Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
Einfache Suche
Impressum | Datenschutzerklärung
Schnittstellen Quellen Formalia
BEACON
METS
XSLT
eXist-DB
jQuery-Layout
Nominatim
OpenLayers
GND
Impressum
Datenschutzerklärung
Kontakt

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

    Register

    Register

    Erweiterte Suche
    Text
    unscharf
    Zeitraum zwischen und
    Sortierung
    Erweiterte Suche
    Text
    unscharf
    Zeitraum zwischen und
    Sortierung

    « Š1. Reichshilfe und Reformen  »

    «1.1. Reichstagsprotokolle  »

    «Nr. 259 Reichstagsprotokoll der ksl. Kommissare – Worms, 21. April-10. Juni 1509 »

    [1.] Einzug Ks. Maximilians und der ihn begleitenden Reichsfürsten und Gesandtschaften in Worms am 21. April; [2.] ksl. Eröffnungsvortrag am 22. April; [3.] Abreise des Ks. aus Worms am 24. April; [4.] Schreiben Johann Storchs an Gf. Adolf von Nassau wegen des anberaumten Rechtstages mit Johann von Kriechingen; [5.] Bitte der Reichstagskommissare an Ks. Maximilian um Zusendung ihrer Instruktion; [6.] Protest der Anwälte Johanns von Kriechingen am 7. Mai; [7.] Zusendung der Gesandtschaftsunterlagen an die ksl. Kommissare; deren Schreiben an den Ks.; [8.] Teilnehmerverzeichnis; Zusammensetzung des Großen Ausschusses; [9.] Schreiben der Reichstagskommissare an den Ks. vom 5. Mai wegen des Reichskammergerichts; [10.] Übergabe der ksl. Reichstagsinstruktionen an die Reichsstände am 16. Mai; [11.] Verhandlungen der Kommissare mit Reichsfürsten über die Bereitstellung von Reiterkontingenten für den Krieg gegen Venedig; [12.] Vermittlungsverhandlungen der Kommissare in den Verfahren: Gf. Eberhard von Eppstein-Königstein gegen Lgf. Wilhelm von Hessen, [13.] Hessen gegen Kurmainz, [14.] Stadt Worms gegen Bf. Reinhard von Worms, gegen Kämmerer von Dalberg und gegen Hans von Landschad; [15.] Verhandlungen des Reichstages über eine Supplikation Bf. Jakobs von Cambrai; [16.] Unterbleiben von Verhandlungen über die Klage Hermann Rincks gegen Aachen; [17.] Verhandlungen zwischen Aachener Bürgern und Magistrat wegen des strittigen Weinausschanks sowie [18.] zwischen den Erben Asmus’ Schenk von Erbach und Hessen; [19.] Verhandlungen bzgl. Verstößen gegen das Kölner Stapelprivileg; [20.] Fiskalklagen gegen die Bff. von Münster und Osnabrück wegen der Konstanzer Romzughilfe; [21.] Verhandlungen mit den Reichsständen über das Jubelablassgeld; [22.] Verfahren gegen Johann von Kriechingen; [23.] Zollfreiheit für eine Weinlieferung Hg. Johanns von Kleve; [24.] Verhandlungen mit Reichsfürsten wegen Übernahme des Oberbefehls über die ksl. Truppen und des ksl. Statthalteramtes; [25.] Vortrag von ksl. Schreiben zur Venedighilfe, Protest vor der Reichsversammlung wegen des Fernbleibens österreichischer Vertreter vom Reichstag; [26.] Austausch von Resolutionen zwischen Reichsständen und Reichstagskommissaren ab dem 10. Juni; [27.] Teilnehmerliste für den künftigen Reichsmünztag.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 1–107 (Kop. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen; Aufschr.: Abschrift aller handlung, so auf dem reichstag zu Worms, anno XVCVIIII gehalten, allenthalben beschehen ist.) = Textvorlage A.

    Š[1.] /1/ Auf sambstage, den ainunzwainzigistn tage des monats Aprilis anno 1509, gegen dem abent ist romisch ksl. Mt. zu Wormbs zu dem ausgeschriben und furgenommen reichstage gerust eingeritten1, und neben und mit irer ksl. Mt. die erzbischove Meinz, Coln, Trier, phalzgrave Ludwig, alle churfursten, phalzgrave Friderich, vormunder etc., Friderich und Casimirus, marggrave[n] zu Brandenburg, alle personlich, marggrave Joachim von Brandenburg, churfursten etc., des erzbischoves zu Magdeburg, herzog Alexanders von Bairn, landgraven Wilhelmen von Hessen, der bischove zu Wormbs, Speir und ander mer von fursten, prelaten und stet botschaften.

    [2.] Und hat ir kaiserlich Mt. am sonntage darnach [22.4.] in des bischoves von Wormbs hof doselbst, die phalz genant, nach mittage den obgedachten churfursten, fursten und allen andern stenden des Reichs, sovil der alda gewest, die ursachen und bewegungen desselben furgenommen reichstage mit angehenktem begeren durch den bischove von Gurk mundlich furbringen und erzelen lassen, wie dan solichs in nachvolgender instruction [Nr. 266], irer ksl. Mt. reten und conmissarien, zu demselben reichstage verordent, zugeschickt, der datum stet zu Mundelhaim am sibenden tage May anno etc. im neunten, ausserhalb der declaratz und addits, so ir Mt. umb besser leuterung und verstands willen nachvolgends darzugesetzt hat, aigentlich begriffen.

    [3.] /1’/ Und ist ir Mt. darauf des erichtags, den XXIIII. tage Aprilis, von Wormbs abgeschiden2 und ir Mt. rete do verlassen und denselben reten ansagen lassen, das ir Mt. Johann Storchen, ir Mt. rate und secretarien, mit ire nemen und in zwaien oder dreien tagen ungevarlich bey demselben inen instruction und alle handlung dis tags, auch sigl und secret zusenden wolt.

    [4.] Darnach, am XXVIII. tage Aprilis ist grave Adolf von Nassau durch Johann Storchen ain schrift, den von Krichingen antreffend, zugesandt, der inhalt derselb von Nassau alspald unverziehen volg getan hat, also lautende: [Wiedergabe von Nr. 385].

    [5.] Und als etlich der ernanten rete und conmissarien, gein Wormbs verordent, auf ksl. Mt. instruction und anders lang zeit gewartet und inen nichts zukomen ist, haben sy ir Mt. geschriben, wie hernach volgt: [/2/ Wiedergabe von Nr. 389].

    [6.] /2’/ Darnach, am sibenden tage des monats Maien sind herrn Johann von Krichings geschickt anweld vor ksl. Mt. reten und conmissarien zu Wormbs erschinen, haben furgewandt, wie inen am jungsten der abschid, durch herzogen Erichen von Braunschwig, herrn Ziprian von Serntein und andere ksl. ŠMt. rete zu Coblenz gegeben, das sie auf den XXVII. tage des monats Aprilis zu Wormbs auf dem reichstage erscheinen und der sachen mit rechtlicher handlung außwarten solten. Darauf sie als gehorsamen erschinen, sich bey den gedachten reten angesagt und zu handeln begert. Dweil ine aber in antwurt begegnet, das die rete von ksl. Mt. deßhalb kainen bevelch hetten, sagten sie, das sie nit lenger pleiben oder warten konnten. Haben alspald vor notarien und zeugen irs gehorsamen vleis, wartens und erscheinens offenlich protestirt und damit iren abschid genommen.

    [7.] Nachvolgends, am XIIII. tage May ist grave Adolf von Nassau von Johann Storchen ain schrift mit dreien instruction, der abschrift hernach volgen, und etlichen credenzen zukumen, also lautende: [/2’–3/ Wiedergabe von Nr. 392]. /3’/ So haben die rete ksl. Mt. darauf geschriben die maynung: [Wiedergabe von Nr. 397]. /4/ Auch darauf irer Mt. des andern tags weiter und also geschriben:[/4–4’/ Wiedergabe von Nr. 398].

    [8.] /5/ Vermerkt die churfursten, fursten, prelaten und stende des Reichs, so in aigner person und durch ire botschaft auf disem Reichs tage zu Wormbs gewest sind.3

    Nota: Bey welichem ain ∘ gezaichnet ist, die sind bey der werbung und anbringen, so ksl. Mt. rete erstmals getan haben, personlich gewest; und bey welchem ain + stet, die haben den ksl. reten ire gewelt angezaigt.

    ∘ Menz, ∘ Coln, ∘ Trier, ∘ Phalz, ∘ Sachsen: churfursten personlich.

    +∘ Marggrave Joachim von Brandenburg, churfurst, botschaft: Eitl Wolf vom Stain, ritter und doctor.

    Herzog Friderich von Sachsen, hochmaister Teutschordens personlich.

    ∘ Erzbischove zu Maigdeburg botschaft: Adolf, furst zu Anhalt. Ist aus ursachen wegegezogen und doctor Cristoff Gablentz an sein stat geschickt.

    +∘ Erzbischove zu Salzpurg botschaft: her Andre von Trautmansdorff, tumbdechant zu Salzpurg.

    Die bischove zu Bamberg, Wurzpurg personlich.

    Coadjutor des stifts zu Fulda [Hartmann Bgf. von Kirchberg] personlich.

    /5’/ Botschaft der bischof:

    ∘ Luttich: zwen tumherren [Pierre de Cortembach und Simon von Jülich]; ∘ Wormbs: her Hainrich von Silberberg; ∘+ Eystet: her Bernhart Adelman; ∘ Speir: her Philips von Flerßhaim, [alle] tumherren; ∘+ Straspurg: Johanns Sigrist, decretorum licenciatus; ∘+ Costenz: her Hainrich von Sag, freiher, tumherr; ∘+ Augspurg: her Cristoff von Knoringen, tumherr; ∘ Freisingen: doctor Johan Wacker, ordinarius haidelbergensis; Monster: Friderich von Brombach.

    ∘+ Teutschmaister botschaft: Johann Adelman, comentur zu Mergethaim.

    [Weltliche Fürsten:] ∘ Phalzgrave Friderich, vormund; ∘ herzog Ulrich von Wirtemberg, [beide] personlich.

    ŠBotschaft herzogen:

    +∘ Alexandros [!] phalzgraven [von Zweibrücken]: doctor Philips Aberlin.

    Hansen phalzgraven [von Simmern]: Johann, her zu Eltz.

    Georgen von Sachsen: her Cesar Pfluge, doctor Dietrich von Werthe.

    ∘ Wilhelm von Bairen: her Jeronimus von Stauffe, her Hans Closner, her Dietrich von Pleningen, ritter und doctor.

    ∘ Von Gulch: Friderich von Brombach.

    /6/ ∘ Marggrave Friderich von Brandenburgs botschaft: sein canzler [Theobald von Heimkofen].

    ∘ Landgrave Wilhalms von Hessen botschaft: grave Ludwig von Lewenstan, grave Emich von Leyningen, Wilhelm, freiherr zu Lansperg, Johann Engellender, doctor, canzler, Conrad von Manspach, ritter.

    Johann, graven zu Nassau und zu Dillemberg botschaft: Johann Moer.4

    +∘ Johann, abt des gotzhaus Salmansweyler, Hartman, abt des gotzhaus Weingarten, Johanns, abt des gotzhaus Elchingen, Endres, abt des gotzhaus Ochsenhausen, Peter, abt des gotzhaus Ursin, Conrad, abt des gotzhaus Roet, Jodocus, abt des gotzhaus Reckenburg, Johanns, abt des gotzhaus Mindernau, Johanns, abt des gotzhaus Schussenried, Symon, abt des gotzhaus Marchtal: Der aller gewalt hat gehabt Matheus Gretler, decretorum licenciat, conventual in der Mindernaue.

    /6’/ Der stett botschaften:

    ∘ Coln: doctor Dietrich Meynartsagen; ∘ Ach: burgermaister und ain secretarius5; ∘ Straspurg: Gabriel Mordl; ∘ Frankfurt: Johann Frosch; ∘ Speir: Jakob6 Maurer; ∘ Sweinfurt: Martin [Hohenloch]; ∘ Rotenburg an der Tauber: Oswalt Wernzer; ∘ Wormbs: Haman Lisperger, Adam [von Schwechenheim], statschreiber; ∘ Wetzlar, Mulhausen, Northausen, Goßlar: ein secretarien; Lubeck, iren statschreiber [Henning Osthusen].

    ∘ Hagenau, Colmar, Sletstat, Ehenhaim, Kaisersperg, Munster, Roshaim: Ulrich Jungvogt, burgermaister in Hagenau, hat von der aller wegen gewalt gehabt.

    [Schwäbischer Bund:] Augspurg, Nurmberg, Ulm, Eßlingen, Reutlingen, Uberlingen, Nordlingen, Memingen, Hall, Dunklspuhl, Winßhaim, Bopfingen, Gengen, Alan, Kaufpeuren, Kempten, Ysni, Lutkirch, Wangen, Gmund, Ravenspurg, Bibrach, Buchhorn, Pfullendorf, Hailprun, Wimpfen, Weyl: ∘ MaŠtheus Neithart, burgermaister zu Ulm, hauptman, ∘ Ulrich Artzt, burgermaister zu Augspurg, ∘ Caspar Nutzl, burgermaister zu Nurmberg, haben gewalt gehabt von disen XXVII stet wegen.

    /7/ Item, so haben churfursten, fursten und stende des Reichs, auf disem reichstage zu Wormbs versamelt gewest, ainen ausschuss von iren reten zu beratschlagung der sachen gemacht und darzu verordent, nemlich:

    Churfursten

    Meinz: Thoman Ruden, hofmaister.

    Trier: doctor Deuchen [= Dungin], canzler.

    Coln: comentur zu Coblenz [Ludwig von Seinsheim].

    Phalz: Johann von Morßhaim, hofmaister.

    Sachsen: Friderich Doon [= Thun].

    Brandenburg: Eitelwolf vom Stain.

    Gaistlich fursten

    Bamberg: herr Leonhart von Eglofstain, tumherr.

    Wurzburg: Peter von Aufsess.

    Straspurg: maister Johann Sigrist, licenciat, canzler.

    Teutschmaister: Johann Adelman, comentur zu Mer[gen]thaim.

    Weltlich fursten

    Herzog Wilhalm von Bairen: doctor Pleninger.

    Marggrave Friderich von Brandenburg: doctor [Theobald von Heimkofen,

    genannt] Renwart, canzler.

    Wirtemberg: doctor Lamparter, canzler.

    Hessen: doctor Engellender, canzler.

    Stett

    Ulm: doctor Neithart.

    Frankfurt: Johann Frosch.

    [9.] /7’/ Item umb verruckung des camergerichts malstat haben die kaiserlichen rete ksl. Mt. geschriben, wie hernach volgt: [/7’–8/ Wiedergabe von Nr. 390 (B)].

    [10.] /8’/ Item ksl. Mt. rete haben auf den XVI. tag May den stenden des Reichs, sovil der domals, wie vor stet, mit dem ∘ verzaichnet, zugegen gewest sind, der ksl. instruction [Nr. 266], wie die von wort zu worten mitsampt ir ksl. Mt. zugesendten declaratz und addits begreift und inhelt, abschrift, auch aus der anderen instruction [Nr. 267], XXVII artikl inhaltend, der nachgemelten artikl copey ubergeben, nemlich von dem anderen, dritten, vierten, funften, sechsten, sibenden, achten, zehenden, ailften, XVII., XX., XXI., XXV., XXVII. [Nr. 268].

    [11.] Item, so haben die kaiserlichen rete nach inhalt des zwolften artikls [Nr. 267, Pkt. 12] mit den churfursten und fursten, dorin benant, gehandelt, die darauf bedacht genomen und nachvolgends yder fur sich selbs antwurt geben, wie solchs in der rete schrift, ksl. Mt. aus Wormbs geton und hernach geschriben, erfunden wirt [Nrr. 400, Pkt. 2; 417, Pkt. 8; 418, Pkt. 8; 420, Pkt. 2].

    Š[12.] Weiter haben sie nach inhalt des vierzehenden artikls [Nr. 267, Pkt. 14] zwischen des landgraven von Hessen reten und dem von Kunigstain gehandlt. Und als nach etlichen reden und gegenreden die landgravischen sich in kain verhor oder handlung begeben wolten, der von Eppenstain were oder wurde dan zuvor und vor allen dingen seiner gefengnus ledig gezelt und auf sein frey fues gestelt, das aber, als der von Kunigstain sagt, in7 ksl. Mt. und nit in seiner macht oder gewalt were, und darauf sich zu gutlicher oder rechtlicher handlung laut ksl. Mt. bevelchs erboten, auch seiner gehorsam protestirt und des ain abschid gebeten hat, ist ime derselb gegeben.8

    [13.] Und als sie auf den XV. artikl [Nr. 267, Pkt. 15], den erzbischoven zu Meinz und den landgraven von Hessen antreffend, zu handeln understanden, haben die hessischen rete angezaigt, wie herzog Friderich von Sachsen und der bischove von Wurzburg sich zwuschen inen gutlicher teidigung verfangen hetten [Nrr. 95f.], der sie gewarten wolten. Dobey es die ksl. rete auch pleiben liessen.

    [14.] Desgleichen haben sie auf den XVI. artikl [Nr. 267, Pkt. 16] zwuschen dem bischove und der stat Wormbs, auch den von Dalburg9, herrn Hansen Landschaden und der stat Wormbs10 gehandlt, aber kain gutlichait zwuschen inen finden mogen und dorumb sie fur ksl. Mt. und zum rechten gewisen.

    [15.] So ist nach inhalt des XVII. artikls [Nr. 267, Pkt. 17] den stenden des bischoves von Camerach suplicacion [Nr. 318], der copey hirin gefunden wirt, ubergeben und darauf von stenden antwurt [Nr. 275, Pkt. 8] gefallen, wie hernach geschriben erfunden wirt.

    [16.] Herman Rinck ist auf dem reichstage nit erschinen und darumb seiner sachen halber [Nr. 267, Pkt. 17] nichts gehandlt.

    [17.] Der rate und burger zu Ach sind in der irrung des weinschanks [Nr. 267, Pkt. 17] gehort und ain abrede11 zwuschen inen verfast und beden tailn ubergeben.

    [18.] Schenk Asmus kynder halber [Nr. 267, Pkt. 17] mit den landgrefischen reten davon gehandelt. Die heten, als sie sagten, davon kain bevelch noch wissen, wolten aber solichs an iren gn. herrn gelangen lassen und sein antwurt den ksl. reten nit verhalten. Ist kain antwurt gefallen und darumb /9’/ dem lantgraven selbs durch die rete deßhalb geschriben.12

    Š[19.] Uf den artikl, die stat Coln und den stapel antreffend [Nr. 267, Pkt. 17], haben die ksl. rete etwas irrung und zweifel gehabt und darumb solichs an ir ksl. Mt. gelangen zu lassen furgenomen.

    [20.] Auf den XVIII. artikl [Nr. 267, Pkt. 18], die bischove zu Munster und Osnabrugk antreffend, haben die ksl. rete bey dem fiscal verfugt, wider sie rechtlich zu procediren, als auch der fiscal in ubung ist.

    [21.] Und als im zwainzigisten artikl [Nr. 267, Pkt. 20] des jubilgelts halber meldung beschehen, und ist doch soliche maynung durch ksl. Mt. nachvolgends geendert inhalt irer Mt. schrift [Nr. 394], den gedachten reten getan und hernach geschriben, auch nachmals durch herrn Ernsten von Welden inhalt ainer sonderen instruction [Nr. 269] deshalb gehandlt und antwurt emphangen [Nrr. 284, 287], wie auch hernach erfunden wirt.

    [22.] So ist herrn Johann von Krichings halber, davon im XXIII. artikl [Nr. 267, Pkt. 23] bevelch getan wirt, hievor angezaigt, wie durch sein geschickten vor zukunft diser instruction oder bevelchs protestirt und abgeschiden sey, solichs auch ksl. Mt. durch die rete schriftlich zu erkennen geben [Nr. 413], wie hernach volgt.

    [23.] Und haben die fursten, im XXVI. artikl [Nr. 267, Pkt. 26] gemeldet, auf der ksl. Mt. rete ubergeben credenz, ansuchen und begeren, inhalt desselben artikls an sie getan, ganz abschlegig antwurt geben, außgeschaiden Baden, ist nit verhanden gewest, und hessische rete, haben irs herrn credenz angenomen und gesagt, ime [= Lgf. Wilhelm] die zuzuschicken.

    /10–12’/ [Wiedergabe von Nrr. 318 (B), 394 (B), 413 (B)].

    [24.] /13/ Auf die dritte ksl. Mt. instruction, an grave Adolfen von Nassau, hern Sigmunden von Fraunberg und doctor Erasm Dopler lautende [Nr. 391], haben sie mit herzog Friderichen von Sachsen, herzog Erigen und herzog Hainrichen von Braunschwig gehandlt und die antwurt, so inen darauf gefallen ist, ksl. Mt. zugeschriben, inmassen hernach auch erfunden wirdet: [/13–39’/ Wiedergabe von Nrr. 405, 407 (B), 400 (B), 399 (B), 393, 402 (B), 406, 395 (B), 370 (B), 408, 275 (C), 409, 276 (C), 279 (D), 414, 280–283 (jew. C), 415f., 404 (C), 411 (C), 410 (C)].

    [25.] /40/ Septima Junii anno etc. nono.

    Zu Wormbs auf dem rathause vor churfursten, fursten und allen stenden des Reichs, soviel der auf dem Reichs tag daselbst versamelt gewest sein, haben ksl. Mt. rete und comissarien, zu demselben tage verordent, nemlich marggrafe Casimirus etc., graf Adolf von Nassau, her Sigmond von Fraunberg, freiher zum Hage, doctor Ludwig Vergenhans, brobst zu Stutgarten, und doctor Erasm Dopler, brobst zu sant Sebold zu Nuremberg, die keiserlichen schrift [Nrr. 404, 410f.] offenlich verlesen lassen und alsbald nach derselben inhalt von wegen ksl. Mt. offenlich protestirt, auch mich, Johann Storch, alßpalde requirirt, ine instrument daruber zu machen. Darauf ich churfursten, fursten zugegen gebeten und erfordert hab, des ingedenk und zeugen zu sein.

     [Unterz.] Storch

    Š[/40’–41’/ Wiedergabe von Nrr. 288 (C), 289 (C)].

    [26.] /42/ Darnach, am sontag, den zehenden tag des monets Junii, haben die stende des Reichs den kaiserlichen reten zu Wormbs auf der phalz, id est in des bischofs hof, nachgemelt antwort in schriften ubergeben lassen durch ire geschickte rete, nemlich: Thoman Rude, meinzischer hofmaister; her Johann von Breitbach, colnisch; her Johann von Moderspach, archidiaconus, trierisch; Friedrich Don [= Thun], sechsisch; Weigant von Dienheim, pfalzgravisch; Cesar Pfluge, herzog Jorgen von Sachsen; her Bernhard Adelman, eistettisch; her Cristoff von Knoringen, augspurgisch; Friderich von Brambach, gulchisch; Johann Frosch, frankfurtisch.

    [/42’–43/ Wiedergabe von Nr. 290 (C)]. Darauf die kaiserlichen rete desselben tags alspald wider geantwort haben nachvolgender meynung: [/43–43’/ Wiedergabe von Nr. 291 (C)]. Auf das die stende des Reichs ir entlich beslussschrift den kaiserlichen reten des obgemelten sonntags [10.6.] des inhalts ubergeben haben: [/44–44’/ Wiedergabe von Nr. 292 (C)]. [/44’–84’/ Wiedergabe von Nrr. 417f., 358, 357, 360, 359, 420f., 482/III (G), 486 (D), 303 (C), 294f., 305 (C)].

    [27.] /84’/ Nota13: Ksl. Mt. als erzherzogen zu Osterreich und dabij anzuzeigen den herzog von Burgundi. [Randverm.:] Ist geschehen.

    Zu gedenken, auf den dritten tag des monets Septembris nestkomende gegen dem abent etlich rete, der munz verstendig, auch munzmeister und wardin zu Frankfurt am Meyne zu haben, des andern tags von der munz wegen zu handlen und zu ratslagen, inmassen auf dem jungsten Rychs tag zu Wormbs verlassen ist. [Randverm.:] Cedula, den nachbemelten gegeben:

    Erzbischove Meinz, Coln, Trier; pfalzgrave Ludwigen, churfursten; herzog Wilhelm von Beyern; herzog Friederich, pfalzgraven; herzog Ulrich von Wirtenberg; lantgrave zu Hessen; stat Coln, Lubec.

    [/85–107/ Wiedergabe von Nrr. 306, 384 (B), 266 (C), 267, 391, 271].

    «Nr. 260 Reichsstädtisches Reichstagsprotokoll – Worms, 21. April-2. Juni 1509 »

    [1.] Ausschreiben und wiederholte Verschiebung des Wormser Reichstages, Einzug Ks. Maximilians in Worms am 21. April, in Worms anwesende Reichsfürsten und ausländische Gesandtschaften; [2.] ksl. Eröffnungsvortrag am 22. April; [3.] Beratungen der Kurien am 23. April über eine Antwort, Sessionsstreit der Städte Köln und Aachen; [4.] Antwort der Reichsstände an Ks. Maximilian vom 23. April; [5.] Erwiderung Ks. Maximilians: Ankündigung seiner Abreise und Aufforderung zur Fortsetzung des Reichstages; [6.] Reichsbelehnungen der Ebff. von Mainz und Köln sowie des Bf. von Lüttich, Verweigerung der Reichsbelehnung für Kf. Ludwig V. von der Pfalz und Pfgf. Friedrich, Abreise Ks. Maximilians am 24. April; [7.] Akkreditierung der ksl. Reichstagskommissare am 16. Mai; [8.] Vorlage Šund Verlesung der ksl. Reichstagsinstruktionen; [9.] Beratungen der Kurien am 16. Mai über eine Antwort an die Kommissare; [10.] Beratungen der Kurien am 18. Mai: Bildung eines Ausschusses; [11.] Zusammentreten der Reichsstände am 26. Mai, Vorlage des Ausschussbedenkens zur Antwort an die Kommissare, Sessionsstreit der Häuser Bayern und Sachsen, Vertagung der Verhandlungen; [12.] Ratifizierung des Ausschussbedenkens am 28. Mai; [13.] Vortrag und Übergabe der ständischen Antwort an die Kommissare am 29. Mai; [14.] Vortrag und Übergabe der ksl. Replik am 31. Mai, Beschluss der Kurien zur Beauftragung des Ausschusses mit der Erstellung der Duplik; [15.] Beschlussfassung der Reichsstände über die Duplik und Übergabe an die ksl. Kommissare am 2. Juni.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 89–152 (Kop. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen; Aufschr.: Verhandelung der stende des Heiligen Reichs uf dem kayserlichen tag zu Wormbs anno Domini millesimo quingentesimo nono.) = Textvorlage A. Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 1–70 (Kop., Aufschr.: Verhandlung des Reichs dags zu Wormbs anno Domini funfzehenhundert und neun.) = B. Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 290–352 (Kop., Aufschr.: Molhusen. Anlaß und abschied zu Wormbß, von ksl. Mt. angesatzten tageß, durch den fursichtigen und weisen Danielem Helmsdorff im nahmen dreier stett [Mühlhausen, Goslar und Nordhausen] berieten, Ao. XVCIX.) = C. Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 7–10’, 11’–73 (Kop.) = [D]1. Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (nur Pkt. 4; dem Badener RT-Protokoll inserierte Kop., Überschr. wie A) = [E]. Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 1–41 (Abschrift von B).

    Teilabdruck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 952, S. 750–754 [Pkt. 1f.]; Nr. 953, S. 754 [Pkt. 4, fol. 95’ – Ksl. Mt. wisse … ermessen moge.]; Nr. 954, S. 754f. [Pkt. 5f.].

    [1.] /90/ In dem jare, als man zalte nach Christi, unsers lieben hern gepurt funfzehenhundert und acht, ist durch den allerdurchleuchtigistena, unuberwintlichsten fursten und hern, herrn Maximilianum, romischen kaiser, merer des Reichs etc., unserm allergnedigisten herrn, furgenommen und außgeschrieben ein Reichs dag in die statt Wormbs, zu erscheynen auf allerhailigen, den ersten dag Novembris [Nr. 44]. Und als die ksl. Mt. dieselbe zeit in Niderland in merklichen, schweren gescheften und hendeln, irer Mt. erblande, das Hailig Romisch Reiche, auch das lant und herzogen zu Geldern belangend, etwas verheft gewesen, also das ire Mt. auf die bestimpt zeit obberurts ausschreibens selbs nit komen mogen, hat ir Mt. denselben furgenommen Reichs dag und hendel zu etlichen malen erstreckt und letst bis auf sant Jorgen dag [23.4.] Šdes neunten jars.2 Und auf sampstag, den einundzwainzigisten dag des monets Aprilis, zu sex auren gegen abent, ist ire Mt. gar mit einem zierlichen raisigen zeuge auf tausent pferde wole gerust, auch /90’/ ob hundert stradioten und Albaneser, uf ire weise beynahe durkisch, zu Wormbs ingeritten; und mit ire Mt. vier churfursten, nemlich die drey erzbischofe zu Meinz, Colle und Trier, auch phalzgrave Ludwig, churfursten etc., und herzog Friderich, sein bruder. So waren markgrave Friderich von Brandenburg und Casimirus, sein sone, zuvor in der statt und ksl. Mt. entgegen hinausgeritten. Und waren etlich treffenlich potschaften zuvor here gein Wormbs komen, wartende ksl. Mt. zukunft, nemlich unsers hailigen vaters, des babsts, der konig von Frankenreich, Hispanien, Arogonien und anderer fursten, deutschen und walischen, die alle ksl. Mt. entgegen auß [und] wider mit herin geritten, kamen alle furderlich zu herbergen, die zuvor bestellet und versehen.

    [2.] Und auf dem sonntag darnach, genant der sonntag misericordia Domini [22.4.], nach mittag auf ein aure, waren durch des Reichs marschalk [Joachim von Pappenheim] erfurdert unser gnedigist und gnedige herren, die churfursten, fursten, potschaften und ander /91/ stende des Hailigen Reichs, so die zeit hie zu Wormbs erschinen, auf des kaisers sale3, und teteb ksl. Mt. inen furhalten diese hienach beschrieben rede und meynung: [/91–94/ Wiedergabe von Nr. 264 (G)].

    [3.] Auf den montag darnach [23.4.] vor mittag kamen churfursten, fursten, potschaften und andere stende des Reichs auf das rathaus. Und underreten sich churfursten besonder und die andern fursten /94’/ und fursten potschaften auch besonder, dergleichen die gesenten von stetten auch in einer besondern stuben etc. einer antwort auf das furhalten und begeren ksl. Mt. Und waren der zwayer stett Colle und Ache potschaften zweitrechtig ires sitzens halben. Yde wolt den furdersten sitz haben. Und wiewole durch der andern stette gesanten allerlay mittel, doch unvergrifflich ire yder statt gerechtigkeit und alt herkommen, furgeschlagen, wurden doch derselben keine vervolget. Underdes hetten sich die churfursten, fursten und potschaften, gaistlich und werntlich, entschlossen und der stett gesanten potschaften zu sich erfurdert und eroffenten zu allen teilen iren entschloß einer antwort. Die was einhellig und gleichformig. Und der stett meynung auch begert zu eroffnen. Die liessen inen wolgefallen die antwort, so unser gnedigist und gnedige herren, die churfursten, auch ander fursten und potschaften gefasset hetten, ksl. Mt. also zu erkennen zu geben; wolten derselben anhangen.

    ŠAlso gleich nach mittagsymbis kamen churfursten, fursten, potschaften, gaistlich und weltlich, auch der stett gesanten, soviel da waren, auf des kaisers sale und ware die antwurt ksl. Mt. selbs perschone eroffent in seinem ksl. sitze, wie hienach beschrieben:

    [4.] /95/ Antwort der churfursten, fursten und stende des Hailigen Reichs, alhie zu Wormbs auf diesem tage versamelt, uf der ksl. Mt. furhalten.

    Die ksl. Mt. hab gestern [22.4.] neben dem außschreiben diß Reichs dags [Nr. 44] erzelen lassen etliche ursachen, derhalb dieser Reichs dag furgenommen sey, und sonderlichen, wie sein ksl. Mt. mit der bebstlichen heiligkeit, auch den konigen von Frankenreich und Arogonien in verstentnus gewachsen und kommen sey, mit anzaige, wes begere und hoch ersuchen von der bebstlichen heiligkeit an sein ksl. Mt. als vogt und advocaten der christenlichen kirchen, auch die obgemelten konige und ander christenlich gewelt einen zug wider die unglaubigen zu tun, mit andernc, die Venediger der kirchen gut halber, so sie vor langest und in kurzend der kirchen geweltiglich abgetrungen haben, betreffende, gelanget sey. Und dweile sein Mt. des furnemens on zutun und hilf der stende des Reichs des unkostens halber, in etwo viel kriegen von des Reichs wegen durch sein Mt. aufgewendet, nit vermoge, so sey seiner ksl. Mt. fruntlich und gnedig begere, das die stende des Reichs seiner ksl. Mt. ein treffentlich hilf auf das sterkest und allerfurderlichst ein ganz jare lang tuen etc., mit meldung, wie sein ksl. Mt. alhie dieser zeit keinswegs lenger verharren, sonder in die graveschaft Tirol verrucken und ziehen musse, begerende, das die stende also beyeinander /95’/ bleiben und von einander nit verrucken wollen, bis die andern churfursten, fursten und stende auch ankommen und in sachen beschlossen sey, mit weyterem, alhie zu melden on not.

    Darauf geben die stende, alhie versamelt, ksl. Mt. diese antwurt: Ksl. Mt. wisse und sehe, wie sie alhie noch in geringer anzale versammelt seyen. So wiß auch sein ksl. gnade, das [sie] one beysein der andern, sonderlich des merern teils der stende, nichts gruntlichs oder entlichs beschliessen oder handeln mogen. Darumb und so die sach laut ksl. Mt. furhalten eilende sey, so bitten sie ksl. Mt. underteniglich, furtreglich zu schaffen und zu furdern, damit die andern stende des Reichs auch alhere zum allerfurderlichsten ankommen und von diesen sachen ferrer der notdurft gehandelt und geratschlagt werden moge, als, die stende nit zweifeln, ksl. Mt. selbs notdurftiglich betrachten und ermessen moge. Das haben sie ksl. Mt. underteniger meynung und im besten unangezaigt nit wollen lassen. Actum montags nach misericordia Domini [23.4.] Anno etc. nono.

    [5.] Nach solicher gegebener antwurt tete ksl. Mt. wider reden ungeverlich diese meynung: Ir ksl. Mt. hette gnediglich gehoret und vernommen die antwurt, so churfursten, fursten, potschaften und stende des Hailigen Reichs Šauf ire Mt. furhalten und begeren geben, und dieselb zu gnedigem gefallen [angenommen]. Auch wole zu erachten, nach- /96/ dem sie, stende, in so kleiner anzale erschinen und der merer teile noch abwesig weren, das ire Mt. nit so entlich antwurt, als wol die notdurft erfurdert, dißmals mocht gedeyhen. Aber ire Mt. gnedigs begeren were, das diejenen von des Reichs stenden, so ytz hie zugegen weren, wollten nit verrucken noch abreiten, sonder der andern fursten und stende hie erwarten, die auch ernstlich beschrieben, in aigenen perschonen hie zu diesem außgeschrieben Reichs dag furderlich zu erscheinen [Nr. 228] und hoffenlich numer auf wegen. So hetten sie, churfursten, fursten und stende des Hailigen Reichs, gestern [22.4.] gehort, wie die babstlich hailigkeit ire Mt. ernstlich geschrieben und erfurdert, auf den furgenommen zug wider die unglaubigen sich zu erheben mit ire Mt. kriegsvolk. So weren die baiden konige Frankenreiche und Arogonia mit irem kriegsvolk auch gerust und etliche zu velde gezogen, ir Mt. zukunft wartende. Darumb, so mocht ire Mt. nit lenger verziehen noch hiebleiben. Ire Mt. wolt inen auch nit verhalten, das ire Mt. erplande in Under- und Oberosterreich mit kriegsvolk auf die grenizen nit nach notdurften und zum hochsten geschickt, deßhalben ire Mt. aber mer zu eylen hette, solich auch zu versehen. Ire Mt. wollt aber und hette verordent ire /96’/ treffenlich stathelter und rete, die mit der versamlung der stende des Hailigen Reichs handeln sollten auf ire Mt. begern, auch ander des Reichs notdurften, so ire Mt. alhier vertagt hette, also das doch nit minder dieser außgeschrieben Reichs dag seinen furgang erraichen und dieselben geprechen auch gehandelt und versehen werden mochten. Ire Mt. stellt auch in keinen zweifel, die uberigen churfursten, fursten und stende wurden erscheinen und weren ein teil auf dem wege. Und darumb ire Mt. begeren, sie sollten also gedult haben und gewarten, wie ire Mt. gestern und ytz aber gnediglich begert, wie auch des Heiligen Reichs notdurft nach gestalt und gelegenheit diser hendel und sachen dieser zeit allenthalben erfurdert. Das wollt ire Mt. fruntlich und in allen gnaden gegen inen sampt und sonder erkennen und bedenken.

    [6.] Und demnach uber ein kleine weile lehe ir ksl. Mt. etlichen churfursten und fursten regalia, nemlich den erzbischoven zu Meinz und Colle und des bischofs botschaft von Lutich4. Da waren auch zugegen herz[og] Ludwig, phalzgrave, churfurst, und sein bruder herzog Friderich, vormond weilant herzog Ruprecht[s] kinder [Ottheinrich und Philipp] in /97/ Beyern. Die baden und begerten, inen auch zu leihen ire regalien etc. Es volget aber nit auf dis male, wiewole sie mit hohem vleiß anhingen denselben abent, auch den andern morgen. Inen warde aber nit gelihen. Denselben dienstag [24.4.] umb mitdags zeit ritte ksl. Mt. hinweg und etlich fursten mit hinaus. Etlich kamen balde wider, etlich ritten mit gein Speyer.

    [7.] Darnach uf mitwoch unsers Herren uffart abent, den sechzehenden dag May, morgens zu acht auren, seint die stende des Reichs uf das rathauß erfurdert Šwurden und erschyenen. Und als sich dieselben in ire ordenung nidergesetzt, seint komen marggrave Casimirus von Brandenburg etc., statthelter, grave Adolf von Nassaue und her Sigmond von Frauwenberg, freyher zum Hag etc., ksl. Mt. verordent rete. Und hat egenannter marggraf Casimirus, statthelter, sich gesetzt anstatt ksl. Mt. und die andern zwen ksl. Mt. rete entgegen inmit der stuben. Und grave Adolf angezaigt eyn credenz von ksl. Mt., die der bischof von Menze von ime empfangen und furter seyner gnaden canzler [Johann von Dalheim] ubergeben hant zu lesen. eDie warde verlesen, wie hienach geschrieben: [/97’–98/ Wiedergabe von Nr. 265]–e.

    [8.] /98’/ fNach verlesen der credenzg ret weiter graf Adolf, in der verlesen credenz hetten sie, stende und versamlung des Hailigen Reichs, vernomen, wie ksl. Mt. inen bevolhen hette, mit inen, churfursten, fursten, potschaften und versamlung der stende des Hailigen Reichs da entgegen, zu reden und handeln, laut instruction, von ksl. Mt. inen zugeschickt. Uf das nun sie in worten oder meynungen nit irren, irem befelch zu viel oder zu wenig tun mochten, so wollten sie die instructionh, so ksl. Mt. inen zugeschickt, darlegen, offenlich zu verlesen, in denen sie, die stende des Hailigen Reichs dieser loblichen versamlung, ksl. Mt. willen, gemut und meynung zu vernemen hetten. Und teten herfure ire instructioni, die egenannter mein gnedigster her von Meinz aber zu seinen handen empfing und seinem canzler [Johann von Dalheim] ubergab. Da ret graf Adolf weiter, sie als ksl. Mt. stathelter und rete beten, das die stende des Reichs solich ubergeben instruction und begeren furderlich under hande nemen, dieselben ermessen und gnediglich bedenken wollten schwere und /99/ groß der angezaigten sachen, auch wes ksl. Mt., dem Hailigen Romischen Reich, gemeyner cristenheit und der romischen kirchen und besonder auch teutscher nacion an diesen dingen gelegen were und das sie keinen verzug leiden mochten, und sich zum furderlichsten, ymmer seyn mocht, antwort entschliessen, inen die eroffenen. So hetten sie bevelch, dieselbe antwort ksl. Mt. unverzuglich bey verordenter post zuzuschicken, sich mogen wissen darnach zu richten. Damit traden sie ab zur stuben auß in ein ander stube und warden die instructiones offenlich verlesen, jwie hienach beschrieben steen–f: [/99–110’/ Wiedergabe von Nrr. 266 und 268]–j.

    [9.] Nach verlesen solicherk instruction gingen die churfursten in ire stub ab, sich zu underreden. So gingen die stätt potschaften auch abe in ein besonder stube, sich zu besprechen. Und nach kleiner zeit kamen die stende wider Šzusammen und warde ein einhellig meynung beschlossen, dermassen, das sie von den stenden sollten ire schreiber schicken in /111/ die meinzisch canzley, die ubergeben schriften abzuschreiben und sich daruf bedenken und auf freitag nehst darnach [18.5.] nachmittag umb ein aure ungeverlich wider an der malstatt erscheinen und yder die meynung seins bedachts zu erkennen geben, sich einer antwort zu vergleichen, ksl. Mt. stathelter [Mgf. Kasimir von Brandenburg] und reten zu eroffenen. Auf solichs wurden ksl. Mt. statthelter und rete wider ingefurdert und inen durch den meinzischen hofmeinster [Thomas Rüdt von Collenberg] erleutert, wie die stende sich bedenken und uf das furhalten ksl. Mt. begeren uf freitag nehst ires bedachts antwurt geben wollten.

    [10.] Bey diser verhandlung sein die sachen in rug gestanden bis uf zukunft mer anderer churfursten, fursten und stende des Reichs bis auf freitag in der creuzwochen [18.5.]. Da sein die stend abermals auf das rathauß erfordert worden. Und nach etlichen stunden, darzwischen allerley gespreche sich begeben, haben sich die stende /111’/ verainigt5, einen außschus zu verordenen, die ksl. Mt. beide instructiones [Nrr. 266, 268] fur augen nemen, ratschlag und meinung fassen solten der antworten auf ksl. Mt. furschlag und begere und denselben begriff den stenden anzaigen, sich darauf zu entschliessen, wes und wie zu antwurten etc. Und von der stette sendboten zum ausschuß verordent her Gabriel Mördel von Stroßburg6 und doctor Matheus Neithart, altburgermeister zu Ulm und hauptman des bonts7 in Schwaben. Damit des dags abermals also abgeschaiden.

    [11.] Darnach uf sambßdag, den hailigen phingstabent [26.5.], sein churfursten, fursten und stende des Hailigen Reichs wider und dazwischen mer erfordert gewesen, den begriffen ratschlag des ausschuß [Nr. 275/II] zu eroffenen. Als aber etlich fursten des sitzens halber irrig waren, nemlich die herzogen von Bayern gegenainander und dieselben herren von Bayern gegen den herren herzogen zu Sachsen, also das die fursten nit zu sitzen kamen, warde funden diese meynung, das die churfursten, /112/ fursten und stende des Reichs yderl einen schreiber, dem zu vertrauwen were, schicken sollt in des erzbischofs von Meinz canzley uf sonndag, den hailigen phingstag [27.5.], nach mittag umb drey auren, die verfasst meinung des ausschus abzuschreiben und yeder sich darauf bedenken und am phingstmontag darnach [28.5.] auf dem rathause zu Šeiner auren ungeverlich wider zu erscheinen, sein gutbedunken auf die verfasste meynung des ausschus zu eroffenen und sich der antwort auf ksl. Mt. furhalten und beger zu entschliessen.

    [12.] Auf den phingstmontag zu bestimpter zeit erschienen abermals churfursten, fursten und andere stende des Hailigen Reichs und warden eroffnet und zusamengetragen die meynung, wes sich yder stand auf den verfassten ratschlag entschlossen hett. Und vergleichten sich einhelliglich, das inen sampt und sonder die verfasste ratschlege wol gefielen. Wolten noch wissten den nit /112’/ zu verbessern, dann in einem stuck geschahe ein klein enderung der verfassten antwort, ksl. Mt. uf ire beger zu geben, wie hienach beschrieben: [/112’–116’/ Wiedergabe von Nr. 275/I].

    [13.] /116’/ Auf den dienstag darnach [29.5.] warden ksl. Mt. stathelter [Mgf. Kasimir von Brandenburg] und rete, auch die stende des Reichs gemeinlich versamelt auf /117/ das rathauß und die vorgeschrieben antwort offenlich gelesen und den ksl. reten ubergeben mit einer ersamen, zuchtigen vorrede, das die stende in betrachten der angezaigten ksl. Mt. begerd und ir aller gelegenheit dieser zeit sich solicher antwort einhelliglich underret und entschlossen hetten, mit demutiger bitt, solichs nach ir aller gemeinlichen notdurft im besten zu vernemen und an ksl. Mt. underteniglich langen lassen.

    Und als die antwort also verlesen und gehort was, sagt grave Adolf von Nassau, sie hetten sich solicher antwort nit versehen, wollten sich ein wenig bedenken. Standen damit auf und gingen ab in ire stub. Und nach wenig zeit kamen sie wider und sagten: Nachdem dieser handel groß, schwere und ksl. Mt. und dem Hailigen Reiche viel daran gelegen were, wollten sie die gegeben antwort bas ubersehen und am donnerstag /117’/ nehstkunftig [31.5.] ire meynung von ksl. Mt. wegen weiter daruf zuerkennen. Begerten, das alßdann die stende des Reichs nach mittag umb ein aurem wider aldar erscheinen wollten. Damit warde dißmals abgeschaiden.

    [14.] Uf donnerstag darnach erschienen curfursten, fursten und andere stende des Reichs nwider auf dem rathause–n und kamen ksl. Mt. rete und statthelter auch und hetten ir meynung auch schriftlich verfasst. Und als ydermann in seiner ordenung nidergesessen was, sagt grave Adolf von Nassau auf der churfursten, fursten und stende des Reichs antwort, des vordern dages inen von ksl. Mt. wegen auf irer Mt. begereno ubergeben, der sich ksl. Mt. billich, auch sie als stathelter und rete nit versehen, hetten sie auf ksl. Mt. bevelch und sonderlicher zugeschickten instruction, /118/ durch ire Mt. secretarien Johannem Storcken inen uberantwurt [Nr. 392], weiter underredt und ksl. Mt., auch ire meynung in schrift [Nr. 276] gestellt, die sie teten offenlich verlesen und ubergeben. Und alß dann dieselb schrift verlesen und gehort was, Šstanden der stathelter [Mgf. Kasimir von Brandenburg] und die rete auf und ret graf Adolf aber, sie, churfursten, fursten und stende, sollten ermessen, wes gemeiner christenhait, dem Hailigen Reiche, deutscher nation, auch ksl. Mt. an den sachen gelegen were und sich andere antwort, die ksl. Mt. angenemer und diesem loblichen furnemen, wie in irer schrift angezaigt, ersprießlicher sein mochten, entschliessen, ksl. Mt. zuzuschicken, sich haben zu richten. Gingen damit ab.

    Demnach traden churfursten, fursten und stende yder in sein ordenung und underreten sich und gaben zu erkennen, ire meynung were, das der ausschus sich als morgen, freitags [1.6.], wider zusamentun und ratschlagen solten, wes uf ksl. Mt. rete furtrag /118’/ weiter zu tun gut sein mocht und gemeiner versamlung wider furgehalten werden. Damit aber abgeschaiden. [/118’–120/ Wiedergabe von Nr. 276].

    [15.] Demnach sein die vor verordenten zum ausschuß uber die hendel gesessen, sich underredt und weiter meynung begriffen, die uf sampßdag [2.6.] zu morgen darnach gemeiner ver- /120’/ samlung der stende des Reichs angezaigt und sich daruf entschlossen haben, uf denselben sampstag nach mittag zu zweyen auren wider uf dem rathause zu erscheinen und ksl. Mt. reten zu eroffnen, inmassen hienach beschrieben: [/120’–125’/ Wiedergabe von Nr. 279].

    [/126–152/ Wiedergabe von Nrr. 280–283 (jew. D), 269 (C), 284 (C), 298/I (C), 411 (D), 404 (D), 410 (D), 287 (C), 288–292 (jew. D)p, 299 (C)q, Nr. 477 (A)].

    «Nr. 261 Mgfl. Badener Reichstagsprotokoll1 – Worms, 21. April-10. Juni 1509 »

    [1.] Ankunft Ks. Maximilians und der ihn begleitenden Reichsfürsten in Worms am 21. April; [2.] ksl. Eröffnungsvortrag am 22. April; [3.] Antwort der Reichsstände an Ks. Maximilian vom 23. April; [4.] Reichsbelehnungen der Ebff. von Mainz und Köln, Verweigerung der Reichsbelehnung für Kf. Ludwig von der Pfalz; [5.] Abreise Ks. Maximilians am 24. April und Ebf. Uriels von Mainz am 2. Mai; Unterbrechung der Reichstagsverhandlungen; [6.] Ankunft der Bff. von Bamberg und Würzburg am 4. Mai; [7.] Vorlage der Vollmacht und Instruktionen der ksl. Reichstagskommissare am 16. Mai; Beschlüsse der Reichsstände: Abschrift der Unterlagen in Šder Mainzer Kanzlei, Fortsetzung der Reichstagsverhandlungen, Akkreditierung der Gesandten; [8.] Beschluss der Reichsstände am 18. Mai zur Vertagung der Verhandlungen, Prüfung der Reichstagsvollmachten in der Mainzer Kanzlei; [9.] Ankunft Hg. Ulrichs von Württemberg und Kf. Friedrichs von Sachsen am 20./21. Mai; [10.] Zusammentreten der Reichsstände am 22. Mai, Einsetzung eines Ausschusses; [11.] Meldung des französischen Sieges bei Agnadello durch die ksl. Reichstagskommissare und Vorlage von Schriftstücken; [12./14.] Inhalt des päpstlichen Breves vom 28./30. April an die Reichsstände; [13.] Beratungen des Ausschusses über die Reichshilfe gegen Venedig (23.–26. Mai); [15.] Beschlussfassung der Reichsstände über die Antwort zur Reichshilfe am 28. Mai, Übergabe an die ksl. Kommissare am 29. Mai; [16.] Bitte der Kommissare um eine Teilnehmerliste der Reichsstände; [17.] Antrag HM Friedrichs von Sachsen am 29. Mai auf Hilfe für den Deutschen Orden; [18.] Übergabe der ksl. Replik zur Reichshilfe gegen Venedig am 31. Mai; [19.] Supplikation Kf. Ludwigs von der Pfalz und Pfgf. Friedrichs an die Reichsstände wegen ihrer Reichsbelehnung; Protest Württembergs, Bayerns und Hessens; [20.] Beschlussfassung über die ständische Triplik zur Reichshilfe und Übergabe an die ksl. Kommissare (1.–3. Juni); [21.] Austausch weiterer Resolutionen zur Reichshilfe ab dem 5. Juni; [22.] Beschlussfassung über eine Antwort an HM Friedrich von Sachsen (6./7. Juni); [23.] Vortrag ksl. Weisungen für die Kommissare an die Reichsstände am 7. Juni; [24.] Austausch von Resolutionen zur Reichshilfe am 9. Juni; [25.] Vortrag des ksl. Gesandten Ernst von Welden bezüglich des Jubelablassgelds und Stellungnahme der Stände dazu; [26.] Austausch von Resolutionen zur Reichshilfe am 10. Juni; Wiedergabe von Verhandlungsakten bezüglich des Deutschen Ordens.

    Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (überarbeitete Kop., leicht beschädigt, Aufschr.: Rychstagshandlung zu Wormbs, angefangen am sontag misericordias Domini [22.4.] anno etc. nono.).

    [1.] Uf sambstag vor dem sonntag misericordias Domini [21.4.] anno etc. nono ist ksl. Mt. zu Wormbs ingeritten und mit ime dise nachgenanten curfursten, fursten und herren: der erzbischove zu Menz, erzbischof zu Cöln, erzbischof zu Trier, phalzgrave Ludwig, curfursten; herzog Frydrich, phalzgrave by Rein, herzog in Beyern etc.; Fridrich, Casimyrus, marggraven zu Brandenburg etc.2

    [2.] Uf sontag misericordias Domini [22.4.] hat ksl. Mt. curfursten, fursten und stenden des Heiligen Reichs nachfolgende meynung furbracht und in schriften ubergeben: [Wiedergabe von Nr. 264].

    [3.] Uf montag nach dem sontag misericordias Domini [23.4.] haben curfursten, fursten und stende des Heiligen Reichs uf hievor der ksl. Mt. furhalten antwurt geben, wie hernach volget: [Wiedergabe von Nr. 260, Pkt. 4].

    Š[4.] Uf disen tag hat ksl. Mt. den curfursten Menz und Cöln ire regalia in der camer gelichen und dem bischof von Menz alte und neue brief uber die stat Menz3, die seinen vorfaren vil jare vorgehalten sind, ubergeben.

    Phalzgrave Ludwigen hat sein ksl. Mt. nit leyhen wöllen, wiewol curfursten und fursten gemeinlich fur ine gebeten und angezeigt, das sein Mt. ime zu leyhen schuldig were. Daruf sein Mt. geantwurt, das er solicher verschreibung halb, die er etlichen fursten, so seine helfer wider die Pfalz gewesen, geben4, ime nit leyhen konne, es sey dann sach, das er sich zuvor und ehe mit denselbigen umb ire vordrungen und zuspruch vertragen.

    [5.] Uf zinstag nach misericordias Domini [24.4.] ist die ksl. Mt. ylends hynweg geritten, sich gegen den Venedigern zu krieg zu schicken, und hynder ir gelassen dise stathälter und rete:a marggrave Casymiren von Brandenburg, bgraf Adolf von Nassau–b, her Sigmunden von Frauenberg, herrn zum Hag, probst von Nurenberg N. Dopler.

    Uf mitwoch darnach [2.5.]5 ist der erzbischove von Menz auch abgeritten und also des Reichs hendel bis uf zukunft merer fursten und botschaften angestellt.

    [6.] Uf frytag darnach [4.5.] sind zu Worms inkommen: der bischof von Bamberg, der Bischof von Wurzburg.

    [7.] Uf mitwuch vigilia ascensionis Domini [16.5.] cumb VIII uhren vormyttag–c sint vo[r der ver]samlung herschynen ksl. Mt. geordnete rät marggraf [Casi]mirus von Brandenburg, graf Adolf von Nassau und h[err] Sigmund von Frauenberg, fryherr zum Hag, mit nachvolgender credenz [Nr. 265] und zweyen instruction [Nrr. 266, 268], die sy der versamlung umb furderung willen und domit durch sy nicht geendret wurde, der versamlung ubergeben haben, mit beger, dz der fursten und steend botschaften gewält besichtiget wurden; und welche nit gnugsam befunden, hetten sy bevelh, dieselben eigner person zu beschriben und treffentlichen zu hervordern.

    Daruf ist in der versamlung beschlossen, daß churfursten, fursten und botschaften soliche suplication [= Instruktionen] in des van Menz canzlien umb XII Šuhren mugen tun abschriben und uf fritag [18.5.] zu einer uhren nachmyttag wider versamlung gehalten werden, sich doruf zu underreden.

    Daß auch diß mytwochs die botschaften ire gewalt den ksl. räten und uf fritag kunftig der versamlung furbringen und anzeigen sollen.[Wiedergabe von Nrr. 265f., 268, 318].

    [8.] Uf fritag nach ascensionis [18.5.] nach mittag zu einer uhren sint churfursten, fursten und botschaften zusammenkummen, in meynung, nechstem abscheid nach sich zu underreden und uf ubergebne suplicacion zu ratsc[h]lagen. Also haben die curfursten den fursten und botschaften zu verstan geben, daß sy bericht, wie Cöln und Saxsen, beide churfursten, uf dem weg sigen, in zweyen ader drien tagen zu herschinen, derglichen etliche mer fursten. Were ir rat, mit dem handel uf derselben zukunft zu verziehen. Solichem rat ist also gevolgt.

    Die botschaften sind auch bescheiden, ire gewaltsbriefe in des von Menzd canzly zu ubergeben, aldo zu besichtigen, und [sofern] die gewält nit gnugsam, die fursten und herren, bij deren botschaften die mengel befunden, treffenlichen eigner person zu herschynen beschriben lassen.

    [9.] Uf sontag exaudi, den XX. tag Maii, ist herzog Ulrich van Wirtenburg zu Worms inkummen zwuschen drygen und IIII uhren nachmittag und ime entgegengeritten der erzbischof von Menz, die bischove Babenberg und Wirzburg.

    Uf montag nach exaudi, den 21. Maii, ist zu Wormbs inkummen herzog Friderich von Sachsen, churfurst etc.; und mit siner gnaden geritten der erzbischof von Menz und pfalzgraf Ludwig zu der rechten und die erzbischofen Trier und Kollen, alle churfursten, zu der lynken siten, und sinen gnaden nachgeritten die bischove Bamberg und Wurzburg, auch herzog Friderich von Beyern, pfalzgraf Ludwigs bruder, die alle siner gnaden fur die porten entgegengeritten sind. Und ist solch inriten beschehen zwuschen VII und VIII uhren vormittag.

    [10.] Uf zynstag noch dem sontag exaudi [22.5.] ist versamlung gehalten und herschynen dise churfursten: Menz, Trier, Cöllen, Pfalz und Sachsen, ouch deß van Brandenburg botschaft; sodann dise geistliche fursten: Bamberg, Wurzburg und der coadiutor von Fulda [Hartmann Bgf. von Kirchberg], die bot[schaf]ten Salzburg, Eistet, Worms, Spyr, Straßburg, Costenz, Augspurg; der tutsch lantcommendator6; probst von [...]7, von der prelaten wegen; mer dise weltliche fursten: herzog Friderich und herzog Hans von Beyeren, herzog Ulrich van Wurtenberg; dise botschaften: herzog Wilhelms von Beyeren, herzog Alexanders von Beyern, herzog Jörgen von Sachsen, lantgrafen van Hessen, Šmarggrafen van Brandenburg, der gemeynen grafen und grafen von Nassaus bot[schaf]t zu Tylberg [Johann Mohr von Leun].

    In diser versamlung sint verordnet zu einem ußschuß von wegen der churfursten VI personen, nemlich: Thoman Rud, menzisch hofmeister; doctor Heinrich Duyngin, trierisch canzler; her von Seynßheim, tutschcometur zu Collen8, von deß von Collen wegen; Johann Morßheim, pfalzgfl. hofmeister; Friderich Dune und herr Ytel von Stein, ritter und doctor, van wegen Sachsen und Brandenburg. Van wegen der geistlichen fursten vier, mit namen herr Lienhart vom Eylenstein9 evon wegen deß bischofs von Bamberg–e; herr Peter von Ufsatz, wurzburgischer canzler; Johann Sigrist, licenciat, stroßburgische bot[schaf]t, und der tutschcomentur von Mergentheimf [Johann Adelmann von Adelmannsfelden]. Sodann von der weltlichen fursten wegen auch viere, nemlich: gdeß lantgrafen von Hessen–g canzler [Johann Engellender], der wurtenbergisch canzler [Gregor Lamparter], marggraf Friderichs von Brandenburgs canzler [Theobald von Heimkofen] und doctor Plenynger, herzog Wilhelms von Beyern rat.

    Disen obg[enannten] personen ist bevolhen, die bede obvergriffene instruction [Nrr. 266, 268] zu herwegen, ir meynung dorinnen von puncten zu puncten zu verfassen und demnach der versamlung furzubringen.

    [11.] Uf stunt darnach sint in der versamlung herschynen ksl. Mt. rät marggraf Casimirus von Brandenburg, graf Adolf von Nassau, herr Lienhart [= Sigmund] von Frauenburg, der probst von Stuckgarten [Ludwig Vergenhans] und doctor Doppler van Nurenberg. Die haben mit erst der versamlung lassen furlesen ein schrift [Nr. 399], so ksl. Mt. inen zugeschickt, ungeverlichen diß inhalts, wie daß der Kg. von Frankenreich ksl. Mt. geschriben, wie dz er uf den XVII.10 tag Maii ein schlacht mit den Venedigern getan und mit der hylf Gots dz veld behalten habe hund der obersten hauptman einer ime gefangen uberantwurdt–h. Dan, so hab siner ksl. Mt. sin bot[schaf]t, die er by dem Kg. von Frankrich habe, geschriben, daß er IIIIM Venediger, die herschlagen uf der walstatt, im veld gesehen hab. So heb auch sin ksl. Mt. geschrift gesehen, van deß Kg. von Frankenrich postmeister ußgangen, daß der Venediger uf XIIM herschlagen und gefangen sin sollen. Und sigen die Venediger XXM mann stark gewesen und heben die Franzosen lutzel mer gehebt. So heb auch der Kg. von Frank[reich] uf XL stuck veldgeschutzes gewunnen.

    ŠZum andren haben sy den geistlichen churfursten eine und den weltlichen auch eine missive ioder breve apostolicum–i [Nr. 272], von unßerm herrn vater, dem babst, an sy ußgangen, beschlossen uberantwurt.

    Zum dritten haben sy ein getruckte materii auch den churfursten ubergeben und die genant ein monitorium, vom babst ußgangen11, mit beger, inen daß furderlichen wider zu geben, domit sy das möchten witer trucken lassen. Ist nit gelesen worden.

    Zum vierten haben sy lesen lassen ein missive [Nr. 394], von ksl. Mt. an sy, die rät, ußgangen, belangen daß jubelgelt by der versamlung zu werben und herlangen, dwyl etlich, hynder denen solich gelt ligt, dem cardinali Gurcensi [Raimund Peraudi] verschribung geben, solich gelt nit anders dann mit verwilligung babst und deß Richs versamlung lut deß beschluss, zu Nurenberg beschehen12, zu ubergeben. Dwyl dann jetz bäbstliche heili[gkei]t und er sich deß vertragen und also, daß man es den Fuckern uberlyvern sol, daß dann die gemeyne versamlung mandata ußgen lasse, damit an verhynderung solich gelt den Fuckern geantwurt werd.

    [12.] Daß obg[enannte] breve apostolicum haltet ungevarlich dise meynung, wie das bäbstliche heili[gkei]t von ingang irs regiments nüt höhers betrachtet, dann dem vynd Cristi widerstand zu tun, der dem cristenlichen namen grossen abzug und schad zu mer molen uß ringem widerstand der Cristenen zugefugt habe. Und alß sin heili[gkei]t befunden, die könig Frankenrich und Arogon in widerwillen funden, heb sin heili[gkei]t sy zu eynikeit bewegt und bracht. Demnoch, so heb auch sin heili[gkei]t, deß er sich nit versehen, den Kg. van Frankenrich und den herwelten röm. keyser auch zwytrechtig befunden, die dann siner heili[gkei]t schriften und boten alß milteste und wiseste kunig herhört und zu herzen gevasset und auch zu friden und einikeit kummen und sy, die g[enannten] Kgg., zu allen teylen bewegt, dem gemelten Turken widerstant zu tun mit siner heili[gkei]t, die dann zu solichem zug eigner person bereit sige. Als aber die Venediger siner heili[gkei]t und der kyrchen vor vyl und auch kurzen jaren in Romandiola die stett Ariminium, Faventiam und Sarsina13 Šmit andren mer flecken ingenummen und mit gewalt furgehalten, ouch uber vylvaltige hersuchung nit widergeben wöllen, darumb dan sin heili[gkei]t sy gemanet und mit recht zu bann getan habe und aber solich recht mit gewalt gegen inen volnstreckt sin wöll, so herman und hervorder sin heili[gkei]t in nachvolg siner vorfaren Adrianij secundi und Steffanik tercii nun den röm. Ks. als advocaten und schyrmer der cristenlichen kyrchen, ime im durchzug helfen, solich recht gegen den Venedigern exequieren und daß sy, die churfursten, alß christenliche glider den röm. Ks. zu solichem loblichen werk und rechten infuren, auch hylf und bystant dorinnen bewisen wöllen, wie dann solch breve von wort zu wort hernach volget.

    [13.] lUf mytwochen und donnerstag nach exaudi [23./24.5.] ist der geordnet ußschutz zusammenkummen und den ersten und furnemsten ar[tike]l der ersten suplicacion [Nr. 266, Pkt. 1–4], daß ist die hylf, so begert ist, fur handen genommen. Doruf argument pro und contra und doch nieman wöllen den ußschlag tun, ob es besser sige, die hylf zuzesagen ader abzuschlahen. Haben sy sich zuletscht vereinbart und mit hantgeben truwen globt, daß keyner deß andren stymme oder furschlag mit anzeig der person offenen wöll. Und demnoch dise meynung vervasset, alß in ingang der ersten suplicacion gemeldet, daß der tractat zu Hagnau mit dem Kg. van Frankrich hernuwet, doch usserthalb deß heurats etc., versehen sich die stende deß Heiligen Richs, daß durch ksl. Mt. nich[ts] furgenummen oder beschlossen sige, daß dem Heiligen Rich zu schaden ader nachteyl dienen oder reichen mug. Wo aber etwas dermassen befunden, es were mit lyhung des herzogtumb Meilants oder andrem, darin kunten und möchten die stend nit willigen. Und alß ein dapfere furderliche hylf zum sterkesten und uf ein jar lang etc. begert etc., hetten es die stend derfur, dz solichs furnemen ksl. Mt. billich mit rat der churfursten, fursten und stend deß Richs beschehen solte, wie dz im Heiligen Rich loblich und erlichen herkummen. Zudem, so hette die ksl. Mt. gut wissen, mit wz grosser beswerd siner ksl. Mt. die hylf des tags zu Kollen gevolgt, die darnach clein und ring ge[achtet]. Nun heben sich solich beswerde nach demselbigen tag nit [ge]myndert, sonder durch etlich lantkrieg mit brand, ture [= Teuerung] und sterben gemeret, dodurch dann die stend deß Richs in iren secklen genz hersogen und herschöpft, auch ire undertanen zu merglichem unvermugen gewachsen und kummen. So heben die stend uf dem tag zu Costenz–l.14

    mUf mytwoch, donnerstag, fritag und samstag nach exaudi [23.–26.5.] haben die geordneten deß ußschuss ire meinung und ratschlag begriffen [Nr. 275/II]. Die ist am pfingstag [27.5.] den stenden abzuschriben vergundt; Šund dz man möntag [28.5.] zu einer uhren zusammenkummen sol, deruf zu beschliessen–m.

    [14.] Tenor brevis apo[stoli]ci, de quo supra fit mentio. [Wiedergabe von Nr. 272].

    [15.] Nach aller handlung und ratschlag deß ußschutz ist uf hut, den pfyngstmöntag, den 22.15 tag Maii, dise nachvolgende antwurt ksl. Mt. räten zu geben, wie die hernach volget von wort zu wort lutende, durch die ganze versamlung beschlossen, uf morgen, den pfyngstzynstag [29.5.], zu einer uhren nachmittag zu öffnen. [Wiedergabe von Nr. 275/I].

    Dise antwurt ist ksl. räten in gemeyner versamlung vorgelesen und domit deren abschrift ubergeben. Die haben begert bedank byß uf donnerstag [31.5.] kunftig. Daß ist inen zugelossen und uf ir begern zugesagt, desselbigen tag unverruckt zu herwarten.

    [16.] Actum uf zynstag nach dem heiligen pfyngstag, nquae fuit 29 mensis Maii–n, umb zwo uhren nochmittag anno 1509.

    Die ksl. rät haben auch begert aller fursten, so zugegen, und aller botschaften namen inen in geschrift zu geben [Nr. 477], das also beschehen.

