller mass, als weren wir personlich entgegen, teten und tun mochten getreulich und ungeverlich, adoch mit dem beschaid, das wir bey unsern churfurstlichen freyheiten, altem herkomen und gewonheyt gelassen und daruber nit beswert werden–a. [Corroboratio, Datum].

    «Nr. 231 Nürnberger Hh.Ältere an Bf. Lorenz von Würzburg – Nürnberg, 12. April 1509 »

    Würzburg, StA, Miscellanea, Nr. 82, unfol. (Or. Perg., donrstag nach dem heiligen ostertag; Postverm.: Zu seiner ftl. Gn. selbs handen.) = Textvorlage A. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 206–206’ (Kop.) = B.

    Der Ks. hat sie aufgefordert, Gesandte zum Wormser Reichstag zu schicken, die das Lehensgewand des hl. Ks. Karl mitbringen sollen. Sie haben deshalb die Abordnung ihrer Gesandtschaft bislang verzögert und dafür die Einwilligung des Ks. erbeten. Durch den Boten, der die ksl. Antwort [Nr. 227] mitbrachte, wie auch durch einige vornehme Angehörige des ksl. Hofes haben sie indessen erfahren, dass der Ks. in der Karwoche (hl. marterwochen)in Köln angekommen sei und beabsichtigen solle, dort auch die Osterfeiertage zu verbringen, um erst anschließend nach Worms aufzubrechen.

    Sie beabsichtigen deshalb, die Gesandtschaft mit dem Lehensgewand nach der Heiltumsweisung [am 20.4.] abzufertigen. Der Ks. fordert ihn und andere Kff. und Ff., deren Gebiet die Gesandten passieren werden, auf, dem Transport sicheres Geleit zu gewähren. Übersenden beiliegend das an ihn adressierte ksl. Schreiben [Nr. 226]. Sie hegen bezüglich seiner Person selbstverständlich keinen Zweifel und vertrauen auch seinem Geleit. Dennoch ist angesichts der vielfältigen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit diese Mission für die Gesandten beschwerlich. Falls er bereit wäre, seinen Aufbruch zum Reichstag bis zum 23. oder 24. April (montag oder eritag nach misericordia Domini)zu verschieben, würden sie um Mitteilung und um Erlaubnis für ihre Gesandten bitten, gemeinsam mit ihm nach Worms zu reisen. Sollte dies nicht möglich sein, ersuchen sie ihn, seine Pfleger und Amtleute in Schlüsselfeld und Ochsenfurt mit dem Geleit für ihre Gesandten zu beauftragen.

    «Nr. 232 Beschlüsse des Speyerer Domkapitels – Speyer, 12./19./26. April 1509 »

    Karlsruhe, GLA, Abt. 61, Nr. 10930, fol. 26, 26’, 27’ (Konz.).

    Druck/Regest: Krebs, Protokolle I, Nrr. 2696, 2706, 2717, S. 259f.

    /26/ [12.4.] Aufgrund eines Schreibens des Ebf. von Mainz wurde Dr. Erpho [von Gemmingen] für den Reichstag zu Worms vorbehaltlich der kirchlichen Strafen ein Šzweimonatiger Urlaub gewährt. Falls der Reichstag nicht so lange dauern sollte, soll er sich vorzeitig wieder zu seiner Kirche verfügen.

    /26’/ [19.4.] Der Domherr Philipp von Flersheim wird dem Bf. von Speyer auf dessen Wunsch für den Reichstag in Worms beigeordnet.

    /27’/ [26.4.] Einige ksl. Räte bitten wegen Angelegenheiten des Ks. um Urlaub für Eberhard Senft. Da er derzeit bereits beurlaubt ist, wird die Antwort, die dem Ks. gefällig sein soll, bis zu seiner Rückkehr verschoben.

    «Nr. 233 Weisung Kf. Friedrichs III. von Sachsen an [Gf. Philipp von Solms-Lich] – Wittenberg, 13. April 1509 »

    [1.] Verspätetes Eintreffen Kf. Friedrichs auf dem Reichstag; [2.] Teilnahme des Gesandten an den Reichstagsverhandlungen; [3.] Ablehnung des Reichstagskommissariats, Fernbleiben Kf. Friedrichs vom Reichstag im Falle einer vorzeitigen Abreise Ks. Maximilians aus Worms.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 28 (Or., freitag in der hailigen osterwochen) [Pkt. 1f.], fol. 27 (undat. Konz. des Postskripts) [Pkt. 3].

    [1.] Der Ks. hat ihn schriftlich aufgefordert, sich unverzüglich nach Worms zu begeben [Nr. 228]. Ein sofortiger Aufbruch ist jedoch aus triftigen Gründen nicht möglich. Er soll sich deshalb unverzüglich nach Worms oder wo er den Ks. sonst antreffen kann, begeben und unter Vorlage seines Kredenzbriefes [Nr. 234] gemäß der beiliegenden Instruktion [Nr. 242] vorstellig werden. Er soll darauf achten, dass er mit dem Ks. allein sprechen kann. Über dessen Antwort soll er unverzüglich Bericht erstatten.

    [2.] Ob auch curfursten, fursten und ander stende des Reichs berait zu Wormbs weren und in des Hailigen Reichs sachen handelten und kaiserliche Mt. wolt, dz ir an unser stat bey solcher handlung auch sein solt, dz wellet also tun. Und was von andern fur gut angesehen und beslossen werdt, von unsertwegen darein auch willigen. In dem allem tut ir uns zu gefallen. [Datum].

    [3.] Ob sich auch kayserliche Mt. wurd vernemen lassen, es were gut, das wir komen wolten und ir solt dieweyl aldo verharren und sein kaiserliche Mt. wolt zu Wormbs verrucken, so solten wir als seiner Mt. stathalter dann mit den stenden handeln. Daz wellet in kein weg annemen und euch horen lassen, das ir des kein bevelh het, sonder wu sein Mt. aldo verharren und mit den stenden handeln wurd, das ir alßdann an unser stat sein solt. Wurd aber sein ksl. Mt. verrucken, so het ir Mt. wol zu achten, was er tun kont. So mochten wir, so wir horen wurden, das sein ksl. Mt. nicht mer zu Wormbs were, auch nicht dohyn kommen. Sein Mt. mocht uns aber deßhalb schreiben, sunder zweivel, wir wurden uns underteniger antwurt vernemen lassen und, so ir Mt. uns an ein gelegen ort im Reich zu yrer Mt. bescheiden wurd, auch nit aussen bleiben.

    «Nr. Š234 Vollmacht Kf. Friedrichs III. von Sachsen für Gf. Philipp von Solms-Lich als Gesandten zum Reichstag – Wittenberg, 14. April 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Urk. 926 (Or., sambstag in der hayligen osterwochen; Gegenz.Hie[ronymus] R[udelauf]).

    Ks. Maximilian hat ihn zum Wormser Reichstag eingeladen und ihn jetzt erneut zum Erscheinen aufgefordert [Nr. 228]. Er war aus Gehorsam gegenüber Ks. und Reich bereits im Begriff, zum Reichstag aufzubrechen, doch ergaben sich zwingende Hinderungsgründe. Er hat gleichwohl unverändert die Absicht, persönlich am Reichstag teilzunehmen. Falls Kff., Ff. und Stände bereits vor seiner Ankunft in Verhandlungen über die Reichssachen eintreten sollten, und damit der Ks. in seinen und des Reichs Angelegenheiten nicht aufgehalten wird, bevollmächtigt er bis zu seiner Ankunft seinen Rat und Pfleger zu Coburg, Gf. Philipp von Solms, an unser stat bey solchen handlungen zu sein; und ob von curfursten, fursten und andern stenden ksl. Mt. und dem Heiligen Reich zu nutz und gut etwas eintrechtiglich beslossen wurd, darein sol der gedacht unser phleger an unser stat willigen, dem wir, sovil uns betreffen werd, folge tun wellen. [Corroboratio, Datum].

    «Nr. 235 Stadt Frankfurt an Bürgermeister und Rat der Städte Mühlhausen, Nordhausen und Goslar – Frankfurt, 17. April 1509 »

    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 233, unfol. (Konz., dinstags nach dem sontag quasimodogeniti).

    Ihre Gesandten zu dem auf den 1. November (allerheiligen tag)ausgeschriebenen ksl. Tag haben gebeten, die drei Städte zu verständigen, sobald der Ks. den Tag eröffnet, was sie ihrerseits zugesagt und ihnen schriftlich bestätigt haben [Nr. 218]. Teilen ihnen daraufhin mit, dass der Ks. am vergangenen Sonntag [15.4.] in Koblenz (Confluenz)war und sich auf dem Weg nach Worms befindet. Es halten sich bereits viele Gesandtschaften in Worms auf, die der Ks. angewiesen hat, dort auf ihn zu warten.

    «Nr. 236 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Meister und Rat der Stadt Straßburg – Worms, 19. April 1509 »

    Straßburg, AV, AA 353, fol. 56–56’ (Or. m. Siegelspuren, donnerstags nach dem sontag quasimodogeniti).

    Teilen ihnen auf ihr Anschreiben1hin mit, dass ihr Gesandter, den sie dem Ks. entgegengeschickt hatten, um seine voraussichtliche Ankunft in Worms in Erfahrung zu bringen, jetzt zurückgekehrt ist. Er wurde vom Ks. persönlich bei dessen Abreise aus Koblenz angewiesen, seine Ankunft für den kommenden Samstag [21.4.] anzukündigen.

    « Nr. Š237 Stadt Nürnberg an Kf. Uriel von Mainz – Nürnberg, 19. April 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 219’–220 (Kop., donerstag nach quasimodogeniti).

    Der Ks. hat sie aufgefordert, Gesandte zum Wormser Reichstag zu schicken, die das Lehensgewand des hl. Ks. Karl mitbringen sollen. Sie haben dies aus Gehorsam gegenüber dem Ks. bewilligt und beabsichtigen, ihre Gesandtschaft in wenigen Tagen auf den Weg zu schicken. Diese wird wohl auch das Kurmainzer Gebiet passieren. Bitten deshalb um Weisung an die Amtleute in Tauberbischofsheim (Bischofshaim)[= Wolf von Hardheim] und in anderen auf dem Weg nach Worms gelegenen Orten bezüglich des Geleits für die Nürnberger Gesandtschaft.

    «Nr. 238 HM Friedrich von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen – [Rochlitz], 19. April 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 177–178 (Kop., donerstag nach quasimodogeniti).

    Informiert ihn über den Vortrag der Gesandten des Deutschmeisters, Dietrich von Cleen und Burkhard von Seckendorff [Nr. 132, Anm. 1], sowie über Verhandlungen bezüglich Sebastian Stiebars.

    [PS] Er wird am nächsten Sonnabend [21.4.] von Rochlitz nach Weißensee aufbrechen, um von dort aus zum ksl. Tag weiterzureisen. Ihm fehlen für diese Reise noch vier Wagenpferde. Bittet ihn um Weisung an seinen Amtmann in Sachsenburg [Hermann von Pack], ihm die Pferde zur Verfügung zu stellen.

    «Nr. 239 Hg. Ulrich von Württemberg an Hg. Wilhelm IV. von Bayern – Stuttgart, 20. April 1509 »

    München, HStA, KÄA 1863, fol. 239–239’ (Or., fritags nach quasimodogeniti; präs. [Straubing], mitichen St. Marx tag [25.4.]).

    Kaspar Spät [württ. Rat] hat von Kaspar von Winzer auf dessen Rückreise vom Ks. aus den Niederlanden erfahren, dass er, Hg. Wilhelm, beabsichtigt, sich persönlich zum Ks. auf den ausgeschriebenen Reichstag nach Worms zu begeben. Er selbst wurde mehrmals zur Teilnahme daran aufgefordert. Wie er erfahren hat, wird der Ks. in Kürze dort eintreffen. Bittet ihn, sich mit seiner Anreise zu beeilen und ihn aufzusuchen. Er will seine Ankunft abwarten, um dann gemeinsam mit ihm zum Reichstag zu reiten. Bittet um Mitteilung seiner diesbezüglichen Absichten und seines voraussichtlichen Ankunftstermins durch den Boten.1

    «Nr. Š240 Stadt Frankfurt an Bürgermeister und Rat der Stadt Wetzlar – Frankfurt, 21. April 1509 »

    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 234, unfol. (Konz., sambstags nach quasimodogeniti).

    Teilen ihnen in Beantwortung ihrer Anfrage [Nr. 194] mit, dass der Ebf. von Mainz sie gestern über ein Schreiben des Ks. informiert hat, wonach er heute gemeinsam mit ihm in Worms einreiten will. Der Ebf. ist deshalb in aller Eile von hier aufgebrochen. Die Frankfurter Gesandten beabsichtigen, am kommenden Montag oder Dienstag [23./24.4.] zum Reichstag abzureisen.

    «Nr. 241 Beschlüsse des Mainzer Domkapitels – Mainz, 21. April/25. Mai 1509 »

    Würzburg, StA, Mainzer Domkapitelprotokolle 3, fol. 647’, 652’ (lat./dt. Reinschr. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen).

    [1.] /647’/ [21.4.] Der Ebf. beantragte, Personen für seine Begleitung zum Wormser Reichstag abzuordnen. Das Domkapitel genehmigte die Auswahl ihm genehmer Domherren durch den Ebf. selbst.

    /652’/ [25.5.] Auf Wunsch der Kff. von Trier und Sachsen wurde gemäß einhelligem Beschluss dem Domherrn Dietrich Zobel für die Verhandlungen zwischen dem Klerus und der Stadt Worms ein einmonatiger Urlaub gewährt. [...].

    Der Mainzer Viztum1informierte den Schulmeister [Lorenz Truchseß von Pommersfelden] über den Wunsch des Ebf., ihm für den Besuch des Reichstages und für andere wichtige Angelegenheiten in Worms Vertreter des Domkapitels beizuordnen. Die vom Domkapitel daraufhin benannten Herren, der Schulmeister, [Ulrich von] Schechingen und Zobel, sollen am 28. Mai (lune post dominicam pentecostes) aufbrechen.2

    «Nr. Š242 Vortrag des kursächsischen Gesandten Gf. Philipp von Solms an Ks. Maximilian – act. Worms, 23. April 15091 »

    [1.] Verspätetes Eintreffen Kf. Friedrichs von Sachsen auf dem Reichstag; [2.] Angebot zu einem persönlichen Treffen Kf. Friedrichs mit Ks. Maximilian.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 30–31’ (Reinkonz.; Verm. am Textende: Item mer ein artikel mit irbieten.).

    [1.] Bittet, den ihm von Kf. Friedrich mitgegebenen Kredenzbrief [Nr. 234] anzunehmen, und übermittelt dessen Grußbotschaft. Er, der Ks., hat den Kf. durch ein am 11. April (mitwoch in der hl. osterwochen)um acht Uhr abends in Wittenberg eingegangenes Schreiben [Nr. 228] aufgefordert, unverzüglich zu ihm nach Worms aufzubrechen. Der Kf. wollte dem gehorsam nachkommen und sich auf den Weg machen. Dies war aufgrund eingetretener Umstände nicht möglich. Er wird sich jedoch innerhalb von zehn bis zwölf Tagen nach Datum des Kredenzbriefs auf dem Weg machen und sich darin wie in allen anderen Angelegenheiten dem Ks. gehorsam erzeigen. Der Kf. hat ihn auch beauftragt, die Hinderungsgründe anzuzeigen: aKurz vor dem Eintreffen des ksl. Schreibens boten der Lgf.[Wilhelm von Hessen] und Angehörige der Landstände ihre Vermittlung im Konflikt Kf. Friedrichs und seines Bruders [Hg. Johann] mit Hg. Georg von Sachsen an und beraumten zugleich innerhalb von zehn Tagen einen Schiedstag an–a.2Hätte der ŠKf. das Angebot zurückgewiesen und mit seiner bevorstehenden Abreise zum Ks. begründet, hätte dies den Eindruck erwecken können, als wolle er die Angelegenheit verzögern und lehne eine Aussöhnung mit seinem Vetter ab. Da der Kf. weiß, dass der Ks. solche Streitigkeiten gern beigelegt sieht, ist er zuversichtlich, dass er die Verzögerung entschuldigen wird. Gleichgültig, wie diese Verhandlungen ausgehen, wird sich der Kf. zuverlässig innerhalb von zehn bis zwölf Tagen nach Zustellung des ksl. Schreibens zum Ks. verfügen. Daran könnte ihn nur ein körperliches Gebrechen hindern.

    [2.] In dem ksl. Schreiben wird angekündigt, dass der Ks. nicht lange in Worms bleiben und auch den Kf. nicht lange aufhalten werde. Für den Fall, dass er, der Ks., die Verhandlungen über seine Angelegenheiten durch die bereits in Worms anwesenden Stände wünscht, hat er, Solms, Befehl, allen Beschlüssen zuzustimmen. Falls er, der Ks., vor Ankunft des Kf. aus Worms abreisen sollte, so wäre dieser bereit, sich mit ihm, falls gewünscht, auch an einem anderen Ort zu treffen. Bittet, die Verspätung des Kf. gnädig zu akzeptieren und gegebenenfalls einen Treffpunkt zu benennen.

    «Nr. 243 Ks. Maximilian an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Worms, 24. April 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 36–36’ (Or. m. Siegelrest, Vermm. prps./amdip., Gegenz. J. Renner).

    Er hat den Vortrag seines Gesandten Gf. Philipp von Solms [Nr. 242] angehört und nimmt die Entschuldigung für seine Verspätung an. Er hätte ihn gern persönlich gesprochen, doch erlauben die Umstände keinen weiteren Aufenthalt in Worms. Stattdessen muss er sich eilends in seine Gft. Tirol begeben. Er benötigt ihn dringend auf dem Reichstag. Deshalb soll er sich so rasch wie möglich hierher verfügen und mit den übrigen Ständen zum Besten von Ks., Hl. Reich und deutscher Nation verhandeln. Er wird Gesandte zu ihm schicken, um ihn über einige geheime Angelegenheiten zu informieren, über die er gerne persönlich mit ihm gesprochen hätte, damit du dich darnach richten und in allen unsern hendln, notdurften und gescheften dest pas handlen mogest. Er soll sich mit seiner Anreise beeilen, da alle anwesenden Stände auf ihn warten und die Verhandlungen vor seiner Ankunft nicht eröffnet werden.

