Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « ŠIII. Kapitel
    Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages »

    « Š1. Reichshilfe gegen Venedig  »

    «Nr. 482 Ausschreiben Ks. Maximilians wegen des Wormser Reichstages – Trient, 14./26. Juni 1509 »

    [1.] Gründung der Liga von Cambrai, päpstlicher Bannspruch gegen Venedig, Beantragung einer Reichshilfe auf dem Wormser Reichstag; [2.] Weigerung des Reichstages, Widerlegung des von den Ständen geltend gemachten Arguments ihrer finanziellen Überlastung; [3.] Begründung für die unterlassene Konsultation der Stände vor Abschluss des Vertrags von Cambrai und vor der Entscheidung über den Krieg gegen Venedig; [4.] Widerlegung des Arguments des zweifelhaften Nutzens der Liga von Cambrai für das Reich; [5.] Widerlegung des Arguments der Nutzlosigkeit früherer Reichshilfen; [6.] Widerlegung der Argumente einer möglichen Auslegung eines Reichshilfebeschlusses als Zustimmung zum Vertrag von Cambrai und der Unvereinbarkeit dieses Vertrages mit den Beschlüssen des Konstanzer Reichstages von 1507; [7.] Widerlegung des Arguments der fehlenden Verpflichtung der Reichsstände zur Bewilligung einer Reichshilfe ohne Möglichkeit zu ausreichender Beratung und angesichts einer für einen Kriegszug ungeeigneten Jahreszeit; [8.] Erwiderung auf die geäußerte Erwartung des Einverständnisses der ksl. Reichstagskommissare und des Ks. mit der Position der Stände; [9.] Erwiderung auf die geäußerte Erwartung des Einverständnisses Papst Julius’ II. mit der Position der Stände, Stellungnahme zum Vorschlag eines Kreuzzuges gegen die Türken, Aufforderung zur Leistung einer Reichshilfe gegen Venedig; [10.] Veröffentlichung des Ausschreibens zur Rechtfertigung der ksl. Position.

    I a. (Drucke I; Druck mit Zierinitiale; auf der letzten Seite handschriftl. Verm. amdip. und Siegel bzw. Siegelrest): Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 77–86 (präs. Frankfurt, 18.7.15091) = Textvorlage A. Berlin, GStA, OBA 19247, fol. 1–9. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 27–36. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 353–362 (Verm.: Verlesung vor dem Mühlhäuser Rat durch einen ksl. Boten am dinstag v[igili]a assumptionis [14.8.]). Straßburg, AV, AA 329, fol. 6–15. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 202–211 (mit Randvermm. Hd. J. J. Müller, die den Inhalt kennzeichnen). Wien, ÖNB, 28.O.29., pag.[1]–19. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22, unfol.2

    I b. (wie Drucke I, ohne Siegel und Kanzleivermerk): München, HStA, KÄA 3136, fol. 379–388 (unterhalb der Aufschrift gestrichen: H. Wolfgang von Ahaym). München, HStA, KÄA 3137, fol. 148–157.

    ŠI c. (Drucke II3; H. Höltzel, Nürnberg 1509; auf der Schlussseite gedruckter Verm. amdip.): München, BSB, Rar. 1589#Beibd. 11 [= Eur. 330–21], fol. 164–174 [auch Online-Ressource] = B. Berlin; GStB, Gv 4565. Göttingen, SUB, 8 Mulert 502 (2). Wolfenbüttel, HAB, H: YT 2.4º Helmst. (1). Worms, StdB, -Mag- W Gs 283.

    I d. (Drucke III4, auf der Schlussseite gedruckter Verm. amdip.): München, BSB, 4 Ded. 74 [= Eur. 330–19], unfol.[auch Online-Ressource] = C. Berlin, GStB, Flugschr. 1508–1, fol. 17–25. Wien, ÖNB, 43.V.75. [auch Online-Ressource].

    I e. (Drucke IV, Nürnberg 1509): München, BSB, Eur. 330–20, unfol.[auch Online-Ressource] = D.