    [17.] Uf obg[enannten] zynstag noch dem heiligen pfyngstag, ohora 9 ante meridiem–o, ist der hochmeister von Prussen [Friedrich von Sachsen] in der versamlung gehört. Der hat furbracht: Nachdem der Tutsch Orden uf ritterschaft loblichen gestyft, durch deren ritterliche getaten daß land zu Prussen zu cristenlichem glauben bracht und doby gehandhabt worden, auch solicher orden allein uf tutsche nation gestyft und bestetigt und noch in IIC jaren in solchem stat und wesen gesin, daß in dem land Prussen von fursten, graven, fryen und gemeyner ritterschaft geboren uf IIM im orden gehalten und mit furstendigen, erlichen emptern enthalten worden, byß daß etlich der undertanen und stetten deß lands Prussen sich mit ungehorsame von dem orden abgeworfen; und alß die hohmeister der zyt sy mit recht furgenummen und zu gehorsame herlangt, haben sy sich in schyrm an die cron Polen begeben. Und wiewol demnach vertreg, sigel und br[ief] [ergangen], wie es gehalten werden solte16, heben doch dieselbigen ungehorsamen demselbigen auch nit gelebt, dodurch zu crieg gewachsen, also dz der Kg. von Polen den orden mit aller macht uberzogen und so wyt bracht, wo der orden nit wöllen ganz Prussenland raumen und begeben, heben sy sich in einen friden und Švertrag17 begeben mussen, der dem orden swer und verderplich: Zum ersten, dz ein jeder hohmeister, so der gewelt, in VI monaten den nechsten mit dem Kg. von Polen denselben vertrag hernuwen und swern sol, alß ouch zwen hohmeister vor ime getan.18 So begriff solcher vertrag in im, daß er und der orden verzich[t] tugen uf alles dz, so die cron Polen dem orden entweret haben, daß sigen nemlich vier grosse hauptstet und schloß Tanzg [= Danzig], Mergenburg [= Marienburg], Melbingen [= Elbing] und Dorna [= Thorn], und sonst cleyner stett und schlossen, zusammen uf LXX. Zum andern sal der orden im, der cron Polen, behilflich sin wider ire vihend [= Feinde], sy sigen, wer sy wöllen, mit aller macht. Zum dritten, daß sy in dem, der orden jetz hat ader kunftiglichen uberkumpt, nach unßerm heiligen vater, dem bapst, keynen obern- ader schyrmherren haben wöllen dan einen Kg. zu Polen. Zum vierden, daß sy die halben ritterbruder uß der cron Polen nemen sallen und mit glichen emptern begaben. Zum funften, ob durch die cron Polen witer van dem orden in schyrm angenummen, dodurch sal der fryd und vertrag nit gebrochen sin. Zum sechsten, daß styft zu Camenz, so van dem orden genummen und zu einem weltlichen styft gemacht19, dowider nit zu handlen. Zum sibenden, ob bäbstliche heili[gkei]t einen hochmeister von solichem jurament absolvieren wolt oder wurde, solchs nit anzunemen.

    Und als er nun mit wissen und willen ksl. Mt. hohmeister worden umb sonder liebe, so [er] von jugent uf zu solichem ritterlichen orden getragen, sy er van zweyen abgestorbnen Kgg. van Polen [Johann Albrecht und Alexander] zu bestetigung und eid obg[enannten] getrungenen vertrags hervordert, aber nun sich deß mit wissen ksl. Mt. byß in daß jar enthalten und an g[enannte] Kgg. in antwurt langen und bitten lassen, das inen gelieben wolte, sine beswerden gutlicher handlung zu vernemen, daß dann ime durch nechst abgestorbnen Kg. zugelossen. Aber inmyttel ufenthalts syge er bericht, daß derselbig Kg. by bäbstlicher heili[gkei]t umb bestetigung g[enannten] vertrags vylmalig gearbeit, daß im doch, alß auch zuvor zu vyl molen beschehen, abgeschlagen, pwie er dz ksl. Mt. und den stenden deß Richs uf dem tag zu Köllen furbracht–p.20 ŠDemnoch, so hab derselb, auch jetziger Kg.[Sigismund] ime zu verstan geben, daß sy witer ader neher nit handlen können noch wolten, dann wie der g[enannte] vertrag in sich begriffe. So sige auch er, der hohmeister, vylvaltig gewarnt, daß sich der Kg. zum crieg in rustung stonde, ine dohin zu tringen, deßhalben er uß dem land Prussen und dem orden sich zu sinem bruder [Hg. Georg von Sachsen] in sin veterlich furstentum uß rat der sinen getan und jetz uf I½ jar mit sweren costen dorinnen enthalten. Daß ime beswerlich, so lang von sinem orden und lantschaft zu sin. Nun habe er sich zu verhör und recht uf unßern hern vater, den bobst, ksl. Mt., den21 Kg.[von] Ungarn und Böheim, alle und jede churfursten und fursten deß Heiligen Richs zu mer molen herboten, daruß dan herwachsen, dz ksl. Mt. einen gutlichen tag gan Wrossel [= Breslau] angesehen, die sinen dohin zu schicken mitsampt dem Kg.[von] Ungern und Böheim, welchen er besuchen lassen. Aber van Polen nieman herschynen, daß dann die ksl. rät underwegen bericht entpfangen und auch zuruck geritten. Disem nach, so hebe sich der Kg. von Polen mit dem fursten von Musca und den Russen in einen friden und vertrag22 begeben wider die pundnus, so er hat mit dem meister von Tutsch Ordens zu Lyfland23, nemlichen sich mit den unglöubigen an sinen wissen und willen sich zu becriegen nach zu verrichten [= sich verständigen, aussöhnen]. Hat auch wider denselben sinen finden jetz ein jar vergangen den g[enannten] meister zu veld gegen den Muschiten24 [!] gevordert, daß im der meister abgeschlagen, der ursach, dz er in dem VI-jörigen friden, so er mit dem von Muscha gemacht25, so erst diß jars ußgot, nit fug hab. Daruß dan er, der hohmeister, teglichen gewarnet, daß der Kg. von Polen alß der, so sich mit sinen vynden, den unglöubigen, gesätzt und kein ander zuversicht ist, dann dz dieselben unglöubigen uf den orden criegen werden, auch den orden zu Prussen uberziehen wölle.

    Mit beger, ime in disem rat und hylf mytzuteilen, domit solicher ritterlicher orden, uf die tutsche nation fundiert, zu trost der cristenheit gehanthabt muge werden. Und alß angezeigt, daß lut obg[enannten] vertrags der orden mit halb Polen solte besetzt werden, ist bysher underlassen pliben der ursach, daß uß herarmung deß ordens die Polen daß nit begert haben. So aber durch die gnad Gottes der orden sich diser zyt herhabet und wider zu- und ufgenummen, sige nit zwyfel, wo er, der hohmeister, den g[enannten] vertrag muste mit sinen eiden bestetigen, das dan furter solichs nit mer nochlassen wurd, daß dan dem adel tutscher nation zu merglichem schaden und nachteyl reichen und dienen wurd. ŠEs habe auch der jetzig Kg. sin bot[schaf]t by ime, dem hohmeister, gehabt und umb hernuwung, auch swerung deßselben hersuchen lassen.26

    [18.] Uf donnerstag nach dem heiligen pfyngstag anno etc. nono, quae fuit ultima Maii, haben ksl. Mt. rät nachvolgende replic in schriften uberantwurt. Und alß sy der uberigen puncten halber auch befragt, haben sy gesagt, dwyl diser punct, die hylf beruren, der furtreffelichst sige und gefurdert sin wölle, so dann der beschlossen, wöllen sy der andren auch handlen verhelfen, dan inen uf gesterigen tag ein instruction27 nachkummen, dorinnen auch mer articul verfasst sigen, so den stenden noch verborgen. [Wiedergabe von Nr. 276].

    [19.] Uf obgemelten donnerstag [31.5.] haben pfalzgr[af] Ludwig, churfurst, und herzog Friderich, sin bruder, an gemeyne versamlung begert lut nachvolgender suplication.

    Doruf herzog Ulrich van Wurtenberg, herzog Wilhelms von Beyeren und deß lantgr[afen] von Hessen botschaften sich underredt und protestiert, dorin nit zu gehellen, sonder sich solicher br[iefe] und sigel, so inen ksl. Mt. ubergeben28, zu behelfen und denen nachzukummen. Sint daruf abgetreten.

    Ist dem ußschutz bevolhen, antwurt daruf zu verfassen.

    Sequitur tenor suplicationis: [Wiedergabe von Nr. 314].

    [20.] Uf fritag [1.6.] ist nachgande antwurt durch den ußschuss vervaßt und uf samstag [2.6.] durch die stend des Reichs approbiert und uf sontag [3.6.] ksl. räten geoffenbart worden. [Wiedergabe von Nr. 279].

    [21.] Am zinstag [5.6.] nach trinitatis haben ksl. rete den curfursten, fursten und stenden widerantwurt geben, wie hernach folgt: [Wiedergabe von Nrr. 280–283, 269, 284].

    [22.] Uf gemeltem zinstag nach trinitatis ist ein ußschuß verordent, uf des hohmeisters von Prussen werbung antwurt zu fassen. Die haben nachfolgenden ratslag am mitwuch darnach [6.6.] verfaßt und abschreiben lassen und uf corporis Cristi [7.6.] durch gemeine versamlung approbiert worden. [Wiedergabe von Nr. 298/II].

    [23.] Uf corporis Cristi haben ksl. Mt. rete nachfolgende inen irer Mt. zugeschickten briefe in der versamlung verlesen und demnach abschreiben lassen, wie hernach folgt: [Wiedergabe von Nrr. 411, 404, 410].

    [24.] Uf sambstag nach corporis Cristi [9.6.] vormittag haben die stende den ksl. reten uf ksl. Mt. jungst schreiben an inen, den reten, ußgangen, nachfolgende antwurt geben und abschriben lassen: [Wiedergabe von Nrr. 288f.].

    [25.] Uf gemelten sambstag ist her Ernst von Welden abermals vor den stenden erschynen und ein vidimus der bullen, das jubelgelt belangen29, lut Šseiner jungst gegebner instruction [Nr. 269], derselben mer glauben zu geben, angezeigt und furbracht, daruf die stende ime solch antwurt gegeben: [Wiedergabe von Nr. 287].

    [26.] Uf sontag nach corporis Cristi, den Xten tag Junii, haben die stende uf der ksl. rete widerantwurt, gestern sambstags [9.6.] ubergeben, nachfolgende antwurt gegeben: [Wiedergabe von Nr. 290]. Doruf ksl. Mt. rete solich antwurt ubergeben: [Wiedergabe von Nr. 291]. Haben die stende inen, den ksl. reten, solch antwurt gegeben: [Wiedergabe von Nr. 292]. Und volgt des hoemeisters suplicatz oder werbung: [Wiedergabe von Nr. 297]. Ksl. Mt. rate ratschlag uf des hohmeisters anbringen: [Wiedergabe von Nr. 299].

    «Nr. 262 Pfalz-Simmerner Reichstagsprotokoll des Johann von Eltz – Worms 22. Mai-5. Juni 1509 »

    [1.] Relation zwischen Kurfürstenrat und Fürstenrat am 22. Mai: Beschluss über die Bildung eines interkurialen Ausschusses zur Beratung über die ksl. Reichstagsinstruktionen; [2.] Übergabe von Schriftstücken durch die ksl. Kommissare; [3.] Relation des Großen Ausschusses im Reichsrat am 25. Mai; [4.] Unterredung zwischen Pfalz-Simmern, Pfalz-Zweibrücken und Bayern wegen Sessionsfragen; [5.] Nachforschungen Philipp Aberlins und Johanns von Eltz bezüglich des Sessionrechts der Pfalz und Bayerns; [6.] Unterredung der beiden Gesandten mit Kf. Ludwig von der Pfalz wegen des Sessionsstreits; [7.] Begründung Dietrichs von Plieningen für den Vorsitz Bayerns vor Pfalz-Zweibrücken und Pfalz-Simmern; [8.] Scheitern einer Vermittlung Bf. Lorenz’ von Würzburg im Sessionsstreit zwischen Bayern und Pfalz, Vermittlungsverhandlungen der Kff. zwischen Bayern, Pfalz und Sachsen; [9.] Verschiebung der Reichstagsverhandlungen über die Venedighilfe, Involvierung der ksl. Kommissare in den wittelsbachischen Sessionsstreit; [10.] Vermittlungsvorschlag Kf. Friedrichs von Sachsen im Sessionsstreit zwischen Sachsen, Bayern und Pfalz; [11.] Sessionsstreit Pfalz-Zweibrückens und Pfalz-Simmerns mit Brandenburg-Ansbach am 28. Mai; [12.] Vermittlungsverhandlungen der ksl. Kommissare in diesem Konflikt; [13.] Supplikation HM Friedrichs von Sachsen an die Reichsstände um Unterstützung gegen Polen; [14.] Resolution der Reichsstände zu den ksl. Reichstagsinstruktionen; [15.] Replik der Kommissare an die Reichsstände, Verhandlungen zwischen Kommissaren und Reichsständen am 31. Mai; [16.] Supplikation Kf. Ludwigs von der Pfalz und Pfgf. Friedrichs an die Reichsstände wegen ihrer Reichsbelehnung; [17.] Protest Württembergs, Bayerns und Hessens hinsichtlich der kurpfälzischen Belehnung; [18.] Beauftragung des ständischen Ausschusses mit Beratungen darüber und zur Erstellung der Duplik an die Kommissare; [19.] Relation des Ausschusses und Beratungen der Reichsstände über die Duplik am 2. Juni, Übergabe an die Kommissare am 3. Juni; [20.] Anberaumung von Beratungen über die Antwort an HM Friedrich von Sachsen, ŠVortrag des ksl. Gesandten Ernst von Welden bezüglich der Jubelablassgelder im Reich, Beauftragung eines Ausschusses mit der Erstellung der Antwort an den Hochmeister; [21.] Übergabe der Triplik der ksl. Kommissare an die Reichsstände am 5. Juni.

    München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 9–16’ (Teil A), 17–19’ (Teil B), 20–22’, 23–24’ (Teil C), 34 (Teil D), 34–34’ (Teil E), 35–35’ (Teil F), 35’–49 (Teil G) (Kop., Aufschr.: Handelunge uf dem Richs tage zu Worms anno XVCIX nach den Ostern ungeverlich ergangen. – Notaverm. von anderer Hd.: Hierin findt man kein ordnung deß fursitzens halb, sonder dz die chur- und Ff., christliche und weltliche, durcheinander gestanden und geratschlagt haben.) = Textvorlage A. München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 25–31’ (Abschrift von A, ohne inserierte Aktenstücke) = B.1

    [1.] /10–16’/ [Wiedergabe von Nrr. 265, 266, 268, 318].

    /17/ Item uf dinstag nach exaudi [22.5.] zu zwolf uwern nach mittage syn die stende uf das raithuß berufen worden und erschein [Ebf. Uriel von] Menz, [Ebf. Philipp von] Coln, [Ebf. Jakob von] Trier und [Kf. Friedrich von] Saxen eygener person und der andern botschaft, [Bf. Lorenz von] Wurzburg, Kolenberga, pfalzgrave Frederich, pfalzgrave Johans [von Simmern] und [Hg. Ulrich von] Wirtenberg in eygener person und ander botschaft.

    Und syn in keyner ordenunge gesessen, sonder durcheinander und gestanden geistlich und weltlichen durcheynander.

    Item syn die churfursten sunderlich abgangen. Und nach irem bedacht haben die chur[fur]sten nach dem bischof von Wirzburg geschickt und ime gesagt, den andern stenden furzuhalten, das sy dry wollen schicken zu ine, ir meynunge zu vernemen, wes sy sych bedacht haben. Daruf ist Wirzburg, Babenberg und Wirtenberg zu in zu geen verordent worden. Die syn widerkommen und durch den bischof von Wirzburg riden [= reden] lassen, das die churfursten bedacht haben und gern forderlich von dysem tag zu kommen geneigt, das doch nit die hohen, trefflichen puncten, so jungst in der instruction [Nrr. 266, 268] furgeben, erlyden mogen, sonder mit der zyt bedacht syn wollen. Darumb ire gutbedunken, das sie die iren uber solich puncten verorden wollen, eyn raitslag uf yeden zu machen, das die ander stende darzu acht verorden sollen. Und so der begriffen und furgelesen werde, alsdan eyns iglichen meynunge daruf auch zu horen.

    Soliche syn also geordent worden.

    [2.] Und alßbalde quamen keyserlichen rete und brachten fur eyn missiven [Nr. 399], von ksl. Mt. an die ksl. rete ußgangen, wie der koning von Frankrich Šksl. Mt. geschrieben hette, uf den vierzen[ten] dag des monats Mey eyn schlag mit den Venedigern getan und eyn heybtman mit etlichen vielenb gefangen und uf vierdusent erslagen. Het ksl. Mt. botschaf[t], der auch by solicher slag gewesen, geschrieben, und das uf zwolfdusent /17’/ erslagen und gefangen weren, und der Venediger XX-dusent gewesen, der Frankßen [!] ewenich mehe.

    Daruf zwene briefe [Nr. 272] an die churfursten, eynen an die geistlichen, den andern an die weltlichen, von der babstlichen heiligkeit ußgangen.

    Darnach eyn libel gedruckt2 den churfursten ubergeben uf witer [= wieder] zusteln, das zu besichtigen. Dan iß solt gedruckt werden, von den Venedigen ußgangen.

    Darnach eyn ksl. missive [Nr. 394] von dem jubelgelde, des die stende solten uber solich mandat begriffen und ußgeen lassen.

    [3.] Item uf fritag [25.5.] nach myttage zu zwolf uwern syn die stende berufen worden, zu horen, was der ußschuß bedacht syhe und uf die puncten der instruction verfasset haben. Und als sie nit uf alle etwas begriffen, haben die churfursten solichs eroffnet und dem ußschuße bevolhen, uf die anderc abe zu bedenken und etwas verfassen. Und die stende also abegetreten.

    [4.] Und nachdem docter Philips [Aberlin3] und ich [= Johann von Eltz] in obgemelter handelunge vernomen und gesehen haben, das herzog Wylhelms rete von Beyern sych umb den vorseße mit herzog Jorgen von Saxen botschaften geirret haben, syn wir beyde zu den beyerschen gegangen und ine gesagt, wie das wyr von unsern gnedigen hern, herzog Alexanders und herzog Johanßen, zu dem Richs dage verordent und die obgemelt irrunge verstanden. Nu haben wyr den bevelhe, sihen auch selbs der meynunge, was den fursten von Beiern ire session, stand und gerechtigkeit zu behalten und niemants darzuschen komen lassen und in dem bysyte stehen, solichs helfen hanthaben. Auch daby angezeigt, das den beyden fursten, irstlich herzog Alexander /18/ und darnach herzog Johanns, als den, die elter syhen dan herzog Wylhelm, nach gebruch und herkommen der herzogen in Beiern der vorsehß gebure.

    Daruf die beierschen und sunderlich docter [Dietrich] Blynnyger geantwort: Sie haben den bevelhe, den vorsehß nehst nach den fursten zu haben und niemants davon dringen zu lassen. Es gebure auch irem hern als den, der das furstentum zu Beiern numehr alleyn inhait, und lyhe nit an dem, ob er jung oder alt syhe. Auch daby geredt, die beide hern, herzog Alexander und herzog Johans, mogen sych herzogen in Beiern schriben, sie haben aber nichts dahe, sie haben gra[f]schaften etc.

    ŠDagegen myr beide ime auch unser meynunge zu erkennen geben haben und under anderm, daß es ane noit syhe, die fromen fursten dermaisse zu verachten, dan sie syhen des gebludes, stammes und namens des huße zu Beiern; und myr werden uns mit den worten nit abwisen lassen, sonder beyden iren gnaden als rechten gebornen herzogen in Beiern ire herkommen, gebruch und gerechtikeit understene zu hanthaben und darin niemants nichts nachlaissen. Und uf das mahel nit wyter mit inen gehandelt.

    [5.] Haben uns doch nit desteminder erkundet, wie iß uf andern Richs tagen damit gehalten und, wie hernach folgt, bericht worden:

    Item sagt myn gnediger here, herzog Friederich, wust nit anders, dan das der eldest furesehß, er were oben oder hie unden mit der lantschaft versehen. Und were myn gnediger her hie, so erkent syn gnade, das er, herzog Alexander, uber ime sehß.

    /18’/ Item Diether von Dalburg sagt, ddas die gehörnten die kure erpten vor den geflugelten–d.4

    Item Wigand von Dienheym sagt, do keyßer Frederich mit pfalzgrave Frederichen in irrunge gestanden, das zu Regenspurg uf den dag herzog Ludwig, myns gnedigen hern, herzog Alexanders, vater als eyn pfalzgrave und beyerscher furst in maiestat sehß, den appel5 als nehster dem churfurst[ent]umb in der hand gehabt und allen andern herzogen in Beiern vorgesessen und -gestanden6.

    Item ich, Johan von Eltz, hab auch gesehen im torner zu Heydelberg7, das herzog Jorge von Beiern uf der schauwe syn helm uber herzog Casper8 und neben mym hern pfalzgraven Philipßen hab stellen lassen; das dan die von den vier landen9, die zu der teilunge der helme gegeben waren, geacht, nit Šsyn sull. Und haben herzog Caspers helm uber herzog Jurgen helm gesetzt, wiewol herzog Jorge elter was. Das ich auch den geschickten in arguments wyß furgehalten habe.

    [6.] Item uf samstag, den heyligen pfingstabent [26.5.], umb eyn uwer nach mittage ist die versamelunge wider in den rat verbot, weß sych der ußschuß bedacht, zu horen. Also haben der docter [Philipp Aberlin] und ich uns zuvor zu deme pfalzgraven [Kf. Ludwig] gefugt und iren gnaden vorgehalten, weß uns in der sach begegent, und umb rait gebeten als diejenen, die iß in kunftigen zyten och betreffen werde. Haben ire gnaden geantwort, sy syhen jung und in der sachen nit erfaren, aber er habs darfur, das der aldest herzog in Beiern und ire geschickten botschaften den fursehs haben. Doch wollen syhe witer rait darin haben und iren gnaden meynung zu erkennen geben. /19/ Als auch gescheen und daby blieben ist. Haben myr ire gnaden gebeten, uns etlich rete zuzugeben, mit uns davon zu handeln. Daruf ist uns geantwort, ire gnaden stehen noch nit also wol mit herzog Wylhelm, das sie gern vyl handels mit den reten haben.

    [7.] Item docter [Dietrich] Blininger hait auch davon disputert, wiewol das herzog Ott [von Pfalz-Mosbach] seliger uf Richs dagen uber herzog Albrecht gesessen syhe, moge uß der ursachen gescheen syn, das er auch lantschaft in Beiern gehabt, das dan duß [!] pfalzgraven dyser zyt haben. Uß welichen argument abezunemen, das syhe die beyde fursten, herzog Alexander und herzog Johanßen, der lantschaft halber in der session gern absundern wulten, das wyr keynswegs haben willen zulassen.

    [8.] Und so myr solichs vermerkt haben, dem bischof von Wyrzburg den handel zu erkennen geben, syn gnaden gebeten, mit den beierschen zu reden, von irer meynunge abezusteen. Dan wir kunten es10 von unser gnedigen hern wegen nit liden oder nachlassen. Des sych syn gnade gewilligt, auch fliß angekert. Und so er by den beyerschen nichts hait mogen erlangen, den handel an die churfursten bracht. Dieselbigen haben beiersche, uns und Saxen vor sych gefordert und under anderm vorgeslagen, so mir uns der session nit gutlich vertragen mogen, das dan die geschickten zu allen deylen nit sytzen und by der verhandlungef steen bliben ader aber abtreten. So sol man unß, weß gehandelt werde, in schriften ubergeben, unser meynunge auch darin zu vernemen.

    In demselbigen haben sych Saxen under anderm heren lassen, sie wyssen, das herzog Alexander als dem eldesten herzogen in Beiern der furseße zustee. Wullen /19’/ auch darin nit tragen; und sie one noit, zu stene [= stehen] oder abzutreten, uß der ursachen, das herzog Albrecht von Saxen seliger nach dem eldesten beierschen fursten die session uf den Richs dagen gehabt byß an ende Šsyns lebens. Das wulten sie irem hern, herzog Jorgen, auch nit ubergeben. Aber herzog Wylhelms von Beyers rete syn uf irer meynunge blieben.

    Dargegen von wegen unser gnedigen hern, herzog Alexander und herzog Johanßen, geret, dwil die saxischen herzog Alexander den furseße zuliessen, het es dermaß keyn irrunge mehe. Das aber herzog Wylhelms von Beierns botschaft uber herzog Alexanders botschaft sitzen wulten, er were jung ader alt, ist nit also herkommen, auch beyden unsern gnedigen hern nit lidlich. Das der seß oder stand nit darnach gegeben, das eyner richer ader armer ader in Beierlande mehe lantschaft hette dan der ander, sonder der geburt und dem alter nach, alß sych dan erfynde, das die beide fursten geborn herzogen in Beiern syn und beider elter dan herzog Wilhelm. Darumb syhe der geschickten botschaften ane noit, zu stehen ader abezutreten. So in aber ire session von wegen irer hern an enden, sych geburt, nit werden mucht, wolten sihe mit wissen abscheyden.

    [9.] Daruf bedachten sych die churfursten und liessen den bischof von Wirzburg in gegenwirdikeit der stende, die doch in keyner ordenunge gesessen, sunder gestanden, uß bevelhe der kurfursten furhalten, das die churfursten der irrunge halbe der ußschuß ratslag dyser zyt zu veruffnen verhalten, doch solt eyn iglicher uf den pfingstag [27.5.] zu dryen uwern eyn schriber in Menzer canzly haben, den /23 [!]/ raitslag abezuschriben und sych daruf zu bedenken byß uf den mandag [28.5.] zu eyner uwern, wider uf dem huße zu syn. Ire gnaden wullen auch ksl. Mt. reten die obgenanten irrunge, session betreffen, zu erkennen geben, das sie darin handeln, damit des Rychs sachen dardurch nit verhyndert werden. Das auch also gescheen und uf den heyligen pfinstag zu drien uwern vor ksl. Mt. rete verbot.

    /20–22’/ [Wiedergabe von Nr. 275/II].

    [10.] /23/ In mitler zeyt ist allerley zuschen herzog Wylhelms rete und uns underrede gescheen. Doch zulest hait herzog Frederich von Saxen, churfurst, in der sachen gutlich zu handeln begert, das synen gnaden, mit der wist gescheen11, zugelassen. Haben syn gnade uns eyn meynunge [Nr. 320] furgeslagen, wie hernach folgt. Darin haben wyr uns bedacht, auch rait gehabt, und ich [= Johann von Eltz] in sonderheit myns gnedigsten hern von Trier. Und so die andere beyerschen solichen furslag angenommen, das myrs dan nit abslugen uß meyncherley ursachen, und sonderlich, das ksl. Mt. und des heyligen Richs sachen dardurch nit ufgehalten. Item, das ksl. Mt. durch unser wederwirdickeit und hynwekriten nit zu ungnaden wider unsere gnedigen hern bewegt wurde. Und demnach die abrede angenommen. Syn auch von allen teiln vor ksl. Mt. rete gegangen, in soliche abrede zu erkennen geben, doch mit vorbeheltnis iglichem hern syner gerechtikeit.

    [11.] Item uf mandag nach pfingsten [28.5.] zu eyner uwern waren die stende wider uf das [Rat-]huß verbot. Und als eyn iglicher zu sitzen gefordert wart, versagen wir uns keyner irrunge, sunder lut der abrede zu sytzen gemeynt. ŠUnd warten, byß das die weltliche und geistlich fursten gesassen. Indeß was marggrave Friederichs von Brandenburgs raite hynder uns /23’/ dargeschligen und hait sych zunehst by die saxischen gesatzt. Han myr an ine begert ufzusteen, dan die stat sie unser nach lude der abrede. Hait er geantwort, er syhe uf ander Richs dage zu Costenz nehst by den saxischen gesessen.12 Haben myr ime gesagt, myr [ge]stene ime nit, das ime uber den herzogen in Beiern oder syn botschaften zu sitzen gebure. Dan das die Saxen ist [= jetzt] zuschen den beierschen fursten sitzen, geschee nit uß gerechtikeit, sonder uß eyner undertane13 das mal. Er hett uns auch billich solich syn furnemen, so er die irrunge zuschen beierschen und Saxen gehoret, eruffnet. Und so er sych nit hait daran wollen keren, auch alle botschaft gesessen, syn wyr umbgekert und zur stoben ußgangen und mit dem undermarschalk [Friedrich Beyer] gerit: Wol er uns seß geben an enden, unsern gnedigen hern gebure, sy[n] myr willig, dazubliben und helfen handeln. Moge es aber nit syn, wollen wir mit wissen abscheiden. Wir haben auch solichs an ksl. Mt. rete bracht, die uns beide partien den andern morgen [29.5.] vor sych bescheiden.

    [12.] Und uns furgehalten, wie das sych die brandenburgschen vermessen, das sie zu Costens uber docter [Jakob] Merswyn, der von herzog Alexanders wegen dahe gewesen, gesessen haben, wiewol derselbig protestert hait, in die session nit zu behelen [= einzuwilligen], und doch gescheen lassen. Darumb der rete gutbedunken, das myr eynen seß umb den andern halten, doch iglichem hern unabbruchlich syns herkommen und gerechtikeit.

    Haben myr geantwort, myr haben uß guter /24/ meynunge, damit durch uns nichts verhyndert, den Saxen dyßmale mit demselben gedinge den vorseß zugelassen. Solten nu die brandenburgischen auch dahyn komen, die iß [= dessen] doch gar keyn stat oder fug haben, so wolten die ander fursten, als Julig und nach dem andern, die ire session nach dem brandenbur[g]schen haben, derglichen auch furnemen und uns nit wichen. So musten unser hern zulehst hynder den ofen14. Syhe uns gar nit lidlich, den mittel von unsern gnedigen hern anzunemen. Myr wurden auch by iren gnaden deßhalb keyn dank, sunder ungnade erlangen. Aber ob das eyn mittel were, das ksl. Mt. rete mitsampt den churfursten mit den andern stenden abridt, so die churfursten ire session, deßglichen die fursten, die zugegen weren, genomen, das dan all geschickte botschaften keyn session hielten, sonder, wo iglicher seße, syn meynunge zu erkennen gebe, mit furbeheltnis iglichem fursten an session, vorstant und anderm, wie das herbracht und geubt were, unabbruchig; und das zu andern gelegenen zyten davon entlich gehandelt werde. Muchten ire gnaden und wyrden, ob iß gut were, bedenken.

    ŠDaruf haben ksl. Mt. rete an uns beide teile begert, den dinstag [29.5.] zu morgen nit in den rait zu gen, so doch das male nit wyter dahe zu handeln syhe, dan den15 hohenmeister von Pruyßen zu horen. Das auch also von uns beiden teiln gescheen. Und uf den dynstag nach mittage ist man wider uf das huß verbot. Dahe syn docter Philips [Aberlin] und ich [= Johann von Eltz] hyngangen. Und ist der brandenbur[g]schen nit kommen. Also haben wyr unser session ingenommen /24’/ und uns des nach lude der abrede, solange der Richs tag gewert, gebrucht.

    [13.] Item hait der hochmeister16 von Pruyßen den stenden in clage [Nr. 297] vorbracht, das die crone zu Polen in manichfaldiger wyße mit uberdringen, abnemen und anders gegen den orden gebrucht und sych in dem keyns rechten oder billicheit wider an die babstliche heylikeit, ksl. Mt., auch alle anstoißende fursten, fur die sych der orden geboten, nit willen annemen und in synem furnemen beharret. Demnach ksl. Mt. rete, churfursten, fursten und stende des Rychs angerufen, umb rait und hylf gebeten etc.

    [14.] Item uf dieselbige zyt ist ksl. Mt. reten geantwort uf die furbracht instruction [Nrr. 266, 268], in gegenwirdikeit churfursten, fursten und geschickte botschaften verliesen und daby uf ire begere derselbigen antwort eyn copie gegeben, wie man die auch hernach fyndt [Nr. 275/I]. Daruf sie bedacht genommen biß uf den dornstag [31.5.] nehst darnach und damit begert, das sych niemans von hynnen tue, dan sie haben witer werbunge uß bevelhe ksl. Mt.

    [15.] /34 [!]/ Item uf gemeltem dornstag nach mittag haben die ksl. Mt. rete ire antwort auch schriftlich vorgelacht [= vorgelegt] und die durch [Johann] Storcken lesen laissen, dan der versamelunge eyn copie gegeben, wie die auch hernach folgt [Nr. 276]. Daruf17 sich churfursten, fursten und ander stende bedacht. Und nachdem darin nit witer, dan die hilf betreffen, gemelt, vor gut angesehen und mit ksl. Mt. reten laissen reden, so die instruction, von ine erstlich furbracht, auch der stende antwort von frieden, camergericht, munz und anders anzeige, davon ire antwort keyn meldung tet, ob ine von demselbigen witer zu underreden oder daby zu laissen gemeynt syhen.

    Daruf antwort gefallen, nachdem der artikel, die hilf betreffen, der großt und ksl. Mt. am selbigen zum hochsteng gelegen, so wollen sie den laissen furgen. Und so darin beslossen, hwellen sie auch–h von den andern, in der instruction angezeugt, helfen handeln; und nit alleyn von denselbigen, sonder von vil mehe artikeln, die Storck itzt von ksl. Mt. bracht habe.

    /34–34’/ [Wiedergabe von Nr. 276].

    Š[16.] /35/ Item haben beide myn gnedigsten und gnedigen herrn pfalzgrave [Kf. Ludwig und Pfgf. Friedrich] vor deß Richs versamelunge durch Johan von Morßheymi anbrengen laissen, wie das ire gnaden itzunt hie zu Worms ksl. Mt. ansuchung getan, ire gnaden mit iren friheiten [und] regalien, sovil ime sampt und in sonderheit zusteet18, zu lihen gebeten. Daruf ire gnaden in gegenwurdigkeit der churfursten Menz, Collen und Trier, auch anderer geschickten gnedige antwort gefallen, das ire maiestat solich ansuchen und erbieten nit zu mißfallen, sonder zu gefallen haben und wullenj vor abescheiden des Richs dag davon handeln und mit gnediger antwort begegen laissen. Demnach churfursten, fursten, auch die geschickten botschaften und ander stende des Richs gebeten, lut eyner begriffen supplication [Nr. 314] eyn vorbit an ksl. Mt. von des Richs stende ußgeen lassen.

    [17.] Item in dem herzog Ulrich von Wurtenburg in eigener persone, deßglichen auch herzog Wilhelms von Beyern und landgrafenk zu Hessen geschickten ufgestanden und gesagt, sie haben dochl gehort, was beide pfalzgraven gebeten und begert. Aber nachdem sie uß gehorsam ksl. Mt. den handel und ufrure zwischen den beyerschen hern verwant und der bond von Swabenm von ksl. Mt. eyn verschribunge habe, darin sich ire [Mt.] verpflicht, der partie ire friheiten, gerechtigkeiten und regalien nit zu lihen, es sy dan, das eyn iglicher, der sach verwant, ganz geracht19 und, wes sich darin begeben, genzlich verziegen und ubergeben20; das auch ksl. Mt. uf nehstem dag zu Costens, das dermaiß von wegen der pfalzgraven gescheen, gleublich zugesagt21, sich der und nit anders zu halten, deß habe sin gnade, auch die geschickten den churfursten, fursten Šund andern der versamelung, davon wissens zu haben, nit wollen verhalten und sich in irer vorbit darnach zu richten haben.

    [18.] Item haben die versamlung in der sach raitzuslagen den ußschussen bevolhen, uf die ksl. Mt. rete auch eyn replik zu begrifen, dezglichen uf der pfalzgravischen und ander fursten begeren.

    [19.] /35’/ Itemn uf samstag nach phingsten [2.6.] zu morgen umb acht uren sin die stende weder erfordert worden und erschien uf dem raithuße. Hait man zu ersten gelesen und horen laissen der vom usschuße begriffe und meynunge [Nr. 278], nemlich eyn replik uf ksl. Mt. rete widerrede oder replik. Und daruf zu besliessen eyn bedacht genommen biß nach mittage zu zweyen uren, ob die also gegeben werden oder nit.

    Item nach mittage zu zweyen uren sin die stende weder versamelt erschienen, haben die stende deß ußschutz begriffe der replik geendert an etlichen puncten und darzu gesatzt etliche ursachen, warumb die stende deß Heiligen Richs solich hilf ksl. Mt. zu tun nit schuldig syn und bescheiden uf morgen, sondags trinitatis [3.6.], zu sieben uren in der me[n]zischen canzly zu erschyn, die ursachen und replik abzuschriben und nach mittage des sondags zu zwolf uren den ksl. reten dieselbige replik zu geben. Also auch gescheen, owie hernach folgt–o, und die ksl. rete bedacht daruf genommen, wider zu dupleren uf nehst dinstag nach trinitatis [5.6.]. [/35’–37’/ Wiedergabe von Nr. 279].

    [20.] /38/ Wurde auch beslossen, uf morgen, montags [4.6.], zu sieben uren uf dem raithuß wider zu erschynen und von des hoemeysters wegen von Pruissen, antwort zu geben, sich zu besprechen.

    Auch eyn ksl. Mt. sonderlich botschaft, er Ernste von Welen genant, werbung und instruction [Nr. 269] in schriften inlegt uf den montag zu morgen, uf die meynung luten, das babstlich heiligkeit den Fugkerp von Außpurg gewalt geben habe, das jubelgelt ufzuheben und inzunemen und der ksl. Mt. geschr[ieben], ime darzu behilflich zu syn, das syn Mt. den Richs stenden bevolhen, an die, solich gelt inhaben, mandat mit hohen penen zuzuschicken etc.

    Ist daruf beslossen von stenden des Richs, das sie is by getaner antwort [Nr. 275, Pkt. 9] bliben laissen, so uf den puncten der instruction, ksl. Mt. uberschickt, gegeben ist.

    Uf des hoemeistersq beger, hilf, rait und bystant zu tun weder den konig von Boland, der in dringen woill, im tribut zu geben, in zu eynem hern anzunemen und zu erkennen und nit ksl. Mt. oder das Heilig Riche, ist zu disem maile beslossen und etlich darzu verordent, eyn antwort daruf zu begrifen, die darnach den stenden vorzuhalten und ksl. Mt. reten und mit den eyn meynung zu beslissen.

    Š[21.] Item, als die stende uf dinstag nach trinitatis [5.6.]22 weder zusamenberufen syn wurden, zu zwolf uren uf dem raithuß zu erschynenr, haben ksl. Mt. rete antwort geben, wie hernach folgt: /38’–49/ [Wiedergabe von Nrr. 280–283, 269, 284, 411, 404, 410, 287–292, 297f.].

    «Nr. 263 Pfalz-Zweibrückener Reichstagsprotokoll von Dr. Philipp Aberlin – Worms, 22. Mai-5. Juni 1509 »

    [1.–3.] Relation zwischen Kurfürstenrat und Fürstenrat am 22. Mai: Beschluss über die Bildung eines interkurialen Ausschusses zur Beratung über die ksl. Reichstagsinstruktionen; Übergabe von Schriftstücken durch die ksl. Kommissare; Relation des Großen Ausschusses im Reichsrat am 25. Mai; [4.] Unterredung zwischen Pfalz-Simmern, Pfalz-Zweibrücken und Bayern wegen Sessionsfragen; [5.] Nachforschungen Philipp Aberlins bezüglich des Sessionsrechts der Pfalz und Bayerns; [6.] Unterredung Aberlins und Johanns von Eltz mit Kf. Ludwig von der Pfalz und Pfgf. Friedrich wegen des Sessionsstreits; [7.] Begründung Dietrichs von Plieningen für den Vorsitz Bayerns vor Pfalz-Zweibrücken und Pfalz-Simmern, Zurückweisung durch Aberlin; [8.] Vermittlungsversuch der Kff. im Sessionsstreit zwischen Sachsen, Bayern und Pfalz; [9.] Verschiebung der Reichstagsverhandlungen über die Venedighilfe, Involvierung der ksl. Kommissare in den Sessionsstreit; [10.] Verhandlungen zwischen Pfalz-Zweibrücken, Pfalz-Simmern und Bayern wegen des Sessionsstreits; Vermittlung Kf. Friedrichs von Sachsen im Sessionsstreit zwischen Sachsen, Bayern und Pfalz; [11.] Sessionsstreit Pfalz-Zweibrückens und Pfalz-Simmerns mit Brandenburg-Ansbach am 28. Mai; [12.] Vermittlungsverhandlungen der ksl. Kommissare in diesem Streit am 29. Mai; [13.] Supplikation HM Friedrichs von Sachsen an die Reichsstände um Unterstützung gegen Polen; Session der pfälzischen Gesandten im Reichsrat (28./29.5.); [14.] Resolution der Reichsstände zu den ksl. Reichstagsinstruktionen am 29. Mai; [15.] Replik der Kommissare an die Reichsstände, Verhandlungen zwischen Kommissaren und Reichsständen am 31. Mai; [16.–21.] Supplikation Kf. Ludwigs von der Pfalz und Pfgf. Friedrichs an die Reichsstände wegen ihrer Reichsbelehnung; Protest Württembergs, Bayerns und Hessens hinsichtlich der kurpfälzischen Belehnung; Beauftragung des ständischen Ausschusses zu Beratungen darüber und zur Erstellung einer Duplik an die Reichstagskommissare; Relation des Ausschusses und Beratungen Šder Reichsstände über die Duplik am 2. Juni; Übergabe an die Kommissare am 3. Juni; Anberaumung von Beratungen über die Antwort an HM Friedrich von Sachsen; Vortrag des ksl. Gesandten Ernst von Welden bezüglich der Jubelablassgelder im Reich; Beauftragung eines Ausschusses mit der Erstellung der Antwort an den Hochmeister; Übergabe der Triplik der ksl. Kommissare an die Reichsstände am 5. Juni.

    München, HStA, K.blau 335/36, fol. 594–605’ (Abschrift von 1583)1 = Textvorlage A.2

    [1.–3.] /594–595/ [Wie Nr. 262, Pkt. 1 – Item uf ... abegetreten.].

    [4.] /595/ Uf solchem tag bin ich [= Philipp Aberlin] uber die sachsischen gestanden und herzog Wilhelms von Bairn räte, dieweil ich verstanden, das die bairischen uber meinen gnedigen hern [Pfgf. Alexander], wiewol er der eltest dieser zeit bairischer herr ist, und ander fursten, dieser3 hieunden geseßen, sitzen wöllen, dieweil herzog Alexander und herzog Johanns nüst in Bairn an der landschaft inhetten oder beseßen und sich grafen schrieben etc. Und hab auf dißmal mit denselben räten davon geredt in gegenwertigkeit herzog Johanßen hofmaisters, Johannen hern zu Eltz, die mainung, dz wir verstunden, die sachsischen uber die bairischen zu sitzen. Dieweil nun solches den fursten und den hauß von Bairn nachteilig were und von unsern gnedigen herrn derwegen nit nachzulaßen, were unser beger, dz sie uns und wir ine darin beistendig weren und sein wolten.

    Sagten, sie wolten das gern tun, und billich. Nachdem ich aber gemerkt und verstanden, das sie auch wolten /595’/ uber mich und den hofmaister sitzen etc., wie obsteet, sagt ich also, so nun die churfursten kommen und man sitzen soll, so wil ich mich setzen gleich nach den fursten, so personlich hie sein, und darnach der hofmaister und sie4. Sagt [Dietrich] Pleininger: Nain, dz wolten sie nit tun, mit erzelung obgemelter ursachen. Sagt ich: So werd ichs auch nit tun und meinem bevelch nach zu handeln understeen.

    [5.] Gienge daruf zu etlichen, zu erfaren, wie es zwischen den bairischen fursten gehalten were worden. [Wie Nr. 262, Pkt. 5 – Item sagt ... und -gestanden.].

    ŠItem der hofmaister Johann herr zu Eltz sagt, das er sei der vierer ainer zu Haidenberg im tornier gewesen /596/ und die helm tailen helfen.5 Hab herzog Geörg selig sein helm neben des pfalzgrave Philipsen helm gesetzt und uber herzog Caspars, meins gnedigen herrn bruder, helm; haben die vier erkant, das herzog Geörgen helm sol under herzog Caspars helm steen und auch darunder gesetzt haben.

    [6.] Der hofmaister und ich sein auch darnach zu herzog Ludwigen, churfursten, und herzog Friderichen gangen, iren gnaden solches, uns begegnet, furgehalten und umb rat gebeten, wiewol ire gnaden sagten, sie weren jung, glaubten aber nit anders, dan das von alter herkommen were, das der eltest oder oberst sesse, wie obsteet.

    Nach dem nun mich nit beducht, ire gnaden geneigt sein, ein rat oder jemands zu uns von iren gnaden wegen zu stene [= stehen] zu verordnen. Dan mein gnediger herr, herzog Ludwig, sagt mir, das seine gnade nit stünd, mit herzog Wilhelmen viel tage gegen ine in dieser sachen zu halten.

    [7.] Dieweil auch [Dietrich] Pleininger mit herzog Friderichen geredt, villeicht der mainung, als mit mir, das herzog Otto [von Pfalz-Mosbach], seliger gedechtnus, uber herzog Albrechten von Bairn geseßen, dieweil er im Baierland landschaft gehabt, das seine gnad auch itzund mit herzog Ludwigen hab, und also sie den ander zulaßen wolten nach dem alter.

    /596’/ Aber das mein gnediger herr, herzog Alexander, und herzog Johanns und ire nachkommen dardurch solten alwegen die understen sein, darumb sie kein land in Bairn hetten etc., das wolt ich nit zulaßen. Ich hett auch bevelch von meinem gnedigen herrn, nach den fursten als des eltisten bairischen hern den ersten seß vor andern fursten botschaften zu sitzen, das ich mich halten must.

    [8.] Darnach uf sambstag pfingstabent [26.5.] wurden die stend wider zusammenberufen, zu ainer uhrn zu erofnen, was der außschuß bedacht were, zu horen. Und als die irrung des seß und stands halber zwischen den bairischen und Sachsen und dan den bairischen under inen selbst erhaben hette und den churfursten anbracht ward, haben die churfursten zum ersten nach den bairischen botschaften und Sachsen geschickt und ine durch den mainzischen hofmaister [Thomas Rüdt von Collenberg] furhalten laßen, das ire gnaden die irrung verstanden hetten, die dan aine verhinderung gebere der sachen, so von Reichs wegen merklich angelegen und itzund zu handlen weren. Damit aber keinem teil abbruch seins seß oder stands diese handlung geberen möcht, auch den botschaften nichts verweißlichs darauß entsteen, so dann die parteien sich selbs des nit vereinigen möchten, so were der churfursten /597/ begere, wir solten nit sitzen, sonder steen oder zu allen teilen abdreten; wolten sie uns botschaften auch zu erkennen geben, was begriffen were von dem außschuß.

    ŠDaruf die sachsische botschaft antwurt gebe[n], sie konten nit absteen, auß ursach, das herzog Albrecht von Sachsen nach dem eltisten bairischen fursten der nehest geseßen uf den Reichs tagen und biß zu ende seines tods den behalten. So hetten sie in bevelch, sich des auch zu halten und nit abzusteen oder sie wolten hinwegziehen; aber wan die churfursten sie hießen zu steen oder abzudreten, weren sie willig.

    Dagegen ich mich horen ließ, dieweil die sachsischen mich als von herzog Alexanders etc. als des eltisten herzogen in Bairn wegen zuließen, hett ich dieser zeit kein zank mit den sachsischen von meins gnedigen herrn wegen. Das aber herzog Wilhelms botschaften uber mich ire seße nemen wolten obgeschriebener mainung, sie weren jung oder alt etc., das were nit also herkommen, sonder, so darvon gered solten werden, wird sich erfinden, das die herzogen in Bairn, der helm gehorend [= gehörnt], den geflugelten in torniren furgesetz[t] wurden und worden weren.6 So wurd der seß oder stand nicht nach dem, ainer reich oder arm oder das ainer im Baierland an der /597’/ landschaft mehe dann der ander hette, gegeben oder zugelaßen, sonder nach der geburt und dem alter; das alle zeit, wie ich hore, gehalten worden. Und were ain herzog von Bairn hie, der nüst hett und der eltist, were dannocht billich, das er als ain herzog zu Bairn sein stand und seß hett und nit hinder den ofen gesetz[t] oder ufgelaßen [= ausgeschlossen] wurd, mit underteniger bitt, dieselbe botschaft daran zu weißen, solcher neuerung abzusteen, mich ungeirt zu laßen.

    Der hofmaister Johann herr zu Eltz sagt uf zusagung und underweisung meins gnedigsten herrn von Triers, solchs uf sich zu verteidungen zu nemen gegen herzog Johanßen. Sagt, das er es bleiben ließ bei der churfursten vorgehalten mainung.

    [9.] Daruf hieß man uns botschaften abdreten und bedachten sich die churfursten der mainung und ward uns allen stenden furgehalten durch den bischof zu Wurzburg in keiner ordnung, dz die churfursten von solcher irrung wegen des saß und stands zu erofnen die mainung des außschuß dieser zeit underlaßen wolten. Und dieweil ain hailiger abent, in die kirchen zu gehen zeit were, solten die stend uf morgen, den pfingstag [27.5.], iglicher sein schreiber zu dreien uhrn nach mittag in der mainzischen canzlei haben; wolt man inen solchen begrif lesen /598/ abzuschreiben. Und das ain iglicher uf montag [28.5.] nehst zu ainer uhren von stenden des Reichs wider uf dem rathauß erscheine, sein mainung, rat und gutbedunken auch daruf zu geben.

    Es solten auch die stend zween verordnen, die zu ksl. Mt. reten giengen solch irrung zwischen den parteien des seß halber, und das sie hiezwischen darin handlen solten, damit des Reichs sachen dadurch [nit] zerrutung und verhinderung gebere.

    Also bin ich [= Philipp Aberlin] uf den hl. pfingstag [27.5.] zu dreien uhren vor kaiserliche rete und statthalter berufen worden zu erscheinen.

    Š[10.] Hat doctor [Dietrich] Pleininger abenteürlich7 mit mir uf land gangen8, also der hofmaister Eltz und ich sein zu herzog Wilhelms räten gangen uf die ratstuben und gesagt: Beducht uns gut, das wir uns selbst solcher irrunge under uns verainigten und zusammenstunden, die sechsischen abzuhalten. Sagten sie: Ja, es gefiel inen wol, und Plenninger sagt: Er wust ain gut mainung, nemblich die Sachsen understünden, den vorseß zu haben von des haus von Sachsen wegen und das hauß von Bairn hinder sich zu stellen. Sagt ich: Naine, sie wollen mich als von wegen des eltisten /598’/ herzogen in Bairn vorsitzen laßen. Sagt Pleininger: Ja, als ein eltisten fursten. Sagt ich: Nein, als ein fursten in Bairn, dan sonst mochten sie wol finden ain andere botschaft, des furst alter dan mein herr sein möcht. Sagt er: Es were war und ich solt ime also tun; sein herr were junger dan mein herr; solt ich in vorsitzen laßen, so kond die sachsisch botschaft nit sagen darnach, das allein alters halben geschehen oder sie zugelaßen, sonder alsdan als ain bairischer furst vorgeseßen were. Sagt ich: Hett die mainung nit also von den sachsischen verstanden. Dan wo sie das also mainten, so mochten sie wol den brandenburgischen rat vor ine sitzen laßen, des furst [Mgf. Friedrich] alter dan mein gnediger herr were; darumb solches nit ire mainung sein möcht. Damit dan sie solchs erfaren mochten, wolten sie vorsitzen und von herzog Wilhelms wegen den zu behalten gegen den sachsischen, wolt ich inen entweichen ein tag im seß. So sie den behielten und ich gewene ain andern tag, dz sie doch mich uber sie sitzen laßen. Sagt Pleininger nain. Sagt ich: So verstünde ich wol, mich mit worten zu uberreden und in werken must guts weren, und darumb solten sie wißen, von herzog Wilhelms wegen den seß nit wole zu laßen. Qwame auch zu den sachsischen räten, die sagten, es were ire mainung auch, von wegen meins gnedigen /599/ herrn als ain bairischen fursten fursitzen zu laßen und sie nach mir sitzen wolten.

    Aber uf dem heiligen pfingstag [27.5.] ist kommen Pleininger und gesagt, dieweil ich sie, herzog Wilhelmen von Bairn raten, nit woll vorsitzen laßen, so sei herzog Wolfgang regirender furst zu Bairn und curator herzog Wilhelms und vom selben und nit herzog Wilhelmen geschickt, welcher herzog Wolfgang der eltist bairisch herzog dieser zeit seie, darumb inen der furseß gebüre.

    Wieder die hab ich nit viel fechten konden und gesagt, mich zu bedenken und zusamenzukommen, davon gutlich zu underreden.

    Und als die kaiserliche räte mir zu dreien uhren, auch andern bairischen und sachsischen räten vor sie zu kommen uf den pfingstag [27.5.] verkond hetten, zu kommen dieser irrung9, so hat sich doch nach mittag alsbald zuvor mein Šgnedigster herr, herzog Friderich von Sachsen, churfurst, solcher sachen auch underzogen zu vertragen und alle teil berufen.

    Dieweil nun Pleininger herzog Wolfgangen furstalten, von deßwegen sie hie weren, kond ich und Johan von Eltz nüst darzutun, uns bedacht, sie von herzog Wolfgangs wegen zulaßen mußen im furseß, doch dz mir des schrift von ine wurd, dz sie den seß hetten /599’/ von herzog Wolfgangs wegen als des eltisten bairischen herzogen, dieser zeit leben[d].

    Und der sachsischen halben bered und laßen uns sagen, das wir uns zu dieser zeit uf diesem Reichs tag mit den sachsischen nit irren solten der seßion halber, sonder sie zulaßen, vor uns beden dißmals zu sitzen, uf andern nachkommen Reichs tagen und versamblung der heuser Bairn und Sachsen, derselben fursten und irer räte an irem herkommen, gebrauch, billigkeiten und rechten unabbruchlich, alles laut des briefs, seine furstliche gnade, herzog Friderich von Sachsen, daruber aufgericht [Nr. 320].

    Darum die andern bairischen räte solchs annemen, wird mir geraden, des nit abzustehen, sonder anzunemen auß vielen ursachen, nemblich dz des Reichs und ksl. Mt. sachen dardurch nit ufgehalten wurden, item die ksl. Mt. durch unser widerwertigkeit und unser hienweggehen oder abreiten zu ungnaden wider mein gnedigen herrn [Pfgf. Alexander] nit bewegt wurd, ob das kain ursach were, vor ain ursach zu nemen und also solche abrede angenommen.

    Und als die ksl. Mt. rate nach mir geschickt hetten, zu dreien uhren zu erscheinen, sein die andern obgemelten parteien alle zugegen gewesen und den räten solchen vertrag zu erkennen geben, den sie hoch gelobt und gefallen darin gehabt, auch allen, den ich solchen vertrag /600/ angeben [und] geratfragt, mir geraten, wol anzunemen sein und meinem gnedigen herrn unschedlich.

    /600–600’/ [Wiedergabe von Nr. 320].

    [11.] Item uf montag nach dem pfingstag [28.5.] zu ainer uhren, als die stend wider uf dz [Rat-]haus berufen sein und erschienen, hat der undermarschalk [Friedrich Beyer] die geistlichen fursten und der botschaften zuerst beruft zu sitzen nachainander in ire ordnung. Hab ich von keiner irrung mehe gewust und gewartet, bis die weltlichen fursten und der botschaften berufen wurden. Und also zuvor der undermarschalk die beruft zu sitzen, da saße marggrave Friderichs von Brandenburg rat [Theobald von Heimkofen], und als ich und Johann her zu Eltz, hofmaister, herzugingen, nidersetzen wolten, hat uns derselbig brandenburgisch rat nit weichen wollen, sonder gesagt, er sei zu Costenz der nehest unden an den sachsischen räten und botschaften auch geseßen und wolle nit weichen.

    Hab ich gesagt zu ime, solcher seß gebür im nit. Glaub auch [nit], dz er vor den herzogen in Bairn raten geseßen /601/ sei. Er hab gehort die irrung zwischen den bairischen und sachsischen botschaften, die sich des verainigt, das die bairischen zu diesem male die sachsischen zwischen sie sitzen lassen wollen, laut des vertrags. Darumb sitz er dißmals nah bei den bairischen. Er hab auch solch seine mainung und furnemen verburglich und heimlich gehalten, uns nit Šzuvor solch seine mainung zu erkennen geben, das billich geschehen. Hetten wir uns das gutlich underred, sich ain jeder gewüst darnach zu richten.

    Darauf er mir kain antwort geben und stillgeschwigen. Haben ich und Johann, der hofmaister, umbgekert und zu der stuben außen hinweggangen von allen stenden.

    Furter bin ich alsbald zu ksl. Mt. räte gangen und solch irrung angezaigt, mit begere, mit dem brandenburgischen rat zu reden, uns vor ime sitzen zu laßen, in des vermögen und daran zu weisen.

    Haben die räte geantwort, denselben uf morgen, dinstag [29.5.], zu sieben uhrn vor sich zu beschaiden. Solten wir auch kommen, uns gegenainander zu horen.

    [12.] Also sein wir uf den morgen erschienen. Hat grave Adolf [von Nassau] uns vorgehalten, wie sie mit dem brandenburgischen geredt, der gesagt hab, zu Costenz uf dem nehsten tage auch vor doctor Meresteyne10 gesessen sein, wiewol doctor Merstain protestirt hab, nit zu gehellen [= einzuwilligen] /601’/ in ire seßion des brandenburgischen etc. Und darumb irer, der räte, gutdunken und furschlag, das ainer umb den andern ein ratseß uber seß allein zu diesem Reichs tage. Wolten sie uns schrift geben, unsern gnedigen herrn nit abbruchlich sein solt an irem herkommen.

    Daruf wir uns bedacht und antwort geben wie vormals mit den bairischen und Sachsen, [der] mainung, des Reichs sachen unser gnedige herrn halber nit abbruch geschehe, uns zu diesem mal vertragen laßen. So wir aber sehen, das der von Brandenburg neben Sachsen und Gulich neben Brandenburg und also furane kainer vermaint, uns zu weichen und was irrung wir itzund hetten mit den brandenburgischen, die wir auch mit den gulchischen und darnach mit den andern haben musten und also bis zu der toren hinauß, konten wir solch mittel nit annemen oder von unser gnedigen hern wegen erleiden. Wüsten auch wole, dz solchs, so wir das annemen, uns zu ungnaden raichen wurd, die wir nit verdienen wolten.

    Aber wir hetten ain mittel bedacht und also, das keiserlich rate sich mit den churfursten besprechen, das sie iren seßion behalten und den andern den stenden des Reichs, geistlichen und weltlichen, gesagt wird offentlich, wie irtumb in der seßion zwischen den fursten /602/ und botschaften merglich inviele und sich erhöbe, dadurch ksl. Mt. und des Heiligen Reichs sachen merglich verhinderung und ufhaltung empfing. Were ksl. Mt. rät und churfursten mainung, das zu disem Reichs tag under den fursten und fursten botschaften kain ordenlich seßion oder stand mit fragen und antwort gehalten oder gebraucht werden solt, mit vorbeheltnus, iglichem fursten an seßion, furstand und anderm, wie das herbracht, geubt und herkommen were, unabbruchlich, bis zu gelegen andern Šzeiten darvon entlich mocht gehandelt werden. Und solchs haben wir den ksl. räten furgehalten, das sie angenommen zu bedenken.

    Also haben kaiserliche räte uns bederteils uf heut, dinstag [29.5.], gesagt, das unser keiner in die versamlung zu acht uhren gehe uf das rathaus, wellen sich bedenken und darin weiter handeln und uns antwort wißen laßen. Daruf wir abgeschieden sein.

    [13.] Item, als wir also, wie obsteet, uf montag [28.5.] nach mittag abegangen sein, [sind Vertreter] des hohenmaisters Teutsch Ordens vor den11 stenden des Reichs erschienen und angeben mit bitt, dz ire gn. herr hochmeister12 ain werbung an die stend und anbringens, des ordens anligen gescheft betreffen, anzubringen, seine gnad zeit und stund /602’/ zu verhören zu gestatten und zu benennen. Also ist seinen gnaden ein stund auf heut, dinstag [29.5.], gesatzt, morgen zu acht uhren zu erscheinen und zu verhoren. Als auch die verhore geschehen ist und darnach in schriften [Nr. 297] ubergeben worden churfursten und fursten, auch andern stenden des Reichs, sich darauf antwurt zu geben und zu bedenken.

    Item, als wir auch also abgangen waren und die antwort uf gemelten montag [28.5.] nach mittage, die der außschus begriffen, in unser beder abwesen beschloßen von churfursten und allen andern stenden des Heiligen Reichs einhelliglich.

    Item, uf den dinstag [29.5.] nach mittag zu ainer uhren giengen wir, Johann [von Eltz] und ich [= Philipp Aberlin], wider uf das rathaus. Da was der brandenburgisch canzler oder rat [Theobald von Heimkofen] nit darbei und erschiene nit. Saßen wir baide den tag laut herzog Friderichs von Sachsen vertrags.

    Item und zur selben zeit gehandelt zum ersten, das die werbung des hoemaisters solt in schriften ingelegt werden den kaiserlichen räten, auch ratsweise darin zu brauchen, dieweil ksl. Mt. den hoemaister uf diesen Reichs tag beschaiden hett, als sein gnad, der hoemaister, angeben hett.

    [14.] /603/ Zum andern weren die ksl. räte beschaiden, uf die stund zu ainer uhren zu erscheinen, uf ksl. instruction antwort von stenden des Hailigen Reichs [Nr. 275] zu empfahen.

    Also sind die erschienen und in gegenwertigkeit churfursten und aller stend des Heiligen Reichs ist die vorbeschloßen antwort, wie obsteet, gelesen und ain copi derselben antwort in schriften gegeben worden. Haben sie bedacht genommen, wider erschienen und gesagt, sie hetten sich solcher antwort nit versehen. Nachdem solchs hoch und schwere zu bedenken, begern sie, inen bis uf nehst donnerstag [31.5.] bedacht zu geben und dieweil hie zu Wormbs zu verharren und niemands sich hinweg zu tun. Das wollen sie von wegen ksl. Mt. Šverdienen. Daruf ist von allen stenden antwort geben, die zwen tag zu verharren und zu verleiben13. Und also ufgestanden.

    [15.] Uf donnerstag nach dem heiligen pfingstag [31.5.] ist die versamblung zu ainer uhren nach mittag verbot, uf die antwort, so forder14 tags von den stenden gegeben, ksl. Mt. räte mainung zu heren. Und haben sich dieser nachvolgend mainung horen laßen: /603’/ [Wiedergabe der Anfangspassage von Nr. 276 – Anfenglich … beschwerung.].

    Daruf haben sich churfursten, fursten und andern des Reichs stand bedacht und vor gut ermeßen, nachdem in dem furtragen nichts weiter dann von der hilf anzaigt und sich die antwort uf mehe articul, als cammergericht, munz15 und anders streckt, ob sie von demselbigen weiter zu underreden oder dabei zu laßen gemaint seien, an den räten zu erkunden; als auch geschehen. [Wie Nr. 262, Pkt. 15 – Daruf antwort ... bracht habe.].

    [16.–21.] /603’–605’/ [Wie Nr. 262, Pkt. 16 –21].

    «1.2. Verhandlungsakten des Reichstages und zugehörige Aktenstücke »

    «Nr. 264 Eröffnungsvortrag Ks. Maximilians – Worms, 22. April 1509 »

    [= Kollationsexemplare F-I zu Nr. 266].

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 32–35’ (Kop.) = Nr. 266 (F). Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 91–94 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte teils sinngemäß, teils wörtlich übereinstimmende Abschrift) = G. Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 115–118’ (Reinkonz. zu Nr. 266 mit handschriftl. Ergänzungen Ks. Maximilians. Dorsalverm.: Sernt[ein] und Storch. Handlung zu Worms.) = H. Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.) = [I]. Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 3–7 (wie G). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 292–295’ (wie G). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 8–10’ (wie G). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 2’–5 (wie G).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 952, S. 751–754.

    «Nr. Š265 Vollmacht Ks. Maximilians für seine Stellvertreter auf dem Reichstag – Mindelheim, 7. Mai 15091 »

    Vollmacht Ks. Maximilians für Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Frauenberg zum Haag und andere Räte als seine Stellvertreter auf dem Reichstag.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 60–60’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein; Adresse: Den erwirdigen, hochgebornen, wolgebornen, ersamen, edeln unsern lieben neven, oheymen, andechtigen und des Reichs getreuen churfursten, fursten und andern stenden des Heiligen Reichs, itzt uf dem tag zu Worms versamelt.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 155 (wie A) = B. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 97’–98 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein; Adresse wie A) = C. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 135–135’ (wie A; Datumverm.: Actum Wormbs in meins gnst. herrn von Menz canzley am mitwochen nach vocem jocunditatis [16.5.] anno etc. VIIIIo.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 19–19’ (wie A). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 8 (wie A, Kanzleiverm.: D.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop. mit imit. Vermm./Gegenz. und Adresse wie A). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 13–13’ (wie C). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop.). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 300–300’ (wie C). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 10 (dem Pfalz-Simmerner RT-Protokoll [Nr. 262] inserierte Kop. mit imit. Vermm./Gegenz. und Adresse wie A). München, HStA, KÄA 3136, fol. 392–392’ (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 15–16 (wie C). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 122–121’ (Abschrift von 15642, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 8–8’ (wie C).

    Druck: Lünig, Reichs-Archiv III (Part. Gener. Cont. II), S. 316.

    Kurzregest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 960, S. 758.

    Maximilian, e[rwählter] von Gotts gnaden romischer keyser, zu allen zyten merer des Reichs etc.

    Erwirdigen, hochgebornen, wolgebornen, edlen, ersamen, lieben neven, oheym, churfursten, fursten, andechtigen und getruwen. Wir haben den hochgebornen Casimir, marggraven zu Brandenburg, zu Stetin, Pommern, der Cassuben und Wenden herzogen, burggrafen zu Nurnberg und fursten zu Rugen, unsern lieben oheymen und fursten, und die wolgebornen und edeln unsern und des Reichs lieben getreuen Adolfen graven zu Nassau, hern zu Wisebaden, und Sigmonden von Frauenberg, freihern zum Hag, und andere unser Štreffenlich rete zu euch uf unsern furgenomen reichstag zu Wormß verordent und inen bevolhen, in den merklichen obligenden notturften und anliegenden sachen, uns, das Heylig Reich, teutsch nation und die cristenheyt belang[en]t, so etlich uß euch uß dem furtrag [Nr. 264], den wir am jungsten in anfang gemelts tags tun lassen, vernomen haben, auch sie weiter tun werden, von unsern wegen mit euch daß best und nützlichst helfen handeln, ratslagen und besliessen, auch darneben in etlichen besundern hendeln und sachen euch unser meynung anzuzaigen, wie ir horn werdent. Und begern demnach an euch alle sembtlich und sonderlich mit vleiß, daß ir inen allen sampt und besunder irer werbung und furtragen zu yeder zeit, so des not sein und von inen begert wird, gutlich gehort, auch wie uns selbs ganzen glauben geben und der merklichen notturft und unserm besonderen vertrauen nach euch dorin gutwilliglichen und gehorsamlich halten und beweisen. Das wollen wir uns genzlichen vertrosten, mit allen gnaden erkennen und zu gutem nit vergessen. Geben zu Mundelheym am siebenden tag des monats May anno Domini funfzehenhundert und im neunden, unsers Reichs des Romischen im XXIIIItenund des hungerischen im XXIItenjaren.

    «Nr. 266 Erste Instruktion Ks. Maximilians für seine Stellvertreter auf dem Reichstag – Mindelheim, 7. Mai 15091 »

    [1.] Nochmaliger Vortrag der erweiterten ksl. Eröffnungsrede: [2.] Friedensvertrag zwischen Ks. Maximilian und Kg. Ludwig von Frankreich unter Einbeziehung Karls von Egmond; Vertragsverletzungen durch Egmond; [3.] Bündnisvertrag von Cambrai zwischen dem Papst, Ks. Maximilian, Frankreich und Spanien gegen Venedig; [4.] Forderung nach einer Reichshilfe gegen Venedig; [5.] Ankündigung der Abreise Ks. Maximilians nach Tirol, Forderung nach Fortsetzung des Reichstages bis zu einer verbindlichen Beschlussfassung über die Reichshilfe; [6./8.] Ernennung ksl. Reichstagskommissare; [7.] Vorschlag zur Einsetzung eines ksl. Statthalters.

    I. (Instruktion): Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 72–75’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 155’–158’ (Kop.) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 87’–91’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 99–105’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = D. Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 114–114’, 119–119’ (Konz. mit ex.-Verm., bestehend aus Einleitung und Zusätzen A-G], 115–118’ (Abschrift von Nr. 264 als Textgrundlage, mit eigh. Korrekturen Ks. Maximilians; Dorsalverm.: Sernt[ein] und Storch. Handlung zu Worms.)2 = E. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. (unvollständige Kop.; letzter Absatz fehlt). ŠBamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 136–140’ (Kop.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 20–25 (Kop.). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 8’–12 (Kop.). Esslingen, StdA, F 283 RTA Worms 1509, fol. 1–6’ (Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (Kop.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 14–20’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop.). Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (unvollständige Kop.; letzter Absatz fehlt). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 301–307 (wie D). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 10’–13’ (dem Pfalz-Simmerner RT-Protokoll [Nr. 262] inserierte Kop.). München, HStA, KÄA 3136, fol. 393–397’ (Kop.). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 17’–25 (wie D). Ravensburg, StdA, RA, Bü. 9 b/1, unfol. (unvollständige Kop.; letzter Absatz fehlt.). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 121–114’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 2–5’ (Kop.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 8’–12’ (wie D).

    II. (Ksl. Eröffnungsvortrag): [Nachweise siehe Nr. 264] = F-I.

    [1.] /72/ aMaximilian, be[rwählter] von Gotts gnaden romischer keyser etc.–b

    Instruction, was die hochgeborne, wolgeborne, edeln, ersamen, gelerten, unser lieber oheym, fursten, andechtigen und des Reichs getruwen Casimir, marggrave zu Brandenburg, zu Stetin, Pomern, der Cassuben und Wenden herzog und burggrave zu Nurnberg und furst zu Rugen, Adolf, grave zu Nassau, herr zu Wiesebaden, Sigmund von Frauenberg, freiher zum Hage, und andere unser rete auf dem Reichß tag, gen Wormbs verordent, bei churfursten, fursten und stenden deß Reichß, doselbst versamelt, von unsern wegen handeln sollen.