    «Nr. 244 Nürnberger Hh.Ältere an Bf. Lorenz von Würzburg – Nürnberg, 24. April 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 224–224’ (Kop., eritag nach misericordia Domini).

    ŠBestätigen den Eingang seines Schreibens mit einer Mitteilung des Ebf. von Mainz bezüglich der Ankunft des Ks. in Worms und der Angabe seines, Bf. Lorenz’, Abreisetermins.1Die Nürnberger Gesandten werden in Kürze in Würzburg eintreffen, um dann, wie von ihm bewilligt, mit ihm gemeinsam weiterzureisen.

    [PS] Der Bote hat als Lohn einen Gulden erhalten.

    «Nr. 245 HM Friedrich von Sachsen an den Komtur zu Koblenz, Ludwig von Seinsheim – [Weißensee], 26. April 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 183 (Auszug, donerstag nach misericordias Domini).

    Er hat sich auf sein Schreiben1hin nach Weißensee verfügt, um sich auf die Teilnahme am ksl. Tag vorzubereiten. Ihm ist nicht bekannt, ob der Ks. bereits in Worms eingetroffen ist. Bislang sind weder Kf. Friedrich und Hg. Georg von Sachsen noch ihre Gesandten zum Reichstag aufgebrochen. Wir auch in der erst in unser und unsers ordens sachen und sunderlich, dieweil die stende nicht gar beyeinander, wenig außrichten wurden, auch nicht lang zu Wurms ligen konnen. Bittet ihn deshalb um Mitteilung durch den Überbringer dieses Schreibens, wie lange der Ks. seiner Meinung nach in Worms bleiben wird und für wann er seine Ankunft dort empfiehlt. Bittet, dafür Sorge zu tragen, dass Herbergen sowie Stallungen für 30 Pferde zur Verfügung stehen.

    [PS] Falls absehbar wird, dass der Ks. noch vor seiner Ankunft wieder vom Reichstag abreist, soll er diesem gegenüber erklären, dass er, der Hochmeister, auf dem Weg zu ihm und zum Reichstag befindlich sei. Anschließend soll er das Anliegen des Ordens gemäß der ihm zugeschickten Instruktion2vorbringen. Übersendet ihm einen entsprechenden Kredenzbrief. Befiehlt ihm, Bericht zu erstatten.

    «Nr. 246 Stadt Nürnberg an Stadt Worms – Nürnberg, 26. April 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 231 (Kop., donerstag nach St. Marx tag).

    ŠDer Wormser Bote hat ihnen heute ihre Mitteilung über die Ankunft des Ks. in Worms zugestellt. Bedanken sich dafür. Der Bote erhielt dafür 1½ fl. als Vergütung.

    «Nr. 247 Rat der Stadt Friedberg an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Friedberg, 26. April 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 27–27’ (Or. m. Siegelrest, donnerstag nach Geori martiris).

    Sie haben Nachricht erhalten, dass der Ks. aus Worms abgereist ist, weshalb der Reichstag beendet sein soll. Sie hatten nach ihrem früheren Ersuchen die Absicht, sie noch einmal wegen des Reichstages zu kontaktieren, wissen nun aber nicht, ob dieser fortgesetzt wird oder nicht. Bitten, sie durch den Überbringer dieses Schreibens darüber zu informieren.

    «Nr. 248 Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt an den Rat der Stadt Friedberg – Frankfurt, 27. April 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 30 (Konz., frytags nach misericordia Domini).

    Bestätigen den Empfang ihres Schreibens [Nr. 247]. Sie haben gerüchteweise ebenfalls von der Abreise des Ks. gehört, aber noch keine Nachricht von ihren Gesandten in Worms erhalten. Sie haben deshalb heute einen Boten dorthin geschickt, um Erkundigungen anzustellen. Sobald sie Genaueres wissen, werden sie ihnen darüber Mitteilung machen.1

    «Nr. 249 Dr. Dietrich von Plieningen an den bayerischen Kanzler Dr. Johann Neuhauser – Esslingen, 30. April 1509 »

    Audienz Plieningens bei Ks. Maximilian.

    München, HStA, KÄA 3136, fol. 372–372’ (eigh. Or., montag [nach Jubilate]1; Postverm.: Zu aygner hand.2).

    Er wollte weisungsgemäß ursprünglich direkt nach Worms reisen. Als er jedoch in Esslingen eintraf, war der Ks. gerade auf dem Weg nach Süden und übernachtete Šam Samstag [28.4.] in Vaihingen (Vachingen). Er konnte in Erfahrung bringen, dass der Ks. am Sonntag [29.4.] nach Stuttgart kommen würde. Dorthin ist er gemeinsam mit Dr. Lupfdich gereist. Er wurde zur Audienz beim Ks. zugelassen und konnte namens Hg. Wolfgangs und der übrigen Vormünder die ihm aufgetragene Entschuldigung vorbringen. Auf die Frage des Ks. nach dem Verbleib Hg. Wilhelms antwortete er, dass dieser sich in Straubing aufhalte. Der Ks. erwiderte, Kaspar [von Winzer] hätte behauptet, den Hg. unverzüglich nach Worms zu bringen. Auch habe er in Stuttgart den Hg. von Württemberg aufgefordert, mit seiner Reise nach Worms bis zur Ankunft Hg. Wilhelms in voraussichtlich acht Tagen zu warten. Kaspar habe damit eine frühere Reise Hg. Ulrichs nach Worms verhindert. Und irret also die keyserlich Mt., welt was groß dofur geben. Sagt, der tag gieng fur sich zu Worms, und were seiner Mt. ernstliche maynung, das unßer gn. herr, herzog Wilhalm, auch Wirtenberg und ander fursten solten in aygner person gen Worms kommen. Der tag werd nit lang weren. Der Ks. kündigte abschließend seine unverzügliche Weiterreise nach Augsburg an. Dort wolle er Hg. Wilhelm überzeugen, persönlich am Reichstag teilzunehmen.

    Seiner, Plieningens, Meinung nach hat der Ks. nicht die Absicht, den Hg. nach Italien (Welschland)mitzunehmen. Der Ks. teilte mit, dass die Franzosen die Venezianer angegriffen und etliche Ortschaften erobert hätten. Der Papst habe Faenza eingenommen. Der Kg. von Spanien sei ebenfalls beteiligt. Der Ks. befahl ihm, seine Reise nach Worms fortzusetzen und dort das Eintreffen weiterer Teilnehmer abzuwarten. Er wird also morgen [1.5.] dorthin aufbrechen. Ein Bote wird den pfälzischen Kf. um Geleit für ihn bitten. Man erwartet in Worms täglich die Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen. Der Ks. und seine Räte sind der Meinung, dass Hg. Ulrich morgen nach Worms aufbrechen müsse. Er, Plieningen, hält es für möglich, dass der Ks.über München reisen würde, wenn man ihn einlädt. Der ksl. Kanzler Serntein äußerte, man werde in Worms ungeachtet der Abwesenheit des Ks. auch über die noch offenen Fragen bei der Aufteilung des niederbayerischen Erbes verhandeln.

    «Nr. 250 Vollmacht der bayerischen Vormundschaftsregierung für Reichstagsgesandte – München, [Anfang Mai 1509] »

    München, HStA, KÄA 3136, fol. 377–377’, 378’ (Konz.).

    Ks. Maximilian hat einen Reichstag nach Worms ausgeschrieben und dazu auch ihr Mündel Hg. Wilhelm eingeladen. aDer Ks. hat ihn jedoch wegen seiner Unmündigkeit vom persönlichen Erscheinen dispensiert; an seiner Stelle sollen bevollmächtigte Räte am Reichstag teilnehmen–a. Sie, Hg. Wolfgang von Bayern und andere Vormünder, entsenden deshalb im Namen ihres Mündels die Räte Hieronymus Stauffer Švon Ehrenfels, Hans von Closen und Dr. Dietrich von Plieningen, baußerdem Dr. Johann Lupfdich–b als Gesandte zum Wormser Reichstag. Diese werden hiermit bevollmächtigt, gemeinsam mit den übrigen Reichsständen zum Besten von Ks. und Reich zu handeln und Beschlüsse zu fassen. Verpflichten sich im Namen ihres Mündels, alle durch die Reichsstände oder deren Mehrheit verabschiedeten Beschlüsse anzunehmen und einzuhalten.

    «Nr. 251 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Bf. Lorenz von Würzburg – Weimar, 2. Mai 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 44 (Konz., mitwoch nach jubilate).

    Der Ks. hat ihn zum Reichstag nach Worms eingeladen. Doch ergab sich eine Verzögerung, worüber ihn der kfl. Pfleger zu Coburg, Gf. Philipp von Solms, unterrichten wird. Er beabsichtigt aber – sofern die Kff. und Ff. in Worms bleiben –, so bald wie möglich anzureisen. Damit aber die übrigen Stände die Verhandlungen nicht bis zu seiner Ankunft verschieben und dadurch die Angelegenheiten von Ks. und Reich aufgehalten werden, bittet er, ihn bis dahin gemeinsam mit Gf. Philipp bei den Verhandlungen zu vertreten, wozu er ihn hiermit bevollmächtigt. Er soll auch die übrigen Kff. und Ff. bitten, seine Verspätung zu entschuldigen und mit dem Beginn der Verhandlungen nicht auf ihn zu warten. Was die Stände ksl. Mt. und dem Hailigen Reich fur das nutzt und best ansehen und eintreglich beslissen, werden sein Bruder, Hg. Johann, und er selbst, soweit sie dies betrifft, akzeptieren.

    «Nr. 252 Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt an den Rat der Stadt Friedberg – Frankfurt, 2. Mai 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 34–34’ (Konz., mitwochs nach jubilate).

    Teilen ihnen auf ihre Anfrage [Nr. 248, Anm. 1] mit, dass der Ks. am 21. April (samstag nach dem sontag quasimodogeniti)mit etlichen Kff. und Ff. in Worms eingeritten und am 24. April (dinstag nach Georii)nach Speyer aufgebrochen ist. Dort blieb er bis zum Freitag [27.4.] und machte sich am Abend auf den Weg nach Bruchsal (Brussel). Es heißt, er wolle sich in die Erblande begeben, habe aber Mgf. Kasimir [von Brandenburg-Ansbach] und Gf. Adolf von Nassau als Stellvertreter in Worms zurückgelassen, die in seinem Namen die Verhandlungen führen sollen. Die Kff. von Mainz, Trier, Köln und der Pfalz sowie weitere Ff. und Gesandtschaften, auch von einigen Städten, halten sich derzeit noch in Worms auf, wie aus einem gestern [1.5.] eingegangenen Bericht der Frankfurter Gesandten [Nr. 441] hervorgeht.

    «Nr. Š253 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Ks. Maximilian – Weimar, 3. Mai 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 46–46’ (Konz., dornstag nach jubilate).

    Bestätigt den Eingang des ksl. Antwortschreibens auf den Vortrag Gf. Philipps von Solms und dessen Entschuldigung für seine, Kf. Friedrichs, Verspätung. Das Schreiben war mit einer erneuten Aufforderung zum unverzüglichen Erscheinen in Worms und der Ankündigung einer ksl. Gesandtschaft zu Verhandlungen über geheime Angelegenheiten verbunden [Nr. 243]. Als es ihm zugestellt wurde, war er im Begriff, gemäß der ersten Aufforderung [Nr. 228] so rasch wie möglich zu ihm nach Worms zu ziehen. Er wird aber seine Reise verzögern, damit die angekündigte Gesandtschaft ihn noch vor seiner Ankunft dort erreicht. Die zum Nutzen von Ks. und Reich gefassten Beschlüsse der Reichsstände wird er als gehorsamer Fürst vollziehen.

    «Nr. 254 Ks. Maximilian an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Ulm, 3. Mai 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 45–45’ (Or. m. Siegelspuren, Verm. prps., Gegenz. B. Hölzl).

    Er kann den Erbmarschall Joachim von Pappenheim derzeit nicht entbehren, weshalb er ihn bei sich behält, obwohl dieser sein Amt auf dem Reichstag in Worms eigentlich persönlich versehen sollte. Bittet ihn, Pappenheim zu entschuldigen und das Amt durch den kursächsischen Marschall und Diener Pappenheims, Friedrich Beyer, versehen zu lassen, der zu diesem Zweck in Worms zurückgeblieben ist.

    «Nr. 255 Lgf. Wilhelm II. von Hessen an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Kassel, 5. Mai 1509 »

    Marburg, StA, Best. 2, Nr. 296, fol. 140 (Konz., sonnabents nach jubilate).

    Er hat seine Nachricht mit der Mitteilung seines Ausbleibens schweren Herzens vernommen. Er hatte sich auf seinen Besuch sehr gefreut. Bittet ihn deshalb, wenn irgend möglich, auf seinem Weg zum Wormser Reichstag über Kassel zu reisen. Sie könnten sich dann bei einer freundschaftlichen Unterredung austauschen. Er könnte dann auch seine Gesandten, deren Abfertigung er bis zu seiner Ankunft zurückgestellt hat, desto statlicher verordnen. Falls es ihm nicht möglich ist zu kommen, soll er ihn verständigen, damit er seine Räte rechtzeitig zum Reichstag schickt.

    «Nr. 256 Die Wetzlarer Ratsherren Philipp von Babenhausen und Heinrich Laß an den Frankfurter Schöffen und Reichstagsgesandten Johann Frosch – [Wetzlar], 8. Mai 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 42–42’ (Or., dinstag nach cantate).

    ŠEr erinnert sich sicherlich an ihre kürzliche Abreise aus Worms. Der Rat hat sie beauftragt, wieder dorthin zurückzukehren. Sie haben jedoch erfahren, dass er und andere städtische Gesandte inzwischen ebenfalls nach Hause gereist sind. Bitten um Mitteilung, ob sie nach Worms ziehen sollen oder nicht.

    «Nr. 257 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Butzbach, 18. Mai 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 53–53’ (Or., freitag nach unsers lieben herrn hymelfarts tag; Gegenz. H. Rudelauf).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 963*, S. 762.

    Er hat die Absicht, den Wormser Reichstag zu besuchen, und wird die Samstagnacht [19.5.] in Frankfurt verbringen. Bittet um Zusendung eines Geleitsbriefes für sich und sein Gefolge.1

    «Nr. 258 Hg. Heinrich I. von Braunschweig-Wolfenbüttel an Lgf. Wilhelm II. von Hessen – Amelungsborn, 20. Mai 1509 »

    Marburg, StA, Best. 2, Nr. 142, [nach Fasz. 29], unfol. (Or., sontaige exaudi; Postverm.: In sein liebe eigen hant.).

    Der Ks. hat ihn aufgefordert, sich jetzt zum Reichstag nach Worms zu verfügen. Er beabsichtigt, durch sein Land zu reisen, und bittet deshalb, am kommenden Freitagmittag [25.5.] in Herstelle in das Geleit aufgenommen zu werden.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/I5/pages

