Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Š4. Angelegenheiten der Reichsstände  »

    «4.1. Kurfürsten  »

    «Nr. 332 Reversbrief Ebf. Jakobs von Trier, Kf. Friedrichs III. von Sachsen und Kf. Joachims I. von Brandenburg über die Aufnahme Ebf. Uriels von Mainz, Ebf. Philipps von Köln und Kf. Ludwigs V. von der Pfalz in den Kurverein – Worms, 11. Juni 1509 »

    Duisburg, NRW LA, Kurköln Urk. 3838 (Or. Perg. m. 3 anh. Ss., montag nach unsers Hern lichnams tag) = Textvorlage A. München, HStA, Kurpfalz Urk. 633 (wie A) = B. Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 840, fol. XXVI-XXVII (Kop.).

    Sie haben seinerzeit mit Ebf. Berthold von Mainz, Ebf. Hermann von Köln und Kf. Philipp von der Pfalz uß trefflichen, beweglichen ursachen und mirglicher noitturft und sunderlich Gott dem Almechtigen zu lobe, dem heiligen kristlichen glauben, Romischem Riche und duytscher nacion zu friden, eere, nutz und frommenfür sich und ihre Nachfolger durch Haupturkunde und Beibrief über die Ausnahmen vom Bündnisfall am 5. Juli 1502 (dinstag nach sant Peter und Pauels der heiligen zwolfboten tag)1in Gelnhausen eine Einung geschlossen. Inzwischen sind Ebf. Berthold, Ebf. Hermann und Kf. Philipp verstorben. Deshalb haben sie gemäß Hauptvertrag und Nebenurkunde ihre Mitkurfürsten Ebf. Uriel als Nachfolger Ebf. Bertholds2, Ebf. Philipp als Nachfolger Ebf. Hermanns und Kf. Ludwig als Nachfolger seines Vaters Kf. Philipp in diese Einung aufgenommen. Diese schwören bei ihrer Fürstenehre, alle Bestimmungen des Einungsvertrages einzuhalten und zu vollziehen.

    «Nr. 333 Reversbrief Ebf. Uriels von Mainz, Ebf. Philipps von Köln und Kf. Ludwigs V. von der Pfalz über ihre Aufnahme in den Kurverein – Worms, 11. Juni 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Urk. 1131 (Or. Perg. m. 3 anh. Ss., montag nach unsers Herren leichnams tag) = Textvorlage A. Berlin, GStA, VII. HA, Mark als Reichsstand, Urk. 88 (wie A) = B.

    Die inzwischen verstorbenen Ebf. Berthold von Mainz, Ebf. Johann von Trier, Ebf. Hermann von Köln und Kf.  Philipp von der Pfalz sowie Kf. Friedrich von Sachsen Šund Kf. Joachim von Brandenburg, alle Kff., haben uß treffenlichen, beweglichen ursachen und merklicher notdurft, Got dem Allmechtigen zu lobe, dem hl. cristenlichen glauben, Röm. Reiche und teutscher nacion zu friden, ere, nutz und frommenfür sich und ihre Nachfolger gemäß Haupturkunde und Beibrief über die Ausnahmen vom Bündnisfall am 5. Juli 1502 (dinstag nach St. Peters und Pauls der hl. zwelfboten tage)in Gelnhausen eine Einung geschlossen. Dieser Einung trat nach dem Tod Ebf. Johanns auch Ebf. Jakob von Trier bei.1Inzwischen sind Ebf. Berthold, Ebf. Hermann und Kf. Philipp verstorben. Ihre Mitkurfürsten Ebf. Jakob von Trier, Kf. Friedrich von Sachsen und Kf. Joachim von Brandenburg haben sie, Ebf. Uriel als Nachfolger Ebf. Bertholds, Ebf. Philipp als Nachfolger Ebf. Hermanns und Kf. Ludwig als Nachfolger seines Vaters Kf. Philipp, in diese Einung aufgenommen. Sie drei gemeinsam und jeder für sich schwören gegenüber Ebf. Jakob von Trier als Vertreter ihrer drei Mitkurfürsten, alle Bestimmungen des Einungsvertrages einzuhalten und zu vollziehen.

    «4.2. Rheinische Kurfürsten  »

    «Nr. 334 Münzbeschluss der rheinischen Kff.– Worms, 7. Juni 1509 »

    Marburg, StA, Best. 2, Nr. 449, unfol. (Auszug, Datumverm.: Corporis Christi; Verm.: Ex canc[ellar]ia Treviren[si]; Dorsalverm.: Abscheid der munz.).

    Bei den Beratungen der vier rheinischen Kff.über das Münzwesen wurde der Kf. von Trier beauftragt, mit dem Lgf. von Hessen über eine Aufnahme in den kurrheinischen Münzverein zu verhandeln, damit er seine Gold- und Silbermünzen künftig nur noch gemäß dessen Münzordnung schlägt. Der Kf.1verhandelte darüber in Worms mit den hessischen Gesandten und händigte ihnen die Münzordnung2aus. Die Gesandten bekundeten die Absicht des Lgf., in den Münzverein einzutreten; er wolle ihnen Weisungen und Vollmacht für die abschließenden Verhandlungen Šzuschicken. Dazu waren die vier Kff. jedoch nicht bereit. Der Kf. von Trier gab den hessischen Gesandten deshalb mit Zustimmung seiner drei Mit-Kff. folgenden Bescheid: Der Lgf. soll innerhalb von vier Wochen eine Erklärung über seine Bereitschaft zum Eintritt in den Münzverein an den Kf. von Mainz schicken, der daraufhin die anderen drei Kff. informieren wird. Seine Gesandten sollen sich am 29. Juli (sontag nach sant Jacobs tag)in Bonn einfinden. Dort werden am Tag darauf die Verhandlungen mit den Räten der vier Kff. eröffnet, deren Ziel eine Verpflichtungserklärung Hessens zur Umsetzung der kurrheinischen Münzordnung ist. Der hessische Münzmeister3und der Wardein4sollen anschließend einen Eid auf diese Münzordnung ablegen.5

    «4.3. Verhandlungen über eine Einung zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg  »

    «Nr. 335 Einungsvertrag zwischen Ebf. Uriel von Mainz und Hg. Ulrich von Württemberg – Worms, 11. Juni 15091 »

    I. (Einungsvertrag zwischen Kurmainz und Württemberg): Würzburg, StA, Mainzer Urkunden, weltlicher Schrank L. 34, Nr. 26, fol. 1–8 (Or. Perg. Libell mit 2 anh. Ss., ebfl. S. zerbrochen; montag nach unsers lieben Herrn fronleychnams tag) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, U 8 (Or. Perg. Libell mit 3 anh. Ss.) = B. Würzburg, StA, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 53–56’ (Kop.). Würzburg, StA, Mainzer Bücher verschiedenen Inhalts, Nr. 24, fol. 116–121’ (Kop.).

    II. (Einungsentwurf zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg): Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 1–9’ (Konz.) = C. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 10–18 (Kop.) = D.

    Regest: Sattler, Geschichte I, S. 100f.; Steinhofer, Ehre III, S. 930–934; Faulde, Uriel, S. 105f.

    ŠKg. Maximilian hat auf dem Wormser Reichstag am 7. August 1495 einen allgemeinen Landfrieden2erlassen, den ihre Amtsvorgänger angenommen haben und den auch sie einhalten wollen. Diese waren einander darüber hinaus seit vielen Jahren in besonderer Freundschaft und durch Einungsverträge3verbunden. Aus diesem Grund, auch zum Lob Gottes und zur Ehre des Hl. Röm. Reiches, zur Sicherung ihrer Territorien und Rechte, für den Vollzug des Landfriedens sowie für den Schutz der Pilger und anderer Reisender haben sie folgenden Einungsvertrag geschlossen: [1.] Bekunden für sich und ihre Untertanen die Absicht zur Pflege freundschaftlicher Beziehungen. [2.] Verpflichten sich und ihre Untertanen zum gegenseitigen Gewaltverzicht. [3.] Verpflichten sich zum Schutz der Untertanen des Vertragspartners in ihren Territorien und zur gegenseitigen Nacheile. [4.] Verpflichten sich, Feinden des Vertragspartners keinerlei Unterstützung zu gewähren, sondern auf Ersuchen gegen diese vorzugehen. Die Vertragspartner gestatten sich dabei gegenseitig die grenzüberschreitende Verfolgung von Straftätern. [5.] Verpflichten sich zur gegenseitigen Nichteinmischung in innere Angelegenheiten. [6.] Gewähren unter dem Vorbehalt bestehender Zoll- und Geleitrechte den Untertanen des Vertragspartners freien Handel. [7.] Streitigkeiten zwischen Amtleuten der Vertragspartner sollen entweder durch diese selbst oder durch die Vertragspartner bzw. ihre Räte einvernehmlich beigelegt werden. [8.] Verpflichten sich für den Fall eines bewaffneten, landfriedenswidrigen Angriffs auf aeinen oder beide–a Vertragspartner zur gegenseitigen Hilfe mit bis zu 100 Reitern und 250 Fußsoldaten auf Kosten des Nutznießers. Im Bedarfsfall ist die Hilfe auf Ersuchen um weitere 100 Reiter und 250 Fußsoldaten aufzustocken. Die Gesamthilfe umfasst demnach b200 Reiter und 500 Fußsoldaten–b. Auf Wunsch des Nutznießers können die Fußsoldaten im Verhältnis 5:2 durch Reiter ersetzt werden. Etwaige Beute seiner Truppen steht dem Hilfeleistenden zu, sofern es sich nicht um Eigentum des Geschädigten handelt. Eroberte Schlösser und Festungen müssen dem Geschädigten unentgeltlich übergeben werden. Der Nutznießer der Hilfe hat dafür Sorge zu tragen, dass gefangene Angehörige der Hilfskontingente, etwa im Austausch gegen eigene Gefangene, wieder freikommen. Die Hilfe ist zu leisten, sooft sie beansprucht wird. Auch dürfen die gestellten Kontingente nicht vor Beendigung des Kampfhandlungen abgezogen werden. Der Nutznießer darf sich nur mit Zustimmung des Vertragspartners mit dem Feind verständigen. Der Abschluss eines Friedens ist unzulässig, solange die dem HilŠfeleistenden im Zusammenhang mit der Kriegshilfe aufgesagten Lehen nicht wieder an die Lehnsnehmer vergeben wurden oder eine anderweitige Regelung getroffen wurde. Der Nutznießer der Hilfe soll die Hilfstruppen auf seine Kosten annehmen, sowie sie sein Territorium erreicht haben. [9.] [Regelung des Austragsverfahrens]. [10.] Die Vertragsdauer beträgt zwanzig Jahre. [11.] [Verpflichtungserklärung der Vertragspartner]. [12.] Von der gegenseitigen Beistandspflicht ausgenommen werden von beidencVertragspartnern der Papst, der röm. Ks., ddie Krone Böhmen–d und der Schwäbische Bund. Sollte gemäß der Bundeseinung Hilfe geleistet werden, ruht für diese Zeit die Beistandspflicht dieser Einung. Ebf. Uriel nimmt Bf. Lorenz von Würzburg und Pfgf. Alexander als Gf. von Veldenz von der Beistandspflicht ause. Hg. Ulrich nimmt fgemäß dem bestehenden Lehens- und Einungsverhältnis–f das Haus Österreich, außerdem Hg. Wilhelm von Bayern, Lgf. Wilhelm von Hessen sowie gemäß dem bestehenden Lehnsverhältnis die Gft. Burgund ausg. [13.] [Corroboratio mit Nachweis über die Siegelung der Urkunde durch Ebf. Urielh, Hg. Ulrich und – für das Mainzer Domkapitel – den Domdekan Adolf Rau von Holzhausen; Datum].

    «Nr. 336 Zusatzerklärung zum Einungsvertrag zwischen Ebf. Uriel von Mainz und Hg. Ulrich von Württemberg – Worms, 11. Juni 15091 »

    Würzburg, StA, Mainzer Urkunden, weltlicher Schrank, L. 34, Nr. 27 (Or. Perg. m. 2 Ss. [ebfl. S. zerbrochen], mentag nach unsers lb. Herren fronlychnams tag) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, U 9 (Or. Perg. m. 3 Ss.) = B. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Reinkonz.; Dorsalverm.Mainz, [gestrichen: Brandenburg], Wirttemberg. Ir aynung betreffende.) = C. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Reinkonz.; Vorstufe von C; Notavermerk am Textende: Ist nit also.) = D. Würzburg, StA, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 56’–58 (Kop.); Würzburg, StA, Mainzer Bücher verschiedenen Inhalts, Nr. 24, fol. 122–123’ (Kop.).

    Regest: Faulde, Uriel, S. 106f.

    Š[1.] Sie beideahaben gemäß Urkunde vom 11. Juni [Nr. 335] eine Einung geschlossen. Darin wurde zwischen ihnenbeine gegenseitige Hilfe vonc100 Reitern und 250 Fußsoldaten festgelegt; im Bedarfsfall sollendweitere 100 Reiter und 250 Fußsoldaten entsandt werden. Die Gesamthilfe beläuft sich demnach auf e200 Reiter und 500 Fußsoldaten–e. Sie beide, Ebf. Uriel und Hg. Ulrich, haben sich in Abänderung dieses Passus auf eine anfängliche Hilfe von 150 Reitern und 500 Fußsoldaten und im Bedarfsfall zusätzlicher 150 Reiter und 2500 Fußsoldaten geeinigt, womit die Gesamthilfe nunmehr 300 Reiter und 3000 Fußsoldaten umfasst. Darüber hinaus soll auf Anfrage weitere Hilfe gewährt werden. Bezüglich der Kosten und Schäden bleibt es beim Einungsvertrag.

    [2.] Er, Ebf. Uriel von Mainz, hat unter anderem Bf. Lorenz von Würzburg und er, Hg. Ulrich von Württemberg, Lgf. Wilhelm von Hessen von der Bündnispflicht ausgenommen. Falls jedoch Würzburg selbst oder durch Dritte Württemberg angreifen sollte, gilt die Beistandspflicht gemäß Einungsvertrag dennoch. Sollte Württemberg Würzburg angreifen und der Bf. von Würzburg den Ebf. von Mainz um eine rechtliche Entscheidung bitten, wird dieser neutral bleiben. Falls Hessen Kurmainz angreifen und der Ebf. eine rechtliche Entscheidung über den Konflikt dem Hg. von Württemberg anheimstellen sollte, so gilt die bestehende Beistandspflicht Württembergs für Hessen in diesem Fall nicht mehr.

    [3.] fDer Einungsvertrag wird außerdem [in Pkt. 8] dahingehend ergänzt, dass ein Vertragspartner dem anderen auch dann Hilfe leisten soll, wenn dessen Feind eine rechtliche Klärung des Konflikts angeboten hat–f.

    [4.] [Corroboratio mit Nachweis über die Siegelung der Urkunde durch Ebf. Uriel, Hg. Ulrich und – für das Mainzer Domkapitel – den Domdekan Adolf Rau von Holzhausen; Datum].

    «Nr. 337 Vereinbarung zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg – Worms, 11. Juni 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 20 (Kop., montag nach corporis Cristi).

    ŠDie Räte von Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg haben sich darauf geeinigt, dass Mgf. Friedrich von Brandenburg seinen Vertragspartnern gegenüber binnen vierzehn Tagen erklären soll, ob er den Einungsvertrag gemäß dem vorliegenden Entwurf annehmen will oder nicht. Falls er zustimmt, sollen sich die Räte der drei Ff. mit deren Siegeln am Abend des 8. Juli (sant Kylians tag)in Heilbronn einfinden, um am folgenden Tag die Urkunden zu siegeln und auszutauschen.

    «Nr. 338 Einungsvertrag zwischen Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach und Hg. Ulrich von Württemberg – Worms, 11. Juni 15091 »

    Stuttgart, HStA, A 77, U 10 (Or. Perg. Libell mit 2 anh. Ss., württ. S. stark beschädigt; montag nach unsers lieben Herrn fronleichnamstag) = Textvorlage A. Bamberg, StA, A 160, Lade 590, Nr. 3245, unfol. (koll. Kop. m. S., Ansbach, 16.6.1790, Unterz. G.K.S. Strebel) = B.

    Kg. Maximilian hat auf dem Wormser Reichstag am 7. August 1495 einen allgemeinen Landfrieden erlassen, den sie angenommen haben und einhalten wollen. Darüber hinaus waren sich ihre Vorfahren seit vielen Jahren in Freundschaft und durch Einungsverträge verbunden. Aus diesem Grund, auch zum Lob Gottes und zur Ehre des Hl. Röm. Reiches, zur Sicherung ihrer Territorien und ihrer Rechte, für denVollzug des Landfriedens sowie für den Schutz der Pilger und anderer Reisender haben sie folgenden Einungsvertrag geschlossen: [1.–11.] [Wörtlich übereinstimmend mit Nr. 335, Pkt. 1–11]. [12.] Von der gegenseitigen Beistandspflicht ausgenommen werden von beiden Vertragspartnern der Papst, der röm. Ks., die Krone Böhmen und der Schwäbische Bund. Sollte gemäß der Bundeseinung Hilfe geleistet werden, ruht für diese Zeit die Beistandspflicht dieser Einung. Beide Partner schließen überdies Ebf. Uriel von Mainz und das Mainzer Domkapitel von der gegenseitigen Hilfspflicht aus, außerdem die Häuser Sachsen, Brandenburg und Hessen sowie Hg. Wilhelm von Bayern. Hg. Ulrich benennt gemäß dem bestehenden Lehens- und Einungsverhältnis zusätzlich das Haus Österreich und die Gft. Burgund. [13.] [Corroboratio mit Nachweis über die Siegelung durch die beiden Vertragspartner; Datum].

    «4.4. Erzbischof Uriel von Mainz  »

    «Nr. 339 Beschlüsse des Mainzer Domkapitels – Mainz, 3. Mai 1509 »

    Erbeinung zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg; Bereitstellung von Reitern für den Venezianerkrieg.

    Würzburg, StA, Mainzer Domkapitelprotokolle 3, fol. 648’ (Reinschr. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen).

    Š[3.5.] Der Schulmeister1brachte im Namen des Ebf. zwei Artikel vor. 1. Bezüglich der vor kurzem vom Mgf. von Brandenburg vorgeschlagenen Erbeinung erklärte das Domkapitel nach Beratung sein Einverständnis zu einer Erneuerung der seinerzeit von Ebf. Adolf [von Mainz] geschlossenen Einung2unter erneuter Einbeziehung des Hg. von Württemberg. Dies wäre sowohl für die drei Vertragspartner als auch für ihre Untertanen vorteilhaft. Falls der Hg. von Württemberg der Einung jedoch nicht beitreten will, so erachtet das Domkapitel es für wünschenswert, mit dem Mgf. von Brandenburg, dem man seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden ist, gemäß dem [Wormser] Landfrieden ein freuntlich verstendnußeinzugehen, um die gute Nachbarschaft zu erhalten. – 2. Bezüglich der vom Ks. gewünschten Bereitstellung von 50 Pferden auf dessen Kosten wurde beschlossen: Der Ebf. sollte sich in dieser Angelegenheit wie die anderen Reichsstände verhalten. Wo auch uf dem tag zu Wormß durch die fursten und stende des Reichs gemeltem unserm allergnedigsten herrn keyser obangezeigte hilf nit zugelassen wurd, sonder abgeschlagen, das dannoch gemelter unser gn. her von Meinz in diesen sweren leuften ksl. Mt. uf ire angepurnis [= Zahlungsverpflichtung] L pferde VI monat lange zu rusten und halten ungeweigert sich hett erpoten, in zuversicht, solchs sein ftl. Gn. und dem stift in erlangung der confirmation privilegiorum, auch der stadt Menz halben, alles zu nutz und frommen reichen werd und dienen. – Für den Vortrag dieser Beschlüsse an den Ebf. wurden der Dekan [Adolf Rau von Holzhausen], der Schulmeister [Lorenz Truchseß von Pommersfelden] und [Ulrich von] Schechingen deputiert.

    «Nr. 340 Der ksl. Reichstagskommissar Mgf. Kasimir von Brandenburg an Dekan [Adolf Rau von Holzhausen] und Kapitel des Mainzer Domstifts – Worms, 8. Mai 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 125–125’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    Der ksl. Profos Michel Reisacher (von Breysach)hat vorgebracht, dass ihm für den Gefangenen in Bingen (Pyngen)50 fl.rh. zugesagt worden seien, wovon der Ks. eine Hälfte übernommen habe und der Amtmann des Domkapitels, Macharius von Buseck1, die restlichen 25 fl.rh. bezahlen solle. Buseck habe aber dem ksl. Befehl Šbislang nicht Folge geleistet, sondern sei ohne Wissen des Ks. abgereist. Dem Profos seien deshalb erhebliche Kosten entstanden.

    Befiehlt ihnen in Vertretung und auf Befehl des Ks., Buseck zur Zahlung seines Anteils zu veranlassen, damit er dem Ks. nicht Bericht erstatten und ihn verärgern muss.2

    «Nr. 341 Reversbrief Ebf. Uriels von Mainz – Worms, 12. Mai 1509 »

    Würzburg, StA, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 31 (koll. Kop., sambstags nach dem sontag cantate; Kollationsverm. Jo. Heck[mann]).

    Bekundet die eidliche Erneuerung des von seinen Amtsvorgängern mit der Gft. Sponheim für die Feste Neu-Bamberg (Neuenbeimburg), das Tal darunter und den umliegenden Bezirk geschlossenen Burgfriedens1mit Pfgf. Johann von Simmern.2

    «Nr. Š342 Ks. Maximilian an Kf. Uriel von Mainz – Kaufbeuren, 14. Mai 1509 »

    Würzburg, StA, Mainzer Urkunden, weltlicher Schrank L. 5/1.8 (Or. mit besch. S., Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Würzburg, StA, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 135’–136 (Kop. mit imit. Vermm. und Gegenz. wie A). Würzburg, StA, Mainzer Bücher verschiedenen Inhalts, Nr. 81, fol. 12–12’ (Kop.).

    Druck: Gudenus, Codex IV, Nr. CCLXXII, S. 573f.; Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLVI, S. 174.

    Übersendet ihm durch seinen Rat Johann Storch das große und kleine ksl. Siegel. Dieser hat Befehl, ihm die Sendung gegen eine Empfangsbestätigung auszuhändigen.1Weist ihn an, die Siegel entgegenzunehmen und damit für die Dauer des Wormser Reichstages sämtliche Schriftstücke, die durch die Reichsversammlung, die auf dem Wormser Reichstag anwesenden ksl. Räte und Kommissare oder durch das ksl. Kammergericht zur Ausfertigung bestimmt werden, zu besiegeln und wie sein Vorgänger Ebf. Berthold2eigenhändig zu unterzeichnen. Nach Ende des Reichstages soll er die beiden Siegel dem ksl. Kammergericht überantworten, damit es gemäß dem Konstanzer Abschied3davon Gebrauch machen kann.4Im Gegenzug soll er sich das bislang am Gericht benutzte Siegel aushändigen lassen und es ihm, dem Ks., zusenden.5

    « Š4.5. Erzbischof Philipp von Köln  »

    «Nr. 343 Lehenbrief Ebf. Philipps von Köln für Wolfgang Kämmerer von Dalberg – Worms, 26. April 1509 »

    Darmstadt, StA, B 15, Nr. 538 (Or. Perg. m. S., donnerstag nach St. Markus tag).

    Regest: Battenberg, Dalberger Urkunden I, Nr. 714, S. 205.

    Verleiht Wolfgang Kämmerer von Dalberg, auch für seine Brüder1und die Kinder des verstorbenen Friedrich Kämmerer von Dalberg2, einen Hof zu Guntersblum mit allem Zubehör als Mannlehen.

    «Nr. 344 Lehenbrief Ebf. Philipps von Köln für Kf. Ludwig V. von der Pfalz – Worms, 4. Mai 1509 »

    Duisburg, LA NRW, Abt. Rheinland, Kurköln, Lehen II, Nr. 218, Urk. 3 (Kop., freytag nach dem sontag jubilate) = Textvorlage A. Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 1010, fol. III’-IV’ (Kop.).

    Druck: Günther, Codex V, Nr. 49, S. 157f.

    Belehnt Kf. Ludwig von der Pfalz mit der Burg Stahleck, der Vogtei zu Bacharach, einem Anteil am Schloss Waldeck im Hunsrück und einem Fünftel Anteil am Dorf Lonsheim, wie dies zuvor der verstorbene Gf. Johann [V.] von Sponheim und nach ihm die Kff. von der Pfalz von den Ebff. von Köln zu Lehen empfangen haben.1

    «Nr. 345 Lehenbrief Ebf. Philipps von Köln für Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden – Worms, 6. Mai 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, Urk. 237a (Or. Perg. m. S., sonntag cantate).

    ŠBelehnt unter Bezugnahme auf eine Verschreibung Ebf. Hermanns von Köln1Gf. Adolf von Nassau mit einem Manngeld von 200 bescheidenen fl. aus der ebfl. Kammer, jährlich auszahlbar am 11. November (uf sanct Martins des heiligen bischofs tag). Gf. Adolf und seinen männlichen Erben obliegen dafür die üblichen Lehnspflichten, was dieser auch persönlich geschworen hat. Den Ebff. von Köln bleibt jedoch die Ablösung des Manngelds durch Zahlung von 3000 oberländischen fl. vorbehalten. Als Zeugen waren die ebfl. Räte Johann und Paul von Breitbach sowie der ebfl. Türhüter Thies Wolfskeel anwesend.2

    «4.6. Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz  »

    «Nr. 346 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Gf. Philipp von Virneburg – Worms, 25. April 1509 »

    Druck: Günther, Codex V, Nr. 53, S. 161.