    Anfenglichen inen allen samen- und sunderlich unsern gnedigen willen und alles gut zu sagen.

    Und furter zu erkennen geben: Nachdem wir am XXIIten tag des monats Aprilis nestvergangen in eygner persone zu Worms etlichen curfursten, fursten und stenden des Reichs, sovil der desselben tagß bei unsc erschienen und versamelt gewest, die ursach und bewegung, derhalb wir diesen reichstag furgenomen gehabt, gnediglich anzaigen und furbringen lassen, damit dann die andern stend, dso vormals nit dabei gewest, noch die gehert und–d mittler zeit ankomen weren, derselben auch wissen und underrichtung empfahen möchten, hetten wir inen, unsern reten, bevolhen, der ganzen versamelung die obgerurten ursachen eund unser furnemen–e, wie die vormals furbracht weren, widerumb von neuem furzutragen mitsambt unser declaration und additz, so uns mitlerzeit furgefallen und wir umb besser verstentnus willen dorzu hetten setzen lassen, und nemlich also–a:

    Š[2.] /72’fDie keyserlich Mt. hat churfursten, fursten und andern stenden des Heiligen Reichs auf dem Reichs tag hie zu Wormbß furhalten lassen und anfenklich, daß sie mögen–f die ursachen deß ußschreibens diß Reichs tags durch röm. ksl. Mt. schriften [Nrr. 44, 50] vormals verstanden haben, und under anderem den fried, so sein ksl. Mt. derselben irer Mt. und dem Heiligen Röm. Reich zugut mit dem konig von Frankreich beslossen haben; und nemlich, daß dorinnen der tractat zu Hagenaue3 verneuet ist ausserhalb deß heyratß, der beslossen was zwuschen seiner ksl. Mt. enikln erzherzog Karolen und deß gemelten konigß von Frankenreichs gtochter [Claudia]. Das hat sein keyserlich Mt. den konig von Frankenreich erlassen–g. Und wie dannh sini keyserlich Mt. und der konig von Frankenreich vor besliessung deß friedß merklich volk gegeneinander itzo in Brabant gehabt haben, yeder ungeverlich als vil als der ander, so haben doch des konigs von Frankenreichs kriegslute us sorgen, die sie uf ksl. Mt. getragen haben, nit trucken4 wollen, jden Gellrischen zu hilf zu ziehen; dan ir ksl. Mt. in kurzem eroffnet worden, wie des konigs von Frankenreichs kriegsvolk bei verschienen tagen, alß er inen bevolhen gehebt het, dem herzog von Geldern [zu]zuziehen, solhs nit tun noch anziehen wollen, sunder die fursorg gehabt, daß sie hinterzogen und aufgehebt wurden, wie in vergangner zeit zu sant Huprecht gescheen, da durch VC pauren VIIIC pferd niedergelegt weren–j5, wiewol der konig von Frankenreich inen zu trucken bevolhen hett. kAber sie hetten es in keinen weg wegen [= wagen] wellen. Und alß ksl. Mt. daß ersahe, wolt ir Mt. in die cron Frankenreich gezogen haben und also–k dieselb irl ksl. Mt. mit irem kriegsvolk auch gern /73/ uf die cron zu Frankenreich gedruckt, aber seiner Mt. niederburgundisch lande haben sein ksl. Mt. dafur gebeten.

    ŠUnd under anderm ist in diesem tractat auch daß land von Geldern in einen ansta[n]t gestellt6, darab doch herr Karol von Egmont, der sich nennet herzog von Geldern, ein merklichen verdrieß gehabt hat. Und understet sich teglichen, diesen tractat zu brechen: mNemlich, so hat er von seinem eygen gewalt und macht einen neuen zol aufgericht und von einem iglichen vas weins einen gulden zu zol zu geben ufgelegt, daß wider den aufgerichten tractat ist. Dann derselb vermag, daß in zeit, in demselben tractat bestimbt, kein partei einich neuerung furneme, sunder das meniglich von den partyen daß behalten und in posseß pleiben sol, wie er in anfang dieses neuen kriegs gewest ist. Daruber hat er den gedachten tractat noch zwie- und also den dreumal verbrochen: erstlich mit dem neuen zol, wie itz gemelt ist.7 Zum andern hat er understanden, ein taber [= Befestigung] zu Bernenfelt zu machenn und alle dorfer ime heissen sweren und an sie ein steuer begert8, die doch on mittel gen Arnheym, daß ein heuptstat ein quartirs des lands Geldern und ine ir ksl. Mt., auch erzherzogen Karlen als herzogen zu Geldern gehorsame sei, gehorten. Zum dritten hat er offenbar erclert, daß er den gedachten tractat dem konig von Frankenreich, der ime daß bevolhen und ime dorumb XIIIIM kron gebn und noch XIIM versprochen, angenomen hat; aber sie nit verbunden, solchen tractat so gleich zu halten, wie die Franzosen den gestellt haben, sunder er möcht sein land wol hanthaben und zusammenhalten mit dem swert, wie eß ine geburlich und müglich sei uf /73’/ ein anspruch, so er zu weylant konig Philipsen, unsern lieben sone, und herzogen Karlen, seinen sone, haben solt; nemlich deß, daß im der tractat9 vor Arnheym nit gehalten, daß doch als ganzo offenbare erdicht und ein truglich schand, alß der ganzen welt wissend sei. Dann derselb von Geldern het konig Philippen versprochen, mit ime in Hyspanien zu ziehen, sich aber abgestreuft und in abwesen deß gemelten konig Philipsen den krieg wider Šangefengt. Deshalb sein stathelter, sich gegen ime werend, den krieg wieder annemen mussen, der dan uf diesen tag durch ksl. Mt. volzogen werde–m.10

    [3.] Daneben geb die ksl. Mt. inen gnediglich zu versteen, das unser heiliger vater, der babst, etlich zeit here die ksl. Mt. gar hoch und ernstlich ersucht hat, darneben auch den konig von Frankenreich pund den Kg. von Aragon. Und hab sein heyligkeit–p die ksl. Mt. und itzt bemelte zwen konig in einen verstand gebracht mit ir und untereinander, als cristenlich konig und zuvor sein ksl. Mt. als advocat, vogt und protector der cristenlichen kirchen und beschirmer seiner heyligkeit zu verhelfen, wider die unglaubigen zu ziehen und am durchzug mit den Venedigern zu handeln, daßjenig, daß sie vor langen und kurzen jaren der cristenlichen kirchen gewaltiglich abgedrungen und noch uf diesen tag wider Got, recht und alle pillikait unrechtlich innenhaben, auch seiner heyligkeit uber ir manigfeltig gutlich und hoch ersuchen vorgehalten [= vorenthalten].11 qDann wo sein heiligkeit nit gewest, hett ksl. Mt. den verstand und obanzeigt practica nit angenomen. Aber do sein heyligkeit ir Mt. so hoch ersucht und daß unrecht, so die Venediger ime beweisen, eroffnet, het er ir Mt. bewegt, daß der mit ime in die verstentnus gangen wer, in hoffnung, /74/ daß die ir heiligkeit, auch irer Mt., dem Heiligen Reich und ganzer cristenhait zu guten staten komen werde–q. Nun hab di ksl. Mt. uf solch treffenlich ansuchen der bebstlichen heyligkeit in ir selbß die sach hoch erwegen und betracht und nit anderß finden mogen, dann daß unserß heiligen vaters, des babstß, begerne und ansuchen billich, erber und cristenlich, auch sein ksl. Mt. schuldig sei, uf solch hoch ersuchung seiner heiligkeit mit hilf zu erscheinen, sunderlich, so ander cristenlich konig und fursten deß auch zu ton understunden. Und dorumb sei sein ksl. Mt. mitsambt bemelten zwaienr konigen von Frankenrich und Aragon in ein verstentnuß mit der bebstlichen heyligkeit gewachsen und komen und deshalben zusagung geton. Und sei sein ksl. Mt. itzo uf dem weg, sich szu den hendeln–s ylends zu verfugen und Italien zu nehern und solchem furnemen ußzuwarten, der genzlichen hoffnung, itzo sei ein gelegne, bequemliche und Šgluckliche zeit, dorinnen alles das, daß seiner ksl. Mt. und dem Heiligen Reich durch die Venediger in Italia abgetrungen und bishere vorgehalten worden ist, sofer dise handlung zu einem krieg wuchß und auch sofer das Heilig Reich seiner ksl. Mt. dorinnen verhelfen wolle, liederlich [= mühelos, leicht] und mit kleynem costen zu erobern sein wurde. Solchß hab sein ksl. Mt. hiemit inen alß deß Heiligen Reichs gelidern zu versteen geben und nit verhalten wollen, damit sie ksl. Mt. gelegenheit, auch furnemen und ursachen deshalben bericht sein, der hoffnung, dieweil sie solch zu etlichen malen auch geraten, sie werden ob solchem seiner ksl. Mt. furnemen gut gefallen haben.

    [4.] Dieweil nu daß gleicherweiß sie alß curfursten, fursten und /74’/ stenden deß Heiligen Reichß alß sein Mt. betreff und sein ksl. Mt. solchem furnemen on ir trostlich, auch dapferlich hilf ußzuwarten nit vermoge, sunderlich in ansehen deß sweren uncosten, so sein ksl. Mt. uf etlicht vil krieg gelegt, die sein Mt. allain zu hanthaben des Reichß oberkait gehabt hat, demnach sei seiner ksl. Mt. gnedig, fruntlich und hoch, auch vleissig bitt und begeren an sie, daß sie die notturft diß handls und furnemens bedenken und erwegen und seiner ksl. Mt. hierin mit hilf zu erscheinen und sein ksl. Mt. keinßwegß verlassen und seiner ksl. Mt. zu solchem furnemen ir hilf mit leuten zu roß und fuß uf das sterkstu ton, und daß die hilf ufs allerfurderlichst berait sei und anziehen mugen neben seiner ksl. Mt. volk, daß sein ksl. Mt. us derselben erblanden und sunst understeen wurd ufzubringen; und dorzu auch ein anzal pulver und salpeter, dann sein Mt. sunst mit geschutz wol versehen sei.

    Dieweil sein ksl. Mt. von stund an mit irem volk in daß felt zu ziehen sich versehe, daß dan keyner uf den andern wart, damit seiner ksl. Mt. erbland sehen, daß sie hilf von dem Heiligen Reich haben und dester lieber bei seiner ksl. Mt. im veld pleiben.

    Daß auch die rustung undv anzal deß volks, wie obsteet, gewißw und vollig dannenx gericht werde, damit dorin kein nachteyly sei.

    zUnd nemlich, daß die hilf uf ein ganz jare gestellt und ksl. Mt. gute leut zu roß und fuß geschickt, damit ir ksl. Mt. wol gedienet wird, und sonderlich durch die zu fuß–z.

    /75/ Und daß seiner ksl. Mt. ein lieb darzu geschee und sie deshalben einen heuptman kiesen, der heubtman uber daß berürt volk zu roß und fus sei, alleß Šzu nutz und wolfart der ksl. Mt. und deß Heiligen Reichß aaund gemeyner teutschen nation–aa, auch hierinnen angesehen die groß notturft.

    [5.] Und dieweil sein ksl. Mt. keinßwegß diser zeit alhie lenger verharren noch pleiben mögen, sunder verrucken und hinwegziehen muß abauß berurten ursachen und sunderlich, daß ir ksl. Mt. glauplich warnung zugestanden, wie die Venediger an den grenezen irer Mt. erblichen furstentumben und landen ein merklich volk zu roß und fuß ligen und fürhaben solten, dieselben zu uberfallen, anzugreifen und zu beschedigen, daruß irer Mt., auch iren landen und leuten unuberwintlicher schade entsteen, wo dem nit begegnet wurde. Und dieweil ir Mt. merklich notturft erfordert, dorin dapfer fursehen und gegenwer zu ton–ab, so begert sein ksl. Mt. an sie alle samptlich und sunderlich, daß sie also beiainander pleiben und keyner von dem andern verrucken welle, biß die andern curfursten, fursten und stende des Heiligen Reichs auch komen sein, daß ir gnug sein zu dem besliessen, und biß sie also obgerurt hilf irer Mt. zu tun einhelliglich beslossen und volliglich, auch gewisslichen zu bescheen dannen gericht haben.

    [6.] Auf daß, soac wolle sein ksl. Mt. deshalben ir treffenlich rete bei inen lassen, die an seiner ksl. Mt. stat alda pleiben, uf diß begeren antwort von inen empfahen und furter seiner ksl. Mt. daß verkunden, auch daneben in allen andern deß Heiligenad Reichs sachen seiner ksl. Mt. meynung ferrer anzaigen und dorin der notturft nach /75’/ zu handeln verhelfen sollen.

    [7.] Ferner, so woll sein ksl. Mt. inen nit verhalten, sunderae anzaigen, daß sein ksl. Mt. uß beweglichen, treffenlichen ursachen des willenß und furnemens sei, nach dieser heerfart kurzlich sich in eygner persone uß dem Heiligen Reich zu tun und ein zeitlang darußaf pleiben agmuß, alß sein Mt. solchß versprochen ist–ag. Deshalben deß Heiligen Reichß notturft erfordert, sieah mit einem seiner ksl. Mt. stathalter zu versehen, der anstat seiner ksl. Mt. solch zeit auß deß Heiligen Reichs sachen verwalt. Uf daß sei seiner ksl. Mt. gnedig begern an sie, daß sie heruf bedacht sein und auch seiner ksl. Mt. hierin irn rate anzaigen, were zu solchem stathalter tuglich und geschickt sei. Dann sein ksl. Mt. sei genaigt, irem rate hierin zu volgen.

    Š[8.] aiUnd nemlich, so hab ir Mt. marggraven Casimirn, grave Adolfen von Nassau und Sigmonden von Frauenberg, auch andere irer Mt. rete zu solchem tag verordent, die furter nach inhalt einer sundern instruction [Nr. 267], inen deshalben gegeben, weiter handeln sollen–ai. ajActum zu Wormbs am sontag misericordia Domini, am XXIIten tag Aprilis zu der vierden stund nach mittemtag anno Domini etc. nono–aj.

    akSolchß sollen di gedachten unser rete furderlich und mit den besten fugen handeln. Daran tund sie unser ernstliche meynung. Geben zu Mundelnheym am siebenden tag Maii anno etc. im neunden, unserß Reichß des Remischen im XXIIIIten jaren–ak.

    «Nr. 267 Zweite Instruktion Ks. Maximilians für seine Stellvertreter auf dem Reichstag – Mindelheim, 8. Mai 15091 »

    [1.] Vorgesehene ksl. Reichstagskommissare; [2.] Grußformel; [3.] Vortrag der ersten ksl. Instruktion an die Reichsstände; [4.] unverzügliche Leistung der zu bewilligenden Reichshilfe, Stellung ständischer Befehlshaber und Offiziere; [5.] Aufforderung an abwesende Stände zur Teilnahme am Reichstag; [6.] Mitteilung an die Reichsstädte über den Sold der Reiter; [7.] Mahnung zu einer Beschlussfassung der Stände über Trosspferde; [8.] Dauer der Reichshilfe; [9.] Vorschlag zur Erhebung eines Gemeinen Pfennigs; [10.] Beratungen über Reformmaßnahmen beim Reichskammergericht und beim Landfrieden; [11.] Beratungen über das Münzwesen; [12.] Verhandlungen mit einzelnen Reichsfürsten über die Bereitstellung von Reiterkontingenten; Aufforderung an Kff. und Ff. zur unverzüglichen Bereitstellung der Hilfe und zur Entsendung von Reiterkontingenten anstelle von Fußtruppen; Entsendung von Fußtruppen durch die mindermächtigen Stände; persönliche Teilnahme Ebf. Jakobs von Trier und Ebf. Philipps von Köln am Krieg gegen Venedig; [13.] Behandlung von Angelegenheiten einzelner Stände durch die ksl. Reichstagskommissare, im Einzelnen: [14.] Konflikt zwischen Lgf. Wilhelm von Hessen und Gf. Eberhard von Eppstein-Königstein, [15.] Konflikt zwischen Ebf. Uriel von Mainz und Lgf. Wilhelm von Hessen, [16.] Konflikte der Stadt Worms mit den Kämmerern von Dalberg, Bf. Reinhard von Worms und dem Wormser Stiftsklerus, [17.] Supplikation Bf. Jakobs von Cambrai, Klage Hermann Rincks gegen die Stadt Aachen, Streit zwischen Aachener Bürgern und ihrem Magistrat um ein Weinausschankprivileg, Anspruch der Erben des Asmus Schenk von Erbach auf Bickenbach, ŠVerstöße gegen das Kölner Stapelprivileg; [18./19] Aufforderung an die Bff. von Münster und Osnabrück zur Zahlung der Konstanzer Romzughilfe; [20.] Auszahlung der im Reich eingesammelten Jubelablassgelder an Ks. Maximilian; [21.] Einsetzung eines Reichskommissars zur Unterstützung des ksl. Kammerprokuratorfiskals; [22.] Erlaubnis Ks. Maximilians für Hg. Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel zur Erledigung eigener Angelegenheiten; [23.] Bevollmächtigung Gf. Adolfs von Nassau für das Verfahren gegen Johann von Kriechingen; [24.] Protest bezüglich der vom Haus Österreich eximierten Reichsstände; [25.] Verbot von Nachlässen an der künftigen Reichshilfe zugunsten einzelner Stände; [26.] Zollfreiheit für eine Weinlieferung Hg. Johanns von Kleve; [27.] Schlussfloskel, Datum.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 93–98’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Abschrift des Exemplars für die ksl. Kommissare; imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 172 (Kop., nur Pkt. 12) = B. Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop., nur Pkt. 26) = C.

    [1.]2 /93/ Maximilian, e[rwählter] von Gots gnaden romischer keiser, zu allen zeiten merer des Reichs etc. Instruction, was die hochgebornen, wolgebornen, edeln, ersamen, gelerten, unser lieb oheim, fursten, andechtigen und des Reichs getreuen Casimir, marggraf zu Brandenburg, zu Stettin, Pomern, der Cassuben und Wenden herzog, burggrave zu Nuremberg und furst zu Rugen, Adolf, graf zu Nassau, herr zu Wißpaden, Sigmund von Fraunberg, freyherr zum Hag, Sigmund von Rorbach, unser und des Reichs haubtman zu Regenspurg, Ludwig Fergenhans, brobst zu Stutgarten, Erasmen Topler, brobst zu sant Sebolt zu Nuremberg, bede lerer der rechten, Hans Caspar von Laubenberg, unser obrister veldhaubtman unser graveschaft Tyrol, Degen Fuchs von Fuchsperg, unser haubtman zu Kuefstein, alle samentlich oder etlich aus inen bey churfursten, fursten und den stenden des Heiligen Reichs, so auf dem Reichs tage zu Worms versamelt sein, auch sunst in andern sonderlichen hendeln, sachen und gescheften, inen von uns bevolhen, daselbst von unsern wegen handeln, furnemen und außrichten sollen.

    [2.–8.] /93–94/ [Nr. 268 (C), Pkt. 1–5, 8].

    [9.] Und ob die versamblung und stende des Reichs, yetzo zu Wormbs versamblet, an die bemelten unser rete und commissarien rats oder underrichtung ires gutbedunkens begern wurden, wie und welchermassen die itzig hilf statlich anzusetzen sey, damit dieselb fruchtbarlich und furderlichen beschehe, sollen sy anzeigen, wie sy der fuglichist und verfenglichist weg bedeucht, das ein gemeiner pfennig durch das ganz Reich vier jar lang aufgesetzt und etliche rete vom Reiche darzu verordent, die denselben einnemen, darumb quittirten und furter zu unserer und des Reichs notdurft und der kriegsvolk allwege mit unserm wissen damit handelten und zu yeder zeit, so es not ist, volk bestellen. Dann Šwir und die verordenten haubtleut vil pesser und geschickter fueßvolk umb mynder besoldung allwegen bestellen mugen. Wie dann verschiener zyt auf dem grossen Reichs tage zu Wormbs davon auch gehandelt, etliche verschreibung und vertrege deßhalb aufgericht, aber nit volzogen.3 Dieselben mochten wider fur hand genommen und nach der gemelten stende, auch unserer rete und commissarien rat, gutbedunken und verbesserung gemert und geendert werden.

    /94’/ Wo aber solher gemeiner pfennig bey den stenden kain ansehen oder volg haben wolt, das alsdann ein tapfere, außtregeliche, bestendige und langwirig hilf, wie dann vor etlichen jaren im Heiligen Reich auch gewest ist, durch sy angelegt und mit allen sachen dermassen angeschickt und fursehen, damit der uberig unnutz cost, so mit besuechung und haltung der Reichs tege und in ander wege aufgewandt, vermiten und die gemelt hilf dest statlicher beschehen wurde.

    [10.–11.] [Nr. 268 (C), Pkt. 9f.].

    [12.] Auch sollen die gemelten unser rete und commissarien mit unserm neven, churfursten und fursten, den erzbischoven und bischoven zu Menz4, Collen, Trier /95/ und Wurzburg ir yeglichem in sonderheyt mit furderlichem fleis handeln und von unsern wegen an sy ernstlichen begeren, das ir yeder uns zu unserm eylenden zug und furnemen, des wir yetzo in ubung sein, funfzig wolgewappente, wolgeruste [pferde] vier monat lang ungeverlich zu dienst schicken und verfuegen, das sich dieselben von stund rusten und berait machen. So wöllen wir ir yeglichen auf ein pferd, solang wir die in unserm dienst haben und brauchen werden, fur lieferung, sold und schaden einen monat zehen gulden reinisch geben, darfur sich unser regiment zu Ynsprugg nach notdurft verschreiben, auch ir yedem deßhalb sein bestellung- und obligationbrief zu hauß uberantworten lassen. Und sollen sy alsdann die funfzig pferde mit irer rustung von stund und on alles verziehen den nehsten gein Ynsprugg schicken, daselbst sy weitern bescheit, wo sy furter hinziehen, finden werden. Und sol ir yeglichs sold auf den tag, als sy von hauß ausryten, ane- und auf den tag, als sy wider darein komen, außgeen. Und sy, so sy also angezogen, schuldig sein, einen tag vier meil wegs zu ziehen und am vierten tag stillzuligen und zu rasten.5

    Deßgleichen sollen sy mit dem bischove von Bamberg auf funfundzweinzig pferd handeln.6

    ŠUnd dem von Menz sagen, daz er seinen marschalk Frowyn von Hutten fur einen haubtman uber die funfzig pfert verorden und mitschick.

    Und der bischove von Wurzburg Hansen Zöller fur einen haubtman der funfzig pfert verorden.

    Und den geschickten botschaften des rats zu Frankfurt zu sagen, Martin von Heusenstein fur iren haubtman zu verordenen.

    /95–95’/ [Nr. 268 (C), Pkt. 6f.].

    Und das die bede erzbischove Collen und Trier mit irer aufgelegten anzal in aigener person mitziehen, doch das der von Collen nit under hundert gewappenten mit ime breng, darunder sein aufgelegt anzal begriffen sein sol.7

    [13.] Item, die gemelten unser rete und commissarien söllen an unser stat in unserm namen und von unsern wegen all und yeglich sachen, hendel und partyen, der verhorung und handlung wir vormals auf den jtzigen Reichs tag zu Wormbs geschoben und beschieden haben oder die wir nachmals, solang derselb tag weren und sy daselbst sein, an sy weisen oder inen selbs in supplication oder anderer gestalt mittler zeit uberantwort werden, nach aller notdurft verhören und dieselben gutlichen oder sonst nach billichait vertragen und abfertigen, auch deßhalben, ob not sein oder von den parteien begert wurde, notdurftig brief in und under unserm namen und titel geben und ausgeen lassen.

    Und ob inen aine oder mer sachen furfallen, die inen allein zu handeln beswerlich sein wurd, sollen sy etlicher churfursten und fursten rete zu ine erfordern und nach derselben, auch ir selbst rat und gutbedunken darin handeln, besliessen und entschaiden und on merklich ursach oder bewegung kain sachen an uns remittiren oder schieben, damit uberiger cost mit botenlone und in ander wege verhebt werde und wir unserm furnemen dest baß außwarten /96/ mögen. Und ob sy aine oder mer sachen gutlich oder sonst nit verrichten möchten, söllen sy doch allen muglichen flys ankeren, sy durch compromiss, anlas oder in ander wege zu entlichem außtrag zu verfassen, damit die parteien uberigs costens vertragen und irer sachen dest furderlichen außtrag erraichen mögen.

    Des alles wir inen allen samentlich und sonderlich nach aller notdurft und in der allerbesten form hiemit wissentlich unser volkumen gewalt und macht geben.

    [14.] Und nachdem sich zwischen dem hochgebornen Wilhelmen, landgraven zu Hessen, grafen zu Katzenelnbogen, unserm lieben oheim, fursten und rate, an ainem und dem edeln unserm und des Reichs lieben getreuen Eberharden, grafen zu Kunigstein, andersteils etliche irrung halten, sollen die gedachten unser rete und commissarien in unserm namen bede teil auf einen Šbestimpten tag gein Wormbs erfordern und mitsampt den stenden des Reichs oder iren darzu verordenten reten sy beiderseyts umb alle irrung und zuspruch, so ain partey gegen der andern zu clagen oder zu haben vermaint, verhören und mit irem wissen gutlichen oder, wo die gutlichait kain stat haben wölt, auf bewilligung beder parteyen mit verzeihung der appellation und supplication durch iren entlichen spruch entschaiden. Und wo erfunden wurde, das einicher teil den andern unerlangts rechten des, so er in posseß gewest, entsetzt hett, das derselb zuvor widerumb eingesetzt. Und was fürter im handel erkannt oder gesprochen, das solichs onverzogenlich durch die stende des Reichs, oder wie sy gut und not bedunkt, exequirt werde.

    [15.] Deßgleichen sollen sy die irrung, zwischen unserm neven und churfursten, dem erzbischoven von Meinz, und dem gnanten landgraven Wilhelmen swebend, verhören und darauf inhalt unser keiserlichen schrift [Nr. 94], deshalb am jungsten außgangen, handeln.

    [16.] /96’/ Deßgleichen die irrung der haubtsachen zwischen der stat Wormbs und den von Talberg8 zu verhoren und fleis anzukeren, sy derselben gutlich zu vertragen. Wo aber das nit volge oder stat haben wolt, alsdann die sachen und parteyen zu entlichem außtrag fur unser keyserlich cammergericht zu weisen.

    Auch der sachen halben, darumb der bischof zu Wormbs die stat Wormbs an unser keiserlich cammergericht wider unser außgangen mandat geladen9 und Šwir inen geboten haben, daselbst nit zu erscheinen, ir underrichtung aigentlich zu vernemen und mit den stenden des Reichs davon ernstlichen zu handeln, damit solich rechtlich furnemen ganz ab oder ein zeitlang, byß wir selbst darin handeln mugen, in rue gestellt werde.

    Und in der sachen, die briesterschaft und stat Worms antreffent, den von Trier und herzog Fridrichen von Sachsen von unsern wegen anzusuchen, furderlich darin zu handeln, damit solich sachen vor irem abschied aus Worms geendt und weiter unrat und schaden vermitten werde.

    [17.] [Nr. 268 (C), Pkt. 11].

    Item die irrung zwischen unserm rate und diener Herman Rinck zu Collen und der stat Ach10 zu verhoren.

    Item die burger zu Ach, so auf kayserliche declaration und fryheit den weinschank daselbst vermeinen zu haben, gegen der stat Ach zu verhören.

    Item die irrung zwischen wylend Schenken Asmus von Erpach kinder gegen dem landgraven [Wilhelm von Hessen], Bickenbach antreffend11, und sonst viel ander hendel und supplication, davon Johann Storch anzaigen tun wurde.

    Item sollen sy auf ansuchen der stat Collen oder irer geschickten rete bey churfursten, fursten und stenden des Reichs /97/ von unsern wegen ernstlichen handeln, damit inen der stapel halber, so wir inen bestet[igt] haben12, kain irrung beschehe und deshalb entlicher beschaid erlangt werde.

    Š[18.] Auch sollen sy mit der bischove von Munster und Osnabruck geschickten verfuegen, iren hern ernstlichen zu schreiben, iren aufgelegten anschlag des Reichs tag zu Costenz auf unser kaiserlich schreiben13, inen jungst zugeschickt, Daniel Rauhen, dechant zu sant Andre zu Collen, furderlichen außzurichten, damit etliche gelt, so wir zu abfertigung unsers kriegsvolks aufbracht und bezalung desselben auf vermelten anschlag verweist haben, unverzogenlich bezalt und der merklich schad und uncost, so tegelichen darauf geet, verhuet werde.14

    [19.] Und ob sy soliche bezalung nit tun wurden, sollen unser rete und commissarien unserm kaiserlichen procurator fiscal bevelhen, am unserm cammergericht wider sy umb die berurten anschleg, auch den costen, seytheer darauf ergangen, rechtlich zu procediren.

    [20.–21.] /97–97’/ [Nr. 268 (C), Pkt. 12f.].

    [22.] Item sollen sy herzog Heinrichen von Braunswig anzaigen, diewyle er mit viel und manigfeltigen seiner aigen gescheften, als er uns zu erkennen geben, dieser zeit beladen, das wir ine dieser zeit ferrers bevelhs erlassen und derselben seiner sachen, auch des Reichs tags zu Worms außwarten lassen, ine auch glychwole in gnedigem bevelh haben wolten.

    [23.] Und nachdem wir aus treffenlichen, beweglichen ursachen Johann von Kriechingen auf clage unsers fiscals, in der ladung bestimpt, umb sein grosse und schwere verhandlung fur uns zu recht gefordert, haben wir unser merklichen obligenden gescheft halben, dardurch wir solicher sachen in aigener person auszuwarten dißmals verhindert sein, dich, grave Adolf von Nassau, an unser als romischen kaisers und dann als herzogen zu Burgundi stat in beden itztgemelten fellen zu unßerm richter verordent, geben dir auch des hiemit wissentlich unsern volkumen gewalt und macht in der allerpesten form, also das du als derselben sachen unser verordenter richter mitsampt andern unsern reten, so by dir auf dem Reichs tage zu Worms sein, auch den /98/ bysitzern unsers keiserlichen cammergerichts sölhe sachen nach aller notdurft verhören und alles das, so sich nach rechtlicher ordnung geburen und die notdurft erfordern wurde, handeln, furnemen, gebieten und verbieten sölt und magst zu gleicher weis und in aller massen, als ob wir selbst zugegen und der sachen richter weren, mit sonderlicher protestation, ob du weiters oder merers gewalts bedorfend werest, das wir dir den yetzo als dann und dann als yetzo hiemit auch volkumenlich gegeben haben wellen.

    Wellen auch den ersamen unsern und des Reichs lieben, getreuen Cristoffen Mülhern, lerer der rechten, den wir in sonderheyt laut unserer ausgangen citation zu unserm fiscal derselben sachen verordent und gesetzt haben, von unsern wegen ernstlichen bevelhen, solichen handel mit dem hochsten und Špesten fleiss rechtlich furzutragen und zu handeln, damit unsernhalb nichts gesaumbt oder verwarlost werde.15

    [24.] Als auch auf etlichen vor gehalten reichstegen die bischof, prelaten, graven und herren, under unser haus Österreich on mittel gehorig, durch die stende des Heiligen Reichs in den anslegen auch angelegt und zu verfolgung derselben ansleg an unserm kaiserlichen cammergericht mit recht furgenommen sein, sollen die gemelten unser rete nit eher, dann wann die hilf auf jtzigem Reichs tage zu Worms bewilligt und zugesagt ist, den stenden, daselbst versamblet, von unsern wegen furbringen, wie solhs wider unsers haus Österreichs loblich freyheit und alt herkumen, auch uns ganz unleidlich sey, und darauf ernstlichen begeren, solichs abzustellen und dieselben die unsern weiter nit anzulegen, zu besweren und des vergangen on alle entgeltnuß zu entledigen.

    [25.] /98–98’/ [Nr. 268 (C), Pkt. 14].

    [26.] Und nachdem ytzo unser oheym [Hg. Johann] von Cleve swere last mit dem krieg furt wider die Geldrischen, die dann dem Heiligen Reich abfellig sein und demselben Reich sein regalia entziehen wöllen und tegelichs entziehen mit krieg, vehd und cristlich pluts tegelichs sturzen, nemlich auch, das derselb herzog von Cleve allein des Heiligen Romischen Reichs vorfechter ist und die sachen auch zum tail das haus Österreich und Burgundi berurt, demnach so hat ksl. Mt. ime vergonnt, hundert fueder weins im Elsaß zu kaufen, sein sloß, stet und flecken, die er in bemeltem krieg ganz entplöst hab, damit wider zu speisen. Und beger ir ksl. Mt. darauf an churfursten und fursten, so zöll auf dem Rein haben, mit besonderm fleiss, das sy ime solich hundert fuder weins an iren zollen zollfrey furgeen lassen und daran kein verhinderung tun und auch ir Mt. deßhalb notdurftig brief an ir zöller und ambtleut zu schicken. Des welle sich ir ksl. Mt. zu ine genzlichen versehen und gnediglich erkennen.

    [27.] [Nr. 268 (C), Pkt. 15].

    «Nr. Š268 Zweite Instruktion Ks. Maximilians für seine Stellvertreter auf dem Reichstag (den Reichsständen vorgelegte Fassung, Auszüge aus Nr. 267) – Mindelheim, 8. Mai 15091 »

    [1.] Vortrag der ersten ksl. Instruktion an die Reichsstände; [2.] unverzügliche Leistung der zu bewilligenden Reichshilfe, Stellung ständischer Befehlshaber und Offiziere; [3.] Aufforderung an abwesende Stände zur Teilnahme am Reichstag; [4.] Mitteilung an die Reichsstädte über den Sold der Reiter; [5.] Bereitstellung von Trosspferden für die Kürassiere; [6.] Aufforderung an Kff. und Ff. zur unverzüglichen Bereitstellung der Hilfe und zur Entsendung von Reiterkontingenten anstelle von Fußtruppen; [7.] Entsendung von Fußtruppen durch die mindermächtigen Stände; [8.] Dauer der Reichshilfe; [9.] Beratungen über Reformmaßnahmen beim Reichskammergericht und beim Landfrieden; [10.] Beratungen über das Münzwesen; [11.] Beratung über eine Supplikation Bf. Jakobs von Cambrai; [12.] Auszahlung der im Reich eingesammelten Jubelablassgelder an Ks. Maximilian; [13.] Einsetzung eines Reichskommissars zur Unterstützung des ksl. Kammerprokuratorfiskals; [14.] Verbot von Nachlässen an der künftigen Reichshilfe zugunsten einzelner Stände; [15.] Schlussfloskel, Datum.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 76–78’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 158’–160’ (Kop., Überschr.: Hernach volgt ein ander keyserlich instruction etc.) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 93–98’ [= Nr. 267] = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 106–110’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = D. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. (Kop.). Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 141–144’ (Kop.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 27–30’ (Kop., durch Archivarsverm. irrtümlich auf den 18.5. datiert). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 14–16 (Kop.). Esslingen, StdA, F 283 RTA Worms 1509, fol. 6’–10 (Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (Kop.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 21–25’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop.). Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop.). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 307’–311 (wie D). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 13’–15, 16–16’ (dem Pfalz-Simmerner RT-Protokoll [Nr. 262] inserierte Kop.). München, HStA, KÄA 3136, fol. 398–401 (Kop.). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 25’–30’ (wie D). Ravensburg, StdA, RA, Bü. 9 b/1, unfol. (Kop.). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 114–109 (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 6–7’ (Kop., irrtümlich datiert auf den 18.5.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 13–15 (wie D).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 962, S. 758–761.

    Š[1.] /76/ Anfenglich inen allen unsern gnedigen willen, gnade und alles gut zu sagen.

    Furter sollen sie die ursachen und bewegung, derhalben wir diesen Reichß tag furgenomen, wie wir dann das etlichen churfursten, furstena und stenden des Reichß, so uf den XXIItentag Aprilis nest vergangen bei uns zu Wormß gewest, desselben tagß anzaigen und furbringen lassen, von wegen der andern stende, so vormals dabei nit gewest noch die gehort haben, widerumb erneuen und furtragen, inhalt einer besondern instruction [Nr. 266], solchen unsern furtrag von wort zu wort inhaltend, mitsambt unserer ksl. declaration und addition, unß mitlerzeit furgefallen und mit der verzaichnus etzlicher buchstaben dabei gesetzt.

    [2.] Sie sollen auch uf unser gescheenb begeren bei den stenden der hilf halb umb furderlich, fruchtbarlich antwort mit gutem vleiß anhalten. Und so solich hilf, alß wir unß versehen, zugesagt und verwilligt wurd, das dann ein jeder vonc den stenden des Reichs darob sei und ernstlichen verfuge, damit sein volk unverzogenlich anzihe und zu unß in unsern feltleger, oder wo wir alsdann sein werden, komen und keyner uf den andern weyger. Daß auch von den stenden zwen oberst heuptlut, eyner uber die reysigen und der ander uber das fußvolk verordent. Daß auch darzu die fursten einen, die von den prelaten einen, die von den graven und freiherrn einen und die von den steten einen heuptman haben und bestellen, die alle den vorgemelten zwaien obersten heubtluten gewertig sein sollen, damit durch die menig der heubtlut vil unformlicher und ungeschickte handlung verhutet werde.

    [3.] /76’/ Und ob etzliche fursten oder stended nit erschienen weren, so sollen unser rete und die stende dieselben ernstlichen beschreiben, furderlichen zu komen oder auß ehaften verhinderung ire treffenlich, volmechtige potschaften mit gnugsamlichem gewalt zu schicken, on wider hindersichpringen zu handeln und entlichen zu besliessen. Und daß nichtdestmynder die andern, so gegenwertig sein, mitlerzeit handeln und zu der sachen greifen, damit die zeit nit vergebenlich verleuf.

    [4.] Auch sollen sie den geschickten potschaften von den steten anzaigen, wie unß glaublich angelangt, daß sie die reysigen, so sie zu solchem anslag bestellen und vermeynen zu gebrauchen, den monat uf ein pferd XII gulden und etlichen mer geben sollen2, daß unß an unserm furnemen einen bosen eingang und merklich beswerung pringt. Und darumb von unsern wegen inen ernstlichen zu sagen, daß sie derselben reysigen keinem mer dan X gulden reinisch fur kost und schaden fur seinen solt bestymmen und geben. Wo sie aber die fur solch Šgelt nicht bekomen mochten, daß sie unß daß furderlichen anzaigen. Wollen wir inen, sovil sie der reysigen notturftig sein, umb X gulden vorberurter massen bestellen und unter ir heubtlut verordnen, damit sie wissen, daß sie ire anzal alzeit haben.

    [5.] Item sollen sie den stenden anzaigen und zu erkennen geben, nachdem in den anslegen, uf vorigene reichstegen gemacht, als sie wissen, nymant kein troßpferd zugegeben oder angesetzt, so wer solchß nach unserm bedenken nit wenig ursach gewest, /77/ daß kain oder gar wenig kurisser geschickt worden. Darumb were unser begere, solchs itzo zu bedenken und zu verkumen und zu diesem anslag ordnung furzunemen, damit etliche kurisser verordent werden und ire rustung und notturft mit inen bringen mögen.

    [6.] fUnd den gemelten curfursten und fursten daneben in sonderhait anzaigen, so uf itzigem tag zu Wormbß durch sie und andere stende, daselbs versamelt, des Reichs hilf, alß wir uns ungezwivelt verhoffen, zugesagt, daß ir iglicher die anzale, so ime ufgelegt werde, furderlich und wolgerust schicken und daß ir keiner uf den andern verziehen noch weygern wolle, daß sie auch kein fußvolk, sunder dafur reysige schicken, nemlich fur funf fußknecht zwene reysigen.

    [7.] Desgleichen sollen sie an allen curfursten und fursten begeren, daß sie fur ir ufgelegte anzal des fußvolks itzberurter massen reysig schicken. Aber die von prelaten, graven und steten sollen ir ufgelegte anzal deß fußvolks schicken, und nemlich tüglich und geschickte ingesessen burger–f.

    [8.] Item, daß deß Reichs hilf, so itzo angesetzt oder bewilligt, uf ein jare gestellt werde.

    [9.] Auch sollen die gedachten unser rete mit den stenden deß Reichs von den mengeln und gebrechen, auch umb besser underhaltung unserß ksl. camergerichts handeln und reformation ton, damit daß nit mit jungen, ungeübten personen, wie die vergangen zeit bescheen, sunder dapfern, wolgelerten, erfaren beisitzern besetzt, auch die /77’/ unformlich, ungeschickt handlung, so am selben camergericht und seiner canzlei, alß unß oftmals glauplich angelangt, bishere geübt sein, gewendet und daß gemelt camergericht in ein loblich, ufrichtig wesen pracht und statlich gehalten, auch die execution uf gehabte urtel furderlichen volzogen werden. Desgleichen von wegen fridens im Reich und bestendiger, dapferer hanthabung desselben mit inen zu handeln.

    [10.] Und alß uf vergangen Reichß tegen der munz halben vil gehandelt, aber nichts entlichs beslossen oder volzogen ist3, daß durch die stende des Reichs itzo Šdeshalb weiter gehandelt und ein entlicher beslus gemacht werde, damit sich die fursten, stet und ander oberkait darnach wissen zu halten.

    [11.] Item uf des bischofs von Camerach ubergeben supplication [Nr. 318] der stende meynung und willen zu vernemen.

    [12.] Wiewol unser heiliger vater, der babst, unß verschiener zeit bewilligt, zugelassen und bevolhen hat, daß wir daß jubelgelt, so deß nestvergangen jubeljarß im Heiligen Reich gefallen und noch nit erhebt oder empfangen ist, erfordern, einnemen und zu unsern handen und gewalt pringen solten, unß auch deß nachvolgend an allermeniglich irer heiligkeit bullen und brief zugesandt4, wie dan gemeyne versamlung deß Heiligen Reichs uf jungst gehaltem reichstag zu Costnitz unß auch bewilligt5, so haben doch etliche stende des Reichs von fürsten, prelaten, steten und andern unß uf unser begeren und ansynnen daß jubelgelt, so noch bei inen ligt, bishere verhalten und nit volgen lassen wollen. /78/ Darumb sollen die gemelten unser rete solchß den stenden deß Reichß, so itzo zu Wormbs sein, anzaigen und ernstlichen begeren, unß uf ir vorgescheen bewilligung notturftig gemeyne offen mandatbrif und gescheft ang alle diejenen, so vorberürt jubeltgelt noch hinder ine ligen haben, in der besten form zu geben und ernstlichen zu bevelhen und zu verschaffen, unß oder den unsern, die deshalben bevelhe haben werden, solche jubelgelt on weiter weygern, verzug und seumnus zu uberantworten, sich auch daran die ordnung, durch wylant den cardinal zu Gurk und des Reichs rat zu Nurnberg gemacht6, noch einich ander tractat, verschreibunge oder gescheft nicht verhindern oder irren zu lassen, damit wir solchß zu unsern furnemen, deß wir itzo in ubung sein, prauchen mogen.

    [13.] Item will unß gut und not bedunken, daß ein solicitator durch daß ganz Reich verordent, der im Heiligen Reich zu unser und des Reichs notturft Šhin und wider zihe, sich aller mißhandlung, exceß und strafparerhuberfarung eygentlich erkündt und dieselben unserm camerprocuratorfiscal anzaig, damit er furter, wie sich nach rechtlicher ordnung gebüren wurd, darin handeln moge.

    [14.] Und alß in dem abschied, uf dem jungstgehalten reichstag zu Costenz gemacht, ein sonder artikel gesetzt, daß nymants sich desselben zu entledigen ichts erlangen oder suchen sol etc.7, daß aber nit gehalten oder volzogen worden ist, sollen unsere rete an die stend mit ernstem vleiß begeren, daß sie den gemelten artikel fur sich nemen, den ermessen und mit dem besten vleiß und hochster verbindung darob sein und verfügen wollen, damit dergleichen practica, /78’/ so durch vil ungestyme und behende anlangen gemeltß anslags halben zu Costenz bei unß geubt ist, vermitten und der itzig anslag strackß und on alle geverde volzogen werde.

    [15.] Wie dann die gedachten unser rete alle obgemelte artikel und geschefte unser gelegenhait und notturft nach, auch unß und dem Heiligen Reich zu ere, nutz und wolfart wol wissend mit besserni, geschicklichen worten und fügen anzubringen. Daran tun sie unser ernstliche meynung. Geben zu Mundelnheym am achtenden tag des monats May Ao. Domini etc. im neunden, unserß Reichß, deß Romischen im XXIIIIten jare.

    «Nr.  Supplikation Bf. Jakobs von Cambrai an Ks. Maximilian – [vor dem 8. Mai 1509, Vorlage in der Mainzer Kanzlei am 16. Mai] [= Nr. 318] »

    «Nr. 269 Instruktion Ks. Maximilians für Ernst von Welden als Gesandten zu den in Worms versammelten Reichsständen – Kaufbeuren, 19. Mai 15091 »

    [1.] Verfügung Papst Julius’ II. zur Aushändigung der Jubelablassgelder an die Fugger; [2.] Aufforderung an die Reichsversammlung zur Ausfertigung entsprechender Mandate an die Reichsstände.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 90–92 (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 170–171 (wie A) = B. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 130’–133’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = C. Bamberg, StA, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 161–162’ (wie A). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. Š50’–52 (wie A). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 45–48 (wie C). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie A). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 330–332’ (wie C). München, HStA, KÄA 3136, fol. 419–420’ (wie A). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 40–41 (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 48’–51 (wie C). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 90–87 (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 19–20’ (wie A; Datumverm.: Actum eritags nach trinitatis [5.6.]). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 26–27’ (wie C).

    Kurzregest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 965, S. 762.

    [1.] /90/ aMaximilian, röm. Ks. etc.–a

    Instruction, was unser getreuer, lieber Ernst von Welden, unser rat und pfleger zum Seyfritzperg, bey den erwirdigen, hochgebornen, wolgebornen, ersamen, edln, unsern lieben neven, oheim, andechtigen und des Reichs getreuen Kff., fursten und andern stenden des Heiligen Reichs, ytzo auf dem reichstag zu Wormbs versamelt, werben und handlen soll.

    Anfenglich sol er inen unseren gnedigen willen, frundschaft, gnad und alles gut sagen.

    Und daruf furbringen, wie unser heiliger vater babst uns geschriben und zu erkennen geben, das sein heiligkeit den Fugkern von Augspurg alle und igliche jubilgeld, sob des negst verschinen jubiljars durch weylent babst Alexander, seinen negsten vorfarn gegeben und gefallen ist und durch weylent Raymunden [Peraudi], cardinal Gurcensis, als darzu sonderlichn verordenten legaten allenthalben in teutzsche nacion und andern furstentumen und landen verkund, publicirt und verfolgt, gefallen und nit empfangen oder aufgehebt, sonder aus etlichen redlichen, gegrunten /90’/ ursachen mit ainer sonderlichn meynung, auch verpflichtung und obligacion von denen, so solch geld in irem gwalt und verwarung gehabt, sequestrirt und arrestirt werd, solch sequestrirt geld von allermeniglich, nymant ausgenommen, zu erfordern, einzunemen und aufzuheben, auch von dem empfangen zu quittirn und wider dy ungehorsamen und widerspenigen mit dem bann und andern penen und strafen zu procediren und zu handeln ernstlich bevolhen und comittirt. Wie auch sein heiligkait das vorberurt sequester durch di gedachten sein vorfarn und cardinal von Gurk oder sein heiligkait selbs furgenomen, auch dy ayd, verpflichtung, obligacion, beredung oder verschreibung, deshalbn bescheen, getan und gegeben, relaxirt, aufgehebt und abgetan und allen inhabern des vorbemelten sequestrirten und erlegten gelds, dasselb den gedachten Fugkern oder yren gwalt- oder bevelhhabern uf ir begern und ansuchn an allen verzug, eintrag oder widerred zu raichn, zu antwurten und volgen zu lassen bey vorgedachter pen des pans /91/ ernstlich Šgeboten und alle ordenung, satzung, constitucion, brief, verschreibung oder anders, so vormals außgangen weren oder in einiche weg dawider sein geacht oder verstanden werden mocht, genzlichn derogirt und vernicht, wie dan seiner heiligkeit bullenc, den gedachten Fukern deshalben gegeben und uns furbracht, weyter inhelt.2 Und uns daruf zum hochsten ersucht und ermant, das wir den gedachten Fugkern unser ernstlich hilf und furdrung erzaigen wolten, domit sy das obberurt geltd an verzuk und seumbnus erfolgen und furter nach seiner heiligkait bevelh domit handeln mochten. Dem wir dan unsers vermogens volg zu tun begirig und willig, als uns auch nit zweivelt, sy fur sich selbs aus schuldiger gehorsam auch geneygt sein solten.

    [2.] Demnach sey unser ernstlich und vleissig beger, das sy an alle stend des Reichs und sonderlich an dy ende und dyjenen, da gemelt jubilgelt noch ligt und nit aufgehebt sey, offen mandat- und gebotbrif bey ainer nemlichen pen /91’/ oder sonst in der besten form nach irem rat und gutbedunken außgen lassen und darin anzaign wolten, das sy den genanten Fugkern oder iren gewalt- oder bevelhabern auf ir begern und anlangen all jubilgelt, so bey inen, wie obstet, sequestrirt oder noch hinder inen erlege, gegen uberantwurtung der verpflicht und verschreibung, obligacion oder instrumenten, so sy dem gedachten cardinal von Gurk getan oder gegeben, die dan di gemelten Fugker bei iren handen hetten, und uf ir zimlich quittung an weytern verzug, einrede oder wegrung zu iren sichern handen und gwalt raichen, antwurten und verfolgen und sich daran [durch] dieselb obligacion, verpflichtung oder verschreiben inhalt obberurter bullen noch auch sonst ainich ander tractat, vereynigung, gescheft oder beredung, verschiner zeit durch des Heiligen Reichs rat und regiment zu Nuremberg oder sonst in ander weg deshalb gemacht, nit irren oder verhindern [lassen]. Und das sy solch mandat- und gebotbrif nach aller notturft /92/ verfertigen und dem gemelt von Welde oder, ob er derselben nit erwarten mocht, unsern reten doselbs zu Wormbs ubergeben lassen und sich darin der bebstlichen heiligkeit gehorsam und uns zu sonderm gfallen gutwillig und furderlich erzaigen, domit ir bebstlich heiligkeit di merklichen krig, emporung und last, domit ir heiligkeit, als sy wissen mochten, diser zeit beladen sey, dest statlicher und verfenglicher volbringen und daran nit verhindert werd. Das wolten wir seiner heiligkait von inen beruemen, auch fur uns selbs gnediglich erkennen, wie dann derselb von Welde solchs mit fuglicher, geschicktern reden wol weyter furzubringen wais. Daran geschiet unser ernstliche meynung. Geben Šin unser und des Reichs stat Kaufbaurn am neunzehenden tag des monats May anno Domini XVcnono, unser Reich, des Romischen im XXIIIIten jare.

    «Nr. 270 Instruktion Ks. Maximilians für Ernst von Welden als Gesandten zu Kf. Friedrich III. von Sachsen – Kaufbeuren, 19. Mai 1509 »

    [1.] Verfügung Papst Julius’ II. zur Aushändigung der Jubelablassgelder an die Fugger; [2.] Aufforderung zur Ausfertigung entsprechender Mandate an die kursächsischen Amtsträger und Untertanen; [3.] Lieferung von Salpeter an Ks. Maximilian.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 86–86’, 87–88’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A.

    [1.] /86–86’/ [Entsprechend Nr. 269, Pkt. 1 – Instruction ... gneygt sein solten.].

    [2.] /87/ Demnach, so sey an sein lieb unser ernstlich und vleisig begern, dieweil sein bebstliche hailigkait, als wir wie auch ungezweifelt sein lieb gut wissen hett, diser zeit in merklicher entporung, krieg, aufwegung [= Aufruhr, Aufbruch] und last und des gedachten jubelgelts darzu wol nodturftig were, das er allen und iglichen seinen heubtleuten, ambtleuten, phlegern und undertanen der slos, stet, merkt und gebiete in seinen furstentumb und lande, da vorberurt jubelgelt sequestrirt, arrestirt, in verbot gelegt oder sonst durch verphlichtung, obligacion oder verschreybung verheft oder nach nit aufgehaben oder entphangen sey, durch sein offen mandat bey einer nemlichen pene ernstlichen gepieten und bevelhen wolt, daz sie den gedachten Fuckern oder yren gewalt- oder bevelhhabern auf yr erfordern, anlangen und begern alle und iglich jubelgelt, so, wie obstet, bey ine sequestrirt oder noch hinder ine lege und nit entphangen were, gegen uberantwortung nodturftiger quittung, auch der verphlichtung, verschreybung, obligacion oder instrumenten, so sie dem gedachten cardinal von Gurk getan oder gegeben, die dann die gemelten Fucker bey yren handen hetten, on weiter verzug, einrede oder wegerung zu yren sichern handen und gewalt reichen, antworten und /87’/ verfolgen und sich daran [durch] dieselben obligacion, verphlichtung oder verschreybung inhalt bemelter bebstlicher pullen nach auch sonst einiche tractat, verainigung, gescheft oder beredung, verschyner zeit durch des Heiligen Reichs rate zu Nuremberg oder sonst in ander weg deßhalb gemacht, nit irren oder verhindern und solh gebotsbrif nach aller nodturft verfertigen und dem gedachten von Welden unverzogenlich behendigen und zustellen lassen welle. Daran tut er bebstlicher hailigkait gehorsamen willen und uns besonder annemigs gefallen.

    [3.] Welden soll Kf. Friedrich außerdem um die Lieferung von 1000 Zentnern Salpeter ersuchen, die er, der Ks., für seinen bevorstehenden Feldzug benötigt. Er wird je Zentner 8 fl.rh. bezahlen. Die Lieferung soll in Nürnberg deponiert werden, dessen Magistrat weitere Befehle hat. Er wird die Fugger veranlassen, die Rechnung aus dem in Kursachsen angefallenen Jubelablassgeld zu begleichen. Zusätzlich sollen Šsie ihm daraus – uns zu ewigem gedechtnus– weitere 2000 fl.rh. für den Bau des neuen Stifts in Wittenberg1geben. Er geht davon aus, dass der Kf. dies nicht abschlagen wird.

    «Nr. 271 Reichstagsinstruktion Ks. Maximilians für Johann Storch – Mindelheim, 21. Mai 1509 »

    [1.] Verhandlungen wegen des Klosters Reichenau; [2.] Streit zwischen der Stadt Landau und Bf. Philipp von Speyer; [3.] Belehnung Gf. Dietrichs von Manderscheid mit Reckheim; [4.] unterbliebene Übersendung des ksl. Siegelstempels an Ebf. Uriel von Mainz; [5.] Übernahme des Kammerrichteramtes durch Gf. Adolf von Nassau; [6.] Annahme Dr. Ludwig Reynolts als Beisitzer am Reichskammergericht; [7.] Entschuldigung für das Fernbleiben Gf. Eitelfriedrichs von Zollern, Sigmunds von Rorbach und Konrad Stürtzels vom Reichstag; [8.] Grußbotschaft an verspätete Reichstagsteilnehmer; [9.] vorzeitige Auszahlung der Frankfurter Stadtsteuer; [10.] Konflikt zwischen Hans Landschad und der Stadt Worms; [11.] Konflikt zwischen Bf. Philipp von Speyer und Eck von Reischach; [12.] Angelegenheiten der Stadt Regensburg; [13.] Vorgehen gegen die Befehder der Stadt Rothenburg/Tauber; [14.] Supplikation des Hans von Landau; [15.] künftiger Standort des Reichskammergerichts; [16.] Session Wilhelms von Roggendorf als Vertreter Österreichs auf dem Reichstag; [17.] Titulaturstreit der Stadt Köln mit Ebf. Philipp; [18.] weitere Streitsachen zur Erledigung durch die Reichstagskommissare; [19.] Reiterdienst Gf. Johanns von Isenburg; [20.] Fiskalprozess gegen den Propst zu Berchtesgaden; [21.] Reichsacht gegen Venedig; [22.] Forderung Hans Burgauers gegen Appenzell; [23.] Aufforderung an Hg. Ulrich von Württemberg zur persönlichen Teilnahme am Wormser Reichstag; [24.] Befehl an Ludwig Vergenhans zum Erscheinen auf dem Reichstag; [25.] Streit zwischen Philipp Forstmeister und Frowin von Hutten; [26.] Schlussformel, Datum; [27.] Aufforderung an die Reichsstände zur Leistung der Romzughilfe in Form von Reitertruppen oder durch Anwerbung böhmischer Söldner.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 103–107 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A.

    /103/ Maximilian, e[rwählter] von Gots genaden romischer keyser etc.

    Instruction, was unser rate und des Reichs liber, getreuer Johann Storch bey den erwirdigen, hochgebornen, wolgebornen, edlen, ersamen unsern lieben neven, oheymen, andechtigen und des Reichs getreuen churfursten, fursten und stenden des Heyligen Reichs, yezo auf dem Reichs tag zu Wormbs versamlet, Šauch in sonderheyt bey unsern keyserlichen reten und comissarien, so wir dahyn verordent haben, reden, handeln und werben sol.

    Anfenglich inen allen samentlich und sonderlich unsern genedigen willlen und alles gut zu sagen.

    [1.] Und den gemelten unsern verordenten reten furzubringen, sy alle ader ir etliche aus inen mogen, als wir nit zweifeln, gut wissen haben, wie das loplich gotzshaus in der Reychenau, so eyn gefurst und der mechtigisten gotzheuser eyns im Heiligen Reich gewest, in so merklich verderben, abnemen und verödung kommen, das aus grossem armut und unvermogen etliche zeyt nit mere dann zwen conventualbruder1 daryn gewest, dy dann nach abgang des nechsten abts [Martin von Weißenburg], als sy einen andern abt zu erwelen furgenomen gehabt, aus mangel, das ir zu solicher wal zu wenig gewest, dy ebt zu Kembten, zu sant Blasy und zu Petershausen, ires ordens, darzu erfordert2, die mit inen eynen aus denselben zweien, nemlich den von Knoringen, zu eynem abt erwelt, der darauf jezo zu Ulm3 bey uns erschynen, sich als gehorsamer des Heiligen Reichs gefurster prelat und caplan unterteniglich angezaigt und in bey der beschehen election genediglichen zu handhaben diemutiglichen angerufen, mit erbietung, wo wir der administracion oder regirung halben an seyner person eynigen mysfallen, zweifel ader mangel hetten, das er eynen administrator, so /103’/ wir nach unserm gefallen ime zuordnen wurden, leiden und gedulden wolt. Aber der bischofe von Costenze were damals auch daselbst bey uns erschinen und uns angezeigt, wie dy babstlich heilickeyt aus beweglichen ursachen das gemelt gotzßhaus seynem stift Costenze incorporirt hett, inhalt der bullen4, ime deßhalbe gegeben, und uns darauf nach inhalt solicher bullen, der wir hiemit abschrift schicken, umb eynsatzung treffenlich angelangt.

    Dyeweil nun das bemelt gotzhaus dem Heiligen Reich on mittel zugehorig, auch uns, dem Reiche und unserm hauß Osterreich, wo das in der Eidgenossen oder ander hend kommen und gewendet werden solt, als sy selbst zu ermessen hetten, merklicher unrat, nachteil und unwiderbringlicher schad daraus erwachsen und also vil und merklichs daran gelegen, seyen wir dardurch bewegt worden, den handel yn weiter betrachtung zu stellen, auch mit und nach rat der yzigen versamblung zu Wormbs darin zu handeln und deßhalbe bede vorgemelt parteien mit allen iren gerechtikeyten, und was zu der sachen dient, fur dy geŠdacht versamblung beschiden [Nr. 120]. Darumb sey unser ernstlicher befelch, das sy solchs derselben vorsambnung von unsern wegen anzaigen und mitsampt inen bede parteien in irm furtrag nach aller notturft verhoren und mit gutem fleis und dapferkeyt beratslagen und erwegen wöllen, was daryn fur uns und das Heilig Reiche das best, nutzist und fruchtbarlichst seyhe. Und sol der gemelt Storch disen handel emsiglich sollicitirn, das der nach notturft beratschlagt und uns der verfast ratschlag furderliche zugeschickt werde.

    [2.] Weiter sol er inen sagen, das sy dy irrung, zwuschen unserm fursten, dem bischofe von Speier, und der stat /104/ Landaue schwebend5, verhorn und dy gutlich hynzulegen, auch yn sonderheyt von demselben von Speier glaubwirdig copey von der pfandverschreibung uber Landaue sagend6, der wir aus beweglichen ursachen notturftig seyn, zu erlangen allen fleis ankeren sollen.

    [3.] Und als wir durch unsern neven und churfursten, den erzbischove zu Collen, von wegen deß von Manderscheids umb verleyhung eynes lehens angesucht seyn, sol er in sagen, unser bevel seyhe, das sy im solichs lehen an unser stat zu seynen rechten nach irem rait verleihen, geburlich briefe daruber geben. Doch das sy im nach irem gutbedunken zu entlicher ausfurung der rechtfertigung, die im solichs lehens halben zu tun geburn wil, ein nemlich zeit bestymmen, solich sache und rechtfertigung in derselben zeyt auszufuren.7

    [4.] Er sol auch unserm neven und churfursten, dem erzbischof zu Meynze, zu erkennen geben, wiewol unser liber, getreuer Ziprian von Serentyn im von unsern wegen angesagt, das wir seiner liebe ein katschett [= Siegelstempel] zuschicken wolten, so bedunk doch solichs on not, dieweil wir ym geschriben und befolhen haben, die brief mit seiner aigen hand zu verzeichenen und zu Šunderschreiben [Nr. 342]. Deshalb wir das katschett zu uberschicken diser zeyt underlassen haben.

    [5.] Und als grave Adolfe von Nassaue sich vormals gegen uns bewilligt hat, soferre unser keyserlich camergericht zu Worms ader Frankfurt gehalten werde, das er das camerrichterampt umb dy besoldung, wie er vormals gehabt, nemlich XVC gulden, annemen und uns nit weiter ader hoher steigern wolle, sol er [= Storch] unsern reten sagen, mit im [= Gf. Adolf] von unsern wegen deshalbe mit fleis zu handeln und in zu bewegen, solich ampt umb dy bestymbten besoldung anzunemen und sich des /104’/ nit zu wegern, ime auch, so er das annymbt, notturftig verschreibung zu verfertigen.

    [6.] Und das sy bey den gedachten stenden fleis haben, damit doctor Reynolt zu Feldkirch, der vormals fur eyn beysitzer desselben camergerichts angesehen und furgenommen gewest yst8, an eines der abgestanden statt zu beysitzer aufgenommen werde.

    [7.] Das sy auch bey denselben stenden grave Eitel Friderichen von Zollern, Sigmunden von Rorbach und doctor Sturzeln, die wir zu yne fur unser rete ernennt und verordent gehebt, irer merklichen krankheyt halben nit haben komen mogen, entschuldigen.9

    [8.] Und den bischoven von Wurzburg, Bamberg und andern fursten, so nach unserm abschid dahyn kommen weren oder wurden, irer gehorsam genedigen dank zu sagen und an sy zu begern, das sy in den obligenden hendeln uns und dem Heiligen Reiche zugut das best und nutzist furzunemen verhelfen wolten.

    [9.] Ob auch Georgen Mospache, unserm secretarien, dy statsteuer zu Frankfurt nit verfolgt were, sol er yn sagen, ym daryn furderliche und hilflich zu seyn, mit den von Frankfurt geschickten zu Wormbs deshalbe ernstlich zu handeln oder dem rat zu Frankfurt ernstlichen zu schreiben, solich steuer unverzogenlich zu bezalen, angesehen, was daran gelegen seihe.

    [10.] Auch das sy dy irrung zwuschen Hansen Landschaden und der stat Wormbs zu gleicher weis wie dy, so sich zwuschen den Dalbergern und denselben von Wormbs helt, derhalbe wir yn vormals befelich getan hetten [Nr. 267, Pkt. 16], notturftiglich verhoren und umb verhutung weiter aufrur allen fleys ankeren, dyselben gutlichen zu vertragen und dem Landschaden zeitlich darzu verkunden.

    [11.] /105/ Desgleichen dy irrung zwuschen dem bischof von Speier und Eck von Reischach gutlich zu verhoren und nach billickeyt zu entscheyden, damit deshalbe kunftig aufruren verhuet werden.

    [12.] Desgleichen dy mengel, gebrechen und irrung, dy stat Regenspurg antreffend, dy wir dann derhalben auf den reichstag geyn Wormbs vertagt haben [Nr. 176], mitsampt den stenden des Reichs notturftiglich zu verhoren, dareyn zu sehen und zu beratschlagen und alles das, sy fur uns und das Reich Švermeynen das best und nutzist zu seyn, furzunemen, damit dyselb statt nit yn abfal kommen, daran dann als eyner ortstat [= Grenzstadt] vil und merklichs gelegen ist.

    [13.] Gleicherweiß der stat von Rottenburg an der Tauber sachen auf unser ret schreiben, uns derhalb getan10, mit den stenden gutlichen zu handeln, damit solicher frevenlicher handel unverzoglichen gestraft werd. Dann uns diser zeyt, dyweil wir zu volzihung unsers furnemens yn ubung und dem zug seyn, darin personlich zu handeln ader dy acht zu sprechen nit gelegen seyn wil.

    [14.] Und yn deß armen Hans von Landaue sachen auf seyn ubergeben supplicacion, sovil dy billikeyt erleiden mag, zu handeln, damit ym fuglicher weis geholfen werden moge.

    [15.] Das sy auch auf ir schreiben [Nr. 390], uns von wegen der verendrung des camergerichts malstat getan, mit den gedachten stenden davon reden, iren rat und gutbedunken darin vernemen und furter darauf beschlissen sollen. Aber dweil vil muhe und uncostens auf das hyn- und widerzihen get, bedeucht uns das fuglichst, das es zu Wormbs gelassen, /105’/ so doch, als wir uns genzlichen versehen, die irrung zwuschen der geistlickeyt und der stat gruntliche vertragen wurd.

    [16.] Und das sy Wilhalmen von Rogendorfe, den wir fur eynen rade unsers hauß Osterreichs halben in dy versambnung verordent haben, derselben versambnung dermassen anzeigen, auch von unsern wegen darob seyn und ernstlichen anhalten sollen, damit im seyn geburlicher sitze und stand gegeben werd.11

    [17.] Als auch der rat zu Collen sich merklich beschwert, das der bischove zu Collen inen yn seinen brieven schreiben sol: Geben yn unser stat Collen etc., dieweil sy keynen andern hern ader oberkeyt dann romische keyser ader konig haben oder erkennen, sol er unsern reten sagen, das sy mit den stenden ausserhalbe des bischofs von Collen davon handeln, iren rait daryn vernemen und furter nach irem gutbedunken darin handeln sollen, doch nichts entlichs beschlissen, sonder der stende und iren raitschlag uns zuvor zuzuschicken.

    [18.] Der gemelt Storch sol auch unsern reten vorgemelt eygentlichen anzeigen, was im sonst von briefen ader suplicacion ubergeben oder von sachen befolen seyn, damit sy furderliche daryn handeln und dy parteien vertragen ader sunst zu austrag verteidingen und abfertigen mogen.

    [19.] Er sol auch grave Johann von Eysenberg unverzogliche zu erkennen geben, das er auf unser schreiben, wir seinem vater [Gf. Ludwig] getan haben12, Šsich mit XXV pherden rusten und bereytmachen wolle, wann wir im weiter schreyben, das er von stund an end [= an den Ort], er bescheiden /106/ wurd, zu uns gerust komme. Ob aber seyn vater ader er das abslagen und nit tun wolten ader wurden, das sol uns Storch furderlich zu erkennen geben, uns darnach wissen zu halten.

    [20.] Und unserm keyserlichem camerprocurator fiscal von unsern wegen ansagen und ernstlichen befelhen, das er auf seyn furgenommen handelung und ausgangen process wider bropst zu Bercholtßgaden weiter und mit allem fleis procedir und handel, damit dy sachen unverzogenliche geendt und er zu gehorsam bracht werde.13

    [21.] Auch besonder bey unserm keyserlichen camergericht mit fleys sollicitirn, damit dy acht wider dy Venediger furderlich gesprochen und erkennt und yn der allerbesten form nach gestalt der izigen leufe allenthalben durch das ganze Romische Reich verkundt und ernstlich executorial gegeben. Das uns auch derselben acht brieflich urkund zugeschickt werden, dieselben zu unser notturft zu gebrauchen. Und ob bemelt camergericht nit bald angefangen ader gehalten wurd, sol Storch unsern reten sagen, bey der versambnung fleis anzukern und zu handeln, damit sy auf vorgeschriben rechtsetze und handelung dy acht sprechen und process ausgeen lassen. Und ob dy stende des Reichs dy acht zu sprechen beschwerung haben wurden, sollen unser rete mitsampt den beysitzern, so furhanden wern, dy acht an unser stat sprechen und erclaren, deß wir inen hiemit unser volkommen gewalt und macht geben.