    Anmerkungen

    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Gemeint ist wahrscheinlich der älteste, 1493 geborene Sohn Wolfgang (Schwennicke, Stammtafeln V, Tafel 65). In einer gestrichenen Passage des Antwortschreibens Gf. Ludwigs vom 19.10 [Anm. 2] heißt es, dieser halte sich derzeit am ksl. Hof in den Niederlanden auf. Die beiden jüngeren Söhne Ludwig (geb. 1498) und Friedrich (geb. 1502) kommen deshalb kaum in Betracht.
    2
     Da diese ausblieb, erneuerte Mgf. Friedrich mit Schreiben vom 17.10. seine Bitte (Or. Ansbach, dinstag nach Galli; StA Wertheim, G-Rep. 47, Nr. 13, unfol.). Gf. Ludwig sagte zwei Tage später die Bereitstellung seines Schiffes zu. Dem Angebot, gemeinsam nach Worms zu reisen, zeigte er sich geneigt – mich verhindert dan Peteri kadedera [22.2.], wan ich umb dyeselben zeit nit vil rue hab. Auch wurd mir mit beschedigung zugeschoben, deß mich meinß komenß verhinderung tun mogt(Konz., Januarii; ebd., unfol.).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Mit Schreiben vom 7.11. kündigte Nürnberg einen entsprechenden Befehl an den von den Schwäbischen Bundesstädten als RT-Gesandten nominierten Ratsherrn Hieronymus Holzschuher an (Kop., tertia post Leonhardi; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 62, fol. 189’). Nachdem Weißenburg durch ksl. Mandat [Nr. 50] noch einmal zur Beschickung des RT aufgefordert worden war, erneuerte es seine Bitte um Rechtfertigung seines Fernbleibens. Nürnberg sagte dies am 17.2. zu (Kop., samstag nach Juliane; ebd., Nr. 63, fol. 104’–105; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratsverlässe 500, fol. 13).
    1
     Abschied des zum 9.10. nach Ulm einberufenen Bundestages (Kop., montag nach Francisci; StdA Augsburg, Lit. 1508, Fasz. Schwäbischer Bund, Jan.-Dez. 1508, unfol.; StA Bamberg, A 85, Lade 329, Nr. 189, unfol.; HStA München, KÄA 2013, fol. 247–253’; StdA Memmingen, A Bd. 292, unfol.; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 119, Nr. 1, fol. 104–111; AV Straßburg, AA 353, fol. 31–39; HStA Stuttgart, J 9, Nr. 25, Stück-Nr. 79. Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 23–25). Am 11.10. hatte der Städtehauptmann Matthäus Neithart den Abschied an die Bundesstädte übersandt (Or. m. Siegelrest, mitwochen nach Dionisii; AV Straßburg, AA 343, fol. 11–11’).
    1
     Frankfurt sagte dies in seiner Antwort vom 6.11. zu (Konz., montag nach omnium sanctorum; ISG Frankfurt, RTA 24, fol. 22).
    1
     Das wegen des nahenden Termins für den RT[1.11.] konsultierte Augsburger Domkapitel hatte am 21.10. empfohlen: Soll sein gnad uf ander fursten, wie sy sich hierin halten wollen, ain ufsehen haben, darnach sich sein gnad wol waist zu richten(StA Augsburg, Hst. Augsburg, Neuburger Abgabe, Akten 5491, fol. 159). Mit Beschluss vom 12.2. beurlaubte das Kapitel auf Bitte des Bf. hin den Domdekan [Wolfgang von Zülnhart] für den zum 22.2. einberufenen RT (ebd., Akten 5492, fol. 9). Anstelle Zülnharts nahm dann aber der Domherr Christoph von Knöringen als bfl. Augsburger Gesandter teil [Nrr. 259, Pkt. 8; 477, Pkt. 5].
    1
     Liegen nicht vor.
    1
     Das am 7.11. in Worms eingegangene Schreiben [Nr. 473, Pkt. 1 – Uf dienstag … hie zu warten.] liegt nicht vor.
    1
     Mit Schreiben vom 19.12. hatte Ebf. Jakob dem ksl. Kanzler Serntein die Ankunft Lindecks am Kaiserhof angekündigt und um Unterstützung gebeten (Or. Cochem, am dinstage nach Lucie; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 1, fol. 23–23’).
    1
     Aus Nr. 227 geht hervor, dass damit nicht nur der Krönungsornat (Beschreibung bei Fillitz, Insignien, S. 57f.) gemeint war, sondern der Terminus auch die anderen bei Reichsbelehnungen benötigten Insignien einschloss. Das Deutsche Rechtswörterbuch (Bd. VIII, Sp. 935f.) definiert den Begriff „Lehensgewand“ deshalb als „besonders kostbare Kleidung des Kaisers einschließlich der Reichsinsignien bei der Verleihung von Reichslehen“.
    2
     Bezieht sich auf die Verwendung der Reichsinsignien auf dem Augsburg RT 1500. Vgl. Schnelbögl, Reichskleinodien, S. 105f.
    1
     Hecht machte Ansprüche auf den Nachlass der Biele Inckus gegen deren Witwer Thomas von Nuyss geltend. Da dieser im Mai 1509 ebenfalls verstarb, sahen sich die gemeinsame Tochter [Barbara] und ihr Ehemann Johann von Kerpen mit der Forderung konfrontiert. Entgegen der Auffassung Hechts vertrat die Stadt Köln die Ansicht, nichts mit der Angelegenheit zu tun zu haben (Stadt Köln an Kf. Ludwig von der Pfalz, Kop., 19.5.1509; HAStd Köln, Briefbücher, A 45, fol. 50’–51’).
    2
     Wahrscheinlich kehrten die Kölner Gesandten nach Ende des Heidelberger Tages – der Abschied datiert vom 17.2. (HAStd Köln, Best. 120 Zivilprozesse, A 445) – über Worms wieder nach Köln zurück, da die vorliegenden RT-Vollmachten erst vom 31.3. datieren [Nr. 225].
    1
     Lgf. Wilhelm übersandte die Abschrift am 28.1. zusammen mit vom Ks. zugesandten Zeitungen an Kf. Friedrich von Sachsen (Or. Kassel, sontags nach bekerung Pauli; Unterz. Lgf. Wilhelm (W.L. H. sst.), Gegenz. J. Eschwege; HStA Weimar, EGA, Reg. C, Nr. 276, fol. 71–71’).
    2
     Liegt nicht vor. – Lgf. Wilhelm schickte am 31.12. (süntag nach der unschuldigen kinder tag) eine Abschrift seines Schreibens Kf. Friedrich von Sachsen zu. Dieser sagte eine gnädige Antwort des Ks. voraus. Er habe ebenfalls vor einiger Zeit wegen an dessen Hof umlaufender Gerüchte an den Ks. geschrieben und darauf eine günstige Antwort [Nr. 101, Pkt. 2] erhalten. Ich acht, wir geselhen zu hofe rehten allerlayhe zu, domit wir geld von den fursten bringen mugen. Euer lib kenen das hofleben wol.Im gleichen Schreiben kündigte der Kf. nach einer Einladung Lgf. Wilhelms an, ihn gelegentlich seiner Reise zum bevorstehenden Wormser RT zu besuchen (eigh. Or. Torgau, an der heyligen III kunig[6.1.]1509, Postverm.: Zu seiner lieb handen; StA Marburg, Best. 2, Nr. 296, fol. 131–132’, 133’).
    3
     Liegen nicht vor.
    4
     Lgf. Wilhelm meldete Kf. Friedrich von Sachsen am 22.1., dass Topler bei ihm war, umb uns zu besuchung des usgeschrieben Reichs tags gein Wormbs zu bewegen, derselbig auch in kurzem bij e. L. derhalb erscheinen wirdet (Or. m. S. Kassel, montag nach Sebastiani; eigh. Unterz. Lgf. Wilhelms (W.L. H. sst.); HStA Weimar, EGA, Reg. C, Nr. 276, fol. 69–70’).
    5
     Vgl. Nr. 53.
    1
     Um welchen der ursprünglich fünf Höfe des Klosters Otterberg in Worms (vgl.Kaller, Besitzgeschichte, S. 57f.) es sich dabei handelte, ist nicht zweifelsfrei zu klären.
    1
     Ks. Maximilian bewilligte Mgf. Friedrich einen Aufschub von vier bis fünf Wochen, forderte jedoch die Entsendung Mgf. Kasimirs oder mgfl. Räte als bevollmächtigte Gesandte. Der Mgf. bedankte sich in seinem Antwortschreiben, kündigte an, so bald wie möglich selbst auf dem RT zu erscheinen oder, falls weitere schwerwiegende Hinderungsgründe eintreten sollten, seinen Sohn Kasimir abzuordnen (PS zu einem nicht vorliegenden Schreiben; Or., s.l., s.d.; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 2, fol. 61).
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Vier Tage später kündigte Kf. Friedrich an, nach Torgau aufbrechen und seine Angelegenheiten dort so rasch wie möglich erledigen zu wollen, um unverzüglich nach der Ankunft des Ks. in Worms dorthin weiterziehen zu können. Er avisierte seinen Besuch bei Lgf. Wilhelm und bekundete noch einmal seine Hoffnung, anschließend gemeinsam zum RT reisen zu können (eigh. Or. Weimar, suntag nach Valentini[18.2.]1509; Postverm.: Zu aigen handen; StA Marburg, Best. 2, Nr. 296, fol. 137–137’).
    1
     Gemeint ist die von Kg. Wladislaw vermittelte Vermählung Mgf. Georgs mit Gfin. Beatrix von Frangepan (Seyboth, Markgraftümer, S. 398).
    1
     Nr. 50. Mit Beschluss vom 22.1. (secunda post Sebastiani)hatte der Nürnberger Rat seine Mitglieder Anton Tetzel, Hieronymus Ebner und Hieronymus Haller mit Beratungen über die Vorbereitung des RT betraut (StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratsverlässe 499, fol. 12’).
    2
     Kf. Friedrich von Sachsen hatte den Altbürgermeister Anton Tucher durch den Nürnberger Gesandten auf dem Schmalkaldener Tag, den Ratsschreiber [Lazarus Spengler] aufgefordert, ebenfalls am Wormser RT teilzunehmen. Tucher entschuldigte sich jedoch mit gesundheitlichen Gründen und seinen Amtsgeschäften (Kop., montag nach Scolastice[12.2.]1509; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 97–98. Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 124, S. 340f. [irrtümliche Datierung auf den 11.2.]).
    3
     Gemeint ist das Kaufhaus in der Kämmerergasse, das etwa für 1521 als öffentliche Herberge bezeugt ist (Reuter, Worms, S. 40).
    1
     Gesandte der Stadt Mühlhausen hatten in Nordhausen vorgeschlagen, dem gemeinsamen RT-Gesandten einen weiteren Vertreter der drei sächsisch-thüringischen Reichsstädte zur Seite zu stellen. Nordhausen wies darauf hin, dass Johann Butler (Peutler)ohnehin in Angelegenheiten der Stadt abgeordnet werden sollte. Dieser sollte Weisung erhalten, nach deren Erledigung in Worms zu bleiben und sich auch um die gemeinsamen Anliegen der drei Städte zu kümmern. Zweifellos würde Goslar dieser Lösung zustimmen (Nordhausen an Mühlhausen, undat. Konz.; StdA Nordhausen, R, Da 5, fol. 79).
    1
     = Hermann Haase (Como, Kollegiatstift, S. 34–36; Reuter, Stift, S. 69).
    2
     Fuchs, Inschriften, S. 274.
    3
     = geschäftig sein, hin und her gehen.
    4
     Privileg Ks. Friedrichs III. vom 24.12.1488 (Druck: Boos, Quellen III/2, S. 564–566 Anm. 1. Regest: Heinicker, Urkunden, Nr. 277, S. 177–179; Reuter, Kaiser- und Königsurkunden, Nr. 34, S. 90; Arnold, Verfassungsgeschichte II, S. 468f).
    1
     Gemeint ist entweder der spätere RT-Kommissar Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden oder der ksl. Rat Gf. Johann Ludwig von Nassau-Saarbrücken, der bspw. gemeinsam mit Erasmus Topler als Gesandter zu Kf. Friedrich von Sachsen eingesetzt wurde [Nr. 61].
    1
     Liegt nicht vor. Vgl. jedoch Nr. 51.
    1
     Urkunde Ks. Sigismunds von 29.9.1423 (Regest: Altmann, Urkunden, Nr. 5619, S. 396f.). Vgl. Reicke,Geschichte, S. 383–388.
    1
     Kurz vor dem RT fanden in Schernberg noch einmal vorbereitende Beratungen Nordhausens und Mühlhausens, vermutlich unter Einbeziehung Goslars, statt. Im Mühlhäuser Kämmereiregister sind die Ausgaben dafür aufgeführt: Item XXIIII Sneberger quasimodogeniti [15.4.] uffm tage zu Schernberg des koniglichen tages halben(StdA Mühlhausen, Kämmereiregister, Nr. 21, fol. 103’).
    1
     Die drei Gesandten wurden in einem weiteren Kredenzbrief vom gleichen Datum auch Ebf. Uriel von Mainz avisiert, verbunden mit der Bitte, den ihnen befohlenen Vortrag anzuhören und ihnen Glauben zu schenken (Kop., 31.3.1509; HAStd Köln, Briefbücher, A 45, fol. 28’–29).
    1
     Präs. Wittenberg, 11.4.1509 [laut Nr. 242]. Laut Serntein [Nr. 229, Pkt. 1] gingen entsprechende Schreiben auch anderen Reichsfürsten zu.
    2
     Zyprian von Serntein skizzierte in einem Schreiben an Paul von Liechtenstein die geplante Reiseroute: Weiterreise von Duisburg nach Düsseldorf zu einem Treffen mit Hg. Wilhelm von Jülich am 4.4., am gleichen Tag Abreise nach Köln mit Aufenthalt bis zum Ostersonntag [8.4.], am 9.4. Ankunft in Bonn, am 10.4. in Andernach, am 11.4. in Koblenz. Serntein schätzte, dass der Ks. am 15. oder 16.4. in Worms eintreffen würde. Ir Mt. feirt nit und zeucht fur und fur, ligt nit vil stil, darumb man auch dest weniger ausrichten mag (Konz. mit ex.-Verm., Duisburg, 3.4.1509; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 13–15’, hier 13’–14. Druck: Moser, Kanzlei II, S. 95–101, hier 97f.; Kraus, Briefwechsel, S. 120–125, hier 122; Wiesflecker-Friedhuber, Quellen, Nr. 50, S. 172–175 [hier wiedergegebene Passage fehlt]). Vgl. zur realen Reiseroute Ks. Maximilians Kraus, Itinerarium, S. 278; Stälin, Aufenthaltsorte, S. 370; Wenko, Kaiser, S. 268.
    1
     Ausführlicher zur Verhaftung Renaldis und zu deren Hintergründen äußerte sich Serntein am 10.4. in einem Schreiben an Paul von Liechtenstein (Or. Köln; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 31–31’). Vgl. Sanuto, Diarii VIII, Sp. 90, 247; Wenko, Kaiser, S. 22f.; Pogantsch-Bissinger, Renaldis, S. 219f.; Wiesflecker, Maximilian IV, S. 45.
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Das Schreiben war von Ks. Maximilian veranlasst worden [Nr. 249– Auch habe er … zu warten.]. Hg. Wilhelm eröffnete Hg. Ulrich in seiner Antwort vom 25.4., dass er zwar gemeinsam mit seinen Vormündern beschlossen habe, die geplante Reise so bald wie möglich anzutreten, doch müsse er zuvor nach München, wo Hg. Wolfgang und die übrigen Vormünder ihm aller sachen halben mit der notturft zu ksl. Mt. und dem reichstag abfertigung geben würden [Vgl. Nr. 143]. Aus diesem Grund könne er noch keinen Termin benennen, sei aber zuversichtlich, innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen Bescheid geben zu können (Konz. Straubing, sand Marx des heiligen ewangelisten tag; HStA München, KÄA 1863, fol. 241). Am 9.5. allerdings teilte Hg. Wilhelm mit, dass er zum Ks. aufgebrochen sei, der inzwischen [aus Worms] in Richtung Augsburg und Innsbruck abgereist sei. Ein Treffen mit Hg. Ulrich sei derzeit deshalb nicht möglich (Konz. München, mitichen nach cantate; ebd., fol. 241).
    1
     = Emmerich von Carben (Schrohe, Stadt, S. 36).
    2
     Bezüglich der Finanzierung des Reichstagsbesuchs verlautet im Domkapitelprotokoll nichts. Möglicherweise war dieses Problem bereits mit der Aufnahme von 2000 fl.rh.– die gleiche Summe hatte Ebf. Jakob von Liebenstein für den Konstanzer RT 1507 beantragt (Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 54, S. 175) – bei Gf. Hermann von Henneberg am 26.3.1509 gelöst worden (Kop. St. Martinsburg/Mainz, montag nach dem sontag judica; StA Würzburg, Mainzer Bücher verschiedenen Inhalts, Nr. 24, fol. 110–110’. Regest: Mötsch, Regesten Henneberg II, Nr. 2353, S. 1033). Weitere 2000 fl.rh. nahm der Ebf. mit Zustimmung des Domkapitels am folgenden Tag bei Gf. Reinhard von Hanau auf (Kop., dinstag nach dem sontag judica; StA Würzburg, ebd., fol. 112–113’; 114–115’). Darlehen von jeweils 1000 fl. gewährten die Städte Augsburg und Heilbronn, Nürnberg gab 2000 fl. (jew. Kop., dinstag nach dem sontag judica; ebd., fol. 168; 169–169’; 170–170’). Mit dem Geld könnte allerdings auch eine im Dez. 1508 noch verweigerte Anleihe für den Ks. bestritten worden sein. Vgl. Chalopek, Kaiser, S. 81f.
    1
     Laut dem Bericht Solms’ vom 24.4. [Nr. 422, Pkt. 1].
    2
     Laut der von Kf. Friedrich und Hg. Johann den hessischen Gesandten Thiele Wolff von Gudenberg und Balthasar Schrautenbach am 11.4. erteilten Antwort hatte Hg. Georg von Sachsen den Streit mit den Ernestinern um das Bergwerk auf dem Annaberg und eine Handelsstraße nach Polen befristet bis zum 29.9. Lgf. Wilhelm zur Entscheidung überlassen [Entsprechender Reversbrief der beiden Gesandten, Or. m. S., Meißen, montag nach dem hl. palmtag[2.4.]1509; HStA Dresden, Ältere Urkunden 9812]. Die beiden Ernestiner forderten als Vorbedingung für Vermittlungsverhandlungen die Wiederherstellung des Status quo ante, also die Aufhebung der von Hg. Georg 1502 verhängten Sperrung der „Niederen Straße“ auf dem Abschnitt Sagan-Liebenwerda für kursächsische Fuhrleute und die Rücknahme der eigenmächtig erlassenen Annaberger Bergordnung [vom 5.2.1509; Laube, Studien, S. 54–58; Schirmer, Bergordnung, S. 213–228] (Or. m. 2 Ss., Wittenberg, mitwoch in der hailigen osterwochen; Gegenz. H. Rudelauf; StA Marburg, 2/295, fol. 157–158. Vgl. Burckhardt, Landtagsakten, S. XXIXf., 56–78, Nrr. 91–137 [Verhandlungen, Nov. 1507-Apr. 1508]; Virck, Ernestiner, bes. S. 4, 8; Rogge, Herrschaftsweitergabe, S. 267–279 passim; Schirmer, Zank, S. 78–91). Lgf. Wilhelm stellte daraufhin die geforderten Maßnahmen als Schritte im Rahmen des Vermittlungsverfahrens in Aussicht und ersuchte gleichzeitig, ihm den Streit anheimzustellen (undat. Konz. Kassel; ebd., fol. 159–160). Von der oben behaupteten Anberaumung eines Schiedstages verlautet darin nichts. Tatsächlich fanden am 26./27.4. (dornstag/freytag nach Marci)in Zeitz und am 5.5. (sambstags nach jubilate)in Naumburg bilaterale Verhandlungen statt (Aufzeichnungen über die Verhandlungen; HStA Weimar, EGA, Reg. A, Nr. 175, fol. 11–18’; 22–26’).
    1
     Liegt nicht vor. Der Aufbruch Bf. Lorenz’ muss kurz nach dem 28.4. – laut Gropp, Collectio, S. 172, am 2.5. – erfolgt sein. An diesem Tag informierte er das Domkapitel über seine bevorstehende Abreise zum RT und ernannte den Domdekan [Karl von der Tann, zugleich bfl. Rat; Amrhein, Reihenfolge II, Nr. 1611, S. 292; Reuschling, Regierung, S. 174], Georg von Vestenberg [Würzburger Domherr; Amrhein, ebd., Nr. 925, S. 42], Thomas vom Stein [Würzburger Domherr; Amrhein, ebd., Nr. 1540, S. 268], Sigmund von Thüngen [bfl. Rat; Reuschling, ebd., S. 163f.] und Hans von Bibra [bfl. Rat; Rechter, Klientel, Nr. 19, S. 196; Reuschling, ebd., S. 166] für die Zeit seiner Abwesenheit zu Statthaltern (StA Würzburg, Würzburger Domkapitelprotokolle 1504–1509, fol. 409).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Liegt nicht vor. Vgl. Nr. 129 [Pkt. 2].
    1
     Friedberg erinnerte Frankfurt mit Schreiben vom 2.5. an seine Zusage, sie über die Erkenntnisse ihres Boten informieren zu wollen (Or., mitwochen nach Walpurgis; ISG Frankfurt, RTA 24, fol. 33–33’).
    1
     Laut Bericht des bayerischen Gesandten zum Schwäbischen Bundestag in Esslingen, Georg von Trenbach, war Plieningen am 28.4. dort eingetroffen (eigh. Or. Augsburg, mitwoch nach Villip [!] et Jacoby[2.5.]1509; HStA München, KÄA 3136, fol. 371½b-371½b’).
    2
     Laut Vermerk Neuhausers auf dem Schreiben wies er den Sekretär [Augustin] Koellner an, Hg. Wilhelm und die Vormünder über den Bericht zu informieren, die ksl. Vorwürfe gegen Kaspar von Winzer jedoch nicht zu erwähnen.
    1
     Frankfurt bewilligte das Geleit mit Schreiben vom 19.5. (Konz., sambstags nach vocem jocunditatis; ISG Frankfurt, RTA 24, fol. 54).