    Belehnt Gf. Philipp von Virneburg mit der großen und kleinen Pellenz, d. h. mit den dort ansässigen – im Einzelnen aufgeführten – neun Gerichten und allem Zubehör.1

    «Nr. Š347 Kf. Ludwig V. von der Pfalz an Ludwig von Eyb – Worms, 2. Mai 1509 »

    München, HStA, K.schwarz 16219, unfol. (Or. m. S., mitwoch nach Philippi und Jacobi; präs. laut Antwortschreiben: montag noch cantate [7.5.]).

    Er hat zusammen mit seinem Bruder [Pfgf. Friedrich] und einigen Räten wegen der böhmischen Belehnung und anderer Angelegenheiten beschlossen, dass wenigstens einer von ihnen, wenn nicht sogar beide so bald wie möglich nach Bayern1aufbrechen, um dann zu Kg. Wladislaw nach Böhmen weiterzureisen. Er soll unverzüglich in Erfahrung bringen, wie lange der Kg. dort bleiben wird.2Wegen des Geleits wird er ihm noch schreiben. Er hält es nicht für ratsam, dies schon jetzt zu tun. Ebenso soll er über die geplante Reise Stillschweigen bewahren.3

    «Nr. 348 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Gf. Johann von Sayn – Worms, 2. Mai 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 340, Urk. 12456a (beschädigtes Or. Perg., mitwoch nach Philippi und Jacobi).

    Belehnt Gf. Johann von Sayn mit der Gft. Sayn einschließlich allem Zubehör, ausgenommen Schloss Freusburg (Freynsperg), außerdem mit dem Haus Virneburg, mit der Gft. Solms, die der Gf. von Solms als Afterlehen innehat, und mit dem Schloss Braunsberg (Brunsperg), das der Gf. von Wied zu Lehen trägt. Gf. Johann hat dafür den üblichen Lehnseid geleistet.1

    «Nr. 349 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Gerlach von Isenburg-Grenzau – Worms, 5. Mai 1509 »

    Koblenz, LHA, Best. 35, Urk. 506 (Or. Perg. m. anh. S., sambstag nach invencionis crucis).

    Belehnt vorbehaltlich seiner Rechte Gerlach von Isenburg mit einem Hof in Vallendar (Fallender), mit dem Kirchensatz und Zehnt in Metternich (Mettrich)und Kettig (Ketghe)sowie mit den – im Einzelnen aufgeführten – sogenannten Dattenberger (Dodenberger)Gütern im Pfarrbezirk Heimbach.

    «Nr. Š350 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Gf. Dietrich von Manderscheid-Schleiden – Worms, 11. Mai 1509 »

    Wertheim, StA, F-US 6, Nr. 481 (Or. Perg. m. anh. Siegelrest, Gegenz. F. v. Venningen, fritag nach dem sontag cantate) = Textvorlage A. Koblenz, LHA, 53 C 25, Nr. 530 (spätere Kop.).

    Regest: Eder-Stein/Lenz/Rödel, Grafschaft, Nr. 551, S. 343f.

    Sein Vater Kf. Philipp hat seinerzeit Friedrich von Sombreff, H. zu Kerpen, mit den im Folgenden aufgeführten Gütern belehnt und dabei verfügt, dass bei Fehlen eines männlichen Erben der Ehemann der ältesten Tochter nachfolgen soll. Friedrich hat nur seine mit Gf. Dietrich von Manderscheid-Schleiden verheiratete Tochter Margaretha hinterlassen. Dieser hat für sich und seine Gemahlin um die Belehnung gebeten. Belehnt Gf. Dietrich mit Kirchspiel und Gericht zu Oberwinter (Wintern)und zu Birgel samt Bandorf (Bacherdorf)und Einsfeld (Elnßfeld), dem Kirchspiel zu Kirchdaun (Dune)und dem Dorf Gimmigen (Gympnich). Sollten die Eheleute keine ehelichen männlichen Erben haben, ist ihre älteste Tochter durch ihren Gemahl zum Empfang dieser Lehen berechtigt. Der Gf. hat den üblichen Lehenseid geleistet.

    «Nr. 351 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Pfgf. Johann [II. von Simmern], Gf. zu Sponheim – Worms, 22. Mai 1509 »

    Koblenz, LHA, Best. 33, Nr. 16477 (Or. m. S., dinstag nach dem sonntag exaudi; Unterz. F. v. Venningen).

    Druck: Günther, Codex V, Nr. 51, S. 159f.

    Belehnt Pfgf. Johann in Gemeinschaft mit Mgf. Christoph von Baden, Gf. zu Sponheim, mit den vier Anteilen an der Stadt Kirchberg, dem Wildbann auf dem Soon (Sane), der Fischerei in der Nahe sowie den Dörfern Siefersheim (Suffersheym)und Frei-Laubersheim (Leubersheym). Pfgf. Johann und seine Erben sollen gemäß dem Burgfriedensvertrag über Kreuznach und andere Schlösser1diese Lehen weiterhin gemeinschaftlich von ihm, Kf. Ludwig, und seinen Erben empfangen.2

    «Nr. 352 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Pfgf. Johann [II. von Simmern], Gf. zu Sponheim – Worms, 22. Mai 1509 »

    Koblenz, LHA, Best. 33, Nr. 16478 (Or. m. S., dinstag nach dem sontag exaudi; Gegenz. F. v. Venningen).

    ŠBelehnt – wie zuvor Mgf. Jakob und Pfgf. Friedrich von Veldenz1Pfgf. Johann in Gemeinschaft mit Mgf. Christoph von Baden, Gf. zu Sponheim, mit den Dörfern Enkirch, Winningen und Obermendig sowie dem Wildfang auf dem Idar.2

    «Nr. 353 Aufzeichnung über die Belehnung Kf. Ludwigs V. von der Pfalz mit dem Bamberger Erbtruchsessenamt1 – Worms, 30. Mai 1509 »

    Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Lehenhof, Nr. 175, fol. 4’–5 (Kop., Unterz. Johann Kastner (Caßner), Sekretär; Verm.: Das original obgeschribner empfenknuszettel findet man zu Altemburg2.) = Textvorlage A. München, HStA, Kurbayern GLA 56, fol. 3–3’ (Kop., Unterz. Konrad Baumann, Sekretär) = B. Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 1010, fol. VIII’-IX (wie B) = C.

    Kf. Ludwig von der Pfalz hat am 30. Mai (mitwochen, dem virten heyligen pfingstfreyertag)auf dem Wormser Reichstag in dessen Herberge „Zur Goldenen Krone“ von Bf. Georg das Truchsessenamt des Hst. Bamberg sowie Schloss und Stadt Amberg mit allem Zubehör empfangen. Er hat dafür den üblichen Lehnseid geleistet. Als Zeugen waren auf Bamberger Seite anwesend: Gottfried Schenk von Limpurg, der Hofmeister Johann von Schwarzenberg, Philipp Schenk von Limpurg, die Bamberger Domherren Dr. Leonhard von Egloffstein und Weigand von Redwitz, der HausvogtaWilhelm von Wiesenthau, der Amtmann in Niesten, Wolf von Schaumberg, Johann von Rabenstein und der Sekretär Konrad Baumann; auf Kurpfälzer Seite: Pfgf. Friedrich, Gf. Ludwig von Hanau3, der Hofmeister Johann von Morsheim (Morscheym), der Kanzler Dr. Florenz von Venningen, der Marschall Hans Fuchs von Dornheim, Adam von Törring (Doringen), Hans Landschad von Steinach und der Sekretär Johann Kastner (Caßnerb).

    «Nr. Š354 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Gf. Ludwig von Nassau-Weilburg – Worms, 8. Juni 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 150, Urk. 711 (Or. Perg. m. S., freitag nach corporis Cristi).

    Belehnt vorbehaltlich seiner Rechte Gf. Ludwig von Nassau mit seinen – im Einzelnen benannten – kurpfälzischen Lehen. Dieser hat dafür den üblichen Lehnseid geleistet.

    «4.7. Proteste Kursachsens, Kurbrandenburgs und Sachsens gegen Reichsbesteuerung und Reichskammergericht  »

    «Nr. 355 Supplikation Kf. Joachims I. von Brandenburg an die übrigen Kff.– Worms, 7. Juni 1509 »

    Missachtung der kfl. Gerichtsfreiheit durch das Reichskammergericht; Besteuerung der von Kurbrandenburg eximierten Stände durch das Reich.

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 1, Nr. 4, fol. 15 (beschädigte Kop., am tag corporis Cristi, Unterz.: Gregor Wins, kfl. Sekretär) = Textvorlage A. Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 31 (Reinkonz. mit Korrekturen) = B.

    Hochwirdigsten und durchleuchtigisten churfursten, genedigsten herrn. Der durchleuchtigiste furst und herr, herr Joachim, marggrave zu Brandenburg etc., euern furstlichen gnaden mitchurfurst, hat mir in bevelh gegeben, euern allen churfurstlichen genaden zu berichten, wie sein gnade wider seiner Gn. churfurstliche freyheyt, gebrauch und alt herkommen vom cammergericht mit annemung einer appellacion besweret und anziehung seiner ftl. Gn. prelaten und graven, die angeslagen hilf zu Coln und Costenz ksl. Mt. und zu unterhaltung des cammergerichts zu geben, durch penalmandat vervolgt. Das doch alles hievorn bey seiner ftl. Gn. eltern und vorfarn, churfursten zu Brandenburg, in vil menschen gedenken nye furgenommen und gescheen, sunder haben zu iglichen reichstegen neben meinem gnst. herrn, dem churfursten von Sachsen, wie seiner ftl. Gn. wissenlich, meyn genedigister herr selbst und in abwesen d[urcha seiner]1 ftl. Gn. rete solich freyheit, brauch und alt he[rkommen ange]zeigt und davon protestiret.

    Der Kf. bittet sie, den Ks. in Namen aller Kff. schriftlich zu ersuchen, sein ftl. Gn. [g]enedi[glich] bey a[ltem] herkommen und gebrauch bleyben zu lassen, [beid]erseyt furnemen abzuschaffen und hinfur domit sei[n g]enade nit besweren, als onzweyflich romisch ksl. Mt. a[uf] solich seiner und euer churfurstlichen gnaden zym[li]ch bitt genediglich zu tun geneigt sein wird. Das soll meyn Šgenedigster herr gegen euern churfurstlichen genadenb semptlich und sonderlich in aller fruntschaft zu verdienen gevlissen sein. [Datum, Unterschriftc].

    «Nr. 356 (Nicht übergebenes) Fürschreiben der Kff. an Ks. Maximilian – Worms, 10. Juni 1509 »

    Missachtung der kfl. Gerichtsfreiheit durch das Reichskammergericht; Besteuerung der von Kurbrandenburg eximierten Stände durch das Reich.

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 1, Nr. 4, fol. 19–19’ (beschädigtes Or. Perg. m. 5 Ss.).

    Allerdurchleuchtigister, großmechtigister keyser, hochgeborner furst, allergnedigister herre. Unser undertenige, gehorsam und schuldige dinst [sind] eurn keyserlichen gnaden allezeit bereyt. Allergnedigister herre, wie wir yetzo von wegen des hochgebornen fursten, herren Joachims marggrafen zu Brandenburg etc., unsers mitkurfursten, freunds, oheim, vettern und swage[r], mit herin verschlossner schrift und furbit an euer ksl. Mt. zu tun bittlich angesucht sein, wirdet euer Mt. daraus vernemen. Wo nu die sachen laut seiner gestellten schrift gestalt, so were unser undertenig bitt, das euer keyserlich Mt. gnediglich tet verfugen, das solichs, so wider gedachts unsers mitkurfursten freiheit, brauch und herkomen, so er die hett, furgeno[men w]er, abgestalt und sein lieb dawider nit beschwert wurde. Daran erzeigt eur [ksl.] Mt. uns gnedigen willen, den wir zusambt schuldigen pflichten umb euer keyserlich Mt. in undertenigkeit gern verdienen wollen. Geben zu Worms uf sontag nach corporis Cristi anno etc. nono.

    Euer ksl. Mt. gehorsamen Uriel zu Menz, Jacob zu Trier, erzbischove, Philipps, erwelter und bestetigter zu Collen, Ludwig, pfalzgraf bey Rein, herzog in Beyern etc., Friderich, herzog zu Sachsen, lantgraf in Duringen und marggraf zu Meissen, all churfursten.

    «Nr. 357 Protest Kf. Joachims I. von Brandenburg an die ksl. Reichstagskommissare und reichsständischen Deputierten – Worms, 12. Juni 1509 »

    Einspruch gegen die Besteuerung der von Kurbrandenburg eximierten Stände durch das Reich und die Missachtung der kfl. Gerichtsfreiheit durch das Reichskammergericht.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 50’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = Textvorlage A. Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 32, 33 (Konz.) = B.

    Durchleuchtiger, hochgeporner furst, wolgeporner, edler, wirdigen, hochgelerten, gnedigen und gunstigen hern. Dweil ich [= Eitelwolf vom Stein] zu handlung des camergerichts notdurft, von wegen meins gnedigisten herrn, des Šchurfursten von Brandenburg, azu e. furstlichen gnaden und gunst und den reten, von stenden darzu verordent–a, beschaiden, hat mir nach vermögen meins bevelchs geburt, anzaigung zu tun der beswernus, die seinen furstlichen gnaden vom camergericht begegent mit erfordrung der angeslagen hilf zu Coln und Costenz von seiner ftl. Gn. prelaten und grafen, auch annemung der appellation von seiner ftl. Gn. hofgericht, alles wider seiner ftl. Gn. freiheit, geprauch und alt herkomen, mit der erbietung, wo solichs abgestalt und seinen ftl. Gn. versicherung geschehe, des hinfur entladen zu sein, alsdan sey ich willig, von den gebrechen und allem dem, so zu underhalten des loblichen furnemens des camergerichts, von wegen meins gnedigisten herrn meins besten vermögens zu verhandeln helfen. Dann dweil solichs nit geschehe, wurde mein gnst. her ins camergericht nit gehellen, bauch mir nit gezymen, zu solichem tun mich in handlung zu geben–b, davon ich dann also offenlich protestirt hab, mit und neben meiner gnedigisten und gnedigen herrn von Sachsen geschickten [Nr. 358] underteniglich gebeten, solichs nit anders dann aus notdurft meins gnedigisten herrn und meins bevelchs zu vermerken. Das hab ich euer ftl. Gnn. und gunst irem begern nach hiemit auch anzaigen wollen. cActum Wormbs, am dienstag nach corporis Christi anno etc. nono–c.

     Eytelwolf vom Stain, ritter etc.

    «Nr. 358 Protest Kf. Friedrichs III. und Hg. Johanns von Sachsen sowie Hg. Georgs von Sachsen an die ksl. Reichstagskommissare und reichsständischen Deputierten – Worms, 13. Juni 1509 »

    Einspruch gegen die Besteuerung der von Kursachsen und Sachsen eximierten Stände durch das Reich.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 49–50 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    Durchleuchtiger, hochgeborner furst, wolgepornen, edeln, wirdigen, hochgelerten, gestrengen, vesten, gnedigen und gunstigen hern. Wir haben euer gnad und gunst von wegen unser gnedigisten und gnedigen herrn von Sachsen etc. allenthalben vermeldet und zu versteen gegeben die gehabt handlung auf nehst gehaltenem Reichs tag zu Costenz, wie des orts ain anschlag zu ksl. Mt. romzug, auch zu underhaltung des camergerichts bewilligt und gemacht mit disem beschaide und anhang, das alle stende diejenen, so inen vor alders und nicht dem Reich gedient, auch dem Reich on mittel nicht zustendig, in diser hilf und volg Švorbehalten sein sollen1, und darauf alle bischofe, graven und herren, in berurter unserer gnedigisten und gnedigen herrn von Sachsen furstentumb und landen begriffen, unangeschlagen verblieben, nachdem dieselben zu des Reichs volge, auch vor das camergericht nye gezogen noch gebraucht seint, sundern unsern gnedigisten und gnedigen herrn on mitl gedient, gevolgt und mit gerichtszwang und aller oberkeit underworfen gewest, auch noch underworfen seind. Derhalben auch und in kainen andern wege unser gnedigiste und gnedigen herrn in bestimpten anschlage des romzugs und camergerichts bewilligt. Und wie daruber die berurte bischofe, graven und herrn zu hilf des romzugs, auch von dem fiscal zu underhaltung des camergerichts mit sweren mandaten und processen angezogen, deßhalben wir zu dieser neuen furgenommen handlung des camergerichts nit bewilligen noch darbey oder darob sein sollen, es sey dann zuvor bemelte beswerung abgetan, davon wir von wegen vielberurter unserer gnedigisten und gnedigen hern und irer verwandten offenlich protestirt, darin in kainen weg zu verheylen [= einzuwilligen]. So aber solichs geandert, so wirt an unsern gnedigisten und gnedigen herrn, was zu ere und wolfart dem Heiligen Reich entspriessen soll, an iren gnaden nichts erwinden, undertenig und dienstlich bittend, euer gnad und gunst wollen diese unserer gnedigisten und gnedigen hern gerechtigkeit zu herzen furen und an dieser protestation kain beschwerung haben und der notdurft zuziehen [= zumessen, zuschreiben], auch bey ksl. Mt. verhelfen, das solich beschwerung und anslege geandert und an unser gnedigisten und gnedigen herrn undertenigem und gutwilligem erpieten begnugig sein. Das werden ire furstlichen gnaden gegen ksl. Mt. undertenig und euer perschon fruntlich vergleichen, beschulden und in gnaden erkennen. So seind wirs fur unser perschon gegen e. gnade und gunst undertenig und willig zu verdienen geflissen. Datum am mitwuchen nach corporis Christi anno etc. XVC und IXo.

    Unser gnedigist und gnedigen herrn, herrn Friderichs, churfursten, herrn Johansen und herrn Georgen, gepruder und vetter, alle herzogen zu Sachsen etc., rete, ytz alhie zu Wormbs.

    «Nr. 359 Supplikation Hg. Georgs von Sachsen an Mgf. Kasimir von Brandenburg und die anderen ksl. Reichstagskommissare – [Worms, kurz vor dem 14. Juni 1509]1 »

    [1.] Besteuerung der von Sachsen eximierten Stände durch das Reich; [2.] Steuerverweigerung Hg. Heinrichs von Sachsen; [3.] irrtümliche DopŠpelbesteuerung des von Sachsen eximierten Reichsstifts Quedlinburg; [4.] Forderung nach Abhilfe dieser Beschwerden.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 51’–52’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] Durchleuchtiger, hochgeborner furst, wolgepornen, edlen, wirdigen, hochgelerten, gnedigen und gunstigen herrn. Wir bitten euer gnade und fruntschaften undertenig und dienstlich zu wißen: Nachdem auf nehstgehaltnem Reichs tag zu Costenz ain anslage zu ksl. Mt. romzug, auch zu underhaltung des camergerichts bewilligt und gemacht, mit disem beschaide und anhang, das allen stenden diejenen, so in vor alders und nicht dem Reich gedient und on mittel nicht zustendig, in diser hilf vorbehalten sein sollen2, und darauf alle bischofe, grafen und herrn in unsers gnedigen herrn, herzog Georgen von Sachsen etc., landen unangesehen verblieben, dieweil die zu des Reichs volge, auch vor das camergericht zuvor nye gezogen noch gebraucht sein, sonder unserm gnedigen herrn und seiner gnaden vorfaren on mittel gevolgt und gedienet und mit gerichtszwang underworfen gewest und noch zur zeit seind, das auch berurten unsern gnedigen herrn in solichen anschlag zu bewilligen geursacht und ungezweivelt an das verplyben, dennoch so seind uber den bewilligten anslage und abrede die bischofe, graven und herrn, unserm genedigen herrn, herzog Jorgen, zustendig, zu hilf des romzugs, auch von dem fiscal zu underhaltung des camergerichts mit schweren mandaten und process angezogen, davon unser gnediger herr zu appelliren und zu berufen geursacht.

    [2.] Item, so ist auch unserm gnedigen hern, herzog Georgen, ain anzale zu ross und fues, auch etzlich gelt mitsampt unserm gnedigen hern, herzog Hainrichen von Sachsen, aufgelegt3, das unser gnediger herr, herzog Georg, alles allain zu gehorsam ksl. Mt. vorgestrackt4 und bis anhere seynen gepurlichen dail von bemeltem herzog Hainrichen nicht hat bekommen mogen.

    [3.] Item, so hat auch kayserliche Mt. unserm gnedigen hern, herzog Georgen, als ein erbvogt des stifts zu Quedlinburg dasselb stift neben seinem anschlage zu vertreten bewilligt und nachgelassen. Das auch berurter unser genediger her neben seinem volk und gelt verlegt und vertreten hat.5 Aber ksl. Mt. hat volgende einem andern vor solichen anschlage gelt zu empfahen mandat und bevelh gegeben6, der auch solichs entpfangen und unser gnediger her seins ausgelegten gelts und darlegung also in mangel steht.

    [4.] Darauf ist unser undertenig, dinstlich und fruntlich bit, euer gnad und fruntschaftn wollen in ansehung, des die berurte bischove, graven und hern in Šunsers gnedigen hern furstentumb zu Doringen und Meissen begreifen7, dem Reich nye gedient, auch dem camergericht an mittel nicht, sonder seiner gnaden geriechtszwengen underworfen, der sein gnade auch ains tails von der cron zu Behaim zu lehen tregt, als wir solichs alles mit der warheit anzuzaigen wissen, verschaffen, das dieselbigen unsers gnedigen herrn bischof, graven und hern des romzugs halb, auch von dem fiscal unangezogen und hinfur unangeschlagen verbleiben und unserm gnedigen hern von derselben alten, ruchtparn [= (öffentlich) bekannten], hergebrachten gerechtikeyten nicht gedrangen lassen, auch mit unserm gnedigen hern, herzog Hainrichen, seynen antail zu erlegen und der darlegung, fur die ebtissin zu Quedlinburg beschehen, wieder ergenzt zu werden verschaffen. Das wirt sein furstlich gnade gegen euer gnade und fruntschaft fruntlichen vergleichen und in gnaden bedenken. So wollen wirs unser person halbe undertenig und dinstlich verdienen.

    Herzog Georgen von Sachsen etc. rete Cesar Pflug, ritter, und Dietherich von Werter, bayder recht doctor etc. – An ksl. Mt. rete, zu Wormbs versamelt.

    «Nr. 360 Antwort der ksl. Reichstagskommissare und reichsständischen Deputierten an Kursachsen, Kurbrandenburg und Sachsen – Worms, [14. Juni 1509]1 »

    Berichterstattung über die Proteste Kursachsens, Kurbrandenburgs und Sachsens an den Ks., Aufforderung zur Teilnahme an den Verhandlungen über das Reichskammergericht.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 51 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    Kaiserlicher maiestat rete und comissarien, auch etlich der churfursten, fursten und stende des Reichs rete, auf dem Reichs tage zu Wormbs versamelt, haben die beswerung und protestacion, so durch unser gnedigisten und gnedigen herrn, der churfursten und fursten herzog Friderichs von Sachsen und marggrave Joachims von Brandenburg, bede churfursten, auch herzog Jörgen von Sachsen reten, inen montlich und schriftlich furbracht sein [Nrr. 357f.], vernommen und empfangen und inen darauf antwort geben, das in irer bevelch oder macht nit sey, als sie selbs ermeßen mochten, außerhalb ksl. Mt. oder der stende des Reichs wissen oder willen in diesem fall ainiche exemption oder nachlasssung zu tun. Wolten darumb die ksl. Mt. rete solich ir beswerde und protestacion an ksl. Mt. gelangen lassen und, was ine darauf begegnen wurde, ine nit verhalten. Wolten sich auch die obberurten ksl. Mt. und andere rete versehen, dweil die obbemelten drey churfursten und fursten bey dem abschid und anslag zu Costenz gewest, das sie ire rete der gedachten protestacion oder beschwerung unverhindert bey und in der verhandlung, so des camergerichts halben ytzo Šfurgenommen werden soll, das pest und nutzest von wegen irer herrn mit raten und helfen handeln wolten. Dann wo sie das abslagen und nit tun, wurden sie, die ksl. und andere rete der stende, nichts destminder der notdurft nach, wie ine gepurt, nach irem pesten vleis darin handeln, vollenfaren und beschliessen.

    «Nr. 361 Mandat Ks. Maximilians (ksl. Reichstagskommissare) an Hg. Heinrich von Sachsen – Worms, 14. Juni 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10502/17, fol. 5–5’ (Or. m. Siegelrest, Verm. amdiic., Gegenz. J. Storch).

    Sein Bruder Hg. Georg von Sachsen ließ vorbringen, dass ihnen beiden gemeinsam durch die auf dem Konstanzer Reichstag versammelten Kff., Ff. und Stände des Hl. Reiches gemäß dem dort verabschiedeten Anschlag ein Kontingent von Reitern und Fußsoldaten und dazu eine Summe Bargelds für den Romzug auferlegt worden sei. Er, Hg. Heinrich, habe jedoch bislang weder den ihm obliegenden Anteil entrichtet noch seinen Bruder bei der Zahlung unterstützt. Vielmehr habe dieser den Anschlag allein bestreiten müssen. Hg. Georg hat deshalb um Hilfe gebeten.

    Befiehlt ihm, seinem Bruder unverzüglich und ohne weiteren Einspruch seinen Anteil am Reichsanschlag zu erstatten, damit weiters ansuechens und handlung nit not werde.

    «4.8. Kurfürst Friedrich III. von Sachsen  »

    «Nr. 362 Instruktion Kf. Friedrichs III. von Sachsen für den ksl. Gesandten Ernst von Welden – Worms, 5. Juni 1509 »

    [1.] Aushändigung der in Kursachsen eingesammelten Jubelablassgelder an die Fugger; [2.] Lieferung von Salpeter an Ks. Maximilian.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 160–161’ (Konz., dinstag nach der allerheiligisten dreufoldigkait tag).

    [1.] Bekundet seinen Gehorsam gegen den Ks. und erkundigt sich nach dessen Befinden und Angelegenheiten.

