Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte  »

    «5.1. Kaiser Maximilian  »

    «Nr. 381 Weisung Ks. Maximilians an den Reichserbkämmerer, ksl. Hofmeister und Hauptmann zu Hohenburg, Gf. Eitelfriedrich von Zollern – [Worms, wohl 24. April 1509] »

    Vertretung des Ks. auf dem Reichstag.

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV/38, Fasz. 2f, fol. 275’ (Konz.).

    Maximilian etc. Wolgeborner, lieber getr[euer]. Wir fuegen dir zu vernemen, daz wir uns yeczo etlicher merklichen noturften und sachen halben von disem reichstag erheben muessen. Damit aber nichtdestminder unser und des Hailigen Reichs obligend sachen, darumb wir dann solhen reichstag ausgeschriben, furgenomen und daryn gehandelt werde, haben wir dich mitsambt andern unsern raten, an unser stat auf solhem reichstag hie zu sein und zu handeln verordent. Und begern darauf an dich, mit ernst bevelhend, daz du dich zum furderlichsten erhebest und on verziehen den negsten her gen Wormbs reitest, daselbs du ander unser rate, auch instruction und bevelh, was du mitsambt inen von unsern wegen hie handeln sollest, finden wirdest, und in kainen weg hieryne verziehest noch ausbeleybest, dann ain guter tail unser und des Hailigen Reichs curfursten, fursten und stande in aigner person hie sein und noch ankomen. So wirdest du hie nit lang aufgehalten. Und umb die zerung, so dir auf solhe rayß get, wellen wir uns gnediglich mit dir vertragen. Und wir wellen uns des entlichen zu dir verlassen und du tust uns daran sonder gut gefallen und unser ernstliche maynung. Datum.1

    «Nr. Š382 Weisung Ks. Maximilians an den ksl. Rat und Reichshauptmann zu Regensburg, Sigmund von Rorbach – [Worms, wohl 24. April 1509] »

    Vertretung des Ks. auf dem Reichstag, Verhandlungen über Angelegenheiten Regensburgs.

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV/38, Fasz. 2f, fol. 274 (Konz.).

    Maximilian etc. Lieber getreuer. Nachdem wir dir vor verschinen tagen geschriben und bevolhen haben, dich der von Regensburg und ander sachen halben her gen Wormbs zu fügen1: Wiewol wir nu aus etlichen merklichen noturften und ursachen von hyn verruckt sein, so ist doch nochmals unser ernstlicher bevelh, daz du dich nichtdestminder on verziehen hieher fuegest, inmassen wir dir dann vor geschriben haben. So wirdest du hie ander unser rate und beschaid finden, was du mitsambt inen von unsern wegen hie handeln sollest. So haben dieselben unser rate auch von uns bevelh, in den sachen, der von Regensburg halben, was sich der noturft nach gepurt, zu handeln.2 Und in solhem nit seumig noch ungehorsam erscheinst. Das ist etc. Datum.

    «Nr. 383 Ks. Maximilian an Costantino Arianiti (Fragment) – [Speyer?], 24. April 1509 »

    Einzug Ks. Maximilians in Worms (21. April), Eröffnung der Reichstagsverhandlungen durch den Ks. (22. April); Reichsbelehnungen für die Kff. von Mainz und Köln sowie für den Bf. von Lüttich (23. April); Erklärung der Reichsstände; Abreise Ks. Maximilians aus Worms (24. April).

    Wien, HHStA, Maximiliana 42, Fasz. IV/4, fol. fol. 100–103’, hier 103’ (lat. Konz.) = Textvorlage A.

    /103’/ Sicuti per fratrem Augustinum1 significavimus tibi de ingressu nostro in Wormatiam, qui fuit XXI. istius, intrarunt nobiscum tres principes electores ecclesiastici et quartus [comes] pallatinus [Kf. Ludwig] et complures alii principes. Ibidem etiam comperimus aliquos principes etiam et status Imperii. Postera die [22.4.] ingressus nostri proposuimus principibus. Altera die [23.4.] iterum proposuimus et concessimus regalia Maguntino, Coloniensi et Leodiensi. Eadem die nobis fuit responsum [Nr. 260, Pkt. 4] benigne eo modo et forma, quod indubitanter speramus habere bonum auxilium ab imperialibus. Sed cum dux Saxonie [Kf. Friedrich] et aliqui alii principes nondum huc advenerint, sunt tum in propinquo, ipsis advenientibus statuent de modo et forma istius auxilii. Quod Šcum ita cito fieri non possit, laboramus [et] adhibemus dilligentiam, ut maior pars istius auxilii acceleretur, reliqua subsequatur. Peractis hiis XXIIII. istius disces[s]imus ex Wormatia et venimus huc continuantes iter nostrum versus Tirolim, ubi speramus te comperire cum provisione, de qua scripsimus tibi. [...].

    «Nr. 384 Weisung Ks. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach und die anderen Reichstagskommissare – Speyer, 26. April 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 61–61’ (Kop.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 85’–86 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = B.

    Der ksl. Rat Johann Storch hat sich bereits mehrmals wegen des ihm während des Konstanzer Reichstages durch Hans von Emershofen und ebenfalls in Konstanz, aber auch bei anderen Gelegenheiten durch Ambrosius Dietrich zugefügten Unrechts beklagt. Er, der Ks., konnte jedoch wegen anderer Obliegenheiten in dieser Sache bislang nichts unternehmen. Damit Storch nicht das Recht verweigert wird, befiehlt er ihnen, aus dem Kreis der von diesem benannten Personen unparteiische Richter auszuwählen und sie mit einer Kommission zu betrauen, wie sie Storch schon früher gegen Emershofen bewilligt worden war. Sie sollen außerdem die Ausfertigung eines Mandats an Dietrich veranlassen, das diesem die weitere unangemessene Verfolgung seiner Schuldforderung gegen Storch1untersagt. Der ksl. Fiskalprokurator [Christoph Moeller] soll darüber hinaus Weisung erhalten, für den Fall der Missachtung dieses Mandats unverzüglich gegen Dietrich zu prozessieren.

    «Nr. 385 Der ksl. Sekretär und Protonotar Johann Storch an Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden – Speyer, 27. April 1509 »

    Klage gegen Johann von Kriechingen.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 1’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    Wolgeborner, genediger herr. Mir hat mein herr, der canzler [Zyprian von Serntein], bevolhen, e. Gn. zu schreiben, nachdem herrn Johann von Krichings tag morgen, sambstags [28.4.], sein wurde, ob sie erschinen oder ansuchen werden, das e. Gn. aus ksl. Mt. sonderlichem bevelch die zeit funf oder sechs tage ungevarlich erstrecken wolle. Mitlerzeit werde die instruction [Nr. 267, Pkt. 23] und ander bevelch deshalb zukumen. Das hab ich e. Gn. in eil nit verhalten wollen. Geben Speir, freitags nach misericordias Domini anno etc. im neunten. E. Gn. williger Johann Storch.

    «Nr. Š386 Weisung Ks. Maximilians an den ksl. Sekretär Georg Mosbach – Bruchsal, 28. April 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 94 (Konz. mit ex.-Verm.).

    [1.] Übersendet ihm eine ksl. Quittung über die Frankfurter Stadtsteuer. Befiehlt ihm, das Geld von den Frankfurter Gesandten in Worms einzufordern. Sobald es ihm ausbezahlt wurde, soll er gemäß dem in seinen Händen befindlichen Zahlungsplan (stat)damit verfahren.1

    [2.] Übersendet ihm außerdem zwei Schreiben an den ksl. Wundarzt Valentin Poltz. Das erste soll er unverzüglich in die ksl. Herberge „Zu der Kanten“ in Oppenheim weiterleiten und den Wirt anweisen, es nach dessen Ankunft an Poltz auszuhändigen. Das zweite Schreiben samt den für diesen bestimmten 50 fl. soll er, Mosbach, nach dessen Eintreffen in Worms an Poltz übergeben.2

    «Nr. 387 Weisung Ks. Maximilians an Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden – Stuttgart, 30. April 1509 »

    Beitrag Gf. Johann Ludwigs von Nassau-Saarbrücken zu den Reichshilfen von 1505 und 1507.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 100 (Konz. mit ex.-Verm.).

    Übersendet ihm eine Quittung über den Anteil Gf. Johann Ludwigs von Nassau-Saarbrücken an den in Köln und Konstanz bewilligten Reichshilfen.1Zwar wurde bislang nur ein Teil der Summe bezahlt2, doch hat er dem Gf. den Rest erlassen, weil er sich zum einen bereit erklärt hat, die ihm aufgetragene Mission bei Kf. Friedrich von Sachsen aus eigenen Mitteln zu bestreiten, und zum anderen dem ksl. ŠReichsvogt in Donauwörth und Weißenburg, Balthasar Wolf von Wolfsthal, eine Schuld von 5000 fl. stundet. Demnach emphelhen wir dir, sover bemelter von Nassau solhen zug also auf sein costen zu tun, nachdem er, dieweil gedachter von Sachsen numals auf dem weg gen Wurmbs ist, nit verrer zu reiten bedarf, verwilligen und ziehen wurd, daz du im alsdann solhe quittung zu seinen handen uberantwurtest; wo er aber solhs nit tun wolt, uns alsdann dieselb quittung gewisslichen widerumb zuschickest.

    «Nr. 388 Weisung Ks. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und andere ksl. Reichstagskommissare – Stuttgart, 1. Mai 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 102–102’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    Gf. Johann Ludwig von Nassau-Saarbrücken hat – auch im Namen Gf. Philipps von Solms und Gerlachs von Isenburg – vorgebracht, dass ihr Diener [Johann] Rockenhäuser auf Veranlassung der [Wild- und] Rheingfin. [Johannetta] zu Dhaun (Thuen)und ihrer Söhne [Philipp und Johann] in sware vanknuß gepracht und etwas strencklich gegen im gehandelt worden sey, und gebeten, sich um dessen Freilassung zu bemühen. Die Angelegenheit ist wichtig, da die Rheingff. Rockenhäuser schwerer Vergehen beschuldigen. Sie sollen deshalb eine Anhörung durchführen. Befiehlt ihnen, die Parteien vorzuladen, anzuhören und als seine Vertreter nach eigenem Gutdünken zu verfahren. Gf. Johann Ludwig hat gebeten, Rockenhäuser für die Anhörung auf freien Fuß zu setzen. Dies erschien ohne Wissen der Rheingff. und eine vorherige Klärung durch sie, die Reichstagskommissare, nicht tunlich. Falls sie darum ersucht werden, sollen sie nach Anhörung der Parteien entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen Rockenhäuser freikommt und zur Anhörung zugelassen wird, damit möglichst rasch ein Ausgleich zustande kommt. Gf. Johann Ludwig hat die Stellung einer Bürgschaft von bis zu 10 000 fl.rh. angeboten.1

    «Nr. Š389 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg und Erasmus Topler an Ks. Maximilian – Worms, 3. Mai 1509 »

    Bitte um Zusendung ihrer Instruktion für die Reichstagsverhandlungen.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 2 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    Allerdurchleuchtigister etc., eur ksl. Mt. seien unser untertenig und willig dinst etc. Allergenedigister herr, nachdem euer ksl. Mt. auf mich, Casimirus, marggrave zu Brandenburg etc., mitsambt etlichen andern ainen gemainen bevelch gestelt und solichem zu Wormbs auf gehaltem reichstage außzuwarten, tun wir euer ksl. Mt. wissen, das auf solichen bevelch allain wir hie zu Wormbs erschinen und die anderen verordenten1 nochmals aussen sind, nichts auch von inen diser zeit vernomen. Uns ist auch kain instruction noch sigl zukumen laut eur ksl. Mt. abschide, deßhalben wir nichts fruchbars und erschießlichs handeln konnen und auch hie schimpflich zu ligen sein will. Das auch vil parteien, so auf disen reichstage und fur euer ksl. Mt. beschaiden, kain abfertigung erlangen mogen und den churfursten, fursten und anderen stenden des Reichs beschwerlich, das mit inen nichts gehandlt wurdet. Solichem nach bitten eur ksl. Mt. wir unterteniglich, wolle uns deßhalben gnedigen beschaid zuschicken, domit die zeit nit vergebens verlauf, und was uns hierin zu handeln und zu lassen sey. Solichs haben wir eur ksl. Mt. zu erkennen geben und in eil nit wellen verhalten. Datumb Wormbs am III. tage May anno etc. im neunten.

    E. ksl. Mt. gehorsamer und undertenig Casimirus, marggrave zu Brandenburg etc., Adolf Gf. zu Nassau etc., Sigmund von Fraunberg etc., Erasm Dopler, bropst etc.

    «Nr. 390 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg und Erasmus Topler an Ks. Maximilian – Worms, 5. Mai 1509 »

    [1.] Einwände gegen die geplante Verlegung des Reichskammergerichts nach Worms; [2.] Vorschlag zu Beratungen über das Reichskammergericht auf dem Reichstag (Tagungsort, Ersetzung der ausgeschiedenen Beisitzer, Qualifizierung der Beisitzer, Finanzierung des Gerichts, Abstellung von Missständen).

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 108–108’, 109’ (Or. m. Resten von 2 Ss.; Vermm.: Ks. in veld zu vermanen. Sernteiner zu geben brief von Wormbs.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 7’–8 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    Š[1.] Allerdurchleuchtigister, grosmechtigister keyser, eur ksl. Mt. unser undertenig, schuldig und gehorsam dinst stets zuvor. Allergnedigister herr, wir vernemen, eur ksl. Mt. ir camergericht yetzo her gen Worms zu verrugken verschafft haben. Wiewol nu bey uns und meniglichem billich kein zweifel ist, das solhs euer ksl. Mt. halben nit on sonder ursach und guter bewegnus also angesehen worden sey, so will doch, wie wir aus teglicher umbgeenden reden vermerken und ermessen, beym gemeinen man, das die camergericht diser zeit und vor entlicher hinlegung der zwitrecht zwischen der briesterschaft und burgern hie sollen hergelegt werden, zusambt dem, das solhs dem besluss und abschid zu Costenz1 zuwider oder ungemess ist, fur sorglich und darfur angesehen werden, das es on hinlegung und vertrag yetzgemelter zwitrecht nicht wenig verhindrung geperen mochte. So wellen auch vil menschen, sonderlich die paß2 gelerten und verstendigen, irer conscients halb scheuhen haben, in solhen swebenden zwitrechten hie zu wonen. Zudem, so horen wir klag und beswerung der camergerichtsperson halben in ubersetzung der hauszins, wie dann vormals, als die camergericht hie gehalten worden3, auch allerlay beswerung und irrung mit den gerichtspersonen, von den burgern hie furgenomen, erschinen seien.

    [2.] Allergnedigister herr, dieweil nu eur ksl. Mt. bewegend ursachen zu obbemeltem gescheft uns noch unwissend seien, haben wir als die, so e. ksl. Mt. und des Reichs eere und nutz, wie wir schuldig seien, gern furdern wolten, obberurten ursachen und begeg[n]ungen eur ksl. Mt. zu ermessen nit wellen verhalten, und sehen demnach fur gut und not an, daz eur ksl. Mt. beschaid tete, mit den stenden des Reichs, so yetzo hie seien, zu handlen von der malstat, es wer zu Speyr oder Frankfort, bis zu hinlegung bemelter irrung, auch von erstattung der abgezogen beysitzer, von pesserer und statlicher besetzung, bestendlicher erhaltung, auch andern gebrechen und notdurft des camergerichts. Und das solhs zum allerfurderlichisten beschehe, in ansehung und zu verhuetung des beswerlichen costens der gerichtspersonen, die sich nu, als wir gedenken, herzuziehen erhebt haben, wo sy sich mit iren hausgereten yetzo hie niderlassen und geleich widerumb abziehen solten. Wellen darauf eur ksl. Mt. gemuet und antwurt bey disem bostboten wertig sein. Datum Worms am funften tag des monats May anno etc. im neunten.

    E. ksl. Mt. gehorsam und undertenig Casimirus, marggraf zu Brandenburg etc., Adolf, graf zu Nassau, her zu Wispaden, Sigmund von Fraunberg, Frh. zum Hag, und Erasm Topler etc.

    «Nr. Š391 Instruktion Ks. Maximilians für seine Reichstagskommissare Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg zum Haag und Erasmus Topler zu Verhandlungen mit Kf. Friedrich III. von Sachsen, Hg. Erich I. von Braunschweig-Calenberg und Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach – Mindelheim, 7. Mai 1509 »

    [1.] Bitte an Kf. Friedrich von Sachsen um Übernahme der obersten Feldhauptmannschaft oder [2.] Wahrnehmung der Reichsstatthalteramtes; [3.] alternativ Bitte an Hg. Erich von Braunschweig um Übernahme der obersten Feldhauptmannschaft und [4.] Verhandlungen mit Mgf. Kasimir von Brandenburg über das Statthalteramt; [5.] gegebenenfalls Einschaltung der Reichsstände in die Verhandlungen mit Hg. Erich und Mgf. Kasimir.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 100–101 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 120–121 (Konz. mit ex.-Verm.) = B.

    Maximilian, ae[rwählter] von Gotts gnaden romischer kayser etc.–a

    Instruction, was die wolgebornen, edeln, ersamen, unser und des Reichs lieben getreuen und andechtigen Adolf, graf zu Nassau, herr zu Wießbaden, Sigmunden von Fraunberg, fryher zum Hagen, und doctor Erasme Duppler, bro[p]st zu sant Sebold zu Nuremberg, unsere rete, samentlich und sunderlich von unsern wegen bey und mit dem hochgebornen Friderichenb, herzogen zu Sachsen, landgraven in Doringen und marggraven zu Meissen, des Heiligen Romischen Reichs erzmarschalk, Erichen, herzogen zu Braunsweick und Lunenburg, und Casimiren, marggraven zu Brandenburg, zu Stettin, Pomern, der Cassuben und Wenden herzogen, burggraven zu Nuremberg und fursten zu Rugen, unser lieben oheymen, churfursten und fursten, handeln und werben sollen.

    [1.] Erstlich sollen sy mit bemelten herzogen Friderichen von unsern wegen handeln und ine mit allem fleiss ersuchen und bitten, das er uns zu besonderm gefallen und in ansehung unser gelegenheit und notdurft, dieser zeit vor augen, auf die handlung und anslag des yetzigen Reichs tag zu Wormbs des Reichs obrist veldc-haubtmanschaft annemen und sich darin gutwillig erzaigen. So wölten sy dem sunderliche bevelh nach, so sy deßhalben von uns hetten, so sein liebe darein verwilligen wurde, als fur sich selbs mit den stenden des Reichs handeln, sein liebe deßhalben in sonderheit zu besuchen und zu bitten, solich Šhaubtmanschaft anzunemen, und mit ime deßhalben besluss und abrede zu machen.

    [2.] Wo aber sein lieb solichs abschlagen und nit annemen wurde, alsdann ine auf das fleissigst zu ersuchen, das stathelterampt auf form und maß, wie man sich des mit ime vertragen wurde, anzunemen, und sonderlich, wo es den stenden und seiner liebe gemeint sein wurde, nach inhalt der abrede, verschreibung und vertrag, auf dem negstgehalten Reichs tag zu Costenz deßhalb aufgericht1.

    [3.] Und sy sollen der haubtmanschaft halben ferrer mit dem bemelten herzogen Erichen von Braunschweick handeln und ine dermanen, das er sich gegen uns bewilligt hab, mit uns zu ziehen und uns unser furnemen helfen zu volbringen. Und dieweil die gedacht haubtmanschaft furgefallen, sey unser ernstlich begere, das er dieselb haubtmanschaft annemen und byß zu beschluß des Reichs tags zu Wormbs daselbst verharren und bleiben und das vo[l]k, das uns laut des anschlags zu schicken zugesagt, in den zug bringen woll, damit, so solicher anfang durch–d ine gemacht, yederman sich dest furderlicher zu der sachen schicken werde. Und uns zu gefallen solichs nit abschlagen. Wolten sy, ob ine not und gut bedeucht, solichs an die stende des Reichs gelangen lassen, die mit ime auch davon handeln und entlichen beschliessen wurden.

    [4.] So dann der gedacht herzog Fridrich das stathalterampt auch abslagen wurde, des wir uns doch nit versehen wollen, alsdann söllen sy marggraven Casimirene deßhalb ansuchen, mit ime fvon unsern wegen ernstlichen–f davon handeln und allen fleis ankeren, ine zu bewegen, das anzunemen.

    [5.] So aber unser rete und commissarien der gemelten haubtmanschaft oder stathalterampts halben bey den gedachten herzogen Fridrichen zu Sachsen, herŠzog Erichen von Braunschweick gund marggrave Casimiren–g nichts erlangen mochten hund ir kainer der eins oder kains annemen wolt oder wurde–h, sollen sy alsdann mitsampt andern unsern reten und commissarien den stenden des Reichs solichs zu erkennen geben iund inen herzog Heinrichen und herzog Erichen von Braunsweick darzu ernennen, doch auf ir gefallen und verbesserung, das ir ainer ains, der ander das ander annemen wolt, wie sy das gut bedeucht, das ksl. Mt. inen heimsetzt–i. Und auf iren rat und gutbedunken mitsambt inenj weyter darin handeln, damit solich bede ambt zum besten bestellt und versehen und wir derhalben an unserm furnemen nit verhindert oder gesaumbt werden.

    Wie sy dann solichs alles mit weitern geschicklichen und notdurftigen reden und den besten fugen wol wissen anzuzeigen. Daran tun sy unser ernstliche mainung. Geben zu Mundelhaim am siebenden tag des monats May kanno Domini XVC im neunten, unsers Reichs, des Romischen im XXIIII. jaren–k.2

    «Nr. 392 Der ksl. Sekretär und Protonotar Johann Storch an Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden – Kaufbeuren, 11. Mai 1509 »

    Zusendung von Verhandlungsunterlagen für die ksl. Kommissare; Ankündigung seiner Ankunft in Worms.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 2’–3 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.; präs. Worms, 14.5.1509).

    Wolgeborner, genediger herr. E. Gn. sind mein undertenig, willig dinst alzeit bevor. Auf heut in der zwolften stund in mittemtage bin ich mit disen gegenwurtigen instruction, credenzen und brifen, auch sigl und secreten von ksl. Mt. abgefertigt. Dweil sich aber solich abfertigung, wiewol wider meinen willen, vast lang verweilt und ich fursorg trage, das die stend des Heiligen Reichs, ytzo zu Wormbs versamelt, aus dem langen verzug verdries und unwillen emphahen mochten, domit dan solichs zum tail abgewendet, auch die zeit nit vergebenlich hinbracht und etwas gehandlt werde, han ich dise beyligende brif e. Gn. auf der post, die dan zwaier oder dreyer tage ee, wan ich gein Wormbs komen mage, wegegeschickt und ime geben, nemlich ain instruction, auf mein geneŠdigen herrn, marggrave Casimiren, e. Gn. und doctor Doplern lautende1, und credenz, dobey verleibt. Item ain lange instruction [Nr. 267] von XXVII artikln, dobey ain gemaine credenz an die ganz versamblung [Nr. 265], funf credenz auf den zwelften und siben credenz auf den XXVI. artikl [Nr. 374], darin begriffen, dienende und dobey noch ain gemaine instruction von VI pletter [Nr. 266]. Und ist ksl. Mt., unsers allergenedigisten herrn, maynung, das ir mitler zeit auf solich instruction werbung tun und inhalt derselben bey gedachten stenden handlen sollent bis auf mein zukunft. Dan ich, ob Got wil, morgen hie außreiten und sigl und secret mit mir bringen, mich auch unterwegen nit vil saumen will. Bekenn mich doch, on mein schuld lang verzogen haben. Solichs mogen e. Gn. anderen meinen herrn, den reten, auch anzaigen und die parteien dweil mit guten fugen aufhalten. Verhoff ich, was durch solichen verzug bißhere geseumbt ist, sol durch guten, emsigen vleis wider einbracht und erstat werden. Das han e. Gn. ich nit verhalten wellen, sich darnach haben zu richten. Der ich mich underteniglich tue bevelhen. Datum vast eylend zu Kaufpeuren am XI. tage May anno etc. nono. E. Gn. williger Johann Storch.

    «Nr. 393 Weisung Ks. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach und die anderen Reichstagskommissare – Kaufbeuren, 14. Mai 15091 »

    Übersendung päpstlicher Schriftstücke an die Kommissare.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 16 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein; irrtümliche Datierung auf den 24.5.) = Textvorlage A.

    Er übersendet ihnen beiliegend zwei päpstliche Breven an die geistlichen und weltlichen Kff.[Nr. 272], die sie unverzüglich weiterleiten sollen. Sofern sie dies für erforderlich halten, sollen sie ihn über die Reaktionen darauf unterrichten. Er seinerseits wird sie dann innerhalb weniger Tage über seine Meinung dazu informieren.

    [PS] Seinem Schreiben liegt außerdem zu ihrer Information eine Abschrift des einen Breves bei. Soweit ihm bekannt ist, stimmt es mit dem anderen Breve überein. Das ebenfalls beiliegende gedruckte päpstliche Ausschreiben (monitorium)gegen Venedig2ist der Reichsversammlung vorzulegen.

    «Nr. Š394 Weisung Ks. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach und die anderen Reichstagskommissare – Kaufbeuren, 14. Mai 15091 »

    Aushändigung der Jubelablassgelder an die Fugger als päpstliche und ksl. Bevollmächtigte.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 79–79’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 11’–12 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. wie A) = B.

    Hochgeborner, wolgebornen, edel, ersamen, lieben, andechtigen und getreuen. Wiewol wir in unser grossen und gemeinen instruction, euch zugesand, in dem zweinzigisten artikel des jubelgelds halben anzaigung und bevelh getan [Nr. 267, Pkt. 20], so haben wir doch mitler zeit der sachen weyter underrichtung empfangen, nemlich also: Als weylend der cardinal von Gurk [Raimund Peraudi] des vergangen jubiljar in teutzschen landen allenthalben publicirt, hat er von vil stetten und comunen, als wir glaublich bericht sein, verschreibung genomen, das sy solch jubilgeld ausserhalb unsers heiligen vater babst, unsers, des Heiligen Reichs und des Reichs rate, dazumal zu Nuremberg gewest, wissen und willen nymants hinausgeben sollten. Darumb, so wil unser merkliche notturft erfordern, als wir auch euch hiemit ernstlich bevelhen, das ir von gemeiner versamblung zu Wormbs von unsern wegen ernstlich mandat und gebotsbrif in der besten form erlangt und außbringt, auch darin narrirn lasset, wie die bebstlich heiligkait und wir uns von wegen alles jubilgelts in dem ganzen Reich vertragen und wir bede darauf den Fugkern zu Augspurg bevolhen hetten, dasselb jubilgeld allenthalben zu erfordern, einzubringen und zu empfahen und furter unser beder bevelh und verwilligung nach außzugeben. Und das dieselb versamblung darauf ernstlich und, ob sy not und gut bedeucht, bey ainer pene oder comminacion [= Strafandrohung] gebiete, das yederman solich jubilgelt den Fugkern oder yren bevelh- oder gewalthabern verfolgen lasse, unangesehn und ungehindert, das sich ir etlich villeicht verschriben mochten haben, das solchs alles mit des Reichs rat zu Nuremberg wissen bescheen solt. Und solchs mit gutem vleiss handelt. Daran tut ir unser ernstliche meynung. Geben zu Kaufbeyern am XIIII. tag May anno etc. nono, unsers Reichs, des Romischen im XXIIIIten jaren.

    «Nr. Š395 Weisung Ks. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach und die anderen Reichstagskommissare – Kaufbeuren, 14. Mai 15091 »

    Verhandlungen mit den Reichsständen über die Streichung Hg. Wolfgangs von Bayern aus dem Reichsanschlag.

    München, HStA, KÄA 1242, fol. 23 (Kop.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 18–18’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = B. München, HStA, KÄA 3137, fol. 139’ (Kop.) = C.

    Maximilian etc. Hochgeborner, lieber oheym und furst, wolgebornen, edlen, ersamen, andechtigen und lieben getruen. Wir schicken uch hiemit ain suplication [Nr. 370], uns von dem hochgebornen Wilhelmen pfalzgraven bei Rhein, herzogen von Bairen, unserm lieben vettern und fursten und seinen zugeordenten vormundern des anslags halben, unserm oheym und fursten herzog Wolfgangen von Bairn auf jungstgehaltem reichstag zu Costenz aufgelegt, uberantwurt, der inhalt ir mit angezeigtn beswarungen zu vernemen habt. Und nachdem wir bei uns selbs ermessen, das sein lieb solhs furtrags und begerens beweglich ursach hat, auch der nachteil und last kunftiglich auf ine wachsen wurd, darumb emphelhen wir uch ernstlichn, das ir solhe sein notturftig beswarde den stendn des Reichs furderlich und mit dem pesten fuegen anzaigt und allen muglichn vleis ankert, adamit sein lieb fur herzog Wolfgangn als landsfurst seines furstentumbs Ober- und Nidernbairen kunftiglich angeslagen wird, ausgenomen solch landschaft, so di phalzgraven auch als herrn von Bairen in posseß seien–a. Nemlich und also weiter, das der berurt unser oheim und furst herzog Wolfgang in den ytzigen, auch kunftigen anslegen nit gesetzt oder angelegt wirde, wie dann das seiner gelegenhait nach die billicheit eraischet. Daran tut ir unser ernstlich meynung. Geben in unser und des Reichs stat Kaufpeuren am XIIII. tag des monads Mai anno etc. im neuntn, unsers Reichs im XXIIIIten jarn.

    «Nr. 396 Weisung Ks. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach und die anderen Reichstagskommissare – [Kaufbeuren, 14. Mai 1509]1 »

    Restitutionsforderung Kunos von Wallbrunn.

    München, HStA, KÄA 1242, fol. 23’ (Kop.) = Textvorlage A.

    Maximilian etc. Hochgeborner, lieber oheim und furst, wolgebornen, edlen, ersamen, andechtigen und lieben getr[euen]. Uns ist von wegen des hochgebornen Wilhelm, Pfgf. bei Rein, Hg. in B[ayern], unserm lieben vettern und Šfurstn, sachen halben, Conen von Walpronn, seinen haubtman zu Burkhausen antreffend, die hieringelegt schrift2 uberantwurt, mit unterteniger bitt, wie ir daraus vernemen werdent. Dieweil uns aber fueglichen gedunkt, das die inhaber der angezaigten gueter auf unser genedige handlung, so wir vormals in der sachen gehabt haben, zuvor gutlich ersucht werden, darumb so emphelhen wir ernstlichen, das ir von unsern wegen solcher sachen halben mit denselben inhabern handlet und guten vleis ankerent, damit dem ernenten Chonen seine entwerte guter widerumb zugestellt und eingeantwurt und weiter furnemens deßhalben nit not werde. Wo aber solhs nit beschehen wurde, uns alsdann gestalt der handlung mitsambt eurm rate und gutbedunken widerumb berichtet. Daran tut ir unsere ernstliche meynung. Geben in unser und des Reichs stat etc.

    «Nr. 397 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und Sigmund von Fraunberg an Ks. Maximilian – Worms, 15. Mai 1509 »

    [1.] Eingang der ksl. Instruktionen für die Verhandlungen mit den Reichsständen; [2.] Ausbleiben der zusätzlichen ksl. Räte; [3.] Bitte um Geld zur Bezahlung von Boten zu den abwesenden Reichsfürsten.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 137–137’ (Or. m. 2 Ss.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 3’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    [1.] aAllerdurchleuchtigister, grosmechtigister kaiser, eur kayserlichen maiestat seien unser gehorsam, undertenig und willig dinst alzeit bevor. Allergenedigister herr–a, uns sind am montag, den vierzehenden tag May, von eur ksl. Mt. auf der post instruction [Nrr. 266f.] [und] credenzbrief [Nr. 265] zukumen, die wir underteniglich emphangen und irs inhalt vernomen haben. Und wellen morgen, den sechzehenden tagb, den churfursten, fursten und andern stenden des Reichs solh credenz uberantwurten und instruction furhalten, auch furter auf die antwurt verfolgen, nach laut der instruction kainen vleis sparen. Was dann zu antwurt gefallen und wer bey dem furtrag und verhore sein wirt, e. ksl. Mt. eylends zuschigken und zu erkennen geben wellen.

    [2.] Allergenedigister herr, e. ksl. Mt. geben wir auch underteniglich zu erkennen, das noch bisher nit mer dann unser vier zu Worms seien und die andern von reten noch nit ankumen sein.

    Š[3.] Verrer, allergenedigister herr, was fur fursten und stende noch nit hie seinc, wellen wir unverzogenlich beschreiben. E. Mt. welle auch gelt zu potenlon, die dann an vil ort nach den fursten geschigkt werden, verordnen. Solhs haben wir e. ksl. Mt., dder wir uns underteniglich bevelhen–d, nit wellen verhalten. Datum zu Worms am XV. tag des monets May anno etc. im neunten.

    E. ksl. Mt. gehorsamer und undertenigen Casimirus marggrave zu Brandenburg etc., Adolf grave zu Nassau etc. und Sigmund von Fraunberge.

    «Nr. 398 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und Sigmund von Fraunberg an Ks. Maximilian – Worms, 16. Mai 1509 »

    [1.] Vortrag und Übergabe der ksl. Kredenz und Reichstagsinstruktionen an die Reichsstände; [2.] Prüfung der reichsständischen Vollmachten durch die ksl. Kommissare; [3.] Umsetzung der nicht den Ständen vorgelegten Artikel der zweiten ksl. Instruktion; [4.] Übersendung der kurbrandenburgischen Vollmacht an den Ks.

    Innsbruck, TLA, Maximiliana VI/20, fol. 121–121’, 135’ (Or. m. Spuren von 2 Ss.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 4–4’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    [1.] Allerdurchleuchtigister, agrosmechtigister keiser, eur ksl. Mt. seyen unser undertenig, gehorsam und willig dinst allzeit unersparts vleiss. Allergnedigister herr–a, eur ksl. Mt. tun wir underteniglich zu vernemen: Nachdem eur ksl. Mt. uns instruction und credenzbrief uberschickt, haben wir die auf heut dato, den sechzehenden tag May, den churfursten, fursten und stenden des Reichs, sovil der hie zu Worms versamelt sein, inhalt beygelegts zetls furgehalten, anbracht und ubergeben. Und dweil nu die ain instruction [Nr. 266] lang, eur ksl. Mt. und dem Heiligen Reiche vil daran gelegen ist, haben wir dieselben, auch aus der andern instruction [Nr. 267] etlich artikel, damit in den worten nichts versaumbt werd, antreffend die churfursten und stende, in schriften [Nr. 268] uberantwurt. Darauf churfursten, fursten und stende des Reichs uns zu antwurt geben, auf freitag nach ascensionis Domini [18.5.] umb ain ur nachmittag wellen sy sich auf unser anbringen, eur ksl. Mt. begern und unser instruction bedenken. Achten wir fur ursachen, dweil die churfursten, fursten und ander noch nit all erschinen und hiezwischen obgemelt stende sich mit iren reten besprechen und ratslagen werden, uns auf freitag obgemelt furter ir meynung zu erkennen geben. Solhs eur ksl. Mt. wir nit verhalten wellen.

    Š[2.] Allergnedigister herr. Wir haben auch heut von allen stenden und geschickten botschaften ire gewalt begert, die zu sehen und horen, ob ain yeglicher genugsam sey. Wirdb dann mangel befunden, eur ksl. Mt. bey der nechsten posten wissen zu lassen.

    [3.] Wellen auch mittlerzeit die artikel, so in der andern instruction [Nr. 267] begriffen, auch furnemen und nach allem unserm vermogen kein vleis sparen.

    [4.] Eur ksl. Mt. schicken wir auch hiemit copey des churfursten marggraf Joachims von Brandenburg etc. gewalt [Nr. 230] zue. Und befinden darin, bezaichnet bey dem X, ain punct, den wir on eur ksl. Mt. willen und wissen nit annemen bedurfen. Und bevelhen uns cdarauf eur ksl. Mt. Geben zu–c Wormbs am XVI. tag des monets May anno etc. im neunten.

    E. ksl. Mt. gehorsamer und undertenig Casimirus, marggraf zu Brandenburg etc., Adolf, graf zu Nassau, dher zu Wispaden, und–d Sigmund von Fraunberg, efreyherr zum Hag–ef.

    «Nr. 399 Weisung Ks. Maximilians an die Reichstagskommissare – Mindelheim, 19. Mai 15091 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 80–80’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. J. Renner) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 15’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 40 (wie A) = C. Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop. mit imit. Verm. prps.).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 964, S. 762.

    Der frz. Kg. hat ihm heute geschrieben, dass er am 14. Mai [bei Agnadello] eine Schlacht gegen die Venezianer ausgetragen, mit Gottes Hilfe das Feld behauptet und die Schlacht gewonnen hat. Er habe einen ihrer obersten Hauptleute2gefangengenommen und viele weitere Gefangene gemacht. Der ksl. Gesandte beim frz. Kg. meldet als Augenzeuge dieser Schlacht 4000 getötete Venezianer.3In einem Schreiben des Postmeisters des frz. Kg. ist sogar von 10 000–12 000 erschlagenen Šund gefangenen Feinden die Rede.4Auch habe der frz. Kg. 40 Geschütze erbeutet.5Laut seinen Informationen umfasste das venezianische Heer in dieser Schlacht ca. 20 000 Mann, die Franzosen waren nur wenig stärker. Befiehlt ihnen, dies den Reichsständen mitzuteilen.6

    «Nr. 400 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg, Erasmus Topler und Ludwig Vergenhans an Ks. Maximilian – Worms, 22. Mai 1509 »

    [1.] Ankunft von Teilnehmern am Reichstag, Eintreffen ksl. Weisungen und Zeitungen, Vortrag der Kommissare an die Reichsstände, Sessionsstreitigkeiten der Reichsstände; [2.] ausstehende Antworten der Reichsversammlung zur Venedighilfe und einzelner Fürsten wegen der Bereitstellung von Reiterkontingenten; [3.] Anmahnung einer ksl. Antwort auf frühere Berichte der Kommissare.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 144–144’ (Or.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 14’–15 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    [1.] Allerdurchleuchtigister, agrosmechtigister keiser, eur ksl. Mt. sind unser undertenig, gehorsam und willig dinst allzeit bevor. Allergnedigister herr–a, euer ksl. Mt. tun wir underteniglich zu vernemen, erstlich, wie das unser oheimen, genedigisten und gnedigen herrn, der bischove von Collen, am sambstag, den neunzehenden tage May, herzog Fridrich von Sachsen am XXI. tag, herzog zu Wirtemberg am XX. tag und herzog Hans von Bayrn auch am XX. tag obgemelts monets hieher gein Worms kumen. Und so ist uns darnach am XXII. tag auf der post von euer ksl. Mt. breve monitoria [Nr. 272], neu zeitung1 und bevelhbrief des jubilgelts halben [Nr. 394] zukumen, die wir Šin aller undertenigkait emphangen und des tags den churfursten, fursten und andern stenden des Reichs solh neu zeitung, breve monitoria und bevelhbrief des jubilgelts verkundt und furbracht. Und bey diser solher werbung sind die churfursten, fursten und andere stende gestanden, wann sy der session und stands nit ainig gewest und bey zwayen stunden ungeverlich der session halben retig damit umbgangen und noch nit entslossen seien.

    [2.] Allergnedigister keyser, auf solh werbung und ander eur ksl. Mt. zugeschickt instruction [Nrr. 266, 268], auch ander sonderlich werbung und artikel [Nr. 267, Pkt. 12] ist uns kein antwurt von den churfursten, fursten und stenden des Reichs noch nit gefallen. Sopald uns aber antwurt wirt, als wir uns versehen, furderlich beschehen, die wir auch mit vleiss verfolgen, wellen eur ksl. Mt. wir solh antwurt furderlich bey der post zuschicken.

    [3.] Allergnedigister herr, eur ksl. Mt. haben wir mermals etlicher sachen halben geschriben, aber uns ist bisher von eur ksl. Mt. nye kein beschaid noch antwurt worden. Solhs wir euer ksl. Mt. nit haben wellen verhalten. Geben zu Worms am XXII. tag des monats May anno etc. im neunten.

    bE. ksl. Mt. gehorsam und undertenig Casimir, marggrave zu Brandenburg etc., Adolf, grave zu Nassau, Sigmund von Frauemberg, Erasm Tobler, brobst zu Nuremberg, Ludwig [Vergenhans], brobst zu Stutgarten–b.

    «Nr. Š401 Andreas Christian1 an Zyprian von Serntein – Worms, 22. Mai 1509 »

    [1.] Kritik am Ausbleiben Johann Storchs; [2.] Reaktionen der Reichsstände auf die übermittelten Neuigkeiten vom Venezianerkrieg.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 143–143’ (Or.).

    [1.] Die ksl. Kommissare und Räte sind wegen des Ausbleibens sowohl Storchs als auch einer ksl. Reaktion auf ihre Anfragen befremdet, auch auf etlich pessen [= Geleitbriefe], so sy ksl. Mt. zugeschickt, wan vil parteyen auf Storchen zukunft beschaiden und warten seind. Wan vil rede im rate der brif halben und Storchen aussenpleiben beschehen. Und wiewols im ksl. hofrat beschicht, bin ich doch meiner pflicht nach e. Gn. solichs ain klain anzaigung zu tun und nit verhalten wellen. Aus dem Schreiben an den Ks.[Nr. 400] wird er, Serntein, alles erfahren.

    [2.] Als den stenden des Reichs etc. die neu zeitigung [Nr. 399] verkundt worden, bin ich mit in der versamlung gewest. Seind warlich etlich hinder mir gestanden und gesagt, die rete haben solich mer erdicht. Hab darauf etlichen die brif und ksl. Mt. und e. Gn. hantzaichen geweist, also das sy dem glauben haben mussen geben.

    Datum eylends am XXII. tag May anno etc. nono. E. Gn. williger Endres Kristan.

    «Nr. 402 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Erasmus Topler und Ludwig Vergenhans an Ks. Maximilian – Worms, 24. Mai 1509 »

    Bitte um Belassung Sigmunds von Fraunberg auf dem Reichstag.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 153–153’ (Or. m. Resten von 2 Ss.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 1’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    Allerdurchleuchtigister, grosmechtigister keiser, aeuer ksl. Mt. seien unser gehorsam, undertenig und willig dinst allzeit bevor. Allergnedigister herr–a, uns ist angelangt, wie eur ksl. Mt. Sigmunden von Frauenberg, freyherrn zum Hage etc., mit instruction und bevelhbriefen in Niderland verorden welle. Nun ist on zweifel eur ksl. Mt. wol wissend, das bis auf heut dato bey mir, Casimir, marggrave zu Brandemburg etc., nit mer dann vier verordent rete mitsambt obgenanntem von Frauenberg hie erschinen. Wo eur ksl. Mt. dann den von ŠFrauenberg in Niderland schickenb, wie angezaigt, wurde schimpflich und klain anzal bey den stenden des Reichs anzusehen, wann der andern zugeordenten reten noch kainer nit ankumen ist.

    Bitten darauf, eur ksl. Mt. welle genannten von Frauenberg solhes bevelhs gnediglich erlassen und die sachen und bevelh, so eur ksl. Mt. uns zugeschickt und zum tail angefangen, darzu wir dann sein bedurfen, furderlich helfen ausrichten, damit eur ksl. Mt. bevelh dest furderlicher furgang gewynne. Wollten wir euer Mt. solhs nit verhalten. [Datum, Unterschrift].

    «Nr. 403 Dr. Ludwig Vergenhans an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein – [Worms], 24. Mai 1509 »

    [1.] Berufung Vergenhans’ nach Worms; [2.] Misserfolg Hg. Ulrichs von Württemberg bei der Anwerbung von Reitern für Ks. Maximilian; [3.] Eingang eines Schreibens Sernteins, Anberaumung von Verhandlungen zwischen Österreich und Württemberg.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 151–151’ (eigh. Or. m. S.).

    [1.] Min willig dienst, lieber herr und gunder [= Gönner]. Wissen, daß mir min gnediger herr, margraf Casimirus zu Brandenburg, gen Stutgart geschriben hat, ich soll angesicht deß briefs gen Worms komen, von wegen ksl. Mt. alda helfen handeln, wie daß die instruckion [Nrr. 266f.] inhalt. Daß hon ich geton, damit nichts durch mich gesa[u]mpt wird. Und hon deß Storcken nit gewartet uß guter maynung.

    [2.] Wyter wissen in warhait, daß Wirttemberg ganz fliß und ernst gebrucht hat, ksl. Mt. die funfzig pfert zu schicken, aber hat nemen [= niemand] mogen ufbringen, wie ir daß uß sinem brief [Nr. 373] clarlich verston werden. Daß ist warlich also, dan ich daß gruntlich waiß, daß er ksl. Mt. zu gefallen die pfert geren geschickt hett, wa er sie hett mogen zuwegen bringen. Darum wollen den herzogen gegen ksl. Mt. warlich enschuldigen, daß solichs an im nit hat mangel gehabt, alß ir daß hernach erfinden werden.

    [3.] Uf mitwoch nach ascensionis [23.5.] haben der marschalk [Friedrich Beyer] und ich zu Worms uf zehen uwr oder stund morgeß uweren brief, unß bayden geschriben1, zu Worms enpfangen und kainen brief von her Paulsen [von Liechtenstein]. Aber so wir achten, daß der tag zu Worms sich bald enden werd und dann auch nit schad ist, daß wir baid da sien, so soll eß unß baid nit irren, daß her Paulß den tag setz in das gebyrg oder heruß, wa im gelegen sin wirt, dahin wir baid komen wollen, damit hie und dort nichts versa[u]mpt werd und ob Gott wil handeln, daß in kunftig zit dem huß Osterrich und ŠWirttemberg zu ern und nutz dienen soll.2 Man ist hoch erfrowet der nuwen zitung, so ir geschriben hand, wiewol vil darfur haben, eß sy allain ain fred3 aff und ain erdicht ding, die ander, eß sy war. [Datum, Unterschrift].

    «Nr. 404 Weisung Ks. Maximilians an die Reichstagskommissare – Innsbruck, 25. Mai 15091 »

    Mitteilung über die günstige militärische Situation im Venezianerkrieg, Aufforderung zur raschen Bewilligung einer Reichshilfe durch den Reichstag.

    ŠWeimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 158’–159 (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein; Adresse am Textende: An die kaiserlichen rete und comissarien zu Wormbs.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 177’–178 (wie A) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 35’–36 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Vermm. und Gegenz. wie A; Adresse am Textende: An ksl. Mt. rete, so auf dem reichstage zu Wormbs verordent etc.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 142’–143 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 169 (wie A). Berlin, GStA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 48’ (wie A). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 55’ (Kop., Kanzleiverm.: C.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 56–56’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie A). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 342’–343 (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. 424’–425 (wie A). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 43’ (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 61–61’ (wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 82–81’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt; Vermm. wie A). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 24 (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 32 (wie D).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 967, S. 762.

    Maximilian, avon Gots gnaden e[rwählter] romischer kayser–a etc.

    Hochgeborner, lieber oheym, furst und rat, wolgebornen, edeln, ersamen, gelerten, andechtigen und lieben getreuen. Wir fugen euch zu vernemen, das uns gleublich kundschaft komen ist, auch uns der konig von Frankreich geschriben hat, dz sein lieb den Venedigern die stete, slosser, befestigung, fleck und land, die im dann in der pundnus außgezeichentb sin2, abgewonnen und in seinen gewalt erobert hat, auch uns in demselben seinem schreyben entdeckt, dz er sich versicht, also wu wir mit unser macht komen und die Venediger in kurz, und dieweil sie der slacht und seins sigs in schrecken weren, angriffen, wir wurden on allen zweifel auch gar liderlich [= leicht] die stete, slosser, befestigung, flecken und lande, die uns in bemelter pundnuß auch außgezeichentc sein3, erobern.4

    ŠDemnach bevelhen wir euch ernstlich und wollen, dz ir solchs den curfursten, fursten und andern stenden des Heiligen Reichs, so auf dem ytzt gehalten Reichs tag zu Wormbs beyeynander versamelt sein, furhaltet und dabei von unsern wegen an sie begeret, dz sie des Reichs hilf furdern aufs beldest, so sie konnen, in ansehung der nodturft, wie sie selbs ermessen und bewegen mogen. Daran tut ir unser ernstlich meynung. Geben zu Inspruck am XXVten tag May anno etc. [im] IXten, unsers Reichs im XXIIIIten jaren.

    «Nr. 405 Bericht der Reichstagskommissare Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg und Erasmus Topler an Ks. Maximilian – Worms, 25. Mai 1509 »

    [1.] Verhandlungen mit Kf. Friedrich von Sachsen über die Reichshauptmannschaft und das Reichsstatthalteramt; [2.] Verhandlungen mit Hg. Erich von Braunschweig über die Reichshauptmannschaft.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 13–13’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = Textvorlage A.

    Š[1.] Allerdurchleuchtigster etc. Auf euer ksl. Mt. bevelch und instruction [Nr. 391] haben wir mit unserm genedigisten herrn, herzo[g] Friderich von Sachsen gehandlt und sein gnade auf das vleissigist, die hauptmanschaft des Reichs und des ganzen velds anzunemen inhalt der derselben instruction ersucht. Das aber uns sein gnade abgelaint entlich und under anderem vil ursachen angezaigt, das e. ksl. Mt. den chur- und fursten und stenden des Heiligen Reichs haimgesetzt und bevolhen hete, ainen zu benennen1. Deßhalben ime schimpflich were, ee wan er von denselben stenden darzu gewalt wurde, sein gemut zu eroffnen; zudem, das er sich des wesens und verstentnus und sonderlich seiner person halben unvermuglich weste, angesehen, das er in welischen landen nie kain gesunden tage gehabt hete. Aber doch saget sein gnad hohen dank e. ksl. Mt., das sie ine so genedig bedacht und darzu tuglich geacht hetten, mit bit, ine auf das fuglichist bey euer ksl. Mt. zu verantwurten. Dan er ye genaigt were, in allen muglichen sachen untertenigen willen zu erzaigen. Nachmals haben wir mit seinen gnaden der gemelten instruction nach weiter gehandlt und auf das vleissigist begert, von euer ksl. Mt. wegen das stathalterambt anzunemen. Darauf sein gnade nach erzelung vil beschwerden, zu seiner zeit e. ksl. Mt. zu eroffnen, ain bedenken genommen, darauf sein gnade noch beruet.

    [2.] Und als gestern [24.5.] herzog Erich von Braunschwig herekommen ist, mit gemut, auf morgen von hinnen zu schaiden, haben wir fur gut angesehen, sein gnade zu bitten, hie zu verharren, dan wir von e. ksl. Mt. wegen mit sein gnaden hie zu handeln hetten.

    Darauf sein gnade mit vil undertenigem erbieten gegen e. ksl. Mt. uns angezaigt, das sein Gn. durch euer ksl. Mt. beschriben sey und darauf zwaihundert raisige angenomen habe, so ytzund in seiner stat Gemundt [= (Hann.) Münden]2 sein, die auf sein gnade beschaide warten. Darzu hab sein gnade iren gemahel [Hgin. Katharina] in Steir mit merklicher cost gelassen und ir gnaden vertrost, gelt zuzuschicken. Darumb er zu euer ksl. Mt. eilen muß, mit anzaigung vil ander beschwerd, darauf wir die credenz euer ksl. Mt. sein Gn. uberantwurt und unser werbung, das sein gnade die gemain hauptmanschaft des Reichs annemen und bis zum anzug hie verharren wolte, inhalt euer ksl. Mt. instruction. Das aber sein gnade entlich abgeschlagen aus vil ursachen, die zu lange weren alle zu schreiben, und iren wege auf morgen zu euer ksl. Mt. anzunemen furhat, auch alle handlung euer ksl. Mt. personlich endecken will. Das haben wir etc. Datum Wormbs am XXV. tage May anno etc. nono.

    E. ksl. Mt. etc. Adolf, Gf. zu Nassau etc., S. von Fraunberg etc., Erasm Dopler, brobst etc.

    «Nr. Š406 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg, Erasmus Topler und Ludwig Vergenhans an Ks. Maximilian – Worms, 25. Mai 1509 »

    [1.] Befreiung Hg. Wolfgangs von Bayern von Reichssteuern; [2.] Verhandlungen mit den Hgg. Heinrich d. Ä. und Erich von Braunschweig über die Reichshauptmannschaft und das Reichsstatthalteramt; [3.] Entsendung Johann Storchs zur Erledigung reichsständischer Angelegenheiten.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 17–17’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = Textvorlage A.

    [1.] Allerdurchleuchtigster etc. Eur ksl. Mt. schreiben und bevelh [Nr. 395] mit eingeslossner supplication [Nr. 370] unsers oheims, swagers und genedigen herrn, herzog Wilhalms [von] Bayern zugeordenten vormunder, betreffent die angelegten hilfen auf den vergangen Reichs tegen zu Collen und Costenz, auch die, so yetzund aufgelegt mochten werden unserm oheim, swager und gnedigen herrn, herzog Wolfgang zu Bayrn, mit inhaltung der beswerde und ursachen, so wir den churfursten, fursten und stenden des Reichs furhalten solten, ine solher zu erlassen, haben wir vernomen. Und nachdem in dergleichen felle[n] deßhalben vil rede beschehen, ist zu besorgen, das solh furhalten eur ksl. Mt. bey churfursten, fursten und stenden des Reichs grosse verhindrung an der hilf, so wir uns yetzo zu erlangen bearbaiten, geperen, und sonderlich aus ursachen, das wo herzog Wolfgang, des gemelten herzog Wilhalm vetter, in dem anlegen nit angeslagen und dem gemelten herzog Wilhalm sein tax nit solt gehohert [werden], das solhs bey den stenden des Reichs ungleich und unbillich, sonderlich dweil unser oheim und swager das, davon etwo drey herzogen von Bayrn1 dem Reiche gedient haben, inhat, geacht mocht werden. Wo aber ye eur ksl. Mt. maynung wer, das herzog Wolfgang nit angeslagen, das alßdann herzog Wilhalm mit sein und seinen bruedern [Hgg. Ludwig und Ernst] dest hoher angeslagen werde. Das haben eur ksl. Mt. wir zu bedenken nit wollen verhalten, derselben beschaid darauf zu warten.

    [2.] Ferrer, allergnedigister herr, so hat eur ksl. Mt. uns, Adolfen, grafen zu Nassau etc., Sigmunden von Fraunberg etc. und Erasm Topler, brobst etc., mit ainer instruction, der datum stet am sibenden tag May anno etc. nono, bevolhen, das wir mit herzog Hainrichen und Erichen von Braunswig der haubtmanschaft und stathalterambts handlen, wie dann der artikl hiebey verzaichnet beym A inhelt2, und darnach von eur ksl. Mt. in ainer andern und grossern instruction, der datum am achtenden tag des monats May stet, auch ain sonder artikl, wie der hie bey dem buchstaben B verzaichnet und verleibt Šist3, das also ainer dem andern widerwertig. Bitten eur ksl. Mt. deßhalben umb weitern beschaid, uns darnach haben zu richten.

    [3.] Allergnedigister herr, eur ksl. Mt. hat auch gut wissen, wie das vil parteyen und sachen durch eur ksl. Mt. auf den Reichs tage beschiden und auf Storchen abfertigung warten etc. Bitten eur ksl. Mt. wir, welle hirinne gnediglich fursehung tun, auf das die parteyen nit also aufgehalten und verzogen werden. Solhs alles haben eur ksl. Mt. wir zu erkennen geben und im pesten nit verhalten wellen. Datum Worms am XXV. tag Maii anno etc. nono.

    Eur ksl. Mt. etc. Casimir, Mgf. zu Brandenburg etc., Adolf, Gf. zu Nassau etc., Sigmund von Fraunberg etc., Erasm Topler etc., Vergenhans, brobst etc.

    «Nr. 407 Bericht der Reichstagskommissare Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg und Erasmus Topler an Ks. Maximilian – Worms, 27. Mai 1509 »

    Verhandlungen mit Kf. Friedrich von Sachsen über das Reichsstatthalteramt.

    Innsbruck, TLA, Maximiliana I/44/6, fol. 49–50’ (Or. mit Spuren von 2 Ss.; Verm. auf dem Umschlag: Vom grafen Adolfen von Nassau, seinem begeren nach ad regem etc. Were guet, im ein gnadig, zimlich antwort zu schreyben.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 14–14’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    aAllerdurchleuchtigister, grosmechtigister kaiser, eur kayserlichen Mt. seyen unser untertenig, willig und gehorsam dinst alzeit. Allergenedigister herr–a, als der durchleuchtigist furst, herzog Friderich von Sachsen, churfurst etc.b, die velthauptmanschaft anzunemen genzlich abgeschlagen und des Reichs stathalterambt halben ain bedenken genumen, wie eur ksl. Mt. durch uns kurzlichenc bey der post zugeschriben ist [Nr. 405], hat sein gnade uns heut den artikel unser instruction durch Friderichen Thord1 furtragen und lesen lassen, der evon wort zu wort also lauted–e: f[wörtliche Wiedergabe von Nr. 391, Pkt. 2]–f. Und darauf erzelt, das sein genedigister herr den artikel nit lauter vernemen moge, nemlichen in dreien puncten: Und erstlich, als gemelt wirt, wie man sich des mit ime vertragen wurde etc., ob wir oder ymands gewalt hetten, uns mit sein ŠGn. zu vertragen, oder wer solichs tun solt. Zum andern, als gemelt wirt, wo es den stenden und seiner liebe gemaint sein wurde etc., ob wir ain wissen hetten, das solichs den stenden des Reichs gelieben wolt, das sein gnade das stathalterambt annemen solt. Zum dritten, als gemelt wurt: nach inhalt der abrede, verschreibung und vertrege etc., ob wir ain wissen hetten, was solich abrede, verschreibung und vertrege etc. weren. Sein gnadeg hette der kain sonder wissen. An [= Ohne] solicher dreier stuck leuterung west sein genedigister herr lautere antwurt nit zu geben. Und bate uns, ime darauf erklerung zu tun.

    Dweyl wir aber solicher stuck kain ander wissen tragen mogen, dan wie die wort der instruction inhalten und bedeuten, haben wir zu antwurt gegeben, sein Gn. sey der artikl von wort zu wort ausgezogen uberantwurt, den wiss sein gnade aus ire[r] hohen verstentnus selbst wol zu ermessen. Aber wo ye ir ftl. Gn. sich des nit settigen lasse und das begere, so wollen wir solich ir gnaden furhalten e. ksl. Mt. zuschreiben. Das sein gnade zu uns gestelt hat. Haben eur ksl. Mt. wir in aller untertenigkait eylends nit wellen verhalten, dardurch wir zeitlichen beschaid darauf emphahen mogen und eur ksl. Mt. nit versaumbt werde. Wir haben bißhere auf unser manigfaltig schreiben kain antwurt emphangen. Geben zu Wormbs am XXVII. tag May anno etc. im neunten.

    E. ksl. Mt.huntertenig und gehorsamist–h Adolf, grave zu Nassau etc., Sigmund von Fraunberg etc., Erasm Topler, brobst etc.

    «Nr. 408 Bericht Mgf. Kasimirs von Brandenburg-Ansbach und der anderen Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 27. Mai 1509 »

    [1.] Sessionsstreit zwischen Bayern, Pfalz-Zweibrücken, Pfalz-Veldenz und Sachsen; [2.] Verzögerung der ständischen Resolution zur Reichshilfe, Bitte um Anweisungen für den Fall einer Ablehnung.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 20–20’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = Textvorlage A.

    [1.] Allerdurchleuchtigister etc. Nachdem sich etlich irrung auf disem Reichs tage in dem haus Bayrn zwischen den Bayern und Bayrn und dann dem haus Bayrn und Sachsen der session halben gehalten, so ist obgenannt zwitrecht auf heut datum, den XXVII[I]. tag des monats May, durch unsern lieben herrn, oheim und gnedigisten herrn Friderichen, herzogen von Sachsen, churfursten etc., auf ditzmals, sovil disen Reichs tage betrifft, abgelaint und vertragen [Nr. 320].

    [2.] Und ist solher irr halben die antwort [der Reichsstände] verzogen, wiewol wir aus schuldiger phlicht getreulich umb antwort angesucht haben, der zuversicht und hoffnung, uns werde numals furderlich und pald antwurt gefallen. Und ob uns nu antwurt eur ksl. Mt. begerter hilf halben ungemess gefallen Šwurde, bitten eur ksl. Mt. wir underteniglich, wellen uns beschaid zuschicken, wes wir uns darin furter halten, und das furderlichisten ir maynung wissen zu lassen, damit eur ksl. Mt. an irem furnemen nit gehindert werde. Haben eur ksl. Mt. wir nit verhalten und zu erkennen geben wellen. Datum Worms am XXVII. tag Maii anno Domini etc. im neunten.

     E. ksl. Mt. etc. Casimir etc. und ander rete und commissarien etc.

    «Nr. 409 Bericht der Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 29. Mai 15091 »

    Verhandlungen über eine Reichshilfe für den Krieg gegen Venedig.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 24–24’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = Textvorlage A.

    Allerdurchleuchtigister etc. Auf heut zwischen dreyen und vieren nachmittage haben die stende des Reichs, hie zu Worms versamelt, auf eur ksl. Mt. begern ir antwort [Nr. 275] schriftlich uns ubergeben, davon eur ksl. Mt. wir mit der eyl ain copey bey diser post zu schicken haben. Doch die nit on, sonder ain bedenken darauf genomen. Und ob wir darauf weiters fruchtparlichist nach laut unser instruction, daraus uns zu geen nit gepurt, erlangen wurden, darzu wir kainen trost haben, sol kain moglicher vleiß gespart und eur ksl. Mt. allzeit auf der post furderlich zugeschickt werden. Wir sein auch geslossen, sy von eur ksl. Mt. wegen ernstlich zu ersuchen und zu bitten, von hinnen nit zu verrucken, ee und zuvoran dann eur ksl. Mt. auf ir getane antwurt uns ir maynung widerumb zu wissen getan haben. Das haben eur ksl. Mt., der wir uns hiemit underteniglichen und dinstlichen bevelhen, des alles wissens zu haben, wir nit wellen verhalten. Datum Worms am XXVIIII. tag Maii anno etc. nono.

     E. ksl. Mt. etc. rete und commissarien, yetzund zu Worms etc.

    «Nr. 410 Weisung Ks. Maximilians an die ksl. Reichstagskommissare – Innsbruck, 2. Juni 15091 »

    Protest vor der Reichsversammlung wegen des Verzichts Österreichs auf Teilnahme am Reichstag.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 159’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein; Adresse am Textende: An ksl. Mt. rete und comissarien zu ŠWormbs.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 178 (wie A; Adresse am Textende: An keyserlicher Mt. rete und conmissarien uf dem richßtag zu Worms.) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 39’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Vermm. wie A, Adresse am Textende: An ksl. Mt. rete, so zu Wormbs auf dem reichstag verordent sein etc.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 143’–144 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 169’ (wie A). Berlin, GStA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 49 (wie A). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 56 (wie A, Kanzleiverm.: A.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 57–57’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie B). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 343’–344 (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. 425–425’ (wie A). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 44 (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 62–62’ (wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 81–80’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt; Vermm. wie A). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 24’ (wie A). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 32’ (wie D).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 971, S. 771.

    [1.] Maximilian etc.a Hochgeborner, lieber oheim und furst, wolgebornen, edeln, ersamen, andechtigen und lieben getreuen. Nachdem wir uf unserm gegenwertigen Reichs tage unser als erzherzogen zu Osterreich botschaft neben andern des Hailigen Reichs stenden zu Wormbs haben sollen, dweyl aber zwischen den erzbischofen zu Salzburg und Magdeburg irs stands halben ein span ist2, so haben wir zu vorhutung merers unlusts und zuruttung solch unser als erzherzogen potschaft dahyn zu schicken unterlassen. Und entphelen euch darauf mit ernst, dz ir von unsern wegen daruber vor curfursten, fursten und stenden des Reichs offentlich protestirt und bezeuget und deßhalb nodturftige instrument durch offen notary, wie sich geburt, aufrichten lasset dergestalt, dz solch außbleiben unser potschaft unß, unsern erben und nachkomen, erzherzogen zu Osterreich, an irem stand kunftiglichen unvorgriflich und unschedlich sey, und uns alßdann solch instrument zuschicket. Dz ist unser ernstlich meynung. Geben in unser stat Insprugk am andern tag des monats Juny anno etc. [im] IXten, unser Reich, des Romischen im bXXIIIIten und des hungrischen im–b XXten jaren.

    «Nr. Š411 Weisung Ks. Maximilians an die Reichstagskommissare – Innsbruck, 3. Juni 15091 »

    [1.] Kritik an der ersten ständischen Resolution zur Reichshilfe; [2.] Zurückweisung des Arguments mangelnder Leistungsfähigkeit; [3.] Kriegslast der habsburgischen Erblande; [4.] ungenügende Leistungsbereitschaft der Reichsstände; [5.] Rechtfertigung der Einigung mit Kg. Ludwig von Frankreich über das Hm. Mailand; [6.] Aufforderung zur Bewilligung einer Reichshilfe, Berücksichtigung des päpstlichen Hilfsbegehrens; [7.] Verantwortung der Stände für die Gefährdung des Reiches im Falle einer Verweigerung; [8.] Vortrag der Argumente durch die ksl. Kommissare; [9.] Zurückstellung der übrigen Verhandlungsmaterien.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 156–158’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./cdip. und Gegenz. Serntein; Adresse am Textende: Den hochgebornen, wolgebornen, edeln, ersamen, unsern lieben, andechtigen und des Reichs getreuen Caßimirn, marggraven zu Brandenburg etc., unserm lieben oh[ei]men und fursten, und N., andern unsern reten und comissarien, zu unserm Reichs tag gein Wormbs verordent. Verm.: Uf dornstag des [he]iligen fronleichnams tag [7.6.] [in] der meinzischen canzley geschriben.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 176–177’ (wie A) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 36’–39 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Vermm. wie A, Adresse am Textende: An die ksl. rete zu Wormbs, auf dem Reichs tag versamelt etc.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 138’–142 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.; wie A) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 166’–168’ (wie A; Datumverm.: Corporis Christi [7.6.] Ao. etc. VIIIIo). Berlin, GStA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 46’–48’ (wie A; Datumverm.: Am tag corporis Christi). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 53–55 (Kop., Kanzleiverm.: B.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A; Datumverm.: Auf corporis Christi anno etc. IXo haben ksl. Mt. rät nachvolgent schriften angebracht.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 52’–55’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie A; irrtümlicher Datumverm.: Mitwochen vor corporis Christi [6.6.]). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 338’–342’ (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. 422’–424’ (wie B). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 41’–43 (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 57–60’ (wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 86–82’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt; Vermm. wie A). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 22–24 (wie A; Verm.: Dise instruction ist durch die post komen in die corporis Christi [7.6.].). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 30–32 (wie D).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 973, S. 772–774.

    Š[1.] /156/ Maximilian, avon Gots gnaden e[rwählter] romischer kayser–a etc.

    Hochgeborner, lieber ohemb, wolgeborner, edeln, ersamen, andechtigen und lieben getreuen. Wir haben euer schreyben[Nr. 409] und darinne die antwurt [Nr. 275] von den stenden des Reichs, zu Wormbs versamelt, vernomen, der wir uns billich hoch befrembden, auch besweren und beherzigen, in ansehung des ubel und engen bedenkensc der grosen nodturft zu ere und wolfart, so dem Hailigen Reich und teutzscher nacion vor augen ist. dDann doch kein kaiser noch konig in hundert jaren nye seinen fueß so trostlich und loblich in Italien gesetzt hat, als wir mit gnaden und hilf des Almechtigen ytze tun–d, und danacht nach grosem unkosten, so wir ytzo in unsern burgundischen landen gegen Frankreich gelitten, dadurch denselben zu unserm lieben bruder gemacht und dazu bracht haben, ein loblichen tractat wider Venedig neben unser anzunemen, fwie wir dann solchs den stenden des Reichs nast zu Wormbs, als wir persondlich dogewest sein, zu erkennen geben haben–f [Nr. 264 bzw. 266, Pkt. 1].

    [2.] gSo sie aber ir armut und unvermogen anzeigen, dz ist in uns ungleublich, dann wir wissen beyleuftig ir vermogen gleich so wol alß sie selbs–g. Wir mussen aber achten, /156’/ dz solchs kam auß unsern mißgonnern, die do wolten, dz wir und unser kindskinder verdruckt wurden, hund darumb nit ansehen ir ere, sele und ayd–h. iDann, als die stend melden, wie sie uns uf dem Reichs tag zu Costenz ir unvermogend auch angezeigt haben: Solch anzeige, dergleichen sie gegenwertiglich tun, mag zu Costenz auch bescheen sein–i. Aber dannocht haben sie uns doselbst zu Costenz uber die bewilligt bestymbt hilf vertrost, ob uns dergestalt ein unsig oder ubermacht von den Venedigern und anderen widerwertigen begegent, das uns die sachen zu swer sein wurden, das uns dann merer hilf von inen bescheen und gefolgt sein solt2, darauf wir auch gehoffet. jAber wiewol wir große macht, widerwertigkait und beswert der feynd befunden, haben wir doch yr weyter zutun nyndert gespurt, sonder sein genzlich von inen verlassen gewest–j.

    Š[3.] Die stend solten billich bedenken, das wir als ein herr von Osterreich und Burgundi lang jar her vil swerer last und burd, muhe und kosten von Francosen, Sweyzern, Geldrischen, Hungarn und Durken getragen und gelitten und die alle ubersteen mussen. Haben auß unser aigen macht und camergut und in solchen anfechtungen allezeit bedacht und uns gevlissen, unser heuser Osterreich und Burgundi zu behalten und zu bestaten [= aufstellen, verwenden] zu einem schilt des Reichs gegen den bemelten anstossern, welche unser heuser sich doch, als meniglich in der /157/ ganzen cristenhait weiß, dem Hailigen Reich ytzt ganz anhengig und zu schetzen underwurfig gemacht haben.

    [4.] Wir hetten auch allezeit gern diejene, so dem Hailigen Reich verwant und zugehorig gewest sein, zum Reich gewendt und in ein recht liebe und gehorsam gegen demselben Reich bewegt und bracht; als wir das auch oft wol mit gutem forteil und fug tun mogen, wo wir hilf und beystant der stend des Reichs, als billich bescheen were, dazu gehabt hetten, die wir aber fruchtparlich nye bekommen mogen haben. kDann ir hilf ist alzeit so swach, cleyn und langsam gewest, das wir unser macht mitsambt yrer hilf an frucht vorschwenden, verlegen und verzeren mussen und damit nichts austreglichs außrichten mogen–k. Dadurch dann die obgemelte nacion gegen uns, dem Reich und den heusern Osterreich und Burgundi allezeit oberhant gehabt und sonderlich uns und unser erblande in abnemen gebracht haben.

    [5.] Belangend den tractat mit Meyland, haben wir auch befrembden, dann wir noch nit anders gehandelt, wann wie die stend deß wissen tragen lund sonderlich die curfursten selbs zu Freyburg3 und uf andern Reichs tegen gehandelt und geraten haben–l.

    /157’/ mWir haben auch sonst in unsern und des Reichs sachen ytzt und zuvor nichts an der stend wissen und rat gehandelt und derhalb groß versaumbt und verzert–m. Darumb wurd uns solcher unglympf unbillich zugemessen.

    [6.] Und demnach ist unser ernstlich begern aufs hochst an die stend und versamplung des Reichs, die sachen baß zu bedenken und zu herzen zu furen und sich einer andern, besser antwort und meynung nunserm begern gemeß–n zu entslissen, auch sonderlich dabey zu betrachten die erfordrung, so durch unsern hailigsten vater, den babst, mit seiner hailigkait breve apostolicum [Nr. 272] an sie außgangen ist, darinnen er sie zu hilf und rettung der hailigen romischen kirchen als stend des Reichs und cristenheit neben uns als advocaten Šermant, odadurch seiner hailigkait nit nod werd, sich ab inen zu beschweren und sie hoer anzusuchen–o.

    [7.] Dann wo sie sich ye zu hilf und beystand der romischen kirchen und zu ere und wolfart des Heiligen Reichs und teutzscher nacion nit bewegen lassen wurden, darauf wir doch nach gute hofnung haben wellen, so were zu besorgen, dz Heilig Reich mocht dadurch in zutrennung wachsen. pDarumb wir hiemit protestirt haben wellen, wo sie uns und dem Reich nit hilf beweysen, ob dann dem Reich ubels begegnen und zusteen wurde, /158/ dz sie daran schuldig und ursacher sein–p.

    [8.] Auf das alles ist unser ernstlicher bevelh, das ir die obberurt unser meynung von stund an an die curfursten, fursten und stend des Hailigen Reichs mit bestem vleis brenget und gelangen lasset und sie darauf mit ernst verfolgen, anhaltet und solicitirent, sich umbq unser und des Reichs, auch teutzscher nacion varsteenden gelucks, ere und wolfart willen einer pessern, zymlichern antwurt zu verfassen und volzug derselben zu furdern, und ylend. Daran tut ir unser ernstlich meynung.

    [9.] Andere artikel, so in unser instruction [Nr. 268] und der stend antwurt begriffen sein, haben wir darumb, das uns dise sache am genotigsten und eylendesten bedunkt hat, hirinne underlassen. Wellen euch aber derhalben unser meynung uf naste post auch eylends bescheid zuschreyben. Geben zu Insprugk am dritten Juny anno nono, unsers Reichs im XXIIIIten.

