Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse  »

    «6.1. Chroniken und Aufzeichnungen über den Reichstag607 »

    «Nr. 473 Auszüge aus dem Tagebuch des Wormser Ratsherrn Reinhart Noltz1 »

    [1.] Verzögerung des zum 1. November ausgeschriebenen Reichstages; [2.] Einzug Ks. Maximilians in Worms (21. April); [3./5./7./10.] Streit der Stadt Worms mit den Kämmerern von Dalberg; [4.] Abreise Ks. Maximilians (24. April); [6.] Übersiedlung des Reichskammergerichts nach Worms (7. Mai); [8.] Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen in Worms (21. Mai); [9.] Schiedsverhandlungen zwischen der Stadt und dem Wormser Stiftsklerus.

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 10, hier pag. 459–461, 469–481 (Abschrift von 1714 durch J.G. Schrumpf) = Textvorlage A.

    Druck: Boos, Quellen III/2, hier S. 535, 538–541; Soldan, Beiträge, hier S. 196, 198–201 (unter Übertragung in das Neuhochdeutsche).

    [1.] /459/ November. Nachdem die kgl.[!] Mt. einen reichstag hie gehn Wormbß außengeschrieben hat, uf allerseelen tag [2.11.]2 zu erscheinen, verfingen viel churfürsten, an- /460/ dere fürsten, geistlich und weltliche, auch von den stätten herberge, erschienen auch hie etzliche große parteyen, so uf allerheiligen tag [1.11.] auf diesen fürgenohmenen tag verdacht [= vertagt] waren. Aber die kgl.[!] Mt. erschiene noch nit. So und wann dieselbe erschienen sey, findestu hernach geschrieben.

    Uf dienstag [7.11.] hernach, ehe die pforten eröffnet wurden, waß ein postbot [= Brief] ksl. Mt., vor acht tagen zu Antorff ausgangen, mit seiner Mt. hand underschrieben, dz der reichstag seinen fürgang haben und sei- [461] ner Mt. ohnverzüglich herzuschicken und sich in aigener person auch forderen zu Šerscheinen, solche alle[n] churf[ürsten], fürsten und stände[n] zu verkunden, seiner Mt. kurzlich hie zu warten.3 Dz also geschahe. [...].

    /469/ Zu dieser zeit umb Catherinae [25.11.] lagen hie etzlich potschaft der ständ, fürsten und anderen deß reichstags und ksl. Mt. wartende, auch der kgl.[!] Mt. vor ihrer herberg verfangende und wappen angeschlagen. Und sagt man, die kgl.[!] Mt. wurde kurzlichen hie erscheinen. Waß darauß werde, findestu hernach geschrieben.

    [2.] April begande nach siner art kalt, mit schne, schloßregen [= Hagel] und /470/ wind, aber in seiner mitte fast warm, also daß es blitzt und donnerte. aUnd uf sambstag nach quasimodogeniti, den XX.4 tag deß monats, zeit [= zog] herin umb 6 uhren deß abends der röm. Ks. Maximilian zu des Reichs tag, so sein Mt. lang davor gehn Wormbß ußgeschrieben hat. Und rut gerüst im ganzen kuerest [= Kürass] bumb die acht mit–b pferd mitsampt den churf[ürsten], der zeit [Uriel von Gemmingen]5, erzbischof zu Meenz, Jacoben marggrafen zu Baden, erzbischof zu Trier, und [Gf. Philipp] von Oberstein, herren zu Thuen, /471/ erzbischofen zu Cöln, und Ludwigen, pfalzgrafen bey Rein, der zeit der alter sohne, aber dazumahl noch nit churfürst6, und Friedrich, marggraf zu Brandenburg der alter, und mit ihme sein sohn Casimirus und viel Reutzen7 und andere seltzame volk von rüstung und fernen landen her mit gar grosser pracht, trummeten und trücken [= Trinken] und hoiflichkeit–a.

    [3.] /471–473/ Am 22. April (sontag darnach misericordia)begannen die Kämmerer von Dalberg ungeachtet des anhängigen Austrags, im obersten Hof8 Šunrechtmäßig Wein auszuschenken. Den am Montag [23.4.] erhobenen Einspruch des städtischen Rates ignorierten sie. Wolt sich doch der rat ksl. Mt., auch churfürsten, fürsten und dem reichstag zu ehren mit tätlicher handlung nichts dargegen fürnehmen, sondern schuf der rat an allen pforten, daß man ihnen kein wein oder anders in diese statt kommen ließ.9

    [4.] Item des dienstags [24.4.] hernach zu mittag erhub sich die kgl.[!] Mt. von hinnen gehn Speyr, dahin viel botschaften von königen nachfolgten, auch der bischof von Trier und viele andere fürsten, grafen und herren. Und wuste niemands, wohin oder was ksl./474/ Mt. wölle oder fürnehmen wehre. Doch plieben hie liegen Meenz, Trier und Pfalz und viel andere fürsten und herren, geistlich und weltlich, und rieden [= ritten] alle tag zu von allen stenden des Reichs. Wie es sich werde enden, findestu hernacher.

    [5.] /474–475/ Der Ebf. von Trier kehrte nach drei Tagen [28.4.] nach Worms zurück und übermittelte dem Magistrat die ksl. Anordnung, die Dalberg nicht am Weinausschank zu hindern. Die Stadt schickte daraufhin Gesandte zum Ks. nach Ulm, die einen neuen Bescheid erwirken konnten.10

    [6.] Des cammergerichts acta mitsamt den doctoren, advocaten, procuratoren, prothonotarien und andere zugehorde kame von Regenspurg gehn Wormbß uf montag nach cantate, den siebenden tag Maii.

    [7.] /475–476/ Am Morgen des 25. Mai (freytag zu morgen vor pfingsten St. Urbans tag)verweigerte der Rat den Dalberg am Mainzer Tor die Einfahrt eines aus Herrnsheim kommenden, angeblich für die Witwe Friedrichs von Dalberg, [Katharina] von Gemmingen, bestimmten Wagens mit Wein, sodass diese an Pfingsten in ihren Höfen keinen Wein ausschenken konnten.

    [8.] Uf montag nach dem sontag exaudi, den 21. tag, quame hereingeritten herzog Friederich von Sachsen, churf[ürst]. Und /477/ ritten im entgegen Meenz, Trier, Pfalz; der bischof von Cöln was denselben tag nit zu Worms. Auch viel andere fürsten, grafen und herrn, geistlich und weltlich, ritten im entgegen für die statt und mit im herein. Er kame nit prächtiglich, aber alle erbarkeit waß seiner zukunft begierig gewesen und fro, und sonderlich die von Wormbß, nachdem er was ein arbiter oder schiedrichter mit dem von Trier der ihrtumb zwischen der pfaffheit und der statt Wormbß.

    [9.] Alßbald schickt der rat /478/ sein freunde zu beeden fürsten Trier und Sachsen, untertäniglich bittende, die sache der ihrtumben sich so fürderlichst zu unternehmen zu handlen. Dan auch beyder gnaden also zusagten und auch teten. Und schrieben von stund an den beyden auditoribus11 gehn Meenz, angesicht ihrer schrift zu erscheinen hie zu Wormbß und die notarien, acta und was zum handel dienstlich, fürderlich mitzupringen. Dz also geschahe. Und von stund an verordnet mein gnediger herr von Trier 3 doctores, ihrer gnaden Š/479/ räte, nehmlich Dr. Doengen12, canzler, den dechant zu St. Simeon zu Trier13, auch Dr., und Dr. Deterich Lutri [= Lautern], ein beysitzer am ksl. cammergericht, von seiner gnaden wegen. Darneben mein gnediger herr von Sachsen, churf[ürst], verordnet von seinen raten die hochgelehrte[n] herren Johann Ludwig [= Lupfdich] und Georg Beßeren von Ravensberg, der rechten doctores und ksl. cammergerichts beysitzer, welche rät und doctores den handel vor sich nahmen und ohn underlaß uf die 14 tag vor- und nachmittag mit dem höch- /480/ sten fleiß darüber sassen und nach manigfaltiger handelung eines teils der ihrtum und puncten gütlich und mit wissen und willen beyder parteyen gütlich verdrugen, die übrigen in kraft des obgemelten anlaß durch ihren spruch [...]14, eines teils darnach uf begehr der geistlichen declarirten und erklärten, wie solches die rachtungsbrief [Nr. 329, Pkt. 3–6], darüber ausgangen, bey beyden teilen behalten, clärlicher ausweisen, ohnnot, alles hierbey zu schreiben.

    [10.] Junius, brachmonat, was schon /481/ und warm. Die Kämmerer von Dalberg verklagten die Stadt vor den ksl. Kommissaren. Nach der Gegendarstellung durch den Magistrat geschah in dieser Angelegenheit weiter nichts. Doch erlangte der Rat ein kammergerichtliches Zitationsmandat an die Kämmerer auf den 3. September.

    «Nr. 474 Auszug aus Johann Jakob Fuggers „Spiegel der Ehren des Hauses Österreich“ (vor 1559)1 »

    [1.] Einberufung des Wormser Reichstages, reichsständische Teilnehmer, Stellvertreter des Ks.; [2.] ksl. Antrag auf Gewährung einer Reichshilfe gegen Venedig, Ablehnung durch die Reichsstände; [3.] Reaktion Ks. Maximilians; [4.] Einlenken einzelner Reichsstände.

    München, BSB, cgm 896, fol. 233’, 235–237’ (illustriertes Or. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen) = Textvorlage A. München, BSB, cgm 900b, fol. 111–112, 115–119, 120 (Abschrift 17. Jh.) = B. Wien, NB, Cod. 8614, fol. 223’–224, 225’–228 (illustrierte Abschrift, mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen; auch Online-Ressource) = C.2

    Š[1.] /233’/ Zuvor haben wir gehört3, wie der romisch kaiser auf sanct Eustachius tag [16.7.] ainen reichstag in die stat Wormbs außgeschriben [Nr. 36]. Dieweyl aber ir Mt. zu Antorf was und mit Geldern zu schaffen het, do ist diser reichstag auf den letsten Julii4 anno 1508 erstrecket worden, dahin alsdann5 vier churfursten, als der erzbischof zu Meinz, welcher ainer von Liebenstain6, aauch der erzbischof von Cöln, welcher ain graf von Altenstain–a, der erzbischof von Trier, der ain markgraf von Baden was, und Ludwig pfalzgraf bey Rein etc., so noch ledigs stands gewesen, sampt den fursten Wirtemberg, pfalzgraf von Simmern7, hochmaister auß Preussen, herzog Georg von Sachsen8 und von den gaistlichen die bischof Wurzburg, Bamberg und der apt von Fulda, der ainer von Hennenberg gewesen, in aigner person erschinen. Aber die andern chur- und fursten und stende des Reichs haben alle ir potschaften daselben gehapt. Dohin der romisch kayser markgraf Casimieren, Adolphen grafen zu Nassau, graf Eytelfridrichen von Zolleren, Hoyern graven zu Mansfeld, auch herrn Sigmunden von Fraunberg zum Hag, herrn Degen Fuchsen, herrn Sigmunden von Rorbach, alle ritter, Erasem Toplern, doctor und bropst zu Nürmberg, doctor Conraden Stürtzel von seiner Mt. wegen gesant hat.9

    [2.] Welche den chur- und fursten, auch der andern abwesenden potschaftenb in namen und von wegen des romischen kaysers fürgehalten: Nachdem die Šchur- und fursten sampt allen stenden des Reichs guet wissen hatten, wie die Venediger die röm. ksl. Mt. an dem romzug gehindert und seiner Mt., auch der ganzen teutschen nation zu ainer ewigen schmach und unehr, auch irer Mt. erblender Tirol, Görz und etlich flecken im Friaul, so dem Hayligen Reich eingeleybt, mit krieg angefochten und verderbet, auch derselbigen etliche und vil zu iremc gewalt gepracht und besetzet. Deshalben sich ir mayestat auß gueten, grundlichend ursachen mit der bapstlichen hayligkait und den christenlichen konigen, irer Mt. freuntlichen, lieben bruedern Frankreich, Engeland10, Hispania und Naplas wider die Venediger (welche vil länder und stet, so dem hayligen stuel zu Rom, dem furstentomb Mayland, auch dem konigreich Naplas sampt seiner Mt. etc. erblendern zugehörig, mit gewalt entwert und eingenommen) in ain bruederliche bündnus eingelassen, der hoffnung, das solches der teutschen nation zu guetem raichen, auch hiedurch deß Reichs recht in Italien, welches die Venediger vast geschmelert, widerumb in sein altes wesen gepracht werden solt. Hierauf were seiner ksl. Mt. begern, das die chur- und fursten sampt den stenden deß Hayligen Reychs zu disem kriegszug seiner ksl. Mt. zu guetem mit ainer anzal kriegsfolk zu roß und fueß oder, wo es den stenden baß gefellig sein wolt, mit ainer anzal gelt behilflich sein wolten.

    Darüber ernennte stende des Reichs ain bedenken genommen und haben hernach dem romischen kaiser auf dißmal sein begern abgeschlagen. Und obwol die gesanten des kaysers die chur- und fursten ermanet, auf die zukunft des romischen kaysers lenger zu warten, haben sie doch iren beschaid in ain schrift [Nrr. 275, 279] verfasst und dieselbige ir antwort den kayserlichen räten behendigt, mit dem vermelden, das ir Mt. hierinnen allen iren willen und beschaid klar erfinden wurde. Und seind also, nachdem diser reychstag sechsundzwainzig tag geweret, aufe 30. August [!] ain yeder wider anhaims verrittenf. Was aber dieselbig antwort gewesen, auch wie der romisch kayser dieselbigen offentlich widerleget hab, soll hernach gehöretg werden. [hLaut den Bildunterschriften Abbildungen folgender Wappen: Stadt Worms, Stadt Antwerpen, Fm. Geldern, Ebf. Jakob [!] von Mainz, Ebf. Philipp von Köln, Ebf. Jakob von Trier, Kf. Ludwig von der Pfalz, Hg. Ulrich von Württemberg, Pfgf. Alexander von Simmern11, Deutschordens-HM Friedrich von Sachsen, Hg. Georg von Sachsen, Bf. Lorenz von Würzburg, Bf. Georg von Bamberg, Abt Johann von Fulda, Mgf. ŠKasimir von Brandenburg, Gf. Adolf von Nassau, Gf. Eitelfriedrich von Zollern, Gf. Hoyer von Mansfeld, Sigismund von Fraunberg zum Haag, Degen Fuchs, Sigmund von Rorbach, Dr. Konrad Stürtzel, Dr. Erasmus Topler, Tirol/Görz–h]. […].