    I f. (Drucke V, Martin Landsberg, Leipzig 1509): Berlin, GStB, Gv 4564.

    II. (Abschriften): Bamberg, StA, GHAP 5977, unfol. (Überschr. wie Aufschr. A; Verm. am Textende: Gebt dem schreiber eynmal das glaß und etwas darinnen.). München, HStA, K.blau 270/2, fol. 5–20’ (Aufschr.: Was auf dem Reichs tag jungst zu Wormbs durch ksl. Mt. rete und die curfursten, fursten und stende des Reychs anno etc. nono [gehandelt wurde]. Ausschreiben röm. ksl. Mt. wider die curfursten, fursten und stende des Reychs. Verm. am Textende: amdip.). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 77’–58’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt).

    III. (nur Resolution an die Reichsstände vom 14.6.5; Kop.): Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 186–195’ (koll. Kop.) = E. Würzburg, StA, WRTA 3, fol. 295, 296–296’, 298–298’, 304–304’, 299–302’, 297–297’, 303–303’, 305–305’ (in falscher Reihenfolge abgelegt; Aufschr.: Ksl. Mt. gegenantwort uf der reichsstende entschuldigung, als von wegen Ks. Maximilians ein hilfe begert, 1509. Dorsalverm.: Antwurt von wegen ksl. Mt. uf der stend letzt antwort zu Wormbs.) = F. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 59–70’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Abschrift) = [G]. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 185–194 (Überschr.: Ksl. Mt. ausschreyben gehabter handlung auf dem richstag zu Wurms.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 56–66. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 67, 68–78 (irreführende spätere Aufschr.: Der stende antwort und bedenken uf ksl. Mt. furbringen wegen einer stadtlichen hulfe und aufbringung krigsvolkes, und Šwarumb sie nicht darein willigen könden. 1509.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol.

    Edition: Goldast, Reichshändel, S. 400–407; Ders., Reichshandlung, S. 84–92; Lünig, Reichs-Archiv II (Part. gener. cont. I), S. 292–299 (jew. Druck); Fugger/Birken, Spiegel der Ehren, S. 1254–1256 (sinngemäße Wiedergabe).

    [1.] /77/ [Aufschrift:] abForm vnd wesen, sumarie begriffen, der handlung zwischen Roͤmischer Kayserlicher mayestat etc., vnnserm allergnedigisten herrn, durch jrer Kayserlichen mayestat verordent raͤte vnd den Churfürsten, fürsten vnnd Stenden des heiligen reichs auf dem ietzuerschinen reichstag, zuͦ Wormbs gehalten–a.

    /78/ WJr, Maximilian, von gots gnaden Erwelter Roͤmischer Kayser, zuͦallennzeiten merer des reichs, in Germanien, zuͦ hungern, Dalmacien, Croacien etc. kunig, Ertzhertzog zuͦ Osterreich, hertzog zuͦ Burgundi, zuͦ Brabant vnd phaltzgrafe etc. Embieten allen vnd yegclichen vnsern vnd des heiligen reichs, auch gemainer tewtschen nacion verwandten, vndertanen vnd getrewen, in wass wirden, stats oder wesens die sein, den ditz vnnser schreiben zuͦlesen oder zuͦhoͤrn fuͦrkompt, vnnser gnad vnd alles guͦet. Jr muͦgt nu wissen oder vernemen, was gstalt wir, als wir ietz iüngst in vnsern niderburgundischen landen gewest sein, mit vnserm heiligen vatter, dem Babst, auch vnsern lieben pruedern vnd oͤheimen, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon zuͦ ern, notturfft vnnd wolfart gemainer cristenheit, des heiligen reichs vnd tewtscher Nacion loblich verstentnuss, ainigung, puͦndtnuss vnd vertrag erlangt, aufgericht vnd beslossen haben wider die Uenediger6, als die der heiligen roͤmischen kirchen etlich jr land, Stett vnd gueter gewaltigclich eintzogen vnd lang vorgehalten, auch vnsern heiligen vater, den Babst, auf das Er soͤlh der kirchen guͦeter an Sy erfordert, weyter zuͦbetrueben vnd zuͦbenoͤtigen vnderstanden vnd sich sunst mit vil landen, uns, dem heiligen reich, auch den cronen Franckreich, Arragon vnd andern rechtlich zuͦgehoͤrend, gereichert vnd in soͤlh macht, gewaltig, hohmuetig regiment gesetzt haben, das zuͦ besorgen gewest, wo nit durch obberrürt ainigung vnd vertrag darein gesehen, wer der cristenlichen regierung, so von dem allmechtigen ordenlich gesetzt vnd Šfürsehen ist, jrrung, zerruttung, smach und beswaͤrd zuͦgewarten gewesst vnd darauf gestanden, das die Uenediger als ain gewaltig comun noch weyter gegryffen vnd zuͦletst das reich, wie vor zeiten die Roͤmer getan haben, in jr herschen vnd gebiet pracht hetten.