    Anmerkungen

    a
     möglich] Danach gestrichen: zur Entgegennahme der Jahresrechnung.
    a
    –aEr … konnte] In B: Verweist auf seine inzwischen sicherlich eingetroffene schriftliche Antwort auf den Vortrag der sächsischen Gesandten. – Liegt nicht vor. Vgl. jedoch Nrr. 55, 152.
    b
     ihm] In C: ihnen. – Im Folgenden entsprechend.
    c
    –cmit … persönlich] In C: durch ihre bevollmächtigten Gesandten.
    a
     Xanten] Korrigiert aus: Köln.
    a
    –a doch … werden] Passage unterstrichen und am Rand mit einem X markiert. Vgl. dazu Nr. 398 [Pkt. 4].
    a
    –aKurz … an] Korrigiert aus: Daz gleich in dem, als e. ksl. Mt. brif sein gnaden zukummen, in den irrigen sachen zwischen meinem gnst. herrn, seiner gnaden bruder und meynem gnedigen hern, herzog Georgen von Sachsen, handlung furgefallen.
    a
    –aDer ... teilnehmen] Einfügung am Rand, korrigiert aus: Er, Hg. Wolfgang, wäre dem Ks. zu Ehren und zum Wohle des Reichs bereit, in Vertretung seines Mündels und der übrigen Vormünder persönlich am RT teilzunehmen, doch machen wichtige Angelegenheiten Hg. Wilhelms dies unmöglich.
    b
    –baußerdem ... Lupfdich] Einfügung am Rand.

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    « Š5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages  »

    «Nr. 182 Beschlüsse des Frankfurter Rates – Frankfurt, 24. Juni 1508–23. April 1509 »

    Frankfurt, ISG, Bürgermeisterbücher (BMB) 1508, fol. 21–125’ passim; Ratschlagungsprotokolle (RSP) 1a, fol. 115’, 122’.

    Sabatho in die nativitatis Johannis baptiste [24.6.1508]: Als die romische keiserlich maiestat, unser allergnedigister her, eyn Richs tag, zu Worms zu erschinen, ußschriben laissen hait uf XVI. tag Julii und furter erstreckt uf sant Laurentyen tag[Nr. 36] (BMB 1508, fol. 21).

    Feria quinta in die sanctorum Petri et Pauli [29.6.]: Als die röm. keiserlich maiestat den Richs tag, so Eustachii [16.7.] angesetzt und uf Laurentii [10.8.] erstreckt gewest ist gen Worms, und denselben tag ufschürzt biß hernachmals siner gnaden gelegenheit witer ußschribens [Nr. 42]. [Beschluss:] Uf ime selbst laissen (ebd., fol. 22’).

    Feria quinta post Ulrici [6.7.]: Als der rat von Molehusen schribt deß Richs tags, so Eustacii [16.7.] gein Worms angesetzt ist, bitten sie, deß rats willen sie zu verstendigen1 (ebd., fol. 25).

    Feria tercia in die Ciriaci [8.8.]: Als eyn keiserlich mandat [Nr. 44] zukomen, darinne sin maießtat eyn Richs tag gein Worms uf allerheiligen, ist der erst tag im November, ernennt, auch eyn brief darbijneben, davon melden [Nr. 45]. [Beschluss:] In der ratßlagung furnemen (ebd., fol. 36’).

    In die Michaelis [29.9.]: Als die romisch ksl. Mt. eyn tag gein Worms uf omnium sanctorum [1.11.] ußgeschrieben hat. [Beschluss:] Die frunde verordenen und dann nach gelegenheit handeln und sich der handelung underreden uf dem tag (RSP 1a, fol. 115’).

    Tercia post Remigii [3.10.]: Zu dem ratßlag deß ko[niglichen!] Richs tag nachkommen und die frunde derzu Johann Frosch, scheffen, und Johann zum Jungen (BMB 1508, fol. 58).

    Feria tertia in vigilia omnium sanctorum [31.10.]: Als der rat zu Lubeck bitten, sie zu verstendigen deß Richs tags halben zu Worms, obe der eyn furgang gewynnen werde [Nr. 190]. [Beschluss:] Inen die antwurt [Nr. 193] schicken lute der gehorten notel (ebd., fol. 68).

    Feria sexta post omnium sanctorum [3.11.]: Als die rete der stete Molhusen, Goßlar und Northusen schriben deß Richs tags halber zu Worms [Nr. 192]. [Beschluss:] Inen wie den von Lubeck schriben [Nr. 193] (ebd., fol. 69’).

    Feria tercia ante Lucie [12.12.]: Als der rat zu Worms schriben [Nr. 198] deß Richs tags halber, daß sie eß darfur achten uß angezeigten orsachen, daß der sin furgang haben (ebd., fol. 81).

    ŠTercia post Lucie [19.12.]: Als der rat zu Molhusen eyn credenz, uf Daniheln Helmstorfer besagen, schriben [Nr. 199]. [Beschluss:] Ime uf sin ansuchen willefaren (ebd., fol. 83’).

    Feria tercia post Hilarii [16.1.1509]: Als die röm. ksl. maiestat schribt [Nr. 50], daß eyn fride zuschen siner Mt. und dem konig von Frankerich erteidingt und beßlossen sij und den Richs tag zu Worms zu besuchen willens, uf sant Peters tag ad kathedram [22.2.] in eigener personen zu erschynen. [Beschluss:] Uf im selbst laißen (ebd., fol. 93).

    Feria quinta post judica [29.3.]: Als die keiserlich maiestat, unser allergnedigister herr, schribt [Nr. 220], uf dem Richs tag zu Worms uf sontag judica [25.3.] zu erschinen, willens sij, mit verkünden, doselbst die frunde zu besuchen (ebd., fol. 118).

    Feria quinta post diem pasce [12.4.]: Der ksl. Mt. die vierdusent ICXXXV gulden, XVIII albus und ½ lb uf furderlichst dem rat ze Worms zu liebern, fertigen meister Johan Cristan, schriber, morgen in der fru schiff biß gen Oppenheim und dan furter gein Worms (ebd., fol. 123’).

    Feria tercia post quasimodogeniti [17.4.]: Item ein boten gein Northusen laufen lassen, die zukunft ksl. Mt. gein Wormbs inen zu verkunden [Nr. 235].

    An Johan zum Jungen stat uf den keyserlichen tag geyn Worms Gilbrecht Holzhusen (ebd., fol. 124’, 125’).

    Feria secunda post misericordia Domini [23.4.]: Uf daß ksl. mandat und ußschriben deß gemeyn Richs tag zu Worms. [Beschluss:] Den frunden befelen, daß beste zu tun. Und obe ine sachen furfallen, der sie bericht zu haben nottorftig sin wurden, sollen sie sich mit fürderlicher botschaft ungesumet halten (RSP 1a, fol. 122’).

    «Nr. 183 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms/Elsass an Meister und Rat der Stadt Hagenau – Worms, 25. Juli 1508 »

    Hagenau, AM, AA 241, Stück-Nr. 7 (Or. m. Siegelspuren, dinstags Jacobi apostoli).

    Sie haben gebeten, sie bezüglich der Verzögerung des Reichstages zu informieren: Teilen mit, dass ihre Gesandtschaft vor vierzehn Tagen vom Kaiserhof zurückgekehrt ist und angekündigt hat, dass der Reichstag auf Allerheiligen [1.11.] verschoben wird. Inzwischen meldeten weitere Personen, die sich am Kaiserhof aufgehalten haben, dass Befehl ergangen sei, neue Ausschreiben mit diesem Termin zu drucken, auszufertigen und zuzustellen.

    «Nr. 184 Lgf. Wilhelm II. von Hessen an seinen Kammermeister und Rat Georg Nußpicker – Spangenberg, 25. August 1508 »

    Demandt, Schriftgut II/5, S. 217, Nr. 3519.

    ŠBefiehlt ihm, dem Kanzler Johann Engellender und anderen Räten, die zum Wormser Tag reiten, 60 fl. Zehrungsgeld zu geben.

    «Nr. 185 Ks. Maximilian an den Reichsstatthalter Kf. Friedrich III. von Sachsen – Brüssel, 11. September 1508 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 6–6’ (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. G. Vogt).

    Er hat ihn durch sein Ausschreiben [Nr. 44] für den 1. November (allerheiligen tag)zum Reichstag nach Worms eingeladen. Er zweifelt nicht daran, dass er dem Folge leisten wird. Dennoch will er ihn, wie andere Stände auch, angesichts des nahenden Termins auffordern, sich auf seine Teilnahme am Reichstag vorzubereiten und keinesfalls fernzubleiben.

    «Nr. 186 Ausschreiben Ks. Maximilians an Reichsstädte – Brüssel, 12. September 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 14–14’ (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. G. Vogt) = Textvorlage A. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 141, Nr. 45, unfol. (wie A) = B. Augsburg, StdA, Lit. Personenselekt Ks. Maximilian I., Fasz. 1, fol. 132–132’ (wie A; Präsentatverm.: 19.10.) = C. Köln, HAStd, K+R 36/2, fol. 9–9’ (wie A).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 944, S. 747.

    Er hat sie durch sein Ausschreiben [Nr. 44] für den 1. November (aller heiligen tag)zum Reichstag nach Worms geladen. Er zweifelt nicht daran, dass sie dem Folge leisten werden. Dennoch will er sie, wie andere Stände auch, angesichts des nahenden Termins auffordern, sich auf ihre Teilnahme am Reichstag vorzubereiten und keinesfalls fernzubleiben.

    «Nr. 187 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Gf. Ludwig von Löwenstein – Ansbach, 26. September 1508 »

    Wertheim, StA, G-Rep. 47, Nr. 13, unfol. (Or., dinstag nach sant Matheus tag).

    Er hatte ihn schriftlich um die Bereitstellung seines Schiffes für die Reise zum Wormser Reichstag gebeten. Ein gfl. Amtmann teilte daraufhin mit, dass er, der Gf., nicht zu Hause sei, er ihn aber nach dessen Rückkehr über sein Anliegen informieren werde. Er gehe indessen davon aus, dass das Schiff zur Verfügung stehe.

    Falls er mit ihm gemeinsam zum Reichstag reisen und auch seinen Sohn1mitnehmen will, wäre ihm das angenehm. Dann wir dich vor anderen geschickt Šwissen und darumb gern bey uns haben wolten.Er beabsichtigt, auf dem Wasserweg nach Worms zu reisen und keine Reiter mitzunehmen. Falls er in seinen Angelegenheiten ebenfalls etwas mit dem Ks. zu verhandeln hätte und er ihm darin beistehen könnte, wird er dies gern tun. Erwartet seine Antwort durch den Überbringer dieses Schreibens.2

    «Nr. 188 Stadt Nürnberg an die Stadt Weißenburg/Franken – Nürnberg, 14. Oktober 1508 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 62, fol. 159’–160 (Kop., sonstag [!] [= Samstag] nach Dionisy).

    Bestätigen den Eingang ihres Schreibens1mit der Erinnerung an die Zusage des Nürnberger Rates an einen Weißenburger Ratsherrn, ihr Fernbleiben vom bevorstehenden Reichstag zu erklären. Sie haben diese Zusage keineswegs vergessen. Doch wird auf dem bevorstehenden Schwäbischen Bundestag in Ulm voraussichtlich darüber beraten, ob die Bundesstädte getrennt oder durch eine gemeinsame Gesandtschaft am Reichstag teilnehmen sollen. Sie haben deshalb noch keine Entscheidung getroffen, ob sie eigene Gesandte dorthin schicken werden. Sollte aber der Nürnberger Bundesgesandte zur Teilnahme an der Reichstagsgesandtschaft verpflichtet werden oder Nürnberg einen eigenen Gesandten nach Worms abordnen, werden sie veranlassen, dass ihr Fernbleiben entschuldigt wird.2

    «Nr. 189 Bericht Georg Eisenreichs an Hg. Wolfgang von Bayern und die übrigen Vormünder Hg. Wilhelms IV. – Ulm, 15. Oktober 1508 »

    München, HStA, KÄA 2018, fol. 47–47’, 48’ (Or., sontag vor Galli).

    ŠÜbersendet den Schwäbischen Bundesabschied.1Er hat in Ulm glaubwürdig erfahren, dass der Ks. auf dem Weg nach Worms befindlich sei, um persönlich am Reichstag teilzunehmen. Er selbst wird sich deshalb weisungsgemäß zu Allerheiligen [1.11.] dorthin verfügen und auf Dietrich von Plieningen warten, der ihre Instruktion mitbringt. Empfiehlt, Plieningen wegen zweier seinerzeit von Hg. Albrecht aus dem Dienst entlassener Landshuter Knechte zu warnen, sich zwischen Augsburg und Ulm in Acht zu nehmen. Die Knechte streifen mit ihren bis zu achtzig Gesellen in der Gegend von Höchstädt (Hochstet)und Gundelfingen auf dem Gebiet des Schwäbischen Bundes umher. Zwar wurden bereits Gegenmaßnahmen beschlossen, doch gehen diese langsam vonstatten. Auch hat er erfahren, dass Hg. Ulrich von Württemberg im Begriff steht, einige fränkische Adlige in seine Dienste aufzunehmen. So ist ein ständiges Kommen und Gehen dieser Leute am hgl. Hof. Auch von ihnen geht Gefahr aus. Er wird sich deshalb – unter möglichster Kostenersparnis – um sicheres Geleit bis Worms bemühen. [...].

    «Nr. 190 Bürgermeister und Rat der Stadt Lübeck an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Lübeck, 16. Oktober 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 15–15’ (Or., Galli confessoris).

    Der Ks. hat Lübeck, wie Frankfurt und andere Reichsstädte zweifellos auch, für den 1. November (omnium sanctorum)zum Reichstag (daghe)nach Worms eingeladen. Es kam schon häufig vor, dass Termine verlängert oder Tagungsorte verlegt wurden. Sie sind über den jetzt angesetzten Reichstag, nachdem wy so wyth unde am ende des Hilgen Rikes geleghen, nicht genau informiert. Um unnötige Kosten zu vermeiden, bitten sie deshalb um Mitteilung durch den Überbringer dieses Schreibens, ob der Reichstag zum benannten Termin und am angegebenen Ort stattfinden wird.

    «Nr. 191 Hg. Wolfgang von Bayern und andere Vormünder Hg. Wilhelms IV. an Ks. Maximilian – München, 23. Oktober 1508 »

    München, HStA, KÄA 3137, fol. 107–107’ (Mundum, montag vor Symonis et Jude) = Textvorlage A. München, HStA, KÄA 3136, fol. 432–432’ (undat. Reinkonz.; Dorsalverm.: Glaubbrief auf den Reichs tag gen Wormbs anno 8.) = B.

    ŠDer Ks. hat sein Mündel Hg. Wilhelm als Reichsfürsten neben anderen Ständen zum Reichstag nach Worms beschieden. Er hat zusammen mit den übrigen Vormündern in Vertretung Hg. Wilhelms den Dekan zu St. Peter/München und Propst zu St. Peter am Madron, Lic. Georg Eisenreich, und Dr. Dietrich von Plieningen zu Eisenhofen beauftragt, dessen Ausbleiben gegenüber Ks. und Reichsständen zu entschuldigen, und sie zur Teilnahme an den Reichstagsverhandlungen bevollmächtigt, wie dies aus ihrer Instruktion hervorgeht. Bittet, ihnen Glauben zu schenken und sie als Bevollmächtigte Hg. Wilhelms zuzulassen.

    «Nr. 192 Räte der Städte Mühlhausen, Goslar und Nordhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – s.l., 29. Oktober 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 17–17’ (Or., sontages nach Simonis et Jude apostolorum).

    Der Ks. hat sie wie andere Stände zum 1. November (allerheilgen tag)auf den ksl. Tag nach Worms geladen. Sie wollen sich gehorsam erzeigen, wissen aber nicht, ob der Tag stattfinden oder verschoben wird. Bitten, sie darüber durch den Überbringer dieses Schreibens zu informieren.

    «Nr. 193 Stadt Frankfurt an Bürgermeister und Rat der Stadt Lübeck (entsprechend an Goslar, Nordhausen und Mühlhausen) – Frankfurt, 31. Oktober 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 19 (Konz., dinstag in vigilia omnium sanctorum).