    [3.] /235/ Nun wöllen wir von der abschlegige[n] antwort, welche die reichsstende den kayserischen gesanten zu Wormbs auf dem reichstag gegeben haben, ain wenig handlen: Dem loblichen kayser Maximiliano lag dise unbilliche und abschlegige antwort, welche die stende des Reichs seiner ksl. Mt. gesanten zu Wormbs gegeben hetten, mit grossem verdruß im gemüet. Und het ye nicht vermainet, das seiner Mt. solcher abschlag beschehen solt sein, sonder verhoffet, das ir Mt. etc. mit darstreckung seiner erbland chamerguet, auch seiner kayserlichen personen und andern gnedigen und ersprießlichen woltaten, welche sein Mt. dem Reich biß anher in das vierundzwainzigist jar erzaiget hett, ain bessere antwort von den stenden des Reichs verdienet haben solt. Deshalben lueß ir Mt. auf dise des Reichs antwort ain confutation oder apologi in schrift stellen und dieselben offentlichen in das Reich außgehen, welche gelaut, wie nachfolget: [/235–237/ Sinngemäße Wiedergabe von Nr. 482]. […].

    [4.] /237’/ Als nun dise kayserliche confutation durch die kayserliche rate frey offentlich im Hayligen Reich außgangen, da haben sich die stend vast undi hoch darab entsetzet, sonderlich, als sie vernommen, das die kaiserliche räte die antwort der stende vil anderst, dann wie die von denselbenj gestellet und vermainetk worden, außgelegt und meniglich zu erkennen geben. Und haben etliche stend, die es guet gemainet, sich etwan haimlich, die andern, so sich aines bessern gwissen hierinnen gepraucht, offentlichen gegen dem romischen kayser entschuldiget. Darunder die von Augspurg, welche herrn Hansen Paumgartner und herrn Conraden Peuttinger, doctor, zu dem kayser schickten und von aines rats wegen erboten, der röm. ksl. Mt. mit leyb und guet behilflich zu sein.12 Die letsten aber, welche sich hierinnen under dem schein, des Reichs freyhait zu beschirmen, getrösteten, auch sich etwas scharpf wider das begern des romischen kaisers (darunder, als man sagt, pfalzgraf Ludwig und ander gewesen) gehalten, die haben angefangen, bey andern zu solicitieren auf mainung, das sie die sach nit so gar arg wider den kayser gemainet, sonder das sie nach des Reichs notturft erkannt und dieselb erhalten helfen wöllen. […].

    « Š6.2. Überlieferung der „Reichsstädtischen Registratur“  »

    «Nr. 475 Auszug aus dem ersten Teil der „Reichsstädtischen Registratur“ von Melchior Scherer (1562)1 »

    [1.] Teilnahme der Reichsstädte am Reichstag; [2.] Reichstagsverhandlungen (22./23.4., 16.5., 18.5., 26.5., 28.5.); [3.] Beteiligung der Reichsstädte an den Beratungen über die ständische Resolution vom 29. Mai; [4.] Reichstagsverhandlungen (31.5./2.6.); [5.] Einbeziehung der Reichsstädte in die Reichstagsverhandlungen; [6.] Verweigerung einer Reichshilfe durch den Reichstag; Reichsabschied.

    Speyer, StdA, 1 B, Nr. 24, Bd. 1,1, fol. 145–149 (Kop. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen; Überschr.: Anno 1509. Reichstage zu Wormbs. Verm. Ex actis Wormbs.) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 602, Nr. 6242a, fol. 139–142’ (wie A) = B. Köln, HAStd, K+R A 217, pag. 400–412 (wie A) = C. Ulm, StdA, A 621, fol. 139–142’ (wie A). Augsburg, StdA, Rep. 325, fol. 139–140 (Kop. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen).2

    [1.] /145/ Nachdem uf gegenwirtigem reichstag von ainer hilf gehandelt, so keysera Maximilianus uf die pundnus, die ire kgl.[!] Mt. mit dem bapst, auch baiden konigen Frankreich und Aragon eingangen wider die Venediger, und in Italiam begert etc., seint neben andern stenden der stett gesandten auch bei den handlungen und beratschlagungen gewesen, wie aus nachvolgender beschreibung diser wormbsischen acten erscheint; wiewol nit one, das das merteil der alhie geuebten handlung auch mit den worten (und andere stende des Reichs) beschrieben, darunder doch ungezweivelt die erbern stett auch mit gemeint und verstanden seind, ex causis ut s[upra].

    [2.] Post ingressum actorum, fol. 2: [/145–145’/ Wiedergabe von Nr. 260, Pkt. 2 – Und auf dem sonntag ... rede und meynung; Pkt. 3 – Auf den montag ... begeren ksl. Mt.]. Paulo post:[/145’–146’/ Wiedergabe von Nr. 260, Pkt. 3 – Underdes hetten ... hienach beschrieben; Pkt. 7 – Darnach uf mitwoch ... Šcredenz von ksl. Mt.; Pkt. 9 – Nach verlesen solicher ... reten zu eroffenen; Pkt. 10 – Bey diser verhandlung ... bonts in Schwaben.]. Sequitur in actis:[/146’–147/ Wiedergabe von Nr. 260, Pkt. 11 – Darnach uf sambßdag ... zu eroffenen; Pkt. 12 – Auf den phingstmontag ... hienach beschrieben.].

    [3.] Nota: Alhie volgt das vervasst bedenken des ausschuss [Nr. 275/II] und dabey etlich ausgestrichene linien und zusätze, wie die von den stenden gebessert und geendert worden. Darab gut zu sehen, das die stett ebensowol als die fursten (wie hieoben gemeldt) dise schrift in der mainzischen canzlei erstlich /147’/ abschreiben lassen, volgends sich daruber mit den andern stenden ainer ainhelligen maynung verglichen und also hieoben under den wortern (und andere stende des Hailigen Reichs) gewißlich verstanden seint etc.

    [4.] Nach eroffnung solches der stende bedenkens volgt weiter in actis: [Wiedergabe von Nr. 260, Pkt. 14 – Uf donnerstag ... des Reichs antwort; Demnach traden ... gut sein mocht.]. Paulo post: [Wiedergabe von Nr. 260, Pkt. 15 – Demnach sein ... hienach beschrieben.]. [Wiedergabe der Anfangspassage von Nr. 279, Pkt. 1 – Kurfursten, fursten und stend ... vermerkt, das sy].

    [5.] Nota: Uf dise nechstbemelte form und weyse werden alle dises reichstags gegebne schriftliche antworten (dero etlich nachainander hinc inde zwuschen den stenden und der ksl. Mt. raten ergangen) formiert und gestellt, auch sonst alle iberige dises reichstags handlung in genere under dem namen (Churfursten, fursten und stende des Hl. Reichs etc.) beschrieben. Und geschicht nirgents mer der stett potschaften in sonderhait meldung. Das aber dieselben under solchen wortern auch begriffen und also bei den handlungen und im ausschuß allenthalb gewesen, ist auß oberzeltem anderm proceß und das auch in disen iren beschriebenen actis alle ergangne schriften und daruf ervolgte beratschlagungen so clar verhanden und inen darinnen nichts verhalten worden, gut abzunemen und zu schliessen.

    [6.] /148’/ bGleichwol ist dises auch nit ain wichtiger oder langwiriger reichstag gewesen. Dann die stende des Reichs der ksl. Mt. iber vilfeltigs anhalten und vermanen die begert hilf nit bewilligen wollen aus etlichen furgewendten ursachen, daruf sie unbeweglich bestanden, daruber auch die ksl. Mt. nit zu wenig ungnaden und zorn bewegt worden, wie auß ainem getruckten ausschreiben [Nr. 482], so bei disen actis ligt, welchs die ksl. Mt. ausgeen lassen und der stend furgewendte ursachen der gewaigerten hilf von puncten zu puncten ablaynet, wol zu sehen. cRes novi et inauditi exempli-b-c.

    Und nachdem die ksl. Mt. bei guter zeit und volgends auch die fursten in den personen von gegenwirtigem reichstag abgeritten, ist allain ain kurz abschiedlin zwischen den hinderlassenen der ksl. Mt. und der stende raten etc. getroffen und ufgericht, allain das camergericht, den landfrieden und munz besagende etc., welcher abschied im anfang also lautet: [Wiedergabe der Anfangspassage von ŠNr. 303 – Nachdem ... Erstlich des camergerichts halber, und des Datums]. Nec plura.

    «Nr. 476 Auszug aus dem dritten Teil der „Reichsstädtischen Registratur“ von Melchior Scherer (1562) »

    [1.] Forderung Ks. Maximilians nach einer Reichshilfe gegen Venedig; [2.] Verweigerung der Reichshilfe durch die Stände; [3.] Verlautbarung Ks. Maximilians vom 26. Juni; [4.] Breve Papst Julius’ II. an die Reichsstände; [5.] Wormser Abschied; [6.] Antrag des Deutschen Ordens auf Unterstützung gegen Polen.

    Speyer, StdA, 1 B, Nr. 24, Bd. 2,1, fol. 29’–31 (Kop. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen, und mit Seitenangaben, die auf die verwendete Vorlage, die [verschollene] RT-Überlieferung der Stadt Worms, verweisen. Überschr.: Reichstag zu Wormbs, anno 1509. Verm. Wormbs.) = Textvorlage A. Köln, HAStd, K+R 219, pag. 66–70 (wie A) = B.

    [1.] /29’/ Kayser Maximilian hat auf gegenwirtigem reichstag (daruf alle churfursten ausserhalb Brandenburg personlich und sonst die stende in zimlicher anzal zugegen gewest) durch irer Mt. rate mit bericht und erzelung, wie das sich ire Mt. (nach erlangter kronung) mit dem bapst, auch baiden konigen Frankreich und Aragon wider die Venediger in tractat und pundnus eingelassen, an die stende ain ansehenliche hilf auf ain jar lang, dieselben Venediger zu bezwingen und inen, was sie dem stul zu Rom und dem Reich entzogen, wider abzutringena etc., begert.

    [2.] Aber nach viler und langer tractation und etlichen wechselschriften, so deshalben zwischen der ksl. Mt. raten und gmainen stenden ergangen, haben sie, die stende, solch hilf genzlich abgeschlagen und dessen allerhand ursachen erzelt, als erstlich ir unvermogen und erschopfung durch so oft und vielmals gelayste hilfen; item, das sie zu helfen nit schuldig, dweil dise pundnus, fried und furnemen one rat und willen churfursten, fursten und anderer stende des Reichs aufgericht, welches /30/ dem alten herkommen zugegen; item, das die stende nit wissen mogen, wes nutz, schadens oder vortails dem Reich aus solchen und dergleichen aynungen und vertragen entsteen moge, dessen sie doch pillich (weyl man hilf von inen begere) wissens empfahen sollten. bItem, das zu besorgen, wa schon von den stenden hilf bewilligt, das doch dem Reich und irer Mt. wenig nutz, sonder wol weitere vertiefung darauß entsteen mochte, wie dann die jungst zu Coln und Costenz bewilligte hilfen irer Mt. und dem Reich wenig erschießlich gwest und mer schadens, schimpf und spott dann nutz darauß ervolgt etc.–b Und dergleichen meer, satis quidem libere et acerbe.

    ŠUnd wiewol die ksl. rate dagegen allerhand ablaynung furgewendt, auch erinnerung getun, zu was nachteil, schimpf und spott der ksl. Mt. dise verwaygerung der hilf in so guter vorsteender gelegenhait gegen obbemelten iren pundsverwandten raichen, auch den stenden zu ungnaden und allerhand zerruttung dienen wurde etc., so seint doch die stende (gleichwol allenthalb mit glimpfigen ausgefuerten worten und anderm undertenigen erpieten) uf irer vorigen maynung und waygerung bestanden.

    [3.] /30’/ cAlso, das man one ends und, wie gut zu gedenken, nit one unwillen von ainander abgeschieden, welchs auch der ksl. Mt. nit zu weniger offension geraicht, wie under anderm aus ainem getruckten tractetlin [Nr. 482], so under der ksl. Mt. namen gleich nach disem reichstag ausgangen (welchs bei disen wormbschen actis ligt) zu sehen, darin sich ire Mt. offen ausschreibens weyse diser der stende weygerung nit wenig beclagt und die hie obgemelten und andere der stend furgewendte ursachen und argumenta von puncten zu puncten verantwort und ablaynt–c. Res inauditi et atrocis exempli.

    [4.] Es ist auch ain schreiben in disen actis, von bapst Julio an die stende ausgangen [Nr. 272], darin er sie, die stende, zu obbemelter des kaisers begerter hilf pro recuperatione patrimonii Petri etc. hochlich ermant. Aber die stende haben es bei obgemelter verwaygerter antwort pleiben lassen.

    [5.] Und ist aus diser verwaygerung ervolgt, das auch alhie kain rechtmessiger oder gewonlicher, sonder allain ain kurzer abschied verzaichnusweyse zwischen der ksl. Mt. commissarien und der stende raten (dann sie, die stende, in aignen /31/ personen bei zeit abgeritten und die rate hinderlassen) ufgericht worden [Nr. 303]. Darin des camergrichts halb, das dasselb hinfurter zu Wormbs gehalten und wie dasselb besetzt werden soll, sambt etlicher anderer notturft desselben fursehung beschicht. Und des landfriedens halb soll es bei voriger desselben disposition pleiben. Von wegen der munz geschicht verordnung, das alle stende, so gulden munz haben, ire rate, der munz verstendig, auf 3. Septembris gen Frankfort schicken und das daselbst entlich ain gleichmessige gulden munz verglichen und ufgericht werden solle.

    [6.] Der hochmaister in Preussen hat sich bei den stenden und ksl. comissarien allerhand belestigung von dem konig von Poln beclagt. Daruf geschicht verordnung ainer stattlichen potschaft von wegen ksl. Mt. und gemainer stend (doch mit zutun des bapsts und konigs von Hungern) an den konig von Polen umb gutliche underhandlung, ut ibi fusius.

    « Š6.3. Teilnehmerverzeichnisse  »

    «Nr. 477 Reichsständische Teilnehmerverzeichnisse »

    [1.] Kff.; [2.] weltliche Ff.; [3./5.] geistliche Ff. und Prälaten; [4.] Gesandtschaften weltlicher Ff.; [6.] Frei- und Reichsstädte (rheinische Bank); [7.] Frei- und Reichsstädte (schwäbische Bank).

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 151–152 (dem RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr.: Und sein diß hienachbeschrieben churfursten, fursten, praelaten, auch der churfursten, praelaten und des Heiligen Reichs frey- und Reich stett botschaft und gewalthabere, so auf obgemeltem Reichs dag zu Wormbs erschienen sein.) = Textvorlage A. Lübeck, StdA, RTA Vol. II, Fasz. 4, fol. 69–70 (wie A) = B. Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop.) = C. Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 351–352 (wie A) = D. Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 72–73 (wie A) = E. Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 40–41 (Abschrift von B).

    [1.] Ebf.[Uriel] von Mainz1; Ebf.[Philipp] von Köln2; Ebf.[Jakob] von Trier3; Kf. Ludwig von der Pfalz4; Kf. Friedrich von Sachsen5; Gesandtschaft Kf.[Joachims] von Brandenburg [Eitelwolf vom Stein und Gregor Wins].