    «Nr. 412 Zyprian von Serntein an Johann Storch – Innsbruck, 3. Juni 15091 »

    [1.] Verhältnis zwischen Serntein und Storch, Wunsch Storchs nach einer Unterredung mit Ks. Maximilian; [2.] Verhandlungen des Wormser Reichstages über die Venedighilfe; [3.] Mitteilungen über die Schlacht von Agnadello.

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/256/VI, fol. 45–47 (eigh. Konz.).

    [1.] /45–45’/ Er, Storch, hat sich in seinem Schreiben2beklagt, dass er auf seine vertraulichen Mitteilungen bislang keine Antwort erhalten habe, und sich nach dem Anlass für eine mögliche Verstimmung zwischen ihnen erkundigt. Versichert ihn seiner ungetrübten freundschaftlichen Verbundenheit. Er hat sich auch nach einer Möglichkeit für eine Audienz beim Ks. erkundigt. Trotz seiner Bemühungen hat der Ks. geäußert, dass er ihn zwar gerne treffen würde, doch sei er im Aufbruch zum Landtag nach Sterzing begriffen. Dort wird der Ks. noch heute eintreffen und Šbereits am Dienstag [5.6.] nach Trient weiterziehen. Der Ks. wird ihm aber selbst in Kürze schreiben.

    [2.] /46/ [PS] Übersendet einige Briefe zur Weiterleitung. Als er ihm schreiben wollte, ist die antwort von den Reichs stenden [Nr. 275] kumen, die dann di ksl. Mt. nach der leng ubersehen und gelesen, hat aber derß[elben] nit vil oder gar wenigs gevallen. Und hat ir Mt. deshalp widerumb antwurt [Nr. 411] verfasst, wie ir in ksl. Mt. schreiben hiebei vernemen werdet. Und warlich, so mugt ir meinem gn. H., dem marggra[fen] [Kasimir von Brandenburg], auch andern Hh., den commissaren und reten, anzaigen, das sy vleys furkeren, ain ander antwurt zu erlangen. Wann ich bsorg sonst, das merklicher und grosser unlust zwischen irer Mt. und des Reichs stenden erwachßen mocht, wie ir dann das wol zu bedenken wisst. /46’/ Dann ksl. Mt. vermeint, wer seiner Mt. yetzmals nit helf, das man ksl. Mt. aufnemen nit gern sehe. Da diese Post eilends abgefertigt werden musste, konnte er die für ihn bestimmten Artikel3 nicht rechtzeitig abschließen. Kündigt deren Übersendung mit der nächsten Post an.

    [3.] /47/ Er dürfte bereits vom Sieg des frz. Kg.über Venedig erfahren haben. Für genauere Informationen schickt er ihm Abschriften von Schreiben des frz. Kg. und des dortigen ksl. Gesandten.4

    «Nr. 413 Bericht der Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 4. Juni 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 4, fol. 19–19’ (Or., Spuren von 3 Ss.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 12’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    Unter Berufung auf den Koblenzer Abschied, wonach Johann von Kriechingen binnen zwölf Tagen zum rechtlichen Austrag auf dem Reichstag erscheinen sollte, akkreditierten sich dessen Anwälte bei ihnen und forderten die Aufnahme der Verfahrens. Sie hatten jedoch ihrerseits weder diesbezügliche Anweisungen noch eine Vollmacht. Auch ihre Instruktion [Nr. 267, Pkt. 23] war ihnen zu diesem Zeitpunkt noch nicht zugegangen. Sie haben die Anwälte deshalb elf Tage lang aufgehalten. Diese wollten aber nicht länger warten, sondern bekundeten ihnen gegenüber in Gegenwart von Notaren und Zeugen unter Protest ihren erzeigten Gehorsam [im Vollzug des Koblenzer Entscheids] und nahmen ihren Abschied. Falls er, der Ks., beabsichtigt, das Verfahren fortzusetzen, muss Kriechingen noch einmal vorgeladen werden.1

    «Nr. Š414 Bericht der Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 4. Juni 1509 »

    [1.] Verhandlungen des Reichstages über die Kriegshilfe gegen Venedig; [2.] Bitte um Anweisungen für die weiteren Verhandlungen; [3.]. Sondervotum von Reichsgrafen und Freiherren zur Venedighilfe.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 29’–30’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] Allergnedigister kaiser. Wie die stende des Reichs auf dem Reichs tag, hie zu Wormbs versamelt, am XXIX. tag Maii nehstvergangen uns auf unser werbung, so wir nach inhalt euer ksl. Mt. uberschickten instruction [Nr. 266f.] der begerten hilf und ander sachen halber an sie getan, abschlegig antwort, der wir uns kainswegs versehen gehabt, in schriften gegeben [Nr. 275], haben euer ksl. Mt. aus copyen solicher schriften, e. Mt. desselben tags auf der post zugeschickt, ungezweivelt empfangen und vermerkt, der wir hiemit aus fursorg abermals abschrift zusenden.

    Darauf wir der gedachten versamung auf den letsten tag bemelts monets Maien ain antwort [Nr. 276] laut heringelegter copy ubergeben und mitlerzeit bey etlichen fursten und andern ad partem allen moglichen vleiß und ernst, sie zu pesser und statlicher antwort zu bewegen, getreulichen angekert. Aber es ist, als e. ksl. Mt. aus hiebeyverwarter copy irer schriften [Nr. 279], uns gestern, sontags trinitatis [3.6.], umb drey aur ungeverlich nach mittemtage in beywesen aller stende offenlich verlesen und nachvolgends umb acht aur gegen der nacht ubergeben, lauter vernemen werden, alles unfruchtbar erschinen. Darab wir abermals wie vor hoch und gros beschwerung empfangen und uns gegen inen vernemen lassen, das uns, dweil euer ksl. Mt. in solicher schrift etlicher massen angezogen wurd, gepuren wolt, unser weiter antwurt darauf zu geben. Die wir auch auf morgen, eritage [5.6.], vor mittemtag tun und in derselben antwort an sie begern werden, nit zu verrucken1 bis auf weitern e. ksl. Mt. beschaid, wiewol wir uns des auch abschlags versehen. Das alles e. ksl. Mt. wir aus schuldiger, underteniger gehorsam, sich mit irem treffenlichen furnemen, diser zeit vor augen, dest pas darnach wissen zu richten, in der eil nit haben verhalten wellen. Wellen auch, was uns darauf weiter begegnet, e. ksl. Mt. furderlich eroffnen, Šder wir uns zu aller undertenigkeit tuen bevelhen. Geben zu Wormbs am IIII. tag Junii anno etc. nono.

    E. ksl. Mt. etc. rete und comissarien, zu Wormbs versamelt. – An die ksl. Mt. etc.

    [2.] [PS] Auch haben wir auf viel schriften, so wir e. ksl. Mt. getan, bißhere kain antwort empfangen, das diesem handel klain furdrung tut. Biten darumb underteniglich, uns auf dieselben schriften und sonderlich auf die itzigen der versamung antwort e. ksl. Mt. maynung gnediglich zu erkennen zu geben, weiter der notdurft nach darauf wißen zu handeln.

    [3.] Auch haben grave Adolf und Philips von Nassau gepruder, grave Johann Ludwig und Ludwig, bede graven zu Nassau und zu Sarbrucken, grave Eberhard von Konigstein und her Sigmond von Fraunberg, freyherr zum Hag, uns offenlich angesagt und sich vernemen lassen, das sie in die abslegigen antwurt, so churfursten, fürsten und stende des Heiligen Reichs e. ksl. Mt. der begerten hilf halben gegeben hetten, irs teils nit gehellen noch willigen, sunder ir will, gemut und meynung sey, das sie e. ksl. Mt. in solichem nit verlassen und nach irem vermögen leibs und guts ungespart sich gehorsamlich und gutwillig halten und ir Mt. hilf tun wolten.

    Deßgleichen bede graven [Joachim und Wolfgang] von Ottingen, Johans und Wilhelm Truchsessen, freihern zu Walpurg, Hans Wernher und Go[tt]frit Wernher, freihern zu Zimern, Hans und Cristof, graven zu Werdenberg, Hans und Endres, graven zu Sonnenberg.

    «Nr. 415 Bericht Mgf. Kasimirs von Brandenburg-Ansbach und der anderen Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 5. Juni 1509 »

    Verhandlungen mit den Reichsständen über die Fortsetzung des Reichstages.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 33’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    Allergnedigister herr. Auf gestern [4.6.] haben euer ksl. Mt. wir die schriften, nemlich der versamung, auch unser und ire, der versamung widerantwort zugesandt, mit anzaigung, was uns weiter begegnet, e. ksl. Mt. nit zu verhalten [Nr. 414, Pkt. 1]. Darauf geben e. ksl. Mt. wir in aller undertenigkeit zu vernemen, das wir an heut umb ein aur ungevarlich unser weiter meynung [Nr. 280] der ganzen versamung ubergeben, darauf sie uns alspald desselben tags zwischen dreien und viern [Uhr] [Nr. 281] und wir ine von stund [Nr. 282] und sie widerumb uns schriftlich antwort [Nr. 283] behendigt, wie e. ksl. Mt. aus be[i]ligenden copyen zu vernemen. Haben auch nach viel anzaigungen, zu verhutung des aufbruchs bey etlichen und merhen und mindern stenden geubt, kain fruchtbarlich antwort erlangen mogen. Das alles e. ksl. Mt. wir mit beswertem gemut nit verhalten wollen, in aller undertenigkeit mit demutigem vleis bittende, so sie iren aufbruchen nemen werden, wie wir uns nach e. ksl. Mt. bevelh und gefallen lenger hiezupleiben oder abzuschaiden halten sollen, Šuns gnediglichen zu erkennen geben, uns auch, nachdem unser etlich lang zeit hie gelegen sein, mit zerung gnediglich zu versehen. Wollen wir in aller undertenigkeit verdienen, auch euer ksl. Mt., wie, von wem und wan der aufbruch beschicht, nit verhalten. Geben eilends am funften tag Junii zu funf auren nachmittag anno etc. nono.

    Euer ksl. Mt. undertenigist, gehorsamist Casimirus, Mgf. zu Brand[enburg] etc., und ander rete und comissarien, zu Wormbs verordnet. – An ksl. Mt. etc.

    «Nr. 416 Bericht der Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 7. Juni 1509 »

    [1.] Eingang ksl. Weisungen und Vortrag an die Reichsversammlung; [2.] Bitte um Anweisungen für das weitere Verfahren mit Gottfried von Eppstein; [3.] Übersendung der Stellungnahmen der Reichsversammlung und Kf. Friedrichs von Sachsen bezüglich der Jubelablassgelder; [4.] Pulver- und Salpeterlieferung Lgf. Wilhelms von Hessen für Ks. Maximilian.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 34–35 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] Allergnedigister kaiser. Heut zwischen eilf und zwolf aurn beylauftig in mittemtag ist auf unsers vorigs schreiben [Nr. 409], so euer ksl. Mt. wir mit zuschickung der ersten antwort [Nr. 275], uns durch churfursten, fursten und stende des Reichs auf unser werbung gegeben, auf den XXIX. tag Maii getan haben, ain post zukommen, von dem uns etwo viel brief und sonderlich drey, an uns lautend [Nrr. 404, 410f.], uberantwort sein, die wir underteniglich empfangen und derselben inhalt der ganzen versamung zwischen ain und II auren darnach furbracht, auch daneben ydem churfursten und anderm ire besunder brief, uns zugesandt, behendigen lassen. Darauf die versamung bedacht genommen hat, uns ir meynung auf solich schrift zu erkennen zu geben und, so sie damit berait sey, uns das ansagen zu lassen. Was uns von ine begegnet, wollen wir e. ksl. Mt. zum furderlichsten zuschicken. Der wir uns zu aller undertenigkeit dienstlich und gehorsamlich erbieten. Geben zu Wormbs am VII. tag Junii anno etc. nono.

    Euer ksl. Mt. rete und comissarien, zu Wormbs versamelt etc. – An die ksl. Mt. etc.

    [2.] [PS] Auch, allergnedigister herr, nachdem der von Epenstein durch e. ksl. Mt. bevelch her gein Wormbs betagt, noch hie und, als uns durch etlich angezaigt, etwas schwach sein soll, bitten wir underteniglichen, dieweil die lantgrevischen nichts handeln wollen, der gemelt von Epenstain sey dann zuvor ledig, ob sich begeben, das wir, zuvor und ehe dieselbig irrung zwischen dem lantgraven und dem von Konigstain verhort oder hingelegt, von hynnen schaiden wurden, wie wir uns alßdann mit seiner perschon halten, ob wir ine hiepleiben lassen oder anderswohin betagen sollen, uns darnach wissen zu richten.

    Š[3.] Auch schicken euer ksl. Mt. wir hiebey abschrift der antwort, so die stende des Reichs und herzog Friderich von Sachsen hern Ernsten von Welden auf sein werbung, des jubelgelds halber an sie getan, gegeben haben [Nrr. 284, 362].

    [4.] Auch haben die lantgravischen rete uns hie anbracht, wie ir herr euer ksl. Mt. hundert tonnen pulfers und I½C zentner saliters [= Salpeter] gein Frankfurt geschickt, das aber niemans hab herbergen oder annemen wollen. Haben wir dem rate zu Frankfurt darauf furderlich schriben, solich pulfer und saliter mit dem gewicht zu empfahen und bis auf weiter euer ksl. Mt. beschaid oder der Fugker von Augspurg, die deßhalb bevelch hetten, ansuchen zu verwaren und bey ine zu behalten [Nr. 377]. Wolten euer Mt. auch nit verhalten, des wißen zu haben.

    «Nr. 417 Bericht der Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 10. Juni 1509 »

    [1.] Schlussverhandlungen mit den Reichsständen über die Reichshilfe gegen Venedig; [2.] Vermittlungsverhandlungen zwischen Klerus und Stadt Worms; [3.] Verhandlungen über das Jubelablassgeld; [4.] Übersendung päpstlicher Schriftstücke bezüglich der Ernennung Hartmanns Bgf. von Kirchberg zum Koadjutor in Fulda; [5.] Verzicht auf die ihnen aufgetragene Initiative bezüglich des Klosters Reichenau; [6.] Supplikation Gf. Balthasars von Schwarzburg wegen eines Lehens; [7.] Achterklärung gegen Befehder der Stadt Rothenburg; [8.] Erklärung Bf. Lorenz’ von Würzburg zur Bereitstellung von Reitern für den Krieg gegen Venedig.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 44’–46 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] Allergnedigister kaiser. Als wir e. ksl. Mt. des fordern tags drey schriften zugesant und dabey, was uns ferrer begegnen wurde, e. ksl. Mt. auch nit zu verhalten angezaigt[Nr. 416, Pkt. 1], also haben uns die stende des Reichs gestern, sampstags umb zehen aur vormittag ire weiter meynung[Nr. 288] und wir ine alßpald unser antwort darauf [Nr. 289] gegeben, wie e. Mt. aus hiepeyligenden copyen vernemen werden. Und wiewole sie uns ansagen laßen, das sy nach mittag sich auf unser antwurt underreden und uns, so sie irer meynung entschlossen, dieselben zu vernemen erfordern lassen wolten, so ist doch solichs nit beschehen. Welichs uns anzaig geben hat, als wir auch auf unser vleissig erkunden bey etlichen in gehaim verstanden, das sie irer hievor gegeben antwurten nit alle ainhellig gewest sein und sich vielleicht eines andern und bessern entschliessen solten, des wir doch e. ksl. Mt. nit gewißlich haben wissen zu vertrosten, damit e. Mt. in irem furnemen sich darauf nit verdiefen oder verlassen möcht. Aber auf heut sontag umb zwo auren nach mittage haben sie uns ain schriftlich meynung[Nr. 290], wir ine darauf unser antwurt [Nr. 291] und sie alßbald ir entlichen beschlus [Nr. 292] widerumb ubergeben, wie Še. ksl. Mt. des alles aus peyligenden copyen bericht werden. Wolten e. ksl. Mt. wir auch nit verhalten, der wir uns neben unseren schuldigen pflichten zu aller undertenigen gehorsam tun bevelhen. Geben zu Wormbs am X. tag Junii anno etc. nono.

    E. ksl. Mt. etc. rete und comissarien, zu Wormbs verordent etc. – An ksl. Mt. etc.

    [2.] [PS] Heut fru umb sechs auren haben der erzbischof zu Trier und herzog Friderich von Sachsen zwischen der pristerschaft und statt zu Wormbs in etlichen den grosten und namhaftigisten artikeln iren spruch [Nr. 329, Pkt. 3] getan und werden in den andern geringen puncten, als wir versteen, zu entlichem vertrag zwischen ine auch weiter handeln.

    [3.] So ist her Ernst von Welden heut von hinnen geritten. Und wiewol er von der versamung auf die bede antwort der stende und herzogen Friderichs von Sachsen [Nrr. 284, 362], ime auf sein werbung schriftlich gegeben und e. ksl. Mt. jungst zugeschickt [Nrr. 416, Pkt. 3], durch die stende auf weiter antwort zu warten beschiden worden, so ist ime doch, als er uns bericht, nichts anders, dann das sie es bey ir vor gegeben antwort bleiben lassen, begegnet [Nr. 287]. Wolten wir e. ksl. Mt. nit verhalten, sich darnach zu richten.

    [4.] Auch schicken e. ksl. Mt. wir hiemit etlich bebstlich brief1, uns durch den von Kirchberg, den coadjutor zu Fulda, heut geantwort.

    [5.] Und als e. ksl. Mt. bey Johann Storchen der Reichenau halber zu handeln uns bevolhen gehabt [Nr. 271, Pkt. 1], hat kein partey bißher deßhalb angesucht noch ichts furbracht.2 Darumb wir solicher sachen halb den stenden laut e. Mt. bevelch nichts haben anzaigen noch fur uns selbs darin ichts handeln mögen.

    [6.] Euer ksl. Mt. schicken wir hiebey abschrift eins briefs, uns durch graven Balthasarn von Swarzburg uberantwort.3 Und dweil wir zu vollenziehung seiner beger, darin begriffen, von e. Mt. kainen bevelch haben, auch aus ursachen, das wir uns bedunken laßen, solichs e. Mt. nit tunlich oder zuzulaßen sey, dweil das lehen, so es in des von Bambergs hend komen, nit verdient oder verfalle[n] wird, so haben euer Mt. wir das nit verhalten wollen.

    Š[7.] Wir schicken auch e. ksl. Mt. hiebey den achtbrief, den von Rotemberg [= Rosenberg] antreffend, wie dan solichs vormals auf anrufen der statt von Rotemburg an der Tauber geschickten bey den stenden des Reichs und uns, die teter in die acht zu ercleren4, beratschlagt und e. ksl. Mt. schriftlich zu erkennen geben, auch den stenden oder uns on sonderlichen bevelch e. ksl. Mt., den hirin zu haben die notdurft erfordert, solich acht zu sprechen nit hat fugen wollen. Darumb ist fur gut und not ermessen, das euer ksl. Mt. solich acht selbs sprechen, auch den achtbrief verzaichnen, versigeln und verfertigen und uns den auf der post, dweil die sach grosser eil bedarf, furderlich wider zuschicken lassen. Des wollen wir also underteniglich gewarten.

    [8.] Uns hat auch der bischof von Wurzpurg diesen beyligenden zettel [Nr. 367] behendigt, den wir e. ksl. Mt. zu wissen nit verhalten wolten.

    «Nr. 418 Bericht der Reichstagskommissare Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg zum Haag und Ludwig Vergenhans an Ks. Maximilian – Worms, 14. Juni 1509 »

    [1.] Abreise der Reichstagsteilnehmer; [2.] Vermittlungsverhandlungen zwischen Stiftsklerus und Stadt Worms; [3.] Reichstagsverhandlungen über Reichskammergericht, Landfrieden und Münzwesen; [4.] Übernahme des Kammerrichteramtes durch Gf. Adolf von Nassau; [5.] Proteste Kursachsens, Kurbrandenburgs und Sachsens bei den Verhandlungen über das Reichskammergericht; [6.] Exemtion der Klöster Maulbronn und Königsbronn durch den Hg. von Württemberg; [7.] Reichsacht gegen Venedig; [8.] Bereitstellung ständischer Reiterkontingente für den Krieg gegen Venedig; [9.] Einigung der Stadt Rothenburg mit ihren Befehdern; [10.] Supplikation der sächsischen Gesandten unter anderem wegen der irrtümlichen Doppelbesteuerung des Reichsstifts Quedlinburg.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 46’–49 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] Allergnedigister kaiser. Auf die handlung, so wir am sontage nehstvergangen [10.6.] mit den stenden des Reichs und sie mit uns geubt und wir e. ksl. Mt. von stund auf der post durch unsere zugeschickte schrift [Nr. 417, Pkt. 1] zu erkennen geben, die dann e. Mt. numals ungezweivelt empfangen haben, Šfugen e. ksl. Mt. wir in aller undertenigkeit zu vernemen, das am sampstage davor [9.6.] herzog Heinrich von Braunschweig, desselben sontags [10.6.] der coadiutor von Fulda [Hartmann Bgf. von Kirchberg] und montags darnach [11.6.] der erzbischofe zu Coln, herzog Friderich von Sachsen, bede bischove zu Bamberg und Wurzburg, herzog Ulrich von Wirtemberg, die alle ubernacht zu Oppenheim gelegen und furter auf Frankfurt, aber Wirtemberg wider auf Speyer geritten, und sunst viel fursten und stett botschaften den aufbruch dis Reichs tags gemacht und von hynnen geritten sein. Und des erichtags darnach [12.6.] frue zu vier aurn der [Ebf.] von Meinz zu schiff weggefaren, sigel und secret seinem bruder [Erpho von Gemmingen], dem dechant zu Wormbs, verlassen und uns nichts davon gesagt hat.

    So ist desselben erichtags nach mittage phalzgraf Ludwig abgeschiden; auch doctor Erasm Dopler auf euer ksl. Mt. muntlichen und schriftlichen bevelch und erfordern, als er uns anzaigt, zu euer ksl. Mt. geritten.

    So hat unser gnediger her marggraf Casimirus uns angezaigt, wie er von e. ksl. Mt. bevelch hab, sopald die stende diser versamblung entlich antwurt gegeben, das er sich alßdann erheben und furderlich zu e. ksl. Mt. fugen solt. Demnach, auch in sonderheit, dweil seiner gnaden bruder marggrave Görg, mit dem er etlich trefenlich sachen, daran ine beden viel gelegen sein, zu handeln, auch derselb marggrave Georg, der sich furderlich wider gein Hungern fugen muß, seiner gnaden zukunft mit grossen unstatten1 etliche wochen zu Anspach erwartet hab, hat er auf heut datum mitsampt phalzgrave Friderichen seinen abschid von uns genommen und ist von hynnen den nehsten auf Anspach geritten. Und hat sein gnade mitsampt uns in aller handlung dieses reichstags allen muglichen vleis angekeret und kainer muhe noch arbeit verdrieß gehabt.

    [2.] Unser gnedigister herr von Trier ist noch hie und handlt in etlichen gebrechen, zwischen der pristerschaft und statt Wormbs halben.

    [3.] So haben die erzbischoven zu Meinz und Coln, auch phalzgrave Ludwig, churfursten, herzog Wilhalms von Baiern, Hessen und Wirtemberg, auch die bischof zu Speyer und Freisingen und die stett Coln und Wormbs ire rete alhie gelaßen, mit den wir des camergerichts, auch fridens, der monz und anderer sachen halb laut e. ksl. Mt. instruction [Nr. 268, Pkt. 9f.] und bevelch in handlung und ungezweivelter zuversicht sein, das camergericht in ain gut, bestendig wesen bracht und loblich gehalten werden soll.2

    [4.] So hat auch graf Adolf von Nassau das camerrichterampt angenommen und daruber laut der ordnung des Reichs in unser, der andern rete, beywesen marggrafe Casimiren gestern [13.6.] pflicht getan.

    [5.] Aber herzog Friderichs von Sachsen und marggraf Joachims von Brandenburgs, der churfursten, und herzog Georgen von Sachsen rete haben bey Šhandlung des camergerichts nit sein wollen, sonder deßhalb etlich beschwerung und protestation [Nrr. 357f.] furgewant und von uns und den gedachten reten darauf antwort empfangen, wie euer ksl. Mt. auß beygelegten schriften [Nr. 360] vernemen werden. Was darauf euer ksl. Mt. meynung sein will, wollen euer Mt. uns eroffnen, ine auf ir verrer ansuchen darauf wißen zu begegnen.

    [6.] Die wirtenburgischen rate haben angezaigt, wie irem gnedigen herrn auf dem Reichs tag zu Costenz durch alle stende, so daselbst gewest, zugesagt, das die bede closter Maulbrun und Konigsprun, die ime und sunst niemants dieser zeit on mittel underworfen, auch zuvor und ee die an ine komen, bey andern inhabern in des Reichs anslegen nie gezogen oder begriffen weren, nit solten in den anschlag, daselbst gemacht, gesetzt werden, das aber ubersehen, sie darin gesetzt3 und von e. ksl. Mt. fiscal furgenommen weren, mit bit, solichs abzuschafen und sie auf disem tage nit weiter anzulegen, mit protestation, wo das beschehe, das ir gnediger herr darein nit gehellen noch willigen [wird]. Sunst were sein gnade willig zu bezalen, was ime aufgelegt wurde.4 Und nachdem etlich der vorgemelten rete wissen haben, das zu Costenz, wie vorsteet, davon gehandelt, auch dieselben zway closter in des Reichs anschlegen nit herkommen sein, versehen wir uns, das sein gnade dißmals solicher beschwerung erlassen werde.5

    [7.] So ist auch die acht der Venediger gesprochen. Wollen euer ksl. Mt. auf iren bevelch den achtbrief [Nr. 301], so der gefertigt ist, zuschicken.

    [8.] Der funfzig pherd halben [Nr. 267, Pkt. 12] hat uns der bischof zu Meinz kain antwort geben. Aber der von Coln hat uns geantwort, sopalde er in seinen stift kumm, wol er mit seiner ritterschaft und den vom adel davon handlen, ob er sie aufbringen möge und alßdann euer ksl. Mt. deßhalb und auch in sonderhait, das er in aigner person reiten soll, bey aigner botschaft antwurt geben.

    ŠDer [Ebf.] von Trier hat uns geantwort, er sey willig, die funfzig pferde zu schicken, trag aber fursorg, das er umb zehen gulden die in seinem stift oder sunst nit bestellen muge. Aber sein gnade konne in aigner perschon nit ziehen manigfaltiger beswerung halber, so ime zu seinem stift furstunden, und sonderlich, das sein stat Trier dieser zeit mit veintschaft beladen sey.

    [Der Bf. von] Wurzpurg hat uns in schriften antwort geben, die euer ksl. Mt. wir auf der nehsten post [Nr. 417, Pkt. 8] zugeschickt haben.

    [Der Bf. von] Bamberg ist willig, die funfundzwanzig pferd zu schicken auf euer Mt. erfordern.

    [9.] Der stat Rotemburg auf der Tauber geschickten haben uns zu erkennen geben, wie sich aus merklichen dranksel [= Drangsal, Bedrängung, Zwang] und beschedigung irer widerwertigen, dweil ine die achtbrief und mandat so lang verzogen und verhalten, bewegt und getrungen seyn, in ainen nachtailigen vertrag6 zusambt der merklichen erlitten beschedigung zu begeben, deßhalb des achtbriefs, so wir euer ksl. Mt. auf der nehsten post zugeschickt haben [Nr. 417, Pkt. 7], weiter zu verfertigen an not ist.

    [10.] Auch haben herzog Jorgen von Sachsen rete uns ain suplication [Nr. 359] ubergeben, der abschrift wir e. ksl. Mt. hiemit zuschicken. Und dweil sie etwas zusage, so iren herren der ebtissin halber zu Quedelnburg zu Costenz durch e. Mt. beschehen sein sol7, davon wir kain wissen, auch andere beger, darin wir kain bevelch haben, anzaigen, haben wir ine nit ander antwurt, dan solichs an e. ksl. Mt. gelangen zu laßen, geben mögen.

    Das alles haben e. ksl. Mt. wir underteniger meynung nit verhalten wollen. Geben zu Wormbs am XIIII. tag Junii anno etc. nono.

    E. ksl. Mt. undertenigist, gehorsamist Adolf, Gf. zu Nassau, her zu Wißbaden, Sigmund von Fraunburg, freiherr zum Hag, Ludwig Vergenhans, doctor, brobst zu Stutgarten.

    «Nr. 419 Bericht Gf. Adolfs von Nassau-Wiesbaden an Ks. Maximilian – Worms, 16. Juni 1509 »

    Klage Johann Storchs gegen Hans von Emershofen und Ambrosius Dietrich.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 4, fol. 51–51’ (Kop.).

    Verweist auf den ksl. Befehl vom 26. April [Nr. 384]. Des dann wir alle nit allein in ansehung seiner vilgehabten muhe und arbait, damit er [Johann Storch] sich auf Šgemeltem reichstag in e. ksl. Mt. treffenlichen gescheften bey, mit und neben uns allezeit willig, gehorsamlich und mit emsigem vleis erzaigt gehabt, sonder auch der pilligkait nach zu tun begirig gewest. Aber dweil er mich, graf Adolfn, für richter angezaigt und begert, sich auch dazwischen begeben, das ich das camerrichterambt, auch sigel und secret zu meinen handen angenommen hab1, wil mir, als e. ksl. Mt. wol zu ermessen wais, nit gepuren, solich brief zu besigeln, dann darauß vil cavilacion und verlengerung erwachsen wurde; zu dem, das nyemantz hie ist, dem dieselben brief zu verzaichnen oder zu underschreiben gebüern, deßhalb er damit an e. ksl. Mt. gewisen.

    Und ist darauf, sovil mir meiner person halben fuegt, mein, auch andrer meiner mitrete undertaynige bitt, das eur ksl. Mt. ime solich briefe gnediglich verzaichnen, auch fürter in irer Mt. canzley verfertigen und fürderlich zuschiken lassen wollen, damit er seins rechten nit gehindert oder verkürzt werde, wie dann andere rete und ich nit zweyfln, e. ksl. Mt. ime in solichem seins getreuen verdienen halber mit gnaden genaigt sein soll. Daz hab e. ksl. Mt., der ich mich zü aller undertaynigkeyt bevilch, ich uf desselben Storchen billich, vleissig und nottürftige bitt eroffnen wellen, des wyssen zu haben. [Datum, Unterschrift].2

    «Nr. 420 Bericht Gf. Adolfs von Nassau-Wiesbaden und Johanns Storchs an Ks. Maximilian – Worms, 20. Juni 1509 »

    [1.] Zusendung der Achterklärung gegen Venedig; [2.] Zusage Ebf. Uriels von Mainz bezüglich der Bereitstellung einer Reitertruppe für den Ks.; [3.] Deponierung der hessischen Pulver- und Salpeterlieferung in Frankfurt; [4.] Reichstagsbeschlüsse zum Münzwesen: Anberaumung eines Münztages, Teilnahme ksl. Gesandter; [5.] Abreise der reichsständischen Gesandten und ksl. Kommissare; [6.] Entscheide Ebf. Jakobs von Trier vom 18. Juni im ŠKonflikt zwischen Stiftsklerus und Stadt Worms, Abreise des Ebf. und Pfgf. Friedrichs, Notwendigkeit einer Vermittlung zwischen Bf. und Stadt Worms; [7.] Bitte um Geld für ihre Versorgung und Auslösung.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 53–54’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] Allergnedigster herr. Auf euer kayserlichen Mt. bevelh schicken uwer ksl. Mt. wir hiemit den achtbrief, die Venediger antreffend [Nr. 301], den zu euer Mt. notdurft zu gebrauchen.

    [2.] Der [Ebf.] von Menz hat uns durch ein rete ansagen lassen, das er fleis haben wolle zu understehn, die funfzig pferde aufzubringen und dieselben laut euer Mt. begere [Nr. 267, Pkt. 12], an in beschehen, euer Mt. zu schicken.

    [3.] Die heschischen [!] rete haben uns vormals zu erkennen geben, wie ire gnediger her etlich donnen pulvers und saliters gein Frankfurt geschickt, die aber niemants von inen wollen annemen. Haben wir in namen euer ksl. Mt. dem rate daselbs geschrieben, soliche pulver und saliter mit dem gewicht zu empfahen, daruber zwene zettel zu machen, der aynen bey inen zu behalten und solich pulver und saliter bis auf weyter euer ksl. Mt. beschaid oder der Fugker ansuchen, die vielleicht von eur Mt. deshalb bevelh haben mochten, zu verwaren [Nr. 377]. Darumb mogen euer ksl. Mt. nach irem gefallen darum weiter zu handeln verfuegen.

    [4.] Auch fuegen euer ksl. Mt. wir zu vernemen, das under anderm auf e. ksl. Mt. bevelh der munz halber hie gehandelt und allen stenden des Reichs, so gulden munz schlagen, geschrieben und bevolhen ist [Nr. 305], ire rete oder diener, der munz verstendig, auch munzmaister und wardyn auf den dritten dag des monats Septembris nehstkomend des abents zu Frankfurt am Meyn zu haben, des andern dags davon zu handlen und entlichen beschlus zu machen, damit furo im Heiligen Reich ain gleiche guldene munz in aller hantierung, kaufmanschaft und bezalung gebraucht, geubt und gehalten werde.

    Und ist dabey verlassen, auch fur not, nutz und guet angesehen, das euer ksl. Mt. als erzherzog zu Osterreich und, ob ir Mt. gelieben wolt, von wegen des haus zu Burgund, auch von des Reichs wegen ire Mt. rete, wardyn und munzmaister auf gemelt zeit auch dase[l]bist haben und denselben darin nach euer ksl. Mt. maynung und willen zu handeln bevelch tun solt. Solichs wir e. ksl. Mt. underteniger maynung nit verhalten wolten, des wissen zu haben.

    [5.] Und als auf sambstage [16.6.] zu abent nehstvergangen aller stende rete, so nach abschied irer herren bey uns hie pliben gewest, iren abschied genomen, haben wir hern Sigmunden von Frauenberg und dem probst von Stutgarten [Ludwig Vergenhans], die sich dann neben uns und andern e. Mt. reten in allen sachen getreulich, gutwillig und fleisig gehalten haben1, auf ire begeren auch Švergonnt, irer nodturft nach zu reiten, die darauf nehsts sonntags [17.6.] von hinnen geritten sein.

    [6.] Auch hat unser gnedigster her von Trier montags nehstvergangen [18.6.] ain entlichen spruch [Nr. 329, Pkt. 4–6] zwuschen der priesterschaft und stat Wormbs in etlichen klainen anhangenden artikeln getan, also die bede parteyen irer irrung ganz vertragen sein. Und werden die priesterschaft bald wieder zu Wormbs inziehen. Ist der von Trier desselben montags weg und geyn Baden geritten, dahin herzog Friedrich von Bayern, als wir verstehn, auch kommen und sich underwegen zu ime fugen wurde. Wir besorgen auch, woe die irrung zwuschen dem bischove und der stat Wormbs nit hingelegt, das grosse irrung daraus wachsen werde.

    [7.] Und dweile nyemants dann wir zwene hie liegen und bisher der zerung und auslosung halber e. mayestat gnedigen bescheids und hilf erwartet, auch in aynem monat nit mehr dann ain post entpfangen, bey der wir doch deshalb kayn schrift oder beriecht vernomen haben, bitten wir allerundertenigligst, e. ksl. Mt. wollen unsern getreuen vleis, muhe und arbeit ansehen und uns darinne genediglich und furderlich bedenken und fursehen, domit wir e. ksl. Mt. und uns selbs zu schimpf, spot und schaden nit also hie verliegen oder einen nachtailigen, verachtliechen abschied nemen muessen, des wir uns doch zu euer ksl. Mt. als unserm allergenedigsten hern, dem wir uns in dem und anderm zu aller gehorsamer undertenigkeyt tun bevelhen, ye nit versehen wollen. Datum Wormbs am XX. tag Junii anno etc. nono.

    E. ksl. Mt. undertenigist, gehorsamist Adolf, Gf. zu Nassaue etc., Jo. Storch, secretarius. – An ksl. Mt.

    «Nr. 421 Schlussbericht Gf. Adolfs von Nassau-Wiesbaden und Johann Storchs an Ks. Maximilian – Worms, 30. Juni 1509 »

    [1.] Verspätetes Eintreffen der ksl. Erwiderung an die Reichsstände vom 14. Juni, Weiterleitung an Reichsfürsten; [2.] Übersendung des Reichsabschieds, Empfehlung zur Beschickung des Frankfurter Münztages; [3.] Bitte der Stiftsherren zu Nieder-Ingelheim um Ausfolgung ihrer Einkünfte aus elsässischem Reichsgut; [4.] Vermittlungsverhandlungen zwischen Bf. Philipp von Speyer und der Stadt Landau; [5.] Vermittlung im Streit zwischen der Stadt Aachen und Aachener Bürgern wegen des Weinausschanks; [6.] Klage Ludwigs von Fischborn; [7.] Konflikt zwischen Lgf. Wilhelm von Hessen und Gf. Eberhard von Königstein; [8.] Aufhebung der doppelten Besetzung der ŠPoststrecke nach Ende des Reichstages; [9.] Streit um die Reichsbelehnung Kf. Ludwigs von der Pfalz.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 54’–57’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] /54’/ Allerdurchleuchtigster, großmechtigster kayser, unser undertenig, schuldig, gehorsam, willig dinst sind euer ksl. Mt. allzeit zuvor. Allergenedigster herr, am freytag, den XXII. tag des monats Junii, umb funf auren nachmittag nehstvergangen ist e. ksl. Mt. schrift sambt inligender antwurt an die stende des Reichs [Nr. 482/III] uns zukommen1, mit bevelh, das wir dieselben den churfursten, /55/ fursten und stenden selbs oder, so die verruckt weren, iren reten, hinder ine verlassen, furhalten sollen. Nun haben e. ksl. Mt., als wir ungezweifelt sein, aus unserm jungsten schreiben [Nr. 420, Pkt. 5] vermerkt, wie nit allein die churfursten, fursten und stende des Reichs, so auf diesem Reichs tag versamelt gewest, sonder auch ire rete, hinder ine gelassen, all von hinnen gescheiden sein. Aber nichtdestominder haben wir den sechs churfursten, auch den bischoven zu Bamberg und Wurzburg und herzogen Georgen von Sachsen, herzog Wilhalmen von Bayern, dem herzogen von Gulch, herzog Ulrichen von Wirtenberg und dem lantgraven von Hessen copey vorgedachter e. ksl. Mt. schrift, die dann unsers bedunkens mit gueter furbetrachtung aller gelegenhait nach gar weislich, geschicklich, dinstlich und notdurftiglich begriffen und darin nichts ubersehen und nach unser einfalt den namhaftigsten stenden nit zu verhalten gewest ist, unverzoglich zugeschickt [Nr. 486], die wir auch andern mehr stenden, wu uns not bedunkt, zusenden wollen.

    [2.] Wie auch des camergeriechts, fridens im Reich und der munz halb ein abschied gemacht ist, werden e. ksl. Mt. aus herin verwarter schrift [Nr. 303] gnediglich /55’/ vernemen. Und will uns nutz und guet bedunken, das euer ksl. Mt. ire rete, munzmaister und wardyn auf den vorgenomen tag gein Frankfort auch verordenen und des nit underlasse, domit euer ksl. Mt. halber in allen sachen, des Reichs notdurft belangende, ye kain mangel gespurt werde.

    [3.] Und als vor gueter zeit euer ksl. Mt. reten hie auf dem Reichs dag zu Wormbs gewest und uns diese herin gelegte supplicacion2 mit ingelegtem transsumpt ayner gabe und begnadigung, uber etlich zins, gult und zehend zu Kayserberg, Durkhaim und Monster im Elsas sagende, von weilent kayser Karlen ausgangen3, durch die bruder des closters im sale zu Nideringelhaym furbracht und umb hilf zu erfolgung derselben zins und gult angerufen, ist her Caspar freyher zu Mersberg deshalb befragt und sein bericht, des kainen Šsondern bevelh noch davon wissens zu haben gestanden, wiewol dem gemelten closter solich zins und zehend, solang die lantvogtey in der Pfalz verwaltung gewest, als wir verstehen, on alle verhinderung verfolgt und yeczo bey euer kayserlichen Mt. hinderstellig bliben sein. Deshalb wir, nachdem es euer /56/ ksl. Mt. und des Reichs gerechtikayt antrieft, an wissen euer Mt. darin nichte haben handeln mogen. Aber unser aller gutbedunken, doch auf euer ksl. Mt. verbesserung, were, das zu merunge gottlichs dinst und statlicher erhaltung solcher loblichen gnade und begnadigung sie dabey gehandhabt und inen deshalb nodturftig brive gegeben werden.4

    [4.] Auch haben andere e. ksl. Mt. verordent rete und wir in den irrungen zwuschen dem bischove von Speier und der stat Landau5 auf eur ksl. Mt. bevelh verhorung geton und zu zimlicher hinlegung kainen vleis gespart, aber des kain vervolgung erlangen mogen. Dann die von Landau die vorgenomen straf nachzulassen kain gutlickeyt, als sie sorgten, erleiden mochten und darumb bede parteyen mitsambt der sachen fur euer ksl. Mt. remittirt und gewiesen.

    [5.] Desgleichen ist zwuschen burgermaister und rate der stat Ache und den burgern, so den weinschank daselbs vermainen zu haben, auf bevelch euer ksl. Mt.[Nr. 267, Pkt. 17] mit allem vleis gehandelt und durch uns bede ain abrede6, so der stat Ache geschickten auf ain hindersichbringens und in eyner aufgesazten zeit zu- oder abezuschreiben und die burger stracks angenomen haben, verfast, die euer ksl. Mt. wir, so die von dem rate zu Ache auch zugeschrieben wurd, nit verhalten.7

    [6.] /56’/ Wir schicken auch euer ksl. Mt. ain supplication, uns von Ludwigen von Fischborn uberantwurt8. Und wiewul wir uns der sachen aigentlich erkunt und befunden, das Philips von Tungen, der dann dieser zeit ambtmann zu Stainach [= Steinau] an der strassen, auch der sachen und parteyen nahe als uf zwo meilen wegs gelegen, auch, wie euer ksl. Mt. wissen mogen, geschickt und verstendig ist, zu conmissarien fuglich sein solt, wir auch demnach die beygelegten commission auf ine stellen lassen, haben wir doch dieselben an sondern wissen euer ksl. Mt., dieweil der handel euer ksl. Mt. und des Reichs aigentumb antrifft, nit ausgehn, sonder die zuvor an euer Mt. gelangen lassen Šwollen, dieselben zu verzaichnen und uns versiegelt zuzuschicken, die furter verschaffen zu uberantwurten.

    [7.] Und wiewul wir auf euer ksl. Mt. bevelch, die spenn und irrung zwuschen dem lantgraven und dem von Kunigstain zu verhoren und furter laut desselben bevelchs derin zu handlen [Nr. 267, Pkt. 14], mit allem vleis furgenomen gehabt, haben sich doch die lantgrafischen rete in kain handelung begeben, sonder vor allen dingen gehabt haben wollen, das der von Epstein, zuvor und ee ychts gehandelt, auf sein frey fues gestellt und seiner gefengnus durch den von Kunigstain on alle entgeltnus erledigt weren, /57/ domit er sein noturft reden und furbringen mocht. Das aber derselb von Kunigstain anzaigt, nit in seyner macht, dweile der von Epenstein vor zwayen jarn in euer ksl. Mt. hende gestelt und noch in euer ksl. Mt. und nit seiner verheftung were, mit erbietung, das er sonst vor unser der sachen gutlicher oder rechtlicher handlung und entschaids gehorsam und gewertig sein wolt, sich auch damit solichs seins gehorsamen erscheinens und erbietens offenlich protestiert und daruber glaubwirdigen schein begert, den wir ime under euer ksl. Mt. titel und secret ingesiegel gegeben. Das haben euer ksl. Mt. wir auch nit verhalten wollen.

    [8.] Dweile auch dieser Reichs dage ganz geendet, bedunket uns der duplierten post, die dann desselbigen Reichs tags halber also duppel gelegt und zu vurderung derer hendel angesehen worden ist, nun zur zeit nit not sein. Das zaigen wir getreuer mainung an, doch auf euer ksl. Mt. verbesserung und wulgefallen.

    [9.] Euer ksl. Mt. reten und uns seind auch von etlichen des Schwabischen Bundes verwanten fursten und stetten, auch ander copey ayner begerten schrift [Nr. 315] und darauf von pfalzgrave Ludwigen, kurfursten, und pfalzgrave Friederichen gebruedern ain antwurt [Nr. 316] darauf gefallen, die wir euer ksl. Mt. hiemit zusenden, /57’/ des wissen zu haben. Und bevelhen euer ksl. Mt. uns hiemit zu aller untertenigkait. Geben zu Wormbs am letsten dag Junii anno etc. nono.

    E. ksl. Mt. undertenigist, gehorsamist rete Adolf, grave zu Nassau, her zu Wißbaden, camerrichter etc., und Johann Storch. – An ksl. Mt.

    «5.2. Kurfürst Friedrich III. von Sachsen  »

    «Nr. 422 Bericht Gf. Philipps von Solms an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Worms, 24. April 1509 »

    [1.] Vortrag des Gf. von Solms an Ks. Maximilian; [2.] Antwort des Ks.; [3.] Wunsch Ks. Maximilians nach Teilnahme Solms’ am Reichstag als Vertreter Kursachsens; [4.] Unklarheiten bezüglich der Reichstagsvollmacht Solms’; [5.] Kritik Johann Renners wegen des Fernbleibens Kf. Friedrichs; [6.] voraussichtlicher Einsatz Gf. Hoyers von Mansfeld als ksl. Gesandten zu ŠKf. Friedrich; [7.] Gerüchte über eine angebliche Reise Kf. Friedrichs nach Bamberg; [8.] Beschwerde Ebf. Ernsts von Magdeburg gegen Kf. Friedrich; [9./12.] Unterredung Solms’ mit Matthäus Lang; [10.] Wunsch Solms’ nach Abreise aus Worms; [11.] Abreise Ks. Maximilians aus Worms.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 37–42’ (eigh. Or., dinstag nach mysericordia Domini, Postverm.: [Zu] Händen [des Kf.]).

    [1.] Er ist am heutigen Montag [23.4.] zwischen 7 und 8 Uhr morgens in Worms eingetroffen. Er wäre bereits einen Tag früher hier angekommen, wenn nicht starker Wind sein Schiff an das andere Rheinufer zurückgetrieben hätte. Er ließ sich durch Johann Renner beim Ks. anmelden und wurde nach dem Mittagessen an den Hof bestellt. Indessen kamen die Ff. zum Ks., weshalb er bis acht Uhr abends warten musste. Dann erst beschied Renner ihn in die ksl. Kammer. Der Ks. entließ alle Anwesenden bis auf Renner und hörte sich seinen instruktionsgemäßen Vortrag [Nr. 242] an.

    [2.] Nach einer Bedenkzeit trug Renner die ksl. Antwort vor: Der Ks. hätte ein früheres Eintreffen des Kf. in Worms erwartet und gewünscht. Er könne in der gegenwärtigen Situation keinesfalls länger bleiben, sondern müsse am Mittwoch [25.4.] aufbrechen. Er könne dem Kf. auch keinen anderen Treffpunkt benennen. Sonst entstünde zum Unwillen der anderen Kff. und Ff. eine Verzögerung. Der Ks. wolle den Kf. aber durch ein Schreiben [Nr. 243] und außerdem durch einen Gesandten über diejenigen Angelegenheiten informieren, die er gerne mit ihm persönlich besprochen hätte. Er wünsche das unverzügliche Erscheinen des Kf. in Worms.

    [3.] Er, Solms, bot erneut an, dass der Kf. bereitwillig zu jeden ihm benannten Treffpunkt kommen werde. Der Ks. erwiderte jedoch nur, dass er dem Kf. schreiben werde. Er äußerte außerdem den Wunsch, dass er, Solms, als Vertreter Kursachsens an den Verhandlungen des Reichstages teilnehmen solle. Er erwiderte, dass sein weiterer Aufenthalt in Worms angesichts der bevorstehenden Abreise des Ks. nutzlos wäre. Auch könne dies das Eintreffen des Kf. weiter verzögern. Der Ks. insistierte, dass er bleiben solle, bis der Kf. komme oder er einen anderen Bescheid erhalte. Er bittet um diesbezügliche Anweisungen.

    [4.] Er ist sich nicht ganz im Klaren über die ihm zugeschickte Vollmacht [Nr. 234], wonach er zum Nutzen des Hl. Reiches gefassten Beschlüssen der Stände zustimmen soll. So lut e. ftl. Gn. befelesbrif, so ksl. Mt. haben wolt, das ich von e. ftl. Gn. wegen by korfursten und fursten siczen solt und gefroget worde, was von e. ftl. Gn. wegen myn bedenken etc., daruf zu sagen, das myn befele, dermoß alles, das durch korfursten und fursten und dy stende zu besten bedocht und beschlossen, auch ksl. Mt. und dem Helygen Rich zu nucz komen moge, darin wolle e. ftl. Gn. sych halten, das ksl. Mt., auch alle ir Gnn. und ander gut gefallens haben sollen und von in nyt sondern wolten. Solten sy dan sprechen: „Dyn macht helt nit also. Du hast lut des machtbrifs andern befele, den sich an“, so worde es, wy e. ftl. Gn. baß dan ich geschryben, uß ftl. vernonft zu Šbedenken haben, wy myr dryn zu handeln syn wele. Dan ich gern handeln wolt, das e. ftl. Gn. gefellig und ksl. Mt. ungenade noch unglympf erlangen dorft, myt underteniger bitt, myn doricht schryben genediglich ufzunemen und zu bedenken.

    [5.] Johann Renner beklagt sich über das Fernbleiben Kf. Friedrichs, nachdem er auf seinen Befehl hin dem Ks. sein Kommen zugesagt hatte. Er würde 100 fl. dafür geben, wenn er es nicht getan hätte.

    [6.] Der Ks. wird Gf. Hoyer [von Mansfeld] zu ihm, Kf. Friedrich, schicken. Der Gf. unterlässt es deshalb zu schreiben, da er davon ausgeht, bald persönlich Bericht erstatten zu können.

    [7.] Der Ks. sagte, ihm sei zu Ohren gekommen, dass er, Kf. Friedrich, die Absicht habe, zur Heiltumsfahrt und zum „welschen Turnier“1nach Bamberg (Bobenberg)zu reiten. Dies hat er in Gegenwart Renners dementiert. Dan so e. ftl. Gn. zu solicher korzwyle lost, dorfen e. ftl. Gn. nyt so wyt drum riten, sonder hettenß wol neer. Es sy ader e. ftl. Gn. eyn zyt lang, als lang ich by e. ftl. Gn. gewest, eyn kleyne korzwyle gewest, daß wir alle e. ftl. Gn. tyner eyn beswerde und verwondern gehapt haben.

    [8.] Renner teilte mit, dass er über die Verhandlungen des Ebf. von Magdeburg beim Ks. wegen Kf. Friedrichs2nichts in Erfahrung habe bringen können. Dies sei noch geheim. Der Ks. werde aber keinesfalls Kommissare bewilligen, ohne den Kf. vorher angehört zu haben.

    Sigmund Pflug und Wilhelm von Wolfstein sind ebenfalls beim Ks. Sie gingen vor ihm auf und ab und blickten ihn unfreundlich an.

    [9.] Nach der Audienz beim Ks. kam der Bf. von Gurk [Matthäus Lang] zu ihm und erkundigte sich nach dem Erscheinen Kf. Friedrichs. Er wolle 300 fl. dafür geben, dass der Kf. beim Ks. wäre. Dieser hätte mit dem Kf.über einige wichtige Reichsangelegenheiten zu sprechen. Er habe sich auf Renner verlassen, der eine Verspätung oder ein Fernbleiben des Kf. ausgeschlossen habe. Er, Solms, erwiderte, dass erhebliche Gründe für die Verspätung bestünden, der Kf. jedoch willens sei, zum Ks. nach Worms oder zu einem anderen Treffpunkt zu reisen. Gurk betonte daraufhin noch einmal, dass der Ks. den Kf. bei sich brauche. Er wolle gerne sein Möglichstes dazu beitragen. Ich besorge, die sachen syen nyt alle ufrichtig, wy Gf. Hoyer e. ftl. Gn. witer berichten wirt.

    [10.] Für den Fall, dass er, Kf. Friedrich, nicht selbst nach Worms kommt, bittet er, durch jemand anderen ersetzt zu werden. Er müsste für sieben bis acht ŠTage in seine Gft. und dann wieder nach Coburg (Koberg). Allerdings wurde er gewarnt, dass ihm auf dem Weg dorthin 30–40 Reiter nachstellen könnten. Sollte er, der Kf., dies nicht wünschen, wird er sich gehorsam zeigen. In diesem Fall sollte ihm allerdings wenigstens noch ein erfahrener Rat zur Seite gestellt werden. Bittet um Mitteilung über die weiteren Absichten des Kf. und um weitere Anweisungen. [Datum, Unterschrift].

    [11.] [PS] Nach Fertigstellung des Schreibens ist der Ks. heute zwischen neun und zehn Uhr in aller Stille weggeritten. Es heißt, dass er nicht mehr nach Worms zurückkehren wird. Gf. Hoyer kam um zwölf Uhr in seine Herberge und sagte, dass er seiner Erwartung nach nicht zu Kf. Friedrich reiten werde. Er selbst kann dies nicht beurteilen. Seiner Meinung nach will der Ks. nicht, dass er, Kf. Friedrich, ihn an einem anderen Ort [als Worms] trifft.

    [12.] Der Bf. von Gurk [Matthäus Lang] kündigte einen ksl. Gesandten zu Kf. Friedrich an. Außerdem wünsche der Ks., dass [Degenhart] Pfeffinger3unverzüglich zu ihm geschickt werde.

    Der Bf.äußerte, er würde Kf. Friedrich gerne einmal persönlich über seine Verhandlungen mit dem Kardinallegaten [George d’Amboise, Ebf. von Rouen] wegen des Vertrages [von Cambrai] zwischen dem Ks. und dem frz. Kg. berichten, das syn ftl. Gn. verwondern haben werde.

    «Nr. 423 Weisung Kf. Friedrichs III. von Sachsen an Gf. Philipp von Solms – Grimma, 29. April 1509 »

    [1.] Reichstagsvollmacht für Solms, Frage der Teilnahme Kf. Friedrichs am Wormser Reichstag; [2.] Anweisung an Solms bezüglich seines weiteren Aufenthalts in Worms.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 43–43’ (Konz.).

    [1.] Dem pfleger zu Coburg uf sein schreiben geantwurt, dz mein gnst. herre sein handlung und bericht, so er bei ksl. Mt. getan, zu gefallen vernommen. Und darauf angezeigt, wie es mit den gewaltbrief und bevelh gemeynt wurd. Und hab der gewalt darauf gestanden, ob ksl. Mt. eylends wolt beslossen, dz meins gnst. H. halb daran nit mangel were. Wu aber ksl. Mt. verrucken wurd, als bescheen ist, were ime vormals angezeigt, wes er sich halten solt, und ime derselben zettel abermals ein copien uberschickt. Aber die wort im bevelh sind darumb angezaigt, dz sie zu unser gnst. herrn bevelh furgewendt werden solten. Weyl aber ksl. Mt. in ytziger schrift [Nr. 243] angezeigt, dz sich sein ftl. Gn. nit seumen solt, gen Wormbs zu komen, in ansehung, dz die stend uf sein gnad verzogen: Des wer sein Gn. willens. Und b[egert]1, dz er fuglich sein abschied Šaldo nemen und ursach fur[wenden], dz er zu m. gnst. H. reyten wolt und sich mit dem techant von Pon [Johann Heinrich von Schmalkalden] erkunden, was die handlung ist und ob die fursten uf unsern gnst. H. verziehen, auch ob sie wol leiden mochten, dz sein Gn. in eigener person dohyn kem, und wie alle sachen gestalt sein, sein Gn. furderlich und aigentlich zu erkennen gebe.

    [2.] Wir haben auch bedacht, wu die handlung von des Reichs stenden zu Wormbs bereit angefangen und ir dabei gewest, so wolt sich in kein weg fuegen, dz ir davon ziehen und euern abschid nemen solt. Und wu dem also, so wellet yr aldo verharren und in kein weg abscheiden, uf dz, so etwan furfiele, das die handlung zurut wurd, das man solchs euerm abschid nit schult geben dorft. So aber kein han[dlung] furgenomen und die stend domit uf uns verharren, so mocht ir, wie in disem brief angezeigt, vleis haben, euern abschied zu nemen und euer sachen anheym außrichten. Und uns ye uf unser schrift aigentlich bericht tun, dann wir wellen zu Wymar verharren und uns aldo nit erheben, wir haben dann bericht von euch. Darumb wellet domit nit aufhalten noch verziehen. In dem tut ir uns zu gefallen. Datum zu Grymme am sontag jubilate anno Domini XVC nono.

    «Nr. 424 Weisung Kf. Friedrichs III. von Sachsen an Gf. Hoyer von Mansfeld und Johann Renner – Worms, 28. Mai 1509 »

    [1.] Schreiben Ks. Maximilians an Kf. Friedrich; [2.] Vortrag ksl. Gesandter an Kf. Friedrich und seine Antwort darauf; [3.] Anforderung Degenhart Pfeffingers durch den Ks.; [4.] Verhandlungen mit den ksl. Reichstagskommissaren über das Reichsstatthalteramt.

    [Pkt. 1–3:] Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 56–58’ (Konz.) = Textvorlage A.

    [Pkt. 4:] Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 166–167 (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 125–125’ (Reinkonz.) = B.

    [1.] Er hat von ihnen auf sein eigenhändiges Schreiben aus Weimar noch keine Antwort erhalten, weshalb er nicht weiß, ob es ihnen zugegangen ist.1Der Ks. hat ihm bei seinem Aufbruch von hier [= Worms] unter anderem geschrieben [Nr. 243], dass er gerne persönlich mit ihm gesprochen hätte, doch könne er wegen der Šihm obliegenden Angelegenheiten keinesfalls länger bleiben. Er hat ihn deshalb aufgefordert, unverzüglich persönlich hierher zu kommen, und gleichzeitig im Zusammenhang mit verschiedenen geheimen Angelegenheiten eine Gesandtschaft angekündigt. Er, Renner, kennt den Inhalt des Schreibens.

    [2.] Er, Kf. Friedrich, hielt seine persönliche Anwesenheit in Worms für unnötig, da er durch seinen bevollmächtigten Gesandten [Gf. Philipp von Solms] vertreten war. Dennoch hat er sich aus Gehorsam gegenüber dem ksl. Schreiben und der durch die ksl. Gesandten Gf. Johann Ludwig von Nassau und Dr. Erasmus Topler vorgetragenen Aufforderung hierher verfügt. Seine weitere Verspätung war dem Warten auf die angekündigte Gesandtschaft geschuldet; anschließend setzte er seine Anreise unverzüglich fort. Er hat den Gf. von Nassau in Marburg (Martpurg)und Topler hier in Worms angehört, von den wir aber keyn geheym sachen, wie ksl. Mt. schrift meldt, vernomen. Referiert den Inhalt der von den ksl. Gesandten vorgetragenen Werbung [entsprechend Nr. 61] sowie seine Antwort darauf [entsprechend Nr. 62].

    [3.] Der Ks. hat ihn außerdem schriftlich gebeten, [Degenhart] Pfeffinger zu ihm zu schicken. Er habe mit ihm einige Angelegenheiten zu besprechen, die dieser dann wiederum ihm, dem Kf., mitteilen solle.2Er hat den Gesandten gegenüber seinen Wunsch bekundet, sich auch hierin willig zu erzeigen, er könne Pfeffinger derzeit jedoch für die Rechnungsführung und unsers leibs halbnicht entbehren. Seiner Erwartung nach wird hier in Kürze der allgemeine Aufbruch stattfinden. Falls der Ks. Pfeffinger dann noch einmal anfordert, wird er ihn zu ihm schicken. Sie sollen ihn beim Ks. für die Verzögerung entschuldigen.

    Er geht zwar davon aus, dass die beiden Gesandten dem Ks. seine Antwort zugeschickt haben. Dennoch wollte er sie, Mansfeld und Renner, informieren, falls dies bislang unterblieben sein sollte. In diesem Fall sollen sie dem Ks. seine Erklärung vortragen.

    [4.] Ferrer haben uber dise handlung ksl. Mt. rete, als er Zigmund Fraunberger und doctor Topler, an uns gelangt mit anzaig, das sy von wegen der haubtmanschaft und stathalterambts weiter mit uns zu handeln heten. In derselben handlung wir yne der haubtmanschaft halben vorige antwurt geben und begert, uns bey ksl. Mt. ungelegenhait unsers leibs halben des zu entschuldigen. Als haben sy mit ainer zetl laut inligender copie [Nr. 391] von wegen des stathalterambts an uns geraicht. Darauf wir ir bericht, auf das wir uns dest mer mit underteniger antwurt gegen ksl. Mt. mochten vernemen lassen, begert in dem, als stet „das stathalterambt in form und maß, wie man sich mit uns vertragen wurd, anzunemen“, ob sy wusten, wie der vertrag sein solt. Darnach, da angezaigt, „wie es seiner lieb und den stenden gemeint sein wurd“, ob sy Šbevelh hetten, an der stende wissen mit uns davon zu handeln und wie, oder ob sie wusten, was der stend will darinnen were. Und zuletzt, als berurt ist „nach inhalt der abrede, verschreibung und vertrags, auf dem negst gehalten reichstag zu Costenz aufgericht“3, ob sy nit wusten, was ksl. Mt. domit meynet.

    Darzu sy geantwurt, das sy uns solchs nit weyter wusten anzuzaigen dan der buchstab meldet. Wo uns aber des weyter bericht zu haben gemeynt, so wolten sy es durch dy post gern an ksl. Mt. gelangen lassen. aDarauf wir ine vermeldet, das wir yne kain maß zu setzen wusten, was sy an ksl. Mt. solten gelangen lassen–a. So mochten wir auch nit wissen, wie lang sich dy handlung alhie verziehen oder wan der aufbruch gescheen wurd. Weyl sy aber nit weyter dan der buchstab anzaigt, bericht zu tun wusten, so hetten sy zu bedenken, bdas wir auch nit entlich antwurt geben mochten, wiewol wir doch, wo uns das angezaigt were, sovil ymer moglich, gegen ksl. Mt. mit underteniger antwurt wolten haben vernemen lassen–b. Und haben von ine darauf begert, uns bey ksl. Mt. underteniglich derhalb zu entschuldigen. Darzu sy gesagt, sy wolten zu yren bedenken unser bey ksl. Mt. zum besten nit vergessen etc. Domit hat sich dy handlung abgeschnitten.

    Und begern derhalb von euch gutlich, ir wellet dise handlung ksl. Mt. in undertenigkait zu unserm besten, wie ir zu tun wist, uns zu entschuldigenc auch furtragen. In dem allem tut ir uns sonders gefallen, in gnaden zu erkennen. Datum zu Wormbs am montag in den heilign pfingstfeyern anno etc. XVC nono.

    «5.3. Kurfürst Joachim I. von Brandenburg  »

    «Nr. 425 Bericht Eitelwolfs vom Stein an Kf. Joachim I. von Brandenburg – Worms, 25. März 1509 »

    [1.] Verzögerung bei der Behandlung der brandenburgischen Anliegen durch den Ks.; [2.] Erkundigungen über die Anreise des Ks. zum Wormser Reichstag; [3.] Vorbereitungen der Stände zur Teilnahme am Reichstag, Kritik am Fernbleiben Kf. Joachims; [4.] Verhandlungen mit Ebf. Jakob von Trier über die Nachfolge Mgf. Albrechts als Bf. von Utrecht; [5.] Anforderung einer Vollmacht für den Reichstag; [6.] Kritik an der Korruption am Kaiserhof; Š[7.] Bitte um Verstärkung der kurbrandenburgischen Delegation; [8.] Ladung Hg. Bogislaws von Pommern zum Reichstag.

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 1, Nr. 4, fol. 4–5’ (eigh. Or. m. Siegelspuren, annunciacionis Marie).

    [1.] Bestätigt den Empfang eines kfl. Schreibens1samt 100 fl. und beteuert seinen Eifer für die kfl. Angelegenheiten. Deren schleunige Erledigung ist allerdings nicht möglich, denn der Ks. hält sich noch in Brabant auf. Dieser hat immerhin Gf. Hoyer von Mansfeld mit einer an ihn, Stein, adressierten Kredenz und Instruktion nach Worms geschickt, wie aus dem beiliegenden ksl. Schreiben an ihn, den Kf., hervorgeht.2

    [2.] Nach Eingang der kfl. Weisung hat er sich unverzüglich nach Worms begeben und Erkundigungen über die voraussichtliche Ankunft des Ks. angestellt, um sich hinsichtlich der kfl. Angelegenheiten danach richten zu können. Aus der Instruktion Mansfelds geht hervor, dass der Ks. sich unverzüglich nach Worms begeben will, jedoch nicht, welchen Weg er nehmen wird. Er hat daraufhin eine Anfrage zu seiner Reiseroute und dem geplanten Abreisetermin an den Ks. geschickt. Die Antwort erwartet er in acht Tagen. Hingegen will er die ksl. Aufforderung, sich zu Verhandlungen über die kfl. Angelegenheiten zu ihm zu begeben, ignorieren.

    Š[3.] Es seyn die fursten hiromb all geschickt, sobald sie ir Mt. zukunft vernemen, auch personlich zu erschinen. Kaufen auch yeczt ein und haben die irn hie. Und ist ferner grosse handlung vor augen. Got wolt, e. Gn. gelegenhait wer, sich auch da zu sehen und hörn lassen. Brandenburg, als ich glaub, in achtzig jarn nit cleyner gewicht im Reich gehabt hat. So es aber ex providentia und nit avaritia geschicht, muss sichs leyden. Wer behelt, der hat. E. Gn. ist geschickt und darf nit her. Allain, das ichs auch gut mein et gloriam domini mei.

    [4.] Nach der Abreise Dr. Bussos [von Alvensleben] hat er sich zum Ebf. von Trier verfügt und mit ihm vor allem über das Bm. gesprochen.3Der Ebf. beteuerte, sich in dieser Angelegenheit bemüht, bislang aber nichts weiter erreicht zu haben. Der Bf. von Utrecht habe ihm allerdings geschrieben, dass der Domdekan [Ludolph van Veen]4, der die Sache beim Domkapitel hätte betreiben können, [am 16.12.1508] verstorben sei und der neugewählte Dekan [Jacob van Appeltern] zu seinen Gegnern zähle; er wolle sich aber in Kürze mit seinem Bruder Mgf. Christoph [von Baden] und ihm, dem Ebf., treffen, um mit ihnen über diese Angelegenheit zu beraten. Der Ebf. empfiehlt und will dies auch dem Bf. von Utrecht vorschlagen, dass der Ks. und einige Ff. eine Gesandtschaft an das Domkapitel schicken und um dessen Zustimmung zu bitten. Der Ebf. forderte ihn, Stein, auf, in Worms zu bleiben, um ihn über etwaige Fortschritte unterrichten zu können.

    [5.] Gnedigster herr, ich hab zum Reichs tag kain gewalt. Damit wirt mich e. Gn. wol wissen zu versorgen, dan ich wurd in mussen ksl. Mt. und den Šchurfursten anzeigen. Will mich daneben des beschaids halten, nichts zusagen, e. Gn. sey dan ir freyhait versichert.5

    [6.] Die [von ihm, Stein,] bislang zugesagten 150 fl. werden wenig bewirken, dan der leut hend haben augen. Glauben nichts, dan das sie sehen. Ich hab mit zusagen bisher nit gefeyrt, het es helfen wollen. Es ist kainer so groß im Reich, keiner so gewaltig am hof, will er etwas erlangen, er besticht die leut. Und ist nymands dan der fursten schult, das also zuget.

    [7.] Es liegt aus mehreren Gründen in ihrer beider Interesse, dass er ihm jemanden schickt. Falls er, der Kf., Bedenken hat, bittet er wenigstens um Gregor Wins. Es wird erneut viel zu schreiben sein und man kann nicht jedem vertrauen.

    [8.] Dem Hg. von Pommern ging ein Mandat zu, auf dem Reichstag zu erscheinen. Anguis latet in herba.6Er, Stein, hat darüber ausführlich mit dem Ks. gesprochen. Er wird Erkundigungen anstellen und sein Möglichstes tun.

    «5.4. Erzbischof Leonhard von Salzburg  »

    «Nr. 426 Weisung Ebf. Leonhards von Salzburg an den Salzburger Domdekan und ebfl. Rat Andreas von Trauttmansdorff – Salzburg, 20. Mai 1509 »

    [1.] Unterredung Trauttmansdorffs mit Ks. Maximilian, Fortsetzung des Reichstages nach der Abreise des Ks., Anweisung von Zehrungsgeld; [2.] Einspruch beim Ks. gegen die unrechtmäßige Besteuerung von Salzburger Gütern und Einkünften in Kärnten; [3.] Bemühungen um den Erlass oder die Reduzierung einer künftigen Reichshilfe; [4.] Kontaktaufnahme zum Kammergerichtsprokurator Johann Rehlinger; [5.] Verzögerung bei der Bezahlung des Kammerzielers; [6.] Anweisung für die Rückreise Trauttmansdorffs.

    Salzburg, LA, GA IV.3, unfol. (Or. m. Siegelrest, sonntag exaudi).

    [1.] Leonhart, von Gots gnaden erzbischove zu Salzburg, legat des stuls zu Rom etc.

    Ersamer, gelerter, lieber in Got und getreuer. Uns ist von dir ain schreyben1 zuekomen, darin du uns bericht, was du mit ksl. Mt. zu Wormbs auf dem veld von unseren wegen geredt und gehandelt hast und wie die fursten, stend und ir botscheft nach abschid ksl. Mt. verrer zu Wormbs verharren und besliessen sollen etc. Darauf haben wir durch Virgilien Froschlmoser in wechsel auf Augspurg anderthalbhundert gulden reinisch, die dir durch die Fugker zu Wormbs ausgericht werden sollen, zu zerung verordent und den Fugkern Šgeschriben, dir solh gelt aufs furderlichist durch weyteren wechsel gen Wormbs zu verordnen, als uns nit zweyfelt, sy das hiemit tun.

    [2.] Wir hetten Georgen Segensmid zu dir gein Wormbs abgefertigt und, wo die ksl. Mt. von Wormbs verrukht ware, derselben irer Mt. furter nachzuvolgen. Versehen wir uns, er hab ksl. Mt. auf dem weeg zu Ulm betreten. Seydmals hat uns unser haubtman und vitztumb zu Fryesach, Balthesar Tanhauser, geschriben, wie [der] landsverweser in Kernten [Veit Welzer] aus ubung der landschaft doselbs unser landgericht und ambt zu Zol [= Zell] und verweser des vitztumbambts, Hans Mansdorfer, unser urbarleut und guter, so wira im landgericht Ortemburg, gein Dornpach und Gmund gehorig, bzu ksl. Mt. handen–b eingenommen haben, aus ursach, daz wir die herrschaft Gmund, auch unser zehent, zol und meut in Kernten in den anslag nicht eingelegt haben, davon mitleydig zu sein. Und vermainen, uns noch mer ambter, leut und guter einzuziehen. Des wir nicht klain von inen befrombd und beswarung tragen. Und haben darauf an gesteren unseren haubtman Hansen von der Albin an ksl. hof abgefertigt und ime bevolhen, wo er ye bey ksl. Mt. solh gwaltig handlung, uns beschehen, abzuschaffen nicht erheben mug, daz er alsdann dir das und aller sachen lauter bericht bey aygem boten furderlich in schrift zu wissen tue, damit du dich von unseren wegen solher des landsverweser in Kernten handlung und zwangs bey den churfursten, fursten und stenden des Reich mugst beclagen, iren rat, furdrung und hilf darin ersuchen.

    [3.] Und wo uns ainicherlay reichshilf wurd auferlegt, die von unseren wegen wissest dermassen nicht anzunemen, dieweil wir unser und unsers stifts rent, gult und guter, auch meut und zol etlichermassen entwert sein und noch entwert werden mochten, darauf im Reich uns anslag beschehen. Und haben also in anfang dise unser beswarung an ksl. Mt. langen lassen, wo uns darin wendung beschahe, damit wir die fursten verrer anzulangen vertragen beliben und von ksl. Mt. auf uns nicht unlust lieden, als wolten wir auf dem reichstag irer Mt. furnemen widerwertig sein und darin zuruttung machen. Wo dir dann von unserem haubtman oder doctor Georgen2 geschriben und ir handlung zu wissen tan wird, waist du dich darnach wol zu halten. Ob aber dieweil ansleg auf uns im Reich beschahen, so wisse dannoch solh unser beswarung, doch wider ksl. Mt. nicht in klagweis, sonder zu ringerung desselben anslags zu melden, daz wir die hilf des Reichs nit mugen volstregken von unsers stifts rent und gulten, der wir zum tail entwert sein. Wir haben uns auch bey der landschaft in Kernten erboten, unser rustigung von allen unseren rent und gulten ausserhalb Gmund, daz on mittel in unser landschaft Salzburg gehort, und ausserhalb zehent, zol und meut in Kernten gelegen, zu halten und hilf ze tun. Ist aber Šnicht angesehen. Der bischof von Bambwerg [!] hat sich, als wir vernemen, von zehenten, zol und meuten in Kernten die rustigung zu halten eingelassen.