    Antworten auf ihre Anfrage [Nrr. 190, 192], dass der ksl. Tag ihrer Kenntnis nach zum angegebenen Termin in Worms stattfinden wird, wie dies auch das kürzlich eingegangene, in Abschrift beiliegende ksl. Schreiben [Nr. 186] besagt. […].

    «Nr. 194 Rat der Stadt Wetzlar an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Wetzlar, 3. November 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 21–21’ (Or., fritag nach allergleybigen seelen tag).

    Sie sind zweifellos darüber informiert, dass der Ks. zum 1. November (aller heligen tage)einen Reichstag nach Worms einberufen hatte, der wegen der Verhinderung des Ks. bislang nicht begonnen hat. Bitten um Mitteilung, falls sie über den Beginn des Reichstages informiert sind.1Sie wollen gemeinsam mit ihnen und anderen [Reichsstädten] daran teilnehmen.

    «Nr. Š195 Der Nürnberger Ratsherr Hieronymus Holzschuher an den Ulmer Bürgermeister und Hauptmann der Schwäbischen Bundesstädte Matthäus Neithart – Nürnberg, 7. November 1508 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 62, fol. 190–190’ (Kop., eritag nach Lenhardi).

    Gemäß Beschluss des letzten Bundesstädtetages [Nr. 80, Pkt. 3] sind Neithart, Ulrich Artzt und er selbst als Gesandte zum Wormser Reichstag vorgesehen. Er, Neithart, hat zugesagt, den Wormser Bürgermeister wegen ihrer Anreise und einer Herberge zu kontaktieren und Artzt und ihn dann zu informieren. Er erwartet weiterhin seinen Bescheid. In diesem Zusammenhang teilt er ihm eine den Nürnberger Hh.Älteren zugegangene Nachricht mit. Demnach hatte sich Mgf. Friedrich von Brandenburg bereits auf die Reise zum Reichstag vorbereitet und war im Begriff aufzubrechen, als ihn ein Schreiben seines Sohnes Mgf. Kasimir erreichte, woraufhin er die Reise absagte. Und sey die sag am selben hof, es wird dezmals auß dem Reichs tag nichtzit.Den Hh.Älteren ist jedoch nicht bekannt, ob der Reichstag ganz ausfällt oder nur verschoben wird. Er wird ihn informieren, sowie er Neuigkeiten erfährt. [...].

    [PS] Als er diesen Brief geschrieben hatte, setzten ihn einige Kaufleute über ein Schreiben aus Frankfurt in Kenntnis, wonach der Reichstag bis zum 30. November (Andree)verschoben worden sei.

    «Nr. 196 Bf. Heinrich von Augsburg an den Schwäbischen Bundeshauptmann Dr. Matthäus Neithart – Dillingen, 11. November 1508 »

    Augsburg StA, Hst. Augsburg, Mü. Best. Lit. 1102, unfol. (Konz., sant Martins tag).

    Ihm kamen wiederholt Gerüchte zu Ohren, dass der Wormser Reichstag verschoben worden sein soll. Bittet, ihn zu informieren, wenn er davon Kenntnis hat bzw. sobald er etwas davon erfährt.1

    «Nr. 197 Hg. Georg von Sachsen an seinen Rat Caspar Ziegeler – s.l., 27. November 1508 »

    Dresden, HStA, Kopialbücher, Nr. 110, fol. 37 (Kop., montag nach Katharine virginis).

    ŠKurzregest: Baks, Inventaris, S. 78, Nr. 192.

    Übersendet ihm einen an den Ks. adressierten Kredenzbrief, außerdem eine Vollmacht und eine Instruktion für den Reichstag.1Er soll demgemäß und entsprechend seinen mündlichen Unterweisungen auf dem Reichstag verfahren. Fordert ihn auf, ihm durch den Überbringer des Schreibens zu berichten, ob der Ks. persönlich am Reichstag teilnehmen wird, worüber und wie verhandelt wird, und auch sonstige Neuigkeiten mitzuteilen.

    «Nr. 198 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 7. Dezember 1508 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 13 (Or., donerstags nach Nicolai episcopi).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 947, S. 748.

    Der Frankfurter Stadtbote Niklas Heun hat ihnen eröffnet, dass einige in Frankfurt weilende ftl. Räte ihn nach Worms geschickt hätten, um in Erfahrung zu bringen, ob der ausgeschriebene Reichstag stattfindet, und um Mitteilung darüber an sie, die Adressaten, gebeten, damit sie auf etwaige Anfragen Auskunft geben können.

    Der Ks. hat vor kurzem an sie geschrieben, dass der Reichstag stattfinden und er seine Räte dazu abordnen werde. Auch wolle er sich beeilen, um selbst nachkommen zu können. Der Ks. hat ihnen befohlen, dies allen eintreffenden Ständen mitzuteilen, damit sie hier warten.1Es halten sich auch die Gesandten einiger Stände in Worms auf. Der Ks., Kff., Ff. und Stände des Hl. Reiches haben ihre Furiere entsandt, um Herbergen und Stallungen anzumieten. Sie gehen deshalb davon aus, dass der ausgeschriebene Reichstag stattfinden wird.

    «Nr. 199 Bürgermeister und Rat der Stadt Mühlhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Mühlhausen, 7. Dezember 1508 »

    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 223, unfol. (Or. Perg., donnerstag nach Nicolai).

    Mühlhausen wurde vom Ks. neben anderen Reichsständen zum Wormser Reichstag eingeladen. Bürgermeister Daniel Helmsdorf soll im Namen der Stadt daran teilnehmen. Bitten, diesem in seinen Angelegenheiten beratend zur Seite zu stehen.

    « Nr. Š200 Hg. Georg von Sachsen an seinen Rat Caspar Ziegeler – Leipzig, 22. Dezember 1508 »

    Dresden, HStA, Kopialbücher, Nr. 110, fol. 45 (Auszug, freitags noch Thome apostoli).

    Kurzregest: Baks, Inventaris, S. 78, Nr. 193.

    Befiehlt ihm, sich nach Worms zu verfügen. Falls er dort jedoch nur Vertreter von vier oder fünf Ff. und Prälaten und auch keine angemessene ksl. Gesandtschaft vorfindet, soll er sich zwar anmelden und seinen Auftrag zur Teilnahme am Reichstag als sächsischer Gesandter eröffnen, dann jedoch seinen Abschied nehmen und zurückreisen. Auch wenn mehr ftl. Gesandte anwesend sein sollten, er jedoch feststellt, dass nichts nutzlichs furgenommen oder gehandelt wierd, soll er sich durch nichts an seiner unverzüglichen Abreise hindern lassen.

    «Nr. 201 Ks. Maximilian an Ebf. Jakob von Trier – Mecheln, 27. Dezember 1508 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 1, fol. 33 (Konz. mit ex.-Verm.).

    Der ebfl. Kaplan Johann Lindeck1hat weisungsgemäß die Gründe für sein bisheriges Fernbleiben vom Reichstag dargelegt und für ihn um Erlaubnis gebeten, zu Hause bleiben zu dürfen, bis er, der Ks., selbst zum Reichstag aufbricht.

    Genehmigt ihm dies zur Erledigung seiner Angelegenheiten. Er soll in Koblenz seine Ankunft – voraussichtlich um den 10. Februar (acht tag nach unser liben frauen tag purificationis nestkomende ungeverlich)– erwarten, um dann mit nur kleinem Gefolge gemeinsam mit ihm zum Reichstag weiterzureisen.

    «Nr. 202 Weisung Ks. Maximilians an den Hofmeister [Niklas von] Firmian und an Hans von Landau – Mecheln, 28. Dezember 1508 »

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1508), fol. 96–96’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    Er hat Bf. Hugo von Konstanz eröffnet, aus welchen Gründen er bislang nicht zum ausgeschriebenen Reichstag nach Worms kommen konnte, und ihm befohlen, sich zum 21. Februar persönlich dort bei ihm, dem Ks., einzufinden [Nr. 50]. Da dieser Reichstag für ihn, den Ks., das Hl. Reich, die deutsche Nation und die gesamte Christenheit wichtig ist, befiehlt er ihnen, in seinem Namen mit dem Bf.über dessen persönliche Teilnahme daran zu verhandeln.

    «Nr. Š203 Ks. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – Antwerpen, 6. Januar 1509 »

    Verwendung der Reichsinsignien für Belehnungen während des Wormser Reichstages.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 145, Nr. 16, unfol. (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein; Präsentatvermerk: 15.3.1509).

    Er wird auf dem bevorstehenden Wormser Reichstag einigen Kff. und Ff. die Regalien und Lehen verleihen, hat aber aller Voraussicht nach sein Lehnsgewand nicht dabei. Befiehlt ihnen, ir wellet uns Ks. Karels lehengewand1, so ir habt und wir vormalen, wie ir wist, auch in verleihung dergleichen regalia gepraucht haben2, bey euer botschaft, die ir dann auf gemelten Reichs tag geen Wurmbs schicken werdet, zusenden.

    «Nr. 204 Bürgermeister und Rat der Stadt Köln an Kf. Ludwig V. von der Pfalz – Köln, 10. Januar 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 44, fol. 231 (Kop.).

    Er hat den Kölner Bürger Thomas von Nuyss in der Sache gegen Melchior Hecht1zur gütlichen Anhörung für den 16. Februar (frydach na Valentini)vor sich bzw. die kfl. Räte nach Heidelberg geladen. Gleichzeitig hat der Ks. die Stadt aufgefordert, ihre Gesandten zum auf den 21. Februar ausgeschriebenen Reichstag nach Worms zu schicken. Die Kölner Gesandten zu den beiden anberaumten Tagen benötigen Geleit. Bitten ihn, ihren Ratsfreunden und insbesondere dem Mainzer Schultheiß Dr. Hartmann von Windeck sowie ihren übrigen Teilnehmern an den beiden Tagen in Heidelberg und Worms sicheres Geleit zu gewähren und den Geleitbrief durch den Überbringer dieses Schreibens nach Köln zu schicken.2

    «Nr. Š205 Ks. Maximilian an Lgf. Wilhelm II. von Hessen – Mecheln, 14. Januar 1509 »

    Marburg, StA, Best. 2, Nr. 109, fol. 81–81’ (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. C, Nr. 276, fol. 72–72’ (Kop. mit imit. Vermm. und Gegenz. wie A)1 = B.

    Bestätigt den Eingang seines eigenhändig verfassten Schreibens2mit der Mitteilung von Gerüchten über eine angebliche ksl. Ungnade gegen ihn. Dementiert diese Gerüchte. Keinesfalls wäre es zutreffend, wenn sein Verhalten ihm gegenüber als ksl. Ungnade verstanden würde. Vielmehr ist er ihm mit Gnade und Wohlwollen zugetan.

    Bekundet sein Wohlgefallen an seinen ihm versiegelt zugegangenen Ratschlägen3. Er hat ihn kürzlich durch den ksl. Rat und Propst zu Nürnberg, Dr. Erasmus Topler, aufgefordert4, persönlich zum bevorstehenden Reichstag nach Worms zu kommen. Diesen Wunsch wird er durch den lgfl. Rentmeister Balthasar von Schrautenbach erneuern.5Dort will er mit ihm über seine Ratschläge und andere wichtige und geheime Angelegenheiten sprechen. Dies beweist sein besonderes Vertrauensverhältnis zu ihm.

    «Nr. 206 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Abt [Pirmin] von Otterberg – Worms, 30. Januar 1509 »

    Herrichtung des Otterberger Hofes als Herberge für den Reichstag.

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 478/1, unfol. (Konz., dinstag nach conversionis Pauli).

    Der ksl. Furier hat sie aufgefordert, von uwer wirden, auch anderer hofe und heuser wegen in unser statt, so zu herbergen geschickt syen, mit bettung, stellen Šund ander notturften nit versehen noch gestellt etc., und die bettung, so vor in uwer wirden hof gewesen, die erlichen gesten wole gezimet und gedienet hetten, syen gegen disem außgeschriben reichstage hinweg gefuret, das ksl. Mt., irem hofgesinde, auch anderen, zu solichem reichstage beschrieben [und] gehorsamlich erschynen mussen, zu verachtüng und nachteyl reiche etc., in solchs gepurlich inzusehen. Bitten ihn deshalb, zu veranlassen, dass sein Hof1 erlich und notturfticlich mit bettung und anders zugericht und gestellt werde, damit desto erlicher geste darin verordent, gepürlich versehen und hantreich geschee mit gutwilligem erzeigen.

    «Nr. 207 Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach an Ks. Maximilian – [Ansbach], 31. Januar 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 2, fol. 44–44’ (Or., mitwoch nach conversionis Pauli).

    Während seiner Abwesenheit wegen der Trauerfeierlichkeiten für Hg. Albrecht von Bayern in München ging seinen Räten in Ansbach (Onolzbach)am Abend des 21. Januar (sonntag nach Sebastiani)ein ksl. Schreiben [Nr. 50] zu, das ihm nach seiner Rückkehr vorgetragen wurde. Darin wurde der Abschluss eines Friedensvertrages mit Frankreich verkündet und er für den 22. Februar (St. Peterstag kathedra)zum Reichstag nach Worms eingeladen. Genau für diesen Termin ist jedoch die Jahresrechnung vorgesehen, bei der er in den letzten Jahren wegen seiner Dienste für ihn, den Ks., und eigener Angelegenheiten nicht zugegen sein konnte. Die Sache ist ihm wichtig. Er bittet deshalb um einen Aufschub von vier bis fünf Wochen. Bis zu seiner Ankunft würde er sich durch seine Räte auf dem Reichstag vertreten lassen. Falls er dieser Bitte nicht willfahren will, soll er dies durch den Überbringer des Schreibens mitteilen.1

    «Nr. 208 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an den Ulmer Bürgermeister und Schwäbischen Bundeshauptmann Matthäus Neithart – Worms, 5. Februar 1509 »

    Augsburg, StdA, Lit. 1509, Fasz. Februar, Stück-Nr. 20 (Kop., montags nach purificationis Marie virginis gloriose).

    ŠTeilen ihm auf seine Anfrage wegen des Reichstages mit, dass heute ein gesiegeltes ksl. Schreiben1eingetroffen ist, das diesem Schreiben in Abschrift beiliegt. Er kann daraus selbst den Stand der Dinge entnehmen und sich danach richten.

    «Nr. 209 Stadt Nürnberg an Stadt Windsheim – Nürnberg, 12. Februar 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 91 (Kop., montag nach Dorothee).

    Bestätigen den Empfang ihrer schriftlichen Bitte, ihr Fernbleiben vom Reichstag zu entschuldigen.1Teilen ihnen mit, dass die Schwäbischen Bundesstädte eine gemeinsame Gesandtschaft nach Worms schicken werden. Sollte Nürnberg einen eigenen Gesandten abordnen, wird dieser den Auftrag erhalten, neben den Bundesgesandten ihr Ausbleiben zu rechtfertigen.

    «Nr. 210 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Lgf. Wilhelm II. von Hessen – Weimar, 14. Februar 1509 »

    Gemeinsame Reise zum Wormser Reichstag.

    Marburg, StA, Best. 2, Nr. 296, fol. 134–134’, 136’, hier 134 (eigh. Or., mittwoch nach Scholastice; Postverm.: Zu seiner lieb handen.).

    Bekundet seine Freude an der Besserung des Gesundheitszustands Lgf. Wilhelms. Ich getraue auch Got vom hymhel, so mir derselbig zu euer lib verhelfe, alß ich hoffe, gar bald beschen sal, ich werde euer lib alsdan dergestald befynden, das dyeselbige mir gut geselschaft auf dem kayserlichen tag gegen Worms zu zyhen laysten werde. Wan ich euer lib als meynen fruntlichen, liben schweher zu aynem mitstalbruder und zergesellen gerne haben welld. Dan ich wais, das ksl. Mt. und dem Hayligen Raich nit wenig daran gelegen ist.1 [...].

    «Nr. 211 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Ks. Maximilian – s.l., 22. Februar 1509 »

    Bamberg, StA, GHAP 4139, fol. 26–26’ (Konz., donrstag kathedra Petri).

    ŠEr hatte ihn um Erlaubnis gebeten, erst später zum Reichstag nach Worms kommen zu dürfen [Nr. 207]. Inzwischen hat ihn jedoch sein Schwager, der Kg. von Ungarn und Böhmen, eingeladen, zusammen mit seiner Frau [Sophia], der Schwester des Kg., am 4. März (sontag reminiscere)an der Königskrönung seines Sohnes Ludwig in Prag teilzunehmen. Dies wollte er, zumal angesichts der einem seiner Söhne in Ungarn zuteil gewordenen Förderung durch den Kg.1, nicht abschlagen. Er wird deshalb am jetzigen 22. Februar (donerstag kathedra Petri)mit seiner Gemahlin aufbrechen, um rechtzeitig in Prag zu sein. Er will anschließend so schnell wie möglichawieder nach Hause reisen und wird nach seinem Dafürhalten noch früh genug auf dem Wormser Reichstag eintreffen. Er bittet also noch einmal um die Erlaubnis, erst später zum Reichstag kommen zu dürfen.

    «Nr. 212 Stadt Nürnberg an Stadt Worms – Nürnberg, 28. Februar 1509  »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 123’–124 (Kop., mitwoch nach invocavit).

    Der Ks. hat Nürnberg noch einmal eigens zur Teilnahme am Reichstag in Worms aufgefordert.1Sie beabsichtigen, eine Gesandtschaft mit zehn bis vierzehn Pferden dorthin abzuordnen.2Bitten, dem Überbringer dieses Schreibens dabei behilflich zu sein, im Haus „Zum Schwan“, andernfalls im Kaufhaus3oder in einem anderen geeigneten Gebäude, da sy ir sonder verspert gemach und ander notturft mit stallung und anderm mogen gehaben, eine Unterkunft anzumieten.