    Š[2.] Pfgf. Friedrich6; Pfgf. Johann von Simmern7; Hg. Heinrich von Braunschweig[-Wolfenbüttel]8; Hg. Ulrich von Württemberg9; Hg. Erich von Braunschweig, ist auch personlich erschienen, aber bald abgeritten10; Hochmeister des Deutschen Ordens Friedrich von Sachsen11 (her teutschmeister uß Preussen); aMgf. Friedrich und Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach–a12.

    [3.] Gesandtschaft Ebf.[Ernsts] von Magdeburg: F.[Adolf] von Anhalt (Magdeburger Domherr)13; Gesandtschaft Bf.[Gabriels] von Eichstätt: Bernhard Adelmann von Adelmannsfelden (Eichstätter Domherr); Gesandtschaft Ebf.[Leonhards] Švon Salzburg: Andreas von Trauttmansdorff; Bf.[Georg] von Bamberg14; Bf.[Lorenz] von Würzburg15; Gesandtschaft Bf.[Reinhards] von Worms: [Dr. Heinrich Silberberg]; Gesandtschaft Bf.[Philipps] von Speyer: [Philipp von Flersheim]; Gesandtschaft Bf.[Hugos] von Konstanz: [Heinrich] von Sax (Sass), Pfarrer (kelicher [!]) zu Offenburg16; Gesandtschaft Bf.[Eberhards] von Lüttich: Friedrich Bronberger17; Gesandtschaft Bf.[Philipps] von Freising: [Dr. Johannes Wacker]18; Gesandtschaft Abt [Johannes’] von Weißenau [und anderer schwäbischer Reichsprälaten]: Lic. Matthäus Gretler; Johann Adelmann von Adelmannsfelden [als Gesandter des] Deutschmeister[s] in Mergentheim19; Gesandtschaft Bf.[Wilhelms] von Straßburg: Kanzler [Johannes Sigrist]20.

    [4.] Gesandtschaft Hg. Wilhelms von Bayern: Dietrich von Plieningen, Hieronymus Stauffer von Ehrenfels, Hans von Closen und Dr.[Johann] Lupfdich; Gesandtschaft Pfgf. Alexanders [von Zweibrücken]: Adam von Sötern (Sutor)[und Dr. ŠPhilipp Aberlin]21; [Gesandtschaft Hg. Georgs von Sachsen: Caesar Pflug und Dr. Dietrich von Werthern]22; Gesandtschaft Hg.[Wilhelms] von Jülich (mit Vollmacht [Bf. Erichs] von Münster): [Friedrich von Brambach]23; Gesandtschaft Lgf.[Wilhelms] von Hessen: Gf. Emich von Leiningen und Gf. Ludwig von Löwenstein24; [Gesandtschaft Kg. Johanns von Dänemark als Hg. von Schleswig-Holstein]25.

    [5.] Gesandtschaft Bf.[Heinrichs] von Augsburg: Christoph von Knöringen (Augsburger Domherr); Abt von Fulda26.

    [6.] Reichsstädte: Köln: Dr. Dietrich Meinertzhagen (Pastor zu St. Laurentius); Straßburg: Gabriel Mördel; Speyer: Jakob Meurer; Frankfurt: Johann Frosch [und Gilbrecht von Holzhausen]27; Hagenau: Ulrich Jungvogt (mit Vollmacht für die übrigen Reichsstädte in der Landvogtei Elsass); Wetzlar: Philipp von Babenhausen [und Heinrich Laß]28; Mühlhausen: Daniel Helmsdorf29; bNordhausen: Johann ŠButler (Phudler)(beide mit Vollmacht für Goslar)–b; Worms: Hamann Liesberg, Reinhard Noltz und Heinrich Silberborner (mit Vollmacht für Dortmund); Lübeck: Henning Osthusen (Sekretär).30

    [7.] Ulm: Dr. Matthäus Neithart (Schwäbischer Bundeshauptmann), Augsburg: Ulrich Artzt, Nürnberg: Kaspar Nützel (jeweils mit Vollmacht für die Schwäbischen Bundesstädte); Rothenburg ob der Tauber: Oswald Wernitzer; Schweinfurt: Martin Hohenloch (Hoelach).31

    «6.4. Ausgaben von Teilnehmern am Reichstag  »

    «Nr. 478 Auszüge aus den Ämterrechnungen des Hst. Bamberg – Bamberg, 12. April- 27. Juli 1509 »

    Ausgaben im Zusammenhang mit dem Wormser Reichstag gemäß der Abrechnung des bfl. Bamberger Kammermeisters Hans Braun.

    Bamberg, StA, A 231/I Hst. Bamberg, Ämterrechnungen, Nr. 1730, fol. 281, 284, 286’; Nr. 1731, fol. 69, 70’, 74, 74’, 89’, 90’, 115’.

    /281/ [s.v.Zerung] Item VII gulden, III ort hat Jorg Graber gein Wormitz [!] und herwider verzert, zusampt den V gulden, so er doselbst uf die herbrig, die er meinem gn. hern zum Reichß tag verfangen, geben hat. Zalt donerstag nach pasche [12.4.], inhalt seiner zettel.

    /284/ [s.v.Marx Felberger] Item LVIII gulden, IIII lb, II d. geben Marxen Felberger fur zendel1, schamlot2 und parchett3 und anders fur meinen gn. hern, auch fur zwen centner wachs, den centner umb XVI gulden, zu wintlichten [= Wachsfackeln] ufs heyltumb und auch uf den ksl. tag gein Wormitz zu gebrauchen. Zalt ut supra [= samstag nach pasche [14.4.]], alleß inhalt eingesteckter zettel, von ime genomen.

    /286’/ [s.v.Pro diversis] Item VI½ gulden geben Marxen Felberger fur XXVI eln statzendels4, IIII eln fur I gulden, zu unterfutern unter meins gn.[Herrn] Šschwarze samate schauben5, die ftl. Gn. uf den Reichs tag gein Wurms ime anmachen lassen hat. Zalt ut supra [= montags nach jubilate [30.4.]].

    Item III gulden, I ort, XIII lb, XX d. geben Contzen Hinckelman fur ½ rot vorcheimer tuch, den wagenknechten und kuchenknaben zu rocken uf den gemelten Reichs tag mitgezogen. Auch ein eln, ½ virtel weyß lundisch [Tuch] zu farben der somercleidung und II½ eln speyerers zu hoßfutter m. gn. hern. Zalt ut supra [30.4.]. R[ecipi]t hofschneider.

    /69/ [s.v.Zerung] Item IIII lb hat Gotze von Seinßheim mit XXIII pferden zu Theres fur letzt-6 und beschlahegelt außgeben, als m. gn. here gein Worms uf den reichstag gezogen und er widerumb anheims geschickt worden ist. Zalt mitwochen nach Johannis ante portam latinam [9.5.].

    /70’/ [s.v.Pro diversis] Item XXXVIII gulden, III lb, X d. geben fur XVI eln schwarz samat, durch doctor Linhart vom Egloffstein fur m. gn. hern kauft, doraus seinen gnaden ein rock uf den Reichs tag gein Worms gemacht ist. Zalt dinstag nach Johannis ante portam latinam [8.5.]. Iussit rev[erendissi]mus.

    /74/ [s.v.Botenlone] Item VII lb, VI d. geben Clausen Engelhart gein Wurms zu m. gn. hern von Bamberg. Doselbst zalt donerstag nach Johannis ante portam latinam [10.5.].

    /74’/ Item VII lb, VI d. dem [Hans] Krautundfleisch gein Worms zu meinem gn. hern von Bamberg. Doselbst zalt freytags nach ascensionis Domini [18.5.].

    /89’/ Item VII lb, VI d. geben Jorgen Gobel gein Worms zu meinem gn. hern von Bamberg. Doselbst zalt samstag nach penthecostem [2.6.].

    /90’/ Item III lb, VI d. geben Clausen Engelhart gein Worms zu meinem gn. hern von Bamberg, doselbst uf die 4 lb, die ime, Clausen Pfeffers, kuchenmeisters, haußfraue geben hat. Zalt ut supra [= samstag nach Viti [16.6.]].

    /115’/ [s.v.Pro diversis] Item II gulden geben Benedict, balbirer, zu vererung. Ist mit meinem gn. hern zu Wormitz uf dem ksl. Reichs tag gewest, als sein gnad kein eigen balbirer gehabt hat. Zalt freytag nach Jacobi [27.7.]. Iussit r[everendissi]mus.

    «Nr. 479 Auszüge aus dem Rechnungsbuch des württembergischen Landschreibers Heinrich Lorcher »

    Stuttgart, HStA, A 256, Bd. 6, fol. 82 (Rechnungsjahr 23.4.1508–23.4.1509); Bd. 7; fol. 34–34’, 42 (23.4.1509–23.4.1510).

    /82/ [s.v.Usgeben zerung] Item X fl. zerung mit den singer1 gen Worms uf den tag.

    Š/34/ [s.v.Usgeben zerung] Item uf zinstag vor vocem jocunditatis [8.5.] Ao. IXo hab ich Hansen Hafemberg [württ. Kanzleischreiber] geben zu zerung uf den tag gen Worms XIC fl.

    /34’/ Item mer geschickt by hupsch Jergen, boten, uf mins gn. H. geschrift, frytags nach dem hayligen pfingstag [1.6.] Ao. IXo. VIIc fl.[...].

    Item montag nach aller hayligen tag [5.11.] Ao. IXo Philipsen von Nippemburg zalt LV fl., XXV albus zu zerung gen Worms, als er davor dahin zum kayser geschickt ward.

    /42/ [s.v.Usgeben Peter Moßedern, camerschnyder] Item uf sonntag nach sant Marx tag [29.4.] Ao. IXo im geant[wortet], mim gnedigen hern uber das spil zu geben LXXX fl.

    Item uf frytag vor dem hayligen pfingstag [25.5.] Ao. IXo hab ich im geant[wortet] IIIC fl.2 

    «Nr. 480 Auszüge aus den Augsburger Baumeisterbüchern – Augsburg, 9. Juni-18. August 1509 »

    Ausgaben im Zusammenhang mit dem Wormser Reichstag: [1.] Schenkungen; [2.] Reitgelder und Botenlöhne; [3.] Ausgaben für den Schwäbischen Bund.

    Augsburg, StdA, BMB 103, fol. 27, 36’, 37’, 108’.

    [1.] Schankungen: /27/ [23.6.] Item II lb, XVII ß, IV d umb wein burgermaister Artzten zu vereerung, als er vom Reichs tag kam.1

    [2.] Reitgeld und botenlon: /36’/ [9.6.] Item II gulden, I lb, XV ß aim boten gen Wormbs.

    [16.6.] Item V gulden botenlon von Ulm gen Worms und widerumb herauf gen Augspurg.

    /37’/ [18.8.] Item XLVII gulden, III lb, VIII ß, V h. verrechent und entpfieng burgermaister Artzt fur zerung und reitgelt zwayer bundstag der stett versamblunga zu Ulmb, gehört nit uf den bund. Darein ist gerechent sein reitgelt des reichstags zu Wormbs und der vorgemelten zwayer stett versamblung täg fur 64 tag und 2 fl. Herdegens vereerung.

    Š[3.] Auf den bund: /108’/ [18.8.] Item ICXXXII guldin, 1 lb, XV ß burgermaister Artzten des gross reitgelt fur 53 tag, ist er zu Wormbs uf dem Reichs tag gewest.

    «Nr. 481 Auszüge aus den Nürnberger Stadtrechnungen – Nürnberg, 5./30. Juni 1509 »

    I. Kosten für Jörg Holzschuher als Reichstagsgesandten und für Kaspar Nützel als Schwäbischem Bundesgesandten; Geschenk für den ksl. Reichsfiskal Christoph Moeller.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Stadtrechnungen, Nr. 181, fol. 464, 468.

    /464/ [s.v. Rats und werbent potschaft] […]. Item IICXV gulden landß[währung], XLII lb n[ova] verzert Jorg Holtschuher in 40 tagen mit 9 pferden auf dem tag gen Wurms mitsampt bibalibus [= Trinkgelder], auch den 5 fl. Carl Ortl, canzelisch[reiber] reitg[eld], 3a post trinitatis [5.6.]. [...].

    Item ICLXXXVI gulden landß., V ß, VI h. hot Caspar Nutzl in 61 tagen auf dem tag zu Wurms punds halben und furter gen Esslingen auf dem pundstag mitsampt bibalibus, sa[bba]to post Pe[tri] et Pau[li] [30.6.]. [...].

    /468/ [s.v. Schenk fursten, herrn etc.] […] Item XXXII gulden landß., domit her Jorg Holtschuher zu Wurms doctor Cristof Mulher, den neuen viscal, verert hot, 3a post trinitatis [5.6.] […].

    II. Abrechnung des Gesandten Jörg Holzschuher vom 5. Juni 1509.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Stadtrechnungsbelege, Einzelbelege, Nr. 1035, unfol. (Datumverm.: 3a post trinitatis).

    Item brobst Sebaldy [Erasmus Topler] und ich sind zu dem tag gen Wurms hie angeriten am mantag nach dem heiltom [23.4.] im 9. jar. Und gedachter brobst hat sein zerung auf seine 4 pferd selb zalt, ausserhalb gleit, schenk und vererung, pis gen Wurms. Und han mir 5 pferd, Karel Artel [= Oertel] 2 und Jan Wegelein 2 gehabt, suma 9 pferd. Und anheims wieder komen am freitag nach pfingsten [1.6.], ist 40 tag.1 In solcher zeit mit oben bestimbten pferden und anders verzert: fl. 165, lb 7, d. 0.

    Item, so han ich uncost in der zeit ausgeben, erstlich die hieigen knecht in der streifenden rotte auf 2 mal fl. 7, dem würzburgerichsem [!] haubtman Karel Zalner auch auf 2 mal, und jedes mal mit 14 pferden beleit, verert mit fl. 14. Dergleichen auf und ab an allen orten knecht in und ausserhalb gleitz mitgenumen, sie verert, zerung fur sie zalt, auch fur die poten zerung zalt, zamachern [= Zaummacher], sporern [= Sporenmacher] , balbirern [= Bartscherer, Friseure] Šund auch der fursten und ander spilleut verert, auch ander uncost zalt, fur das alles auf dem rit ausgeben:  fl. 45, lb0, d. 0.

       Summa ausgab: fl. 210, lb 7, d. 0.

    Einnemen

    Item, so han ich par entpfangen in der losungstuben: fl. 2000.

    Item mer auf mein zerung eingenumen: fl. 200.

    Item mer uberant[wortet], den van Lubeck zu geben: fl. 60.2

       Summa einnemen: fl. 2260.

    Item, so han ich darvon ausgeben dem brobst Sebaldy [Erasmus Topler] auf sein zerung fl. 400. Mer hat er begert auf den befelch, das lehen zu machen [Nr. 463, Pkt. 4], dedit im auch fl. 400, ist: fl. 800.

    Item mer dt. ich Caspar Nützel zu zerung: fl. 100.

    Item mer dem fisgal [Christoph Moeller] verert auf befelch [Nr. 239, Pkt. 2]
    etc.: fl. 32.