    [4.] Uns hat doctor Rechlinger von Regenspurg geschriben, wie er gein Wormbs, do das camergericht furter gehalten werden sol, kurzlich verruken werd. Wo er dann daselbshin kumbt, so wellest dich von unseren wegen zu ime melden. Und wo er uns in unseren sachen ainicherlay zu schreyben hiet, das von ime ubernemen.

    [5.] Wir haben die hundert gulden reinisch, so zu underhaltung des chamergerichts jungst an uns ervordert worden sein, noch nit ausgericht, damit, wo das chamergericht zu Wormbs furter seinen gang nit haben wurde, sonder erligen, wir die hundert gulden zu bezalenc vertragen sein mochten. Wir haben aber doctoren Rechlinger mit zuegesandtem gwaltbrief bevelh getan, wo der viscal auf die ausgangen ladung3 wider uns auf den peenfal procediren wurde, uns zu verantworten, daz uns der wechsel bisheer verhindert, daz wir fuglich und bewarlich die hundert gulden uber land nicht haben verordnen mugen, und das Rechlinger dieweil furstee und sich nachmals erbeut, von unseren wegen solh hundert gulden auszurichten. Darauf wellest dein vleyssig aufmerken haben, ob das camergericht doselbs gen wurd, dich mit Rechlinger alsdann zu bereden und weeg furzunemen, damit wir des viscal halben nit in schad gelaydt werden. In dem allen wellest guten vleys tun, als uns von dir nit zweyfelt.

    [6.] Wo du am widerhaimzug sein wirdest, so wellest on glayt nit zyehen, auch versehen, daz dein auszug in gehaym gehalten werd, damit du in den herbergen nicht ausgespeht und unser widerwertigen, als David Nusdorfer oder ander, nicht ansleg machen noch yemands auf dich schiften4 oder stossen mugen. Dir gnedigen willen zu beweysen sind wir genaigt. Datum Salzburg an sonntag exaudi anno Domini etc. nono.

    «5.5. Bischof Wilhelm von Straßburg  »

    «Nr. 427 Weisung Bf. Wilhelms von Straßburg an seinen Kanzler [Johannes Sigrist] in Worms – s.l., 29. Mai 1509 »

    [1.] Angelegenheiten von Angehörigen des Hst. Straßburg (Vollstreckung des Urteils gegen N. Sinderhausen, Anspruch Gf. Philipps von Solms auf eine Pfründe); [2.] Verhandlungen des Reichstages, Vorbereitungen für den Venezianerkrieg; [3.] Verhandlungen mit Kurpfalz.

    Straßburg, AD, G 599, unfol. (eigh. Or., zinstag nach dem phingstag).

    Š[1.] Wilhelm etc. Unsern ftl. gruß zuvorn, lieber kanzler. Uf heut datum umb sechs am abent ist der Phaffenlapp1 und der rebmeister alheer komen und unß eur schrieft2 uberantwort, darin wir anfenglich vernomen, das dem Sinderhausen syn recht geschehen ist. Wolle Got der selen gnediglichen verzigen und barmherzikeit mitteilen. Und als ir unß auch geschrieben des von Solms halben, do ist unser begern, ir wellet bei euch ym ein dankbrieve machen, auch derneben ym müntlich dank sagen von unser wegen. Und der praesentacion halben hait es die gestalt, als wir verschienen jars zu Koln uf der election [Ebf. Philipps] gewesen und ym ufherzihen gen Menz komen, ward unß doselbe geschrieben durch Herman Weisen, des [Gf. Philipp] von Solms amptman [zu Lich], das wir mit dem posessori wolten verschaffen abzusten und die presentatz wider heraußgeben. Also schickten wir noch [h]er Claissen3, der possessor ist, und hielten ym die schrieft fure. Also sagt er, wir solten keinen zweifel haben, er wolt unß nit in spott furen gegen dem graven; wo er nit mit gute kunte erlangen, wolte er unser zusage nachkomen. Demselben nach bevalen wir her Johan Spechten, tumhern zu Menz, das er Herman Weisen, des von Solms amptman, zu ym neme und versucht, ob er in der güte mocht wege finden zwischen her Clausen und des von Solms schrieber, den syn sune noch ein kind ist, das er kein beneficium curatum4 haben mag. Do stünde die gutlich handlung daruf, das her Clauß solt in possessione blieben, biß der jung abilis wurde. Was aber gehandelt, ist unß verborgen. Aber wie dem allen, so wollen wir her Clausen schreiben, wo er in fruntschaft ader der gute nit finden mag, daß er die presentation wider heraußgeben soll. Darumb wolt unß deßhalbe gegen dem graven entschuldigen, das wir nit anders gewiß sye, seyen der sachen zufriden etc.

    [2.] Zum andern haben wir vermerkt die handlung, so uf dem rychstag gehandelt wird. Und gevelt unß gar nichs, soviel wir der noch vermerken. Got gebe das male yr rait. Und sehet zu, das eur ratschlag so heymlich bleiben wie zu Kostenz. Do wist man uf dem mark bass darvon zu reden dan im rait. Wir haben auch die nue zeitung [Nr. 399], so margrave Casimirus mit andern von wegen ksl. Mt. vernomen und befinden, das der Kg. von Frankrich triumphirt und wir armen Duetschen ganz und gar verloschen syn. Die im Sunkaue schicken ksl. Mt. VC zu fuß und funfzig zu roß5 und ist her Wilhelm von Roperstein houptman. Sunst horen wir von keiner rustung in diesem lande. So soll grave Wolf von Furstenberg IC pherde haben, deßgleichen unser gevatter [Gf. Reinhard] von Bitsche. Aber ir keiner will reiten, sye sein dan des solts Šgewisser, dan sie noch sind. Darumb will unß bedunken, eß sye ein cleine hilf zu einer grossen krankheit und ir mogt uch uf dem Reichs tag nyme so sere furdern, ob durch das Reich ksl. Mt. zugesagt wurd ein hilf, das sie ym dieß jar erschießlich syn mag etc.

    [3.] Er hat die von ihm mitgeteilten Ergebnisse seiner Verhandlungen mit Pfalz unverzüglich dem Domkapitel übermittelt und beantragt, den Schiedsgerichtsvertrag anzunehmen. Die Antwort des Domkapitels bezüglich des Vertrags und des Gelds ging ihm erst am 27. Mai (heiligen phigsttag)zu, wie er, Sigrist, dem beigelegten Schriftstück Dr. Eitelhans [Rechburgers] entnehmen kann. Wäre diese Antwort früher erfolgt, hätte er ihm seine eigene Meinung dazu längst eröffnet. Er befürwortet die Ratifizierung des Vertrags. Das von Pfalz als Tagungsort favorisierte Hagenau findet seine Zustimmung, wenngleich Maursmünster (Morßmünster)günstiger gelegen wäre. Welchen der beiden Orte die pfälzische Seite letztlich vorzieht, er ist auf jeden Fall damit einverstanden. Bekundet seine Irritation darüber, was der Offizial6seinetwegen und wegen des Vikars7über das Geld schreibt. Es wäre nachteilig, eine Zahlung von jährlich nur 100 fl. zu akzeptieren, gleichzeitig jedoch 2000 fl. verzinsen zu müssen. Eine Ablehnung des Angebots könnte jedoch dazu führen, überhaupt nichts zu bekommen. Überlässt es ihm, Sigrist, in dieser Frage die Interessen des Hochstifts nach eigenem Dafürhalten wahrzunehmen.

    «Nr. 428 Weisung Bf. Wilhelms von Straßburg an seinen Kanzler [Johannes Sigrist] – [Mitte Juni 1509] »

    [1.] Abreise Sigrists vom Reichstag, Bevollmächtigung Ebf. Uriels von Mainz; [2./3./5./6.] Angelegenheiten des Hst. Straßburg; [4.] Verhandlungen mit Kurpfalz.

    Straßburg, AD, G 599, unfol. (undat. Or.).

    [1.] Lieber kanzler, als ir unß geschrieben1, wo sich die sache mit dem Rychs tag verzihen wolt, das wir uch erlauben uf Johannis [24.6.] gen Straspurg etc.: Wir haben von Arbogasten, unserm boten, vernomen, das ir etwas swachheit gehabt. Darumb ist unser meinung, sobalde ir diese sach mit den phalzgrevische[n] besliesset, das ir ein schrieft yn unserm namen an unsern hern von Menz machen und anzeigt, das wir mit den ksl. regenten im Oberelsaß hendel haben, daran unserm stieft merglich gelegen, bye welchen hendeln wir uch mussen haben, den sunst niemant der so wole bericht sei als ir, mit begerung, euch zu erleuben. ŠUnd was durch die kurfursten und fursten dae beslossen, geben wir ym als unserm erzbischove und hern unsern gewalt, als ir dan solche schrieft wole besser zu machen wist, domit ir von dannen komet. Wu solchs nit helfen solt, so begert ein vierzehen tage erleubniß, so wolt ir uch widerstellen ader ein andern an eurn stat, dan ir solt nit verharren in keinen weg etc.

    [2.] Greswiler antreffen, wollen wir lassen berugen zu disem mail. Hett wir es in hants, es wurde vielleicht in mitler zeit wider ein Reichs tag, wo es die notturft erfordert, daruf man umb verwilligung ansuchet etc.2

    [3.] Adam Beier hait unß diese welsche geschrieft geben und darbei gebeten, das wir sye unserm hern von Trier auch wolten mitteilen. Darumb wollet sye Nicola3 lassen deutschen und darnoch dem van Trier daß welsche uberantworten, mit erbietung unser fruntlich dinst etc.

    [4.] Wollet auch bie dem phalzgravischen kanzler [Florenz von Venningen] erfaren, als ir wole füglich zu tun wissen, warumb sy den lantgraven im Elsas [= Bf. von Straßburg] in anlas nit genent haben etc.

    [5.] Ist grave Emich van Liningen dae, so zeigt ym an, wir haben euch bevolen, yn zu bitten, das er wolle zu unß komen und an ym erkunden, ob yemanß noch Wygerßheim4 stande. Auch lasset uch ein zit zusagen ader benennen, wan er komen will.

    [6.] Wir wissen uch nichs besunders zu schrieben, dan wie wir uch vormals geschrieben. Also hait unser capitel unß lassen ein appellation insinuiren, desgleichen haben beide capitel zum jungen und alten sant Peter uf nechsten vergangnen fritag auch geton, die zu sant Thoma halten sich noch als die gehorsam etc.5 Der probst zu sant Thoma6 hait uch an zwifel nit verhalten, was ym ex curia geschrieben, antreffen praepositura sancti Petri junioris.7 Darumb synd wir noch guter hoffnung. Warten Adrian von Bremdt, ist kürzlich dem probst zwischen Wigerßheim und Straßpurg begegnet und den probst mit viel boesen, ungeschickten reden ubergeben, also das der probst in grossen engsten stait, aber der man tut ym nit. Haben wir uch fur nue zeitung nit wollen verhalten etc.

    « Š5.6. Deutschordenshochmeister Friedrich von Sachsen  »

    «Nr. 429 HM Friedrich von Sachsen an Bf. Hiob von Pomesanien – Worms, 25. Mai 1509 »

    [1.] Ankunft auf dem Wormser Reichstag; [2.] Schlacht bei Agnadello.

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 188 (Kop., eadem die [= freitag nach dem suntag exaudi]).

    Druck: Liv-, Est- und Kurländisches UrkundenbuchII/3, Nr. 619, S. 456 [nur Pkt. 1].

    [1.] Wir seint heut dato hie zu Wurms einkomen und doselbst euer schrift1, bei unserm laufenden boten an uns getan, empf[angen]. Wir haben auch uf diser reiß von den gnaden Gotts keynen anstoß gehabt, sunder uns zu Frankfurt, Menz und Oppenheym mit rat des hochgebornen fursten und hern, hern Friderichen [von Sachsen], churfursten etc., enthalten. Dann sein lieb erst am vergangen montag [21.5.] gen Wurms komen. Wir befinden auch, das wir vil zu zeitlich herkomen seint, welichs wir, dieweil wir underwegen gewest, nicht haben wissen fuglich zu andern. Wir wollen doch unser notdurft nach allen muglichen vleis furwenden, damit wir bald von hynnen komen etc.2

    [2.] [PS] Neue Nachrichten kann er nicht mitteilen, abgesehen davon, dass laut glaubwürdigen Berichten die Venezianer gegen den frz. Kg. vor kurzem ca. 10 000 Mann an Gefallenen und Gefangenen verloren haben.

    «Nr. 430 HM Hochmeister Friedrich von Sachsen an den Landkomtur der Balleien Elsass und Burgund, Wolfgang von Klingenberg – Worms, 12. Juni 1509 »

    [1.] Zusage der Wormser Reichsversammlung zur diplomatischen Unterstützung des Deutschen Ordens gegenüber Polen; [2.] Einberufung eines Ordenstages der Ballei Elsass-Burgund.

    ŠWien, DOZA, Urkunden, Nr. 4622 (Or. m. S.[auch Online-Ressource]) = Textvorlage A. Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 194–195 (Kop.) = B.

    Kurzregest: Arnold, Urkunden III, Nr. 4622, S. 1336.

    aFriederich, von Gots gnaden Teutschs Ordens hoemeister, coadiutor der erzbischoflichen kirchen zu Magdeburg, herzog zu Sachsen etc.

    [1.] Unsern grus zuvor. Wirdiger, lieber, andechtiger–a. Wir tun euch zu wissen, das wir auf diesem keiserlichen Reichs tag gewest und unsers ordens anligen und beschwerung, so uns bisher und nach von der cron zu Polan begegent, keiserlicher maiestat verordenten reten, churfursten, fursten und stenden des Heiligen Reichs fürtragen laßen, yren rat, beystant und hulf gebeten [Nrr. 261, Pkt. 17; 297], wie dem edeln unserm lieben besundern herrn Wilhelmen Truchsas bewost. Darauf uns antwurt [Nr. 300] worden, das keiserliche Mt. und stende bebstlicher heyligkeit neben uns schreiben wollen und bietten, das sein heyligkeit neben inen ein botschaft zu koniglicher wird zu Polan verfertigen wollen. Die sollen sich bearbeiten, deßgleichen koniglicher wird zu Hungarn und Behmen geschickten, das unser und unsers ordens beschwerung zu gutlicher handlung und hinlegung komen mug. Wue auch konigliche irlauchtigkeit zu Polan auf irem furnemen, wie bisher gescheen, beharren wirt, wollen keiserliche Mt. und die stend des Reichs uns mit hulf und beystant nicht verlasen.

    [2.] Dieweil wir uns dann unsb, unserm orden und gemeiner ritterschaft teutscher nacion zugut, die dieser handel mitbetrifft, in dise beschwerung und ferlichkeit gegeben haben, erfordert die notdurft, das wir inen euers orts, wie wir alhie zu Wurms und andern ortern getan, gelegenheit des handels eroffnen, an euch gutlich begerende, wollet euch mit herrn Wilhelm Truchsas, wie er uns zu tun zugesagt, einer zeit voreynigen und graven, freyen und ritterschaft, in euerm kreyß und landart begriffen, zusambrengen, daselbst mit her Wilhelm unser und unsers ordens beschwerung nach geburlichem zuembiten und uberantwortung des credenz1, auf euch beide lautende, den wir euch hieneben mitschicken, wie dieselb herre Wilhelm alhiec zu Wurms gehort und euch auch, des wir nit zweifeln, was der gedrengliche vertrag, den man den ewigen fried nennet2, in sich helt, bewost, des wir uns mit der hulfe Gottes bisher aufgehalden, und beschlißlich sie ermanen zu bedenken, was ynen und iren nachkomen an dießer sache gelegen, und gutlich von unsern wegen begern, wue es die notdurft erheischen wurd und wir sie weiter ansuchten, uns mit Štrost und beystant, damit wir uns gewalts der cron zu Polan aufhalten mugen, nicht zu verlasen. Das seint wir mitsampt unserm orden umb sie alle und eynen yglichen in sunderheit gunstiglich, gnediglich und yn allem gut zu beschulden dgeneigt. Geben zu Wurms, dinstags nach corporis Christi [12.6.] anno XVC und ym neunden–d.

    «5.7. Herzog Wilhelm IV. von Bayern  »

    «Nr. 431 Weisung Hg. Wolfgangs von Bayern und weiterer Vormünder Hg. Wilhelms an Dr. Dietrich von Plieningen – Straubing 29. April 1509 »

    München, HStA, KÄA 1242, fol. 20–20’ (Kop.suntag vor Philippi et Jacobi) = Textvorlage A. München, HStA, KÄA 1575, fol. 23 (Konz., sambstag vor Philippi et Jacobi [28.4.]) = B.

    Der Rat der Stadt Regensburg hat den hgl. Landsassen und Amtmann Christoph Gießer aufgrund einer unbewiesenen Beschuldigung verhaften und unter Missachtung des Reichslandfriedens peinlich befragen lassen. Er, Plieningen, soll deshalb gemeinsam mit Hieronymus Stauffer zu Ehrenfels und Hans von Closen, die eine entsprechende Instruktion [Nr. 145] mitbringen werden, Verhandlungen mit dem Ks. führen. Sie befürchten jedoch, dass die Stadt schon vorher ein ksl. Mandat gegen Bayern erwirken könnte. Er soll deshalb mit Unterstützung geeigneter Personen an dessen Hof beim Ks. erreichen, dass kein Mandat bewilligt wird, ohne dass sie zuvor Gelegenheit zu einer Stellungnahme erhalten haben bzw. Hg. Wilhelm, der sich bald zum Reichstag verfügen wird, den Ks.über die Angelegenheit unterrichtet hat.1

    «Nr. Š432 Bericht der Reichstagsgesandten Hieronymus von Stauff und Hans von Closen an Hg. Wilhelm IV. von Bayern – Augsburg, 2. Mai 1509 »

    München, HStA, KÄA 3136, fol. 375–375’, 376’ (Or.).

    Bei ihrer Ankunft in Augsburg am 1. Mai (erichtag)hieß es, der Ks. werde an diesem Tag oder heute in Ulm eintreffen. Sie haben auch erfahren, dass der Bf. von Gurk sich hier aufhält. Sie wollten von ihm in Erfahrung bringen, ob der Wormser Reichstag verlegt wurde oder was sonst die eilige Reise des Ks. veranlasst hat. Der Bf. erklärte, dass der Ks. wegen des von Frankreich bereits eröffneten Krieges gegen Venedig nicht länger in Worms habe bleiben können, sondern sich in die Erblande begeben und dort gemäß dem mit dem Papst, Frankreich und anderen Kgg. geschlossenen Vertrag [von Cambrai] umgehend seinen Feldzug vorbereiten müsse. Der Bf. fragte an, ob Hg. Wilhelm bereits auf dem Weg zum Ks. sei. Sie antworteten, dass der Hg. sich ihrer Kenntnis nach beeile, um zum Ks. auf den Reichstag zu kommen. Der Bf. riet, der Hg. solle sich umgehend auf den Weg machen und sich zuerst zum Ks. verfügen, sowie dieser in der Nähe sei. Er gehe auch davon aus, dass den Hg. inzwischen ein ksl. Schreiben erreicht habe oder ihm in Kürze zugehen werde, wie es mit dem Reichstag weiter gehalten werden solle, uf maynung, als solt er noch sein furgang zu Wurmbs haben. Da sie ohnehin auf dem Weg nach Ulm sind, wollen sie dort den Ks. treffen. Erwarten weitere Anweisungen.

    «Nr. 433 Weisung Hg. Wolfgangs von Bayern und anderer Vormünder Hg. Wilhelms an die Reichstagsgesandten Hieronymus von Stauff, Hans von Closen, Dr. Dietrich von Plieningen und Dr. Johann Lupfdich – München, 14. Mai 1509 »

    Restitutionsforderung Kunos von Wallbrunn.

    München, HStA, KÄA 1242, fol. 25–25’ (Or., montag nach suntags vocem jocunditatis).

    Übersenden ein Schreiben des Hauptmanns zu Burghausen, Kuno von Wallbrunn [Nr. 147]. Eigentlich hätte es dessen Anliegen erfordert, selbst nach Worms zu reisen, doch war dies wegen seiner dienstlichen Verpflichtungen unmöglich und sie, die Vormünder, hätten es auch nicht erlaubt.

    ŠDemnach bevelhen wir uch, wiewol unser pflegsun [Hg. Wilhelm] ytz bey ksl. Mt. auch ist und vorberurts haubtmans handlung bey keyserlicher meyestat auch ybet, mandat und bevelh an sein verordent und die stend des Reichs zu erlangen, das ir nichtz mynder bey irer meyestat verordenten anwelden und den stenden des Reichs benannts unsers haubtmans handl und sachen zum pesten anbringet und anhaltung tut, auch mit allem ernst und vleis sollicitirt, damit bey der Pfalz und gedachtem Hansen Landschaden verfuegt und dy darzu gehalten werden, im sein eingenomen slos [Partenheim] und guter in craft ksl. Mt. spruchs, zu Colen ausgangen1, widerumb zuezestellen.[Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 434 Weisung Hg. Wolfgangs von Bayern und anderer Vormünder Hg. Wilhelms an die Reichstagsgesandten Hieronymus von Stauff, Hans von Closen und Dr. Dietrich von Plieningen – Kaufbeuren, 17. Mai 1509 »

    München, HStA, KÄA 1242, fol. [29–30] (Or., am tag ascensionis Domini) = Textvorlage A. München, HStA, KÄA 3137, fol. 139 (Konz., am abend ascensionis Domini [16.5.]) = B.

    [1.] Hg. Wilhelm und die ihn begleitenden Vormünder haben in Kaufbeuren beim Ks. Weisungen an die Reichstagskommissare in Worms wegen des ihm, Hg. Wolfgang, auf dem Konstanzer Reichstag auferlegten Reichsanschlags und in Sachen Kunos von Wallbrunn erwirkt, wie sie aus den beiliegenden Abschriften [Nrr. 395f.] entnehmen können. Befehlen ihnen, die ksl. Schreiben unverzüglich an die Kommissare zu übergeben und mit diesen gemeinsam bei den Reichsständen in Worms zu beantragen, dass die Besitzungen Hg. Wolfgangs künftig vom Reich nicht mehr separat besteuert werden und sein Mündel gleichzeitig nicht höher als die Kff. veranschlagt wird. Näheres dazu finden sie in ihrer Instruktion [Nr. 144, Pkt. 5] und in der beigelegten Abschrift der Supplikation an den Ks.[Nr. 370]. Auch in der Angelegenheit Wallbrunns sollen sie sich nach Kräften bemühen.1

    [2.] [PS] Der Ks. hat wegen des Streits mit Regensburg aeinige Räte in Augsburg mit einer Anhörung beauftragt–a2und befohlen, den gefangenen [Christoph] Gießer Šdorthin in seine Obhut zu überführen.3bSie haben deshalb den gefangenen [Regensburger] Bürgern bewilligt, sich erst nach Abschluss der Verhandlungen wieder zu stellen–b. Aufgrund der veränderten Sachlage haben sie es nun doch unterlassen, ihnen die angekündigte Instruktion [Nr. 145] zu schicken.

    «5.8. Herzog Georg von Sachsen »

    «Nr. 435 Weisung Hg. Georgs von Sachsen an Caesar Pflug – Dresden, 11. Mai 1509 »

    Dresden, HStA, Kopialbuch, Nr. 110, fol. 140’ (Kop., freytags nach cantate).

    Kurzregest: Baks, Inventaris, S. 79, Nr. 196.

    Er hat ihn und Dr. Dietrich von Werthern (Werterde)[Kanzler des Deutschen Ordens] als seine Gesandten auf dem Wormser Reichstag vorgesehen. Der sächsische Obermarschall und geheime Rat Heinrich von Schleinitz hat ihnen inzwischen sicherlich ihre Instruktion mit den Handlungsanweisungen für den Vortrag an den Ks. nachgeschickt. Für den Fall, dass es wegen der vielen Geschäftsvorgänge versäumt wurde, ihnen ihre Reichstagsvollmacht zuzusenden, liegt diesem Schreiben ein weiteres Exemplar bei.1Erwartet, dass sie ihre Aufträge weisungsgemäß erfüllen.

    «5.9. Landgraf Wilhelm II. von Hessen  »

    «Nr. 436 Reichstagsgesandte an Lgf. Wilhelm von Hessen – Worms, 6. Juni 1509 »

    Bevorstehende Abreise der Reichsstände; Verordnung von Deputierten für die abschließenden Beratungen.

    ŠMarburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Or.).

    Durchleuchtiger, hochgeborner furst, gnediger herr. Als hievor e. ftl. Gn. wir unterteniger meinung zu erkennen gegeben haben der stende abslegig antwurt ksl. Mt. hylf und das darauf zuversichtlich die curfursten und fursten nit lenger beleiben werden etc.1, also achten wir, das ir gnad zu allen teilen auf freitag nach datum dis [8.6.] sich van dannen erheben werden. Dieweil aber von dem camergericht, hanthabung des frids und der minz gedachte stend des Reychs, davon verrer zu handeln, ir anwald und ret hinter inen verlassen werden und zuversichtlich ist, das von wegen e. ftl. Gn. auch einer zu verharren erfordert wirdet, bitten wir in unterteniger gehorsam, e. ftl. Gn. wol uns gnediglich zu erkennen geben, wen e. ftl. Gn. zu solhem schaffen und verordnen wol, uns allenthalben in dem und anderm e. ftl. Gn. willens und gevallens wissen zu halten. Hiemit uns e. ftl. Gn. als unserm gnedigen herren, der uns allzeit zu gebieten hat, unterteniglich bevelhend. Datum Wurms am abent corproris Christi anno etc. nono.

    E. ftl. Gn. untertenig und gehorsam rete, yetzund auf dem Reichs tag zu Wurms.

    «5.10. Graf Reinhard V. von Hanau-Münzenberg  »

    «Nr. 437 Gf. Adolf III. von Nassau-Wiesbaden an Gf. Reinhard V. von Hanau-Münzenberg – Worms, 22. Mai 1509 »

    [1.] Reichsanschlag Hanau-Münzenbergs; [2.] Session der Wetterauer Gff.

    Marburg, StA, Best. 81, A/181/2, fol. 3–3’ (Or. m. S., dinstags nach exaudi).

    [1.] Mein fruntlich dienst mit vermogen alles guten zuvor. Wolgeborner, fruntlicher, lieber vetter. Euer liebden schryben1, mir ytzt getan, den Reichs tag und anschlag hie berurn etc., habe ich alles inhalts mitsampt e. L. begeren gelesen. Und wo ich by solichem anschlag sein oder sunst davon vernemen wurde, wes dann e. L. ich in demselbigen und anderm zu nutz und gut ersprießlich sein kan oder vermag, bin ich mit allem flys zu tun ganz willig.

    [2.] Und were mein gutbedunken, nachdem e. L. selbst nit herkomen kan, das e. L. yemand mit gnugsam gewalt hergeschickt hett, damit die graven ir session auch behielten. Dann die graven und herrn, so itzt hie, derselbigen meynung auch also zu tun willens sein, yemand von irentwegen gewalt zu geben, der mit von ir, der graven, wegen dasitz. Dann wan die graven in die session nit komen, werden sie auch by den anschlag nit genommen und alsdann nach der fursten gefallen angeschlagen. Es haben auch etlich graven aus dem Šlande zu Schwaben hergeschickt herrn Wilhelmen Druchsessen, fryhern, die der meynung auch sein, ir session zu behalten. Das habe e. L., der ich fruntliche, gefellig dienst zu bewysen allzyt willig bin, im besten nit wollen verhalten. [Datum, Unterschrift].

    «5.11. Reichsstadt Frankfurt  »

    «Nr. 438 Bericht Johann Froschs und Gilbrechts von Holzhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 26. April 1509 »

    [1.] Ankunft und Anmeldung der Frankfurter Gesandten in Worms am 25. April; [2.] Bitte des ksl. Kanzlers Zyprian von Serntein um vorzeitige Bezahlung der Frankfurter Stadtsteuer; [3.] Einzug Ks. Maximilians in Worms am 21. April, Eröffnungsvortrag und Erwiderung der Reichsstände am 22. April, Reichsbelehnungen am 23. April; [4.] Abreise Ks. Maximilians am 24. April; reichsstädtische Gesandtschaften in Worms.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 28–29’ (Or. Hd. Frosch).

    Regest/Teilabdruck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 955, S. 756.

    [1.] Fursichtigen, ersamen und w[eisen], e[uer] W[eisheit] syen unser fruntlichen, willigen dinst alle zyt zuvoran bereit. Gunstigen, lieben herrn und guten frund, e. W. wissent, das wir uf mitwochen nach Georius [25.4.] zu nuen uhern geyn Worms kommen und bald darnach unß by dem marschalk von Bappenheym anzaichen wollen. Ist unß gnediger herre von Serenthin uf dem markt by der monz unßer byder ansichtig worden und mir, Johann, die hant geboten. Hab ich unß als e. W. geschickten synen gnaden angezeigt, nachdem wir bericht worden, das der marschalk von Bappenheym geritten. Waß, sagt syn gnade lachenß monds, wo wir von Frankfort so lang geweist weren. Doch gab er unß zu versteen, sin gnade habe von romischer ksl. Mt. befel, mit unß in sonderheit zu reden. Were auch der meynung geweyßen, fragen zu laißen, ob ymancz von e. W. weigen hie zu Wormß were, dieselben zu beschicken und mit ienen zu reden etc., zu erkennen zu geben, wolle nach unß zu gelegenheit schicken.

    [2.] Also hait sein gnaden nach eyner uheren unß Jorgen Möschbach, secretarien, in unßer harberich geschickt, unß sagen laißen, by sin gnade zu kommen. Also sin wir erschenen in der canzlye, hait unß sin gnaden uf eyn ort in sonderheit erforderet und zu erkennen geben, wie die röm. ksl. Mt., unßer allergnedigester herre, syner gnaden erstlich bevele getan habe, wo euwer wyßheit nemancz zu Wormß hab, gnanten Jorg Möschbachen mit eynem credenzbriefe zu e. W. zu schicken mit befele, von röm. ksl. Mt. weygen von e. W. ernstlich begeren, ere Mt. die zukönftig statstuwer, so Martini negstkonftig [11.11.] [ersch]ynen woert, ere maiestait iczunt, dwyle ere Mt. mirklich folk hab und Šsolichs zu dyßer zyt fast nodtorftig und bedorfen ist, uf gewonlich quyttung bezalen und ußrichten. Wölle ere maiestat geygen e. W. und gemeyner stadt Frankfurt allezyt in sondern gnaden erkennen. Dwyl no wir by siner gnaden erschenen, hait sin gnad unß soliche e. W. zu schriben und dießen ingelegten credenzbrief1, so auf Jorg Möschbachen stet, zu uberschicken bevolen, mit gütlicher und fruntlicher erbeytung, wo e. W. by röm. ksl. Mt. etwaß zu procurieren notdorftig sin worden, wolte syn gnade sich alsdann auch allezyt willig und gemeiner staidt nutzbarlich spören und finden laißen, in hoffnung, e. W. werden solichs alß die gehorsamen röm. ksl. Mt. nit abschlagen. Haben wir synen gnaden e. W. zu schriben mit fugen nicht abschlagen mogen, sonder waß e. W. unß in schriften derhalb mit antwort begeignen werden, wollen wir siner gnaden nit verhalten. Hait syn gnad es daby gelaißen, doch in abweißen syner gnaden Möschbachen, der antwort von unß zu gewarten, bevelch geben, auch ime solich quyttung getan etc.

    Wes no derhalb e. W. meinung sin wort, wollet unß by eygner botschaft zuschicken. Wollen wir syner gnaden ader wer des bevelch haben wort, nit verhalten. Und wiewole wir sin gnad e. W. gelegenheit, auch die mirklichen reyßen und darlegen, so hievor röm. ksl. Mt. mit mirklicher purden und beschwerung ufbracht, zu erkennen geben haben, hat sin gnade nit destermynder uß befele ksl. Mt. uf gemeltem fornemen beharret und unß e. W. wie vor zu schriben bevolen. Haben aber von syner gnaden so vil vermirkt, wo e. W. zu dysem male daran wilfarung tund, by röm. ksl. Mt., auch by gnantem unßerem gnedigen herrn von Serethin mirkliche gnade und gunst erlangen mogten. Doch geben wir solichs e. W. zu ermessen etc.

    [3.] Wyter, so wissen e. W., das die röm. ksl. Mt. uf samstag nach quasimodogeniti [21.4.] in eynem koryß [= Kürass] uf eynem verdeckten hengst mit eynem gulden stöck2 und mit andere[n] verdeckten hengsten uf die welschen manere mit unßern gnedigsten und gnedigen herren Menz, Trieer [!], Collen, auch phalzgraven Lotwigen kurforsten, auch syner gnaden bruder herzog Fritrichen und andere zerlich geröst und for ere Mt. eynerhalbhundert stradioten in eyner kleydung nach erer manere ingerytten und uf sontag darnach [22.4.] den kurfursten und fürsten und stenden des Richs, so zu Wormß waren geschickt, enen dorch den byschof [Matthäus Lang] von Gorge vorhalten und erzelen laißen den fryden, so er Mt. mit der kungliche wirde [von] Frankrich und dem von Arogon, auch dem herzogen von Gellern erer Mt., dem Heilgen Rich und tuscher nacion nuczlich und erlich ufgericht hait3, auch darby zu erkennen geben den mirklichen schaden, so ere Mt. von den Venedigern in Šdem vergangen romischen zog zugefugt und mirklicher lantschaft abgetrungen haben, mit beger, erer Mt. eyn helfe zu tunde eyn jare lang [Nr. 264 bzw. 266/II]. Haben die korfursten, fursten, auch die stende des Rychs, dwyl sie in kleyner zale hie syen, nicht mogen antwort geben, sonder wo die versamelung gemeynlich byeynander komen werden, wollen sie enen solichs vorhalten. Hait ere Mt. zu antwort geben, nit lenger verharren kunne, dann die kunglich werde von Frankrich hab ere Mt. mit drefflicher botschaft entboten, ylencz helf und bystant zu tun, ferrer unrait zu verkomen. Darumb will sich ere Mt. erheben und unßerem gnedigen herrn markgraven Kaßmiri und grave Adolfen von Nassaue alß comissarien und reten bevelch geben, weß sich die fersamelung vereynigen, forterß ere Mt. zu erkennen zu geben. Ist nachvolgenß nichtz wyterß gehandelt oder forgenomen, sonder die ksl. Mt. hait unßeren gnedigsten und gn. herrn Menz, Colen in eygener person und des byschofs von Luttigs botschaft allen drien auf montag for datum [23.4.] in eynem sale in der stylle die regalia gelichen, aber phalzgraven Lotwigen, dem korfursten, nicht lyen wollen etc.

    [4.] Und uf dinstag darnach [24.4.] sich geyn Spyer erhept. Sagt man, ere Mt. wolle den negsten geyn Tyrol zu. So hait sich markgrave Fritrich von Brandenburg erhep[t] und syner gnaden son [Mgf. Kasimir] ist in botschaftß wyße mit XIIII pherden ylencz in das Nyderlant geschickt. So wort sich unßer gnadiger her von Serentyn uf donnerstag [26.4.] darnach auch erheben zu ksl. Mt. geyn Spier. Aber waß hie vorgenomen wort, ist noch in geheyme. Und sint nit mer von steten hie dann Ach, Kollen, Spier, Schlitstat, und nemancz von bundischen stetten. Versehen wir unß, das nicht gehandelt ader vorgenomen werde, byß solang die stende des Heiligen Richs syen den merdenteil byeinander. Solichs haben wir e. W. im besten nicht wollen verhalten, sonder e. W. willigen dinst zu erzeigen synt wir geneigt. Geben zu Wormß uf donnerstag nach Georgii im jare 1509.

     Johann Frosch, Gilbrecht von Hulzhußen, uf dem richstag zu Worms.

    «Nr. 439 Bericht Johann Froschs und Gilbrechts von Holzhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 27. April 1509 »

    [1.] Abwesenheit des Hans von Landau; Abreise Ks. Maximilians; Verhandlungen Gf. Adolfs von Nassau und Gesandter der Kff. und Ff. mutmaßlich in Streitsachen; in Worms anwesende Kff.; [2.] Unterredung der Frankfurter Gesandten mit Eitelwolf vom Stein; [3.] Verlegung des Reichskammergerichts nach Worms; Empfehlung der Gesandten wegen eines Zahlungsmandats des Reichsschatzmeisters Hans von Landau; [4.] Aufenthalt Ks. Maximilians in Speyer; Beratung Gf. Adolfs von Nassau mit Gesandten der Kff. und Ff.; Abreise der ausländischen Gesandtschaften; Mutmaßungen über das Ausbleiben weiterer städtischer Gesandtschaften.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 50–50’ (Or. Hd. Frosch).

    ŠDruck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 956, S. 756f.

    [1.] Fursichtigen, ersamen und wysen. E[uer] W[eisheit] syen unßer fruntlich, willig dinst allezyt zuvoran bereit. Gunstigen, leben Hh. und guten frunden, e. W. wissen, daß her Hanß von Landau nit hie, auch nit hie gwest ist. So haben wir so vil verstanden, daß er auch nit herkomen wirt. Dann die ksl. Mt. ist mit allem hofgsind hinweg uf Spier und in willen, den naesten der lantschaft Terol zu. Und ist in sunderheit nichtz ghandelt ader vorgnomen, dan graf Adolf von Nassau in abwesen markgraf Kasemero [von Brandenburg-Ansbach] uf donerstag vor dato [26.4.] deß morgenß zu 8 uwern von jedem kurfursten, auch fursten reten einen zu sinen Gn. erfordert, deßglichen noch mittag. Versteen wir, daß sich etliche irtum zwuschen den fursten halten, dieselbigen understanden hinzulegen. So versicht man sich, margraf Kasemer werde in 8 tagen wider hie sin. Ist zu dem hirzogen von Guelch gritten. Und ist nemant von fursten hie dan unser gnst. Hh. von Menz, Koln und Palz. Unßer gnst. H. von Treer ist mit ksl. Mt. gritten.

    [2.] So ist H. Itel Wolf von Stein von wegen margraf Joachims noch hie. Sint by siner strenckeit gwest.1 Hat unß in der gheim bericht, daß die röm ksl. Mt., unser allergenedigister H., den gmeinen phennig gern hette.2 Ist aber doch nit gfurdert wurden. Her Itel Wolf heltz aber darvor, daß eß fast die meynung sy. Er gabe unß auch zu versteen, daß die babstliche hillickeit und die ksl. Mt. ein zug wider die Durken vornemen wulten. Wurt vor ein ursach vorgnomen, damit der gmein phennig dester baß von den standen bracht mocht etc. werden. Haben aber solichs von keynem dan von her Itel Wolfen gehort.

    [3.] Deß kamergrichtz halber hat unß Ambrosius [Dietrich], protonotarius, bericht, daß eß inwendig drien wuchen herkomen wirt. Wullen unß aber derhalbe verner erfaren und uwer W. nit verhalten. Hat auch etlichen herbricht [= Herberge] verfangen. Wißen aber nit, ob inß gschee alßbald. Darumb mogen Šsich e. W. underreden der zitation halber, her Hansen von Landau bedreffen3, beruwen zu laßen, byß daß kammergricht herkeme ader nit. Geben wir e. W. zu ermeßen.

    [4.] Auch, so wissent, daß die ksl. Mt. uf dato noch zu Spier ist. So hat myn gn. H. graf Adolf von Nassaue der kurfursten und fursten ret noch allen tag fore und noch mittag in rot erfardert, aber keyn fursten. Und sint des babst, deß konigz von Frankrichs, von Aragon botschaften alle hinweg. Und ist noch zur zijt niemant von steten mer kommen, dan die von Wetzfeler sint auf donerstag vor dato [26.4.] herkomen. So haben Nurnberg, Ulm und Augspurg herbrich verfangen laßen. Eß ist sich aber zu besorgen, wo sie innen werden, daß die röm. ksl. Mt. sich von Wormß erhebt hat, daß sie nit erschinen werden. So sint die von Straßburg auch nit hie. Ist sich zu vermuten, daß niemant mer herkom, eß worde dan nuwe mandata ußghie. Und waß unß ferner zu wissen wurt, wullen wir e. W. nit verhalten. Dan e. W. dinstlichen willen zu erzeigen sint wir gneigt. Geben zu Wormß uf fritag noch Jeorie zu fier uwern no[ch]mittag anno etc. im 9. jar. Johann Frosch, Gilbrecht von Hulzhußen, uf dem richstag zu Wurmß.

    «Nr. 440 Weisung von Bürgermeistern und Rat der Stadt Frankfurt an Johann Frosch und Gilbrecht von Holzhausen – Frankfurt, 27. April 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 51–51’ (Konz., frytags nach misericordia Domini).

    [1.] Sie haben erfahren, dass der Ks. am vergangenen Dienstag [24.4.] mit unwillenan die Etsch abgereist sei. Bitten um Informationen darüber, auch über die bisherigen Verhandlungen und über die in Worms vertretenen Fürsten und Städte. Sie sollen außerdem Hans von Landau nicht vergessen und sie bei Gelegenheit über Neuigkeiten unterrichten.

    [2.] Der beiliegende Brief ist für die Gesandten der Stadt Speyer bestimmt. Falls diese ihn nicht annehmen wollen, sollen sie ihn direkt nach Speyer schicken. Es handelt sich um ihre Antwort auf den Vortrag im Rat.1

    «Nr. Š441 Bericht Johann Froschs und Gilbrechts von Holzhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 29. April 1509 »

    [1.] Zusammenfassung ihrer bisherigen Berichte, Untätigkeit der städtischen Gesandten, Beratungen der kfl. und ftl. Gesandten mit dem ksl. Reichstagskommissar Gf. Adolf von Nassau; [2.] Weiterreise Ks. Maximilians von Speyer nach Bruchsal, Gerüchte über dessen Pläne; [3.] Verhandlungen über die Auszahlung der Frankfurter Stadtsteuer; [4.] Ankunft weiterer Teilnehmer am Reichstag.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 31–31’ (Or. Hd. Frosch).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 957, S. 757.

    [1.] Fursichtigen, ersamen und wysen, e[uer] W[eisheit] syen unßer fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, leben Hh. und guten frunden. Wissent, daß wir e. W. schrift [Nr. 440], so uf fritag nach misericordia Domini [27.4.] ußgangen, uf samstag darnoch [28.4.] deß abentz entphangen, auch die eres inhalts verstanden. Sint aber ungezwifelt, e. W. haben in unßern schriften, so uf donerstag [26.4.], auch uf fritag noch Jeorie [27.4.] von unß ußgangen [Nrr. 438f.], gnugsamiglich verstanden, uf waß tags und wie die röm. ksl. Mt., unßer allergenedigister H., von den kurfursten, fursten und anderen stenden deß Heligen Richs, so in cleiner zale by erer Mt. waren, abegscheiden, auch daß her Hanß von Landau nit hie ist, auch nit hiegwest. So ist auch nochmalß mit den geschigten von stetten nichtz sunderlichs ghandelt ader vorgnomen, dan unßer gn. H. graf Adolf von Nassau hat sich horen laßen, sin Gn. wulle hirzog Frederichs von Saßen, kurfursten, erwarten, werde inwendig seß ader siben tagen herkomen. Alßdan werde mit unß von stetten und anderen stenden etc. ghandelt werden. Der fursten ret sint aber nichzdestermynder, diewile wir hiegwest sint, zu unßerm gn. H. graf Adolf von Nassau zu ratschlagung erfordert worden. Aber weß sin Gn. mit den reten handelt ader vornympt, ist noch in der gheim etc.

    [2.] Witer, so wissen e. W., daß sich die röm. ksl. Mt., unßer allergnedigister H., uf fritag vor dato [27.4.] zu drien uwern, so ere Mt. uf dem weg vor Spier gessen hat, gein Brussel [= Bruchsal] erhebt. Get die sag, ere Mt. wulle den naesten in die lantschaft Terol zu und mit erer Mt. lantfolk die Venediger inwendig fierzeen tagen angrifen. Ere Mt. solt auch solichs babstlicher, koninglicher von ŠFrankrich, auch der botschaft von Aregon allen drien zu tun zugsagt haben. Geben aber e. W. solichs, alß wirß kauft haben etc.

    [3.] Witer, so wissen e. W., daß uf samstag [28.4.] vor dato Jorg Moschbach, penningmeinster, zu unß komen ist und antwurt der stattstuer halber, so wir e. W. uf donerstag vor dato [26.4.] geschr[ieben] [Nr. 438, Pkt. 1], auch ksl. Mt. credenzbrief damyt uberschickt, begert hat. Nochdem wir none von e. W. keine antwurt entphangen, auch die zit eß nit haben mog, waß er in willen, einen ridenden boten zu e. W. zu schicken, damit iem ilenß antwurt von e. W. derhalb entsteen möchte. Diewile aber e. W. bot under augen waß, hat er unß gebeten, e. W. nochmaß zu schr[eiben] und zu bi[tten], damit iem solich gelt zugstelt und uberlebert werde ader aber von unß e. W. gmöt und meinung, so wir in schriften von e. W. haben werden, uf daß furderlichst derhalben von unß bericht entphaen möcht, sich verner haben darnoch zu richten. Ist darumb an e. W. unßer fruntlich und dinstlich bitt, e. W. wollen unß uf daß furderlichst, damit wir verner anlaufens verdragen bliben, e. W. gmuede und meynunge in schriften zu erkennen geben. Wollen wir iem eß dan nit verhalten etc.

    [4.] Witer, so wissen e. W., daß unßer gnst. H. von Treer, kurfurst, uf samstag vor dato [28.4.] von ksl. Mt. wider herkomen ist. So sint die gschickten von Straßburg und Nurnberg uf gmelten samstag auch herkomen. So sint die von Ulm und Augßpurg uf sontag dato [29.4.] auch herkomen. Und weß unß verner, e. W. zu schriben not sin, vorfallen wird, wollen wir e. W. nit verhalten, auch e. W. dinstlichen willen zu erzeigen sint wir gneigt. Geben zu Wurmß uf sontag jubilati im 1509. jar.

    Johann Frosch, scheffen, Gilbrecht von Hulzhußen, uf dem richstag zu Wurms.

    «Nr. 442 Bericht Johann Froschs und Gilbrechts von Holzhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 3. Mai 1509 »

    [1.] Auszahlung der Frankfurter Stadtsteuer; [2.] Untätigkeit des Reichskammergerichts und des Reichstages.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 69–69’ (Or., donerstag exaltacionis1 crucis; Hd. Frosch, Unterz.: Johann Frosch, Gelbricht von Holzhußen uf dem richstag zu Worms.).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 958, S. 757 (nur Pkt. 2).

    [1.] Sie haben ihre schriftliche Antwort an den Ks. wegen der Stadtsteuer2vernommen und daraufhin gegenüber Georg Mosbach geltend gemacht, dass die Stadt täglich um Geld angegangen wird und dabei selbst keines verfügbar hat. Frankfurt hat eine beträchtliche Summe für den ksl. Romzug bezahlt.3Deshalb kann die ŠStadt dem Wunsch des Ks. diesmal nicht willfahren. Sie haben ihn gebeten, diese Antwort baldmöglichst dem Ks. oder Serntein (Seratin)zu übermitteln. Mosbach hat zugesagt, an Serntein zu schreiben, obwohl ihm ihre Antwort wegen der auf das Geld verwiesenen und ihn bedrängenden Personen, die lange und mit hohen Kosten hier aufgehalten wurden, beschwerlich erschien.4 [Datum].

    [2.] Item deß kammergrichtz halber ist niemant mer hie dan Ambrosius [Dietrich], protonotarius. Bericht unß, daß nichtz ghandelt ader vorgnomen werd am kammergricht hiezwuschen assencionis Domini [17.5.]. So haben unßer genedigiste und gnedige Hh., die kurfursten und fursten, bißher mit den stenden nichtz vorgnomen, sunder erwarten hirzog Friderichs von Saßen, kurfursten, und unsers genedigisten H. von Menz, so hienab ist zu Kaufpeurn.

      [Unterschrift].

    «Nr. 443 Weisung von Bürgermeistern und Rat der Stadt Frankfurt an Johann Frosch und Gilbrecht von Holzhausen – Frankfurt, 4. Mai 1509 »

    Vorläufige Abberufung der Gesandten aus Worms.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 35–35’ (Konz., Präsentatvermerk: Worms, 5.5.1509).

    Unsern fruntlichen gruß zuvor. Lieben, besundern, guten frunde. Als uns diese handelung ansehen, so will so balde nicht uß dem tag werdena. Darumb begeren wir an euch, wo ir mit fugen abkommen mugen, so wollen euch umb minder costen willen, bbeid ader euer eyner nach gelegenheit, wie ir euch selbst zu schicken wissen–b, herheym fugen. So dann die notturft erfordert, werden ir allezyt in eynem tag oder anderhalben wider geyn Worms kommen. Daran tun ir uns ganzen guten gefallen. Datum fritags nach jubilate [anno etc.]1 IXo.

    «Nr. 444 Bericht Johann Froschs und Gilbrechts von Holzhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 5. Mai 1509 »

    Beratung der reichsstädtischen Gesandten am 4. Mai, Ankunft weiterer Teilnehmer am Reichstag, Abreise Gilbrechts von Holzhausen.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 36–36’ (Or. Hd. Frosch).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 959, S. 757f.

    ŠFursichtigen, ersamen und wissen, e[uer] W[eisheit] sein unser fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, leben herrn und guten frunden. E. W. schrift [Nr. 443], unß uf samstag noch jubilati [5.5.] behendiget ist, unß beide ader einer umb mynder kostens willen noch glegenheit zu erheben, haben wir eres inhaltz verstanden. Diewil aber die gschickten von stetten, mit namen Coln, Straßburg, Frankfurt, Ulm, Augßpurg, Nurnberg, mit gwalt aller bontischen stett etc., auch Rotenburg an der Duber in bysin der verurdenten von Wurms uf fritag vor dato [4.5.] byeinander in eime gsprech gwesen sint und nit anderß verstanden, dan daß der richstag ein forgang wirt haben. Eß sint auch uf den gemelten tag unßer gn. Hh. von Wirzburg und Bobenburg [= Bamberg] in eigner personen herkomen. So versicht man sich warlich, daß unßer genedigister her, hirzog Frederich von Saßen, kurfurst, in kurz, alß unß her Itel Wolf von Stein bericht hat, herkomen werde. Damit aber der kost gemyndert, auch e. W. nit alß die ungehorsamen angsehen und gespuert werden mochten, haben wir unß fruntlicher meynung vereyniget, daß sich myn vetter Gelbricht von Hulzhußen uf furderlichst erheben und alßdan e. W. ferner bericht geben wirt. Nit mer, dan e. W. dinstlichen willen zu erzeigen sint wir geneigt. Datum zu Wurmß uf samstag noch jubilati anno etc. nono.

    Johann Frosch, sch[öffe], Gilbrecht von Hulzhußen, uf dem richstag zu Wurms.

    «Nr. 445 Der Frankfurter Stadtschreiber Melchior Schwarzenberg an die Wetzlarer Ratsherren Philipp von Babenhausen und Heinrich Laß – [Frankfurt], 10. Mai 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 43 (Konz., dornstag nach cantate).

    Er hat ihr Schreiben an Frosch [Nr. 256] in dessen Abwesenheit geöffnet. Seiner Kenntnis nach ist Gilbrecht von Holzhausen am vergangenen Montag [7.5.] heimgekehrt, dwil nicht entlichen gehandelt wirdet, obwohl sich viele Ff. und ihre Gesandten sowie auch städtische Gesandtschaften in Worms aufhalten, die täglich das Eintreffen Kf. Friedrichs von Sachsen erwarten. Sobald die Verhandlungen aufgenommen werden, wird Holzhausen nach Worms zurückkehren. Sagt zu, sie dann zu informieren.

    «Nr. 446 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 12. Mai 1509 »

    [1.] Neuigkeiten vom Krieg gegen Venedig; [2.] erwartete Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen in Marburg und Worms.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 41–41’ (Or. Hd. Frosch).

    [1.] Fursichtigen, ersamen und wysen. E[uer] W[eisheit] sien myn fruntlich, willig dienst allezijt zuvoran bereit. Günstigen, leben herren und guten frunden. ŠIch bin ungezwifelt, e. W. haben von Gelbricht Hulzhußen, mynem vettern, wie die leift hie steen, gnuegsam bericht entphangen. Diewile aber derzijt kein nuerung vorgnommen, nit not, ferner davon zu schriben etc. Aber nuer zitung halber wissen e. W., daß die Franzosen Causale maior und Cremona gnummen und den rheliger1 [?] ader potestatum hienweck gfurt sollen haben, alß zitung von etlichen kaufluten herkomen ist. Ich gebe inß e. W., alß ich inß kauft habe etc.2

    [2.] So ist hirzog Friderich von Sassen noch nit komen; man ist siner furstlichen gnaden aller tag warten. Her Conrad von Maspach bericht mich, wie myn gn. H., der lantgraf, hirzog Friderichs zu Margburg warten were, alß er deß warlich bericht hett entphangen vor aucht tagen ungferlich. Damyt e. W. dinstlichen willen zu erzeigen bin ich allezijt gneigt. Datum zu Wurms uf samstag noch cantate anno etc. nono.

     Johann Frosch, sch[öffe], uf dem richstag zu Worms.

    «Nr. 447 Weisung von Bürgermeistern und Rat der Stadt Frankfurt an Johann Frosch – Frankfurt, 12. Mai 1509 »

    [1.] Verhandlungen mit dem ksl. Fiskalprokurator Christoph Moeller wegen des Frankfurter Anteils an der Reichshilfe von 1505; [2.] Mitteilung eines Schreibens Wetzlars wegen des Reichstages.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 44–44’ (Konz.).

    [1.] Unsern fruntlichen gruß zuvor, lieber, besunder gut freunt. Du weist, wie wir mit dir hern Hansen von Landaus halber geredt haben. Dwil nun der nit zu Worms ist und wir den nit zu treffen wissen, so ist die sach dem fiscal zu rechtfertigen befolen. Begeren darumb an dich, gutlich bitten, du wollest, so doctor Cristoff Moller, itzt keyserlicher fiscal, by dir zu Worms erschinen wurdet, mit ime vom handel reden, hern Hansen schrift, auch die kgl. quittung ime anzeigen1, domit er nit ursach hab, ferner wider uns am camergericht zu handeln. Und was dir von ime zur antwort entstehe, uns ufs furderlichst nit verhalten. Daran tustu uns wolgefallen, zu dem wir es gegen dir fruntlich erkennen wollen. Datum sabatho post dominicam cantate Ao. etc. nono.

    Š[2.] [PS des Stadtschreibers Melchior Schwarzenberg:] Lieber her Johann. Die von Wetzflar haben euch geschrieben und in euerm abwesen mir befolen, iren brief2 ufzubrechen. Helt die meynung, so man zu handeln understunde, wolten sie die iren wider schicken. Hab ich ine mit antwort begegent, so ich von euch das erfare, wol ine mit eygener botschaft wider schreiben. Darumb wollen myn hern oder mich des wissen lasen, darnoch haben zu richten. Datum ut in littera.

     Melchior, statschriber.

    «Nr. 448 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 16. Mai 1509 »

    [1.] Verhandlungen mit dem ksl. Fiskalprokurator Christoph Moeller wegen des Frankfurter Anteils an der Reichshilfe von 1505; [2.] Verzögerung der Wiedereröffnung des Reichskammergerichts in Worms; [3.] Anberaumung von Verhandlungen der Reichsstände über die ksl. Reichstagsinstruktion.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 47–48 (Or. Hd. Frosch).

    Teilregest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 963, S. 761.

    [1.] Fursichtigen, ersamen und wysen. E[uer] W[eisheit] syen myn fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, leben herren und guten frunden. E. W. schrift [Nr. 447], her Hanßen von Landaues halber etc., habe ich auf montag vor dato [14.5.] zu aucht huwern nochmittag entphangen, die eres inhaltz verstanden. Gebe e. W. daruf zu erkennen, daß ich uf dinstag darnoch [15.5.] mit doctor Cristoff Moller, itzt keyserlicher fiscal, vom handel gredt und her Hansen von Landaues schrift, auch die abschrift der koniglicher quittung ime angzeigt. Also hat sin wirde von her Hansen von Landaue einen boten zugeigen ghabt und mich gbeten, ime her Hanßen von Landaues schrift, auch die copien der koniglichen quittung zu ubergeben; wolt sin wirde her Hanßen von Landaue solichs schriben und zu erkennen geben, auch die abschrift der kgl. quittung zuschicken, damit sich her Hanß dester baß haben daruß zu richten. Sin wirde sy auch nie in willens gwest, e. W. in einigen unnutzen kosten zu foren, sin wirde hette e. W. dan zufore und in schriften gutlichen darumb ersucht. Dan er habe auch e. W. nie darfor angseen, daß e. W. koniglicher Mt. solichs so lang schuldig bliben sin sollet. Habe auch doctor Rehlingern solichs zugsagt, aber e. W. solichs zu schreiben wolle sin wirden nit wol gboret ader gzemet haben. Daruf habe ich sin wirden die beide schriften ubergeben mit dancbarlicher annemung, solich siner wirde erbitung by e. W. zu beromen, in ungezwivelter hoffnung, e. W. werden solichs umb sin wirde verschulden. So sy ichs mynß vermogenß zu verdeenen willig. Solichs hab ich e. W. nit wullen verhalten, darnoch haben zu richten.

    Š[2.] Lieben herren, deß kammergrichtz halber stet man noch im zwifel, ob inß zu Wurms ver[b]libe ader nit. Aber nichtz destermynder, so hat myn gn. H. graf Adolf von Nassaue ain behusung vor ein jar besteen wullen. So haben sich die doctores und procuratores mit behusungen auch verseen. Weiß e. W. aber nit glaublich davon zu schriben. Etlichen sagen, eß solle den montag noch assencionis Domini [21.5.] angfangen werden. So sagen etliche, eß sollt bliben steen biß auf hirzog Friderichs von Saßen, deß kurfursten, zukunft, ob der ertum zwuschen der paffheit und dem rat hienglegt mog werden etc.

    [3.] Witer, so wissen e. W., daß uf sontag vor dato [13.5.] ksl. Mt. reten ein instruxion [Nrr. 266f.] von ksl. Mt., unßerm allergnedigsten herr[n], zukommen ist. Haben die ret solichs den kurfursten, fursten und andern stenden sagen und sie daby bitten laßen, ein cleine gdult zu haben. Sie wullen daßghienen, daß uf daß furderlichst ghandelt moge werden, ußschriben laßen, auch zu handeln not, vornemen und uf daß furderlichst mit der versamelung alßdan handeln. Haben daruf allen kurfursten und fursten und stenden uf mitwochen dato [16.5.], zu aucht huwern deß morgenß ufs [Rat-]huß zu komen, ansagen laßen. Weß alßdan vorgnommen ader ghandelt wirt, will ich e. W. nit verhalten. Aber ich besorg, es sy alß umb gelt zu tun. Damyt e. W. dinstlichen willen zu erzeigen bin ich gneigt. Datum zu Wurms uf mitwochen noch vocem anno etc. nono.

     Johann Frosch, sch[öffe], uf dem richstag zu Wurms.

    «Nr. 449 Weisung von Bürgermeistern und Rat der Stadt Frankfurt an Johann Frosch – Frankfurt, 16. Mai 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 49–49’ (Konz.).

    Regest: Andernacht, Regesten III, Nr. 3586, S. 932 [nur Pkt. 1].

    [1.] Den Frankfurter Juden ging vor einiger Zeit ein kammergerichtliches Mandat1zu, sich mit der Kanzlei wegen des Prozesses zwischen ihnen und Sigmund von Rorbach2zu einigen. Dies wurde durch Dr. Adam [Serenarius; Frankfurter Syndikus] und Ambrosius Dietrich [Protonotar am RKG] umgesetzt. Er, Frosch, soll darüber Mitteilung an Dr. Rehlinger [Prokurator am RKG] machen. Außerdem soll er ihm unter Vorlage der Quittung anzeigen, dass Frankfurt die auf dem Kölner Reichstag Šbewilligte Ungarnhilfe bezahlt hat. Rehlinger ist dann informiert für den Fall, dass jemand in diesen Angelegenheiten am Kammergericht vorstellig werden sollte.

    [2.] Der Überbringer dieser Weisung, der Mühlhäuser Schreiber [Johann Bottener], hat ihnen ein Schreiben seiner Stadt [Nr. 181] vorgelegt. Er, Frosch, soll diesen unterstützen.

    [3.] Übersenden ihm die Quittung Ambrosius Dietrichs und die zwei Ladungsschreiben für den Fall, dass Dr. Rehlinger sie benötigt. Andernfalls soll er, Frosch, sie wieder mitbringen oder zurückschicken.

    «Nr. 450 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 19. Mai 1509 »

    [1.] Verhandlungen der Reichsstände über die ksl. Reichstagsinstruktion: [1.1.] Rechtfertigung des Bündnisses mit Frankreich, [1.2.] Waffenstillstandsverletzungen Hg. Karls von Geldern, [1.3.] Initiative des Papstes zum Vertrag von Cambrai, [1.4.] Antrag zur Bewilligung einer Reichshilfe gegen Venedig und [1.5.] Vorschläge zur Reformierung des Reichskammergerichts.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 45–46’ (Or. Hd. Frosch).

    [1.] Fursichtigen, ersamen und wysen. E[uer] W[eisheit] sien myn fruntlich, willig dienst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, leben herrn und guten frunden. Wissent, daß uf mitwochen vor dato [16.5.] margraf Casimir, graf Adolf von Nassau etc. und her Sigmund von Frauenberg, freyher zum Hag, von befelch ksl. Mt. by der versamelung kurfursten, fursten und anderen stenden etc. erschinen und einen credenzbrief [Nr. 265], von ksl. Mt. an die gmeine stende ußgangen, uberantwurt, der verlesen wart, und nochfolgenß ein instruxsion [Nrr. 266, 268], so ienen ksl. Mt. zugschickt hat, zu verleßen bgerten, auch also verleßen wart. Diewile none dieselbige mer dan einen artikel inhilt, auch die in der lenge gschriben waß, darmit dan ein jeder sich dester baß der hette zu bedenken, haben die ret solich instruxion den stenden ubergeben, haben kurfursten, fursten und stende ein bedenken gnomen biß uf fritag noch mittag [18.5.] zu einer euwern [= Uhr] und uf den gmelten fritag ksl. Mt. raten die antwurt geben: Diewile man sich vermut, daß myn genedigister her von Coln, auch hirzog Friderich von Saßen und andre stende deß Helgen Richs in kurz erschinen werden, zu verharren biß uf erer gnaden zukunft. Haben ksl. Mt. rete also angnomen. Ist sit der zijt nichtz sunderlich ghandelt ader vorgnomen.

    [1.1.] Dan die instruxion narrirt, us waß ursachen die ksl. Mt., unßer allergenedigister herre, den friden, so sin keyserlich Mt. derselben irer Mt. und dem Helgen Romischen Rich zugut mit dem konig von Frankreich beschlossen habe1, nemlich daß darin der tractat zu Hagnaue2 vernuet ist ausserhalb deß Šheyratz, der beschlossen waß zwischen siner ksl. Mt. enklin erzhirzog Karl und deß bemelten kunig von Frankreichs dochter [Claudia]. Daß hat sin ksl. Mt. den kunig von Frankreich erlassen etc., mit witleuftiger meldung der krigsleyft, so sich itz in Brabant verlaufen haben, nit not zu schreiben etc.

    [1.2.] Auch gmelt, daß in disen tractat daß lant von Gellern in einen anstant gstelt sy, daran her Karl von Egmond, der sich nennet hirzog zu Geldern, ein merklichen verdress ghabt habe, auch dechlich understee, den tractat zu brechen, nemlich daß er habe uß synem eygen gwalt und macht einen nuwen zolle ufgricht und von einem iglichen vass winß ein gulden zu zoll zu geben ufglegt. Daß wider den tractat ist, dan kein partey einich nuerung in der zijt furnemen, sonder daß maniglich von den partien das behalten und in possess bliben soll, wie er in anfang deß kregs gwest ist etc., mit witern anhangenden ursachen, damit er den tractat gbruchen solt haben, e. W. on not zu schriben.

    [1.3.] Mer, wie unßer heiliger vater, der babst, etlich zeit her ir ksl. Mt. gar hoh und ernstlich ersucht habe, darneben auch den konig von Frankreich und den kunig von Arogon; und habe sein heligkeit sin ksl. Mt. und itzbemelte zwen kunigen in einen verstant gbracht mit ir und undereinander alß cristlich kunige und zuvor sein ksl. Mt. alß advocat, vogt und protector der cristlichen kirchen und beschermer, siner heligkeit zu verhelfen wider die unglaubigen zu ziegen und am durchzug mit den Venedigern zu handeln, daßjenig, daß sie vor langen und kurzen jaren der cristlichen kirchen gwaltiglichen abgtrongen und noch uf disen tag wider Got, recht und alle billicheit uber ir manigfaltig gutlich und hog ersuchen vorghalten etc. Dan wo sin heligkeit nit gwest, hette ir Mt. den verstand und obangezeigt practic nit angnommen, mit felen witschweifigen ursachen, daß unsers heligen vaters, deß babst begeren und ansuchen billich, erbare und cristenlich, auch sein ksl. Mt. schuldig sy, uf solich hog ersuchen seiner heiligkeit mit hilf zu erschinen, sunderlich, so andre cristlich kunig und fursten deß auch zu tun understunden. Und darumb sey seiner ksl. Mt. mitsampt bemelten zweyen kunigen von Frankrich und Arogon in ein verstentnus mit der babstlichen heiligkeit gwaghsen und kommen und deßhalbe zusagung gtan. Und sy sin ksl. Mt. itzo auf dem weg, sich zu den hendeln ilenz zu verfugen und Italien zu nehen und solichem furnemen auszuwarten etc.

    [1.4.] Demnach sey seiner ksl. Mt. gnedig, fruntlich und hog, auch fleissig bit und begeren an sie, daß sie die notturft diß handels und furnemens bedenken und erwegen und seiner ksl. Mt. keinswegs verlaßen und seiner ksl. Mt. zu solchem furnemen ir helf mit leuten zu roß und fuß auf daß sterkst tun; und daß die hilf uf daß allerfurderlichst bereit sy und anziehen mogen neben seiner ksl. Mt. volk, daß sein ksl. Mt. auß derselben erblanden understeen wurde ufzubrengen; und darzu auch ein anzal pulver und salpeter, dan sin Mt. sunst mit gschutz wol versehen sy; auch daß die hilf auf ein ganz jar gstelt werde.

    ŠItem, wo diße hilf siner Mt. zugsagt und kurfursten und fursten, auch anderen stenden deßglichen ere anzale und gburne3 zu russ und fuß ufglegt wirde, so sullen die kurfursten und fursten [für] iere ufgsetzte anzal des fußvolks reysigen schicken. Aber die von den prelaten, graven und stetten sollen ir ufglegt anzal deß fußvolk schicken, und namlich tuglich und gschickte ingeseßen burger. Und sullen funf fußknecht vor zwen reisigen grechent werden. Auch sulle keym reysigen mer dan X gulden den monet vor kost und schaden zugsagt und geben werden.

    [1.5.] Item, mer so begert sin ksl. Mt. daß kammergricht und sine canzlei zu reformeren, damit daß nit mit jungen, ungeubten personen, wie die vergangen zit beschehen, sonder dapferen, wolgelerten, erfaren bysitzern besetzt, auch die unformlich, ungschickt handelung, so am camergricht und seyner canzly bißher geubt, in ein loblich, ufrichtig wesen bracht und statlich ghalten werde etc., mit verner beger deß jubelgeltz halber und in die gulden monz zu seen etc., nit not zu schriben etc. Damit e. W. dinstlichen willen zu erzeigen bin ich gneigt. Datum zu Wurms uf samstag noch dem sontag vocem jocunditatis anno etc. nono. Johann Frosch, sch[öffe], itzunt uf dem richstag zu Wurms.

    «Nr. 451 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 20. Mai 1509 »

    [1.] Angelegenheiten Frankfurts und Mühlhausens; [2.] Unterredung Froschs mit Gf. Adolf von Nassau wegen der vorzeitigen Bezahlung der Frankfurter Stadtsteuer; [3.] Ankunft von Teilnehmern am Reichstag; [4.] Nachricht vom Einzug Kg. Ludwigs von Frankreich in Mailand; [5.] unklarer Eröffnungstermin für das Reichskammergericht, Vertretung des Kammerrichters durch Gf. Adam von Beichlingen.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 37–38’ (Or. Hd. Frosch, Präsentatvermerk: Frankfurt, 21.5.1509).

    Kurzregest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 966, S. 762.

    [1.] Fursichtigen, ersamen und wisen. E[uer] W[eisheit] sein myn fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, leben herrn und guten frunden. E. W. schrift [Nr. 449], so uf mitwochen noch dem sontag vocem jocunditatis [16.5.] ußgangen, die ladung von dem keiserlichen camergricht an die gmeinen judischeit, her Sigmonds von Rorbach gswebte1 handelung bedreffen, ußgangen etc., auch doctor Rechlingern Ambrosii Dietherichs quittung und deß ungerischen anslags quittung etc. ansagen, dem gschickten von Molnhusen mit worten geretig und beholfen sin, ferners inhalts verstanden. Geben daruf Še. W. zu erkennen, daß doctor Rechlinger noch zur zijt nit hie erschenen ist. Mag aber etlichen laden und stubgen2, so ien zusten, hergeschickt haben. Sobald aber derselbige kompt, will ich iem die zwo ladung, ob er der notturftig were, ubergeben, auch der quittung, die gmeine judischeit und den ungerischen anschlag bedreffen, ansagen, damit er sich dester baß am kamergricht haben darnoch zu richten etc. Bin auch mit dem gschickten von Molnhusen [Johann Bottener] by doctor Cristoff Moller, ksl. Mt. fiscal, gwest. Hat her Hanßen von Landaus schrift3, auch copien zweyer quittungen deß ungerischen anschlags, zu Coln ufgricht4, auch deß vergangen romerzugs, zu Costenz ufgricht5, angezeigt. Nochdem none die quittung deß ungerischen anschlags nit mer dann die halbe sommen demselbigen anschlag inhalt und quittirt sey und ksl. Mt. iem die andre helft der sommen darin vorbehelt, hat iem der fiscal die antwurt geben, wo andre von stetten ere somme vor ein jar und ganz bezalt haben, mußen seine herren solichs auch tun. Sin wirde wulle aber einen erbaren rat zu Molnhußen in keinen frevlichen kosten foren, sunder darin stillestehen, dan er sy ein fiscal Richs, werde auch vom Rich underhalten. Darumb wulle iem solichs nit wol gburen. Sol sich aber in mitteler zit erfaren, ob andre stette ere anzale vor ein jar ader einß halbß bezalt und ufgericht haben, wurde mit sinen herrn nit mer ader mynder derhalben auch ghalten werden und die schrift und quittung von iem also entphangen etc.

    [2.] Wyter, so gebe ich e. W. zu erkennen, daß myn genediger her graf Adolf von Nassau etc. uf sontag exaudi [20.5.] mich beschigt und myr zu erkennen gabe, wie daß die romische ksl. Mt., unßer allergenedigster herre, synen gnaden under andrem beschreben habe, e. W. sendboten, so zu Wurms sien, zu beschicken und denselbigen ernstlichs befelen, e. W. zu schriben, daß e. W. ksl. Mt. die gwonlich stattstuer, so itz Martini naestkunftig [11.11.] erschinen wirdet, Jorgen Moßbachen, wonhaftig zu Wurmß, von6 erer Mt. wegen uf gwonlich quittung uberantwurten wullet. Daß wulle ere magistat geigen e. W. und gmeiner statt Frankfurt in sundern gnaden erkennen. Dan ere Šmagistat sy der us ehaften [= rechtmäßig, berechtigt] und merklichen ursachen notturftig. Eß syen auch vil partien, diewil sich ksl. Mt. zu e. W. abschlags nit vorsehen habe, daruf verwist, daran dan erer Mt. vil glegen sy. Solichs hat myn gn. H. graf Adulf von Nassau e. W. zu schriben befolen. Habe ich sinen genaden nit kunden abeschlagen. Aber nichtzdestermynder syn Gn. bericht, wie e. W. itzunt nit by geld, auch deß vermoegens nit sien, dan e. W. haben uf den romerzog ein mirklich summen geltz darlegen und verreisen7 mußen, alß sin Gn. ungezwifelt gut wissens habe, auch solich gelt uf pension ufgnummen. Darzu so haben e. W. auf ere burger und sich selbst ein schatzung ufglegt, die inwendig einem jaren nit ufghaben moge werden. Gabe myr sin genade die antwurt, ein erbare rat fund wole einen, der solich gelt einem erbaren rat so lang darlege etc., aber e. W. sollen ermeßen, daß die romische ksl. Mt. itzunt derhalbe ganz benodiget und solichs geltz notturftig were. Erer Mt. solichs auf dismale nit abeschlagen, wult sin genade e. W. truelich raten. Dann e. W. wurden by ksl. Mt. grosse gnade und dank erlangen. Solichs habe ich e. W. im besten nit wullen verhalten, e. W. sich haben darnoch zu richten. Geben zu Wurms uf sontag exaudi anno etc. nono. Johann Frosch, sch[öffe], itzunt auf dem richstag zu Wurms.