    [22.] Und als Hans Burgauer von Lyndaue verschiner zeit auf urtel und recht, durch weylend Hansen [!] Swendtner gegen den von Aperzell an bemeltem unserm /106’/ camergericht erlangt14, execution begert, dy aber der Eydgenossen und schwebender leufe halben bißhere angestelt worden und uns deshalbe von camerrichtern und beysitzern umb underrichtung, wie sy sich darin halten sollen, geschriben ist15, sol Storch unsern reten sagen, solichs der versambnung anzuzaigen und furter nach irem rate und bedenken daryn zu handeln.16

    Š[23.] Der gemelt Storch sol sich auch in seynem hynabereiten zu unserm swager und fursten herzog Ulrichen von Wirtenberg fugen, im auf ubergebung unser credenze ansagen, wie wir auf unser selbst handelung, mit ym gehabt, und unser jungst schreiben17, im des Reichs tags halben zu Worms getan, all instruction und befele [Nrr. 266f.] vor zehen tag unsern reten hynabgeschickt. Und dieweil uns, dem Heyligen Reich und teutscher nacion, als seyn liebe waist, vil und merklichs an den sachen gelegen, so sey abermals unser hoch und ernstlich begere, das er sich mit eyner geryngen anzal pferde in eigener person auf denselben Reichs tag fuge und mit andern stenden des Reichs das best und nutzist furzunemen und zu handeln verhelfen. Des wolten wir uns zu seyner liebe ungezweyfelt versehen.

    [24.] Desgleichen sol er doctor Ludwigen Fergenhansen auf ubergebung unser credenze von unsern wegen sagen und befelen, sich unverzoglich dahyn zu fugen, by unsern reten daselbst zu seyn und mit in helfen zu handeln.

    [25.] Er sol auch unsern reten sagen, Philipsen Forstmeister gegen Frowin von Hutten und seynen zugewenten fur sy zu vertagen, irer irrung zu verhorn und fleis /107/ anzukeren, sy derselben gutlich zu vertragen; wo das nit volgen wolt, eyns entlichen austrags zu verfassen.

    [26.] Und yn allen vor geschriben sachen guten, furderlichen fleis ankeren, als wir uns des zu yn genzlichen verlassen. Daran beschicht unser ernstliche meynung. Geben zu Mundlheym am XXI. tag des monats May anno etc. im neunten, unsers Reichs, des Romischen im XXIIII. jarn.

    [27.] Es soll auch Storche unsern reten sagen, wo uns dy hilfe durch dy stend des Reichs, als wir uns genzlich versehen, zugesagt wurde, daz sy alsdann bey denselben stenden mit allem fleys handeln, damit sy uns fur das fusvolk, so iglichem aufgelegt wurde, und sunderlich dy stett geraysigen schicken wollen. Dann wir itzt mit gutem fusvolk uberhauft und genugsamlich versehen seyn.

    Wo sy aber des beschwerung haben und je ir angesetzt fusvolk schicken wolten, das sy alsdann solichs fusvolk zu Behaym bestellen wolten, da sy des umb zymlich besoldung taugenlich und recht geschickt gnug finden werden.

    «Nr. 272 Breve Papst Julius’ II. vom 28./30. April 1509 an Reichsstände – präs. Worms, 22. Mai 15091 »

    Absicht zu einem Türkenkreuzzug; Notwendigkeit zum Vorgehen gegen Venedig; Aufforderung zur Unterstützung Ks. Maximilians in dieser Angelegenheit.

    ŠI. (auf dem Wormser Reichstag vorgelegte lat. Abschriften, Rom, 28.4.1509; Adressaten: geistliche und weltliche Kff.): Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 39–40 = Textvorlage A. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 146’–148 = B. Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 15–16; 17–18’ (2 Kopien; Adressaten: weltliche Kff.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 77–78. Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol.

    II. (lat. Or. Perg. m. Siegelspuren, Rom, 28.4.1509, Gegenz.: Sigismundus2; den Adressaten nicht zugestellt): Wien, HHStA, AUR 1509 IV 28 (3 Exemplare; Adressaten: Ebf. Uriel von Mainz, Ebf. Leonhard von Salzburg und Hg. Ulrich von Württemberg) = C.

    III. (lat. Or. Perg. m. Siegelspuren, Rom, 30.4.1509, Gegenz.: Sigismundus; den Adressaten nicht zugestellt): Wien, HHStA, AUR 1509 IV 28 (2 Exemplare; Adressaten: Lgf. Wilhelm von Hessen und fränkische Reichsritterschaft) = D.

    [1.] Von Beginn seines Pontifikats an stellte er unablässig Überlegungen an, wie ein ausreichend starker Kreuzzug gegen die ungläubigen Türken als den schlimmsten Feinden der Christenheit zustandezubringen sei. Alle seine Bemühungen richtete er deshalb auf die Vermittlung in den Streitigkeiten zwischen den christlichen Kgg. und Ff. Ein erster Erfolg war der Ausgleich zwischen Kg. Ludwig von Frankreich und Kg. Ferdinand von Aragon.3Als nächstes gelang ihm dies unter Einsatz seiner Autorität und durch hartnäckige Ermahnungen auch zwischen dem allerchristlichsten Kg.[Ludwig] und dem erwählten röm. Ks. Maximilian.4Sie gingen ein, wie er hofft, immerwährendes Bündnis5ein und bekräftigten ihre Absicht, so bald wie möglich unter Einbeziehung weiterer christlicher Kgg. und Ff. einen Kreuzzug (sanctissimam expedicionem)durchzuführen, doch müssten zuvor der Hochmut und die Gier Venedigs wie auch sein Expansionsbestreben unterdrückt und es durch Anwendung geistlicher und weltlicher Waffen gezwungen werden, die unrechtmäßig angeeigneten Besitzungen der römischen Kirche zurückzugeben. Denn Venedig ignoriert bis heute seine Bitten um Restitution der zu Beginn seines Pontifikats besetzten Städte Rimini, Faenza und Sarsina und weiterer Besitzungen in der Romagna – ganz zu schweigen von den übrigen durch die Venezianer der Hl. Kirche und seinen Amtsvorgängern zugefügten Rechtsverletzungen und Verlusten. Damit nicht zufrieden, stellte Venedig an der Grenze zum Kirchenstaat kürzlich ein großes Heer auf und scheint im Begriff zu sein, einen weiteren Einfall zu unternehmen.

    ŠSo sieht er sich gezwungen, zum Schutz der Untertanen der röm. Kirche Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Er hat deshalb das Interdikt über Venedig verhängt, wie aus seiner beigefügten Bulle6zu entnehmen ist. Es steht zu befürchten, dass die Venezianer dessen ungeachtet in ihrem Ungehorsam beharren werden, weshalb er wie sein Vorgänger Sixtus IV.7den erwählten Ks. Maximilian als Advokaten der Kirche um Beistand gebeten hat.8Dieser hatte Venedig bereits zuvor vergeblich um die Rückgabe der genannten Städte ersucht.9Mit seinem Aufruf folgt er dem Beispiel seiner Vorgänger Stephan III. und Hadrian II., die ebenfalls christliche Kss. und Kgg. um Hilfe für die Rückeroberung von Kirchengut von den Heiden ersucht haben.

    Er fordert ihn, den Adressaten, nachdrücklich auf, dem erwählten Ks. mit allen Kräften für den Schutz der Hl. Kirche zur Seite zu stehen, wenn dieser die Waffen gegen Venedig ergreift, damit er, der Papst, sich nach Heilung dieser inneren Wunde gemeinsam mit den christlichen Ff. persönlich gegen die Feinde der Christenheit, die ungläubigen Türken, wenden kann.

    «Nr. 272a Weisungen Ks. Maximilians an die Reichstagskommissare vom 14. und 19. Mai 1509 – präs. Worms, 22. Mai 1509 [= Nrr. 394, 399] »

    «Nr. 272b  ŠAusschussbedenken zur ersten ksl. Reichstagsinstruktion – Worms, 26. Mai 1509 [= Nr. 275/II] »

    «Nr. 273 Stellungnahme Kursachsens zum Ausschussbedenken – Worms, [27. oder 28. Mai 1509] »

    Vorschläge zu Ergänzungen und Änderungen des Ausschussbedenkens in folgenden Punkten: [1.] Betonung der grundsätzlichen Leistungsbereitschaft der Stände für Ks. und Reich; [2.] Ablehnung des Vertrags von Cambrai; [3.] Ablehnung der beantragten Reichshilfe gegen Venedig wegen Zahlungsunfähigkeit der Stände; [4.] Forderung nach einer maßvollen Reichshilfe durch den Ks. persönlich als Voraussetzung für eine positive Entscheidung der Reichsversammlung.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 117–118 (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 123 (unvollständiges Konz.) = B.

    [1.] aUnd sie zu tun schuldig, ganz willig weren [Nr. 275/II, Pkt. 1]: Zu bedenken, ob dieselben wort vor oder nach stehen sollen. Dann unsers bedenkens stund es billich vor und nach also: mer, dann ine wol moglich und sie ze tun schuldig gewest.

    Wann auß yrer und des Heiligen Reichs notdurft [Nr. 275/II, Pkt. 1]: Bey disen worten nit zu vergessen, das nit so herkomen sey, so ksl. Mt. hilf begert het von den stenden, dz dann sein Mt.[nicht] bey ine blieben und sie darumb gehoret. So dann solchs bescheen, sonder zweivel, sie wurden sich auch mit undertenigkait irs vermogens, wie dann vormals mer bescheen, haben vernemen lassen.

    [2.] Davon kein gruntlich wissen tragen etc. [Nr. 275/II, Pkt. 2]: Aldo anzuzeigen, dz die curfursten zu Collen seiner Mt. mit außgedruckten worten zu verstehen gegeben hetten, das sie in den tractat, zu Hagenau aufgericht, gar nichts willigen wolten.1 Dann het sein Mt. ichts aufgericht, dz sein Mt. zu tun, liessen sie in seinem wert.b

    [3.] Die hilf zu tun schuldig weren etc. [Nr. 275/II, Pkt. 3]: Dweyl ditz furnemen an yr bewust, auch dz seiner Mt. zu Costenz ir furnemen treulich widerraten, auch seiner Mt. romzug dazumal zu tun von inen alß vor unmoglich geachtet–a, sein Mt. auch underteniglich gebeten, csolchen zug underwegen Šzu lassen biß zu bequemlicher zeit–c, mit anzeig, werd sein Mt. dieselb hilf, die doch seiner Mt. auß sonder undertenigkait und auß keiner verpflicht gewilliget, nit zum romzog geprauchen, ab dann sein Mt. nachfolgent weyter hilf begeren, das dann auß unvermogen und andern redlichen ursachen, seiner Mt. dazumal angezeigt, dieselbige bey den stenden nit aufbrengen wurde.2

    Teurung und sterben etc. [Nr. 275/II, Pkt. 3]: Darzu were vil jar weder frid noch recht im Reich gehalten.

    Dz sie also zu helfen nit mer vermoglich weren etc. [Nr. 275/II, Pkt. 3]: Ab sie auch dz zu tun schuldig dergestalt, als sein Mt. begert.

    Diser begerten hilf gnediglich zu erlassen [Nr. 275/II, App. p-p]: Ist wol zu bedenken, ob dz zu bitten sey, domit dnit zu weyt gangen–d, dz man die begerte hilf vor zymlich ansehe.

    [4.] eZu beschlus: Wu ksl. Mt. ein hilf gefordert, die mit ichte leidlich gewest und mit aigener person mit den fursten gnediglich gehandelt het, wie herkomen ist, so wolten sich die stend mit underteniger antwort, wiewol sie [d]es nit verpflicht, haben vernemen lassen–e.

    «Nr. 274 (Fiktiver) Absagebrief der Reichsangehörigen an Venedig – s.l., 28. Mai 15091 »

    [1.] Hilferuf des Papstes gegen Venedig; [2./4.] Bruch des Waffenstillstands von Arco; [3.] Achterklärung des Reichskammergerichts gegen Venedig.

    I. (Drucke I): Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 87–88’ (präs. Frankfurt, 18.7.1509) = Textvorlage A. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 37–38’. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. München, HStA, KÄA 3136, fol. 389–390’. München, HStA, KÄA 3137, fol. 140–141’. Straßburg, AV, AA 329, fol. 16–17’. Wien, ÖNB, 28.O.29., pag. 21–24.

    II. (Drucke II; Bestandteil von Nr. 482; H. Höltzel, Nürnberg 1509 / M. Landsberg, Leipzig 1509): München, BSB, Rar. 1589#Beibd. 11 [= Eur. 330–21], fol. 174’–175’ [auch Online-Ressource] = B. Berlin, GStB, Gv 4565. Göttingen, SUB, 8 Mulert 502 (2). Wolfenbüttel, HAB, H: YT 2.4º Helmst. (1). Worms, StdB, -Mag- W Gs 283.

    ŠIII. (Abschriften): Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 58–55’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 126–127’.

    Edition: Goldast, Reichshändel, S. 407f.; Ders., Reichshandlung, S. 92f.; Hutten/Böcking, Schriften III, S. 165f.; Weller, Geschichte I, S. 452–455.

    [1.] /87/ [Aufschrift:] Form der Absag von Fürsten, Grauen, Freyen, herren, Rittern, Knechten vnd dienstlewten des heiligen roͤmischen reichs, Auch tewtscher, waͤlscher vnnd windischer nacion verwanndten vnd vndtersaͤssen, An den hertzogen vnnd die herrschafft von Uenedig schriftlich vnd mündlich ausgangen.

    /87’/ Fürsten, Grauen, Freyen, Herrn, Ritter, Knecht vnd dienstlewt für Sy, jr helffer vnd helffers helffer obgemelter nacionen haben in jrer absag dem hertzogen vnnd der herrschafft von Uenedig zuͦwissen getan vnd ertzelt, Wie Sy vnnser heiligister vater, der Babst, durch seiner heiligkeit Bullen [Nr. 272/III] bericht, was gestalt die Uenediger sein heiligkeit vnnd den heiligenn Stuͦl zuͦ Rom bisher in manigfaltig weg gwaltigclich vnnd on alle recht beswaͤrt vnnd bedrenngt, das seiner heiligkeit fürter zuͦgedulden nit gepür, vnnd sei deshalben hochgeursacht, Sy mit dem gaistlichen vnnd weltlichen swert zuͦstraffen; hab auch darauf die obbestimbt geselschafft von Fürsten, Grauen, Freyen, herrn, Rittern, Knechten vnnd dienstlewten Als verwandten vnnd vnndersaͤssen des heiligen reichs, welhes ain scherm der cristennlichen kirchen ist, zuͦ hilf, beystannd vnd rettung wider Sy ermant. Das dann dieselb Geselschafft zuͦ hertzen genomen vnnd sich enntslossen haben, seiner heiligkeit vnd der heiligen kirchen mit allem jrem vermügen, vnd was jnen dartzuͦ gepür, gehorsam vnd willfaren zuͦtuͦn.

    [2.] Dartzuͦ hab Sy auch bewegt vnd geursacht, Wiewol der bestand, des verschinen jars zuͦ Reyff [= Riva] am Gartsee zwyschenn der Roͤmischen kayserlichen Mayestat, vnnserm allergnedigistenn herren, an ainem vnnd den Uenedigern durch jr gwaltig botschaft mitsambt vnd neben dem kuͦnig zuͦ Franckreich anderstails aufgericht2, vermoͤgt hab, das die Uenediger solichen Bestand ain zeitlanng fuͦr ain friden halten, auch hanndeln, wanndeln vnd alles das tuͦn solten, das vor dem nechstuerganngen krieg zwischen dem heiligen reich vnd jnen gemacht, verbrieft vnd versigelt, Sy auch dem heiligen reich schuldig gewesst sein, So haben Sy doch demselben in menig weg zuͦ wider gehanndelt, Auch an etlichen der obgenanten Geselschafft vom Adel, /88/ Stetten, dartzuͦ Lenndern vnnd Gmainden aus Kayserlicher Maiestat Erblannden den Bestand nit gehalten, wie sich dann die geselschafft mit der zeit, so der gegenwürtig krieg sein entschafft nemen würd, das zuͦbeweisen erpieten.

    [3.] Zusambt dem, das sich die Uenediger gegen des heiligen reichs Camergericht vnd in ander weg nach dem berürten bestandt dermassen unerberlich, Šveraͤchtlich vnd ungepurlich gehalten vnd bewisen, das Sy der Camerrichter vnnd die Beysitzer des Kayserlichen Camergerichtz in die Acht erkendt vnd publiciert haben [Nrr. 301f.].

    [4.] Unnd noch mer, das der merberuͦrt Bestand von den Uenedigern, mitsambt vnnd neben dem künig zuͦ Franckreich ainmuͦetig aufgericht, an kayserlicher Maiestat geprochenn sey durch solhen weg: Wiewol derselb Bestand dem kuͦnig zuͦ Franckreich vnd Uenedigern nit weiter dann das hertzogthuͦmb Gheldern zuͦbeschirmen vnnd zuͦretten zuͦegeben vnd sunst alle kayserlicher Maiestat lannd zuͦ friden begriffen, So hab doch der von Arnnburg [Robert von der Marck], als Er iuͦngst fürgenomen het, das hertzogthumb Gheldern mit frantzosischem volck zuͦretten vnd aber dess nit stat noch gelegennheit fynnden moͤgen, den Gubernator von Tshanpani [= Champagne, Jean d’Albret] beredt, auf das lannd Lutzemburg anzuͦgreiffen vnd zuͦkriegen, dess auch derselb von Arnburg aus vergoͤnnen des gedachten Gubernators von Tshanpani ain anfanng gethan hab mit verheren vnd plindern etlicher doͤrfer des genanten lands von Lützemburg, vber das dasselb dem heiligen reich zuͦgehoͤrig vnnd vnderworfen und in dem Bestannd zuͦ friden begriffen sey. Dem allem nach mügen die Uenediger vnd me- /88’/ nigclich ermessen, was die obangetzaigt Geselschaft gegen den Uenedigern als durchaͤchtern der heiligen kirchen, des roͤmischen reichs vnd tewtscher nacion fürtzuͦnemen phlichtig seyen, Nemblich zuͦ eren, behaltung vnd wolfart derselben heiligen kirchen, roͤmischen reichs vnd tewtscher nacion jre widerwaͤrtigen, vngehorsamen vnnd durchaͤchter verhelfen zuͦstraffen. Dess auch dieselb Geselschaft also zuͦtuͦn entslossen, Sich damit durch jr absag für der Uenediger offen veind vnnd aͤchter erklaͤrt vnd tailhaͤfftig gemacht vnd also jr Er nach kriegs rechten bewart haben wellen. Zuͦ vrkund ist der Romischen kayserlichen Maiestat Secrett auf die Absag gedruckt worden, vnnd ausgangen den Achtundzwaintzigisten Maij Anno etc. Nono.

    «Nr. 275 Resolution der Reichsstände an die Reichstagskommissare – Worms, 29. Mai 15091 »

    [1.] Zusammenfassung der ersten ksl. Reichstagsinstruktion, Betonung der grundsätzlichen Leistungsbereitschaft der Stände für Ks. und Reich; [2.] Ablehnung des Vertrags von Cambrai; [3.] Ablehnung der beantragten Reichshilfe gegen Venedig wegen Zahlungsunfähigkeit der Stände; [4.] keine Stellungnahme der Stände zu den Reichshilfeartikeln der zweiten ksl. Reichstagsinstruktion; [5.] Ablehnung eines ksl. Statthalters; [6.] Bereitschaft zu Verhandlungen über Reformmaßnahmen beim Reichskammergericht; [7.] VorŠschlag für einen einheitlichen Reichsgulden und zur Bildung eines Münzausschusses; [8.] Vorschlag zur Beratung über die Supplikation Bf. Jakobs von Cambrai auf dem nächsten Reichstag; [9.] Verweigerung der vom Ks. gewünschten Mandate zur Aushändigung der Jubelablassgelder; [10.] Beratung über die Einsetzung eines dem ksl. Fiskalprokurator am Reichskammergericht zugeordneten Reichskommissars; [11.] Verweigerung von Beratungen über das Verbot von Nachlässen an der künftigen Reichshilfe.

    I. (Resolution der Reichsstände): Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 94–97’ (Kop., montags in heiligen pfingstfeyren [28.5.]; Überschr.: Churfursten, fursten und gemeiner stende antwurt auf ksl. Mt. furbrachten instruction, yren kayserlichen reten gegeben etc. Verm. am Rand: Der stend erst antwurt.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 162–164 (Kop., Überschr. wie A) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 21–24 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Überschr.: Churfursten, fursten und gemeiner stende antwort auf ksl. Mt. furbrachten instruction, iren ksl. reten gegeben zu Worms, eritags, XXIX. Maii XVCVIIII. jare.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 112’–116’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr. wie A) = D. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. (Kop.). Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 148’–151’ (Kop., Überschr. entsprechend A). Esslingen, StdA, F 283 RTA Worms 1509, fol. 10–13’ (Kop.). Hagenau, AM, AA 241, Nr. 3 (Kop., Überschr. entsprechend A). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 27’–33 (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop., Überschr. wie A). Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop., Überschr.: Antwurt von des Reichs stenden.). Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 313–318 (wie D). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 32–36’ (wie D). Ravensburg, StdA, RA, Bü. 9 b/1, unfol. (Kop., Überschr. wie Memminger Exemplar). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 16’–19 (wie D).

    II. (Zugrundeliegendes Ausschussbedenken vom 26.5.): Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 110–113’, 114–115’ (Abschrift der frühesten bekannten Fassung, Überschr.: Betrachtung und bewegung des ausschuss auf ksl. Mt. furbrachte instruction.) = E. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 119–120’, 121–121’ (Abschrift von E [nur Abschnitt zur Reichshilfe; Pkt. 1-3, App. r], mit Korrekturen, Überschr. wie E) = F. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 175–178 (Abschrift von F, mit Korrekturen, Überschr. ursprünglich wie E/F, korrigiert zu Überschr. wie A; Verm. über die Abschrift in der Mainzer Kanzlei: Actum am pfingstag [27.5.] Ao. etc. VIIIIo.) = G. Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 39–42 (wie E, Datumverm.: In die pentecostes [27.5.] anno 1509.). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 20–22’ (wie E). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie E). München, HStA, KÄA 3136, fol. 405–408 (wie G, ohne Datumverm.). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 20–22’ (wie E). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 105’–100’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 8–12 (wie E).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 968, S. 762–766.

    Š[1.] /94/ Als in der furbrachten ksl. instruction [Nr. 266] undera anderm gemeldet und angezaigt ist, das ksl. Mt. ain friden mit dem konig von Frankreich beschlossen hab, darinnen der tractat zu Hagenau erneuet ausserhalb des heyrats etc., auch wie bebstliche heyligkeit ir Mt., auch die konig von Frankreich und Aragon mit irer heiligkait in ainenb verstant und eynigung gebracht und darauf sein ksl. Mt. als advocaten, vogt und protectorn der cristenlichen kirchen und beschirmerc seiner heiligkait und die konig als kristenliche stend hoch und ernstlich ersucht, seyner heiligkait wider dy unglaubigen [zu]zuziehen und am durchzug mit den Venedigern zu handeln, dasjenig, so sie vor langen und kurzen jaren der cristenlichen kirchen gewaltiglich abgedrungen haben, zu verhelfen. Demnach dan ir Mt. uf solch ird heiligkait ernstlich ersuchen zusag getan. Dweyl nu solchs kurfursten, fursten und stende des Heiligen Reichs als sein mayestat betreffe und sein ksl. Mt. solchem furnemen an ir trostlich und dapferliche hilf außzuwarten nit vermoge, so bitt und begert sein /94’/ ksl. Mt. an sie, dy notturft dis handels und furnemens ezu bedenken und–ezu bewegen und irer Mt. mit leuten zu roß und fuß ain hilf uf das sterkest und furderlichist, auf ain jar lang gestelt, zu tun und kainer auf den andern verziehen etc.

    Wiewol nu ksl. Mt., als dy stende nit zweiveln, wisse, wie sich churfursten, fursten und stende des Reichs alzeit alles des, so zu aufnemen, eren und wolfart ksl. Mt. und des Heiligen Reichs gedinet oderf fruchtpar gewest, beflissen, auch in dem allezeit ir vermogen und zu zeiteng mer, wan ynen wol moglich gewest, getreulich dargestreckt und noch, wes in irem vermogen stunde und sy zu tun schuldig, ganz willig sein, so zaigen sy doch ksl. Mt. als irem allergnst. herrn in undertenigkait und nit anders wan aus irer und des Reichs notturft an, wie hernach volgt, das sy auch also zu versten underteniglich bitten.

    [2.] Es wirdet gemelt der tractat, zu Hagenau verschiner zeit aufgericht und ytzo widerumb erneuet, derge- /95/ leichen die verstentnush und eynung der obgemelten stend etc.

    Wiewol nu churfursten, fursten und stende des Reichs dafur haben und halten, das ksl. Mt. in solchen tractat, aynung und verstentnus dermaß gangen, das darauß dem Heiligen Reich ytzo oder hernachi ainiger nachtail nitj erwachsen sol, dannoch, dweyl dy stende des Reichs davon kainen gruntlichen wissen Štragen, so hab ir ksl. Mt. wol zu ermessen, das, wo ichts darinnen begriffen oder verleibt, das dem Heiligen Reich ytzo oder kunftiglich zu nachtail tet raichen oder langen, es were mit dem herzogtum Maylant oder anderm, dem Reich zustendig, das sy darein nit willigen oder gehelen konten. kSy bedunkt auch, das ksl. Mt. und dem Heyligen Reich fruchtbar und not sein solt, in solchen schweren, hoen sachen, sonderlich wo die das Heilig Reich etwas betreffen, ir hilf darzu zu tun, der churfursten, fursten und stende des Reichs rat und willen zu gebrauchen, wie dan solchs von alter und loblichl im Reich herkomen und des gelegenhait wol tue erfordern–k.

    [3.] /95’/ Darauf wirdet ferner eingefurt, dy begert hilf ufs furderlichist und sterkest zu roß und fuß ain jar lang zu tun etc. mOb nu dy stende des Reichs dise hilf zu tun schuldig weren, dafur sy es doch aus oberzelten und andern ursachen nit halten, dannoch so stehe es diser zeit nit in irem vermogen, aus nachfolgenden ursachen–m:

    Die stende des Reichs setzen in kainen zweiveln, ksl. Mt. trag gut wissens, wie irer Mt. zu allen vergangen Reichs tegen, der bey zeit irer Mt. regirungn mer dan davor in langen jaren mit grossen kosten gehalten, die unvermogligkait der stende angezaigt sey und dannoch irer Mt. nit destmynder zu vil maln hilf mitgetailt mit merklicher beschwerung. So haben sich auch zusambt den angezaigten hilfen etwovil merklich und grosse krige und ufruhr im Reich und mit den anstossern begeben, auch mißwachs, teurung und sterben, odadurch dy stend in iren aigen seckeln, auch ire undertanen dermassn ersogen, entplosset und erarmet, das sy also zu helfen nit mer vermoglich sein–o, wie dan das ksl. Mt./96/ des vergangen reichstags zu Costenz in sonderhait angezaigt und dabey underteniglich und getreuer meynung gebeten worden, dieselb hilf zu Costenz, aus freyem, gutem willen uber all angezeigt merklich unvermogen zugesagt, dermaß dem Reich zugut anzuwenden, das die dem Reich zugut erspriesse und die stend des Reichs ferner zu helfen vertragen bliben, wan solchs hinfur in irem vermogen nit alzeit sein wurde.2 Welche meynung dan in außbringung der hilf des romzugs den undertanen allenthalben, im besten sy zu bewegen, eroffent sey. Solt nu uber das dy fursten und stende, so solchs in iren kemern oder seckeln nit vermogen, solch beschwerung der hilf uf dy undertanen gelegt werden, zu was unrat, abfal und widerwertigkait das aller oberkait fallen und langen mocht, hab ir ksl. Mt. als hochverstendiger, vernunftiger, erfarner kayser wol zu ermessen, ungezweivelter zuversicht und vertrauens, das ksl. Mt. solch Šbeschwerung und widerwertigkait vil mer zu verhindern oder zu furkomen wan zu furdern gneygt sein sol etc.

    /96’/ Darumb, aus angezaigten und andern ursachen, bey ksl. Mt. ungezweivelt wol zu bedenken, pso zweiveln die stende nit, ksl. Mt. werde als ir allergnst. herr selbs ermessen und erkennen, das dy begerten hilf inen nit vermoglich sey, mit underteniger bit, solch der stend antwurt irer notturft nach und kainer andern ursachen gnediglich zu verstehen–p. Das begern sy, neben irer pflicht in aller undertenigkaitq zu verdinen.r

    [4.] Darnach volgent in der andern ubergeben ksl. instruction siben artikel, der hilf anhengig [Nr. 268, Pkt. 1–8]. sDy lassen dy stende bey obgemelter antwurt auch bestehn–s.

    [5.] Und furter betreffen den stathalter, von ksl. Mt. begert, hoffen dy stende, ksl. Mt. werd sich also weyt oder lange zeit von oder aussem Reich nit tun, das ains stathalters not sein solt.

    Š[6.] Das kamergericht betreffen.

    Seyen die stende zu geburlicher underhaltung und versehung desselben, wie dan dis der abschid letzt gehalten /97/ reichstags zu Costenz zu erkennen gibt3, wol geneygt. Tragen aber der mengel und gebrechen desselben nit sonderlich wissens. Wo ynen aber die laut der instruction von ksl. Mt. reten angezaigt werden, wellen sy gern mitsambt den ksl. reten darzu ordnen und davon zu abwendung derselben notturftiglich handeln lassen.

    [7.] Furter dy munz betreffen.

    Achten die stendeu dem gemeinen Reich erlich und nutzlich, [sich] sonderlich im golt ains gehalts und aufschnits zu vergleichen, als nemlich den gehalt uf neunzehenthalbn grat feinsv und siben am ufschnit, also das hundert und siben uf I½ kolnisch mark gehen. Und das dy stend des stucks halbn zu den ksl. reten die, so der munz verstendig sein, ordnen, davon der notturft ordnung im Reich furzunemen.

    [8.] Dan belangent suplication des bischofs von Kamerach.

    Dweyl dy stendw nit ermessen mogen, was nutzs oder schadens dem Heiligen Reich aus solcher creation /97’/ wachsen moge und dan dy sachen dy stat Kamerach als ain stat des Reichs betrifft, xachten dy stend–x, nit unzimlich sein, solch suplication der stat Karmach zuzusenden und das bede, bischof und stat, zu negstkunftigem reichstag erscheinen und von diser sach berichtung [tun], wes ksl. Mt. und dem Heiligen Reich davon ere, nutz oder schaden entstehn mog, domit dy stend der ksl. Mt. iren rat dest statlicher in solchem mittailen mogen.4

    [9.] Das jubilgeld betreffen.

    yErmessen dy stend, ynen–ynit fuglich, einiche mandata oder bevelhbrif laut ksl. Mt. beger ausgen zu lassen. Zweiveln aber nit, ksl. Mt. wisse sich darinz wol zu halten.

    Š[10.] Den begerten solicitator belangen.

    Bestet nach ermessung der stendaa bey der handlung, so des camergerichts und des fiscals halben furgenomen werden sol.

    [11.] Der letzt artikl, nit erlassung der hilf betreffende.

    Lassen dy stendab bey der antwurt, di hilf betreffen, beruhen etc.

    «Nr. 276 Resolution der Reichstagskommissare an die Reichsstände – Worms, 31. Mai 15091 »

    [1.] Aufforderung zur Revidierung der ständischen Resolution zur Reichshilfe; [2.] Antrag auf Fortsetzung der Reichstagsverhandlungen bis zur Vorlage der ksl. Gegenresolution.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 134–135 (Kop., Überschr.: Auf der kurfursten, fursten und gemeiner stend antwurt gebn ksl. Mt. rete dise ir antwurt.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 164–164’ (wie A) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 25–25’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Überschr.: Auf der churfursten, fursten und gemeiner stende antwort geben ksl. Mt. rete dise ir gegenantwort. Actum am letzsten tag Maii anno etc. nono.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 118’–120 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr.: Widerantwort ksl. Mt. statthelter und rete etc.) = D. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. (Kop.). Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 152–152’, 154 (Kop., Datumverm.: Ist gelesen am donerstag nach dem pfingstag [31.5.] anno etc. ut supra.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 42–43 (wie A). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 41–41’ (wie A). Esslingen, StdA, F 283 RTA Worms 1509, fol. 13’–14’ (Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 34’–35’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie A). Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (wie A). Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 319’–321 (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. 410–411 (wie A, Datumverm.: Pronunctiatu[m] quinta post pentecoste.). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 34–34’ (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 38’–40 (wie D). Ravensburg, StdA, RA, Bü. 9 b/1, unfol. (wie A). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 100–98’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 12’–13’ (Kop., Überschr. entsprechend A). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 20–20’ (wie D).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 969, S. 766–768.

    Š[1.] Anfenglich haben ksl. Mt. rete die antwurt [Nr. 275], in schriften ubergeben, verlesena. Tragen solcher abslegiger antwurt merklichs befrembdens und beschwerung. Dan sich ksl. Mt. oder sy, die rete, des in kainen weg versehn hetten, wie sy dan das aus der werbung, so Johann Storch auf ksl. Mt. sonderlichen bevelh [Nr. 271, Pkt. 27] an sy bracht hat, eigentlich vernomen haben, auch angesehen, das dy sach, darumb solch hilf begert, dy heilig cristenhait, kirch und Reich merklich und hoe antreffe. Solt nu di ksl. Mt. an der begerten hilf verlassen und dardurch verhindert werden, das sy der bebstlichn heiligkait in yrem ytzigen obligendem furnemen kain statlich hilf erzaigen mocht und durch ander ir heiligkait hilf und beystant bescheen, auch dise begerte hilf merklicher und hoer geursacht dan kain vorbescheene hilf ye gewest, ist zu ermessen, so solch antwurt an ksl. Mt. und nachmals an unsern allerheiligisten vater, den babst, der e. kfl. gnaden mit besondern brevien und schriften [Nr. 272] ersucht hat, gelangen wurd, was alsdan dy bebstlich heiligkait und ksl. Mt. ab solcher antwurt gfallens tragen wurden, auch so durch den konig von Frankreich, der sich in hilfliche vereynigung der cristenlichen kirchen und ksl. Mt. gegeben hat und ytzunt in glugklichem anzug und sig ist, der cristenlichen kirchen und ksl. Mt. geholfen und durch das Heilig Reich und teutzsche nacion also verlassen solt werden, was merklichn nachtails, schimpf, spot und verachtung dem Heiligen Reich, der teutzschen nacion, eurn gnadn und stenden des Heiligen Reichs daraus entstehn und erwachsen mochten, haben euer gnaden und andere paß, dan dy rete anzaign mogen, zu bedenken. Darauf ist ksl. Mt. rete dinstlich, fruntlich, undertenig und vleyssig bit und beger, e. ftl. Gnn. und andere stend des Reichs wellen in ansehung der billigkait, gelegenhait der notturft ksl. Mt. ain ander antwurt, der sich ir ksl. Mt. nit zu beschweren hab, geben.

    [2.] Dy rete haben auch bevelh [Nr. 266, Pkt. 5], eurn ftl. Gnn. und stenden des Reichs von ksl. Mt. wegen ernstlich zu ersuchen und zu begern, das kainer aus eurn ftl. Gnn. und stenden verrucken oder hinwegziehen, so lang, bis ir ksl. Mt. eurn ftl. Gnn. und ander stende entlich antwurt zugeschikt und sy widerumb darauf ir meynung vernemen, das ir Mt. auf das furderlichist tun wurd. Darumb dan ir Mt. dy post gelegt und duplirt hat, damit es unverzuglich zugee. Das haben dy rete eurn ftl. gnaden und andern stenden nit wellen verhalten, sich wisse[n] darnach zu richten. Wellen auch eurn ftl. g[unsten], gnaden und fruntschaften solchs auf den gemelten bevelh, so sy von ksl. Mt. haben, hiemit dinstlich, fruntlich, undertenig und gnugsamlich ersucht und angezaigt haben.

    «Nr. 277 Votum Kursachsens zur Reichshilfe – [Worms, 1. Juni 1509] »

    [1.] Argumente für die Verweigerung der Reichshilfe gegenüber den ksl. Kommissaren; [2.] Nichteinbeziehung der Reichsstände in die VertragsverhandŠlungen von Cambrai als Argument gegenüber Papst Julius II. und Kg. Ludwig von Frankreich.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 140–141 (Kop.) = Textvorlage A.

    [1.] Item nodturftiglich zu bedenken: Solt ksl. Mt. zu diser begerten hilf wilfart werden, dieweyl solch hilf an rat der stende des Heiligen Reichs furgenommen, auch unvormogen des Reichs angesehen, darzu, das ksl. Mt. zu Costenz angezeigt worden ist, so sein Mt. zu ander zeit hilf begeren wurd, dz dann auß unvermogen solch hilf seiner Mt. abgeslagen werden muste.1 Darzu werden diejenigen [gestärkt], so bey ksl. Mt. sein und sich alweg gevlissen, ksl. Mt. dohyn zu brengen, hilf bey den stenden des Hailigen Reichs zu suchen und zu begeren. Und wiewol sie das zu tun nit schuldig gewest zu solchem furnemen, das doch an rat und bewust der stend des Heiligen Reichs bescheen werea, das sich dann die stend des Heiligen Reichs nit wenig beswert haben, das alles an bewust und yren rad solche swere hendel furgenomen werden; sey auch mermals ksl. Mt. solchs von inen angezeigt worden. Darumb inen ganz unleidlich und beswerlich, sich alweg mit hilf in solcher gestalt zu besweren lassen. Were auch von ksl. Mt. gnedige zusage bescheen, ine forder nit mer zu beschweren2. Solt nu in disem handel aber ksl. Mt. wilfart werden, wurden diejenigen, durch die die ksl. Mt. zu solchem furnemen gehalten, abermals mer in irem furnemen gesterkt und bey ksl. Mt. erst den glauben erlangen, was sie ksl. Mt. rieten, das solchs durch die stend muste verfolgt werden, und were on not, ir, der stend, rat darinne zu geprauchen. Das dann im Reich also nit herkommen. Was verachtung daz den stenden, auch dem Hl. Reich schad und nachteil brengen werd, ist bey einem itzlichen verstendigen und getreuen Reichs mann wol zu ermessen. Werde auch bei der bebstlichen hailigkait, dem konig von Frankreich und andern dafur angesehen und [ge]achtet, solch furnemen und hilf, so die den stenden aufgelegt, das sie solchs auß einer verpflicht tun musten und were ganz on not, sie umb einigen rat anzusuchen.

    [2.] Item auch nit zu vergessen, den reten anzezeigen, dz wir unser entschuldigung gegen dem pabst, auch Frankreich tun wolten mit anzeigung, das uns nit entgegen, dz ksl. Mt. mit seiner hailigkait, auch Frankreich und andern konigen wol und in guter aynigung stund, hetten das auch vor vil jaren wol leiden mogen, dann wir wol wusten, was dem Heiligen Reich ere und nutz darauß entstanden. Weyl aber dise handlung were on unsern willen und wissen bescheen und durch die gehandelt, die solchs gar nit zu tun, were auch also im Heiligen Reich nit herkommen. Wern aber diese sachen mit rad der stend des Heiligen Reichs furgenommen, wie sich dann dz aigent und gepurt het, so Šwolten wir uns mit hilf, rat und darstreckung unsers leibs und guts dermaßen darinnen erzeigt haben, dz ksl. Mt. und meniglichen solt scheynbarlich gemerkt haben, das nichts billichs an uns hette erwinden sollen.

    «Nr. 278 Bedenken des Ständeausschusses zur Reichshilfe – Worms, 1. Juni 15091 »

    Gründe für die Verweigerung der Reichshilfe: [1.] unterbliebene Konsultation der Reichsstände bei den Verhandlungen mit Frankreich und bei den ksl. Kriegsplanungen, [2.] Unsicherheit der Reichsstände hinsichtlich der Konsequenzen der Verträge von Cambrai für das Reich, [3.] Nutzlosigkeit früherer Reichshilfen, [4.] mögliche Stärkung der französischen Position in Mailand infolge einer Reichshilfe, [5.] Kritik am übereilten ksl. Vorgehen bei der Reichshilfe, [6.] Nutzlosigkeit früherer, insbesondere der auf den Reichstagen in Köln (1505) und Konstanz (1507) bewilligten Reichshilfen; [7.] voraussichtliche Ablehnung einer kleinen Reichshilfe durch den Ks.; [8.] Notwendigkeit des Festhaltens an der ersten ständischen Resolution aus Gründen der Reputation.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 138–139’ (Kop., Verm. am Textende: Die und ander mer ursachen hetten der nodturft alle zu bedenken tun.) = Textvorlage A.

    Und domit curfursten, fursten und stend vernemen mogen, auß waz ursachen die rete bewegen, uf der antwurt, wie die gestelt, zu beharren.

    [1.] Erstlich bewegen die rete, dz die stend solcher hilf zu tun nit schuldig sein, auß nachfolgenden ursachen, nemlich dz diese der ksl. Mt. angezeigt aynung, vertrag, krieg und furnemen an rat, wissen und willen der stend eingangen und furgenomen, dz bißher im Reich nit gepraucht, geubt und herkomen ist.

    [2.] Zum andern, dz die stend nit wissen mogen, was nutz, schadens, vorteils oder nachteils dem Heiligen Reich auß solchen eynungen und vertregen entsteen moge, dz sie doch billich mitwissen solten haben.

    [3.] Zum dritten, so were zu besorgen, wie sich auß vor ergangen hilfen ereuget, wu ir Mt. von stenden hilf zu tun moglich, die ir Mt. und dz Reich dadurch eher und mer zu vertiefung und unrat wann zu erhebung und aufnemen geleistet oder gefurt werden mocht, das dann den stenden hoch zu betrachten.

    [4.] Zum virden, so bewegen die rete, durch dise begerte hilf auch dem konig von Frankreich zu erobrung des, so vom herzogtumb Meyland noch mangelt oder aussestet, zustaten komen sol. Solchs durch die stend hoch zu bedenken und zu bewegen sey. Wann dadurch die stend, so sie hilf teten, angesehen wurden, als ob sie in die vertrege, wie die bescheen und ob die gleich dem Reich nachtailig weren, gewilligt und gehelen hetten, zusambt dem, dz der Škonig von Frankreich dadurch mer ersterkt, erhoet und wider dz Heilig Reich seins gefallens gemechtigt wurd, das den stenden zum hochsten zu bedenken ist, zusambt dem, dz er auch Meyland an verwilligung des Reichs stenden innehat zu nachteil des Reichs. Der und ander sachen halben die stend des Reichs geursacht werden, dz sie sich nastgehalten Reichs tag zu Costenz erboten gehabt, ire treffenliche potschaft zum konig von Frankreich zu schicken, mit ime des herzogtumbs Meyland und ander sachen halben des Hailigen Reichs und die cron zu Frankreich berurent, zu handeln; des inen aber uß dem, daß ksl. Mt. in die Francosen keinen glauben oder trauen zu stellen angezeigt hat, von ksl. Mt. abgeslagen ist.2

    [5.] Zum funften, das nyemer bißher im Reich gehort, dz ein solche treffenliche hilf also eylend und stumpf3, unberatslagt, auch zu ungelegener zeit sey gefordert oder begert wurden.

    Darzu, ob der krig were, doch diese hilf den stenden des Reichs zu tun nit moglich, wie vormals in antwort erzelt [Nr. 275, Pkt. 3].

    [6.] Wann die zuvor nasten ufgesatzten hilf, als zu Collen und Costenz, uber die XII mal hunderttausent gulden im anslag getroffen haben4, davon doch ksl. Mt. und dem Heiligen Reich allein nachteylung, schaden und schmee erwachsen ist. Wellen dabey gesweygen ander großer, merklicher hilf, davor gescheen.

    [7.] Darneben ist zu bewegen, wue sich die stend auß underteniger, guter meynung einer cleynen hilf begeben oder erbieten solten, dz solchs von ksl. Mt. und seinen reten hoch veracht, zu misfallen aufgenomen und zu keinem dank gehabt oder angesehen werden mocht.

    [8.] Zum allerletzten bewegen die rete am hochsten, wu curfursten, fursten und stend uf anregen oder beger der ksl. rete also leichtlich von irer gegeben antwurt steen oder fallen solten, zu was vercleynung, verachtung und unrat inen solchs hinfur bey ksl. Mt. wachsen und komen mocht.

    «Nr. Š279 Resolution der Reichsstände an die Reichstagskommissare – Worms, 3. Juni 15091 »

    [1.] Zusammenfassung der ksl. Resolution vom 31. Mai; [2.] Rechtfertigung für die Verweigerung der Reichshilfe: finanzielle Überlastung der Stände und [3.] fehlende Verpflichtung zu deren Bewilligung und Leistung aus folgenden Gründen: [3.1.] unterbliebene Konsultation der Stände bei den Verhandlungen mit Frankreich und bei den ksl. Kriegsplanungen, [3.2.] Unsicherheit der Reichsstände hinsichtlich der Konsequenzen der in Cambrai geschlossenen Verträge für das Reich, [3.3.] Nutzlosigkeit früherer, insbesondere der auf den Reichstagen in Köln (1505) und Konstanz (1507) bewilligten Reichshilfen, [3.4.] mögliche Interpretation eines Reichshilfebeschlusses als nachträgliche Zustimmung der Stände zu den Verträgen von Cambrai, Widersprüchlichkeit der ksl. Frankreich-Politik, [3.5.] Kritik am übereilten ksl. Vorgehen bei der Reichshilfe; [4.] Unbegründetheit von Kritik an der ständischen Position; [5.] Empfehlung für das Procedere zur Vorbereitung eines Türkenkreuzzuges; [6.] Erwartung des Abschlusses der Reichshilfeverhandlungen, Bereitschaft zu Verhandlungen über Reichskammergericht, Landfrieden und Münzwesen.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 102’–106 (Kop., Überschr.: Als churfursten, fursten und stende des Reichs auf ksl. Mt. ubergeben instruction [Nrr. 266, 268] antwurt in schriften [Nr. 275] geben und darauf von den ksl. reten widerschrift oder antwurt [Nr. 276]empfangen, haben dy stende ir meynung weyter auch in schriften, wie hernach volgt, stellen lassen etc. Irrtümlicher Datumvermerk: Montags nach trinitatis [4.6.]) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 165–167 (wie A) = B. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 43–44’, 45–45’, 46 (Zwischenstufe zwischen Ausschussbedenken und ständischer Resolution, Überschr. wie A, Datumverm: Sampstag nach phingsten [2.6.]) = C. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 26–29 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Überschr. wie A, zusätzlich: [...] und ksl. Mt. reten auf sontag trinitatis, III. Junii, ubergeben laßen.) = D. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 120’–125’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr. wie A) = E. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. (Kop.). Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 154’–157’ (Kop., Datumverm.: Sambstag nach dem pfingstag [2.6.] Ao. etc. VIIIIo.]). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 44–46 (wie A). Esslingen, StdA, F 283 RTA Worms 1509, fol. 14’–18’ (Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 36–40 (wie E). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie A). Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop., Überschr.: Antwurt der stende.). Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 321–325’ (wie E). München, HStA, KÄA 3136, fol. 412–415’ (wie A; Datumverm.: Pronunctiatu[m] sab[ba]to in do[mini]cam trinitatis.). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 35’–37’ (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 40–44’ Š(wie E). Ravensburg, StdA, RA, Bü. 9 b/1, unfol. (Kop., Überschr. wie Memminger Exemplar). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 98’–93’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 14–16’ (Kop., Überschr. entsprechend A). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 21–23 (wie E).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 970, S. 768–771.

    [1.] /102’/Kurfursten, fursten und stend des Reichs haben der ksl. Mt. rete ubergeben schrift [Nr. 276]horen lesen und daraus vermerkt, das sy sich der stende gegeben antwurt auf ksl. Mt. instruction merklich befrombden und beschweren, dera sich ksl. Mt. ader sie, dy reteb, nit versehen hetten, angesehen, das dy sach der hilf dy heilig cristenhait, kirchn und Reich merklich und hoch antreffen, auch wie beschwerlich were, wo ksl. Mt. an begerter hilf, die sy bebstlicher heiligkait in obligendem furnemen erzaigen wolt, verlassen wurd, mit weyter anzaig, darin begriffen.

    [2.] Nu setzen dy stende in kaynen zweivel, es werd aus irer negst gegebner antwurt lauter verstanden, das die stende des Reichs allezitc in und zu dem, das zu ere, wolfart und aufnemen ksl. Mt. und des Heiligen Reichs gedinet oder fruchtbar gewest oder noch sein solt und in irem vermogen stunde, willig gewest, das sey noch ir dwille und gemut–d. Aber di stende hetten auf dy begerten /103/ hilf nach irer gelegenhait und notturft ain antwurt geben der ursache, nemlich dy unvermoglichkait, das sy beschwerts gemuts anzaigen, offentlich vor augen stehe, des dy ksl. rete selbs gut wissen tragen. Darumbf dy stende sichg nit klain tun verwundern, das von den ksl. reten sich solcher der stend warer, gegrunter antwurt sol befrombdet und beschwert werden. Wan offentlich und unverborgen sey, was merklichen last, beschwerung und costens das Heilig Reich in kurz vergangen jaren bey zeiten ksl. Mt. durch vilfeltig reichsteg mit zerungen, nachraisen, krieg und hilf erlitten hab. Daraus und andern ursachen und zugefallen unrat, zum tail in neher antwurt angezaigt, dy stend und dy iren in yren kemern und seckeln dermassen erschopft und entplosseth sein, das nu zur zeit nit mer in irem vermogen stehe, ialso zu helfen–i, wie dan dy jungst antwurt zu erkennen gebe.

    [3.]jDarzu, so ermessen dy stend, das sy aus vorangezaigten und nachfolgenden ursachen diser hilf zu tun nit schuldig sein: [3.1.] Erstlich darumb, das Šdise irk ksl. Mt. eynung, vertrege, krieg und furnemen an rat, wissen und willen churfursten, fursten und andererl stend des Heiligen Reichs furgenomen und aufgericht seyn, wie dan /103’/ notturft des Heiligen Reichs in solchen grossen, schweren und dapfern sachen hohlich tet erfordern, auch also im Reich, wo irer hilf begert, loblich herkomen und gebraucht ist.

    [3.2.] Zum andern, das dy stend nit wissen mogen, was nutzs oder schadens, vorteils oder nachtails dem Heiligen Reich aus solchen eynungen und vertregen entstehn mogen, des sy doch billich, weyl irer hilf begert wurd, mitwissens empfangen hetten.

    [3.3.] Zum dritten, so sey zu besorgen, wie aus vorergangen hilfen sich ereuget, wo der ksl. Mt. dy begert hilf von stenden zu tun moglich, das dannoch ir Mt. und das Heilig Reich ehr und mer in vertifung und unrat wan in erhehung oder aufnemen dardurch gelaitet oder gefurt werden mocht. Wan wiewol dy jungsten zwo hilf [der] gehalten reichstege zu Koln und Costenz uber wol vermogen der stende bewilligt, etwas weyt uber ain merklich suma goldes, so darauf ergangen, im anschlag getroffen, so sey doch ksl. Mt. und dem Heiligen Reich kain nutz, /104/ sonder allain nachtail, schimpf und schaden deshalben erwachsen und komen. Sy geschweygen darbey ander grosser hilf, davor gescheen. Das alles dy stende nit unbillich hochlich beschwert und in betrachtung erwegenm.

    [3.4.] Zum virten, so sey auch zu besorgen, wo dy begert hilf den stenden moglich und sy dy teten, das solchs angesehen und geacht werden mocht, als ob sy in dy angezaigten, doch inen unwissent vertreg, und wie die gescheen, als ob die gleich dem Hl. [Reich] nachtailig weren, gewilligt und darein gehollen hetten; zusambt dem, das solchs der handlung negst gehalten reichstags zu Costenz, dy mit hoer vernunft und betrachtung bewogen worden, nit gemeß, da sich churfursten, fursten und ander stend guter meynung erboten gehabt, ire treffentliche potschaft zu kgl. wirde zu Frankreich zu schicken, mit derselben des herzogtumbs Maylant und ander sachen halben, das Heilig Reich und dy cron zu Frankreich betreffent, zu handeln und unrat zufurkomen, /104’/ mit hoem erbieten der stend, wo sich der konig nit gleicher ding gegen röm. ksl. Mt. weysen lassen wolt etc. Das ynen aber von ksl. Mt. desmals abgeschlagen und nit verfolgt ist2, nit an nachtail und beschwerung des Reichs, als dy stend besorgen.

    [3.5.] Zum funften, das bisher nie mer im Reich gehort, das ain soliche treffentliche, eylende und stumpfe [= plötzliche, unerwartete] hilf zuvor unbeŠratslagt, auch zu ungelegner zeit zu schicken sey gefordert oder begert worden–j.

    [4.] nDarumb, aus angezaigten und andern ursachen, der auch wol mer zu erzeln weren, so sey der stend vertrauen und hoffen, das sich solicher irer gegeben notturftigen, warer antwurt weder die ksl. Mt. rete noch ymants anders mit billigkait zu befrombden oder zu beschwern haben sol–n.

    oHet aber ksl. Mt. in solchem irem schwern furnemen der churfursten, fursten und stend rat gebraucht, wie ym Reich herkomen, dy notturft erfordert und billich bescheen were, was dan dy stend seiner Mt. geraten, darin wolten si sich als dy getreuen /105/ und gehorsamen ungezweivelt mer, wanp ir vermogen gewest, erzaigt und gehalten haben–o.

    Dy stend zweiveln auch nit, wo dy bebstlich heiligkait herkomen [und] gelegenhait der stend und sachen teutzscher nacion, wie zum tail oben angezaigt, auch wie und zu welcher zeit dy sachen an dy stend gelangt sein, bericht were oder wurde, ir bebstlich heiligkait wurde der gegeben antwurt kain misfallen tragen, sonder der stend gelegenhait und notturft in solchem gnediglich bedenken.

    [5.] Wo auch wider dy unglaubigen oder Turken mit ainer statlichen expedicion oder zug solt gehandelt werden, als dan notturft derselbn sachn wol tet erfordern, oder so dy bebstlich heiligkait oder kristenlich kirchen von ymant beschwert oder benotigt were oder wurd, so wolt sich zum forderisten qnach ermessung der stende in solicher schweren, grossen sachen–q geburen, das zuvor vil cristglaubiger gezunge und gewelt zusamen erfordert, mit irer aller rat von sachen der notturft zuvor gehandelt, geratschlagt und ermessen wurd, wie und welcher- /105’/ massen solcher zug und handlung zum besten und geschicktesten solt und mocht furgenomen werden, domit dy hilf in solchem allenthalb auf mogliche zeit gleichmessig und auf alle stend und glider, hoch und nyder, gleichr außgetailt und nit allain auf den gehorsamen klainen tail des Reichs gelegt, auch zuvor cruciat3 und anders geben wurd, wie dan vormals in solchen fellen mer gebraucht und geubt ist. Darin wurden sich an zweivels allet stend des Reichs als frome, christglaubige glider gegen ireru heiligkait und dem kristenlichen glauben nach irem vermogen zu aller gehorsam erzaigen. ŠDer meynung wellen sich auch dy churfursten mitsambt gemeinen stenden auf dy bebstlich ausgangen brevia [Nr. 272] und anders, derhalb furgehalten, verantwurt habenv.

    [6.] wDarumb und aus angezaigten ursachen dy stend des Reichs auf yrer gegeben antwurt bestehn und wissen der yrer notturft und gelegenheitx nach nit zu endern, der zuversicht, ksl. Mt. werd in solchem der stend notturft und gelegenhait ermessen, der gegeben antwurt gesettigt sein und darab kain ungnady empfahen. Und das dy ksl./106/ rete dy stend des Reichs daruber witerz nit wurden anhengen oder beschweren–w.

    aaWo ababer den ksl. reten–ab von den andern artikeln der instruction zu handelnac gemeint were, als von underhaltung des camergericht, fridens und ordenung derad munz, als die stend merklich, nutz und notturftig bedunken, darzu wolten dy stend auch gernae verordnenaf und zum besten handlen lassenag, wie sy sich dan vormals auch erboten haben–aa.4

    «Nr. Š280 Resolution der Reichstagskommissare an die Reichsstände – Worms, 5. Juni 15091 »

    [1.] Befremden über die Verweigerungshaltung der Reichsstände, Notwendigkeit zur Entgegennahme der ksl. Replik durch die verantwortlichen Reichsfürsten; [2.] Einwilligung zu Verhandlungen über Reichskammergericht, Landfrieden und Münzordnung; [3.] Aufforderung an die Reichsstände zum Bleiben auf dem Reichstag bis zum Eintreffen der ksl. Replik.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 106’–107’ (Kop., Überschr.: Ksl. Mt. rete widerantwurt auf der stend letzt angezaigte meynung, gelibert zu Wormbs am dinstag nach trinitatis [5.6.].) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 168–168’ (wie A) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 31–31’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 126–127’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr. wie A) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 158–159 (wie A; Vermerk über die Abschrift durch die Reichsstände: Mitwochen nach trinitatis [6.6.]anno ut supra.). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 48–48’ (wie A). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 40’–42 (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie A; Vermerk über die Abschrift durch die Reichsstände: Mitwochen vor corporis Christi [6.6.]zu morgens umb VII ur.). Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 326–327’ (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. 417–417’ (wie A). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 38’–39 (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 44’–46 (wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 93–92 (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 17–17’ (wie A). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 23’–24 (wie D).

    [1.] Ksl. Mt. rete und commissarien haben dy schriftlichen meynung [Nr. 279] mit etlichen angehengten ursachen, so ynen durch churfursten, fursten und stend des Heiligen Reichs auf dy furgetragen schriftlichen ursach irs befrombdens und beschwerns, die dieselbigen rete aus eurn kfl., furstlichn gnaden und der stend des Reichs abschlegigen antwurt empfangen, vernomen.

    Und wellen sich versehen zu eurn churfurstlichn, furstlichn gnaden und stenden des Reichs, wo dieselben wol betrachten die rechten, gruntlichen ursachen und sonderlich, das sich ksl. Mt. in solchen hohen der kristenlichen kirchen, auch irer Mt. und teutzscher nacion obligenden sachen, darin dy teutzsch nacion besonder ere, nutz, rum und wolfart erlangen mocht, kainer abschlegigen antwurt zu diser loblichen versamblung vermut hat, wie dan durch dy bemelten irer Mt. rete und commissarien in irer jungstn antwurt [Nr. 276] erzelt ist, das derhalben dy ytztgemelt versamblung kains verwundern ursach haben, ob dieselben ksl. Mt. rete und commissarien nit allain der vorgetanen abschlegigen, sonder auch der jungst gegeben antwurt oder meynung befrombden oder beschwerung tragen wurden. Dweil aber solche negst getan meynung oder antŠwurt vor eurn churfurstlichn, furstlichn Gnn. und den stenden des Reichs allen personlich verlaut hat und ksl. Mt. dermassen berurt, das di notturft erfordert, dieselben irer ksl. Mt. zuzuschicken und derselbena antwurt und bericht darauf hie zu erwarten, dardurch solch antwurt und bericht von denen personlich, von den dan di jungst gegeben meynung ausgangen ist, auch verlautb und vernomen wird, darumb haben dy rete und conmissarien solche meynung ksl. Mt. eilends auf dy post zugeschikt und verhoffen sich furderlicher antwurt von irer ksl. Mt.

    [2.] So wellen auch ksl. Mt. rete und commissarien, wo solchs diser loblichen versamblung gefallen wil, verhelfen, das mitlerzeit der angehengten artikl halbn, das recht, friden, munz und anders betreffen, gehandelt werd.

    [3.] Darauf, so ersuchen ksl. Mt. rete und commissarien abermals euer churfurstlich, ftl. gnad und die stende des Reichs mit dinstlicher, fruntlicher, underteniger, vleissiger bit und beger, das sy ain kurz, zimlich zeit hie verharren und nit verrucken wellen, domit dieselben von ksl. Mt. ain antwurt und bericht empfaen. Dan die rete und commissarien ganz nit der meynung sein, dy kurfursten, fursten und stend des Reichs unnotturftiglich anzuhenken oder zu beschwern.

    «Nr. 281 Resolution der Reichsstände an die Reichstagskommissare – Worms, 5. Juni 15091 »

    [1.] Zusammenfassung der ksl. Resolution vom 5. Juni; [2.] Ankündigung der Abreise der persönlich anwesenden Reichsfürsten, Bereitschaft zur Abordnung von Räten für die weiteren Reichstagsverhandlungen.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 108 (Kop., Überschr.: Der stend widerantwurt auf ksl. Mt. schrift, ubergeben am dinstag nach trinitatis anno etc. 9o.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 168’–169 (wie A) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 32 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 128–128’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr. wie A) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 159–159’ (wie A). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 49 (wie A). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 42–43 (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie A). Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 327’–328’ (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. 417’–418 (wie A). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 39 (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 46–46’ (wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 92–91 (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. ŠSalzburg] 1509, fol. 17’–18 (Kop.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 24–24’ (wie D).

    [1.] Churfursten, fursten und ander stend vermerken aus ksl. Mt. reten itz ubergeben schriften [Nr. 280] ain artikel, anzaigend, als solt der stend antwurt oder meynung ksl. Mt. dermaß beruren, das die notturft erfordert, solchs irer ksl. Mt. zuzuschicken und derselben bericht und antwurt alhie zu erwarten, dadurch solch antwurt und bericht vor denen personlich, von den dan di jungst gegeben meynung ausgangen ist, auch verlaut und vernomen wurde.

    [2.] Nu haben und halten es dy stend darfur, das nichts geschriben oder angezaigt sey, daß ksl. Mt. dermaß berure, als auch der stend awill und gmut–anye gewest oderb noch nitc ist, das deshalben den stenden in eigner person ferner antwurt zu wartn not sey; des vertrauens, das ksl. Mt. an irm abziehen kain ungnad empfahen werd. Aber des kamergerichts und ander negst angezaigter artikel halben sein dy stend noch willig, mitsambt ksl. reten darzuzuordnen und davon der notturft handlen zu lassen.

    «Nr. 282 Resolution der Reichstagskommissare an die Reichsstände – Worms, 5. Juni 15091 »

    Aufforderung an die Reichsfürsten zum Bleiben auf dem Reichstag; Bereitschaft zu Verhandlungen über das Reichskammergericht und andere Materien.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 108’ (Kop., Überschr.: Widerantwurt, auf dinstag nach trinitatis anno etc. nono zu Wormbs uberantwurt.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 169–169’ (Kop., Überschr. entsprechend A) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 32’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 129–129’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr. wie A) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 159’–160 (Kop.). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 49’ (wie A). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 43’–44 (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie A). Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 328’–329 (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. 418–418’ (wie A). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 39’ (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 47–47’ (wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 91–90’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 18–18’ (Kop.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 25 (wie D).

    ŠRomischer ksl. Mt. rete und commissarien haben der churfursten, fursten und stend des Reichs itzt gegeben antwurt [Nr. 281] verlesen. Und wie sy vormals in schriften [Nr. 280] ir underrichtung, bit und begern getan haben, dabey lassen sy es nochmals bleyben. Stellen es darauf zu eurn churfurstlichn, furstlichen und der stend des Reichs betrachtung und bedenkung, wo dy iren aufbruch, wie auß itziger antwurt erscheint, auf dy vorgegeben abslegigen antwurt von hynnen nemen, was solchs irer ksl. Mt., ganzer teutzschn nacion und irer Mt. erblanden, auch allen denjenen, so ytzo bey irer Mt. im anzug und hilf sein, nachtails, schadens und verhinderung unda denb veinden und widerwertigen freud, trost und sterkung bringen wurd, das doch durch ain kurz, zimlichs hiebleyben verhut mocht werden. Und wellen ksl. Mt. rete cdemnach auf den bevelh [Nr. 266, Pkt. 5], ynen von irer Mt. zugestanden–c, dy versamblung beyeinander zu behalten, hiemit gnug getan und dieselben deshalben auf das allervleyssigist ersucht haben. Sein auch willig, des kamergerichts und ander anhengigerd artikl halben mite der stend verordenten nach notturft helfen zu handeln.

    «Nr. 283 Resolution der Reichsstände an die Reichstagskommissare – Worms, 5. Juni 15091 »

    Ablehnung weiteren Ausharrens auf dem Reichstag durch die Reichsfürsten.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 109 (Kop., Überschr.: Dagegen haben dy stende antwurt gegeben, wie hernach volget etc.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 169’ (wie A) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 33 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 130 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.; Überschr. wie A) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 160 (Kop., Überschr. entsprechend A). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 50 (wie A). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (Kop., Überschr. entsprechend A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 44–44’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop., Überschr. entsprechend A). Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 329–329’ (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. 418’ (Kop., Überschr. entsprechend A). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 39’ (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 47’–48 (wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 90’–90 (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). ŠWien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 18’ (Kop., Überschr. entsprechend A). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 25–25’ (wie D).

    [1.] Kurfursten, fursten und stende haben vormals zum zwaiten mal antwurt [Nr. 279] gegeben, iren grunda, gelegenhait und notturft entdegkt. So nu dy ksl. rete ytzo daruber auf irer Mt. antwurt bestehn, so lassen es dy stend bey iren gegeben antwurt auch bleyben, der undertenigen zuversicht, so dy ksl. Mt. der stende notturft und gelegenhait ermessen, sy werd irer antwurt und abzihens nit misfallens tragen.

    «Nr. 284 Erste Antwort der Reichsstände an den ksl. Gesandten Ernst von Welden – Worms, 5. Juni 1509 »

    Verweigerung der angeforderten Mandate zur Aushändigung der Jubelablassgelder an die Fugger.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 92’–93 (Kop., Überschr.: Der stende [Einfügung Hd. J. J. Müller: abschlägige] antwurt auf herrn Ernsten von Welde werbung, von ksl. Mt. wegen getan, auf dinstag nach trinitatis anno XVC nono ubergeben.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 171–171’ (Kop., Überschr. entsprechend A) = B. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 134–134’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr. wie A) = C. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 163–163’ (wie A). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 52–52’ (wie A). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 48’–49 (wie C). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie A). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 333–333’ (wie C). München, HStA, KÄA 3136, fol. 421 (wie A). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 41–41’ (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 51’–52 (wie C). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 86’–86 (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 27’–28 (wie C).

    Curfursten, fursten und ander stend des Reichs haben dy werbung, durch herrn Ernstn von Welden von ksl. Mt. wegen gestern [4.6.] getan, das jubilgelt betreffend, nach laut verlesner instruction [Nr. 269] gehort. Und geben herrn Ernstn darauf zu erkennen, das hivor in ainer andern ksl. instruction [Nr. 268, Pkt. 12]1, von irer Mr. reten alhie angelangt, an dy stend auch begert ist, dergleichn mandata in dem besten form an ende, so das jubilgelt noch hinder inen ligend haben, ausgen zu lassen, solch jubilgelt der ksl. Mt. zu raichen etc.

    Daruf haben di stend desmals ermessen, das inen nit fugen woll, solch mandata laut ksl. Mt. beger außgehn zu lassen, mit dem anhang, das sy nit zweifelten, ksl. Mt. wuste sich darin selbs wol zu halten. Das sy auch ksl. reten desmals in antwurt [Nr. 275, Pkt. 9] geben. Dasselb wissen di stend bey inen Šnach gstalt diser sachen noch nit anders zu betrachten. Das haben dy stend herrn Ernstn fur antwurt unangezaigt nit wellen lassen, gutlich begern und bitten, solchs der ksl. Mt. ima besten von der stende wegen anzubringen.2

    «Nr. 284a Weisungen Ks. Maximilians an die Reichstagskommissare vom 25. Mai, 2. und 3. Juni 1509 – präs. Worms, 7. Juni 1509 [= Nrr. 404, 410f.] »

    «Nr. 285 Bedenken des Ständeausschusses – [Worms, wahrscheinlich 7. Juni 1509] »

    Alternative der Reichstände zwischen Beharren und Einlenken in der Frage der Reichshilfe.

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 178’ (Kop.) = Textvorlage A.

    Die verordenten rete haben die ksl. schrift [Nr. 411] und der stende vor gegeben antworten gegeneinander mit manigfeltigen argumenten und bewegnußen wider und fur betrachtet und zulest bij inen bedacht, daz unsern gnedigsten und gnedigen hern kurfursten, fursten und stenden under zwein wegen eyner furzunemen sij: eintweders, daz die stende uf gegebener antwort beharren oder ein anders furnemen, mit ksl. maiestat reten davon zu handeln. Wo nun die stende ir gemüte uf der meynung eyne entschliessen, mochten sie davon witer zu ratschlagen verorden und befelhen.

    «Nr. 286 (Nicht übergebene) Resolution der Reichsstände an die Reichstagskommissare – [Worms, 8. Juni 1509] »

    Verweigerung weiterer Verhandlungen über eine Reichshilfe; Ankündigung der Abreise der Reichsfürsten.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 136–137 (Kop.) = Textvorlage A.