    Item ausgeben und verzert, wie zuruck stet: fl. 210, lb 7.

    Item, so uberant[wortete] ich in disem sack, noch unaufgetan, wie ich die entpfangen hab: fl. 1000.

    Item mer hiemit also par uberantwurt: fl. 117, lb 1, d. 0.

     Summa alles ausgeben: fl. 2260.

    Item, so gepurt sich 40 tag zu biboles 40 lb, nasy3 zu 8 lb, 12 d. Ist das: 
     . fl. 19, lb0, d. 12.

    Carl Ortle per 5 wochen 4 tag bibales, yedes tags 36 d., facit: 
     . 5 fl., 1 lb n[ova], 4 ß.

     Jorg Holzschuher etc.

     Summa summarum fur zerung und bibales facit: fl. 215, lb n. 42, ß 19.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/II6/pages

    Anmerkungen

    607
     Der Wormser RT von 1509 wurde – abgesehen von den im Folgenden wiedergegebenen Texten – durch die zeitgenössische Chronistik weitgehend ignoriert, was zweifellos mit dem nur kurzen Aufenthalt Ks. Maximilians zusammenhängt. Diese Missachtung erstreckt sich sogar auf die überlieferten Wormser Chroniken: Die Zorn’sche Chronik (StdA Worms, 1 B, Nr. 4, hier pag. 119–142) gibt lediglich die Schiedssprüche im Konflikt zwischen der Stadt und dem Wormser Stiftsklerus wieder [Nr. 329, Pkt. 3–6]. Die Zorn-Wilk’sche Chronik (StdA Worms, 1 B, Nr. 9, hier pag. 473–475; BSB München, cgm 1247, hier pag. 595–598. Druck: Zorn, Chronik (ed. Arnold), S. 213f. Vgl. dazu Angermeier, RTA-MR V/2, S. 1686) skizziert die Schiedsverhandlungen knapp, bietet aber keine zusätzlichen Informationen zu dem in Nr. 329 wiedergegebenen Material.
    1
     Zu Noltz vgl.Reuter, Worms als Reichstagsstadt, S. 125f.; Boos, Quellen III/1, S. XXXVIIf. Zur vorliegenden Handschrift vgl. ebd., S. XL-XLII.
    2
     Richtig: Allerheiligen [1.11.] [Nr. 44, Pkt. 7].
    3
     Das ksl. Schreiben liegt nicht vor. Vgl. jedoch dessen Wiedergabe in Nr. 198.
    4
    Schreibfehler; richtig: 21.
    5
     Lücke im Text.
    6
     Das ist natürlich unzutreffend. Sein Vater Kf. Philipp war bereits am 28.2.1508 gestorben.
    7
     Gemeint sind hier Stradioten (leichte albanische Reiterei). Vgl. Nrr. 260 [Pkt. 1], 438 [Pkt. 3].
    8
     = der Hof des 1506 verstorbenen Friedrich von Dalberg. Vgl. Boos, Quellen III/2, S. 478.
    9
     Vgl. Boos, Geschichte IV, S. 109.
    10
     Vgl. ebd., S. 109f.
    11
    Gemeint sind die Mainzer Domherren Dr. Dietrich Zobel von Giebelstadt und Christoph von der Gabelentz (Boos, Quellen III/2, S. 534). Vgl. auch Nr. 329.
    12
    IUD Heinrich Dungin von Wittlich (Hontheim, Historia II, S. 554; Kerber, Herrschaftsmittelpunkte, S. 204f.).
    13
    = Balthasar Merklin von Waldkirch (Heyen, Erzstift, S. 789–791).
    14
    Lücke im Text.
    1
     Zum Fuggerischen Ehrenspiegel Clemens Jägers als problematischer Quelle, die dennoch das Bild Ks. Maximilians wesentlich mitgeprägt hat, vgl.Friedhuber, Ehrenspiegel, S. 101–138. Der insgesamt knappere Fugger’sche Ehrenspiegel in der Bearbeitung durch Sigmund von Birken ist, sofern inhaltlich relevante Ergänzungen vorliegen, in die Kommentierung eingearbeitet.
    2
     Nachweis weiterer Fassungen in München, Wien, Dresden und Augsburg bei Rohmann, Jäger, S. 274f., Anm. 344–347.
    3
     Verweist auf einen Eintrag auf fol. 231: Wegen alarmierender Nachrichten seiner Tochter Ehgin. Margarethe war Ks. Maximilian im April aus Augsburg nach den Niederlanden abgereist. Etlich chur- und fursten haben sein Mt. gen Speyr beruefen, auf welche der kaiser groser not halben nit warten mögen, sonder ist eylends auf Cöln verrayset. Und als sein Mt. kriegs halben zu Cöln auch nit lang pleyben mocht, do haben ir Mt. an sanct Eustachius tage allen chur- und fursten ainen reychstag gen Wormbs auf den letsten Julii außgeschriben.
    4
     Richtig: 10. August [Nr. 36, Pkt. 4].
    5
     Zu ergänzen wäre hier: im April des folgenden Jahres.
    6
     Liebenstein war deutlich vor dem Zusammentreten des Wormser RT, am 15.9.1508, gestorben.
    7
     Pfgf. Johann von Simmern war kurzzeitig auf dem RT anwesend [Nr. 477, S. 701, Anm. 7]. Gemeint ist hier aber laut Legende zu den in der Handschrift abgebildeten Wappen der auch bei Fugger/Birken(Spiegel der Ehren, S. 1251) genannte Pfgf. Alexander von Zweibrücken.
    8
     Hg. Georg nahm nicht persönlich am RT teil, sondern ließ sich durch Gesandte vertreten [Nrr. 259, Pkt. 8, fol. 5’; 477, Pkt. 4].
    9
     Genannt sind nicht nur die in Worms tätigen, sondern auch die von Ks. Maximilian vorgesehenen RT-Kommissare. Lediglich Kaspar von Laubenberg fehlt. Vgl. Nrr. 267 [Pkt. 1], 271 [Pkt. 7], 381f. Gf. Hoyer von Mansfeld war zwar vom Ks. während eines Treffens in Gent zum RT beschieden worden (Kf. Friedrich von Sachsen an Friedrich von Thun, Or. m. S. Torgau, freitag nach oculi[16.3.]1509, Gegenz.Hie[ronymus] R[udelauf]; StA Bamberg, GHAP 6071, fol. 36–36’). Ob er dort ebenfalls als sein Stellvertreter fungieren sollte, ist aber nicht ersichtlich.
    10
    Kg. Heinrich von England war nicht Mitglied der Liga von Cambrai.
    11
    Richtig: Zweibrücken, falls nicht Pfgf. Johann von Simmern gemeint ist [vgl. Anm. 7]. Das abgebildete Wappen erlaubt keine eindeutige Zuordnung.
    12
    Gemeint ist wohl die Mission Hans Baumgartners im Juni/Juli 1509 (Auszahlung für eine 20-tägige Reise mit vier Knechten am 28.7.1509; StdA Augsburg, BMB 103, fol. 37’. Vgl. Nr. 487). Peutinger war bereits im Mai zweifellos in einer anderen Angelegenheit zum Kaiser geschickt worden (Auszahlung am 19.5.; ebd., fol. 36). Erst im Dezember 1509 reisten die oben genannten Peutinger und Baumgartner gemeinsam mit Hieronymus Imhof an den Kaiserhof, um dort die 3000 fl. Anleihe für den Venezianerkrieg zu übergeben (Auszahlung am 15.12.; ebd., fol. 55. Vgl. Böhm, Reichsstadt, S. 70, 261 Anm. 3, 386).
    1
     Vgl. Huber, Städtearchiv, S. 96 Anm. 12. Der Speyrer Stadtschreiber Melchior Scherer wurde Ende der 1550er Jahre zum städtischen Registrator bestellt. Er legte die sogenannte reichsstädtische Registratur erstmals 1562 auf dem Städtetag zu Speyer vor (ebd., S. 108; Schmidt, Städtetag, S. 253). Bei der von Hermann Schießer auf dem Speyerer Städtetag von 1581 präsentierten Registratur (Kop. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, RTA 655, hier fol. 12’, 12 [Einträge zum Wormser RT von 1509]; StdA Speyer, 1 A, Nr. 253/II, hier fol. 18’, 166; StdA Ulm, A 626, unfol. Teilabdruck: Fels, Zweyter Beytrag, hier S. 23f.) handelt es sich lediglich um einen zusammenfassenden Auszug der vier Scherer’schen Bände (Huber, ebd., S. 109).
    2
     Der vierte Teil der reichsstädtischen Registratur (allein der gehaltnen Reichstage Sachen und handlungen betreffende; StdA Augsburg, Rep. 328/II, fol. 29; StdA Ulm, A 623, fol. 29’) enthält lediglich eine knappe Zusammenfassung der Wormser Verhandlungen und Beschlüsse.
    1
     Ebf. Uriel traf am 21.4. in der Begleitung Ks. Maximilians in Worms ein [Nr. 260, Pkt. 1], verließ den RT aber am 2.5. kurzzeitig zu einem Treffen mit dem Ks. in Kaufbeuren [Nrr. 261, Pkt. 5; 442, Pkt. 2]. Am frühen Morgen des 12.6. reiste der Ebf. aus Worms ab [Nr. 418, Pkt. 1]. Spätestens am 15.6. war er wieder in Mainz zurück. Dort belehnte er an diesem Tag Philipp Breder von Hohenstein (Or. Perg. m. anh. besch. Siegel, Gegenz. G. Griecker, St. Martinsburg/Mainz, sand Veits tag; HStA Wiesbaden, Abt. 170, Urk. 2689).
    2
     Ebf. Philipp traf ebenfalls am 21.4. in Worms ein [Nr. 260, Pkt. 1], reiste dann vorübergehend ab und kehrte am 16.5. [Nr. 451, Pkt. 3] oder 19.5. [Nr. 400, Pkt. 1] wieder zurück. Bei den RT-Verhandlungen ließ er sich durch Ludwig von Seinsheim vertreten [Nr. 259, Pkt. 8]. Am 11.6. verließ der Ebf. Worms [Nr. 418, Pkt. 1].
    3
     Ebf. Jakob traf am 21.4. in der Begleitung Ks. Maximilians in Worms ein [Nr. 260, Pkt. 1], reiste gemeinsam mit ihm drei Tage später in Richtung Speyer ab, kehrte jedoch bereits am 28.4. wieder zurück [Nr. 441, Pkt. 4]. Er blieb nach Ende des RT noch für die weiteren Vermittlungsverhandlungen zwischen Stadt und Stiftsklerus in Worms. Nach deren erfolgreichem Abschluss am 18.6. [Nr. 392, Pkt. 4–6] reiste er vorübergehend nach Baden ab [Nr. 420, Pkt. 6], hielt sich anschließend aber noch mindestens bis zum 26.6. in Worms auf [Nr. 565]. Laut dem Itinerar bei Kerber(Herrschaftsmittelpunkte, S. 362) war der Ebf. spätestens am 29.6. zurück in Ehrenbreitstein.
    4
     Kf. Ludwig traf ebenfalls am 21.4. in Worms ein [Nr. 260, Pkt. 1] und verließ den RT am 12.6. wieder [Nr. 418, Pkt. 1]. An maßgeblichen Räten sind in seiner Begleitung nachweisbar: Florenz von Venningen [Nrr. 350353; 485, Pkt. 2], Hans Landschad von Steinach, Johann von Morsheim [Nr. 353] und Zeisolf von Adelsheim [Nr. 559, Anm. 3], außerdem Jakob d. Ä. von Fleckenstein. Dieser entschuldigte gegenüber der Stadt Straßburg die Verschiebung eines auf den 7.5. angesetzten Schiedstages mit Bf. Wilhelm: Ich wurd so ernstlich ersucht, dz ich myner pflicht halp nit underlassen mag, mich zü keiserlichem Richs tag gen Wormß zü tun(Or. m. Siegelrest, dornstag nach sant Marx tag [26.4.]1509; AV Straßburg, II 114, unfol.). Am 26.6. meldete er sich zurück (Or. m. Siegelspuren, dinstag nach sant Johans baptisten tag; ebd., unfol.).
    5
     Kf. Friedrich traf am 21.5. in Worms ein [Nrr. 261, Pkt. 9; 400, Pkt. 1; 429, Pkt. 1; 473, Pkt. 8]. In seinem Gefolge befand sich unter anderem Friedrich von Thun [Nrr. 483, 561]. Sein Aufenthalt endete am 11.6. [Nr. 418, Pkt. 1].
    6
     Der Pfgf. traf am 21.4. in der Begleitung Ks. Maximilians in Worms ein [Nr. 260, Pkt. 1]. Ende Mai reiste er vorübergehend nach Heidelberg [Ausstellungsort von Nr. 371]. Zu den in Worms anwesenden Räten Pfgf. Friedrichs vgl. Nr. 559, S. 799, Anm. 3.
    7
     Pfgf. Johann traf am 20.5. in Worms ein [Nr. 400, Pkt. 1]. Zu seinem Gefolge zählte der Hofmeister Johann von Eltz, der den Pfgf. auch im Reichsrat vertrat [Nr. 262]. Der Pfgf. reiste vor dem 4.6. wieder aus Worms ab. Von diesem Tag datiert eine in Simmern ausgestellte Urkunde [Nr. 341, S. 547, Anm. 2].
    8
     Hg. Heinrich traf erst gegen Ende Mai/Anfang Juni in Worms ein [Nr. 258] und reiste bereits am 9.6. wieder ab [Nr. 418, Pkt. 1].
    9
     Hg. Ulrich traf am 20. Mai in Worms ein [Nrr. 261, Pkt. 9; 400, Pkt. 1; 451, Pkt. 3]. Nachweisbar ist die Anwesenheit seines Kanzlers Gregor Lamparter, des Marschalls Konrad Thumb von Neuburg und des Haushofmeisters Philipp von Nippenburg [Nr. 563]. Der ebenfalls in der Begleitung Hg. Ulrichs befindliche Propst von Backnang und württembergische Rat Dr. Peter Jakobi verstarb am 13.5. in Worms (König, Briefwechsel, Nr. 64, hier S. 108; Steinhofer, Ehre III, S. 936; Heyd, Jacobi, S. 185f. [irrtümlich 3.5.]; Auge, Stiftsbiographien, S. 276; Heyen, Erzbistum, S. 927 [irrtümlich 3.5.]). Hg. Ulrich brach am 11.6. wieder von Worms auf [Nr. 418, Pkt. 1]. Spätestens am 18.6. kehrte er nach Stuttgart zurück. Von diesem Tag datiert eine Weisung an den Landschreiber Heinrich Lorcher (HStA Stuttgart, A 256, Bd. 7, fol. 30’).
    10
    Hg. Erich erreichte Worms am 24.5. und reiste wahrscheinlich am 26.5. zum Ks. ab [Nr. 405, Pkt. 2], den er spätestens am 3.6. in Innsbruck antraf (Verm. im Rechnungsbuch Hg. Erichs von 1512; HHStA Wien, Handschriften B 395, fol. 27).
    11
    Der Hochmeister traf am 25.5. (freitag nach dem suntag exaudi)in Worms ein (GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 187; Liv-, Est- und Kurländisches UrkundenbuchII/3, S. 442 Anm. 3; Voigt, Geschichte IX, S. 370; Matison, Politik, S. 439f.). Einer der wichtigsten Räte in seiner Begleitung war der Koblenzer Komtur Ludwig von Seinsheim (Limburg, Hochmeister, S. 160).
    12
     Die beiden Mgff. waren bereits vor dem 21.4. in Worms eingetroffen [Nr. 260, Pkt. 1]. Mgf. Kasimir fungierte – nachdem er im ksl. Auftrag noch zu Hg. Wilhelm von Jülich geritten [Nrr. 438, Pkt. 4; 439, Pkt. 1] und spätestens am 3.5. [Nr. 389] wieder zurückgekehrt war – bis zu seiner endgültigen Abreise am 14.6. [Nr. 418, Pkt. 1] als vornehmster Stellvertreter des Ks. auf dem RT. Sein bereits am 24.4. abgereister Vater Mgf. Friedrich wurde bei den Verhandlungen durch seinen Kanzler Theobald von Heimkofen [Nr. 262, Pkt. 11, Anm. 12] und den Hofmeister Hans von Seckendorff [Nr. 538] vertreten.
    13
    Anhalt wurde während des RT durch Dr. Christoph von der Gabelentz abgelöst [Nr. 259, Pkt. 8].
    14
    Nach Looshorn(Geschichte IV, S. 477) verfügte sich Bf. Georg Ende April zum Wormser RT– er erreichte Worms gemeinsam mit Bf. Lorenz von Würzburg am 4.5. [Nrr. 261, Pkt. 6; 444; falsch Kleiner, Georg, S. 75: 5.5.] –, von wo er am 11.6. wieder abreiste [Nr. 418, Pkt. 1]. Zu Hinweisen auf Mitglieder seines Gefolges in Worms vgl. Nr. 353.
    15
    Bf. Lorenz reiste am 2.5. von Würzburg aus zum RT ab, wo er am 4.5. eintraf [siehe Anm. 14], und kehrte, nachdem er am 11.6. von Worms aufgebrochen war [Nr. 418, Pkt. 1], am 15.6. wieder zurück (Gropp, Collectio, S. 172). Zu seinen Begleitern zählte Peter von Aufseß (Bibra, Beiträge II, S. 287; Merzbacher, Aufseß, S. 123 Anm. 319).
    16
    Identifizierung nach Bruckner, Beiträge, S. 77.
    17
    Hier kann nur der Jülicher Gesandte und Bevollmächtigte des Bf. von Münster Friedrich von Brambach gemeint sein. Offensichtlich hatten die beiden zu Beginn des RT anwesenden Lütticher Domherren Cortembach und Jülich [Nr. 259, Pkt. 8, fol. 5’] vor ihrer Abreise ihre Vollmacht ebenfalls an Brambach übertragen.
    18
    Ergänzung gemäß Nr. 259 [Pkt. 8, fol. 5’].
    19
    Sämtliche vorliegenden Verzeichnisse sind an dieser Stelle missverständlich. In A und D steht Adelmann in einer Zeile mit Gretler und wäre demnach Gesandter der schwäbischen Prälaten gewesen. In der folgenden Zeile heißt es: Teutsch meister zu Mergetheimb, womit nahegelegt wird, dass Hartmann von Stockheim persönlich auf dem Wormser RT anwesend war. Dies trifft nicht zu. Stockheim entschuldigte sich in einem Schreiben an Hg. Ulrich von Württemberg vom 29.9.1509 wegen des Ausbleibens seiner Stellungnahme in einer Streitsache, dass er wegen seiner Erkrankung am 12.4. (donrstags nach dem heiligen ostertage)nach Mainz gereist sei, um sich dort behandeln zu lassen. Von dort sei er erst vor acht Tagen zurückgekehrt und in mitler zeit mit solicher krankheit und der gegeben arzeney dermaß gepeynigt und gekrenkt, das ich in der und andern nottorftigen sachen bescheid zu geben verhindert worden(Or. Horneck, am tage Michaelis; HStA Stuttgart, A 130, Bü. 2, unfol.). Seine Teilnahme am Wormser RT wäre demnach auszuschließen. Vgl. auch Nr. 259, S. 366 [Pkt. 8]. In B/C/E wird Adelmann ebenfalls als Weißenauer Gesandter eingeordnet, die Amtsbezeichnung Deutschmeister scheint sich hier jedoch auf ihn zu beziehen. Er wurde indessen erst am 12.5.1510 in dieses Amt gewählt (HStA Stuttgart, JL 425, Bd. 5, Qu. 36, unfol.; Biskup/Biskupowa, Protokolle, Nr. 28, S. 142). Laut Voigt(Geschichte IX, S. 370 Anm. 2) fungierte neben Adelmann Dietrich von Cleen als Gesandter des Deutschmeisters in Worms. Vermutlich ist er jedoch nach dem Vortrag an den HM Friedrich vom Sachsen [Nr. 296] wieder abgereist.
    20
    Ergänzung gemäß Nrr. 259 [Pkt. 8, fol. 5’], 427f.
    21
    Vgl. Nr. 262 [Pkt. 4].
    22
    Vgl. Nrr. 260 [Pkt. 8], 435. Die sächsische Gesandtschaft wird in allen vorliegenden Verzeichnissen übergangen. Die Annahme Brückners, Hg. Georg sei gemeinsam mit Gf. Botho von Stolberg zum RT gereist und habe dort persönlich mit dem Ks.über die Exemtion des Gf. von allen Reichsanlagen gesprochen (Brückner, Reichsstandschaft, S. 133 mit Anm. 776), ist unzutreffend.
    23
    Nr. 259 [Pkt. 8]. Gegen Ende des RT hielt sich auch der Jülicher Rat und Kölner Syndikus Dr. Herbert von Bilsen in Worms auf. Der kommissarische Kammerrichter Gf. Adam von Beichlingen und die zugeordneten Einnehmer des Kammerzielers quittierten ihm als Bevollmächtigten Hg. Wilhelms am 14.6. über die Zahlung von 100 fl. (Or. mit Resten von 2 Ss. [Beichlingen und Chr. Moeller]; NRW LA Duisburg, JB I, Nr. 1068, fol. 27).
    24
    Als weitere hessische Vertreter fungierten Konrad von Mansbach und der Kanzler Dr. Johann Engellender, der an den Sitzungen des RT-Ausschusses teilnahm [Nrr. 259, Pkt. 8; 483]. Daneben war auch der Halbbruder Lgf. Wilhelms d. M., Wilhelm von Hessen der Jüngere, in Worms anwesend (Demandt, Schriftgut II/5, S. 317, Nr. 3719; Knetsch, Beiträge, S. 294). Vermutlich ging es ihm um die ksl. Bestätigung seiner Erhebung zum Frh. zu Landsburg (Urkunde Lgf. Wilhelms von Hessen vom 13.2.1509; Druck: Knetsch, Beiträge, S. 294 Anm.).
    25
    Ergänzung gemäß Nrr. 292 [Pkt. 4], 560.
    26
    Gemeint ist der Koadjutor und spätere Fuldaer Abt Hartmann Bgf. von Kirchberg. Abt Johann hielt sich während des RT nachweislich in seinem Kloster auf (Schreiben Abt Johanns mit dem Ausstellungsort Fulda an Frankfurt vom 26.4. und an Lgf. Wilhelm von Hessen vom 29.4., 5.5., 7.5., 15.5., 29.5., 4.6., 8.6., 11.6. und 13.6.; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 235, unfol.; StA Marburg, Best. 2, Nr. 166, [Fasz. 35–38], unfol.). Kirchberg befand sich am 26.4. noch in Fulda (Schreiben an Frankfurt, Or. m. Siegelspuren, donnerstags nach Marci evangeliste; ISG Frankfurt, ebd., unfol.). Sein Aufenthalt in Worms ist erstmals für den 22.5 nachweisbar [Nr. 261, Pkt. 10], am 10.6. reiste er von dort wieder ab [Nr. 418, Pkt. 1].
    27
    Ergänzung gemäß Nrr. 438–445.
    28
     Ergänzung gemäß Nr. 256.
    29
    Im Mühlhäuser Kämmereiregister sind die Kosten für die Teilnahme Helmsdorfs am RT verzeichnet: Item XXV fl. hat der ratsmeister Helmstorff uffem tage zu Wormes vorzert(StdA Mühlhausen, 2000, N. 21, fol. 103).
    30
    Zu Aachen vgl. Nr. 259 [Pkt. 8]. Die von Hoffmann(Verhältnis, S. 22) behauptete Teilnahme Danzigs, das seine Reichszugehörigkeit im Übrigen bestritt, ist nicht haltbar. Vgl. Nr. 20, S. 150, Anm. 3.
    31
    In allen vorliegenden Teilnehmerverzeichnissen fehlt die Gruppe der Gff. und Hh. Doch war sie natürlich ebenfalls auf dem RT vertreten. Vgl. Nrr. 259 [Pkt. 8 – Johann, graven … Moer.], 414 [Pkt. 3], 437 [Pkt. 2].
    1
     = leichter Seidenstoff, meist zum Füttern von Gewändern (Baufeld, Wörterbuch, S. 256; Grimm, Deutsches Wörterbuch XV, Sp. 631f.).
    2
     = leichter Wollstoff mit charakteristischer Musterung, ursprünglich aus Kamelhaar gewebt (Baufeld, Wörterbuch, S. 202; Grimm, Deutsches Wörterbuch VIII, Sp. 2119f.).
    3
     = Barchent: grober Wollstoff (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch II, Sp. 1988–1990).
    4
     = taffetartiger Stoff (Grimm, Deutsches Wörterbuch X/2,1, Sp. 514).
    5
     = langes Obergewand (Deutsches Rechtswörterbuch XII, Sp. 324; Grimm, Deutsches Wörterbuch VIII, Sp. 2297–2299).
    6
     = Letzegeld: Trinkgeld beim Abschied (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch IX/1, Sp. 1047).
    1
     Das Geld wurde an den hgl. Kaplan Sebastian Wortwin ausgezahlt, der die Sänger der Hofkapelle nach Worms führte. Vgl. Bossert, Hofkapelle, S. 399.
    2
     Auf eine Geldaufnahme Hg. Ulrichs wahrscheinlich während des Wormser RT bezieht sich eine Notiz Lorchers, wonach er gemäß hgl. Weisung vom 22.7. 100 fl. an Hg.[Heinrich d. Ä.] von Braunschweig zurückgezahlt hat (Marie Magdalene; HStA Stuttgart, A 256, Bd. 7, fol. 31).
    1
     Die Einzelposten sind in der Vorlage jeweils am rechten Seitenrand noch einmal in arabischen Ziffern verzeichnet, um die Addition zu erleichtern.
    1
     Topler blieb auf dem RT zurück, er reiste am 13.6. aus Worms ab (Gümbel, Berichte, S. 167, Anm. 1/3).
    2
     Vgl. zu diesem Posten Nr. 175.
    3
     Gemeint sind wohl Nasen, zu den Karpfenfischen gehörende Speisefische.