    [3.] [PS] Leben hern, e. W. wissen, daß myn genedigister hir von Collen uf mittwochen vor dato [16.5.] wider herkomen ist und der hirzog von Wirtenburg uf sontag dato [20.5.]. So git die sag, hirzog Friderich von Saßen, kurfurst, sulle zu Frankfurt sin und in kurz herkomen. Versehe ich mich, alßdan von stenden Richß ghandelt werde auf ksl. Mt. begeren etc.

    [4.] Nuer zitung halber weiß ich e. W. nit sunderlichs zu schriben, dan daß die sag git, daß der konig von Frankrich uf den sibenden tag Mai zu Meilant ingritten sy; und haben im große fest gmacht und mit buxen us dem schloß gschossen. Sy ein schlang zurbruchen und dri erschlagen. Sol haben zwenzigdusent man, in meinung, die Venediger zu schlagen. So git die sag, daß die Venediger sollen fierzigtusent man haben. Gebß, alß ichs kauft hab.

    [5.] Leben hern, ich vorsee mich, daß kammergricht uf montag [21.5.] dato diß brifs nit angefangen und ghalten werde, wiewol ich bericht bin, daß graf Adam von Bichlingen, biß solang die versamelung sich einß anderen cammerrichters vereinigen, camerrichter sin solle. Weiß aber e. W. glaublich noch zur zit davon nit zu schriben. Dan die ksl. Mt. begert, daß imß mit alten, erfaren, geubten und wolgelerten person versehen werde etc.

    «Nr. Š452 Johann Frosch an den Frankfurter Stadtschreiber [Melchior Schwarzenberg] – Worms, 24. Mai 1509 »

    [1.] Verweigerung der vorzeitigen Bezahlung der Frankfurter Stadtsteuer; [2.] Zahlung an Gf. Georg von Montfort, Teilnahme Froschs am Großen Ausschuss.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 39–39’ (Or. Hd. Frosch).

    [1.] Min fruntlich dinst zuvor, leber stattschriber. Euwer schrift1, so ich umb ein huwer uf donerstag noch exaudi [24.5.] entphangen, darin vermirkt, daß myn hern die statstuwer Jorg Moßbachen zu geben abgschlagen haben [Nr. 442, Anm. 4], laß ich also uf im selbst beruwen. Nochdem er zu hof gwest, weist derselbige wole der gmein fry- und richstett gwonheit, daß sie sich nit liderlich laßen von eren friheiten foren. Darumb haben myn herrn recht gtan. Hoff, sol keine ungnade geberen.2

    [2.] Aber der funfzig gulden halber, graf Jorgen von Montforten bedreffen3, will ich im gedechtnuß behalten. Habe imß auch gut wissens. Diewile aber ich ilenß auf dißmale myn herrn nit schriben kann, dann ich zu einer huwer by verlost ener maß malmaser [= Südwein] im ußschuß by myner genedigisten und gn. Hh. sin muß, kunt ich myn Hh. in ile nit schr[eiben]. Bit, mich derhalbe zu entschuldigen. Geben ilenß zu Wormß, donerstag noch exaudi anno etc. nono.

     Johann Frosch, itzunt zu Wurmß.

    «Nr. 453 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 3. Juni 1509 »

    Verhandlungen des Reichstages über die Reichshilfe gegen Venedig; Geheimhaltungspflicht für die ständischen Gesandten.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 52–52’ (Or. Hd. Frosch).

    Teilabdruck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 972, S. 772.

    Fursichtigen, ersamen und wysen. E[uer] W[eisheit] syen myn fruntlich, willig dinst allezit zuvoran bereit. Gunstigen, leben herrn und guten frunden. Ich gebe Še. W. zu wissen, daß uf dinstag noch pingsten [29.5.] ksl. Mt. reten von unßern genedigisten und gn. herrn, den kurfursten, fursten und stenden deß Heiligen Richs, uf keyserlicher Mt. begeren der ilenden und dapperen hylf halber uf daß sterkischt etc.1, auch uf anderer erer Mt. begeren und in sunderheit der hilf halber, oben angezeigt, us viln ursachen, nit2 not zu schriben, ganz abgeschlagen ist. Haben die ret keinen gnugen ghabt und ferner begert an die stend, solichs witer zu bedenken etc. [Nr. 276]. Und noch vilen bedacht ist ksl. Mt. reten abermalß uf sontag noch pingsten [3.6.] derglichen antwurt [Nr. 279], mit verneren ursachen angezeigt, geben. Haben die ret ein bedenken gnomen. Aber weß ferner von ienen anghangen ader vor antwurt gfallen, wurt man alßdan wol vernemen. Und wo die rete ksl. Mt. nichtz fernerß anhenken, vorsee ich mich, daß unßer gnedigiste und gn. Hh. nit lang hie verharren werden. Verhoff auch, daß unßer gnedigiste und gn. Hh. kurfursten, fursten und stende deß Helgen Richß von ksl. Mt. reten in keyne hilf, diewile ere Gnn. rechte und geverliche3 ursache haben, ertedingen4 lassen. Ich habe auch e. W. in zijt myner jungsten getanen schrift nichtz sunderlichs schriben mogen, dan myr alß einem zum ußschuß verurneten mitsampt anderen, weß gratschlagk ader ghandelt worden ist, zu vorschwigen gboten, auch mit hantgebner true verphlicht habe. Darumb ist an e. W. myn gar frundlich und flißlich bitt, wiewole ichs darvor ansee, daß eß nit lang verswigen blibe und durch andre ußkomme, e. W. wulle solichs in gheim halten, alß ich keinen zwifel drage, e. W. wissen sich darin wole zu halten. Darzu e. W. dinstlichen willen zu erzeigen bin ich gneigt. Datum montag5, den dritten tag Junii anno etc. nono.

     Johann Frosch, sch[öffe], uf dem richstag zu Wurms.

    «5.12. Reichsstadt Köln  »

    «Nr. 454 Weisung der Stadt Köln an die Reichstagsgesandten, Bürgermeister Konrad Schürenfeltz, Stimmmeister Johann von Reide und Dr. Dietrich Meinertzhagen – Köln, 9. April 1509 »

    [1.] Verhandlungen der Gesandten in Mainz, Anleihe Meinertzhagens in Brabant; [2./6.] Verhandlungen der Stadt mit dem Ks. wegen des Titulaturstreits mit Ebf. Philipp von Köln; [3.] Bitte der Stadt an den Ks. um baldige ŠVerabschiedung der Kölner Gesandten; [4.] Anweisung an die Gesandten zu Verhandlungen über das Kölner Stapelprivileg; [5.] Weiterreise des Ks. nach Worms.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 31–32’ (Kop., mandach in diebus paschalibus).

    [1.] Aus ihrem durch den berittenen Boten Wilhelm überbrachten Schreiben1geht hervor, dass sie am 4. April während eines Unwetters in Mainz angekommen sind, dort durch den Boten Erkundigungen über den Tag in Worms anstellen ließen und was sie mit Dr. Hartmann [von Windeck] wegen des Geldes2und der Gefangenen3verhandelt haben. Bekunden ihre Zuversicht, dass die Kölner Angelegenheiten bei ihnen weiterhin in guten Händen sind. Der Rentmeister Johann Oldendorp hatte den Magistrat bereits über die von Dr. Meinertzhagen in Brabant aufgenommenen 200 fl. unterrichtet. Inzwischen haben sie zweifellos eine Antwort erhalten.4

    [2.] Sie haben um Mitteilung über eine eventuelle Stellungnahme des Ks.[zum Titulaturstreit] gebeten sowie um Anweisung ersucht, ob sie ungeachtet einer vertraglichen Einigung [mit Ebf. Philipp] weiterhin unter großen Kosten [auf dem Reichstag] ausharren sollen oder nicht, nachdeme uwer Ll. vurkomen mach syn, wie allwijle etliche upgebrochen und zorugge gezogen sulden sijn.Teilen ihnen daraufhin mit, dass der Ks. in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag [4./5.4.] hier in Köln eingetroffen ist. Die Ratsverordneten erhielten erst am gestrigen Nachmittag [6.4.] um 4 Uhr Audienz. Sie hießen den Ks. willkommen und eröffneten weisungsgemäß, dass der verstorbene Ebf. Hermann in Schreiben an die Stadt die Adresse „Prudentibus et discretis viris iudicibus, scabinis, consulibus ceterisque civibus nostris Coloniensibus fidelibus dilectis“ verwendet habe. Außerdem habe er die freie Stadt Köln in seinen Schreiben als „seine Stadt“ und Bürgermeister, Rat und Bürger als „seine Bürger und Getreuen“ bezeichnet. Der neue Ebf.[Philipp] habe diese Titulatur beibehalten und verstoße damit gegen ein Privileg Ks. Friedrichs III., wonach kein Ebf. von Köln diese Titulatur verwenden dürfe, da die Stadt unmittelbar zum Hl. Reich gehöre und nur einem röm. Ks. oder Kg. zu huldigen habe.5Die Stadt bitte deshalb, die Beachtung dieses Privilegs zu gewährleisten und den Ebf. zum Verzicht auf die weitere Verwendung dieser Titulatur zu veranlassen. ŠFalls jetzt keine gütliche Einigung möglich sei, solle der Ks. den Rat und die Stadt sicherstellen, bevor er den Ebf. mit den Regalien belehne. Der Ks. hat daraufhin erklären lassen, dass er den Rat und die freie Stadt Köln gemäß ihrem Wunsch mit seiner ganzen Macht beschützen und ihre Rechte verteidigen werde. Einige gute Freunde haben geraten, dass sie, die Gesandten, den Ks. an seine Zusage erinnern und um deren Umsetzung ersuchen sollten, wenn er [in Worms] eintreffe.

    [3.] Sie haben den Ks. heute gebeten, ihre Gesandten so bald wie möglich zu entlassen. Darauf erging die Antwort, der Ks. wolle den Wünschen der Stadt jederzeit nachkommen. Seinen Informationen zufolge habe Köln vier Vertreter nach Worms entsandt. Falls Verzögerungen eintreten sollten, werde er zwei ihrer Gesandten verabschieden.

    [4.] Sobald der Ks. in Worms eintrifft, sollen sie sich beim diesem, dem Kanzler Serntein und Sigmund Pflug (Ploch), außerdem bei den Kff., und wo es ihnen sonst noch notwendig erscheint, für das Stapelprivileg6einsetzen. Der Ks. hat ihnen mitgeteilt, dass er die Briefe „per Maximilianum“ und nicht „per regem“ unterschrieben und anschließend zur Besiegelung an Hgin. Margarethe übersandt habe.7

    [5.] Der Ks. hat für die Passage über den Rhein zu einem Treffen mit dem Hg. von Jülich um ihre Schiffe (snycken)gebeten. Sie können keine zuverlässigen Angaben zu dessen weiteren Reiseplänen machen, gehen aber davon aus, dass er die hl. Zeit nicht in Köln verbringen, sondern sich nach Worms verfügen wird und sie, die Gesandten, sich nicht lange dort aufhalten müssen. Dies hat der Ks. ihnen auch zugesagt. Sowie sie Neuigkeiten erfahren, werden sie darüber informiert.

    [6.] [PS] Sie haben dem Ks. deutlich zu verstehen gegeben, dass sie künftig keine Schreiben des Ebf. mehr annehmen werden, wenn darin die oben kritisierte Titulatur verwendet wird. Darauf hat sich der Rat verständigt und dies auch bei den Heiligen beschworen.8

    «Nr. Š455 Weisung der Stadt Köln an ihre Reichstagsgesandten in Worms – Köln, 13. April 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 34’–35’ (Kop.).

    [1.] Bestätigen den Eingang ihres durch den Boten Gerwyn zugesandten Berichts1. Daraus geht hervor, dass der Zollschreiber von Lahnstein2das Geld im Namen des Mainzer Ebf. entgegengenommen hat. Wegen der Schwierigkeiten mit der im Gegenzug zu übergebenden Hauptverschreibung und weiteren vom Trierer Ebf. ausgestellten Schriftstücken haben sie sich beim Protonotar Georg [Goldberg] erkundigt. Dieser erklärte, abgesehen vom Trierer Antwortschreiben auf die letzte Kölner Mahnung bezüglich der 2500 fl.3von weiteren Unterlagen keine Kenntnis zu haben. Den Brief habe er zu den übrigen diesbezüglichen Schriftstücken gelegt und ihn, Johann [Reide], darüber informiert. Dieser habe ihn daraufhin angewiesen, die Dokumente in der Mittwochs-Rentkammer (hynderste rentcamer)bei den anderen Schuldbriefen zu deponieren. Der Rentmeister [Johann Oldendorp] und Evert [von Schiederich] hätten ihm den Vollzug dieser Anweisung bescheinigt. Bezüglich der Abschrift der Hauptverschreibung sei er, Goldberg, der Auffassung gewesen, dass die Gesandten keine benötigt hätten, da sie bereits Dr. Hartmann [von Windeck] als Vorlage für die auszufertigende Urkunde zugeschickt worden sei. Hätte die Gesandten diesbezügliche Unterlagen bei ihm angefordert, hätte er sie ihnen natürlich ausgehändigt.

    [2.] Ansonsten gibt es nichts zu berichten, außer dass der Ks. sich in der vergangenen Nacht in oder in der Nähe von Königswinter (Wynteren)aufgehalten hat und beabsichtigt, sich eilends zum Reichstag zu begeben.

    [3.] [PS] Bekunden ihre Zuversicht, dass sie hinsichtlich des Stapelprivilegs bei den Ff. nichts unversucht lassen.

    «Nr. 456 Weisung der Stadt Köln an ihre Reichstagsgesandten in Worms – Köln, [Mitte April 1509] »

    [1.] Titulaturstreit der Stadt mit Ebf. Philipp von Köln; [2.] Kölner Stapelprivileg; [3.] Projekt einer Einung zwischen Kurmainz und Köln; [4.] BeŠmühungen um die Freilassung Contz Heymes; [5.] Erkundigungen wegen gefälschter Guldenmünzen.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 39–41 (undat. Kop.).

    [1.] Bestätigen den Eingang ihres durch den berittenen Boten Wilhelm zugestellten Berichts1, der am vergangenen Mittwoch im Rat verlesen wurde. Was ihre eingangs erhobene Beschwerde angeht, dass dem Rat während des Aufenthalts des Ks. in Köln die Beilegung des Titulaturstreits mit dem Ebf. nicht gelungen sei: Versichern ihnen, dass dies während des kurzen Aufenthalts des Ks. in Köln nicht möglich war. Sonst wären sie nicht mit dieser Angelegenheit belastet worden. Ihnen ist bewusst, dass sie auf dem Reichstag mit einer Vielzahl von Angelegenheiten befasst sind. Ersuchen sie deshalb noch einmal, im Titulaturstreit dennoch alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen. Sie, die Gesandten, haben um Mitteilung der Verhandlungsziele für den Fall gebeten, dass der Ebf. auch nach einer Intervention des Ks. nicht einlenken sollte: Sie vertrauen darauf, dass der Ks. an der am 7. April (paischavent)durch Serntein in Anwesenheit Pfgf. Friedrichs, Sigmund Pflugs (Ploichs), Niklas Zieglers (Segeler)und Wilhelms von Wolfstein (Wolfbach [!]) gegebenen Zusage festhalten wird. Darin wurde versichert, dass uns syn ksl. Mt. in deme artikel die oberkeit der stede Colne als merum et mixtum imperium utile dominium et omnem superioritatem und nyet mehe haven sulle dann allayne universale dominium, wil syn ksl. Mt. vil myn [= weniger] oevergeven dann eyn stat Colne, sonder uns und unser stat alleyne die synen und des Hilligen Rychs undertanen und nyemantz anders eynche oeverkeit erkennen, uns ouch by dem privilegio, darinne keyser Frederich, loeverlicher gedechteniß, uns und [unsere] stat priviligiert und gefryet, ouch syn ksl. Mt. approbiert und bestedigt hait2, gnedencklichen hanthaben und behalden wil.Sie, die Gesandten, können den Ks. und die genannten Personen an diese Zusage erinnern und dem Ks.überdies eröffnen, was der Stadt seither widerfahren ist. Falls dieser seine Position jedoch wider Erwarten ändern sollte, gilt die Entscheidung der Ratsverordneten, dass der Rat dieses Vorgehen nicht dulden könne und keine Schreiben [des Ebf.] mehr annehmen werde. So wird es inzwischen ohnehin gehalten.

    [2.] Was den von ihnen gewünschten Aufschluss über die Unterzeichnung der ksl. Dokumente „per Maximilianum“ anstatt „per regem“ angeht: Der Ks. hat Šdie Verpflichtung der Niederlande zur Einhaltung des Stapelprivilegs nicht wie üblich mit „per regem“ unterzeichnet, sondern zo merer befestungeeigenhändig mit „per Maximilianum“ unterschrieben und die Urkunden an Hgin. Margarethe weitergeleitet, um sie in beiden Kanzleien3besiegeln zu lassen. Sie hoffen also, dass die Urkunden in Kürze ausgefertigt werden. Dies wird ihnen auch bei den Verhandlungen mit Kff. und Ff. nützlich sein.

    [3.] Sie beziehen sich in ihrem Bericht auf Äußerungen des städtischen Protonotars Georg [Goldberg] gegenüber Dr. Hartmann [von Windeck] über Dokumente bezüglich Einungen und anderer den Ebf. von Mainz betreffende Vorgänge. Auf ihre Nachfrage hat Goldberg erklärt, dass Dr. Hartmann zu ihm in die Kanzlei gekommen sei und unter anderem gebeten habe, ihn die im Kopialbuch enthaltenen alten Einungsbriefe zwischen dem Ebf. und dem Mainzer Domkapitel auf der einen und der Stadt Köln auf der anderen Seite lesen zu lassen. Anschließend habe er angeboten, sich für eine Erneuerung des Einungsverhältnisses einzusetzen, falls die Stadt dies wünsche. Sie haben auf der Grundlage ihres Bedenkens darüber beraten. Derzeit besteht kein Interesse an einer Einung mit Kurmainz.

    [4.] Was Contz Heyme angeht, sollen sie gemäß der Empfehlung Dr. Hartmanns [von Windeck] verfahren. Übersenden ihnen für alle Fälle sämtliche Unterlagen zu dieser Angelegenheit.

    [5.] [PS] Ihnen kam ein Gerücht zu Ohren, wonach falsche Gulden im Umlauf sind, wie sie aus der beiliegenden Abschrift4vernehmen können. Sie sollen dies geheim halten, sich jedoch um weitere Informationen bemühen und gegebenenfalls vertraulich an sie weiterleiten.

    «Nr. 457 Weisung der Stadt Köln an ihre Reichstagsgesandten in Worms – Köln, 27. April 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 41’–42’ (Kop., Kanzleiverm.: Per Albertum[Potgießer], sub secreto.).

    [1.] Bestätigen den Eingang ihrer Berichte vom 18. und 20. April (gudesdach/frydach na quasimodogeniti)1: Was die Dokumente und Schreiben der Ebff. von Mainz und Trier angeht, haben sie ihr Anliegen und ihre Stellungnahme verstanden. Sie haben zweifellos inzwischen diesbezüglich wie auch in Betreff des Stapels und anderer Punkte ihr durch den berittenen Boten Wilhelm überbrachtes Schreiben [Nr. 456] erhalten. Übersenden ihnen außerdem Abschriften des Stapelbriefs und der [Schuld-]Verschreibung des Ebf. von Trier sowie für Dr. MeiŠnertzhagen ausgestellte Kredenzbriefe an die Kff. von Trier und Pfalz2. Sie sind zuversichtlich, dass sie, die Gesandten, sich gemäß ihrer früheren Weisung [Nr. 454, Pkt. 4] nicht nur bei den beiden genannten Kff., sondern auch bei allen anderen Kff. und Ff., deren Einwilligung in das Stapelprivileg erforderlich ist, fleißig darum bemühen.

    [2.] Wie sie wissen, ist der Stadt und der Bürgerschaft wegen falscher Gold- und Silbermünzen großer Schaden entstanden. Falls die in Worms versammelten Kff., Ff. und übrigen Reichsstände über das Münzwesen beraten, sollen sie den Schaden für Köln und für die ganze Region schildern und sich um die Verabschiedung einer verbindlichen Münzordnung bemühen.

    [3.] Sie haben geschrieben, dass sie und auch Dr. Meinertzhagen nicht länger auf dem ksl. Tag bleiben wollen. Sie haben deshalb den Protonotar Georg [Goldberg] aus Münster abberufen3und ihn unverzüglich zu ihrer Ablösung nach Worms weitergeschickt für den Fall, dass der ksl. Tag länger dauern oder nach Augsburg (Außburg)bzw. an einen anderen Tagungsort verlegt werden sollte. Doch sollen sie erst abreisen, wenn gemäß ihrer früheren Weisung [Nr. 456, Pkt. 1] der Ebf. vom Köln vor seiner Reichsbelehnung im Titulaturstreit mit der Stadt eingelenkt hat. Bekunden ihre Erwartung, dass diese und andere städtische Anliegen weiterhin zuverlässig erledigt werden.

    «Nr. 458 Schreiben der Stadt Köln an den ksl. Rat und Rechenmeister Nicasius Hackeney – Köln, 14. Mai 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 66–67 (Kop., maendach na vocem jocunditatis).

    Die Gesandten Bürgermeister Konrad von Schürenfeltz und Johann von Reide haben [nach ihrer Rückkehr] von seinem Eifer bei der Vertretung städtischer Angelegenheiten gegenüber dem Ks. während des Wormser Tages berichtet.1Bekunden Šihre Dankbarkeit dafür. Bei ihrer Abreise ließen die Gesandten den Pastor von St. Lorenz [Dietrich Meinertzhagen] in Worms zurück. Dieser ist beauftragt, die Verhandlungen über die Bestätigung des Kölner Stapelrechts und über den Titulaturstreit mit dem Ebf. mit seiner, Hackeneys, Hilfe zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Bitten ihn, gemeinsam mit Meinertzhagen mit dem Ks. bzw. dessen Vertretern auf dem Reichstag sowie mit Kff., Ff. und anderen Reichsständen über diese beiden Angelegenheiten zu verhandeln. Sowie sie mit dem Kf. von Sachsen oder den anderen ksl. Statthaltern in Kontakt treten können, sollen sie sich um einen für Köln akzeptablen Bescheid von Ks. und Reichsständen bemühen. Dieser soll gewährleisten, dass dieser Streit beigelegt ist, die ksl. Obrigkeit gewahrt bleibt und die städtischen Privilegien geschützt werden. Bitten ihn, auch weiterhin die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

    «Nr. 459 Weisung der Stadt Köln an Dr. Dietrich Meinertzhagen in Worms – [Köln, 14. Mai 1509 oder kurz danach] »

    [1.] Bestätigung des Kölner Stapelprivilegs; [2./5.] Titulaturstreit mit Ebf. Philipp von Köln; [3.] Achterklärung gegen Köln auf Antrag Gerhard Beyers; [4.] Rückkehr Dr. Petrus’ von Ravenna nach Köln.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 79–80’, 82 (undat. Kop.).

    [1.] Die Kölner Gesandten in Worms, Bürgermeister Konrad von Schürenfeltz und Johann von Reide, haben ihn mit der Fortsetzung der Verhandlungen über Stapelrecht und Titulaturstreit betraut. Sie haben ihrerseits den ksl. Rat und Rechenmeister Nicasius Hackeney gebeten, ihn zu beraten und beim Ks. bzw. bei dessen Stellvertretern, bei Kff., Ff. und Reichsständen sowie weiteren Personen, deren Einbeziehung ihm ratsam erscheint, zu unterstützen, damit das Stapelprivileg bewilligt wird [Nr. 458]. Um diese für den Stapel zu gewinnen, soll er darlegen, wie täglich grobes westfälisches Salz unter anderem aus Werl (Wirle), Salzuflen (Uffelen)und Möllenkotten unverstapelt und ohne Qualitätsprüfung von Deutz (Duytz)aus in das Oberland1geliefert wird. Sechs Maß dieses Salzes kommen nicht einmal einem Maß guten, zertifizierten Baiesalzes2gleich, das über die Niederlande nach Köln gelangt. Das damit gesalzene Fleisch verdirbt und muss in den Rhein geworfen werden. Der Stapel würde diesem Missstand zum Vorteil des gemeinen Mannes abhelfen und somit dem gemeinen Nutzen dienen.

    [2.] Er, Meinertzhagen, kennt die den beiden Gesandten und ihm namens des Ks. gemachte Zusage wegen des Titulaturstreits. Demnach sollen dem Ebf. die weitere ŠVerwendung der bisherigen Titulatur untersagt, die Hoheit von Ks. und Reich gewahrt und die städtischen Privilegien geschützt werden. Sowie er den Kf. von Sachsen und die übrigen ksl. Statthalter antrifft, soll er gemeinsam mit Hackeney darum anhalten, dass die ksl. Zusage durch den Ks. und die Reichsstände umgesetzt und die Stadt weiterer Streitigkeiten überhoben wird.

    [3.] [PS] Sie haben erfahren, dass der ksl. Fiskal auf Antrag Gerhard Beyers, der Köln wegen einer Missetat verlassen musste, die Ächtung der Stadt erwirkt haben soll, obwohl die Kopien der angeforderten Gerichtsakten vor Ablauf der im Mandat bestimmten Frist an das Kammergericht übersandt wurden. Näheres kann er dem in Abschrift beiliegenden Mandat entnehmen. Allerdings soll der städtische Vertreter Ludwig Sachs in dieser Angelegenheit nachlässig gewesen sein.3Er, Meinertzhagen, soll ihn und Christoph Hitzhofer deshalb zur Rede stellen. Wenn Hitzhofer einverstanden ist, die Kölner Angelegenheiten weiterhin alleine zu vertreten, soll er Sachs zur Rechtfertigung vor dem Rat nach Hause schicken.

    [4.] [PPS] Konrad [von Schürenfeltz] und Johann [von Reide] haben mitgeteilt, dass der hochgelehrte Dr. Petrus von Ravenna ihnen gegenüber in Mainz seine Bereitschaft zur Rückkehr nach Köln erklärt habe, sofern ihm die Stadt wieder sein Stipendium bewilligen würde. Er soll Ravenna gegenüber ihr Einverständnis erklären4; sie sehen jedoch keine Veranlassung, Ravenna förmlich um seine Rückkehr zu bitten.

    [5.] [PPPS] Die städtischen Gesandten [Schürenfeltz und Reide] haben vertraulich berichtet, dass sie bei ihrer Abreise den Rechenmeister [Nicasius Hackeney] beauftragt haben, eine Abschrift des Lehnsbriefes für den Ebf. von Köln [Nr. 308] zu beschaffen, da im dann der titel und die infurung afgezogen und syn Gn. nyet belehent ist, darup ir dann bedacht und sulchs in geheyme an uch erlangen und euch in halen [= geheim] halden wilt.

    «Nr. Š460 Weisung der Stadt Köln an Dr. Dietrich Meinertzhagen – Köln, 30./31. Mai 1509 »

    [1.] Bestätigung des Kölner Stapelprivilegs; [2.] Titulaturstreit mit Ebf. Philipp von Köln; [3.] Fiskalprozess gegen Köln wegen Rechtsverweigerung im Appellationsverfahren Gerhard Beyers gegen Styngin Paffendorp; [4.] Appellation Peter Quettincks im Erbschaftsstreit mit Tilmann Brugge; [5.] Verpflichtung eines neuen Prokurators am Reichskammergericht.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 54’–56’ (Kop., Kanzleivermerk am Ende des Stücks: Per Albertum[Potgießer].).

    [1.] Bestätigen den Eingang seines Schreibens vom 23. Mai1(mitwoch na ascensionis), dem sie unter anderem entnommen haben, dass er den Kff. sowie den Hofmeistern von Mainz [Thomas Rüdt von Collenberg] und Pfalz [Johann von Morsheim] eine Instruktion2wegen des Kölner Stapels übergeben hat. Über die ihnen wegen eventueller Änderungswünsche zugeschickte Abschrift haben sie gemeinsam mit den aus Worms zurückgekehrten Ratsgesandten beraten und wissen daran nichts zu verbessern. Senden ihm die Instruktion zurück, verbunden mit der Aufforderung, bei den Kff. eine dementsprechende Bestätigung zu erwirken.

    [2.] Der Stadt wurde am 7. April (paischavent)die auf Pergament festgehaltene und von den ksl. Räten in Worms gegenüber ihren Gesandten und ihm selbst erneuerte Zusage3gemacht, dass Köln als freie Reichsstadt die vom Ebf. gebrauchte Titulatur nicht länger hinnehmen muss. Wie ohnehin in seinem Bericht angeregt, soll er gemeinsam mit dem ksl. Rechenmeister Nicasius Hackeney4, sofern sich dieser noch in Worms aufhält, bei ihren Ansprechpartnern unter den ksl. Räten auf die Umsetzung dieser Zusage drängen.

    [3.] Sie haben seinem Schreiben weiter entnommen, dass der ksl. Fiskal [Christoph Moeller], Dr. Sinnama (Vriese)und andere Personen ihm gegenüber zu der auf Antrag Gerhard Beyers gegen Köln verhängten Strafe von 10 Mark lötigen Goldes Stellung genommen haben. Demnach seien der Stadt zwei mit Androhung dieser Strafe versehene Mandate zugegangen, Beyer die Akten seines Prozesses mit Styngin Paffendorp5auszuhändigen. Schließlich sei in einem dritten Mandat – das der Rat ihm, Meinertzhagen, zugeschickt hat – der Ungehorsam der Stadt festgestellt und die Strafe verhängt worden, verbunden mit der erneuten Aufforderung zur ŠÜberstellung der Akten. Nur wegen des Umzugs von Regensburg nach Worms habe das Kammergericht in dieser Sache nicht weiter prozessiert. Doch wären Fiskal und Kläger wegen der unbezahlten Strafe weiter gegen die Stadt vorgegangen.

    Indessen lag seitens der Stadt überhaupt kein Ungehorsam vor, was billigerweise berücksichtigt hätte werden müssen. Sie haben bereits vor deren Erklärung Kammerrichter und Beisitzer durch ihren Prokurator Christoph Hitzhofer6unterrichtet, dass die Stadt die Appellation Gerhard Beyers nicht zulassen müsse, da die gemäß ksl. Reformation7vorgesehenen Formalien nicht eingehalten worden seien und er selbst flüchtig sei. Sie wurden also zu Unrecht zu der Strafe von 10 Mark verurteilt. Da die Argumente ungehört blieben, haben sie die Akten übersandt, die er inzwischen von ihrem Boten empfangen haben sollte, in der Hoffnung, von der Strafe befreit und in der Angelegenheit nicht weiter behelligt zu werden. Er soll ihren Standpunkt gemeinsam mit Hitzhofer gegenüber Kammerrichter, Beisitzern und Fiskal vertreten.8

    [4.] Der Kölner Bürger Tilmann Brugge d. Ä. hat geklagt, dass sein Prozessgegner Peter Quettinck von einem am Hohen Gericht in einer Erbschaftsangelegenheit gegen ihn ergangenen Urteil an das Kammergericht appelliert habe. Bislang waren Appellationen in solchen Streitigkeiten unüblich. Wenn dem nicht vorgebeugt wird, wäre dies nicht nur zum Nachteil Brugges, sondern künftig auch anderer Bürger. Er soll deshalb gemeinsam mit Hitzhofer oder, falls dieser sich nicht in Worms aufhält, alleine mit dem Kammerrichter und den Beisitzern verhandeln, dass die Appellation Quettincks kassiert und auch künftig in solchen Fällen keine Appellation mehr angenommen wird.9

    [5.] [PS] Bestätigen den Eingang seines Berichts vom 26. Mai (pynxstavent)10am 31. Mai. Sie werden ihm in längstens zwei Tagen darauf antworten. Er soll sich weiter um die Kölner Angelegenheiten bemühen. Christoph Hitzhofer zeigte sich in dieser Hinsicht nachlässig, ebenso Lic. Ludwig [Sachs], der deshalb mit einer Strafe belegt wurde. Er soll sich insgeheim nach einem vertrauenswürdigen Prokurator erkundigen, den die Stadt für die Wahrnehmung ihrer Interessen am Kammergericht verpflichten kann.

    «Nr. Š461 Weisung der Stadt Köln an Dietrich Meinertzhagen – Köln, 2. Juni 1509 »

    [1.] Bestätigung des Kölner Stapelprivilegs; [2.] Klage Hermann Flores gegen die Stadt Köln.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 72–74 (Kop., Kanzleivermerk am Ende des Stücks: Per Albertum[Potgießer].).

    [1.] Bestätigen den Eingang seines Schreibens vom 26. Mai (pynxtavent)1am 31. Mai. Es wurde am folgenden Tag im Rat verlesen. Sie haben daraus entnommen, dass die Kff. von Mainz, Trier, Köln und Pfalz ihn zu sich beschieden und durch den Kf. von Mainz gefordert haben, sie ausführlich über die ksl. Konfirmation des Stapelprivilegs zu informieren. Er hat demnach darauf geantwortet, dass er seine Angaben mit Abschriften des Privilegs belegen könne.

    Für den Fall, dass dies noch erforderlich ist, übersenden sie ihm notariell beglaubigte Kopien. Die Frage nach Einzelheiten der Konfirmation hat er bezüglich der Schiffstransporte mit dem Hinweis auf den Inhalt der Urkunde beschieden. Mit den übrigen Gütern werden sie es halten wie bisher und wie andere mit Stapelprivilegien ausgestattete Städte. Bezüglich weiterer Informationen verweisen sie auf die ihm durch den Boten Gerwyn zugestellte Instruktion2. Auch mit dem Wein soll gemäß dem Herkommen verfahren werden. Den kfl. Untertanen und anderen auswärtigen Kaufleuten wollen sie allerdings zugestehen, dass sie im Zeitraum zwischen Ostern und Pfingsten sowie zwischen dem 11. November (sent Martins messen)und dem 25. Dezember (cristmessen)ihren Wein frei verkaufen dürfen, wenn er zuvor drei Tage lang in der Stadt zum Kauf und Ausschank angeboten wurde. Für den Weinhandel auswärtiger Kaufleute in die Niederlande soll der gleiche Aufschlag wie in anderen Stapelstädten auch gelten. Die Bestimmungen für Ventwaren3kann er dem in Abschrift beiliegenden 13. Artikel des von Papst Julius II. und dem jetzigen Ks. bestätigten Vertrags zwischen dem verstorbenen Ebf. Hermann von Köln und der Stadt4entnehmen. Doch soll er sich auf diesen Artikel nur berufen, insoweit er seiner Einschätzung nach für das Stapelprivileg nutzbar ist. Auf die Frage [der Kff.] nach weiteren positiven Konsequenzen des Stapels für den Rheinstrom und den gemeinen Nutzen, abgesehen von den in der übergebenen Instruktion genannten Aspekten, hat er auf die Möglichkeit hingewiesen, niederländische Waren vom Land- auf den Wasserweg zu bringen. Die von ihnen übersandte Instruktion nennt genügend Vorteile, die sich aus dem Stapelrecht für die Kff., ihre Zölle, den Rhein und die dort gelegenen Städte wie überhaupt für die Allgemeinheit ergeben und umgekehrt, welche negativen Konsequenzen andernfalls eintreten würden. Sie wollen, soweit Šihnen dies möglich ist, dafür Sorge tragen, dass Güter, die auf dem Landweg nach Köln kommen, dort auf Wasserfahrzeuge umgeladen werden, sofern die Kff. in ihren Territorien ebenfalls dafür Sorge tragen, dass die Waren möglichst auf dem Rhein und nicht auf dem Landweg transportiert werden. Denn ein Alleingang Kölns wäre wirkungslos.

    Übersenden ihm wie gewünscht, eine Abschrift ihres von Ks. Karl IV. verliehenen Stapelprivilegs5. Da sie die Konfirmation Hg. Karls von Burgund nicht erhalten haben, können sie ihm diese auch nicht schicken. Hoffen, die Kff. werden sich aufgrund ihrer Instruktion entgegenkommend zeigen.

    [2.] Laut seinem Bericht hat Hermann Flore den Kölner Magistrat gegenüber den ksl. Räten beschuldigt, ihn gewaltsam um sein Erbe gebracht zu haben. Er sei nur mit Hilfe des Ebf. freigekommen und führe seit nunmehr elf Jahren in Rom einen Prozess gegen die Stadt und einige Bürger.

    Sie bestreiten, Flore in irgendeiner Weise Unrecht zugefügt zu haben. Wie er, Meinertzhagen, auch selbst schreibt, war die Stadt im Gerichtsurteil wegen einer Erbrente nicht unter den Parteien aufgeführt. Indessen sollte Flore seinerzeit als Ratsmitglied unter Eid in einer Injuriensache befragt werden, was er verweigerte und stattdessen seinen Ratseid schriftlich aufkündigte. Er wurde deshalb als Eidbrecher festgesetzt. Flore wechselte danach in den geistlichen Stand, woraufhin er mit Unterstützung des Klerus aus dem Gefängnis freikam. Nachdem er Köln verlassen hatte, begab er sich nach Rom und strengte dort zu Unrecht diesen Prozess an. Ersuchen ihn, sich diese und andere städtische Angelegenheiten angelegen sein zu lassen.

    «5.13. Reichsstadt Nürnberg  »

    «Nr. 462 Weisung des Nürnberger Rates an den Propst zu St. Sebald, Erasmus Topler, und den Ratsherrn Jörg Holzschuher – Nürnberg, 1. Mai 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 239’–240 (Kop., eritag Philippi et Jacobi).

    [1.] Bestätigen den Empfang ihres Berichts aus Würzburg1. Billigen ihre Entscheidung, dort nicht auf die Ankunft des Bf. von Bamberg zu warten, sondern vorauszureiten. Sie haben gestern vom zurückgekehrten Boten Erhard Goller erfahren, dass der Ks. vor acht Tagen mit dem Ziel Innsbruck aus Worms abgereist ist. Deßhalben Šwir achten, alle stende, so zu angesatzten Reichs tag verpot2 und beschriben sind worden, sich nun auch erheben, daselbsthin ze raysen, dweyl keiserlich Mt. ire rate zu Worms gelaßen und etlichen churfursten, wie wir vernemen, bevelh geben hat, deß Reichs sachen zu tractirn.Da er, Topler, sicherlich weiterhin dem Ks. folgen wird, haben sie den Boten Peter Leupold angewiesen, sich zu ihm zu verfügen, um ihn zur Berichterstattung über die Vorgänge am ksl. Hof zu veranlassen.

    [2.] Der ksl. Kammerprokuratorfiskal Dr. Christoph Moeller kam auf seinem Weg nach Worms auch durch Nürnberg. Einige Ratsherren haben mit ihm über Angelegenheiten von Nürnberger Bürgern am Kammergericht gesprochen, doch wurde es versäumt, ihm ein Geschenk zu machen. Er, Holzschuher, soll Moeller im Namen der Stadt 32 fl.rh. schenken und ihn bitten, sich in Fiskalangelegenheiten Nürnbergs und seiner Bürger gefällig zu erzeigen, soweit dies mit seiner Verantwortung vor Gott und mit seinen Amtspflichten vereinbar ist. [Privatangelegenheit Holzschuhers].

    «Nr. 463 Weisung des Nürnberger Hh.Älteren an Jörg Holzschuher und Kaspar Nützel – Nürnberg, 5. Mai 1509 »

    [1.] Anweisungen für den Fall der Abberufung Jörg Holzschuhers aus Worms durch den Ks.; [2./4.] Abreise Erasmus Toplers an den Kaiserhof; [3.] Behauptung der Nürnberger Gewinne aus dem Landshuter Erbfolgekrieg.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 63, fol. 245’–246’ (Kop., sambstags nach crucis invencionis)1.

    [1.] Bestätigen den Eingang ihres letzten Berichts2durch einen Boten aus Worms, worin sie unter anderem ihre Ankunft und die Abreise des Ks. gemeldet haben. Sie sind zuversichtlich, dass Peter Leupold ihnen inzwischen ihre letzte Weisung [Nr. 462] zugestellt hat.

    Und als du, Jorg Holzschuher, yczo umb underrichtung hast angesucht, ob du neben andern stenden des Reichs, so zu Worms ligen, uf ervordrung und begern ksl. Mt., wo das beschehe, gein Augspurg oder andere ort sollest nachvolgen, ist unser meynung, wo die andern Reichs stend zu Worms abziehen und du von ksl. Mt. sonderlich ervordert wurdest, das du dich alsdann mitsampt dem Karl [Oertel] erhebst, den nachsten anhaims ze kern, und daran nit irren lassest. Ob die andern stende, sovil der zu Worms sein, von ksl. Mt. in gemain werden gehaischen, des haben wir ursach, wie du seinerzeyt von uns wirdest bericht. Und zu deinem abziehen wollest du, Caspar Nuczel, nit allain von des Punds, sonder auch unsern wegen andern Reichs stenden anhangen und nachvolgen. Wurde dann in sachen, darumb Jorg Holzschuher bevelh und instruction von Šuns hat empfangen, in seinem abwesen furgenomen ze handeln, darein wollest dich nit begeben, sonder anzaigen, das du von uns deßhalb kain bevelh habest oder abgefertigt seyest, mit beger, uns darumb zu beschreyben; wurden wir deins versehens geburlich und erber ant[wort] darzu geben.

    [2.] Sie gehen davon aus, dass der Propst [von St. Sebald, Erasmus Topler] im Begriff ist, dem Ks. nachzureisen. Falls er sich jedoch noch in Worms aufhalten sollte, sollen sie ihn zum schleunigen Aufbruch ermahnen, um die ihm aufgetragenen, keineswegs unwichtigen Angelegenheiten zu betreiben.

    [3.] Sollte der Pfgf.[Kf. Ludwig] um seine Reichsbelehnung anhalten, kann der Propst aufgrund des ihm schon vor längerer Zeit zugeschickten Berichts im Sinne einer Einhaltung der ksl. Verschreibungen3agieren. Ebenso soll er [am ksl. Hof] auf andere gegen Nürnberg gerichtete Vorgänge achten. Es kann nicht schaden, mit den württembergischen Räten in Worms über die Abwehr möglicher Vorhaben des Pfgf. zu sprechen. Er, Holzschuher, soll vor seiner Abreise den Propst über die Ergebnisse dieses Gesprächs informieren.

    [4.] [PS] Der Propst hat in einem Schreiben an den Ratsherrn Anton Tetzel4gemeldet, dass er zu einem der ksl. Vertreter auf dem Reichstag bestimmt worden sei. Das bedeutet, dass er sich nicht beim Ks. aufhält. Er, Holzschuher, soll ihn in ihrem Namen bitten, durch geeignete Mittel seine baldige Abreise zum Ks. zu erreichen. Dort soll er sich insbesondere um zwei Vorgänge bemühen: die Belehnung5
     Šsowie die Angelegenheit mit Kf. Joachim [von Brandenburg] und den Hh. von Wolfstein6.

    «Nr. 464 Weisung der Nürnberger Hh.Älteren an Jörg Holzschuher und Kaspar Nützel – Nürnberg, 15. Mai 1509 »

    [1.] Abreise Toplers vom Reichstag an den ksl. Hof zu Verhandlungen über Nürnberger Angelegenheiten; [2.] Abberufung Holzschuhers aus Worms; [3.] Bestellung von Trompeten für Kf. Jakob von Trier; [4.] Hinterlegung einer Kautionssumme beim Reichskammergericht.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 6–7’ (Kop., eritag nach vocem jocunditatis).

    [1.] Bestätigen den Eingang ihres durch Peter Leupold überbrachten Schreibens1. Sie würden es begrüßen, wenn der Propst [Erasmus Topler] dem ksl. Hof folgen würde. Es wäre für die Nürnberger Angelegenheiten besser, wenn er persönlich beim Ks. vorstellig würde, statt in Worms zu bleiben und sie schriftlich zu betreiben. Dann wir vermuten uns nach gelegenhait dieses reichstags, und als uns die leufd ansehen, das ausserhalb deß Reichs gemainer sachen, die hilf belangend, wenig handlungen werden furgenommen.Selbst wenn es dazu käme, hätte er, Holzschuher, ohnehin die erforderlichen Anweisungen. Falls notwendig, kann er dem Propst Bericht erstatten und um Rat bitten. Sie fordern diesen deshalb durch das beiliegende Schreiben [Nr. 465] auf, sich so bald wie möglich an den ksl. Hof zu verfügen und ihre Anweisungen umzusetzen.

    [2.] Er, Holzschuher, hat aufgrund der veränderten Situation um Weisungen wegen seiner Abreise aus Worms gebeten. Aus verschiedenen Gründen sind sie der Meinung, dass er dort nicht länger bleiben, sondern weisungsgemäß zusammen mit Karl [Oertel] nach Hause zurückkehren sollte. Er, Nützel, soll die Abreise damit rechtfertigen, dass Holzschuher nicht wegen der Reichssachen, sondern als Eskorte für das Lehnsgewand abgeordnet worden sei.2Zwar sei er später auch mit einigen Nürnberger Angelegenheiten betraut worden, doch sei dessen weiterer Aufenthalt dafür nicht mehr erforderlich. Hingegen sei er, Nützel, für die Reichssachen instruiert.

    [3.] Sie, die Gesandten, haben den Wunsch des Ebf. von Trier bezüglich der bei dem Nürnberger Instrumentenmacher Hans Neuschel bestellten zwei Feldtrompeten übermittelt. Dieser antwortete auf ihre Anfrage, er wisse davon nichts. Bei ihm seien keine Trompeten bestellt worden. Bitten, dies dem Ebf. mitzuteilen. Sie sollen sich weiterhin um die Nürnberger Angelegenheiten bemühen und, ohne Rücksicht auf die anfallenden Botenlöhne, über alle Vorgänge berichten.

    Š[4.] [PS] Der Nürnberger Bürger Hans Mugenhofer hat angezeigt, dass er wegen eines Streits mit den Fütterern vor fünf Jahren die Summe von 162 fl., 1 Ort am Kammergericht hinterlegen musste. Der Protonotar3teilte ihm unlängst mit, dass noch 140 fl. vorhanden seien und er sie umgehend in gängige Münzen umwechseln solle. Andernfalls hätte er die Konsequenzen zu tragen. Sie sollen sich bei einem der in Worms anwesenden Schreiber des Kammergerichts erkundigen, ob Mugenhofer dazu verpflichtet und ob in diesem Fall eine Fristverlängerung möglich ist. Gegebenenfalls sollen sie selbst das Geld umtauschen und nach Hause mitbringen. Mugenhofer wird es nach ihrer Rückkehr einwechseln.

    «Nr. 465 Weisung des Nürnberger Rates an den Propst zu St. Sebald, Erasmus Topler – Nürnberg, 15. Mai 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 5’–6 (Kop., eritag nach dem sonntag vocem jocunditatis).

    Sie wägen die Vor- und Nachteile seiner persönlichen Anwesenheit am ksl. Hof unter den derzeitigen Umständen ab. Die Gesandten in Worms wie auch Anton Tetzel haben ihnen berichtet, dass der Ks. ihn, Topler, neben anderen Persönlichkeiten beauftragt habe, mit den Reichsständen in Worms über die Angelegenheiten von Ks. und Reich zu verhandeln. Außerdem sei er gemeinsam mit Gf. Johann Ludwig von Nassau mit einer schriftlichen Instruktion [Nr. 61] zu Kf. Friedrich von Sachsen abgefertigt worden. Seine Ankunft beim Ks. werde sich also geraume Zeit verzögern.1

    Ersuchen ihn, diese Angelegenheiten möglichst rasch zu erledigen und sich dann unverzüglich an den ksl. Hof zu verfügen.2 Und ob daselbst oder bey den stenden des Reichs ainich hilf, wie wir in sorgen steen, erkannt wurd, alßdann unser genommen fertigung gemeß zu handeln und darzu umb belehnung, wie eur wirden unverporgen und vor irem abschaiden copien uberant[wurt] ist, bey ksl. Mt. ze arbaiten3 und sonst unsere sachen in guter achtung, wie uns nit zweifelt, zu haben.Er soll auch über alle Vorkommnisse Bericht erstatten.

    «Nr. Š466 Antwortschreiben des Nürnberger Rates an Dr. Johann Rehlinger – Nürnberg, 21. Mai 1509 »

    [1.] Antrag der ksl. Reichstagskommissare auf Gewährung einer Reichshilfe; [2.] Verhandlungen bezüglich des Reichskammergerichts.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 14–14’ (Kop., secunda post exaudi).

    Bestätigen den Eingang seines Schreibens mit der Unterrichtung über den Stand von Nürnberger Angelegenheiten [am Reichskammergericht] sowie der Bitte um Mitteilung von insbesondere auf das Kammergericht bezüglichen Nachrichten vom Wormser Reichstag.1

    [1.] Und bißher nicht anders gehort, dann das der Reichs tag zu Wormß bleiben werd. Wiewol die ksl. Mt. eylund von dannen in die grafschaft Tyrol verruckt ist, hat sie doch etlich ir treffenlich rat hynder ir gelassen, des Reichs sachen an irer Mt. stat außzuwarten; die auch auß irer Mt. bevelh bey den curfursten, fursten und stenden des Heiligen Reichs, dazumal gegenwertig, statlich und ernstlich ansuchen getan umb hilf mit leuten zu roß und fuß ain ganz jar lang auf die verstentnus, so sein Mt. als advocat, vogt und protector der cristenlichen kirchen mit der babstlichen heiligkait, auch den konigen zu Frankreich und Aragan angenommen hab, wider die unglaubigen zu geprauchen und am durchzug wider die Venediger ze handeln umb dasjenig, so sy der cristenlichen kirchen gwaltiglich abgedrungen und inhaben etc.[Nr. 266]. Welhs aber die curfursten, fursten und stend als in clainer anzal dermaß zu bewilligen sich beschwert, sunder auf der anderen fursten und stend zukunft verschoben haben.

    [2.] Aber von der gelegenhait des cammergerichts und ob derhalben zu Wormbs waß gehandelt werd, tragen wir noch zur zeit kain wissen, dann allein, das die acta desselben cammergerichts durch unser stat und furter des wegs nach Wormbs gefurt. Versten nicht, das zu Windßhaim nidergelegt sein. Wollen uns aber deß und darzu deß vorhabens zu Wormbs von des cammergerichts wegen bey unser potschaft desselbigen orts erkundigen und, weß wir hienach derhalb bericht empfahen, euch alßdann mit dem schirsten uneroffent nit lassen. [Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 467 Weisung der Nürnberger Hh.Älteren an Jörg Holzschuher und Kaspar Nützel – Nürnberg, 23. Mai 1509 »

    [1.] Verhandlungen über eine Einung Nürnbergs mit den Bff. von Würzburg und Eichstätt; [2.] Verhandlungen mit Bf. Georg von Bamberg wegen eines Streits zwischen Leo Schürstab und Jörg Hetzelsdorfer; [3.] Bitte um Informationen über die Verhandlungen des Reichstages bezüglich des Reichskammergerichts.

    ŠNürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 16–18 (Kop., mitwoch nach exaudi).

    [1.] Erinnern an die Verhandlungen mit den Bff. von Würzburg und Eichstätt über den Abschluss einer Einung, die mit dem Einverständnis der beiden Bff. endeten. Die wegen der Streitigkeiten mit Bamberg auf dem Tag in Haßfurt1anwesenden Nürnberger Gesandten verständigten sich mit dem bfl. Würzburger Vertreter Peter von Aufseß über den in Abschrift beiliegenden Vertragsentwurf. Beauftragen sie zu Verhandlungen mit den Bff. von Würzburg und Eichstätt über den Abschluss der Einung auf der Grundlage des Entwurfs. Sie erwarten dabei keine Schwierigkeiten, da der Vertrag nur die gegenseitigen Beziehungen regelt und keine Klausel über gegenseitige Hilfen beinhaltet.2

    [2.] Berichten über einen Streit Leo Schürstabs mit einem Bamberger Bauern. Schürstab informierte den Rat erst nach Eingang eines dritten Schreibens der bfl. Räte in dieser Sache. Die Ratsherren tadelten Schürstab wegen seines unangemessenen Vorgehens, wollten ihm als Nürnberger Bürger jedoch ihre Hilfe nicht verweigern. Bevor die mit ihrem Rat verfasste Antwort Schürstabs auf das letzte Bamberger Schreiben bei den bfl. Räten einging, verübte der Amtmann zu Schellenberg, Jörg Hetzelsdorfer, am 21. Mai (negstvergangen montag)einen Überfall auf dessen Bauern in Möhrendorf (Merendorf)und rechtfertigte dies als eigenverantwortliche Selbsthilfe in Reaktion auf das Vorgehen Schürstabs. Sie erachten die Tat Hetzelsdorfers als nicht ausreichend begründet und unterstellen überdies eine Anstiftung durch die bfl. Räte, da Hetzelsdorfer sich kurz zuvor in Bamberg aufgehalten hat. Außerdem hat Schürstab in seinem letzten Schreiben seine Anhörung durch die Räte und einen rechtlichen Austrag angeboten. Sie haben deshalb die Bamberger Räte unter Hinweis auf die Verletzung des kgl. Landfriedens und des Nürnberger Abkommens mit dem Bf.3aufgefordert, die Rückgabe des geraubten Gutes zu veranlassen. Im Gegenzug würde Schürstab die weggetriebenen Schafe zurückgeben. Anschließend sollte nach Maßgabe der Einung ein rechtliches Verfahren zur Klärung Šder Ansprüche durchgeführt werden. Die bfl. Räte sagten aber lediglich zu, weitere Erkundigungen anzustellen, kritisierten ansonsten noch einmal das Vorgehen Schürstabs und bestritten, den Überfall Hetzelsdorfers befohlen zu haben. Weisen sie, die Gesandten, an, den Bf.über diesen Vorgang zu informieren und die Sache im Übrigen auf sich beruhen zu lassen.

    Falls er, Holzschuher, bereits im Begriff ist, aus Worms abzureisen, soll er sich durch diese Weisung nicht aufhalten lassen, sondern sie an Kaspar Nützel weiterleiten.

    [3.] [PS] Der Nürnberger Prokurator Dr. Johann Rehlinger hat schriftlich um Informationen über etwaige Verhandlungen des Reichstages bezüglich des Kammergerichts gebeten, ob sich deßhalben ainer anderen, bestendigeren ordnung zu versehen sey, deßgleichen wo und an welhem ort und wann das ze halten furgenommen und angefengt wird etc. Da sie selbst keine Kenntnis davon haben, sollen sie diesbezügliche Informationen einholen und darüber berichten.4

    «Nr. 468 Weisung der Nürnberger Hh.Älteren an Kaspar Nützel – Nürnberg, 26. Mai 1509 »

    [1.] Verhandlungen mit dem Schwäbischen Bundeshauptmann Matthäus Neithart wegen der Bundeshilfe gegen Heinrich von Guttenstein, [2.] Informierung des Ks. und Bitte um Unterstützung bei den Bundesständen.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 24–25 (Kop., sambstag vig[iliae] penthecostes).

    [1.] Übersenden ihm in Abschrift ihre Antwort1an den am Vortag in Nürnberg eingetroffenen Gesandten des böhmischen Kg.[Delphin von Haugwitz]2. Beauftragen ihn, den Städtehauptmann [Matthäus Neithart] darüber zu informieren und um die Einberufung eines Bundestages zu bitten, auf dem Nürnberg erneut die Bemessung der bereits zugesagten Hilfe gegen Heinrich von Guttenstein beantragen wird. Die Verbündeten haben es damit weder eilig, noch sind sie gern dazu bereit. Wie sie vertraulich erfahren haben, soll die Beschlussfassung über den Anschlag sogar verhindert werden. Die Verbündeten werden deshalb fordern, gemäß dem Esslinger Abschied [Nr. 83, Pkt. 1] vorab den röm. Ks. und den böhmischen Kg. zu kontaktieren, und werden einwenden, dass sie nicht imstande seien, gleichzeitig die Reichshilfe für den Ks. und die Bundeshilfe gegen Guttenstein zu leisten. Er, Nützel, soll dies gegenüber dem Bundeshauptmann mit folgenden Argumenten widerlegen: Der Ks. ist für die Exekution. Er hat auf Anfrage des Bundes bereits sein Einverständnis erklärt und auch seine Hilfe angeboten. Ebenso ist die Haltung Šdes böhmischen Kg. bekannt. Eine weitere Nachfrage beim Ks. oder beim Kg. ist somit unnötig. Angesichts des jetzigen Hilfsangebots des böhmischen Kg. genügt ein kleineres Aufgebot [des Bundes]. Jetzt wäre eine geeignete Gelegenheit, um ohne großen Aufwand wirkungsvoll gegen die Friedbrecher vorzugehen.

    [2.] Nürnberg wird auch den Propst zu St. Sebald [Erasmus Topler] einschalten und ihn bitten, den Ks.über die durch Heinz Baum, Guttenstein und ihre Helfer von der Schwarzenburg aus verübten Gewalttaten zu informieren. Die bei Pölling überfallenen Metzger werden immer noch festgehalten, obwohl die Täter und ihr Aufenthaltsort allgemein bekannt sind. Erst am vergangenen Montag [21.5.] wurde der Sohn des Ratsherrn Ulmann Stromer, Wolf, unweit von Weißenburg im Namen Baums gefangengenommen und ebenfalls auf die Schwarzenburg verbracht. Er, Nützel, soll deshalb den Ks. um eine Aufforderung an den Schwäbischen Bund bitten, den Umfang der bereits zugesagten Bundeshilfe festzusetzen, sowie um ein Schreiben an den böhmischen Kg., seinen Untertan Guttenstein zur Einhaltung des Landfriedens zu veranlassen und ihn zu bestrafen. Falls der Propst noch nicht aus Worms abgereist sein sollte, wovon sie aufgrund ihrer Weisung an ihn [Nr. 465] allerdings nicht ausgehen, soll er ihn informieren. Andernfalls geht ihm ohnehin ein Schreiben des Rates zu.

    «Nr. 469 Weisung des Nürnberger Rates an Kaspar Nützel – Nürnberg, 4. Juni 1509 »

    [1.] Hilfe des Schwäbischen Bundes gegen Heinrich von Guttenstein; [2.] Verhandlungen mit Bamberg wegen des Streits zwischen Leo Schürstab und Jörg Hetzelsdorf.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 35–36’ (Kop., mentag nach trinitatis).

    [1.] Bestätigen für den 1. Juni den Empfang seines von Peter Leupold überbrachten Berichts mit Abschriften der Antwort der Reichsstände [Nr. 275] und des Entwurfs für das Schreiben der Bundesstände an die böhmischen Stände1. Erinnern bezüglich Böhmens an ihre durch Sebald Rauscher inzwischen sicherlich zugestellte letzte Weisung [Nr. 468]. Das Schreiben der Bundesstände steht dazu nicht in Widerspruch. Sie befürchten allerdings, dass der Städtehauptmann [Matthäus Neithart] mit der Einberufung eines Bundestages bis zum Eintreffen einer Antwort aus Böhmen warten will. Diese Verzögerung wäre für Nürnberg nachteilig und würde das Vorhaben des böhmischen Kg. gefährden. Dessen Gesandter [Delphin von Haugwitz] hat um eine rasche Antwort gebeten, da der Kg. im Begriff sei, aus Böhmen abzureisen, und die Tage mit günstiger Witterung nun vorübergingen. Wird jetzt nicht rasch gehandelt, ist diese Gelegenheit vertan. Er, Nützel, soll dem Hauptmann gegenüber erklären, dass eine Verzögerung nicht hinnehmbar sei und der böhmische Kg. Anliegen des Bundes künftig ebenfalls zurückweisen könnte. Es sei auch unnötig, auf dessen Stellungnahme zu warten. Entsprechend ihrer Antwort an Šden böhmischen Gesandten würden sie den Kg.über die Ansetzung eines Bundestages informieren, dessen Vertreter dann dort seine Position erläutern könnten. Nürnberg sei befremdet über die bisherige Verzögerung der [bereits auf dem Augsburger Bundestag beschlossenen] Schreiben an den böhmischen Kg. und die böhmischen Stände. Er, Nützel, soll erwirken, dass diese Schreiben nach Nürnberg geschickt werden. Die Stadt wird dann für deren Weiterleitung sorgen. Sollten diese Schreiben in die Hände des böhmischen Kanzlers [Albrecht von Kolowrat] oder anderer Personen gelangen, würden diese die Angelegenheit voraussichtlich zugunsten Guttensteins dilatorisch behandeln oder ganz hintertreiben. Das Schreiben an die böhmischen Stände sollte nicht nur an den Adel, sondern auch an die Städte adressiert sein, die einen beträchtlichen Teil der Hilfe leisten werden.2

    [2.] [PS] Erinnern an ihre Weisung wegen Schürstabs [Nr. 467, Pkt. 2]. Inzwischen gaben zwei Bamberger Räte in Nürnberg eine Stellungnahme zu dem mündlichen Vortrag an die bfl. Statthalter ab: [Jörg] Hetzelsdorfer habe eigenverantwortlich im Rahmen zulässiger Gegenwehr gehandelt. Dieser sei zu einer Anhörung vor dem Bf. bereit, die geforderte Rückgabe des angeeigneten Gutes lehne er indessen ab. Die beiden Räte forderten die unverzügliche Rückgabe der unter Verletzung des Landfriedens enteigneten Schafe. Anschließend sollten beide Parteien ihre Positionen vor dem Bf. vertreten.

    Diesen Vorschlag wies Nürnberg als ungerecht zurück. Dennoch verlangte man lediglich die gegenseitige Rückgabe der alienierten Güter, obwohl Hetzelsdorfer für lediglich fünf oder sechs Schafe Güter im weit höheren Wert von 180 fl. geraubt hatte. Anschließend sollte der Vorfall gemäß der bestehenden Einung einvernehmlich beigelegt und eine etwaige Rechtsverletzung geahndet werden. Dies lehnten die Bamberger Räte ihrerseits ab, versprachen aber Berichterstattung über den Vorschlag. Weisen ihn, Nützel, an, den Bf. bei einer günstigen Gelegenheit zu informieren und dabei zu kritisieren, dass dieser Vorfall mit ihrem nachbarschaftlichem Verhältnis nicht vereinbar sei. Seitens Hetzelsdorfers liege eine nicht zu rechtfertigende Gewalttat vor.3

    «Nr. Š470 Weisung des Nürnberger Rates an Erasmus Topler – Nürnberg, 4. Juni 1509 »

    Hilfe des Schwäbischen Bundes gegen Heinrich von Guttenstein.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 33’–35 (Kop., montag nach trinitatis).

    Er ist über die vielfachen Übergriffe gegen Nürnberg von der Guttensteinschen Schwarzenburg aus, wo der Reichsächter Heinz Baum Unterschlupf und Unterstützung gefunden hat, informiert. Nürnberg wurde gemäß Einungsvertrag eine Bundeshilfe zugesagt. Sie haben auf dem Bundestag in Esslingen die Festsetzung dieser Hilfe beantragt, doch wurde in Berücksichtigung der Verhältnisse im Reich und der ksl. Pläne eine Gesandtschaft an den Ks. mit der Bitte um Rat und Hilfe für das weitere Vorgehen beschlossen [Nr. 83, Pkt. 1]. Dies mag inzwischen geschehen sein. Die Übergriffe nehmen unterdessen eher noch zu. Am vergangenen Montag [21.5.!] wurde der Sohn des Ratsherrn Ulmann Stromer, Wolf, der im Auftrag des Bf. von Gurk unterwegs war, als Gefangener Baums auf die Schwarzenburg verbracht. Dort werden auch die Nürnberger Bürger Völkel Schlauersbach und Georg Wegelin festgehalten. Bitten ihn, den Ks.über diese nicht nur Nürnberg, sondern alle Reichsuntertanen betreffenden Beschwerden zu informieren. Möglicherweise könnte durch sein Eingreifen eine raschere Freilassung Stromers erreicht werden.

    Übersenden eine Abschrift ihrer Antwort an den vor einigen Tagen vorstellig gewordenen böhmischen Gesandten [Delphin von Haugwitz]. Sie beabsichtigen, beim Schwäbischen Bund auf die Festsetzung der bereits bewilligten Hilfe gegen Heinrich von Guttenstein zu drängen. Die Nürnberger Gesandten in Worms erhielten deshalb Weisung, beim Städtehauptmann [Matthäus Neithart] die Einberufung eines Bundestages zu beantragen [Nr. 469, Pkt. 1]. Jetzt wäre ihres Erachtens der richtige Zeitpunkt, um loszuschlagen. Vor kurzem waren Gesandte des Bundes beim Ks., um dessen Haltung bezüglich der Nürnberg zugesagten Hilfe zu erkunden und sein Einverständnis zur Exekution gegen Guttenstein zu erwirken. Der Ks. hat ihren Informationen zufolge seine vollkommene Zustimmung bekundet und jede nur mögliche Hilfe bei der Ausrottung des adligen Räuberunwesens in Aussicht gestellt. Doch werden die Bundesstände ihrer Befürchtung nach hinhaltend agieren. Einige Bundesmitglieder haben sich vernehmen lassen, nicht gleichzeitig Hilfe gegen Guttenstein und für den Ks. leisten zu können. Er, Topler, soll deshalb den Ks. streng vertraulich über den Vortrag des böhmischen Gesandten in Nürnberg informieren und ihn bitten, den böhmischen Kg. schriftlich, sofern dies nicht bereits geschehen ist, zur Umsetzung seiner Pläne aufzufordern: Guttenstein habe sich zwar als Untertan von Ks. und Reich und nicht etwa Böhmens bezeichnet, doch könne er, der Ks., hier nur gemeinsam mit der böhmischen Krone agieren. Er bitte deshalb, Guttenstein zur Einhaltung des Landfriedens zu veranlassen und ihn zu bestrafen. Des Weiteren könnte der Ks. den Schwäbischen Bund auffordern, ohne weiteren Verzug die Bemessung der zugesagten Bundeshilfe durchzuführen. Da der Bund ihn um seinen Rat gebeten hat, hätte er zu diesem Schritt den Anlass und die Berechtigung.

    ŠBestätigen den Eingang seines durch den Nürnberger Boten Erhard Goller überbrachten Erklärung für die Verzögerung seines Aufenthalts in Worms1. Jörg Holzschuher hatte sie nach seiner Rückkehr bereits über die Gründe informiert. Sie müssen es darauf beruhen lassen. Bitten ihn aber, so rasch, wie dies möglich ist, ohne die ksl. Ungnade gewärtigen zu müssen, aus Worms abzureisen und ihre Aufträge auszuführen.

    «Nr. 471 Weisung des Nürnberger Rates an Kaspar Nützel – Nürnberg, 7. Juni 1509 »

    [1.] Verhandlungen über eine Einung Nürnbergs mit den Bff. von Würzburg und Eichstätt; [2.] Verhandlungen mit dem Schwäbischen Bundeshauptmann Matthäus Neithart wegen der Bundeshilfe gegen Heinrich von Guttenstein; [3.] Widerstand der Verbündeten im Landshuter Erbfolgekrieg gegen die Reichsbelehnung Kf. Ludwigs von der Pfalz.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 45’–46’ (Kop., donerstag unsers Hern leichsnamstag).

    [1.] Sie haben am Vortag [6.6.] durch Sebald Rauscher seinen Bericht über seine Verhandlungen mit dem Bf. von Würzburg und dem Hauptmann der Schwäbischen Bundesstädte [Matthäus Neithart] nebst Mitteilungen über die Angelegenheiten des Reiches und über andere Vorgänge erhalten.1Bereits am Dienstag [5.6.] wurde der Bote Jakob Spensetzer mit einer Weisung [Nr. 469] abgefertigt, die ihm also in Kürze zugehen wird. Was seinen jetzigen Bericht angeht, so finden seine Verhandlungen mit Würzburg ihre Zustimmung. Er soll die weitere Erklärung des Bf. abwarten. Falls er selbst Änderungen am Einungsentwurf für erforderlich hält, geben sie ihm freie Hand. Sie erwarten hingegen keine gravierenden Änderungsvorschläge seiner Verhandlungspartner. Den Bff. von Würzburg und Eichstätt ging der Entwurf schon vor geraumer Zeit zu und die bei den Verhandlungen in Haßfurt durch Peter von Aufseß vorgenommenen Ergänzungen hat Nürnberg bereits gebilligt.2

    [2.] Übersenden ihm beiliegend ein Schreiben an den Bundeshauptmann mit der Meldung über die Gefangennahme Wolf Stromers und mit der Bitte um Einberufung eines Bundestages zur Regelung der bereits zugesagten Bundeshilfe.3Er soll Šdas Schreiben durch einen mündlichen Vortrag unterstützen. Sie erwarten, dass der böhmische Kg. eine Gesandtschaft zu diesem Bundestag abordnen oder zumindest ein Schreiben schicken wird. Sie werden, wie gegenüber [dem böhmischen Gesandten Delphin von] Haugwitz (Haubicz)zugesagt, den Kg.über den Bundestag informieren, sobald er ausgeschrieben wird. Falls der Bundestag die Bereitstellung der Hilfe verweigern oder weiterhin verzögern sollte, wären sie auch mit dem vom Bundeshauptmann gemachten Vorschlag einverstanden, dann diß volk will nit zu yeder zeyt gepeten sein, sonder es muß auch, so es die notdurft gibt, ye beyweyln mit scherpf angetast werden. Sollte jedoch Ulm ein ernsthaftes Interesse haben, sind sie zuversichtlich, die Verhandlungen mithilfe des Hauptmanns erfolgreich abzuschließen.

    [3.] Wir haben auch gern gehort, das sich unser gn. herr von Wirtenberg sampt der andern verwanten des beirischen kriegs potschaft wider des pfalzgraven begern und anbringen [Nrr. 260, Pkt. 6; 261, Pkt. 4; 314] so tapferlich haben geschickt [Nrr. 312f., 315], ungezweyfelt, das solchs uns allen zu gutem erschissen und des pfalzgrafen [Kf. Ludwigs] vorhabend begern lamen werd.Übersenden ihm beiliegend ein Vidimus der kgl. Verschreibungen4, woraus zu entnehmen ist, dass es sich anders verhält, als dies zum Nachteil Nürnbergs dargestellt wird, da die Übereignung sich nicht allein auf den alten Pfgf.[Kf. Philipp], sondern auch auf dessen Erben erstreckt. Überdies enthalten die Dokumente mehr Sicherungsklauseln als andere Verschreibungen. Er kann davon bei Bedarf Gebrauch machen.

    «Nr. 472 Schreiben des Nürnberger Rates an Dr. Johann Rehlinger – Nürnberg, 20. Juni 1509 »

    Mitteilung über Vorgänge in Worms im Zusammenhang mit dem Reichskammergericht.

    ŠNürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 61’–62 (Kop., mitwoch nach sant Veits tag).

    Aufgrund seiner Anfrage haben sie ihren Gesandten auf dem Wormser Reichstag befohlen, Erkundigungen über die Verhandlungen bezüglich des Kammergerichts anzustellen [Nr. 467, Pkt. 3]. Sie haben von diesen aber keine berichtenswerten Informationen erhalten. Nach ihrer Rückkehr haben die Gesandten allerdings mitgeteilt, dass am mitwoch vor sant Veits tag, den 13. Juni nechstverschinen, zu Wormbs durch unsern gn. hern, graf Adolfen von Nassau, als verordenten ksl. camerrichter mit den beysitzern, sovil der gegenwurtig gewest, gericht gehalten, aber nichzit gehandelt sey, dann das die Venediger auf anrufen und von wegen der herrn von Bern [= Johann d. Ä. und Johann d. J. von der Leiter, Hh. zu Verona und Vicenza] in des Heyligen Reichs acht offenlich erkannt worden [Nr. 301]. Und darauf ein gemein red erschallen, nachdem die geprechen und irrung zwischen u[nserem] gn. hern, dem bischof, und stat Wormbs endlich verfast und sich des außtrags in kurz zu verhoffen1 sey, werden alsdann die camergericht gewißlich angeen und in der stat Wormbs gehalten. [Schlussfloskel, Datum.].