    Welden soll den Ks. hinsichtlich der Aushändigung der Jubelablassgelder an die Fugger auf die von ihm, Kf. Friedrich, mitgetragene Resolution der Stände an die ksl. Reichstagskommissare [Nr. 275, Pkt. 9] hinweisen, an der sie ungeachtet deren Insistierens festgehalten haben. Solten wir uns nu deßhalb weyter gegen ksl. Mt. vernemen lassen, dann wir vormals mit den stenden zu antwort geben, het ksl. Mt. gnediglich zu achten, das es uns verkerlicha sein mocht, wiewol wir in Šallem dem, dz ksl. Mt. und dem Hailigen Reich zugut erschissen mocht, als der undertenig gehorsam zu leisten ganz willig weren.1

    [2.] Er würde dem Ks. auch mit der Lieferung von Salpeter gern willfahren. Doch wurden sämtliche Vorräte im Land bereits aufgekauft; insbesondere eine so große Menge ist derzeit nicht zu bekommen. Für einen Zentner Erfurter Gewichts müssen derzeit bis zu zwölf Gulden bezahlt werden. Seine eigenen Vorräte hat er bereits einigen befreundeten Ff. zur Verfügung gestellt. Für das Angebot, 2000 fl.rh. für den Bau des neuen Stifts in Wittenberg zu geben, soll Welden sich in seinem Namen bedanken.

    «4.9. Kurfürst Joachim I. von Brandenburg  »

    «Nr. 363 Eitelwolf vom Stein an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein – Worms, 16. Mai 1509 »

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/256/VI, fol. 39–39’ (Or. m. Siegelrest, Postverm.: In sein hand.).

    Die ksl. Vertreter auf dem Reichstag haben in ihrem Vortrag unter anderem die Vorlage der Vollmachten gefordert [Nrr. 259, Pkt. 8; 261, Pkt. 7; 398, Pkt. 2]. Daraufhin hat er eine Abschrift seiner Beglaubigung [Nr. 230], wie sie Gf. Adolf [von Nassau] gelesen hat, übergeben. Er hat zuvor bereits dem Ks. und ihm, Serntein, gegenüber erklärt, was es mit seiner Vollmacht auf sich hat. Der Ks. gab daraufhin eine gnädige Antwort, verschob die Angelegenheit aber bis zum Eintreffen [Johann] Storchs – verbunden mit der Zusage, sie anschließend unverzüglich zu erledigen.

    Bittet ihn, den ergangenen Bescheid auszufertigen und dabei die Interessen des Ks. wie auch seine, Steins, Situation zu bedenken, damit er keine Ungnade zu gewärtigen hat. Er, Serntein, hat selbst seinen Befehl gesehen, an den er sich halten muss. Doch wird er einem ksl. Befehl ebenfalls Folge leisten. Bittet, ihn dem Ks. zu empfehlen. Got wolt, das mocht an beyden orten[= beim Ks. und bei Kf. Joachim] dank verdinen.Entgegen seiner Zusage verzögert er, Serntein, die übrigen ihm aufgetragenen Angelegenheiten. Bittet ihn, sich seines Vertrauens würdig zu erweisen.

    « Š4.10. Verhandlungen der Sponheimer Kondominatsherren  »

    «Nr. 364 Abschied (nur Betreffe) zwischen Kf. Ludwig V. von der Pfalz, Pfgf. Johann II. von Simmern und Mgf. Philipp von Baden – Kreuznach/Worms, 18. April/20. Mai 1509 »

    Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 1348, fol. XXVII-XXX’ (Kop., Überschr.: Handlung und abscheid zu Creuznach der dreyer fursten, pfalzgrave Ludwig, churfurst, herzog Johans und marggrafe Philips etc., eygnen personen uf mitwoch nach dem sontag quasimodogeniti anno XVCIXo und nachfolgends von irer aller gnaden reten uf dem Reichs tag zu Worms sondags exaudi nechst darnach beslossen.).

    [1.] Einsetzung eines Amtmanns in Gemünden; [2.] Protest Simmerns und Badens wegen des Vorgehens der Hh. von Sickingen im Bergwerk zu Ebernburg und [3.] wegen der Pastorei in Sprendlingen; [4.] Prozess gegen Konrad von [Waldeck zu] Iben (Uben); [5.] Streitigkeiten wegen der Fischerei in der Nahe zwischen der Binger Brücke und der Frauenmühle; [6.] gemeinschaftliche Besetzung des Hofgerichts; [7.] Begnadigung Mangs von der wegen des Totschlags an einem Schneider verhängten Todesstrafe; [8.] Aufsagung des Geleits für Hamann und seinen Helfer Gottfried Fischer wegen der von ihnen verübten Brandstiftung in Büdesheim; [9.] Eröffnung eines Verfahrens gegen Veit als ihrem Mithelfer; [10.] Dispensierung Kreuznachs von der jährlichen Verlesung der Stadtordnung1; [11.] Vereinbarung mit dem Müller zu Kreuznach wegen der Verlängerung seiner Pacht und der Einfuhr von Brot in die Stadt durch auswärtige Bäcker. [12.] Verabschiedung einer neuen Forstordnung.

    «Nr. 365 Aufzeichnung bzgl. des Verfahrens der Kondominatsherren gegen Nikolaus Braun – act. Worms, 21. Mai 1509 »

    Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 1348, fol. XXXI-XXXI’ (Kop., actum mentags nach exaudi).

    Der Ebf. von Mainz hat sich in der Angelegenheit zwischen Nikolaus Braun [von Schmidburg] und Dienern des pfälzischen Kf., Pfgf. Johanns und Mgf.[Christophs] von Baden für diesen eingesetzt. Anders als der Ebf. sind sie jedoch der Überzeugung, dass seine Tat vorsätzlich war. Braun soll deshalb einen Eid leisten, dass ihm bei seinem tätlichen Angriff nicht bekannt gewesen sei, dass es sich bei den Opfern um Diener der drei Ff. gehandelt habe, und die Tat auch nicht vorsätzlich geschehen sei. Dem Ebf. zu Gefallen soll die Angelegenheit damit auf sich beruhen bleiben. Zusätzlich soll sich Braun verpflichten, weitere Maßnahmen gegen die drei Ff. wegen dieser Angelegenheit zu unterlassen.

    ŠBraun hat am heutigen Montag [21.5.] in Worms in Gegenwart des Ebf. von Köln, Kf. Ludwigs von der Pfalz und Pfgf. Johanns sowie auch gegenüber dem Vertreter des Mgf. von Baden, Blicker Landschad, einen entsprechenden Eid geleistet.

    «4.11. Bischof Philipp von Speyer  »

    «Nr. 366 Beschlüsse des Speyerer Domkapitels – Speyer, 6./11. Juni 1509 »

    Karlsruhe, GLA, Abt. 61, Nr. 10930, fol. 31, 31’, 32 (Konz.).

    Druck/Regest: Krebs, Protokolle I, Nrr. 2757f., 2767, S. 263f.

    [1.] /31/ [6.6.] Der Hofmeister [Hartmann Fuchs von Dornheim] und der Landschreiber [Georg Brentz1] berichten, dass die ksl. Räte ihnen im Streit zwischen der Stadt Landau und dem Bischof einen Tag nach Worms anberaumt haben. Diese bitten außerdem um Überlassung der Pfandverschreibung.2Das Domkapitel lehnt dies ab und schlägt stattdessen vor, eine Vertagung zu beantragen, die damit begründet werden soll, dass der Bf. zur Kur [nach Bad Ems] gereist sei und die Verschreibung sich nicht in den Händen der Statthalter befinde.3

    [2.] /31’/ Meister Hieronymus [Friesbach4] berichtet über seine Verhandlungen mit dem Vogt zu Heidelberg [Zeisolf von Adelsheim] wegen Beeinträchtigung der Weiderechte in Ketsch. Beschluss: Der Syndikus [Friesbach] soll gelegentlich seiner Reise nach Worms in gleicher Weise wie mit dem Vogt auch mit dem Pfgf.[Kf. Ludwig] verhandeln. Ist ime doctor Erpf [von Gemmingen], Philips von Flersheim5.

    Š[3.] /32/ [11.6.] Der Domherr Erpho von Gemmingen erhält aufgrund eines Schreibens des Ebf. von Mainz vorbehaltlich der kirchlichen Strafen Urlaub bis zum 8. Juli (Kiliani).

    «4.12. Bischof Lorenz von Würzburg  »

    «Nr. 367 Antwort Bf. Lorenz’ von Würzburg an die ksl. Reichstagskommissare – Worms, [10. Juni 1509] »

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 172’ (Kop).

    Bestätigt den Empfang des von den ksl. Kommissaren übergebenen Auszugs aus ihrer Instruktion bezüglich der Anwerbung von 50 Reitern [Nr. 267 (B)]. Er wird sich darum kümmern und über das Ergebnis entweder den ksl. Räten, falls sie sich dann noch hier in Worms aufhalten sollten, berichten oder an das Innsbrucker Regiment schreiben.1

    «4.13. Deutscher Orden  »

    «Nr. 368 HM Friedrich von Sachsen an Kf. Ludwig V. von der Pfalz, Pfgf. Friedrich, Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach, Bf. Georg von Bamberg und Bf. Lorenz von Würzburg – Worms, 3. Juni 1509 »

    Streit des Ordens mit Sebastian Stiebar von Buttenheim wegen des Lehens Domnau.

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 189–192 (Kop., suntag trinitatis).

    Seine Amtsvorgänger haben Konrad [XIV.] von Egloffstein und dessen Nachkommen [zuerst i. J. 1469] mit dem Städtchen Domnau belehnt. Konrad ist längst verstorben. Nach dem erbenlosen Tod seines Sohnes [Heinrich VII., gest. 1502] sind nur noch die beiden Töchter [Anna und Susanna] übrig. Vertragsgemäß fielen die nunmehr herrenlosen Güter deshalb an ihn als Hochmeister und die beiden Töchter; Šdie Verwaltung führen zwei gemeinsame Lehnsleute. Melchior von Kreytzen hat [i. J. 1504] eine der Töchter [Susanna] geheiratet und sich mit der anderen über ihren Anspruch geeinigt. Er selbst hat [i. J. 1507] der Übertragung an Kreytzen zugestimmt. Allerdings machte auch Sigmund von Egloffstein, der Neffe Konrads, ihm gegenüber Ansprüche geltend. Indessen waren weder er noch sein Vater [Hartung VIII.] jemals vom Orden belehnt worden.1Während der laufenden Verhandlungen wurde Sigmund in Königsberg verwundet und starb. Er selbst erfuhr erst drei Tage später davon. Der Täter hielt sich ohne sein Wissen an seinem Hof auf.

    Zur gleichen Zeit erhoben [die Schwester Sigmunds] Barbara (Merig [!]) von Egloffstein und [ihr Ehemann] Sebastian Stiebar [von Buttenheim] Anspruch auf Domnau. Er hatte aufgrund ihrer Bitte für den 2. Februar (unser lieben Frauen tag lichtmess)einen Schiedstag anberaumt. Diesen Termin haben die Petenten zwar akzeptiert, ihn aber nicht wahrgenommen. Stattdessen hat Stiebar sein persönliches Erscheinen bei ihm angekündigt und die Übergabe Domnaus gefordert. Auf sein erneutes Angebot zur Beschreitung des Rechtswegs wandte sich dieser an den Deutschmeister Hartmann von Stockheim und beklagte seine angebliche Rechtsverweigerung. Die von Stiebar ebenfalls eingeschalteten Ganerben zu Rothenberg setzten einen Schiedstag zwischen Stockheim und Stiebar an. Der Deutschmeister machte indessen geltend, mit dieser Angelegenheit nichts zu tun zu haben, und verwies auf das bestehende Rechtserbieten.2Schließlich wurde Stiebar auch noch ein rechtliches Verfahren vor dem Ebf. von Mainz, Kf. Ludwig von der Pfalz, Pfgf. Friedrich von Bayern, Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach, Hg. Ulrich von Württemberg, den Bff. von Bamberg und Würzburg und den Ganerben zu Rothenberg angeboten, was dieser ebenfalls zurückwies. Dennoch haben die Ganerben den beiliegenden Rezess verabschiedet, worin für den 26. Juli (tag nach suntag Jacobi)ein Rechtstag nach Coburg anberaumt wurde. Obwohl dazu nicht verpflichtet, hat er, der Hochmeister, eingewilligt. Stiebar indessen lehnte ab, weil er die Verzögerung nicht akzeptieren wollte. Er seinerseits kann das Vorgehen der Gegenseite nur so verstehen, dass Stiebar gegen ihn, den Orden und insbesondere den Ordensgebietiger [Hartmann von Stockheim] gewaltsam vorgehen will. Wie er erfahren hat, hat Stiebar mehrmals Drohungen gegen ihn und den Orden ausgestoßen.3Er bittet, Šdiesen nicht zu unterstützen, sondern ihn ggf. an gewaltsamen Übergriffen zu hinderna.

    «4.14. Herzog Wilhelm IV. von Bayern  »

    «Nr. 369 Pfgf. Friedrich an Hg. Wolfgang von Bayern – Worms, 7. Mai 1509 »

    München, HStA, KÄA 1242, fol. 27–27’ (Or., montag nach sontag cantate).

    Jörg Reindl zu Sinning und Hans Heimhofer (von Haimhofen) wurden laut beigelegtem Schriftstück bei ihm, Pfgf. Friedrich, vorstellig. Sie haben glaubwürdig dargelegt, dass die gegen sie erhobenen Vorwürfe1unwahr sind. Die beiden Beschuldigten bieten an, ihre Unschuld zu beweisen. Bittet, Reindl und Heimhofer entweder wegen dieser Angelegenheit für entlastet zu erklären oder sie unter freiem Geleit zu einer Anhörung vorzuladen. Wo es aber nit beschach, so mogen eur lieb selbs versten, das uns ir dinst unersprießlich wern, darzu das wir sy uber ir manigfaltig ansynnen lenger nit aufhalten mochten. Bittet um eine Antwort an den Überbringer dieses Schreibens.2

    «Nr. Š370 Supplikation Hg. Wilhelms IV. von Bayern und seiner Vormünder an Ks. Maximilian – [act. Kaufbeuren, 14. Mai 1509 oder kurz davor] »

    Befreiung Hg. Wolfgangs von Bayern von allen Reichsanschlägen.

    München, HStA, KÄA 1242, fol. 31–32 (Kop.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 18’–20 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B. München, HStA, KÄA 3137, fol. 138–138’ (Konz.) = C.

    Hg. Albrecht und nach dessen Tod sie haben sich bei ihm mehrfach wegen der Veranschlagung Hg. Wolfgangs auf dem Konstanzer Reichstag beschwert. Der Wormser Reichstag könnte erneut eine Besteuerung des Hg. beschließen. Bitten ihnaum Weisung an seine Reichstagskommissare, bei einer Reichshilfebewilligung durch die in Worms versammelten Stände eine erneute Veranschlagung Hg. Wolfgangs zu verhindern. Er, Hg. Wilhelm, und seine Vormünder kommen damit ihrer laut dem vom Ks. konfirmierten Vertrag [vom 8. Juli 1506] über die Regierung des Hm. Bayern bestehenden Verpflichtung nach, das Hm. allein gegenüber dem Reich zu vertreten und auch sämtliche dafür erhobenen Reichssteuern zu bestreiten. Hg. Wolfgang hat von Ks. und Reich weder Regalien noch Lehen inne. Dies alles steht ausschließlich ihm, Hg. Wilhelm, als alleinregierendem Landesfürsten zu. Die Besitzungen Hg. Wolfgangs gehören zum ungeteilten Hm. Bayern. Seine Amtleute erhalten die Befugnis zur Ausübung des Blutbanns von ihm, Hg. Wilhelm, und dem Vormundschaftsrat. Hg. Wolfgang besitzt lediglich die Nutznießung seiner Güter auf Lebenszeit, hat jedoch nicht das Eigentumsrecht und die landesfürstliche Gewalt inne. Das Steuerrecht und das Recht zur Entgegennahme der Erbhuldigung liegen allein bei ihm, Hg. Wilhelm, und seinen Erben als regierenden Fürsten. Nach dem Tod Hg. Wolfgangs fallen dessen Besitzungen wieder an den regierenden Hg. zurück. Sollte Hg. Wolfgang für sein Leibgedinge separat veranschlagt werden, würden diese Lasten später auf ihn, Hg. Wilhelm, übergehen und er damit vom Reich höher als die Kff. besteuert werden. Dies war jedoch nicht einmal zu Zeiten Hg. Georgs [von Niederbayern] der Fall, der ein größeres Territorium regierte als er heute. Wiederholt noch einmal die Bitte, bei den in Worms versammelten Ständen dafür einzutreten, dass ein solches Unrecht unterbleibt, sondern sich mit der Besteuerung des gesamten Hm. Bayern einschließlich der Besitzungen Hg. Wolfgangs in Höhe eines kfl. Anschlags zu begnügen.

    « Š4.15. Pfalzgraf Friedrich (Pfalz-Neuburg)  »

    «Nr. 371 Pfgf. Friedrich an Bürgermeister und Rat der Stadt Worms – Heidelberg, 26. Mai 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 446/1, unfol. (Or., samstag nach sant Urbans tag).

    Einige Ff. und Hh., die sich itzunt unser widersach zeugen ußgeben haben oder von iren wegen laßen dun, unterstellen ihm, dass er unrechtmäßig gegen sie vorgeht und ihnen das Recht verweigert. Sie messen ihm die Schuld an einem möglichen Krieg zu.

    Tatsache ist, dass keiner dieser Ff. und Hh. bislang schriftlich oder mündlich eine Forderung an ihn herangetragen hat. Um über die Urheber dieser Beschuldigungen zu informieren und ihm Gelegenheit zur Richtigstellung zu geben, wurde für den 1. Juli (sondag nach sant Johans baptisten tag)ein Tag nach Nürnberg anberaumt. Bittet sie, einige Ratsherren dorthin abzuordnen.

    «4.16. Herzog Friedrich I. von Schleswig-Holstein  »

    «Nr. 372 Bescheid der ksl. Reichstagskommissare an Gesandte Hg. Friedrichs I. von Schleswig-Holstein – Worms, 14. Juni 1509 »

    Druck: Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLXXVIII, S. 231 (Nachweis über Unterz. J. Storch).

    Hamburg wird seit vielen Jahren in allen Reichsanschlägen als Reichsstadt behandelt. Es ist deshalb als solche anzusehen und entsprechend zum Gehorsam verpflichtet. Falls der Hg. dennoch die Landsässigkeit der Stadt beansprucht, soll er dem Ks. und seinen Räten entsprechende Belegdokumente vorlegen.1

    «4.17. Landgraf Wilhelm II. von Hessen367 »

    « Š4.18. Herzog Ulrich von Württemberg368 »

    «Nr. 373 Hg. Ulrich von Württemberg an den ksl. Hofkanzler Zyprian von Serntein – Worms, 23. Mai 1509 »

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/256/VI, fol. 41–41’ (Or. m. Siegelspuren, mitwochs nach exaudi).

    Bei einer Unterredung mit dem Ks. in Göppingen wurde vereinbart, zum 27. Mai (hailigen pfingstag)50 gerüstete Pferde nach Innsbruck zu schicken. Er hat sich in Schwaben, im Sundgau, im Breisgau und anderweitig um die Umsetzung der Vereinbarung bemüht, konnte aber für den vorgesehenen Sold von 10 fl. monatlich, erstmalig auszahlbar in Innsbruck, keine Reiter anwerben. Auch seine Erklärung, für eventuelle Schäden beim An- und Abzug einzustehen, und seine Zusage an die hgl. Dienstleute, die laufenden Soldzahlungen an sie fortzusetzen, blieben wirkungslos. Bittet, ihn beim Ks. zu entschuldigen. Falls er, Serntein, Personen kennt, die sich zu diesen Bedingungen verpflichten würden, soll er sie benennen. Er würde dann seine Bemühungen fortsetzen. Wenn es um die Ehre und den Nutzen des Ks. und des Hauses Österreich geht, wird man ihn jederzeit gehorsam und bereitwillig finden. Ungeachtet dieses Schreibens wird er weiterhin versuchen, Reiter anzuwerben.

    «4.19. Herzog Johann II. von Kleve-Mark  »

    «Nr. 374 Ks. Maximilian an Ebf. Uriel von Mainz (entsprechend an Ebf. Philipp von Köln, Ebf. Jakob von Trier, Kf. Ludwig V. von der Pfalz, Mgf. Christoph I. von Baden, Lgf. Wilhelm II. von Hessen und Hg. Wilhelm IV. von Jülich) – Kaufbeuren, 11. Mai 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 128 (Konz. mit ex.-Verm.).

    Er hat seinen Räten und Kommissaren auf dem Wormser Reichstag befohlen, mit ihm über eine Zollbefreiung für den Hg. von Kleve zu sprechen.1Ersucht ihn, sie anzuhören, ihnen Glauben zu schenken und seinem Anliegen zu willfahren.2

    « Š4.20. Graf Wolfgang von Fürstenberg  »

    «Nr. 375 Ks. Maximilian an den ksl. Hofmarschall, obersten Hauptmann und Landvogt im Elsass und in der Ortenau, Gf. Wolfgang von Fürstenberg – Nesselwang, 25. Mai 1509 »

    Druck: Riezler, Urkundenbuch IV, Nr. 475, S. 423f.

    [1.] Übersendet ihm durch den gfl. Diener Jörg Stauffer die an Bf. Wilhelm von Straßburg gerichtete Aufkündigung der bfl. und hochstiftischen Pfandschaften in der Landvogtei Ortenau.1Er soll das Dokument allerdings erst nach Ende des Wormser Reichstages der Regierung in Ensisheim zustellen lassen, angesehen, wo solhs ee beschehe, daz vns das bey den stenden des Reichs, nachdem gedachter bischoue zu Straspurg in sonderlich verwont und in grossem ansehen ist, etwas nachtail und zerruttung bringen.2

    [2.] Er hat seinen Diener mit dem Bestallungsbrief und dem Geld für die 100 Pferde, die er, Fürstenberg, für das bevorstehende Unternehmen bereitstellen wird, vorläufig aufgehalten, da er mit dem Innsbrucker Marschall und Hauptmann zu Rattenberg, Paul von Liechtenstein, bisher in dieser Angelegenheit noch keinen Beschluss gefasst hat. Liechtenstein wird aber heute nach Reutte (Rewt)kommen. Dort werden sie gemeinsam eine Entscheidung treffen. Er soll Vorsorge treffen, um mit seinem Truppenkontingent einsatzfähig zu sein, sowie er ihm den Bestallungsbrief und das Geld schickt.

    «4.21. Graf Adolf III. von Nassau-Wiesbaden373 »

    «4.22. Reichsstadt Frankfurt  »

    «Nr. 376 Beschlüsse des Frankfurter Rates – Frankfurt, 1. Mai-14. Juni 1509 »

    [1.] Frankfurter Stadtsteuer; [2./5.] Gesandtenberichte aus Worms; [3.] vorübergehende Abberufung der Gesandten; [4./8.] Anleihe für Mühlhausen; [6.] Geleit für Teilnehmer am Reichstag; [7./9.] Beschlüsse des Reichstages.

    ŠFrankfurt, ISG, Bürgermeisterbücher (BMB) 1508, fol. 129’; 1509, fol. 1–17’ passim.

    [1.] Tercia in die Walpurgis [1.5.]: Als her Johann Frosche und Gilbrecht von Holzhusen, geschickten, schriben auch uf vorige meynung [Nrr. 438f.]. [Beschluss:] Inen widerschriben mit fuglicher abeßlagung1 (BMB 1508, fol. 129’).

    [2.] Feria quinta in die invencionis sancte crucis [3.5.]: Als her Johann Frosch und Gilbrecht von Holzhusen, geschickten, von Worms schriben etlich zytung [Nr. 441] (BMB 1509, fol. 1).

    [3.] Sexta post invencionis crucis [4.5.]: Item den frunden gein Worms schriben, wo sie mit fugen abkomen mugen, sich herheym zu fugen biß zu zukunft der fursten [Nr. 443] (ebd., fol. 2’).

    [4.] Feria tercia post vocem jocunditatis [15.5.]: Als der rat zu Molhusen bij Johan Butener, irem schriber, eyn credenz uberschickt und ime IIC und XL fl. zu lihen gebeten haben [Nr. 181]. [Beschluss]: Ime die also uf sin erkenteniß lihen; ime sagen, sich selbst gein Worms zu fugen, zu erkunden, weß der handel sij (ebd., fol. 5).

    [5.] Feria tercia post exaudi [22.5.]: Als Johan Frosch schribt von Worms [Nr. 450]. [Beschluss:] Die bedenken und ratslagen (ebd., fol. 8’).

    Quinta post exaudi [24.5.]: Als her Johan Frosch, geschickter ratßfrunt uf dem Richs tag zu Worms, schribt etlich zytunge [Nr. 451] (ebd., fol. 9’).

    Feria tercia post pentecoste [29.5.]: Als her Johann Frosch von Worms geschrieben hait dem statschriber [Melchior Schwarzenberg] etlich zytung [Nr. 452]. [Beschluss:] Doby laißen (ebd., fol. 11’).

    Feria quinta in die corporis Cristi [7.6.]: Als her Johann Frosch von Worms schribt [Nr. 453]. [Beschluss:] Doby laissen (ebd., fol. 14’).

    [6.] Feria tercia post corporis Cristi [12.6.]: Den fursten, so noch hynt herkommen werden und umb geleide schriben. [Beschluss:] Iren gnaden zu schriben daß geleide (ebd., fol. 16).

    [7.] Feria quinta in octavas corporis Cristi [14.6.]: Als her Johan Frosch, geschickter von rats wegen, vom Richs tag zu Worms komen ist und relacion getan und den abescheit [Nr. 303] schriftlich mitbracht hait.