    Anmerkungen

    a
    –a Und … hoiflichkeit]In den von Crato Palthenius um 1630 auf archivalischer Grundlage zusammengestellten Kollektaneen zur Frankfurter Geschichte heißt es zum Einzug Ks. Maximilians in Worms mit weiteren Notizen zum RT: Anno 1509 ist kayser Maximilianus I. uf dem reichstag zu Wormbs sambstag nach quasimodogeniti [21.4.] in einem küriß uf einem verdeckten hengst mit einem gülden stück und andern verdeckten hengsten uf die welsche maniere mit den 4 churfursten Menz, Trier, Cöln und Pfalz, auch deßen bruder herzog Friderichen und andern zirlich ingeritten und für seiner Mt. 150 stratioten in einer kleidung nach ihrer manier. Den nechstfolgenden sontag [22.4.] ist also bald die ksl. proposition gescheen. Eodem anno hat montags nach misericordias domini [23.4.] der kayser Max[milianus] den beiden Kff. Menz und Coln in eigner person und des bischofs von Lüttich botschaft allen dreien in einem saal in der still die regalia geliehen, aber pfalzgraf Ludwigen, dem Kf., die nicht leihen wollen(ISG Frankfurt, Chroniken, Nr. 13, hier fol. 69).
    b
    –b umb … mit] Richtig wohl: mit achthundert [Nr. 260, Pkt. 1].
    a
    –a auch … Altenstain] Fehlt in C.
    b
     abwesenden potschaften] In C irrtümlich: anwesenden.
    c
     zu irem] In C: under iren.
    d
     grundlichen] In C: gegrundten.
    e
     auf] In C: den.
    f
     verritten] In C: verraißet.
    g
     gehöret] In C: verstanden.
    h
    –hLaut … Görz] In B nur Nachweis ohne Abbildungen.
    i
     und] Fehlt in C.
    j
     denselben] In C: den stenden.
    k
     vermainet] In C: gemaint.
    a
     keyser] In B/C: konig.
    b
    –b Gleichwol ... exempli] In A/B Notazeichen (Manicula) am Rand.
    c
    –c Res ... exempli] Fehlt in B.
    a
     abzutringen] In B: abzuzwingen.
    b
    –b Item ... etc.] Notazeichen (Manicula) am Rand.
    c
    –c Also ... ablaynt] Zwei Notazeichen (Maniculae) am Rand.
    a
    –aMgf.... Ansbach] Ergänzung gemäß B/C.
    b
    –bJohann ... Goslar] In A, D und E wird Butler irrtümlich als Mühlhäuser Gesandter mit Vollmacht auch für Nordhausen (und Goslar) ausgewiesen.
    a
     versamblung] Danach gestrichen: der erst.
    b
     Ulm] Danach gestrichen: der ander zu Esslingen.

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    «6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse  »

    «6.1. Chroniken und Aufzeichnungen über den Reichstag607 »

    «Nr. 473 Auszüge aus dem Tagebuch des Wormser Ratsherrn Reinhart Noltz1 »

    [1.] Verzögerung des zum 1. November ausgeschriebenen Reichstages; [2.] Einzug Ks. Maximilians in Worms (21. April); [3./5./7./10.] Streit der Stadt Worms mit den Kämmerern von Dalberg; [4.] Abreise Ks. Maximilians (24. April); [6.] Übersiedlung des Reichskammergerichts nach Worms (7. Mai); [8.] Ankunft Kf. Friedrichs von Sachsen in Worms (21. Mai); [9.] Schiedsverhandlungen zwischen der Stadt und dem Wormser Stiftsklerus.

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 10, hier pag. 459–461, 469–481 (Abschrift von 1714 durch J.G. Schrumpf) = Textvorlage A.

    Druck: Boos, Quellen III/2, hier S. 535, 538–541; Soldan, Beiträge, hier S. 196, 198–201 (unter Übertragung in das Neuhochdeutsche).