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/II5/pages

    Anmerkungen

    1
     In einem entsprechenden Entwurf waren der oberste Feldhauptmann der Gft. Tirol, Hans Kaspar von Laubenberg, und der Hauptmann von Kufstein, Degen Fuchs von Fuchsberg, als Adressaten vorgesehen. Demnach sollte sich die beiden Räte nach Abschluss des vorderösterreichischen Landtages in Ensisheim unverzüglich zum RT verfügen. Der Ks. betonte außerdem den Nutzen der RT-Verhandlungen für die Erblande. Ihre Unkosten sollten ihnen durch das Innsbrucker Regiment erstattet werden (undat. Konz., jedoch wohl 24.4.1509; TLA Innsbruck, Maximiliana XIV/38, Fasz. 2f, fol. 275). Ein sinngemäß übereinstimmendes Konzept weist außerdem den ksl. Hofkanzler Konrad Stürtzel als vorgesehenen Adressaten aus. Darin versicherte Maximilian: Und daz wir dein bisher verschont und dich on sonder not nit muen haben wellen, welche not dann yeczo nit klain vor augen ist. Zugleich sagte der Ks. Stürtzel verbindlich die Bezahlung seiner Unkosten zu (ebd., fol. 274’). Offenbar war man am ksl. Hof von Stürtzels Tod am 2.3. (Arnold, Stürtzel, S. 57; Rannacher, Stürtzel, S. 173) zu diesem Zeitpunkt noch nicht unterrichtet. Indessen gingen die Schreiben wohl ohnehin nicht aus. Auf allen Exemplaren fehlt der übliche Expeditum-Vermerk. Zwar waren Rorbach, Laubenberg und Fuchs in der Instruktion vom 8.5. [Nr. 267, Pkt. 1] noch als ksl. Vertreter mitaufgeführt, gemäß ihrer Instruktion vom 21.5. sollten die anwesenden RT-Kommissare jedoch das Fernbleiben Rorbachs, Zollerns und Stürtzels entschuldigen [Nr. 271, Pkt. 7]. Die Annahme, Gf. Eitelfriedrich habe gemeinsam mit seinem Sohn Wolfgang am RT teilgenommen (Dressel, Graf, S. 141, aufgrund einer unveröffentlichten Grazer Zulassungsarbeit), ist demzufolge irrig.
    1
     Liegt nicht vor. Vgl. jedoch Nr. 93.
    2
     Vgl. Nr. 271 [Pkt. 12].
    1
     Gemeint ist wahrscheinlich der ksl. Sekretär Agostino Somenza.
    1
     Vgl. dazu Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 938, S. 1321f.; Toifl, Friede, S. 254.
    1
     Vgl. zu den Verhandlungen Nrr. 438 [Pkt. 2], 441 [Pkt. 3], 442 [Pkt. 1], 451 [Pkt. 2], 452 [Pkt. 1].
    2
     Im ersten Schreiben unterrichtete Ks. Maximilian Poltz über seine Abreise aus Worms und die Anweisungen an Mosbach. Poltz sollte das Geld an die in seiner Begleitung befindliche [Anna oder Jennifer; Weiss, Kaiserin, S. 143f., 186, 189f.; Unterholzner, Bianca, S. 218] von der Wisch übergeben und gemeinsam mit ihr zuerst nach Ulm und dann an den Hof der röm. Kgin.[auch nach der Kaiserproklamation von Trient der offizielle Titel Bianca Marias; Weiss, ebd., S. 130] weiterreisen (Konz. mit ex.-Verm., Datumverm.Ut supra[= Bruchsal, 28.4.1509]; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 94). Das zweite Schreiben betraf vermutlich die Übersiedlung Poltzs von Innsbruck nach Wien. Jedenfalls datiert vom 20.4. ein Pass für Poltz über den zollfreien Transport seines Hausrats und seiner Kleider auf dieser Strecke (Notiz; TLA Innsbruck, Oberösterr. Kammer-Kopialbücher, Entbieten 1509, fol. 206). Am 20.7. wies das Innsbrucker Regiment die Raitkammer an, Poltz (erneut) einen Zollbrief für den Transport nach Wien auszustellen (Kop., Unterz. Hans Kantz in Vertretung Dr. Matthias Khuens; ebd., fol. 365’).
    1
     Quittung Ks. Maximilians für Gf. Johann Ludwig über die Reichshilfen von Köln und Konstanz, Vaihingen, 29.4.1509 (Konz.; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 96. Kop. mit imit. Verm. amdip. und Gegenz. Serntein; HStA Wiesbaden, Abt. 131, IV a, Nr. 13, unfol.Wenko, Maximilian, S. 184).
    2
     Vgl. Heil, RTA-MR VIII/2, Nr. 939, S. 1416; RTA-MR IX/2, Nr. 902, S. 1265.
    1
     Die ksl. Kommission überschnitt sich mit Vermittlungsverhandlungen der Regierungen in Ensisheim und Innsbruck, die tatsächlich eine gütliche Einigung zwischen den Rheingff. und Rockenhäuser (Reckenhußer)zustande brachten. Dieser wurde daraufhin gegen Leistung der Urfehde aus der Haft entlassen. Die Rheingff. erhoben nach ihrer Informierung über die ksl. Kommission und dem Eingang einer Zitation Beschwerde beim vorderösterreichischen Regiment. Dieses wandte sich nach einer erfolglosen Intervention bei den ksl. Stellvertretern in Worms an die Tiroler Regierung, um den Ks. zur Aufhebung der Kommission zu veranlassen. Auf Bitte der Rheingff. sollte der Ks. außerdem dem Pfgf.– gemeint ist Kf. Ludwig von der Pfalz, der gemäß einem von seinem Vater Kf. Philipp am 28.5.1482 mit Mgf. Christoph von Baden geschlossenen Vertrag über die Trennung des gesamt-sponheimischen Lehenhofes (Or. m. 2 Ss.; LHA Koblenz, Best. 33, Rgft. Sponheim Urkunden, Nr. 16423; Druck: Günther, Codex IV, Nr. 359, S. 657–661. Vgl. Stromberg, Antiquarius, S. 128; Dotzauer, Kondominium, S. 118 Anm. 2) Lehnsherr Rockenhäusers war – unter Hinweis auf die gütliche Einigung befehlen, in dieser Angelegenheit nicht länger gegen die Rheingff. vorzugehen (Regiment zu Ensisheim an Regiment zu Innsbruck, Or., mitwoch v[igil]ia corporis Cristi[6.6.]1509; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 4, fol. 23–23’, 24’).
    1
     Vgl. Nrr. 381f.
    1
     Demnach war ein Ausgleich zwischen Bf., Stiftsklerus und Bürgerschaft die Bedingung für die Verlegung des RKG nach Worms (Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 24; Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, hier S. 534).
    2
     = bas: besser (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch III, Sp. 58–61).
    3
     Bezieht sich auf die von Mai 1497 bis Okt. 1499 dauernde erste Wormser Sitzungsperiode des RKG (Hausmann, Residenzen, S. 149f.).
    1
     Ein diesbezüglicher RT-Beschluss oder auch ein förmlicher Vertrag zwischen Ks. Maximilian und Kf. Friedrich über das Reichsstatthalteramt existierte nicht. Gemeint sind vielmehr die beiden im Anschluss an den Konstanzer RT ergangenen Mandate Kg. Maximilians vom 3. und 8.8.1507 über die Befugnisse des Reichsstatthalters sowie seine Verschreibung vom 8.8. hinsichtlich des kursächsischen Reichsvikariats (Heil, RTA-MR IX/2, Nrr. 733735, S. 1119–1122).
    2
     Zur Reaktion Kf. Friedrichs vgl. Nr. 424 [Pkt. 4].
    1
     Liegt nicht vor, sofern nicht Nr. 268 gemeint sein sollte. Der Bericht der Kommissare vom 16.5. [Nr. 398, Pkt. 1] legt aber nahe, dass dieser Auszug von Nr. 267 erst in Worms erstellt wurde.
    1
     Präs. Worms, 22.5. [wie Nr. 272].
    2
     Bannbulle Papst Julius’ II. gegen Venedig, Rom, 27.4.1509 [Nachweise siehe Nr. 261, S. 387, Anm. 11].
    1
     Das Schreiben erreichte die ksl. RT-Kommissare am 22.5. in Worms und wurde von diesen am gleichen Tag den Reichsständen vorgelegt [Nrr. 261, Pkt. 11 – Zum vierten … geantwurt werd; 262, Pkt. 2 – Darnach eyn ksl.… lassen; 400, Pkt. 1].
    1
     Präs. Worms, 22.5. [wie Nr. 394].
    1
     Präs. Worms, 22.5. [wie Nr. 394].
    2
     Bei dem mitgeschickten Schriftstück (undat. Kop.; HStA München, KÄA 1242, fol. 24) handelt es sich um den einschlägigen Abschnitt des für die Verhandlungen mit Ks. Maximilian erstellten Memorials Hg. Wilhelms [Nr. 146, Pkt. 11].
    1
     Das Schreiben wurde den ksl. Kommissaren in Worms am 22.5. zugestellt und von diesen am gleichen Tag den Reichsständen vorgelegt [Nrr. 261, Pkt. 11; 400, Pkt. 1].
    2
     Es handelte sich um Bartolomeo d’Alviano (Guicciardini, Beschreibung, pag. CLXXII’; Desjardins, Négociations II, S. 325f.; Zurita, Historia IV, S. 383; Gagliardi, Anteil, S. 804; Pasero, Francia, S. 27f.; Lenci, Agnadello, S. 110).
    3
     Der florentinische Gesandte in Mailand, Francesco Pandolfini, schätzte die Zahl der venezianischen Gefallenen ebenfalls auf mindestens 3000–4000 Mann (Desjardins, Négociations II, Nr. XVII, S. 330). Vgl. Bridge, History IV, S. 33f.
    4
     Liegt nicht vor. Auch gegenüber Pandolfini veranschlagten Kg. Ludwig und der Kardinal von Rouen die Zahl der getöteten Feinde auf bis zu 14 000 Mann (Desjardins, Négociations II, Nr. XVII, S. 330). In einer Zeitung Jakob Fuggers vom 1.6. wird die Zahl sämtlicher Gefallenen in dieser Höhe veranschlagt, davon 3000 Franzosen (Kop.; HStA München, KÄA 3137, fol. 146–146’).
    5
     Laut Pandolfini waren es lediglich 28 Geschütze (Desjardins, Négociations II, Nr. XVII, S. 330, S. 331). Jakob Fugger (wie Anm. 4) bestätigte die von französischer Seite angegebene Zahl.
    6
     Die ksl. Hofräte in Kaufbeuren übersandten gemäß ksl. Befehl den RT-Kommissaren am 20.5. die dem Ks. am Vortag zugegangenen neuen Zeitungen mit der Anweisung, sie den Reichsständen vorzutragen, damit sie unser partyen glück und syg, der sich dardurch ksl. Mt. halber, ob Got will, hinfur mehren soll, wissen mogen(Konz. Kaufbeuren; TLA Innsbruck, Maximiliana XIV (1509), fol. 75).
    1
     Gemeint ist zweifellos Nr. 399. Ebenfalls an die Stände weitergeleitet wurden zwei Aufzeichnungen über die Absageerklärungen des obersten frz. Herolds, genannt Montjoie (Scheller, Union, S. 212f.), an die Stadt Cremona vom 14.4. (dt. Kop.; StA Bamberg, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 195–195’; StA Marburg, Urk. 95, Nr. 497, [fol. 1–2]; AV Straßburg, AA 329, fol. 21–21’. Frz. Druck: Marot, Voyage, S. 54f.) und an den Rat der Zehn von Venedig vom 17.4. mit der Erwiderung des Dogen Leonardo Loredan darauf (dt. Kop.; StA Bamberg, ebd., fol. 196–196’, 197–198; StA Marburg, ebd., [fol. 2–4’]; AV Straßburg, ebd., fol. 22–23, 23–24. Frz. Druck: Marot, ebd., S. 56f., 58f. Frz. Druck des den beiden Aufzeichnungen zugrundeliegenden Berichts Montjoies und der Antwort des Dogen: Léonard, Recueil II, S. 70–73; 73f. Vgl. Sanuto, Diarii VIII, Sp. 95f.; Desjardins, Négociations II, S. 298, 308; Guicciardini, Beschreibung, fol. CLXXI-CLXXII’) sowie um einen Bericht über die frz. Kriegserklärung an Venedig, die Antwort Loredans, Kriegsereignisse ab dem 17.4., die Verhängung des Interdikts über Venedig und den Einzug Kg. Ludwigs von Frankreich in Mailand am 1.5. (dt. Kop.; HStA Weimar, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 48–48’). Der – wohl von Nürnberg weitergeleitete (Westphal, Korrespondenz, Nr. 133, S. 350) – Bericht erreichte Kf. Friedrich von Sachsen laut Schreiben an Lgf. Wilhelm von Hessen am 16.5. in Marburg. Demnach hatte der Ks. die Übersendung der vom Französischen in das Deutsche übersetzten Zeitung an den Ebf. von Trier nach Worms veranlasst und um Mitteilung an die Stände gebeten (eigh. Or. m. Siegelrest, mittwoch in der creuzewochen; Postverm.: Zu seiner lieb handen; StA Marburg, Best. 2, Nr. 296, fol. 142–142’).
    1
     Neben der von Christian selbst gebrauchten Schreibweise Endres Kristanweisen Fellner(Zentralverwaltung I/2, S. 142) und Moser(Kanzlei I, S. 43) außerdem die Variante Andre Cristiannach. Gänser(Stellung, S. 208) modernisiert sie zu Andre Christian.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Vgl. Nr. 161. Hg. Ulrich hatte ungeachtet der ksl. Initiative die Verhandlungen mit den Eidgenossen fortgesetzt. Am 23.2. ordnete er auf Einladung Zürichs Hans Kaspar von Bubenhofen und Rudolf von Ehingen als Gesandte zu Verhandlungen über die Bündnisverlängerung mit den dort versammelten Eidgenossen ab (Hg. Ulrich an Bubenhofen, Or., Mathisabent, HStA Stuttgart, A 121, Bü. 8, unfol.). Eine Mehrheit der Orte sprach sich zwar für die Fortsetzung des Bündnisses aus, beschloss aber mit einer entsprechenden Empfehlung eine nochmalige Beratung durch die einzelnen Kantone. Die nächste Tagsatzung Ende März sollte dann eine verbindliche Entscheidung herbeiführen (Eidgenössischer Abschied, nach dem 4.3.1509; Kop., angefangen auf reminiscere; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 2, fol. 93–95. Druck: Eidgenössische Abschiede III/2, Nr. 320, S. 446, Pkt. b). Der Abschied veranlasste das Innsbrucker Regiment, Ks. Maximilian eine erneute Intervention gegen die Fortsetzung der Verhandlungen zu empfehlen (undat. Vermerk; ebd., fol. 96’). Tatsächlich richtete der Ks. an die Mitte April in Luzern versammelten Eidgenossen eine entsprechende Aufforderung (Köln, 10.4.1509; Druck: Eidgenössische Abschiede III/2, S. 454 Anm. zu d) – vergeblich. Am 31.5. wurde den württembergischen Gesandten auf der Züricher Tagsatzung der Entwurf für die Verlängerung des am 13.5.1500 geschlossenen Einungsvertrages (zeitgenössischer Druck: HStA Stuttgart, A 602, Nr. 14953. Druck: Eidgenössische Abschiede III/2, Beil. Nr. 2 B, S. 1283–1285; Fäsi, Beyträge, S. 170–174) mit den Kantonen Zürich, Bern, Basel, Freiburg, Solothurn, Schaffhausen, Stadt St. Gallen sowie Appenzell zur Ratifikation durch Hg. Ulrich vorgelegt. Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Glarus und dem Abt von St. Gallen blieb ein späterer Beitritt freigestellt (Reinkonz., dornstag in der pfingstwochen; HStA Stuttgart, A 76, Bü. 1, Stück-Nr. 6). Am 31.7. schließlich wurde die zwölfjährige Einung von 1500 vorzeitig um weitere zwölf Jahre mit Zürich, Bern, Zug, Basel, Freiburg, Solothurn, Schaffhausen, Abt Franz von St. Gallen, der Stadt St. Gallen und Appenzell verlängert (Or. Perg. m. 11 Ss.; HStA Stuttgart, A 76, U 1. Druck: Eidgenössische Abschiede III/2, Beilage Nr. 15, S. 1332f.; Zellweger, Geschichte II/2, Nr. DCLIII, S. 434–440). Vgl. Feyler, Beziehungen, S. 22–26.
    3
     = freidig: flüchtig, frech, wild (Grimm, Deutsches Wörterbuch IV, Sp. 102; Deutsches Rechtswörterbuch III, Sp. 720).
    1
     Dieses Datum wird in allen vorliegenden Abschriften angegeben, ist aber nicht mit dem Ausstellungsort in Einklang zu bringen. Ks. Maximilian hielt sich am 25.5. in Nesselwang auf und traf erst am 31.5. in Innsbruck ein (Wenko, Kaiser, S. 269f.). Auffällig ist zudem die lange Übermittlungsdauer. Das Schreiben wurde den ksl. Räten in Worms zusammen mit den Weisungen vom 2. und 3.6. erst am 7.6. zwischen 11 und 12 Uhr zugestellt. Die RT-Kommissare trugen es dann am gleichen Tag zwischen 13 und 14 Uhr den versammelten Reichsständen vor [Nrr. 261, Pkt. 23; 416, Pkt. 1]. Eine mögliche Erklärung wäre, dass das Schreiben zwar am 25.5. entworfen, jedoch erst am 31.5. oder kurz danach in Innsbruck ausgefertigt und die Datumsangabe des Konzepts irrtümlich übernommen wurde.
    2
     Laut Vertrag von Cambrai waren für Frankreich Brescia, Crema, Bergamo, Cremona sowie Gera d’Adda, allgemein alle von Venedig besetzten, ehedem mailändischen Gebiete vorgesehen (Druck: Lünig, Reichsarchiv VI (part. spec. cont. I), Nr. LVII, S. 128–131, hier 129; Léonard, Recueil II, S. 58–63, hier 59; DuMont, Corps IV/1, Nr. LII, S. 113–116, hier 114; Mariño/Moran, Tratados III/1, Nr. 10 bis, S. 202–214, hier 208f. Vgl. Skriwan, Kaiser, S. 116f.; Wenko, Kaiser, S. 13f.; Mallett/Hale, Organization, S. 221).
    3
     Für Ks. Maximilian waren vertragsgemäß als Eroberungsziele definiert: Rovereto, Verona, Padua, Vicenza, Treviso, Friaul, das Patriarchat von Aquileia, die von Venedig während des Krieges von 1508 eroberten erbländischen Besitzungen sowie allgemein alle von Venedig widerrechtlich besetzten Gebiete des Hl. Röm. Reiches und des Hauses Österreich [Nachweise siehe Anm. 2].
    4
     Das zitierte Schreiben des frz. Kg. liegt nicht vor. Allerdings hatten sich die Gesandten Kg. Ludwigs von Frankreich und Kg. Ferdinands von Spanien gegenüber Paul von Liechtenstein in Augsburg über die Verzögerung des ksl. Angriffes auf Venedig beschwert und ließen Ks. Maximilian durch den Innsbrucker Marschall auffordern, so rasch wie möglich nach Tirol zu reisen. Liechtenstein selbst drängte ebenfalls, die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen (eigh. Or. Augsburg, 12.5.1509; TLA Innsbruck, Maximiliana I/44/6, fol. 15–15’). Dem Innsbrucker Marschall war auch aus eigenem Interesse an einem Erfolg der Reichshilfe-Verhandlungen auf dem Wormser RT gelegen: Am 29.5. stellte er Kaspar von Winzer für den bevorstehenden Feldzug gegen Venedig einen Bestallungsbrief über 70 Reiter aus. Die Bezahlung für einen Monat in Höhe von 700 fl.übernahm Liechtenstein. Er wies das Geld durch einen von Jakob Fugger ausgestellten Wechsel an. Falls der Wormser RT eine Reichshilfe bewilligen würde, sollte Hg. Wilhelm von Bayern mit seinem Anteil daran die Besoldung des Reiterkontingents übernehmen und Liechtenstein entlasten (Or. m. S., Innsbruck; TLA Innsbruck, Maximiliana I/44/7, fol. 52–52’. Mader, Liechtenstein, S. 108; Wenko, Maximilian, S. 188). – Der Fugger-Faktor in Innsbruck, Wendel Iphofer, gab dem Ks. mit Schreiben vom 21.5. Informationen seines Mailänder Kollegen Hans Kohler weiter: Dieser hatte die Niederlage der Venezianer bei Agnadello gemeldet und angegeben, dass das venezianische Heer viele Fußsoldaten verloren habe und zerschlagen worden sei. Bartolomeo [d’Alviano] und zwei andere führende Kommandeure seien gefangengenommen worden. Am Tag nach der Schlacht habe Kg. Ludwig zudem Caravaggio (Charawaczo)erobert. Einer der mit dem Verhör Alvianos beauftragten frz. Generäle kolportierte gegenüber Kohler provozierende Äußerungen. Demnach bezweifelte der Venezianer einen militärischen Erfolg Ks. Maximilians, weitere Eroberungen traute er allenfalls dem frz. Kg. zu. Laut Kohler hatte Alviano Fahnen mitgeführt, die den ksl. Adler zu Füßen des Löwen von San Marco zeigten – zu verachtung e. ksl. Mt.Er empfahl, den frz. Kg. um die Aushändigung dieser im Mailänder Dom aufgehängten Fahnen zu bitten. Überdies hielt er es für ratsam, die Achterklärung gegen Venedig auch in der Lombardei zu publizieren und den frz. Kg. schriftlich zu deren Umsetzung aufzufordern (Or. Innsbruck; TLA Innsbruck, Maximiliana I/44/6, fol. 47–47’).
    1
     Nr. 266 [Pkt. 4, fol. 75 – Und daß seiner … die groß notturft.].
    2
     Die Identifizierung ergibt sich eindeutig aus einem Schreiben Hg. Erichs an Ebf. Ernst von Magdeburg mit der Bitte, ihm für die angeworbene Truppe zum 3.6. (sontag trinitatis)noch drei Trompeter nach Münden zu schicken (Mundum mit Korrekturen, Gegenz. M. Tenglinger, Calenberg, freytag nach dem sontag cantate[11.5.]1509; HStA Hannover, Cal. Br. 22, Nr. 331, fol. 67–67’).
    1
     Gemeint sind die Teilherzogtümer Bayern-München, Bayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt.
    2
     Die Beilage liegt nicht vor. Es handelte sich um eine Abschrift von Nr. 391 [Pkt. 3/5].
    3
     Die Beilage liegt nicht vor. Die Instruktion vom 8.5. [Nr. 267] enthält diesbezüglich keine Bestimmungen. Gemeint ist wohl Nr. 266 [Pkt. 4, fol. 75 – Und daß seiner … die groß notturft.].
    1
     Schreibfehler; richtig: Thun.
    1
     Präs. Innsbruck, vermutlich am 3.6., dem Ausstellungsdatum der ksl. Antwort [Nr. 411].
    1
     Den ksl. Kommissaren in Worms am 7.6. zwischen 11 und 12 Uhr zugestellt und von diesen am gleichen Tag zwischen 13 und 14 Uhr den versammelten Reichsständen vorgetragen [Nrr. 259, Pkt. 25; 261, Pkt. 23; 416, Pkt. 1]. Auf dem Münchener (KÄA) und dem Stuttgarter Exemplar befinden sich Vermerke über die Verlesung am 7.6. (in die corporis Christi).
    2
     Vgl. zu diesem Konflikt auf den maximilianeischen Reichsversammlungen seit 1495 Willich, Rangstreit, S. 34–44, 51–85.
    1
     Den ksl. Kommissaren in Worms am 7.6. zwischen 11 und 12 Uhr zugestellt und von diesen am gleichen Tag zwischen 13 und 14 Uhr den versammelten Reichsständen vorgetragen [Nrr. 259, Pkt. 25; 261, Pkt. 23; 416, Pkt. 1].
    2
     Eine solche Zusage geht weder aus den Verhandlungsakten (z. B. Resolution der Stände vom 15.7.1507; Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 194, S. 402, Pkt. M) noch dem Abschied des Konstanzer RT (ebd., Nr. 268, S. 529 Pkt. 13) hervor. Vielmehr wollten die Stände jede weitergehende Verpflichtung vermeiden.
    3
     Die Reichsstände hatten, ungeachtet gezielter kgl. Einwirkungsversuche auf die Kff., auf dem Freiburger RT (1497/98) gegen die Pläne Maximilians für einen Angriff auf Frankreich opponiert und waren für die Sicherung Reichsitaliens auf dem Verhandlungsweg eingetreten. Vgl. Gollwitzer, RTA-MR VI, S. 607–750 passim; Schröcker, Unio, S. 273–284, 386f.; Wiesflecker, Maximilian II, S. 130–135, 285–299.
    1
     Präs. Worms, 7.6.1509 [wie Nr. 411].
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Vgl. Nr. 411 [Pkt. 9].
    4
     Die beigefügten Schreiben liegen nicht vor.
    1
     Am 24.6. untersagte Ks. Maximilian nach Intervention Mgf. Christophs von Baden (dessen Instruktion für Konrad Mangold, undat. Kop.; TLA Innsbruck, Maximiliana XIV, Kart. 39, Fasz. 5a2, fol. 85–86) Johann V. von Kriechingen in seinem Rechtsstreit mit Baden um die Hft. Püttlingen (Puttingen)– eine Hälfte der konfiszierten Hft. war am 15.3.1508 durch den Rat von Mecheln Kriechingen zugesprochen worden – unter Androhung einer Strafe von 50 Mark lötigen Goldes die Fortsetzung des Verfahrens vor dem Hohen Rat von Brabant. In einem früheren Mandat hatte er ihm bereits geboten, den noch von seinem Vater [Johann IV.] am Rittergericht zu Luxemburg angestrengten Prozess einzustellen und seinen Anspruch vor ihm, dem Ks., zu klären (Konz. mit ex.-Verm., Trient; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 4, fol. 69–69’; Toifl, Friede, S. 265). Der ksl. Reichsfiskal Christoph Moeller wurde darüber informiert und erhielt für den Fall der Missachtung des Mandats Weisung, auf Klage Mgf. Christophs hin Kriechingen vor das RKG zu zitieren (Konz. mit ex.-Verm., Trient, 26.6.1509; ebd., fol. 71. Wenko, Kaiser, S. 239). Vgl. Chatelain, Histoire, S. 120–122.
    1
     In der Vorlage irrtümlich: vermerken.
    1
     Es handelte sich um ein Schreiben Papst Julius’ II. an Ks. Maximilian, worin er die Bestätigung des am 26.3.1507 zum Koadjutor von Fulda gewählten Hartmann von Kirchberg avisierte und bat, diesen ggf. zu unterstützen und den Schutz des Klosters zu gewährleisten (lat. Or. Perg. m. Bleibulle, Rom, 5.3.1509; StA Marburg, Best. Urk. 75, Nr. 1407), sowie um vier päpstliche Urkunden im Zusammenhang mit dieser Ernennung (jew. lat. Or. Perg. m. Bleibulle, Rom, 5.3.1509; ebd., Nrr. 1403–1406 [auch Online-Ressource]. Vgl. Breul-Kunkel, Herrschaftskrisen, S. 94 Anm. 144). Da die Originale in der Fuldaer Überlieferung verblieben sind, wurden dem Ks. offenbar lediglich Abschriften zugesandt.
    2
     Vgl. Nr. 120, S. 261, Anm. 3.
    3
     Liegt nicht vor. Gf. Balthasar hatte am 29.8.1508 den zwischen Neukenroth und Neuhaus gelegenen Reichshof Eindorf an Bf. Georg von Bamberg veräußert. Ks. Maximilian bestätigte den Verkauf am 16.5.1510 (Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 328; Jäck, Jahrbücher II, S. 225; Looshorn, Geschichte IV, S. 471).
    4
     Gemeint sind Hans Melchior von Rosenberg und Kilian Brudersohn, die mit ihren Unterstützern die Stadt unpillicher weysebefehdeten. Anfang Mai übersandte Rothenburg zumindest den Schwäbischen Bundesstädten eine Aufzeichnung über die Hintergründe der Fehde mit der Bitte um deren Veröffentlichung (Or., sambstags nach invencionis crucis [5.5.]1509, Adressat: Esslingen; HStA Stuttgart, H 53, Bü. 107, Fasz. 10, unfol.; StdA Augsburg, Lit. 1509, Fasz. Mai, unfol. Regest: Rauch, Urkundenbuch III, Nr. 2163, S. 237f. [2.5.1509; Adressat: Heilbronn]). Die in Druck gegangene Klageschrift Rothenburgs gegen Rosenberg und Brudersohn vom 4.4.1509 (UB Heidelberg, B 4716–50 Folio RES) wurde vermutlich auch auf dem Wormser RT vorgelegt. Vgl. zu dem Vorgang Borchardt, Institutionen I, S. 683f.; Schnurrer, Schreibstube, S. 93.
    1
     = Ungelegenheit, Mühe, Nachteil, Unkosten, Aufwand (Grimm, Deutsches Wörterbuch XI/3, Sp. 1415f.).
    2
     Da die Anwesenheit Ebf. Jakobs von Trier während der Schlussphase des RT im vorhergehenden Pkt. 2 vermerkt ist, wird dessen Vertreter im Ausschuss nicht eigens erwähnt.
    3
     Reichsanschläge zur Romzughilfe vom 21.7.1507 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 271, S. 557) und zur Finanzierung des RKG (Druck: ebd., Nr. 272, S. 572).
    4
     Hg. Ulrich hatte die gemäß Beschluss des Visitationstages von 1508 zu entrichtende zweite Rate des Kammerzielers in Höhe von 120 fl. (Kammergerichtliches Zahlungsmandat vom 7.12.1508; Abschrift vom 31.8.1564; GLA Karlsruhe, 67/894, fol. 553–554) in Ulm hinterlegt, für die Auszahlung an das RKG jedoch unter Berufung auf eine Bestimmung des Konstanzer RAb bezüglich eximierter Stände (Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, Art. 8) zur Bedingung gemacht, dass die Quittung nicht nur auf ihn und sein Hm., sondern auch auf die ihm schirmverwandten Klöster, namentlich Maulbronn und Königsbronn, zu lauten habe (Konz. Stuttgart, zinstags nach invocavit [27.2.]1509; HStA Stuttgart, A 41, Bü. 132, unfol. Kop.[vom 31.8.1564]; GLA Karlsruhe, 67/894, fol. 554’–555).
    5
     Tatsächlich quittierte der RKG-Advokat Dr. Wolfgang Rem als Bevollmächtigter der deputierten Einnehmer Dr. Simon von Reischach und Dr. Christoph Moeller (ksl. Fiskalprokurator) nach dem Empfang von 120 fl.über den vollständigen Beitrag Württembergs, Maulbronns und Königsbronns zum Kammerzieler (Kop.[Worms], aftermontag nach sanct Oswalds tag[7.8.]1509; HStA Stuttgart, A 495, Bü. 3, unfol.). Vgl. zu den weiteren Verhandlungen wegen der Exemtion der beiden Klöster auf dem Augsburger RT von 1510: Ohr/Kober, Landtagsakten, S. 117 Anm. 1; Steinhofer, Ehre III, S. 946f.
    6
     Der nicht überlieferte Vertrag hatte anscheinend keinen Bestand. Stattdessen sollte Mgf. Kasimir von Brandenburg als Obmann auf einem für den 14.1.1510 anberaumten Rechtstag eine Einigung herbeiführen (Rothenburg an Heilbronn, 26.12.1509; Rauch, Urkundenbuch III, S. 237 Anm. a).
    7
     Über diese angebliche Zusage liegen sonst keine Unterlagen vor. Auch in seinem unter anderem auf Quedlinburg bezüglichen Beschwerdeschreiben an Kg. Maximilian vom 21.2.1508 (Regest: Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 840, S. 1207f.) erwähnte Hg. Georg davon nichts.
    1
     Die Empfangsbestätigung für Ebf. Uriel von Mainz datiert ebenfalls vom 16.6. [Nr. 342, S. 548, Anm. 4].
    2
     Ks. Maximilian beauftragte das RKG am 7.8. mit einer Kommission für eine rechtliche Entscheidung über die Injurienklage Storchs gegen Dietrich. Das Gericht sollte in einem summarischen Verfahren eine endgültige Entscheidung treffen und den Parteien unter Androhung von Acht und Aberacht deren Umsetzung auferlegen (Ksl. Mandat an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau und die Beisitzer des RKG, Kop. mit ex.-Verm., Bassano; HHStA Wien, Maximiliana 21, Konv. 2, fol. 10–10’. Kop. mit ex.-Verm., Datum [6.8.] von anderer Hd. ergänzt; TLA Innsbruck, Maximiliana XIV (1509), fol. 92–93). Am gleichen Tag teilte der Ks. Dietrich mit, dass er dessen Vorgehensweise nicht dulden könne, da es sich bei seiner Forderung, den ausstehenden Sold von drei Jahren in Höhe von 600 fl., um ksl. Schulden handle. Er befahl ihm unter Androhung einer Strafe von 20 Mark lötigen Goldes, von weiterem Vorgehen gegen Storch abzusehen, der ksl. Deklaration nachzukommen und die Zahlung der geforderten Summe seitens Storchs abzuwarten. Überdies sollten alle von Dietrich erlangten Urteile für null und nichtig erklärt werden (Kop.; HHStA Wien, Maximiliana 21, Konv. 2, fol. 9–9’). Vgl. Wenko, Maximilian, S. 235f.; Toifl, Friede, S. 254–256; Erwin, Machtsprüche, S. 106; Wunderlich, Protokollbuch II, S. 995f.
    1
     Die Erhebung Sigmunds von Fraunberg und seiner Söhne Wolfgang und Lienhart in den erblichen Grafenstand am 31.5.1509 (Borch, Rechtsverhältnisse, S. 54; Münch, Haag II, S. 144; Riedenauer, Herzogtum, S. 642f.) war, abgesehen von den bisherigen Verdiensten des Frh., sicherlich auch als Erkenntlichkeit des Ks. für die Wahrnehmung des RT-Kommissariats zu verstehen. Laut eigenem Bekunden hatte der Ks. Sigmund während des Wormser RT außerdem die Reduzierung des Kammerzielers von 24 auf 18 fl. jährlich bewilligt (Register des RKG von 1518 über Zahlungen der Reichsstände seit 1507. Kop.; HHStA Wien, RK RKG-Visitationsakten, Nr. 315, Fasz. 2, fol. 2–26, hier 17).
    1
     Laut Schreiben Gf. Adolfs von Wiesbaden und Johann Storchs vom 21.6. [Nr. 486] ging ihnen die ksl. Resolution an diesem Tag zu.
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Gründungsurkunde Ks. Karls IV. für das Augustinerchorherrenstift in Nieder-Ingelheim vom 14.1.1354 (lat. Druck: Würdtwein, Monasticon II, Nr. XXXIV, S. 157–163; Gudenus, Codex III, Nr. CCLXIV, S. 377–379. Regest: Huber, Regesten, Nr. 1752, S. 140). Vgl. Schmitz, Pfalz, S. 368.
    4
     Ks. Maximilian verfügte erst am 9.6.1512 die Auszahlung der Ingelheim zustehenden Einkünfte aus der Landvogtei (Druck: Würdtwein, Monasticon II, Nr. LXIX, S. 255–258).
    5
     Vgl. Nrr. 123; 271, Pkt. 2.
    6
     Liegt nicht vor.
    7
     Erst am 2.4.1511 regelte Ks. Maximilian den Streit abschließend zugunsten der Stadt, der er unter Aufhebung des Privilegs seines Vaters [vom 20.9.1475] für zwölf Jahre das exklusive Schankrecht konzedierte (Kop. Straßburg, imit. Gegenz. N. Ziegler; UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 491, fol. 351–352).
    8
     Liegt nicht vor. Es ging um einen Rechtsstreit wegen des Erbes des Jost Fuß zu Gelnhausen zwischen Fischborn auf der einen und Reinhard von Boyneburg sowie Agnes und Tiburtius von Lauter auf der anderen Seite (Hörner/Ksoll-Marcon, Reichskammergericht IX, Nr. 3315, S. 71f.).
    1
     Vgl. zum Begriff Ludolphy, Kurfürst, S. 92; Gamber, Ritterspiele, S. 527f.
    2
     Es ging wahrscheinlich um den Anspruch Ebf. Ernsts auf das väterliche Erbe. Seine Brüder Kf. Friedrich und Hg. Johann verweigerten hartnäckig Verhandlungen darüber. Ebenso wiesen sie das Angebot zu einem gütlichen Verfahren vor Kf. Joachim von Brandenburg, Hg. Georg von Sachsen und Lgf. Wilhelm von Hessen zurück (Kf. Friedrich/Hg. Johann von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen, Or. Weimar, montag nach purificacionis Marie[5.2.]1509 / Or. Lochau, montag nach dem sontag reminiscere[5.3.]1509; HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 8039/3, fol. 1–3’; 7–7’).
    3
     Zu Pfeffinger, seit 1509 kursächsischer Landrentmeister: Schirmer, Staatsfinanzen, S. 280.
    1
     Der Text ist hier und bei den folgenden Konjekturen jeweils verdorben.
    1
     Das – nach Maßgabe des Itinerars Kf. Friedrichs – von Ende April/Anfang Mai datierende Schreiben liegt nicht vor. – Mit Schreiben vom 27.8. informierte Kf. Friedrich Mansfeld und Renner, dass er [Erasmus] Topler beauftragt hatte, seine während des RT in Worms verfassten Weisungen an sie weiterzuleiten. Unter anderem waren sie darin beauftragt worden, wegen verschiedener Angelegenheiten beim Ks. vorstellig zu werden. Der Kf. hatte jedoch aus einem Bericht seiner beiden Gesandten entnehmen müssen, dass ihnen diese Schreiben nicht zugegangen waren. Sie sollten sich bei Topler nach dem Verbleib seiner Post erkundigen. Sicherheitshalber sollte ihnen die kfl. Kanzlei Abschriften der Weisungen zusenden (Konz. Eisenach, montag nach sand Bartelmes tag; HStA Weimar, EGA, Reg. E., Nr. 56, fol. 214).
    2
     Ks. Maximilian hatte Kf. Friedrich mit Schreiben vom 4.5. ersucht, den kfl. Kämmerer Degenhart Pfeffinger so rasch wie möglich zu ihm zu schicken. So wellen wir allerlay sachen halben mit im reden, die er deiner lieb furter muntlichen anzaigen und berichten sol (Or. Ulm, Vermm. prps./cdip., Gegenz. Serntein; HStA Weimar, EGA, Reg. D, Nr. 315, fol. 14–14’).
    3
     Vgl. Nr. 391, S. 583, Anm. 1.
    1
     Wahrscheinlich ist eine vom 25.1. datierende Weisung Kf. Joachims gemeint. Demnach sollte Stein bei einer Verschiebung des RT bis nach Ostern wieder aus Worms abreisen, wenigstens aber die kfl. Räte Alvensleben und Matthie nach Hause schicken. Zugleich beharrte der Kf. darauf, selbst dem RT fernzubleiben. Gegebenenfalls sollte Stein außerdem auf Verhandlungen von Gesandten des Hg. von Pommern am Kaiserhof achtgeben und, sofern die kfl. Interessen tangiert würden, intervenieren. Außerdem mahnte der Kf. die Erledigung der Angelegenheiten mit Lübeck und Hamburg sowie die ksl. Bestätigung des Niederlagsrechts für Frankfurt/Oder und Breslau an [vgl. Nr. 105, Pkt. 4]. Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen Rehlingers und Levetzows am RKG[vgl. Nr. 108] sollten die kfl. Gesandten während des bevorstehenden RT den Ks. veranlassen, gegen dessen Vorgehen einzuschreiten. Und ist auch unser bevelch und meynung, du und ander unser rete wollet uf dem reichstag ferner von unsern wegen nichts bewilligen, uns werde dann die freiheit der Gulden Bullen, wie obstat, auch die angezeigten prelaten und graven in unseren anslegen, taxen und darlegen erhalten, wie es dann von alters und alweg hergebracht und erhalten ist worden, und des vor aller bewilligung ein schein und beybrive erlangen und das darauf bearbeiten, das der schein oder beybrive gar klerlichen mitbringe, das du und ander unser rete als geschickten den abschid des tags nicht anders bewilliget und angenomen habt, dann mit vorbehalt unser privilegien der Gulden Bullen uf die appellation und das unser prelaten und graven unsers kurfurstentumbs Brandemburg in unser tax und anslege bleiben, wie es alweg herkommen und erhalten worden, und das unser praelaten und graven obgemelt, nachdem sie regalien vom Reich nicht nemen, mit sunderen anslegen unbedrangt sein und bleiben mogen. Das uns auch zu Worms [1495] und Costenz uf den Reichs tegen, als zu weist, also vorbehalten ist worden. Für diese Verhandlungen sollte Stein die Unterstützung der auf dem RT anwesenden Kff. und kfl. Gesandten in Anspruch nehmen (Konz. Cölln/Spree, donerstag nach Vincentii; GStA Berlin, I. HA, Repos. 18, Nr. 25, Fasz. 1, fol. 148–149’, 144–145’).
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Es ging um die für Mgf. Albrecht angestrebte Nachfolge im Bm. Utrecht. Der regierende Bf. Friedrich von Baden sollte gegen eine jährliche Pension von seinem Amt resignieren. Ebf. Jakob hatte Kf. Joachim zuvor über die angebliche Amtsmüdigkeit des Bf. informiert (Instruktion Kf. Joachims für Eitelwolf vom Stein, Jakob Matthie und Busso von Alvensleben vom 12.12.1508; Druck: Riedel, Codex III/3, Nr. 168, S. 194f. Vgl. Volz, Erzbischof, S. 197; Kalveen, Bestuur, S. 296f.). Der Kf. hatte Alvensleben und Matthie am 25.1. befohlen, nach Erledigung ihres Auftrags bzgl. Utrechts wieder heimzureisen, falls der Wormser RT verschoben und Stein dennoch dort bleiben würde. Gleichzeitig erhielt Alvensleben Anweisungen für die Verhandlungen über eine Reichshilfe: Dieweil wir euch, Bussen von Alveslever, ein meynung in geheym bevolhen, mit eren Eyte[l]wolfen zu reden, so sich die hendel ufm tag zu Worms zu einer gemeynen hulf ufzulegen verlaufen wurden, ist nochmals unser bevelch, dem also nachzugeen. Und wo ir vermerket, das es so fern kommen, das man beslissen und die zusag tun will, das ir und er Eytelwolf euch alsdann zu kayserlicher maiestat fuget, mit seiner kayserlichen maiestat uf die meynung, wie wir euch, Bussen von Alvesleven, bevolhen und des verzeichnus mitgegeben, in geheym handeln. Wo aber er Buß von Alvesleven bey dir, eren Eytelwolfen, zu diser zeyt ditzs antragens nicht sein wurde, alsdann wollest du allein den handel zu rechter zeit an ksl. maiestat nach unterrichtung eren Bussen bringen. Und das ir bayde oder du, er Eytelwolf, uns des, sovil ir erlangt, von ksl. Mt. in geheym ein nottorftig quittanz oder ander versorgnus erlanget und mitbringet(Konz. Cölln/Spree, donerstag nach Vincentii; GStA Berlin, I. HA, Repos. 18, Nr. 25, Fasz. 1, fol. 152’–153).
    4
     Kuyk, Veen, Sp. 1492f.
    5
     Gemeint sind neben dem vom RKG missachteten kfl. Appellationsprivileg wohl auch die kurbrandenburgischen Exemtionen [vgl. Nr. 109]. Die Stein zugesandte Vollmacht datiert vom 12.4. [Nr. 230].
    6
     Nachweise des Zitats siehe Singer, Thesaurus X, S. 126.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     = der ebfl. Kammermeister Dr. Georg Erlbach (Zauner, Chronik IV, S. 267).
    3
     Kammergerichtliches Zahlungs- und Zitationsmandat vom 7.12.1508. Vgl. Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 949, S. 1336 Anm. 2.
    4
     = schäften: unrechtmäßig fordern (Deutsches Rechtswörterbuch XII, Sp. 160).
    1
     Sehr wahrscheinlich ist Thièbaut/Diebold Pfaffenlapp gemeint. In Frage käme auch Jakob Pfaffenlapp.
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Keine Identifizierung möglich.
    4
     = mit der Pflicht zur Seelsorge verbundene Pfründe.
    5
     Entsprechender Beschluss des im April/Mai 1509 in Ensisheim versammelten vorderösterreichischen Landtags (Bischoff, Gouvernés, S. 114; Speck, Landstände II, S. 779f.).
    6
     Es handelt sich um Dr. Jakob Han, Kanoniker zu St. Stephan, der von 1501 bis zu seinem Tod 1510 das Amt des Straßburger Offizials bekleidete und bis 1509 zugleich als Generalvikar der Straßburger Kirche fungiert hatte (Rapp, Réformes, S. 496; Klapp, Äbtissinnenamt, S. 542).
    7
     Eitelhans Rechburger (zu ihm Rapp, Réformes, S. 496f.) hatte Han offensichtlich bereits als Domvikar abgelöst.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Kg. Maximilian (Reichskanzlei) hatte am 24.10.1500 zugesagt, zu Lebzeiten Gfin. Sophias von Tübingen [gest. 13.1.1510], Witwe des 1506 verstorbenen Gf. Konrad, auf die Auslösung des verpfändeten Reichsdorfs Greßweiler zu verzichten (Wiesflecker, Regesten III/1, Nr. 11110, S. 348).
    3
     Keine Identifizierung möglich.
    4
     = Weyersheim (Wittmer, Livre III, S. 302).
    5
     Der Bf. schildert hier Reaktionen auf seine am 9.3. erlassene Kloster- und Kirchenordnung (lat. Kop.; AD Straßburg, G 1404, unfol.). Vgl. Rapp, Réformes, S. 376–381; Wolff, Reichspolitik, S. 40f.
    6
     Es handelt sich um Jakob Fabri (Rapp, Réformes, S. 300 Anm. 98).
    7
     Die Propstei von Jung-St.-Peter war seit dem Tod Conrad Muntharts am 17.3.1509 vakant (Murray, Works II, S. 744).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Am gleichen Tag berichtete der Hochmeister dem Großkomtur Simon von Drahe über seine Ankunft in Worms und äußerte die Hoffnung, dass wir nicht lang hie verzogen werden. Nach seiner Rückkehr nach Sachsen wolle er den Regenten die Ergebnisse seiner Mission mitteilen (undat. Kop.; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 187). Drahe informierte nach Eingang des Schreibens am 3.7. Wolter von Plettenberg, dass sich s. ftl. Gn. auf den angesatzten Reichs tag gen Worms begeben hat in meynung, s. ftl. Gn. und unsers ordens anligende sachen an alle stende des Heiligen Reichs mit vleis und nach allem seynem vermogen zu tragen und, zovil moglich, rat, hulf und beistant, damit solche schwebende beschwerungen zu fruchtbarlicher entschaft gefurt mogen werden, zu bearbeiten. Derwegen wir kurzlich eigentlicher, was s. ftl. Gn. begegent, hoffen zu erlernen. Welchs wir e[uren] E[hrwürden] auch furderlich wollen zuschreyben(Kop. Königsberg, dinstags nach visitacionis Marie; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 29, pag. 113. Druck: Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch II/3, Nr. 651, S. 473f.).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Gemeint ist der zweite Thorner Friede von 1466 (Druck:Weise, Staatsverträge II, Nr. 403, S. 262–288).
    1
     Das Schreiben wurde veranlasst durch die Zurückweisung eines eine Woche zuvor gemachten bayerischen Kompromissvorschlags durch Regensburger Gesandte am 28.4. Erneut forderte die Stadt die bedingungslose Freilassung ihrer in Straubing festgehaltenen Bürger und die vertragsgemäße Belehnung des neuen Schultheißen [Hans Portner] mit dem Blutbann. Am folgenden Tag unternahmen die Vormünder einen letzten Ausgleichsversuch, wobei sie im Gegenzug zur Beendigung der peinlichen Befragungen Gießers bis zu einer Entscheidung des Ks. die Belehnung Portners in Aussicht stellten. Die Gesandten sagten Berichterstattung an den Magistrat zu. Als Zeichen guten Willens verlängerte die Vormundschaftsregierung die Frist für die eidlich zur Wiedereinstellung verpflichteten Gefangenen bis zum 29.5. (eritag in den pfingstfeyrn), und zwar nicht nach Straubing, sondern nach Stadtamhof (Aufzeichnung über Verhandlungen zwischen Bayern und Regensburg; HStA München, KÄA 1575, fol. 112–115, hier 113–113’. Straubinger Abschied vom 29.4., undat. Kop.; ebd., fol. 30). Regensburg lehnte den Vergleichsvorschlag ab, schickte aber dennoch Portner nach Straubing, verbunden mit der Bitte, ihn mit den Blutbann zu belehnen, und forderte erneut die Entlassung der Gefangenen. Außerdem wünschte die Stadt eine Garantieerklärung für die Sicherheit ihres Handels im Hm. (Kämmerer und Rat der Stadt an Hans von Paulsdorf, Or., montag sant Walburgen abent[30.4.]1509; ebd., fol. 28–28’). Paulsdorf verhielt sich in allen Punkten hinhaltend (Bericht an Hg. Wilhelm bzw. dessen Vormünder, Or.[Straubing], erichtags Phillipe et Jacobi apostolorum[1.5.]1509; ebd., fol. 24–25’). Die Vormünder antworteten am 4.5., dass der Ks. auf dem Weg von Worms nach Augsburg sei und Hg. Wilhelm zu Verhandlungen dorthin beschieden habe. Bei dieser Gelegenheit wolle der Hg. auch den Konflikt mit Regensburg zur Sprache bringen (Konz. München, freitag nach inventionis St. crucis; ebd., fol. 29). Bereits tags zuvor hatten sie durch ein Schreiben dem Ks. ihre Sicht der Dinge dargelegt. Laut einem Aktenvermerk mit dem Datum: Mindelheim, 6.5.1509, war Regensburg dort bereits vorstellig geworden. Zu beiden Parteien sollten ksl. Gesandte geschickt werden (Or. München, pfintztag invencionis St. crucis[3.5.]1509; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 105–105’). Der Aktenvermerk bezieht sich auf ein Schreiben an den Ks. vom 5.5., worin Regensburg ein Mandat an die Vormundschaftsregierung zur Freilassung der drei in Straubing arrestierten Bürger und zur Nichteinmischung in den Prozess gegen Gießer beantragte sowie um die von Bayern verweigerte Belehnung des neuen Schultheißen mit dem Blutbann bat (Kop., sambstag nach invencionis crucis; HStA München, Gemeiners Nachlass 27, unfol.).
    1
     Kölner Spruch Kg. Maximilians vom 30.7.1505 (Druck: Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 476, S. 776, Art. 14).
    1
     Laut Postskript zu einer nicht vorliegenden Weisung waren Hg. Wolfgang und die bei ihm weilenden Vormünder von den Regentschaftsräten, die Hg. Wilhelm zum Ks. begleitet hatten, über einen ksl. Befehl an die RT-Kommissare in Sachen Wallbrunn [Nr. 396] informiert worden. Daran sollten sich die Gesandten ungeachtet ihrer Weisung orientieren (Or. München, freitag vor dem heiligen pfingsttag[25.5.]1509; HStA München, KÄA 1242, fol. 34).
    2
     Entsprechende Weisung Ks. Maximilians an die in App. a-a genannten Kommissare vom 16.5.1509 (undat. Kop.; HStA München, KÄA 1575, fol. 35).
    3
     Der Ks. instruierte am 16.5. Sigmund von Rorbach, dass wegen der widersprüchlichen Darstellungen der beiden Parteien Gießer zur Klärung des Sachverhalts nach Augsburg überstellt und dort durch ksl. Kommissare verhört werden sollte. Die arrestierten Regensburger Bürger würden freigelassen, der Termin für die Wiedereinstellung der Gefangenen sollte bis zum Abschluss des Verfahrens verschoben werden Nachdem Hg. Wilhelm bereits seine Zustimmung zu diesem Procedere gegeben hatte, sollte Rorbach die Stadt darüber informieren und verpflichten, einstweilen von Maßnahmen gegen Bayern abzusehen (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdrp. und Gegenz. Serntein, Kaufbeuren; HStA München, Gemeiners Nachlass 27, unfol. Kop.; HStA München, KÄA 1575, fol. 34–34’. Entsprechende Weisung der Vormünder an den Viztum Hans von Paulsdorf und andere Räte, Konz. München, sonntag exaudi[20.5.]1509; ebd., fol. 33–33’).
    1
     Keines der erwähnten Schriftstücke liegt vor.
    1
     Der Bericht liegt nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor. Unter dem 1.5.1509 (tercia in die Walpurgis)ist im Bürgermeisterbuch vermerkt: Als die ksl. Mt. schribt von Worms uf Jorgen Moßbach, sy[ner] Mt. secretarien, werbunge der konftigen statstuer, Martini nehstkonftig [11.11.] erschynen werde (ISG Frankfurt, BMB 1508, fol. 129’).
    2
     = golddurchwirkter Prunkstoff (Grimm, Deutsches Wörterbuch X/4, Sp. 231f.).
    3
     Vertrag von Cambrai, 10.12.1508 [Nachweise siehe Nr. 52, S. 199, Anm. 1].
    1
     Die Unterredung der Frankfurter Gesandten mit Stein kam nicht zufällig zustande. Der Bürgermeister Friedrich von Alzey und der Ratsherr Johann Frosch hatten im Februar mit ihm eine Vereinbarung über das vakante Frankfurter Schultheißenamt getroffen. Der Frankfurter Rat beschloss dazu am 22.2. (feria quinta post cinerum): Dem also nachkommen und in geheym halten (ISG Frankfurt, BMB 1508, fol. 105’). Die Vereinbarung bestand darin, Stein Bedenkzeit einzuräumen, die dann auf dessen Bitte vom 24.6. (sant Johanns tag)auf den 25.7. (Jacobi)verlängert wurde (act.feria tercia post pentecoste [29.5.]; ISG Frankfurt, BMB 1509, fol. 12’). Kurz vor dem Termin bat Stein um eine weitere Fristverlängerung von zwei Wochen, die Frankfurt ihm auch zugestand (act.feria tercia in vigilia sancti Jacobi [24.7.]; ebd., fol. 31’), ebenso durch Beschluss vom 30.8. (quinta post decollacionis Johannis) bis zum 29.9. (Michaelis) (ebd., fol. 43). Im Oktober erklärte er schließlich in einem Schreiben an Johann zum Jungen, daß ime daß schult[heißen]ampt dißmals anzunemen nit fuglich sin will. Der Frankfurter Rat trat daraufhin an Marquard von Hattstein heran (Beschluss vom 18.10. (feria quinta post Galli); ebd., fol. 62). Neuer Schultheiß wurde am 28.1.1510 allerdings Martin von Heusenstamm (Kriegk, Bürgerthum, S. 596 Anm. 514).
    2
     Vgl. Nr. 267 [Pkt. 9f.].
    3
     Der Frankfurter Rat hatte erstmals am 10.4. (tercia post festum pasce)über ein vom Reichsschatzmeister Hans von Landau zugesandtes ksl. Mandat zur Zahlung der Kölner Ungarnhilfe von 1505 beraten (ISG Frankfurt, BMB 1508, fol. 122). Am 23.4. (feria secunda in die Georii militis)wurde beschlossen: Item, als eyn ladung dem rat des hilfgelts halber zugeschickt, ist geratslagt, her Hansen von Landau schriben und eyn copy der quittanzien mitschicken. So er alßdann davon nit absteen wil, am camergericht erschynen, doch den frunden geyn Worms befelen, ob er do were, muntlich mit ime zu handeln. […]. Den frunden die abeschrift der quitunge, deß ungerischen anßlags zu Collen ufgericht, geben, die hern Hansen von Landauwe, ksl. Mt. schatzmeister, anzuzeigen, wo er zu Worms erschinen wurde (ISG Frankfurt, RSP 1a, fol. 122, 122’). Die erwähnte, nicht vorliegende Quittung hatte der Frankfurter Gesandte Johann von Lünen vom Konstanzer RT mitgebracht. Erst dort hatte sich die Stadt mit Kg. Maximilian einigen können, ihren Anteil von 3168 fl. (Heil, RTA-MR VIII/2, S. 1409f. Anm. 55. Vgl. Böhm, Reichsstadt, S. 268f., 271) an der Kölner Ungarnhilfe von 1505 durch Zahlung von 2000 fl. zu begleichen. Ende August 1507 gelangte eine erste Tranche von 700 fl. zur Auszahlung an Ebf. Jakob von Trier (Heil, RTA-MR IX/2, S. 893 Anm. 1).
    1
     Die Stadt Speyer hatte Frankfurt mit Schreiben vom 30.3. ersucht, nur mit ihrem Warenzeichen ausgewiesenen roten Farbstoff zum Verkauf zuzulassen und den Handel mit minderwertiger Ware zu unterbinden (Or., freitags nach judica;präs. mitwoch nach palmarum[4.4.]; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 231, unfol.). Frankfurt lehnte dies ab, da dort auch Farbstoff aus den Niederlanden und Oberdeutschland verkauft wurde (Konz., dornstags nach misericordias domini[26.4.]1509; ebd., unfol. Entsprechender Beschluss vom 23.4.; ebd., Ratschlagungsprotokolle 1a, fol. 122’).
    1
     Schreibfehler, richtig: inventionis.
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Vgl. Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 902, S. 1267 mit Anm. 107.
    4
     Ks. Maximilian gab sich mit der Antwort anscheinend nicht zufrieden. Am 23.5. (quarta post exaudi)musste der Frankfurter Rat erneut über – nicht vorliegende – diesbezügliche Schreiben des Ks. und Gf. Adolfs von Nassau beraten, blieb jedoch bei seiner ablehnenden Haltung (ISG Frankfurt, BMB 1509, fol. 9).
    1
     Durch Tintenfleck auf der Vorlage unleserlich.
    1
     Vielleicht eine Verballhornung von „relegato“ im Sinne einer Versetzung bzw. Verbannung auf einen Posten außerhalb Venedigs.
    2
     Tatsächlich war die Meldung nur teilweise richtig. Casalmaggiore hatte sich am 15.4. Mgf. Francesco von Mantua ergeben. Der Podestà Dr. Alvise Bon war Anfang Mai französischer Gefangener (Pasero, Francia, S. 15; Sommi-Picenardi, Cremona, S. 164). Cremona hingegen kapitulierte erst am 24.5., also nach dem Ausstellungsdatum des obigen Schreibens. Erst zu diesem Zeitpunkt gerieten auch der Podestà Alvise da Mula und der Hauptmann Zaccaria Contarini in französische Gefangenschaft (Pasero, ebd., S. 42; Sommi-Picenardi, ebd., S. 161f.; Gullino, Contarini, S. 328).
    1
     Vgl. Nr. 439, S. 649, Anm. 3.
    2
     Liegt nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor. Der Frankfurter Magistrat beriet am 3.4. (feria tercia post palmarum)über das Mandat und beschloss, den Rat Dr. Adams [Serenarius] dazu einzuholen (ISG Frankfurt, BMB 1508, fol. 120; Andernacht, Regesten III, Nr. 3582).
    2
     Rorbach hatte als kgl. Bevollmächtigter im Juli 1499 von den Frankfurter Juden die Zahlung einer Sondersteuer von anteilig 550 fl. für den Schweizerkrieg gefordert. Die Stadt wies diese Beanspruchung zurück und appellierte deshalb an das RKG. Rorbach wiederum erhob Einspruch wegen Nichtzuständigkeit des Gerichts und beantragte die Fortsetzung des Verfahrens vor dem ksl. Hofrat (Hörner/Ksoll, Reichskammergericht IX, Nr. 3440, S. 182f.; Kaltwasser, Inventar, Nr. 624, S. 322f.; Andernacht, Regesten III, Nrr. 3085, 3090, 3098, 3103, 3206).
    1
     Vertrag von Cambrai vom 10.12.1508 [Nachweise siehe Nr. 52, S. 199, Anm. 1].
    2
     Vertrag von Hagenau vom 4.4.1505 (Regest: Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 75, S. 222–226).
    3
     = gebürnis: der zu leistende Anteil (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch VI, Sp. 328f.; Deutsches Rechtswörterbuch III, Sp. 1318f.).
    1
     Wahrscheinlich Schreibfehler, statt „geübte“, vielleicht auch „schwebende“.
    2
     = Stübchen/Stübich: Hohlmaß für Flüssigkeiten, in diesem Falle Wein. Vgl. Witthöft, Umrisse I, S. 169–171.
    3
     Gemeint ist wohl ein vom 18.1.1509 datierendes kammergerichtliches Mandat, das der Stadt Mühlhausen eine Frist von sechs Wochen einräumte, um die auf dem Kölner RT bewilligte Reichshilfe und die Bargeldhilfe von 1507, insgesamt 1104 fl.rh., an den ksl. Reichsschatzmeister Hans von Landau auszubezahlen (Or., gedr. Formular, Regensburg, Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; StdA Mühlhausen, Abt. G, Fach 1, Nr. 2, fol. 9–9’).
    4
     Zur Bezahlung der Kölner Reichshilfe von 1505 durch Mühlhausen vgl.Heil, RTA-MR VIII/2, Nr. 939, S. 1411 mit Anm. 61.
    5
     Gemeint ist wohl eine vom 22.5.1508 datierende Bescheinigung der ksl. Kriegsräte in Trient für die Städte Nordhausen, Mühlhausen und Goslar über die Stellung eines gemeinsamen Kontingents für den Romzug (Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 902, S. 1268 Anm. 111). Die auf dem Konstanzer RT bewilligte Bargeldhilfe in Höhe von 410 fl. war Mühlhausen schuldig geblieben.
    6
     In der Vorlage irrtümlich: an.
    7
     Gemeint ist der Verbrauch der aufgebrachten Gelder auf dem Romzug.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Es blieb bei der Weigerung Frankfurts. Mit Schreiben vom 18.11. forderte Ks. Maximilian die Stadt auf, die am 11.11. fällig gewordene Stadtsteuer umgehend an seinen Hof zu überweisen (Kop. Trient, imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein/Liechtenstein; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 244, fol. 9).
    3
     Am 17.4. (feria tercia post quasimodogeniti) hatte der Frankfurter Rat über ein ksl. Schreiben beraten, worin er aufgefordert worden war, die I½C gulden, so grafe Jorgen von Montfort verschafft gewest, eynem andern zu geben.Es wurde beschlossen, dem boten die I½C gulden uf ein recognicion folgen lassen (ISG Frankfurt, BMB 1508, fol. 124). Am 23.5. (quarta post exaudi)wurde aufgrund eines neuerlichen ksl. Schreibens, wonach Frankfurt die diesem noch zustehenden restlichen 50 fl. an Georg Mosbach aushändigen sollte, der Beschluss gefasst, ine die brief, von ksl. Mt. ußgangen, wem die worden sein, horen lassen(ebd., BMB 1509, fol. 9).
    1
     Zitiert Nrr. 266 [Pkt. 4, fol. 74’] und 275 [Pkt. 1, fol. 94’].
    2
     In der Vorlage irrtümlich: tut.
    3
     Der Begriff „geverlich/gefährlich“ passt hier in seinen ursprünglichen Bedeutungen (schwierig, kompliziert, bedrohlich) nicht recht. Gemeint ist sicherlich: erheblich, triftig.
    4
     Auch dieser Begriff ist etwas missverständlich. Die nachgewiesenen Bedeutungen: (gerichtlich) erlangen, erklagen, entscheiden, weisen, zusprechen (Deutsches Rechtswörterbuch III, Sp. 294), gehören allesamt in den Zusammenhang eines Schieds- oder Rechtsverfahrens und passen hier nicht. Gemeint ist: bei den Verhandlungen einlenken.
    5
     Der Montag fiel eigentlich auf den 4. Juni.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Vgl. die folgende Nr. 455 [Pkt. 1].
    3
     Gemeint sind der von Götz von Berlichingen gefangen gehaltene Kölner Bürger Contz Heyme und sein gleichnamiger Sohn. Vgl. Nrr. 12, 28, 456 [Pkt. 4].
    4
     Oldendorp informierte Meinertzhagen mit Schreiben vom 2.4., dass er dem Rat seinen Wunsch wegen der in Brabant aufgenommenen und zur Frankfurter Herbstmesse den Fuggern zurückzuzahlenden 200 bescheidenen fl.übermittelt habe. Laut dessen Entscheidung sollte Meinertzhagen gemeinsam mit seinen Mitgesandten beraten, wie die Schuld beglichen werden solle (Kop.; HAStd Köln, Briefbücher, A 45, fol. 29’–30).
    5
     Privileg Ks. Friedrichs III. vom 19.9.1475 (Druck: Lünig, Reichsarchiv XIII (part. spec. cont. IV/1), S. 366–368, hier 368; Brincken, Köln, Nr. 84, S. 56–62, hier 61. Regest: Kraus, Urkunden, Nr. 513, S. 267–269).
    6
     Bestätigung des Kölner Stapelprivilegs durch Kg. Maximilian, Mecheln, 18.9.1505 (Or. Perg. m. S., Vermm. prps./amdrp., Gegenz. Serntein; HAStd Köln, HUA 3/15253. Regest: Brincken, Köln, Nr. 111, S. 84f.). Vgl. Ennen, Geschichte III, S. 649f.
    7
     Im August 1508 war der Kölner Gesandte Georg Goldberg (Kredenzbrief der Stadt Köln für Goldberg an Ks. Maximilian vom 25.7.1508, Kop.; HAStd Köln, Briefbücher A 44, fol. 122’) bei Ks. Maximilian mit der Bitte vorstellig geworden, in Anbetracht der Wirkungslosigkeit eines früheren Mandats erneut Ausschreiben an die betroffenen Kff. und Ff. mit der Aufforderung zur Respektierung des Stapelprivilegs ausgehen zu lassen. Der Ks. bot darauf an, entweder die gewünschten Mandate zu bewilligen oder auf dem zum 1.11. ausgeschriebenen Wormser RT persönlich einzugreifen. Der Kölner Magistrat entschied sich für die erste Lösung. In Bezug auf die niederländischen Städte hatte sich der Ks. gegenüber Goldberg bereit erklärt, entsprechende Patente ausgehen zu lassen. Dietrich Meinertzhagen sollte darum bitten, dass diese Dokumente durch die Kanzleien Brabants und Burgunds besiegelt und in der seinerzeit von Kg. Philipp bewilligten Form ausgefertigt würden (Instruktion für Meinertzhagen, Kop., s.d., jedoch 17.10.1508; ebd., fol. 184–185’).
    8
     Notariatsinstrument über die Weigerung der Bürgermeister Johann von Berchem und Konrad von Schürenfeltz, zwei mit der Anschrift „Prudentibus et discretis viris iudicibus, scabinis, consulibus ceterisque civibus nostris Col[oniensibus] fidelibus dilectis“ versehene Briefe Ebf. Philipps anzunehmen, und ihre eidliche Verpflichtung, solche Schreiben auch künftig zurückzuweisen (Or., 19.2.1509, Unterz. J. Spoldermann, Notar; HAStd Köln, HUA U1/15477; Kuphal, Urkundenarchiv, S. 24f.). Vgl. Ennen, Geschichte III, S. 657; Toifl, Friede, S. 80.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     = Heinrich Stecher (Michel, Geschichte, S. 90).
    3
     Das Trierer Schreiben liegt nicht vor. Die Stadt Köln hatte bei Ebf. Jakob wohl zu Beginn der zweiten Märzhälfte die längst fällige Begleichung der Restschuld an einer Anleihe von ursprünglich 3000 fl. angemahnt. Der Ebf. sollte bis zur nächsten Frankfurter Herbstmesse die Restsumme oder wenigstens eine Tranche von 1000 fl. ausbezahlen (undat. Kop.; HAStd Köln, Briefbücher, A 45, fol. 25’–26). Aufgrund der obigen Darstellung liegt die Vermutung nahe, dass der Ebf. von Mainz die Bürgschaft übernommen hatte.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Eine explizite Konfirmation des Reichsstadtprivilegs von 1475 [Nr. 454, Anm. 5] durch Maximilian I. existiert laut Brincken(Köln, S. 64) nicht. Von einem auf den 12.11.1502 datierten kgl. Transsumpt des Privilegs (HAStd Köln, HUA K/15096) ist nur eine Abschrift überliefert. Ob dabei nur ein Entwurf oder aber eine Ausfertigung zugrundelag, ist unklar. So könnte hier auch die kgl. Bestätigung der städtischen Privilegien vom 19.4.1501 (Or. m. S., Nürnberg; HAStd Köln, HUA, U 3/15010; Druck: Lünig, Reichsarchiv XIII (part. spec. cont. IV/1), Nr. XIX, S. 370f.; Regest: Wiesflecker, Regesten III/1, Nr. 11850, S. 450; Brincken, Köln, Nr. 108, S. 83) oder die kgl. Generalkonfirmation vom 31.5.1502 (Or. m. S., Regensburg; HAStd Köln, HUA, U 3/15063. Vgl. Ennen, Geschichte III, S. 649) gemeint sein.
    3
     Laut der Instruktion vom 17.10.1508 [Nr. 454, S. 665, Anm. 7] und zwei weiteren Weisungen an Dietrich Meinertzhagen als Gesandten am Kaiserhof waren die Kanzleien von Brabant und Burgund gemeint (jew. Kop., 10./14.2.1509; HAStd Köln, Briefbücher, A 44, fol. 248’–249; 249–249’).
    4
     Liegt nicht vor.
    1
     Liegen nicht vor.
    2
     Kredenzbrief der Stadt Köln für Meinertzhagen als Gesandten zu Kf. Ludwig von der Pfalz, 25.4.1509 (Kop., Verm.: In simili forma ut supra domino Treverensi mutatis mutandis; HAStd Köln, Briefbücher, A 45, fol. 41–41’).
    3
     Laut Schreiben der Stadt an ihre Gesandten auf dem Tag des Kölner Hansedrittels in Münster, Rentmeister Gerhard vam Wasservasse, Ratsrichter Wymmar Hack, Ratsherr Johann Rinck und Protonotar Georg Goldberg, hatten Schürenfeltz und Reide jeweils wegen persönlicher Angelegenheiten am 20.4. um ihre und Meinertzhagens Ablösung durch Goldberg gebeten (Kop., 26.4.1509, Kanzleiverm.: Per Albertum [Potgießer]; HAStd Köln, Briefbücher, A 45, fol. 38. Druck: Schäfer, Hanserecesse, Nr. 418, S. 509). Der Protonotar vertrat Köln allerdings nur vorübergehend. Bereits am 26.5. wurde er gemeinsam mit Dr. Peter von Clapis in einer Streitsache der Stadt mit [Ruprecht] von Malberg zu einem auf den 3.6. anberaumten Schiedstag nach Trier abgeordnet (Vollmacht von Bürgermeistern und Rat der Stadt Köln, Kop., up den heilgin pinxtavent; HAStd Köln, ebd., fol. 52’–53).
    1
     Am 18.1. hatte Köln sich in einem Schreiben an Hackeney auf seine gegenüber den Gesandten Johann von Berchem und Johann von Reide bekundete Bereitschaft berufen, der Stadt am ksl. Hof bei ihren Angelegenheiten behilflich zu sein, und ihn gebeten, den bis dahin erfolglosen Meinertzhagen bei der Konfirmation des Stapelprivilegs zu unterstützen (Kop., Kanzleiverm.: Datum per Ailbertum [Potgießer]; HAStd Köln, Briefbücher, A 44, fol. 233–233’).
    1
     = Mittelrheinregion und Moselgebiet (Kuske, Quellen IV, S. 338).
    2
     = Salz aus den Salinen von Bourgneuf-en-Retz an der frz. Atlantikküste (Kuske, Stapel, S. 21).
    3
     In einem auf den 30.4. zu datierenden Schreiben hatte der Kölner Magistrat gegenüber dem Prokurator Ludwig Sachs Unmut darüber bekundet, dass der Stadt trotz seiner Vertretung am RKG am 19.3. ein kammergerichtliches Mandat zugestellt worden war. Darin war Köln wegen Missachtung eines ersten auf Antrag Gerhard Beyers bewilligten kammergerichtlichen Kompulsorialmandats zur Aushändigung der Akten seines Prozesses mit Styngin Paffendorp eine Strafe von 10 Mark lötigen Goldes auferlegt und gleichzeitig unter Androhung der Acht erneut die Überstellung der Gerichtsakten befohlen worden. Da die Aushändigung der kopierten Unterlagen an die Ehefrau Beyers [Elisabeth] scheiterte (Verhandlungen in Köln am 11./12.4.; Kuphal, Urkundenarchiv, Nr. 15489, S. 25f.), wurde Sachs noch einmal angewiesen, die Haltung Kölns zu rechtfertigen und die Akten an das RKG zu übergeben (undat. Kop., Kanzleiverm.: Per Albertum [Potgießer]; HAStd Köln, Briefbücher, A 45, fol. 42’–43). Die Akten wurden auch dem ksl. Fiskal [Christoph Moeller] angekündigt und gleichzeitig die Aufhebung der Strafe und der Verzicht auf die Gerichtskosten beantragt (Kop., 30.4.1509, Kanzleiverm.: Per Albertum [Potgießer]; ebd., fol. 44–44’). Vgl. Kordes, Reichskammergericht I, Nr. 129, S. 170f.
    4
     Kredenzbrief der Stadt Köln für Meinertzhagen an Ravenna, 8.5.1509 (lat. Kop.; HAStd Köln, Briefbücher, A 45, fol. 49–49’. Regest/Teilabdruck: Keussen, Regesten, Nr. 2544, S. 338). Ravenna übersiedelte allerdings nicht nach Köln, sondern nach Worms, wo er eine Advokatenstelle am RKG antrat (Boos, Quellen III/2, S. 543; Bohne, Ravennas, S. 194).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Gemeint ist hier ein formloser Entwurf für die gewünschten kfl. Konfirmationsbriefe.
    3
     Liegt nicht vor. Vgl. jedoch Nr. 456 [Pkt. 1].
    4
     Bürgermeister und Rat der Stadt Köln hatten Hackeney bereits mit Schreiben vom 28.2. gebeten, sich während der durch einen Rechtsstreit erzwungenen Abwesenheit Meinertzhagens vom Kaiserhof beim Reichsoberhaupt unter anderem dafür einzusetzen, dass Ebf. Philipp zur Beachtung des ihnen von Ks. Friedrich III. gewährten Privilegs [von 1475], wonach die Ebff. Köln nicht mehr als ihre Stadt bezeichnen dürften, veranlasst würde (Kop.; HAStd Köln, Briefbücher, A 45, fol. 4’–5).
    5
     Die von 1489–1507 reichenden Prozessunterlagen finden sich als Beilagen zu den RKG-Akten in: HAStd Köln, Best. 310B (RKG), Nr. A 48.
    6
     Weisung der Stadt Köln an Christoph Hitzhofer, 23.3.1509 (Kop.; HAStd Köln, Briefbücher, A 45, fol. 19’–21’).
    7
     = Kammergerichtsordnung Ks. Friedrichs III. vom 24.10.1471, § 15 (Druck: Lünig, Reichsarchiv III (part. gener. cont. II), Nr. CXCIIC, S. 272–274; Zeumer, Quellensammlung, Nr. 170, S. 270–273 (hier § 14); Battenberg, Beiträge, Nr. 8, S. 74–81, hier 78. Vgl. ebd., S. 64).
    8
     Entsprechende Weisung der Stadt Köln an Hitzhofer, 30.5.1509 (Kop.; HAStd Köln, Briefbücher, A 45, fol. 53’–54’).
    9
     Auch in einem Schreiben an Ebf. Philipp verwies die Stadt darauf, dass Appellationen von Urteilen des Hohen Gerichts in Erbschaftsstreitigkeiten bislang unzulässig waren. Das Hinnehmen dieser Neuerung wäre nicht nur für Brugge nachteilig, sondern würde auch die bfl. Gerichtsbarkeit beeinträchtigen und der Gemeinde schaden. Der Ebf. wurde gebeten, am RKG dagegen zu intervenieren (Kop. Köln, 30.5.1509, Kanzleiverm.: Per Albertum [Potgießer]; HAStd Köln, Briefbücher, A 45, fol. 59’–60).
    10
    Liegt nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     = feuchte, fettige und daher leicht verderbliche Ware (Irsigler, Stellung, S. 283).
    4
     Laut Artikel 13 des 1507 jeweils durch Papst Julius II. und Kg. Maximilian bestätigten Vertrags vom 25.4.1506 (Druck: Bossart, Securis, Nr. 164, S. 355–361. Kurzregest: Kuphal, Urkundenarchiv VIII, S. 6f.) unterlagen nur Ventwaren dem Stapelzwang. Vgl. Ennen, Geschichte III, S. 651.
    5
     Gemeint ist das Stapelprivileg entweder vom 8.2.1349 (Druck: Kuske, Quellen I, Nr. 95, S. 28–30) oder vom 8.12.1355 (Druck: Lacomblet, Urkundenbuch III, Nr. 547, S. 453–457; Kuske, ebd., Nr. 103, S. 33–35). Vgl. Henn, Messegründungen, S. 210; Gönnenwein, Niederlagsrecht, S. 97.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     verboten: durch einen Boten einladen/zu einer Versammlung berufen (Grimm, Deutsches Wörterbuch XII/1, Sp. 153).
    1
     Entsprechender Ratsbeschluss vom gleichen Tag (sabato post crucis inventionis; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratsverlässe 503, fol. 21’).
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Kg. Maximilian hatte Nürnberg während des Landshuter Erbfolgekrieges Hersbruck, Reicheneck, Lauf, Altdorf, Stierberg, Betzenstein, Grünsberg, Deinschwang, Haimburg, Velden, die Vogtei über die Klöster Weißenohe, Engelthal und Gnadenberg sowie Henfenfeld überschrieben (Urkunde vom 7.7.1504; Druck: Wölckern, Historia, Nr. CCCCXIV, S. 763–765; Ay, Altbayern, S. 149f. Regest: Wiesflecker, Regesten IV/1, Nr. 18936, S. 529f.). In einer zweiten Urkunde vom gleichen Datum hatte der Kg. verfügt, dass Nürnberg die zur Kurpfalz gehörenden Städte Lauf und Altdorf sowie alle übrigen im Vollzug der Reichsacht gemachten Eroberungen behalten durfte (Regest: ebd., Nr. 18937, S. 530). Vgl. Müllner, Annalen III, S. 317f.; Reicke, Geschichte, S. 521f.
    4
     Liegt nicht vor.
    5
     Dieses Anliegen hing wohl mit dem Streit mit Bf. Georg von Bamberg wegen der Gefangennahme Peter Hübners bei Forchheim und dessen Abführung nach Nürnberg zusammen. Auf Bamberger Seite bewertete man das Nürnberger Vorgehen als Verletzung der obrigkeitlichen Rechte Bf. Georgs (Bfl. Räte an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg, Or. m. S., Bamberg, mitwochen nach Appolonie[14.2.]1509; Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 55, Nr. 49, fol. 5–6’. Bf. Georg von Bamberg an dies., Or. m. S., donerstag nach Appolonie[15.2.]1509; ebd., fol. 8–8’). Nürnberg berief sich auf ein 200 Jahre altes Privileg zur Verfolgung von Landfriedensbrechern in der Oberpfalz, der Bgft. Nürnberg sowie den Hstt. Würzburg, Bamberg und Eichstätt (Instruktion für Konrad Imhof als Gesandten zu Bf. Georg, undat., jedoch vor dem 14.2.1509; ebd., fol. 1–2’). Hübner wurde noch während der laufenden Verhandlungen am 15.2. hingerichtet (Müllner, Annalen III, S. 410; Westphal, Korrespondenz, S. 96, 342, 344; Diefenbacher, Henker, S. 347). Am 28.9.1509 verlieh Ks. Maximilian dem Nürnberger Magistrat das Recht zur Verfolgung und Bestrafung von Straßenräubern und anderen Landfriedensbrechern sowie deren Unterstützern in einem Umkreis von 20 Meilen um die Stadt (Or. Perg. m. S.; StA Nürnberg, Kaiserprivilegien, Nr. 589. Druck: Wölckern, Historia II, Nr. CCCCXXI, S. 780–782; Regest: Gümbel, Berichte, S. 187 Anm. 1).
    6
     Vgl. Nr. 328.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Vgl. Nrr. 203, 221, 224, 226f., 231, 237.
    3
     Gemeint ist entweder Ambrosius Dietrich oder Ulrich Varnbüler.
    1
     Der Gesandtenbericht wie auch das Schreiben Tetzels liegen nicht vor.
    2
     Topler schrieb am 25.5. an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein, dass seine sämtlichen Schreiben unbeantwortet geblieben seien. Er fasse dies als Hinweis auf, dass er die Antwort persönlich entgegennehmen solle. Falls also in 14 Tagen immer noch kein Schreiben von ihm eingetroffen sei, werde er sich auf den Weg zu ihm machen (eigh. Or. Worms, Postvermm.: In sein hant.Cito, cito, cito, cito; TLA Innsbruck, Maximiliana XIII/256/VI, fol. 42–42’).
    3
     Es geht wieder um das Straßenräuberprivileg. Vgl. Nr. 463, S. 677, Anm. 5.
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Gemeint ist ein im November 1508 abgehaltener Tag, an dem die fränkischen Bff. und Nürnberg teilnahmen. Bf. Georg von Bamberg und Bf. Lorenz von Würzburg erneuerten dort am 9.11. die Erbvereinigung von 1443 (Or. Perg. mit 1 S.; StA Würzburg, Würzburger Urkunden 19/93b. Vgl. Looshorn, Geschichte IV, S. 472f.). Am 18.11. kam in Haßfurt ein Schiedsgerichtsvertrag zwischen Bamberg und Nürnberg zustande. Vgl. Nr. 115, S. 254, Anm. 2.
    2
     Laut einem von den Hh.Älteren veranlassten Schreiben Anton Tetzels an Bf. Gabriel von Eichstätt vom 20.6. versicherte Bf. Lorenz den Nürnberger Gesandten in Worms, dass er unverändert am Zustandekommen der Einung interessiert sei. Er werde den Bf. von Eichstätt deshalb noch einmal kontaktieren. Tetzel bat Bf. Gabriel ebenfalls, den Vertragsabschluss voranzutreiben (Kop., mitwoch nach Viti; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 62–62’). Über das Schreiben informierte er auch den Würzburger Bf. (Kop., mitwoch nach Viti; ebd., fol. 63–63’).
    3
     Gemeint ist die am 18.4.1509 geschlossene Einung zwischen dem Hst. Bamberg und Nürnberg (Kop., mitwochen nach dem sontag quasimodogeniti; StA Bamberg, B 86, Nr. 219, fol. 52’–58). Vgl. Muellner, Annalen III, S. 408f.; Looshorn, Geschichte IV, S. 473f.
    4
     Am 5.6. (tercia post trinitatis)beschloss der Nürnberger Rat, das RKG betreffende Nachrichten aus Worms an Rehlinger weiterzuleiten (StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratsverlässe 504, fol. 21).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Laut Ritzmann, Plackerey, S. 85 (dort irrtümlich Haubitz).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Die Nürnberger Hh.Älteren sandten dem Ratsherrn und früheren obersten böhmischen Münzmeister Hans Harsdörffer am 8.6. die inzwischen eingegangenen Schreiben des Bundes an Kg. Wladislaw und die böhmischen Stände mit der Bitte um Übergabe an den Kg. selbst, keinesfalls an Kolowrat, zu (Kop., freytag nach corpo del Cristo; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 46’). Am 29.6. traf laut Mitteilung Nürnbergs an Matthäus Neithart die Antwort ein (Kop., freitag nach Johannis babtiste; ebd., fol. 79’–80).
    3
     Nach einer schriftlichen Aufforderung durch Bf. Georg sagte Nürnberg am 22.6. zu, zwei Ratsherren gemeinsam mit Schürstab nach Forchheim zu schicken, die dort mit bfl. Räten über die Angelegenheit verhandeln sollten (Kop., freytag post Albani; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 69–69’).
    1
     Liegt nicht vor. Es handelt sich um die Antwort auf das Nürnberger Schreiben vom 15.5. [Nr. 465].
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Das Bündnis mit Würzburg wurde schließlich am 17.10.1510 geschlossen (Seyboth, Markgraftümer, S. 286).
    3
     Nürnberg informierte Neithart darin über die Gefangennahme Stromers und bat um die Einberufung eines Bundestages zur Festsetzung der ihnen sowie Ulm und Isny bereits bewilligten Hilfe gegen Guttenstein (Or. Perg., mitwoch nach trinitatis[6.6.]1509; HStA Stuttgart, H 53, Bü. 25, unfol.). Allerdings wurde der neue Bundestag erst für den 15.7. (sonntag der hailigen zwölfboten tailung tag)nach Augsburg einberufen (Ausschreiben Neitharts an die Schwäbischen Bundesstädte vom 18.6.; Or. m. S.[Ulm], montags nach Viti; StdA Augsburg, Lit. 1509, Fasz. Juni, unfol.; AV Straßburg, AA 353, fol. 62–62’. Ausschreiben Wilhelm Güss’ von Güssenberg an kfl. und ftl. Bundesstände vom 20.6., hier an Hg. Wolfgang von Bayern und andere Vormundschaftsräte Hg. Wilhelms, Or., mitwochen nach Viti; HStA München, KÄA 2018, fol. 20–20’). Neithart entschuldigte sich am 18.6. gegenüber Nürnberg, dass ein früherer Termin aus Gründen, die Nützel noch darlegen werde, nicht möglich gewesen sei (Or. m. S., [Ulm], mentag nach Viti; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 118, Nr. 6 [alt S I L 61, Nr. 3], fol. 85–85’). Der Juli-Bundestag bewilligte zum 1.9. eine halbe Bundeshilfe von 400 Reitern und 4000 Fußsoldaten einschließlich der für den Feldzug benötigten Artillerie (Kop., [nach dem 15.7. (sontag der XII boten tailung tag)]; HStA Stuttgart, H 53, Bü. 10, fol. 8–10; StA Augsburg, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 913, Stück-Nr. I.4; StdA Augsburg, Lit. 1509, Fasz. Juli, unfol.; StA Bamberg, A 85, Lade 329, Nr. 191, unfol. Regest: Klüpfel, Urkunden II, S. 33 (irrtümlich auf den 16.6. datiert). Mitteilung der Bundesbeschlüsse an Kg. Wladislaw von Böhmen, Kop. Augsburg, freytags vor Marie Magdalene[20.7.]1509; HStA München, KÄA 2013, fol. 270–270’). Vgl. Ritzmann, Plackerey, S. 83; Carl, Bund, S. 472.
    4
     Vgl. Nr. 463, S. 677, Anm. 3.
    1
     In der Vorlage irrtümlich: verhelfen.