    [8.] Der Mühlhauser Gesandte Daniel Helmsdorf bittet, seiner Stadt 240 fl. zu leihen, um dem ksl. Fiskal [Christoph Moeller] den ungarischen Anschlag bezahlen zu können2. [Beschluss:] Ime uf erkentenuß zusagen und das die bynnen monatsfrist geliebert werden.3

    Š[9.] Als, wes geratslagt ist uf dem tag zu Worms, gelesen wart. [Beschluss:] Das bedenken und zu gelegener zijt ratslahen.

    Den von Ache und Wetzflar den abscheit zu Worms [Nr. 303] werden lassen (ebd., fol. 17’).

    «Nr. 377 Ks. Maximilian (Reichstagskommissare) an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 7. Juni 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 55–55’ (Or., Verm.: amdip., Unterz.: Uriel archiep[iscopu]s Mog[untinensis] archicanc[ellarius] s[ubscrip]s[i]t. Gegenz.: J. Storch).

    Er hat sie am Vortag schriftlich angewiesen, eine Pulver- und Salpeterlieferung des Lgf.[Wilhelm von Hessen]1bis auf weiteren Bescheid zu verwahren. Befiehlt ihnen, das Material an den von ihm beauftragten Jakob Fugger auszuhändigen und diesen auf Wunsch bei der Erfüllung seines Auftrags zu unterstützen.

    «Nr. 378 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 7. Juni 1509 »

    Frankfurt, ISG, Reichssachen III, Nr. 496, unfol. (Or. m. S., dornstag corporis Christi, Gegenz.Hie[ronymus] R[udelauf]).

    ŠWie aus der beiliegenden Supplikation hervorgeht, hat Hieronymus Arnold aus Freiberg Ludwig Sachs (Sasse)300 fl. geliehen.1Dieser entzieht sich jedoch den Bemühungen Arnolds um Rückzahlung. Bittet sie deshalb, mit ihrem Mitbürger Johann Sachs (Sasse), dem Vater Ludwigs, über die Begleichung der Schuld zu verhandeln.2

    «4.23. Reichsstadt Goslar  »

    «Nr. 379 Mandat Ks. Maximilians (Reichstagskommissare) an Ebf. Ernst von Magdeburg, Hg. Heinrich I. von Braunschweig-Wolfenbüttel, Hg. Erich I. von Braunschweig-Calenberg und Lgf. Wilhelm II. von Hessen – Worms, 15. Juni 1509 »

    Goslar, StdA, Alte Abteilung, Best. B, unverzeichnete Reichssachen 1509, unfol. (koll. Kop. mit imit. Verm. amdic. und Unterz. J. Storch; Kollationsverm. des Notars Heinrich Lippes).

    Bürgermeister und Rat der Stadt Goslar ließen Beschwerde über das Räuberunwesen auf der ksl. Reichsstraße in der Umgebung der Stadt erheben. Die Amtleute und Pfleger auf dem Eichsfeld würden diesem Treiben Vorschub leisten. Der Handel erleide dadurch beträchtliche Verluste. Der Stadt drohe der Niedergang, wenn nicht Gegenmaßnahmen ergriffen würden.

    Diese Zustände sind mit dem ksl. Reichslandfrieden unvereinbar und können nicht geduldet werden. Befiehlt ihnen deshalb, bei ihren Amtleuten und Pflegern zu verfügen, dass sie ihr besonderes Augenmerk auf das Räuberunwesen richten. ŠFalls Goslar sich dagegen zur Wehr setzt, den Tätern nacheilt und dabei um Hilfe bittet, soll diese jederzeit gewährt und gegen die Täter, sollten diese sich in ihren Territorien aufhalten, gemäß der Landfriedensordnung verfahren werden. Dies dient der Sicherheit der Straßen und der Vorbeugung gegen weitere Straftaten.

    «4.24. Reichsstadt Worms  »

    «Nr. 380 Reversbrief Ks. Maximilians für den ksl. Rechenmeister Nicasius Hackeney – Worms, 24. April 1509 »

    Worms, StdA, 1 A I, Nr. 672 (Or. Perg. m. anh. S., Vermm. prps./amdip., Gegenz. B. Hölzl, Registraturverm. M. Khuen [?]) = Textvorlage A. Wien, HKA, Gedenkbücher 17, fol. LXXX (Notiz).

    Regest: Reuter, Kaiser- und Königsurkunden, Nr. 41, S. 91f.

    Er hat die Stadt Worms für 4000 fl.rh., die er noch seit dem letzten Reichstag schuldig ist1, an seinen Rat und Rechenmeister Nicasius Hackeney (Hagkanay)verwiesen. Dieser sollte ihnen die Schuld aus dem von ihm einzusammelnden Jubelablassgeld begleichen. Doch hat er, der Ks., Hackeney genehmigt, mit dem Geld zuerst andere Schulden zu bedienen.

    Für den Fall, dass diese Gelder nicht zugleich dafür und für die Begleichung der ksl. Schulden bei Worms ausreichen und Hackeney dennoch die Schuld bei der Stadt vollständig übernimmt, ist dieser befugt, die Differenz aus dem von Jakob Fugger in Augsburg entgegenzunehmenden Jubelablassgeld zu begleichen. Der Stadt darf daraus kein Nachteil entstehen.2

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/II4/pages

    Anmerkungen

    1
     Urkunde vom 5.7.1502 (Or. Perg. m. 6 anh. Ss., Gelnhausen, dinstag nach St. Peter und Paulstag der heiligen zwelfboten; HStA München, Kurpfalz Urk. 623; Or. Perg. m. 2 Ss. [Kurtrier und Kursachsen]; GStA Berlin, VII. HA, Mark als Reichsstand, Nr. 85. Druck: Lünig, Reichs-Archiv V/1 (Pars Spec., I. Abs.), Nr. LXXIX, S. 238–240; Müller, Reichstagsstaat, S. 248–256. Regest: Wiesflecker, Regesten IV/2, Nr. 19867, S. 706.
    2
     Der unmittelbare Vorgänger Ebf. Uriels, Ebf. Jakob von Liebenstein, war während seiner kurzen Amtszeit (Dez. 1504-Sept. 1508) der Kurfürsteneinung anscheinend nicht förmlich beigetreten und wurde wohl deshalb hier übergangen.
    1
     Urkunde vom 2.11.1503 (Druck: Lünig, Reichs-Archiv V/1 (Pars Spec., I. Abs.), Nr. LXXXI, S. 241f.; DuMont, Corps IV/1, Nr. XIX, S. 43f. Regest: Wiesflecker, Regesten IV/2, Nr. 20739, S. 887).
    1
     Laut Schreiben Ebf. Uriels von Mainz an Ebf. Jakob von Trier waren auch Räte der anderen drei rheinischen Kff. an den Wormser Verhandlungen beteiligt (Kop. St. Martinsburg/Mainz, dornstags nach Kiliani[12.7.]1509; LHA Koblenz, 1 C, Nr. 11018, pag. 293–294).
    2
     Wahrscheinlich handelte es sich um die Ordnungen vom 15.11.1490 (Druck: Scotti, Verordnungen Trier I, Nr. 38, S. 180–192; Würdtwein, Diplomataria II, Nr. CL, S. 411–422; Hirsch, Münz-Archiv VII, Nr. LII, S. 49–55; Hontheim, Historia II, Nr. DCCCLXXXI, S. 485–489) für die Goldmünzen und vom 7.6.1502 (Druck: Scotti, ebd., Nr. 42, S. 211–216; Würdtwein, ebd., Nr. CLVI, S. 435–442) für die Silbermünzen, die zusammen die Grundlage für die Bestimmungen des neuen Münzvereins vom 1.10.1509 [Nr. 536, Anm. 2] bildeten. Vgl. Röblitz, Beitritt, S. 262.
    3
     = Philipp Hogelin (Demandt, Personenstaat I, Nr. 1262, S. 361f.).
    4
     = Wilhelm (von) Fritzlar (ebd., Nr. 741, S. 229).
    5
     Lgf. Wilhelm erklärte mit Schreiben vom 7.7. gegenüber Ebf. Uriel von Mainz, die Wormser Vereinbarung umsetzen zu wollen (Kop. Kassel, sambstags nach visitacionis Marie; LHA Koblenz, 1 C, Nr. 11018, pag. 295–296. Konz.; StA Marburg, Best. 2, Nr. 449, unfol.). Ebf. Uriel informierte daraufhin am 12.7. Ebf. Jakob von Trier, zweifellos auch Kurköln und Kurpfalz [Nachweis wie Anm. 1]. Nach dem Tod des Lgf. am 11.7. bevollmächtigte seine Witwe Lgfin. Anna den Amtmann der Niedergft. Katzenelnbogen, Hermann von Reckrodt, als Gesandten ihres Sohnes Philipp für die Verhandlungen in Bonn (Konz., mitwochen des heyligen apostels sandt Jacobs tag [25.7.]1509; ebd., unfol.). Vgl. dazu Nr. 535.
    1
     Die Datierung des Einungsvertrags gilt nur für dem Entwurf (II). Die auszufertigenden Urkunden übersandte Hg. Ulrich am 28.6. nach Mainz [Nr. 540].
    2
     Druck: Angermeier, RTA-MR V/1, Nr. 334/III, S. 360–373. Regest: Wiesflecker, Regesten I, Nr. 2251, S. 270.
    3
     Nach den Verträgen von 1458 und 1465 [vgl. Nr. 339, S. 546, Anm. 2] war die Einung zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg zuletzt im August 1486 (Seyboth, Markgraftümer, S. 26f.) und während des Freiburger RT am 27.7.1498 (Kurzregest: Gollwitzer, RTA-MR VI, Nr. IIII/68, S. 681. Vgl. Seyboth, ebd., S. 237) erneuert worden.
    1
     Die Urkunde ist rückdatiert. Vgl. Nr. 335, S. 541, Anm. 1.
    1
     Der Einungsvertrag ist rückdatiert. Vgl. Nrr. 547; 550; 554, Anm. 1.
    1
     = Lorenz Truchseß von Pommersfelden (Kissling, Truchseß, S. 9; Kisky, Domkapitel, S. 149; Rauch, Domkapitel III, S. 146).
    2
     Bezieht sich auf die Erneuerung der am 20.6.1458 geschlossenen Einung zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg (Fritz, Ulrich, S. 182f.; Seyboth, Markgraftümer, S. 26) durch Ebf. Adolf II. von Nassau, Mgf. Albrecht I. sowie die Gff. Ulrich V., Eberhard V. und Heinrich am 10.8.1465 (Druck: Riedel, Codex II/5, Nr. MDCCCXXXIII, S. 85–89). Vgl. Fritz, ebd., S. 298f. Gemäß Art. 37 seiner Wahlkapitulation durfte Ebf. Uriel kein neues Bündnis ohne Zustimmung des Domkapitels schließen (Faulde, Uriel, S. 18).
    1
     Es handelt sich um eine Verwechslung. Binger Amtmann war zu dieser Zeit Gilbrecht von Buseck (Reidel, Bingen, S. 162), von dem dann auch das Rechtfertigungsschreiben stammte [Anm. 2].
    2
     Vermerk über ein entsprechendes Schreiben an Buseck mit der Notiz über eine ergänzende Passage: Durch sein anrufen der gefangen geligt und sich heimlich hinwege gemacht. Ksl. Mt. bevelch nit gelebt etc.– Das Mainzer Domkapitel beschloss am 10.5. die Weiterleitung des Schreibens an Buseck, verbunden mit der Aufforderung zu einer Stellungnahme für die ksl. RT-Kommissare (StA Würzburg, Mainzer Domkapitelprotokolle 3, fol. 650). Der Mainzer Domherr und Amtmann zu Bingen, Gilbrecht von Buseck, rechtfertigte sich in einem Schreiben an den Domscholaster Lorenz Truchseß [von Pommersfelden] und das Domkapitel, dass der Binger Vogt Philipp Bolch aufgrund eines vom ksl. Sekretär Marx Treitzsaurwein (Swerwein)übersandten Schreibens, das er selbst in Anwesenheit Zyprians von Serntein an Reisacher übergeben habe, aus der Haft entlassen worden sei. Er habe dem Profos keinerlei Zusagen gemacht (Or., samstags nach dem sondag cantate [12.5.]1509; präs. Mainz, 16.5.; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 134–134’). Das Mainzer Domkapitel leitete diese Erklärung in Beantwortung des obigen Schreibens der ksl. RT-Kommissare am 18.5. nach Worms weiter (Scholaster und Kapitel des Mainzer Domstifts an Mgf. Kasimir von Brandenburg und die übrigen ksl. RT-Kommissare in Worms, Or. m. Siegelspuren, Mainz, freytags nach dem sonntag vocem jocunditatis; ebd., fol. 140–140’).
    1
     Burgfriedensvertrag zwischen Ebf. Johann von Mainz und Gf. Johann von Sponheim vom 6.11.1417 (Mötsch, Regesten Sponheim III, Nr. 3825, S. 360f.).
    2
     Entsprechender Reversbrief Pfgf. Johanns vom gleichen Datum (koll. Kop., sambstag nach dem sontag cantate; Kollationsverm. Jo. Heck[mann]; StA Würzburg, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 31). Nach seiner Rückkehr vom RT bevollmächtigte der Pfgf. am 4.6. seinen Hofmeister Johann von Eltz zur stellvertretenden Beeidigung des oben erwähnten Burgfriedens mit Kurmainz sowie ergänzend – in Erneuerung des am 22.7.1418 zwischen Gf. Johann von Sponheim und Philipp von Daun-Oberstein geschlossenen Burgfriedens (Mötsch, Regesten Sponheim III, Nr. 3872, S. 386f.) – gegenüber Melchior von Daun-Oberstein (koll. Kop., montag nach dem sontag trinitatis; Kollationsverm. Jo. Heck[mann]; StA Würzburg, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 31’). Ebf. Uriel hatte bereits am 26.3. den zwischen Ebf. Johann von Mainz und Philipp von Daun geschlossenen und von Ebf. Diether und Wirich [VI.] von Daun bestätigten Burgfrieden zu Neu-Bamberg erneuert (Kop. St. Martinsburg/Mainz, montag nach dem sontag judica; ebd., fol. 31’–32). – Während des RT erneuerte Ebf. Uriel außerdem die Belehnung Bf. Gabriels von Eichstätt, vertreten durch den Domherrn Bernhard Adelmann von Adelmannsfelden, mit dem Mainzer Kanzleramt (lat. Or. Perg. m. anh. S., Worms, 24.5.1509; StA Nürnberg, Hst. Eichstätt, Urkunden, 1509/V/24).
    1
     Entsprechende Weisung Ks. Maximilians an Storch, Kaufbeuren, 14.5.1509 (Or. m. besch. S., Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein; StA Würzburg, Mainzer Urkunden, weltlicher Schrank L. 5/1.7. Kop.; StA Würzburg, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 135–135’; StA Würzburg, Mainzer Bücher verschiedenen Inhalts, Nr. 81, fol. 12’–13); Empfangsbestätigung Kf. Uriels für Storch, Worms, 11.6.1509 (Konz., montag nach corporis Christi; StA Würzburg, Mainzer Urkunden, weltlicher Schrank L. 5/1.9. Kop.; StA Würzburg, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 135’). Vgl. Seeliger, Erzkanzler, S. 88f.
    2
     Vgl. Schröcker, Unio, S. 132f.
    3
     Bezieht sich nicht auf einen konkreten Artikel des Konstanzer RAb (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, hier S. 529–534).
    4
     Am 16.6. bestätigte der Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau dem Mainzer Kf. den Empfang der beiden ksl. Siegel durch den von diesem beauftragten Wormser Domdekan Erpho von Gemmingen und händigte diesem im Gegenzug das bis dahin am RKG verwendete Siegel aus (Or. m. S.; StA Würzburg, Mainzer Urkunden, weltlicher Schrank L. 5/1.10. Kop.; StA Würzburg, Mainzer Bücher verschiedenen Inhalts, Bd. 81, fol. 13–13’).
    5
     Mit Schreiben vom 24.7. bestätigte Ks. Maximilian den Empfang des ihm vom Mainzer Kf. zugeschickten Kammergerichtssiegels (Or. m. Siegelrest, Kastell La Scala (zu der Layter an der clausen), Vermm. prps./cdip., Gegenz. Serntein; StA Würzburg, Mainzer Urkunden, weltlicher Schrank L. 5/1.11. Kop.; StA Würzburg, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 136–136’; StA Würzburg, Mainzer Bücher verschiedenen Inhalts, Bd. 81, fol. 12. Druck: Gudenus, Codex IV, Nr. CCLXXIII, S. 574f.).
    1
     Nur einer der Brüder Wolfgangs, Dieter Kämmerer von Dalberg, war zu diesem Zeitpunkt noch am Leben (Schwennicke, Stammtafeln XI, Tafel 56).
    2
     = Johann, Wolfgang, Friedrich und Philipp (ebd.).
    1
     Lehnsbrief Ebf. Dietrichs von Köln für Kf. Ludwig IV. von der Pfalz vom 27.1.1441 (Druck: Günther, Codex IV, Nr. 188, S. 406f.). – Am 19.5. belehnte Ebf. Jakob von Trier Kf. Ludwig mit den vom Est. Trier herrührenden Lehen, im Einzelnen der bei Andernach gelegenen Burg Brohl (Bruel), der Vogtei in Leutesdorf, den von der Kurpfalz herrührenden Lehen und Afterlehen auf dem Maifeld (Meynfelde), der Burg Stahlberg (oberhalb von Steeg), einem halben Anteil an der Burg Braunshorn, den pfälzischen Gütern in den Tälern Bacharach und Diebach, sämtlichen Lehen und Afterlehen des Pfälzer Kf. im linksrheinischen Est. Trier, insgesamt 353 Pfd. Heller an jährlichen Renten (Kop. Worms, sambstag nach dem sonntag vocem jocunditatis; GLA Karlsruhe, Abt. 67, Nr. 1010, fol. I-II’) und einem fünftel Anteil an der Hottenbacher Pflege (Kop. Worms, sambstag nach dem sontag vocem jocunditatis; ebd., fol. II’-III’).
    1
     Urkunde Ebf. Hermanns vom 18.5.1486 (Kop.; HStA Wiesbaden, Abt. 131, Nr. 206a). Das Geld war von Ebf. Hermann seit Jahren nicht mehr ausbezahlt worden. Johann von Nassau (Amtmann zu Sonnenberg) und Emmerich Seelgen (gfl. Kellerer in Nassau) hatten als Gesandte Gf. Adolfs bei dem neugewählten Ebf. Philipp die Bezahlung der Ausstände – laut einem 1510 vorgelegten Verzeichnis [Nachweis siehe Anm. 2] bis 1508 insgesamt 1514 fl.– angemahnt. Der Wunsch des Ebf. nach Vertagung der Angelegenheit bis zum Wormser RT sollte unter Hinweis auf den dringenden Geldbedarf Gf. Adolfs angesichts der bevorstehenden Frankfurter [Frühjahrs-]Messe abgelehnt werden (Instruktion Gf. Adolfs für Nassau und Seelgen, undat. Kop.; HStA Wiesbaden, Abt. 130 I, II B 5 Lehen von Kurköln, Nr. 2, fol. 59–59’, 65).
    2
     Ebf. Philipp erklärte in Worms auch seine Bereitschaft, die von seinem Vorgänger versäumten Zahlungen nachzuholen (Instruktion Gf. Adolfs für Johann von Nassau und Emmerich Seelgen, [irrtümlich datiert auf] sambstags nach allerselen tag[3.11.]1509]; HStA Wiesbaden, Abt. 130 I, II B 5 Lehen von Kurköln, Nr. 2, fol. 48–48’; 55–55’. Aus dem Inhalt des Stücks ergibt sich als Terminus post quem der 11.11.1509. Sehr wahrscheinlich gehört ein auf den 9.7.1510 [dinstag nach Kiliani] datierter Kredenzbrief [ebd., fol. 74–74’] für diese beiden Gesandten zu dieser Instruktion). Ebenfalls in Worms leistete der Ebf. laut einer Aufstellung über die ausstehenden Manngelder eine Zahlung von 200 fl. (sechs undat. Kopien; ebd., fol. 49; 50; 51; 52; 53; 54).
    1
     Entsprechender Reversbrief Gf. Philipps vom gleichen Datum (spätere Kop., mitwoch St. Marx tag; HStA München, K.blau 22/2, fol. 11–11’). Zwei Tage später – am 27.4. – belehnte Kf. Ludwig Johann von Lützerode stellvertretend für Margarethe von Schöneck, Erbtochter des im März 1508 verstorbenen Georg von Schöneck, mit der Vogtei zu Hatzenport (Or. Perg. Worms, freitag nach misericordia Domini; LHA Koblenz, Best. 52/19, Nr. 347).
    1
     Gemeint ist die Oberpfalz.
    2
     Der böhmische Oberstkanzler Albrecht von Kolowrat antwortete am 14.5. auf eine entsprechende Anfrage Eybs, dass Kg. Wladislaw noch bis zum 24.6. (Johannis baptiste)in Prag bleiben wolle (Or. Prag, montags nach vocem jocunditatis; HStA München, K.schwarz 16219, unfol.).
    3
     Die Reise Kf. Ludwigs nach Prag kam erst im Dezember 1509 zustande. Am 10.12. empfing er dort von Kg. Wladislaw die böhmischen Lehen, am folgenden Tag schlossen die beiden Ff. eine Erbeinung (Wolf, Selbstbiographie, S. 119f.; Steinmetz, Politik, S. 101; Begert, Böhmen, S. 250f. Vgl. dagegen Lommer, Lehen I, S. 61–63).
    1
     Reversbrief Gf. Johanns vom 2.5.1509 (Druck: Lünig, Reichs-Archiv XXIII (Spic. Secul. 2. T.), Nr. LXVI, S. 1015f.).
    1
     Kreuznacher Burgfriedensvertrag vom 10.2.1416 (Mötsch, Regesten Sponheim III, Nr. 3712, S. 307–309. Vgl. Dotzauer, Geschichte, S. 254; Lehmann, Grafschaft II, S. 114).
    2
     Reversbrief Pfgf. Johanns vom 22.5.1509 (Kop. Worms, dinstag nach dem sonntag exaudi; GLA Karlsruhe, Abt. 67, Nr. 1010, fol. XXI-XXII’). Laut einem weiteren pfgfl. Reversbrief hatte Kf. Ludwig ihn am gleichen Tag mit einem Turnos am Bacharacher Zoll belehnt (ebd., fol. XIX’-XXI).
    1
     Lehenbrief Kf. Ludwigs IV. von der Pfalz für Mgf. Jakob I. von Baden und Pfgf. Friedrich III. von Veldenz-Geroldseck vom 5.9.1442 (Witte, Regesten III, Nr. 6204, S. 130).
    2
     Vom gleichen Tag datiert der Reversbrief Pfgf. Johanns über den gemeinschaftlichen Empfang dieser Lehen (Kop.; GLA Karlsruhe, Abt. 67, Nr. 1010, fol. 22’–23’. Druck: Günther, Codex V, Nr. 52, S. 160f.). Mgf. Christoph stellte am 13.6.1509 ein entsprechendes Dokument aus (ebd., S. 160 Anm. 1).
    1
     Grünbeck(Kurfürsten, S. 74) geht irrtümlich von einer Belehnung Kf. Ludwigs mit dem – tatsächlich dem Haus Brandenburg zustehenden – Erbkämmereramt am 31.5. aus.
    2
     Gemeint ist die bei Bamberg gelegene, zwischen 1525 und 1553 als Depot für das bfl. Archiv genutzte Altenburg (Bachmann, Landstände, S. 166; Haeutle, Archiv, S. 113f.).
    3
     Bestallungsbrief Kf. Ludwigs für Gf. Ludwig als Diener und Angehörigen des Hofstaates vom 29.3.1509 (Kop. Heidelberg, dorstag nach dem sontag judica; GLA Karlsruhe, Abt. 67, Nr. 828, fol. LVII-LVIII).
    1
     Hier und im Folgenden Ergänzung fehlender Textpassagen entsprechend B.
    1
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 8 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 528).
    1
     An diesem Tag leiteten die RT-Kommissare das Schriftstück an den Ks. weiter [Nr. 418, Pkt. 10].
    2
     Konstanzer Reichsabschied vom 26.7.1507, § 8 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 528).
    3
     Konstanzer Reichsanschlag vom 21.7.1507 (Druck: ebd., Nr. 271, S. 555, Pkt. 4).
    4
     Vgl. zur Bezahlung der Romzughilfe ebd., Bd. 2, Nr. 902, S. 1260 mit Anm. 41.
    5
     Vgl. ebd., Nr. 840, S. 1207f.; Nr. 902, S. 1263 (s.v. Quedlinburg).
    6
     Gemeint ist Kf. Friedrich von Sachsen. Vgl. ebd., Nr. 815, S. 1184.
    7
     Grammatikalisch korrekt wäre: begrif[f]en.
    1
     Datum der Übersendung des Schriftstücks an Ks. Maximilian [Nr. 418, Pkt. 5].
    1
     Ebf. Uriel von Mainz hingegen – neben Kf. Friedrich von Sachsen der zweite maßgebliche Anführer der in Worms versammelten Reichsstände – hatte bereit am 19.11.1508 unter Hinweis auf die Bewilligung seines Vorgängers Ebf. Jakob die Aushändigung des noch im Erzstift befindlichen Ablassgelds an die ksl. Beauftragten genehmigt (Kop. St. Martinsburg/Mainz, St. Elizabethen tag; StA Würzburg, Mainzer Ingrossaturbücher 50, fol. 134. Druck: Würdtwein, Nova Subsidia Diplomatica XI, Nr. VI, S. V-VII. Regest: Scriba, Regesten III, Nr. 4514).
    1
     Kreuznacher Stadtordnung Kf. Philipps von der Pfalz und Pfgf. Johanns I. von Simmern vom 3.10.1495 (Druck: Mone, Stadtordnung, S. 251–255 [Pkt. 16]; Kohl, Stadt, S. 4–8, hier 7. Regest: Feld, Städtewesen, S. 122f. Vgl. Dotzauer, Geschichte, S. 217).
    1
     Krebs, Dienerbücher, Nr. 184, S. 73.
    2
     Vgl. Nr. 271, S. 438, Anm. 6.
    3
     Am 30.6. berichteten die bfl. Räte im Domkapitel über die Streitigkeiten mit Landau und meldeten, dass der Ks.[gemeint sind die ksl. Räte in Worms] ein Vidimus der Pfandverschreibung wünsche. Die Antwort wurde bis zum 3.7. verschoben (GLA Karlsruhe, 61/10930, fol. 34’. Krebs, Protokolle I, Nr. 2800, S. 267). Erst für den 24.7. liegt ein weiterer Eintrag vor, wonach der Bf. für Beratungen über die Streitigkeiten mit Landau um die Abordnung von Domherren bat. Das Kapitel empfahl jedoch, die Sache vorläufig auf sich beruhen zu lassen und die weitere Entwicklung abzuwarten (ebd., Nr. 2836, S. 270). Vgl. zu den Verhandlungen während des Augsburger RT von 1510: Krebs, Protokolle I, Nrr. 3033, 3038, 3066; Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 191.
    4
     Auch die alternative Schreibweise „Frischbach“ ist gängig (z. B. Krebs, Dienerbücher, Nr. 456, S. 88).
    5
     Text bricht ab. Sinngemäß ist wohl zu ergänzen: zur Seite gestellt worden. – Am 19.6. stellte das Domkapitel fest, dass der Kanzler [gemeint: der Syndikus Friesbach] Befehl zu einer schriftlichen Aufforderung an Adelsheim habe, in dieser Angelegenheit vorläufig nichts zu unternehmen. Der Bf. hatte wegen der Weide- und Holznutzungsrechte in Ketsch einen rechtlichen Austrag vor kurpfälzischen Räten angeboten (GLA Karlsruhe, 61/10930, fol. 33. Krebs, Protokolle I, Nr. 2779, S. 265). Am 23.6. beriet das Domkapitel über ein – nicht vorliegendes – Schreiben Kf. Ludwigs mit einem beigefügten Bericht des Vogts bzgl. der beanspruchten kurpfälzischen Obrigkeit über Ketsch. Dem Bf. wurde empfohlen, sich in keinen weiteren Schriftwechsel einzulassen, sondern den Kf. um ein baldiges gütliches oder rechtliches Verfahren vor seinen Räten zu bitten (GLA Karlsruhe, 61/10930, fol. 34. Krebs, Protokolle I, Nr. 2791, S. 266). Am 24.7. benannte das Domkapitel seine Teilnehmer an einem für den 27.7. angesetzten Tag in Heidelberg (ebd., Nr. 2841, S. 270). Vgl. zu den noch Jahre dauernden Verhandlungen: ebd., Nrr. 2848, 2892, 2982, 3013, 3395, 3410, 3414, 3428, 3445, 3455, 3457, 3468, 3979.
    1
     Bf. Lorenz musste nach dem RT das Scheitern seiner Bemühungen einräumen. Die Reiter hatten es abgelehnt, für einen Sold von nur 10 fl. ein auf vier Monate begrenztes Dienstverhältnis einzugehen, zumal sie es als unsicher erachteten, ob sie nach hergestellter Kriegsbereitschaft tatsächlich eingesetzt würden. Auch das Angebot des Bf., den Sold auf eigene Kosten um 2 fl. zu erhöhen, hatte nicht verfangen (Instruktion für den bfl. Marschall [Hans Zollner von Rothenstein] als Gesandten zu Paul von Liechtenstein und Zyprian von Serntein, Konz., s.d., jedoch nach dem 16.6.1509 [Datum der Rückkehr Bf. Lorenz’ nach Würzburg; Gropp, Collectio, S. 172]; StA Würzburg, Misc. 1390½, fol. 1–2).
    1
     Tatsächlich war Hartung VIII. 1472 mit Domnau mitbelehnt worden (Guddat, Entstehung, S. 193; Hopf, Atlas I/2, Nr. 753/IV, S. 154f.).
    2
     Beschluss des am 11.11.1508 in Frankfurt abgehaltenen Kapiteltages zu einem Schreiben des Deutschmeisters an die Ganerben in Rothenberg (Biskup/Biskupowa, Protokolle, Nr. 23, S. 125). Hartmann von Stockheim sah sich dennoch genötigt, Stiebar am 18.10.1510 vertraglich die Zahlung von 900 fl. zuzusagen, wohingegen dieser auf sämtliche Forderungen gegen den Deutschmeister und das deutsche Ordensgebiet, jedoch ausdrücklich nicht gegen den Hochmeister verzichtete (spätere Kop., freitag sant Prisca der heiligen junkfrauen tag; StA Ludwigsburg, JL 425, Bd. 5, Qu. 33).
    3
     Entsprechender Vortrag der Gesandten des Deutschmeisters, Dietrich von Cleen (Landkomtur von Hessen) und Burkhard von Seckendorff (Komtur zu Virnsberg), an den HM am 19.4. (GStA Berlin, OBA 19239, fol. 1–2’, hier 2–2’).
    1
     Laut Supplikation Reindls und Heimhofers an Pfgf. Friedrich wurden sie von Verleumdern bezichtigt, im Hm. Bayern als Räuber ihr Unwesen zu treiben. Falls sie nicht entlastet würden, könnten sie nicht länger im Land bleiben und müssten um ihre Entlassung aus seinen Diensten bitten (undat. Kop.; HStA München, KÄA 1242, fol. 19–19’). In einer weiteren Supplikation an die pfgfl. Statthalter und Räte in Neuburg äußerten Reindl und Heimhofer, dass sie konkret beschuldigt würden, einen hgl. Untertanen aus Burghausen beraubt zu haben. Hg. Wilhelm und seine Vormünder hätten auf ihr Angebot zu einer persönlichen Stellungnahme nicht reagiert (undat. Kop.; ebd., fol. 18–18’).
    2
     Auf dem Schreiben wurde der Entwurf für die Antwort Hg. Wolfgangs niedergelegt. Dieser erachtete es angesichts ihrer Unschuldsbeteuerung als unnötig, Reindl und Heimhofen einen Geleitbrief auszustellen und sie zu einer Anhörung vorzuladen. Demnach, wo eur lieb sy daruber ye nit lenger aufhalten mogen, muessen wir solhs geschehen lassen, der zuversicht, sy wisse sich darin rechtmassig ze halten(Konz. München, pfinztag [nach] dem sonntag exaudi[24.5.]1509). Reindl erinnerte in einer an Hg. Wolfgang und weitere Vormünder gerichteten Supplikation an seine wiederholte und bislang unbeantwortet gebliebene Bitte um Ausstellung eines Geleitbriefes und Ansetzung des Termins für eine Anhörung, um die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entkräften zu können. Angesichts der möglichen Folgen für ihn beteuerte er erneut seine Unschuld und berief sich auf einen Artikel der neuen Landesordnung [Erklärung der Landesfreiheit vom 11.9.1508, Art.„Der in des Landsfürsten Ungnade und versagt ist.“ Druck: Krenner, Landtagshandlungen XVII, Nr. 19, S. 73–124, hier 117; Lerchenfeld/Rockinger, Freibriefe, S. 205–265, hier 246 (Landesfreiheit von 1553, 3. Teil, Art. 4, mit den Fassungen von 1508, 1514 und 1516)]. Dabei machte er seinen durch Verheiratung erworbenen Status als bayerischer Landesuntertan geltend. Falls seinem Anliegen nicht stattgegeben würde, kündigte Reindl eine Klage vor dem Ks. an (undat. Or. mit Entwurf der bayerischen Antwort; HStA München, KÄA 1242, fol. 28–28’). Hg. Wolfgang gab Reindl zur Antwort, dass er aufgrund seiner behaupteten Landsässigkeit von dem bewussten Artikel der Landesordnung Gebrauch machen und nach München kommen solle (Reinkonz. München, pfintztag vor sand Johanns tag[21.6.]1509; ebd., fol. 39).
    1
     Nach Eingang eines mit einer Strafandrohung bewehrten Mandats zur Bezahlung ihrer Reichssteuern hatte die Stadt Hamburg am 16.4. den ksl. Kammerprokuratorfiskal Dr. Christoph Moeller daran erinnert, dass sie gemäß dem wiederholten Zeugnis ihrer Landesherren und auch entsprechend den eigenen Darlegungen ihm gegenüber nicht unmittelbar, sondern mittelbar durch die Hgg. von Holstein dem Reich angehöre. Man verbat sich deshalb, in dieser Angelegenheit weiterhin behelligt zu werden (lat. Or. m. Siegelspuren, HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 43–43’). Vgl. auch Rautenberg, Fiskal, S. 75–78.
    367
     Siehe Nrr. 326, 334.
    368
     Siehe auch Nrr. 335–338.
    1
     Vgl. Nr. 267 [Pkt. 26].
    2
     Zur Reaktion der Adressaten vgl. Nr. 259 [Pkt. 23].
    1
     Die Kff. von Mainz, Trier und Sachsen hatten ihre Zustimmung zur Verpfändung der Landvogtei an Gf. Wolfgang von Fürstenberg (Urkunde Kg. Maximilians vom 7.8.1504; Druck: Riezler, Urkundenbuch IV, Nr. 365, S. 343. Regest: Wiesflecker, Regesten IV/1, Nr. 19035, S. 552) vorbehaltlich der Straßburger Rechte erklärt (Konsensbrief vom 25.7.1507; Regest: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 430, S. 715). Vgl. Wolff, Reichspolitik, S. 43f.
    2
     Wolff(Reichspolitik, S. 44) vermutet, dass aufgrund des noch 1509 eingetretenen Todes Gf. Wolfgangs die Aufkündigung unterblieb.
    373
     Siehe Nr. 345.
    1
     Zu ergänzen: hinsichtlich der vorzeitigen Bezahlung der Frankfurter Stadtsteuer.
    2
     Mühlhausen hatte Ende August 1505 eine Hälfte des Kölner Reichsanschlags, 240 fl., bezahlt, nicht jedoch die ganze Summe. Im Januar 1509 erwirkte deshalb der ksl. Fiskal Christoph Moeller ein kammergerichtliches Monitorial an die Stadt, das ihr unter anderem die Begleichung der Restschuld gegenüber dem ksl. Schatzmeister Hans von Landau befahl (Or. Regensburg, 18.1.1509; gedr. Formular, Verm. amdip., Unterz. Ulrich Varnbüler; StdA Mühlhausen, Abt. G 1, Nr. 2, fol. 9–9’).
    3
     Helmsdorf erklärte auf seiner Rückreise vom Wormser RT am 14.6. vor dem Frankfurter Rat, dass Mühlhausen die für die Begleichung der Reichshilfe von 1505 zugesagte Summe binnen Monatsfrist zurückzahlen werde (Konz.[Frankfurt], dornstags, den achten tag corporis Cristi; Vermerk über die Sendung des Or. nach Mühlhausen; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 233, unfol.). Am 11.7. sandte Mühlhausen das Geld nach Frankfurt, verbunden mit der Nachfrage, ob der ksl. Fiskal den gegenüber Helmsdorf in Aussicht gestellten Nachlass gewährt habe (Or. Perg. m. Siegelspuren, mitwochens nach Kiliani; ebd., unfol. Eintrag über die Zahlung im Mühlhäuser Kämmereiregister, Nr. 21, fol. 155). Aus der Frankfurter Antwort geht hervor, dass Moeller die 240 fl. inzwischen noch nicht angefordert hatte. Die Stadt sagte zu, das Geld erst dann an diesen auszuhändigen und sich gleichzeitig um einen Nachlass zu bemühen (Kop., montags nehst nach sant Margrethen tag[16.7.]; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 233, unfol.). Der vom Stadtschreiber Melchior Schwarzenberg über die Deponierung der Summe in Frankfurt informierte Reichsfiskal forderte am 26.11. die Aushändigung des Geldes. Für das Ausstellen der Quittung bat er außerdem um Mitteilung, ob es sich bei dem Zahler um das thüringische oder elsässische Mulhausenhandle, wie hoch sich die Summe belaufe und welcher Reichsanschlag damit beglichen werde (Or. Worms, montag nach Katherine; ebd., unfol.). Mit Schreiben vom 13.12. setzte Frankfurt Mühlhausen von der Aushändigung des Anschlags in Kenntnis (Konz., dornstags in die Lucie virginis; ebd., unfol.).
    1
     Der Frankfurter Rat bestätigte dem hessischen Beauftragten Johann Pfeffersack am 12.6. den Empfang von 13 Tonnen mit 166 Ztr., 5 Pfd. Salpeter und von 100 Tonnen mit 223 Ztr., 14 Pfd. Pulver (Kop., dinstag nach corporis Cristi; ISG Frankfurt, RTA 24, fol. 56). Aufgrund eines weiteren ksl. Schreibens wurde zwei Tage später beschlossen, das Material an die Fugger (Focker)zu übergeben (ISG Frankfurt, BMB 1509, fol. 18).
    1
     Laut ihrem Schuldbrief hatten Ludwig Sachs und seine Ehefrau Christina im Jahre 1505 bei Arnold 300 fl. zu einem Zinssatz von 5 % aufgenommen und sich zur Rückzahlung bis zum 21.8.1508 (montag nach assumptionis Marie)verpflichtet. Bei Säumigkeit sollte Arnold das Zugriffsrecht auf das Eigentum der Schuldner bzw. im Falle des Todes Johann Sachs’ auf dessen Nachlass erhalten (Kop. Mainz, dinstag nach quasimodogeniti [2.5.]1508; ISG Frankfurt, Reichssachen III, Nr. 496, unfol.). Arnold gab in seiner Supplikation an, aufgrund der offenkundigen Zahlungsunwilligkeit Sachs’ ksl. Mandate erwirkt zu haben, von denen er jedoch vorläufig keinen Gebrauch machen wolle. Er nannte als Alternative, dass der wohlhabende Vater seines Schuldners, Johann Sachs (Sass), oder sein Schwager Gilbrecht Holzhausen – verheiratet mit dessen Schwester Katharina (Matthäus, Holzhausen, S. 74) – Ludwig Sachs mit Geld aushelfen könnten. Arnold ersuchte Kf. Friedrich um ein Fürschreiben an den Frankfurter Magistrat, mit Johann Sachs oder anderen Verwandten Ludwigs über eine Begleichung der Schuld oder eine Versicherung der Summe auf dessen väterliches Erbe – Johann Sachs hatte bereits 1504 wegen Altersschwäche von seinem Ratsamt resignieren müssen, er starb 1510 (ebd., S. 74 Anm. 217) – zu verhandeln (undat. Kop.; ISG Frankfurt, Reichssachen III, Nr. 496, unfol.). Da sich das oben wiedergegebene Fürschreiben Kf. Friedrichs ausschließlich auf Johann Sachs bezieht, wird man davon ausgehen können, dass in Worms bereits vergeblich mit Holzhausen gesprochen worden war.
    2
     Gemäß Ratsbeschluss vom 14.6. (feria quinta in octavas corporis Cristi)antwortete Frankfurt, dass Johann Sachs nicht mehr ansprechbar sei, und empfahl Arnold, dessen Hinscheiden abzuwarten (ISG Frankfurt, BMB 1509, fol. 18).
    1
     Kgin. Bianca Maria hatte sich am 5.4.1497 zur Bezahlung der während ihres Aufenthaltes in Worms [mit einer kurzen Unterbrechung von Mai 1495 bis April 1497; Hochrinner, Bianca, S. 57–62; Weiss, Kaiserin, S. 72–78] aufgelaufenen Schulden innerhalb von drei Monaten verpflichtet (Worms, Or. Perg. m. 7 Ss.; StdA Worms, 1 A I, Nr. 611 [auch Online-Ressource]). Die Zahlung unterblieb allerdings. Am 9.4.1499 sagte Kg. Maximilian zu, die auf dem letzten RT[gemeint ist hier 1495] durch ihn selbst, die röm. Kgin. und ihr Hofgesinde bei Wormser Bürgern gemachten Schulden in vier Tranchen auf den nächsten Frankfurter Fastenmessen zu begleichen (Mainz, Or. Perg. m. Siegelspuren, eigh. Unterz. Kg. Maximilian, Gegenz. M. Lang, Verm. amdrp.; ebd., Nr. 617 [auch Online-Ressource]).
    2
     Vermutlich steht mit diesem Vorgang die ksl. Weisung an den Innsbrucker Marschall Paul von Liechtenstein in Zusammenhang, mit Jakob Fugger über eine Summe von 4000 fl. zu verhandeln, die nach Worms transferiert werden sollte (Bericht Liechtensteins an Ks. Maximilian, eigh. Or. Innsbruck, 2.5.1509, Postverm.: Ad manus; TLA Innsbruck, Maximiliana I/44/6, fol. 14–14’. Vgl. Jansen, Fugger, S. 209). Denn Worms nahm die auf Hackeney lautende Verschreibung nicht an. Die Schuld blieb unbeglichen (Boos, Quellen III/2, S. 539 Anm. 1; Boos, Geschichte IV, S. 109).