    [1.] /459/ November. Nachdem die kgl.[!] Mt. einen reichstag hie gehn Wormbß außengeschrieben hat, uf allerseelen tag [2.11.]2 zu erscheinen, verfingen viel churfürsten, an- /460/ dere fürsten, geistlich und weltliche, auch von den stätten herberge, erschienen auch hie etzliche große parteyen, so uf allerheiligen tag [1.11.] auf diesen fürgenohmenen tag verdacht [= vertagt] waren. Aber die kgl.[!] Mt. erschiene noch nit. So und wann dieselbe erschienen sey, findestu hernach geschrieben.

    Uf dienstag [7.11.] hernach, ehe die pforten eröffnet wurden, waß ein postbot [= Brief] ksl. Mt., vor acht tagen zu Antorff ausgangen, mit seiner Mt. hand underschrieben, dz der reichstag seinen fürgang haben und sei- [461] ner Mt. ohnverzüglich herzuschicken und sich in aigener person auch forderen zu Šerscheinen, solche alle[n] churf[ürsten], fürsten und stände[n] zu verkunden, seiner Mt. kurzlich hie zu warten.3 Dz also geschahe. [...].

    /469/ Zu dieser zeit umb Catherinae [25.11.] lagen hie etzlich potschaft der ständ, fürsten und anderen deß reichstags und ksl. Mt. wartende, auch der kgl.[!] Mt. vor ihrer herberg verfangende und wappen angeschlagen. Und sagt man, die kgl.[!] Mt. wurde kurzlichen hie erscheinen. Waß darauß werde, findestu hernach geschrieben.

    [2.] April begande nach siner art kalt, mit schne, schloßregen [= Hagel] und /470/ wind, aber in seiner mitte fast warm, also daß es blitzt und donnerte. aUnd uf sambstag nach quasimodogeniti, den XX.4 tag deß monats, zeit [= zog] herin umb 6 uhren deß abends der röm. Ks. Maximilian zu des Reichs tag, so sein Mt. lang davor gehn Wormbß ußgeschrieben hat. Und rut gerüst im ganzen kuerest [= Kürass] bumb die acht mit–b pferd mitsampt den churf[ürsten], der zeit [Uriel von Gemmingen]5, erzbischof zu Meenz, Jacoben marggrafen zu Baden, erzbischof zu Trier, und [Gf. Philipp] von Oberstein, herren zu Thuen, /471/ erzbischofen zu Cöln, und Ludwigen, pfalzgrafen bey Rein, der zeit der alter sohne, aber dazumahl noch nit churfürst6, und Friedrich, marggraf zu Brandenburg der alter, und mit ihme sein sohn Casimirus und viel Reutzen7 und andere seltzame volk von rüstung und fernen landen her mit gar grosser pracht, trummeten und trücken [= Trinken] und hoiflichkeit–a.

    [3.] /471–473/ Am 22. April (sontag darnach misericordia)begannen die Kämmerer von Dalberg ungeachtet des anhängigen Austrags, im obersten Hof8 Šunrechtmäßig Wein auszuschenken. Den am Montag [23.4.] erhobenen Einspruch des städtischen Rates ignorierten sie. Wolt sich doch der rat ksl. Mt., auch churfürsten, fürsten und dem reichstag zu ehren mit tätlicher handlung nichts dargegen fürnehmen, sondern schuf der rat an allen pforten, daß man ihnen kein wein oder anders in diese statt kommen ließ.9

    [4.] Item des dienstags [24.4.] hernach zu mittag erhub sich die kgl.[!] Mt. von hinnen gehn Speyr, dahin viel botschaften von königen nachfolgten, auch der bischof von Trier und viele andere fürsten, grafen und herren. Und wuste niemands, wohin oder was ksl./474/ Mt. wölle oder fürnehmen wehre. Doch plieben hie liegen Meenz, Trier und Pfalz und viel andere fürsten und herren, geistlich und weltlich, und rieden [= ritten] alle tag zu von allen stenden des Reichs. Wie es sich werde enden, findestu hernacher.

    [5.] /474–475/ Der Ebf. von Trier kehrte nach drei Tagen [28.4.] nach Worms zurück und übermittelte dem Magistrat die ksl. Anordnung, die Dalberg nicht am Weinausschank zu hindern. Die Stadt schickte daraufhin Gesandte zum Ks. nach Ulm, die einen neuen Bescheid erwirken konnten.10

    [6.] Des cammergerichts acta mitsamt den doctoren, advocaten, procuratoren, prothonotarien und andere zugehorde kame von Regenspurg gehn Wormbß uf montag nach cantate, den siebenden tag Maii.

    [7.] /475–476/ Am Morgen des 25. Mai (freytag zu morgen vor pfingsten St. Urbans tag)verweigerte der Rat den Dalberg am Mainzer Tor die Einfahrt eines aus Herrnsheim kommenden, angeblich für die Witwe Friedrichs von Dalberg, [Katharina] von Gemmingen, bestimmten Wagens mit Wein, sodass diese an Pfingsten in ihren Höfen keinen Wein ausschenken konnten.

    [8.] Uf montag nach dem sontag exaudi, den 21. tag, quame hereingeritten herzog Friederich von Sachsen, churf[ürst]. Und /477/ ritten im entgegen Meenz, Trier, Pfalz; der bischof von Cöln was denselben tag nit zu Worms. Auch viel andere fürsten, grafen und herrn, geistlich und weltlich, ritten im entgegen für die statt und mit im herein. Er kame nit prächtiglich, aber alle erbarkeit waß seiner zukunft begierig gewesen und fro, und sonderlich die von Wormbß, nachdem er was ein arbiter oder schiedrichter mit dem von Trier der ihrtumb zwischen der pfaffheit und der statt Wormbß.

    [9.] Alßbald schickt der rat /478/ sein freunde zu beeden fürsten Trier und Sachsen, untertäniglich bittende, die sache der ihrtumben sich so fürderlichst zu unternehmen zu handlen. Dan auch beyder gnaden also zusagten und auch teten. Und schrieben von stund an den beyden auditoribus11 gehn Meenz, angesicht ihrer schrift zu erscheinen hie zu Wormbß und die notarien, acta und was zum handel dienstlich, fürderlich mitzupringen. Dz also geschahe. Und von stund an verordnet mein gnediger herr von Trier 3 doctores, ihrer gnaden Š/479/ räte, nehmlich Dr. Doengen12, canzler, den dechant zu St. Simeon zu Trier13, auch Dr., und Dr. Deterich Lutri [= Lautern], ein beysitzer am ksl. cammergericht, von seiner gnaden wegen. Darneben mein gnediger herr von Sachsen, churf[ürst], verordnet von seinen raten die hochgelehrte[n] herren Johann Ludwig [= Lupfdich] und Georg Beßeren von Ravensberg, der rechten doctores und ksl. cammergerichts beysitzer, welche rät und doctores den handel vor sich nahmen und ohn underlaß uf die 14 tag vor- und nachmittag mit dem höch- /480/ sten fleiß darüber sassen und nach manigfaltiger handelung eines teils der ihrtum und puncten gütlich und mit wissen und willen beyder parteyen gütlich verdrugen, die übrigen in kraft des obgemelten anlaß durch ihren spruch [...]14, eines teils darnach uf begehr der geistlichen declarirten und erklärten, wie solches die rachtungsbrief [Nr. 329, Pkt. 3–6], darüber ausgangen, bey beyden teilen behalten, clärlicher ausweisen, ohnnot, alles hierbey zu schreiben.

    [10.] Junius, brachmonat, was schon /481/ und warm. Die Kämmerer von Dalberg verklagten die Stadt vor den ksl. Kommissaren. Nach der Gegendarstellung durch den Magistrat geschah in dieser Angelegenheit weiter nichts. Doch erlangte der Rat ein kammergerichtliches Zitationsmandat an die Kämmerer auf den 3. September.

    «Nr. 474 Auszug aus Johann Jakob Fuggers „Spiegel der Ehren des Hauses Österreich“ (vor 1559)1 »

    [1.] Einberufung des Wormser Reichstages, reichsständische Teilnehmer, Stellvertreter des Ks.; [2.] ksl. Antrag auf Gewährung einer Reichshilfe gegen Venedig, Ablehnung durch die Reichsstände; [3.] Reaktion Ks. Maximilians; [4.] Einlenken einzelner Reichsstände.

    München, BSB, cgm 896, fol. 233’, 235–237’ (illustriertes Or. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen) = Textvorlage A. München, BSB, cgm 900b, fol. 111–112, 115–119, 120 (Abschrift 17. Jh.) = B. Wien, NB, Cod. 8614, fol. 223’–224, 225’–228 (illustrierte Abschrift, mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen; auch Online-Ressource) = C.2

    Š[1.] /233’/ Zuvor haben wir gehört3, wie der romisch kaiser auf sanct Eustachius tag [16.7.] ainen reichstag in die stat Wormbs außgeschriben [Nr. 36]. Dieweyl aber ir Mt. zu Antorf was und mit Geldern zu schaffen het, do ist diser reichstag auf den letsten Julii4 anno 1508 erstrecket worden, dahin alsdann5 vier churfursten, als der erzbischof zu Meinz, welcher ainer von Liebenstain6, aauch der erzbischof von Cöln, welcher ain graf von Altenstain–a, der erzbischof von Trier, der ain markgraf von Baden was, und Ludwig pfalzgraf bey Rein etc., so noch ledigs stands gewesen, sampt den fursten Wirtemberg, pfalzgraf von Simmern7, hochmaister auß Preussen, herzog Georg von Sachsen8 und von den gaistlichen die bischof Wurzburg, Bamberg und der apt von Fulda, der ainer von Hennenberg gewesen, in aigner person erschinen. Aber die andern chur- und fursten und stende des Reichs haben alle ir potschaften daselben gehapt. Dohin der romisch kayser markgraf Casimieren, Adolphen grafen zu Nassau, graf Eytelfridrichen von Zolleren, Hoyern graven zu Mansfeld, auch herrn Sigmunden von Fraunberg zum Hag, herrn Degen Fuchsen, herrn Sigmunden von Rorbach, alle ritter, Erasem Toplern, doctor und bropst zu Nürmberg, doctor Conraden Stürtzel von seiner Mt. wegen gesant hat.9

    [2.] Welche den chur- und fursten, auch der andern abwesenden potschaftenb in namen und von wegen des romischen kaysers fürgehalten: Nachdem die Šchur- und fursten sampt allen stenden des Reichs guet wissen hatten, wie die Venediger die röm. ksl. Mt. an dem romzug gehindert und seiner Mt., auch der ganzen teutschen nation zu ainer ewigen schmach und unehr, auch irer Mt. erblender Tirol, Görz und etlich flecken im Friaul, so dem Hayligen Reich eingeleybt, mit krieg angefochten und verderbet, auch derselbigen etliche und vil zu iremc gewalt gepracht und besetzet. Deshalben sich ir mayestat auß gueten, grundlichend ursachen mit der bapstlichen hayligkait und den christenlichen konigen, irer Mt. freuntlichen, lieben bruedern Frankreich, Engeland10, Hispania und Naplas wider die Venediger (welche vil länder und stet, so dem hayligen stuel zu Rom, dem furstentomb Mayland, auch dem konigreich Naplas sampt seiner Mt. etc. erblendern zugehörig, mit gewalt entwert und eingenommen) in ain bruederliche bündnus eingelassen, der hoffnung, das solches der teutschen nation zu guetem raichen, auch hiedurch deß Reichs recht in Italien, welches die Venediger vast geschmelert, widerumb in sein altes wesen gepracht werden solt. Hierauf were seiner ksl. Mt. begern, das die chur- und fursten sampt den stenden deß Hayligen Reychs zu disem kriegszug seiner ksl. Mt. zu guetem mit ainer anzal kriegsfolk zu roß und fueß oder, wo es den stenden baß gefellig sein wolt, mit ainer anzal gelt behilflich sein wolten.

    Darüber ernennte stende des Reichs ain bedenken genommen und haben hernach dem romischen kaiser auf dißmal sein begern abgeschlagen. Und obwol die gesanten des kaysers die chur- und fursten ermanet, auf die zukunft des romischen kaysers lenger zu warten, haben sie doch iren beschaid in ain schrift [Nrr. 275, 279] verfasst und dieselbige ir antwort den kayserlichen räten behendigt, mit dem vermelden, das ir Mt. hierinnen allen iren willen und beschaid klar erfinden wurde. Und seind also, nachdem diser reychstag sechsundzwainzig tag geweret, aufe 30. August [!] ain yeder wider anhaims verrittenf. Was aber dieselbig antwort gewesen, auch wie der romisch kayser dieselbigen offentlich widerleget hab, soll hernach gehöretg werden. [hLaut den Bildunterschriften Abbildungen folgender Wappen: Stadt Worms, Stadt Antwerpen, Fm. Geldern, Ebf. Jakob [!] von Mainz, Ebf. Philipp von Köln, Ebf. Jakob von Trier, Kf. Ludwig von der Pfalz, Hg. Ulrich von Württemberg, Pfgf. Alexander von Simmern11, Deutschordens-HM Friedrich von Sachsen, Hg. Georg von Sachsen, Bf. Lorenz von Würzburg, Bf. Georg von Bamberg, Abt Johann von Fulda, Mgf. ŠKasimir von Brandenburg, Gf. Adolf von Nassau, Gf. Eitelfriedrich von Zollern, Gf. Hoyer von Mansfeld, Sigismund von Fraunberg zum Haag, Degen Fuchs, Sigmund von Rorbach, Dr. Konrad Stürtzel, Dr. Erasmus Topler, Tirol/Görz–h]. […].

    [3.] /235/ Nun wöllen wir von der abschlegige[n] antwort, welche die reichsstende den kayserischen gesanten zu Wormbs auf dem reichstag gegeben haben, ain wenig handlen: Dem loblichen kayser Maximiliano lag dise unbilliche und abschlegige antwort, welche die stende des Reichs seiner ksl. Mt. gesanten zu Wormbs gegeben hetten, mit grossem verdruß im gemüet. Und het ye nicht vermainet, das seiner Mt. solcher abschlag beschehen solt sein, sonder verhoffet, das ir Mt. etc. mit darstreckung seiner erbland chamerguet, auch seiner kayserlichen personen und andern gnedigen und ersprießlichen woltaten, welche sein Mt. dem Reich biß anher in das vierundzwainzigist jar erzaiget hett, ain bessere antwort von den stenden des Reichs verdienet haben solt. Deshalben lueß ir Mt. auf dise des Reichs antwort ain confutation oder apologi in schrift stellen und dieselben offentlichen in das Reich außgehen, welche gelaut, wie nachfolget: [/235–237/ Sinngemäße Wiedergabe von Nr. 482]. […].