    Anmerkungen

    a
    –a erwählter ... etc.] Fehlt in B.
    b
     Friderichen] In B danach Einfügung durch Streichung wieder rückgängig gemacht: Kf., und Johansen, gebrudern. – Der Kredenzbrief Ks. Maximilians für Nassau, Fraunberg und Topler war ausschließlich an Kf. Friedrich adressiert (Or. Mindelheim, 7.5.1509; Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein; HStA Weimar, EGA, Reg. D, Nr. 315, fol. 13–13’).
    c
     obrist veld] In B Einfügung.
    d
    –d ermanen ... durch] In B korrigiert aus: der reden, so wir derhalb in sunderhait mit ime gehabt und er sich darauf bewilligt hat, erinnern und ernstlichen begern, das er solich haubtmanschaft annemen. – Ein erster Verbesserungsversuch wurde durch Streichung wieder rückgängig gemacht: ermanen, das er sich gegen uns bewilligt hab, mit uns zu ziehen und uns unser furnemen helfen vollenzihen. Und so dann die hauptmanschaft furgefallen, sey unser ernstlich beger, das er dieselbe hauptmanschaft anneme und bis zu beschluß des reichstags, und bis das er das volk in den zug bring, verharrn woll. – Ein weiterer Verbesserungsversuch wurde ebenfalls durch Streichung rückgängig gemacht: zu Worms verharren und pleiben und daß volk, so uns zu schicken bewilligt werde, in den zug bringen wolle, damit, so er solchen anfang mach, yederman sich dest furderlicher zu der sachen schicken tue.
    e
     marggraven Casimiren] In B korrigiert aus: seinen bruder Hg. Hainrichen [berichtigt zu: Hansen] von Sachsen.
    f
    –f von ... ernstlichen] In B Einfügung am Rand.
    g
    –g und ... Casimiren] In B Einfügung.
    h
    –h und ... wurde] in B Einfügung am Rand.
    i
    –i und ... heimsetzt] In B Einfügung am Seitenende. Davor gestrichen: So Hg. Friderich die bede, das stathalterambt oder hauptmanschaft, nit annemen wolt oder wurde, so ernent ir Mt.
    j
     mitsambt inen] In B Einfügung.
    k
    –k anno ... jaren] In B: 1509.
    a
    –a damit ... seien] In C Randverm.: Nota: Cesaris dictamen man[u] propria.
    a
    –a Allerdurchleuchtigister ... herr] In B: Allerdurchleuchtigister etc.
    b
     tag] In B danach: obgenants monats.
    c
     sein] In B: erschinen.
    d
    –d der ... bevelhen] Fehlt in B.
    e
     Fraunberg] In B danach: Erasm Dopler, brobst etc.
    a
    –a grosmechtigister … herr] In B: etc.
    b
     Wird] In B: Wo wir.
    c
    –c darauf … zu] In B: etc. Datum.
    d
    –d her … und] In B: etc.
    e
    –e freyherr … Hag] In B: etc.
    f
     Hag] In B zusätzlich: Erasm Dopler, brobst etc.
    a
    –agrosmechtigister ... herr] In B: etc.
    b
    –b E. ... Stutgarten] In B: E. ksl. Mt. rete und commissarien etc.
    a
    –a euer ... herr] In B: etc.
    b
     schicken] Ergänzung gemäß B.
    a
    –a von ... kayser] Fehlt in C.
    b
     außgezeichent] In B-D: ußgezeigt.
    c
     außgezeichent] In B-D: ußgezeigt.
    a
    –a Allerdurchleuchtigister … herr] In B: Allergenedigister kaiser etc.
    b
     churfurst etc.] Fehlt in B.
    c
     kurzlichen] In B: neulichen.
    d
     Thor] In B irrtümlich: den.
    e
    –e von … lauted] In B: sich anfahet.
    f
    –f wörtliche … Pkt. 2] In B nur Wiedergabe der Anfangspassage [Wo … wurde] mit dem Vermerk: wie dann der artikl hernachvolgend inhelt.
    g
     gnade] In B: gnediger herr.
    h
    –h untertenig … gehorsamist] Fehlt in B.
    a
     etc.] In B: e[rwählter] von Gots gnaden romischer keyser etc.C wie A. In D: e[rwählter] von Gots gnaden romischer keiser, zu allen zeiten merer des R[eichs].
    b
    –b XXIIIIten ... im] Fehlt irrtümlich in D.
    a
    –a von ... kayser] Fehlt in C.
    b
     ohem] In B-D danach: [und] furst.
    c
     bedenkens] In C danach: und betrachtens. B/D wie A.
    d
    –d Dann ... tun] Randverm.: Nota.
    e
     ytz] In A danach irrtümlich: zu.Fehlt in B-D.
    f
    –f wie ... haben] Randverm.: Nota.
    g
    –g So ... selbs] Randverm.: Nota.
    h
    –h und ... ayd] Randverm.: Nicht zu fragen.
    i
    –i Dann ... sein] Randverm.: Nota.
    j
    –j Aber ... gewest] Randverm.: Nota.
    k
    –k Dann ... mogen] Randverm.: Nota.
    l
    –l und ... haben] Randverm.: Nota.
    m
    –m Wir ... verzert] Randverm.: Nota.
    n
    –n unserm ... gemeß] Randverm.: Nota.
    o
    –o dadurch ... anzusuchen] Randverm.: Nota.
    p
     Darumb ... sein] Randverm.: Nota. Protestirt. – Dye wider zu halten.
    q
     umb] Ergänzung gemäß B-D.
    a
    –a Darauf ... lassen] In B Einfügung am Rand.
    b
    –b das ... lassen] In B korrigiert aus: wie wir uns mit antwurt mechten vernemen lassen, wiewol wir doch uns willig in dem und allem andern und gegen ksl. Mt. uns als der undertenig gehorsam halten.
    c
     uns zu entschuldigen] In B Einfügung am Rand.
    a
     so wir] Einfügung.
    b
    –b zu … handen] Einfügung am Rand.
    c
     zu bezalen] Einfügung am Rand.
    a
    –a Friderich … andechtiger] In B: Ist geschr[ieben] worden dem lantcomptur in Elsas.
    b
     uns] Fehlt in B.
    c
     alhie] Fehlt in B.
    d
    –d geneigt … neunden] In B: etc.
    a
    –aeinige … beauftragt] In B werden zusätzlich die Namen der Räte genannt (Adam von Frundsberg, Ernst von Welden, Wilhelm Güss von Güssenberg und Dr. Konrad Peutinger) und als Termin für die Anhörung der 31.5. (pfinztag nach dem hailigen pfingstag)angegeben. Vgl. Nr. 324, S. 526, Anm. 3.
    b
    –bSie … stellen] Fehlt in B.
    a
     werden] Danach gestrichen: wir auch dobyneben bericht.
    b
    –b beid … wissen] Einfügung am Rand.

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    «5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte  »

    «5.1. Kaiser Maximilian  »

    «Nr. 381 Weisung Ks. Maximilians an den Reichserbkämmerer, ksl. Hofmeister und Hauptmann zu Hohenburg, Gf. Eitelfriedrich von Zollern – [Worms, wohl 24. April 1509] »

    Vertretung des Ks. auf dem Reichstag.

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV/38, Fasz. 2f, fol. 275’ (Konz.).

    Maximilian etc. Wolgeborner, lieber getr[euer]. Wir fuegen dir zu vernemen, daz wir uns yeczo etlicher merklichen noturften und sachen halben von disem reichstag erheben muessen. Damit aber nichtdestminder unser und des Hailigen Reichs obligend sachen, darumb wir dann solhen reichstag ausgeschriben, furgenomen und daryn gehandelt werde, haben wir dich mitsambt andern unsern raten, an unser stat auf solhem reichstag hie zu sein und zu handeln verordent. Und begern darauf an dich, mit ernst bevelhend, daz du dich zum furderlichsten erhebest und on verziehen den negsten her gen Wormbs reitest, daselbs du ander unser rate, auch instruction und bevelh, was du mitsambt inen von unsern wegen hie handeln sollest, finden wirdest, und in kainen weg hieryne verziehest noch ausbeleybest, dann ain guter tail unser und des Hailigen Reichs curfursten, fursten und stande in aigner person hie sein und noch ankomen. So wirdest du hie nit lang aufgehalten. Und umb die zerung, so dir auf solhe rayß get, wellen wir uns gnediglich mit dir vertragen. Und wir wellen uns des entlichen zu dir verlassen und du tust uns daran sonder gut gefallen und unser ernstliche maynung. Datum.1

    «Nr. Š382 Weisung Ks. Maximilians an den ksl. Rat und Reichshauptmann zu Regensburg, Sigmund von Rorbach – [Worms, wohl 24. April 1509] »

    Vertretung des Ks. auf dem Reichstag, Verhandlungen über Angelegenheiten Regensburgs.

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIV/38, Fasz. 2f, fol. 274 (Konz.).

    Maximilian etc. Lieber getreuer. Nachdem wir dir vor verschinen tagen geschriben und bevolhen haben, dich der von Regensburg und ander sachen halben her gen Wormbs zu fügen1: Wiewol wir nu aus etlichen merklichen noturften und ursachen von hyn verruckt sein, so ist doch nochmals unser ernstlicher bevelh, daz du dich nichtdestminder on verziehen hieher fuegest, inmassen wir dir dann vor geschriben haben. So wirdest du hie ander unser rate und beschaid finden, was du mitsambt inen von unsern wegen hie handeln sollest. So haben dieselben unser rate auch von uns bevelh, in den sachen, der von Regensburg halben, was sich der noturft nach gepurt, zu handeln.2 Und in solhem nit seumig noch ungehorsam erscheinst. Das ist etc. Datum.

    «Nr. 383 Ks. Maximilian an Costantino Arianiti (Fragment) – [Speyer?], 24. April 1509 »

    Einzug Ks. Maximilians in Worms (21. April), Eröffnung der Reichstagsverhandlungen durch den Ks. (22. April); Reichsbelehnungen für die Kff. von Mainz und Köln sowie für den Bf. von Lüttich (23. April); Erklärung der Reichsstände; Abreise Ks. Maximilians aus Worms (24. April).

    Wien, HHStA, Maximiliana 42, Fasz. IV/4, fol. fol. 100–103’, hier 103’ (lat. Konz.) = Textvorlage A.

    /103’/ Sicuti per fratrem Augustinum1 significavimus tibi de ingressu nostro in Wormatiam, qui fuit XXI. istius, intrarunt nobiscum tres principes electores ecclesiastici et quartus [comes] pallatinus [Kf. Ludwig] et complures alii principes. Ibidem etiam comperimus aliquos principes etiam et status Imperii. Postera die [22.4.] ingressus nostri proposuimus principibus. Altera die [23.4.] iterum proposuimus et concessimus regalia Maguntino, Coloniensi et Leodiensi. Eadem die nobis fuit responsum [Nr. 260, Pkt. 4] benigne eo modo et forma, quod indubitanter speramus habere bonum auxilium ab imperialibus. Sed cum dux Saxonie [Kf. Friedrich] et aliqui alii principes nondum huc advenerint, sunt tum in propinquo, ipsis advenientibus statuent de modo et forma istius auxilii. Quod Šcum ita cito fieri non possit, laboramus [et] adhibemus dilligentiam, ut maior pars istius auxilii acceleretur, reliqua subsequatur. Peractis hiis XXIIII. istius disces[s]imus ex Wormatia et venimus huc continuantes iter nostrum versus Tirolim, ubi speramus te comperire cum provisione, de qua scripsimus tibi. [...].

    «Nr. 384 Weisung Ks. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach und die anderen Reichstagskommissare – Speyer, 26. April 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 61–61’ (Kop.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 85’–86 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = B.

    Der ksl. Rat Johann Storch hat sich bereits mehrmals wegen des ihm während des Konstanzer Reichstages durch Hans von Emershofen und ebenfalls in Konstanz, aber auch bei anderen Gelegenheiten durch Ambrosius Dietrich zugefügten Unrechts beklagt. Er, der Ks., konnte jedoch wegen anderer Obliegenheiten in dieser Sache bislang nichts unternehmen. Damit Storch nicht das Recht verweigert wird, befiehlt er ihnen, aus dem Kreis der von diesem benannten Personen unparteiische Richter auszuwählen und sie mit einer Kommission zu betrauen, wie sie Storch schon früher gegen Emershofen bewilligt worden war. Sie sollen außerdem die Ausfertigung eines Mandats an Dietrich veranlassen, das diesem die weitere unangemessene Verfolgung seiner Schuldforderung gegen Storch1untersagt. Der ksl. Fiskalprokurator [Christoph Moeller] soll darüber hinaus Weisung erhalten, für den Fall der Missachtung dieses Mandats unverzüglich gegen Dietrich zu prozessieren.

    «Nr. 385 Der ksl. Sekretär und Protonotar Johann Storch an Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden – Speyer, 27. April 1509 »

    Klage gegen Johann von Kriechingen.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 1’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    Wolgeborner, genediger herr. Mir hat mein herr, der canzler [Zyprian von Serntein], bevolhen, e. Gn. zu schreiben, nachdem herrn Johann von Krichings tag morgen, sambstags [28.4.], sein wurde, ob sie erschinen oder ansuchen werden, das e. Gn. aus ksl. Mt. sonderlichem bevelch die zeit funf oder sechs tage ungevarlich erstrecken wolle. Mitlerzeit werde die instruction [Nr. 267, Pkt. 23] und ander bevelch deshalb zukumen. Das hab ich e. Gn. in eil nit verhalten wollen. Geben Speir, freitags nach misericordias Domini anno etc. im neunten. E. Gn. williger Johann Storch.

    «Nr. Š386 Weisung Ks. Maximilians an den ksl. Sekretär Georg Mosbach – Bruchsal, 28. April 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 94 (Konz. mit ex.-Verm.).

    [1.] Übersendet ihm eine ksl. Quittung über die Frankfurter Stadtsteuer. Befiehlt ihm, das Geld von den Frankfurter Gesandten in Worms einzufordern. Sobald es ihm ausbezahlt wurde, soll er gemäß dem in seinen Händen befindlichen Zahlungsplan (stat)damit verfahren.1

    [2.] Übersendet ihm außerdem zwei Schreiben an den ksl. Wundarzt Valentin Poltz. Das erste soll er unverzüglich in die ksl. Herberge „Zu der Kanten“ in Oppenheim weiterleiten und den Wirt anweisen, es nach dessen Ankunft an Poltz auszuhändigen. Das zweite Schreiben samt den für diesen bestimmten 50 fl. soll er, Mosbach, nach dessen Eintreffen in Worms an Poltz übergeben.2

    «Nr. 387 Weisung Ks. Maximilians an Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden – Stuttgart, 30. April 1509 »

    Beitrag Gf. Johann Ludwigs von Nassau-Saarbrücken zu den Reichshilfen von 1505 und 1507.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 100 (Konz. mit ex.-Verm.).

    Übersendet ihm eine Quittung über den Anteil Gf. Johann Ludwigs von Nassau-Saarbrücken an den in Köln und Konstanz bewilligten Reichshilfen.1Zwar wurde bislang nur ein Teil der Summe bezahlt2, doch hat er dem Gf. den Rest erlassen, weil er sich zum einen bereit erklärt hat, die ihm aufgetragene Mission bei Kf. Friedrich von Sachsen aus eigenen Mitteln zu bestreiten, und zum anderen dem ksl. ŠReichsvogt in Donauwörth und Weißenburg, Balthasar Wolf von Wolfsthal, eine Schuld von 5000 fl. stundet. Demnach emphelhen wir dir, sover bemelter von Nassau solhen zug also auf sein costen zu tun, nachdem er, dieweil gedachter von Sachsen numals auf dem weg gen Wurmbs ist, nit verrer zu reiten bedarf, verwilligen und ziehen wurd, daz du im alsdann solhe quittung zu seinen handen uberantwurtest; wo er aber solhs nit tun wolt, uns alsdann dieselb quittung gewisslichen widerumb zuschickest.

    «Nr. 388 Weisung Ks. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und andere ksl. Reichstagskommissare – Stuttgart, 1. Mai 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 102–102’ (Konz. mit ex.-Verm.).

    Gf. Johann Ludwig von Nassau-Saarbrücken hat – auch im Namen Gf. Philipps von Solms und Gerlachs von Isenburg – vorgebracht, dass ihr Diener [Johann] Rockenhäuser auf Veranlassung der [Wild- und] Rheingfin. [Johannetta] zu Dhaun (Thuen)und ihrer Söhne [Philipp und Johann] in sware vanknuß gepracht und etwas strencklich gegen im gehandelt worden sey, und gebeten, sich um dessen Freilassung zu bemühen. Die Angelegenheit ist wichtig, da die Rheingff. Rockenhäuser schwerer Vergehen beschuldigen. Sie sollen deshalb eine Anhörung durchführen. Befiehlt ihnen, die Parteien vorzuladen, anzuhören und als seine Vertreter nach eigenem Gutdünken zu verfahren. Gf. Johann Ludwig hat gebeten, Rockenhäuser für die Anhörung auf freien Fuß zu setzen. Dies erschien ohne Wissen der Rheingff. und eine vorherige Klärung durch sie, die Reichstagskommissare, nicht tunlich. Falls sie darum ersucht werden, sollen sie nach Anhörung der Parteien entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen Rockenhäuser freikommt und zur Anhörung zugelassen wird, damit möglichst rasch ein Ausgleich zustande kommt. Gf. Johann Ludwig hat die Stellung einer Bürgschaft von bis zu 10 000 fl.rh. angeboten.1

    «Nr. Š389 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg und Erasmus Topler an Ks. Maximilian – Worms, 3. Mai 1509 »

    Bitte um Zusendung ihrer Instruktion für die Reichstagsverhandlungen.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 2 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    Allerdurchleuchtigister etc., eur ksl. Mt. seien unser untertenig und willig dinst etc. Allergenedigister herr, nachdem euer ksl. Mt. auf mich, Casimirus, marggrave zu Brandenburg etc., mitsambt etlichen andern ainen gemainen bevelch gestelt und solichem zu Wormbs auf gehaltem reichstage außzuwarten, tun wir euer ksl. Mt. wissen, das auf solichen bevelch allain wir hie zu Wormbs erschinen und die anderen verordenten1 nochmals aussen sind, nichts auch von inen diser zeit vernomen. Uns ist auch kain instruction noch sigl zukumen laut eur ksl. Mt. abschide, deßhalben wir nichts fruchbars und erschießlichs handeln konnen und auch hie schimpflich zu ligen sein will. Das auch vil parteien, so auf disen reichstage und fur euer ksl. Mt. beschaiden, kain abfertigung erlangen mogen und den churfursten, fursten und anderen stenden des Reichs beschwerlich, das mit inen nichts gehandlt wurdet. Solichem nach bitten eur ksl. Mt. wir unterteniglich, wolle uns deßhalben gnedigen beschaid zuschicken, domit die zeit nit vergebens verlauf, und was uns hierin zu handeln und zu lassen sey. Solichs haben wir eur ksl. Mt. zu erkennen geben und in eil nit wellen verhalten. Datumb Wormbs am III. tage May anno etc. im neunten.

    E. ksl. Mt. gehorsamer und undertenig Casimirus, marggrave zu Brandenburg etc., Adolf Gf. zu Nassau etc., Sigmund von Fraunberg etc., Erasm Dopler, bropst etc.

    «Nr. 390 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg und Erasmus Topler an Ks. Maximilian – Worms, 5. Mai 1509 »

    [1.] Einwände gegen die geplante Verlegung des Reichskammergerichts nach Worms; [2.] Vorschlag zu Beratungen über das Reichskammergericht auf dem Reichstag (Tagungsort, Ersetzung der ausgeschiedenen Beisitzer, Qualifizierung der Beisitzer, Finanzierung des Gerichts, Abstellung von Missständen).

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 108–108’, 109’ (Or. m. Resten von 2 Ss.; Vermm.: Ks. in veld zu vermanen. Sernteiner zu geben brief von Wormbs.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 7’–8 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    Š[1.] Allerdurchleuchtigister, grosmechtigister keyser, eur ksl. Mt. unser undertenig, schuldig und gehorsam dinst stets zuvor. Allergnedigister herr, wir vernemen, eur ksl. Mt. ir camergericht yetzo her gen Worms zu verrugken verschafft haben. Wiewol nu bey uns und meniglichem billich kein zweifel ist, das solhs euer ksl. Mt. halben nit on sonder ursach und guter bewegnus also angesehen worden sey, so will doch, wie wir aus teglicher umbgeenden reden vermerken und ermessen, beym gemeinen man, das die camergericht diser zeit und vor entlicher hinlegung der zwitrecht zwischen der briesterschaft und burgern hie sollen hergelegt werden, zusambt dem, das solhs dem besluss und abschid zu Costenz1 zuwider oder ungemess ist, fur sorglich und darfur angesehen werden, das es on hinlegung und vertrag yetzgemelter zwitrecht nicht wenig verhindrung geperen mochte. So wellen auch vil menschen, sonderlich die paß2 gelerten und verstendigen, irer conscients halb scheuhen haben, in solhen swebenden zwitrechten hie zu wonen. Zudem, so horen wir klag und beswerung der camergerichtsperson halben in ubersetzung der hauszins, wie dann vormals, als die camergericht hie gehalten worden3, auch allerlay beswerung und irrung mit den gerichtspersonen, von den burgern hie furgenomen, erschinen seien.

    [2.] Allergnedigister herr, dieweil nu eur ksl. Mt. bewegend ursachen zu obbemeltem gescheft uns noch unwissend seien, haben wir als die, so e. ksl. Mt. und des Reichs eere und nutz, wie wir schuldig seien, gern furdern wolten, obberurten ursachen und begeg[n]ungen eur ksl. Mt. zu ermessen nit wellen verhalten, und sehen demnach fur gut und not an, daz eur ksl. Mt. beschaid tete, mit den stenden des Reichs, so yetzo hie seien, zu handlen von der malstat, es wer zu Speyr oder Frankfort, bis zu hinlegung bemelter irrung, auch von erstattung der abgezogen beysitzer, von pesserer und statlicher besetzung, bestendlicher erhaltung, auch andern gebrechen und notdurft des camergerichts. Und das solhs zum allerfurderlichisten beschehe, in ansehung und zu verhuetung des beswerlichen costens der gerichtspersonen, die sich nu, als wir gedenken, herzuziehen erhebt haben, wo sy sich mit iren hausgereten yetzo hie niderlassen und geleich widerumb abziehen solten. Wellen darauf eur ksl. Mt. gemuet und antwurt bey disem bostboten wertig sein. Datum Worms am funften tag des monats May anno etc. im neunten.

    E. ksl. Mt. gehorsam und undertenig Casimirus, marggraf zu Brandenburg etc., Adolf, graf zu Nassau, her zu Wispaden, Sigmund von Fraunberg, Frh. zum Hag, und Erasm Topler etc.

    «Nr. Š391 Instruktion Ks. Maximilians für seine Reichstagskommissare Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg zum Haag und Erasmus Topler zu Verhandlungen mit Kf. Friedrich III. von Sachsen, Hg. Erich I. von Braunschweig-Calenberg und Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach – Mindelheim, 7. Mai 1509 »

    [1.] Bitte an Kf. Friedrich von Sachsen um Übernahme der obersten Feldhauptmannschaft oder [2.] Wahrnehmung der Reichsstatthalteramtes; [3.] alternativ Bitte an Hg. Erich von Braunschweig um Übernahme der obersten Feldhauptmannschaft und [4.] Verhandlungen mit Mgf. Kasimir von Brandenburg über das Statthalteramt; [5.] gegebenenfalls Einschaltung der Reichsstände in die Verhandlungen mit Hg. Erich und Mgf. Kasimir.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 100–101 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 120–121 (Konz. mit ex.-Verm.) = B.

    Maximilian, ae[rwählter] von Gotts gnaden romischer kayser etc.–a

    Instruction, was die wolgebornen, edeln, ersamen, unser und des Reichs lieben getreuen und andechtigen Adolf, graf zu Nassau, herr zu Wießbaden, Sigmunden von Fraunberg, fryher zum Hagen, und doctor Erasme Duppler, bro[p]st zu sant Sebold zu Nuremberg, unsere rete, samentlich und sunderlich von unsern wegen bey und mit dem hochgebornen Friderichenb, herzogen zu Sachsen, landgraven in Doringen und marggraven zu Meissen, des Heiligen Romischen Reichs erzmarschalk, Erichen, herzogen zu Braunsweick und Lunenburg, und Casimiren, marggraven zu Brandenburg, zu Stettin, Pomern, der Cassuben und Wenden herzogen, burggraven zu Nuremberg und fursten zu Rugen, unser lieben oheymen, churfursten und fursten, handeln und werben sollen.

    [1.] Erstlich sollen sy mit bemelten herzogen Friderichen von unsern wegen handeln und ine mit allem fleiss ersuchen und bitten, das er uns zu besonderm gefallen und in ansehung unser gelegenheit und notdurft, dieser zeit vor augen, auf die handlung und anslag des yetzigen Reichs tag zu Wormbs des Reichs obrist veldc-haubtmanschaft annemen und sich darin gutwillig erzaigen. So wölten sy dem sunderliche bevelh nach, so sy deßhalben von uns hetten, so sein liebe darein verwilligen wurde, als fur sich selbs mit den stenden des Reichs handeln, sein liebe deßhalben in sonderheit zu besuchen und zu bitten, solich Šhaubtmanschaft anzunemen, und mit ime deßhalben besluss und abrede zu machen.

    [2.] Wo aber sein lieb solichs abschlagen und nit annemen wurde, alsdann ine auf das fleissigst zu ersuchen, das stathelterampt auf form und maß, wie man sich des mit ime vertragen wurde, anzunemen, und sonderlich, wo es den stenden und seiner liebe gemeint sein wurde, nach inhalt der abrede, verschreibung und vertrag, auf dem negstgehalten Reichs tag zu Costenz deßhalb aufgericht1.

    [3.] Und sy sollen der haubtmanschaft halben ferrer mit dem bemelten herzogen Erichen von Braunschweick handeln und ine dermanen, das er sich gegen uns bewilligt hab, mit uns zu ziehen und uns unser furnemen helfen zu volbringen. Und dieweil die gedacht haubtmanschaft furgefallen, sey unser ernstlich begere, das er dieselb haubtmanschaft annemen und byß zu beschluß des Reichs tags zu Wormbs daselbst verharren und bleiben und das vo[l]k, das uns laut des anschlags zu schicken zugesagt, in den zug bringen woll, damit, so solicher anfang durch–d ine gemacht, yederman sich dest furderlicher zu der sachen schicken werde. Und uns zu gefallen solichs nit abschlagen. Wolten sy, ob ine not und gut bedeucht, solichs an die stende des Reichs gelangen lassen, die mit ime auch davon handeln und entlichen beschliessen wurden.

    [4.] So dann der gedacht herzog Fridrich das stathalterampt auch abslagen wurde, des wir uns doch nit versehen wollen, alsdann söllen sy marggraven Casimirene deßhalb ansuchen, mit ime fvon unsern wegen ernstlichen–f davon handeln und allen fleis ankeren, ine zu bewegen, das anzunemen.

    [5.] So aber unser rete und commissarien der gemelten haubtmanschaft oder stathalterampts halben bey den gedachten herzogen Fridrichen zu Sachsen, herŠzog Erichen von Braunschweick gund marggrave Casimiren–g nichts erlangen mochten hund ir kainer der eins oder kains annemen wolt oder wurde–h, sollen sy alsdann mitsampt andern unsern reten und commissarien den stenden des Reichs solichs zu erkennen geben iund inen herzog Heinrichen und herzog Erichen von Braunsweick darzu ernennen, doch auf ir gefallen und verbesserung, das ir ainer ains, der ander das ander annemen wolt, wie sy das gut bedeucht, das ksl. Mt. inen heimsetzt–i. Und auf iren rat und gutbedunken mitsambt inenj weyter darin handeln, damit solich bede ambt zum besten bestellt und versehen und wir derhalben an unserm furnemen nit verhindert oder gesaumbt werden.

    Wie sy dann solichs alles mit weitern geschicklichen und notdurftigen reden und den besten fugen wol wissen anzuzeigen. Daran tun sy unser ernstliche mainung. Geben zu Mundelhaim am siebenden tag des monats May kanno Domini XVC im neunten, unsers Reichs, des Romischen im XXIIII. jaren–k.2

    «Nr. 392 Der ksl. Sekretär und Protonotar Johann Storch an Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden – Kaufbeuren, 11. Mai 1509 »

    Zusendung von Verhandlungsunterlagen für die ksl. Kommissare; Ankündigung seiner Ankunft in Worms.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 2’–3 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.; präs. Worms, 14.5.1509).

    Wolgeborner, genediger herr. E. Gn. sind mein undertenig, willig dinst alzeit bevor. Auf heut in der zwolften stund in mittemtage bin ich mit disen gegenwurtigen instruction, credenzen und brifen, auch sigl und secreten von ksl. Mt. abgefertigt. Dweil sich aber solich abfertigung, wiewol wider meinen willen, vast lang verweilt und ich fursorg trage, das die stend des Heiligen Reichs, ytzo zu Wormbs versamelt, aus dem langen verzug verdries und unwillen emphahen mochten, domit dan solichs zum tail abgewendet, auch die zeit nit vergebenlich hinbracht und etwas gehandlt werde, han ich dise beyligende brif e. Gn. auf der post, die dan zwaier oder dreyer tage ee, wan ich gein Wormbs komen mage, wegegeschickt und ime geben, nemlich ain instruction, auf mein geneŠdigen herrn, marggrave Casimiren, e. Gn. und doctor Doplern lautende1, und credenz, dobey verleibt. Item ain lange instruction [Nr. 267] von XXVII artikln, dobey ain gemaine credenz an die ganz versamblung [Nr. 265], funf credenz auf den zwelften und siben credenz auf den XXVI. artikl [Nr. 374], darin begriffen, dienende und dobey noch ain gemaine instruction von VI pletter [Nr. 266]. Und ist ksl. Mt., unsers allergenedigisten herrn, maynung, das ir mitler zeit auf solich instruction werbung tun und inhalt derselben bey gedachten stenden handlen sollent bis auf mein zukunft. Dan ich, ob Got wil, morgen hie außreiten und sigl und secret mit mir bringen, mich auch unterwegen nit vil saumen will. Bekenn mich doch, on mein schuld lang verzogen haben. Solichs mogen e. Gn. anderen meinen herrn, den reten, auch anzaigen und die parteien dweil mit guten fugen aufhalten. Verhoff ich, was durch solichen verzug bißhere geseumbt ist, sol durch guten, emsigen vleis wider einbracht und erstat werden. Das han e. Gn. ich nit verhalten wellen, sich darnach haben zu richten. Der ich mich underteniglich tue bevelhen. Datum vast eylend zu Kaufpeuren am XI. tage May anno etc. nono. E. Gn. williger Johann Storch.

    «Nr. 393 Weisung Ks. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach und die anderen Reichstagskommissare – Kaufbeuren, 14. Mai 15091 »

    Übersendung päpstlicher Schriftstücke an die Kommissare.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 16 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein; irrtümliche Datierung auf den 24.5.) = Textvorlage A.

    Er übersendet ihnen beiliegend zwei päpstliche Breven an die geistlichen und weltlichen Kff.[Nr. 272], die sie unverzüglich weiterleiten sollen. Sofern sie dies für erforderlich halten, sollen sie ihn über die Reaktionen darauf unterrichten. Er seinerseits wird sie dann innerhalb weniger Tage über seine Meinung dazu informieren.

    [PS] Seinem Schreiben liegt außerdem zu ihrer Information eine Abschrift des einen Breves bei. Soweit ihm bekannt ist, stimmt es mit dem anderen Breve überein. Das ebenfalls beiliegende gedruckte päpstliche Ausschreiben (monitorium)gegen Venedig2ist der Reichsversammlung vorzulegen.

    «Nr. Š394 Weisung Ks. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach und die anderen Reichstagskommissare – Kaufbeuren, 14. Mai 15091 »

    Aushändigung der Jubelablassgelder an die Fugger als päpstliche und ksl. Bevollmächtigte.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 79–79’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 11’–12 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. wie A) = B.

    Hochgeborner, wolgebornen, edel, ersamen, lieben, andechtigen und getreuen. Wiewol wir in unser grossen und gemeinen instruction, euch zugesand, in dem zweinzigisten artikel des jubelgelds halben anzaigung und bevelh getan [Nr. 267, Pkt. 20], so haben wir doch mitler zeit der sachen weyter underrichtung empfangen, nemlich also: Als weylend der cardinal von Gurk [Raimund Peraudi] des vergangen jubiljar in teutzschen landen allenthalben publicirt, hat er von vil stetten und comunen, als wir glaublich bericht sein, verschreibung genomen, das sy solch jubilgeld ausserhalb unsers heiligen vater babst, unsers, des Heiligen Reichs und des Reichs rate, dazumal zu Nuremberg gewest, wissen und willen nymants hinausgeben sollten. Darumb, so wil unser merkliche notturft erfordern, als wir auch euch hiemit ernstlich bevelhen, das ir von gemeiner versamblung zu Wormbs von unsern wegen ernstlich mandat und gebotsbrif in der besten form erlangt und außbringt, auch darin narrirn lasset, wie die bebstlich heiligkait und wir uns von wegen alles jubilgelts in dem ganzen Reich vertragen und wir bede darauf den Fugkern zu Augspurg bevolhen hetten, dasselb jubilgeld allenthalben zu erfordern, einzubringen und zu empfahen und furter unser beder bevelh und verwilligung nach außzugeben. Und das dieselb versamblung darauf ernstlich und, ob sy not und gut bedeucht, bey ainer pene oder comminacion [= Strafandrohung] gebiete, das yederman solich jubilgelt den Fugkern oder yren bevelh- oder gewalthabern verfolgen lasse, unangesehn und ungehindert, das sich ir etlich villeicht verschriben mochten haben, das solchs alles mit des Reichs rat zu Nuremberg wissen bescheen solt. Und solchs mit gutem vleiss handelt. Daran tut ir unser ernstliche meynung. Geben zu Kaufbeyern am XIIII. tag May anno etc. nono, unsers Reichs, des Romischen im XXIIIIten jaren.

    «Nr. Š395 Weisung Ks. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach und die anderen Reichstagskommissare – Kaufbeuren, 14. Mai 15091 »

    Verhandlungen mit den Reichsständen über die Streichung Hg. Wolfgangs von Bayern aus dem Reichsanschlag.

    München, HStA, KÄA 1242, fol. 23 (Kop.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 18–18’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = B. München, HStA, KÄA 3137, fol. 139’ (Kop.) = C.

    Maximilian etc. Hochgeborner, lieber oheym und furst, wolgebornen, edlen, ersamen, andechtigen und lieben getruen. Wir schicken uch hiemit ain suplication [Nr. 370], uns von dem hochgebornen Wilhelmen pfalzgraven bei Rhein, herzogen von Bairen, unserm lieben vettern und fursten und seinen zugeordenten vormundern des anslags halben, unserm oheym und fursten herzog Wolfgangen von Bairn auf jungstgehaltem reichstag zu Costenz aufgelegt, uberantwurt, der inhalt ir mit angezeigtn beswarungen zu vernemen habt. Und nachdem wir bei uns selbs ermessen, das sein lieb solhs furtrags und begerens beweglich ursach hat, auch der nachteil und last kunftiglich auf ine wachsen wurd, darumb emphelhen wir uch ernstlichn, das ir solhe sein notturftig beswarde den stendn des Reichs furderlich und mit dem pesten fuegen anzaigt und allen muglichn vleis ankert, adamit sein lieb fur herzog Wolfgangn als landsfurst seines furstentumbs Ober- und Nidernbairen kunftiglich angeslagen wird, ausgenomen solch landschaft, so di phalzgraven auch als herrn von Bairen in posseß seien–a. Nemlich und also weiter, das der berurt unser oheim und furst herzog Wolfgang in den ytzigen, auch kunftigen anslegen nit gesetzt oder angelegt wirde, wie dann das seiner gelegenhait nach die billicheit eraischet. Daran tut ir unser ernstlich meynung. Geben in unser und des Reichs stat Kaufpeuren am XIIII. tag des monads Mai anno etc. im neuntn, unsers Reichs im XXIIIIten jarn.

    «Nr. 396 Weisung Ks. Maximilians an Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach und die anderen Reichstagskommissare – [Kaufbeuren, 14. Mai 1509]1 »

    Restitutionsforderung Kunos von Wallbrunn.

    München, HStA, KÄA 1242, fol. 23’ (Kop.) = Textvorlage A.

    Maximilian etc. Hochgeborner, lieber oheim und furst, wolgebornen, edlen, ersamen, andechtigen und lieben getr[euen]. Uns ist von wegen des hochgebornen Wilhelm, Pfgf. bei Rein, Hg. in B[ayern], unserm lieben vettern und Šfurstn, sachen halben, Conen von Walpronn, seinen haubtman zu Burkhausen antreffend, die hieringelegt schrift2 uberantwurt, mit unterteniger bitt, wie ir daraus vernemen werdent. Dieweil uns aber fueglichen gedunkt, das die inhaber der angezaigten gueter auf unser genedige handlung, so wir vormals in der sachen gehabt haben, zuvor gutlich ersucht werden, darumb so emphelhen wir ernstlichen, das ir von unsern wegen solcher sachen halben mit denselben inhabern handlet und guten vleis ankerent, damit dem ernenten Chonen seine entwerte guter widerumb zugestellt und eingeantwurt und weiter furnemens deßhalben nit not werde. Wo aber solhs nit beschehen wurde, uns alsdann gestalt der handlung mitsambt eurm rate und gutbedunken widerumb berichtet. Daran tut ir unsere ernstliche meynung. Geben in unser und des Reichs stat etc.

    «Nr. 397 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und Sigmund von Fraunberg an Ks. Maximilian – Worms, 15. Mai 1509 »

    [1.] Eingang der ksl. Instruktionen für die Verhandlungen mit den Reichsständen; [2.] Ausbleiben der zusätzlichen ksl. Räte; [3.] Bitte um Geld zur Bezahlung von Boten zu den abwesenden Reichsfürsten.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 137–137’ (Or. m. 2 Ss.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 3’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    [1.] aAllerdurchleuchtigister, grosmechtigister kaiser, eur kayserlichen maiestat seien unser gehorsam, undertenig und willig dinst alzeit bevor. Allergenedigister herr–a, uns sind am montag, den vierzehenden tag May, von eur ksl. Mt. auf der post instruction [Nrr. 266f.] [und] credenzbrief [Nr. 265] zukumen, die wir underteniglich emphangen und irs inhalt vernomen haben. Und wellen morgen, den sechzehenden tagb, den churfursten, fursten und andern stenden des Reichs solh credenz uberantwurten und instruction furhalten, auch furter auf die antwurt verfolgen, nach laut der instruction kainen vleis sparen. Was dann zu antwurt gefallen und wer bey dem furtrag und verhore sein wirt, e. ksl. Mt. eylends zuschigken und zu erkennen geben wellen.

    [2.] Allergenedigister herr, e. ksl. Mt. geben wir auch underteniglich zu erkennen, das noch bisher nit mer dann unser vier zu Worms seien und die andern von reten noch nit ankumen sein.

    Š[3.] Verrer, allergenedigister herr, was fur fursten und stende noch nit hie seinc, wellen wir unverzogenlich beschreiben. E. Mt. welle auch gelt zu potenlon, die dann an vil ort nach den fursten geschigkt werden, verordnen. Solhs haben wir e. ksl. Mt., dder wir uns underteniglich bevelhen–d, nit wellen verhalten. Datum zu Worms am XV. tag des monets May anno etc. im neunten.

    E. ksl. Mt. gehorsamer und undertenigen Casimirus marggrave zu Brandenburg etc., Adolf grave zu Nassau etc. und Sigmund von Fraunberge.

    «Nr. 398 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und Sigmund von Fraunberg an Ks. Maximilian – Worms, 16. Mai 1509 »

    [1.] Vortrag und Übergabe der ksl. Kredenz und Reichstagsinstruktionen an die Reichsstände; [2.] Prüfung der reichsständischen Vollmachten durch die ksl. Kommissare; [3.] Umsetzung der nicht den Ständen vorgelegten Artikel der zweiten ksl. Instruktion; [4.] Übersendung der kurbrandenburgischen Vollmacht an den Ks.

    Innsbruck, TLA, Maximiliana VI/20, fol. 121–121’, 135’ (Or. m. Spuren von 2 Ss.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 4–4’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    [1.] Allerdurchleuchtigister, agrosmechtigister keiser, eur ksl. Mt. seyen unser undertenig, gehorsam und willig dinst allzeit unersparts vleiss. Allergnedigister herr–a, eur ksl. Mt. tun wir underteniglich zu vernemen: Nachdem eur ksl. Mt. uns instruction und credenzbrief uberschickt, haben wir die auf heut dato, den sechzehenden tag May, den churfursten, fursten und stenden des Reichs, sovil der hie zu Worms versamelt sein, inhalt beygelegts zetls furgehalten, anbracht und ubergeben. Und dweil nu die ain instruction [Nr. 266] lang, eur ksl. Mt. und dem Heiligen Reiche vil daran gelegen ist, haben wir dieselben, auch aus der andern instruction [Nr. 267] etlich artikel, damit in den worten nichts versaumbt werd, antreffend die churfursten und stende, in schriften [Nr. 268] uberantwurt. Darauf churfursten, fursten und stende des Reichs uns zu antwurt geben, auf freitag nach ascensionis Domini [18.5.] umb ain ur nachmittag wellen sy sich auf unser anbringen, eur ksl. Mt. begern und unser instruction bedenken. Achten wir fur ursachen, dweil die churfursten, fursten und ander noch nit all erschinen und hiezwischen obgemelt stende sich mit iren reten besprechen und ratslagen werden, uns auf freitag obgemelt furter ir meynung zu erkennen geben. Solhs eur ksl. Mt. wir nit verhalten wellen.

    Š[2.] Allergnedigister herr. Wir haben auch heut von allen stenden und geschickten botschaften ire gewalt begert, die zu sehen und horen, ob ain yeglicher genugsam sey. Wirdb dann mangel befunden, eur ksl. Mt. bey der nechsten posten wissen zu lassen.

    [3.] Wellen auch mittlerzeit die artikel, so in der andern instruction [Nr. 267] begriffen, auch furnemen und nach allem unserm vermogen kein vleis sparen.

    [4.] Eur ksl. Mt. schicken wir auch hiemit copey des churfursten marggraf Joachims von Brandenburg etc. gewalt [Nr. 230] zue. Und befinden darin, bezaichnet bey dem X, ain punct, den wir on eur ksl. Mt. willen und wissen nit annemen bedurfen. Und bevelhen uns cdarauf eur ksl. Mt. Geben zu–c Wormbs am XVI. tag des monets May anno etc. im neunten.

    E. ksl. Mt. gehorsamer und undertenig Casimirus, marggraf zu Brandenburg etc., Adolf, graf zu Nassau, dher zu Wispaden, und–d Sigmund von Fraunberg, efreyherr zum Hag–ef.

    «Nr. 399 Weisung Ks. Maximilians an die Reichstagskommissare – Mindelheim, 19. Mai 15091 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 80–80’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. J. Renner) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 15’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 40 (wie A) = C. Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop. mit imit. Verm. prps.).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 964, S. 762.

    Der frz. Kg. hat ihm heute geschrieben, dass er am 14. Mai [bei Agnadello] eine Schlacht gegen die Venezianer ausgetragen, mit Gottes Hilfe das Feld behauptet und die Schlacht gewonnen hat. Er habe einen ihrer obersten Hauptleute2gefangengenommen und viele weitere Gefangene gemacht. Der ksl. Gesandte beim frz. Kg. meldet als Augenzeuge dieser Schlacht 4000 getötete Venezianer.3In einem Schreiben des Postmeisters des frz. Kg. ist sogar von 10 000–12 000 erschlagenen Šund gefangenen Feinden die Rede.4Auch habe der frz. Kg. 40 Geschütze erbeutet.5Laut seinen Informationen umfasste das venezianische Heer in dieser Schlacht ca. 20 000 Mann, die Franzosen waren nur wenig stärker. Befiehlt ihnen, dies den Reichsständen mitzuteilen.6

    «Nr. 400 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg, Erasmus Topler und Ludwig Vergenhans an Ks. Maximilian – Worms, 22. Mai 1509 »

    [1.] Ankunft von Teilnehmern am Reichstag, Eintreffen ksl. Weisungen und Zeitungen, Vortrag der Kommissare an die Reichsstände, Sessionsstreitigkeiten der Reichsstände; [2.] ausstehende Antworten der Reichsversammlung zur Venedighilfe und einzelner Fürsten wegen der Bereitstellung von Reiterkontingenten; [3.] Anmahnung einer ksl. Antwort auf frühere Berichte der Kommissare.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 144–144’ (Or.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 14’–15 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    [1.] Allerdurchleuchtigister, agrosmechtigister keiser, eur ksl. Mt. sind unser undertenig, gehorsam und willig dinst allzeit bevor. Allergnedigister herr–a, euer ksl. Mt. tun wir underteniglich zu vernemen, erstlich, wie das unser oheimen, genedigisten und gnedigen herrn, der bischove von Collen, am sambstag, den neunzehenden tage May, herzog Fridrich von Sachsen am XXI. tag, herzog zu Wirtemberg am XX. tag und herzog Hans von Bayrn auch am XX. tag obgemelts monets hieher gein Worms kumen. Und so ist uns darnach am XXII. tag auf der post von euer ksl. Mt. breve monitoria [Nr. 272], neu zeitung1 und bevelhbrief des jubilgelts halben [Nr. 394] zukumen, die wir Šin aller undertenigkait emphangen und des tags den churfursten, fursten und andern stenden des Reichs solh neu zeitung, breve monitoria und bevelhbrief des jubilgelts verkundt und furbracht. Und bey diser solher werbung sind die churfursten, fursten und andere stende gestanden, wann sy der session und stands nit ainig gewest und bey zwayen stunden ungeverlich der session halben retig damit umbgangen und noch nit entslossen seien.

    [2.] Allergnedigister keyser, auf solh werbung und ander eur ksl. Mt. zugeschickt instruction [Nrr. 266, 268], auch ander sonderlich werbung und artikel [Nr. 267, Pkt. 12] ist uns kein antwurt von den churfursten, fursten und stenden des Reichs noch nit gefallen. Sopald uns aber antwurt wirt, als wir uns versehen, furderlich beschehen, die wir auch mit vleiss verfolgen, wellen eur ksl. Mt. wir solh antwurt furderlich bey der post zuschicken.

    [3.] Allergnedigister herr, eur ksl. Mt. haben wir mermals etlicher sachen halben geschriben, aber uns ist bisher von eur ksl. Mt. nye kein beschaid noch antwurt worden. Solhs wir euer ksl. Mt. nit haben wellen verhalten. Geben zu Worms am XXII. tag des monats May anno etc. im neunten.

    bE. ksl. Mt. gehorsam und undertenig Casimir, marggrave zu Brandenburg etc., Adolf, grave zu Nassau, Sigmund von Frauemberg, Erasm Tobler, brobst zu Nuremberg, Ludwig [Vergenhans], brobst zu Stutgarten–b.

    «Nr. Š401 Andreas Christian1 an Zyprian von Serntein – Worms, 22. Mai 1509 »

    [1.] Kritik am Ausbleiben Johann Storchs; [2.] Reaktionen der Reichsstände auf die übermittelten Neuigkeiten vom Venezianerkrieg.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 143–143’ (Or.).

    [1.] Die ksl. Kommissare und Räte sind wegen des Ausbleibens sowohl Storchs als auch einer ksl. Reaktion auf ihre Anfragen befremdet, auch auf etlich pessen [= Geleitbriefe], so sy ksl. Mt. zugeschickt, wan vil parteyen auf Storchen zukunft beschaiden und warten seind. Wan vil rede im rate der brif halben und Storchen aussenpleiben beschehen. Und wiewols im ksl. hofrat beschicht, bin ich doch meiner pflicht nach e. Gn. solichs ain klain anzaigung zu tun und nit verhalten wellen. Aus dem Schreiben an den Ks.[Nr. 400] wird er, Serntein, alles erfahren.

    [2.] Als den stenden des Reichs etc. die neu zeitigung [Nr. 399] verkundt worden, bin ich mit in der versamlung gewest. Seind warlich etlich hinder mir gestanden und gesagt, die rete haben solich mer erdicht. Hab darauf etlichen die brif und ksl. Mt. und e. Gn. hantzaichen geweist, also das sy dem glauben haben mussen geben.

    Datum eylends am XXII. tag May anno etc. nono. E. Gn. williger Endres Kristan.

    «Nr. 402 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Erasmus Topler und Ludwig Vergenhans an Ks. Maximilian – Worms, 24. Mai 1509 »

    Bitte um Belassung Sigmunds von Fraunberg auf dem Reichstag.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 153–153’ (Or. m. Resten von 2 Ss.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 1’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    Allerdurchleuchtigister, grosmechtigister keiser, aeuer ksl. Mt. seien unser gehorsam, undertenig und willig dinst allzeit bevor. Allergnedigister herr–a, uns ist angelangt, wie eur ksl. Mt. Sigmunden von Frauenberg, freyherrn zum Hage etc., mit instruction und bevelhbriefen in Niderland verorden welle. Nun ist on zweifel eur ksl. Mt. wol wissend, das bis auf heut dato bey mir, Casimir, marggrave zu Brandemburg etc., nit mer dann vier verordent rete mitsambt obgenanntem von Frauenberg hie erschinen. Wo eur ksl. Mt. dann den von ŠFrauenberg in Niderland schickenb, wie angezaigt, wurde schimpflich und klain anzal bey den stenden des Reichs anzusehen, wann der andern zugeordenten reten noch kainer nit ankumen ist.

    Bitten darauf, eur ksl. Mt. welle genannten von Frauenberg solhes bevelhs gnediglich erlassen und die sachen und bevelh, so eur ksl. Mt. uns zugeschickt und zum tail angefangen, darzu wir dann sein bedurfen, furderlich helfen ausrichten, damit eur ksl. Mt. bevelh dest furderlicher furgang gewynne. Wollten wir euer Mt. solhs nit verhalten. [Datum, Unterschrift].

    «Nr. 403 Dr. Ludwig Vergenhans an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein – [Worms], 24. Mai 1509 »

    [1.] Berufung Vergenhans’ nach Worms; [2.] Misserfolg Hg. Ulrichs von Württemberg bei der Anwerbung von Reitern für Ks. Maximilian; [3.] Eingang eines Schreibens Sernteins, Anberaumung von Verhandlungen zwischen Österreich und Württemberg.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 151–151’ (eigh. Or. m. S.).

    [1.] Min willig dienst, lieber herr und gunder [= Gönner]. Wissen, daß mir min gnediger herr, margraf Casimirus zu Brandenburg, gen Stutgart geschriben hat, ich soll angesicht deß briefs gen Worms komen, von wegen ksl. Mt. alda helfen handeln, wie daß die instruckion [Nrr. 266f.] inhalt. Daß hon ich geton, damit nichts durch mich gesa[u]mpt wird. Und hon deß Storcken nit gewartet uß guter maynung.

    [2.] Wyter wissen in warhait, daß Wirttemberg ganz fliß und ernst gebrucht hat, ksl. Mt. die funfzig pfert zu schicken, aber hat nemen [= niemand] mogen ufbringen, wie ir daß uß sinem brief [Nr. 373] clarlich verston werden. Daß ist warlich also, dan ich daß gruntlich waiß, daß er ksl. Mt. zu gefallen die pfert geren geschickt hett, wa er sie hett mogen zuwegen bringen. Darum wollen den herzogen gegen ksl. Mt. warlich enschuldigen, daß solichs an im nit hat mangel gehabt, alß ir daß hernach erfinden werden.

    [3.] Uf mitwoch nach ascensionis [23.5.] haben der marschalk [Friedrich Beyer] und ich zu Worms uf zehen uwr oder stund morgeß uweren brief, unß bayden geschriben1, zu Worms enpfangen und kainen brief von her Paulsen [von Liechtenstein]. Aber so wir achten, daß der tag zu Worms sich bald enden werd und dann auch nit schad ist, daß wir baid da sien, so soll eß unß baid nit irren, daß her Paulß den tag setz in das gebyrg oder heruß, wa im gelegen sin wirt, dahin wir baid komen wollen, damit hie und dort nichts versa[u]mpt werd und ob Gott wil handeln, daß in kunftig zit dem huß Osterrich und ŠWirttemberg zu ern und nutz dienen soll.2 Man ist hoch erfrowet der nuwen zitung, so ir geschriben hand, wiewol vil darfur haben, eß sy allain ain fred3 aff und ain erdicht ding, die ander, eß sy war. [Datum, Unterschrift].

    «Nr. 404 Weisung Ks. Maximilians an die Reichstagskommissare – Innsbruck, 25. Mai 15091 »

    Mitteilung über die günstige militärische Situation im Venezianerkrieg, Aufforderung zur raschen Bewilligung einer Reichshilfe durch den Reichstag.

    ŠWeimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 158’–159 (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein; Adresse am Textende: An die kaiserlichen rete und comissarien zu Wormbs.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 177’–178 (wie A) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 35’–36 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Vermm. und Gegenz. wie A; Adresse am Textende: An ksl. Mt. rete, so auf dem reichstage zu Wormbs verordent etc.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 142’–143 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 169 (wie A). Berlin, GStA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 48’ (wie A). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 55’ (Kop., Kanzleiverm.: C.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 56–56’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie A). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 342’–343 (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. 424’–425 (wie A). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 43’ (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 61–61’ (wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 82–81’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt; Vermm. wie A). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 24 (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 32 (wie D).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 967, S. 762.

    Maximilian, avon Gots gnaden e[rwählter] romischer kayser–a etc.

    Hochgeborner, lieber oheym, furst und rat, wolgebornen, edeln, ersamen, gelerten, andechtigen und lieben getreuen. Wir fugen euch zu vernemen, das uns gleublich kundschaft komen ist, auch uns der konig von Frankreich geschriben hat, dz sein lieb den Venedigern die stete, slosser, befestigung, fleck und land, die im dann in der pundnus außgezeichentb sin2, abgewonnen und in seinen gewalt erobert hat, auch uns in demselben seinem schreyben entdeckt, dz er sich versicht, also wu wir mit unser macht komen und die Venediger in kurz, und dieweil sie der slacht und seins sigs in schrecken weren, angriffen, wir wurden on allen zweifel auch gar liderlich [= leicht] die stete, slosser, befestigung, flecken und lande, die uns in bemelter pundnuß auch außgezeichentc sein3, erobern.4

    ŠDemnach bevelhen wir euch ernstlich und wollen, dz ir solchs den curfursten, fursten und andern stenden des Heiligen Reichs, so auf dem ytzt gehalten Reichs tag zu Wormbs beyeynander versamelt sein, furhaltet und dabei von unsern wegen an sie begeret, dz sie des Reichs hilf furdern aufs beldest, so sie konnen, in ansehung der nodturft, wie sie selbs ermessen und bewegen mogen. Daran tut ir unser ernstlich meynung. Geben zu Inspruck am XXVten tag May anno etc. [im] IXten, unsers Reichs im XXIIIIten jaren.

    «Nr. 405 Bericht der Reichstagskommissare Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg und Erasmus Topler an Ks. Maximilian – Worms, 25. Mai 1509 »

    [1.] Verhandlungen mit Kf. Friedrich von Sachsen über die Reichshauptmannschaft und das Reichsstatthalteramt; [2.] Verhandlungen mit Hg. Erich von Braunschweig über die Reichshauptmannschaft.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 13–13’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = Textvorlage A.

    Š[1.] Allerdurchleuchtigster etc. Auf euer ksl. Mt. bevelch und instruction [Nr. 391] haben wir mit unserm genedigisten herrn, herzo[g] Friderich von Sachsen gehandlt und sein gnade auf das vleissigist, die hauptmanschaft des Reichs und des ganzen velds anzunemen inhalt der derselben instruction ersucht. Das aber uns sein gnade abgelaint entlich und under anderem vil ursachen angezaigt, das e. ksl. Mt. den chur- und fursten und stenden des Heiligen Reichs haimgesetzt und bevolhen hete, ainen zu benennen1. Deßhalben ime schimpflich were, ee wan er von denselben stenden darzu gewalt wurde, sein gemut zu eroffnen; zudem, das er sich des wesens und verstentnus und sonderlich seiner person halben unvermuglich weste, angesehen, das er in welischen landen nie kain gesunden tage gehabt hete. Aber doch saget sein gnad hohen dank e. ksl. Mt., das sie ine so genedig bedacht und darzu tuglich geacht hetten, mit bit, ine auf das fuglichist bey euer ksl. Mt. zu verantwurten. Dan er ye genaigt were, in allen muglichen sachen untertenigen willen zu erzaigen. Nachmals haben wir mit seinen gnaden der gemelten instruction nach weiter gehandlt und auf das vleissigist begert, von euer ksl. Mt. wegen das stathalterambt anzunemen. Darauf sein gnade nach erzelung vil beschwerden, zu seiner zeit e. ksl. Mt. zu eroffnen, ain bedenken genommen, darauf sein gnade noch beruet.

    [2.] Und als gestern [24.5.] herzog Erich von Braunschwig herekommen ist, mit gemut, auf morgen von hinnen zu schaiden, haben wir fur gut angesehen, sein gnade zu bitten, hie zu verharren, dan wir von e. ksl. Mt. wegen mit sein gnaden hie zu handeln hetten.

    Darauf sein gnade mit vil undertenigem erbieten gegen e. ksl. Mt. uns angezaigt, das sein Gn. durch euer ksl. Mt. beschriben sey und darauf zwaihundert raisige angenomen habe, so ytzund in seiner stat Gemundt [= (Hann.) Münden]2 sein, die auf sein gnade beschaide warten. Darzu hab sein gnade iren gemahel [Hgin. Katharina] in Steir mit merklicher cost gelassen und ir gnaden vertrost, gelt zuzuschicken. Darumb er zu euer ksl. Mt. eilen muß, mit anzaigung vil ander beschwerd, darauf wir die credenz euer ksl. Mt. sein Gn. uberantwurt und unser werbung, das sein gnade die gemain hauptmanschaft des Reichs annemen und bis zum anzug hie verharren wolte, inhalt euer ksl. Mt. instruction. Das aber sein gnade entlich abgeschlagen aus vil ursachen, die zu lange weren alle zu schreiben, und iren wege auf morgen zu euer ksl. Mt. anzunemen furhat, auch alle handlung euer ksl. Mt. personlich endecken will. Das haben wir etc. Datum Wormbs am XXV. tage May anno etc. nono.

    E. ksl. Mt. etc. Adolf, Gf. zu Nassau etc., S. von Fraunberg etc., Erasm Dopler, brobst etc.

    «Nr. Š406 Bericht der Reichstagskommissare Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach, Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg, Erasmus Topler und Ludwig Vergenhans an Ks. Maximilian – Worms, 25. Mai 1509 »

    [1.] Befreiung Hg. Wolfgangs von Bayern von Reichssteuern; [2.] Verhandlungen mit den Hgg. Heinrich d. Ä. und Erich von Braunschweig über die Reichshauptmannschaft und das Reichsstatthalteramt; [3.] Entsendung Johann Storchs zur Erledigung reichsständischer Angelegenheiten.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 17–17’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = Textvorlage A.

    [1.] Allerdurchleuchtigster etc. Eur ksl. Mt. schreiben und bevelh [Nr. 395] mit eingeslossner supplication [Nr. 370] unsers oheims, swagers und genedigen herrn, herzog Wilhalms [von] Bayern zugeordenten vormunder, betreffent die angelegten hilfen auf den vergangen Reichs tegen zu Collen und Costenz, auch die, so yetzund aufgelegt mochten werden unserm oheim, swager und gnedigen herrn, herzog Wolfgang zu Bayrn, mit inhaltung der beswerde und ursachen, so wir den churfursten, fursten und stenden des Reichs furhalten solten, ine solher zu erlassen, haben wir vernomen. Und nachdem in dergleichen felle[n] deßhalben vil rede beschehen, ist zu besorgen, das solh furhalten eur ksl. Mt. bey churfursten, fursten und stenden des Reichs grosse verhindrung an der hilf, so wir uns yetzo zu erlangen bearbaiten, geperen, und sonderlich aus ursachen, das wo herzog Wolfgang, des gemelten herzog Wilhalm vetter, in dem anlegen nit angeslagen und dem gemelten herzog Wilhalm sein tax nit solt gehohert [werden], das solhs bey den stenden des Reichs ungleich und unbillich, sonderlich dweil unser oheim und swager das, davon etwo drey herzogen von Bayrn1 dem Reiche gedient haben, inhat, geacht mocht werden. Wo aber ye eur ksl. Mt. maynung wer, das herzog Wolfgang nit angeslagen, das alßdann herzog Wilhalm mit sein und seinen bruedern [Hgg. Ludwig und Ernst] dest hoher angeslagen werde. Das haben eur ksl. Mt. wir zu bedenken nit wollen verhalten, derselben beschaid darauf zu warten.