    Auf soͤlhs vnd sonnderlich, vmb den rawb, auch die vngehorsam vnnd verhandlung, so die venediger an der heiligen roͤmischen kirchen begangen haben, hat Sy vnser heiliger vater, der Babst, nit vnbillich in swaͤrn Ban erkannt vnd publiciert7, darauf vns als der heiligen roͤmischen kirchen aduocaten, darzuͦ /78’/ vnnser lieb prueder, die künig von Franckreich vnnd Arragon, zuͦ hilff, scherm vnnd rettung erfordert vnnd ersuecht. Das haben wir angesehen vnd zuͦ hertzen genomen, vns aus vnnsern niderlannden herauff gen wormbs zuͦ vnsern lieben Neuen vnd oheimen, den churfursten, fürsten vnnd stennden des reichs, auff berürten tag, souil jr damals gegenwurtig gewest sein, gefuegt, jnen die obangetzaigt loblich verstentnuss, ainigung vnd vertrag erzelt vnnd furgehalten, jrer hilff, rat vnd beystands, darumb Sy auch von vnnserm heiligen vatter, dem Babst, durch seiner heiligkeit breue [Nr. 272] hoh ermant vnnd ersuecht sein, begert, darauff vnnser raͤte soͤlh vnnser begern zuͦuerfolgen vnd zuͦ solicitiern bey jnen gelassen vnnd unns zuͦ den sachen fürderlich herein gefuegt, ungetzweyfelter hoffnung, das an der versamblung des reichs hilff nit manngl erschinen sein soͤlt–b.

    [2.] cUersammlung: Aber auff obertzelt loͤblich verstentnuss, ainigung vnd vertrag, auch vnser gnedig ansuechen vnd begern vnd vnsers heiligen vaters, des Babsts, eruordern hat vns die versamblung des reichs jr hilff vnd beystand zutuͦn gewaͤgert vnd abgeslagen durch nachuolgend hanndlung vnd vbung gegen vnsern verordenten raͤten zuͦ wormbs. Nemlich haben vnser lieb Neuen, oͤheimen, churfürsten, fürsten vnnd stend auf ain erste vnnd vor gegeben jr antwurt [Nr. 275], die hie zuͦertzellen on not ist, repetiert vnd angetzaigt etlich vrsachen, dero eine sein sol–c djr vnuermoͤgenlicheit, die Sy beswaͤrts gemuets antzaigen, offennlich vor augen stee vnnd der vnnseree raͤte selbs guͦet wissen tragen soͤllen, darumb Sy sich nit klain tuͦn verwundern, das von vnsern raͤten sich soͤlher jrer warer, gegrundter anntwort befrembdt vnnd beswaͤrt werde; wann offennlich vnd vnuerporgen sey, was mercklichs lassts, beswaͤrung vnd costens das heilig reich in kuͦrtzuergangen jarn bey vnnsern zeiten durch vilfaltig reichstaͤg mit zerung, nachraisen, krieg vnd hilff erlitten hab, daraus vnd Šanndern vrsachenf die stend vnd die jrn in jrn camern vnd seckeln dermassen erschepfft vnd entploͤst sein, das nu zuͦrzeit nit mer /79/ also zuͦhelffen in jrm vermoͤgen stee, wie dann die vorig jr anntwort zuͦerkennen geb–d.