    ŠCurfursten, fursten und stend haben die schrift ksl. Mt.[Nr. 411], wie die von yrer Mt. reten inen uf ir erst getane antwort [Nr. 275] gestern [7.6.]1 furgehalten, vernomen. Und alß darinnen under anderem vermeld werd, daz ksl. Mt. der stend vermogen so wol als sie selbs wuste, dz haben sie gern gehort. Und weyl dem also, so werd ksl. Mt. in ansehung desselben yrs undertenigen verhoffens bedenken und beherzen, das sie, die stend, yrem vermogen nach gepurlich und undertenig antwort geben haben, und der kein ungnedigs befrembden oder beswernus tragen. Die stend wusten auch zu dem andern anzeigen und inhalt der schrifte mit Gots hilf wol zu antworten. Sie wolten sich aber mit ine, den reten, anstat ksl. Mt. in kein disputacion begeben. Dann sie wusten, das es ine gegen ksl. Mt. als yrem herrn zu tun nit gepuret. Darzu haben die stend auß der rete reden, die sie zu nast gegebener antwort getan, vernomen, daz sie angezeigt, als solt der stend antwurt oder meynung ksl. Mt. dermaßen beruren, dz die nodturft erforder, solchs yrer Mt. zuzeschicken [Nr. 280, Pkt. 1], darzu die stend dazumalh geantwort, das sie es dafur hetten, daz nichts geschriben oder angezeigt were, das ksl. Mt. dermasen berure, als auch ir wille und gemut nye gewest oder noch ist, deßhalb in aigen person ferrer antwort zu warten not were etc. [Nr. 281, Pkt. 2]. Weyl dann sie, die rete, forige antwort als vor beswerlich angezogen [Nr. 282], solten sich dann die stend uf ytzige schrift in weyter verantwortung geben, als sie mit Gots hilf, wie vorberurt, zu tun wusten, mochte solchs von ine, den reten, abermals dermaßen angesehen werden, derhalb und auß andern ursachen, auch ksl. Mt. zu undertenigkait sie das unterlassen wellen. Nachdem sie dann die nast der stend gegeben antwort yrem anzeigen nach ksl. Mt. zugeschickt, solten nu die stend lenger daruber alhie verziehen, so mocht es dafur geacht oder angesehen werden, als hetten sie antwurt geben oder anzeige getan, darzu ksl. Mt. verantwortung not were, das doch yr gemut und wille nye gewest, auch nach nit ist, wie den reten in den fordern tagen auch vermeldt. So begert ksl. Mt. auch in ytziger schrift nit von stenden, daz sie lenger alhie verziehen oder verharren sollen, derhalb sie gedenken, mit Gots hilf yrn abschied zu nemen. Dz haben euch die stend foriger getaner antwort abermals zu erinnen und uf die gestrigen vorgehalten kaiserliche schrifte zu antwort nit verhalten wellen, underteniger zuvorsicht, ksl. Mt. werd auß angezeigten redlichen ursachen in der stend abschied kein ungnedigs gefallen tragen, sonder sie allezeit genediglich halten. Das wellen sie als die gehorsam underteniglich verdienen.

    «Nr. 287 Zweite Antwort der Reichsstände an den ksl. Gesandten Ernst von Welden – Worms, 9. Juni 1509 »

    Bekräftigung der ersten Antwort vom 5. Juni.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 124 (Kop., sambstag nach des hailigen Šfronleichnamstag) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 178’ (Kop.) = B. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 144’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = C. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 170 (Kop., sambstag nach corporis Cristi; Überschr.: Andere antwort des jubelgelts halber, Ernsten von Welden gegeben.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (Kop., sampstag nach corporis Christi). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 58 (wie C). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop., sambstag nach corporis Crysty). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 344’ (wie C). München, HStA, KÄA 3136, fol. 429 (Kop.; Verm.: Geben auf sambstag nach corporis Christi.). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 44’ (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 63 (wie C). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 80 (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR 1509 [Est. Salzburg], fol. 25 (Kop., Datumverm.: Actum sabatho post corporis Christi.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 33 (wie C).

    [1.] Curfursten, fursten und ander stend haben nast von Ernsten von Welden zu bewerung seins anbringens oder instruction [Nr. 269] das furbracht vidimus1 gesehen und gehort leßen. Lassen es bey vor gegebener antwurt [Nr. 284] pleiben. Haben an hern Ernsten anbrengen oder rede nit zweifel gehabt, darumb diß seins anzeigens one not gewest. Dz haben die stend hern Ernsten uf solch anzeige guter meynung nit verhalten wellen. Geben uf sambstag nach corporis Cristi anno Domini etc. nono.

    «Nr. 288 Schlussresolution der Reichsstände an die Reichstagskommissare – Worms, 9. Juni 1509 »

    [1.] Aufforderung des Ks. zur Änderung der ständischen Position bei der Reichshilfe; [2.] Ablehnung einer die Leistungsfähigkeit der Stände übersteigenden Reichshilfeforderung.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 162–162’ (Kop., Überschr.: Letzt antwurt der stende.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 178’–179 (wie A) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 40’–41 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Überschr. wie A) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 144’–145’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr. wie A) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 170–170’ (Kop., Überschr.: Letzt antwort der stende uf ksl. Mt. zugeschickte schrieft.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 54–54’ (Kop.). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 57–57’ (wie A). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 58–59 (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie A). Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 344’–346 (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. Š429–429’ (wie A; Verm.: Geben sambstags nach corporis Cristi anno domini etc. nono.). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 44’–45 (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 63–64’ (wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 80–78’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 25–25’ (Kop.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 33–33’ (wie D).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 976, S. 778f.

    [1.] Curfursten, fursten und ander stende haben der kaiserlichen Mt. schreiben, an die ksl. rete ytzo außgangen [Nr. 411], ksl. Mt. begerte hilf betreffend, mit anhangender begere, sich einer andern und bessern antwurt und meynung seiner Mt. begern gemesse zu entslissen, alles ferrers inhalts horen leßen. Und zweiveln nit, ksl. Mt. haben nu auß ayren gegeben antwurten–averstanden, wie die stend des Reichs zu allem dem, das zu ere, wolfart und ufnemen ksl. Mt. und des Heiligen Reichs fruchtpar oder gut gewest oder noch sey, als die gehorsamen yrs vermogens allezeit gutwillig gewest und nochb.

    [2.] Nu hab die ksl. Mt. an die stend ein merkliche hilf uf dz stercks ein jar lang und zum furderlichsten zu tun begert, die den stenden, wo sie der gleich schuldig, nit moglich sey, wie dann vor auß cdenselben gegeben antwurten–cnach der lenge zu vernemen. Hetten abe[r] kaiserliche Mt. oder ire rete anfangs etwas, dz den stenden leidlich und moglich gewest, an die stend begert, uß guter willigkaitd zu tun, darinnen hetten sie sich eauß freyem willen und nit auß schulden, wie sie vormals mer getan–e, ksl. Mt. zu undertenigem wolgefallen und derselben, auch dem Hailigen Reich zu wolfart und gutem nach yrem vermogen dermaß erzeigt, dz sie hoften, von der ksl. Mt. gnedigen willen erlangt zu haben. Und als ksl. Mt. ferrer selbs anregen das vermogen der stende und anders, dasselbig ist nit anders, wann sie in fnest gegeben iren antworten–fbeswerts gemuts angezeigt haben. Darbey sie es pleyben lassen. Und wellen sich ferrer gegen ksl. Mt. als yrem rechten herrn underteniger meynung in disputacion nit begeben noch auch vormals oder ytzo ichts seiner Mt. zuwider, sonder allein yrer nodturft und gelegenhait halber angezeigt und geantwurt haben. Darumb und auß andern vor erzelten ursachen, so lassen es die stende bey den gegeben antworten pleyben. Bitten darauf ksl. Mt. als yren gnst. hern underteniglich, solchs nit anders wann der nodturft zu vernemen und deßhalb kein ungnade oder misfallens zu entpfaen. Das seind die stende neben iren phlichten in undertenigkait zu verdienen urputig und willig. gGeben sambstag nach corporis Cristi anno Domini etc. nono–g.

    «Nr. Š289 Resolution der Reichstagskommissare an die Reichsstände – Worms, 9. Juni 1509 »

    [1.] Übersendung der letzten ständischen Resolution an den Ks.; [2.] Angebot zu weiteren Verhandlungen über die Reichshilfe.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 162’–163 (Kop., Überschr.: Der ksl. comissarien und rete antwurt darauf.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 179–179’ (Kop., Überschr.: Keyserlicher Maiestet commissarien etc.) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 40’–41 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Überschr.: Ksl. Mt. rete antwort.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 146–146’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr. wie B) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 171 (Kop., Überschr. entsprechend A). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 54’–55 (Kop.). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 57’–58 (Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (Kop.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 59’–60 (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop.; Überschr. wie C). Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 346–347 (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. 430 (wie B; Datumverm.: Geben sambstags nach corporis Cristi anno etc. nono). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 45–45’ (Kop., Überschr. entsprechend A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 64’–65 (wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 78’–78 (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 25’–26 (wie B). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 33’–34 (wie D).

    [1.] Ksl. Mt. rete und comissarien haben der curfursten, fursten und stende des Reichs aubergeben antwurt und meynung–a [Nr. 275] irer ksl. Mt.bvormals zugeschickt, deßgleichen sie irer Mt.–b diec itzt jungstd der stende antwurt [Nr. 288] auch furderlichen zusenden und sich mit denselben stenden derhalb in kein ferrer disputation oder schrift begeben, sonder solchs zu ksl. Mt. ermessung und betrachtung stellen wollen.

    [2.] Aber nachdem sie, die rete, ye gern sehen und verhelfen wolten, dz der unwille, so, alß sie sorgen, auß der stend ubergeben antwurt zwischen ksl. Mt. und ine, den stenden, erwachßen mocht, furkomen werden und sie bey gutem willen und einigkait bleiben, wo dann den stenden gemeynt sein wolt, von einer andern meynung, der ksl. Mt. bessern gevallen entphaen mocht, zu reden, darzu wolten die rete yrs verstants mit getreuem vleis auch gern helfen handeln und, was zu guter einigkait dienen mag, keyn muhe oder arbeit ires teils sparen noch unterlassen. fGeben sambstags nach corporis Cristi anno Domini etc. nono–f.

    «Nr. Š290 Resolution der Reichsstände an die Reichstagskommissare – Worms, 10. Juni 15091 »

    [1.] Angebot der ksl. Kommissare zur Fortsetzung der Verhandlungen über die Reichshilfe; [2.] Ablehnung des Angebots durch die Stände in Erwartung der Billigung ihrer Position durch den Ks.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 153–153’ (Kop., Datumverm., vermutlich bezüglich der Beschlussfassung: Auf sambstag nach corporis Christi [9.6.].) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 179’ (Kop.) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 42’–43 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 146’–147 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 171’–172 (Kop., Datumverm.: Sontag na trinitatis [10.6.]anno etc. ut supra.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 49’ (Kop., Datumverm.: Actum sontags nach trinitatis [10.6.]anno nono.). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 58–58’ (Kop., Datumverm.: Sontag nach corporis Christi [10.6.]zu obend.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (Kop.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 60–60’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop., Datumverm.: Sonntag nach corporis Christi). Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 347–347’ (wie D). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 45’ (Kop.). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 65–66 (wie D). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 26–26’ (Kop.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 34–34’ (wie D).

    [1.] Curfursten, fursten und ander stend haben ksl. Mt. rete widerantwurt [Nr. 289] auf der stend letzt gegeben antwurt [Nr. 288] gehort. Und als dieselben rete in gemelter yrer widerantwurta tun anhenken, das sy ye gern sehen und verhelfen wolten, das der unwill, so, als sy besorgen, baus der stend gegeben antwurten–bzwischen ksl. Mt. und ynen, den stenden, erwachsen mocht, furkomen werden etc., mit erbietung, wo den stenden von ainer anderen meynung, der ksl. Mt. besser gefallen emphahen mocht, zu reden gemeint sein, darzu wolten sy gern helfen handlen etc.

    [2.] Versehen sich nu di stende genzlich, wo ir, der stend, sachen dermaß gegen ksl. Mt. geschickt oder gestalt, das daraus ainiger unwill billich erwachsen sol, dy rete wurden irem erbieten nach nichts erwinden lassen. Aber dy stend setzen in kainen zweivel, sy haben sich nach gstalt diser sachen und yrer gelegenhait underteniger meynung in gegeben antwurten dermassen horen lassen, das ksl. Mt. darab kainen unwillen empfahen oder schepfen werd; den vertrauen sy auch zu ksl. Mt. genzlich haben und tragen. Achten darumb, sich in weyter handlung derhalb zu begeben an not. Das haben dy stend den ksl. Šreten guter meynung uf ir getan erpieten unangezaigt nit wellen lassen, gutlich bittend, alle sachenc der ksl. Mt. von der stend wegen zum besten anzubringen, als sich dy stend zu den reten genzlich versehen. Das begern sy fruntlich zu verdinen, zu beschulden und zu erkennen.

    «Nr. 291 Resolution der Reichstagskommissare an die Reichsstände – Worms, 10. Juni 15091 »

    [1.] Beendigung der Verhandlungen zur Reichshilfe; [2.] Zusage der Berichterstattung an den Ks.; [3.] Anfrage bezüglich der Verantwortlichkeit für die letzte ständische Resolution.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 146–146’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 180 (Kop.) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 43–43’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 147–148 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 172–172’ (Kop., Überschr.: Ksl. Mt. rete haben ferrer geantwort.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 49’–50 (Kop.). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 58’–59 (Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (Kop.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 60’–61’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop.). Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 347’–348 (wie D). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 46 (Kop.). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 66–66’ (wie D). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 26’–27 (Kop.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 34’–35 (wie D).

    [1.] Ksl. Mt. rete haben der kurfursten, fursten und [st]end des Reichs itzt furgetragen schriftlich meynung [Nr. 290] verlesen. Und sein ungezweivelt aus irer, der rete, negst gegeben antwurt [Nr. 289] gnugsamlich vermerkt, das irenhalben alles das, so zu furdrung dises handels und guter ainigkait dinen mag, angezaigt und nichts unterlassen sei. Darumb sy es bey derselbn antwurt nochmals bleiben lassen.

    [2.] Als aber im beschlus itziger der stend meynung angehengt und begert ist, von der stend wegen alle sachn ksl. Mt. zum besten anzubringen etc., des sein di ret mit allem vleis zu tun ganz willig, als sy auch bisher alweg getan haben.

    [3.] aUnd dweil di rete ksl. Mt. vormals auf ir begeren alle stend, so uf disem reichstag in aigner person oder durch ir botschaft erschinen sein, schriftlich zu erkennen geben, so erfordert der ret notturft, bericht zu werden, ob di itzig der stend meynung allain von der kurfursten, Ff. und stet wegen, der rete Šoder botschaft dieselben also furgetragen haben, oder von aller stend wegen ainhelliglich gescheen sey oder nit, domit sy ksl. Mt. deshalben underrichtung tun mogen–a. Dan wo ymants hernachmals sag, das der stend gegeben antwurt seiner meynung nit gewest, wurd den reten bey ksl. Mt. daraus merklich ungnad und unglimpf erwachsen.

    «Nr. 292 Resolution der Reichsstände an die Reichstagskommissare – Worms, 10. Juni 15091 »

    [1.] Dank für das Angebot der Reichstagskommissare zur Berichterstattung an den Ks.; [2.] Frage der Verantwortlichkeit für die letzte ständische Resolution; [3.] Zustimmung zum Vorschlag der Kommissare bezüglich einer Antwort an den Deutschordenshochmeister Friedrich von Sachsen; [4.] Nichtzuständigkeit der Reichsstände für eine Supplikation Kg. Johanns I. von Dänemark und Hg. Friedrichs I. von Schleswig-Holstein bezüglich der Reichsstandschaft Hamburgs.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 146’–147 (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 180–180’ (Kop.) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 44–44’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 148–148’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 172’–173’ (Kop., Überschr.: Antwort der stende.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 50–50’ (Kop.). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 59’, 62 (Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (Kop.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 61’–62’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop.). Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 348’–349 (wie D). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 46’ (Kop.). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 66’–67’ (wie D). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 27 (unvollständige Kop., nur Pkt. 1–2; Bemerkung am Textende: Da hueben wir uns davon und zum tor aus.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 35–36 (wie D).

    [1.] Kurfursten, Ff. und ander stende des Heiligen Reichs haben ksl. Mt. rete itz verlesen meynung [Nr. 291] verstanden. Sagen den reten irs gutwilligen getan erbietens fruntlichen und gnedigen dank. Wollen das fr[eundlich] und underteniglich verdinen, beschulden und erkennen.

    [2.] Und als di rete furter anhengen, das ire notturft erfordert, bericht zu werden, ob dy itzig furgetragen der stend meynung allain von der kurfursten, fursten und stete wegen, der rete oder botschaft dieselb also furgetragen haben, oder von aller stend wegen ainhelliglich gescheen sey oder nit: Daruf geben di stend ksl. reten zu erkennen, das die itzig und alle vor gegebn antwurt Šader meynung von allen stenden, so alhie gewest, gemeinlich und ainhelliglich beslossen und von irer aller wegen den ksl. reten ubergeben sey.

    [3.] Furter, der ksl. Mt. rete furslag, den hoemaister zu Breussen betreffend [Nr. 299]: Lassen ynen di stend gefallen. Und so ksl. Mt. ire botschaft ernent und nach notturft fertigt, wellen dy stend den iren auch benennen und mit zerung und ander notturft fertigen. Und bedunkt sy an not, den konig von Ungern nach gstalt seiner sachen mit disem handel zu beladen. Wann es [ires er]messens der sachen mocht verzug und lengerung geberen.

    [4.] Dan den konig von Denmark und herz[og zu] Holstain [Kg. Johann I. und Hg. Friedrich I.] belangent, finden di stend, das diese suplication2 allain an ksl. Mt. rete und nit an sy, dy stend, ausgangen ist. Darumb und anderer merklicher irer gescheft und anligenden sachn halben sy sich derselbn sachen nit zu beladen wissen.

    «Nr. 293 Abrechnung des Reichskammergerichts für den Zeitraum 1507 bis 1509 (Teilrekonstruktion aufgrund der Visitationsakten von 1514) – Worms, 15. Juni 1509 »

    [1.] Übergabe der Abrechnung an die Wormser Reichsversammlung; [2.] Einnahmen des Reichskammergerichts; [3.] Soldzahlungen an Kam- merrichter, ksl. Fiskal und Assessoren; [4.] Ausgaben für das Kanzleipersonal.

    Wien, HHStA, RK RKG-Visitationsakten Kart. 315, [Fasz. 1] (Aufschr.: Abscheid des tags zu Wormbs anno XCXIIII gehalten, das ksl. cammergericht antreffende. Überschr.: Handlung und abschid des tags zu Wormbs, auf sonntag vor Galli [15.10.]anno etc. vierzehen durch camerrichter und beisitzer angesetzt.), fol. 1–51’ passim = Textvorlage A.

    [1.] /2/ Die Verordneten Gf. Adam von Beichlingen, Dr. Johann Fürderer, Dr. Hieronymus von Croaria und Dr. Christoph Moeller übergaben am 15. Juni den auf dem Wormser Reichstag versammelten Ständen ein auf jeder Seite von Johann Storch unterzeichnetes Register und eine ksl. Quittung von diesem Datum1. Das Register2beinhaltete gemäß der Konstanzer Ordnung und dem Regensburger Visitationsabschied [von 1508] die Einkünfte aus den beiden Anschlägen [von 1507 und 1508], den Fiskalgefällen und den Kanzleigebühren sowie die Ausgaben für den Zeitraum vom 29. September (sant Michaels tag)1507 bis zum bewussten 15. Juni 1509.

    Š[2.] [Einnahmen:] /8–8’/ Beiträge zum Konstanzer Reichsanschlag (nominal 11 556 fl.): 4485 fl.3 + 1978 fl.4 + 36 fl.5

    /9/ Beiträge zum Regensburger Anschlag (nominal 11 556 fl.): 3063 fl.6

    /2/ Gesamteinnahmen: 12 265 fl.rh., 24 kr.; Gesamtausgaben: 12 243 fl.rh., 59 kr.; /2’/ Überschuss: 21 fl., 25 kr.

    [3.] /33’/ Auszahlung von 2075 fl. an den am 29. September 1507 in Regensburg eingetroffenen und am 30. April 1509 vom Gericht abgereisten Kammerrichter Bf. Wiguläus von Passau (Jahressold 1500 fl.); /34–34’/ Auszahlung von 1100 fl. an den von den Gff. und Hh. präsentierten Assessor (31. Oktober 1507–15. April 1509; Jahressold 600 fl.) und Kammerrichter (15. April-15. Juni 1509) Gf. Adam von Beichlingen.

    /40/ Auszahlung von 630 fl. an den ksl. Fiskal Dr. Hieronymus von Croaria (1.12.1507–1.12.1508; Jahressold 800 fl.); /44’/ Auszahlung von 300 fl. an den ksl. Fiskal Dr. Christoph Moeller (ab 1.12.1508; Jahressold 600 fl.).

    /18’/ Soldzahlungen an die Assessoren (Jahressold 400 fl.): an den Kurmainzer Assessor Dr. Johann Fürderer (Diensteintritt am 15.10.1507) 570 fl., /19’/ an den kurpfälzischen Assessor Dr. Jakob von Landsberg (ab 21.4.1508) 305 fl., /21–21’/ an den Assessor des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises Dr. Diederich von Schiederich (4.5.–4.11.1508) 131 fl., /22/ an den Assessor des Niedersächsischen Kreises Dr. Valentin von Sunthausen [ab 28.11.1507] 424 fl., /36/ an den Kurkölner Assessor Dr. Arnold Rymerstock (ab 4.5.1508) 305 fl., /36’/ an den Kurtrierer Assessor Dr. Dietrich von Lautern (ab 3.2.1508) 390 fl., /37/ an den kursächsischen Assessor Dr. Georg Besserer (ab 3.10.1507) 510 fl., /37’/ an den kurbrandenburgischen Assessor Dr. Anton von Emershofen (ab 27.12.1507) 430 fl., /37’–38/ an den österreichischen Assessor Dr. Simon von Reischach (ab 3.10.1507) 510 fl., an den Assessor des Bayerischen Kreises Dr. Augustin Lösch (28.9.1507–28.4.1509) 533 fl., /38’/ an den Assessor des Schwäbischen Kreises Dr. Sebastian Schilling (8.12.1507–8.3.1509) 440 fl., /39–39’/ an den Assessor des Oberrheinischen Kreises Dr. Georg Schütz (8.10.1507–8.10.1508) 300 fl., /40’/ an Šden Assessor des Fränkischen Kreises Dr. Sebastian von Rotenhan (ab 27.10.1507) 498 fl., /41’/ an den vom Ks. präsentierten burgundischen Assessor Dr. Haringo Sinnama (ab 15.1.1508) 407 fl.

    [4.] /22’/ Soldzahlungen an die Protonotare (Jahressold 400 fl.) Ambrosius Dietrich (ab 4.10.1507) 474 fl./23–23’/ und Ulrich Varnbüler (ab 4.10.1507) 405 fl., /24’/ an den Pedell (Jahressold 24 fl.) Philipp Stumpf (ab 29.9.1507) 40 fl.

    /25/ Auszahlung von 111 fl. Kostgeld für das Kanzleipersonal (je 50 fl. jährlich für den Leser Hans [Fiemel] sowie die Schreiber Caspar Zwengel, Georg Spelt, Diebold Walch, Albrecht Ver und Augustin Molitoris) an Ambrosius Dietrich für den Zeitraum Mitte Oktober 1507–10. Juni (pfingstabent)1508; /25’/ Auszahlung weiterer 222 fl. an Dietrich für die Zeit bis zum 1. Mai 1509, den auf eigene Rechnung wohnenden Leser nicht mitberücksichtigt. Auszahlung von 40 fl. Kostgeld an den Leser für 41 Wochen; /26’/ Auszahlung weiterer 150 fl. an den Leser (Diensteintritt am 1.12.1507; Jahressold 100 fl.) für Lohn und Kostgeld; /28’/ Auszahlung von 48 fl. Lohn für den Ingrossisten Caspar Zwengel (16.10.1507–23.4.1509); /29’/ Auszahlung von 5 fl. Dienstgeld für den 1508 in Regensburg eingestellten und vor dem Umzug nach Worms wie andere Schreiber am 23. April entlassenen Kopisten Molitoris; /45’/ Auszahlung von 35 fl. Dienstgeld für den kurz nach dem 1. November 1507 eingestellten und am 23. April entlassenen Ingrossisten Diebold Walch; /46, 47’/ Auszahlung von 27 fl. bzw. 28 fl. für die kurz nach dem 16. Oktober 1507 eingestellten und am 23. April entlassenen Kopisten Georg Spelt und Albrecht Ver.

    «Nr. 294 Verzeichnis der ksl. Kommissare und reichsständischen Deputierten über Ausstände beim Kammerzieler – Worms, 16. Juni 1509 »

    [1.] Ausstände beim Konstanzer Anschlag; [2.] Ausstände beim Regensburger Anschlag; [3.] Restforderung an die deputierten Einnehmer; [4.] ausstehende Kanzleigebühren.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, Nr. IV a, 22a, fol. 78–78’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Überschr.: Summarius des hinderstands von wegen gewissen und ungewissen der beder anschlage, zu Costens und Regensburg zu underhaltung kayserlichen camergerichts gemacht, und andern, durch kayserliche maiestat, auch der churfursten, fursten und stend des Reichs verordente rete uberschlagen zu Wormbs am sechzehenden tag Junii anno etc. nono.) = Textvorlage A.

    [1.] Aus dem rest des anschlags zu Costens steet noch zu bezalen funftausentfunfhundert gulden. Daraus ist die suma der, so gewiess sein sollen, gezogen und drifft sich nit mehr dann sechzehenhundert und ailf gulden ungevarlich darauf, dannocht kost gelegt werden mues.

    Tuet der gewiess abgang dreutausent und neunhundert gulden.

    ŠUnd sollen doch die ungewissen domit irer anzale dannocht nit erlediget, sonder ksl. Mt. beschaids darin erwartet werden, ob man wieder sie procedirn sall oder nit. Darumb sollen dieselben irer Mt. zugeschickt werden.

    [2.] So ist der rest an dem anschlag, zu Regensburg gemacht, vierdausenthundert und funfundsechzig gulden.

    [3.] Item die verordenten des cammergerichts zu deren einname und außgabe bleiben schuldig zwenzig gulden und achtundzwainzig kreuzer.

    [4.] So bleiben die hern von Beren [= Hh. von der Leiter] fur ain achtbrief wieder die Venediger [Nr. 301f.] schuldig hundert gulden.

    Und der [Valentin] von Sunthausen burgschaftweis fur die von Stolberg dreisig gulden.

    Und der bischove von Menz fur zwene achtbrive dreissig gulden.

    «Nr. 295 Resolution der ksl. Kommissare und reichsständischen Deputierten zu Beschwerden des Reichskammergerichts – Worms, 16. Juni 15091 »

    [1.] Verbesserung des Verfahrens bei Fiskal- und Kriminalfällen; [2.] Defizite bei den Advokaten am Reichskammergericht; [3.] Bestimmungen für das Kanzleipersonal; [4.] Beschleunigung der Verfahren; [5.] Registrierung und Zusammenstellung der Prozessakten; [6.] Änderung des Verfahrens bei der Urteilseröffnung; [7.] Missstände bei den Notaren; [8.] Überarbeitung der Botenordnung.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, Nr. IV a, 22a, fol. 81–83 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Überschr.: Kayserlicher Mt., auch churfursten, fursten und der stende des Rychs, auf dem Rychs tage zu Wormbs versamelt, verordent rete antwurt und beschaid, XVIta Junii 1509, auf etlich mengel und geprechen, von wegen ksl. camergerichts inen ubergeben.2) = Textvorlage A.

    [1.] Item auf den ersten artikl von besser ordenung, wie jura fisci, auch die malefiz und penfell im Reych bas erkundet3, gerechtfertigt und inpracht4 werden mogen.

    Ist beslossen, das es dises artikls halber by ksl. Mt. antwurt, dem camergericht furmals in glichem fall aus Dortrich am XXV. Octobris anno octavo gegeben5, furohin pleiben und dermassen gehalten werden soll.

    [2.] Zum andern, dwil nit kleiner mangl sey an advocaten, von einer ordnung zu reden, dardurch gelert persone zu advocaten an das camergericht gezogen werden mochten.

    ŠBedunkt die obgemelten rete kainer besondern ordnung noit sin, sonder camerrichter und bysitzer werden das wole gepurlich einsehens han.

    [3.] Zum dritten von besetzung des camergerichtz canzley, sonderlich durch wen und wie die schreiber und copiesten aufgenomen, erhalten und regirt werden sollen.

    Ist beslossen, das aufs wenigst zwen schreiber zum ingrossirn und einer zu copyern; und ob ain menge oder ubermass der copyen zugefallen und dieselben in der canzlei zu fertigen zu vil oder beswerlich sin, das sie ausserthalb der canzly zu schreiben bestellt und von einem plat vier pfenning ungeverlich, wie man das andingen6 oder bekomen mag, gegeben, auch ein gemeyner canzleiknecht, wie furmals, als angezaigt, alweg gewest sin, gehalten werden soll.

    So ist fur gut und nutz angesehen, das die protonotarien und schreiber byeinander in der canzly sein und plyben und das Ambrosius Dietherich sie verkostigen und mit legern und andern sachen underhalten. Und was durch camerrichter und bysitzer geordent oder gesetzt, das ir ainer ime fur costgelt und alle ander ding geben, das er sich desselben benugen lassen, sie auch mit der cost und anderm dermassen halten und fursehen solle, damit sie clagens kein ursach haben und camerrichtern und bysitzern weiter deshalb zu handln nit noit werde.

    Das auch der camerrichter mitsambt etlichen bysitzern, so er deshalb zu ime nemen, ordnung machen, wie die personen der canzlei aufgenommen und regirt, auch wie es mit inen und sunst in andern notturftigen sachen zu forderlicher verfertigung der erkanten process und der partyen gehalten werden soll.

    [4.] Zum virten, von besser ordnung und statut zu handln, damit man nit so lang wie bisher in den sachen hangen muss, sonder zu furderlicher verhorung und ende der sachen komen mochte.

    Sollen camerrichter und bysitzer darin ordnung, die leidlich sey, furnemen, doch damit aufsehens haben, das die partyen dadurch an irem furtrag nit verhindert werden.

    [5.] Zum funften, ordnung furzunemen, das alle gerichtzacta vor erledigung und relation der rechtsetzen registriret und aufs kurzst extendirt und nit also auß den carten, zetteln und briefen referiret und geurtailt werden sollt, wie dann zu Nurenberg durch camerrichter und bysitzer davon geret, auch in schrift begriffen worden ist.7

    Ist durch die gemelten rete erwegen, wiewole soliche ordnung die sachen und hendl zu referirn furderlich und geschicklich sein, so mocht doch das by ksl. Mt., auch den stenden des Rychs und sonst allenthalben im Ryche fur muglich beswerung und den partyen fur ain nachtailig neuwerung geacht werden, und Šdarumb fur pesser angesehen, by allen advocaten und procuratorn zu verfugen, das sie hinfur kain product, wie wenig oder clain das sij, nit anders dann auf einen ganzen pogen bapirs schriben und dermassen inlegen und das der leser in einem glichen handl, so der zu der urtl beslossen und zu referiren compellirt ist, alle schriften, wie die von beiden tailn producirt und einpracht sein, nach irem datum daby nacheinander ordenlich einheften, auch die besiglten brif oder rottel der kuntschaften, ob eyniche im selben handl eingelegt weren, daby pinden ader, ob es fuglich bescheen mag, anheften und dermassen versorgen soll, damit solichs alles byeinander pleiben und nichtz davon verfelt oder verlorn werde.

    [6.] Zum sechsten, ob gut sey, das man alsbald nach dem referirn urtl besliess oder besser, sonderlich in grossen sachen und endeurtailn, das zur selben noch nit beslussig vota, sonder allein disputationes und pun[c]ta, warauf die referirt sach und rechtsetz beruhen woll, colligirt und beslus der urtail etlich tag zu bedacht und besichtigung der rechten angestellt und mittlerzyt, wo die partyen ader advocaten des begern, die puncta verzaichnet ine veroffnet wurden, informationes juris, ab sie wolten, inzugeben.

    Ist daruf obbemelter rete vermutung, das sich camerrichter und bysitzer in solichem falle wole werden und wissen zu halten.

    [7.] Zum siebenden von einer verfenglicher und besser ordnung oder versehung, wie den geprechen der onbekannten, auch onschicklichen offenen notarien im Ryche und iren unformlichen instrumenten zu begegnen sij, dwil vor gemacht versehung8 darin bishere unerschiesslich erscheint.

    Daruf lassen es vor gedachte rete by den ordnungen, deshalb hievor aufgericht, pleiben. Wo aber kunftiger zeit etwas weiter enderung ader besserung darin zufallen und noit sin wurde, das soll zu ermessung, betrachtung und besserung camerrichters und der bijsitzer gestellt und bevolhen sein.

    [8.] Zum achten, das in die itzig ordnung und brauch der camergerichtspoten9, von denen teglichs clag sey, gesehen werden soll.

    Lassen es die vor gedachten rete by der ordnung, deshalb hievor gemacht, pleiben. Und wo kunftiger zeit etwas beschwerung oder verhinderung einfallen wurde, sollen camerrichter und bysitzer darin sehen und demselben fuglich mass und ordnung geben.

    « Š1.3. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen  »

    «Nr. 296 Instruktion des Deutschmeisters Hartmann von Stockheim für seine Gesandten, den Landkomtur der Ballei Marburg [Dietrich von Cleen] und den Komtur zu Mergentheim [Johann Adelmann von Adelmannsfelden], zu HM Friedrich von Sachsen – [nach dem 6. Mai 15091»

    [1.] Votum des Frankfurter Kapiteltages gegen einen militärischen Konflikt und für einen friedlichen Ausgleich mit Polen; [2.] Kritik an der Abreise des Hochmeisters aus Preußen.

    Berlin, GStA, OBA 19259, fol. 1–4’, 5–6’ (Kop., Dorsalverm.: Des teuchsen [!]meisters geschigkten zu Worms anbringen.).

    [1.] Der Hochmeister hat ihn, Stockheim, zuerst durch den Komtur zu Koblenz, Ludwig von Seinsheim, und später [im August 1508] in Marburg über die von Polen ausgehende Gefahr für den Orden informiert und für den Kriegsfall seine Unterstützung zur Verteidigung Preußens erbeten. Vor kurzem hat er durch den Spittler von Königsberg, Georg Truchseß, außerdem um die Bereitstellung von 50 Kriegsknechten als Besatzung der Ordensschlösser und -städte, um seine persönliche Beteiligung bei der Abwehr eines polnischen Angriffes auf Preußen und um Angaben über die militärische Stärke der deutschen Ordensgebiete gebeten.2

    Über diese wichtige Angelegenheit hat er am 6. Mai (suntag cantate)auf einem Kapiteltag in Frankfurt mit seinen Gebietigern beraten: Im Falle eines Krieges mit Polen steht aus folgenden Gründen der Verlust der Ordenslande und der Untergang des Ordens zu befürchten: 1. Der polnische Kg. ist mächtig. Auch würde Kg.[Wladislaw] von Ungarn-Böhmen seinen Bruder sicherlich nicht im Stich lassen. 2. Dem preußischen Ordensland fehlt es demgegenüber an Geld, Kriegsausrüstung, Proviant und Leuten. 3. Der polnische Kg. verhandelt über einen Ausgleich mit Moskau und versucht, es zum Angriff auf Livland zu bewegen, sodass der Ordensmeister [Wolter von Plettenberg] Preußen im Kriegsfall nicht unterstützen könnte. 4. Die Gesandten des Deutschmeisters haben dem Hochmeister kürzlich in Marburg die durch lange Kriege verursachte Erschöpfung der deutschen Ordensgebiete dargelegt. Seit vielen Jahren werden diese durch Kss., Kgg. und Reich zunehmend für Heerzüge, Reichsanschläge und die Teilnahme an Reichstagen in Anspruch genommen. Dazu kommen Beeinträchtigungen durch andere Ff. Die Ordenshäuser sind verarmt. Die Hilfe der deutschen Ordensländer wird also im Konfliktfall wenig nützen. 5. Die von [Georg] Truchseß mitgeteilten Stellungnahmen der [um Beistand gebetenen] Ff. lassen ebenfalls keine Hilfe erwarten.36. Die erbetene Abordnung von 50 Knechten Šzur Besetzung von Städten und Schlössern in Preußen wäre dem Orden dort voraussichtlich sowohl militärisch als auch diplomatisch gegenüber Polen eher nachteilig als nützlich.

    Die [in Frankfurt] versammelten Landkomture haben deshalb folgende Antwort an den Hochmeister beschlossen: Dieser soll dem Papst, dem Kaiser, den Kff., Ff., Gff. und anderen Reichsständen die schwierige und mit Hinblick auf Polen ungeachtet aller Verhandlungsangebote unverändert bedrohliche Situation des Deutschen Ordens schildern. Der Orden sei eine Stiftung des deutschen Adels und diene zu dessen Versorgung. Die Adressaten sollten bedenken, welche Bedeutung ihm dadurch für die deutsche Nation und den Adel zukomme. Der Orden sei zu einem rechtlichen Austrag vor Papst, Ks., Kff., Ff., Gff. und Reichsständen bereit. Diese sollten deshalb nicht zulassen, dass er durch Polen ausgelöscht werde, sondern sich des Konflikts annehmen, die Voraussetzungen für einen einvernehmlichen Ausgleich herstellen und bis zu dessen Abschluss einen Waffenstillstand vermitteln. Sollten die genannten Ansprechpartner dafür nicht zu gewinnen sein – oder sollte Polen Verhandlungen verweigern –, müsste militärische Unterstützung beantragt werden. Aller Voraussicht nach würde auch diese verweigert. Keinesfalls sollte sich der Orden dessen ungeachtet in einen Krieg einlassen, sondern sich alternativ um den Abschluss eines annehmbaren Vertrages bemühen. Für den Fall, dass auch dieser Schritt misslingt und das Ordensgebiet angegriffen wird, sagen der Deutschmeister und die Gebietiger eine Geldhilfe von 12 000 fl. zu. [Weitere Angelegenheiten des Ordens].

    [2.] Der Hochmeister hat dem Deutschmeister durch Ludwig von Seinsheim und später in Marburg seine Gründe für seine Abreise aus Preußen dargelegt. Sie, Deutschmeister, Landkomture und Ratsgebietiger, können seinen Entschluss nachvollziehen, sind aber dennoch nicht damit einverstanden: Es stehen wichtige Entscheidungen an, die das Zusammentreten eines Großkapitels erforderlich machen. Der Ks. sowie Kff., Ff., Gff. und die Reichsritterschaft haben von einer Reise eines der Ordensmeister4nach Preußen abgeraten, wo sich der polnische Kg. seiner Person bemächtigen könnte. Sollten sich die drei Ordenshäupter dort treffen, wäre zu befürchten, dass der polnische Kg. sie dazu zwingen könnte, beim Papst die Konfirmation des [Thorner] Friedens zu erwirken, gegen welchen Schritt sich die Vertreter des deutschen Ordensgebiets bislang ausgesprochen haben. Es wurde deshalb Šerwogen, das Großkapitel in Greifswald oder Stettin abzuhalten. Dennoch wurde bei den Beratungen die Abreise des Hochmeisters aus Preußen keinesfalls für gut befunden. Denn seine Abwesenheit ist der Grund für die wiederholte Verschiebung des Großkapitels. Auch würde seine Anwesenheit den Menschen dort Trost spenden. Der Hochmeister hat vor einiger Zeit auch die Koadjutorie des Erzstifts Magdeburg angenommen. Falls sich diese Neuerung für den Orden als nachteilig erweisen sollte, können sie sich nur damit rechtfertigen, dass sie vorab nicht informiert wurden.5[Weitere Ordensangelegenheiten].

    «Nr. 297 Vortrag im Namen HM Friedrichs von Sachsen an die Reichsversammlung – Worms, 29. Mai 15091 »

    [1.] Unrechtmäßiges Vorgehen Polens gegen den Deutschen Orden; [2.] Druck auf den Hochmeister zur Bestätigung des Thorner Friedens von 1466; [3.] Bitte um Rat und Hilfe für den Deutschen Orden.

    I. (schriftliche Fassung für die Reichsstände): Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 173–174 (Kop., Überschr.: Des homeisters Dutschen Ordens anpringen.) = Textvorlage A. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 60–61 (Kop.) = B. Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 64–66’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr.: Des hoemeisters Tutschordens in Prussen anbringen etc.) = C.2 Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 51–52’ (Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (Kop., Überschr.: Anbringen, von wegen des hochmeisters Teutsch Ordens geschehen.). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop., Überschr.: Anbringen, von wegen des hochmeisters Teutsch Ordens geschehen.). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 47–48 (Kop., Überschr.: Supplicatio des hohemeysters zu Pruissen.). Nordhausen, ŠStdA, R, Ac 1, fol. 68–70’ (wie C). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 36’–37’ (wie C).

    II. (Exemplar für die ksl. RT-Kommissare): Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 4, fol. 37–38’, 44’ (Kop., Überschr.: Instruction des homeisters Teutsch Ordens etc. an ksl. Mt. rete ytz zu Wurms. Verm.: Praesentatum ad consilium prima Junii 1509 Wormac[ia].) = D.

    Referiert bei: Wenko, Kaiser, S. 116–118; Mur, Ostpolitik, S. 51f.; Matison, Politik, S. 441 (nach dem nicht mehr auffindbaren Exemplar im GStA Berlin, OBA 19257).

    [1.] /173/In welicher gestalt der dutsch adel groß und gerings stands von fursten, graven, hern, rittern und knechten durch ir manheit und blutvergiessen daz lant zu Prussen zur zit, so sie in heydenischem, uncristlichem glauben gestanden, mit dem schwert zu dem cristenlichen glauben und der heiligen cristenlichen kirchen gezwungen, ist ruchtpar [= bekannt] und meniglich wissend. Und alle nutzung und oberkeit zua eynem spital des dutschen adels zu dem loblichen Dutschen Orden geordent, gewidempt, geeygent und gegeben haben, darin sich ein groß zal desselben adels von fursten, graven und der gemeynen ritterschaft, alß mit der warheit anzuzeigen ist, ob zweytusent, in erlichem und gutem wesen erhalten werden. Welichs also in geruglichem stande ob IIC jarn underhalten und nyemants anders nach bepstlicher heiligkeit dan bksl. Mt. und–b dutscher nacion anhengig gewest. Alß haben die undertan gemelts ordens eynen unwillen und ufrur gegen gemelten Dutschen Orden erhaben, der beider teil vor ksl. Mt. die zit zu recht gedigen, der solich irrung mit zusatz babstlicher heiligkeit und der kurfursten des Heiligen Richs verhort und rechtlichen versprechen lassen und dem loblichen orden sins begynnens und furnemens zufall gegeben.3 Uf welichen spruch berurte underton sich alßpald koniglicher wirde zu Polant on all ursach und wider recht unterworfen. Und wiewol uf die zit der orden mit derselben kgl. wird zu Polant in eynem sunderlichen verstentnuß, eynung, vertrag und puntnuß gestanden4, dennochc solichs unangesehen hat er wider alle recht und pillicheit dieselben deß ordens underton angenomen.5 Und nicht allein daran gesettigt, sunder in arbeit gestanden, denselben loblichen Dutschen Orden deß orts ganz ußzuruten und zu vertilgen, und ein starken krieg mit dem orden angefangen, biß in daz XIIII. jarn durend, und den orden Šalso müde gemacht und in eynen unzimlichen, unrechtlichen vertrag6 gefurt, dergestalt, daz nun hinfur ein iglicher homeister und der ganz orden zu Prussen nach bebstlicher heiligkeit nyemant anderst dan ein konig zu Polant zu eynem hern er- /173’/ kennen sollen; zum andern, so solten in den orden und alle ampt zum halben teil Polant angenomen und gebrucht werden; zum dritten, so solt ein hoemeister ein konig zu Polant zu all sinen anligen und ufgeboten mit aller hilf beholfen sin; zum virden, und ob kgl. wirde zu Polant schloß oder stett abgetrungen, die solt ein hoemeister ime helfen wider erobern und in sin gewalt zwingen – und vil anderer beswerlicher, uncristenlicher artikel, die ein iglicher homeister bynnen dryend monaten nach siner erwelung eynem konig zu Polant schweren solt.

    [2.] Welichs bepstliche heiligkeit durch vil gesinnen kgl. wird zu Polant, solichen vertrag zu bestetigen, in weygerung gestanden und biß anher unbestetigt und unconfirmirt blieben. So nun myn gnedigere her, alhie entgegen, mit rat und wissen ksl. Mt. und ander siner hern und frunt, und sunderlich zu ern der mutter Gottes und zu erhalten den loblichen orden sich zu dem hoemeisterampt hat begeben, welicher myn gn.f her von zwein nestverstorben [Kgg. Johann Albrecht und Alexander], auch itzigem konig [Sigismund] zu Polant angezeigten eid vilfaltig zu volfurn angezogen. Dwil aber sin ftl. gnad befinden, daz solicher vertrag dem Heiligen Rich, dem adel dutscher nacion und dem lobelichen orden entgegen, nachteylig und zu ganzer underdruckungg furgenomen, ist sin ftl. Gn. daz zu tun und volziehen in weigerung gestanden und bißher mit rate ksl. Mt., siner hern und frunt ufenthalten und sich deß mit kgl. wird zu Polant zu gutlicher handelung, auch rechtlichen ußtrag vor bepstlicher heyligkeit, ksl. Mt. und andern cristenlichen fursten und herrn erpoten. Welichs alles von siner kgl. wird geweigert und abgeschlagen. Und wiewol ksl. Mt. mit kgl. wird [Wladislaw] zu Hungern in angezeigten gebrechen eynen tag des nestvergangen jars zu Presla angesatzt und keyserlich maiestat denselben durch treffelich siner gnaden rete zu besuchen understanden, so ist doch derselb tag von kgl. wird ganz stümpflich7 abgeschlagen und den ksl. reten solichs underwegen abgekundiget.8 Also ist mynem gn.h hern warlich warnung zukomen, daz sin kgl. Šwird sin ftl. Gn. zu angezeigtem eide mit gewalt /174/ zwingen und tringen wolt. Solichs zu verkomen hat sich sin ftl. Gn. mit rat deß meisters in Liflant [Wolter von Plettenberg], siner gebietiger und lantschaft zu Prussen, die sin ftl. Gn. auch sunderlich darumb gebeten, in sin veterlich land begeben. Also ist sinen ftl. gnadeni warnung komen, das sich berurt konigliche wird zu Polant itzt mit jden wissen Russen–j vertragen9, der meynung, darnach mynen gn.k hern, den homeister, zu sinem willen zu zwingen. Dwil aber diser handel ksl. Mt., dem Heiligen Rich und dem adel dutscher nacion merklichen schaden treuwet und mitbetrifft, hat sin ftl. gnad an berurter ksl. Mt. und der stend des Richs rat nichts tun, begeben oder beschliessen wollen.

    [3.] Fruntlich bittend, uwer ftl. gnad geruchen disen handell zu herzen zu furn und uwern ratm fruntlich und gutwillig mitdeiln und nmit uwer hilf–n dasselb stuck guts, so noch furhanden, helfen underhalten, den lon von dem almechtigen Gott und siner werden mutter entpfahen. So will eß sin ftl. gnad gegeno uwern ftl. gnaden fruntlich und den andern gutwillig verdien[en] und verglichen.

    «Nr. 298 Stellungnahme der Reichsstände zur Supplikation HM Friedrichs von Sachsen – Worms, 7. Juni 15091 »

    [1.] Bitte des Hochmeisters um Hilfe gegen Polen; Empfehlung der Reichsstände zu Vermittlungsverhandlungen durch Ks. und Reich; [2.] Entsendung einer gemeinsamen Gesandtschaft von Ks. und Reichsständen zu Kg. Sigismund von Polen; [3.] notfalls Akzeptanz eines Tagungsortes in Polen; [4./5.] Einbeziehung Papst Julius’ II. und Kg. Wladislaws II. von Ungarn-Böhmen in die Vermittlungsinitiative; [6.] Projektierung weiterer Beratungen im Falle einer kompromisslosen Haltung Polens; [7.] Ernennung der Gesandten, Abfassung der Gesandtschaftsunterlagen, Finanzierung der Gesandtschaft.

    ŠI. (Ständeresolution): Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 174–175 (Kop., Überschr.: aAntwort der stende uf des homeisters Dutsch Ordens in Prussen furpringen–a.) = Textvorlage A. Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop., Überschr. wie A; irrtümlicher Datumverm.: An mitwoch zu abent vor corporis Christi [6.6.].) = B. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 135–138 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr. wie A) = C2. Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 49’–52 (wie C). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 48–49 (unvollständige Kop.[Pkt. 5 und 7 fehlen], Überschr. wie A). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 28–29’ (wie C).

    II. (zur Ständeresolution überarbeitete Fassung des Ausschussbedenkens): Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 163’; 164–166 (Kop. mit Korrekturen und Ergänzungen; nachträglich eingefügte Überschr. wie A) = D. München, HStA, KÄA 3136, fol. 249–249’, 251–252’ (wie D) = E. Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 52’ (unvollständige Kop., nur Pkt. 1 – Alß der hochwirdig ... uf verpesserung ksl. Mt. rete). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 63–63’ (nur dem Ausschussbedenken hinzugefügte Passagen). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie D). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 333’–338’ (wie D; dem reichsstädtischen RT-Protokoll inseriert). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 52–56’ (wie D; dem reichsstädtischen RT-Protokoll inseriert).

    Druck (der Ständeresolution): Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 974, S. 774–776.

    [1.] bAlß der hochwirdig, hochgeborn furst, her Friderich, herzoge zu Sachsen, lantgrave in Doringen, marggrave zu Myssen und homeister Dutsch Ordens in Prussen den kurfursten, fursten und gemeynen stenden des Richs, alhie zu Worms versamelt, vergangner tag die belestigung und große beswerung, so ime und sinem orden von kgl. wird zu Polant wider alle pillicheit begegen, erstlich montlich und darnach schriftlich hat furpringen lassen, mit angehenkter bitt, daz kurfursten, fursten und stende des Richs solichs zu herzen fassen und ime und sinem orden darin ir getruw rat und hilf mitdeylen wolten etc., wie dan solichs alles sin furpringen wyters inhelt. Daruf achten und ermessen kurfursten, fursten und gemeyne stend des Heiligen Richs, doch uf verpesserung ksl. Mt. rete–b nach gelegenheit itziger zit nutz und gut, auch dem hoemeister und Dutschen Orden dienlich sin, die sachen nachfolgender maß furzunemen, nemlich daz ksl. Mt., kurfursten, fursten und gemeynen stend des Heiligen Richs die irrungen und zwietrecht, so sich zuschen kgl. wird zu Polen und gemeltem hoemeister erhalten, in gutlich handelung und anlaß zu pringen unterstunden.

    Š[2.] Und wer in solichem der stendec gutbedunken, daz ksl. Mt., kurfursten, fursten und gemeyne stend des Richs erstlich zu kgl. wird zu Polant ein potschaft uf zwo person ungeverlich mit gepurlicher instruction ufs furderlichist schickten, von wegen ksl. Mt. und gemeyner stenden des Richs mit allem fliß zu begern und zu bitten, daz kgl. wird zu Polant ksl. Mt., kurfursten, fursten und gemeynen stenden des Heiligen Richs zu fruntlichem und gnedigem gefallen in den irrungen, so sich zuschen siner kgl. wird und egemeltem hoemester erhielten, inen gutlicher handelung verfolgen und deßhalb zu zimlicher zit und an gelegene malstat, als gein Presla, Butz [= Bautzen], Gorlitz oder Ertfurt, tag ernennen wolten. Alßdan ksl. Mt., kurfursten, fursten und stende deß Richs ir treffenliche rete und botschaften zu solicher handelung verorden und schicken und zwischen inen gutlich handeln lassen, ganzer zuversicht und vertruwens, die irrungen und gebrechen, so sich zuschen inen beidersits erhalten solten, nach zimlichen, pillichen dingen [= Vermittlungsverhandlungen] gutlich hingelegt und vertragen werden.

    [3.] Wer aber kgl. wird von Polant eyniche der erzelten malstat oder sust andere im Rich nit gelegen oder anzunemen, sunder sin kgl. wird wolt siner gelegenheit nach in ein stat des lands zu Polant, da sie personlich bij der handelung sin mocht, tag setzen und ernennen, solt die botschaft dannachtd solich tagsatzung nit abschlagen, aber doch zuvor mit allem fliß arbeiten und anhalten, daz in vorgemeltee malstat oder sust im Rich tag angesetzt und gutlicher handelung daselbst zu pflegen vervolgt werde.

    [4.] Eß ermessen auch die stendef diser sachen fast furtreglich und ersprießlich sin, daz ksl. Mt., kurfursten, fursten und stende des Richs unserm allerheiligisten vater, dem babst, neben dem hoemeister deten schriben und sin heiligkeit ufs hochst bitten, den konig zu Polant durch ire schrift gutlich zu underwysen und hochlich zu ermanen, daz er in solichem gutlicher handelung verfolgen gund deß keinswegs abschlagen–g, daz auch sin heiligkeit zu solicher handelung bepstliche commissarien oder botschaften zu schicken nit underlassen wolt, damit in diser sachen dest fruchtparer und dapferer gehandelt und unrat, so der heiligen cristenheit daruß entsten, verkommen werden mocht.

    [5.] hEß ist auch daneben betracht und fur gut angesehen, dwil ksl. Mt. vormals mitsampt dem konig zu Hungern und Beheim die irrungen zuschen kgl. wird zu Polant und dem hoemeister gutlich hinzulegen understanden haben, deßhalb dan tag angesetzt gewest3, aber uß zugefallen ursachen kein Šfurgang gehabt, daz kgl. wird zu Hungern und Beheim durch die stend des Richs auch mit fliß ersucht wurd, sich bij dem konig zu Polant mitsampt ksl. Mt. und stenden des Richs durch sin potschaften zu bearbeiten, daz sin kgl. wirde gutlicher handelung verfolgen und, so sie verfolgt, alßdan sin botschaft zu solicher verhore und gutlicher hinlegung auch schicken woll–h.

    [6.] So aber kgl. wird zu Polant uf solich ksl. Mt. und der kurfursten, fursten und stende deß Heiligen Richs ansuchen und bitt gütlicher handelung zu verfolgen nit bewilligen oder in bewilligter und furgenomener handelung uf sinem harten und strengen furnemen gegen dem hoemeister und Dutschen Orden beharren und besteen, daz dan solichs und weß zu beiden teiln gehandelt, iwider hinder sich bracht wurd, zu bedenken, wie demselben zu begegnen und widerstant zu tun wer–i.

    [7.] Item zu gedenken, so diß den stenden gefellig und angeneme wer, die personen, so man schicken sol, zu benennen.

    Item credenz zu fertigen und instruction ufs formlichistj zu begryfen.

    Item von dem darlegen auch zu handeln.4

    «Nr. Š299 Stellungnahme der ksl. Kommissare zur Supplikation HM Friedrichs von Sachsen – [Worms, 10. Juni 15091 oder kurz davor] »

    [1.] Zustimmung zur Erklärung der Stände, Vorschlag zur Einschaltung Papst Julius’ II. und [2.] Kg. Wladislaws II. von Ungarn-Böhmen; [3.] Abfassung der Gesandtschaftsunterlagen und Benennung der Gesandten.

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 175’–176 (Kop.) = Textvorlage A. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 173’–174’ (Kop., Überschr.: Ksl. Mt. rete gutbedunken uf des hohmeysters zu Breussen supplicationzettel.) = B. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 149–150 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = C. Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 51–53’ (Kop.). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 64–64’ (Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (Kop.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 67–68 (wie C). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop.). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 349–350 (wie C). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 70’–72 (wie C). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 38’–39 (wie C).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 975, S. 777f.

    [1.] Keyserlicher maiestat rete und commissarien haben die merkliche beschwerung und belestigung, so dem hochwirdigen, hochgebornen fursten, hern Friderichen, herzogen zu Sachsen, lantgraven in Doringen, homeister Dutsch Ordens in Prussen, und sinem orden von kgl. wird zu Polant in vil weg unpillicher wise begeget, inen montlich und schriftlich furpracht, auch die hoch, flissig bite und beger, deßhalben gescheen, uß getruwem mitlyden vermerkt, auch der kurfursten, fursten und stende des Richs antwort und gutbedunken [Nr. 298], solicher sachen verfaßt, verlesen. Und lassen inen solich antwort, die dan, alß sie vermerken, uß guter betrachtung und erwegung gegrundt ist, wol gefallen, mit dem anhang, daz die bebstlich heyligkeit durch ksl. Mt. und die stende deß Richs furderlich ersucht und gebeten wurde, dem konig von Polant unverzogenlich zu schriben, die obberurte beschwerung und waz der cristenheit daran gelegen sij, anzuzeigen und inen nach irer heiligkeit gutdunken uf daz hochst und ernstlichist zu ermanen, mit detlicher handelung und in andere wyse biß zu verhore der sachen, die dan sin heiligkeit mitsampt ksl. Mt., den stenden deß Richs und der kgl. wird zu Hungern und Beheim uf das furderlichist tun und deßhalben an gelegene malstat tag setzen wolt, mitlerzit stillzusten, daz auch by den sinen zu verschaffen. Und daz ir heyligkeit den konig von Hungern exhortir, sinen pruder, den konig von Polant, zu bewegen, dem volg zu tun.

    [2.] Und dwil die sach groß, hoch und mechtig partyen antrifft und der gedacht konig von Hungern, der vormals auch darunter gehandelt und tag [nach Breslau] angesetzt gehabt, unangesehen, daz er dem konig von Polant verwandt, so er doch ein cristenlicher konig und kurfurst deß Heiligen Richs Šist, umb bessers ansehens willen durch keyserliche maiestat und die stende beschrieben und erpeten wurd, daz er in eigener person, wo er das lybes halben tun kont, oder durch sin treffenliche rete aneben und mit–a der bebstlichen heyligkeit, auch keyserlicher maiestat und der stende des Richs oratoren und geschickten reten in der sachen handeln und die verhore zu tun verhelfen lassen wolt. Daz mocht und wurd nach ksl. Mt. rete bedunken dem handel dinstlich und furderlich erschynen.

    [3.] Und daz durch die stend des Richs die instruction, credenz und ande[r] noitturftig schriften nach irem rat und gutbedunken zu begryfen und zu stellen verfugt.

    Auch daz die personen, so von wegen ksl. Mt. und der stende in solichem handel geschickt und gebrucht werden sollen, durch die stend itzo benennt werden.

    «Nr. 300 Antwort der ksl. Kommissare und der Reichsstände an HM Friedrich von Sachsen – Worms, 11. Juni 1509 »

    [1.] Supplikation des Deutschen Ordens an die ksl. Kommissare und Reichsstände; [2.] Vorschlag zu einer Vermittlungsinitiative; [3./4.] Einschaltung Papst Julius’ II. und Kg. Wladislaws II. von Ungarn-Böhmen; [5.] Projektierung weiterer Beratungen im Falle einer kompromisslosen Haltung Polens.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 4, fol. 39–41, 42’ (Kop., Verm.: XIa Junii ist dise antwort dem hohemaister gelesen und furgehalten worden. Überschr.: Antwort keyserlicher Mt. rete, auch der churfursten, fursten und gemeyner stende deß Reichs uf deß hochwirdigen, hochgeporn fursten, herrn Friedrichen, herzogen zu Sachsen, landgrafen in Duringen, marggrafen zu Meyssen und hohenmeisters Tutschordens in Prussen.) = Textvorlage A. Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 28, pag. 278–280 (Kop., Überschr. wie A) = B.

    [1.] /39/ Erstlich, alß der hohemeister itzgenant den ksl. reten, auch den churfursten, fursten und gemeynen stenden des Reichs, alhie versamelt, kurzvergangner täge die belestigung und grosse beschwerung, so im und seynem orden von koniglicher wirde zu Polen wider alle pillicheit begegnen, mundlich und darnach schriftlich hat furbringen lassen, mit angehengter pitt, daß ksl. Mt. rete, auch die churfursten, fursten und stende deß Reichs solchs zu herzen fassen und im und seynem orden darin getreue rate und hilf mitteylen wolten etc., wie dann solchs alles sein furbringen [Nr. 297] weyter inhelt, daruf ist keyserlicher Mt. rete, auch churfursten, fursten und gemeyner stende antwort, rate und gutbedunken, wie hernach volgt:

    [2.] Und nemlich achten und ermessen sie zuforderst nach gelegenheit itziger zeit nutz und gut, auch dem hohenmeister und dem Dutschen Orden dienlich sein, daß keyserliche Mt., churfursten, fursten und andere stende deß Heiligen ŠReichs die irrungen und zwitrecht, so sich zwischen /39’/ koniglicher wirde zu Polen und gemeltem hohenmeister erhalten, in gutlich handlung und anlaß zu pringen understunden.

    Und ist in solchem ksl. Mt. rete, auch gemeyner stende deß Reichs gutbedunken, daß keyserlich Mt., churfursten, fursten und andere stende deß Reichs erstlich zu koniglicher wirden zu Polen ein potschaft uf zwo personen ungeverlich mit gepurlicher instruction ufs furderlichst schicken, von wegen ksl. Mt. und gemeyner stende deß Reichs mit allem vleyss zu begeren und zu pitten, daß konigliche wirde zu Polen keyserlicher Mt., churfursten, fursten und gemeynen stenden deß Heiligen Reichs zu frundlichem und gnedigem gefallen in den irrungen, so sich zwischen seynen kgl. wirden und egemeltem hohenmeister erhalten, inen gutlicher handlung vervolgen und deßhalb in zimlicher zeit und an gelegne malstat (alß gen Erfurta, Pautz, Gorlitz oder Preßlab) tag ernennen. Wolten alßdann ksl. Mt., churfursten, fursten und stende deß Reichs ire treffenliche rete zu solcher handlung verorden und schicken und zwischen inen gutlich handeln lassen, ganzer zuversicht und vertrauens, die irrungen und geprechen, so sich zwischen inen beyderseyts erhielten, solten nach zimlichen, pillichen dingen gutlich hingelegt und vertragen werden.

    /40/ Wo aber koniglicher wirde zu Polen eyniche der erzelten malstadt oder sunst andere im Reich nit gelegen oder anzunemen weren, sonder sein koniglich wirde wolte seyner gelegenheit nach in ein stadt des lands zu Polen, da sie personlich bey der handlung sein mocht, tag ernennen und ansetzen, solt die potschaft dannoch solch tagsatzung nit abschlagen, aber doch zuvor mit allem vleiss arbeyten und anhalten, daß in vorgenante malstat oder sunst im Reich tag angesetzt und gutlicher handlung daselbst zu pflegen vervolgt wurden.

    [3.] Keyserlicher Mt. rete und gemeyne stende ermessen auch dieser sachen fast furtreglich und ersprieslich sein, daß ksl. Mt. und sie, die churfursten, fursten und stende deß Reichs, unserm allerheiligsten vater, dem babst, neben dem hohenmeister teten schreiben und sein heiligkeit ufs hochst pitten, den kunig zu Polen durch ire schrift gutlich zu underweisen und ufs hochst zu ermanen, daß er in solchem gutlicher handlung verfolgen und die keinswegs abschlagen, daß auch sein heyligkeit zu solcher handlung ire commissarien oder potschaften zu schicken nit underlassen wolt, damit in dieser sachen dest fruchtparer und dapferer gehandelt und unrat, so der heiligen cristenheit daruß entsteen, furkomen werden mocht.

    [4.] /40’/ Sie haben auch daneben betracht und fur gut angesehen, dieweil keiserliche Mt. vormals mitsampt dem kunig von Hungern und Behem die irrungen zwischen kgl. wirde zu Polen und dem hohenmeister gutlich hinzulegen understanden haben, deßhalb dann tag [nach Breslau] angesetzt gewest, aber uß zugefallen ursachen kein furgang gehabt, daß konigliche wirde zu Hungern Šund Behem durch keyserliche Mt. und die stende deß Reichs auch mit vleyss ersucht wurde, sich bey dem kunig zu Polen mitsampt ksl. Mt. und den stenden deß Reichs durch sein potschaften zu bearbeyten, daß sein koniglich wirde gutlicher handlung verfolgen und, so sie verfolgt, alßdann sein potschaft zu solicher verhore und gutlicher hinlegung auch schicken wolle.

    [5.] So aber koniglich wirde zu Polen uf solich keyserlicher Mt., der churfursten, fursten und stende des Reichs ansuchen und pitt gutlicher handlung zu verfolgen nit bewilligen oder in bewilligter und furgenomener handlung uf irem harten und strengen /41/ furnemen gegen dem hohenmeister und Teutschem Orden beharren und besteen, daß dann solchs und weß zu beyden teylen gehandelt, wider hinter sich gebracht wurde, zu bedenken, wie demselben zu begegnen und widerstand zu tun were.

    «1.4. Achterklärung des Reichskammergerichts gegen Venedig »

    «Nr. 301 Achtverkündung Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) gegen den Dogen von Venedig, Leonardo Loredan – Worms, 13. Juni 1509 »

    Wien, HHStA, AUR 1509 VI 13 (lat. Mundum m. Siegelrest) = Textvorlage A.

    Teilabdruck/Teilregest: Seiler, Endurthail I, S. 40; Ders./Barth, Urtheil I, S. 252.

    Das ksl. Kammergericht hat im Verfahren zwischen Johannes d. Ä. und Johannes d. J. von der Leiter (de Scala), den Generalvikaren der zum Reich gehörigen Städte Verona und Vicenza, und dem Dogen von Venedig, Leonardo Loredan, als Beklagtem den Hh. von der Leiter bereits vor Jahren das Besitzrecht an den beiden Städten zugesprochen und den Dogen zu deren Rückgabe einschließlich aller zugehörigen Rechte und Besitzungen sowie der Aushändigung aller vorenthaltenen Einkünfte verurteilt. Auf Antrag der Kläger erging – unter Androhung einer Strafe von 10 000 Mark lötigen Goldes – ein Mandat an den Dogen, den Klägern bzw. deren Vertretern binnen zwei Monaten nach dessen Zustellung die zugesprochenen Besitzungen auszuliefern oder am ksl. Kammergericht zu rechtfertigen, warum er zum Gehorsam gegen das Mandat nicht verpflichtet ist. Das Mandat wurde am 19. Januar 1508 durch den ksl. Kammerrichter Bf. Wiguläus von Passau in Regensburg ausgefertigt und durch den Prokurator der Kläger, Dr. Georg Ortolf, dem Dogen persönlich zugestellt. Da der Doge dem Exekutorialmandat nicht Folge leistete, verfiel er den darin angedrohten Strafen und das ksl. Kammergericht sprach folgendes Urteil:

    In der Sache zwischen Johannes d. Ä. und Johannes d. J. von der Leiter als Klägern und dem Dogen von Venedig, Leonardo Loredan, als Beklagtem missachtete Letzterer das gerichtliche Mandat und erwies sich somit als ungehorsam. Sie stellen fest, dass deshalb die darin angedrohte Strafe von 10 000 Mark lötigen Goldes fällig wurde. Dem Dogen wird außerdem bei fortgesetztem Ungehorsam die Reichsacht Šangedroht. Er hat innerhalb der genannten Frist persönlich oder durch seinen Rechtsvertreter am Gericht vorstellig zu werden.

    Doch leistete der Doge auch diesem Mandat keine Folge. Am 26. Januar beantragte daraufhin Dr. Peter Kirsser als Vertreter der Kläger vor Gericht, dass die angedrohten Strafen im obigen dem Dogen am 10. Oktober 1508 zugestellten Exekutorialmandat wegen erwiesenen Ungehorsams in Kraft treten sollten. Infolgedessen wurde dieser in die ksl. und Reichsacht erklärt. [Wiedergabe des Beginns der Achterklärung].

    Diese Erklärung wurde im Kammergericht durch den stellvertretenden Kammerrichter Gf. Adam von Beichlingen verlesen und der Doge in die Acht erklärt, vom Reichsfrieden ausgeschlossen und seine Person und sein Besitz jedermanns Zugriff freigestellt.

    «Nr. 302 Achtmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) gegen den Dogen von Venedig, Leonardo Loredan – Worms, 13. Juni 1509 »

    Heidelberg, UB, Cod. Pal. germ. 491, fol. 291’–294’ (spätere dt. Kop., um 1530; Nachweis über Unterz. Ambrosius Dietrich, Protonotar am RKG) = Textvorlage A.1

    Lat. Druck: Lünig, Reichs-Archiv VI (Part. Spec. Cont. I, Kaiser), Nr. LIX, S. 134–136 = B; Ders., Codex Italiae II, Nr. XXVII, Sp. 1995–2000; Goldast, Collectio II, S. 117–119; Schoppe, Scaliger, pag. 396’–399.