    Anmerkungen

    a
    –aeinen ... beide] In C/D: einen, zwei oder alle [drei]. B wie A.
    b
    –b200 ... Fußsoldaten] In C/D [entsprechend für drei Vertragspartner]: 400 Reiter und 1000 Fußsoldaten. B wie A.
    c
     beiden] In C/D: allen drei. B wie A.
    d
    –ddie ... Böhmen] In C Einfügung am Rand.
    e
     aus] In C/D danach: Mgf. Friedrich nimmt die Häuser Sachsen, Brandenburg und Hessen sowie Hg. Wilhelm von Bayern aus. B wie A.
    f
    –fgemäß ... Einungsverhältnis] Fehlt in C/D. B wie A.
    g
     aus] In C/D danach: außerdem gemäß der bestehenden Einung die Eidgenossenschaft [vgl. Nr. 540, Pkt. 2]. – Bezieht sich auf den Einungsvertrag vom 13.5.1500 (Druck: Eidgenössische AbschiedeIII/2, Beil. Nr. 2 B, S. 1283–1285). Zu den parallelen Verhandlungen über die vorzeitige Verlängerung der Einung vgl. Nrr. 161 mit Anm. 1; 403 [Pkt. 3, mit Anm. 2].
    h
     Uriel] In C/D danach: Mgf. Friedrich. B wie A.
    a
     beide] In C danach gestrichen: auch der hochgeborn furst F[riedrich, Mgf. von Brandenburg usw.]. In D danach gestrichen: auch der hochgeborn furst Fridrich, marggrave zu Brandenburg, zu Stettin, Bomern, der Cassuben und Wenden herzog, burggrave zu Nurmberg und furst zu Rugen, unser besonder lieber frund und swager.
    b
     ihnen] In D danach: drei Ff.[ausgehend von drei Vertragspartnern: Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg].
    c
     von] In D danach: jeweils.
    d
     sollen] In D danach: durch die anderen beiden Ff.
    e
    –e200 ... Fußsoldaten] In D [entsprechend für drei Vertragspartner]: 400 Reiter und 1000 Fußsoldaten.
    f
    –fDer ... hat] In D Einfügung am Rand.
    a
     Hausvogt] In B/C irrtümlich: Hans Veit.
    b
     Caßner] In B: Kastner.In C: Kestner.
    a
     durch] In B korrigiert aus: ich [= Gregor Wins] und ander.
    b
     genaden] In B danach gestrichen: allen.
    c
     Unterschrift] In B Eitelwolf vom Stein korrigiert zu Gregor Wins.
    a
    –a zu ... verordent] In B Einfügung am Rand.
    b
    –b auch ... geben] In B Einfügung am Rand.
    c
    –c Actum ... nono] In B Ergänzung von anderer Hand: Dinstags nach corporis Christi. Danach Unterzeichnung: Wir, Joachim [II.], marggraf; wir, Hansen von Brandenburg[-Küstrin]. Offenbar diente das Schriftstück nach 1535 als Vorlage für eine Eingabe auf einem Reichsmoderationstag.
    a
     verkerlich] Korrigiert aus: nachteylig.
    a
     hindern] In den für Kf. Ludwig von der Pfalz und seinen Bruder Pfgf. Friedrich bestimmten Exemplaren wurde noch ergänzt: Da es sich bei Stiebar um einen pfälzischen Lehnsmann handelt und auch die Burg Rothenberg, wo er sich aufhält, ein pfälzisches Lehen ist, sollen sie diesen auffordern, sich mit einem rechtlichen Verfahren zu begnügen. Falls er dies ablehnt, sollen ihm die Ganerben zu Rothenberg den Zugang zur Burg verweigern und ihn nicht länger unterstützen. – Mit einer entsprechenden Bitte wandte sich HM Friedrich am 4.6. auch direkt an die Ganerben (Kop.[Worms], montag nach trinitatis; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 193).
    a
     ihn] In C danach gestrichen: da er, der Ks., wegen seiner eigenen Angelegenheiten nicht mehr zum RT zurückkehren wird.

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    « Š4. Angelegenheiten der Reichsstände  »

    «4.1. Kurfürsten  »

    «Nr. 332 Reversbrief Ebf. Jakobs von Trier, Kf. Friedrichs III. von Sachsen und Kf. Joachims I. von Brandenburg über die Aufnahme Ebf. Uriels von Mainz, Ebf. Philipps von Köln und Kf. Ludwigs V. von der Pfalz in den Kurverein – Worms, 11. Juni 1509 »

    Duisburg, NRW LA, Kurköln Urk. 3838 (Or. Perg. m. 3 anh. Ss., montag nach unsers Hern lichnams tag) = Textvorlage A. München, HStA, Kurpfalz Urk. 633 (wie A) = B. Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 840, fol. XXVI-XXVII (Kop.).

    Sie haben seinerzeit mit Ebf. Berthold von Mainz, Ebf. Hermann von Köln und Kf. Philipp von der Pfalz uß trefflichen, beweglichen ursachen und mirglicher noitturft und sunderlich Gott dem Almechtigen zu lobe, dem heiligen kristlichen glauben, Romischem Riche und duytscher nacion zu friden, eere, nutz und frommenfür sich und ihre Nachfolger durch Haupturkunde und Beibrief über die Ausnahmen vom Bündnisfall am 5. Juli 1502 (dinstag nach sant Peter und Pauels der heiligen zwolfboten tag)1in Gelnhausen eine Einung geschlossen. Inzwischen sind Ebf. Berthold, Ebf. Hermann und Kf. Philipp verstorben. Deshalb haben sie gemäß Hauptvertrag und Nebenurkunde ihre Mitkurfürsten Ebf. Uriel als Nachfolger Ebf. Bertholds2, Ebf. Philipp als Nachfolger Ebf. Hermanns und Kf. Ludwig als Nachfolger seines Vaters Kf. Philipp in diese Einung aufgenommen. Diese schwören bei ihrer Fürstenehre, alle Bestimmungen des Einungsvertrages einzuhalten und zu vollziehen.

    «Nr. 333 Reversbrief Ebf. Uriels von Mainz, Ebf. Philipps von Köln und Kf. Ludwigs V. von der Pfalz über ihre Aufnahme in den Kurverein – Worms, 11. Juni 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Urk. 1131 (Or. Perg. m. 3 anh. Ss., montag nach unsers Herren leichnams tag) = Textvorlage A. Berlin, GStA, VII. HA, Mark als Reichsstand, Urk. 88 (wie A) = B.

    Die inzwischen verstorbenen Ebf. Berthold von Mainz, Ebf. Johann von Trier, Ebf. Hermann von Köln und Kf.  Philipp von der Pfalz sowie Kf. Friedrich von Sachsen Šund Kf. Joachim von Brandenburg, alle Kff., haben uß treffenlichen, beweglichen ursachen und merklicher notdurft, Got dem Allmechtigen zu lobe, dem hl. cristenlichen glauben, Röm. Reiche und teutscher nacion zu friden, ere, nutz und frommenfür sich und ihre Nachfolger gemäß Haupturkunde und Beibrief über die Ausnahmen vom Bündnisfall am 5. Juli 1502 (dinstag nach St. Peters und Pauls der hl. zwelfboten tage)in Gelnhausen eine Einung geschlossen. Dieser Einung trat nach dem Tod Ebf. Johanns auch Ebf. Jakob von Trier bei.1Inzwischen sind Ebf. Berthold, Ebf. Hermann und Kf. Philipp verstorben. Ihre Mitkurfürsten Ebf. Jakob von Trier, Kf. Friedrich von Sachsen und Kf. Joachim von Brandenburg haben sie, Ebf. Uriel als Nachfolger Ebf. Bertholds, Ebf. Philipp als Nachfolger Ebf. Hermanns und Kf. Ludwig als Nachfolger seines Vaters Kf. Philipp, in diese Einung aufgenommen. Sie drei gemeinsam und jeder für sich schwören gegenüber Ebf. Jakob von Trier als Vertreter ihrer drei Mitkurfürsten, alle Bestimmungen des Einungsvertrages einzuhalten und zu vollziehen.

    «4.2. Rheinische Kurfürsten  »

    «Nr. 334 Münzbeschluss der rheinischen Kff.– Worms, 7. Juni 1509 »

    Marburg, StA, Best. 2, Nr. 449, unfol. (Auszug, Datumverm.: Corporis Christi; Verm.: Ex canc[ellar]ia Treviren[si]; Dorsalverm.: Abscheid der munz.).