    Kayserlich Maiestat: Soͤlh der stennd antzaigen jrs vnuermuͦgens haben wir jnen jüngst durch vnnser raͤte in schrifft [Nr. 276] ablegenn vnnd widerreden lassen, desgeleichen wir hiemit noch tuͤn vnnd repetiern, nemlich, das soͤlh anntwort vnd entschuldigung nit stat noch grund haben mag, auch etwas schimpflich zuͦhoͤrn ist; dann wir vnnd menigclich wissen vnnd erkennen jr vermuͦgen beyleuffig so wol als Sy selbs; wo das nit wer vnd wir jr vnuermügen im grund so gross, als Sy es fürgeben, wessten, wolten wir Sy vngern ansuechen; aber jr vermügen ist vonn gnaden gots noch so gross vnnd weyt, das Sy vns, dem heiligen reich vnnd jnen selbs zuͦ ern vnd wolfart mit ainer angeslagen hilff, die yegclichen stand in sonnderheit wenig beswaͤrt vnd doch ain treffennliche antzal pringen mag, wol erschiessen vnnd dannocht in jrn stennden vnerarmet pleiben vnd besteen mügen. Sy ermessen pillich das mitleyden vnnd darstrecken, so wir die zeit vnnserer regierung bisher dem reich vnnd tewtscher Nacion zuͦerlanngen das, so ietzo hoffenlichg vor augen ist, gethan, vnser erblannd vnd leut damit vertiefft vnnd verkuͦmbert haben; wo wir nu derselben nit souil gehabt, wie das reich von der stennd iaͤrlichen stewrn vnd andern anslegen vnd darstrecken, bißher beschehen, gegen den mercklichen, vilfaltigen anfechtungen, so jm zuͦ gestannden sein, gehanndthabt vnnd behalten werden mugen het, ist jnen vnnd menigclich wol zuͦrechnen. Es muesst desshalben zuͦgedenncken sein, wo wir mit tod abgiengen, der allmechtig well vnns lanng fristen, das die churfürsten, fuͦrsten vnnd stennd das römischh kayserthuͦmb, dieweil das so hohen costen bedarff vnd ainem kayser so slechte hilff dauon beschicht, nit erhalten, sonnder jrer armuͦet halben dauon steen moͤchten, das doch zuerparmen wer. Wol moͤgen wir achten, wann Sy jrn fuͦrstenthuͦmben, Stifften, Staͤten, Camerni, Comunen vnd vnderthanen kain beswaͤr noch abpruch antuͦen, sonder allain gedencken wellen, dieselben zuͦreichern vnd schaͤtz zuͦsameln, das Sy vileicht nit vbrigs haben moͤchten. Sy sein aber vns vnnd dem heiligen reich auch hoh gesworn vnd verpflicht, wie Sy all selbs wissen; so Sy dieselben pflicht erwegen, finden Sy villeicht schuldig zuͦ sein, vnns vnnd dem /79’/ reich zuͦ handhabung, ern vnd wolfart auch mitzuͦtailn, ob schon soͤlhs mit jrm nachtail vnd vber wol vermügen beschehen solt, darfür wir es doch noch nit achten. Das sich nu die Stend beswaͤrn der vil reichstaͤg, so die zeit vnserer regierung gehalten, vnd der grossen mue, costen vnd zerung, so darauf geloffen sein, mugen die stennd vnd menigclich erkennen, dz dem heiligen reich vnd teütscher nacion vor vnserer regierung nye souil anfechtung, widerwaͤrtigkeit vnd sorgfeltigkeit begegnet sein Šals bey vnsern zeiten; darumb ist daruor des reichs versamblung nit so oft not gewesst; aber auf die menigfaͤltig anfechtung, beswaͤrd vnd sorgen, so dem reich vnd den teütschen bißher von vil nacion begegnet sein, haben wir getan, als vns von ambts wegen geburt vnd als der dem reich nichtz verabsawmen wellen hat; vnd darumb die stend so offt versameln muͤssen. Es ist wol vor jarn also gehaltenj, so dem reich ichtz obgelegen vnd not gewesst, das ain roͤmischer kayser oder künig die stend gesondert schriftlich ersuͦcht, darauf Sy sich dann gehorsam erzaigt; so aber wir das vnderstanden, haben wir befunden, das ye ainer auf den andern gewaͤgert vnnd damit wenig gehorsam erlangt; darumb hat not getan, Sy zuͦ den reychstaͤgen gemainlich zuͦuersameln; ob Sy darauf costen, zerung vnd muͦe von des reichs wegen geliten, deßgleichen vnd vil mer haben wir auch getan; wir lassen vns aber des nit dawrn, dann wir gedencken, das wir anhaim auch nit sonnder [= ohne] muͦe vnd costen leben mügen hetten.