    Erklärt gegenüber allen Reichsangehörigen, dass es das höchste irdische Gut ist, adie Gerechtigkeit zu pflegen, seinem Nächsten nicht zu schaden und jedem das Seine zuteil werden zu lassen–a. Umgekehrt gefährdet nichts mehr den gemeinen Nutzen als die Aneignung fremden Besitzes unter Missachtung der gerichtlichen Obrigkeit und ihrer Gebote. Daraus entstehen Zwietracht und Krieg im Hl. Reich, was, wenn dem nicht rechtzeitig vorgebeugt wird, schließlich zu dessen Zerstörung führt.

    Er, der Ks., und seine Amtsvorgänger haben die vom Reich lehnbaren Städte Verona (Bern)und Vicenza (Vinzenz)an die Vikare Johann d. Ä. und Johann d. J. von der Leiter bzw. an deren Vorfahren verliehen. Diese beiden Städte wurden allerdings von einem Vorgänger [Michele Steno] des jetzigen Dogen [Leonardo Loredan] widerrechtlich und gewaltsam eingenommen. Loredan hält sie weiterhin besetzt, dies unter Missachtung eines kammergerichtlichen Urteils, wonach die beiden Städte mit allem Zubehör den Reichsvikaren zurückgegeben werden müssen. Ebenso ignorierte er zwei ksl. Vorladungen. Die zweite, dem Dogen [am 10. Oktober 1508] persönlich Šzugestellte Zitation drohte ihm bei weiterem Ungehorsam die Reichsacht an. Er wurde nach dessen Feststellung in einem ordentlichen Verfahren öffentlich in die Acht erklärt, wie dies die ausgegangenen ksl. Urteilsbriefe [Nr. 301] besagen.2

    Erklärt den Dogen in Vollstreckung des Urteils gegenüber allen Reichsangehörigen zum Reichsächter und gebietet, ihn als solchen zu behandeln, ihn nicht zu dulden, zu beherbergen oder zu verpflegen noch sonst mit ihm zu verkehren und dies auch nicht zu erlauben, sondern gegen dessen Person und seinen Besitz vorzugehen. Insbesondere sollen sie dies den Klägern und ihren Helfern gestatten und sie auf deren Bitte dabei auch unterstützen, bis der Ächter von seinem Ungehorsam absteht und aus der Acht gelöst wird. Erklärt jegliches Vorgehen gegen die Ächter für rechtmäßig und nicht ahndungsfähig. Davor schützen auch weder ksl. und kgl. Freiheiten, Privilegien und Rechte noch der ksl. Landfrieden, Burgfrieden, Bündnisse oder Einungen. Wer die Achterklärung missachtet, verfällt selbst der Reichsacht und der schweren Ungnade von Ks. und Reich.3

    « Š1.5. Reichsabschied mit zugehörigen Aktenstücken  »

    «Nr. 303 Abschied des Wormser Reichstages – Worms, 16. Juni 1509 »

    [1.] Beschlussfassung über Reichskammergericht, Landfrieden und Münzwesen durch deputierte Räte; [2.] Ernennung Gf. Adolfs von Nassau zum Kammerrichter; [3.] Bestätigung und Ergänzung älterer Reichsbeschlüsse zum Reichskammergericht; [4.] Präsentation der kfl. Assessoren; [5.] Benennung der Assessoren aus dem Kreis der Reichsgrafen und -herren, [6.] aus den ksl. Erblanden und [7.] aus den sechs Reichskreisen; [8.] Standort des Reichskammergerichts; [9.] Mitteilung des Kammerrichters an Assessoren und Reichsangehörige über den Termin der Wiedereröffnung; [10.] Finanzierung des Reichskammergerichts; [11.] Bedienung noch offener Soldforderungen von Gerichtspersonal; [12.] Abstellung von Missständen am Reichskammergericht; [13.] Ahndung von Injurien gegen Angehörige des Gerichts oder gegen Prozessparteien; [14.] Bestätigung der bisherigen Reichsbeschlüsse zu Landfrieden und Exekution; [15.] Einberufung eines Reichsmünztages nach Frankfurt, Verhandlungen mit Gf. Eberhard von Königstein über die Verlegung der Baseler Reichsmünzstätte nach Straßburg.

    Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 200–202 (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 196–198’ (Kop. mit Randvermm. Hd. J. J. Müller, die den Inhalt kennzeichnen; Dorsalverm.: Dz camergericht belangend, nach abschid meins gnst. herrn [Kf. Friedrich von Sachsen]zu Wormbs beredt.) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 72–77’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.; Überschr.: Abschid und beslus, auf dem Reichs tage zu Wormbs des camerichts, der gulden munts und fridens halber gemacht.) = C. Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 71–76’ (an das Lübecker Exemplar des reichsstädtischen RT-Protokolls angehängte Kop.; Überschr.: Das camergericht belangende.) = D1. Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop., Überschr.: Das camergericht belangend etc.) = E. Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 42–45’ (Abschrift von D).

    [1.] /200/ Nachdem churfursten, fursten und stend des Heiligen Reichs, auf dem jetzgehalten Reichs tag zu Worms versamelt gewest, nach etlich geubtena handlung, inenb auf demselben reichstag furgestanden, irer obligendenc notŠdurft und gelegenheit nach von dannen gescheiden, etlich ir rate daselbst gelassen und auf bevelh röm. ksl. Mt. in nachvolgenden artikln, namlich zu statlicher aufrichtung und underhaltungd irer Mt. camergerichts, auch bestendigen frid im Reich und handhabung desselben, darzu von entlichem schluss der gulden munz im Reich auf die handlung, so aufe vorgehalten reichstagen beschehen ist, zu machen, zu handeln bevolhen gehapt, haben ksl. Mt. und derselben stend räte in vorgedachtn artikln geratslagt, gehandelt und beslossen, fwie hernach volgt–f:

    [2.] Erstlich des camergerichts halber, nachdem auf dem jungstgehalten Reichs tag zu Costenz laut des abschieds, daselbst gemacht,g graf Adolf von Nassau vor andern fur einen camerrichter angezeigt2, auch ksl. Mt. und die stende des Reichs jetzt inen insonder als fur geschickt und töglich zu camerrichter furgenomen, hat ir Mt. hie zu Wurms weiter so vilh mit im handeln lassen, das er ir ksl. Mt., auch dem Heiligen Reich zu undertäniglichen, dinstlichemi gevallen und gemeinen nutz zugut das camergerichtampt angenomen und daruber laut des Reichs ordnung3 gepurlich pflicht getan hat.4

    [3.] Item sol das gedacht camergericht hinfur nach inhalt der ordnung, auf jvor gehalten Reichs dagen–j beschlossen und gemacht5, gehaltn werdn mit dem zusatz, wie hernach volgt.

    Š[4.] Item solln die VI churfursten ir beysitzer zu solichem camergericht verordnen und schicken, wie inen das durch werbent botschaft hie zu Worms anzuzeign bevolhen ist. Und ob sy ir beysitzer in nachbestimpter zeit laut solicher werbung nit schicken, so sollen camerrichter und beysitzer inhalt der ord[n]ung, zu Costenz aufgericht6, und der abrede, alhie beschehen7, andere tögenlich personen an der oder des stat, der also nit schicken wurd, aufzunemen macht habn.

    [5.] /200’/ Item von graven und herren sind zu beysitzern verordent und anzunemen benent graf Adam von Beuchlingn und graf Philips von Kirchberg.8 Und obe ir einer oder sy baid das nit annemen wellen, alsdann sind benent graf Bernhart von Eberstein, her Wilhalm Truchsäs freyher zu Waltpurg, graf Wolf von Salms, graf Michel von Wertheim. Und ist ir jedem sein sold mit hundert guldin gebessert.9

    [6.] Von wegen röm. ksl. Mt. als erzherzogen zu Osterreich etc. sind laut des abschids zu Costenz10 angenomen doctor Häringus Sinama, genant Fries, und doctor Symon von Reischach.11

    Š[7.] Item auß den VI kreysen, namlich auß dem ersten, pleibt doctor Sebastian von Rottenhan.12

    Aus dem andern kreyß ist benent doctor Ulrich Wagner, official zu Passau; und ob er das nit annemen wölt, doctor Dietrich Reichschach alias Risicheus von Brusel, ordinarius zu Ingelstat.13

    Aus dem dritten kreys ist benent doctor Ambrosius [Widmann, genannt] Mechinger.14

    Us dem viertn kreys doctor Jörg Schutz, official zu Costenz; und wo er das nit annemen wölt, doctor Wolfgang Rem von Ulm.15

    Aus dem funften kreys pleibt doctor [Diederich von] Schiderich.16

    Aus dem sechsten kreys pleibt doctor Valentin von Sunthausn.17

    Und ob die beysitzer, so im abschid zu Costenz18 oder, wie vor steet, hie zu Wurms benent sein, nit komen wöltn oder wurden, alsdann solt der camerrichter dem kreyß, daran der abgang wer, solichs furderlich verkundn, laut gemelts abschids19 zu handeln und einen andern beysitzer in bestimpter zeit und vor anfang des camergerichts ungevarlich schickenk.

    [8.] /201/ Und als in dem abschid zu Costenz under anderm gesetzt20, wie das camergericht ein jar lang zu Regenspurg und furter zu Worms oder etlichn andern orten, darin bestimpt, gehaltn werdn sol, und aber ksl. Mt. die beysitzer, auch andere personen, zum camergericht gehörig, mitsampt den acten und canzley auf den reichstag gen Worms erfordert21, die auch mererteils daselbst Šerscheinen, auch irl Mt. iren raten und stenden des Reichs, daselbst versamelt, sonderlich anzeigen lassen, das irer Mt. meinung sey, das camergericht zu Worms zu halten. Ist darauf beschlossn, das demselbn anzeigen volg beschehe und das camergericht furter zu Worms gehaltn werden [soll]. Wo aber die irrung zwischen dem bischof, der priesterschaft und stat Worms nit hingelegt und camerrichter und beysitzer deshalb fursörg tragn, das einicher unrat, unlust [oder] nachtail darauß erwachsen möcht, söllen sy alsdann macht und gewalt haben, mit dem camergericht gen Frankfurt zu ziehn und daselbst zu halten.

    [9.] Item sol der camerrichter auß bevelh ksl. Mt. und der stende des Reichs allen beysitzern, zu dem camergericht verordent, furderlich schreiben, nachdem das camergericht auf den ersten tag Septembris nachst zu Worms wider angefangn werden, das sy acht tag zuvor mit aller irer gereytschaft bey im erscheinen, und inen dabey anzeigen, inen irs willens bey seinem poten eigentlichn zu verstendigen. Dan wo das nit beschehn, wurd erm in craft seins bevelhs, ime getan, andere an ir stat annemen [Nr. 503]. Desgleichn sol der camerrichter nin und under ksl. Mt. namen, titel und sigel allenthalben–n im Reich verkundn und anschlagen lassen, das das camergericht auf den ersten tag des monats Septembris nechstkoment zu Worms continuiert und gehaltn werden sol [Nr. 304].

    [10.] Es haben auch ksl. Mt. und der stende des Reichs verordent räte von innemung beider anschläg, zu Costenz22 und Regenspurg23 gemacht, auch da entgegen die ausgabe und alles, so auf underhaltung des camergerichts biß auf den XVten tag Juny MVCIX gangen ist [Nr. 293], empfangen, mit vleis uberlegt und befunden, das zu ferrer verlegungo [= Finanzierung] gedachts camergerichts, wie zu Costenz die stende des Reichs ver- /201’/ willigt haben, vonnöten sein, einen neuen anschlag dem vorigen gemess und also zu machen, das das camergericht in kunftig zeit statlich mög underhaltn werdn. Deshalbn von wegen ksl. Mt. und der stende des Reichs dem camerrichter und fiscal sonder bevelh und zaichnus, mit her Johann Storchen hand underschribn24, ubergebn und behendigt sein wordn, angezeigten anschlag zusampt anderm, das noch von denp gemeltn zweyn anschlegn, zu Costenz und Regenspurg gemacht, hinderstellig pliben ist, zu ervordern und inzubringn.

    Š[11.] Und dieweil von graf Adolfen von Nassau als camerrichtern, her Dietrichn von Pleningn, doctor Friesen [= Haring Sinnama] und andern den eltern beysitzern umb bezalung ires austendigen solds, am camergericht zu Frankfurt, Worms und Nurmberg verdient, vil und manigfaltigq ansuchens beyr ksl. Mt. und den stendn des Reichs geschehen ist, sol der camerrichter bey dem fiscal verfugen, das er den hinderstand des anschlags zu underhaltung des ksl. camergerichts, zu Augspurg gemacht25, mit des gedachtn Storchen hand underzeichnet und dem fiscal ubergeben, unverzogenlich inbringen und erfordern. Und was davons inbracht ist, sol er alsdann auf die raytung, so ir jeglicher derselbn beysitzer gemeltn graf Adolfen und graf Adolf zweyen beysitzern tun sol, ir jedem nach gepur und anzeig seiner schuld bezalung tun.

    Wo aber der gemelt anschlag so vil, als ir schuld lauft, nit ertrug, sollen sy von andern gefellen des camergerichts, nachdem und die beysitzer und ander personen des camergerichts irer besoldung ausgericht seint, bezalt werden.

    [12.] Und als den gemelten ksl. und der stend verordentenu räten etlich gebrechn und mengel, des camergerichts und derselbn verwandten personen belangend, ubergebn sein, habn sy dem camerrichter, beysitzern und fiscal deshalb bevelh gebn, inhalt einer sondern aufzeichnus, mit des gedachtn Storchn hand underschriben, wie und welichermassen darin gehandelt werden sol [Nr. 295].

    [13.] /202/ Als auch ksl. Mt. vormals gen Regenspurg geschriben und ernstlich bevolhen hat, wov jemands das camergericht, des verwanten personen oder parteyen mit worden oder werken ungepurlich halten oder das camerrichter und beysitzer nach gelegenheit der sachen und personen dieselbn strafen26, sol der camerrichter mit vleiss darob sein, damit solichs alsow geschehe.

    Š[14.] Den landfriden antreffend.

    Dieweil auf vorgehaltn reichstägn der landfride und handhabung desselben notdurftiglich versehen, xauch geordent und–x erclert ist, wie der gehaltn sol werdn, lassen es ksl. Mt. und der stend des Reichs räte darbey pleibn.

    [15.] Die munz belangend.

    yAls auf vorign reichstägn der munz halber vil gehandelt und doch nichts entlichs beschlossen, ist fur nutz und notdurftig betracht, dieweil der schad, abfal und ringerung derselbn munz, so durch etlich geubt, gemeret werdet und gemeinem nutz groser nachteil daraus erwechst, das alle stende des Reichs, so guldin munz habn und schlahn, beschidenz und erfordert werden sollenaa, ir räte, der munz verstendig, auchab munzmeister und wardin auf den drittn tag des monats Septembris gen Frankfurt an den Meyne zu schicken und entlichn beschluss zu machen, damit furohin im Heiligen Reich ain gleichenac guldin munz in aller hantierung, kaufmanschaft und bezalung gebraucht, geubt und gehalten werde–y [Nr. 305].

    Und sol auf gemeltn tag mit graf Eberhartn von Konigstein gehandelt [werden], das er auß ursachn, so im furgehalten werdn, die munz zu Basel gen Strasburg verrucken sol.

    Actum zu Worms am XVI.ad tag des monats Junii anno etc. VIIII.

    «Nr. 304 Ausschreiben Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) in das Reich – Worms, 16. Juni 1509 »

    Verlegung des Reichskammergerichts nach Worms.

    Duisburg, NRW LA, Kleve-Mark, Akten, Nr. 3144, fol. 25–25’ (Or. m. Siegelrest, Verm. amdip., Unterz. A. Dietrich, Protonotar am RKG) = Textvorlage A. Heidelberg, UB, Cod. Pal. germ. 492, fol. 233 (Kop., Überschr.: Denunciation und auskundung, wie das camergericht an ein ander ort gelegt sey.) = B.

    Wir Maximilian, von Gottes gnaden erwelter romischer keyser, zu allen zeiten merer des Reichs, in Germanien, zu Hungern, Dalmatien, Croacien etc. konig, erzherzog zu Osterreich, herzog zu Burgundi, zu Brabant und pfalzgrave etc., verkunden und tun kunt allermeniglich, das wir unser keyserlich camergericht, Šso wir verschiner zeit uf dem gehalten Reichs tag zu Costenz zu gemeinem nutz und handhabung frids und rechts wider in ubung gestellt und zu Regenspurg ein zeit lang zu uben bestellt gehapt, mit rat unser und des Heyligen Reichs churfürsten, fursten und stenden, so ytzo zu Wurmbs versamelt gewest sein, alher gen Wurmbs verrucken lassen, auch versehen und bestellt haben, dieselben unser keyserlich camergericht nach den ytz angeenden gewonlichen ferien der ende und nemblich von sandt Egidien tag [1.9.] an nechst alhie zu Wormbs furohin genglich zu halten, auch mitler zeit uf supplication und begern ladung und andere notdurftig process, wie sich gepurt, zu erkennen und außgeen zu lassen. Darnach wisse sich meniglich zu halten. Geben zu Wormbs am sechzehenden tag des monats Junii nach Cristi gepurt funfzehenhundert und im neunten, unserer Reiche, deß Romischen im vierundzwainzigisten und des hungerischen im zwainzigisten jare.1

    «Nr. 305 Ausschreiben Ks. Maximilians (ksl. Reichstagskommissare/Reichsversammlung) an Münzstände1 – Worms, 16. Juni 1509 »

    Einladung zum Frankfurter Reichsmünztag.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 3–3’ (Or., Verm. amdiic., Gegenz. J. Storch; Adressat: Hg. Georg von Sachsen) = Textvorlage A. München, HStA, Passauer Blechkastenarchiv, Nr. 8, Fasz. 2, unfol. (wie A; Adressat: Bf. Wiguläus von Passau; präs. 9. Juli) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 83’–84’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = C.

    Maximilian, ae[rwählter] von Gots gnaden romischer keiser, zu allen zeiten merer des Reichs–a etc.

    bHochgeborner, lieber oheim, furst und rate–b. Nachdem auf vorgehalten Reichs tegen der gulden munz halber vil gehandelt, aber nichts entlichs beŠslossen und mitlerzeit der merklich abfal, schade und ryngerung derselben munz, so durch etlich geubt, sich gemert hat, dardurch gemeynem nutz grosser nachteil erwechst, haben unser ksl. rete und commissarien, so wir auf disen Reichs tag verordent gehabt, auch die churfursten, fursten und stende, auf demselben Reichs tag versamelt gewest, auf unsern sonderlichen bevelh, ine deßhalber getan [Nr. 268, Pkt. 10], sich davon underredt und zu weiter fruchtbarer handlung einen tag angesetzt und furgenomen, nemlich auf den dritten tag des monats Septembris nechstkumend gegen dem abent zu Frankfort am Meyne zu sein, des andern tags weiter von der sachen zu handeln und entlichen beslus zu machen, und dabey verlassen, das alle stende des Heiligen Reichs, so gulden munz slahen, darzu beschriben und erfordert werden sollen [Nr. 303, § 15]. Demnach, so begern wir an dein liebec mit ernst bevelhend, daz du dein rete, solher sachen verstendig, auch munzmeister und wardyn auf gemelten tag schicken und ine bevelhen wellest, in berurter sachen von deinen wegen das pest und nutzist helfen zu ratslagen und zu handlen, und des nit lassen noch verziehen. Daran tust du unser ernstliche meynung. Dann wo du, wie oben steet, nit schicken [würdest], wurde nichtdestmynder durch die andern stende der notdurft nach gehandlt. Darnach wisse dich zu richten. Geben zu Worms, am XVI. tag Junii anno etc. im neunten, unsers Reichs, des Romischen im XXIIII. jaren.

    «Nr. 306 Ks. Maximilian (ksl. Reichstagskommissare/Reichsversammlung) an Gf. Eberhard von Königstein – [Worms, 16. Juni 1509] »

    Einladung zum Frankfurter Reichsmünztag.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 85 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = Textvorlage A.

    Maximilian etc. Edler, lieber getreuwer. Nachdem auf vor gehalten Reichs tegen etc. ut supra.1 Dwil aber du diser zyt die dry munz zu Frankfurt, Nordlingen und Basel in fursehung und verwaltung hast, so empfelhen wir dir mit ernst, das du etlich din rete, der munz verstendig, auch munzmeister und wardin aus denselben dryen munzen auf bemelten tag schickest und ine befelhest, von dinen wegen das pest und nutzist helfen zu ratslagen und zu handlen, und des nit seumbt noch lasset. Daran tustu unser ernstlich meynung. Dann wu du, wie obstet, nit schicken [würdest], wurde nichtdestomynder durch die andern stende der noturft nach gehandlt. Darnach wiss dich zu richten. Datum ut supra2.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/II1/pages

    Anmerkungen

    1
     Über das ksl. Gefolge auf dem Wormser RT wurde wohl wegen der kurzen Aufenthaltsdauer kein Verzeichnis angefertigt. Nachweisbar ist bspw. der ksl. Kammerdiener Sebastian Aigl (Urkunde Ks. Maximilians für dens., Worms, 22.4.1509; Göth, Urkunden-Regesten, Nr. 1181, S. 244f.).
    2
     Während seines kurzen Aufenthalts in Worms traf Ks. Maximilian möglicherweise auch mit dem Humanisten Thomas Murner zusammen. Vgl. Thurau, Kater, S. 182; Liebenau, Murner, S. 41f.
    3
     Die Wiedergabe des Teilnehmerverzeichnisses entspricht im Satz nicht dem Aufbau der handschriftlichen Vorlage. – Vgl. im Übrigen auch Nr. 477.
    4
     Ebenfalls anwesend auf dem RT war Gf. Wolfgang von Fürstenberg. Laut Eintrag im Kinzigtaler Lagerbuch schickte Andreas Kötz dem Gf. 200 fl. nach Worms (Riezler, Urkundenbuch IV, Nr. 460, S. 411 Anm. 1). Vgl. bzgl. weiterer in Worms anwesender bzw. vertretener Gff. und Hh. Nr. 414 [Pkt. 3].
    5
     Gemeint sind vermutlich Peter Bstoltz, gemeinsam mit Johann von Drimborn Bürgermeister des Amtsjahres 1508/09 (Coels, Bürgermeister, S. 58), und der Stadtsekretär Peter van Inden. Beide nahmen bereits am Kölner RT von 1505 teil (Heil, RTA-MR VIII/2, Nr. 786, S. 1156f.; Nr. 787, S. 1192; Nr. 802, S. 1238). Die Aachener Gesandtschaft fehlt in den ständischen Teilnehmerverzeichnissen [Nr. 477].
    6
     In der Vorlage irrtümlich: Hans.
    7
     In der Vorlage irrtümlich: ir.
    8
     Liegt nicht vor.
    9
     Vgl. Nrr. 330f., 473 [Pkt. 3, 5, 7, 10], 566.
    10
    Der Wormser Magistrat hatte Einkünfte Landschads aus bfl. Lehen in der Stadt gesperrt (Landschad an den Stadtschreiber Adam [von Schwechenheim], jew. Or., 18./28.6.1509 (mendag nach sant Vitß tag/dorstag nach Johannis baptiste); StdA Worms, 1 B, Nr. 517/7, unfol.).
    11
    Liegt nicht vor.
    12
    Liegt nicht vor.
    13
    Auf die im Protokoll zuvor wiedergegebene Nr. 305 bezüglicher Vermerk.
    1
     Die vorgenommene Kollationierung erweist, dass die Protokolle A-D auf einer gemeinsamen Vorlage beruhen, die jedoch in keinem der vorliegenden Exemplare vollständig wiedergegeben ist. Vgl. bspw. Nrr. 289 [App. b-b], 290 [App. b-b].
    2
     Gemeint ist damit die Eröffnung des RT an diesem Tag. Der letzte in einem Ausschreiben benannte Termin war der 25.3. [Nrr. 219f.].
    3
     Dass damit tatsächlich der Kaisersaal des Wormser Rathauses bezeichnet wird, ist wenig wahrscheinlich. Vermutlich ist einfach ein Saal gemeint, in dem sich der Ks. aufhielt. Laut dem Protokoll der ksl. Kommissare fand die Eröffnung des RT am 22.4. nämlich in der bfl. Pfalz statt [Nr. 259, Pkt. 2]. Vgl. S.Anm. 112.
    4
     Vgl. Halkin, Réforme, S. 244f.
    5
     Laut dem Badener RT-Protokoll [Nr. 261, Pkt. 10] erfolgte die Beschlussfassung am 22.5., also nach der Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen.
    6
     Wahrscheinlich handelt es sich um einen Irrtum. Laut dem RT-Protokoll der ksl. Kommissare [Nr. 259, Pkt. 8] und dessen eigenem Bericht vom 3.6. [Nr. 453] war stattdessen der Frankfurter Gesandte Johann Frosch Mitglied des Großen Ausschusses. Die Erklärung von Hölbling(Maximilian, S. 61), dass anfänglich Mördel neben Neithart die Städte im Ausschuss vertreten habe und Frankfurt nachnominiert worden sei, löst den Widerspruch scheinbar auf, ist aber nicht stichhaltig.
    7
     In der Vorlage irrtümlich: bonns.
    1
     Die Bezeichnung des Protokolls bezieht sich nur auf die Überlieferung, nicht notwendigerweise auf dessen Urheber. Die vorliegenden Teilnehmerverzeichnisse [Nrr. 259, Pkt. 8; 477] weisen nämlich für den Wormser RT keine Vertretung Badens nach. Der mgfl. Rat Blicker Landschad hielt sich anscheinend nur zu Verhandlungen über das Kondominat Sponheim in Worms auf [Nrr. 364f.].
    2
     Laut Nr. 260 [Pkt. 1] hatten sich die beiden Mgff. bereits in Worms aufgehalten und waren demnach dem Ks. lediglich zu seinem Einzug entgegengeritten.
    3
     Gemeint ist Nr. 307. In der Urkunde wird die Stadt Mainz allerdings nicht explizit genannt. Der Inhalt der „brief“ ist nicht bekannt. Tatsächlich wurde die Frage ihres Status’ auf den Augsburger RT von 1510 vertagt. Vgl. Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 62, Pkt. 1. Anscheinend fanden dort aber keine Verhandlungen statt.
    4
     Zu den während des Landshuter Erbfolgekrieges ausgestellten Verschreibungen Kg. Maximilians für Pfgf. Alexander von Zweibrücken, Hg. Ulrich von Württemberg, Lgf. Wilhelm von Hessen und die Stadt Nürnberg siehe Heil, RTA-MR VIII, S. 271 Anm. 1, 542 Anm. 4, 792 Anm. 6, 1015 Anm. 6.
    5
     Gemeint ist nicht der zuvor genannte Mittwoch nach Misericordia Domini, sondern Mittwoch nach Jubilate.
    6
     Gemeint ist der Komtur zu Mergentheim, Johann Adelmann von Adelmannsfelden, als Gesandter des Deutschmeisters.
    7
     Leerstelle im Text. Gemeint ist wohl der im Teilnehmerverzeichnis als Gesandter der Schwäbischen Prälaten nachgewiesene Weißenauer Konventuale Matthäus Gretler [Nr. 477, Pkt. 3]. Dessen Bezeichnung als Propst wäre irrtümlich.
    8
     Schreibfehler; richtig: Koblenz.
    9
     Schreibfehler; richtig: von Egloffstein.
    10
    Schreibfehler; richtig: XIV.
    11
    Bannbulle Papst Julius’ II. gegen Venedig, Rom, 27.4.1509 (lat. Druck, Aufschr.: Monitorium contra Venetos; HHStA Wien, AUR 1509 IV 27; ÖNB Wien, Alte Drucke, 62.V.25.(3); UB/LB Halle, an 78 L 1577 (4), unfol.; BSB München, 4 J.can.f. 176b [jew. auch Online-Ressource]; TLA Innsbruck, Maximiliana I/44, 53. Teil, fol. 40–47’ [unvollst.]. Dt. Druck, Überschr.: Verkundunge vnd vermanunge wider die venediger; BSB München, 4 Ded. 74 [= Eur. 330–19], unfol.[auch Online-Ressource]; BSB München, 2oJ.can.F. 141. Druck: Sanuto, Diarii VIII, Sp. 187–205 (lat.); Goldast, Reichshändel, S. 391–400; Ders., Reichshandlung, S. 73–83 (jew. dt.). Vgl. Wenko, Kaiser, S. 39; Pastor, Geschichte III/2, S. 763f.; Shaw, Julius, S. 235; Cloulas, Jules, S. 176; Seneca, Venezia, S. 121).
    12
    Vertrag vom 11.9.1501 [Nachweise siehe Nr. 268, S. 431, Anm. 6].
    13
    In der Vorlage irrtümlich: Lasenicum [!].
    14
    Text bricht ab.
    15
    Schreibfehler; richtig: 28.
    16
    Gemeint ist das Urteil Ks. Friedrichs III. vom 1./5.12.1453, worin er den 1440 gegründeten Preußischen Bund für unrechtmäßig erklärte und dessen Auflösung befahl (Druck: Toeppen, Acten IV, Nr. 86, S. 112–188; Weise, Staatsverträge II, Nr. 284, S. 104–106; Regest: Eibl, Urkunden, Nr. 185, S. 167–181. Vgl. Voigt, Geschichte VIII, S. 340f.; Boockmann, Blumenau, S. 107f.).
    17
    Zweiter Thorner Friede vom 19.10.1466 (Druck:Weise, Staatsverträge II, Nr. 403, S. 262–288).
    18
    Tatsächlich haben vor HM Friedrich von Sachsen alle vier regierenden Hochmeister – Heinrich Reuß von Plauen, Heinrich Reffle von Richtenberg, Martin Truchseß von Wetzhausen und Johann von Tiefen – den Vertrag bestätigt. Vgl. Arnold, Hochmeister, S. 140, 144, 148, 151; Biskup/Labuda, Geschichte, S. 496–498.
    19
    Hier muss ein Irrtum vorliegen. Gemeint ist zweifellos der Übergang des Bm. Kulm vom Rigaer in den Gnesener Metropolitanverband, verbunden mit der Verfügung, dass das Kulmer Domkapitel sich nicht länger aus Ordenspriestern, sondern aus Weltgeistlichen zusammensetzen sollte (Weise, Staatsverträge II, Nr. 403, S. 276, § 7; Ders., Vertrag, S. 20, 48f.).
    20
    Vgl. Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 504, S. 822f. Anm. 1.
    21
    In der Vorlage irrtümlich: die.
    22
    Friedensvertrag vom 8.10.1508 [Nachweise siehe Nr. 129, S. 268, Anm. 2].
    23
    Bündnisvertrag vom 15./21.6.1501 [Nachweise siehe ebd., Anm. 3].
    24
    Es handelt sich um eine Verballhornung der Bezeichnung Moskowiter, sicherlich nicht um eine Anspielung auf die levitische Sippe der Muschiter (Num 3,33; 26,58).
    25
    Beifriede vom 25.3.1503 (Druck: Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch II/2, Nr. 509, S. 402–405. Vgl. Lenz, Politik, S. 46–55; Matison, Politik, S. 245f.; Kentmann, Livland, S. 33–39; Leipold, Ostpolitik, S. 222).
    26
    Vgl. zur Mission des Hans von Köckritz Nrr. 127 [Pkt. 1], 128 [Pkt. 1].
    27
    Wahrscheinlich ist Nr. 271 gemeint. Vgl. z. B. den Hinweis in Nr. 262 [Pkt. 15 – und nit alleyn … bracht habe.]
    28
     Verschreibungen Kg. Maximilians für Württemberg, Hessen und Nürnberg von 1504. Vgl. Heil, RTA-MR VIII, S. 542 Anm. 4, 792 Anm. 6, S. 1015 Anm. 6.
    29
    Liegt nicht vor.
    1
     Die mit der Vorlage weitgehend übereinstimmenden Passagen des Pfalz-Zweibrückener Protokolls [Nr. 263] werden im Folgenden als Kollationsexemplar C berücksichtigt.
    2
     Es handelte sich um die Bannbulle Papst Julius’ II. gegen Venedig vom 27.4. [Nachweise siehe Nr. 261, S. 387, Anm. 11].
    3
     Vgl. Drüll, Gelehrtenlexikon, S. 453 (s.v. Philipp von Ladenburg); Eid, Staatsdienst, S. 179.
    4
     Bezieht sich auf die Helmzier der pfälzischen (blau-silbern gewecktes Paar Büffelhörner) und bayerischen Wittelsbacher (geschleppter und gerauteter Flug). Vgl. Drös, Wappenbuch, S. 378f.; Peter/Smasal, Wappen der Wittelsbacher [http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/wittelsbach.htm (23.11.2015)].
    5
     Der goldene Reichsapfel war das Amtszeichen für die Erztruchsessenwürde.
    6
     Gemeint ist der Regensburger RT von 1471. Vgl. Wolff, RTA-ÄR XXII/2, S. 595, 600f.
    7
     Gemeint ist das Turnier der „Vier Lande“ (Schwaben, Franken, Rheinland und Bayern) im August 1481. Vgl. dazu Rixner, Turnierbuch, fol. 322’–344’; Stamm, Turnierbuch, S. 154–167; Christ, Familienbuch, S. 366–384; Niehoff, Herzog, bes. S. 56ff.
    8
     In den Turnierbüchern von Rixner(ebd.), Eyb (bearb. v. Stamm, ebd.) und Eptingen (bearb. v. Christ, ebd.) wird die Anwesenheit Pfgf. Kaspars nicht erwähnt. Laut den Nachweisen bei Pöschko(Turniere, S. 251, 381) nahmen Hg. Georg von Niederbayern und Pfgf. Kaspar von Zweibrücken an keinem der Vier-Lande-Turniere zwischen 1479 und 1489 gemeinsam teil. Eltz konnte Hg. Georg nur 1481 beim Turnier in Heidelberg, Pfgf. Kaspar dagegen erst 1487 in Worms begegnet sein (ebd., S. 284).
    9
     Gemeint sind die von den vier „Ländern“ Schwaben, Franken, Rheinland und Bayern eingesetzten, unter anderem mit der Helmschau und der Aufteilung der Teilnehmer in zwei Parteien beauftragten Turnierrichter. Vgl. Paravicini, Kultur, S. 98.
    10
    In der Vorlage irrtümlich: uns.
    11
    Gemeint ist: mit Vorwissen der Parteien.
    12
    Demnach handelt es sich bei dem brandenburgischen Gesandten um den Kanzler Mgf. Friedrichs, Theobald von Heimkofen (Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 538).
    13
    Schreibfehler; richtig: Unterteiding (= Übereinkunft, Schlichtung; Grimm, Deutsches Wörterbuch XI/3, Sp. 1860; Baufeld, Wörterbuch, S. 49, s.v. teidingen).
    14
    In der Vorlage irrtümlich: oben.
    15
    In der Vorlage irrtümlich: die.
    16
    In der Vorlage irrtümlich: hofmeister.
    17
    In der Vorlage irrtümlich: Daruß.
    18
    Ludwig und sein Bruder Friedrich hatten sich am 26.5.1508 vertraglich für die Dauer von neun Jahren über die gemeinsame Regierung des väterlichen Erbes – als ein herr zue bleiben– geeinigt. Die Kurwürde sollte dem älteren Ludwig zustehen (spätere Kop. Heidelberg, freytag nach cantate; HStA München, PNU, Landesteilungen und Einungen, Nr. 804). Vgl. Baar-Cantoni, Religionspolitik, S. 17f.
    19
    rachten: schlichten, beilegen, einen Vergleich herbeiführen (Deutsches Rechtswörterbuch X, Sp. 1549).
    20
    Gemeint sind die Verschreibungen Kg. Maximilians für Hg. Ulrich von Württemberg vom 1.8. (Druck: Besold, Documenta, S. 850–856; Steinhofer, Ehre III, S. 862–872. Regest: Wiesflecker, Regesten IV/1, Nr. 19016, S. 549; Heil, RTA-MR VIII/1, S. 542 Anm. 4. Vgl. Stälin, Geschichte IV, S. 65) und für Lgf. Wilhelm von Hessen vom 23.8.1504 (Regest: Heil, RTA-MR VIII/1, S. 792 Anm. 6; Demandt, Regesten II, Nr. 1110, S. 430f.; Wiesflecker, Regesten IV/1, Nr. 19089, S. 562f.).
    21
    Vgl. das Schreiben Kg. Maximilians an Lgf. Wilhelm von Hessen vom 11.6.1507 (Regest: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 431, S. 716).
    22
     An diesem Tag legte Johann von Eltz vor dem RKG Protest über den Vorbehalt seiner Appellation von einem Urteil des Trierer Hofgerichts ein und beantragte ein Inhibitionsmandat (Appellationsinstrument, Kop., mit Nachweis über Unterz. A. Dietrich, Protonotar am RKG; LHA Koblenz, Best. 56, Nr. 668/II, fol. XCI’-XCII). Das Hofgericht hatte Eltz aufgrund einer Klage der Brüder Konrad und Adam Beyer von Boppard zur Zahlung von 6000 fl. Schadenersatz verurteilt (ebd.).
    1
     Pfgf. Johann I. von Zweibrücken übersandte seinem Bruder Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg am 12.9.1583 diese copi einer handlung, so sich vor guter weil in sachen der session zwüschen Pfalz und Bayern zugedragen, die sich jetzt unversehentlich bei alten schriften befunden hat(Or. m. S., Zweibrücken; präs. Neuburg, 22.9., Postvermerk: Zu s[einer]r L. handen; HStA München, K.blau 335/36, fol. 592–592’, 611’).
    2
     Die mit dem Pfalz-Simmerner Protokoll [Nr. 262] weitgehend wörtlich übereinstimmenden Passagen wurden dort als Kollationierung C berücksichtigt. Die Nummerierung der Abschnitte wurde kongruent angelegt, um dem Benutzer den Vergleich der beiden Protokolle zu erleichtern.
    3
     Schreibfehler; richtig: die, so.
    4
     In der Vorlage irrtümlich: ire.
    5
     Laut Rixner(Turnierbuch, fol. 330–330’) zählte Eltz, anders als behauptet, zwar nicht zu den vier Turniervögten, wirkte aber für das Rheinland bei der Teilung der Turnierparteien mit.
    6
     Vgl. Nr. 262, S. 396, Anm. 4.
    7
     = hier: klug, vernünftig (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch I, Sp. 68).
    8
     Der Satz ist offenkundig nicht korrekt. Gemeint ist, dass Plieningen sich gegenüber Aberlin verständig geäußert hat.
    9
     Die Formulierung ist nicht korrekt. Gemeint ist: um zu einer Übereinkunft zur Beilegung des Sessionsstreits zu gelangen.
    10
    Richtig: Dr. Merswin, Pfalz-Zweibrückener Gesandter auf dem Konstanzer RT (Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 538).
    11
    In der Vorlage irrtümlich: von der.
    12
    In der Vorlage irrtümlich: hofmaister.
    13
    Falls nicht einfach ein Schreibfehler (verbleiben) vorliegt, handelt es sich um ein Kompositum von leiben: jmd. in einem bestimmten Zustand bzw. bei etwas belassen, etw. an einem Ort lassen (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch XI/1, Sp. 726f.).
    14
    In der Vorlage irrtümlich: sonder.
    15
     In der Vorlage irrtümlich: Mainz.
    1
     Zustellung an die ksl. RT-Kommissare am 14.5. [Nr. 397], Übergabe der Vollmacht durch die ksl. Räte an Kf. Uriel von Mainz und Verlesung durch den ebfl. Kanzler [Johann von Dalheim] an die Reichsstände am 16.5. [Nrr. 260, Pkt. 7; 398, Pkt. 1].
    2
     Laut einem den Akten beiliegenden Schreiben des bayerischen Sekretärs Erasmus Fend an Hg. Christoph von Württemberg vom 18.9.1564 (Or. München, montags nach exaltationis sanctae crucis; HStA Stuttgart, A 262, Bd. 4, fol. 125–124’).
    1
     Zustellung an die ksl. RT-Kommissare am 14.5. [Nr. 397], Vortrag und Übergabe an die Reichsstände am 16.5. [Nrr. 259, Pkt. 10; 261, Pkt. 7; 398, Pkt. 1].
    2
     Abbildung von fol. 114 in: Heil, Reichstagsinstruktionen, S. 71, Abb. 1.
    3
     Vertrag von Hagenau, 4.4.1505 (Regest: Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 75, S. 222–226).
    4
     = drängen, bedrängen (Lexer, Mittelhochdeutsches Wörterbuch I, Sp. 470f.), hier im Sinne von: vorrücken gegen jmd.
    5
     Vgl. Nr. 44, S. 188, Anm. 12.
    6
     Vertrag von Cambrai vom 10.12.1508, §§ 5–9 (frz./lat. Druck: Léonard, Recueil II, S. 46–57, hier 51–54; DuMont, Corps IV/1, Nr. LI, S. 109–113, hier 111f.; Le Glay, Négociations I, Nr. LXIX, S. 224–236, hier 226–230; Mariño/Moran, Tratados III/1, Nr. 10, S. 175–201, hier 181–185). Vgl. Struick, Gelre, S. 135f.; Böck, Herzöge, S. 617f.).
    7
     Entsprechendes Schreiben Ks. Maximilians an Ehgin. Margarethe vom 29.3.1509 (frz. Druck: Bergh, Correspondance I, Nr. 62, S. 163f.; Le Glay, Correspondance I, Nr. 110, S. 133 – jeweils irrtümlich datiert auf den 29.4. Vgl. Kreiten, Briefwechsel, S. 217f.).
    8
     Entsprechendes Schreiben Ks. Maximilians an Ehgin. Margarethe vom 28.3.1509 (frz. Druck: Bergh, Correspondance I, Nr. 60, S. 155f.).
    9
     Gemeint ist der Vertrag von Tiel vom 28.7.1505 (frz. Druck: Molinet, Chroniques, S. 556–560). Vgl. Nijhoff, Gedenkwaardigheden VI/1, S. LXXXIf.; Struick, Gelre, S. 65f.; Cauchies, Philippe, S. 173.
    10
    Zyprian von Serntein berichtete am 3.4. an Paul von Liechtenstein, dass er den angesichts der Vertragsverletzungen Egmonds ungehaltenen Ks. nur mit Mühe von militärischen Schritten habe abhalten können, die unweigerlich zu einem neuen Krieg geführt hätten. Dan ich wais, wo solhs beschehen, wern zwischen ksl. Mt. und den [burgundischen] landen merklich unlust erwachsen(Konz. mit ex.-Verm., Duisburg, 3.4.1509; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 13–15’, hier 15. Druck: Moser, Kanzlei II, S. 95–101, hier 100; Kraus, Briefwechsel, S. 120–125, hier 124f.; Wiesflecker-Friedhuber, Quellen, Nr. 50, S. 175).
    11
    Breve Papst Julius’ II. an Ks. Maximilian vom 10.4.1509 [Nachweise siehe Nr. 272, S. 444, Anm. 8].
    1
     Zustellung an die ksl. RT-Kommissare am 14.5. [Nr. 397].
    2
     Die Artikelzählung folgt der Vorlage.
    3
     Vgl. zu den Verhandlungen über den Gemeinen Pfennig auf dem Wormser RT von 1495: Angermeier, RTA-MR V/1, Nrr. 448456, S. 539–569; Schmid, Pfennig, S. 142–289; Lanzinner, Pfennig, S. 273–279; Tischer, Reichsreform, S. 694–696.
    4
     Bei Ebf. Uriel war Ks. Maximilian bereits wegen der Reiter vorstellig geworden. Vgl. Nr. 339.
    5
     Zur Antwort Bf. Lorenz’ von Würzburg siehe Nr. 367. Eine entsprechende Aufforderung Ks. Maximilians richtete sich auch an Hg. Ulrich von Württemberg. Vgl. Nr. 403 [Pkt. 2].
    6
     Vom 10.5. datiert ein Kredenzbrief Ks. Maximilians für seine Räte und Kommissare auf dem Wormser RT, worin er Bf. Georg aufforderte, diese anzuhören und dich auch in ansehung unser notturft darin gutwillig beweysest (Or. Kaufbeuren, Vermm. prps./amdip, Gegenz. Serntein; StA Bamberg, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 153–153’. Druck: Kleiner, Georg, S. 75).
    7
     In seiner Privilegienbestätigung vom 23.4. [Nr. 310] hatte der Ks. selbst bereits festgestellt, dass Ebf. Philipp die Teilnahme am Italienzug nicht möglich sei.
    8
     In einem ksl. Anlassbrief vom 27.4.1508 sind die Streitpunkte aufgeführt: Die Dalberg erhoben Anspruch auf ihnen als bfl. Wormser Lehen zustehende jährliche Zahlungen des Wormser Gerichts und des Weinschröteramtes, forderten die Beachtung ihrer Wegegeldfreiheit durch die Stadt und die Beseitigung der von städtischer Seite vor ihrer Aue Biedensand errichteten Deiche und Dämme (Or. Perg. m. S., Vermm. prps./amdip. und Gegenz. N. Ziegler; StA Darmstadt, B 15, Nr. 513. Kop.; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 219, Stück-Nr. 1. Battenberg, Dalberger Urkunden I, Nr. 672, S. 192f.). Noch bevor die ksl. RT-Kommissare die Parteien am 31.5. über ihren Auftrag informieren konnten [Nr. 330], bemühte sich die Stadt um eine Korrektur des Anlassbriefes. Ihre Gesandten am Kaiserhof, der Ratsherr Ludwig Bohel und der Schultheiß Balthasar Mühl, sollten sich um eine Verweisung der Angelegenheit an das RKG bemühen (Stadt Worms an Bohel/Mühl, Or. m. Siegelrest, mondags nach jubilate[30.4.]1509; StdA Worms, 1 B, Nr. 516/6, Stück-Nr. 81). Vgl. Nr. 473 [Pkt. 10].
    9
     Ks. Maximilian hatte Bf. Reinhard am 30.4.1508 unter Strafandrohung befohlen, den RKG-Prozess gegen die Stadt Worms wegen angeblicher Usurpierung seiner weltlichen Rechte unverzüglich einzustellen. Er machte ihn darauf aufmerksam, dass diese Rechte wegen seiner Weigerung, während des Landshuter Erbfolgekrieges gegen die geächteten Kf. Philipp von der Pfalz und Pfgf. Ruprecht vorzugehen, eingezogen und an die Stadt übertragen worden waren. Die neue Rechtslage war auch bei der Bestätigung der bfl. Regalien in Konstanz (Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 968, S. 1363f.; Todt, Kleruskritik, S. 132f.) ausdrücklich vorbehalten worden. Bf. Reinhard wurde immerhin eingeräumt, etwaige Ansprüche vor dem ksl. Fiskal in Regensburg zu vertreten (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. N. Ziegler; StdA Worms, 1 B, Nr. 1918/2, unfol. Koll. Kop., unterz. vom ksl. Notar Valentin Keudell; ebd., Nr. 1921/2, unfol. Druck: Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLXV, S. 206–208). An Kammerrichter und Beisitzer des RKG ging am gleichen Tag ein entsprechendes Inhibitionsmandat aus (Kop. mit Verm. prps./amdip.; ebd., Nr. 1918/2, unfol.; ebd. Nr. 1921/2, unfol.; Harpprecht, ebd., Nr. CLXIV, S. 204–206; Boos, Quellen III/2, S. 534f. Anm.; Skriwan, Kaiser, S. 289f.; Toifl, Friede, S. 19; Erwin, Machtsprüche, S. 150). Dessen ungeachtet wurde der Stadt in dieser Angelegenheit ein vom 29.5. datierendes kammergerichtliches Zitationsmandat insinuiert (koll. Kop. Regensburg; ebd., unfol. Druck: Harpprecht, ebd., Nr. CLXVI, S. 208f.). Am 17.2.1509 stellten Bürgermeister und Rat aufgrund dieser Ladung ihrem Prokurator Christoph Hitzhofer eine Prozessvollmacht aus (Kop., präs. Regensburg, 7.3.1509; ebd., Nr. 1918/2, unfol.).
    10
    Wie aus einem Antwortschreiben der Stadt an Ks. Maximilian hervorgeht, hatte Hermann Rinck beim Ks. Beschwerde erhoben, dass er trotz Vorweisens eines ksl. Schreibens und eines hgl. Jülicher Geleitbriefes in Aachen auf Antrag Eberhards und Dietrichs von Haren wegen einer Schuld der Stadt Köln in Höhe von 6000 fl. gerichtlich vorgeladen worden sei. Der Aachener Magistrat erklärte sich gegenüber dem Ks. für nicht zuständig. Er sollte sich stattdessen an das mit dem Vorgang befasste Hohe Gericht wenden (Or., donstags nach dem sontag invocationis[1.3.]1509; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 2, fol. 75–75’). Rinck machte die Angelegenheit schließlich am RKG anhängig. Der Kammerrichter lud Meier und Schöffen des Gerichts zu Aachen sowie die Gebrüder Haren am 20.3.1511 vor, um sich wegen des unzulässigen Verfahrens gegen Rinck zu verantworten (StdA Aachen, Reichsstädtisches Archiv, Urkunden XVIII 53).
    11
    Die Erben des 1503 verstorbenen Asmus Schenken von Erbach – Bickenbach hatte hauptsächlich dessen Töchtern Katharina und Anna gehört – forderten die Rückgabe des von Lgf. Wilhelm im Landshuter Erbfolgekrieg besetzten Schlosses (Ledderhose, Schriften V, S. 95f.; Wenck, Landesgeschichte I, S. 630). Kg. Maximilian hatte diesem den Besitz Bickenbachs am 23.8.1504 bestätigt (Heil, RTA-MR VIII/1, S. 792 Anm. 6).
    12
    Der Konfirmationsbrief Kg. Maximilians ist auf den 18.9.1505 datiert (Or. Perg. m. S., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein; HAStd Köln, HUA 3/15253. Vgl. Ennen, Geschichte III, S. 649f.). Doch noch auf dem Konstanzer RT von 1507 bemühte sich Köln um die Aushändigung der Urkunde (Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 649, S. 900f., Pkt. 1).
    13
    Liegt nicht vor.
    14
    Münster und Osnabrück verweigerten die Bezahlung weiterhin. Vgl. Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 796, S. 1170 Anm. 6; Nr. 902, S. 1257.
    15
    In seinem vom 12.2. aus Brüssel datierenden Antwortschreiben Ks. Maximilians an Mgf. Christoph auf einen Vortrag der badischen Gesandten Bernhard von Völs (Felß)und Friedrich von Schauenburg (Schaunberg)bedankte er sich für Informationen über [Johann IV.] von Kriechingen. Der Ks. teilte seinerseits mit, dass der alte H. von Kriechingen zwar verstorben, dessen Sohn [Johann V.] jedoch ebenfalls in die Angelegenheit verwickelt sei, weshalb er ihn in Kürze vorladen lassen werde. Dr. Heinrich Zeigler sei als Fiskalprokurator mit der rechtlichen Behandlung der Sache befasst. Mgf. Christoph sollte die für das Verfahren erforderlichen Unterlagen liefern und Zeigler außerdem einige mit der Angelegenheit vertraute Räte zur Seite stellen (Reinkonz. mit ex.-Verm.; TLA Innsbruck, Maximiliana XIV (1509), fol. 11–13’, hier 12–12’). Mit Weisung vom 7.5. informierte Ks. Maximilian den Reichsfiskal Christoph Moeller über den Kriechingen betreffenden Auftrag an die ksl. Räte und RT-Kommissare. Moeller sollte als Kammerprokurator- und Luxemburger Fiskal das Verfahren nach Unterrichtung durch die Kommissare führen, damit unsernhalben darin keyns seumnus oder nachtails erwachs(Konz. mit ex.-Verm., Mindelheim; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 123).
    1
     Anfertigung des Auszugs von Nr. 267 durch die ksl. Kommissare am 14./15.5. [Nrr. 398, Pkt. 1; 448, Pkt. 3]; Vortrag und Übergabe an die Reichsstände am 16.5. [Nrr. 259, Pkt. 10; 261, Pkt. 7; 398, Pkt. 1].
    2
     Vgl. Heil, RTA-MR IX/1, S. 527f. Anm. 6.
    3
     Vgl. die Beratungen und Beschlüsse zum Münzwesen auf den RTT in Worms 1495 (Angermeier, RTA-MR V/1, Nrr. 464f., S. 583–587; Nr. 1593, S. 1144 [§ 7]; Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 27f.; Wiesflecker, Regesten I, Nrr. 2194, 2196), Lindau 1496/97 (Gollwitzer, RTA-MR VI, S. 202, 205–208, 230, 246–250, 254, 285–287, 294–296, 299f., 330, 345–347; Wiesflecker, Regesten II, Nrr. 7564, 7566, 7573, 7576, 7829, 7836, 7861, 7863, 7894), Freiburg 1497/98 (Gollwitzer, RTA-MR VI, S. 733–735; Wiesflecker, Regesten II, Nr. 8812), Augsburg 1500 (Schmauss/Senckenberg, ebd., S. 77f., Art. XXII; Wiesflecker, Regesten III/2, Nr. 14407, § 22), Köln 1505 (Heil, RTA-MR VIII/1, Nrr. 349 [Pkt. K-N], 350 [Pkt. K-N], 353 [App. e]; /2, Nr. 825 [Pkt. 3]) und Konstanz 1507 (Heil, RTA-MR IX/1, Nrr. 176 [Pkt. 3], 183 [Pkt. 9], 190 [Pkt. 7], 191 [Pkt. 7], 193 [Pkt. 7], 194 [Pkt. K], 196 [Pkt. K], 203 [Pkt. 7], 204 [Pkt. 3], 205 [Pkt. I], 206 [Pkt. I]).
    4
     Vgl. Heil, RTA-MR VIII/1, S. 923 Anm. 2.
    5
     Kg. Maximilian hatte die Reichsstände auf dem Konstanzer RT zweimal zur Ausstellung von Mahnschreiben aufgefordert (Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 200, S. 415 [fol. 535]; Nr. 202, S. 418, Pkt. 2). Ein diesbezüglicher Beschluss ist jedoch nicht nachweisbar. Auch im Konstanzer RAb (ebd., Nr. 268, S. 524–549) verlautet davon nichts.
    6
     Vertrag zwischen dem Nürnberger Reichsregiment und dem Kardinallegaten Raimund Peraudi vom 11.9.1501 (Druck: Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 97–99). Vgl. Kraus, Reichsregiment, S. 149–151; Schmid, Legat, S. 77–80.
    7
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 11 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 529).
    1
     Der Vortrag an die Reichsstände geschah am Morgen des 4.6. [Nrr. 262, Pkt. 20; 284, Pkt. 1]. Der Datumvermerk auf dem Salzburger Exemplar [5.6.] ist entweder irrtümlich angegeben oder bezeichnet den Termin für die Abschrift der Instruktion durch die Reichsstände in der Mainzer Kanzlei.
    2
     Die päpstliche Bulle liegt nicht vor. Paul von Liechtenstein hatte dem Ks. allerdings mit Schreiben vom 2.5. deren Eintreffen in Augsburg gemeldet und seine Abreise dorthin angekündigt (eigh. Or. Innsbruck, Postverm.: Ad manus; TLA Innsbruck, Maximiliana I/44/6, fol. 14–14’. Jansen, Fugger, S. 209).
    1
     Gemeint ist das Allerheiligenstift an der 1503 geweihten Schlosskirche, wofür in den folgenden Jahren mit hohem Geldaufwand Reliquien angekauft wurden (Bünger/Wentz, Bistümer II, S. 98f.; Krentz, Ritualwandel, S. 66–84 passim).
    1
     Es handelte sich um Januarius von Reischach und den späteren Abt Markus von Knöringen (Kreutzer, Glanz, S. 481; Baier, Reform, S. 231).
    2
     Vgl. zu den Teilnehmern an der Wahl am 24.11.1508 Kreutzer, Glanz, S. 345 Anm. 469.
    3
     Das Treffen muss laut dem Itinerar von Wenko(Kaiser, S. 269) am 3./4.5. stattgefunden haben.
    4
     Inkorporationsbulle Papst Julius’ II. vom 22.9.1508 (lat. Or. Perg. m. Bleibulle; GLA Karlsruhe, Abt. 5, Konv. 492, Nr. 12810) bzw. in modifizierter Fassung vom 24.11.1508 (lat. Or. Perg. m. Bleibulle; ebd., Nr. 12821). Vgl. Kreutzer, Glanz, S. 345; Baier, Reform, S. 231.
    5
     Vgl. Nr. 123. Noch am 3.5. hatte der Ks. seinem Landvogt im Elsass, Kaspar von Mörsberg, befohlen, die Rechte und Freiheiten der Stadt gegen jedwede Übergriffe zu schützen (Lünig, Reichsarchiv XIII (Part. Spec. Cont. IV, 1. Teil, 27. Abs.), S. 1282; Toifl, Friede, S. 199; Wenko, Kaiser, S. 243).
    6
     Pfandverschreibung Kg. Ludwigs IV. für Bf. Emich von Speyer über Landau vom 24.6.1324 (Druck: Birnbaum, Geschichte, Nr. XXII, S. 477f. Regest: Wetzel, Urkunden, Nr. 58, S. 24). Ks. Maximilian löste Landau durch Entrichtung der Pfandsumme in Höhe von 5000 Pfd. Hellern am 19.4.1511 aus. Vgl. Lehmann, Urkundliche Geschichte der freien Reichsstadt Landau, S. 37f.; Brenner, Pfandschaft, bes. S. 32–54; Hess, Reichsstadt, S. 117–119; Toifl, Friede, S. 200.
    7
     Gf. Dietrich von Manderscheid wurde 1509 für seine Frau Margaretha von Sombreff-Kerpen mit Schloss und Hft. Reckheim belehnt (Neu, Geschichte, S. 108). Allerdings hatte Ks. Maximilian bereits am 12.9.1508 Robert von der Marck als Vormund der Brüder Eberhard und Johann von Pyrmont mit dem nach dem Tod Friedrichs von Sombreff (1504) heimgefallenen Reichslehen belehnt (Renger, Inventar, Nr. 993, S. 410). Zuvor hatte der Ks. noch seinen obersten Feldzeugmeister Adrian von Brempt damit investiert. Brempt verzichtete am 11.4.1509 gegenüber Marck gegen eine Entschädigung vertraglich auf seine Ansprüche (ebd., Nrr. 998f., S. 411f.). In einem von Ebf. Jakob von Trier am 17.12.1509 vermittelten Vertrag gaben auch Gf. Dietrich und seine Frau zugunsten der Hh. von Pyrmont ihren Anspruch bzgl. Reckheims auf (ebd., Nr. 1000, S. 412f.).
    8
     Vgl. Nr. 303, S. 500, Anm. 11.
    9
     Vgl. Nr. 381.
    10
    Liegt nicht vor.
    11
     Die Vertretung Österreichs im Fürstenrat unterblieb. Vgl. Nr. 410.
    12
    Laut dem Schreiben hatte der Ks. in Worms mit Gf. Johann über einen Reiterdienst mit 25 Pferden auf dem bevorstehenden Feldzug gegen Venedig verhandeln lassen, der jedoch ohne Einwilligung seines Vaters keine Zusage machen wollte. Gf. Ludwig sollte seinen Sohn veranlassen, das Dienstverhältnis anzunehmen und sein Kontingent unverzüglich auszurüsten. Maximilian garantierte eine dem Gf. angemessene Soldzahlung. Außerdem sollten die Kosten mit dem Anteil Gf. Ludwigs an der auf dem RT zu bewilligenden Hilfe verrechnet werden (Konz. mit ex.-Verm.; TLA Innsbruck, Maximiliana I/44/6, fol. 38. Das von anderer Hd. ergänzte Datum: Kaufbeuren, 2.5.1509, ist nicht korrekt. An diesem Tag hielt sich der Ks. in Göppingen auf, in Kaufbeuren traf er erst am 11.5. ein. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass er die Kanzlei vorausgeschickt hätte.).
    13
    Es ging um den immer noch ausstehenden Anteil Berchtesgadens an der auf dem Konstanzer RT bewilligten Romzughilfe. Vgl. Heil, RTA-MR IX/2, S. 1261 Anm. 45; Brugger/Dopsch/Kramml, Geschichte I, S. 535 (Kramml).
    14
    Das RKG hatte Appenzell am 6.4.1498 aufgefordert, dem 1490 von dort nach Lindau geflohenen früheren Landammann Hermann Schwendiner sein Vermögen in Höhe von 1500 fl. herauszugeben (Seiler/Barth, Urtheil I, S. 96f. Regest: Gollwitzer, RTA-MR VI, S. 623. Vgl. ebd., S. 147 Anm. 52).
    15
    Liegt nicht vor.
    16
     Über Beratungen auf dem Wormser RT liegen keine Unterlagen vor. Jedoch forderten die 1510 in Augsburg versammelten Stände den Abt [Franz Gaisberger] und die Stadt St. Gallen zur Vermittlung zwischen Burgauer und Appenzell auf. Die Eidgenossenschaft warnte Ks. und Reichsstände allerdings vor einem weiteren Engagement in dieser Angelegenheit und hielt St. Gallen dazu an, nichts zu unternehmen (Eidgenössische Abschiede III/2, Nr. 361, S. 491, Pkt. q).
    17
    Liegt nicht vor. Vgl. jedoch Nr. 161.
    1
     Das Breve traf mit dem ksl.  Schreiben an die RT-Kommissare [Nr. 393] am 22.5. in
    Worms ein und wurde von diesen am gleichen Tag den Reichsständen vorgelegt [Nrr. 261, Pkt. 11 –
    Zum andren … uberantwurt; 400, Pkt. 1].
    2
     = Sigismondo de’ Conti, Sekretär Papst Julius’ II. (Frenz, Kanzlei, S. 443, Nr. 2087; Partner, Men, S. 228).
    3
     Friedens-, Bündnis- und Heiratsvertrag von Blois, 12.10.1505 (lat. Druck: Mariño/Moran, Tratados III/1, Nr. 7, S. 105–113; Du Mont, Corps IV/1, Nr. XL, S. 72–74. Vgl. Hillgarth, Kingdoms II, S. 594; Wiesflecker, Maximilian III, S. 270).
    4
     Friedensvertrag von Cambrai, 10.12.1508 [Nachweise siehe Nr. 52, S. 199, Anm. 1].
    5
     Bündnisvertrag von Cambrai, 10.12.1508 [Nachweise siehe ebd., Anm. 2].
    6
     Päpstliche Bulle vom 27.4. [Nachweise siehe Nr. 261, S. 387, Anm. 11].
    7
     Möglicherweise spielt dies auf die päpstliche Vermittlung von 1481 im Konflikt zwischen Kg. Ludwig XI. von Frankreich, Ehg. Maximilian und Flandern an, die mit der an Ludwig gerichteten Aufforderung zur Beteiligung an einem Türkenkreuzzug verbunden war. Man wird davon ausgehen können, dass bei dieser Gelegenheit auch der Hg. von Burgund um einen Beitrag gebeten wurde. Vgl. Pastor, Geschichte II, S. 564f. Denkbar wäre im obigen Zusammenhang aber auch eine Bezugnahme auf die Aufforderung Sixtus’ IV. vom Juni 1483 zum Einschreiten gegen Venedig (ebd., S. 792f., Nr. 141 [Adressat hier: Ks. Friedrich III.]).
    8
     Papst Julius hatte den Ks. in seinem Breve vom 10.4. an ihre vergeblichen Bemühungen um eine einvernehmliche Rückgabe Faenzas, Riminis und anderer unrechtmäßiger Eroberungen Venedigs erinnert. Angesichts der Waffenungleichheit habe er ihn als Advokaten der Kirche um seine Hilfe bei der Rückgewinnung der Städte gebeten. Doch hätte er in der Hoffnung auf ein Einlenken Venedigs bislang ohnehin darauf verzichtet, von einer Hilfszusage Gebrauch zu machen. Venedig allerdings halte nicht nur am Besitz dieser Städte fest, sondern bereite überdies durch Aufstellung eines großen Heeres einen weiteren Angriff auf den Kirchenstaat vor, um an diesem noch größeres Unrecht zu verüben. Er fordere ihn deshalb zur bewaffneten Hilfe nicht nur für die Rückgewinnung der genannten, sondern auch der schon seit längerer Zeit besetzten Städte Ravenna [1441], Cervia [1463] und Sarsina [1503; Falcioni/Riva, Sarsina II, S. 594] auf (lat. Or. Perg. m. Siegelspuren, Gegenz.Sigismundus[de’ Conti]; HHStA Wien, AUR, 1509 IV 10. Lat. Kop.; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 30. Lat. Druck, Gegenz.Sigismundus[de’ Conti]; TLA Innsbruck, Inkunabeln, Nr. 30; BSB München, Einbl. VI 22, 22a [jew. irrtümlich auf den 17.4. datiert], 22b. Vgl. Wenko, Kaiser, S. 38; Mährle, Opinione, S. 210).
    9
     Vgl. zu den Initiativen Kg. Maximilians im Juli und Oktober 1504 Wiesflecker, Regesten IV/2, Nr. 21644, S. 1077; Stelzer, König, S. 45; Leipold, Beziehungen, S. 208; Lutter, Kommunikation, S. 129.
    1
     In den Akten des Kölner RT 1505 (Heil, RTA-MR VIII) verlautet darüber nichts.
    2
     Resolution der Reichsstände vom 15.7.1507 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 194, S. 402, Pkt. M).
    1
     Das Schriftstück ist rückdatiert (z. B. Erwähnung der Achterklärung vom 13.6. gegen Venedig [Nrr. 301f.] in Pkt. 3). Es ist im Zusammenhang mit Nr. 482 entstanden. Auf einen entsprechenden Beschluss des RT gibt es keinerlei Hinweise.
    2
     Dreijähriger Waffenstillstand von Arco bzw. S. Maria di Grazia, 6.6.1508 [Nachweise siehe Nr. 36, S. 174, Anm. 4].
    1
     Datum des Vortrags und der Übergabe an die ksl. Kommissare [Nrr. 260, Pkt. 13; 263, Pkt. 14]. Laut Vermerk auf dem Bamberger Exemplar wurde der Resolutionsentwurf erstmals am 27.5. den Reichsständen vorgelegt: Ist geleßen am pfingstag Ao. etc. VIIIIo. Die Beschlussfassung erfolgte gemäß dem Vermerk in A am 28.5. [ebenso Nr. 261, Pkt. 15].
    2
     Resolution der Reichsstände vom 2.7.1507 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 178, S. 373, Pkt. 5.14).
    3
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, §§ 14–28 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 529–536).
    4
     Die Reaktion der Stadt fiel anscheinend positiv aus. Während des Augsburger RT, am 28.6.1510, stattete Ks. Maximilian mit Zustimmung der Stände die Bff. von Cambrai mit dem Herzogstitel aus (Kop.; UB Tübingen, Mc 66, fol. 318’–320’. Druck: Carpentier II/4, S. 69f. Regest: Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 329). Vgl. Bouly, Histoire II, S. 8f.
    1
     Datumvermerk auf der Textvorlage: Dornstag nach penthecoste.Vgl. auch Nrr. 260 [Pkt. 14], 261 [Pkt. 18], 262 [Pkt. 15].
    1
     Resolution der Reichsstände vom 15.7.1507 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 194, S. 402, Pkt. M).
    2
     In der Vorlage irrtümlich: bescheen.
    1
     Datierung gemäß Nr. 261 [Pkt. 20]; Beratung im Plenum am 2.6. [Nr. 262, Pkt. 19].
    2
     Vgl. zu den Verhandlungen des Konstanzer RTüber eine Gesandtschaft zu Kg. Ludwig von Frankreich die Resolutionen der Reichsstände vom 10.7., 15.7. und 22./23.7. sowie Kg. Maximilians vom 14.7., 17.7., 22.7. und 23.7.1507 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nrr. 190 [Pkt. 2–4], 191 [Pkt. 5], 194 [Pkt. I], 196 [Pkt. I], 203 [Pkt. 6], 205 [Pkt. H], 206 [Pkt. H]).
    3
     = hier: plötzlich, unerwartet (Grimm, Deutsches Wörterbuch X/4, Sp. 444 (3c)).
    4
     Der Kölner Reichsanschlag von 1505 belief sich nominal auf ca. 270 000 fl. (Heil, RTA-MR VIII/2, Nr. 939, hier S. 1420), der Konstanzer Reichsanschlag von 1507 umgerechnet auf knapp 500 000 fl. (Ders., RTA-MR IX/1, Nr. 271, S. 564).
    1
     Datum der Verlesung (ca. 15 Uhr) und Übergabe (ca. 20 Uhr) an die ksl. Kommissare (gemäß Überschr. zu D, Nr. 261 [Pkt. 20] und Nr. 414 [Pkt. 1]). Laut Nr. 260 [Pkt. 15] war die Überreichung der Resolution ursprünglich für den Nachmittag des 2.6. vorgesehen. Am Vormittag war die Beschlussfassung der Stände erfolgt.
    2
     Zu den diesbezüglichen Verhandlungen des Konstanzer RT siehe die Nachweise in Nr. 278, S. 458, Anm. 2.
    3
     = Abgabe an die Kirche (für den Kreuzzug) (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch VIII, Sp. 1716).
    4
     In der Memminger, Ravensburger, Nördlinger und Esslinger Überlieferung bricht die Aktenwiedergabe hier ab. Stattdessen folgt eine Zusammenfassung der weiteren Verhandlungen: Und wiewol uf solichs alles von der ksl. raten und des Reichs stenden mer reden und antwürten uf vorgemelten grund gegenainander geprucht worden, so sein doch die stend des Reichs nach allen ergangnen dingen auß vorangezaigten ursachen bey irn vorgegebnen antwurten ainhelliglich bliben und daruf also abgeschaiden, mit meldung, wa die ksl. Mt. oder ir rat anfangs etwas, das den stenden leidenlich und muglich gewest wer, an die stend auß gutwilligkait zu tun begert, darin hetten sich die stend auß fryem willen und nicht uß schulden, wie sy vormals mer getan, ksl. Mt. zu undertänigem wolgefallen und derselben, auch dem Hailigen Reich zu wolfart und gutem nach irem vermugen dermassen erzaigt, das sy hofften, von der ksl. Mt. gnedigen willen erlangt zu haben. Der Text schließt mit einer Zusammenfassung des RAb zu den Materien RKG und Münzwesen (Kop.; StdA Memmingen, A Bd. 292, unfol.; StdA Ravensburg, RA, Bü. 9 b/1, unfol.; StA Augsburg, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol.; StdA Esslingen, F 283 RTA Worms 1509, fol. 18’–19).
    1
     Laut Bericht der ksl. Kommissare geschah die Übergabe um ca. 13 Uhr [Nr. 415].
    1
     Laut Bericht der ksl. Kommissare geschah die Übergabe zwischen 15 und 16 Uhr [Nr. 415].
    1
     Laut Bericht der ksl. Kommissare geschah die Übergabe noch in der gleichen Stunde wie Nr. 281, also um ca. 16 Uhr [Nr. 415].
    1
     Gemäß Bericht der ksl. Gesandten vom 6.6. [Nr. 415] und dem badischen RT-Protokoll [Nr. 261, Pkt. 21].
    1
     Vgl. auch die ksl. Weisung vom 14.5. [Nr. 394].
    2
     Bereits vor der ablehnenden Erklärung der Reichsstände hatte Ks. Maximilian eine eigene Initiative gestartet. So forderte er mit Mandat vom 24.5. Bf. Erich von Osnabrück sowie Domkapitel und Stadtgemeinde auf, das bei ihnen verwahrte Jubelgeld an Thoman Fuchs als Bevollmächtigten Jakob Fuggers auszuhändigen. Andernfalls drohte er ihnen den Vollzug der in der päpstlichen Bulle vorgesehenen Strafen an (Konz. mit ex.-Verm., Fragenstein; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 152–152’. Jansen, Fugger, S. 209f.; Wenko, Kaiser, S. 187). Die päpstliche Kammer nahm am 31.7. 1500 fl. Ablassgelder aus Osnabrück ein (Schulte, Fugger I, S. 44f.; Pölnitz, Fugger II, S. 120). Nach dem Reichstag setzte der Ks. seine Bemühungen, einzelne Stände zur Herausgabe des Jubelgelds zu veranlassen, offenbar fort, so bspw. bei der Stadt Esslingen (Esslingen an Hans Ungelter, Kop., dinstag nach Udalrici[10.7.]1509; StdA Esslingen, F 12 Missivenbücher, Nr. 15, fol. 102).
    1
     Vgl. die im Textkopf zu Nr. 411 angegebenen Datumvermerke.
    1
     Wahrscheinlich handelt es sich um ein Vidimus der in der ksl. Instruktion [Nr. 269] angeführten päpstlichen Bulle oder des Breves an Ks. Maximilian. Keines der beiden Stücke liegt vor.
    1
     Gemäß dem Bericht der ksl. Kommissare vom gleichen Tag geschah die Übergabe um 14 Uhr [Nr. 417, Pkt. 1].
    1
     Datum der Übergabe an die Stände gemäß Nrr. 259 [Pkt. 26] und 261 [Pkt. 26].
    1
     Datum der Übergabe an die ksl. Kommissare gemäß Nrr. 259 [Pkt. 26] und 261 [Pkt. 26].
    2
     Liegt nicht vor. Vgl. Nr. 560.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Dieses Register wird in den Visitationsakten von 1514 als erste rechnung zu Worms bezeichnet.
    3
     Diese Summe hatte die Legstadt Nürnberg in mehreren Tranchen bis zum 15.1.1509 an das RKGüberwiesen. Vgl. zu den Einzelposten Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 946, S. 1326–1330, Pkt. 1–11.
    4
     Bei diesem Posten handelt es sich um direkt in Regensburg eingegangene Zahlungen. Bei der in Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 946, S. 1330f., Pkt. 11, wiedergegebenen Abrechnung ist die Gesamtsumme mit 1858 fl. beziffert. Danach waren offensichtlich noch weitere 120 fl. eingezahlt worden.
    5
     Für diesen Posten existiert kein Beleg. – Laut der Abrechnung von 1514 beliefen sich die Gesamteinnahmen aus dem Konstanzer Anschlag bis dahin auf 7668 fl. Demgegenüber standen noch 3889 fl. aus (HHStA Wien, RK RKG-Visitationsakten, Kart. 315, Fasz.[1], hier fol. 8–9).
    6
     Laut der Abrechnung von 1514 beliefen sich die Gesamteinnahmen aus dem Regensburger Anschlag auf 6546 fl. Die Ausstände betrugen 5013 fl. (HHStA Wien, RK RKG-Visitationsakten, Kart. 315, Fasz.[1], hier fol. 9–9’). Die Posten Fiskal- und Kanzleigefälle fehlen im Folgenden in der Abrechnung von 1514. Vgl. hierzu Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 946, S. 1331, Pkt. 13f.
    1
     Gemäß dem vom gleichen Tag datierenden RAb[Nr. 303, § 12] dem RKG zugestellt.
    2
     Die Eingabe des RKG fehlt. Ihr Inhalt geht aus der jeweiligen Zusammenfassung in der Resolution der Reichsversammlung hervor.
    3
     hier: gerichtlich festgestellt (Deutsches Rechtswörterbuch III, Sp. 226).
    4
     hier: abgeurteilt (Deutsches Rechtswörterbuch II, Sp. 1369).
    5
     Liegt nicht vor.
    6
     hier: vereinbaren (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch I, Sp. 1054; Deutsches Rechtswörterbuch I, Sp. 613).
    7
     Liegt nicht vor.
    8
     Freiburger RAb vom 4.9.1498, §§ 27, 35 (Druck: Gollwitzer, RTA-MR VI, Nr. III/119, S. 729f., 732; Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 44f., 46) und Augsburger RKGO vom 10.9.1500, Tit. VI, XIV (Druck: ebd., S. 69, 70f.).
    9
     Wormser RKGO vom 7.8.1495, § 11 (Druck: Angermeier, RTA-MR V/1, Nr. 342/IV, S. 396–398; Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 8) und Augsburger RKGO vom 10.9.1500, Tit. V und ratifizierte Artikel der RTT von Lindau (1497) und Freiburg (1498), Tit. VI-VIII (Druck: Schmauss/Senckenberg, ebd., S. 73f. Druck des Entwurfs von 1497: Gollwitzer, RTA-MR VI, Nr. II/41, S. 313–315).
    1
     Der Vortrag der beiden Gesandten erfolgte nach dem 25.5., dem Datum der Ankunft HM Friedrichs in Worms [Nr. 477, S. 701, Anm. 11].
    2
     Vgl. Nr. 132, S. 271, Anm. 1.
    3
     Laut Bericht Georgs von Eltz an die preußischen Regenten hatte etwa Kf. Joachim von Brandenburg den Gesandten Georg Truchseß mit der vagen Antwort beschieden, er gedenke, den Hochmeister mit trostlicher hulf und beystant nit zu verlasen. Auch Hg.[Bogislaw] von Pommern habe eine gnedige und trostlich antwortgegeben (undat. Kop., [nach dem 22.1.1509]; GStA Berlin, OBA 19256, unfol.). Hg. Wilhelm von Bayern hatte sich gegenüber Truchseß mit der Abwesenheit seiner Räte entschuldigt (Antwortschreiben HM Friedrichs an Hg. Wilhelm, Kop.[Rochlitz], mentag in ostern[9.4.]1509; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 175–176; Matison, Politik, S. 434 Anm. 2). Laut einem am 12.6. vor den preußischen Regenten gehaltenen Vortrag seines Gesandten Hans von Schönberg hatte der Hochmeister sämtliche Kff. und Ff. des Reiches durch Gesandte aufsuchen und um Hilfe bitten lassen. Es sei ihm geraten worden, am ksl. Tag in Worms teilzunehmen (act.dinstags nach corporis Christi; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 28, pag. 22–24, hier 22).
    4
     = Hochmeister Friedrich von Sachsen, der Ordensmeister in Livland, Wolter von Plettenberg, und der Deutschmeister Hartmann von Stockheim.
    5
     HM Friedrich war am 2.12.1504 zum Koadjutor gewählt worden. Am 11.4.1505 nahm er die Wahl unter dem Vorbehalt an, dass der Papst ihm die Ausübung beider Ämter genehmigen würde und für den Orden daraus keine Nachteile entstehen dürften. Das Mergentheimer Kapitel hatte im Februar 1505 vor den mit diesem Novum verbundenen negativen Konsequenzen gewarnt. Am 16.9.1506 bestätigte Papst Julius die Wahl. Vgl. Matison, Politik, S. 345–349; Rogge, Ernst, S. 95.
    1
     Datierung gemäß Nrr. 261 [Pkt. 17] (vgl. dort den etwas abweichenden Vortragstext) und 263 [Pkt. 13]. Wenko(Kaiser, S. 116) datiert irrtümlich auf den 5.6. Die Datumangabe 1.6. im Kollationsexemplar D ist entweder falsch oder bezieht sich auf die Übergabe des Stücks an die ksl. Kommissare. Die Formulierungen: So nun myn gnediger her, alhie entgegen …[Pkt. 2], und: … hat furpringen lassen …, in Nrr. 298 [Pkt. 1] und 300 [Pkt. 1] lassen nur den Schluss zu, dass der Hochmeister den Vortrag – anders als von der Forschung angenommen (Mur, Ostpolitik, S. 50; Wiesflecker, Maximilian IV, S. 166; Forstreuter, Ordensstaat, S. 36; Sach, Hochmeister, S. 58; Flemming, Friedrich, S. 160. Dagegen Matison, Politik, S. 440) – nicht selbst gehalten hat. Vgl. auch Nr. 430 [Pkt. 1].
    2
     Im ansonsten bei den Verhandlungsakten als Kollationsexemplar fungierenden Frankfurter RT-Protokoll fehlt diese Resolution.
    3
     Spruch Ks. Friedrichs III. vom 1./5.12.1453 [Nachweise siehe Nr. 261, Anm. 16].
    4
     Kg. Kasimir IV. von Polen hatte bald nach seinem Regierungsantritt im Juni 1447 den von seinem Amtsvorgänger Kg. Wladislaw III. geschlossenen Vertrag von Brest vom 31.12.1435 (Lat. Druck: Weise, Staatsverträge I, Nr. 180, S. 197–212) bestätigt (ebd. II, Nrr. 254–257, S. 70f.).
    5
     Inkorporationsurkunde Kg. Kasimirs IV. für Preußen vom 6.3.1454 (Lat. Druck: Weise, Staatsverträge I, Nr. 292, S. 126–133).
    6
     Zweiter Thorner Friede vom 19.10.1466 (Lat. Druck: Weise, Staatsverträge II, Nr. 403, S. 262–288). Vgl. zum Problem der Anerkennung des Thorner Friedens: Caro, Geschichte V/2, bes. S. 963–966; Matison, Lehensexemtion, S. 323–326; Wiesflecker, Maximilian III, S. 313f., 317–320, 427f.; Sach, Hochmeister, bes. S. 50–56.
    7
     = hier: plötzlich, unerwartet (Grimm, Deutsches Wörterbuch X/4, Sp. 444 (3c)).
    8
     Vgl. Nr. 129, S. 267, Anm. 1.
    9
     „Ewiger Friede“ vom 8.10.1508 [Nachweise siehe Nr. 129, S. 268, Anm. 2].
    1
     Datum der Beschlussfassung durch die Reichsstände [Nr. 261, Pkt. 22].
    2
     Die bei der Abschrift unterlaufenen zahlreichen Fehler wurden nicht berücksichtigt.
    3
     Gemeint ist der auf April 1508 nach Breslau anberaumte Tag. Vgl. Nr. 129, Anm. 1.
    4
     Die schriftlich nicht überlieferten Beschlüsse zu den in Pkt. 7 aufgeführten noch offenen Fragen verabschiedeten die gegen Ende des RT deputierten Räte zwischen dem 11. und 16.6. Vgl. zur Finanzierung der Gesandtschaft Nr. 526.
    1
     An diesem Tag erfolgte die Antwort der Reichsstände [Nr. 292, Pkt. 3].
    1
     Lutz, Peutinger, S. 368 Anm. 53, weist ein weiteres Exemplar in den Archives Nationales Françaises Paris (J 922, Nr. 5) nach. Ein Bestellversuch mit dieser Signatur scheiterte allerdings.
    2
     Tatsächlich unterblieb vorläufig die Verkündigung der Acht. Als Augsburg im Dezember 1509 von deren drohender Publikation erfuhr, versuchte es, über die Tiroler Landstände eine einjährige Suspension zu erwirken. Erst im Oktober 1510 gelang es den Hh. von der Leiter, die Bekanntmachung des Achturteils in Augsburg durchzusetzen (Böhm, Reichsstadt, S. 70, 74; Lutz, Peutinger, S. 87f.).
    3
     Laut Crailsheim(Hofmarch, S. 8) legte der ksl. Reichsherold und bayerische Ehrenknecht Jörg Jerusalem [= Georg Rixner] den Achtbrief am 13.6. den versammelten Reichsständen vor. Eine Involvierung der noch in Worms anwesenden Deputierten ist indessen auszuschließen. Bereits in dem politisch weit weniger heiklen Fall des Befehders Hans Melchior von Rosenberg überließen Kommissare und Reichsversammlung die Achterklärung dem Kaiser [Nr. 417, Pkt. 7].
    1
     Das gesiegelte Original oder eine Druckfassung liegen nicht vor. In der ansonsten als Kollationsexemplar fungierenden Frankfurter Abschrift fehlt der Reichsabschied. – Mühlhausen bat Frankfurt nach Eingang eines ksl. Mandats [vom 31.8.1509] mit der Aufforderung zur Bewilligung einer Anleihe für den Venezianerkrieg [Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 392] um die Zusendung einer Abschrift des Reichsabschieds (Or. Perg., dinstages nach Simonis et Jude apostolorum[30.10.]1509; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 233, fol. [7–7’]). Allerdings ist in keiner der beiden Überlieferungen ein Exemplar erhalten.
    2
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 24 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 534).
    3
     Art. 3 der Wormser RKGO vom 7.8.1495 über die Vereidigung des Kammerrichters (Druck: Angermeier, RTA-MR V/1, Nr. 342/IV, S. 388f.; Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 7).
    4
     Nach einem auf dem Wormser Visitationstag im Juli 1510 vorgelegten Verzeichnis über ausstehende Soldzahlungen an das Personal des RKG (undat. Kop.; HStA Wiesbaden, 1/2304, unfol.) sowie einer auf dem Visitationstag im Okt. 1514 erstellten Gesamtabrechnung über den Zeitraum von 1507–1514 (Kop., sonntag vor Galli[15.10.]1514; HHStA Wien, RK RKG-Visitationsakten 315, Fasz.[1], fol. 1–7’; 8–14’; 16–51’, hier fol. 34, 35) trat Gf. Adolf von Nassau als Nachfolger des vom 15.4.–15.6. interimistisch als Kammerrichter fungierenden Gf. Adam von Beichlingen am 13.6. [!] sein Amt an. Letzeres Datum wird durch den Bericht der ksl. RT-Kommissare vom 14.6. bestätigt [Nr. 418, Pkt. 4].
    5
     Wormser RKGO vom 7.8.1495 (Druck: Angermeier, RTA-MR V/1, Nr. 342/IV, S. 380–428), Freiburger RAb/RKGO vom 6.9.1498 (Druck: Gollwitzer, RTA-MR VI, Nr. III/119, hier S. 728–733; Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 43–46, §§ 23–37), Augsburger RKGO vom 10.9.1500, Tit. I-XXIII, und Augsburger RAb vom 10.9.1500, Tit. I-XXI (ebd., S. 67–72; 72–77), Konstanzer RAb vom 26.7.1507, §§ 14–24 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 529–534) und Regensburger RKGO von 1507/08 (Druck: ebd. II, Nr. 950, S. 1338–1344).
    6
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 17 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 530).
    7
     Verweist vermutlich auf § 7 des RAb(Und ob die … schicken ungevarlich). In den vorliegenden Verhandlungsakten wird dieser Punkt sonst nicht thematisiert.
    8
     Gf. Adam, der von Bf. Wiguläus von Passau am 15.4. bzw. 27.4. [Nr. 65] bis zum 15.6. interimistisch das Kammerrichteramt übernommen hatte, fungierte anschließend weiter als Generosus (Verzeichnis von 1510 [wie Anm. 4], unfol.; Abrechnung von 1514 [wie Anm. 4], fol. 34; Ludolf, Commentatio, Appendix X, S. 348). Gf. Philipp wurde am 27.8.1509 – Denaisius(Jus camerale, S. 708), Ludolf(Commentatio, Appendix X, S. 348) und ihnen folgend Harpprecht(Staats-Archiv III, S. 465) jeweils falsch: 5.9. – als Beisitzer vereidigt (Verzeichnis von 1510, unfol.; Abrechnung von 1514, fol. 35’). Er verstarb am 1.8.1510 (ebd., fol. 35’; Schwennicke, Stammtafeln XII, Tafel 76).
    9
     Aus den Visitationsakten des Jahres 1514 geht hervor, dass der jährliche Sold der Generosi von 600 (Augsburger RKGO vom 10.9.1500, Tit. I; Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 68; Smend, Reichskammergericht, S. 86) auf 700 fl. erhöht wurde [wie Anm. 4, fol. 34].
    10
    Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 16 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 529f. Vgl. auch ebd., Nr. 208, S. 430, Pkt. 8).
    11
    Sinnama (Burgund) verblieb mit einer achtmonatigen Unterbrechung – er machte gegenüber den Visitatoren von 1510 seine Gefangennahme durch Hg. Karl von Geldern und eine lange Krankheit geltend – bis zum 1.6.1511 in seinem Amt, das er seit dem 15.1.1508 innehatte. Reischach (Österreich), der das Beisitzeramt am 3.10.1507 übernommen hatte, blieb bis zum 15.7.1510 im Dienst (Abrechnung von 1514 [wie Anm. 4], fol. 37’, 40’–41; Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 944, S. 1325, Pkt. 2). Denasius(Jus camerale, S. 717), Ludolf(Commentatio, Appendix X, S. 347f.) und Harpprecht(Staatsarchiv III, S. 35, 466) nennen irrtümlich Dr. Ludwig Reynolt als Assessor des Burgundischen Kreises. Dieser war zwar von Kg. Maximilian auf dem Konstanzer RT von 1507 zuerst benannt worden (Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 208, S. 430, Pkt. 8), hatte die Stelle jedoch nicht angetreten. Vgl. auch Nr. 271 [Pkt. 6].
    12
    Rotenhan unterbrach das vom 27.10.1507 bis zum 21.2.1514 bestehende Dienstverhältnis für die Zeit vom 8.4.–1.7.1510 (Abrechnung von 1514 [wie Anm. 4], fol. 40).
    13
    Reisach wurde am 3.11.1509 als Assessor des Bayerischen Kreises vereidigt und blieb in dieser Funktion bis zum 2.11.1512 (Abrechnung von 1514 [wie Anm. 4], fol. 43).
    14
    Widmann amtierte vom 24.8.1509–1.5.1511 und dann noch einmal vom 1.9.–1.12.1511 als Beisitzer (Abrechnung von 1514 [wie Anm. 4], fol. 38’. Harpprecht, Staats-Archiv III, S. 466, ungenau: 5.9.1509–1511).
    15
    Schütz, der nach einem Jahr Dienstzeit am 8.10.1508 vorübergehend ausgeschieden war (Verzeichnis von 1510 [wie Anm. 4], unfol.; Abrechnung von 1514 [wie Anm. 4], fol. 39), amtierte dann noch einmal vom 22.3.1510–1.5.1511 (Abrechnung, fol. 39’; Harpprecht, ebd., S. 37, 466). Rem blieb weiterhin Prokurator.
    16
    Schiederich, vorübergehend ausgeschieden am 4.11.1508, wurde am 16.6. oder 23.6.1509 erneut zum Beisitzer bestellt und blieb noch bis März 1515 im Amt (Verzeichnis von 1510 [wie Anm. 4], unfol.; Abrechnung von 1514 [wie Anm. 4], fol. 21; Harpprecht, ebd., S. 466).
    17
    Sunthausen, Beisitzer seit dem 27.11.1507, blieb – mit einer Unterbrechung vom 1.11.1510–15.4.1511 – bis zum 25.10.1514 im Amt (Verzeichnis von 1510 [wie Anm. 4], unfol.; Abrechnung von 1514 [wie Anm. 4], fol. 22; Harpprecht, ebd., S. 466).
    18
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 16 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 529f. Vgl. auch ebd., Nrr. 207f., S. 425–431).
    19
    Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 17 (Druck: ebd., Nr. 268, S. 530).
    20
    Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 24 (Druck: ebd., Nr. 268, S. 534).
    21
    Vgl. Nr. 65, S. 212, Anm. 1.
    22
    Druck:Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 272, S. 565–575.
    23
    Vgl. den Visitationsabschied vom 30.8.1508 (Druck: ebd., Bd. 2, Nr. 949, S. 1336, Pkt. 6).
    24
    Liegt nicht vor.
    25
    Der Augsburger RT von 1500 hatte für die Finanzierung des RKG aus der beschlossenen Reichshilfe 10 000 fl. bewilligt, die die Stände anteilig bis zum 11. November des Jahres bezahlen sollten (Augsburger Regimentsordnung vom 2.7.1500, §§ 23–44; Augsburger RAb vom 10.9.1500, Tit. LXXXV, § 1; Druck: Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 60–62, 89. Augsburger Reichsanschlag über nominal 11 015 fl.; StA Würzburg, WRTA 3, fol. 186–197. Vgl. Kraus, Reichsregiment, S. 25; Smend, Reichskammergericht, S. 86; Schmid, Gemeiner Pfennig, S. 573f.).
    26
    Liegt nicht vor.
    1
     Nürnberg informierte seinen Prokurator am RKG, Dr. Johann Rehlinger, am 4.7. über den Eingang des ksl. Ausschreibens am Vortag und übersandte ihm eine Abschrift (Kop., mitwoch Udalrici; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 92).
    1
     Dem Kollationsexemplar C ist eine unvollständige Liste der Adressaten beigefügt: Kf. Joachim von Brandenburg, Kf. Friedrich von Sachsen, Ebff. von Magdeburg, Salzburg und Bremen, Hg. Georg von Sachsen, Hgg. von Jülich und Kleve, Mgf. von Baden, Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach, Bff. von Bamberg, Würzburg, Passau, Utrecht, Münster, Osnabrück, Lüttich und Konstanz, Äbtissin von Essen, Städte Nürnberg, Metz, Hamburg, Lüneburg, Bremen, Dortmund und Konstanz (HStA Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 84–84’). Von den Teilnehmern des Frankfurter Münztages fehlen die rheinischen Kff., Württemberg und Hessen sowie die Städte Lübeck und Köln [Nr. 523, Pkt. 20]. Vgl. zum potenziellen Teilnehmerkreis die im Münzabschied aufgeführten, mit einem Goldmünzprivileg ausgestatteten Reichsstände [ebd., Pkt. 17].
    1
     Verweis auf Nr. 305 [Nachdem auf ... erfordert werden sollen.].
    2
     Verweis auf Nr. 305.