    [2.] Ferrer, allergnedigister herr, so hat eur ksl. Mt. uns, Adolfen, grafen zu Nassau etc., Sigmunden von Fraunberg etc. und Erasm Topler, brobst etc., mit ainer instruction, der datum stet am sibenden tag May anno etc. nono, bevolhen, das wir mit herzog Hainrichen und Erichen von Braunswig der haubtmanschaft und stathalterambts handlen, wie dann der artikl hiebey verzaichnet beym A inhelt2, und darnach von eur ksl. Mt. in ainer andern und grossern instruction, der datum am achtenden tag des monats May stet, auch ain sonder artikl, wie der hie bey dem buchstaben B verzaichnet und verleibt Šist3, das also ainer dem andern widerwertig. Bitten eur ksl. Mt. deßhalben umb weitern beschaid, uns darnach haben zu richten.

    [3.] Allergnedigister herr, eur ksl. Mt. hat auch gut wissen, wie das vil parteyen und sachen durch eur ksl. Mt. auf den Reichs tage beschiden und auf Storchen abfertigung warten etc. Bitten eur ksl. Mt. wir, welle hirinne gnediglich fursehung tun, auf das die parteyen nit also aufgehalten und verzogen werden. Solhs alles haben eur ksl. Mt. wir zu erkennen geben und im pesten nit verhalten wellen. Datum Worms am XXV. tag Maii anno etc. nono.

    Eur ksl. Mt. etc. Casimir, Mgf. zu Brandenburg etc., Adolf, Gf. zu Nassau etc., Sigmund von Fraunberg etc., Erasm Topler etc., Vergenhans, brobst etc.

    «Nr. 407 Bericht der Reichstagskommissare Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg und Erasmus Topler an Ks. Maximilian – Worms, 27. Mai 1509 »

    Verhandlungen mit Kf. Friedrich von Sachsen über das Reichsstatthalteramt.

    Innsbruck, TLA, Maximiliana I/44/6, fol. 49–50’ (Or. mit Spuren von 2 Ss.; Verm. auf dem Umschlag: Vom grafen Adolfen von Nassau, seinem begeren nach ad regem etc. Were guet, im ein gnadig, zimlich antwort zu schreyben.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 14–14’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    aAllerdurchleuchtigister, grosmechtigister kaiser, eur kayserlichen Mt. seyen unser untertenig, willig und gehorsam dinst alzeit. Allergenedigister herr–a, als der durchleuchtigist furst, herzog Friderich von Sachsen, churfurst etc.b, die velthauptmanschaft anzunemen genzlich abgeschlagen und des Reichs stathalterambt halben ain bedenken genumen, wie eur ksl. Mt. durch uns kurzlichenc bey der post zugeschriben ist [Nr. 405], hat sein gnade uns heut den artikel unser instruction durch Friderichen Thord1 furtragen und lesen lassen, der evon wort zu wort also lauted–e: f[wörtliche Wiedergabe von Nr. 391, Pkt. 2]–f. Und darauf erzelt, das sein genedigister herr den artikel nit lauter vernemen moge, nemlichen in dreien puncten: Und erstlich, als gemelt wirt, wie man sich des mit ime vertragen wurde etc., ob wir oder ymands gewalt hetten, uns mit sein ŠGn. zu vertragen, oder wer solichs tun solt. Zum andern, als gemelt wirt, wo es den stenden und seiner liebe gemaint sein wurde etc., ob wir ain wissen hetten, das solichs den stenden des Reichs gelieben wolt, das sein gnade das stathalterambt annemen solt. Zum dritten, als gemelt wurt: nach inhalt der abrede, verschreibung und vertrege etc., ob wir ain wissen hetten, was solich abrede, verschreibung und vertrege etc. weren. Sein gnadeg hette der kain sonder wissen. An [= Ohne] solicher dreier stuck leuterung west sein genedigister herr lautere antwurt nit zu geben. Und bate uns, ime darauf erklerung zu tun.

    Dweyl wir aber solicher stuck kain ander wissen tragen mogen, dan wie die wort der instruction inhalten und bedeuten, haben wir zu antwurt gegeben, sein Gn. sey der artikl von wort zu wort ausgezogen uberantwurt, den wiss sein gnade aus ire[r] hohen verstentnus selbst wol zu ermessen. Aber wo ye ir ftl. Gn. sich des nit settigen lasse und das begere, so wollen wir solich ir gnaden furhalten e. ksl. Mt. zuschreiben. Das sein gnade zu uns gestelt hat. Haben eur ksl. Mt. wir in aller untertenigkait eylends nit wellen verhalten, dardurch wir zeitlichen beschaid darauf emphahen mogen und eur ksl. Mt. nit versaumbt werde. Wir haben bißhere auf unser manigfaltig schreiben kain antwurt emphangen. Geben zu Wormbs am XXVII. tag May anno etc. im neunten.

    E. ksl. Mt.huntertenig und gehorsamist–h Adolf, grave zu Nassau etc., Sigmund von Fraunberg etc., Erasm Topler, brobst etc.

    «Nr. 408 Bericht Mgf. Kasimirs von Brandenburg-Ansbach und der anderen Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 27. Mai 1509 »

    [1.] Sessionsstreit zwischen Bayern, Pfalz-Zweibrücken, Pfalz-Veldenz und Sachsen; [2.] Verzögerung der ständischen Resolution zur Reichshilfe, Bitte um Anweisungen für den Fall einer Ablehnung.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 20–20’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = Textvorlage A.

    [1.] Allerdurchleuchtigister etc. Nachdem sich etlich irrung auf disem Reichs tage in dem haus Bayrn zwischen den Bayern und Bayrn und dann dem haus Bayrn und Sachsen der session halben gehalten, so ist obgenannt zwitrecht auf heut datum, den XXVII[I]. tag des monats May, durch unsern lieben herrn, oheim und gnedigisten herrn Friderichen, herzogen von Sachsen, churfursten etc., auf ditzmals, sovil disen Reichs tage betrifft, abgelaint und vertragen [Nr. 320].

    [2.] Und ist solher irr halben die antwort [der Reichsstände] verzogen, wiewol wir aus schuldiger phlicht getreulich umb antwort angesucht haben, der zuversicht und hoffnung, uns werde numals furderlich und pald antwurt gefallen. Und ob uns nu antwurt eur ksl. Mt. begerter hilf halben ungemess gefallen Šwurde, bitten eur ksl. Mt. wir underteniglich, wellen uns beschaid zuschicken, wes wir uns darin furter halten, und das furderlichisten ir maynung wissen zu lassen, damit eur ksl. Mt. an irem furnemen nit gehindert werde. Haben eur ksl. Mt. wir nit verhalten und zu erkennen geben wellen. Datum Worms am XXVII. tag Maii anno Domini etc. im neunten.

     E. ksl. Mt. etc. Casimir etc. und ander rete und commissarien etc.

    «Nr. 409 Bericht der Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 29. Mai 15091 »

    Verhandlungen über eine Reichshilfe für den Krieg gegen Venedig.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 24–24’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = Textvorlage A.

    Allerdurchleuchtigister etc. Auf heut zwischen dreyen und vieren nachmittage haben die stende des Reichs, hie zu Worms versamelt, auf eur ksl. Mt. begern ir antwort [Nr. 275] schriftlich uns ubergeben, davon eur ksl. Mt. wir mit der eyl ain copey bey diser post zu schicken haben. Doch die nit on, sonder ain bedenken darauf genomen. Und ob wir darauf weiters fruchtparlichist nach laut unser instruction, daraus uns zu geen nit gepurt, erlangen wurden, darzu wir kainen trost haben, sol kain moglicher vleiß gespart und eur ksl. Mt. allzeit auf der post furderlich zugeschickt werden. Wir sein auch geslossen, sy von eur ksl. Mt. wegen ernstlich zu ersuchen und zu bitten, von hinnen nit zu verrucken, ee und zuvoran dann eur ksl. Mt. auf ir getane antwurt uns ir maynung widerumb zu wissen getan haben. Das haben eur ksl. Mt., der wir uns hiemit underteniglichen und dinstlichen bevelhen, des alles wissens zu haben, wir nit wellen verhalten. Datum Worms am XXVIIII. tag Maii anno etc. nono.

     E. ksl. Mt. etc. rete und commissarien, yetzund zu Worms etc.

    «Nr. 410 Weisung Ks. Maximilians an die ksl. Reichstagskommissare – Innsbruck, 2. Juni 15091 »

    Protest vor der Reichsversammlung wegen des Verzichts Österreichs auf Teilnahme am Reichstag.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 159’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein; Adresse am Textende: An ksl. Mt. rete und comissarien zu ŠWormbs.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 178 (wie A; Adresse am Textende: An keyserlicher Mt. rete und conmissarien uf dem richßtag zu Worms.) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 39’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Vermm. wie A, Adresse am Textende: An ksl. Mt. rete, so zu Wormbs auf dem reichstag verordent sein etc.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 143’–144 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 169’ (wie A). Berlin, GStA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 49 (wie A). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 56 (wie A, Kanzleiverm.: A.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 57–57’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie B). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 343’–344 (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. 425–425’ (wie A). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 44 (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 62–62’ (wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 81–80’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt; Vermm. wie A). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 24’ (wie A). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 32’ (wie D).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 971, S. 771.

    [1.] Maximilian etc.a Hochgeborner, lieber oheim und furst, wolgebornen, edeln, ersamen, andechtigen und lieben getreuen. Nachdem wir uf unserm gegenwertigen Reichs tage unser als erzherzogen zu Osterreich botschaft neben andern des Hailigen Reichs stenden zu Wormbs haben sollen, dweyl aber zwischen den erzbischofen zu Salzburg und Magdeburg irs stands halben ein span ist2, so haben wir zu vorhutung merers unlusts und zuruttung solch unser als erzherzogen potschaft dahyn zu schicken unterlassen. Und entphelen euch darauf mit ernst, dz ir von unsern wegen daruber vor curfursten, fursten und stenden des Reichs offentlich protestirt und bezeuget und deßhalb nodturftige instrument durch offen notary, wie sich geburt, aufrichten lasset dergestalt, dz solch außbleiben unser potschaft unß, unsern erben und nachkomen, erzherzogen zu Osterreich, an irem stand kunftiglichen unvorgriflich und unschedlich sey, und uns alßdann solch instrument zuschicket. Dz ist unser ernstlich meynung. Geben in unser stat Insprugk am andern tag des monats Juny anno etc. [im] IXten, unser Reich, des Romischen im bXXIIIIten und des hungrischen im–b XXten jaren.

    «Nr. Š411 Weisung Ks. Maximilians an die Reichstagskommissare – Innsbruck, 3. Juni 15091 »

    [1.] Kritik an der ersten ständischen Resolution zur Reichshilfe; [2.] Zurückweisung des Arguments mangelnder Leistungsfähigkeit; [3.] Kriegslast der habsburgischen Erblande; [4.] ungenügende Leistungsbereitschaft der Reichsstände; [5.] Rechtfertigung der Einigung mit Kg. Ludwig von Frankreich über das Hm. Mailand; [6.] Aufforderung zur Bewilligung einer Reichshilfe, Berücksichtigung des päpstlichen Hilfsbegehrens; [7.] Verantwortung der Stände für die Gefährdung des Reiches im Falle einer Verweigerung; [8.] Vortrag der Argumente durch die ksl. Kommissare; [9.] Zurückstellung der übrigen Verhandlungsmaterien.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 156–158’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./cdip. und Gegenz. Serntein; Adresse am Textende: Den hochgebornen, wolgebornen, edeln, ersamen, unsern lieben, andechtigen und des Reichs getreuen Caßimirn, marggraven zu Brandenburg etc., unserm lieben oh[ei]men und fursten, und N., andern unsern reten und comissarien, zu unserm Reichs tag gein Wormbs verordent. Verm.: Uf dornstag des [he]iligen fronleichnams tag [7.6.] [in] der meinzischen canzley geschriben.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 176–177’ (wie A) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 36’–39 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., Vermm. wie A, Adresse am Textende: An die ksl. rete zu Wormbs, auf dem Reichs tag versamelt etc.) = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 138’–142 (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.; wie A) = D. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 166’–168’ (wie A; Datumverm.: Corporis Christi [7.6.] Ao. etc. VIIIIo). Berlin, GStA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 46’–48’ (wie A; Datumverm.: Am tag corporis Christi). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 53–55 (Kop., Kanzleiverm.: B.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (wie A; Datumverm.: Auf corporis Christi anno etc. IXo haben ksl. Mt. rät nachvolgent schriften angebracht.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 52’–55’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (wie A; irrtümlicher Datumverm.: Mitwochen vor corporis Christi [6.6.]). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 338’–342’ (wie D). München, HStA, KÄA 3136, fol. 422’–424’ (wie B). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 41’–43 (wie A). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 57–60’ (wie D). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 86–82’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt; Vermm. wie A). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 22–24 (wie A; Verm.: Dise instruction ist durch die post komen in die corporis Christi [7.6.].). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 30–32 (wie D).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 973, S. 772–774.

    Š[1.] /156/ Maximilian, avon Gots gnaden e[rwählter] romischer kayser–a etc.

    Hochgeborner, lieber ohemb, wolgeborner, edeln, ersamen, andechtigen und lieben getreuen. Wir haben euer schreyben[Nr. 409] und darinne die antwurt [Nr. 275] von den stenden des Reichs, zu Wormbs versamelt, vernomen, der wir uns billich hoch befrembden, auch besweren und beherzigen, in ansehung des ubel und engen bedenkensc der grosen nodturft zu ere und wolfart, so dem Hailigen Reich und teutzscher nacion vor augen ist. dDann doch kein kaiser noch konig in hundert jaren nye seinen fueß so trostlich und loblich in Italien gesetzt hat, als wir mit gnaden und hilf des Almechtigen ytze tun–d, und danacht nach grosem unkosten, so wir ytzo in unsern burgundischen landen gegen Frankreich gelitten, dadurch denselben zu unserm lieben bruder gemacht und dazu bracht haben, ein loblichen tractat wider Venedig neben unser anzunemen, fwie wir dann solchs den stenden des Reichs nast zu Wormbs, als wir persondlich dogewest sein, zu erkennen geben haben–f [Nr. 264 bzw. 266, Pkt. 1].

    [2.] gSo sie aber ir armut und unvermogen anzeigen, dz ist in uns ungleublich, dann wir wissen beyleuftig ir vermogen gleich so wol alß sie selbs–g. Wir mussen aber achten, /156’/ dz solchs kam auß unsern mißgonnern, die do wolten, dz wir und unser kindskinder verdruckt wurden, hund darumb nit ansehen ir ere, sele und ayd–h. iDann, als die stend melden, wie sie uns uf dem Reichs tag zu Costenz ir unvermogend auch angezeigt haben: Solch anzeige, dergleichen sie gegenwertiglich tun, mag zu Costenz auch bescheen sein–i. Aber dannocht haben sie uns doselbst zu Costenz uber die bewilligt bestymbt hilf vertrost, ob uns dergestalt ein unsig oder ubermacht von den Venedigern und anderen widerwertigen begegent, das uns die sachen zu swer sein wurden, das uns dann merer hilf von inen bescheen und gefolgt sein solt2, darauf wir auch gehoffet. jAber wiewol wir große macht, widerwertigkait und beswert der feynd befunden, haben wir doch yr weyter zutun nyndert gespurt, sonder sein genzlich von inen verlassen gewest–j.

    Š[3.] Die stend solten billich bedenken, das wir als ein herr von Osterreich und Burgundi lang jar her vil swerer last und burd, muhe und kosten von Francosen, Sweyzern, Geldrischen, Hungarn und Durken getragen und gelitten und die alle ubersteen mussen. Haben auß unser aigen macht und camergut und in solchen anfechtungen allezeit bedacht und uns gevlissen, unser heuser Osterreich und Burgundi zu behalten und zu bestaten [= aufstellen, verwenden] zu einem schilt des Reichs gegen den bemelten anstossern, welche unser heuser sich doch, als meniglich in der /157/ ganzen cristenhait weiß, dem Hailigen Reich ytzt ganz anhengig und zu schetzen underwurfig gemacht haben.

    [4.] Wir hetten auch allezeit gern diejene, so dem Hailigen Reich verwant und zugehorig gewest sein, zum Reich gewendt und in ein recht liebe und gehorsam gegen demselben Reich bewegt und bracht; als wir das auch oft wol mit gutem forteil und fug tun mogen, wo wir hilf und beystant der stend des Reichs, als billich bescheen were, dazu gehabt hetten, die wir aber fruchtparlich nye bekommen mogen haben. kDann ir hilf ist alzeit so swach, cleyn und langsam gewest, das wir unser macht mitsambt yrer hilf an frucht vorschwenden, verlegen und verzeren mussen und damit nichts austreglichs außrichten mogen–k. Dadurch dann die obgemelte nacion gegen uns, dem Reich und den heusern Osterreich und Burgundi allezeit oberhant gehabt und sonderlich uns und unser erblande in abnemen gebracht haben.

    [5.] Belangend den tractat mit Meyland, haben wir auch befrembden, dann wir noch nit anders gehandelt, wann wie die stend deß wissen tragen lund sonderlich die curfursten selbs zu Freyburg3 und uf andern Reichs tegen gehandelt und geraten haben–l.

    /157’/ mWir haben auch sonst in unsern und des Reichs sachen ytzt und zuvor nichts an der stend wissen und rat gehandelt und derhalb groß versaumbt und verzert–m. Darumb wurd uns solcher unglympf unbillich zugemessen.

    [6.] Und demnach ist unser ernstlich begern aufs hochst an die stend und versamplung des Reichs, die sachen baß zu bedenken und zu herzen zu furen und sich einer andern, besser antwort und meynung nunserm begern gemeß–n zu entslissen, auch sonderlich dabey zu betrachten die erfordrung, so durch unsern hailigsten vater, den babst, mit seiner hailigkait breve apostolicum [Nr. 272] an sie außgangen ist, darinnen er sie zu hilf und rettung der hailigen romischen kirchen als stend des Reichs und cristenheit neben uns als advocaten Šermant, odadurch seiner hailigkait nit nod werd, sich ab inen zu beschweren und sie hoer anzusuchen–o.

    [7.] Dann wo sie sich ye zu hilf und beystand der romischen kirchen und zu ere und wolfart des Heiligen Reichs und teutzscher nacion nit bewegen lassen wurden, darauf wir doch nach gute hofnung haben wellen, so were zu besorgen, dz Heilig Reich mocht dadurch in zutrennung wachsen. pDarumb wir hiemit protestirt haben wellen, wo sie uns und dem Reich nit hilf beweysen, ob dann dem Reich ubels begegnen und zusteen wurde, /158/ dz sie daran schuldig und ursacher sein–p.

    [8.] Auf das alles ist unser ernstlicher bevelh, das ir die obberurt unser meynung von stund an an die curfursten, fursten und stend des Hailigen Reichs mit bestem vleis brenget und gelangen lasset und sie darauf mit ernst verfolgen, anhaltet und solicitirent, sich umbq unser und des Reichs, auch teutzscher nacion varsteenden gelucks, ere und wolfart willen einer pessern, zymlichern antwurt zu verfassen und volzug derselben zu furdern, und ylend. Daran tut ir unser ernstlich meynung.

    [9.] Andere artikel, so in unser instruction [Nr. 268] und der stend antwurt begriffen sein, haben wir darumb, das uns dise sache am genotigsten und eylendesten bedunkt hat, hirinne underlassen. Wellen euch aber derhalben unser meynung uf naste post auch eylends bescheid zuschreyben. Geben zu Insprugk am dritten Juny anno nono, unsers Reichs im XXIIIIten.

    «Nr. 412 Zyprian von Serntein an Johann Storch – Innsbruck, 3. Juni 15091 »

    [1.] Verhältnis zwischen Serntein und Storch, Wunsch Storchs nach einer Unterredung mit Ks. Maximilian; [2.] Verhandlungen des Wormser Reichstages über die Venedighilfe; [3.] Mitteilungen über die Schlacht von Agnadello.

    Innsbruck, TLA, Maximiliana XIII/256/VI, fol. 45–47 (eigh. Konz.).

    [1.] /45–45’/ Er, Storch, hat sich in seinem Schreiben2beklagt, dass er auf seine vertraulichen Mitteilungen bislang keine Antwort erhalten habe, und sich nach dem Anlass für eine mögliche Verstimmung zwischen ihnen erkundigt. Versichert ihn seiner ungetrübten freundschaftlichen Verbundenheit. Er hat sich auch nach einer Möglichkeit für eine Audienz beim Ks. erkundigt. Trotz seiner Bemühungen hat der Ks. geäußert, dass er ihn zwar gerne treffen würde, doch sei er im Aufbruch zum Landtag nach Sterzing begriffen. Dort wird der Ks. noch heute eintreffen und Šbereits am Dienstag [5.6.] nach Trient weiterziehen. Der Ks. wird ihm aber selbst in Kürze schreiben.

    [2.] /46/ [PS] Übersendet einige Briefe zur Weiterleitung. Als er ihm schreiben wollte, ist die antwort von den Reichs stenden [Nr. 275] kumen, die dann di ksl. Mt. nach der leng ubersehen und gelesen, hat aber derß[elben] nit vil oder gar wenigs gevallen. Und hat ir Mt. deshalp widerumb antwurt [Nr. 411] verfasst, wie ir in ksl. Mt. schreiben hiebei vernemen werdet. Und warlich, so mugt ir meinem gn. H., dem marggra[fen] [Kasimir von Brandenburg], auch andern Hh., den commissaren und reten, anzaigen, das sy vleys furkeren, ain ander antwurt zu erlangen. Wann ich bsorg sonst, das merklicher und grosser unlust zwischen irer Mt. und des Reichs stenden erwachßen mocht, wie ir dann das wol zu bedenken wisst. /46’/ Dann ksl. Mt. vermeint, wer seiner Mt. yetzmals nit helf, das man ksl. Mt. aufnemen nit gern sehe. Da diese Post eilends abgefertigt werden musste, konnte er die für ihn bestimmten Artikel3 nicht rechtzeitig abschließen. Kündigt deren Übersendung mit der nächsten Post an.

    [3.] /47/ Er dürfte bereits vom Sieg des frz. Kg.über Venedig erfahren haben. Für genauere Informationen schickt er ihm Abschriften von Schreiben des frz. Kg. und des dortigen ksl. Gesandten.4

    «Nr. 413 Bericht der Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 4. Juni 1509 »

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 4, fol. 19–19’ (Or., Spuren von 3 Ss.) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 12’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.) = B.

    Unter Berufung auf den Koblenzer Abschied, wonach Johann von Kriechingen binnen zwölf Tagen zum rechtlichen Austrag auf dem Reichstag erscheinen sollte, akkreditierten sich dessen Anwälte bei ihnen und forderten die Aufnahme der Verfahrens. Sie hatten jedoch ihrerseits weder diesbezügliche Anweisungen noch eine Vollmacht. Auch ihre Instruktion [Nr. 267, Pkt. 23] war ihnen zu diesem Zeitpunkt noch nicht zugegangen. Sie haben die Anwälte deshalb elf Tage lang aufgehalten. Diese wollten aber nicht länger warten, sondern bekundeten ihnen gegenüber in Gegenwart von Notaren und Zeugen unter Protest ihren erzeigten Gehorsam [im Vollzug des Koblenzer Entscheids] und nahmen ihren Abschied. Falls er, der Ks., beabsichtigt, das Verfahren fortzusetzen, muss Kriechingen noch einmal vorgeladen werden.1

    «Nr. Š414 Bericht der Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 4. Juni 1509 »

    [1.] Verhandlungen des Reichstages über die Kriegshilfe gegen Venedig; [2.] Bitte um Anweisungen für die weiteren Verhandlungen; [3.]. Sondervotum von Reichsgrafen und Freiherren zur Venedighilfe.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 29’–30’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] Allergnedigister kaiser. Wie die stende des Reichs auf dem Reichs tag, hie zu Wormbs versamelt, am XXIX. tag Maii nehstvergangen uns auf unser werbung, so wir nach inhalt euer ksl. Mt. uberschickten instruction [Nr. 266f.] der begerten hilf und ander sachen halber an sie getan, abschlegig antwort, der wir uns kainswegs versehen gehabt, in schriften gegeben [Nr. 275], haben euer ksl. Mt. aus copyen solicher schriften, e. Mt. desselben tags auf der post zugeschickt, ungezweivelt empfangen und vermerkt, der wir hiemit aus fursorg abermals abschrift zusenden.

    Darauf wir der gedachten versamung auf den letsten tag bemelts monets Maien ain antwort [Nr. 276] laut heringelegter copy ubergeben und mitlerzeit bey etlichen fursten und andern ad partem allen moglichen vleiß und ernst, sie zu pesser und statlicher antwort zu bewegen, getreulichen angekert. Aber es ist, als e. ksl. Mt. aus hiebeyverwarter copy irer schriften [Nr. 279], uns gestern, sontags trinitatis [3.6.], umb drey aur ungeverlich nach mittemtage in beywesen aller stende offenlich verlesen und nachvolgends umb acht aur gegen der nacht ubergeben, lauter vernemen werden, alles unfruchtbar erschinen. Darab wir abermals wie vor hoch und gros beschwerung empfangen und uns gegen inen vernemen lassen, das uns, dweil euer ksl. Mt. in solicher schrift etlicher massen angezogen wurd, gepuren wolt, unser weiter antwurt darauf zu geben. Die wir auch auf morgen, eritage [5.6.], vor mittemtag tun und in derselben antwort an sie begern werden, nit zu verrucken1 bis auf weitern e. ksl. Mt. beschaid, wiewol wir uns des auch abschlags versehen. Das alles e. ksl. Mt. wir aus schuldiger, underteniger gehorsam, sich mit irem treffenlichen furnemen, diser zeit vor augen, dest pas darnach wissen zu richten, in der eil nit haben verhalten wellen. Wellen auch, was uns darauf weiter begegnet, e. ksl. Mt. furderlich eroffnen, Šder wir uns zu aller undertenigkeit tuen bevelhen. Geben zu Wormbs am IIII. tag Junii anno etc. nono.

    E. ksl. Mt. etc. rete und comissarien, zu Wormbs versamelt. – An die ksl. Mt. etc.

    [2.] [PS] Auch haben wir auf viel schriften, so wir e. ksl. Mt. getan, bißhere kain antwort empfangen, das diesem handel klain furdrung tut. Biten darumb underteniglich, uns auf dieselben schriften und sonderlich auf die itzigen der versamung antwort e. ksl. Mt. maynung gnediglich zu erkennen zu geben, weiter der notdurft nach darauf wißen zu handeln.

    [3.] Auch haben grave Adolf und Philips von Nassau gepruder, grave Johann Ludwig und Ludwig, bede graven zu Nassau und zu Sarbrucken, grave Eberhard von Konigstein und her Sigmond von Fraunberg, freyherr zum Hag, uns offenlich angesagt und sich vernemen lassen, das sie in die abslegigen antwurt, so churfursten, fürsten und stende des Heiligen Reichs e. ksl. Mt. der begerten hilf halben gegeben hetten, irs teils nit gehellen noch willigen, sunder ir will, gemut und meynung sey, das sie e. ksl. Mt. in solichem nit verlassen und nach irem vermögen leibs und guts ungespart sich gehorsamlich und gutwillig halten und ir Mt. hilf tun wolten.

    Deßgleichen bede graven [Joachim und Wolfgang] von Ottingen, Johans und Wilhelm Truchsessen, freihern zu Walpurg, Hans Wernher und Go[tt]frit Wernher, freihern zu Zimern, Hans und Cristof, graven zu Werdenberg, Hans und Endres, graven zu Sonnenberg.

    «Nr. 415 Bericht Mgf. Kasimirs von Brandenburg-Ansbach und der anderen Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 5. Juni 1509 »

    Verhandlungen mit den Reichsständen über die Fortsetzung des Reichstages.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 33’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    Allergnedigister herr. Auf gestern [4.6.] haben euer ksl. Mt. wir die schriften, nemlich der versamung, auch unser und ire, der versamung widerantwort zugesandt, mit anzaigung, was uns weiter begegnet, e. ksl. Mt. nit zu verhalten [Nr. 414, Pkt. 1]. Darauf geben e. ksl. Mt. wir in aller undertenigkeit zu vernemen, das wir an heut umb ein aur ungevarlich unser weiter meynung [Nr. 280] der ganzen versamung ubergeben, darauf sie uns alspald desselben tags zwischen dreien und viern [Uhr] [Nr. 281] und wir ine von stund [Nr. 282] und sie widerumb uns schriftlich antwort [Nr. 283] behendigt, wie e. ksl. Mt. aus be[i]ligenden copyen zu vernemen. Haben auch nach viel anzaigungen, zu verhutung des aufbruchs bey etlichen und merhen und mindern stenden geubt, kain fruchtbarlich antwort erlangen mogen. Das alles e. ksl. Mt. wir mit beswertem gemut nit verhalten wollen, in aller undertenigkeit mit demutigem vleis bittende, so sie iren aufbruchen nemen werden, wie wir uns nach e. ksl. Mt. bevelh und gefallen lenger hiezupleiben oder abzuschaiden halten sollen, Šuns gnediglichen zu erkennen geben, uns auch, nachdem unser etlich lang zeit hie gelegen sein, mit zerung gnediglich zu versehen. Wollen wir in aller undertenigkeit verdienen, auch euer ksl. Mt., wie, von wem und wan der aufbruch beschicht, nit verhalten. Geben eilends am funften tag Junii zu funf auren nachmittag anno etc. nono.

    Euer ksl. Mt. undertenigist, gehorsamist Casimirus, Mgf. zu Brand[enburg] etc., und ander rete und comissarien, zu Wormbs verordnet. – An ksl. Mt. etc.

    «Nr. 416 Bericht der Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 7. Juni 1509 »

    [1.] Eingang ksl. Weisungen und Vortrag an die Reichsversammlung; [2.] Bitte um Anweisungen für das weitere Verfahren mit Gottfried von Eppstein; [3.] Übersendung der Stellungnahmen der Reichsversammlung und Kf. Friedrichs von Sachsen bezüglich der Jubelablassgelder; [4.] Pulver- und Salpeterlieferung Lgf. Wilhelms von Hessen für Ks. Maximilian.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 34–35 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] Allergnedigister kaiser. Heut zwischen eilf und zwolf aurn beylauftig in mittemtag ist auf unsers vorigs schreiben [Nr. 409], so euer ksl. Mt. wir mit zuschickung der ersten antwort [Nr. 275], uns durch churfursten, fursten und stende des Reichs auf unser werbung gegeben, auf den XXIX. tag Maii getan haben, ain post zukommen, von dem uns etwo viel brief und sonderlich drey, an uns lautend [Nrr. 404, 410f.], uberantwort sein, die wir underteniglich empfangen und derselben inhalt der ganzen versamung zwischen ain und II auren darnach furbracht, auch daneben ydem churfursten und anderm ire besunder brief, uns zugesandt, behendigen lassen. Darauf die versamung bedacht genommen hat, uns ir meynung auf solich schrift zu erkennen zu geben und, so sie damit berait sey, uns das ansagen zu lassen. Was uns von ine begegnet, wollen wir e. ksl. Mt. zum furderlichsten zuschicken. Der wir uns zu aller undertenigkeit dienstlich und gehorsamlich erbieten. Geben zu Wormbs am VII. tag Junii anno etc. nono.

    Euer ksl. Mt. rete und comissarien, zu Wormbs versamelt etc. – An die ksl. Mt. etc.

    [2.] [PS] Auch, allergnedigister herr, nachdem der von Epenstein durch e. ksl. Mt. bevelch her gein Wormbs betagt, noch hie und, als uns durch etlich angezaigt, etwas schwach sein soll, bitten wir underteniglichen, dieweil die lantgrevischen nichts handeln wollen, der gemelt von Epenstain sey dann zuvor ledig, ob sich begeben, das wir, zuvor und ehe dieselbig irrung zwischen dem lantgraven und dem von Konigstain verhort oder hingelegt, von hynnen schaiden wurden, wie wir uns alßdann mit seiner perschon halten, ob wir ine hiepleiben lassen oder anderswohin betagen sollen, uns darnach wissen zu richten.

    Š[3.] Auch schicken euer ksl. Mt. wir hiebey abschrift der antwort, so die stende des Reichs und herzog Friderich von Sachsen hern Ernsten von Welden auf sein werbung, des jubelgelds halber an sie getan, gegeben haben [Nrr. 284, 362].

    [4.] Auch haben die lantgravischen rete uns hie anbracht, wie ir herr euer ksl. Mt. hundert tonnen pulfers und I½C zentner saliters [= Salpeter] gein Frankfurt geschickt, das aber niemans hab herbergen oder annemen wollen. Haben wir dem rate zu Frankfurt darauf furderlich schriben, solich pulfer und saliter mit dem gewicht zu empfahen und bis auf weiter euer ksl. Mt. beschaid oder der Fugker von Augspurg, die deßhalb bevelch hetten, ansuchen zu verwaren und bey ine zu behalten [Nr. 377]. Wolten euer Mt. auch nit verhalten, des wißen zu haben.

    «Nr. 417 Bericht der Reichstagskommissare an Ks. Maximilian – Worms, 10. Juni 1509 »

    [1.] Schlussverhandlungen mit den Reichsständen über die Reichshilfe gegen Venedig; [2.] Vermittlungsverhandlungen zwischen Klerus und Stadt Worms; [3.] Verhandlungen über das Jubelablassgeld; [4.] Übersendung päpstlicher Schriftstücke bezüglich der Ernennung Hartmanns Bgf. von Kirchberg zum Koadjutor in Fulda; [5.] Verzicht auf die ihnen aufgetragene Initiative bezüglich des Klosters Reichenau; [6.] Supplikation Gf. Balthasars von Schwarzburg wegen eines Lehens; [7.] Achterklärung gegen Befehder der Stadt Rothenburg; [8.] Erklärung Bf. Lorenz’ von Würzburg zur Bereitstellung von Reitern für den Krieg gegen Venedig.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 44’–46 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] Allergnedigister kaiser. Als wir e. ksl. Mt. des fordern tags drey schriften zugesant und dabey, was uns ferrer begegnen wurde, e. ksl. Mt. auch nit zu verhalten angezaigt[Nr. 416, Pkt. 1], also haben uns die stende des Reichs gestern, sampstags umb zehen aur vormittag ire weiter meynung[Nr. 288] und wir ine alßpald unser antwort darauf [Nr. 289] gegeben, wie e. Mt. aus hiepeyligenden copyen vernemen werden. Und wiewole sie uns ansagen laßen, das sy nach mittag sich auf unser antwurt underreden und uns, so sie irer meynung entschlossen, dieselben zu vernemen erfordern lassen wolten, so ist doch solichs nit beschehen. Welichs uns anzaig geben hat, als wir auch auf unser vleissig erkunden bey etlichen in gehaim verstanden, das sie irer hievor gegeben antwurten nit alle ainhellig gewest sein und sich vielleicht eines andern und bessern entschliessen solten, des wir doch e. ksl. Mt. nit gewißlich haben wissen zu vertrosten, damit e. Mt. in irem furnemen sich darauf nit verdiefen oder verlassen möcht. Aber auf heut sontag umb zwo auren nach mittage haben sie uns ain schriftlich meynung[Nr. 290], wir ine darauf unser antwurt [Nr. 291] und sie alßbald ir entlichen beschlus [Nr. 292] widerumb ubergeben, wie Še. ksl. Mt. des alles aus peyligenden copyen bericht werden. Wolten e. ksl. Mt. wir auch nit verhalten, der wir uns neben unseren schuldigen pflichten zu aller undertenigen gehorsam tun bevelhen. Geben zu Wormbs am X. tag Junii anno etc. nono.

    E. ksl. Mt. etc. rete und comissarien, zu Wormbs verordent etc. – An ksl. Mt. etc.

    [2.] [PS] Heut fru umb sechs auren haben der erzbischof zu Trier und herzog Friderich von Sachsen zwischen der pristerschaft und statt zu Wormbs in etlichen den grosten und namhaftigisten artikeln iren spruch [Nr. 329, Pkt. 3] getan und werden in den andern geringen puncten, als wir versteen, zu entlichem vertrag zwischen ine auch weiter handeln.

    [3.] So ist her Ernst von Welden heut von hinnen geritten. Und wiewol er von der versamung auf die bede antwort der stende und herzogen Friderichs von Sachsen [Nrr. 284, 362], ime auf sein werbung schriftlich gegeben und e. ksl. Mt. jungst zugeschickt [Nrr. 416, Pkt. 3], durch die stende auf weiter antwort zu warten beschiden worden, so ist ime doch, als er uns bericht, nichts anders, dann das sie es bey ir vor gegeben antwort bleiben lassen, begegnet [Nr. 287]. Wolten wir e. ksl. Mt. nit verhalten, sich darnach zu richten.

    [4.] Auch schicken e. ksl. Mt. wir hiemit etlich bebstlich brief1, uns durch den von Kirchberg, den coadjutor zu Fulda, heut geantwort.

    [5.] Und als e. ksl. Mt. bey Johann Storchen der Reichenau halber zu handeln uns bevolhen gehabt [Nr. 271, Pkt. 1], hat kein partey bißher deßhalb angesucht noch ichts furbracht.2 Darumb wir solicher sachen halb den stenden laut e. Mt. bevelch nichts haben anzaigen noch fur uns selbs darin ichts handeln mögen.

    [6.] Euer ksl. Mt. schicken wir hiebey abschrift eins briefs, uns durch graven Balthasarn von Swarzburg uberantwort.3 Und dweil wir zu vollenziehung seiner beger, darin begriffen, von e. Mt. kainen bevelch haben, auch aus ursachen, das wir uns bedunken laßen, solichs e. Mt. nit tunlich oder zuzulaßen sey, dweil das lehen, so es in des von Bambergs hend komen, nit verdient oder verfalle[n] wird, so haben euer Mt. wir das nit verhalten wollen.

    Š[7.] Wir schicken auch e. ksl. Mt. hiebey den achtbrief, den von Rotemberg [= Rosenberg] antreffend, wie dan solichs vormals auf anrufen der statt von Rotemburg an der Tauber geschickten bey den stenden des Reichs und uns, die teter in die acht zu ercleren4, beratschlagt und e. ksl. Mt. schriftlich zu erkennen geben, auch den stenden oder uns on sonderlichen bevelch e. ksl. Mt., den hirin zu haben die notdurft erfordert, solich acht zu sprechen nit hat fugen wollen. Darumb ist fur gut und not ermessen, das euer ksl. Mt. solich acht selbs sprechen, auch den achtbrief verzaichnen, versigeln und verfertigen und uns den auf der post, dweil die sach grosser eil bedarf, furderlich wider zuschicken lassen. Des wollen wir also underteniglich gewarten.

    [8.] Uns hat auch der bischof von Wurzpurg diesen beyligenden zettel [Nr. 367] behendigt, den wir e. ksl. Mt. zu wissen nit verhalten wolten.

    «Nr. 418 Bericht der Reichstagskommissare Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden, Sigmund von Fraunberg zum Haag und Ludwig Vergenhans an Ks. Maximilian – Worms, 14. Juni 1509 »

    [1.] Abreise der Reichstagsteilnehmer; [2.] Vermittlungsverhandlungen zwischen Stiftsklerus und Stadt Worms; [3.] Reichstagsverhandlungen über Reichskammergericht, Landfrieden und Münzwesen; [4.] Übernahme des Kammerrichteramtes durch Gf. Adolf von Nassau; [5.] Proteste Kursachsens, Kurbrandenburgs und Sachsens bei den Verhandlungen über das Reichskammergericht; [6.] Exemtion der Klöster Maulbronn und Königsbronn durch den Hg. von Württemberg; [7.] Reichsacht gegen Venedig; [8.] Bereitstellung ständischer Reiterkontingente für den Krieg gegen Venedig; [9.] Einigung der Stadt Rothenburg mit ihren Befehdern; [10.] Supplikation der sächsischen Gesandten unter anderem wegen der irrtümlichen Doppelbesteuerung des Reichsstifts Quedlinburg.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 46’–49 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] Allergnedigister kaiser. Auf die handlung, so wir am sontage nehstvergangen [10.6.] mit den stenden des Reichs und sie mit uns geubt und wir e. ksl. Mt. von stund auf der post durch unsere zugeschickte schrift [Nr. 417, Pkt. 1] zu erkennen geben, die dann e. Mt. numals ungezweivelt empfangen haben, Šfugen e. ksl. Mt. wir in aller undertenigkeit zu vernemen, das am sampstage davor [9.6.] herzog Heinrich von Braunschweig, desselben sontags [10.6.] der coadiutor von Fulda [Hartmann Bgf. von Kirchberg] und montags darnach [11.6.] der erzbischofe zu Coln, herzog Friderich von Sachsen, bede bischove zu Bamberg und Wurzburg, herzog Ulrich von Wirtemberg, die alle ubernacht zu Oppenheim gelegen und furter auf Frankfurt, aber Wirtemberg wider auf Speyer geritten, und sunst viel fursten und stett botschaften den aufbruch dis Reichs tags gemacht und von hynnen geritten sein. Und des erichtags darnach [12.6.] frue zu vier aurn der [Ebf.] von Meinz zu schiff weggefaren, sigel und secret seinem bruder [Erpho von Gemmingen], dem dechant zu Wormbs, verlassen und uns nichts davon gesagt hat.

    So ist desselben erichtags nach mittage phalzgraf Ludwig abgeschiden; auch doctor Erasm Dopler auf euer ksl. Mt. muntlichen und schriftlichen bevelch und erfordern, als er uns anzaigt, zu euer ksl. Mt. geritten.

    So hat unser gnediger her marggraf Casimirus uns angezaigt, wie er von e. ksl. Mt. bevelch hab, sopald die stende diser versamblung entlich antwurt gegeben, das er sich alßdann erheben und furderlich zu e. ksl. Mt. fugen solt. Demnach, auch in sonderheit, dweil seiner gnaden bruder marggrave Görg, mit dem er etlich trefenlich sachen, daran ine beden viel gelegen sein, zu handeln, auch derselb marggrave Georg, der sich furderlich wider gein Hungern fugen muß, seiner gnaden zukunft mit grossen unstatten1 etliche wochen zu Anspach erwartet hab, hat er auf heut datum mitsampt phalzgrave Friderichen seinen abschid von uns genommen und ist von hynnen den nehsten auf Anspach geritten. Und hat sein gnade mitsampt uns in aller handlung dieses reichstags allen muglichen vleis angekeret und kainer muhe noch arbeit verdrieß gehabt.

    [2.] Unser gnedigister herr von Trier ist noch hie und handlt in etlichen gebrechen, zwischen der pristerschaft und statt Wormbs halben.

    [3.] So haben die erzbischoven zu Meinz und Coln, auch phalzgrave Ludwig, churfursten, herzog Wilhalms von Baiern, Hessen und Wirtemberg, auch die bischof zu Speyer und Freisingen und die stett Coln und Wormbs ire rete alhie gelaßen, mit den wir des camergerichts, auch fridens, der monz und anderer sachen halb laut e. ksl. Mt. instruction [Nr. 268, Pkt. 9f.] und bevelch in handlung und ungezweivelter zuversicht sein, das camergericht in ain gut, bestendig wesen bracht und loblich gehalten werden soll.2

    [4.] So hat auch graf Adolf von Nassau das camerrichterampt angenommen und daruber laut der ordnung des Reichs in unser, der andern rete, beywesen marggrafe Casimiren gestern [13.6.] pflicht getan.

    [5.] Aber herzog Friderichs von Sachsen und marggraf Joachims von Brandenburgs, der churfursten, und herzog Georgen von Sachsen rete haben bey Šhandlung des camergerichts nit sein wollen, sonder deßhalb etlich beschwerung und protestation [Nrr. 357f.] furgewant und von uns und den gedachten reten darauf antwort empfangen, wie euer ksl. Mt. auß beygelegten schriften [Nr. 360] vernemen werden. Was darauf euer ksl. Mt. meynung sein will, wollen euer Mt. uns eroffnen, ine auf ir verrer ansuchen darauf wißen zu begegnen.

    [6.] Die wirtenburgischen rate haben angezaigt, wie irem gnedigen herrn auf dem Reichs tag zu Costenz durch alle stende, so daselbst gewest, zugesagt, das die bede closter Maulbrun und Konigsprun, die ime und sunst niemants dieser zeit on mittel underworfen, auch zuvor und ee die an ine komen, bey andern inhabern in des Reichs anslegen nie gezogen oder begriffen weren, nit solten in den anschlag, daselbst gemacht, gesetzt werden, das aber ubersehen, sie darin gesetzt3 und von e. ksl. Mt. fiscal furgenommen weren, mit bit, solichs abzuschafen und sie auf disem tage nit weiter anzulegen, mit protestation, wo das beschehe, das ir gnediger herr darein nit gehellen noch willigen [wird]. Sunst were sein gnade willig zu bezalen, was ime aufgelegt wurde.4 Und nachdem etlich der vorgemelten rete wissen haben, das zu Costenz, wie vorsteet, davon gehandelt, auch dieselben zway closter in des Reichs anschlegen nit herkommen sein, versehen wir uns, das sein gnade dißmals solicher beschwerung erlassen werde.5

    [7.] So ist auch die acht der Venediger gesprochen. Wollen euer ksl. Mt. auf iren bevelch den achtbrief [Nr. 301], so der gefertigt ist, zuschicken.

    [8.] Der funfzig pherd halben [Nr. 267, Pkt. 12] hat uns der bischof zu Meinz kain antwort geben. Aber der von Coln hat uns geantwort, sopalde er in seinen stift kumm, wol er mit seiner ritterschaft und den vom adel davon handlen, ob er sie aufbringen möge und alßdann euer ksl. Mt. deßhalb und auch in sonderhait, das er in aigner person reiten soll, bey aigner botschaft antwurt geben.

    ŠDer [Ebf.] von Trier hat uns geantwort, er sey willig, die funfzig pferde zu schicken, trag aber fursorg, das er umb zehen gulden die in seinem stift oder sunst nit bestellen muge. Aber sein gnade konne in aigner perschon nit ziehen manigfaltiger beswerung halber, so ime zu seinem stift furstunden, und sonderlich, das sein stat Trier dieser zeit mit veintschaft beladen sey.

    [Der Bf. von] Wurzpurg hat uns in schriften antwort geben, die euer ksl. Mt. wir auf der nehsten post [Nr. 417, Pkt. 8] zugeschickt haben.

    [Der Bf. von] Bamberg ist willig, die funfundzwanzig pferd zu schicken auf euer Mt. erfordern.

    [9.] Der stat Rotemburg auf der Tauber geschickten haben uns zu erkennen geben, wie sich aus merklichen dranksel [= Drangsal, Bedrängung, Zwang] und beschedigung irer widerwertigen, dweil ine die achtbrief und mandat so lang verzogen und verhalten, bewegt und getrungen seyn, in ainen nachtailigen vertrag6 zusambt der merklichen erlitten beschedigung zu begeben, deßhalb des achtbriefs, so wir euer ksl. Mt. auf der nehsten post zugeschickt haben [Nr. 417, Pkt. 7], weiter zu verfertigen an not ist.

    [10.] Auch haben herzog Jorgen von Sachsen rete uns ain suplication [Nr. 359] ubergeben, der abschrift wir e. ksl. Mt. hiemit zuschicken. Und dweil sie etwas zusage, so iren herren der ebtissin halber zu Quedelnburg zu Costenz durch e. Mt. beschehen sein sol7, davon wir kain wissen, auch andere beger, darin wir kain bevelch haben, anzaigen, haben wir ine nit ander antwurt, dan solichs an e. ksl. Mt. gelangen zu laßen, geben mögen.

    Das alles haben e. ksl. Mt. wir underteniger meynung nit verhalten wollen. Geben zu Wormbs am XIIII. tag Junii anno etc. nono.

    E. ksl. Mt. undertenigist, gehorsamist Adolf, Gf. zu Nassau, her zu Wißbaden, Sigmund von Fraunburg, freiherr zum Hag, Ludwig Vergenhans, doctor, brobst zu Stutgarten.

    «Nr. 419 Bericht Gf. Adolfs von Nassau-Wiesbaden an Ks. Maximilian – Worms, 16. Juni 1509 »

    Klage Johann Storchs gegen Hans von Emershofen und Ambrosius Dietrich.

    Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 4, fol. 51–51’ (Kop.).

    Verweist auf den ksl. Befehl vom 26. April [Nr. 384]. Des dann wir alle nit allein in ansehung seiner vilgehabten muhe und arbait, damit er [Johann Storch] sich auf Šgemeltem reichstag in e. ksl. Mt. treffenlichen gescheften bey, mit und neben uns allezeit willig, gehorsamlich und mit emsigem vleis erzaigt gehabt, sonder auch der pilligkait nach zu tun begirig gewest. Aber dweil er mich, graf Adolfn, für richter angezaigt und begert, sich auch dazwischen begeben, das ich das camerrichterambt, auch sigel und secret zu meinen handen angenommen hab1, wil mir, als e. ksl. Mt. wol zu ermessen wais, nit gepuren, solich brief zu besigeln, dann darauß vil cavilacion und verlengerung erwachsen wurde; zu dem, das nyemantz hie ist, dem dieselben brief zu verzaichnen oder zu underschreiben gebüern, deßhalb er damit an e. ksl. Mt. gewisen.

    Und ist darauf, sovil mir meiner person halben fuegt, mein, auch andrer meiner mitrete undertaynige bitt, das eur ksl. Mt. ime solich briefe gnediglich verzaichnen, auch fürter in irer Mt. canzley verfertigen und fürderlich zuschiken lassen wollen, damit er seins rechten nit gehindert oder verkürzt werde, wie dann andere rete und ich nit zweyfln, e. ksl. Mt. ime in solichem seins getreuen verdienen halber mit gnaden genaigt sein soll. Daz hab e. ksl. Mt., der ich mich zü aller undertaynigkeyt bevilch, ich uf desselben Storchen billich, vleissig und nottürftige bitt eroffnen wellen, des wyssen zu haben. [Datum, Unterschrift].2

    «Nr. 420 Bericht Gf. Adolfs von Nassau-Wiesbaden und Johanns Storchs an Ks. Maximilian – Worms, 20. Juni 1509 »

    [1.] Zusendung der Achterklärung gegen Venedig; [2.] Zusage Ebf. Uriels von Mainz bezüglich der Bereitstellung einer Reitertruppe für den Ks.; [3.] Deponierung der hessischen Pulver- und Salpeterlieferung in Frankfurt; [4.] Reichstagsbeschlüsse zum Münzwesen: Anberaumung eines Münztages, Teilnahme ksl. Gesandter; [5.] Abreise der reichsständischen Gesandten und ksl. Kommissare; [6.] Entscheide Ebf. Jakobs von Trier vom 18. Juni im ŠKonflikt zwischen Stiftsklerus und Stadt Worms, Abreise des Ebf. und Pfgf. Friedrichs, Notwendigkeit einer Vermittlung zwischen Bf. und Stadt Worms; [7.] Bitte um Geld für ihre Versorgung und Auslösung.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 53–54’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] Allergnedigster herr. Auf euer kayserlichen Mt. bevelh schicken uwer ksl. Mt. wir hiemit den achtbrief, die Venediger antreffend [Nr. 301], den zu euer Mt. notdurft zu gebrauchen.

    [2.] Der [Ebf.] von Menz hat uns durch ein rete ansagen lassen, das er fleis haben wolle zu understehn, die funfzig pferde aufzubringen und dieselben laut euer Mt. begere [Nr. 267, Pkt. 12], an in beschehen, euer Mt. zu schicken.

    [3.] Die heschischen [!] rete haben uns vormals zu erkennen geben, wie ire gnediger her etlich donnen pulvers und saliters gein Frankfurt geschickt, die aber niemants von inen wollen annemen. Haben wir in namen euer ksl. Mt. dem rate daselbs geschrieben, soliche pulver und saliter mit dem gewicht zu empfahen, daruber zwene zettel zu machen, der aynen bey inen zu behalten und solich pulver und saliter bis auf weyter euer ksl. Mt. beschaid oder der Fugker ansuchen, die vielleicht von eur Mt. deshalb bevelh haben mochten, zu verwaren [Nr. 377]. Darumb mogen euer ksl. Mt. nach irem gefallen darum weiter zu handeln verfuegen.

    [4.] Auch fuegen euer ksl. Mt. wir zu vernemen, das under anderm auf e. ksl. Mt. bevelh der munz halber hie gehandelt und allen stenden des Reichs, so gulden munz schlagen, geschrieben und bevolhen ist [Nr. 305], ire rete oder diener, der munz verstendig, auch munzmaister und wardyn auf den dritten dag des monats Septembris nehstkomend des abents zu Frankfurt am Meyn zu haben, des andern dags davon zu handlen und entlichen beschlus zu machen, damit furo im Heiligen Reich ain gleiche guldene munz in aller hantierung, kaufmanschaft und bezalung gebraucht, geubt und gehalten werde.

    Und ist dabey verlassen, auch fur not, nutz und guet angesehen, das euer ksl. Mt. als erzherzog zu Osterreich und, ob ir Mt. gelieben wolt, von wegen des haus zu Burgund, auch von des Reichs wegen ire Mt. rete, wardyn und munzmaister auf gemelt zeit auch dase[l]bist haben und denselben darin nach euer ksl. Mt. maynung und willen zu handeln bevelch tun solt. Solichs wir e. ksl. Mt. underteniger maynung nit verhalten wolten, des wissen zu haben.

    [5.] Und als auf sambstage [16.6.] zu abent nehstvergangen aller stende rete, so nach abschied irer herren bey uns hie pliben gewest, iren abschied genomen, haben wir hern Sigmunden von Frauenberg und dem probst von Stutgarten [Ludwig Vergenhans], die sich dann neben uns und andern e. Mt. reten in allen sachen getreulich, gutwillig und fleisig gehalten haben1, auf ire begeren auch Švergonnt, irer nodturft nach zu reiten, die darauf nehsts sonntags [17.6.] von hinnen geritten sein.

    [6.] Auch hat unser gnedigster her von Trier montags nehstvergangen [18.6.] ain entlichen spruch [Nr. 329, Pkt. 4–6] zwuschen der priesterschaft und stat Wormbs in etlichen klainen anhangenden artikeln getan, also die bede parteyen irer irrung ganz vertragen sein. Und werden die priesterschaft bald wieder zu Wormbs inziehen. Ist der von Trier desselben montags weg und geyn Baden geritten, dahin herzog Friedrich von Bayern, als wir verstehn, auch kommen und sich underwegen zu ime fugen wurde. Wir besorgen auch, woe die irrung zwuschen dem bischove und der stat Wormbs nit hingelegt, das grosse irrung daraus wachsen werde.

    [7.] Und dweile nyemants dann wir zwene hie liegen und bisher der zerung und auslosung halber e. mayestat gnedigen bescheids und hilf erwartet, auch in aynem monat nit mehr dann ain post entpfangen, bey der wir doch deshalb kayn schrift oder beriecht vernomen haben, bitten wir allerundertenigligst, e. ksl. Mt. wollen unsern getreuen vleis, muhe und arbeit ansehen und uns darinne genediglich und furderlich bedenken und fursehen, domit wir e. ksl. Mt. und uns selbs zu schimpf, spot und schaden nit also hie verliegen oder einen nachtailigen, verachtliechen abschied nemen muessen, des wir uns doch zu euer ksl. Mt. als unserm allergenedigsten hern, dem wir uns in dem und anderm zu aller gehorsamer undertenigkeyt tun bevelhen, ye nit versehen wollen. Datum Wormbs am XX. tag Junii anno etc. nono.

    E. ksl. Mt. undertenigist, gehorsamist Adolf, Gf. zu Nassaue etc., Jo. Storch, secretarius. – An ksl. Mt.

    «Nr. 421 Schlussbericht Gf. Adolfs von Nassau-Wiesbaden und Johann Storchs an Ks. Maximilian – Worms, 30. Juni 1509 »

    [1.] Verspätetes Eintreffen der ksl. Erwiderung an die Reichsstände vom 14. Juni, Weiterleitung an Reichsfürsten; [2.] Übersendung des Reichsabschieds, Empfehlung zur Beschickung des Frankfurter Münztages; [3.] Bitte der Stiftsherren zu Nieder-Ingelheim um Ausfolgung ihrer Einkünfte aus elsässischem Reichsgut; [4.] Vermittlungsverhandlungen zwischen Bf. Philipp von Speyer und der Stadt Landau; [5.] Vermittlung im Streit zwischen der Stadt Aachen und Aachener Bürgern wegen des Weinausschanks; [6.] Klage Ludwigs von Fischborn; [7.] Konflikt zwischen Lgf. Wilhelm von Hessen und Gf. Eberhard von Königstein; [8.] Aufhebung der doppelten Besetzung der ŠPoststrecke nach Ende des Reichstages; [9.] Streit um die Reichsbelehnung Kf. Ludwigs von der Pfalz.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22, fol. 54’–57’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop.).

    [1.] /54’/ Allerdurchleuchtigster, großmechtigster kayser, unser undertenig, schuldig, gehorsam, willig dinst sind euer ksl. Mt. allzeit zuvor. Allergenedigster herr, am freytag, den XXII. tag des monats Junii, umb funf auren nachmittag nehstvergangen ist e. ksl. Mt. schrift sambt inligender antwurt an die stende des Reichs [Nr. 482/III] uns zukommen1, mit bevelh, das wir dieselben den churfursten, /55/ fursten und stenden selbs oder, so die verruckt weren, iren reten, hinder ine verlassen, furhalten sollen. Nun haben e. ksl. Mt., als wir ungezweifelt sein, aus unserm jungsten schreiben [Nr. 420, Pkt. 5] vermerkt, wie nit allein die churfursten, fursten und stende des Reichs, so auf diesem Reichs tag versamelt gewest, sonder auch ire rete, hinder ine gelassen, all von hinnen gescheiden sein. Aber nichtdestominder haben wir den sechs churfursten, auch den bischoven zu Bamberg und Wurzburg und herzogen Georgen von Sachsen, herzog Wilhalmen von Bayern, dem herzogen von Gulch, herzog Ulrichen von Wirtenberg und dem lantgraven von Hessen copey vorgedachter e. ksl. Mt. schrift, die dann unsers bedunkens mit gueter furbetrachtung aller gelegenhait nach gar weislich, geschicklich, dinstlich und notdurftiglich begriffen und darin nichts ubersehen und nach unser einfalt den namhaftigsten stenden nit zu verhalten gewest ist, unverzoglich zugeschickt [Nr. 486], die wir auch andern mehr stenden, wu uns not bedunkt, zusenden wollen.

    [2.] Wie auch des camergeriechts, fridens im Reich und der munz halb ein abschied gemacht ist, werden e. ksl. Mt. aus herin verwarter schrift [Nr. 303] gnediglich /55’/ vernemen. Und will uns nutz und guet bedunken, das euer ksl. Mt. ire rete, munzmaister und wardyn auf den vorgenomen tag gein Frankfort auch verordenen und des nit underlasse, domit euer ksl. Mt. halber in allen sachen, des Reichs notdurft belangende, ye kain mangel gespurt werde.

    [3.] Und als vor gueter zeit euer ksl. Mt. reten hie auf dem Reichs dag zu Wormbs gewest und uns diese herin gelegte supplicacion2 mit ingelegtem transsumpt ayner gabe und begnadigung, uber etlich zins, gult und zehend zu Kayserberg, Durkhaim und Monster im Elsas sagende, von weilent kayser Karlen ausgangen3, durch die bruder des closters im sale zu Nideringelhaym furbracht und umb hilf zu erfolgung derselben zins und gult angerufen, ist her Caspar freyher zu Mersberg deshalb befragt und sein bericht, des kainen Šsondern bevelh noch davon wissens zu haben gestanden, wiewol dem gemelten closter solich zins und zehend, solang die lantvogtey in der Pfalz verwaltung gewest, als wir verstehen, on alle verhinderung verfolgt und yeczo bey euer kayserlichen Mt. hinderstellig bliben sein. Deshalb wir, nachdem es euer /56/ ksl. Mt. und des Reichs gerechtikayt antrieft, an wissen euer Mt. darin nichte haben handeln mogen. Aber unser aller gutbedunken, doch auf euer ksl. Mt. verbesserung, were, das zu merunge gottlichs dinst und statlicher erhaltung solcher loblichen gnade und begnadigung sie dabey gehandhabt und inen deshalb nodturftig brive gegeben werden.4

    [4.] Auch haben andere e. ksl. Mt. verordent rete und wir in den irrungen zwuschen dem bischove von Speier und der stat Landau5 auf eur ksl. Mt. bevelh verhorung geton und zu zimlicher hinlegung kainen vleis gespart, aber des kain vervolgung erlangen mogen. Dann die von Landau die vorgenomen straf nachzulassen kain gutlickeyt, als sie sorgten, erleiden mochten und darumb bede parteyen mitsambt der sachen fur euer ksl. Mt. remittirt und gewiesen.

    [5.] Desgleichen ist zwuschen burgermaister und rate der stat Ache und den burgern, so den weinschank daselbs vermainen zu haben, auf bevelch euer ksl. Mt.[Nr. 267, Pkt. 17] mit allem vleis gehandelt und durch uns bede ain abrede6, so der stat Ache geschickten auf ain hindersichbringens und in eyner aufgesazten zeit zu- oder abezuschreiben und die burger stracks angenomen haben, verfast, die euer ksl. Mt. wir, so die von dem rate zu Ache auch zugeschrieben wurd, nit verhalten.7

    [6.] /56’/ Wir schicken auch euer ksl. Mt. ain supplication, uns von Ludwigen von Fischborn uberantwurt8. Und wiewul wir uns der sachen aigentlich erkunt und befunden, das Philips von Tungen, der dann dieser zeit ambtmann zu Stainach [= Steinau] an der strassen, auch der sachen und parteyen nahe als uf zwo meilen wegs gelegen, auch, wie euer ksl. Mt. wissen mogen, geschickt und verstendig ist, zu conmissarien fuglich sein solt, wir auch demnach die beygelegten commission auf ine stellen lassen, haben wir doch dieselben an sondern wissen euer ksl. Mt., dieweil der handel euer ksl. Mt. und des Reichs aigentumb antrifft, nit ausgehn, sonder die zuvor an euer Mt. gelangen lassen Šwollen, dieselben zu verzaichnen und uns versiegelt zuzuschicken, die furter verschaffen zu uberantwurten.

    [7.] Und wiewul wir auf euer ksl. Mt. bevelch, die spenn und irrung zwuschen dem lantgraven und dem von Kunigstain zu verhoren und furter laut desselben bevelchs derin zu handlen [Nr. 267, Pkt. 14], mit allem vleis furgenomen gehabt, haben sich doch die lantgrafischen rete in kain handelung begeben, sonder vor allen dingen gehabt haben wollen, das der von Epstein, zuvor und ee ychts gehandelt, auf sein frey fues gestellt und seiner gefengnus durch den von Kunigstain on alle entgeltnus erledigt weren, /57/ domit er sein noturft reden und furbringen mocht. Das aber derselb von Kunigstain anzaigt, nit in seyner macht, dweile der von Epenstein vor zwayen jarn in euer ksl. Mt. hende gestelt und noch in euer ksl. Mt. und nit seiner verheftung were, mit erbietung, das er sonst vor unser der sachen gutlicher oder rechtlicher handlung und entschaids gehorsam und gewertig sein wolt, sich auch damit solichs seins gehorsamen erscheinens und erbietens offenlich protestiert und daruber glaubwirdigen schein begert, den wir ime under euer ksl. Mt. titel und secret ingesiegel gegeben. Das haben euer ksl. Mt. wir auch nit verhalten wollen.

    [8.] Dweile auch dieser Reichs dage ganz geendet, bedunket uns der duplierten post, die dann desselbigen Reichs tags halber also duppel gelegt und zu vurderung derer hendel angesehen worden ist, nun zur zeit nit not sein. Das zaigen wir getreuer mainung an, doch auf euer ksl. Mt. verbesserung und wulgefallen.

    [9.] Euer ksl. Mt. reten und uns seind auch von etlichen des Schwabischen Bundes verwanten fursten und stetten, auch ander copey ayner begerten schrift [Nr. 315] und darauf von pfalzgrave Ludwigen, kurfursten, und pfalzgrave Friederichen gebruedern ain antwurt [Nr. 316] darauf gefallen, die wir euer ksl. Mt. hiemit zusenden, /57’/ des wissen zu haben. Und bevelhen euer ksl. Mt. uns hiemit zu aller untertenigkait. Geben zu Wormbs am letsten dag Junii anno etc. nono.

    E. ksl. Mt. undertenigist, gehorsamist rete Adolf, grave zu Nassau, her zu Wißbaden, camerrichter etc., und Johann Storch. – An ksl. Mt.

    «5.2. Kurfürst Friedrich III. von Sachsen  »

    «Nr. 422 Bericht Gf. Philipps von Solms an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Worms, 24. April 1509 »

    [1.] Vortrag des Gf. von Solms an Ks. Maximilian; [2.] Antwort des Ks.; [3.] Wunsch Ks. Maximilians nach Teilnahme Solms’ am Reichstag als Vertreter Kursachsens; [4.] Unklarheiten bezüglich der Reichstagsvollmacht Solms’; [5.] Kritik Johann Renners wegen des Fernbleibens Kf. Friedrichs; [6.] voraussichtlicher Einsatz Gf. Hoyers von Mansfeld als ksl. Gesandten zu ŠKf. Friedrich; [7.] Gerüchte über eine angebliche Reise Kf. Friedrichs nach Bamberg; [8.] Beschwerde Ebf. Ernsts von Magdeburg gegen Kf. Friedrich; [9./12.] Unterredung Solms’ mit Matthäus Lang; [10.] Wunsch Solms’ nach Abreise aus Worms; [11.] Abreise Ks. Maximilians aus Worms.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 37–42’ (eigh. Or., dinstag nach mysericordia Domini, Postverm.: [Zu] Händen [des Kf.]).

    [1.] Er ist am heutigen Montag [23.4.] zwischen 7 und 8 Uhr morgens in Worms eingetroffen. Er wäre bereits einen Tag früher hier angekommen, wenn nicht starker Wind sein Schiff an das andere Rheinufer zurückgetrieben hätte. Er ließ sich durch Johann Renner beim Ks. anmelden und wurde nach dem Mittagessen an den Hof bestellt. Indessen kamen die Ff. zum Ks., weshalb er bis acht Uhr abends warten musste. Dann erst beschied Renner ihn in die ksl. Kammer. Der Ks. entließ alle Anwesenden bis auf Renner und hörte sich seinen instruktionsgemäßen Vortrag [Nr. 242] an.

    [2.] Nach einer Bedenkzeit trug Renner die ksl. Antwort vor: Der Ks. hätte ein früheres Eintreffen des Kf. in Worms erwartet und gewünscht. Er könne in der gegenwärtigen Situation keinesfalls länger bleiben, sondern müsse am Mittwoch [25.4.] aufbrechen. Er könne dem Kf. auch keinen anderen Treffpunkt benennen. Sonst entstünde zum Unwillen der anderen Kff. und Ff. eine Verzögerung. Der Ks. wolle den Kf. aber durch ein Schreiben [Nr. 243] und außerdem durch einen Gesandten über diejenigen Angelegenheiten informieren, die er gerne mit ihm persönlich besprochen hätte. Er wünsche das unverzügliche Erscheinen des Kf. in Worms.

    [3.] Er, Solms, bot erneut an, dass der Kf. bereitwillig zu jeden ihm benannten Treffpunkt kommen werde. Der Ks. erwiderte jedoch nur, dass er dem Kf. schreiben werde. Er äußerte außerdem den Wunsch, dass er, Solms, als Vertreter Kursachsens an den Verhandlungen des Reichstages teilnehmen solle. Er erwiderte, dass sein weiterer Aufenthalt in Worms angesichts der bevorstehenden Abreise des Ks. nutzlos wäre. Auch könne dies das Eintreffen des Kf. weiter verzögern. Der Ks. insistierte, dass er bleiben solle, bis der Kf. komme oder er einen anderen Bescheid erhalte. Er bittet um diesbezügliche Anweisungen.

    [4.] Er ist sich nicht ganz im Klaren über die ihm zugeschickte Vollmacht [Nr. 234], wonach er zum Nutzen des Hl. Reiches gefassten Beschlüssen der Stände zustimmen soll. So lut e. ftl. Gn. befelesbrif, so ksl. Mt. haben wolt, das ich von e. ftl. Gn. wegen by korfursten und fursten siczen solt und gefroget worde, was von e. ftl. Gn. wegen myn bedenken etc., daruf zu sagen, das myn befele, dermoß alles, das durch korfursten und fursten und dy stende zu besten bedocht und beschlossen, auch ksl. Mt. und dem Helygen Rich zu nucz komen moge, darin wolle e. ftl. Gn. sych halten, das ksl. Mt., auch alle ir Gnn. und ander gut gefallens haben sollen und von in nyt sondern wolten. Solten sy dan sprechen: „Dyn macht helt nit also. Du hast lut des machtbrifs andern befele, den sich an“, so worde es, wy e. ftl. Gn. baß dan ich geschryben, uß ftl. vernonft zu Šbedenken haben, wy myr dryn zu handeln syn wele. Dan ich gern handeln wolt, das e. ftl. Gn. gefellig und ksl. Mt. ungenade noch unglympf erlangen dorft, myt underteniger bitt, myn doricht schryben genediglich ufzunemen und zu bedenken.

    [5.] Johann Renner beklagt sich über das Fernbleiben Kf. Friedrichs, nachdem er auf seinen Befehl hin dem Ks. sein Kommen zugesagt hatte. Er würde 100 fl. dafür geben, wenn er es nicht getan hätte.

    [6.] Der Ks. wird Gf. Hoyer [von Mansfeld] zu ihm, Kf. Friedrich, schicken. Der Gf. unterlässt es deshalb zu schreiben, da er davon ausgeht, bald persönlich Bericht erstatten zu können.

    [7.] Der Ks. sagte, ihm sei zu Ohren gekommen, dass er, Kf. Friedrich, die Absicht habe, zur Heiltumsfahrt und zum „welschen Turnier“1nach Bamberg (Bobenberg)zu reiten. Dies hat er in Gegenwart Renners dementiert. Dan so e. ftl. Gn. zu solicher korzwyle lost, dorfen e. ftl. Gn. nyt so wyt drum riten, sonder hettenß wol neer. Es sy ader e. ftl. Gn. eyn zyt lang, als lang ich by e. ftl. Gn. gewest, eyn kleyne korzwyle gewest, daß wir alle e. ftl. Gn. tyner eyn beswerde und verwondern gehapt haben.

    [8.] Renner teilte mit, dass er über die Verhandlungen des Ebf. von Magdeburg beim Ks. wegen Kf. Friedrichs2nichts in Erfahrung habe bringen können. Dies sei noch geheim. Der Ks. werde aber keinesfalls Kommissare bewilligen, ohne den Kf. vorher angehört zu haben.

    Sigmund Pflug und Wilhelm von Wolfstein sind ebenfalls beim Ks. Sie gingen vor ihm auf und ab und blickten ihn unfreundlich an.

    [9.] Nach der Audienz beim Ks. kam der Bf. von Gurk [Matthäus Lang] zu ihm und erkundigte sich nach dem Erscheinen Kf. Friedrichs. Er wolle 300 fl. dafür geben, dass der Kf. beim Ks. wäre. Dieser hätte mit dem Kf.über einige wichtige Reichsangelegenheiten zu sprechen. Er habe sich auf Renner verlassen, der eine Verspätung oder ein Fernbleiben des Kf. ausgeschlossen habe. Er, Solms, erwiderte, dass erhebliche Gründe für die Verspätung bestünden, der Kf. jedoch willens sei, zum Ks. nach Worms oder zu einem anderen Treffpunkt zu reisen. Gurk betonte daraufhin noch einmal, dass der Ks. den Kf. bei sich brauche. Er wolle gerne sein Möglichstes dazu beitragen. Ich besorge, die sachen syen nyt alle ufrichtig, wy Gf. Hoyer e. ftl. Gn. witer berichten wirt.

    [10.] Für den Fall, dass er, Kf. Friedrich, nicht selbst nach Worms kommt, bittet er, durch jemand anderen ersetzt zu werden. Er müsste für sieben bis acht ŠTage in seine Gft. und dann wieder nach Coburg (Koberg). Allerdings wurde er gewarnt, dass ihm auf dem Weg dorthin 30–40 Reiter nachstellen könnten. Sollte er, der Kf., dies nicht wünschen, wird er sich gehorsam zeigen. In diesem Fall sollte ihm allerdings wenigstens noch ein erfahrener Rat zur Seite gestellt werden. Bittet um Mitteilung über die weiteren Absichten des Kf. und um weitere Anweisungen. [Datum, Unterschrift].

    [11.] [PS] Nach Fertigstellung des Schreibens ist der Ks. heute zwischen neun und zehn Uhr in aller Stille weggeritten. Es heißt, dass er nicht mehr nach Worms zurückkehren wird. Gf. Hoyer kam um zwölf Uhr in seine Herberge und sagte, dass er seiner Erwartung nach nicht zu Kf. Friedrich reiten werde. Er selbst kann dies nicht beurteilen. Seiner Meinung nach will der Ks. nicht, dass er, Kf. Friedrich, ihn an einem anderen Ort [als Worms] trifft.

    [12.] Der Bf. von Gurk [Matthäus Lang] kündigte einen ksl. Gesandten zu Kf. Friedrich an. Außerdem wünsche der Ks., dass [Degenhart] Pfeffinger3unverzüglich zu ihm geschickt werde.