    [3.] kUersamlung: Uerner ermessen die stend–k, als ob Sy diser hilff zutuen nit schuldig seyen, aus vorangetzaigten vnd nachfolgenden vrsachen, dero die erst sein sol, das vnser lainigung, vertraͤg, krieg vnd fürnemen on mjr rat, wissen vnd willen–m fürgenomen vnd aufgericht, wie dann notturfft des heiligen reichs in soͤlhen grossen, swaͤrn vnd dapffern sachen hoͤhlich tat erfordern, auch also im heiligen reich, wo jrer hilff begert, loblich herkomen vnd gepraucht sey–l.

    Kayserlich Maiestat: Darauf ist vnser antwort: Wir haben ain vertrag, ainigung vnd verstentnuss mit Baͤbstlicher heiligkeit, auch vnsern lieben pruͤedern, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon, gehandlt vnd aufgericht, vnser gewissen vnd phlichten gemaͤss, dem heiligen /80/ reich, tewtscher nacion vnd gemainer cristenheit zuͦ nutz, ern, lob vnd wolfart, das wir menigclich zuͦ erkennen geben. Aber gelegenheit der sachen hatt kainen verzug oder aufschub erleyden mügen; solten wir nu der stend rats vnnd willens gephlegen, so muesten wir zuͦuor ainen reichstag beschriben, jrn rat ersuͦecht vnnd dann erst zuͦ der handlung der verainigung gegriffen haben, das noch auff hewtigen tag nit beschehen sein moͤcht, dardurch der loblich, nutzlich vertrag vnnd ainigung gehinndert vnd zuͦ rugk gestelt vnd die gegenwürtige vnser eerliche, aufnemliche vnnd sighaffte fürnemen nit beschehen waͤrn. Deßhalben mainen wir, es sey nit not gewesst, hetten auch vnsern phlichten nit gnuͦg getan, die sachen auf Sy in soͤlh harr vnd versaumnuss zuͦstellen, Sonnderlich, so wir bedencken, das auf etlichen vergangen reichs tagen durch vns, auch churfürsten, fuͦrsten vnnd stend bedacht worden ist, ainigkeit mit Franckreich zuͦsuͦechen, nemlich wider die Uenediger vnd vnglaubigen; so wir nu die loblich erlangt haben, so wil vns das in args gemessen werden, daraus abtzuͦnemen ist, als ob die stend Švileicht suechen, zwischen vns vnd jr selbs zwittrecht zuͦerwecken, dardurch das reich in zerrüttung gefuͦrt werden moͤcht; vnnd erscheint sich, das die vrsach jrs abschlagens der hilff sey nit jr vnuermügen, sonnder allain ain vnwillen, den jnen ettlich fürnemen, vmb das wir jrs rats nit gephlegen haben, das dann aus vorberürten vrsachen kain wegs fuͦeg noch stat gehabt hat.

    [4.] Uersammlungn: Zuͦm anndern vermainen die stend, der hilff nit schuldig zuͦsein, vmb das Sy onit wissen moͤgen, was nutz oder schadens, vortails oder nachtails dem heiligen reich aus soͤlhen ainigungen vnd vertregen entsteen müg, dess Sy doch pillich, dieweil jrer hilff begert wirdt, mitwissens emphangen hetten–o.