    [4.] /237’/ Als nun dise kayserliche confutation durch die kayserliche rate frey offentlich im Hayligen Reich außgangen, da haben sich die stend vast undi hoch darab entsetzet, sonderlich, als sie vernommen, das die kaiserliche räte die antwort der stende vil anderst, dann wie die von denselbenj gestellet und vermainetk worden, außgelegt und meniglich zu erkennen geben. Und haben etliche stend, die es guet gemainet, sich etwan haimlich, die andern, so sich aines bessern gwissen hierinnen gepraucht, offentlichen gegen dem romischen kayser entschuldiget. Darunder die von Augspurg, welche herrn Hansen Paumgartner und herrn Conraden Peuttinger, doctor, zu dem kayser schickten und von aines rats wegen erboten, der röm. ksl. Mt. mit leyb und guet behilflich zu sein.12 Die letsten aber, welche sich hierinnen under dem schein, des Reichs freyhait zu beschirmen, getrösteten, auch sich etwas scharpf wider das begern des romischen kaisers (darunder, als man sagt, pfalzgraf Ludwig und ander gewesen) gehalten, die haben angefangen, bey andern zu solicitieren auf mainung, das sie die sach nit so gar arg wider den kayser gemainet, sonder das sie nach des Reichs notturft erkannt und dieselb erhalten helfen wöllen. […].

    « Š6.2. Überlieferung der „Reichsstädtischen Registratur“  »

    «Nr. 475 Auszug aus dem ersten Teil der „Reichsstädtischen Registratur“ von Melchior Scherer (1562)1 »

    [1.] Teilnahme der Reichsstädte am Reichstag; [2.] Reichstagsverhandlungen (22./23.4., 16.5., 18.5., 26.5., 28.5.); [3.] Beteiligung der Reichsstädte an den Beratungen über die ständische Resolution vom 29. Mai; [4.] Reichstagsverhandlungen (31.5./2.6.); [5.] Einbeziehung der Reichsstädte in die Reichstagsverhandlungen; [6.] Verweigerung einer Reichshilfe durch den Reichstag; Reichsabschied.

    Speyer, StdA, 1 B, Nr. 24, Bd. 1,1, fol. 145–149 (Kop. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen; Überschr.: Anno 1509. Reichstage zu Wormbs. Verm. Ex actis Wormbs.) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 602, Nr. 6242a, fol. 139–142’ (wie A) = B. Köln, HAStd, K+R A 217, pag. 400–412 (wie A) = C. Ulm, StdA, A 621, fol. 139–142’ (wie A). Augsburg, StdA, Rep. 325, fol. 139–140 (Kop. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen).2

    [1.] /145/ Nachdem uf gegenwirtigem reichstag von ainer hilf gehandelt, so keysera Maximilianus uf die pundnus, die ire kgl.[!] Mt. mit dem bapst, auch baiden konigen Frankreich und Aragon eingangen wider die Venediger, und in Italiam begert etc., seint neben andern stenden der stett gesandten auch bei den handlungen und beratschlagungen gewesen, wie aus nachvolgender beschreibung diser wormbsischen acten erscheint; wiewol nit one, das das merteil der alhie geuebten handlung auch mit den worten (und andere stende des Reichs) beschrieben, darunder doch ungezweivelt die erbern stett auch mit gemeint und verstanden seind, ex causis ut s[upra].

    [2.] Post ingressum actorum, fol. 2: [/145–145’/ Wiedergabe von Nr. 260, Pkt. 2 – Und auf dem sonntag ... rede und meynung; Pkt. 3 – Auf den montag ... begeren ksl. Mt.]. Paulo post:[/145’–146’/ Wiedergabe von Nr. 260, Pkt. 3 – Underdes hetten ... hienach beschrieben; Pkt. 7 – Darnach uf mitwoch ... Šcredenz von ksl. Mt.; Pkt. 9 – Nach verlesen solicher ... reten zu eroffenen; Pkt. 10 – Bey diser verhandlung ... bonts in Schwaben.]. Sequitur in actis:[/146’–147/ Wiedergabe von Nr. 260, Pkt. 11 – Darnach uf sambßdag ... zu eroffenen; Pkt. 12 – Auf den phingstmontag ... hienach beschrieben.].

    [3.] Nota: Alhie volgt das vervasst bedenken des ausschuss [Nr. 275/II] und dabey etlich ausgestrichene linien und zusätze, wie die von den stenden gebessert und geendert worden. Darab gut zu sehen, das die stett ebensowol als die fursten (wie hieoben gemeldt) dise schrift in der mainzischen canzlei erstlich /147’/ abschreiben lassen, volgends sich daruber mit den andern stenden ainer ainhelligen maynung verglichen und also hieoben under den wortern (und andere stende des Hailigen Reichs) gewißlich verstanden seint etc.

    [4.] Nach eroffnung solches der stende bedenkens volgt weiter in actis: [Wiedergabe von Nr. 260, Pkt. 14 – Uf donnerstag ... des Reichs antwort; Demnach traden ... gut sein mocht.]. Paulo post: [Wiedergabe von Nr. 260, Pkt. 15 – Demnach sein ... hienach beschrieben.]. [Wiedergabe der Anfangspassage von Nr. 279, Pkt. 1 – Kurfursten, fursten und stend ... vermerkt, das sy].

    [5.] Nota: Uf dise nechstbemelte form und weyse werden alle dises reichstags gegebne schriftliche antworten (dero etlich nachainander hinc inde zwuschen den stenden und der ksl. Mt. raten ergangen) formiert und gestellt, auch sonst alle iberige dises reichstags handlung in genere under dem namen (Churfursten, fursten und stende des Hl. Reichs etc.) beschrieben. Und geschicht nirgents mer der stett potschaften in sonderhait meldung. Das aber dieselben under solchen wortern auch begriffen und also bei den handlungen und im ausschuß allenthalb gewesen, ist auß oberzeltem anderm proceß und das auch in disen iren beschriebenen actis alle ergangne schriften und daruf ervolgte beratschlagungen so clar verhanden und inen darinnen nichts verhalten worden, gut abzunemen und zu schliessen.

    [6.] /148’/ bGleichwol ist dises auch nit ain wichtiger oder langwiriger reichstag gewesen. Dann die stende des Reichs der ksl. Mt. iber vilfeltigs anhalten und vermanen die begert hilf nit bewilligen wollen aus etlichen furgewendten ursachen, daruf sie unbeweglich bestanden, daruber auch die ksl. Mt. nit zu wenig ungnaden und zorn bewegt worden, wie auß ainem getruckten ausschreiben [Nr. 482], so bei disen actis ligt, welchs die ksl. Mt. ausgeen lassen und der stend furgewendte ursachen der gewaigerten hilf von puncten zu puncten ablaynet, wol zu sehen. cRes novi et inauditi exempli-b-c.

    Und nachdem die ksl. Mt. bei guter zeit und volgends auch die fursten in den personen von gegenwirtigem reichstag abgeritten, ist allain ain kurz abschiedlin zwischen den hinderlassenen der ksl. Mt. und der stende raten etc. getroffen und ufgericht, allain das camergericht, den landfrieden und munz besagende etc., welcher abschied im anfang also lautet: [Wiedergabe der Anfangspassage von ŠNr. 303 – Nachdem ... Erstlich des camergerichts halber, und des Datums]. Nec plura.

    «Nr. 476 Auszug aus dem dritten Teil der „Reichsstädtischen Registratur“ von Melchior Scherer (1562) »

    [1.] Forderung Ks. Maximilians nach einer Reichshilfe gegen Venedig; [2.] Verweigerung der Reichshilfe durch die Stände; [3.] Verlautbarung Ks. Maximilians vom 26. Juni; [4.] Breve Papst Julius’ II. an die Reichsstände; [5.] Wormser Abschied; [6.] Antrag des Deutschen Ordens auf Unterstützung gegen Polen.

    Speyer, StdA, 1 B, Nr. 24, Bd. 2,1, fol. 29’–31 (Kop. mit Randvermm., die den Inhalt kennzeichnen, und mit Seitenangaben, die auf die verwendete Vorlage, die [verschollene] RT-Überlieferung der Stadt Worms, verweisen. Überschr.: Reichstag zu Wormbs, anno 1509. Verm. Wormbs.) = Textvorlage A. Köln, HAStd, K+R 219, pag. 66–70 (wie A) = B.

    [1.] /29’/ Kayser Maximilian hat auf gegenwirtigem reichstag (daruf alle churfursten ausserhalb Brandenburg personlich und sonst die stende in zimlicher anzal zugegen gewest) durch irer Mt. rate mit bericht und erzelung, wie das sich ire Mt. (nach erlangter kronung) mit dem bapst, auch baiden konigen Frankreich und Aragon wider die Venediger in tractat und pundnus eingelassen, an die stende ain ansehenliche hilf auf ain jar lang, dieselben Venediger zu bezwingen und inen, was sie dem stul zu Rom und dem Reich entzogen, wider abzutringena etc., begert.

    [2.] Aber nach viler und langer tractation und etlichen wechselschriften, so deshalben zwischen der ksl. Mt. raten und gmainen stenden ergangen, haben sie, die stende, solch hilf genzlich abgeschlagen und dessen allerhand ursachen erzelt, als erstlich ir unvermogen und erschopfung durch so oft und vielmals gelayste hilfen; item, das sie zu helfen nit schuldig, dweil dise pundnus, fried und furnemen one rat und willen churfursten, fursten und anderer stende des Reichs aufgericht, welches /30/ dem alten herkommen zugegen; item, das die stende nit wissen mogen, wes nutz, schadens oder vortails dem Reich aus solchen und dergleichen aynungen und vertragen entsteen moge, dessen sie doch pillich (weyl man hilf von inen begere) wissens empfahen sollten. bItem, das zu besorgen, wa schon von den stenden hilf bewilligt, das doch dem Reich und irer Mt. wenig nutz, sonder wol weitere vertiefung darauß entsteen mochte, wie dann die jungst zu Coln und Costenz bewilligte hilfen irer Mt. und dem Reich wenig erschießlich gwest und mer schadens, schimpf und spott dann nutz darauß ervolgt etc.–b Und dergleichen meer, satis quidem libere et acerbe.

    ŠUnd wiewol die ksl. rate dagegen allerhand ablaynung furgewendt, auch erinnerung getun, zu was nachteil, schimpf und spott der ksl. Mt. dise verwaygerung der hilf in so guter vorsteender gelegenhait gegen obbemelten iren pundsverwandten raichen, auch den stenden zu ungnaden und allerhand zerruttung dienen wurde etc., so seint doch die stende (gleichwol allenthalb mit glimpfigen ausgefuerten worten und anderm undertenigen erpieten) uf irer vorigen maynung und waygerung bestanden.

    [3.] /30’/ cAlso, das man one ends und, wie gut zu gedenken, nit one unwillen von ainander abgeschieden, welchs auch der ksl. Mt. nit zu weniger offension geraicht, wie under anderm aus ainem getruckten tractetlin [Nr. 482], so under der ksl. Mt. namen gleich nach disem reichstag ausgangen (welchs bei disen wormbschen actis ligt) zu sehen, darin sich ire Mt. offen ausschreibens weyse diser der stende weygerung nit wenig beclagt und die hie obgemelten und andere der stend furgewendte ursachen und argumenta von puncten zu puncten verantwort und ablaynt–c. Res inauditi et atrocis exempli.

    [4.] Es ist auch ain schreiben in disen actis, von bapst Julio an die stende ausgangen [Nr. 272], darin er sie, die stende, zu obbemelter des kaisers begerter hilf pro recuperatione patrimonii Petri etc. hochlich ermant. Aber die stende haben es bei obgemelter verwaygerter antwort pleiben lassen.

    [5.] Und ist aus diser verwaygerung ervolgt, das auch alhie kain rechtmessiger oder gewonlicher, sonder allain ain kurzer abschied verzaichnusweyse zwischen der ksl. Mt. commissarien und der stende raten (dann sie, die stende, in aignen /31/ personen bei zeit abgeritten und die rate hinderlassen) ufgericht worden [Nr. 303]. Darin des camergrichts halb, das dasselb hinfurter zu Wormbs gehalten und wie dasselb besetzt werden soll, sambt etlicher anderer notturft desselben fursehung beschicht. Und des landfriedens halb soll es bei voriger desselben disposition pleiben. Von wegen der munz geschicht verordnung, das alle stende, so gulden munz haben, ire rate, der munz verstendig, auf 3. Septembris gen Frankfort schicken und das daselbst entlich ain gleichmessige gulden munz verglichen und ufgericht werden solle.

    [6.] Der hochmaister in Preussen hat sich bei den stenden und ksl. comissarien allerhand belestigung von dem konig von Poln beclagt. Daruf geschicht verordnung ainer stattlichen potschaft von wegen ksl. Mt. und gemainer stend (doch mit zutun des bapsts und konigs von Hungern) an den konig von Polen umb gutliche underhandlung, ut ibi fusius.

    « Š6.3. Teilnehmerverzeichnisse  »

    «Nr. 477 Reichsständische Teilnehmerverzeichnisse »

    [1.] Kff.; [2.] weltliche Ff.; [3./5.] geistliche Ff. und Prälaten; [4.] Gesandtschaften weltlicher Ff.; [6.] Frei- und Reichsstädte (rheinische Bank); [7.] Frei- und Reichsstädte (schwäbische Bank).

    Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 151–152 (dem RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop., Überschr.: Und sein diß hienachbeschrieben churfursten, fursten, praelaten, auch der churfursten, praelaten und des Heiligen Reichs frey- und Reich stett botschaft und gewalthabere, so auf obgemeltem Reichs dag zu Wormbs erschienen sein.) = Textvorlage A. Lübeck, StdA, RTA Vol. II, Fasz. 4, fol. 69–70 (wie A) = B. Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop.) = C. Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 351–352 (wie A) = D. Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 72–73 (wie A) = E. Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 40–41 (Abschrift von B).

    [1.] Ebf.[Uriel] von Mainz1; Ebf.[Philipp] von Köln2; Ebf.[Jakob] von Trier3; Kf. Ludwig von der Pfalz4; Kf. Friedrich von Sachsen5; Gesandtschaft Kf.[Joachims] von Brandenburg [Eitelwolf vom Stein und Gregor Wins].

    Š[2.] Pfgf. Friedrich6; Pfgf. Johann von Simmern7; Hg. Heinrich von Braunschweig[-Wolfenbüttel]8; Hg. Ulrich von Württemberg9; Hg. Erich von Braunschweig, ist auch personlich erschienen, aber bald abgeritten10; Hochmeister des Deutschen Ordens Friedrich von Sachsen11 (her teutschmeister uß Preussen); aMgf. Friedrich und Mgf. Kasimir von Brandenburg-Ansbach–a12.