    Der Bf.äußerte, er würde Kf. Friedrich gerne einmal persönlich über seine Verhandlungen mit dem Kardinallegaten [George d’Amboise, Ebf. von Rouen] wegen des Vertrages [von Cambrai] zwischen dem Ks. und dem frz. Kg. berichten, das syn ftl. Gn. verwondern haben werde.

    «Nr. 423 Weisung Kf. Friedrichs III. von Sachsen an Gf. Philipp von Solms – Grimma, 29. April 1509 »

    [1.] Reichstagsvollmacht für Solms, Frage der Teilnahme Kf. Friedrichs am Wormser Reichstag; [2.] Anweisung an Solms bezüglich seines weiteren Aufenthalts in Worms.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 43–43’ (Konz.).

    [1.] Dem pfleger zu Coburg uf sein schreiben geantwurt, dz mein gnst. herre sein handlung und bericht, so er bei ksl. Mt. getan, zu gefallen vernommen. Und darauf angezeigt, wie es mit den gewaltbrief und bevelh gemeynt wurd. Und hab der gewalt darauf gestanden, ob ksl. Mt. eylends wolt beslossen, dz meins gnst. H. halb daran nit mangel were. Wu aber ksl. Mt. verrucken wurd, als bescheen ist, were ime vormals angezeigt, wes er sich halten solt, und ime derselben zettel abermals ein copien uberschickt. Aber die wort im bevelh sind darumb angezaigt, dz sie zu unser gnst. herrn bevelh furgewendt werden solten. Weyl aber ksl. Mt. in ytziger schrift [Nr. 243] angezeigt, dz sich sein ftl. Gn. nit seumen solt, gen Wormbs zu komen, in ansehung, dz die stend uf sein gnad verzogen: Des wer sein Gn. willens. Und b[egert]1, dz er fuglich sein abschied Šaldo nemen und ursach fur[wenden], dz er zu m. gnst. H. reyten wolt und sich mit dem techant von Pon [Johann Heinrich von Schmalkalden] erkunden, was die handlung ist und ob die fursten uf unsern gnst. H. verziehen, auch ob sie wol leiden mochten, dz sein Gn. in eigener person dohyn kem, und wie alle sachen gestalt sein, sein Gn. furderlich und aigentlich zu erkennen gebe.

    [2.] Wir haben auch bedacht, wu die handlung von des Reichs stenden zu Wormbs bereit angefangen und ir dabei gewest, so wolt sich in kein weg fuegen, dz ir davon ziehen und euern abschid nemen solt. Und wu dem also, so wellet yr aldo verharren und in kein weg abscheiden, uf dz, so etwan furfiele, das die handlung zurut wurd, das man solchs euerm abschid nit schult geben dorft. So aber kein han[dlung] furgenomen und die stend domit uf uns verharren, so mocht ir, wie in disem brief angezeigt, vleis haben, euern abschied zu nemen und euer sachen anheym außrichten. Und uns ye uf unser schrift aigentlich bericht tun, dann wir wellen zu Wymar verharren und uns aldo nit erheben, wir haben dann bericht von euch. Darumb wellet domit nit aufhalten noch verziehen. In dem tut ir uns zu gefallen. Datum zu Grymme am sontag jubilate anno Domini XVC nono.

    «Nr. 424 Weisung Kf. Friedrichs III. von Sachsen an Gf. Hoyer von Mansfeld und Johann Renner – Worms, 28. Mai 1509 »

    [1.] Schreiben Ks. Maximilians an Kf. Friedrich; [2.] Vortrag ksl. Gesandter an Kf. Friedrich und seine Antwort darauf; [3.] Anforderung Degenhart Pfeffingers durch den Ks.; [4.] Verhandlungen mit den ksl. Reichstagskommissaren über das Reichsstatthalteramt.

    [Pkt. 1–3:] Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 56–58’ (Konz.) = Textvorlage A.

    [Pkt. 4:] Wien, HHStA, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 166–167 (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 125–125’ (Reinkonz.) = B.

    [1.] Er hat von ihnen auf sein eigenhändiges Schreiben aus Weimar noch keine Antwort erhalten, weshalb er nicht weiß, ob es ihnen zugegangen ist.1Der Ks. hat ihm bei seinem Aufbruch von hier [= Worms] unter anderem geschrieben [Nr. 243], dass er gerne persönlich mit ihm gesprochen hätte, doch könne er wegen der Šihm obliegenden Angelegenheiten keinesfalls länger bleiben. Er hat ihn deshalb aufgefordert, unverzüglich persönlich hierher zu kommen, und gleichzeitig im Zusammenhang mit verschiedenen geheimen Angelegenheiten eine Gesandtschaft angekündigt. Er, Renner, kennt den Inhalt des Schreibens.

    [2.] Er, Kf. Friedrich, hielt seine persönliche Anwesenheit in Worms für unnötig, da er durch seinen bevollmächtigten Gesandten [Gf. Philipp von Solms] vertreten war. Dennoch hat er sich aus Gehorsam gegenüber dem ksl. Schreiben und der durch die ksl. Gesandten Gf. Johann Ludwig von Nassau und Dr. Erasmus Topler vorgetragenen Aufforderung hierher verfügt. Seine weitere Verspätung war dem Warten auf die angekündigte Gesandtschaft geschuldet; anschließend setzte er seine Anreise unverzüglich fort. Er hat den Gf. von Nassau in Marburg (Martpurg)und Topler hier in Worms angehört, von den wir aber keyn geheym sachen, wie ksl. Mt. schrift meldt, vernomen. Referiert den Inhalt der von den ksl. Gesandten vorgetragenen Werbung [entsprechend Nr. 61] sowie seine Antwort darauf [entsprechend Nr. 62].

    [3.] Der Ks. hat ihn außerdem schriftlich gebeten, [Degenhart] Pfeffinger zu ihm zu schicken. Er habe mit ihm einige Angelegenheiten zu besprechen, die dieser dann wiederum ihm, dem Kf., mitteilen solle.2Er hat den Gesandten gegenüber seinen Wunsch bekundet, sich auch hierin willig zu erzeigen, er könne Pfeffinger derzeit jedoch für die Rechnungsführung und unsers leibs halbnicht entbehren. Seiner Erwartung nach wird hier in Kürze der allgemeine Aufbruch stattfinden. Falls der Ks. Pfeffinger dann noch einmal anfordert, wird er ihn zu ihm schicken. Sie sollen ihn beim Ks. für die Verzögerung entschuldigen.

    Er geht zwar davon aus, dass die beiden Gesandten dem Ks. seine Antwort zugeschickt haben. Dennoch wollte er sie, Mansfeld und Renner, informieren, falls dies bislang unterblieben sein sollte. In diesem Fall sollen sie dem Ks. seine Erklärung vortragen.

    [4.] Ferrer haben uber dise handlung ksl. Mt. rete, als er Zigmund Fraunberger und doctor Topler, an uns gelangt mit anzaig, das sy von wegen der haubtmanschaft und stathalterambts weiter mit uns zu handeln heten. In derselben handlung wir yne der haubtmanschaft halben vorige antwurt geben und begert, uns bey ksl. Mt. ungelegenhait unsers leibs halben des zu entschuldigen. Als haben sy mit ainer zetl laut inligender copie [Nr. 391] von wegen des stathalterambts an uns geraicht. Darauf wir ir bericht, auf das wir uns dest mer mit underteniger antwurt gegen ksl. Mt. mochten vernemen lassen, begert in dem, als stet „das stathalterambt in form und maß, wie man sich mit uns vertragen wurd, anzunemen“, ob sy wusten, wie der vertrag sein solt. Darnach, da angezaigt, „wie es seiner lieb und den stenden gemeint sein wurd“, ob sy Šbevelh hetten, an der stende wissen mit uns davon zu handeln und wie, oder ob sie wusten, was der stend will darinnen were. Und zuletzt, als berurt ist „nach inhalt der abrede, verschreibung und vertrags, auf dem negst gehalten reichstag zu Costenz aufgericht“3, ob sy nit wusten, was ksl. Mt. domit meynet.

    Darzu sy geantwurt, das sy uns solchs nit weyter wusten anzuzaigen dan der buchstab meldet. Wo uns aber des weyter bericht zu haben gemeynt, so wolten sy es durch dy post gern an ksl. Mt. gelangen lassen. aDarauf wir ine vermeldet, das wir yne kain maß zu setzen wusten, was sy an ksl. Mt. solten gelangen lassen–a. So mochten wir auch nit wissen, wie lang sich dy handlung alhie verziehen oder wan der aufbruch gescheen wurd. Weyl sy aber nit weyter dan der buchstab anzaigt, bericht zu tun wusten, so hetten sy zu bedenken, bdas wir auch nit entlich antwurt geben mochten, wiewol wir doch, wo uns das angezaigt were, sovil ymer moglich, gegen ksl. Mt. mit underteniger antwurt wolten haben vernemen lassen–b. Und haben von ine darauf begert, uns bey ksl. Mt. underteniglich derhalb zu entschuldigen. Darzu sy gesagt, sy wolten zu yren bedenken unser bey ksl. Mt. zum besten nit vergessen etc. Domit hat sich dy handlung abgeschnitten.

    Und begern derhalb von euch gutlich, ir wellet dise handlung ksl. Mt. in undertenigkait zu unserm besten, wie ir zu tun wist, uns zu entschuldigenc auch furtragen. In dem allem tut ir uns sonders gefallen, in gnaden zu erkennen. Datum zu Wormbs am montag in den heilign pfingstfeyern anno etc. XVC nono.

    «5.3. Kurfürst Joachim I. von Brandenburg  »

    «Nr. 425 Bericht Eitelwolfs vom Stein an Kf. Joachim I. von Brandenburg – Worms, 25. März 1509 »

    [1.] Verzögerung bei der Behandlung der brandenburgischen Anliegen durch den Ks.; [2.] Erkundigungen über die Anreise des Ks. zum Wormser Reichstag; [3.] Vorbereitungen der Stände zur Teilnahme am Reichstag, Kritik am Fernbleiben Kf. Joachims; [4.] Verhandlungen mit Ebf. Jakob von Trier über die Nachfolge Mgf. Albrechts als Bf. von Utrecht; [5.] Anforderung einer Vollmacht für den Reichstag; [6.] Kritik an der Korruption am Kaiserhof; Š[7.] Bitte um Verstärkung der kurbrandenburgischen Delegation; [8.] Ladung Hg. Bogislaws von Pommern zum Reichstag.

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 1, Nr. 4, fol. 4–5’ (eigh. Or. m. Siegelspuren, annunciacionis Marie).

    [1.] Bestätigt den Empfang eines kfl. Schreibens1samt 100 fl. und beteuert seinen Eifer für die kfl. Angelegenheiten. Deren schleunige Erledigung ist allerdings nicht möglich, denn der Ks. hält sich noch in Brabant auf. Dieser hat immerhin Gf. Hoyer von Mansfeld mit einer an ihn, Stein, adressierten Kredenz und Instruktion nach Worms geschickt, wie aus dem beiliegenden ksl. Schreiben an ihn, den Kf., hervorgeht.2

    [2.] Nach Eingang der kfl. Weisung hat er sich unverzüglich nach Worms begeben und Erkundigungen über die voraussichtliche Ankunft des Ks. angestellt, um sich hinsichtlich der kfl. Angelegenheiten danach richten zu können. Aus der Instruktion Mansfelds geht hervor, dass der Ks. sich unverzüglich nach Worms begeben will, jedoch nicht, welchen Weg er nehmen wird. Er hat daraufhin eine Anfrage zu seiner Reiseroute und dem geplanten Abreisetermin an den Ks. geschickt. Die Antwort erwartet er in acht Tagen. Hingegen will er die ksl. Aufforderung, sich zu Verhandlungen über die kfl. Angelegenheiten zu ihm zu begeben, ignorieren.

    Š[3.] Es seyn die fursten hiromb all geschickt, sobald sie ir Mt. zukunft vernemen, auch personlich zu erschinen. Kaufen auch yeczt ein und haben die irn hie. Und ist ferner grosse handlung vor augen. Got wolt, e. Gn. gelegenhait wer, sich auch da zu sehen und hörn lassen. Brandenburg, als ich glaub, in achtzig jarn nit cleyner gewicht im Reich gehabt hat. So es aber ex providentia und nit avaritia geschicht, muss sichs leyden. Wer behelt, der hat. E. Gn. ist geschickt und darf nit her. Allain, das ichs auch gut mein et gloriam domini mei.

    [4.] Nach der Abreise Dr. Bussos [von Alvensleben] hat er sich zum Ebf. von Trier verfügt und mit ihm vor allem über das Bm. gesprochen.3Der Ebf. beteuerte, sich in dieser Angelegenheit bemüht, bislang aber nichts weiter erreicht zu haben. Der Bf. von Utrecht habe ihm allerdings geschrieben, dass der Domdekan [Ludolph van Veen]4, der die Sache beim Domkapitel hätte betreiben können, [am 16.12.1508] verstorben sei und der neugewählte Dekan [Jacob van Appeltern] zu seinen Gegnern zähle; er wolle sich aber in Kürze mit seinem Bruder Mgf. Christoph [von Baden] und ihm, dem Ebf., treffen, um mit ihnen über diese Angelegenheit zu beraten. Der Ebf. empfiehlt und will dies auch dem Bf. von Utrecht vorschlagen, dass der Ks. und einige Ff. eine Gesandtschaft an das Domkapitel schicken und um dessen Zustimmung zu bitten. Der Ebf. forderte ihn, Stein, auf, in Worms zu bleiben, um ihn über etwaige Fortschritte unterrichten zu können.

    [5.] Gnedigster herr, ich hab zum Reichs tag kain gewalt. Damit wirt mich e. Gn. wol wissen zu versorgen, dan ich wurd in mussen ksl. Mt. und den Šchurfursten anzeigen. Will mich daneben des beschaids halten, nichts zusagen, e. Gn. sey dan ir freyhait versichert.5

    [6.] Die [von ihm, Stein,] bislang zugesagten 150 fl. werden wenig bewirken, dan der leut hend haben augen. Glauben nichts, dan das sie sehen. Ich hab mit zusagen bisher nit gefeyrt, het es helfen wollen. Es ist kainer so groß im Reich, keiner so gewaltig am hof, will er etwas erlangen, er besticht die leut. Und ist nymands dan der fursten schult, das also zuget.

    [7.] Es liegt aus mehreren Gründen in ihrer beider Interesse, dass er ihm jemanden schickt. Falls er, der Kf., Bedenken hat, bittet er wenigstens um Gregor Wins. Es wird erneut viel zu schreiben sein und man kann nicht jedem vertrauen.

    [8.] Dem Hg. von Pommern ging ein Mandat zu, auf dem Reichstag zu erscheinen. Anguis latet in herba.6Er, Stein, hat darüber ausführlich mit dem Ks. gesprochen. Er wird Erkundigungen anstellen und sein Möglichstes tun.

    «5.4. Erzbischof Leonhard von Salzburg  »

    «Nr. 426 Weisung Ebf. Leonhards von Salzburg an den Salzburger Domdekan und ebfl. Rat Andreas von Trauttmansdorff – Salzburg, 20. Mai 1509 »

    [1.] Unterredung Trauttmansdorffs mit Ks. Maximilian, Fortsetzung des Reichstages nach der Abreise des Ks., Anweisung von Zehrungsgeld; [2.] Einspruch beim Ks. gegen die unrechtmäßige Besteuerung von Salzburger Gütern und Einkünften in Kärnten; [3.] Bemühungen um den Erlass oder die Reduzierung einer künftigen Reichshilfe; [4.] Kontaktaufnahme zum Kammergerichtsprokurator Johann Rehlinger; [5.] Verzögerung bei der Bezahlung des Kammerzielers; [6.] Anweisung für die Rückreise Trauttmansdorffs.

    Salzburg, LA, GA IV.3, unfol. (Or. m. Siegelrest, sonntag exaudi).

    [1.] Leonhart, von Gots gnaden erzbischove zu Salzburg, legat des stuls zu Rom etc.

    Ersamer, gelerter, lieber in Got und getreuer. Uns ist von dir ain schreyben1 zuekomen, darin du uns bericht, was du mit ksl. Mt. zu Wormbs auf dem veld von unseren wegen geredt und gehandelt hast und wie die fursten, stend und ir botscheft nach abschid ksl. Mt. verrer zu Wormbs verharren und besliessen sollen etc. Darauf haben wir durch Virgilien Froschlmoser in wechsel auf Augspurg anderthalbhundert gulden reinisch, die dir durch die Fugker zu Wormbs ausgericht werden sollen, zu zerung verordent und den Fugkern Šgeschriben, dir solh gelt aufs furderlichist durch weyteren wechsel gen Wormbs zu verordnen, als uns nit zweyfelt, sy das hiemit tun.

    [2.] Wir hetten Georgen Segensmid zu dir gein Wormbs abgefertigt und, wo die ksl. Mt. von Wormbs verrukht ware, derselben irer Mt. furter nachzuvolgen. Versehen wir uns, er hab ksl. Mt. auf dem weeg zu Ulm betreten. Seydmals hat uns unser haubtman und vitztumb zu Fryesach, Balthesar Tanhauser, geschriben, wie [der] landsverweser in Kernten [Veit Welzer] aus ubung der landschaft doselbs unser landgericht und ambt zu Zol [= Zell] und verweser des vitztumbambts, Hans Mansdorfer, unser urbarleut und guter, so wira im landgericht Ortemburg, gein Dornpach und Gmund gehorig, bzu ksl. Mt. handen–b eingenommen haben, aus ursach, daz wir die herrschaft Gmund, auch unser zehent, zol und meut in Kernten in den anslag nicht eingelegt haben, davon mitleydig zu sein. Und vermainen, uns noch mer ambter, leut und guter einzuziehen. Des wir nicht klain von inen befrombd und beswarung tragen. Und haben darauf an gesteren unseren haubtman Hansen von der Albin an ksl. hof abgefertigt und ime bevolhen, wo er ye bey ksl. Mt. solh gwaltig handlung, uns beschehen, abzuschaffen nicht erheben mug, daz er alsdann dir das und aller sachen lauter bericht bey aygem boten furderlich in schrift zu wissen tue, damit du dich von unseren wegen solher des landsverweser in Kernten handlung und zwangs bey den churfursten, fursten und stenden des Reich mugst beclagen, iren rat, furdrung und hilf darin ersuchen.

    [3.] Und wo uns ainicherlay reichshilf wurd auferlegt, die von unseren wegen wissest dermassen nicht anzunemen, dieweil wir unser und unsers stifts rent, gult und guter, auch meut und zol etlichermassen entwert sein und noch entwert werden mochten, darauf im Reich uns anslag beschehen. Und haben also in anfang dise unser beswarung an ksl. Mt. langen lassen, wo uns darin wendung beschahe, damit wir die fursten verrer anzulangen vertragen beliben und von ksl. Mt. auf uns nicht unlust lieden, als wolten wir auf dem reichstag irer Mt. furnemen widerwertig sein und darin zuruttung machen. Wo dir dann von unserem haubtman oder doctor Georgen2 geschriben und ir handlung zu wissen tan wird, waist du dich darnach wol zu halten. Ob aber dieweil ansleg auf uns im Reich beschahen, so wisse dannoch solh unser beswarung, doch wider ksl. Mt. nicht in klagweis, sonder zu ringerung desselben anslags zu melden, daz wir die hilf des Reichs nit mugen volstregken von unsers stifts rent und gulten, der wir zum tail entwert sein. Wir haben uns auch bey der landschaft in Kernten erboten, unser rustigung von allen unseren rent und gulten ausserhalb Gmund, daz on mittel in unser landschaft Salzburg gehort, und ausserhalb zehent, zol und meut in Kernten gelegen, zu halten und hilf ze tun. Ist aber Šnicht angesehen. Der bischof von Bambwerg [!] hat sich, als wir vernemen, von zehenten, zol und meuten in Kernten die rustigung zu halten eingelassen.

    [4.] Uns hat doctor Rechlinger von Regenspurg geschriben, wie er gein Wormbs, do das camergericht furter gehalten werden sol, kurzlich verruken werd. Wo er dann daselbshin kumbt, so wellest dich von unseren wegen zu ime melden. Und wo er uns in unseren sachen ainicherlay zu schreyben hiet, das von ime ubernemen.

    [5.] Wir haben die hundert gulden reinisch, so zu underhaltung des chamergerichts jungst an uns ervordert worden sein, noch nit ausgericht, damit, wo das chamergericht zu Wormbs furter seinen gang nit haben wurde, sonder erligen, wir die hundert gulden zu bezalenc vertragen sein mochten. Wir haben aber doctoren Rechlinger mit zuegesandtem gwaltbrief bevelh getan, wo der viscal auf die ausgangen ladung3 wider uns auf den peenfal procediren wurde, uns zu verantworten, daz uns der wechsel bisheer verhindert, daz wir fuglich und bewarlich die hundert gulden uber land nicht haben verordnen mugen, und das Rechlinger dieweil furstee und sich nachmals erbeut, von unseren wegen solh hundert gulden auszurichten. Darauf wellest dein vleyssig aufmerken haben, ob das camergericht doselbs gen wurd, dich mit Rechlinger alsdann zu bereden und weeg furzunemen, damit wir des viscal halben nit in schad gelaydt werden. In dem allen wellest guten vleys tun, als uns von dir nit zweyfelt.

    [6.] Wo du am widerhaimzug sein wirdest, so wellest on glayt nit zyehen, auch versehen, daz dein auszug in gehaym gehalten werd, damit du in den herbergen nicht ausgespeht und unser widerwertigen, als David Nusdorfer oder ander, nicht ansleg machen noch yemands auf dich schiften4 oder stossen mugen. Dir gnedigen willen zu beweysen sind wir genaigt. Datum Salzburg an sonntag exaudi anno Domini etc. nono.

    «5.5. Bischof Wilhelm von Straßburg  »

    «Nr. 427 Weisung Bf. Wilhelms von Straßburg an seinen Kanzler [Johannes Sigrist] in Worms – s.l., 29. Mai 1509 »

    [1.] Angelegenheiten von Angehörigen des Hst. Straßburg (Vollstreckung des Urteils gegen N. Sinderhausen, Anspruch Gf. Philipps von Solms auf eine Pfründe); [2.] Verhandlungen des Reichstages, Vorbereitungen für den Venezianerkrieg; [3.] Verhandlungen mit Kurpfalz.

    Straßburg, AD, G 599, unfol. (eigh. Or., zinstag nach dem phingstag).

    Š[1.] Wilhelm etc. Unsern ftl. gruß zuvorn, lieber kanzler. Uf heut datum umb sechs am abent ist der Phaffenlapp1 und der rebmeister alheer komen und unß eur schrieft2 uberantwort, darin wir anfenglich vernomen, das dem Sinderhausen syn recht geschehen ist. Wolle Got der selen gnediglichen verzigen und barmherzikeit mitteilen. Und als ir unß auch geschrieben des von Solms halben, do ist unser begern, ir wellet bei euch ym ein dankbrieve machen, auch derneben ym müntlich dank sagen von unser wegen. Und der praesentacion halben hait es die gestalt, als wir verschienen jars zu Koln uf der election [Ebf. Philipps] gewesen und ym ufherzihen gen Menz komen, ward unß doselbe geschrieben durch Herman Weisen, des [Gf. Philipp] von Solms amptman [zu Lich], das wir mit dem posessori wolten verschaffen abzusten und die presentatz wider heraußgeben. Also schickten wir noch [h]er Claissen3, der possessor ist, und hielten ym die schrieft fure. Also sagt er, wir solten keinen zweifel haben, er wolt unß nit in spott furen gegen dem graven; wo er nit mit gute kunte erlangen, wolte er unser zusage nachkomen. Demselben nach bevalen wir her Johan Spechten, tumhern zu Menz, das er Herman Weisen, des von Solms amptman, zu ym neme und versucht, ob er in der güte mocht wege finden zwischen her Clausen und des von Solms schrieber, den syn sune noch ein kind ist, das er kein beneficium curatum4 haben mag. Do stünde die gutlich handlung daruf, das her Clauß solt in possessione blieben, biß der jung abilis wurde. Was aber gehandelt, ist unß verborgen. Aber wie dem allen, so wollen wir her Clausen schreiben, wo er in fruntschaft ader der gute nit finden mag, daß er die presentation wider heraußgeben soll. Darumb wolt unß deßhalbe gegen dem graven entschuldigen, das wir nit anders gewiß sye, seyen der sachen zufriden etc.

    [2.] Zum andern haben wir vermerkt die handlung, so uf dem rychstag gehandelt wird. Und gevelt unß gar nichs, soviel wir der noch vermerken. Got gebe das male yr rait. Und sehet zu, das eur ratschlag so heymlich bleiben wie zu Kostenz. Do wist man uf dem mark bass darvon zu reden dan im rait. Wir haben auch die nue zeitung [Nr. 399], so margrave Casimirus mit andern von wegen ksl. Mt. vernomen und befinden, das der Kg. von Frankrich triumphirt und wir armen Duetschen ganz und gar verloschen syn. Die im Sunkaue schicken ksl. Mt. VC zu fuß und funfzig zu roß5 und ist her Wilhelm von Roperstein houptman. Sunst horen wir von keiner rustung in diesem lande. So soll grave Wolf von Furstenberg IC pherde haben, deßgleichen unser gevatter [Gf. Reinhard] von Bitsche. Aber ir keiner will reiten, sye sein dan des solts Šgewisser, dan sie noch sind. Darumb will unß bedunken, eß sye ein cleine hilf zu einer grossen krankheit und ir mogt uch uf dem Reichs tag nyme so sere furdern, ob durch das Reich ksl. Mt. zugesagt wurd ein hilf, das sie ym dieß jar erschießlich syn mag etc.

    [3.] Er hat die von ihm mitgeteilten Ergebnisse seiner Verhandlungen mit Pfalz unverzüglich dem Domkapitel übermittelt und beantragt, den Schiedsgerichtsvertrag anzunehmen. Die Antwort des Domkapitels bezüglich des Vertrags und des Gelds ging ihm erst am 27. Mai (heiligen phigsttag)zu, wie er, Sigrist, dem beigelegten Schriftstück Dr. Eitelhans [Rechburgers] entnehmen kann. Wäre diese Antwort früher erfolgt, hätte er ihm seine eigene Meinung dazu längst eröffnet. Er befürwortet die Ratifizierung des Vertrags. Das von Pfalz als Tagungsort favorisierte Hagenau findet seine Zustimmung, wenngleich Maursmünster (Morßmünster)günstiger gelegen wäre. Welchen der beiden Orte die pfälzische Seite letztlich vorzieht, er ist auf jeden Fall damit einverstanden. Bekundet seine Irritation darüber, was der Offizial6seinetwegen und wegen des Vikars7über das Geld schreibt. Es wäre nachteilig, eine Zahlung von jährlich nur 100 fl. zu akzeptieren, gleichzeitig jedoch 2000 fl. verzinsen zu müssen. Eine Ablehnung des Angebots könnte jedoch dazu führen, überhaupt nichts zu bekommen. Überlässt es ihm, Sigrist, in dieser Frage die Interessen des Hochstifts nach eigenem Dafürhalten wahrzunehmen.

    «Nr. 428 Weisung Bf. Wilhelms von Straßburg an seinen Kanzler [Johannes Sigrist] – [Mitte Juni 1509] »

    [1.] Abreise Sigrists vom Reichstag, Bevollmächtigung Ebf. Uriels von Mainz; [2./3./5./6.] Angelegenheiten des Hst. Straßburg; [4.] Verhandlungen mit Kurpfalz.

    Straßburg, AD, G 599, unfol. (undat. Or.).

    [1.] Lieber kanzler, als ir unß geschrieben1, wo sich die sache mit dem Rychs tag verzihen wolt, das wir uch erlauben uf Johannis [24.6.] gen Straspurg etc.: Wir haben von Arbogasten, unserm boten, vernomen, das ir etwas swachheit gehabt. Darumb ist unser meinung, sobalde ir diese sach mit den phalzgrevische[n] besliesset, das ir ein schrieft yn unserm namen an unsern hern von Menz machen und anzeigt, das wir mit den ksl. regenten im Oberelsaß hendel haben, daran unserm stieft merglich gelegen, bye welchen hendeln wir uch mussen haben, den sunst niemant der so wole bericht sei als ir, mit begerung, euch zu erleuben. ŠUnd was durch die kurfursten und fursten dae beslossen, geben wir ym als unserm erzbischove und hern unsern gewalt, als ir dan solche schrieft wole besser zu machen wist, domit ir von dannen komet. Wu solchs nit helfen solt, so begert ein vierzehen tage erleubniß, so wolt ir uch widerstellen ader ein andern an eurn stat, dan ir solt nit verharren in keinen weg etc.

    [2.] Greswiler antreffen, wollen wir lassen berugen zu disem mail. Hett wir es in hants, es wurde vielleicht in mitler zeit wider ein Reichs tag, wo es die notturft erfordert, daruf man umb verwilligung ansuchet etc.2

    [3.] Adam Beier hait unß diese welsche geschrieft geben und darbei gebeten, das wir sye unserm hern von Trier auch wolten mitteilen. Darumb wollet sye Nicola3 lassen deutschen und darnoch dem van Trier daß welsche uberantworten, mit erbietung unser fruntlich dinst etc.

    [4.] Wollet auch bie dem phalzgravischen kanzler [Florenz von Venningen] erfaren, als ir wole füglich zu tun wissen, warumb sy den lantgraven im Elsas [= Bf. von Straßburg] in anlas nit genent haben etc.

    [5.] Ist grave Emich van Liningen dae, so zeigt ym an, wir haben euch bevolen, yn zu bitten, das er wolle zu unß komen und an ym erkunden, ob yemanß noch Wygerßheim4 stande. Auch lasset uch ein zit zusagen ader benennen, wan er komen will.

    [6.] Wir wissen uch nichs besunders zu schrieben, dan wie wir uch vormals geschrieben. Also hait unser capitel unß lassen ein appellation insinuiren, desgleichen haben beide capitel zum jungen und alten sant Peter uf nechsten vergangnen fritag auch geton, die zu sant Thoma halten sich noch als die gehorsam etc.5 Der probst zu sant Thoma6 hait uch an zwifel nit verhalten, was ym ex curia geschrieben, antreffen praepositura sancti Petri junioris.7 Darumb synd wir noch guter hoffnung. Warten Adrian von Bremdt, ist kürzlich dem probst zwischen Wigerßheim und Straßpurg begegnet und den probst mit viel boesen, ungeschickten reden ubergeben, also das der probst in grossen engsten stait, aber der man tut ym nit. Haben wir uch fur nue zeitung nit wollen verhalten etc.

    « Š5.6. Deutschordenshochmeister Friedrich von Sachsen  »

    «Nr. 429 HM Friedrich von Sachsen an Bf. Hiob von Pomesanien – Worms, 25. Mai 1509 »

    [1.] Ankunft auf dem Wormser Reichstag; [2.] Schlacht bei Agnadello.

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 188 (Kop., eadem die [= freitag nach dem suntag exaudi]).

    Druck: Liv-, Est- und Kurländisches UrkundenbuchII/3, Nr. 619, S. 456 [nur Pkt. 1].

    [1.] Wir seint heut dato hie zu Wurms einkomen und doselbst euer schrift1, bei unserm laufenden boten an uns getan, empf[angen]. Wir haben auch uf diser reiß von den gnaden Gotts keynen anstoß gehabt, sunder uns zu Frankfurt, Menz und Oppenheym mit rat des hochgebornen fursten und hern, hern Friderichen [von Sachsen], churfursten etc., enthalten. Dann sein lieb erst am vergangen montag [21.5.] gen Wurms komen. Wir befinden auch, das wir vil zu zeitlich herkomen seint, welichs wir, dieweil wir underwegen gewest, nicht haben wissen fuglich zu andern. Wir wollen doch unser notdurft nach allen muglichen vleis furwenden, damit wir bald von hynnen komen etc.2

    [2.] [PS] Neue Nachrichten kann er nicht mitteilen, abgesehen davon, dass laut glaubwürdigen Berichten die Venezianer gegen den frz. Kg. vor kurzem ca. 10 000 Mann an Gefallenen und Gefangenen verloren haben.

    «Nr. 430 HM Hochmeister Friedrich von Sachsen an den Landkomtur der Balleien Elsass und Burgund, Wolfgang von Klingenberg – Worms, 12. Juni 1509 »

    [1.] Zusage der Wormser Reichsversammlung zur diplomatischen Unterstützung des Deutschen Ordens gegenüber Polen; [2.] Einberufung eines Ordenstages der Ballei Elsass-Burgund.

    ŠWien, DOZA, Urkunden, Nr. 4622 (Or. m. S.[auch Online-Ressource]) = Textvorlage A. Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 194–195 (Kop.) = B.

    Kurzregest: Arnold, Urkunden III, Nr. 4622, S. 1336.

    aFriederich, von Gots gnaden Teutschs Ordens hoemeister, coadiutor der erzbischoflichen kirchen zu Magdeburg, herzog zu Sachsen etc.

    [1.] Unsern grus zuvor. Wirdiger, lieber, andechtiger–a. Wir tun euch zu wissen, das wir auf diesem keiserlichen Reichs tag gewest und unsers ordens anligen und beschwerung, so uns bisher und nach von der cron zu Polan begegent, keiserlicher maiestat verordenten reten, churfursten, fursten und stenden des Heiligen Reichs fürtragen laßen, yren rat, beystant und hulf gebeten [Nrr. 261, Pkt. 17; 297], wie dem edeln unserm lieben besundern herrn Wilhelmen Truchsas bewost. Darauf uns antwurt [Nr. 300] worden, das keiserliche Mt. und stende bebstlicher heyligkeit neben uns schreiben wollen und bietten, das sein heyligkeit neben inen ein botschaft zu koniglicher wird zu Polan verfertigen wollen. Die sollen sich bearbeiten, deßgleichen koniglicher wird zu Hungarn und Behmen geschickten, das unser und unsers ordens beschwerung zu gutlicher handlung und hinlegung komen mug. Wue auch konigliche irlauchtigkeit zu Polan auf irem furnemen, wie bisher gescheen, beharren wirt, wollen keiserliche Mt. und die stend des Reichs uns mit hulf und beystant nicht verlasen.

    [2.] Dieweil wir uns dann unsb, unserm orden und gemeiner ritterschaft teutscher nacion zugut, die dieser handel mitbetrifft, in dise beschwerung und ferlichkeit gegeben haben, erfordert die notdurft, das wir inen euers orts, wie wir alhie zu Wurms und andern ortern getan, gelegenheit des handels eroffnen, an euch gutlich begerende, wollet euch mit herrn Wilhelm Truchsas, wie er uns zu tun zugesagt, einer zeit voreynigen und graven, freyen und ritterschaft, in euerm kreyß und landart begriffen, zusambrengen, daselbst mit her Wilhelm unser und unsers ordens beschwerung nach geburlichem zuembiten und uberantwortung des credenz1, auf euch beide lautende, den wir euch hieneben mitschicken, wie dieselb herre Wilhelm alhiec zu Wurms gehort und euch auch, des wir nit zweifeln, was der gedrengliche vertrag, den man den ewigen fried nennet2, in sich helt, bewost, des wir uns mit der hulfe Gottes bisher aufgehalden, und beschlißlich sie ermanen zu bedenken, was ynen und iren nachkomen an dießer sache gelegen, und gutlich von unsern wegen begern, wue es die notdurft erheischen wurd und wir sie weiter ansuchten, uns mit Štrost und beystant, damit wir uns gewalts der cron zu Polan aufhalten mugen, nicht zu verlasen. Das seint wir mitsampt unserm orden umb sie alle und eynen yglichen in sunderheit gunstiglich, gnediglich und yn allem gut zu beschulden dgeneigt. Geben zu Wurms, dinstags nach corporis Christi [12.6.] anno XVC und ym neunden–d.

    «5.7. Herzog Wilhelm IV. von Bayern  »

    «Nr. 431 Weisung Hg. Wolfgangs von Bayern und weiterer Vormünder Hg. Wilhelms an Dr. Dietrich von Plieningen – Straubing 29. April 1509 »

    München, HStA, KÄA 1242, fol. 20–20’ (Kop.suntag vor Philippi et Jacobi) = Textvorlage A. München, HStA, KÄA 1575, fol. 23 (Konz., sambstag vor Philippi et Jacobi [28.4.]) = B.

    Der Rat der Stadt Regensburg hat den hgl. Landsassen und Amtmann Christoph Gießer aufgrund einer unbewiesenen Beschuldigung verhaften und unter Missachtung des Reichslandfriedens peinlich befragen lassen. Er, Plieningen, soll deshalb gemeinsam mit Hieronymus Stauffer zu Ehrenfels und Hans von Closen, die eine entsprechende Instruktion [Nr. 145] mitbringen werden, Verhandlungen mit dem Ks. führen. Sie befürchten jedoch, dass die Stadt schon vorher ein ksl. Mandat gegen Bayern erwirken könnte. Er soll deshalb mit Unterstützung geeigneter Personen an dessen Hof beim Ks. erreichen, dass kein Mandat bewilligt wird, ohne dass sie zuvor Gelegenheit zu einer Stellungnahme erhalten haben bzw. Hg. Wilhelm, der sich bald zum Reichstag verfügen wird, den Ks.über die Angelegenheit unterrichtet hat.1

    «Nr. Š432 Bericht der Reichstagsgesandten Hieronymus von Stauff und Hans von Closen an Hg. Wilhelm IV. von Bayern – Augsburg, 2. Mai 1509 »

    München, HStA, KÄA 3136, fol. 375–375’, 376’ (Or.).

    Bei ihrer Ankunft in Augsburg am 1. Mai (erichtag)hieß es, der Ks. werde an diesem Tag oder heute in Ulm eintreffen. Sie haben auch erfahren, dass der Bf. von Gurk sich hier aufhält. Sie wollten von ihm in Erfahrung bringen, ob der Wormser Reichstag verlegt wurde oder was sonst die eilige Reise des Ks. veranlasst hat. Der Bf. erklärte, dass der Ks. wegen des von Frankreich bereits eröffneten Krieges gegen Venedig nicht länger in Worms habe bleiben können, sondern sich in die Erblande begeben und dort gemäß dem mit dem Papst, Frankreich und anderen Kgg. geschlossenen Vertrag [von Cambrai] umgehend seinen Feldzug vorbereiten müsse. Der Bf. fragte an, ob Hg. Wilhelm bereits auf dem Weg zum Ks. sei. Sie antworteten, dass der Hg. sich ihrer Kenntnis nach beeile, um zum Ks. auf den Reichstag zu kommen. Der Bf. riet, der Hg. solle sich umgehend auf den Weg machen und sich zuerst zum Ks. verfügen, sowie dieser in der Nähe sei. Er gehe auch davon aus, dass den Hg. inzwischen ein ksl. Schreiben erreicht habe oder ihm in Kürze zugehen werde, wie es mit dem Reichstag weiter gehalten werden solle, uf maynung, als solt er noch sein furgang zu Wurmbs haben. Da sie ohnehin auf dem Weg nach Ulm sind, wollen sie dort den Ks. treffen. Erwarten weitere Anweisungen.

    «Nr. 433 Weisung Hg. Wolfgangs von Bayern und anderer Vormünder Hg. Wilhelms an die Reichstagsgesandten Hieronymus von Stauff, Hans von Closen, Dr. Dietrich von Plieningen und Dr. Johann Lupfdich – München, 14. Mai 1509 »

    Restitutionsforderung Kunos von Wallbrunn.

    München, HStA, KÄA 1242, fol. 25–25’ (Or., montag nach suntags vocem jocunditatis).

    Übersenden ein Schreiben des Hauptmanns zu Burghausen, Kuno von Wallbrunn [Nr. 147]. Eigentlich hätte es dessen Anliegen erfordert, selbst nach Worms zu reisen, doch war dies wegen seiner dienstlichen Verpflichtungen unmöglich und sie, die Vormünder, hätten es auch nicht erlaubt.

    ŠDemnach bevelhen wir uch, wiewol unser pflegsun [Hg. Wilhelm] ytz bey ksl. Mt. auch ist und vorberurts haubtmans handlung bey keyserlicher meyestat auch ybet, mandat und bevelh an sein verordent und die stend des Reichs zu erlangen, das ir nichtz mynder bey irer meyestat verordenten anwelden und den stenden des Reichs benannts unsers haubtmans handl und sachen zum pesten anbringet und anhaltung tut, auch mit allem ernst und vleis sollicitirt, damit bey der Pfalz und gedachtem Hansen Landschaden verfuegt und dy darzu gehalten werden, im sein eingenomen slos [Partenheim] und guter in craft ksl. Mt. spruchs, zu Colen ausgangen1, widerumb zuezestellen.[Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 434 Weisung Hg. Wolfgangs von Bayern und anderer Vormünder Hg. Wilhelms an die Reichstagsgesandten Hieronymus von Stauff, Hans von Closen und Dr. Dietrich von Plieningen – Kaufbeuren, 17. Mai 1509 »

    München, HStA, KÄA 1242, fol. [29–30] (Or., am tag ascensionis Domini) = Textvorlage A. München, HStA, KÄA 3137, fol. 139 (Konz., am abend ascensionis Domini [16.5.]) = B.

    [1.] Hg. Wilhelm und die ihn begleitenden Vormünder haben in Kaufbeuren beim Ks. Weisungen an die Reichstagskommissare in Worms wegen des ihm, Hg. Wolfgang, auf dem Konstanzer Reichstag auferlegten Reichsanschlags und in Sachen Kunos von Wallbrunn erwirkt, wie sie aus den beiliegenden Abschriften [Nrr. 395f.] entnehmen können. Befehlen ihnen, die ksl. Schreiben unverzüglich an die Kommissare zu übergeben und mit diesen gemeinsam bei den Reichsständen in Worms zu beantragen, dass die Besitzungen Hg. Wolfgangs künftig vom Reich nicht mehr separat besteuert werden und sein Mündel gleichzeitig nicht höher als die Kff. veranschlagt wird. Näheres dazu finden sie in ihrer Instruktion [Nr. 144, Pkt. 5] und in der beigelegten Abschrift der Supplikation an den Ks.[Nr. 370]. Auch in der Angelegenheit Wallbrunns sollen sie sich nach Kräften bemühen.1

    [2.] [PS] Der Ks. hat wegen des Streits mit Regensburg aeinige Räte in Augsburg mit einer Anhörung beauftragt–a2und befohlen, den gefangenen [Christoph] Gießer Šdorthin in seine Obhut zu überführen.3bSie haben deshalb den gefangenen [Regensburger] Bürgern bewilligt, sich erst nach Abschluss der Verhandlungen wieder zu stellen–b. Aufgrund der veränderten Sachlage haben sie es nun doch unterlassen, ihnen die angekündigte Instruktion [Nr. 145] zu schicken.

    «5.8. Herzog Georg von Sachsen »

    «Nr. 435 Weisung Hg. Georgs von Sachsen an Caesar Pflug – Dresden, 11. Mai 1509 »

    Dresden, HStA, Kopialbuch, Nr. 110, fol. 140’ (Kop., freytags nach cantate).

    Kurzregest: Baks, Inventaris, S. 79, Nr. 196.

    Er hat ihn und Dr. Dietrich von Werthern (Werterde)[Kanzler des Deutschen Ordens] als seine Gesandten auf dem Wormser Reichstag vorgesehen. Der sächsische Obermarschall und geheime Rat Heinrich von Schleinitz hat ihnen inzwischen sicherlich ihre Instruktion mit den Handlungsanweisungen für den Vortrag an den Ks. nachgeschickt. Für den Fall, dass es wegen der vielen Geschäftsvorgänge versäumt wurde, ihnen ihre Reichstagsvollmacht zuzusenden, liegt diesem Schreiben ein weiteres Exemplar bei.1Erwartet, dass sie ihre Aufträge weisungsgemäß erfüllen.

    «5.9. Landgraf Wilhelm II. von Hessen  »

    «Nr. 436 Reichstagsgesandte an Lgf. Wilhelm von Hessen – Worms, 6. Juni 1509 »

    Bevorstehende Abreise der Reichsstände; Verordnung von Deputierten für die abschließenden Beratungen.

    ŠMarburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Or.).

    Durchleuchtiger, hochgeborner furst, gnediger herr. Als hievor e. ftl. Gn. wir unterteniger meinung zu erkennen gegeben haben der stende abslegig antwurt ksl. Mt. hylf und das darauf zuversichtlich die curfursten und fursten nit lenger beleiben werden etc.1, also achten wir, das ir gnad zu allen teilen auf freitag nach datum dis [8.6.] sich van dannen erheben werden. Dieweil aber von dem camergericht, hanthabung des frids und der minz gedachte stend des Reychs, davon verrer zu handeln, ir anwald und ret hinter inen verlassen werden und zuversichtlich ist, das von wegen e. ftl. Gn. auch einer zu verharren erfordert wirdet, bitten wir in unterteniger gehorsam, e. ftl. Gn. wol uns gnediglich zu erkennen geben, wen e. ftl. Gn. zu solhem schaffen und verordnen wol, uns allenthalben in dem und anderm e. ftl. Gn. willens und gevallens wissen zu halten. Hiemit uns e. ftl. Gn. als unserm gnedigen herren, der uns allzeit zu gebieten hat, unterteniglich bevelhend. Datum Wurms am abent corproris Christi anno etc. nono.

    E. ftl. Gn. untertenig und gehorsam rete, yetzund auf dem Reichs tag zu Wurms.

    «5.10. Graf Reinhard V. von Hanau-Münzenberg  »

    «Nr. 437 Gf. Adolf III. von Nassau-Wiesbaden an Gf. Reinhard V. von Hanau-Münzenberg – Worms, 22. Mai 1509 »

    [1.] Reichsanschlag Hanau-Münzenbergs; [2.] Session der Wetterauer Gff.

    Marburg, StA, Best. 81, A/181/2, fol. 3–3’ (Or. m. S., dinstags nach exaudi).

    [1.] Mein fruntlich dienst mit vermogen alles guten zuvor. Wolgeborner, fruntlicher, lieber vetter. Euer liebden schryben1, mir ytzt getan, den Reichs tag und anschlag hie berurn etc., habe ich alles inhalts mitsampt e. L. begeren gelesen. Und wo ich by solichem anschlag sein oder sunst davon vernemen wurde, wes dann e. L. ich in demselbigen und anderm zu nutz und gut ersprießlich sein kan oder vermag, bin ich mit allem flys zu tun ganz willig.

    [2.] Und were mein gutbedunken, nachdem e. L. selbst nit herkomen kan, das e. L. yemand mit gnugsam gewalt hergeschickt hett, damit die graven ir session auch behielten. Dann die graven und herrn, so itzt hie, derselbigen meynung auch also zu tun willens sein, yemand von irentwegen gewalt zu geben, der mit von ir, der graven, wegen dasitz. Dann wan die graven in die session nit komen, werden sie auch by den anschlag nit genommen und alsdann nach der fursten gefallen angeschlagen. Es haben auch etlich graven aus dem Šlande zu Schwaben hergeschickt herrn Wilhelmen Druchsessen, fryhern, die der meynung auch sein, ir session zu behalten. Das habe e. L., der ich fruntliche, gefellig dienst zu bewysen allzyt willig bin, im besten nit wollen verhalten. [Datum, Unterschrift].

    «5.11. Reichsstadt Frankfurt  »

    «Nr. 438 Bericht Johann Froschs und Gilbrechts von Holzhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 26. April 1509 »

    [1.] Ankunft und Anmeldung der Frankfurter Gesandten in Worms am 25. April; [2.] Bitte des ksl. Kanzlers Zyprian von Serntein um vorzeitige Bezahlung der Frankfurter Stadtsteuer; [3.] Einzug Ks. Maximilians in Worms am 21. April, Eröffnungsvortrag und Erwiderung der Reichsstände am 22. April, Reichsbelehnungen am 23. April; [4.] Abreise Ks. Maximilians am 24. April; reichsstädtische Gesandtschaften in Worms.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 28–29’ (Or. Hd. Frosch).

    Regest/Teilabdruck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 955, S. 756.

    [1.] Fursichtigen, ersamen und w[eisen], e[uer] W[eisheit] syen unser fruntlichen, willigen dinst alle zyt zuvoran bereit. Gunstigen, lieben herrn und guten frund, e. W. wissent, das wir uf mitwochen nach Georius [25.4.] zu nuen uhern geyn Worms kommen und bald darnach unß by dem marschalk von Bappenheym anzaichen wollen. Ist unß gnediger herre von Serenthin uf dem markt by der monz unßer byder ansichtig worden und mir, Johann, die hant geboten. Hab ich unß als e. W. geschickten synen gnaden angezeigt, nachdem wir bericht worden, das der marschalk von Bappenheym geritten. Waß, sagt syn gnade lachenß monds, wo wir von Frankfort so lang geweist weren. Doch gab er unß zu versteen, sin gnade habe von romischer ksl. Mt. befel, mit unß in sonderheit zu reden. Were auch der meynung geweyßen, fragen zu laißen, ob ymancz von e. W. weigen hie zu Wormß were, dieselben zu beschicken und mit ienen zu reden etc., zu erkennen zu geben, wolle nach unß zu gelegenheit schicken.

    [2.] Also hait sein gnaden nach eyner uheren unß Jorgen Möschbach, secretarien, in unßer harberich geschickt, unß sagen laißen, by sin gnade zu kommen. Also sin wir erschenen in der canzlye, hait unß sin gnaden uf eyn ort in sonderheit erforderet und zu erkennen geben, wie die röm. ksl. Mt., unßer allergnedigester herre, syner gnaden erstlich bevele getan habe, wo euwer wyßheit nemancz zu Wormß hab, gnanten Jorg Möschbachen mit eynem credenzbriefe zu e. W. zu schicken mit befele, von röm. ksl. Mt. weygen von e. W. ernstlich begeren, ere Mt. die zukönftig statstuwer, so Martini negstkonftig [11.11.] [ersch]ynen woert, ere maiestait iczunt, dwyle ere Mt. mirklich folk hab und Šsolichs zu dyßer zyt fast nodtorftig und bedorfen ist, uf gewonlich quyttung bezalen und ußrichten. Wölle ere maiestat geygen e. W. und gemeyner stadt Frankfurt allezyt in sondern gnaden erkennen. Dwyl no wir by siner gnaden erschenen, hait sin gnad unß soliche e. W. zu schriben und dießen ingelegten credenzbrief1, so auf Jorg Möschbachen stet, zu uberschicken bevolen, mit gütlicher und fruntlicher erbeytung, wo e. W. by röm. ksl. Mt. etwaß zu procurieren notdorftig sin worden, wolte syn gnade sich alsdann auch allezyt willig und gemeiner staidt nutzbarlich spören und finden laißen, in hoffnung, e. W. werden solichs alß die gehorsamen röm. ksl. Mt. nit abschlagen. Haben wir synen gnaden e. W. zu schriben mit fugen nicht abschlagen mogen, sonder waß e. W. unß in schriften derhalb mit antwort begeignen werden, wollen wir siner gnaden nit verhalten. Hait syn gnad es daby gelaißen, doch in abweißen syner gnaden Möschbachen, der antwort von unß zu gewarten, bevelch geben, auch ime solich quyttung getan etc.

    Wes no derhalb e. W. meinung sin wort, wollet unß by eygner botschaft zuschicken. Wollen wir syner gnaden ader wer des bevelch haben wort, nit verhalten. Und wiewole wir sin gnad e. W. gelegenheit, auch die mirklichen reyßen und darlegen, so hievor röm. ksl. Mt. mit mirklicher purden und beschwerung ufbracht, zu erkennen geben haben, hat sin gnade nit destermynder uß befele ksl. Mt. uf gemeltem fornemen beharret und unß e. W. wie vor zu schriben bevolen. Haben aber von syner gnaden so vil vermirkt, wo e. W. zu dysem male daran wilfarung tund, by röm. ksl. Mt., auch by gnantem unßerem gnedigen herrn von Serethin mirkliche gnade und gunst erlangen mogten. Doch geben wir solichs e. W. zu ermessen etc.

    [3.] Wyter, so wissen e. W., das die röm. ksl. Mt. uf samstag nach quasimodogeniti [21.4.] in eynem koryß [= Kürass] uf eynem verdeckten hengst mit eynem gulden stöck2 und mit andere[n] verdeckten hengsten uf die welschen manere mit unßern gnedigsten und gnedigen herren Menz, Trieer [!], Collen, auch phalzgraven Lotwigen kurforsten, auch syner gnaden bruder herzog Fritrichen und andere zerlich geröst und for ere Mt. eynerhalbhundert stradioten in eyner kleydung nach erer manere ingerytten und uf sontag darnach [22.4.] den kurfursten und fürsten und stenden des Richs, so zu Wormß waren geschickt, enen dorch den byschof [Matthäus Lang] von Gorge vorhalten und erzelen laißen den fryden, so er Mt. mit der kungliche wirde [von] Frankrich und dem von Arogon, auch dem herzogen von Gellern erer Mt., dem Heilgen Rich und tuscher nacion nuczlich und erlich ufgericht hait3, auch darby zu erkennen geben den mirklichen schaden, so ere Mt. von den Venedigern in Šdem vergangen romischen zog zugefugt und mirklicher lantschaft abgetrungen haben, mit beger, erer Mt. eyn helfe zu tunde eyn jare lang [Nr. 264 bzw. 266/II]. Haben die korfursten, fursten, auch die stende des Rychs, dwyl sie in kleyner zale hie syen, nicht mogen antwort geben, sonder wo die versamelung gemeynlich byeynander komen werden, wollen sie enen solichs vorhalten. Hait ere Mt. zu antwort geben, nit lenger verharren kunne, dann die kunglich werde von Frankrich hab ere Mt. mit drefflicher botschaft entboten, ylencz helf und bystant zu tun, ferrer unrait zu verkomen. Darumb will sich ere Mt. erheben und unßerem gnedigen herrn markgraven Kaßmiri und grave Adolfen von Nassaue alß comissarien und reten bevelch geben, weß sich die fersamelung vereynigen, forterß ere Mt. zu erkennen zu geben. Ist nachvolgenß nichtz wyterß gehandelt oder forgenomen, sonder die ksl. Mt. hait unßeren gnedigsten und gn. herrn Menz, Colen in eygener person und des byschofs von Luttigs botschaft allen drien auf montag for datum [23.4.] in eynem sale in der stylle die regalia gelichen, aber phalzgraven Lotwigen, dem korfursten, nicht lyen wollen etc.

    [4.] Und uf dinstag darnach [24.4.] sich geyn Spyer erhept. Sagt man, ere Mt. wolle den negsten geyn Tyrol zu. So hait sich markgrave Fritrich von Brandenburg erhep[t] und syner gnaden son [Mgf. Kasimir] ist in botschaftß wyße mit XIIII pherden ylencz in das Nyderlant geschickt. So wort sich unßer gnadiger her von Serentyn uf donnerstag [26.4.] darnach auch erheben zu ksl. Mt. geyn Spier. Aber waß hie vorgenomen wort, ist noch in geheyme. Und sint nit mer von steten hie dann Ach, Kollen, Spier, Schlitstat, und nemancz von bundischen stetten. Versehen wir unß, das nicht gehandelt ader vorgenomen werde, byß solang die stende des Heiligen Richs syen den merdenteil byeinander. Solichs haben wir e. W. im besten nicht wollen verhalten, sonder e. W. willigen dinst zu erzeigen synt wir geneigt. Geben zu Wormß uf donnerstag nach Georgii im jare 1509.

     Johann Frosch, Gilbrecht von Hulzhußen, uf dem richstag zu Worms.

    «Nr. 439 Bericht Johann Froschs und Gilbrechts von Holzhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 27. April 1509 »

    [1.] Abwesenheit des Hans von Landau; Abreise Ks. Maximilians; Verhandlungen Gf. Adolfs von Nassau und Gesandter der Kff. und Ff. mutmaßlich in Streitsachen; in Worms anwesende Kff.; [2.] Unterredung der Frankfurter Gesandten mit Eitelwolf vom Stein; [3.] Verlegung des Reichskammergerichts nach Worms; Empfehlung der Gesandten wegen eines Zahlungsmandats des Reichsschatzmeisters Hans von Landau; [4.] Aufenthalt Ks. Maximilians in Speyer; Beratung Gf. Adolfs von Nassau mit Gesandten der Kff. und Ff.; Abreise der ausländischen Gesandtschaften; Mutmaßungen über das Ausbleiben weiterer städtischer Gesandtschaften.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 50–50’ (Or. Hd. Frosch).

    ŠDruck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 956, S. 756f.

    [1.] Fursichtigen, ersamen und wysen. E[uer] W[eisheit] syen unßer fruntlich, willig dinst allezyt zuvoran bereit. Gunstigen, leben Hh. und guten frunden, e. W. wissen, daß her Hanß von Landau nit hie, auch nit hie gwest ist. So haben wir so vil verstanden, daß er auch nit herkomen wirt. Dann die ksl. Mt. ist mit allem hofgsind hinweg uf Spier und in willen, den naesten der lantschaft Terol zu. Und ist in sunderheit nichtz ghandelt ader vorgnomen, dan graf Adolf von Nassau in abwesen markgraf Kasemero [von Brandenburg-Ansbach] uf donerstag vor dato [26.4.] deß morgenß zu 8 uwern von jedem kurfursten, auch fursten reten einen zu sinen Gn. erfordert, deßglichen noch mittag. Versteen wir, daß sich etliche irtum zwuschen den fursten halten, dieselbigen understanden hinzulegen. So versicht man sich, margraf Kasemer werde in 8 tagen wider hie sin. Ist zu dem hirzogen von Guelch gritten. Und ist nemant von fursten hie dan unser gnst. Hh. von Menz, Koln und Palz. Unßer gnst. H. von Treer ist mit ksl. Mt. gritten.

    [2.] So ist H. Itel Wolf von Stein von wegen margraf Joachims noch hie. Sint by siner strenckeit gwest.1 Hat unß in der gheim bericht, daß die röm ksl. Mt., unser allergenedigister H., den gmeinen phennig gern hette.2 Ist aber doch nit gfurdert wurden. Her Itel Wolf heltz aber darvor, daß eß fast die meynung sy. Er gabe unß auch zu versteen, daß die babstliche hillickeit und die ksl. Mt. ein zug wider die Durken vornemen wulten. Wurt vor ein ursach vorgnomen, damit der gmein phennig dester baß von den standen bracht mocht etc. werden. Haben aber solichs von keynem dan von her Itel Wolfen gehort.

    [3.] Deß kamergrichtz halber hat unß Ambrosius [Dietrich], protonotarius, bericht, daß eß inwendig drien wuchen herkomen wirt. Wullen unß aber derhalbe verner erfaren und uwer W. nit verhalten. Hat auch etlichen herbricht [= Herberge] verfangen. Wißen aber nit, ob inß gschee alßbald. Darumb mogen Šsich e. W. underreden der zitation halber, her Hansen von Landau bedreffen3, beruwen zu laßen, byß daß kammergricht herkeme ader nit. Geben wir e. W. zu ermeßen.

    [4.] Auch, so wissent, daß die ksl. Mt. uf dato noch zu Spier ist. So hat myn gn. H. graf Adolf von Nassaue der kurfursten und fursten ret noch allen tag fore und noch mittag in rot erfardert, aber keyn fursten. Und sint des babst, deß konigz von Frankrichs, von Aragon botschaften alle hinweg. Und ist noch zur zijt niemant von steten mer kommen, dan die von Wetzfeler sint auf donerstag vor dato [26.4.] herkomen. So haben Nurnberg, Ulm und Augspurg herbrich verfangen laßen. Eß ist sich aber zu besorgen, wo sie innen werden, daß die röm. ksl. Mt. sich von Wormß erhebt hat, daß sie nit erschinen werden. So sint die von Straßburg auch nit hie. Ist sich zu vermuten, daß niemant mer herkom, eß worde dan nuwe mandata ußghie. Und waß unß ferner zu wissen wurt, wullen wir e. W. nit verhalten. Dan e. W. dinstlichen willen zu erzeigen sint wir gneigt. Geben zu Wormß uf fritag noch Jeorie zu fier uwern no[ch]mittag anno etc. im 9. jar. Johann Frosch, Gilbrecht von Hulzhußen, uf dem richstag zu Wurmß.

    «Nr. 440 Weisung von Bürgermeistern und Rat der Stadt Frankfurt an Johann Frosch und Gilbrecht von Holzhausen – Frankfurt, 27. April 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 51–51’ (Konz., frytags nach misericordia Domini).

    [1.] Sie haben erfahren, dass der Ks. am vergangenen Dienstag [24.4.] mit unwillenan die Etsch abgereist sei. Bitten um Informationen darüber, auch über die bisherigen Verhandlungen und über die in Worms vertretenen Fürsten und Städte. Sie sollen außerdem Hans von Landau nicht vergessen und sie bei Gelegenheit über Neuigkeiten unterrichten.

    [2.] Der beiliegende Brief ist für die Gesandten der Stadt Speyer bestimmt. Falls diese ihn nicht annehmen wollen, sollen sie ihn direkt nach Speyer schicken. Es handelt sich um ihre Antwort auf den Vortrag im Rat.1

    «Nr. Š441 Bericht Johann Froschs und Gilbrechts von Holzhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 29. April 1509 »

    [1.] Zusammenfassung ihrer bisherigen Berichte, Untätigkeit der städtischen Gesandten, Beratungen der kfl. und ftl. Gesandten mit dem ksl. Reichstagskommissar Gf. Adolf von Nassau; [2.] Weiterreise Ks. Maximilians von Speyer nach Bruchsal, Gerüchte über dessen Pläne; [3.] Verhandlungen über die Auszahlung der Frankfurter Stadtsteuer; [4.] Ankunft weiterer Teilnehmer am Reichstag.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 31–31’ (Or. Hd. Frosch).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 957, S. 757.

    [1.] Fursichtigen, ersamen und wysen, e[uer] W[eisheit] syen unßer fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, leben Hh. und guten frunden. Wissent, daß wir e. W. schrift [Nr. 440], so uf fritag nach misericordia Domini [27.4.] ußgangen, uf samstag darnoch [28.4.] deß abentz entphangen, auch die eres inhalts verstanden. Sint aber ungezwifelt, e. W. haben in unßern schriften, so uf donerstag [26.4.], auch uf fritag noch Jeorie [27.4.] von unß ußgangen [Nrr. 438f.], gnugsamiglich verstanden, uf waß tags und wie die röm. ksl. Mt., unßer allergenedigister H., von den kurfursten, fursten und anderen stenden deß Heligen Richs, so in cleiner zale by erer Mt. waren, abegscheiden, auch daß her Hanß von Landau nit hie ist, auch nit hiegwest. So ist auch nochmalß mit den geschigten von stetten nichtz sunderlichs ghandelt ader vorgnomen, dan unßer gn. H. graf Adolf von Nassau hat sich horen laßen, sin Gn. wulle hirzog Frederichs von Saßen, kurfursten, erwarten, werde inwendig seß ader siben tagen herkomen. Alßdan werde mit unß von stetten und anderen stenden etc. ghandelt werden. Der fursten ret sint aber nichzdestermynder, diewile wir hiegwest sint, zu unßerm gn. H. graf Adolf von Nassau zu ratschlagung erfordert worden. Aber weß sin Gn. mit den reten handelt ader vornympt, ist noch in der gheim etc.

    [2.] Witer, so wissen e. W., daß sich die röm. ksl. Mt., unßer allergnedigister H., uf fritag vor dato [27.4.] zu drien uwern, so ere Mt. uf dem weg vor Spier gessen hat, gein Brussel [= Bruchsal] erhebt. Get die sag, ere Mt. wulle den naesten in die lantschaft Terol zu und mit erer Mt. lantfolk die Venediger inwendig fierzeen tagen angrifen. Ere Mt. solt auch solichs babstlicher, koninglicher von ŠFrankrich, auch der botschaft von Aregon allen drien zu tun zugsagt haben. Geben aber e. W. solichs, alß wirß kauft haben etc.

    [3.] Witer, so wissen e. W., daß uf samstag [28.4.] vor dato Jorg Moschbach, penningmeinster, zu unß komen ist und antwurt der stattstuer halber, so wir e. W. uf donerstag vor dato [26.4.] geschr[ieben] [Nr. 438, Pkt. 1], auch ksl. Mt. credenzbrief damyt uberschickt, begert hat. Nochdem wir none von e. W. keine antwurt entphangen, auch die zit eß nit haben mog, waß er in willen, einen ridenden boten zu e. W. zu schicken, damit iem ilenß antwurt von e. W. derhalb entsteen möchte. Diewile aber e. W. bot under augen waß, hat er unß gebeten, e. W. nochmaß zu schr[eiben] und zu bi[tten], damit iem solich gelt zugstelt und uberlebert werde ader aber von unß e. W. gmöt und meinung, so wir in schriften von e. W. haben werden, uf daß furderlichst derhalben von unß bericht entphaen möcht, sich verner haben darnoch zu richten. Ist darumb an e. W. unßer fruntlich und dinstlich bitt, e. W. wollen unß uf daß furderlichst, damit wir verner anlaufens verdragen bliben, e. W. gmuede und meynunge in schriften zu erkennen geben. Wollen wir iem eß dan nit verhalten etc.

    [4.] Witer, so wissen e. W., daß unßer gnst. H. von Treer, kurfurst, uf samstag vor dato [28.4.] von ksl. Mt. wider herkomen ist. So sint die gschickten von Straßburg und Nurnberg uf gmelten samstag auch herkomen. So sint die von Ulm und Augßpurg uf sontag dato [29.4.] auch herkomen. Und weß unß verner, e. W. zu schriben not sin, vorfallen wird, wollen wir e. W. nit verhalten, auch e. W. dinstlichen willen zu erzeigen sint wir gneigt. Geben zu Wurmß uf sontag jubilati im 1509. jar.

    Johann Frosch, scheffen, Gilbrecht von Hulzhußen, uf dem richstag zu Wurms.

    «Nr. 442 Bericht Johann Froschs und Gilbrechts von Holzhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 3. Mai 1509 »

    [1.] Auszahlung der Frankfurter Stadtsteuer; [2.] Untätigkeit des Reichskammergerichts und des Reichstages.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 69–69’ (Or., donerstag exaltacionis1 crucis; Hd. Frosch, Unterz.: Johann Frosch, Gelbricht von Holzhußen uf dem richstag zu Worms.).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 958, S. 757 (nur Pkt. 2).

    [1.] Sie haben ihre schriftliche Antwort an den Ks. wegen der Stadtsteuer2vernommen und daraufhin gegenüber Georg Mosbach geltend gemacht, dass die Stadt täglich um Geld angegangen wird und dabei selbst keines verfügbar hat. Frankfurt hat eine beträchtliche Summe für den ksl. Romzug bezahlt.3Deshalb kann die ŠStadt dem Wunsch des Ks. diesmal nicht willfahren. Sie haben ihn gebeten, diese Antwort baldmöglichst dem Ks. oder Serntein (Seratin)zu übermitteln. Mosbach hat zugesagt, an Serntein zu schreiben, obwohl ihm ihre Antwort wegen der auf das Geld verwiesenen und ihn bedrängenden Personen, die lange und mit hohen Kosten hier aufgehalten wurden, beschwerlich erschien.4 [Datum].

    [2.] Item deß kammergrichtz halber ist niemant mer hie dan Ambrosius [Dietrich], protonotarius. Bericht unß, daß nichtz ghandelt ader vorgnomen werd am kammergricht hiezwuschen assencionis Domini [17.5.]. So haben unßer genedigiste und gnedige Hh., die kurfursten und fursten, bißher mit den stenden nichtz vorgnomen, sunder erwarten hirzog Friderichs von Saßen, kurfursten, und unsers genedigisten H. von Menz, so hienab ist zu Kaufpeurn.

      [Unterschrift].

    «Nr. 443 Weisung von Bürgermeistern und Rat der Stadt Frankfurt an Johann Frosch und Gilbrecht von Holzhausen – Frankfurt, 4. Mai 1509 »

    Vorläufige Abberufung der Gesandten aus Worms.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 35–35’ (Konz., Präsentatvermerk: Worms, 5.5.1509).

    Unsern fruntlichen gruß zuvor. Lieben, besundern, guten frunde. Als uns diese handelung ansehen, so will so balde nicht uß dem tag werdena. Darumb begeren wir an euch, wo ir mit fugen abkommen mugen, so wollen euch umb minder costen willen, bbeid ader euer eyner nach gelegenheit, wie ir euch selbst zu schicken wissen–b, herheym fugen. So dann die notturft erfordert, werden ir allezyt in eynem tag oder anderhalben wider geyn Worms kommen. Daran tun ir uns ganzen guten gefallen. Datum fritags nach jubilate [anno etc.]1 IXo.

    «Nr. 444 Bericht Johann Froschs und Gilbrechts von Holzhausen an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 5. Mai 1509 »

    Beratung der reichsstädtischen Gesandten am 4. Mai, Ankunft weiterer Teilnehmer am Reichstag, Abreise Gilbrechts von Holzhausen.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 36–36’ (Or. Hd. Frosch).

    Regest: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 959, S. 757f.

    ŠFursichtigen, ersamen und wissen, e[uer] W[eisheit] sein unser fruntlich, willig dinst allezijt zuvoran bereit. Gunstigen, leben herrn und guten frunden. E. W. schrift [Nr. 443], unß uf samstag noch jubilati [5.5.] behendiget ist, unß beide ader einer umb mynder kostens willen noch glegenheit zu erheben, haben wir eres inhaltz verstanden. Diewil aber die gschickten von stetten, mit namen Coln, Straßburg, Frankfurt, Ulm, Augßpurg, Nurnberg, mit gwalt aller bontischen stett etc., auch Rotenburg an der Duber in bysin der verurdenten von Wurms uf fritag vor dato [4.5.] byeinander in eime gsprech gwesen sint und nit anderß verstanden, dan daß der richstag ein forgang wirt haben. Eß sint auch uf den gemelten tag unßer gn. Hh. von Wirzburg und Bobenburg [= Bamberg] in eigner personen herkomen. So versicht man sich warlich, daß unßer genedigister her, hirzog Frederich von Saßen, kurfurst, in kurz, alß unß her Itel Wolf von Stein bericht hat, herkomen werde. Damit aber der kost gemyndert, auch e. W. nit alß die ungehorsamen angsehen und gespuert werden mochten, haben wir unß fruntlicher meynung vereyniget, daß sich myn vetter Gelbricht von Hulzhußen uf furderlichst erheben und alßdan e. W. ferner bericht geben wirt. Nit mer, dan e. W. dinstlichen willen zu erzeigen sint wir geneigt. Datum zu Wurmß uf samstag noch jubilati anno etc. nono.

    Johann Frosch, sch[öffe], Gilbrecht von Hulzhußen, uf dem richstag zu Wurms.

    «Nr. 445 Der Frankfurter Stadtschreiber Melchior Schwarzenberg an die Wetzlarer Ratsherren Philipp von Babenhausen und Heinrich Laß – [Frankfurt], 10. Mai 1509 »

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 43 (Konz., dornstag nach cantate).

    Er hat ihr Schreiben an Frosch [Nr. 256] in dessen Abwesenheit geöffnet. Seiner Kenntnis nach ist Gilbrecht von Holzhausen am vergangenen Montag [7.5.] heimgekehrt, dwil nicht entlichen gehandelt wirdet, obwohl sich viele Ff. und ihre Gesandten sowie auch städtische Gesandtschaften in Worms aufhalten, die täglich das Eintreffen Kf. Friedrichs von Sachsen erwarten. Sobald die Verhandlungen aufgenommen werden, wird Holzhausen nach Worms zurückkehren. Sagt zu, sie dann zu informieren.

    «Nr. 446 Bericht Johann Froschs an Bürgermeister und Rat der Stadt Frankfurt – Worms, 12. Mai 1509 »

    [1.] Neuigkeiten vom Krieg gegen Venedig; [2.] erwartete Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen in Marburg und Worms.

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 41–41’ (Or. Hd. Frosch).

    [1.] Fursichtigen, ersamen und wysen. E[uer] W[eisheit] sien myn fruntlich, willig dienst allezijt zuvoran bereit. Günstigen, leben herren und guten frunden. ŠIch bin ungezwifelt, e. W. haben von Gelbricht Hulzhußen, mynem vettern, wie die leift hie steen, gnuegsam bericht entphangen. Diewile aber derzijt kein nuerung vorgnommen, nit not, ferner davon zu schriben etc. Aber nuer zitung halber wissen e. W., daß die Franzosen Causale maior und Cremona gnummen und den rheliger1 [?] ader potestatum hienweck gfurt sollen haben, alß zitung von etlichen kaufluten herkomen ist. Ich gebe inß e. W., alß ich inß kauft habe etc.2

    [2.] So ist hirzog Friderich von Sassen noch nit komen; man ist siner furstlichen gnaden aller tag warten. Her Conrad von Maspach bericht mich, wie myn gn. H., der lantgraf, hirzog Friderichs zu Margburg warten were, alß er deß warlich bericht hett entphangen vor aucht tagen ungferlich. Damyt e. W. dinstlichen willen zu erzeigen bin ich allezijt gneigt. Datum zu Wurms uf samstag noch cantate anno etc. nono.

     Johann Frosch, sch[öffe], uf dem richstag zu Worms.

    «Nr. 447 Weisung von Bürgermeistern und Rat der Stadt Frankfurt an Johann Frosch – Frankfurt, 12. Mai 1509 »

    [1.] Verhandlungen mit dem ksl. Fiskalprokurator Christoph Moeller wegen des Frankfurter Anteils an der Reichshilfe von 1505; [2.] Mitteilung eines Schreibens Wetzlars wegen des Reichst