    Anmerkungen

    a
     allerdurchleuchtigisten] In B-D danach: großmechtigisten.
    b
     tete] In B danach: die.In C/D danach: ir.
    c
     andern] In B/D/E richtig: anderm.C wie A.
    d
     kurzen] In C danach, in D Einfügung: jaren. B wie A.
    e
    –e Die ... Nr. 265] Fehlt in B.
    f
    –f Nach ... steen] Fehlt in C.
    g
     der credenz] In B: derselben. D wie A.
    h
     instruction] In B: instructiones. D wie A.
    i
     instruction] In B: instructiones. D wie A.
    j
    –j wie ... 268] In B: Ksl. Mt. credenz und instruction, davon obgemelt ist, volgen hienach. [Wiedergabe von Nrr. 265, 266 und 268]. D wie A.
    k
     solicher] In B: obgemelter.C/D wie A.
    l
     yder] Korrektur gemäß B-D. In A irrtümlich: wider.
    m
     aure] In A/B folgt unrichtig: sich.Korrektur gemäß C/D.
    n
    –n wider ... rathause] Fehlt in B. C/D wie A.
    o
     begeren] Ergänzung gemäß B-D. Fehlt in A.
    p
     292 (D)] In B folgt danach ein leeres Blatt, anschließend von der gleichen Hand wie das übrige Protokoll eine Wiedergabe von Nr. 297. C wie A. In D folgt unmittelbar Nr. 297.
    q
     299 (C)] In B folgt danach eine Leerseite. Das folgende Teilnehmerverzeichnis [Nr. 477 (B)] ist von anderer Hand geschrieben.
    a
     rete:] Danach gestrichen: herzog Fridrich von Beyern.
    b
    –b graf … Nassau] Ergänzung von anderer Hand.
    c
    –c umb … vormyttag] Ergänzung von anderer Hand.
    d
     Menz] Korrigiert aus: Cöln.
    e
    –e von ... Bamberg] Einfügung am Rand.
    f
     Mergentheim] Korrigiert aus: Clingenberg. – Gemeint war irrtümlich Wolfgang von Klingenberg, Landkomtur der Deutschordensballei Elsass/Burgund und auf der Mainau.
    g
    –g deß ... Hessen] Korrigiert aus: herzog Jorgen von Sachsen.
    h
    –h und ... uberantwurdt] Einfügung am Rand.
    i
    –i oder ... apostolicum] Einfügung am Rand.
    j
     Adriani] Korrigiert aus: Honorii.
    k
     Steffani] Korrigiert aus: Alexii.
    l
    –l Uf ... Costenz] Textpassage durchgestrichen; Randverm.: Vacat.
    m
    –m Uf ... beschliessen] Einfügung am Rand.
    n
    –n quae … Maii] Einfügung am Rand.
    o
    –o hora ... meridiem] Einfügung am Rand.
    p
    –p wie … furbracht] Einfügung am Rand.
    a
     Kolenberg] In C richtig: [Bf. Georg von] Babenberg. – Falls es sich nicht einfach um einen Schreibfehler handelt, kann mit Kolenbergnur irrtümlich Hg. Erich von Braunschweig-Calenberg gemeint sein, der zu diesem Zeitpunkt schon wieder aus Worms abgereist war [Nr. 477, S. 701, Anm. 10].
    b
     vielen] Korrektur gemäß C. In A/B irrtümlich: zaln.
    c
     ander] In C danach: auch.
    d
    –d das ... geflugelten] In C Randverm.: N[ota] B[ene].
    e
     dem] In B richtig: den. – Gemeint ist demnach neben Kf. Ludwig auch Pfgf. Friedrich. Vgl. auch Nr. 263 [Pkt. 6].
    f
     verhandlunge] In B: versamelung.
    g
     zum hochsten] In C: an dem grosten.
    h
     wellen … auch] Ergänzung gemäß C. Fehlt irrtümlich in A/B.
    i
     Morßheym] In C danach: iren gnedigen [Schreibfehler; richtig: gnaden] hofmaister.
    j
     wullen] Ergänzung gemäß B/C. Fehlt in A.
    k
     landgrafen] Berichtigung gemäß B/C. In A irrtümlich graven.
    l
     doch] In B/C: dahe/da.
    m
     Swaben] In C Schreibfehler: sterben.
    n
     Item] In C: Darnach.
    o
    –o wie ... folgt] Einfügung am Rand. Fehlt in C.
    p
     Fugker] Korrektur gemäß C. In A/B irrtümlich: Junkern.
    q
     hoemeisters] Korrektur gemäß B/C. In A irrtümlich: hoifmeisters.
    r
     erschynen] C bricht an dieser Stelle ab.
    a
    –a Maximilian ... also] Fehlt in F-I.
    b
    –b erwählter ... etc.] Fehlt in E.
    c
     uns] Korrektur gemäß B-E. In A irrtümlich: inen.
    d
    –d so ... und] In E Einfügung am Rand.
    e
    –e und ... furnemen] In E Einfügung am Rand.
    f
    –f Die ... mögen] In G anders: Die churfursten, fursten und stende des Hailigen Romischen Reichs mochten.
    g
    –g tochter ... erlassen] Fehlt in G (irrtümliches Überspringen einer Zeile durch den Schreiber) ebenso wie in den anderen vorliegenden Exemplaren des reichsstädtischen Protokolls [Nr. 260].
    h
     dann] Fehlt in F-I.
    i
     sin] Einfügung gemäß B-I. Fehlt irrtümlich in A.
    j
    –j den ... weren] Randverm.: Ksl. Mt. declarats und additz a. Im Konzept (E) ist an dieser Stelle ein A vermerkt. Die Passage fehlt im ksl. Eröffnungsvortrag (F-I).
    k
    –k Aber ... also] Randverm.: Ksl. Mt. declarats und additz b. Im Konzept (E) ist an dieser Stelle ein B vermerkt und der Beginn des nächsten Satzes (So het)durchgestrichen. Die Passage fehlt im ksl. Eröffnungsvortrag (F-I).
    l
     dieselb ir] In F-I: So het die.
    m
    –m Nemlich ... werdeRandverm.: Ksl. Mt. declaratz und additz c. Im Konzept (E) ist an dieser Stelle ein C vermerkt. Die Passage fehlt im ksl. Eröffnungsvortrag (F-I).
    n
     zu machen] Korrektur gemäß B-E. In A irrtümlich: gemacht.
    o
     als ganz] Korrektur gemäß B-E. In A irrtümlich: alsbald.
    p
    –p und ... heyligkeit] Fehlt irrtümlich in D.
    q
    –q Dann ... werde] Randverm.: Ksl. Mt. declaratz und additz d. Im Konzept (E) ist an dieser Stelle ein D vermerkt. Die Passage fehlt im ksl. Eröffnungsvortrag (F-I).
    r
     zwaien] In G/I: baiden. A-F, H wie A.
    s
    –s zu … hendeln] In E/H korrigiert aus, in F/G/I: in die grafschaft Tirol.
    t
     etlich] In F-I: etwo.
    u
     sterkst] In G danach: auf ein ganz jare.
    v
     und] In G danach: summa, auch.
    w
     gewiß] In F-I davor: dermassen.
    x
     dannen] In F irrtümlich: daneben.In H korrigiert zu: dannen.– Hier zu verstehen in der sonst nicht nachweisbaren Bedeutung: dahin, dahingehend.
    y
     nachtail] In G: abgang.
    z
    –z Und ... fuß] In G: Und nemlich uf ein ganz jare und von guten leuten, damit der ksl. Mt. gedienet werde, und sonderlich zu fusse.
    aa
    –aa und ... nation] Fehlt in G.
    ab
    –ab auß ... ton] Randverm.: Ksl. Mt. declarats und addits E. Im Konzept (E) ist an dieser Stelle ein E vermerkt. Die Passage fehlt in F-I.
    ac
     so] Einfügung gemäß B-I. Fehlt in A.
    ad
     Heiligen] Einfügung gemäß B-I. Fehlt in A.
    ae
     sunder] In G/I danach: hiemit.
    af
     daruß] In F/G/I danach, in H gestrichen: zu.
    ag
    –ag muß ... ist] Randverm.: Ksl. Mt. declaratz und additz F.Im Konzept (E) ist an dieser Stelle ein F vermerkt und zusätzlich – wie auch in H – die zu ergänzende Stelle eingefügt. Die Passage fehlt im ksl. Eröffnungsvortrag (F/G/I).
    ah
     sie] In B: sich. C/E-I wie A. D: die.
    ai
    –ai Und ... sollen] Randverm.: Ksl. Mt. declaratz und additz G. Im Konzept (E) ist an dieser Stelle ein G vermerkt. Die Passage fehlt im ksl. Eröffnungsvortrag (F-I).
    aj
    –aj Actum ... nono] Fehlt in G.
    ak
    –ak Solchß ... jaren] Fehlt in F-I.
    a
     fursten] Ergänzung gemäß C. Fehlt in A/B/D.
    b
     gescheen] In C: vorbescheen. B/D wie A.
    c
     von] Korrektur gemäß C. In A/B/D irrtümlich: an.
    d
     stende] In C danach: noch. B/D wie A.
    e
     vorigen] In B-D: vor gehalten.
    f
    –f Und … burger] Fehlt in C.
    g
     an] Korrektur gemäß B-D. In A irrtümlich: und.
    h
     strafparer] Korrektur gemäß B-D. In A Schreibfehler: straßparg.
    i
     bessern] In B-D: besten.
    a
    –a Maximilian ... etc.] In B/C: Maximilian, e[rwählter] von Gottes gnaden romischer keyser.
    b
     so] Korrektur gemäß B/C. In A irrtümlich: zu.
    c
     bullen] Korrektur gemäß B/C. In A irrtümlich: volgent.
    d
     gelt] Einfügung gemäß B/C. Fehlt irrtümlich in A.
    a
    –a Und ... geachtet] Fehlt in B.
    b
     wert] Danach gestrichen: Der kurfursten, fursten und stende etc. [Nr. 275/II, Pkt. 2]: Aldo zu sagen, weyl die ksl. Mt. mit den curfursten zu slissen habe, das die stend außgelassen. Doch was die hilf belanget, beschicht billich mit bewilligen aller stand.
    c
    –c solchen ... zeit] In B Einfügung am Rand. – Aus den überlieferten Akten zum Konstanzer RT (Heil, RTA-MR IX) geht nicht hervor, dass die Reichsstände dem Ks. zu einer Verschiebung des Romzuges geraten hätten.
    d
    –d nit ... gangen] In B: wyr nit so weid gyngen.
    e
    –e Zu ... lassen] In A korrigiert aus, in B: Zu beschluss anzuzeigen: So die hilf were angezeigt, das sie unß mit ichte treglich gewest, die außzurichten, wiewol wir die nit schuldig, so wolten wir unß doch mit underteniger antwurt haben vernemen lassen, damit, wie vormals mer beschehen, sein Mt. unsern guten willen vermerkt.
    a
     under] In B, D-G: und. C wie A.
    b
     ainen] In E: den.In F korrigiert zu A. In G: iren. B-D wie A.
    c
     beschirmer] In E: vitztumen. In F Korrektur von beschirmer zu vitztumenwieder rückgängig gemacht. B-D/G wie A.
    d
     ir] In E/F: der bebstlichen. B-D/G wie A
    e
    –e zu ... und] Fehlt in E/F; B-D/G wie A.
    f
     oder] In B/D: und.
    g
     zu zeiten] In E, in F korrigiert aus: zuzeschicken.
    h
     verstentnus] In E: instruction. In F korrigiert zu: verstentnus.B-D/G wie A.
    i
     hernach] In E: hinfur. In F korrigiert zu: hernach.B-D/G wie A.
    j
     nit] Fehlt irrtümlich in E. In F Einfügung. B-D/G wie A.
    k
    –k Sy ... erfordern] In E Notavermerk am Rand.
    l
     loblich] In E/F: billich.B-D/G wie A.
    m
    –m Ob ... ursachen] In E Notavermerk am Rand.
    n
     regirung] Fehlt in E/F. B-D/G wie A.
    o
    –o dadurch ... sein] In E Notavermerk am Rand.
    p
    –p so ... verstehen] In E/F: so sey der stende des Reichs undertenig bit, solch ir anzaigen gnediglich aus der notturft und kainer andern sachen oder bewegnus halben zu herzen zu nemen und sy diser begerten hilf gnediglich zu erlassen, erzelte und andere ursachen und dy notturft angesehen, domit auch die stende, so sy wider zu besserm, vermoglichem stand und vermogen komen, ksl. Mt. und dem Heiligen Reich dester statlicher zu ferner notturft dinen und beystendig sein mogen. In G korrigiert zu A; B-D wie A.
    q
     undertenigkait] In E/F: umb ksl. Mt. als iren gnst. herrn.In G korrigiert zu A; B-D wie A.
    r
     verdinen] In E/F folgt: Der ander anschlag des ausschuss: Wiewol nu nach achtung und ermessung des ausschuss dy stende des Reichs der begertn hilf nit schuldig, der auch zu tun nit vermoglich sein, wie oben angezaigt, dannocht so haben sy bey inen irs guten bedunkens im allerbesten betracht, wo dy ksl. rete diser antwurt nit gesettigt und umb weyter hilf ansuchten und dy also leidlich und zimlich stelten, das die den stenden ichts tuelich und moglich sey. Wiewol nach achtung des ausschuss solch hilf nichts erschiessen und villeicht mer unrats dan nutzs geperen wurd, so wer doch nach ermessens und betrachtens des ausschuss solchs den stenden weiter zu betrachten aus nachfolgenden ursachen: Nemlich, so dy ksl. Mt. durch die bebstlich heyligkait als den protector, schirmer und advocaten umb hilf wider dy unglaubigen und auch dy Venediger als die, so der kirchen gut unbillicherweyß inhaben, ersucht ist, sein Mt. sich auch des mit anderen cristenlichen konigen bewilligt und zusag getan hat, betrachten dy vom ausschuss, beschwerlich sey, dy ksl. Mt., wo ir begern zimlich, wie obstet, gesatzt wurd, zu verlassen. Wan wo solchs geschee, so mocht nit allain ksl. Mt. des gegen den stenden in disem fal ungnad und misfalen empfaen, sonder auch die bebstlich heiligkait, daraus nit allain den stenden des Reichs, sonder ganzer nacion merklich widerwertigkait und unrat erwachsen und fallen mochten. Dabey haben auch dy vom ausschuss betracht, das wo den stenden ain clain, zimlich hilf, wie obstet, zu tun gewilligt wurd, das dannocht solchs mit den zimlichen fugen und massen furgenomen, das dy stend solchs teglichs helfen entladen und das in dem, so der stend hilf begert, ir rat und wissen darinnen gebraucht. Wes sy dan raten, wurden sy ungezweivelt als dy fromen Teutzschen helfen volziehen.Fehlt in G.
    s
    –s Dy ... bestehn] In E: Die beruhen nach ansehen des ausschuss auch auf der antwurt, der hilf halben ytzo begriffen.In G korrigiert zu A; B-D wie A.
    t
     sol] In E danach, in G gestrichen:  Wo sich aber solchs irer Mt. notturft halben begeben, so wurd zur selben zeit davon ferner der notturft zu handeln sein.
    u
     stende] In E: vom ausschus.In G korrigiert zu A; B-D wie A.
    v
     feins] Fehlt in E; in G Einfügung; B-D wie A.
    w
     stend] In E: vom ausschuss.In G korrigiert zu A; B-D wie A.
    x
    –x achten … stend] In E: acht der ausschuss.In G korrigiert zu A; B-D wie A.
    y
    –y Ermessen ... ynen] In E: Achten dy vom ausschus, den stenden.In G korrigiert zu A; B-D wie A.
    z
     darin] In B-E, G danach: selbs.
    aa
     der stend] In E: des ausschus. In G korrigiert zu A. B-D wie A. – In B-E, G danach: pillich.
    ab
     stend] In E: vom ausschuss. In G korrigiert zu A; B-D wie A.
    a
     verlesen] In D weniger missverständlich: gelesen.B/C wie A.
    a
     were] Danach gestrichen: solt nu in disem handel aber ksl. Mt. wilfart werden.
    a
     der] In B-E: und daz.
    b
     rete] In B-E danach: der.
    c
     allezit] Einfügung gemäß B-E. Fehlt in A.
    d
    –d wille ... gemut] In B-E: gemüte und will.
    e
     ursach] In B/D/E danach: eyne. C wie A.
    f
     Darumb] In B-E danach: sich.
    g
     sich] Fehlt in B-E.
    h
     und entplosset] In C: entploset und verarmet.B/D/E wie A.
    i
    –i also ... helfen] In B-E nach: ... nit mer.
    j
    –j Darzu ... worden] In C Ergänzung von anderer Hand auf einem gesonderten Blatt [fol. 45–45’; = C1].
    k
     ir] In B-E: der.
    l
     anderer] Ergänzung gemäß B-E. Fehlt in A.
    m
     erwegen] In C: bewegt.D: wegt. B/E wie A.
    n
    –n Darumb ... sol] In C unterblieb irrtümlich die Streichung der Passage; der gleiche Text folgt noch einmal in C1 [App. j-j].
    o
    –o Het ... haben] Fehlt in C. Ergänzung der Passage in C1 [App. j-j].
    p
     wan] In B-E danach: wol.
    q
    –q nach … sachen] Fehlt in A. Ergänzung gemäß B-E.
    r
     gleich] Fehlt in B/D/E. C wie A.
    s
     an zweivel] In B-E nach: ... stend des Reichs.
    t
     alle] Korrektur gemäß B-E. In A irrtümlich: dy.
    u
     irer] In B/D/E: der. In C: seyn.
    v
     haben] In C danach gestrichen: Darzu, so ermessen die stende [= Beginn von Pkt. 3], mit dem Hinweis: Verte folium 4.
    w
    –w Darumb ... beschweren] In C gestrichen, Ergänzung des Abschnitts durch C1 [App. j-j].
    x
     und gelegenheit] Ergänzung gemäß B-E. Fehlt irrtümlich in A.
    y
     ungnad] Korrektur gemäß B-E. In A irrtümlich: ungefallen.
    z
     witer] Ergänzung gemäß B-E. Fehlt irrtümlich in A.
    aa
    –aa Wo ... haben] In C gestrichen, Ergänzung des Abschnitts von derselben Hand auf einem gesonderten Blatt [fol. 46; = C2].
    ab
    –ab aber ... reten] In C/C2: inen aber. B/D/E wie A.
    ac
     handeln] In C/C2 irrtümlich: andern. B/D/E wie A.
    ad
     ordenung der] Ergänzung gemäß B/C/C2/D/E. Fehlt irrtümlich in A.
    ae
     gern] Ergänzung gemäß B-E. Fehlt irrtümlich in A.
    af
     verordnen] In C/C2: versehen. B/D/E wie A.
    ag
     handlen lassen] In C/C2: helfen handeln.
    a
     derselben] Korrektur gemäß B-D. In A irrtümlich: dieselbn.
    b
     verlaut] In B-D: erlut.
    a
    –a will ... gmut] In B-D: gemüte und will.
    b
     oder] In C: auch.
    c
     nit] Fehlt in B/D. C wie A.
    a
     und] Korrektur gemäß B/D. In A/C irrtümlich: durch.
    b
     den] In C: ir Mt.
    c
    –c demnach ... zugestanden] In C: dem bevelch, ine von ksl. Mt. zugeschickt.
    d
     anhengiger] In B-D: angehenkten.
    e
     mit] In B-D: mitsampt.
    a
     iren grund] In C: ir gemut. B/D wie A.
    a
     im] In B/C: zum.
    a
    –a yren … antwurten] In B/D: irer gegeben antwort. C wie A.
    b
     noch] In B/D danach: weren.C wie A.
    c
    –c denselben ... antwurten] In B/D: derselben gegeben antwort.C wie A.
    d
     guter willigkait] In B/D: gutem willen. In C: gutwilligkeit.
    e
    –e auß ... getan] In D Randverm.: N[ota] b[ene].
    f
    –f nest .. antworten] In D: nechstgegebner irer antwurt.B/C wie A.
    g
    –g Geben ... nono] Fehlt in C.
    a
    –a ubergeben ... meynung] In C: vor gegeben antwurten oder meynung.
    b
    –b vormals ... Mt.] Fehlt irrtümlich in D.
    c
     die] In B/D: wie. C wie A.
    d
     jungst] In C danach: gegeben.
    e
     stend] In B/D danach: gegeben.
    f
    –f Geben ... nono] Fehlt in C.
    a
     widerantwurt] In B: widerschrift. C/D wie A.
    b
    –b aus ... antwurten] Fehlt irrtümlich in D.
    c
     sachen] In B danach: ergangener handelung. C/D wie A.
    a
    –a Und ... mogen] Notavermerk am Rand.
    a
     zu] Korrektur gemäß B-D. In A irrtümlich: in.
    b
    –b ksl.... und] Fehlt in D.
    c
     dennoch] Korrektur gemäß B-D. In A irrtümlich: demnach.
    d
     dryen] In D richtig: sechs.B/C wie A. – Vgl. Weise, Staatsverträge II, Nr. 403, S. 274 (Art. 6,2); Ders., Vertrag, S. 18 (Art. 6,2); Biskup/Labuda, Geschichte, S. 476f.
    e
     gnediger] In B/D: gne[digs]ter.C wie A.
    f
     gn.] In B/D: gne[digs]ter.C wie A.
    g
     underdruckung] Korrektur gemäß B-D. In A irrtümlich: verdruckung.
    h
     gn.] In B/D: gne[digs]ten.C wie A.
    i
     gnaden] In B/D danach: ferner. C wie A.
    j
    –j den ... Russen] In D: dem Muscowiter und Tater hinder seiner gnaden obersten gebietiger in Leifland wissen und willen, mit dem er doch in sunderlich verpuntnus [= Bündnisvertrag vom 21.6.1501; Nr. 129, S. 268, Anm. 3] gestanden, keiner hinder dem andern mit berurtem Muscowiter und Tatern fride oder eynickeit anzunemen. B/C wie A.
    k
     gn.] In B/D: gne[digs]ten.C wie A.
    l
     handel] In D danach: von wegen keiserlicher Mt. und euer selbst. B/C wie A.
    m
     rat] In D danach: von wegen derselben keiserlichen maiestat gnediglich und eurenthalben. B/C wie A.
    n
    –n mit ... hilf] In D: keiserliche maiestat ufs undertenigst anzeihen, seine hulf gnediglich und euer gnad und gunste vor euch selbs freuntlich. B/C wie A.
    o
     gegen] In D danach: keiserlicher maiestat underteniglich und gegen. B/C wie A.
    a
    –a Antwort ... furpringen] In D/E korrigiert aus: Ratslag der verordenten rete uf des hohmeysters zu Breussen werbung.
    b
    –b Alß ... rete] In D/E auf eigenem Blatt korrigiert aus: Uf werbung und anbringen, von wegen des hohenmeysters in Preussen an gemeine stende des Reychs getan, achten und ermessen die verordenten rete.
    c
     stende] In D/E korrigiert aus: verordenten.
    d
     dannacht] In B: demnach. In C-E: dannocht [= dennoch].
    e
     vorgemelte] In B-D: vorgenante.E wie A.
    f
     stende] In D/E korrigiert aus: verordenten.
    g
    –g und ... abschlagen] Fehlt in C/D. In E Einfügung am Rand.
    h
    –h Eß ... woll] In D/E Einfügung auf gesondertem Blatt.
    i
     wider ... wer] In D/E korrigiert aus: ksl. Mt. ufs furderlichst verkundet und zu wissen getan wurde. Alßdan wolt [E: sollt] ir ksl. Mt. churfursten, fursten und gemeine stende des Reychs uf einen nemlichen tag und an gelegene ende beschreyben und erfordern. Weren churfursten, Ff. und gemeine stende des Reychs uf solich ksl. Mt. erfordern den angesatzten tag durch sich selbs oder ire treffenliche rete zu besuchen und neben ksl. Mt., wie solichem des konigs in Boln furnemen nach des Reychs gelegenheyt und ergangener handlung zu begegnen und wiederstant zu tun were, zu bedenken und darin zu raten urputig und ganz willig. Es mocht auch uf solichem tag durch ksl. Mt. und die stende des Reychs bey gedachtem hohmeyster, Teutschem Orden und auch dem meyster in Yflant [= Livland, Wolter von Plettenberg] nach notdurft weyter zu handeln betracht werden, alß dan zu vorgehalten reychstegen mit hoher vernunft wol betracht und bewogen ist [zuletzt auf dem Kölner RT von 1505: Heil, RTA-MR VIII/1, Nrr. 504f., S. 821–827]. Dweyl auch der orden uf die ritterschaft und gemeinen adel teutscher nation bewidemt ist, achten die verordenten dem handel nit zu kleynem erspryßlich sein, das der hohmeyster die ritterschaft und den adel aller landschaft und bezyrk teutscher nation ersuchte und sich mit allem vleys bey inen bewerbe, das sie auß allen landschaften und bezyrken zu solichem tag, so ksl. Mt., wie obgemelt, ansetzen wurde, domit dem orden des[to] dapferer und statlicher geraten und geholfen werden mecht, etlich auß inen mit genugsamen gewalt schickten, zu horen und zu vernemen, wes gegen gemeltem hohmeyster und dem orden furgenommen und gehandelt, auch das sie dorin, woe es vonnoten were, als rittermessige vom adel, uf weliche der orden bewiedembt, ir getreue hielf und rat mitteyln wolten, als sie zu tun on zweyfel nit unterlassen wurden.
    j
     formlichist] In B: furderlichist: C-E wie A.
    a
    –a neben ... mit] In B/C: mit und neben.
    a
     Erfurt] Korrigiert aus: Presla.
    b
     Preßla] Korrigiert aus: Erfort.
    a
    –a die ... lassen] In B: justitiam colere, alterum non laedere et denique suum cuique tribuere – in Anlehnung an die bekannte Sentenz des röm. Juristen Ulpian: „Honeste vivere, alterum non laedere, suum cuique tribuere“ (Institutionen 1.1.3.; Digesten 1.1.10.1; Druck: Mommsen/Krueger, Corpus I, S. 1, 29; Behrends/Knütel/Kupisch/Seiler, Corpus I, S. 2; ebd. II, S. 94).
    a
     geubten] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: guten.
    b
     inen] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: in und.
    c
     obligenden] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: obgelegen.
    d
     underhaltung] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: widerhaltung.
    e
     auf] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: in.
    f
    –f wie … volgt] Ergänzung gemäß C-E. Fehlt in A/B.
    g
     gemacht,] In A/B folgt irrtümlich: und.
    h
     so vil] Ergänzung gemäß B-E. Fehlt in A.
    i
     dinstlichem] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: diensten.
    j
    –j vor ... dagen] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: vor gehaltem Reichs tag.
    k
     ungevarlich schicken] Korrektur gemäß B-E. In A irrtümlich: schicken ungevarlich.
    l
     ir] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: irer.
    m
     er] Ergänzung gemäß C-E. Fehlt in A/B.
    n
    –n in … allenthalben] Ergänzung gemäß C-E. Fehlt irrtümlich in A/B.
    o
     verlegung] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: erlegung.
    p
     von den] Einfügung gemäß C-E. Fehlt irrtümlich in A/B.
    q
     manigfaltig] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: manches.
    r
     bey] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: der.
    s
     davon] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: darvor.
    t
     sein] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: und.
    u
     verordenten] Ergänzung gemäß C-E. Fehlt irrtümlich in A/B.
    v
     wo] Korrektur gemäß C-E. In A/B irrtümlich: wie.
    w
     also] Ergänzung gemäß B-E. Fehlt in A.
    x
    –x auch … und] Korrektur gemäß B-E. In A: und geordent, auch.
    y
    –y Als ... werde] Dem Lübecker Exemplar ist ein Zettel folgenden Inhalts beigefügt: Zu gedenken, auf den dritten tag des monats Septembris nechstkomend gegen dem abent et[lic]he rete, der munz verstendig, auch munzmeister und w[ard]yn zu Frankfort am Meyne zu haben, des andern tags v[on] der munz wegen zu handeln und zu ratslagen, inmassen auf dem jungsten Reichs tag zu Worms verlassen ist (StdA Lübeck, RTA, Vol. II, Fasz. 4, bei fol. 76).
    z
     beschiden] Korrektur gemäß C-E. In A/B: beschriben.
    aa
     sollen] Ergänzung gemäß B-E. Fehlt irrtümlich in A.
    ab
     auch] Korrektur gemäß C. In A/B/D/E irrtümlich: an.
    ac
     ain gleichen] Korrektur gemäß C-E. In A/B: der gleich.
    ad
     XVI.] In D irrtümlich: siebenzehenden.
    a
    –a erwählter ... Reichs] Fehlt in C.
    b
    –b Hochgeborner ... rate] In B: Erwirdiger furst, lieber andechtiger. In C: Hochgeporner, lieber oheim und furst.
    c
     liebe] In B: andacht.C wie A.

    Faksimiles der Druckseiten: Durch Verschieben der Spaltenteiler wird das Faksimile vergrößert. Durch einen Klick öffnet sich die seitenweise Blätterfunktion.

    Verweise auf Dokumente der Edition sowie weitere Ressourcen im Web.

    Registereinträge, die auf die Seite(n) dieses Dokuments verweisen.

    Erneute Fassung des Dokuments zum parallelen Lesen.

    « Š1. Reichshilfe und Reformen  »

    «1.1. Reichstagsprotokolle  »

    «Nr. 259 Reichstagsprotokoll der ksl. Kommissare – Worms, 21. April-10. Juni 1509 »

    [1.] Einzug Ks. Maximilians und der ihn begleitenden Reichsfürsten und Gesandtschaften in Worms am 21. April; [2.] ksl. Eröffnungsvortrag am 22. April; [3.] Abreise des Ks. aus Worms am 24. April; [4.] Schreiben Johann Storchs an Gf. Adolf von Nassau wegen des anberaumten Rechtstages mit Johann von Kriechingen; [5.] Bitte der Reichstagskommissare an Ks. Maximilian um Zusendung ihrer Instruktion; [6.] Protest der Anwälte Johanns von Kriechingen am 7. Mai; [7.] Zusendung der Gesandtschaftsunterlagen an die ksl. Kommissare; deren Schreiben an den Ks.; [8.] Teilnehmerverzeichnis; Zusammensetzung des Großen Ausschusses; [9.] Schreiben der Reichstagskommissare an den Ks. vom 5. Mai wegen des Reichskammergerichts; [10.] Übergabe der ksl. Reichstagsinstruktionen an die Reichsstände am 16. Mai; [11.] Verhandlungen der Kommissare mit Reichsfürsten über die Bereitstellung von Reiterkontingenten für den Krieg gegen Venedig; [12.] Vermittlungsverhandlungen der Kommissare in den Verfahren: Gf. Eberhard von Eppstein-Königstein gegen Lgf. Wilhelm von Hessen, [13.] Hessen gegen Kurmainz, [14.] Stadt Worms gegen Bf. Reinhard von Worms, gegen Kämmerer von Dalberg und gegen Hans von Landschad; [15.] Verhandlungen des Reichstages über eine Supplikation Bf. Jakobs von Cambrai; [16.] Unterbleiben von Verhandlungen über die Klage Hermann Rincks gegen Aachen; [17.] Verhandlungen zwischen Aachener Bürgern und Magistrat wegen des strittigen Weinausschanks sowie [18.] zwischen den Erben Asmus’ Schenk von Erbach und Hessen; [19.] Verhandlungen bzgl. Verstößen gegen das Kölner Stapelprivileg; [20.] Fiskalklagen gegen die Bff. von Münster und Osnabrück wegen der Konstanzer Romzughilfe; [21.] Verhandlungen mit den Reichsständen über das Jubelablassgeld; [22.] Verfahren gegen Johann von Kriechingen; [23.] Zollfreiheit für eine Weinlieferung Hg. Johanns von Kleve; [24.] Verhandlungen mit Reichsfürsten wegen Übernahme des Oberbefehls über die ksl. Truppen und des ksl. Statthalteramtes; [25.] Vortrag von ksl. Schreiben zur Venedighilfe, Protest vor der Reichsversammlung wegen des Fernbleibens österreichischer Vertreter vom Reichstag; [26.] Austausch von Resolutionen zwischen Reichsständen und Reichstagskommissaren ab dem 10. Juni; [27.] Teilnehmerliste für den künftigen Reichsmünztag.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 1–107 (Kop. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen; Aufschr.: Abschrift aller handlung, so auf dem reichstag zu Worms, anno XVCVIIII gehalten, allenthalben beschehen ist.) = Textvorlage A.

    Š[1.] /1/ Auf sambstage, den ainunzwainzigistn tage des monats Aprilis anno 1509, gegen dem abent ist romisch ksl. Mt. zu Wormbs zu dem ausgeschriben und furgenommen reichstage gerust eingeritten1, und neben und mit irer ksl. Mt. die erzbischove Meinz, Coln, Trier, phalzgrave Ludwig, alle churfursten, phalzgrave Friderich, vormunder etc., Friderich und Casimirus, marggrave[n] zu Brandenburg, alle personlich, marggrave Joachim von Brandenburg, churfursten etc., des erzbischoves zu Magdeburg, herzog Alexanders von Bairn, landgraven Wilhelmen von Hessen, der bischove zu Wormbs, Speir und ander mer von fursten, prelaten und stet botschaften.

    [2.] Und hat ir kaiserlich Mt. am sonntage darnach [22.4.] in des bischoves von Wormbs hof doselbst, die phalz genant, nach mittage den obgedachten churfursten, fursten und allen andern stenden des Reichs, sovil der alda gewest, die ursachen und bewegungen desselben furgenommen reichstage mit angehenktem begeren durch den bischove von Gurk mundlich furbringen und erzelen lassen, wie dan solichs in nachvolgender instruction [Nr. 266], irer ksl. Mt. reten und conmissarien, zu demselben reichstage verordent, zugeschickt, der datum stet zu Mundelhaim am sibenden tage May anno etc. im neunten, ausserhalb der declaratz und addits, so ir Mt. umb besser leuterung und verstands willen nachvolgends darzugesetzt hat, aigentlich begriffen.

    [3.] /1’/ Und ist ir Mt. darauf des erichtags, den XXIIII. tage Aprilis, von Wormbs abgeschiden2 und ir Mt. rete do verlassen und denselben reten ansagen lassen, das ir Mt. Johann Storchen, ir Mt. rate und secretarien, mit ire nemen und in zwaien oder dreien tagen ungevarlich bey demselben inen instruction und alle handlung dis tags, auch sigl und secret zusenden wolt.

    [4.] Darnach, am XXVIII. tage Aprilis ist grave Adolf von Nassau durch Johann Storchen ain schrift, den von Krichingen antreffend, zugesandt, der inhalt derselb von Nassau alspald unverziehen volg getan hat, also lautende: [Wiedergabe von Nr. 385].

    [5.] Und als etlich der ernanten rete und conmissarien, gein Wormbs verordent, auf ksl. Mt. instruction und anders lang zeit gewartet und inen nichts zukomen ist, haben sy ir Mt. geschriben, wie hernach volgt: [/2/ Wiedergabe von Nr. 389].

    [6.] /2’/ Darnach, am sibenden tage des monats Maien sind herrn Johann von Krichings geschickt anweld vor ksl. Mt. reten und conmissarien zu Wormbs erschinen, haben furgewandt, wie inen am jungsten der abschid, durch herzogen Erichen von Braunschwig, herrn Ziprian von Serntein und andere ksl. ŠMt. rete zu Coblenz gegeben, das sie auf den XXVII. tage des monats Aprilis zu Wormbs auf dem reichstage erscheinen und der sachen mit rechtlicher handlung außwarten solten. Darauf sie als gehorsamen erschinen, sich bey den gedachten reten angesagt und zu handeln begert. Dweil ine aber in antwurt begegnet, das die rete von ksl. Mt. deßhalb kainen bevelch hetten, sagten sie, das sie nit lenger pleiben oder warten konnten. Haben alspald vor notarien und zeugen irs gehorsamen vleis, wartens und erscheinens offenlich protestirt und damit iren abschid genommen.

    [7.] Nachvolgends, am XIIII. tage May ist grave Adolf von Nassau von Johann Storchen ain schrift mit dreien instruction, der abschrift hernach volgen, und etlichen credenzen zukumen, also lautende: [/2’–3/ Wiedergabe von Nr. 392]. /3’/ So haben die rete ksl. Mt. darauf geschriben die maynung: [Wiedergabe von Nr. 397]. /4/ Auch darauf irer Mt. des andern tags weiter und also geschriben:[/4–4’/ Wiedergabe von Nr. 398].

    [8.] /5/ Vermerkt die churfursten, fursten, prelaten und stende des Reichs, so in aigner person und durch ire botschaft auf disem Reichs tage zu Wormbs gewest sind.3

    Nota: Bey welichem ain ∘ gezaichnet ist, die sind bey der werbung und anbringen, so ksl. Mt. rete erstmals getan haben, personlich gewest; und bey welchem ain + stet, die haben den ksl. reten ire gewelt angezaigt.

    ∘ Menz, ∘ Coln, ∘ Trier, ∘ Phalz, ∘ Sachsen: churfursten personlich.

    +∘ Marggrave Joachim von Brandenburg, churfurst, botschaft: Eitl Wolf vom Stain, ritter und doctor.

    Herzog Friderich von Sachsen, hochmaister Teutschordens personlich.

    ∘ Erzbischove zu Maigdeburg botschaft: Adolf, furst zu Anhalt. Ist aus ursachen wegegezogen und doctor Cristoff Gablentz an sein stat geschickt.

    +∘ Erzbischove zu Salzpurg botschaft: her Andre von Trautmansdorff, tumbdechant zu Salzpurg.

    Die bischove zu Bamberg, Wurzpurg personlich.

    Coadjutor des stifts zu Fulda [Hartmann Bgf. von Kirchberg] personlich.

    /5’/ Botschaft der bischof:

    ∘ Luttich: zwen tumherren [Pierre de Cortembach und Simon von Jülich]; ∘ Wormbs: her Hainrich von Silberberg; ∘+ Eystet: her Bernhart Adelman; ∘ Speir: her Philips von Flerßhaim, [alle] tumherren; ∘+ Straspurg: Johanns Sigrist, decretorum licenciatus; ∘+ Costenz: her Hainrich von Sag, freiher, tumherr; ∘+ Augspurg: her Cristoff von Knoringen, tumherr; ∘ Freisingen: doctor Johan Wacker, ordinarius haidelbergensis; Monster: Friderich von Brombach.

    ∘+ Teutschmaister botschaft: Johann Adelman, comentur zu Mergethaim.

    [Weltliche Fürsten:] ∘ Phalzgrave Friderich, vormund; ∘ herzog Ulrich von Wirtemberg, [beide] personlich.

    ŠBotschaft herzogen:

    +∘ Alexandros [!] phalzgraven [von Zweibrücken]: doctor Philips Aberlin.

    Hansen phalzgraven [von Simmern]: Johann, her zu Eltz.

    Georgen von Sachsen: her Cesar Pfluge, doctor Dietrich von Werthe.

    ∘ Wilhelm von Bairen: her Jeronimus von Stauffe, her Hans Closner, her Dietrich von Pleningen, ritter und doctor.

    ∘ Von Gulch: Friderich von Brombach.

    /6/ ∘ Marggrave Friderich von Brandenburgs botschaft: sein canzler [Theobald von Heimkofen].

    ∘ Landgrave Wilhalms von Hessen botschaft: grave Ludwig von Lewenstan, grave Emich von Leyningen, Wilhelm, freiherr zu Lansperg, Johann Engellender, doctor, canzler, Conrad von Manspach, ritter.

    Johann, graven zu Nassau und zu Dillemberg botschaft: Johann Moer.4

    +∘ Johann, abt des gotzhaus Salmansweyler, Hartman, abt des gotzhaus Weingarten, Johanns, abt des gotzhaus Elchingen, Endres, abt des gotzhaus Ochsenhausen, Peter, abt des gotzhaus Ursin, Conrad, abt des gotzhaus Roet, Jodocus, abt des gotzhaus Reckenburg, Johanns, abt des gotzhaus Mindernau, Johanns, abt des gotzhaus Schussenried, Symon, abt des gotzhaus Marchtal: Der aller gewalt hat gehabt Matheus Gretler, decretorum licenciat, conventual in der Mindernaue.

    /6’/ Der stett botschaften:

    ∘ Coln: doctor Dietrich Meynartsagen; ∘ Ach: burgermaister und ain secretarius5; ∘ Straspurg: Gabriel Mordl; ∘ Frankfurt: Johann Frosch; ∘ Speir: Jakob6 Maurer; ∘ Sweinfurt: Martin [Hohenloch]; ∘ Rotenburg an der Tauber: Oswalt Wernzer; ∘ Wormbs: Haman Lisperger, Adam [von Schwechenheim], statschreiber; ∘ Wetzlar, Mulhausen, Northausen, Goßlar: ein secretarien; Lubeck, iren statschreiber [Henning Osthusen].

    ∘ Hagenau, Colmar, Sletstat, Ehenhaim, Kaisersperg, Munster, Roshaim: Ulrich Jungvogt, burgermaister in Hagenau, hat von der aller wegen gewalt gehabt.

    [Schwäbischer Bund:] Augspurg, Nurmberg, Ulm, Eßlingen, Reutlingen, Uberlingen, Nordlingen, Memingen, Hall, Dunklspuhl, Winßhaim, Bopfingen, Gengen, Alan, Kaufpeuren, Kempten, Ysni, Lutkirch, Wangen, Gmund, Ravenspurg, Bibrach, Buchhorn, Pfullendorf, Hailprun, Wimpfen, Weyl: ∘ MaŠtheus Neithart, burgermaister zu Ulm, hauptman, ∘ Ulrich Artzt, burgermaister zu Augspurg, ∘ Caspar Nutzl, burgermaister zu Nurmberg, haben gewalt gehabt von disen XXVII stet wegen.

    /7/ Item, so haben churfursten, fursten und stende des Reichs, auf disem reichstage zu Wormbs versamelt gewest, ainen ausschuss von iren reten zu beratschlagung der sachen gemacht und darzu verordent, nemlich:

    Churfursten

    Meinz: Thoman Ruden, hofmaister.

    Trier: doctor Deuchen [= Dungin], canzler.

    Coln: comentur zu Coblenz [Ludwig von Seinsheim].

    Phalz: Johann von Morßhaim, hofmaister.

    Sachsen: Friderich Doon [= Thun].

    Brandenburg: Eitelwolf vom Stain.

    Gaistlich fursten

    Bamberg: herr Leonhart von Eglofstain, tumherr.

    Wurzburg: Peter von Aufsess.

    Straspurg: maister Johann Sigrist, licenciat, canzler.

    Teutschmaister: Johann Adelman, comentur zu Mer[gen]thaim.

    Weltlich fursten

    Herzog Wilhalm von Bairen: doctor Pleninger.

    Marggrave Friderich von Brandenburg: doctor [Theobald von Heimkofen,

    genannt] Renwart, canzler.

    Wirtemberg: doctor Lamparter, canzler.

    Hessen: doctor Engellender, canzler.

    Stett

    Ulm: doctor Neithart.

    Frankfurt: Johann Frosch.

    [9.] /7’/ Item umb verruckung des camergerichts malstat haben die kaiserlichen rete ksl. Mt. geschriben, wie hernach volgt: [/7’–8/ Wiedergabe von Nr. 390 (B)].

    [10.] /8’/ Item ksl. Mt. rete haben auf den XVI. tag May den stenden des Reichs, sovil der domals, wie vor stet, mit dem ∘ verzaichnet, zugegen gewest sind, der ksl. instruction [Nr. 266], wie die von wort zu worten mitsampt ir ksl. Mt. zugesendten declaratz und addits begreift und inhelt, abschrift, auch aus der anderen instruction [Nr. 267], XXVII artikl inhaltend, der nachgemelten artikl copey ubergeben, nemlich von dem anderen, dritten, vierten, funften, sechsten, sibenden, achten, zehenden, ailften, XVII., XX., XXI., XXV., XXVII. [Nr. 268].

    [11.] Item, so haben die kaiserlichen rete nach inhalt des zwolften artikls [Nr. 267, Pkt. 12] mit den churfursten und fursten, dorin benant, gehandelt, die darauf bedacht genomen und nachvolgends yder fur sich selbs antwurt geben, wie solchs in der rete schrift, ksl. Mt. aus Wormbs geton und hernach geschriben, erfunden wirt [Nrr. 400, Pkt. 2; 417, Pkt. 8; 418, Pkt. 8; 420, Pkt. 2].

    Š[12.] Weiter haben sie nach inhalt des vierzehenden artikls [Nr. 267, Pkt. 14] zwischen des landgraven von Hessen reten und dem von Kunigstain gehandlt. Und als nach etlichen reden und gegenreden die landgravischen sich in kain verhor oder handlung begeben wolten, der von Eppenstain were oder wurde dan zuvor und vor allen dingen seiner gefengnus ledig gezelt und auf sein frey fues gestelt, das aber, als der von Kunigstain sagt, in7 ksl. Mt. und nit in seiner macht oder gewalt were, und darauf sich zu gutlicher oder rechtlicher handlung laut ksl. Mt. bevelchs erboten, auch seiner gehorsam protestirt und des ain abschid gebeten hat, ist ime derselb gegeben.8

    [13.] Und als sie auf den XV. artikl [Nr. 267, Pkt. 15], den erzbischoven zu Meinz und den landgraven von Hessen antreffend, zu handeln understanden, haben die hessischen rete angezaigt, wie herzog Friderich von Sachsen und der bischove von Wurzburg sich zwuschen inen gutlicher teidigung verfangen hetten [Nrr. 95f.], der sie gewarten wolten. Dobey es die ksl. rete auch pleiben liessen.