    «Nr. 213 Rat der Stadt Nordhausen an den Rat der Stadt Frankfurt – Nordhausen, 28. Februar 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 24–24’ (Or., mitwoch nach invocavit).

    ŠSie sind sich darüber im Unklaren, ob der auf den vergangenen 22. Februar (Petri stuelfeyr)nach Worms ausgeschriebene Reichstag stattfinden wird. Bitten um diesbezügliche Informationen.1

    «Nr. 214 Stadt Köln an Stadt Worms – Köln, 2. März 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 7–7’ (Kop).

    Der Kölner Protonotar Georg Goldberg hat sich lobend über ihr Weingeschenk geäußert und über ihr Angebot berichtet, den Kölner Gesandten zum Reichstag (keyserlichen und des Heilgen Rijchs dage)eine bequeme Herberge zur Verfügung zu stellen. Bedanken sich dafür. Bitten, für ihre Gesandten rechtzeitig eine günstig gelegene und bequeme Herberge zu organisieren.

    [PS] Falls dies bereits geschehen sein sollte, ersuchen sie um die Benennung der Unterkunft gegenüber dem Überbringer dieses Schreibens.

    «Nr. 215 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Dekan1 und Kapitel des Stifts St. Martin – Worms, 2. März 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 1840, unfol. (Konz., frytag nach dem sonndag invocavit).

    Sie haben erfahren, dass ihr gegenüber dem Rathaus, genannt Bürgerhof, und neben dem Backhaus [genannt „Zum Pfeil“2] in der Hahngasse (hanebackhuse)gelegenes Anwesen im Verfall begriffen ist. Das uns und gemeyner unser stait etwas spottlich, swerlich und also zu gedulden unlydlich, besunder gegen disem kunftigen Reichs tage des orts, da keyser, kunig, fursten, herrn und ander erbarkeiten unser rathus uf und abe viel zu webern3 haben, uns solichs schympflich achten mochten. Fordern sie auf, das Haus wieder instandzusetzen, damit es nit also schantlich anzusehenist. Sollten sie ihrer Aufforderung nicht Folge leisten, werden sie das Haus kraft ksl. Privilegs4 konfiszieren.

    «Nr. Š216 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Bürgermeister und Rat der Stadt Mühlhausen – Worms, 8. März 1509 »

    Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 82 (Kop., donnerstag nach reminiscere).

    Antworten auf ihre Anfrage wegen des Reichstages: Der Ks. hat ihnen wiederholt befohlen, für Herbergen, Stallungen und anderes zu sorgen, da er persönlich zum Reichstag kommen wird. Der ksl. Furier weilt ebenfalls in der Stadt und bestellt für den Ks., aber auch für Kff., Ff. und andere Stände Herbergen. Sie sind deshalb davon überzeugt, dass der Reichstag stattfinden wird.

    «Nr. 217 Eitelwolf vom Stein an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein – Mainz, 11. März 1509 »

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/256/VI, fol. 12–12’ (Or. mit Siegelspuren, oculi; Postverm.: In sein hand.).

    Vor acht Tagen ging ihm ein ksl. Befehl zu, über den er, Serntein, informiert ist. Er hat sich daraufhin unverzüglich zum Gf. von Nassau1begeben. Dieser wird sich, sowie Stände in Worms eintreffen, gemäß dem ksl. Befehl ebenfalls dorthin verfügen. Er selbst geht davon aus, dass keiner der Fürsten kommen wird, solange der Ks. nicht vor Ort ist. [Beschwerde Kf. Joachims über das Reichskammergericht; Nr. 109].

    «Nr. 218 Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt an Bürgermeister und Rat der Stadt Nordhausen – Frankfurt, 11. März 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 25 (Konz., dominica oculi).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 950, S. 750.

    Bestätigen den Empfang ihres Schreibens [Nr. 213]. Ihnen ging das bewusste ksl. Ausschreiben [Nr. 50] ebenfalls zu. Ihrer Kenntnis nach ist derzeit noch niemand wegen des Reichstages in Worms. Der Ks. hält sich noch in den Niederlanden auf. Sobald er zum Reichstag anreist, werden sie, wie zuvor bereits von dem nach Frankfurt entsandten Nordhäuser Ratsherrn erbeten, darüber informiert.

    «Nr. 219 Ks. Maximilian an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Tournai, 15. März 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 25–25’ (leicht beschädigtes Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. N. Ziegler; Datum von anderer Hd. eingefügt).

    Der Nürnberger Propst und ksl. Rat Dr. Erasmus Topler war bei ihm, dem Kf., gemäß seiner Instruktion1wegen des ausgeschriebenen Reichstages vorstellig geworden. ŠBedankt sich für seine Antwort darauf. Er musste bis jetzt wegen wichtiger Angelegenheiten in den Niederlanden bleiben, wird jedoch heute nach Worms aufbrechen und voraussichtlich am 25. März (suntag judica)dort eintreffen. Fordert ihn auf, sich zu diesem Termin persönlich bei ihm und anderen Reichsständen einzufinden. In Anbetracht der Wichtigkeit der Verhandlungsmaterien für ihn, den Ks., das Hl. Reich, die deutsche Nation und die Christenheit soll er keinesfalls fernbleiben. Er will die Verhandlungen zielstrebig führen und ihn ebenso wie die übrigen Stände nicht lange aufhalten.

    «Nr. 220 Ks. Maximilian an Reichsstände, hier an Lgf. Wilhelm II. von Hessen – Tournai, 15. März 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. C, Nr. 276, fol. 88–88’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. N. Ziegler) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 2, fol. 142–142’ (besch. Ausfertigung, Vermm. prps./amdip.; Adressat: Hg. Georg von Sachsen) = B. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 26–26’ (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. N. Ziegler; Vermerk über die Übergabe in Frankfurt am 27.3. durch Sigmund von Eibiswald) = C. Köln, HAStd, K+R 36/3, fol. 1–1’ (wie C; Präsentatvermerk: Köln, 22.3.). Augsburg, StdA, Lit. Personenselekt Ks. Maximilian I., Fasz. 1, fol. 143–143’ (wie C; Adressat: Bürgermeister und Rat der Stadt Augsburg).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 951, S. 750.

    aEr hat ihmbkürzlich die Gründe angezeigt, warum er nicht auf dem Reichstag in Worms erscheinen konnte–a [Nr. 50]. Teilt ihm mit, dass er seine Angelegenheiten in den Niederlanden, soweit dies in der kurzen Zeit möglich war, erledigt hat und heute zum Reichstag nach Worms aufgebrochen ist. Er wird voraussichtlich am 25. März (sontag judica)dort eintreffen. Fordert ihn auf, sich zu diesem Termin cmit kleinem Gefolge persönlich–c bei ihm und den anderen Ständen, die er ebenfalls angeschrieben hat, einzufinden. In Anbetracht der Wichtigkeit der Verhandlungsmaterien für ihn, den Ks., das Hl. Reich, die deutsche Nation und die Christenheit soll er keinesfalls fernbleiben. Er, der Ks., will die Verhandlungen zielstrebig führen und ihn ebenso wie die übrigen Stände nicht lange aufhalten. Er selbst wird mit Rücksicht auf die Angelegenheiten von Ks. und Reich auch nicht lange dort bleiben.

    «Nr. Š221 Stadt Nürnberg an Ks. Maximilian – Nürnberg, 22. März 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 168’–169’ (Kop., pfinztag nach letare, den 22. Marcii).

    Bestätigen für den 15. März den Eingang seines Schreibens vom 6. Januar [Nr. 203], mit der Aufforderung, ihm das Lehensgewand des hl. Ks. Karl nach Worms zu schicken. Sie sind geneigt, sich ihm als gehorsame Untertanen in dieser Sache gefällig zu erweisen. Da das Schreiben allerdings schon älter ist, besteht die Möglichkeit, dass er seine Meinung inzwischen geändert hat. Überdies naht der Termin der von Ks. Sigismund begründeten Heiltumsweisung am 20. April (freytag nach dem sontag quasimodogeniti)1, bei der sie das Lehensgewand Ks. Karls und die dazugehörigen Kleinodien nicht entbehren können. Auch hat er in seinem Schreiben nicht angegeben, was er genau benötigt. Sie haben keine Kenntnis, welche Teile davon bei früheren Belehnungen verwendet wurden.

    Bitten deshalb, in einem dem Boten mitzugebenden Schreiben seine diesbezüglichen Absichten zu eröffnen und gegebenenfalls zu präzisieren, welche Stücke bis zu welchem Zeitpunkt in Worms benötigt werden. Sie werden dann entsprechende Vorkehrungen treffen.

    Für die Nürnberger sind in diesen unruhigen Zeiten Reisen über Land besonders gefährlich. Bitten deshalb, die Kff. von Mainz und Pfalz, den Bf. von Würzburg und den Mgf.[Friedrich von Brandenburg], deren Gebiete die Nürnberger Gesandtschaft auf dem Weg nach Worms passieren wird, über den Transport zu informieren und sie für den Hin- und Rückweg zur Gewährung sicheren Geleits zu verpflichten. Er kann selbst ermessen, dass dies sowohl im Interesse von Ks. und Reich wie auch Nürnbergs liegt.

    «Nr. 222 Rat der Stadt Nordhausen an den Rat der Stadt Mühlhausen – Nordhausen, 23. März 1509 »

    Mühlhausen, StdA, 10/G 29, Nr. 1, fol. 23–23’ (Or., freitags nach letare).

    Bestätigen den Eingang ihres Schreibens mit einem beigelegten Schreiben des Wormser Magistrats [Nr. 216] und bedanken sich dafür. Sie haben ihrerseits an den Frankfurter Rat geschrieben [Nr. 213], dessen Antwort [Nr. 218] sie beiliegend vernehmen können.1

    «Nr. Š223 Beschlüsse des Bamberger Domkapitels – Bamberg, 23. März/27. April 1509 »

    Abordnung von Domherren als Begleitung des Bf. zum Wormser Reichstag.

    Bamberg, StA, B 86, Nr. 2, fol. 70, 71’.

    /70/ 23. März (freytags nach Benedicti): Doctor Linhart vom Eglofstein, hern Wigand von Redwitz und herrn Alexander vom Rabenstein absenz geben, mit meinem gnedigen herren [Bf. Georg] zu reyten.

    /71’/ 27. April (freitags nach Marci): Haben doctor Linhart vom Eglofstein und herr Wigand von Redwitz uf die gegeben absenz, mit meinem gnedigen herrn von Bamberg uf den k[aiserlich]en tag gein Wurmbs zu reiten, promittirt, nichts wider ein gemein capitel oder sonder person zu impetrirn noch erlangt zu geprauchen etc., wie dann nach laut der statut herkomen ist.

    «Nr. 224 Dr. Erasmus Topler an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein – Nürnberg, 24. März 1509 »

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/256/VI, fol. 8–8’, 9’ (eigh. Or. mit ex.-Verm.; Postvermm.: In sein selbst hand. – Cito, cito.).

    [1.] Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg gaben ihm den erst vor Kurzem eingegangenen ksl. Befehl vom 6. Januar [Nr. 203] zu lesen, wonach sie das Lehensgewand Ks. Karls zum Reichstag nach Worms schicken sollten. Sie beklagen sich darüber, dass ihnen die Weisung verspätet zugegangen sei. Auch wüssten sie nicht, wann der Reichstag beginne und ob der Ks. nur das Gewand oder auch Zepter, Apfel und Krone oder andere Kleinodien benötige. Auch würde starke Kritik an der Stadt geübt werden, wenn bei der Heiltumsweisung am 20. April (dem andern freitag nach ostern)gerade die kostbarsten Kleinodien nicht verfügbar wären. Überdies trügen sie Bedenken wegen des Transports, da in der Umgebung Nürnbergs beinahe wöchentlich Überfälle stattfänden. Sie baten ihn deshalb, sich beim Ks. und ihm, Serntein, für die Rücknahme des Befehls oder wenigstens einen Aufschub bis nach der Heiltumsweisung einzusetzen. Bittet ihn, sich beim Ks. in diesem Sinne zu verwenden. Die Stadt schreibt diesen auch direkt an [Nr. 221]. Doch ist man ungeachtet der Bedenken vor allem daran interessiert, sich dem Ks. gehorsam zu erweisen. Die Stadt bittet außerdem um Mandate an diejenigen Fürsten, deren Gebiete passiert werden müssen, zur Gewährung sicheren Geleits. Bittet, den Überbringer des Schreibens so rasch wie möglich mit seiner Antwort abzufertigen.

    [2.] Der Kardinal von Brixen ist vor vierzehn Tagen in Rom gestorben. Bittet, sich für ihn beim Ks. wegen der Trienter Dompropstei zu verwenden. Übersendet neue Zeitungen aus Prag.

    «Nr. Š225 Stadt Köln an Ks. Maximilian – Köln, 31. März 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 29–29’ (Kop.).

    Er hat sie schriftlich aufgefordert [Nr. 220], ihre Gesandten zum 25. März (sundach judica)zu ihm und anderen Reichsständen zu schicken. Bürgermeister Konrad von Schürenfeltz, Johann von Reide und ihr Rat Dr. Dietrich Meinertzhagen werden für die Stadt am Reichstag teilnehmen. Bitten ihn, sich ihre Gesandten anbefohlen sein zu lassen.1

    «Nr. 226 Mandat Ks. Maximilians an Bf. Lorenz von Würzburg (entsprechend an Ebf. Uriel von Mainz, Kf. Ludwig V. von der Pfalz und Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach) – Xanten, 31. März/1. April 1509 »

    Würzburg, StA, Miscellanea, Nr. 82, unfol. (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 4–4’ (Konz. mit ex.-Verm.; Datumverm.: Ut supra [Verweis auf Nr. 227]) = B. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Differentialakten, Nr. 880, fol. 83–83’ (wie A; Adressat: Mgf. Friedrich von Brandenburg; Datum: 1. April).

    Er beabsichtigt, auf dem Wormser Reichstag einigen Kff. und Ff. die Regalien und Lehen zu verleihen. Er hat deshalb der Stadt Nürnberg befohlen, das Lehensgewand des hl. Ks. Karl, das er aufgrund besonderer Umstände dafür benötigt, nach Worms zu schicken. Befiehlt ihm, dem Transport auf Bitten Nürnbergs oder der städtischen Bevollmächtigten für die Hin- und Rückreise sicheres Geleit zu gewähren.

    «Nr. 227 Ks. Maximilian an den Rat der Stadt Nürnberg - Xantena, 1. April 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 3–3’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    Regest: Zimmermann, Urkunden, Nr. 269, S. XLVIII.

    Antwortet auf ihr Schreiben [Nr. 221]: Er ist jetzt auf dem direkten Weg zum Reichstag nach Worms. Für die Belehnungen einiger Kff. und Ff. benötigt er das genannte Lehensgewand, nämlich Krone, Zepter, Apfel, Schwert, Albe, Kasel, Handschuhe und Schuhe. Obwohl er die Sachen in Worms bald benötigt, bewilligt er ihnen, das Lehensgewand, wie üblich, am 20. April (fritag nach quasimodogeniti)zu zeigen. Doch sollen sie ihre Bevollmächtigten am folgenden Tag (sambstag nach quasimodogeniti)mit den Kleinodien nach Worms schicken. Übersendet ihnen die gewünschten Mandate [Nr. 226] an die von ihnen benannten Kff. und Ff.

    «Nr. Š228 Ks. Maximilian an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Duisburg, 2. April 15091 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 26–26’ (Or., Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein).

    Er ist heute über den Rhein kommend hier eingetroffen und will, ohne sich in irgendeiner Weise daran hindern zu lassen, so rasch wie möglich weiter nach Worms ziehen.2Er soll ebenfalls unverzüglich mit kleinem Gefolge nach Worms aufbrechen. Er wird sich und ihn in Anbetracht der Umstände nicht lange dort aufhalten.

    «Nr. 229 Zyprian von Serntein an den Dompropst [zu St. Sebald, Dr. Erasmus Topler] – Düsseldorf, 4. April 1509 »

    [1.] Reise des Ks. zum Wormser Reichstag; [2.] Friedensbemühungen Venedigs, Italienzug Kg. Ludwigs von Frankreich; böhmische Königskrönung Prinz Ludwigs von Ungarn; [3.] Bereitstellung des Krönungsornats Ks. Karls des Großen für Belehnungen während des Wormser Reichstages; [4.] Vergabe der Trienter Dompropstei.

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV (1509), fol. 34–34’ (eigh. Konz. mit ex.-Verm.).

    [1.] Bestätigt den Eingang seiner Schreiben vom 9. und 24. März [Nrr. 57, 224]. Der Ks. wird heute in Köln eintreffen und dort bis zum 9. April (mentag in den osterfeyrn)bleiben, um dann ohne weiteren Verzug nach Worms zu reisen. Er schreibt heute an die vornehmsten Kff. und Ff. mit der Aufforderung, unverzüglich nach Worms zu kommen [Nr. 228]. Der Ks. wird sich auch dort nicht lange aufhalten. Er hat ihm, Serntein, befohlen, ihn ebenfalls schriftlich zur sofortigen Abreise nach Worms aufzufordern, da er dort benötigt wird.

    [2.] Was das von ihm mitgeteilte Schreiben Venedigs an Nürnberg [Nr. 57, Anm. 3] angeht, so betreiben die Venezianer zweifellos noch andere Intrigen. Er kann aber erst nach seiner Ankunft [in Worms] mit ihm darüber sprechen, da die Postverbindung nicht sicher ist. Luca de Renaldis (Prelucas)wurde vom Ks. Šnicht angehört, sondern nach seiner Ankunft unverzüglich verhaftet.1 Auch über die Gründe dafür wird er ihn mündlich unterrichten. Der frz. Kg. wird am 8. April (am heyligen ostertag)in Grenoble (Granepel)eintreffen und voraussichtlich am 15. April (quasimodogeniti)Mailand erreichen. Ich hab grosse sorg, eur pulschaft werde sich mit eim Franzosen vergessen. Bedankt sich für die Mitteilungen über die Krönung des jungen ungarischen Kg.[Ludwig] in Prag. Der Ks. hat alles gelesen.