    Bei den Beratungen der vier rheinischen Kff.über das Münzwesen wurde der Kf. von Trier beauftragt, mit dem Lgf. von Hessen über eine Aufnahme in den kurrheinischen Münzverein zu verhandeln, damit er seine Gold- und Silbermünzen künftig nur noch gemäß dessen Münzordnung schlägt. Der Kf.1verhandelte darüber in Worms mit den hessischen Gesandten und händigte ihnen die Münzordnung2aus. Die Gesandten bekundeten die Absicht des Lgf., in den Münzverein einzutreten; er wolle ihnen Weisungen und Vollmacht für die abschließenden Verhandlungen Šzuschicken. Dazu waren die vier Kff. jedoch nicht bereit. Der Kf. von Trier gab den hessischen Gesandten deshalb mit Zustimmung seiner drei Mit-Kff. folgenden Bescheid: Der Lgf. soll innerhalb von vier Wochen eine Erklärung über seine Bereitschaft zum Eintritt in den Münzverein an den Kf. von Mainz schicken, der daraufhin die anderen drei Kff. informieren wird. Seine Gesandten sollen sich am 29. Juli (sontag nach sant Jacobs tag)in Bonn einfinden. Dort werden am Tag darauf die Verhandlungen mit den Räten der vier Kff. eröffnet, deren Ziel eine Verpflichtungserklärung Hessens zur Umsetzung der kurrheinischen Münzordnung ist. Der hessische Münzmeister3und der Wardein4sollen anschließend einen Eid auf diese Münzordnung ablegen.5

    «4.3. Verhandlungen über eine Einung zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg  »

    «Nr. 335 Einungsvertrag zwischen Ebf. Uriel von Mainz und Hg. Ulrich von Württemberg – Worms, 11. Juni 15091 »

    I. (Einungsvertrag zwischen Kurmainz und Württemberg): Würzburg, StA, Mainzer Urkunden, weltlicher Schrank L. 34, Nr. 26, fol. 1–8 (Or. Perg. Libell mit 2 anh. Ss., ebfl. S. zerbrochen; montag nach unsers lieben Herrn fronleychnams tag) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, U 8 (Or. Perg. Libell mit 3 anh. Ss.) = B. Würzburg, StA, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 53–56’ (Kop.). Würzburg, StA, Mainzer Bücher verschiedenen Inhalts, Nr. 24, fol. 116–121’ (Kop.).

    II. (Einungsentwurf zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg): Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 1–9’ (Konz.) = C. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 10–18 (Kop.) = D.

    Regest: Sattler, Geschichte I, S. 100f.; Steinhofer, Ehre III, S. 930–934; Faulde, Uriel, S. 105f.

    ŠKg. Maximilian hat auf dem Wormser Reichstag am 7. August 1495 einen allgemeinen Landfrieden2erlassen, den ihre Amtsvorgänger angenommen haben und den auch sie einhalten wollen. Diese waren einander darüber hinaus seit vielen Jahren in besonderer Freundschaft und durch Einungsverträge3verbunden. Aus diesem Grund, auch zum Lob Gottes und zur Ehre des Hl. Röm. Reiches, zur Sicherung ihrer Territorien und Rechte, für den Vollzug des Landfriedens sowie für den Schutz der Pilger und anderer Reisender haben sie folgenden Einungsvertrag geschlossen: [1.] Bekunden für sich und ihre Untertanen die Absicht zur Pflege freundschaftlicher Beziehungen. [2.] Verpflichten sich und ihre Untertanen zum gegenseitigen Gewaltverzicht. [3.] Verpflichten sich zum Schutz der Untertanen des Vertragspartners in ihren Territorien und zur gegenseitigen Nacheile. [4.] Verpflichten sich, Feinden des Vertragspartners keinerlei Unterstützung zu gewähren, sondern auf Ersuchen gegen diese vorzugehen. Die Vertragspartner gestatten sich dabei gegenseitig die grenzüberschreitende Verfolgung von Straftätern. [5.] Verpflichten sich zur gegenseitigen Nichteinmischung in innere Angelegenheiten. [6.] Gewähren unter dem Vorbehalt bestehender Zoll- und Geleitrechte den Untertanen des Vertragspartners freien Handel. [7.] Streitigkeiten zwischen Amtleuten der Vertragspartner sollen entweder durch diese selbst oder durch die Vertragspartner bzw. ihre Räte einvernehmlich beigelegt werden. [8.] Verpflichten sich für den Fall eines bewaffneten, landfriedenswidrigen Angriffs auf aeinen oder beide–a Vertragspartner zur gegenseitigen Hilfe mit bis zu 100 Reitern und 250 Fußsoldaten auf Kosten des Nutznießers. Im Bedarfsfall ist die Hilfe auf Ersuchen um weitere 100 Reiter und 250 Fußsoldaten aufzustocken. Die Gesamthilfe umfasst demnach b200 Reiter und 500 Fußsoldaten–b. Auf Wunsch des Nutznießers können die Fußsoldaten im Verhältnis 5:2 durch Reiter ersetzt werden. Etwaige Beute seiner Truppen steht dem Hilfeleistenden zu, sofern es sich nicht um Eigentum des Geschädigten handelt. Eroberte Schlösser und Festungen müssen dem Geschädigten unentgeltlich übergeben werden. Der Nutznießer der Hilfe hat dafür Sorge zu tragen, dass gefangene Angehörige der Hilfskontingente, etwa im Austausch gegen eigene Gefangene, wieder freikommen. Die Hilfe ist zu leisten, sooft sie beansprucht wird. Auch dürfen die gestellten Kontingente nicht vor Beendigung des Kampfhandlungen abgezogen werden. Der Nutznießer darf sich nur mit Zustimmung des Vertragspartners mit dem Feind verständigen. Der Abschluss eines Friedens ist unzulässig, solange die dem HilŠfeleistenden im Zusammenhang mit der Kriegshilfe aufgesagten Lehen nicht wieder an die Lehnsnehmer vergeben wurden oder eine anderweitige Regelung getroffen wurde. Der Nutznießer der Hilfe soll die Hilfstruppen auf seine Kosten annehmen, sowie sie sein Territorium erreicht haben. [9.] [Regelung des Austragsverfahrens]. [10.] Die Vertragsdauer beträgt zwanzig Jahre. [11.] [Verpflichtungserklärung der Vertragspartner]. [12.] Von der gegenseitigen Beistandspflicht ausgenommen werden von beidencVertragspartnern der Papst, der röm. Ks., ddie Krone Böhmen–d und der Schwäbische Bund. Sollte gemäß der Bundeseinung Hilfe geleistet werden, ruht für diese Zeit die Beistandspflicht dieser Einung. Ebf. Uriel nimmt Bf. Lorenz von Würzburg und Pfgf. Alexander als Gf. von Veldenz von der Beistandspflicht ause. Hg. Ulrich nimmt fgemäß dem bestehenden Lehens- und Einungsverhältnis–f das Haus Österreich, außerdem Hg. Wilhelm von Bayern, Lgf. Wilhelm von Hessen sowie gemäß dem bestehenden Lehnsverhältnis die Gft. Burgund ausg. [13.] [Corroboratio mit Nachweis über die Siegelung der Urkunde durch Ebf. Urielh, Hg. Ulrich und – für das Mainzer Domkapitel – den Domdekan Adolf Rau von Holzhausen; Datum].

    «Nr. 336 Zusatzerklärung zum Einungsvertrag zwischen Ebf. Uriel von Mainz und Hg. Ulrich von Württemberg – Worms, 11. Juni 15091 »

    Würzburg, StA, Mainzer Urkunden, weltlicher Schrank, L. 34, Nr. 27 (Or. Perg. m. 2 Ss. [ebfl. S. zerbrochen], mentag nach unsers lb. Herren fronlychnams tag) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, U 9 (Or. Perg. m. 3 Ss.) = B. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Reinkonz.; Dorsalverm.Mainz, [gestrichen: Brandenburg], Wirttemberg. Ir aynung betreffende.) = C. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Reinkonz.; Vorstufe von C; Notavermerk am Textende: Ist nit also.) = D. Würzburg, StA, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 56’–58 (Kop.); Würzburg, StA, Mainzer Bücher verschiedenen Inhalts, Nr. 24, fol. 122–123’ (Kop.).

    Regest: Faulde, Uriel, S. 106f.

    Š[1.] Sie beideahaben gemäß Urkunde vom 11. Juni [Nr. 335] eine Einung geschlossen. Darin wurde zwischen ihnenbeine gegenseitige Hilfe vonc100 Reitern und 250 Fußsoldaten festgelegt; im Bedarfsfall sollendweitere 100 Reiter und 250 Fußsoldaten entsandt werden. Die Gesamthilfe beläuft sich demnach auf e200 Reiter und 500 Fußsoldaten–e. Sie beide, Ebf. Uriel und Hg. Ulrich, haben sich in Abänderung dieses Passus auf eine anfängliche Hilfe von 150 Reitern und 500 Fußsoldaten und im Bedarfsfall zusätzlicher 150 Reiter und 2500 Fußsoldaten geeinigt, womit die Gesamthilfe nunmehr 300 Reiter und 3000 Fußsoldaten umfasst. Darüber hinaus soll auf Anfrage weitere Hilfe gewährt werden. Bezüglich der Kosten und Schäden bleibt es beim Einungsvertrag.

    [2.] Er, Ebf. Uriel von Mainz, hat unter anderem Bf. Lorenz von Würzburg und er, Hg. Ulrich von Württemberg, Lgf. Wilhelm von Hessen von der Bündnispflicht ausgenommen. Falls jedoch Würzburg selbst oder durch Dritte Württemberg angreifen sollte, gilt die Beistandspflicht gemäß Einungsvertrag dennoch. Sollte Württemberg Würzburg angreifen und der Bf. von Würzburg den Ebf. von Mainz um eine rechtliche Entscheidung bitten, wird dieser neutral bleiben. Falls Hessen Kurmainz angreifen und der Ebf. eine rechtliche Entscheidung über den Konflikt dem Hg. von Württemberg anheimstellen sollte, so gilt die bestehende Beistandspflicht Württembergs für Hessen in diesem Fall nicht mehr.

    [3.] fDer Einungsvertrag wird außerdem [in Pkt. 8] dahingehend ergänzt, dass ein Vertragspartner dem anderen auch dann Hilfe leisten soll, wenn dessen Feind eine rechtliche Klärung des Konflikts angeboten hat–f.

    [4.] [Corroboratio mit Nachweis über die Siegelung der Urkunde durch Ebf. Uriel, Hg. Ulrich und – für das Mainzer Domkapitel – den Domdekan Adolf Rau von Holzhausen; Datum].

    «Nr. 337 Vereinbarung zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg – Worms, 11. Juni 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 20 (Kop., montag nach corporis Cristi).

    ŠDie Räte von Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg haben sich darauf geeinigt, dass Mgf. Friedrich von Brandenburg seinen Vertragspartnern gegenüber binnen vierzehn Tagen erklären soll, ob er den Einungsvertrag gemäß dem vorliegenden Entwurf annehmen will oder nicht. Falls er zustimmt, sollen sich die Räte der drei Ff. mit deren Siegeln am Abend des 8. Juli (sant Kylians tag)in Heilbronn einfinden, um am folgenden Tag die Urkunden zu siegeln und auszutauschen.

    «Nr. 338 Einungsvertrag zwischen Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach und Hg. Ulrich von Württemberg – Worms, 11. Juni 15091 »

    Stuttgart, HStA, A 77, U 10 (Or. Perg. Libell mit 2 anh. Ss., württ. S. stark beschädigt; montag nach unsers lieben Herrn fronleichnamstag) = Textvorlage A. Bamberg, StA, A 160, Lade 590, Nr. 3245, unfol. (koll. Kop. m. S., Ansbach, 16.6.1790, Unterz. G.K.S. Strebel) = B.

    Kg. Maximilian hat auf dem Wormser Reichstag am 7. August 1495 einen allgemeinen Landfrieden erlassen, den sie angenommen haben und einhalten wollen. Darüber hinaus waren sich ihre Vorfahren seit vielen Jahren in Freundschaft und durch Einungsverträge verbunden. Aus diesem Grund, auch zum Lob Gottes und zur Ehre des Hl. Röm. Reiches, zur Sicherung ihrer Territorien und ihrer Rechte, für denVollzug des Landfriedens sowie für den Schutz der Pilger und anderer Reisender haben sie folgenden Einungsvertrag geschlossen: [1.–11.] [Wörtlich übereinstimmend mit Nr. 335, Pkt. 1–11]. [12.] Von der gegenseitigen Beistandspflicht ausgenommen werden von beiden Vertragspartnern der Papst, der röm. Ks., die Krone Böhmen und der Schwäbische Bund. Sollte gemäß der Bundeseinung Hilfe geleistet werden, ruht für diese Zeit die Beistandspflicht dieser Einung. Beide Partner schließen überdies Ebf. Uriel von Mainz und das Mainzer Domkapitel von der gegenseitigen Hilfspflicht aus, außerdem die Häuser Sachsen, Brandenburg und Hessen sowie Hg. Wilhelm von Bayern. Hg. Ulrich benennt gemäß dem bestehenden Lehens- und Einungsverhältnis zusätzlich das Haus Österreich und die Gft. Burgund. [13.] [Corroboratio mit Nachweis über die Siegelung durch die beiden Vertragspartner; Datum].

    «4.4. Erzbischof Uriel von Mainz  »

    «Nr. 339 Beschlüsse des Mainzer Domkapitels – Mainz, 3. Mai 1509 »

    Erbeinung zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg; Bereitstellung von Reitern für den Venezianerkrieg.

    Würzburg, StA, Mainzer Domkapitelprotokolle 3, fol. 648’ (Reinschr. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen).

    Š[3.5.] Der Schulmeister1brachte im Namen des Ebf. zwei Artikel vor. 1. Bezüglich der vor kurzem vom Mgf. von Brandenburg vorgeschlagenen Erbeinung erklärte das Domkapitel nach Beratung sein Einverständnis zu einer Erneuerung der seinerzeit von Ebf. Adolf [von Mainz] geschlossenen Einung2unter erneuter Einbeziehung des Hg. von Württemberg. Dies wäre sowohl für die drei Vertragspartner als auch für ihre Untertanen vorteilhaft. Falls der Hg. von Württemberg der Einung jedoch nicht beitreten will, so erachtet das Domkapitel es für wünschenswert, mit dem Mgf. von Brandenburg, dem man seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden ist, gemäß dem [Wormser] Landfrieden ein freuntlich verstendnußeinzugehen, um die gute Nachbarschaft zu erhalten. – 2. Bezüglich der vom Ks. gewünschten Bereitstellung von 50 Pferden auf dessen Kosten wurde beschlossen: Der Ebf. sollte sich in dieser Angelegenheit wie die anderen Reichsstände verhalten. Wo auch uf dem tag zu Wormß durch die fursten und stende des Reichs gemeltem unserm allergnedigsten herrn keyser obangezeigte hilf nit zugelassen wurd, sonder abgeschlagen, das dannoch gemelter unser gn. her von Meinz in diesen sweren leuften ksl. Mt. uf ire angepurnis [= Zahlungsverpflichtung] L pferde VI monat lange zu rusten und halten ungeweigert sich hett erpoten, in zuversicht, solchs sein ftl. Gn. und dem stift in erlangung der confirmation privilegiorum, auch der stadt Menz halben, alles zu nutz und frommen reichen werd und dienen. – Für den Vortrag dieser Beschlüsse an den Ebf. wurden der Dekan [Adolf Rau von Holzhausen], der Schulmeister [Lorenz Truchseß von Pommersfelden] und [Ulrich von] Schechingen deputiert.

    «Nr. 340 Der ksl. Reichstagskommissar Mgf. Kasimir von Brandenburg an Dekan [Adolf Rau von Holzhausen] und Kapitel des Mainzer Domstifts – Worms, 8. Mai 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 125–125’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    Der ksl. Profos Michel Reisacher (von Breysach)hat vorgebracht, dass ihm für den Gefangenen in Bingen (Pyngen)50 fl.rh. zugesagt worden seien, wovon der Ks. eine Hälfte übernommen habe und der Amtmann des Domkapitels, Macharius von Buseck1, die restlichen 25 fl.rh. bezahlen solle. Buseck habe aber dem ksl. Befehl Šbislang nicht Folge geleistet, sondern sei ohne Wissen des Ks. abgereist. Dem Profos seien deshalb erhebliche Kosten entstanden.

    Befiehlt ihnen in Vertretung und auf Befehl des Ks., Buseck zur Zahlung seines Anteils zu veranlassen, damit er dem Ks. nicht Bericht erstatten und ihn verärgern muss.2

    «Nr. 341 Reversbrief Ebf. Uriels von Mainz – Worms, 12. Mai 1509 »

    Würzburg, StA, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 31 (koll. Kop., sambstags nach dem sontag cantate; Kollationsverm. Jo. Heck[mann]).

    Bekundet die eidliche Erneuerung des von seinen Amtsvorgängern mit der Gft. Sponheim für die Feste Neu-Bamberg (Neuenbeimburg), das Tal darunter und den umliegenden Bezirk geschlossenen Burgfriedens1mit Pfgf. Johann von Simmern.2

    «Nr. Š342 Ks. Maximilian an Kf. Uriel von Mainz – Kaufbeuren, 14. Mai 1509 »

    Würzburg, StA, Mainzer Urkunden, weltlicher Schrank L. 5/1.8 (Or. mit besch. S., Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Würzburg, StA, Mainzer Ingrossaturbücher, Bd. 50, fol. 135’–136 (Kop. mit imit. Vermm. und Gegenz. wie A). Würzburg, StA, Mainzer Bücher verschiedenen Inhalts, Nr. 81, fol. 12–12’ (Kop.).

    Druck: Gudenus, Codex IV, Nr. CCLXXII, S. 573f.; Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLVI, S. 174.

    Übersendet ihm durch seinen Rat Johann Storch das große und kleine ksl. Siegel. Dieser hat Befehl, ihm die Sendung gegen eine Empfangsbestätigung auszuhändigen.1Weist ihn an, die Siegel entgegenzunehmen und damit für die Dauer des Wormser Reichstages sämtliche Schriftstücke, die durch die Reichsversammlung, die auf dem Wormser Reichstag anwesenden ksl. Räte und Kommissare oder durch das ksl. Kammergericht zur Ausfertigung bestimmt werden, zu besiegeln und wie sein Vorgänger Ebf. Berthold2eigenhändig zu unterzeichnen. Nach Ende des Reichstages soll er die beiden Siegel dem ksl. Kammergericht überantworten, damit es gemäß dem Konstanzer Abschied3davon Gebrauch machen kann.4Im Gegenzug soll er sich das bislang am Gericht benutzte Siegel aushändigen lassen und es ihm, dem Ks., zusenden.5

    « Š4.5. Erzbischof Philipp von Köln  »

    «Nr. 343 Lehenbrief Ebf. Philipps von Köln für Wolfgang Kämmerer von Dalberg – Worms, 26. April 1509 »

    Darmstadt, StA, B 15, Nr. 538 (Or. Perg. m. S., donnerstag nach St. Markus tag).

    Regest: Battenberg, Dalberger Urkunden I, Nr. 714, S. 205.

    Verleiht Wolfgang Kämmerer von Dalberg, auch für seine Brüder1und die Kinder des verstorbenen Friedrich Kämmerer von Dalberg2, einen Hof zu Guntersblum mit allem Zubehör als Mannlehen.

    «Nr. 344 Lehenbrief Ebf. Philipps von Köln für Kf. Ludwig V. von der Pfalz – Worms, 4. Mai 1509 »

    Duisburg, LA NRW, Abt. Rheinland, Kurköln, Lehen II, Nr. 218, Urk. 3 (Kop., freytag nach dem sontag jubilate) = Textvorlage A. Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 1010, fol. III’-IV’ (Kop.).

    Druck: Günther, Codex V, Nr. 49, S. 157f.

    Belehnt Kf. Ludwig von der Pfalz mit der Burg Stahleck, der Vogtei zu Bacharach, einem Anteil am Schloss Waldeck im Hunsrück und einem Fünftel Anteil am Dorf Lonsheim, wie dies zuvor der verstorbene Gf. Johann [V.] von Sponheim und nach ihm die Kff. von der Pfalz von den Ebff. von Köln zu Lehen empfangen haben.1

    «Nr. 345 Lehenbrief Ebf. Philipps von Köln für Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden – Worms, 6. Mai 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, Urk. 237a (Or. Perg. m. S., sonntag cantate).

    ŠBelehnt unter Bezugnahme auf eine Verschreibung Ebf. Hermanns von Köln1Gf. Adolf von Nassau mit einem Manngeld von 200 bescheidenen fl. aus der ebfl. Kammer, jährlich auszahlbar am 11. November (uf sanct Martins des heiligen bischofs tag). Gf. Adolf und seinen männlichen Erben obliegen dafür die üblichen Lehnspflichten, was dieser auch persönlich geschworen hat. Den Ebff. von Köln bleibt jedoch die Ablösung des Manngelds durch Zahlung von 3000 oberländischen fl. vorbehalten. Als Zeugen waren die ebfl. Räte Johann und Paul von Breitbach sowie der ebfl. Türhüter Thies Wolfskeel anwesend.2

    «4.6. Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz  »

    «Nr. 346 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Gf. Philipp von Virneburg – Worms, 25. April 1509 »

    Druck: Günther, Codex V, Nr. 53, S. 161.

    Belehnt Gf. Philipp von Virneburg mit der großen und kleinen Pellenz, d. h. mit den dort ansässigen – im Einzelnen aufgeführten – neun Gerichten und allem Zubehör.1

    «Nr. Š347 Kf. Ludwig V. von der Pfalz an Ludwig von Eyb – Worms, 2. Mai 1509 »

    München, HStA, K.schwarz 16219, unfol. (Or. m. S., mitwoch nach Philippi und Jacobi; präs. laut Antwortschreiben: montag noch cantate [7.5.]).

    Er hat zusammen mit seinem Bruder [Pfgf. Friedrich] und einigen Räten wegen der böhmischen Belehnung und anderer Angelegenheiten beschlossen, dass wenigstens einer von ihnen, wenn nicht sogar beide so bald wie möglich nach Bayern1aufbrechen, um dann zu Kg. Wladislaw nach Böhmen weiterzureisen. Er soll unverzüglich in Erfahrung bringen, wie lange der Kg. dort bleiben wird.2Wegen des Geleits wird er ihm noch schreiben. Er hält es nicht für ratsam, dies schon jetzt zu tun. Ebenso soll er über die geplante Reise Stillschweigen bewahren.3

    «Nr. 348 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Gf. Johann von Sayn – Worms, 2. Mai 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 340, Urk. 12456a (beschädigtes Or. Perg., mitwoch nach Philippi und Jacobi).

    Belehnt Gf. Johann von Sayn mit der Gft. Sayn einschließlich allem Zubehör, ausgenommen Schloss Freusburg (Freynsperg), außerdem mit dem Haus Virneburg, mit der Gft. Solms, die der Gf. von Solms als Afterlehen innehat, und mit dem Schloss Braunsberg (Brunsperg), das der Gf. von Wied zu Lehen trägt. Gf. Johann hat dafür den üblichen Lehnseid geleistet.1

    «Nr. 349 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Gerlach von Isenburg-Grenzau – Worms, 5. Mai 1509 »

    Koblenz, LHA, Best. 35, Urk. 506 (Or. Perg. m. anh. S., sambstag nach invencionis crucis).

    Belehnt vorbehaltlich seiner Rechte Gerlach von Isenburg mit einem Hof in Vallendar (Fallender), mit dem Kirchensatz und Zehnt in Metternich (Mettrich)und Kettig (Ketghe)sowie mit den – im Einzelnen aufgeführten – sogenannten Dattenberger (Dodenberger)Gütern im Pfarrbezirk Heimbach.

    «Nr. Š350 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Gf. Dietrich von Manderscheid-Schleiden – Worms, 11. Mai 1509 »

    Wertheim, StA, F-US 6, Nr. 481 (Or. Perg. m. anh. Siegelrest, Gegenz. F. v. Venningen, fritag nach dem sontag cantate) = Textvorlage A. Koblenz, LHA, 53 C 25, Nr. 530 (spätere Kop.).

    Regest: Eder-Stein/Lenz/Rödel, Grafschaft, Nr. 551, S. 343f.

    Sein Vater Kf. Philipp hat seinerzeit Friedrich von Sombreff, H. zu Kerpen, mit den im Folgenden aufgeführten Gütern belehnt und dabei verfügt, dass bei Fehlen eines männlichen Erben der Ehemann der ältesten Tochter nachfolgen soll. Friedrich hat nur seine mit Gf. Dietrich von Manderscheid-Schleiden verheiratete Tochter Margaretha hinterlassen. Dieser hat für sich und seine Gemahlin um die Belehnung gebeten. Belehnt Gf. Dietrich mit Kirchspiel und Gericht zu Oberwinter (Wintern)und zu Birgel samt Bandorf (Bacherdorf)und Einsfeld (Elnßfeld), dem Kirchspiel zu Kirchdaun (Dune)und dem Dorf Gimmigen (Gympnich). Sollten die Eheleute keine ehelichen männlichen Erben haben, ist ihre älteste Tochter durch ihren Gemahl zum Empfang dieser Lehen berechtigt. Der Gf. hat den üblichen Lehenseid geleistet.

    «Nr. 351 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Pfgf. Johann [II. von Simmern], Gf. zu Sponheim – Worms, 22. Mai 1509 »

    Koblenz, LHA, Best. 33, Nr. 16477 (Or. m. S., dinstag nach dem sonntag exaudi; Unterz. F. v. Venningen).

    Druck: Günther, Codex V, Nr. 51, S. 159f.

    Belehnt Pfgf. Johann in Gemeinschaft mit Mgf. Christoph von Baden, Gf. zu Sponheim, mit den vier Anteilen an der Stadt Kirchberg, dem Wildbann auf dem Soon (Sane), der Fischerei in der Nahe sowie den Dörfern Siefersheim (Suffersheym)und Frei-Laubersheim (Leubersheym). Pfgf. Johann und seine Erben sollen gemäß dem Burgfriedensvertrag über Kreuznach und andere Schlösser1diese Lehen weiterhin gemeinschaftlich von ihm, Kf. Ludwig, und seinen Erben empfangen.2

    «Nr. 352 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Pfgf. Johann [II. von Simmern], Gf. zu Sponheim – Worms, 22. Mai 1509 »

    Koblenz, LHA, Best. 33, Nr. 16478 (Or. m. S., dinstag nach dem sontag exaudi; Gegenz. F. v. Venningen).