    [14.] Desgleichen haben sie auf den XVI. artikl [Nr. 267, Pkt. 16] zwuschen dem bischove und der stat Wormbs, auch den von Dalburg9, herrn Hansen Landschaden und der stat Wormbs10 gehandlt, aber kain gutlichait zwuschen inen finden mogen und dorumb sie fur ksl. Mt. und zum rechten gewisen.

    [15.] So ist nach inhalt des XVII. artikls [Nr. 267, Pkt. 17] den stenden des bischoves von Camerach suplicacion [Nr. 318], der copey hirin gefunden wirt, ubergeben und darauf von stenden antwurt [Nr. 275, Pkt. 8] gefallen, wie hernach geschriben erfunden wirt.

    [16.] Herman Rinck ist auf dem reichstage nit erschinen und darumb seiner sachen halber [Nr. 267, Pkt. 17] nichts gehandlt.

    [17.] Der rate und burger zu Ach sind in der irrung des weinschanks [Nr. 267, Pkt. 17] gehort und ain abrede11 zwuschen inen verfast und beden tailn ubergeben.

    [18.] Schenk Asmus kynder halber [Nr. 267, Pkt. 17] mit den landgrefischen reten davon gehandelt. Die heten, als sie sagten, davon kain bevelch noch wissen, wolten aber solichs an iren gn. herrn gelangen lassen und sein antwurt den ksl. reten nit verhalten. Ist kain antwurt gefallen und darumb /9’/ dem lantgraven selbs durch die rete deßhalb geschriben.12

    Š[19.] Uf den artikl, die stat Coln und den stapel antreffend [Nr. 267, Pkt. 17], haben die ksl. rete etwas irrung und zweifel gehabt und darumb solichs an ir ksl. Mt. gelangen zu lassen furgenomen.

    [20.] Auf den XVIII. artikl [Nr. 267, Pkt. 18], die bischove zu Munster und Osnabrugk antreffend, haben die ksl. rete bey dem fiscal verfugt, wider sie rechtlich zu procediren, als auch der fiscal in ubung ist.

    [21.] Und als im zwainzigisten artikl [Nr. 267, Pkt. 20] des jubilgelts halber meldung beschehen, und ist doch soliche maynung durch ksl. Mt. nachvolgends geendert inhalt irer Mt. schrift [Nr. 394], den gedachten reten getan und hernach geschriben, auch nachmals durch herrn Ernsten von Welden inhalt ainer sonderen instruction [Nr. 269] deshalb gehandlt und antwurt emphangen [Nrr. 284, 287], wie auch hernach erfunden wirt.

    [22.] So ist herrn Johann von Krichings halber, davon im XXIII. artikl [Nr. 267, Pkt. 23] bevelch getan wirt, hievor angezaigt, wie durch sein geschickten vor zukunft diser instruction oder bevelchs protestirt und abgeschiden sey, solichs auch ksl. Mt. durch die rete schriftlich zu erkennen geben [Nr. 413], wie hernach volgt.

    [23.] Und haben die fursten, im XXVI. artikl [Nr. 267, Pkt. 26] gemeldet, auf der ksl. Mt. rete ubergeben credenz, ansuchen und begeren, inhalt desselben artikls an sie getan, ganz abschlegig antwurt geben, außgeschaiden Baden, ist nit verhanden gewest, und hessische rete, haben irs herrn credenz angenomen und gesagt, ime [= Lgf. Wilhelm] die zuzuschicken.

    /10–12’/ [Wiedergabe von Nrr. 318 (B), 394 (B), 413 (B)].

    [24.] /13/ Auf die dritte ksl. Mt. instruction, an grave Adolfen von Nassau, hern Sigmunden von Fraunberg und doctor Erasm Dopler lautende [Nr. 391], haben sie mit herzog Friderichen von Sachsen, herzog Erigen und herzog Hainrichen von Braunschwig gehandlt und die antwurt, so inen darauf gefallen ist, ksl. Mt. zugeschriben, inmassen hernach auch erfunden wirdet: [/13–39’/ Wiedergabe von Nrr. 405, 407 (B), 400 (B), 399 (B), 393, 402 (B), 406, 395 (B), 370 (B), 408, 275 (C), 409, 276 (C), 279 (D), 414, 280–283 (jew. C), 415f., 404 (C), 411 (C), 410 (C)].

    [25.] /40/ Septima Junii anno etc. nono.

    Zu Wormbs auf dem rathause vor churfursten, fursten und allen stenden des Reichs, soviel der auf dem Reichs tag daselbst versamelt gewest sein, haben ksl. Mt. rete und comissarien, zu demselben tage verordent, nemlich marggrafe Casimirus etc., graf Adolf von Nassau, her Sigmond von Fraunberg, freiher zum Hage, doctor Ludwig Vergenhans, brobst zu Stutgarten, und doctor Erasm Dopler, brobst zu sant Sebold zu Nuremberg, die keiserlichen schrift [Nrr. 404, 410f.] offenlich verlesen lassen und alsbald nach derselben inhalt von wegen ksl. Mt. offenlich protestirt, auch mich, Johann Storch, alßpalde requirirt, ine instrument daruber zu machen. Darauf ich churfursten, fursten zugegen gebeten und erfordert hab, des ingedenk und zeugen zu sein.

     [Unterz.] Storch

    Š[/40’–41’/ Wiedergabe von Nrr. 288 (C), 289 (C)].

    [26.] /42/ Darnach, am sontag, den zehenden tag des monets Junii, haben die stende des Reichs den kaiserlichen reten zu Wormbs auf der phalz, id est in des bischofs hof, nachgemelt antwort in schriften ubergeben lassen durch ire geschickte rete, nemlich: Thoman Rude, meinzischer hofmaister; her Johann von Breitbach, colnisch; her Johann von Moderspach, archidiaconus, trierisch; Friedrich Don [= Thun], sechsisch; Weigant von Dienheim, pfalzgravisch; Cesar Pfluge, herzog Jorgen von Sachsen; her Bernhard Adelman, eistettisch; her Cristoff von Knoringen, augspurgisch; Friderich von Brambach, gulchisch; Johann Frosch, frankfurtisch.

    [/42’–43/ Wiedergabe von Nr. 290 (C)]. Darauf die kaiserlichen rete desselben tags alspald wider geantwort haben nachvolgender meynung: [/43–43’/ Wiedergabe von Nr. 291 (C)]. Auf das die stende des Reichs ir entlich beslussschrift den kaiserlichen reten des obgemelten sonntags [10.6.] des inhalts ubergeben haben: [/44–44’/ Wiedergabe von Nr. 292 (C)]. [/44’–84’/ Wiedergabe von Nrr. 417f., 358, 357, 360, 359, 420f., 482/III (G), 486 (D), 303 (C), 294f., 305 (C)].

    [27.] /84’/ Nota13: Ksl. Mt. als erzherzogen zu Osterreich und dabij anzuzeigen den herzog von Burgundi. [Randverm.:] Ist geschehen.

    Zu gedenken, auf den dritten tag des monets Septembris nestkomende gegen dem abent etlich rete, der munz verstendig, auch munzmeister und wardin zu Frankfurt am Meyne zu haben, des andern tags von der munz wegen zu handlen und zu ratslagen, inmassen auf dem jungsten Rychs tag zu Wormbs verlassen ist. [Randverm.:] Cedula, den nachbemelten gegeben:

    Erzbischove Meinz, Coln, Trier; pfalzgrave Ludwigen, churfursten; herzog Wilhelm von Beyern; herzog Friederich, pfalzgraven; herzog Ulrich von Wirtenberg; lantgrave zu Hessen; stat Coln, Lubec.

    [/85–107/ Wiedergabe von Nrr. 306, 384 (B), 266 (C), 267, 391, 271].

    «Nr. 260 Reichsstädtisches Reichstagsprotokoll – Worms, 21. April-2. Juni 1509 »

    [1.] Ausschreiben und wiederholte Verschiebung des Wormser Reichstages, Einzug Ks. Maximilians in Worms am 21. April, in Worms anwesende Reichsfürsten und ausländische Gesandtschaften; [2.] ksl. Eröffnungsvortrag am 22. April; [3.] Beratungen der Kurien am 23. April über eine Antwort, Sessionsstreit der Städte Köln und Aachen; [4.] Antwort der Reichsstände an Ks. Maximilian vom 23. April; [5.] Erwiderung Ks. Maximilians: Ankündigung seiner Abreise und Aufforderung zur Fortsetzung des Reichstages; [6.] Reichsbelehnungen der Ebff. von Mainz und Köln sowie des Bf. von Lüttich, Verweigerung der Reichsbelehnung für Kf. Ludwig V. von der Pfalz und Pfgf. Friedrich, Abreise Ks. Maximilians am 24. April; [7.] Akkreditierung der ksl. Reichstagskommissare am 16. Mai; [8.] Vorlage Šund Verlesung der ksl. Reichstagsinstruktionen; [9.] Beratungen der Kurien am 16. Mai über eine Antwort an die Kommissare; [10.] Beratungen der Kurien am 18. Mai: Bildung eines Ausschusses; [11.] Zusammentreten der Reichsstände am 26. Mai, Vorlage des Ausschussbedenkens zur Antwort an die Kommissare, Sessionsstreit der Häuser Bayern und Sachsen, Vertagung der Verhandlungen; [12.] Ratifizierung des Ausschussbedenkens am 28. Mai; [13.] Vortrag und Übergabe der ständischen Antwort an die Kommissare am 29. Mai; [14.] Vortrag und Übergabe der ksl. Replik am 31. Mai, Beschluss der Kurien zur Beauftragung des Ausschusses mit der Erstellung der Duplik; [15.] Beschlussfassung der Reichsstände über die Duplik und Übergabe an die ksl. Kommissare am 2. Juni.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 89–152 (Kop. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen; Aufschr.: Verhandelung der stende des Heiligen Reichs uf dem kayserlichen tag zu Wormbs anno Domini millesimo quingentesimo nono.) = Textvorlage A. Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 1–70 (Kop., Aufschr.: Verhandlung des Reichs dags zu Wormbs anno Domini funfzehenhundert und neun.) = B. Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 290–352 (Kop., Aufschr.: Molhusen. Anlaß und abschied zu Wormbß, von ksl. Mt. angesatzten tageß, durch den fursichtigen und weisen Danielem Helmsdorff im nahmen dreier stett [Mühlhausen, Goslar und Nordhausen] berieten, Ao. XVCIX.) = C. Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 7–10’, 11’–73 (Kop.) = [D]1. Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (nur Pkt. 4; dem Badener RT-Protokoll inserierte Kop., Überschr. wie A) = [E]. Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 1–41 (Abschrift von B).

    Teilabdruck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 952, S. 750–754 [Pkt. 1f.]; Nr. 953, S. 754 [Pkt. 4, fol. 95’ – Ksl. Mt. wisse … ermessen moge.]; Nr. 954, S. 754f. [Pkt. 5f.].

    [1.] /90/ In dem jare, als man zalte nach Christi, unsers lieben hern gepurt funfzehenhundert und acht, ist durch den allerdurchleuchtigistena, unuberwintlichsten fursten und hern, herrn Maximilianum, romischen kaiser, merer des Reichs etc., unserm allergnedigisten herrn, furgenommen und außgeschrieben ein Reichs dag in die statt Wormbs, zu erscheynen auf allerhailigen, den ersten dag Novembris [Nr. 44]. Und als die ksl. Mt. dieselbe zeit in Niderland in merklichen, schweren gescheften und hendeln, irer Mt. erblande, das Hailig Romisch Reiche, auch das lant und herzogen zu Geldern belangend, etwas verheft gewesen, also das ire Mt. auf die bestimpt zeit obberurts ausschreibens selbs nit komen mogen, hat ir Mt. denselben furgenommen Reichs dag und hendel zu etlichen malen erstreckt und letst bis auf sant Jorgen dag [23.4.] Šdes neunten jars.2 Und auf sampstag, den einundzwainzigisten dag des monets Aprilis, zu sex auren gegen abent, ist ire Mt. gar mit einem zierlichen raisigen zeuge auf tausent pferde wole gerust, auch /90’/ ob hundert stradioten und Albaneser, uf ire weise beynahe durkisch, zu Wormbs ingeritten; und mit ire Mt. vier churfursten, nemlich die drey erzbischofe zu Meinz, Colle und Trier, auch phalzgrave Ludwig, churfursten etc., und herzog Friderich, sein bruder. So waren markgrave Friderich von Brandenburg und Casimirus, sein sone, zuvor in der statt und ksl. Mt. entgegen hinausgeritten. Und waren etlich treffenlich potschaften zuvor here gein Wormbs komen, wartende ksl. Mt. zukunft, nemlich unsers hailigen vaters, des babsts, der konig von Frankenreich, Hispanien, Arogonien und anderer fursten, deutschen und walischen, die alle ksl. Mt. entgegen auß [und] wider mit herin geritten, kamen alle furderlich zu herbergen, die zuvor bestellet und versehen.

    [2.] Und auf dem sonntag darnach, genant der sonntag misericordia Domini [22.4.], nach mittag auf ein aure, waren durch des Reichs marschalk [Joachim von Pappenheim] erfurdert unser gnedigist und gnedige herren, die churfursten, fursten, potschaften und ander /91/ stende des Hailigen Reichs, so die zeit hie zu Wormbs erschinen, auf des kaisers sale3, und teteb ksl. Mt. inen furhalten diese hienach beschrieben rede und meynung: [/91–94/ Wiedergabe von Nr. 264 (G)].

    [3.] Auf den montag darnach [23.4.] vor mittag kamen churfursten, fursten, potschaften und andere stende des Reichs auf das rathaus. Und underreten sich churfursten besonder und die andern fursten /94’/ und fursten potschaften auch besonder, dergleichen die gesenten von stetten auch in einer besondern stuben etc. einer antwort auf das furhalten und begeren ksl. Mt. Und waren der zwayer stett Colle und Ache potschaften zweitrechtig ires sitzens halben. Yde wolt den furdersten sitz haben. Und wiewole durch der andern stette gesanten allerlay mittel, doch unvergrifflich ire yder statt gerechtigkeit und alt herkommen, furgeschlagen, wurden doch derselben keine vervolget. Underdes hetten sich die churfursten, fursten und potschaften, gaistlich und werntlich, entschlossen und der stett gesanten potschaften zu sich erfurdert und eroffenten zu allen teilen iren entschloß einer antwort. Die was einhellig und gleichformig. Und der stett meynung auch begert zu eroffnen. Die liessen inen wolgefallen die antwort, so unser gnedigist und gnedige herren, die churfursten, auch ander fursten und potschaften gefasset hetten, ksl. Mt. also zu erkennen zu geben; wolten derselben anhangen.

    ŠAlso gleich nach mittagsymbis kamen churfursten, fursten, potschaften, gaistlich und weltlich, auch der stett gesanten, soviel da waren, auf des kaisers sale und ware die antwurt ksl. Mt. selbs perschone eroffent in seinem ksl. sitze, wie hienach beschrieben:

    [4.] /95/ Antwort der churfursten, fursten und stende des Hailigen Reichs, alhie zu Wormbs auf diesem tage versamelt, uf der ksl. Mt. furhalten.

    Die ksl. Mt. hab gestern [22.4.] neben dem außschreiben diß Reichs dags [Nr. 44] erzelen lassen etliche ursachen, derhalb dieser Reichs dag furgenommen sey, und sonderlichen, wie sein ksl. Mt. mit der bebstlichen heiligkeit, auch den konigen von Frankenreich und Arogonien in verstentnus gewachsen und kommen sey, mit anzaige, wes begere und hoch ersuchen von der bebstlichen heiligkeit an sein ksl. Mt. als vogt und advocaten der christenlichen kirchen, auch die obgemelten konige und ander christenlich gewelt einen zug wider die unglaubigen zu tun, mit andernc, die Venediger der kirchen gut halber, so sie vor langest und in kurzend der kirchen geweltiglich abgetrungen haben, betreffende, gelanget sey. Und dweile sein Mt. des furnemens on zutun und hilf der stende des Reichs des unkostens halber, in etwo viel kriegen von des Reichs wegen durch sein Mt. aufgewendet, nit vermoge, so sey seiner ksl. Mt. fruntlich und gnedig begere, das die stende des Reichs seiner ksl. Mt. ein treffentlich hilf auf das sterkest und allerfurderlichst ein ganz jare lang tuen etc., mit meldung, wie sein ksl. Mt. alhie dieser zeit keinswegs lenger verharren, sonder in die graveschaft Tirol verrucken und ziehen musse, begerende, das die stende also beyeinander /95’/ bleiben und von einander nit verrucken wollen, bis die andern churfursten, fursten und stende auch ankommen und in sachen beschlossen sey, mit weyterem, alhie zu melden on not.

    Darauf geben die stende, alhie versamelt, ksl. Mt. diese antwurt: Ksl. Mt. wisse und sehe, wie sie alhie noch in geringer anzale versammelt seyen. So wiß auch sein ksl. gnade, das [sie] one beysein der andern, sonderlich des merern teils der stende, nichts gruntlichs oder entlichs beschliessen oder handeln mogen. Darumb und so die sach laut ksl. Mt. furhalten eilende sey, so bitten sie ksl. Mt. underteniglich, furtreglich zu schaffen und zu furdern, damit die andern stende des Reichs auch alhere zum allerfurderlichsten ankommen und von diesen sachen ferrer der notdurft gehandelt und geratschlagt werden moge, als, die stende nit zweifeln, ksl. Mt. selbs notdurftiglich betrachten und ermessen moge. Das haben sie ksl. Mt. underteniger meynung und im besten unangezaigt nit wollen lassen. Actum montags nach misericordia Domini [23.4.] Anno etc. nono.

    [5.] Nach solicher gegebener antwurt tete ksl. Mt. wider reden ungeverlich diese meynung: Ir ksl. Mt. hette gnediglich gehoret und vernommen die antwurt, so churfursten, fursten, potschaften und stende des Hailigen Reichs Šauf ire Mt. furhalten und begeren geben, und dieselb zu gnedigem gefallen [angenommen]. Auch wole zu erachten, nach- /96/ dem sie, stende, in so kleiner anzale erschinen und der merer teile noch abwesig weren, das ire Mt. nit so entlich antwurt, als wol die notdurft erfurdert, dißmals mocht gedeyhen. Aber ire Mt. gnedigs begeren were, das diejenen von des Reichs stenden, so ytz hie zugegen weren, wollten nit verrucken noch abreiten, sonder der andern fursten und stende hie erwarten, die auch ernstlich beschrieben, in aigenen perschonen hie zu diesem außgeschrieben Reichs dag furderlich zu erscheinen [Nr. 228] und hoffenlich numer auf wegen. So hetten sie, churfursten, fursten und stende des Hailigen Reichs, gestern [22.4.] gehort, wie die babstlich hailigkeit ire Mt. ernstlich geschrieben und erfurdert, auf den furgenommen zug wider die unglaubigen sich zu erheben mit ire Mt. kriegsvolk. So weren die baiden konige Frankenreiche und Arogonia mit irem kriegsvolk auch gerust und etliche zu velde gezogen, ir Mt. zukunft wartende. Darumb, so mocht ire Mt. nit lenger verziehen noch hiebleiben. Ire Mt. wolt inen auch nit verhalten, das ire Mt. erplande in Under- und Oberosterreich mit kriegsvolk auf die grenizen nit nach notdurften und zum hochsten geschickt, deßhalben ire Mt. aber mer zu eylen hette, solich auch zu versehen. Ire Mt. wollt aber und hette verordent ire /96’/ treffenlich stathelter und rete, die mit der versamlung der stende des Hailigen Reichs handeln sollten auf ire Mt. begern, auch ander des Reichs notdurften, so ire Mt. alhier vertagt hette, also das doch nit minder dieser außgeschrieben Reichs dag seinen furgang erraichen und dieselben geprechen auch gehandelt und versehen werden mochten. Ire Mt. stellt auch in keinen zweifel, die uberigen churfursten, fursten und stende wurden erscheinen und weren ein teil auf dem wege. Und darumb ire Mt. begeren, sie sollten also gedult haben und gewarten, wie ire Mt. gestern und ytz aber gnediglich begert, wie auch des Heiligen Reichs notdurft nach gestalt und gelegenheit diser hendel und sachen dieser zeit allenthalben erfurdert. Das wollt ire Mt. fruntlich und in allen gnaden gegen inen sampt und sonder erkennen und bedenken.

    [6.] Und demnach uber ein kleine weile lehe ir ksl. Mt. etlichen churfursten und fursten regalia, nemlich den erzbischoven zu Meinz und Colle und des bischofs botschaft von Lutich4. Da waren auch zugegen herz[og] Ludwig, phalzgrave, churfurst, und sein bruder herzog Friderich, vormond weilant herzog Ruprecht[s] kinder [Ottheinrich und Philipp] in /97/ Beyern. Die baden und begerten, inen auch zu leihen ire regalien etc. Es volget aber nit auf dis male, wiewole sie mit hohem vleiß anhingen denselben abent, auch den andern morgen. Inen warde aber nit gelihen. Denselben dienstag [24.4.] umb mitdags zeit ritte ksl. Mt. hinweg und etlich fursten mit hinaus. Etlich kamen balde wider, etlich ritten mit gein Speyer.

    [7.] Darnach uf mitwoch unsers Herren uffart abent, den sechzehenden dag May, morgens zu acht auren, seint die stende des Reichs uf das rathauß erfurdert Šwurden und erschyenen. Und als sich dieselben in ire ordenung nidergesetzt, seint komen marggrave Casimirus von Brandenburg etc., statthelter, grave Adolf von Nassaue und her Sigmond von Frauwenberg, freyher zum Hag etc., ksl. Mt. verordent rete. Und hat egenannter marggraf Casimirus, statthelter, sich gesetzt anstatt ksl. Mt. und die andern zwen ksl. Mt. rete entgegen inmit der stuben. Und grave Adolf angezaigt eyn credenz von ksl. Mt., die der bischof von Menze von ime empfangen und furter seyner gnaden canzler [Johann von Dalheim] ubergeben hant zu lesen. eDie warde verlesen, wie hienach geschrieben: [/97’–98/ Wiedergabe von Nr. 265]–e.

    [8.] /98’/ fNach verlesen der credenzg ret weiter graf Adolf, in der verlesen credenz hetten sie, stende und versamlung des Hailigen Reichs, vernomen, wie ksl. Mt. inen bevolhen hette, mit inen, churfursten, fursten, potschaften und versamlung der stende des Hailigen Reichs da entgegen, zu reden und handeln, laut instruction, von ksl. Mt. inen zugeschickt. Uf das nun sie in worten oder meynungen nit irren, irem befelch zu viel oder zu wenig tun mochten, so wollten sie die instructionh, so ksl. Mt. inen zugeschickt, darlegen, offenlich zu verlesen, in denen sie, die stende des Hailigen Reichs dieser loblichen versamlung, ksl. Mt. willen, gemut und meynung zu vernemen hetten. Und teten herfure ire instructioni, die egenannter mein gnedigster her von Meinz aber zu seinen handen empfing und seinem canzler [Johann von Dalheim] ubergab. Da ret graf Adolf weiter, sie als ksl. Mt. stathelter und rete beten, das die stende des Reichs solich ubergeben instruction und begeren furderlich under hande nemen, dieselben ermessen und gnediglich bedenken wollten schwere und /99/ groß der angezaigten sachen, auch wes ksl. Mt., dem Hailigen Romischen Reich, gemeyner cristenheit und der romischen kirchen und besonder auch teutscher nacion an diesen dingen gelegen were und das sie keinen verzug leiden mochten, und sich zum furderlichsten, ymmer seyn mocht, antwort entschliessen, inen die eroffenen. So hetten sie bevelch, dieselbe antwort ksl. Mt. unverzuglich bey verordenter post zuzuschicken, sich mogen wissen darnach zu richten. Damit traden sie ab zur stuben auß in ein ander stube und warden die instructiones offenlich verlesen, jwie hienach beschrieben steen–f: [/99–110’/ Wiedergabe von Nrr. 266 und 268]–j.

    [9.] Nach verlesen solicherk instruction gingen die churfursten in ire stub ab, sich zu underreden. So gingen die stätt potschaften auch abe in ein besonder stube, sich zu besprechen. Und nach kleiner zeit kamen die stende wider Šzusammen und warde ein einhellig meynung beschlossen, dermassen, das sie von den stenden sollten ire schreiber schicken in /111/ die meinzisch canzley, die ubergeben schriften abzuschreiben und sich daruf bedenken und auf freitag nehst darnach [18.5.] nachmittag umb ein aure ungeverlich wider an der malstatt erscheinen und yder die meynung seins bedachts zu erkennen geben, sich einer antwort zu vergleichen, ksl. Mt. stathelter [Mgf. Kasimir von Brandenburg] und reten zu eroffenen. Auf solichs wurden ksl. Mt. statthelter und rete wider ingefurdert und inen durch den meinzischen hofmeinster [Thomas Rüdt von Collenberg] erleutert, wie die stende sich bedenken und uf das furhalten ksl. Mt. begeren uf freitag nehst ires bedachts antwurt geben wollten.

    [10.] Bey diser verhandlung sein die sachen in rug gestanden bis uf zukunft mer anderer churfursten, fursten und stende des Reichs bis auf freitag in der creuzwochen [18.5.]. Da sein die stend abermals auf das rathauß erfordert worden. Und nach etlichen stunden, darzwischen allerley gespreche sich begeben, haben sich die stende /111’/ verainigt5, einen außschus zu verordenen, die ksl. Mt. beide instructiones [Nrr. 266, 268] fur augen nemen, ratschlag und meinung fassen solten der antworten auf ksl. Mt. furschlag und begere und denselben begriff den stenden anzaigen, sich darauf zu entschliessen, wes und wie zu antwurten etc. Und von der stette sendboten zum ausschuß verordent her Gabriel Mördel von Stroßburg6 und doctor Matheus Neithart, altburgermeister zu Ulm und hauptman des bonts7 in Schwaben. Damit des dags abermals also abgeschaiden.

    [11.] Darnach uf sambßdag, den hailigen phingstabent [26.5.], sein churfursten, fursten und stende des Hailigen Reichs wider und dazwischen mer erfordert gewesen, den begriffen ratschlag des ausschuß [Nr. 275/II] zu eroffenen. Als aber etlich fursten des sitzens halber irrig waren, nemlich die herzogen von Bayern gegenainander und dieselben herren von Bayern gegen den herren herzogen zu Sachsen, also das die fursten nit zu sitzen kamen, warde funden diese meynung, das die churfursten, /112/ fursten und stende des Reichs yderl einen schreiber, dem zu vertrauwen were, schicken sollt in des erzbischofs von Meinz canzley uf sonndag, den hailigen phingstag [27.5.], nach mittag umb drey auren, die verfasst meinung des ausschus abzuschreiben und yeder sich darauf bedenken und am phingstmontag darnach [28.5.] auf dem rathause zu Šeiner auren ungeverlich wider zu erscheinen, sein gutbedunken auf die verfasste meynung des ausschus zu eroffenen und sich der antwort auf ksl. Mt. furhalten und beger zu entschliessen.

    [12.] Auf den phingstmontag zu bestimpter zeit erschienen abermals churfursten, fursten und andere stende des Hailigen Reichs und warden eroffnet und zusamengetragen die meynung, wes sich yder stand auf den verfassten ratschlag entschlossen hett. Und vergleichten sich einhelliglich, das inen sampt und sonder die verfasste ratschlege wol gefielen. Wolten noch wissten den nit /112’/ zu verbessern, dann in einem stuck geschahe ein klein enderung der verfassten antwort, ksl. Mt. uf ire beger zu geben, wie hienach beschrieben: [/112’–116’/ Wiedergabe von Nr. 275/I].

    [13.] /116’/ Auf den dienstag darnach [29.5.] warden ksl. Mt. stathelter [Mgf. Kasimir von Brandenburg] und rete, auch die stende des Reichs gemeinlich versamelt auf /117/ das rathauß und die vorgeschrieben antwort offenlich gelesen und den ksl. reten ubergeben mit einer ersamen, zuchtigen vorrede, das die stende in betrachten der angezaigten ksl. Mt. begerd und ir aller gelegenheit dieser zeit sich solicher antwort einhelliglich underret und entschlossen hetten, mit demutiger bitt, solichs nach ir aller gemeinlichen notdurft im besten zu vernemen und an ksl. Mt. underteniglich langen lassen.

    Und als die antwort also verlesen und gehort was, sagt grave Adolf von Nassau, sie hetten sich solicher antwort nit versehen, wollten sich ein wenig bedenken. Standen damit auf und gingen ab in ire stub. Und nach wenig zeit kamen sie wider und sagten: Nachdem dieser handel groß, schwere und ksl. Mt. und dem Hailigen Reiche viel daran gelegen were, wollten sie die gegeben antwort bas ubersehen und am donnerstag /117’/ nehstkunftig [31.5.] ire meynung von ksl. Mt. wegen weiter daruf zuerkennen. Begerten, das alßdann die stende des Reichs nach mittag umb ein aurem wider aldar erscheinen wollten. Damit warde dißmals abgeschaiden.

    [14.] Uf donnerstag darnach erschienen curfursten, fursten und andere stende des Reichs nwider auf dem rathause–n und kamen ksl. Mt. rete und statthelter auch und hetten ir meynung auch schriftlich verfasst. Und als ydermann in seiner ordenung nidergesessen was, sagt grave Adolf von Nassau auf der churfursten, fursten und stende des Reichs antwort, des vordern dages inen von ksl. Mt. wegen auf irer Mt. begereno ubergeben, der sich ksl. Mt. billich, auch sie als stathelter und rete nit versehen, hetten sie auf ksl. Mt. bevelch und sonderlicher zugeschickten instruction, /118/ durch ire Mt. secretarien Johannem Storcken inen uberantwurt [Nr. 392], weiter underredt und ksl. Mt., auch ire meynung in schrift [Nr. 276] gestellt, die sie teten offenlich verlesen und ubergeben. Und alß dann dieselb schrift verlesen und gehort was, Šstanden der stathelter [Mgf. Kasimir von Brandenburg] und die rete auf und ret graf Adolf aber, sie, churfursten, fursten und stende, sollten ermessen, wes gemeiner christenhait, dem Hailigen Reiche, deutscher nation, auch ksl. Mt. an den sachen gelegen were und sich andere antwort, die ksl. Mt. angenemer und diesem loblichen furnemen, wie in irer schrift angezaigt, ersprießlicher sein mochten, entschliessen, ksl. Mt. zuzuschicken, sich haben zu richten. Gingen damit ab.

    Demnach traden churfursten, fursten und stende yder in sein ordenung und underreten sich und gaben zu erkennen, ire meynung were, das der ausschus sich als morgen, freitags [1.6.], wider zusamentun und ratschlagen solten, wes uf ksl. Mt. rete furtrag /118’/ weiter zu tun gut sein mocht und gemeiner versamlung wider furgehalten werden. Damit aber abgeschaiden. [/118’–120/ Wiedergabe von Nr. 276].

    [15.] Demnach sein die vor verordenten zum ausschuß uber die hendel gesessen, sich underredt und weiter meynung begriffen, die uf sampßdag [2.6.] zu morgen darnach gemeiner ver- /120’/ samlung der stende des Reichs angezaigt und sich daruf entschlossen haben, uf denselben sampstag nach mittag zu zweyen auren wider uf dem rathause zu erscheinen und ksl. Mt. reten zu eroffnen, inmassen hienach beschrieben: [/120’–125’/ Wiedergabe von Nr. 279].

    [/126–152/ Wiedergabe von Nrr. 280–283 (jew. D), 269 (C), 284 (C), 298/I (C), 411 (D), 404 (D), 410 (D), 287 (C), 288–292 (jew. D)p, 299 (C)q, Nr. 477 (A)].

    «Nr. 261 Mgfl. Badener Reichstagsprotokoll1 – Worms, 21. April-10. Juni 1509 »

    [1.] Ankunft Ks. Maximilians und der ihn begleitenden Reichsfürsten in Worms am 21. April; [2.] ksl. Eröffnungsvortrag am 22. April; [3.] Antwort der Reichsstände an Ks. Maximilian vom 23. April; [4.] Reichsbelehnungen der Ebff. von Mainz und Köln, Verweigerung der Reichsbelehnung für Kf. Ludwig von der Pfalz; [5.] Abreise Ks. Maximilians am 24. April und Ebf. Uriels von Mainz am 2. Mai; Unterbrechung der Reichstagsverhandlungen; [6.] Ankunft der Bff. von Bamberg und Würzburg am 4. Mai; [7.] Vorlage der Vollmacht und Instruktionen der ksl. Reichstagskommissare am 16. Mai; Beschlüsse der Reichsstände: Abschrift der Unterlagen in Šder Mainzer Kanzlei, Fortsetzung der Reichstagsverhandlungen, Akkreditierung der Gesandten; [8.] Beschluss der Reichsstände am 18. Mai zur Vertagung der Verhandlungen, Prüfung der Reichstagsvollmachten in der Mainzer Kanzlei; [9.] Ankunft Hg. Ulrichs von Württemberg und Kf. Friedrichs von Sachsen am 20./21. Mai; [10.] Zusammentreten der Reichsstände am 22. Mai, Einsetzung eines Ausschusses; [11.] Meldung des französischen Sieges bei Agnadello durch die ksl. Reichstagskommissare und Vorlage von Schriftstücken; [12./14.] Inhalt des päpstlichen Breves vom 28./30. April an die Reichsstände; [13.] Beratungen des Ausschusses über die Reichshilfe gegen Venedig (23.–26. Mai); [15.] Beschlussfassung der Reichsstände über die Antwort zur Reichshilfe am 28. Mai, Übergabe an die ksl. Kommissare am 29. Mai; [16.] Bitte der Kommissare um eine Teilnehmerliste der Reichsstände; [17.] Antrag HM Friedrichs von Sachsen am 29. Mai auf Hilfe für den Deutschen Orden; [18.] Übergabe der ksl. Replik zur Reichshilfe gegen Venedig am 31. Mai; [19.] Supplikation Kf. Ludwigs von der Pfalz und Pfgf. Friedrichs an die Reichsstände wegen ihrer Reichsbelehnung; Protest Württembergs, Bayerns und Hessens; [20.] Beschlussfassung über die ständische Triplik zur Reichshilfe und Übergabe an die ksl. Kommissare (1.–3. Juni); [21.] Austausch weiterer Resolutionen zur Reichshilfe ab dem 5. Juni; [22.] Beschlussfassung über eine Antwort an HM Friedrich von Sachsen (6./7. Juni); [23.] Vortrag ksl. Weisungen für die Kommissare an die Reichsstände am 7. Juni; [24.] Austausch von Resolutionen zur Reichshilfe am 9. Juni; [25.] Vortrag des ksl. Gesandten Ernst von Welden bezüglich des Jubelablassgelds und Stellungnahme der Stände dazu; [26.] Austausch von Resolutionen zur Reichshilfe am 10. Juni; Wiedergabe von Verhandlungsakten bezüglich des Deutschen Ordens.

    Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (überarbeitete Kop., leicht beschädigt, Aufschr.: Rychstagshandlung zu Wormbs, angefangen am sontag misericordias Domini [22.4.] anno etc. nono.).

    [1.] Uf sambstag vor dem sonntag misericordias Domini [21.4.] anno etc. nono ist ksl. Mt. zu Wormbs ingeritten und mit ime dise nachgenanten curfursten, fursten und herren: der erzbischove zu Menz, erzbischof zu Cöln, erzbischof zu Trier, phalzgrave Ludwig, curfursten; herzog Frydrich, phalzgrave by Rein, herzog in Beyern etc.; Fridrich, Casimyrus, marggraven zu Brandenburg etc.2

    [2.] Uf sontag misericordias Domini [22.4.] hat ksl. Mt. curfursten, fursten und stenden des Heiligen Reichs nachfolgende meynung furbracht und in schriften ubergeben: [Wiedergabe von Nr. 264].

    [3.] Uf montag nach dem sontag misericordias Domini [23.4.] haben curfursten, fursten und stende des Heiligen Reichs uf hievor der ksl. Mt. furhalten antwurt geben, wie hernach volget: [Wiedergabe von Nr. 260, Pkt. 4].

    Š[4.] Uf disen tag hat ksl. Mt. den curfursten Menz und Cöln ire regalia in der camer gelichen und dem bischof von Menz alte und neue brief uber die stat Menz3, die seinen vorfaren vil jare vorgehalten sind, ubergeben.

    Phalzgrave Ludwigen hat sein ksl. Mt. nit leyhen wöllen, wiewol curfursten und fursten gemeinlich fur ine gebeten und angezeigt, das sein Mt. ime zu leyhen schuldig were. Daruf sein Mt. geantwurt, das er solicher verschreibung halb, die er etlichen fursten, so seine helfer wider die Pfalz gewesen, geben4, ime nit leyhen konne, es sey dann sach, das er sich zuvor und ehe mit denselbigen umb ire vordrungen und zuspruch vertragen.

    [5.] Uf zinstag nach misericordias Domini [24.4.] ist die ksl. Mt. ylends hynweg geritten, sich gegen den Venedigern zu krieg zu schicken, und hynder ir gelassen dise stathälter und rete:a marggrave Casymiren von Brandenburg, bgraf Adolf von Nassau–b, her Sigmunden von Frauenberg, herrn zum Hag, probst von Nurenberg N. Dopler.

    Uf mitwoch darnach [2.5.]5 ist der erzbischove von Menz auch abgeritten und also des Reichs hendel bis uf zukunft merer fursten und botschaften angestellt.

    [6.] Uf frytag darnach [4.5.] sind zu Worms inkommen: der bischof von Bamberg, der Bischof von Wurzburg.

    [7.] Uf mitwuch vigilia ascensionis Domini [16.5.] cumb VIII uhren vormyttag–c sint vo[r der ver]samlung herschynen ksl. Mt. geordnete rät marggraf [Casi]mirus von Brandenburg, graf Adolf von Nassau und h[err] Sigmund von Frauenberg, fryherr zum Hag, mit nachvolgender credenz [Nr. 265] und zweyen instruction [Nrr. 266, 268], die sy der versamlung umb furderung willen und domit durch sy nicht geendret wurde, der versamlung ubergeben haben, mit beger, dz der fursten und steend botschaften gewält besichtiget wurden; und welche nit gnugsam befunden, hetten sy bevelh, dieselben eigner person zu beschriben und treffentlichen zu hervordern.

    Daruf ist in der versamlung beschlossen, daß churfursten, fursten und botschaften soliche suplication [= Instruktionen] in des van Menz canzlien umb XII Šuhren mugen tun abschriben und uf fritag [18.5.] zu einer uhren nachmyttag wider versamlung gehalten werden, sich doruf zu underreden.

    Daß auch diß mytwochs die botschaften ire gewalt den ksl. räten und uf fritag kunftig der versamlung furbringen und anzeigen sollen.[Wiedergabe von Nrr. 265f., 268, 318].

    [8.] Uf fritag nach ascensionis [18.5.] nach mittag zu einer uhren sint churfursten, fursten und botschaften zusammenkummen, in meynung, nechstem abscheid nach sich zu underreden und uf ubergebne suplicacion zu ratsc[h]lagen. Also haben die curfursten den fursten und botschaften zu verstan geben, daß sy bericht, wie Cöln und Saxsen, beide churfursten, uf dem weg sigen, in zweyen ader drien tagen zu herschinen, derglichen etliche mer fursten. Were ir rat, mit dem handel uf derselben zukunft zu verziehen. Solichem rat ist also gevolgt.

    Die botschaften sind auch bescheiden, ire gewaltsbriefe in des von Menzd canzly zu ubergeben, aldo zu besichtigen, und [sofern] die gewält nit gnugsam, die fursten und herren, bij deren botschaften die mengel befunden, treffenlichen eigner person zu herschynen beschriben lassen.

    [9.] Uf sontag exaudi, den XX. tag Maii, ist herzog Ulrich van Wirtenburg zu Worms inkummen zwuschen drygen und IIII uhren nachmittag und ime entgegengeritten der erzbischof von Menz, die bischove Babenberg und Wirzburg.

    Uf montag nach exaudi, den 21. Maii, ist zu Wormbs inkummen herzog Friderich von Sachsen, churfurst etc.; und mit siner gnaden geritten der erzbischof von Menz und pfalzgraf Ludwig zu der rechten und die erzbischofen Trier und Kollen, alle churfursten, zu der lynken siten, und sinen gnaden nachgeritten die bischove Bamberg und Wurzburg, auch herzog Friderich von Beyern, pfalzgraf Ludwigs bruder, die alle siner gnaden fur die porten entgegengeritten sind. Und ist solch inriten beschehen zwuschen VII und VIII uhren vormittag.

    [10.] Uf zynstag noch dem sontag exaudi [22.5.] ist versamlung gehalten und herschynen dise churfursten: Menz, Trier, Cöllen, Pfalz und Sachsen, ouch deß van Brandenburg botschaft; sodann dise geistliche fursten: Bamberg, Wurzburg und der coadiutor von Fulda [Hartmann Bgf. von Kirchberg], die bot[schaf]ten Salzburg, Eistet, Worms, Spyr, Straßburg, Costenz, Augspurg; der tutsch lantcommendator6; probst von [...]7, von der prelaten wegen; mer dise weltliche fursten: herzog Friderich und herzog Hans von Beyeren, herzog Ulrich van Wurtenberg; dise botschaften: herzog Wilhelms von Beyeren, herzog Alexanders von Beyern, herzog Jörgen von Sachsen, lantgrafen van Hessen, Šmarggrafen van Brandenburg, der gemeynen grafen und grafen von Nassaus bot[schaf]t zu Tylberg [Johann Mohr von Leun].

    In diser versamlung sint verordnet zu einem ußschuß von wegen der churfursten VI personen, nemlich: Thoman Rud, menzisch hofmeister; doctor Heinrich Duyngin, trierisch canzler; her von Seynßheim, tutschcometur zu Collen8, von deß von Collen wegen; Johann Morßheim, pfalzgfl. hofmeister; Friderich Dune und herr Ytel von Stein, ritter und doctor, van wegen Sachsen und Brandenburg. Van wegen der geistlichen fursten vier, mit namen herr Lienhart vom Eylenstein9 evon wegen deß bischofs von Bamberg–e; herr Peter von Ufsatz, wurzburgischer canzler; Johann Sigrist, licenciat, stroßburgische bot[schaf]t, und der tutschcomentur von Mergentheimf [Johann Adelmann von Adelmannsfelden]. Sodann von der weltlichen fursten wegen auch viere, nemlich: gdeß lantgrafen von Hessen–g canzler [Johann Engellender], der wurtenbergisch canzler [Gregor Lamparter], marggraf Friderichs von Brandenburgs canzler [Theobald von Heimkofen] und doctor Plenynger, herzog Wilhelms von Beyern rat.

    Disen obg[enannten] personen ist bevolhen, die bede obvergriffene instruction [Nrr. 266, 268] zu herwegen, ir meynung dorinnen von puncten zu puncten zu verfassen und demnach der versamlung furzubringen.

    [11.] Uf stunt darnach sint in der versamlung herschynen ksl. Mt. rät marggraf Casimirus von Brandenburg, graf Adolf von Nassau, herr Lienhart [= Sigmund] von Frauenburg, der probst von Stuckgarten [Ludwig Vergenhans] und doctor Doppler van Nurenberg. Die haben mit erst der versamlung lassen furlesen ein schrift [Nr. 399], so ksl. Mt. inen zugeschickt, ungeverlichen diß inhalts, wie daß der Kg. von Frankenreich ksl. Mt. geschriben, wie dz er uf den XVII.10 tag Maii ein schlacht mit den Venedigern getan und mit der hylf Gots dz veld behalten habe hund der obersten hauptman einer ime gefangen uberantwurdt–h. Dan, so hab siner ksl. Mt. sin bot[schaf]t, die er by dem Kg. von Frankrich habe, geschriben, daß er IIIIM Venediger, die herschlagen uf der walstatt, im veld gesehen hab. So heb auch sin ksl. Mt. geschrift gesehen, van deß Kg. von Frankenrich postmeister ußgangen, daß der Venediger uf XIIM herschlagen und gefangen sin sollen. Und sigen die Venediger XXM mann stark gewesen und heben die Franzosen lutzel mer gehebt. So heb auch der Kg. von Frank[reich] uf XL stuck veldgeschutzes gewunnen.

    ŠZum andren haben sy den geistlichen churfursten eine und den weltlichen auch eine missive ioder breve apostolicum–i [Nr. 272], von unßerm herrn vater, dem babst, an sy ußgangen, beschlossen uberantwurt.

    Zum dritten haben sy ein getruckte materii auch den churfursten ubergeben und die genant ein monitorium, vom babst ußgangen11, mit beger, inen daß furderlichen wider zu geben, domit sy das möchten witer trucken lassen. Ist nit gelesen worden.

    Zum vierten haben sy lesen lassen ein missive [Nr. 394], von ksl. Mt. an sy, die rät, ußgangen, belangen daß jubelgelt by der versamlung zu werben und herlangen, dwyl etlich, hynder denen solich gelt ligt, dem cardinali Gurcensi [Raimund Peraudi] verschribung geben, solich gelt nit anders dann mit verwilligung babst und deß Richs versamlung lut deß beschluss, zu Nurenberg beschehen12, zu ubergeben. Dwyl dann jetz bäbstliche heili[gkei]t und er sich deß vertragen und also, daß man es den Fuckern uberlyvern sol, daß dann die gemeyne versamlung mandata ußgen lasse, damit an verhynderung solich gelt den Fuckern geantwurt werd.

    [12.] Daß obg[enannte] breve apostolicum haltet ungevarlich dise meynung, wie das bäbstliche heili[gkei]t von ingang irs regiments nüt höhers betrachtet, dann dem vynd Cristi widerstand zu tun, der dem cristenlichen namen grossen abzug und schad zu mer molen uß ringem widerstand der Cristenen zugefugt habe. Und alß sin heili[gkei]t befunden, die könig Frankenrich und Arogon in widerwillen funden, heb sin heili[gkei]t sy zu eynikeit bewegt und bracht. Demnoch, so heb auch sin heili[gkei]t, deß er sich nit versehen, den Kg. van Frankenrich und den herwelten röm. keyser auch zwytrechtig befunden, die dann siner heili[gkei]t schriften und boten alß milteste und wiseste kunig herhört und zu herzen gevasset und auch zu friden und einikeit kummen und sy, die g[enannten] Kgg., zu allen teylen bewegt, dem gemelten Turken widerstant zu tun mit siner heili[gkei]t, die dann zu solichem zug eigner person bereit sige. Als aber die Venediger siner heili[gkei]t und der kyrchen vor vyl und auch kurzen jaren in Romandiola die stett Ariminium, Faventiam und Sarsina13 Šmit andren mer flecken ingenummen und mit gewalt furgehalten, ouch uber vylvaltige hersuchung nit widergeben wöllen, darumb dan sin heili[gkei]t sy gemanet und mit recht zu bann getan habe und aber solich recht mit gewalt gegen inen volnstreckt sin wöll, so herman und hervorder sin heili[gkei]t in nachvolg siner vorfaren Adrianij secundi und Steffanik tercii nun den röm. Ks. als advocaten und schyrmer der cristenlichen kyrchen, ime im durchzug helfen, solich recht gegen den Venedigern exequieren und daß sy, die churfursten, alß christenliche glider den röm. Ks. zu solichem loblichen werk und rechten infuren, auch hylf und bystant dorinnen bewisen wöllen, wie dann solch breve von wort zu wort hernach volget.

    [13.] lUf mytwochen und donnerstag nach exaudi [23./24.5.] ist der geordnet ußschutz zusammenkummen und den ersten und furnemsten ar[tike]l der ersten suplicacion [Nr. 266, Pkt. 1–4], daß ist die hylf, so begert ist, fur handen genommen. Doruf argument pro und contra und doch nieman wöllen den ußschlag tun, ob es besser sige, die hylf zuzesagen ader abzuschlahen. Haben sy sich zuletscht vereinbart und mit hantgeben truwen globt, daß keyner deß andren stymme oder furschlag mit anzeig der person offenen wöll. Und demnoch dise meynung vervasset, alß in ingang der ersten suplicacion gemeldet, daß der tractat zu Hagnau mit dem Kg. van Frankrich hernuwet, doch usserthalb deß heurats etc., versehen sich die stende deß Heiligen Richs, daß durch ksl. Mt. nich[ts] furgenummen oder beschlossen sige, daß dem Heiligen Rich zu schaden ader nachteyl dienen oder reichen mug. Wo aber etwas dermassen befunden, es were mit lyhung des herzogtumb Meilants oder andrem, darin kunten und möchten die stend nit willigen. Und alß ein dapfere furderliche hylf zum sterkesten und uf ein jar lang etc. begert etc., hetten es die stend derfur, dz solichs furnemen ksl. Mt. billich mit rat der churfursten, fursten und stend deß Richs beschehen solte, wie dz im Heiligen Rich loblich und erlichen herkummen. Zudem, so hette die ksl. Mt. gut wissen, mit wz grosser beswerd siner ksl. Mt. die hylf des tags zu Kollen gevolgt, die darnach clein und ring ge[achtet]. Nun heben sich solich beswerde nach demselbigen tag nit [ge]myndert, sonder durch etlich lantkrieg mit brand, ture [= Teuerung] und sterben gemeret, dodurch dann die stend deß Richs in iren secklen genz hersogen und herschöpft, auch ire undertanen zu merglichem unvermugen gewachsen und kummen. So heben die stend uf dem tag zu Costenz–l.14

    mUf mytwoch, donnerstag, fritag und samstag nach exaudi [23.–26.5.] haben die geordneten deß ußschuss ire meinung und ratschlag begriffen [Nr. 275/II]. Die ist am pfingstag [27.5.] den stenden abzuschriben vergundt; Šund dz man möntag [28.5.] zu einer uhren zusammenkummen sol, deruf zu beschliessen–m.

    [14.] Tenor brevis apo[stoli]ci, de quo supra fit mentio. [Wiedergabe von Nr. 272].

    [15.] Nach aller handlung und ratschlag deß ußschutz ist uf hut, den pfyngstmöntag, den 22.15 tag Maii, dise nachvolgende antwurt ksl. Mt. räten zu geben, wie die hernach volget von wort zu wort lutende, durch die ganze versamlung beschlossen, uf morgen, den pfyngstzynstag [29.5.], zu einer uhren nachmittag zu öffnen. [Wiedergabe von Nr. 275/I].

    Dise antwurt ist ksl. räten in gemeyner versamlung vorgelesen und domit deren abschrift ubergeben. Die haben begert bedank byß uf donnerstag [31.5.] kunftig. Daß ist inen zugelossen und uf ir begern zugesagt, desselbigen tag unverruckt zu herwarten.

    [16.] Actum uf zynstag nach dem heiligen pfyngstag, nquae fuit 29 mensis Maii–n, umb zwo uhren nochmittag anno 1509.

    Die ksl. rät haben auch begert aller fursten, so zugegen, und aller botschaften namen inen in geschrift zu geben [Nr. 477], das also beschehen.

    [17.] Uf obg[enannten] zynstag noch dem heiligen pfyngstag, ohora 9 ante meridiem–o, ist der hochmeister von Prussen [Friedrich von Sachsen] in der versamlung gehört. Der hat furbracht: Nachdem der Tutsch Orden uf ritterschaft loblichen gestyft, durch deren ritterliche getaten daß land zu Prussen zu cristenlichem glauben bracht und doby gehandhabt worden, auch solicher orden allein uf tutsche nation gestyft und bestetigt und noch in IIC jaren in solchem stat und wesen gesin, daß in dem land Prussen von fursten, graven, fryen und gemeyner ritterschaft geboren uf IIM im orden gehalten und mit furstendigen, erlichen emptern enthalten worden, byß daß etlich der undertanen und stetten deß lands Prussen sich mit ungehorsame von dem orden abgeworfen; und alß die hohmeister der zyt sy mit recht furgenummen und zu gehorsame herlangt, haben sy sich in schyrm an die cron Polen begeben. Und wiewol demnach vertreg, sigel und br[ief] [ergangen], wie es gehalten werden solte16, heben doch dieselbigen ungehorsamen demselbigen auch nit gelebt, dodurch zu crieg gewachsen, also dz der Kg. von Polen den orden mit aller macht uberzogen und so wyt bracht, wo der orden nit wöllen ganz Prussenland raumen und begeben, heben sy sich in einen friden und Švertrag17 begeben mussen, der dem orden swer und verderplich: Zum ersten, dz ein jeder hohmeister, so der gewelt, in VI monaten den nechsten mit dem Kg. von Polen denselben vertrag hernuwen und swern sol, alß ouch zwen hohmeister vor ime getan.18 So begriff solcher vertrag in im, daß er und der orden verzich[t] tugen uf alles dz, so die cron Polen dem orden entweret haben, daß sigen nemlich vier grosse hauptstet und schloß Tanzg [= Danzig], Mergenburg [= Marienburg], Melbingen [= Elbing] und Dorna [= Thorn], und sonst cleyner stett und schlossen, zusammen uf LXX. Zum andern sal der orden im, der cron Polen, behilflich sin wider ire vihend [= Feinde], sy sigen, wer sy wöllen, mit aller macht. Zum dritten, daß sy in dem, der orden jetz hat ader kunftiglichen uberkumpt, nach unßerm heiligen vater, dem bapst, keynen obern- ader schyrmherren haben wöllen dan einen Kg. zu Polen. Zum vierden, daß sy die halben ritterbruder uß der cron Polen nemen sallen und mit glichen emptern begaben. Zum funften, ob durch die cron Polen witer van dem orden in schyrm angenummen, dodurch sal der fryd und vertrag nit gebrochen sin. Zum sechsten, daß styft zu Camenz, so van dem orden genummen und zu einem weltlichen styft gemacht19, dowider nit zu handlen. Zum sibenden, ob bäbstliche heili[gkei]t einen hochmeister von solichem jurament absolvieren wolt oder wurde, solchs nit anzunemen.

    Und als er nun mit wissen und willen ksl. Mt. hohmeister worden umb sonder liebe, so [er] von jugent uf zu solichem ritterlichen orden getragen, sy er van zweyen abgestorbnen Kgg. van Polen [Johann Albrecht und Alexander] zu bestetigung und eid obg[enannten] getrungenen vertrags hervordert, aber nun sich deß mit wissen ksl. Mt. byß in daß jar enthalten und an g[enannte] Kgg. in antwurt langen und bitten lassen, das inen gelieben wolte, sine beswerden gutlicher handlung zu vernemen, daß dann ime durch nechst abgestorbnen Kg. zugelossen. Aber inmyttel ufenthalts syge er bericht, daß derselbig Kg. by bäbstlicher heili[gkei]t umb bestetigung g[enannten] vertrags vylmalig gearbeit, daß im doch, alß auch zuvor zu vyl molen beschehen, abgeschlagen, pwie er dz ksl. Mt. und den stenden deß Richs uf dem tag zu Köllen furbracht–p.20 ŠDemnoch, so hab derselb, auch jetziger Kg.[Sigismund] ime zu verstan geben, daß sy witer ader neher nit handlen können noch wolten, dann wie der g[enannte] vertrag in sich begriffe. So sige auch er, der hohmeister, vylvaltig gewarnt, daß sich der Kg. zum crieg in rustung stonde, ine dohin zu tringen, deßhalben er uß dem land Prussen und dem orden sich zu sinem bruder [Hg. Georg von Sachsen] in sin veterlich furstentum uß rat der sinen getan und jetz uf I½ jar mit sweren costen dorinnen enthalten. Daß ime beswerlich, so lang von sinem orden und lantschaft zu sin. Nun habe er sich zu verhör und recht uf unßern hern vater, den bobst, ksl. Mt., den21 Kg.[von] Ungarn und Böheim, alle und jede churfursten und fursten deß Heiligen Richs zu mer molen herboten, daruß dan herwachsen, dz ksl. Mt. einen gutlichen tag gan Wrossel [= Breslau] angesehen, die sinen dohin zu schicken mitsampt dem Kg.[von] Ungern und Böheim, welchen er besuchen lassen. Aber van Polen nieman herschynen, daß dann die ksl. rät underwegen bericht entpfangen und auch zuruck geritten. Disem nach, so hebe sich der Kg. von Polen mit dem fursten von Musca und den Russen in einen friden und vertrag22 begeben wider die pundnus, so er hat mit dem meister von Tutsch Ordens zu Lyfland23, nemlichen sich mit den unglöubigen an sinen wissen und willen sich zu becriegen nach zu verrichten [= sich verständigen, aussöhnen]. Hat auch wider denselben sinen finden jetz ein jar vergangen den g[enannten] meister zu veld gegen den Muschiten24 [!] gevordert, daß im der meister abgeschlagen, der ursach, dz er in dem VI-jörigen friden, so er mit dem von Muscha gemacht25, so erst diß jars ußgot, nit fug hab. Daruß dan er, der hohmeister, teglichen gewarnet, daß der Kg. von Polen alß der, so sich mit sinen vynden, den unglöubigen, gesätzt und kein ander zuversicht ist, dann dz dieselben unglöubigen uf den orden criegen werden, auch den orden zu Prussen uberziehen wölle.

    Mit beger, ime in disem rat und hylf mytzuteilen, domit solicher ritterlicher orden, uf die tutsche nation fundiert, zu trost der cristenheit gehanthabt muge werden. Und alß angezeigt, daß lut obg[enannten] vertrags der orden mit halb Polen solte besetzt werden, ist bysher underlassen pliben der ursach, daß uß herarmung deß ordens die Polen daß nit begert haben. So aber durch die gnad Gottes der orden sich diser zyt herhabet und wider zu- und ufgenummen, sige nit zwyfel, wo er, der hohmeister, den g[enannten] vertrag muste mit sinen eiden bestetigen, das dan furter solichs nit mer nochlassen wurd, daß dan dem adel tutscher nation zu merglichem schaden und nachteyl reichen und dienen wurd. ŠEs habe auch der jetzig Kg. sin bot[schaf]t by ime, dem hohmeister, gehabt und umb hernuwung, auch swerung deßselben hersuchen lassen.26

    [18.] Uf donnerstag nach dem heiligen pfyngstag anno etc. nono, quae fuit ultima Maii, haben ksl. Mt. rät nachvolgende replic in schriften uberantwurt. Und alß sy der uberigen puncten halber auch befragt, haben sy gesagt, dwyl diser punct, die hylf beruren, der furtreffelichst sige und gefurdert sin wölle, so dann der beschlossen, wöllen sy der andren auch handlen verhelfen, dan inen uf gesterigen tag ein instruction27 nachkummen, dorinnen auch mer articul verfasst sigen, so den stenden noch verborgen. [Wiedergabe von Nr. 276].

    [19.] Uf obgemelten donnerstag [31.5.] haben pfalzgr[af] Ludwig, churfurst, und herzog Friderich, sin bruder, an gemeyne versamlung begert lut nachvolgender suplication.

    Doruf herzog Ulrich van Wurtenberg, herzog Wilhelms von Beyeren und deß lantgr[afen] von Hessen botschaften sich underredt und protestiert, dorin nit zu gehellen, sonder sich solicher br[iefe] und sigel, so inen ksl. Mt. ubergeben28, zu behelfen und denen nachzukummen. Sint daruf abgetreten.

    Ist dem ußschutz bevolhen, antwurt daruf zu verfassen.

    Sequitur tenor suplicationis: [Wiedergabe von Nr. 314].

    [20.] Uf fritag [1.6.] ist nachgande antwurt durch den ußschuss vervaßt und uf samstag [2.6.] durch die stend des Reichs approbiert und uf sontag [3.6.] ksl. räten geoffenbart worden. [Wiedergabe von Nr. 279].

    [21.] Am zinstag [5.6.] nach trinitatis haben ksl. rete den curfursten, fursten und stenden widerantwurt geben, wie hernach folgt: [Wiedergabe von Nrr. 280–283, 269, 284].

    [22.] Uf gemeltem zinstag nach trinitatis ist ein ußschuß verordent, uf des hohmeisters von Prussen werbung antwurt zu fassen. Die haben nachfolgenden ratslag am mitwuch darnach [6.6.] verfaßt und abschreiben lassen und uf corporis Cristi [7.6.] durch gemeine versamlung approbiert worden. [Wiedergabe von Nr. 298/II].

    [23.] Uf corporis Cristi haben ksl. Mt. rete nachfolgende inen irer Mt. zugeschickten briefe in der versamlung verlesen und demnach abschreiben lassen, wie hernach folgt: [Wiedergabe von Nrr. 411, 404, 410].

    [24.] Uf sambstag nach corporis Cristi [9.6.] vormittag haben die stende den ksl. reten uf ksl. Mt. jungst schreiben an inen, den reten, ußgangen, nachfolgende antwurt geben und abschriben lassen: [Wiedergabe von Nrr. 288f.].

    [25.] Uf gemelten sambstag ist her Ernst von Welden abermals vor den stenden erschynen und ein vidimus der bullen, das jubelgelt belangen29, lut Šseiner jungst gegebner instruction [Nr. 269], derselben mer glauben zu geben, angezeigt und furbracht, daruf die stende ime solch antwurt gegeben: [Wiedergabe von Nr. 287].

    [26.] Uf sontag nach corporis Cristi, den Xten tag Junii, haben die stende uf der ksl. rete widerantwurt, gestern sambstags [9.6.] ubergeben, nachfolgende antwurt gegeben: [Wiedergabe von Nr. 290]. Doruf ksl. Mt. rete solich antwurt ubergeben: [Wiedergabe von Nr. 291]. Haben die stende inen, den ksl. reten, solch antwurt gegeben: [Wiedergabe von Nr. 292]. Und volgt des hoemeisters suplicatz oder werbung: [Wiedergabe von Nr. 297]. Ksl. Mt. rate ratschlag uf des hohmeisters anbringen: [Wiedergabe von Nr. 299].

    «Nr. 262 Pfalz-Simmerner Reichstagsprotokoll des Johann von Eltz – Worms 22. Mai-5. Juni 1509 »

    [1.] Relation zwischen Kurfürstenrat und Fürstenrat am 22. Mai: Beschluss über die Bildung eines interkurialen Ausschusses zur Beratung über die ksl. Reichstagsinstruktionen; [2.] Übergabe von Schriftstücken durch die ksl. Kommissare; [3.] Relation des Großen Ausschusses im Reichsrat am 25. Mai; [4.] Unterredung zwischen Pfalz-Simmern, Pfalz-Zweibrücken und Bayern wegen Sessionsfragen; [5.] Nachforschungen Philipp Aberlins und Johanns von Eltz bezüglich des Sessionrechts der Pfalz und Bayerns; [6.] Unterredung der beiden Gesandten mit Kf. Ludwig von der Pfalz wegen des Sessionsstreits; [7.] Begründung Dietrichs von Plieningen für den Vorsitz Bayerns vor Pfalz-Zweibrücken und Pfalz-Simmern; [8.] Scheitern einer Vermittlung Bf. Lorenz’ von Würzburg im Sessionsstreit zwischen Bayern und Pfalz, Vermittlungsverhandlungen der Kff. zwischen Bayern, Pfalz und Sachsen; [9.] Verschiebung der Reichstagsverhandlungen über die Venedighilfe, Involvierung der ksl. Kommissare in den wittelsbachischen Sessionsstreit; [10.] Vermittlungsvorschlag Kf. Friedrichs von Sachsen im Sessionsstreit zwischen Sachsen, Bayern und Pfalz; [11.] Sessionsstreit Pfalz-Zweibrückens und Pfalz-Simmerns mit Brandenburg-Ansbach am 28. Mai; [12.] Vermittlungsverhandlungen der ksl. Kommissare in diesem Konflikt; [13.] Supplikation HM Friedrichs von Sachsen an die Reichsstände um Unterstützung gegen Polen; [14.] Resolution der Reichsstände zu den ksl. Reichstagsinstruktionen; [15.] Replik der Kommissare an die Reichsstände, Verhandlungen zwischen Kommissaren und Reichsständen am 31. Mai; [16.] Supplikation Kf. Ludwigs von der Pfalz und Pfgf. Friedrichs an die Reichsstände wegen ihrer Reichsbelehnung; [17.] Protest Württembergs, Bayerns und Hessens hinsichtlich der kurpfälzischen Belehnung; [18.] Beauftragung des ständischen Ausschusses mit Beratungen darüber und zur Erstellung der Duplik an die Kommissare; [19.] Relation des Ausschusses und Beratungen der Reichsstände über die Duplik am 2. Juni, Übergabe an die Kommissare am 3. Juni; [20.] Anberaumung von Beratungen über die Antwort an HM Friedrich von Sachsen, ŠVortrag des ksl. Gesandten Ernst von Welden bezüglich der Jubelablassgelder im Reich, Beauftragung eines Ausschusses mit der Erstellung der Antwort an den Hochmeister; [21.] Übergabe der Triplik der ksl. Kommissare an die Reichsstände am 5. Juni.

    München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 9–16’ (Teil A), 17–19’ (Teil B), 20–22’, 23–24’ (Teil C), 34 (Teil D), 34–34’ (Teil E), 35–35’ (Teil F), 35’–49 (Teil G) (Kop., Aufschr.: Handelunge uf dem Richs tage zu Worms anno XVCIX nach den Ostern ungeverlich ergangen. – Notaverm. von anderer Hd.: Hierin findt man kein ordnung deß fursitzens halb, sonder dz die chur- und Ff., christliche und weltliche, durcheinander gestanden und geratschlagt haben.) = Textvorlage A. München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 25–31’ (Abschrift von A, ohne inserierte Aktenstücke) = B.1

    [1.] /10–16’/ [Wiedergabe von Nrr. 265, 266, 268, 318].

    /17/ Item uf dinstag nach exaudi [22.5.] zu zwolf uwern nach mittage syn die stende uf das raithuß berufen worden und erschein [Ebf. Uriel von] Menz, [Ebf. Philipp von] Coln, [Ebf. Jakob von] Trier und [Kf. Friedrich von] Saxen eygener person und der andern botschaft, [Bf. Lorenz von] Wurzburg, Kolenberga, pfalzgrave Frederich, pfalzgrave Johans [von Simmern] und [Hg. Ulrich von] Wirtenberg in eygener person und ander botschaft.

    Und syn in keyner ordenunge gesessen, sonder durcheinander und gestanden geistlich und weltlichen durcheynander.

    Item syn die churfursten sunderlich abgangen. Und nach irem bedacht haben die chur[fur]sten nach dem bischof von Wirzburg geschickt und ime gesagt, den andern stenden furzuhalten, das sy dry wollen schicken zu ine, ir meynunge zu vernemen, wes sy sych bedacht haben. Daruf ist Wirzburg, Babenberg und Wirtenberg zu in zu geen verordent worden. Die syn widerkommen und durch den bischof von Wirzburg riden [= reden] lassen, das die churfursten bedacht haben und gern forderlich von dysem tag zu kommen geneigt, das doch nit die hohen, trefflichen puncten, so jungst in der instruction [Nrr. 266, 268] furgeben, erlyden mogen, sonder mit der zyt bedacht syn wollen. Darumb ire gutbedunken, das sie die iren uber solich puncten verorden wollen, eyn raitslag uf yeden zu machen, das die ander stende darzu acht verorden sollen. Und so der begriffen und furgelesen werde, alsdan eyns iglichen meynunge daruf auch zu horen.

    Soliche syn also geordent worden.

    [2.] Und alßbalde quamen keyserlichen rete und brachten fur eyn missiven [Nr. 399], von ksl. Mt. an die ksl. rete ußgangen, wie der koning von Frankrich Šksl. Mt. geschrieben hette, uf den vierzen[ten] dag des monats Mey eyn schlag mit den Venedigern getan und eyn heybtman mit etlichen vielenb gefangen und uf vierdusent erslagen. Het ksl. Mt. botschaf[t], der auch by solicher slag gewesen, geschrieben, und das uf zwolfdusent /17’/ erslagen und gefangen weren, und der Venediger XX-dusent gewesen, der Frankßen [!] ewenich mehe.

    Daruf zwene briefe [Nr. 272] an die churfursten, eynen an die geistlichen, den andern an die weltlichen, von der babstlichen heiligkeit ußgangen.

    Darnach eyn libel gedruckt2 den churfursten ubergeben uf witer [= wieder] zusteln, das zu besichtigen. Dan iß solt gedruckt werden, von den Venedigen ußgangen.

    Darnach eyn ksl. missive [Nr. 394] von dem jubelgelde, des die stende solten uber solich mandat begriffen und ußgeen lassen.

    [3.] Item uf fritag [25.5.] nach myttage zu zwolf uwern syn die stende berufen worden, zu horen, was der ußschuß bedacht syhe und uf die puncten der instruction verfasset haben. Und als sie nit uf alle etwas begriffen, haben die churfursten solichs eroffnet und dem ußschuße bevolhen, uf die anderc abe zu bedenken und etwas verfassen. Und die stende also abegetreten.

    [4.] Und nachdem docter Philips [Aberlin3] und ich [= Johann von Eltz] in obgemelter handelunge vernomen und gesehen haben, das herzog Wylhelms rete von Beyern sych umb den vorseße mit herzog Jorgen von Saxen botschaften geirret haben, syn wir beyde zu den beyerschen gegangen und ine gesagt, wie das wyr von unsern gnedigen hern, herzog Alexanders und herzog Johanßen, zu dem Richs dage verordent und die obgemelt irrunge verstanden. Nu haben wyr den bevelhe, sihen auch selbs der meynunge, was den fursten von B