    [3.] Er hat mit dem Ks.über die Nürnberger Bedenken wegen des angeforderten Lehnsgewands gesprochen. Es ist für ihn unverzichtbar, da in Worms Belehnungen stattfinden werden und sein eigenes Gewand nicht rechtzeitig verfügbar ist. Der Ks. schreibt in dieser Sache erneut an Nürnberg [Nr. 227], wie er, Topler, erfahren wird. Er ist damit einverstanden, dass die Stadt das Gewand am 20. April (freytag nach quasimodogeniti)[für die Heiltumsweisung] verwendet. Der Ks. schreibt auch wie gewünscht an die Ff. wegen des Geleits [Nr. 226].

    [4.] Er hat sich für ihn um die Trienter Dompropstei bemüht. Der Ks. hat allerdings vor einigen Tagen dem Augsburger Domdekan [Wolfgang von Zülnhart] eine Expektanz ausgestellt. Jedoch muss dieser sein Einverständnis erklären, die Dompropstei auf ksl. Wunsch hin unverzüglich wieder abzutreten. Der Ks. plant, die Propstei dem St. Georgs-Orden zu inkorporieren.

    «Nr. 230 Vollmacht Kf. Joachims I. von Brandenburg für seinen Reichstagsgesandten Eitelwolf vom Stein – Cölln/Spree, 12. April 1509 »

    Innsbruck, TLA, Maximiliana VI/20, fol. 132–132’ (Kop.).

    Bekundet, dass der Ks. wegen wichtiger Angelegenheiten von Ks., Hl. Röm. Reich und deutscher Nation einen Reichstag nach Worms ausgeschrieben und ihn zur persönlichen Teilnahme bzw. im Falle seiner Verhinderung zur Abordnung von Gesandten aufgefordert hat. Er sieht sich verpflichtet, dem Folge zu leisten. Allerdings hindern ihn Landesangelegenheiten an der persönlichen Teilnahme. Bevollmächtigt deshalb seinen Rat Eitelwolf vom Stein in kraft und macht diss briefs, daselbst uf angesetztem Reichs tag unser stadt zu vertreten und neben und zusambt andern unsern mit-churfursten, fursten und ander stenden des Heyligen Reichs, so aldar versamlt, in solichen anligenden sachen vermelter romischer kay. Mt., des Heyligen Romischen Reichs und teutscher nation in unsers namen und von unserntwegen das fuglichst und beste furzunemen, zu raten und zu handlen, wie gelegenheit und notturft erfordert. Und was dan also einmutiglich oder durch den merer teyl und angezeigtem unserm rat im besten angesehen und beslossen wirt, dem wollen wir unsers vermogens nachkomen und volg tun in Šaller mass, als weren wir personlich entgegen, teten und tun mochten getreulich und ungeverlich, adoch mit dem beschaid, das wir bey unsern churfurstlichen freyheiten, altem herkomen und gewonheyt gelassen und daruber nit beswert werden–a. [Corroboratio, Datum].

    «Nr. 231 Nürnberger Hh.Ältere an Bf. Lorenz von Würzburg – Nürnberg, 12. April 1509 »

    Würzburg, StA, Miscellanea, Nr. 82, unfol. (Or. Perg., donrstag nach dem heiligen ostertag; Postverm.: Zu seiner ftl. Gn. selbs handen.) = Textvorlage A. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 206–206’ (Kop.) = B.

    Der Ks. hat sie aufgefordert, Gesandte zum Wormser Reichstag zu schicken, die das Lehensgewand des hl. Ks. Karl mitbringen sollen. Sie haben deshalb die Abordnung ihrer Gesandtschaft bislang verzögert und dafür die Einwilligung des Ks. erbeten. Durch den Boten, der die ksl. Antwort [Nr. 227] mitbrachte, wie auch durch einige vornehme Angehörige des ksl. Hofes haben sie indessen erfahren, dass der Ks. in der Karwoche (hl. marterwochen)in Köln angekommen sei und beabsichtigen solle, dort auch die Osterfeiertage zu verbringen, um erst anschließend nach Worms aufzubrechen.

    Sie beabsichtigen deshalb, die Gesandtschaft mit dem Lehensgewand nach der Heiltumsweisung [am 20.4.] abzufertigen. Der Ks. fordert ihn und andere Kff. und Ff., deren Gebiet die Gesandten passieren werden, auf, dem Transport sicheres Geleit zu gewähren. Übersenden beiliegend das an ihn adressierte ksl. Schreiben [Nr. 226]. Sie hegen bezüglich seiner Person selbstverständlich keinen Zweifel und vertrauen auch seinem Geleit. Dennoch ist angesichts der vielfältigen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit diese Mission für die Gesandten beschwerlich. Falls er bereit wäre, seinen Aufbruch zum Reichstag bis zum 23. oder 24. April (montag oder eritag nach misericordia Domini)zu verschieben, würden sie um Mitteilung und um Erlaubnis für ihre Gesandten bitten, gemeinsam mit ihm nach Worms zu reisen. Sollte dies nicht möglich sein, ersuchen sie ihn, seine Pfleger und Amtleute in Schlüsselfeld und Ochsenfurt mit dem Geleit für ihre Gesandten zu beauftragen.

    «Nr. 232 Beschlüsse des Speyerer Domkapitels – Speyer, 12./19./26. April 1509 »

    Karlsruhe, GLA, Abt. 61, Nr. 10930, fol. 26, 26’, 27’ (Konz.).

    Druck/Regest: Krebs, Protokolle I, Nrr. 2696, 2706, 2717, S. 259f.

    /26/ [12.4.] Aufgrund eines Schreibens des Ebf. von Mainz wurde Dr. Erpho [von Gemmingen] für den Reichstag zu Worms vorbehaltlich der kirchlichen Strafen ein Šzweimonatiger Urlaub gewährt. Falls der Reichstag nicht so lange dauern sollte, soll er sich vorzeitig wieder zu seiner Kirche verfügen.

    /26’/ [19.4.] Der Domherr Philipp von Flersheim wird dem Bf. von Speyer auf dessen Wunsch für den Reichstag in Worms beigeordnet.

    /27’/ [26.4.] Einige ksl. Räte bitten wegen Angelegenheiten des Ks. um Urlaub für Eberhard Senft. Da er derzeit bereits beurlaubt ist, wird die Antwort, die dem Ks. gefällig sein soll, bis zu seiner Rückkehr verschoben.

    «Nr. 233 Weisung Kf. Friedrichs III. von Sachsen an [Gf. Philipp von Solms-Lich] – Wittenberg, 13. April 1509 »

    [1.] Verspätetes Eintreffen Kf. Friedrichs auf dem Reichstag; [2.] Teilnahme des Gesandten an den Reichstagsverhandlungen; [3.] Ablehnung des Reichstagskommissariats, Fernbleiben Kf. Friedrichs vom Reichstag im Falle einer vorzeitigen Abreise Ks. Maximilians aus Worms.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 28 (Or., freitag in der hailigen osterwochen) [Pkt. 1f.], fol. 27 (undat. Konz. des Postskripts) [Pkt. 3].

    [1.] Der Ks. hat ihn schriftlich aufgefordert, sich unverzüglich nach Worms zu begeben [Nr. 228]. Ein sofortiger Aufbruch ist jedoch aus triftigen Gründen nicht möglich. Er soll sich deshalb unverzüglich nach Worms oder wo er den Ks. sonst antreffen kann, begeben und unter Vorlage seines Kredenzbriefes [Nr. 234] gemäß der beiliegenden Instruktion [Nr. 242] vorstellig werden. Er soll darauf achten, dass er mit dem Ks. allein sprechen kann. Über dessen Antwort soll er unverzüglich Bericht erstatten.

    [2.] Ob auch curfursten, fursten und ander stende des Reichs berait zu Wormbs weren und in des Hailigen Reichs sachen handelten und kaiserliche Mt. wolt, dz ir an unser stat bey solcher handlung auch sein solt, dz wellet also tun. Und was von andern fur gut angesehen und beslossen werdt, von unsertwegen darein auch willigen. In dem allem tut ir uns zu gefallen. [Datum].

    [3.] Ob sich auch kayserliche Mt. wurd vernemen lassen, es were gut, das wir komen wolten und ir solt dieweyl aldo verharren und sein kaiserliche Mt. wolt zu Wormbs verrucken, so solten wir als seiner Mt. stathalter dann mit den stenden handeln. Daz wellet in kein weg annemen und euch horen lassen, das ir des kein bevelh het, sonder wu sein Mt. aldo verharren und mit den stenden handeln wurd, das ir alßdann an unser stat sein solt. Wurd aber sein ksl. Mt. verrucken, so het ir Mt. wol zu achten, was er tun kont. So mochten wir, so wir horen wurden, das sein ksl. Mt. nicht mer zu Wormbs were, auch nicht dohyn kommen. Sein Mt. mocht uns aber deßhalb schreiben, sunder zweivel, wir wurden uns underteniger antwurt vernemen lassen und, so ir Mt. uns an ein gelegen ort im Reich zu yrer Mt. bescheiden wurd, auch nit aussen bleiben.

    «Nr. Š234 Vollmacht Kf. Friedrichs III. von Sachsen für Gf. Philipp von Solms-Lich als Gesandten zum Reichstag – Wittenberg, 14. April 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Urk. 926 (Or., sambstag in der hayligen osterwochen; Gegenz.Hie[ronymus] R[udelauf]).

    Ks. Maximilian hat ihn zum Wormser Reichstag eingeladen und ihn jetzt erneut zum Erscheinen aufgefordert [Nr. 228]. Er war aus Gehorsam gegenüber Ks. und Reich bereits im Begriff, zum Reichstag aufzubrechen, doch ergaben sich zwingende Hinderungsgründe. Er hat gleichwohl unverändert die Absicht, persönlich am Reichstag teilzunehmen. Falls Kff., Ff. und Stände bereits vor seiner Ankunft in Verhandlungen über die Reichssachen eintreten sollten, und damit der Ks. in seinen und des Reichs Angelegenheiten nicht aufgehalten wird, bevollmächtigt er bis zu seiner Ankunft seinen Rat und Pfleger zu Coburg, Gf. Philipp von Solms, an unser stat bey solchen handlungen zu sein; und ob von curfursten, fursten und andern stenden ksl. Mt. und dem Heiligen Reich zu nutz und gut etwas eintrechtiglich beslossen wurd, darein sol der gedacht unser phleger an unser stat willigen, dem wir, sovil uns betreffen werd, folge tun wellen. [Corroboratio, Datum].

    «Nr. 235 Stadt Frankfurt an Bürgermeister und Rat der Städte Mühlhausen, Nordhausen und Goslar – Frankfurt, 17. April 1509 »

    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 233, unfol. (Konz., dinstags nach dem sontag quasimodogeniti).

    Ihre Gesandten zu dem auf den 1. November (allerheiligen tag)ausgeschriebenen ksl. Tag haben gebeten, die drei Städte zu verständigen, sobald der Ks. den Tag eröffnet, was sie ihrerseits zugesagt und ihnen schriftlich bestätigt haben [Nr. 218]. Teilen ihnen daraufhin mit, dass der Ks. am vergangenen Sonntag [15.4.] in Koblenz (Confluenz)war und sich auf dem Weg nach Worms befindet. Es halten sich bereits viele Gesandtschaften in Worms auf, die der Ks. angewiesen hat, dort auf ihn zu warten.

    «Nr. 236 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Meister und Rat der Stadt Straßburg – Worms, 19. April 1509 »

    Straßburg, AV, AA 353, fol. 56–56’ (Or. m. Siegelspuren, donnerstags nach dem sontag quasimodogeniti).

    Teilen ihnen auf ihr Anschreiben1hin mit, dass ihr Gesandter, den sie dem Ks. entgegengeschickt hatten, um seine voraussichtliche Ankunft in Worms in Erfahrung zu bringen, jetzt zurückgekehrt ist. Er wurde vom Ks. persönlich bei dessen Abreise aus Koblenz angewiesen, seine Ankunft für den kommenden Samstag [21.4.] anzukündigen.

    « Nr. Š237 Stadt Nürnberg an Kf. Uriel von Mainz – Nürnberg, 19. April 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 219’–220 (Kop., donerstag nach quasimodogeniti).

    Der Ks. hat sie aufgefordert, Gesandte zum Wormser Reichstag zu schicken, die das Lehensgewand des hl. Ks. Karl mitbringen sollen. Sie haben dies aus Gehorsam gegenüber dem Ks. bewilligt und beabsichtigen, ihre Gesandtschaft in wenigen Tagen auf den Weg zu schicken. Diese wird wohl auch das Kurmainzer Gebiet passieren. Bitten deshalb um Weisung an die Amtleute in Tauberbischofsheim (Bischofshaim)[= Wolf von Hardheim] und in anderen auf dem Weg nach Worms gelegenen Orten bezüglich des Geleits für die Nürnberger Gesandtschaft.

    «Nr. 238 HM Friedrich von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen – [Rochlitz], 19. April 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 177–178 (Kop., donerstag nach quasimodogeniti).

    Informiert ihn über den Vortrag der Gesandten des Deutschmeisters, Dietrich von Cleen und Burkhard von Seckendorff [Nr. 132, Anm. 1], sowie über Verhandlungen bezüglich Sebastian Stiebars.

    [PS] Er wird am nächsten Sonnabend [21.4.] von Rochlitz nach Weißensee aufbrechen, um von dort aus zum ksl. Tag weiterzureisen. Ihm fehlen für diese Reise noch vier Wagenpferde. Bittet ihn um Weisung an seinen Amtmann in Sachsenburg [Hermann von Pack], ihm die Pferde zur Verfügung zu stellen.

    «Nr. 239 Hg. Ulrich von Württemberg an Hg. Wilhelm IV. von Bayern – Stuttgart, 20. April 1509 »

    München, HStA, KÄA 1863, fol. 239–239’ (Or., fritags nach quasimodogeniti; präs. [Straubing], mitichen St. Marx tag [25.4.]).

    Kaspar Spät [württ. Rat] hat von Kaspar von Winzer auf dessen Rückreise vom Ks. aus den Niederlanden erfahren, dass er, Hg. Wilhelm, beabsichtigt, sich persönlich zum Ks. auf den ausgeschriebenen Reichstag nach Worms zu begeben. Er selbst wurde mehrmals zur Teilnahme daran aufgefordert. Wie er erfahren hat, wird der Ks. in Kürze dort eintreffen. Bittet ihn, sich mit seiner Anreise zu beeilen und ihn aufzusuchen. Er will seine Ankunft abwarten, um dann gemeinsam mit ihm zum Reichstag zu reiten. Bittet um Mitteilung seiner diesbezüglichen Absichten und seines voraussichtlichen Ankunftstermins durch den Boten.1

    «Nr. Š240 Stadt Frankfurt an Bürgermeister und Rat der Stadt Wetzlar – Frankfurt, 21. April 1509 »

    Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 234, unfol. (Konz., sambstags nach quasimodogeniti).

    Teilen ihnen in Beantwortung ihrer Anfrage [Nr. 194] mit, dass der Ebf. von Mainz sie gestern über ein Schreiben des Ks. informiert hat, wonach er heute gemeinsam mit ihm in Worms einreiten will. Der Ebf. ist deshalb in aller Eile von hier aufgebrochen. Die Frankfurter Gesandten beabsichtigen, am kommenden Montag oder Dienstag [23./24.4.] zum Reichstag abzureisen.

    «Nr. 241 Beschlüsse des Mainzer Domkapitels – Mainz, 21. April/25. Mai 1509 »

    Würzburg, StA, Mainzer Domkapitelprotokolle 3, fol. 647’, 652’ (lat./dt. Reinschr. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen).

    [1.] /647’/ [21.4.] Der Ebf. beantragte, Personen für seine Begleitung zum Wormser Reichstag abzuordnen. Das Domkapitel genehmigte die Auswahl ihm genehmer Domherren durch den Ebf. selbst.

    /652’/ [25.5.] Auf Wunsch der Kff. von Trier und Sachsen wurde gemäß einhelligem Beschluss dem Domherrn Dietrich Zobel für die Verhandlungen zwischen dem Klerus und der Stadt Worms ein einmonatiger Urlaub gewährt. [...].

    Der Mainzer Viztum1informierte den Schulmeister [Lorenz Truchseß von Pommersfelden] über den Wunsch des Ebf., ihm für den Besuch des Reichstages und für andere wichtige Angelegenheiten in Worms Vertreter des Domkapitels beizuordnen. Die vom Domkapitel daraufhin benannten Herren, der Schulmeister, [Ulrich von] Schechingen und Zobel, sollen am 28. Mai (lune post dominicam pentecostes) aufbrechen.2

    «Nr. Š242 Vortrag des kursächsischen Gesandten Gf. Philipp von Solms an Ks. Maximilian – act. Worms, 23. April 15091 »

    [1.] Verspätetes Eintreffen Kf. Friedrichs von Sachsen auf dem Reichstag; [2.] Angebot zu einem persönlichen Treffen Kf. Friedrichs mit Ks. Maximilian.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 30–31’ (Reinkonz.; Verm. am Textende: Item mer ein artikel mit irbieten.).