    ŠBelehnt – wie zuvor Mgf. Jakob und Pfgf. Friedrich von Veldenz1Pfgf. Johann in Gemeinschaft mit Mgf. Christoph von Baden, Gf. zu Sponheim, mit den Dörfern Enkirch, Winningen und Obermendig sowie dem Wildfang auf dem Idar.2

    «Nr. 353 Aufzeichnung über die Belehnung Kf. Ludwigs V. von der Pfalz mit dem Bamberger Erbtruchsessenamt1 – Worms, 30. Mai 1509 »

    Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Lehenhof, Nr. 175, fol. 4’–5 (Kop., Unterz. Johann Kastner (Caßner), Sekretär; Verm.: Das original obgeschribner empfenknuszettel findet man zu Altemburg2.) = Textvorlage A. München, HStA, Kurbayern GLA 56, fol. 3–3’ (Kop., Unterz. Konrad Baumann, Sekretär) = B. Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 1010, fol. VIII’-IX (wie B) = C.

    Kf. Ludwig von der Pfalz hat am 30. Mai (mitwochen, dem virten heyligen pfingstfreyertag)auf dem Wormser Reichstag in dessen Herberge „Zur Goldenen Krone“ von Bf. Georg das Truchsessenamt des Hst. Bamberg sowie Schloss und Stadt Amberg mit allem Zubehör empfangen. Er hat dafür den üblichen Lehnseid geleistet. Als Zeugen waren auf Bamberger Seite anwesend: Gottfried Schenk von Limpurg, der Hofmeister Johann von Schwarzenberg, Philipp Schenk von Limpurg, die Bamberger Domherren Dr. Leonhard von Egloffstein und Weigand von Redwitz, der HausvogtaWilhelm von Wiesenthau, der Amtmann in Niesten, Wolf von Schaumberg, Johann von Rabenstein und der Sekretär Konrad Baumann; auf Kurpfälzer Seite: Pfgf. Friedrich, Gf. Ludwig von Hanau3, der Hofmeister Johann von Morsheim (Morscheym), der Kanzler Dr. Florenz von Venningen, der Marschall Hans Fuchs von Dornheim, Adam von Törring (Doringen), Hans Landschad von Steinach und der Sekretär Johann Kastner (Caßnerb).

    «Nr. Š354 Lehenbrief Kf. Ludwigs V. von der Pfalz für Gf. Ludwig von Nassau-Weilburg – Worms, 8. Juni 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 150, Urk. 711 (Or. Perg. m. S., freitag nach corporis Cristi).

    Belehnt vorbehaltlich seiner Rechte Gf. Ludwig von Nassau mit seinen – im Einzelnen benannten – kurpfälzischen Lehen. Dieser hat dafür den üblichen Lehnseid geleistet.

    «4.7. Proteste Kursachsens, Kurbrandenburgs und Sachsens gegen Reichsbesteuerung und Reichskammergericht  »

    «Nr. 355 Supplikation Kf. Joachims I. von Brandenburg an die übrigen Kff.– Worms, 7. Juni 1509 »

    Missachtung der kfl. Gerichtsfreiheit durch das Reichskammergericht; Besteuerung der von Kurbrandenburg eximierten Stände durch das Reich.

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 1, Nr. 4, fol. 15 (beschädigte Kop., am tag corporis Cristi, Unterz.: Gregor Wins, kfl. Sekretär) = Textvorlage A. Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 31 (Reinkonz. mit Korrekturen) = B.

    Hochwirdigsten und durchleuchtigisten churfursten, genedigsten herrn. Der durchleuchtigiste furst und herr, herr Joachim, marggrave zu Brandenburg etc., euern furstlichen gnaden mitchurfurst, hat mir in bevelh gegeben, euern allen churfurstlichen genaden zu berichten, wie sein gnade wider seiner Gn. churfurstliche freyheyt, gebrauch und alt herkommen vom cammergericht mit annemung einer appellacion besweret und anziehung seiner ftl. Gn. prelaten und graven, die angeslagen hilf zu Coln und Costenz ksl. Mt. und zu unterhaltung des cammergerichts zu geben, durch penalmandat vervolgt. Das doch alles hievorn bey seiner ftl. Gn. eltern und vorfarn, churfursten zu Brandenburg, in vil menschen gedenken nye furgenommen und gescheen, sunder haben zu iglichen reichstegen neben meinem gnst. herrn, dem churfursten von Sachsen, wie seiner ftl. Gn. wissenlich, meyn genedigister herr selbst und in abwesen d[urcha seiner]1 ftl. Gn. rete solich freyheit, brauch und alt he[rkommen ange]zeigt und davon protestiret.

    Der Kf. bittet sie, den Ks. in Namen aller Kff. schriftlich zu ersuchen, sein ftl. Gn. [g]enedi[glich] bey a[ltem] herkommen und gebrauch bleyben zu lassen, [beid]erseyt furnemen abzuschaffen und hinfur domit sei[n g]enade nit besweren, als onzweyflich romisch ksl. Mt. a[uf] solich seiner und euer churfurstlichen gnaden zym[li]ch bitt genediglich zu tun geneigt sein wird. Das soll meyn Šgenedigster herr gegen euern churfurstlichen genadenb semptlich und sonderlich in aller fruntschaft zu verdienen gevlissen sein. [Datum, Unterschriftc].

    «Nr. 356 (Nicht übergebenes) Fürschreiben der Kff. an Ks. Maximilian – Worms, 10. Juni 1509 »

    Missachtung der kfl. Gerichtsfreiheit durch das Reichskammergericht; Besteuerung der von Kurbrandenburg eximierten Stände durch das Reich.

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 1, Nr. 4, fol. 19–19’ (beschädigtes Or. Perg. m. 5 Ss.).

    Allerdurchleuchtigister, großmechtigister keyser, hochgeborner furst, allergnedigister herre. Unser undertenige, gehorsam und schuldige dinst [sind] eurn keyserlichen gnaden allezeit bereyt. Allergnedigister herre, wie wir yetzo von wegen des hochgebornen fursten, herren Joachims marggrafen zu Brandenburg etc., unsers mitkurfursten, freunds, oheim, vettern und swage[r], mit herin verschlossner schrift und furbit an euer ksl. Mt. zu tun bittlich angesucht sein, wirdet euer Mt. daraus vernemen. Wo nu die sachen laut seiner gestellten schrift gestalt, so were unser undertenig bitt, das euer keyserlich Mt. gnediglich tet verfugen, das solichs, so wider gedachts unsers mitkurfursten freiheit, brauch und herkomen, so er die hett, furgeno[men w]er, abgestalt und sein lieb dawider nit beschwert wurde. Daran erzeigt eur [ksl.] Mt. uns gnedigen willen, den wir zusambt schuldigen pflichten umb euer keyserlich Mt. in undertenigkeit gern verdienen wollen. Geben zu Worms uf sontag nach corporis Cristi anno etc. nono.

    Euer ksl. Mt. gehorsamen Uriel zu Menz, Jacob zu Trier, erzbischove, Philipps, erwelter und bestetigter zu Collen, Ludwig, pfalzgraf bey Rein, herzog in Beyern etc., Friderich, herzog zu Sachsen, lantgraf in Duringen und marggraf zu Meissen, all churfursten.

    «Nr. 357 Protest Kf. Joachims I. von Brandenburg an die ksl. Reichstagskommissare und reichsständischen Deputierten – Worms, 12. Juni 1509 »

    Einspruch gegen die Besteuerung der von Kurbrandenburg eximierten Stände durch das Reich und die Missachtung der kfl. Gerichtsfreiheit durch das Reichskammergericht.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 50’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = Textvorlage A. Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 32, 33 (Konz.) = B.

    Durchleuchtiger, hochgeporner furst, wolgeporner, edler, wirdigen, hochgelerten, gnedigen und gunstigen hern. Dweil ich [= Eitelwolf vom Stein] zu handlung des camergerichts notdurft, von wegen meins gnedigisten herrn, des Šchurfursten von Brandenburg, azu e. furstlichen gnaden und gunst und den reten, von stenden darzu verordent–a, beschaiden, hat mir nach vermögen meins bevelchs geburt, anzaigung zu tun der beswernus, die seinen furstlichen gnaden vom camergericht begegent mit erfordrung der angeslagen hilf zu Coln und Costenz von seiner ftl. Gn. prelaten und grafen, auch annemung der appellation von seiner ftl. Gn. hofgericht, alles wider seiner ftl. Gn. freiheit, geprauch und alt herkomen, mit der erbietung, wo solichs abgestalt und seinen ftl. Gn. versicherung geschehe, des hinfur entladen zu sein, alsdan sey ich willig, von den gebrechen und allem dem, so zu underhalten des loblichen furnemens des camergerichts, von wegen meins gnedigisten herrn meins besten vermögens zu verhandeln helfen. Dann dweil solichs nit geschehe, wurde mein gnst. her ins camergericht nit gehellen, bauch mir nit gezymen, zu solichem tun mich in handlung zu geben–b, davon ich dann also offenlich protestirt hab, mit und neben meiner gnedigisten und gnedigen herrn von Sachsen geschickten [Nr. 358] underteniglich gebeten, solichs nit anders dann aus notdurft meins gnedigisten herrn und meins bevelchs zu vermerken. Das hab ich euer ftl. Gnn. und gunst irem begern nach hiemit auch anzaigen wollen. cActum Wormbs, am dienstag nach corporis Christi anno etc. nono–c.

     Eytelwolf vom Stain, ritter etc.

    «Nr. 358 Protest Kf. Friedrichs III. und Hg. Johanns von Sachsen sowie Hg. Georgs von Sachsen an die ksl. Reichstagskommissare und reichsständischen Deputierten – Worms, 13. Juni 1509 »

    Einspruch gegen die Besteuerung der von Kursachsen und Sachsen eximierten Stände durch das Reich.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 49–50 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    Durchleuchtiger, hochgeborner furst, wolgepornen, edeln, wirdigen, hochgelerten, gestrengen, vesten, gnedigen und gunstigen hern. Wir haben euer gnad und gunst von wegen unser gnedigisten und gnedigen herrn von Sachsen etc. allenthalben vermeldet und zu versteen gegeben die gehabt handlung auf nehst gehaltenem Reichs tag zu Costenz, wie des orts ain anschlag zu ksl. Mt. romzug, auch zu underhaltung des camergerichts bewilligt und gemacht mit disem beschaide und anhang, das alle stende diejenen, so inen vor alders und nicht dem Reich gedient, auch dem Reich on mittel nicht zustendig, in diser hilf und volg Švorbehalten sein sollen1, und darauf alle bischofe, graven und herren, in berurter unserer gnedigisten und gnedigen herrn von Sachsen furstentumb und landen begriffen, unangeschlagen verblieben, nachdem dieselben zu des Reichs volge, auch vor das camergericht nye gezogen noch gebraucht seint, sundern unsern gnedigisten und gnedigen herrn on mitl gedient, gevolgt und mit gerichtszwang und aller oberkeit underworfen gewest, auch noch underworfen seind. Derhalben auch und in kainen andern wege unser gnedigiste und gnedigen herrn in bestimpten anschlage des romzugs und camergerichts bewilligt. Und wie daruber die berurte bischofe, graven und herrn zu hilf des romzugs, auch von dem fiscal zu underhaltung des camergerichts mit sweren mandaten und processen angezogen, deßhalben wir zu dieser neuen furgenommen handlung des camergerichts nit bewilligen noch darbey oder darob sein sollen, es sey dann zuvor bemelte beswerung abgetan, davon wir von wegen vielberurter unserer gnedigisten und gnedigen hern und irer verwandten offenlich protestirt, darin in kainen weg zu verheylen [= einzuwilligen]. So aber solichs geandert, so wirt an unsern gnedigisten und gnedigen herrn, was zu ere und wolfart dem Heiligen Reich entspriessen soll, an iren gnaden nichts erwinden, undertenig und dienstlich bittend, euer gnad und gunst wollen diese unserer gnedigisten und gnedigen hern gerechtigkeit zu herzen furen und an dieser protestation kain beschwerung haben und der notdurft zuziehen [= zumessen, zuschreiben], auch bey ksl. Mt. verhelfen, das solich beschwerung und anslege geandert und an unser gnedigisten und gnedigen herrn undertenigem und gutwilligem erpieten begnugig sein. Das werden ire furstlichen gnaden gegen ksl. Mt. undertenig und euer perschon fruntlich vergleichen, beschulden und in gnaden erkennen. So seind wirs fur unser perschon gegen e. gnade und gunst undertenig und willig zu verdienen geflissen. Datum am mitwuchen nach corporis Christi anno etc. XVC und IXo.

    Unser gnedigist und gnedigen herrn, herrn Friderichs, churfursten, herrn Johansen und herrn Georgen, gepruder und vetter, alle herzogen zu Sachsen etc., rete, ytz alhie zu Wormbs.

    «Nr. 359 Supplikation Hg. Georgs von Sachsen an Mgf. Kasimir von Brandenburg und die anderen ksl. Reichstagskommissare – [Worms, kurz vor dem 14. Juni 1509]1 »

    [1.] Besteuerung der von Sachsen eximierten Stände durch das Reich; [2.] Steuerverweigerung Hg. Heinrichs von Sachsen; [3.] irrtümliche DopŠpelbesteuerung des von Sachsen eximierten Reichsstifts Quedlinburg; [4.] Forderung nach Abhilfe dieser Beschwerden.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 51’–52’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] Durchleuchtiger, hochgeborner furst, wolgepornen, edlen, wirdigen, hochgelerten, gnedigen und gunstigen herrn. Wir bitten euer gnade und fruntschaften undertenig und dienstlich zu wißen: Nachdem auf nehstgehaltnem Reichs tag zu Costenz ain anslage zu ksl. Mt. romzug, auch zu underhaltung des camergerichts bewilligt und gemacht, mit disem beschaide und anhang, das allen stenden diejenen, so in vor alders und nicht dem Reich gedient und on mittel nicht zustendig, in diser hilf vorbehalten sein sollen2, und darauf alle bischofe, grafen und herrn in unsers gnedigen herrn, herzog Georgen von Sachsen etc., landen unangesehen verblieben, dieweil die zu des Reichs volge, auch vor das camergericht zuvor nye gezogen noch gebraucht sein, sonder unserm gnedigen herrn und seiner gnaden vorfaren on mittel gevolgt und gedienet und mit gerichtszwang underworfen gewest und noch zur zeit seind, das auch berurten unsern gnedigen herrn in solichen anschlag zu bewilligen geursacht und ungezweivelt an das verplyben, dennoch so seind uber den bewilligten anslage und abrede die bischofe, graven und herrn, unserm genedigen herrn, herzog Jorgen, zustendig, zu hilf des romzugs, auch von dem fiscal zu underhaltung des camergerichts mit schweren mandaten und process angezogen, davon unser gnediger herr zu appelliren und zu berufen geursacht.

    [2.] Item, so ist auch unserm gnedigen hern, herzog Georgen, ain anzale zu ross und fues, auch etzlich gelt mitsampt unserm gnedigen hern, herzog Hainrichen von Sachsen, aufgelegt3, das unser gnediger herr, herzog Georg, alles allain zu gehorsam ksl. Mt. vorgestrackt4 und bis anhere seynen gepurlichen dail von bemeltem herzog Hainrichen nicht hat bekommen mogen.

    [3.] Item, so hat auch kayserliche Mt. unserm gnedigen hern, herzog Georgen, als ein erbvogt des stifts zu Quedlinburg dasselb stift neben seinem anschlage zu vertreten bewilligt und nachgelassen. Das auch berurter unser genediger her neben seinem volk und gelt verlegt und vertreten hat.5 Aber ksl. Mt. hat volgende einem andern vor solichen anschlage gelt zu empfahen mandat und bevelh gegeben6, der auch solichs entpfangen und unser gnediger her seins ausgelegten gelts und darlegung also in mangel steht.

    [4.] Darauf ist unser undertenig, dinstlich und fruntlich bit, euer gnad und fruntschaftn wollen in ansehung, des die berurte bischove, graven und hern in Šunsers gnedigen hern furstentumb zu Doringen und Meissen begreifen7, dem Reich nye gedient, auch dem camergericht an mittel nicht, sonder seiner gnaden geriechtszwengen underworfen, der sein gnade auch ains tails von der cron zu Behaim zu lehen tregt, als wir solichs alles mit der warheit anzuzaigen wissen, verschaffen, das dieselbigen unsers gnedigen herrn bischof, graven und hern des romzugs halb, auch von dem fiscal unangezogen und hinfur unangeschlagen verbleiben und unserm gnedigen hern von derselben alten, ruchtparn [= (öffentlich) bekannten], hergebrachten gerechtikeyten nicht gedrangen lassen, auch mit unserm gnedigen hern, herzog Hainrichen, seynen antail zu erlegen und der darlegung, fur die ebtissin zu Quedlinburg beschehen, wieder ergenzt zu werden verschaffen. Das wirt sein furstlich gnade gegen euer gnade und fruntschaft fruntlichen vergleichen und in gnaden bedenken. So wollen wirs unser person halbe undertenig und dinstlich verdienen.

    Herzog Georgen von Sachsen etc. rete Cesar Pflug, ritter, und Dietherich von Werter, bayder recht doctor etc. – An ksl. Mt. rete, zu Wormbs versamelt.

    «Nr. 360 Antwort der ksl. Reichstagskommissare und reichsständischen Deputierten an Kursachsen, Kurbrandenburg und Sachsen – Worms, [14. Juni 1509]1 »

    Berichterstattung über die Proteste Kursachsens, Kurbrandenburgs und Sachsens an den Ks., Aufforderung zur Teilnahme an den Verhandlungen über das Reichskammergericht.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 51 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    Kaiserlicher maiestat rete und comissarien, auch etlich der churfursten, fursten und stende des Reichs rete, auf dem Reichs tage zu Wormbs versamelt, haben die beswerung und protestacion, so durch unser gnedigisten und gnedigen herrn, der churfursten und fursten herzog Friderichs von Sachsen und marggrave Joachims von Brandenburg, bede churfursten, auch herzog Jörgen von Sachsen reten, inen montlich und schriftlich furbracht sein [Nrr. 357f.], vernommen und empfangen und inen darauf antwort geben, das in irer bevelch oder macht nit sey, als sie selbs ermeßen mochten, außerhalb ksl. Mt. oder der stende des Reichs wissen oder willen in diesem fall ainiche exemption oder nachlasssung zu tun. Wolten darumb die ksl. Mt. rete solich ir beswerde und protestacion an ksl. Mt. gelangen lassen und, was ine darauf begegnen wurde, ine nit verhalten. Wolten sich auch die obberurten ksl. Mt. und andere rete versehen, dweil die obbemelten drey churfursten und fursten bey dem abschid und anslag zu Costenz gewest, das sie ire rete der gedachten protestacion oder beschwerung unverhindert bey und in der verhandlung, so des camergerichts halben ytzo Šfurgenommen werden soll, das pest und nutzest von wegen irer herrn mit raten und helfen handeln wolten. Dann wo sie das abslagen und nit tun, wurden sie, die ksl. und andere rete der stende, nichts destminder der notdurft nach, wie ine gepurt, nach irem pesten vleis darin handeln, vollenfaren und beschliessen.

    «Nr. 361 Mandat Ks. Maximilians (ksl. Reichstagskommissare) an Hg. Heinrich von Sachsen – Worms, 14. Juni 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10502/17, fol. 5–5’ (Or. m. Siegelrest, Verm. amdiic., Gegenz. J. Storch).

    Sein Bruder Hg. Georg von Sachsen ließ vorbringen, dass ihnen beiden gemeinsam durch die auf dem Konstanzer Reichstag versammelten Kff., Ff. und Stände des Hl. Reiches gemäß dem dort verabschiedeten Anschlag ein Kontingent von Reitern und Fußsoldaten und dazu eine Summe Bargelds für den Romzug auferlegt worden sei. Er, Hg. Heinrich, habe jedoch bislang weder den ihm obliegenden Anteil entrichtet noch seinen Bruder bei der Zahlung unterstützt. Vielmehr habe dieser den Anschlag allein bestreiten müssen. Hg. Georg hat deshalb um Hilfe gebeten.

    Befiehlt ihm, seinem Bruder unverzüglich und ohne weiteren Einspruch seinen Anteil am Reichsanschlag zu erstatten, damit weiters ansuechens und handlung nit not werde.

    «4.8. Kurfürst Friedrich III. von Sachsen  »

    «Nr. 362 Instruktion Kf. Friedrichs III. von Sachsen für den ksl. Gesandten Ernst von Welden – Worms, 5. Juni 1509 »

    [1.] Aushändigung der in Kursachsen eingesammelten Jubelablassgelder an die Fugger; [2.] Lieferung von Salpeter an Ks. Maximilian.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 160–161’ (Konz., dinstag nach der allerheiligisten dreufoldigkait tag).

    [1.] Bekundet seinen Gehorsam gegen den Ks. und erkundigt sich nach dessen Befinden und Angelegenheiten.

    Welden soll den Ks. hinsichtlich der Aushändigung der Jubelablassgelder an die Fugger auf die von ihm, Kf. Friedrich, mitgetragene Resolution der Stände an die ksl. Reichstagskommissare [Nr. 275, Pkt. 9] hinweisen, an der sie ungeachtet deren Insistierens festgehalten haben. Solten wir uns nu deßhalb weyter gegen ksl. Mt. vernemen lassen, dann wir vormals mit den stenden zu antwort geben, het ksl. Mt. gnediglich zu achten, das es uns verkerlicha sein mocht, wiewol wir in Šallem dem, dz ksl. Mt. und dem Hailigen Reich zugut erschissen mocht, als der undertenig gehorsam zu leisten ganz willig weren.1

    [2.] Er würde dem Ks. auch mit der Lieferung von Salpeter gern willfahren. Doch wurden sämtliche Vorräte im Land bereits aufgekauft; insbesondere eine so große Menge ist derzeit nicht zu bekommen. Für einen Zentner Erfurter Gewichts müssen derzeit bis zu zwölf Gulden bezahlt werden. Seine eigenen Vorräte hat er bereits einigen befreundeten Ff. zur Verfügung gestellt. Für das Angebot, 2000 fl.rh. für den Bau des neuen Stifts in Wittenberg zu geben, soll Welden sich in seinem Namen bedanken.

    «4.9. Kurfürst Joachim I. von Brandenburg  »

    «Nr. 363 Eitelwolf vom Stein an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein – Worms, 16. Mai 1509 »

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/256/VI, fol. 39–39’ (Or. m. Siegelrest, Postverm.: In sein hand.).

    Die ksl. Vertreter auf dem Reichstag haben in ihrem Vortrag unter anderem die Vorlage der Vollmachten gefordert [Nrr. 259, Pkt. 8; 261, Pkt. 7; 398, Pkt. 2]. Daraufhin hat er eine Abschrift seiner Beglaubigung [Nr. 230], wie sie Gf. Adolf [von Nassau] gelesen hat, übergeben. Er hat zuvor bereits dem Ks. und ihm, Serntein, gegenüber erklärt, was es mit seiner Vollmacht auf sich hat. Der Ks. gab daraufhin eine gnädige Antwort, verschob die Angelegenheit aber bis zum Eintreffen [Johann] Storchs – verbunden mit der Zusage, sie anschließend unverzüglich zu erledigen.

    Bittet ihn, den ergangenen Bescheid auszufertigen und dabei die Interessen des Ks. wie auch seine, Steins, Situation zu bedenken, damit er keine Ungnade zu gewärtigen hat. Er, Serntein, hat selbst seinen Befehl gesehen, an den er sich halten muss. Doch wird er einem ksl. Befehl ebenfalls Folge leisten. Bittet, ihn dem Ks. zu empfehlen. Got wolt, das mocht an beyden orten[= beim Ks. und bei Kf. Joachim] dank verdinen.Entgegen seiner Zusage verzögert er, Serntein, die übrigen ihm aufgetragenen Angelegenheiten. Bittet ihn, sich seines Vertrauens würdig zu erweisen.

    « Š4.10. Verhandlungen der Sponheimer Kondominatsherren  »

    «Nr. 364 Abschied (nur Betreffe) zwischen Kf. Ludwig V. von der Pfalz, Pfgf. Johann II. von Simmern und Mgf. Philipp von Baden – Kreuznach/Worms, 18. April/20. Mai 1509 »

    Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 1348, fol. XXVII-XXX’ (Kop., Überschr.: Handlung und abscheid zu Creuznach der dreyer fursten, pfalzgrave Ludwig, churfurst, herzog Johans und marggrafe Philips etc., eygnen personen uf mitwoch nach dem sontag quasimodogeniti anno XVCIXo und nachfolgends von irer aller gnaden reten uf dem Reichs tag zu Worms sondags exaudi nechst darnach beslossen.).

    [1.] Einsetzung eines Amtmanns in Gemünden; [2.] Protest Simmerns und Badens wegen des Vorgehens der Hh. von Sickingen im Bergwerk zu Ebernburg und [3.] wegen der Pastorei in Sprendlingen; [4.] Prozess gegen Konrad von [Waldeck zu] Iben (Uben); [5.] Streitigkeiten wegen der Fischerei in der Nahe zwischen der Binger Brücke und der Frauenmühle; [6.] gemeinschaftliche Besetzung des Hofgerichts; [7.] Begnadigung Mangs von der wegen des Totschlags an einem Schneider verhängten Todesstrafe; [8.] Aufsagung des Geleits für Hamann und seinen Helfer Gottfried Fischer wegen der von ihnen verübten Brandstiftung in Büdesheim; [9.] Eröffnung eines Verfahrens gegen Veit als ihrem Mithelfer; [10.] Dispensierung Kreuznachs von der jährlichen Verlesung der Stadtordnung1; [11.] Vereinbarung mit dem Müller zu Kreuznach wegen der Verlängerung seiner Pacht und der Einfuhr von Brot in die Stadt durch auswärtige Bäcker. [12.] Verabschiedung einer neuen Forstordnung.