    [3.] Gesandtschaft Ebf.[Ernsts] von Magdeburg: F.[Adolf] von Anhalt (Magdeburger Domherr)13; Gesandtschaft Bf.[Gabriels] von Eichstätt: Bernhard Adelmann von Adelmannsfelden (Eichstätter Domherr); Gesandtschaft Ebf.[Leonhards] Švon Salzburg: Andreas von Trauttmansdorff; Bf.[Georg] von Bamberg14; Bf.[Lorenz] von Würzburg15; Gesandtschaft Bf.[Reinhards] von Worms: [Dr. Heinrich Silberberg]; Gesandtschaft Bf.[Philipps] von Speyer: [Philipp von Flersheim]; Gesandtschaft Bf.[Hugos] von Konstanz: [Heinrich] von Sax (Sass), Pfarrer (kelicher [!]) zu Offenburg16; Gesandtschaft Bf.[Eberhards] von Lüttich: Friedrich Bronberger17; Gesandtschaft Bf.[Philipps] von Freising: [Dr. Johannes Wacker]18; Gesandtschaft Abt [Johannes’] von Weißenau [und anderer schwäbischer Reichsprälaten]: Lic. Matthäus Gretler; Johann Adelmann von Adelmannsfelden [als Gesandter des] Deutschmeister[s] in Mergentheim19; Gesandtschaft Bf.[Wilhelms] von Straßburg: Kanzler [Johannes Sigrist]20.

    [4.] Gesandtschaft Hg. Wilhelms von Bayern: Dietrich von Plieningen, Hieronymus Stauffer von Ehrenfels, Hans von Closen und Dr.[Johann] Lupfdich; Gesandtschaft Pfgf. Alexanders [von Zweibrücken]: Adam von Sötern (Sutor)[und Dr. ŠPhilipp Aberlin]21; [Gesandtschaft Hg. Georgs von Sachsen: Caesar Pflug und Dr. Dietrich von Werthern]22; Gesandtschaft Hg.[Wilhelms] von Jülich (mit Vollmacht [Bf. Erichs] von Münster): [Friedrich von Brambach]23; Gesandtschaft Lgf.[Wilhelms] von Hessen: Gf. Emich von Leiningen und Gf. Ludwig von Löwenstein24; [Gesandtschaft Kg. Johanns von Dänemark als Hg. von Schleswig-Holstein]25.

    [5.] Gesandtschaft Bf.[Heinrichs] von Augsburg: Christoph von Knöringen (Augsburger Domherr); Abt von Fulda26.

    [6.] Reichsstädte: Köln: Dr. Dietrich Meinertzhagen (Pastor zu St. Laurentius); Straßburg: Gabriel Mördel; Speyer: Jakob Meurer; Frankfurt: Johann Frosch [und Gilbrecht von Holzhausen]27; Hagenau: Ulrich Jungvogt (mit Vollmacht für die übrigen Reichsstädte in der Landvogtei Elsass); Wetzlar: Philipp von Babenhausen [und Heinrich Laß]28; Mühlhausen: Daniel Helmsdorf29; bNordhausen: Johann ŠButler (Phudler)(beide mit Vollmacht für Goslar)–b; Worms: Hamann Liesberg, Reinhard Noltz und Heinrich Silberborner (mit Vollmacht für Dortmund); Lübeck: Henning Osthusen (Sekretär).30

    [7.] Ulm: Dr. Matthäus Neithart (Schwäbischer Bundeshauptmann), Augsburg: Ulrich Artzt, Nürnberg: Kaspar Nützel (jeweils mit Vollmacht für die Schwäbischen Bundesstädte); Rothenburg ob der Tauber: Oswald Wernitzer; Schweinfurt: Martin Hohenloch (Hoelach).31

    «6.4. Ausgaben von Teilnehmern am Reichstag  »

    «Nr. 478 Auszüge aus den Ämterrechnungen des Hst. Bamberg – Bamberg, 12. April- 27. Juli 1509 »

    Ausgaben im Zusammenhang mit dem Wormser Reichstag gemäß der Abrechnung des bfl. Bamberger Kammermeisters Hans Braun.

    Bamberg, StA, A 231/I Hst. Bamberg, Ämterrechnungen, Nr. 1730, fol. 281, 284, 286’; Nr. 1731, fol. 69, 70’, 74, 74’, 89’, 90’, 115’.

    /281/ [s.v.Zerung] Item VII gulden, III ort hat Jorg Graber gein Wormitz [!] und herwider verzert, zusampt den V gulden, so er doselbst uf die herbrig, die er meinem gn. hern zum Reichß tag verfangen, geben hat. Zalt donerstag nach pasche [12.4.], inhalt seiner zettel.

    /284/ [s.v.Marx Felberger] Item LVIII gulden, IIII lb, II d. geben Marxen Felberger fur zendel1, schamlot2 und parchett3 und anders fur meinen gn. hern, auch fur zwen centner wachs, den centner umb XVI gulden, zu wintlichten [= Wachsfackeln] ufs heyltumb und auch uf den ksl. tag gein Wormitz zu gebrauchen. Zalt ut supra [= samstag nach pasche [14.4.]], alleß inhalt eingesteckter zettel, von ime genomen.

    /286’/ [s.v.Pro diversis] Item VI½ gulden geben Marxen Felberger fur XXVI eln statzendels4, IIII eln fur I gulden, zu unterfutern unter meins gn.[Herrn] Šschwarze samate schauben5, die ftl. Gn. uf den Reichs tag gein Wurms ime anmachen lassen hat. Zalt ut supra [= montags nach jubilate [30.4.]].

    Item III gulden, I ort, XIII lb, XX d. geben Contzen Hinckelman fur ½ rot vorcheimer tuch, den wagenknechten und kuchenknaben zu rocken uf den gemelten Reichs tag mitgezogen. Auch ein eln, ½ virtel weyß lundisch [Tuch] zu farben der somercleidung und II½ eln speyerers zu hoßfutter m. gn. hern. Zalt ut supra [30.4.]. R[ecipi]t hofschneider.

    /69/ [s.v.Zerung] Item IIII lb hat Gotze von Seinßheim mit XXIII pferden zu Theres fur letzt-6 und beschlahegelt außgeben, als m. gn. here gein Worms uf den reichstag gezogen und er widerumb anheims geschickt worden ist. Zalt mitwochen nach Johannis ante portam latinam [9.5.].

    /70’/ [s.v.Pro diversis] Item XXXVIII gulden, III lb, X d. geben fur XVI eln schwarz samat, durch doctor Linhart vom Egloffstein fur m. gn. hern kauft, doraus seinen gnaden ein rock uf den Reichs tag gein Worms gemacht ist. Zalt dinstag nach Johannis ante portam latinam [8.5.]. Iussit rev[erendissi]mus.

    /74/ [s.v.Botenlone] Item VII lb, VI d. geben Clausen Engelhart gein Wurms zu m. gn. hern von Bamberg. Doselbst zalt donerstag nach Johannis ante portam latinam [10.5.].

    /74’/ Item VII lb, VI d. dem [Hans] Krautundfleisch gein Worms zu meinem gn. hern von Bamberg. Doselbst zalt freytags nach ascensionis Domini [18.5.].

    /89’/ Item VII lb, VI d. geben Jorgen Gobel gein Worms zu meinem gn. hern von Bamberg. Doselbst zalt samstag nach penthecostem [2.6.].

    /90’/ Item III lb, VI d. geben Clausen Engelhart gein Worms zu meinem gn. hern von Bamberg, doselbst uf die 4 lb, die ime, Clausen Pfeffers, kuchenmeisters, haußfraue geben hat. Zalt ut supra [= samstag nach Viti [16.6.]].

    /115’/ [s.v.Pro diversis] Item II gulden geben Benedict, balbirer, zu vererung. Ist mit meinem gn. hern zu Wormitz uf dem ksl. Reichs tag gewest, als sein gnad kein eigen balbirer gehabt hat. Zalt freytag nach Jacobi [27.7.]. Iussit r[everendissi]mus.

    «Nr. 479 Auszüge aus dem Rechnungsbuch des württembergischen Landschreibers Heinrich Lorcher »

    Stuttgart, HStA, A 256, Bd. 6, fol. 82 (Rechnungsjahr 23.4.1508–23.4.1509); Bd. 7; fol. 34–34’, 42 (23.4.1509–23.4.1510).

    /82/ [s.v.Usgeben zerung] Item X fl. zerung mit den singer1 gen Worms uf den tag.

    Š/34/ [s.v.Usgeben zerung] Item uf zinstag vor vocem jocunditatis [8.5.] Ao. IXo hab ich Hansen Hafemberg [württ. Kanzleischreiber] geben zu zerung uf den tag gen Worms XIC fl.

    /34’/ Item mer geschickt by hupsch Jergen, boten, uf mins gn. H. geschrift, frytags nach dem hayligen pfingstag [1.6.] Ao. IXo. VIIc fl.[...].

    Item montag nach aller hayligen tag [5.11.] Ao. IXo Philipsen von Nippemburg zalt LV fl., XXV albus zu zerung gen Worms, als er davor dahin zum kayser geschickt ward.

    /42/ [s.v.Usgeben Peter Moßedern, camerschnyder] Item uf sonntag nach sant Marx tag [29.4.] Ao. IXo im geant[wortet], mim gnedigen hern uber das spil zu geben LXXX fl.

    Item uf frytag vor dem hayligen pfingstag [25.5.] Ao. IXo hab ich im geant[wortet] IIIC fl.2 

    «Nr. 480 Auszüge aus den Augsburger Baumeisterbüchern – Augsburg, 9. Juni-18. August 1509 »

    Ausgaben im Zusammenhang mit dem Wormser Reichstag: [1.] Schenkungen; [2.] Reitgelder und Botenlöhne; [3.] Ausgaben für den Schwäbischen Bund.

    Augsburg, StdA, BMB 103, fol. 27, 36’, 37’, 108’.

    [1.] Schankungen: /27/ [23.6.] Item II lb, XVII ß, IV d umb wein burgermaister Artzten zu vereerung, als er vom Reichs tag kam.1

    [2.] Reitgeld und botenlon: /36’/ [9.6.] Item II gulden, I lb, XV ß aim boten gen Wormbs.

    [16.6.] Item V gulden botenlon von Ulm gen Worms und widerumb herauf gen Augspurg.

    /37’/ [18.8.] Item XLVII gulden, III lb, VIII ß, V h. verrechent und entpfieng burgermaister Artzt fur zerung und reitgelt zwayer bundstag der stett versamblunga zu Ulmb, gehört nit uf den bund. Darein ist gerechent sein reitgelt des reichstags zu Wormbs und der vorgemelten zwayer stett versamblung täg fur 64 tag und 2 fl. Herdegens vereerung.

    Š[3.] Auf den bund: /108’/ [18.8.] Item ICXXXII guldin, 1 lb, XV ß burgermaister Artzten des gross reitgelt fur 53 tag, ist er zu Wormbs uf dem Reichs tag gewest.

    «Nr. 481 Auszüge aus den Nürnberger Stadtrechnungen – Nürnberg, 5./30. Juni 1509 »

    I. Kosten für Jörg Holzschuher als Reichstagsgesandten und für Kaspar Nützel als Schwäbischem Bundesgesandten; Geschenk für den ksl. Reichsfiskal Christoph Moeller.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Stadtrechnungen, Nr. 181, fol. 464, 468.

    /464/ [s.v. Rats und werbent potschaft] […]. Item IICXV gulden landß[währung], XLII lb n[ova] verzert Jorg Holtschuher in 40 tagen mit 9 pferden auf dem tag gen Wurms mitsampt bibalibus [= Trinkgelder], auch den 5 fl. Carl Ortl, canzelisch[reiber] reitg[eld], 3a post trinitatis [5.6.]. [...].

    Item ICLXXXVI gulden landß., V ß, VI h. hot Caspar Nutzl in 61 tagen auf dem tag zu Wurms punds halben und furter gen Esslingen auf dem pundstag mitsampt bibalibus, sa[bba]to post Pe[tri] et Pau[li] [30.6.]. [...].

    /468/ [s.v. Schenk fursten, herrn etc.] […] Item XXXII gulden landß., domit her Jorg Holtschuher zu Wurms doctor Cristof Mulher, den neuen viscal, verert hot, 3a post trinitatis [5.6.] […].

    II. Abrechnung des Gesandten Jörg Holzschuher vom 5. Juni 1509.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Stadtrechnungsbelege, Einzelbelege, Nr. 1035, unfol. (Datumverm.: 3a post trinitatis).

    Item brobst Sebaldy [Erasmus Topler] und ich sind zu dem tag gen Wurms hie angeriten am mantag nach dem heiltom [23.4.] im 9. jar. Und gedachter brobst hat sein zerung auf seine 4 pferd selb zalt, ausserhalb gleit, schenk und vererung, pis gen Wurms. Und han mir 5 pferd, Karel Artel [= Oertel] 2 und Jan Wegelein 2 gehabt, suma 9 pferd. Und anheims wieder komen am freitag nach pfingsten [1.6.], ist 40 tag.1 In solcher zeit mit oben bestimbten pferden und anders verzert: fl. 165, lb 7, d. 0.

    Item, so han ich uncost in der zeit ausgeben, erstlich die hieigen knecht in der streifenden rotte auf 2 mal fl. 7, dem würzburgerichsem [!] haubtman Karel Zalner auch auf 2 mal, und jedes mal mit 14 pferden beleit, verert mit fl. 14. Dergleichen auf und ab an allen orten knecht in und ausserhalb gleitz mitgenumen, sie verert, zerung fur sie zalt, auch fur die poten zerung zalt, zamachern [= Zaummacher], sporern [= Sporenmacher] , balbirern [= Bartscherer, Friseure] Šund auch der fursten und ander spilleut verert, auch ander uncost zalt, fur das alles auf dem rit ausgeben:  fl. 45, lb0, d. 0.

       Summa ausgab: fl. 210, lb 7, d. 0.

    Einnemen

    Item, so han ich par entpfangen in der losungstuben: fl. 2000.

    Item mer auf mein zerung eingenumen: fl. 200.

    Item mer uberant[wortet], den van Lubeck zu geben: fl. 60.2

       Summa einnemen: fl. 2260.

    Item, so han ich darvon ausgeben dem brobst Sebaldy [Erasmus Topler] auf sein zerung fl. 400. Mer hat er begert auf den befelch, das lehen zu machen [Nr. 463, Pkt. 4], dedit im auch fl. 400, ist: fl. 800.

    Item mer dt. ich Caspar Nützel zu zerung: fl. 100.

    Item mer dem fisgal [Christoph Moeller] verert auf befelch [Nr. 239, Pkt. 2]
    etc.: fl. 32.

    Item ausgeben und verzert, wie zuruck stet: fl. 210, lb 7.

    Item, so uberant[wortete] ich in disem sack, noch unaufgetan, wie ich die entpfangen hab: fl. 1000.

    Item mer hiemit also par uberantwurt: fl. 117, lb 1, d. 0.

     Summa alles ausgeben: fl. 2260.

    Item, so gepurt sich 40 tag zu biboles 40 lb, nasy3 zu 8 lb, 12 d. Ist das: 
     . fl. 19, lb0, d. 12.

    Carl Ortle per 5 wochen 4 tag bibales, yedes tags 36 d., facit: 
     . 5 fl., 1 lb n[ova], 4 ß.

     Jorg Holzschuher etc.

     Summa summarum fur zerung und bibales facit: fl. 215, lb n. 42, ß 19.