    [1.] Bittet, den ihm von Kf. Friedrich mitgegebenen Kredenzbrief [Nr. 234] anzunehmen, und übermittelt dessen Grußbotschaft. Er, der Ks., hat den Kf. durch ein am 11. April (mitwoch in der hl. osterwochen)um acht Uhr abends in Wittenberg eingegangenes Schreiben [Nr. 228] aufgefordert, unverzüglich zu ihm nach Worms aufzubrechen. Der Kf. wollte dem gehorsam nachkommen und sich auf den Weg machen. Dies war aufgrund eingetretener Umstände nicht möglich. Er wird sich jedoch innerhalb von zehn bis zwölf Tagen nach Datum des Kredenzbriefs auf dem Weg machen und sich darin wie in allen anderen Angelegenheiten dem Ks. gehorsam erzeigen. Der Kf. hat ihn auch beauftragt, die Hinderungsgründe anzuzeigen: aKurz vor dem Eintreffen des ksl. Schreibens boten der Lgf.[Wilhelm von Hessen] und Angehörige der Landstände ihre Vermittlung im Konflikt Kf. Friedrichs und seines Bruders [Hg. Johann] mit Hg. Georg von Sachsen an und beraumten zugleich innerhalb von zehn Tagen einen Schiedstag an–a.2Hätte der ŠKf. das Angebot zurückgewiesen und mit seiner bevorstehenden Abreise zum Ks. begründet, hätte dies den Eindruck erwecken können, als wolle er die Angelegenheit verzögern und lehne eine Aussöhnung mit seinem Vetter ab. Da der Kf. weiß, dass der Ks. solche Streitigkeiten gern beigelegt sieht, ist er zuversichtlich, dass er die Verzögerung entschuldigen wird. Gleichgültig, wie diese Verhandlungen ausgehen, wird sich der Kf. zuverlässig innerhalb von zehn bis zwölf Tagen nach Zustellung des ksl. Schreibens zum Ks. verfügen. Daran könnte ihn nur ein körperliches Gebrechen hindern.

    [2.] In dem ksl. Schreiben wird angekündigt, dass der Ks. nicht lange in Worms bleiben und auch den Kf. nicht lange aufhalten werde. Für den Fall, dass er, der Ks., die Verhandlungen über seine Angelegenheiten durch die bereits in Worms anwesenden Stände wünscht, hat er, Solms, Befehl, allen Beschlüssen zuzustimmen. Falls er, der Ks., vor Ankunft des Kf. aus Worms abreisen sollte, so wäre dieser bereit, sich mit ihm, falls gewünscht, auch an einem anderen Ort zu treffen. Bittet, die Verspätung des Kf. gnädig zu akzeptieren und gegebenenfalls einen Treffpunkt zu benennen.

    «Nr. 243 Ks. Maximilian an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Worms, 24. April 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 36–36’ (Or. m. Siegelrest, Vermm. prps./amdip., Gegenz. J. Renner).

    Er hat den Vortrag seines Gesandten Gf. Philipp von Solms [Nr. 242] angehört und nimmt die Entschuldigung für seine Verspätung an. Er hätte ihn gern persönlich gesprochen, doch erlauben die Umstände keinen weiteren Aufenthalt in Worms. Stattdessen muss er sich eilends in seine Gft. Tirol begeben. Er benötigt ihn dringend auf dem Reichstag. Deshalb soll er sich so rasch wie möglich hierher verfügen und mit den übrigen Ständen zum Besten von Ks., Hl. Reich und deutscher Nation verhandeln. Er wird Gesandte zu ihm schicken, um ihn über einige geheime Angelegenheiten zu informieren, über die er gerne persönlich mit ihm gesprochen hätte, damit du dich darnach richten und in allen unsern hendln, notdurften und gescheften dest pas handlen mogest. Er soll sich mit seiner Anreise beeilen, da alle anwesenden Stände auf ihn warten und die Verhandlungen vor seiner Ankunft nicht eröffnet werden.

    «Nr. 244 Nürnberger Hh.Ältere an Bf. Lorenz von Würzburg – Nürnberg, 24. April 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 224–224’ (Kop., eritag nach misericordia Domini).

    ŠBestätigen den Eingang seines Schreibens mit einer Mitteilung des Ebf. von Mainz bezüglich der Ankunft des Ks. in Worms und der Angabe seines, Bf. Lorenz’, Abreisetermins.1Die Nürnberger Gesandten werden in Kürze in Würzburg eintreffen, um dann, wie von ihm bewilligt, mit ihm gemeinsam weiterzureisen.

    [PS] Der Bote hat als Lohn einen Gulden erhalten.

    «Nr. 245 HM Friedrich von Sachsen an den Komtur zu Koblenz, Ludwig von Seinsheim – [Weißensee], 26. April 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 183 (Auszug, donerstag nach misericordias Domini).

    Er hat sich auf sein Schreiben1hin nach Weißensee verfügt, um sich auf die Teilnahme am ksl. Tag vorzubereiten. Ihm ist nicht bekannt, ob der Ks. bereits in Worms eingetroffen ist. Bislang sind weder Kf. Friedrich und Hg. Georg von Sachsen noch ihre Gesandten zum Reichstag aufgebrochen. Wir auch in der erst in unser und unsers ordens sachen und sunderlich, dieweil die stende nicht gar beyeinander, wenig außrichten wurden, auch nicht lang zu Wurms ligen konnen. Bittet ihn deshalb um Mitteilung durch den Überbringer dieses Schreibens, wie lange der Ks. seiner Meinung nach in Worms bleiben wird und für wann er seine Ankunft dort empfiehlt. Bittet, dafür Sorge zu tragen, dass Herbergen sowie Stallungen für 30 Pferde zur Verfügung stehen.

    [PS] Falls absehbar wird, dass der Ks. noch vor seiner Ankunft wieder vom Reichstag abreist, soll er diesem gegenüber erklären, dass er, der Hochmeister, auf dem Weg zu ihm und zum Reichstag befindlich sei. Anschließend soll er das Anliegen des Ordens gemäß der ihm zugeschickten Instruktion2vorbringen. Übersendet ihm einen entsprechenden Kredenzbrief. Befiehlt ihm, Bericht zu erstatten.

    «Nr. 246 Stadt Nürnberg an Stadt Worms – Nürnberg, 26. April 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 231 (Kop., donerstag nach St. Marx tag).

    ŠDer Wormser Bote hat ihnen heute ihre Mitteilung über die Ankunft des Ks. in Worms zugestellt. Bedanken sich dafür. Der Bote erhielt dafür 1½ fl. als Vergütung.

    «Nr. 247 Rat der Stadt Friedberg an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Friedberg, 26. April 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 27–27’ (Or. m. Siegelrest, donnerstag nach Geori martiris).

    Sie haben Nachricht erhalten, dass der Ks. aus Worms abgereist ist, weshalb der Reichstag beendet sein soll. Sie hatten nach ihrem früheren Ersuchen die Absicht, sie noch einmal wegen des Reichstages zu kontaktieren, wissen nun aber nicht, ob dieser fortgesetzt wird oder nicht. Bitten, sie durch den Überbringer dieses Schreibens darüber zu informieren.

    «Nr. 248 Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt an den Rat der Stadt Friedberg – Frankfurt, 27. April 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 30 (Konz., frytags nach misericordia Domini).

    Bestätigen den Empfang ihres Schreibens [Nr. 247]. Sie haben gerüchteweise ebenfalls von der Abreise des Ks. gehört, aber noch keine Nachricht von ihren Gesandten in Worms erhalten. Sie haben deshalb heute einen Boten dorthin geschickt, um Erkundigungen anzustellen. Sobald sie Genaueres wissen, werden sie ihnen darüber Mitteilung machen.1

    «Nr. 249 Dr. Dietrich von Plieningen an den bayerischen Kanzler Dr. Johann Neuhauser – Esslingen, 30. April 1509 »

    Audienz Plieningens bei Ks. Maximilian.

    München, HStA, KÄA 3136, fol. 372–372’ (eigh. Or., montag [nach Jubilate]1; Postverm.: Zu aygner hand.2).

    Er wollte weisungsgemäß ursprünglich direkt nach Worms reisen. Als er jedoch in Esslingen eintraf, war der Ks. gerade auf dem Weg nach Süden und übernachtete Šam Samstag [28.4.] in Vaihingen (Vachingen). Er konnte in Erfahrung bringen, dass der Ks. am Sonntag [29.4.] nach Stuttgart kommen würde. Dorthin ist er gemeinsam mit Dr. Lupfdich gereist. Er wurde zur Audienz beim Ks. zugelassen und konnte namens Hg. Wolfgangs und der übrigen Vormünder die ihm aufgetragene Entschuldigung vorbringen. Auf die Frage des Ks. nach dem Verbleib Hg. Wilhelms antwortete er, dass dieser sich in Straubing aufhalte. Der Ks. erwiderte, Kaspar [von Winzer] hätte behauptet, den Hg. unverzüglich nach Worms zu bringen. Auch habe er in Stuttgart den Hg. von Württemberg aufgefordert, mit seiner Reise nach Worms bis zur Ankunft Hg. Wilhelms in voraussichtlich acht Tagen zu warten. Kaspar habe damit eine frühere Reise Hg. Ulrichs nach Worms verhindert. Und irret also die keyserlich Mt., welt was groß dofur geben. Sagt, der tag gieng fur sich zu Worms, und were seiner Mt. ernstliche maynung, das unßer gn. herr, herzog Wilhalm, auch Wirtenberg und ander fursten solten in aygner person gen Worms kommen. Der tag werd nit lang weren. Der Ks. kündigte abschließend seine unverzügliche Weiterreise nach Augsburg an. Dort wolle er Hg. Wilhelm überzeugen, persönlich am Reichstag teilzunehmen.

    Seiner, Plieningens, Meinung nach hat der Ks. nicht die Absicht, den Hg. nach Italien (Welschland)mitzunehmen. Der Ks. teilte mit, dass die Franzosen die Venezianer angegriffen und etliche Ortschaften erobert hätten. Der Papst habe Faenza eingenommen. Der Kg. von Spanien sei ebenfalls beteiligt. Der Ks. befahl ihm, seine Reise nach Worms fortzusetzen und dort das Eintreffen weiterer Teilnehmer abzuwarten. Er wird also morgen [1.5.] dorthin aufbrechen. Ein Bote wird den pfälzischen Kf. um Geleit für ihn bitten. Man erwartet in Worms täglich die Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen. Der Ks. und seine Räte sind der Meinung, dass Hg. Ulrich morgen nach Worms aufbrechen müsse. Er, Plieningen, hält es für möglich, dass der Ks.über München reisen würde, wenn man ihn einlädt. Der ksl. Kanzler Serntein äußerte, man werde in Worms ungeachtet der Abwesenheit des Ks. auch über die noch offenen Fragen bei der Aufteilung des niederbayerischen Erbes verhandeln.

    «Nr. 250 Vollmacht der bayerischen Vormundschaftsregierung für Reichstagsgesandte – München, [Anfang Mai 1509] »

    München, HStA, KÄA 3136, fol. 377–377’, 378’ (Konz.).

    Ks. Maximilian hat einen Reichstag nach Worms ausgeschrieben und dazu auch ihr Mündel Hg. Wilhelm eingeladen. aDer Ks. hat ihn jedoch wegen seiner Unmündigkeit vom persönlichen Erscheinen dispensiert; an seiner Stelle sollen bevollmächtigte Räte am Reichstag teilnehmen–a. Sie, Hg. Wolfgang von Bayern und andere Vormünder, entsenden deshalb im Namen ihres Mündels die Räte Hieronymus Stauffer Švon Ehrenfels, Hans von Closen und Dr. Dietrich von Plieningen, baußerdem Dr. Johann Lupfdich–b als Gesandte zum Wormser Reichstag. Diese werden hiermit bevollmächtigt, gemeinsam mit den übrigen Reichsständen zum Besten von Ks. und Reich zu handeln und Beschlüsse zu fassen. Verpflichten sich im Namen ihres Mündels, alle durch die Reichsstände oder deren Mehrheit verabschiedeten Beschlüsse anzunehmen und einzuhalten.

    «Nr. 251 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Bf. Lorenz von Würzburg – Weimar, 2. Mai 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 44 (Konz., mitwoch nach jubilate).

    Der Ks. hat ihn zum Reichstag nach Worms eingeladen. Doch ergab sich eine Verzögerung, worüber ihn der kfl. Pfleger zu Coburg, Gf. Philipp von Solms, unterrichten wird. Er beabsichtigt aber – sofern die Kff. und Ff. in Worms bleiben –, so bald wie möglich anzureisen. Damit aber die übrigen Stände die Verhandlungen nicht bis zu seiner Ankunft verschieben und dadurch die Angelegenheiten von Ks. und Reich aufgehalten werden, bittet er, ihn bis dahin gemeinsam mit Gf. Philipp bei den Verhandlungen zu vertreten, wozu er ihn hiermit bevollmächtigt. Er soll auch die übrigen Kff. und Ff. bitten, seine Verspätung zu entschuldigen und mit dem Beginn der Verhandlungen nicht auf ihn zu warten. Was die Stände ksl. Mt. und dem Hailigen Reich fur das nutzt und best ansehen und eintreglich beslissen, werden sein Bruder, Hg. Johann, und er selbst, soweit sie dies betrifft, akzeptieren.

    «Nr. 252 Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt an den Rat der Stadt Friedberg – Frankfurt, 2. Mai 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 34–34’ (Konz., mitwochs nach jubilate).

    Teilen ihnen auf ihre Anfrage [Nr. 248, Anm. 1] mit, dass der Ks. am 21. April (samstag nach dem sontag quasimodogeniti)mit etlichen Kff. und Ff. in Worms eingeritten und am 24. April (dinstag nach Georii)nach Speyer aufgebrochen ist. Dort blieb er bis zum Freitag [27.4.] und machte sich am Abend auf den Weg nach Bruchsal (Brussel). Es heißt, er wolle sich in die Erblande begeben, habe aber Mgf. Kasimir [von Brandenburg-Ansbach] und Gf. Adolf von Nassau als Stellvertreter in Worms zurückgelassen, die in seinem Namen die Verhandlungen führen sollen. Die Kff. von Mainz, Trier, Köln und der Pfalz sowie weitere Ff. und Gesandtschaften, auch von einigen Städten, halten sich derzeit noch in Worms auf, wie aus einem gestern [1.5.] eingegangenen Bericht der Frankfurter Gesandten [Nr. 441] hervorgeht.

    «Nr. Š253 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Ks. Maximilian – Weimar, 3. Mai 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 46–46’ (Konz., dornstag nach jubilate).

    Bestätigt den Eingang des ksl. Antwortschreibens auf den Vortrag Gf. Philipps von Solms und dessen Entschuldigung für seine, Kf. Friedrichs, Verspätung. Das Schreiben war mit einer erneuten Aufforderung zum unverzüglichen Erscheinen in Worms und der Ankündigung einer ksl. Gesandtschaft zu Verhandlungen über geheime Angelegenheiten verbunden [Nr. 243]. Als es ihm zugestellt wurde, war er im Begriff, gemäß der ersten Aufforderung [Nr. 228] so rasch wie möglich zu ihm nach Worms zu ziehen. Er wird aber seine Reise verzögern, damit die angekündigte Gesandtschaft ihn noch vor seiner Ankunft dort erreicht. Die zum Nutzen von Ks. und Reich gefassten Beschlüsse der Reichsstände wird er als gehorsamer Fürst vollziehen.

    «Nr. 254 Ks. Maximilian an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Ulm, 3. Mai 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 45–45’ (Or. m. Siegelspuren, Verm. prps., Gegenz. B. Hölzl).

    Er kann den Erbmarschall Joachim von Pappenheim derzeit nicht entbehren, weshalb er ihn bei sich behält, obwohl dieser sein Amt auf dem Reichstag in Worms eigentlich persönlich versehen sollte. Bittet ihn, Pappenheim zu entschuldigen und das Amt durch den kursächsischen Marschall und Diener Pappenheims, Friedrich Beyer, versehen zu lassen, der zu diesem Zweck in Worms zurückgeblieben ist.

    «Nr. 255 Lgf. Wilhelm II. von Hessen an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Kassel, 5. Mai 1509 »

    Marburg, StA, Best. 2, Nr. 296, fol. 140 (Konz., sonnabents nach jubilate).

    Er hat seine Nachricht mit der Mitteilung seines Ausbleibens schweren Herzens vernommen. Er hatte sich auf seinen Besuch sehr gefreut. Bittet ihn deshalb, wenn irgend möglich, auf seinem Weg zum Wormser Reichstag über Kassel zu reisen. Sie könnten sich dann bei einer freundschaftlichen Unterredung austauschen. Er könnte dann auch seine Gesandten, deren Abfertigung er bis zu seiner Ankunft zurückgestellt hat, desto statlicher verordnen. Falls es ihm nicht möglich ist zu kommen, soll er ihn verständigen, damit er seine Räte rechtzeitig zum Reichstag schickt.

    «Nr. 256 Die Wetzlarer Ratsherren Philipp von Babenhausen und Heinrich Laß an den Frankfurter Schöffen und Reichstagsgesandten Johann Frosch – [Wetzlar], 8. Mai 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 42–42’ (Or., dinstag nach cantate).

    ŠEr erinnert sich sicherlich an ihre kürzliche Abreise aus Worms. Der Rat hat sie beauftragt, wieder dorthin zurückzukehren. Sie haben jedoch erfahren, dass er und andere städtische Gesandte inzwischen ebenfalls nach Hause gereist sind. Bitten um Mitteilung, ob sie nach Worms ziehen sollen oder nicht.

    «Nr. 257 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Butzbach, 18. Mai 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 53–53’ (Or., freitag nach unsers lieben herrn hymelfarts tag; Gegenz. H. Rudelauf).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 963*, S. 762.

    Er hat die Absicht, den Wormser Reichstag zu besuchen, und wird die Samstagnacht [19.5.] in Frankfurt verbringen. Bittet um Zusendung eines Geleitsbriefes für sich und sein Gefolge.1

    «Nr. 258 Hg. Heinrich I. von Braunschweig-Wolfenbüttel an Lgf. Wilhelm II. von Hessen – Amelungsborn, 20. Mai 1509 »

    Marburg, StA, Best. 2, Nr. 142, [nach Fasz. 29], unfol. (Or., sontaige exaudi; Postverm.: In sein liebe eigen hant.).

    Der Ks. hat ihn aufgefordert, sich jetzt zum Reichstag nach Worms zu verfügen. Er beabsichtigt, durch sein Land zu reisen, und bittet deshalb, am kommenden Freitagmittag [25.5.] in Herstelle in das Geleit aufgenommen zu werden.