    «Nr. 365 Aufzeichnung bzgl. des Verfahrens der Kondominatsherren gegen Nikolaus Braun – act. Worms, 21. Mai 1509 »

    Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 1348, fol. XXXI-XXXI’ (Kop., actum mentags nach exaudi).

    Der Ebf. von Mainz hat sich in der Angelegenheit zwischen Nikolaus Braun [von Schmidburg] und Dienern des pfälzischen Kf., Pfgf. Johanns und Mgf.[Christophs] von Baden für diesen eingesetzt. Anders als der Ebf. sind sie jedoch der Überzeugung, dass seine Tat vorsätzlich war. Braun soll deshalb einen Eid leisten, dass ihm bei seinem tätlichen Angriff nicht bekannt gewesen sei, dass es sich bei den Opfern um Diener der drei Ff. gehandelt habe, und die Tat auch nicht vorsätzlich geschehen sei. Dem Ebf. zu Gefallen soll die Angelegenheit damit auf sich beruhen bleiben. Zusätzlich soll sich Braun verpflichten, weitere Maßnahmen gegen die drei Ff. wegen dieser Angelegenheit zu unterlassen.

    ŠBraun hat am heutigen Montag [21.5.] in Worms in Gegenwart des Ebf. von Köln, Kf. Ludwigs von der Pfalz und Pfgf. Johanns sowie auch gegenüber dem Vertreter des Mgf. von Baden, Blicker Landschad, einen entsprechenden Eid geleistet.

    «4.11. Bischof Philipp von Speyer  »

    «Nr. 366 Beschlüsse des Speyerer Domkapitels – Speyer, 6./11. Juni 1509 »

    Karlsruhe, GLA, Abt. 61, Nr. 10930, fol. 31, 31’, 32 (Konz.).

    Druck/Regest: Krebs, Protokolle I, Nrr. 2757f., 2767, S. 263f.

    [1.] /31/ [6.6.] Der Hofmeister [Hartmann Fuchs von Dornheim] und der Landschreiber [Georg Brentz1] berichten, dass die ksl. Räte ihnen im Streit zwischen der Stadt Landau und dem Bischof einen Tag nach Worms anberaumt haben. Diese bitten außerdem um Überlassung der Pfandverschreibung.2Das Domkapitel lehnt dies ab und schlägt stattdessen vor, eine Vertagung zu beantragen, die damit begründet werden soll, dass der Bf. zur Kur [nach Bad Ems] gereist sei und die Verschreibung sich nicht in den Händen der Statthalter befinde.3

    [2.] /31’/ Meister Hieronymus [Friesbach4] berichtet über seine Verhandlungen mit dem Vogt zu Heidelberg [Zeisolf von Adelsheim] wegen Beeinträchtigung der Weiderechte in Ketsch. Beschluss: Der Syndikus [Friesbach] soll gelegentlich seiner Reise nach Worms in gleicher Weise wie mit dem Vogt auch mit dem Pfgf.[Kf. Ludwig] verhandeln. Ist ime doctor Erpf [von Gemmingen], Philips von Flersheim5.

    Š[3.] /32/ [11.6.] Der Domherr Erpho von Gemmingen erhält aufgrund eines Schreibens des Ebf. von Mainz vorbehaltlich der kirchlichen Strafen Urlaub bis zum 8. Juli (Kiliani).

    «4.12. Bischof Lorenz von Würzburg  »

    «Nr. 367 Antwort Bf. Lorenz’ von Würzburg an die ksl. Reichstagskommissare – Worms, [10. Juni 1509] »

    Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 172’ (Kop).

    Bestätigt den Empfang des von den ksl. Kommissaren übergebenen Auszugs aus ihrer Instruktion bezüglich der Anwerbung von 50 Reitern [Nr. 267 (B)]. Er wird sich darum kümmern und über das Ergebnis entweder den ksl. Räten, falls sie sich dann noch hier in Worms aufhalten sollten, berichten oder an das Innsbrucker Regiment schreiben.1

    «4.13. Deutscher Orden  »

    «Nr. 368 HM Friedrich von Sachsen an Kf. Ludwig V. von der Pfalz, Pfgf. Friedrich, Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach, Bf. Georg von Bamberg und Bf. Lorenz von Würzburg – Worms, 3. Juni 1509 »

    Streit des Ordens mit Sebastian Stiebar von Buttenheim wegen des Lehens Domnau.

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 189–192 (Kop., suntag trinitatis).

    Seine Amtsvorgänger haben Konrad [XIV.] von Egloffstein und dessen Nachkommen [zuerst i. J. 1469] mit dem Städtchen Domnau belehnt. Konrad ist längst verstorben. Nach dem erbenlosen Tod seines Sohnes [Heinrich VII., gest. 1502] sind nur noch die beiden Töchter [Anna und Susanna] übrig. Vertragsgemäß fielen die nunmehr herrenlosen Güter deshalb an ihn als Hochmeister und die beiden Töchter; Šdie Verwaltung führen zwei gemeinsame Lehnsleute. Melchior von Kreytzen hat [i. J. 1504] eine der Töchter [Susanna] geheiratet und sich mit der anderen über ihren Anspruch geeinigt. Er selbst hat [i. J. 1507] der Übertragung an Kreytzen zugestimmt. Allerdings machte auch Sigmund von Egloffstein, der Neffe Konrads, ihm gegenüber Ansprüche geltend. Indessen waren weder er noch sein Vater [Hartung VIII.] jemals vom Orden belehnt worden.1Während der laufenden Verhandlungen wurde Sigmund in Königsberg verwundet und starb. Er selbst erfuhr erst drei Tage später davon. Der Täter hielt sich ohne sein Wissen an seinem Hof auf.

    Zur gleichen Zeit erhoben [die Schwester Sigmunds] Barbara (Merig [!]) von Egloffstein und [ihr Ehemann] Sebastian Stiebar [von Buttenheim] Anspruch auf Domnau. Er hatte aufgrund ihrer Bitte für den 2. Februar (unser lieben Frauen tag lichtmess)einen Schiedstag anberaumt. Diesen Termin haben die Petenten zwar akzeptiert, ihn aber nicht wahrgenommen. Stattdessen hat Stiebar sein persönliches Erscheinen bei ihm angekündigt und die Übergabe Domnaus gefordert. Auf sein erneutes Angebot zur Beschreitung des Rechtswegs wandte sich dieser an den Deutschmeister Hartmann von Stockheim und beklagte seine angebliche Rechtsverweigerung. Die von Stiebar ebenfalls eingeschalteten Ganerben zu Rothenberg setzten einen Schiedstag zwischen Stockheim und Stiebar an. Der Deutschmeister machte indessen geltend, mit dieser Angelegenheit nichts zu tun zu haben, und verwies auf das bestehende Rechtserbieten.2Schließlich wurde Stiebar auch noch ein rechtliches Verfahren vor dem Ebf. von Mainz, Kf. Ludwig von der Pfalz, Pfgf. Friedrich von Bayern, Mgf. Friedrich von Brandenburg-Ansbach, Hg. Ulrich von Württemberg, den Bff. von Bamberg und Würzburg und den Ganerben zu Rothenberg angeboten, was dieser ebenfalls zurückwies. Dennoch haben die Ganerben den beiliegenden Rezess verabschiedet, worin für den 26. Juli (tag nach suntag Jacobi)ein Rechtstag nach Coburg anberaumt wurde. Obwohl dazu nicht verpflichtet, hat er, der Hochmeister, eingewilligt. Stiebar indessen lehnte ab, weil er die Verzögerung nicht akzeptieren wollte. Er seinerseits kann das Vorgehen der Gegenseite nur so verstehen, dass Stiebar gegen ihn, den Orden und insbesondere den Ordensgebietiger [Hartmann von Stockheim] gewaltsam vorgehen will. Wie er erfahren hat, hat Stiebar mehrmals Drohungen gegen ihn und den Orden ausgestoßen.3Er bittet, Šdiesen nicht zu unterstützen, sondern ihn ggf. an gewaltsamen Übergriffen zu hinderna.

    «4.14. Herzog Wilhelm IV. von Bayern  »

    «Nr. 369 Pfgf. Friedrich an Hg. Wolfgang von Bayern – Worms, 7. Mai 1509 »

    München, HStA, KÄA 1242, fol. 27–27’ (Or., montag nach sontag cantate).

    Jörg Reindl zu Sinning und Hans Heimhofer (von Haimhofen) wurden laut beigelegtem Schriftstück bei ihm, Pfgf. Friedrich, vorstellig. Sie haben glaubwürdig dargelegt, dass die gegen sie erhobenen Vorwürfe1unwahr sind. Die beiden Beschuldigten bieten an, ihre Unschuld zu beweisen. Bittet, Reindl und Heimhofer entweder wegen dieser Angelegenheit für entlastet zu erklären oder sie unter freiem Geleit zu einer Anhörung vorzuladen. Wo es aber nit beschach, so mogen eur lieb selbs versten, das uns ir dinst unersprießlich wern, darzu das wir sy uber ir manigfaltig ansynnen lenger nit aufhalten mochten. Bittet um eine Antwort an den Überbringer dieses Schreibens.2

    «Nr. Š370 Supplikation Hg. Wilhelms IV. von Bayern und seiner Vormünder an Ks. Maximilian – [act. Kaufbeuren, 14. Mai 1509 oder kurz davor] »

    Befreiung Hg. Wolfgangs von Bayern von allen Reichsanschlägen.

    München, HStA, KÄA 1242, fol. 31–32 (Kop.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 18’–20 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B. München, HStA, KÄA 3137, fol. 138–138’ (Konz.) = C.

    Hg. Albrecht und nach dessen Tod sie haben sich bei ihm mehrfach wegen der Veranschlagung Hg. Wolfgangs auf dem Konstanzer Reichstag beschwert. Der Wormser Reichstag könnte erneut eine Besteuerung des Hg. beschließen. Bitten ihnaum Weisung an seine Reichstagskommissare, bei einer Reichshilfebewilligung durch die in Worms versammelten Stände eine erneute Veranschlagung Hg. Wolfgangs zu verhindern. Er, Hg. Wilhelm, und seine Vormünder kommen damit ihrer laut dem vom Ks. konfirmierten Vertrag [vom 8. Juli 1506] über die Regierung des Hm. Bayern bestehenden Verpflichtung nach, das Hm. allein gegenüber dem Reich zu vertreten und auch sämtliche dafür erhobenen Reichssteuern zu bestreiten. Hg. Wolfgang hat von Ks. und Reich weder Regalien noch Lehen inne. Dies alles steht ausschließlich ihm, Hg. Wilhelm, als alleinregierendem Landesfürsten zu. Die Besitzungen Hg. Wolfgangs gehören zum ungeteilten Hm. Bayern. Seine Amtleute erhalten die Befugnis zur Ausübung des Blutbanns von ihm, Hg. Wilhelm, und dem Vormundschaftsrat. Hg. Wolfgang besitzt lediglich die Nutznießung seiner Güter auf Lebenszeit, hat jedoch nicht das Eigentumsrecht und die landesfürstliche Gewalt inne. Das Steuerrecht und das Recht zur Entgegennahme der Erbhuldigung liegen allein bei ihm, Hg. Wilhelm, und seinen Erben als regierenden Fürsten. Nach dem Tod Hg. Wolfgangs fallen dessen Besitzungen wieder an den regierenden Hg. zurück. Sollte Hg. Wolfgang für sein Leibgedinge separat veranschlagt werden, würden diese Lasten später auf ihn, Hg. Wilhelm, übergehen und er damit vom Reich höher als die Kff. besteuert werden. Dies war jedoch nicht einmal zu Zeiten Hg. Georgs [von Niederbayern] der Fall, der ein größeres Territorium regierte als er heute. Wiederholt noch einmal die Bitte, bei den in Worms versammelten Ständen dafür einzutreten, dass ein solches Unrecht unterbleibt, sondern sich mit der Besteuerung des gesamten Hm. Bayern einschließlich der Besitzungen Hg. Wolfgangs in Höhe eines kfl. Anschlags zu begnügen.

    « Š4.15. Pfalzgraf Friedrich (Pfalz-Neuburg)  »

    «Nr. 371 Pfgf. Friedrich an Bürgermeister und Rat der Stadt Worms – Heidelberg, 26. Mai 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 446/1, unfol. (Or., samstag nach sant Urbans tag).

    Einige Ff. und Hh., die sich itzunt unser widersach zeugen ußgeben haben oder von iren wegen laßen dun, unterstellen ihm, dass er unrechtmäßig gegen sie vorgeht und ihnen das Recht verweigert. Sie messen ihm die Schuld an einem möglichen Krieg zu.

    Tatsache ist, dass keiner dieser Ff. und Hh. bislang schriftlich oder mündlich eine Forderung an ihn herangetragen hat. Um über die Urheber dieser Beschuldigungen zu informieren und ihm Gelegenheit zur Richtigstellung zu geben, wurde für den 1. Juli (sondag nach sant Johans baptisten tag)ein Tag nach Nürnberg anberaumt. Bittet sie, einige Ratsherren dorthin abzuordnen.

    «4.16. Herzog Friedrich I. von Schleswig-Holstein  »

    «Nr. 372 Bescheid der ksl. Reichstagskommissare an Gesandte Hg. Friedrichs I. von Schleswig-Holstein – Worms, 14. Juni 1509 »

    Druck: Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLXXVIII, S. 231 (Nachweis über Unterz. J. Storch).

    Hamburg wird seit vielen Jahren in allen Reichsanschlägen als Reichsstadt behandelt. Es ist deshalb als solche anzusehen und entsprechend zum Gehorsam verpflichtet. Falls der Hg. dennoch die Landsässigkeit der Stadt beansprucht, soll er dem Ks. und seinen Räten entsprechende Belegdokumente vorlegen.1

    «4.17. Landgraf Wilhelm II. von Hessen367 »

    « Š4.18. Herzog Ulrich von Württemberg368 »

    «Nr. 373 Hg. Ulrich von Württemberg an den ksl. Hofkanzler Zyprian von Serntein – Worms, 23. Mai 1509 »

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/256/VI, fol. 41–41’ (Or. m. Siegelspuren, mitwochs nach exaudi).

    Bei einer Unterredung mit dem Ks. in Göppingen wurde vereinbart, zum 27. Mai (hailigen pfingstag)50 gerüstete Pferde nach Innsbruck zu schicken. Er hat sich in Schwaben, im Sundgau, im Breisgau und anderweitig um die Umsetzung der Vereinbarung bemüht, konnte aber für den vorgesehenen Sold von 10 fl. monatlich, erstmalig auszahlbar in Innsbruck, keine Reiter anwerben. Auch seine Erklärung, für eventuelle Schäden beim An- und Abzug einzustehen, und seine Zusage an die hgl. Dienstleute, die laufenden Soldzahlungen an sie fortzusetzen, blieben wirkungslos. Bittet, ihn beim Ks. zu entschuldigen. Falls er, Serntein, Personen kennt, die sich zu diesen Bedingungen verpflichten würden, soll er sie benennen. Er würde dann seine Bemühungen fortsetzen. Wenn es um die Ehre und den Nutzen des Ks. und des Hauses Österreich geht, wird man ihn jederzeit gehorsam und bereitwillig finden. Ungeachtet dieses Schreibens wird er weiterhin versuchen, Reiter anzuwerben.

    «4.19. Herzog Johann II. von Kleve-Mark  »

    «Nr. 374 Ks. Maximilian an Ebf. Uriel von Mainz (entsprechend an Ebf. Philipp von Köln, Ebf. Jakob von Trier, Kf. Ludwig V. von der Pfalz, Mgf. Christoph I. von Baden, Lgf. Wilhelm II. von Hessen und Hg. Wilhelm IV. von Jülich) – Kaufbeuren, 11. Mai 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 128 (Konz. mit ex.-Verm.).

    Er hat seinen Räten und Kommissaren auf dem Wormser Reichstag befohlen, mit ihm über eine Zollbefreiung für den Hg. von Kleve zu sprechen.1Ersucht ihn, sie anzuhören, ihnen Glauben zu schenken und seinem Anliegen zu willfahren.2

    « Š4.20. Graf Wolfgang von Fürstenberg  »

    «Nr. 375 Ks. Maximilian an den ksl. Hofmarschall, obersten Hauptmann und Landvogt im Elsass und in der Ortenau, Gf. Wolfgang von Fürstenberg – Nesselwang, 25. Mai 1509 »

    Druck: Riezler, Urkundenbuch IV, Nr. 475, S. 423f.

    [1.] Übersendet ihm durch den gfl. Diener Jörg Stauffer die an Bf. Wilhelm von Straßburg gerichtete Aufkündigung der bfl. und hochstiftischen Pfandschaften in der Landvogtei Ortenau.1Er soll das Dokument allerdings erst nach Ende des Wormser Reichstages der Regierung in Ensisheim zustellen lassen, angesehen, wo solhs ee beschehe, daz vns das bey den stenden des Reichs, nachdem gedachter bischoue zu Straspurg in sonderlich verwont und in grossem ansehen ist, etwas nachtail und zerruttung bringen.2

    [2.] Er hat seinen Diener mit dem Bestallungsbrief und dem Geld für die 100 Pferde, die er, Fürstenberg, für das bevorstehende Unternehmen bereitstellen wird, vorläufig aufgehalten, da er mit dem Innsbrucker Marschall und Hauptmann zu Rattenberg, Paul von Liechtenstein, bisher in dieser Angelegenheit noch keinen Beschluss gefasst hat. Liechtenstein wird aber heute nach Reutte (Rewt)kommen. Dort werden sie gemeinsam eine Entscheidung treffen. Er soll Vorsorge treffen, um mit seinem Truppenkontingent einsatzfähig zu sein, sowie er ihm den Bestallungsbrief und das Geld schickt.

    «4.21. Graf Adolf III. von Nassau-Wiesbaden373 »

    «4.22. Reichsstadt Frankfurt  »

    «Nr. 376 Beschlüsse des Frankfurter Rates – Frankfurt, 1. Mai-14. Juni 1509 »

    [1.] Frankfurter Stadtsteuer; [2./5.] Gesandtenberichte aus Worms; [3.] vorübergehende Abberufung der Gesandten; [4./8.] Anleihe für Mühlhausen; [6.] Geleit für Teilnehmer am Reichstag; [7./9.] Beschlüsse des Reichstages.

    ŠFrankfurt, ISG, Bürgermeisterbücher (BMB) 1508, fol. 129’; 1509, fol. 1–17’ passim.

    [1.] Tercia in die Walpurgis [1.5.]: Als her Johann Frosche und Gilbrecht von Holzhusen, geschickten, schriben auch uf vorige meynung [Nrr. 438f.]. [Beschluss:] Inen widerschriben mit fuglicher abeßlagung1 (BMB 1508, fol. 129’).

    [2.] Feria quinta in die invencionis sancte crucis [3.5.]: Als her Johann Frosch und Gilbrecht von Holzhusen, geschickten, von Worms schriben etlich zytung [Nr. 441] (BMB 1509, fol. 1).

    [3.] Sexta post invencionis crucis [4.5.]: Item den frunden gein Worms schriben, wo sie mit fugen abkomen mugen, sich herheym zu fugen biß zu zukunft der fursten [Nr. 443] (ebd., fol. 2’).

    [4.] Feria tercia post vocem jocunditatis [15.5.]: Als der rat zu Molhusen bij Johan Butener, irem schriber, eyn credenz uberschickt und ime IIC und XL fl. zu lihen gebeten haben [Nr. 181]. [Beschluss]: Ime die also uf sin erkenteniß lihen; ime sagen, sich selbst gein Worms zu fugen, zu erkunden, weß der handel sij (ebd., fol. 5).

    [5.] Feria tercia post exaudi [22.5.]: Als Johan Frosch schribt von Worms [Nr. 450]. [Beschluss:] Die bedenken und ratslagen (ebd., fol. 8’).

    Quinta post exaudi [24.5.]: Als her Johan Frosch, geschickter ratßfrunt uf dem Richs tag zu Worms, schribt etlich zytunge [Nr. 451] (ebd., fol. 9’).

    Feria tercia post pentecoste [29.5.]: Als her Johann Frosch von Worms geschrieben hait dem statschriber [Melchior Schwarzenberg] etlich zytung [Nr. 452]. [Beschluss:] Doby laißen (ebd., fol. 11’).

    Feria quinta in die corporis Cristi [7.6.]: Als her Johann Frosch von Worms schribt [Nr. 453]. [Beschluss:] Doby laissen (ebd., fol. 14’).

    [6.] Feria tercia post corporis Cristi [12.6.]: Den fursten, so noch hynt herkommen werden und umb geleide schriben. [Beschluss:] Iren gnaden zu schriben daß geleide (ebd., fol. 16).

    [7.] Feria quinta in octavas corporis Cristi [14.6.]: Als her Johan Frosch, geschickter von rats wegen, vom Richs tag zu Worms komen ist und relacion getan und den abescheit [Nr. 303] schriftlich mitbracht hait.

    [8.] Der Mühlhauser Gesandte Daniel Helmsdorf bittet, seiner Stadt 240 fl. zu leihen, um dem ksl. Fiskal [Christoph Moeller] den ungarischen Anschlag bezahlen zu können2. [Beschluss:] Ime uf erkentenuß zusagen und das die bynnen monatsfrist geliebert werden.3

    Š[9.] Als, wes geratslagt ist uf dem tag zu Worms, gelesen wart. [Beschluss:] Das bedenken und zu gelegener zijt ratslahen.

    Den von Ache und Wetzflar den abscheit zu Worms [Nr. 303] werden lassen (ebd., fol. 17’).

    «Nr. 377 Ks. Maximilian (Reichstagskommissare) an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 7. Juni 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 55–55’ (Or., Verm.: amdip., Unterz.: Uriel archiep[iscopu]s Mog[untinensis] archicanc[ellarius] s[ubscrip]s[i]t. Gegenz.: J. Storch).

    Er hat sie am Vortag schriftlich angewiesen, eine Pulver- und Salpeterlieferung des Lgf.[Wilhelm von Hessen]1bis auf weiteren Bescheid zu verwahren. Befiehlt ihnen, das Material an den von ihm beauftragten Jakob Fugger auszuhändigen und diesen auf Wunsch bei der Erfüllung seines Auftrags zu unterstützen.

    «Nr. 378 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 7. Juni 1509 »

    Frankfurt, ISG, Reichssachen III, Nr. 496, unfol. (Or. m. S., dornstag corporis Christi, Gegenz.Hie[ronymus] R[udelauf]).

    ŠWie aus der beiliegenden Supplikation hervorgeht, hat Hieronymus Arnold aus Freiberg Ludwig Sachs (Sasse)300 fl. geliehen.1Dieser entzieht sich jedoch den Bemühungen Arnolds um Rückzahlung. Bittet sie deshalb, mit ihrem Mitbürger Johann Sachs (Sasse), dem Vater Ludwigs, über die Begleichung der Schuld zu verhandeln.2

    «4.23. Reichsstadt Goslar  »

    «Nr. 379 Mandat Ks. Maximilians (Reichstagskommissare) an Ebf. Ernst von Magdeburg, Hg. Heinrich I. von Braunschweig-Wolfenbüttel, Hg. Erich I. von Braunschweig-Calenberg und Lgf. Wilhelm II. von Hessen – Worms, 15. Juni 1509 »

    Goslar, StdA, Alte Abteilung, Best. B, unverzeichnete Reichssachen 1509, unfol. (koll. Kop. mit imit. Verm. amdic. und Unterz. J. Storch; Kollationsverm. des Notars Heinrich Lippes).

    Bürgermeister und Rat der Stadt Goslar ließen Beschwerde über das Räuberunwesen auf der ksl. Reichsstraße in der Umgebung der Stadt erheben. Die Amtleute und Pfleger auf dem Eichsfeld würden diesem Treiben Vorschub leisten. Der Handel erleide dadurch beträchtliche Verluste. Der Stadt drohe der Niedergang, wenn nicht Gegenmaßnahmen ergriffen würden.

    Diese Zustände sind mit dem ksl. Reichslandfrieden unvereinbar und können nicht geduldet werden. Befiehlt ihnen deshalb, bei ihren Amtleuten und Pflegern zu verfügen, dass sie ihr besonderes Augenmerk auf das Räuberunwesen richten. ŠFalls Goslar sich dagegen zur Wehr setzt, den Tätern nacheilt und dabei um Hilfe bittet, soll diese jederzeit gewährt und gegen die Täter, sollten diese sich in ihren Territorien aufhalten, gemäß der Landfriedensordnung verfahren werden. Dies dient der Sicherheit der Straßen und der Vorbeugung gegen weitere Straftaten.

    «4.24. Reichsstadt Worms  »

    «Nr. 380 Reversbrief Ks. Maximilians für den ksl. Rechenmeister Nicasius Hackeney – Worms, 24. April 1509 »

    Worms, StdA, 1 A I, Nr. 672 (Or. Perg. m. anh. S., Vermm. prps./amdip., Gegenz. B. Hölzl, Registraturverm. M. Khuen [?]) = Textvorlage A. Wien, HKA, Gedenkbücher 17, fol. LXXX (Notiz).

    Regest: Reuter, Kaiser- und Königsurkunden, Nr. 41, S. 91f.

    Er hat die Stadt Worms für 4000 fl.rh., die er noch seit dem letzten Reichstag schuldig ist1, an seinen Rat und Rechenmeister Nicasius Hackeney (Hagkanay)verwiesen. Dieser sollte ihnen die Schuld aus dem von ihm einzusammelnden Jubelablassgeld begleichen. Doch hat er, der Ks., Hackeney genehmigt, mit dem Geld zuerst andere Schulden zu bedienen.

    Für den Fall, dass diese Gelder nicht zugleich dafür und für die Begleichung der ksl. Schulden bei Worms ausreichen und Hackeney dennoch die Schuld bei der Stadt vollständig übernimmt, ist dieser befugt, die Differenz aus dem von Jakob Fugger in Augsburg entgegenzunehmenden Jubelablassgeld zu begleichen. Der Stadt darf daraus kein Nachteil entstehen.2