    Kayserlich Maiestat: Unnser antwortp: Guͦet ist zuͦuernemen vnd zuͦwissen vnd wellen aber den Stenden selbs vnd menigclich zuͦerkennen geben, das die verainigung vnnd tractat in allem jnnhalt dem heiligen reich, tewtscher nacion vnnd gemainer cristenheit in kainen /80’/ weg nachtailig noch abpruͦchig, sonnder mer hohloblich, erlich vnd aufnemlich sey. So mag nit wol dargethan werden, als ob die Stend soͤlher verainigung vnnd vertrag als gar nit wissen tragen; wir sein doch darumb nechst an vnnserm herauf ziehen zuͦ inen gen wormbs komen, haben jnen soͤlhen vertrag offennlich vnnd in gehaim clar angetzaigt vnd darjnn garq nichtz verhalten, den Sy jnen auch desselben mals wolgefallen lassenn, nichtz darein noch darwider geredt vnd sich etlich gegen vns trostlich mercken lassen, als werd auff soͤlhen vertrag an der stend hilff zuͦ disen loblichen, erlichen fuͦrnemen nit manngl sein. Es ist scheinparlich zuͦmerckenn, das der allmechtig von hymel soͤlh ainigung vnnd vertrag geschickt hat vnnd jm die wol gefallen lasst; das ertzaigt Er mit dem, das Er der Baͤbstlichen heiligkeit, auch vns vnd vnsern pruͤedern, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon, so wunderparlich, vnnatürlich sig, gnad vnd glück in so kurtzer zeit zuͦ eroberung nach aller der Uenediger lannd verlyhen hat; warumb wellen jnen dann die stennd des reychs dieselb ainigung vnd vertrag nit auchr gefallen lassen?

    [5.] Uersammlung: Zuͦm dritten besorgen die Stend, swie aus vor beschehen hilfen sich ertzaigt haben sol, wo vnns die begert hilff von jnen zuͦ tuͦn müglich, das dannocht wir vnd das heilig reich ee vnd mer in vertieffung vnd vnrat wann in erhebungt oder aufnemen dardurch gelait oder gefüert werden moͤchten; dann wiewol die jüngsten zwo hilff gehaltner reichstaͤg zuͦ Coͤln vnd Costenntz vber wol vermügen der stennd bewilligtu, so sey doch vns vnnd dem heiligen Šreych kain nutz, sonnder alain nachtail, schimpff vnnd schad deshalb erwachsen vnd komen. Sy geschweigen darbey annderer grosser hilff, daruor geschehen, das alles die stend nit vnbillich hohlich beswaͤr vnd in betrachten beweg–s.

    Kayserlich Maiestat: Darauff ist vnnser anntwort: Nyemand mag vns mit grund beschuldigen, das wir die zeit vnnserer regierung das reich in ainich vertieffung vnd vnrat gefüert; dann was wir bisher gross /81/ (das reych betreffennd) gehanndlt, haben wir altzeit mit der stennd rat getan vnd darumb souil versamblung, der Sy sich oben beswaͤrn, haltenn muͤessen. Das aber auff die hilff von Coͤlln vnd Costenntz, auch ander vorgehalten reichstaͤg, wenig fruchtpars, sonnder nachtail, schimpf vnnd schaden erwachsen sein sol, Wissen wir nit sonndern nachtail vnd schaden dem reich beschehen, aber wol vns vnd vnsern erblannden. Der schimpf (ob ainicher daraus entstanden waͤr) sol pillich nit vns, sonder ee den stennden zuͦegemessen werden; dann Sy haben schimpflich dartzuͦ getan vnd sein des vrsach jrer lanngsamen, vnvolkomen hilff halben vnnd nit wir, dann wir alltzeit vnnser leib, leben, camerguͦet, lannd vnd leuͦt zuͦ den sachen dargetan, so Sy des merern tails anhaim pliben sein; vnd so ye der puncten, daz auff die ergangen hilff gehaltner reichstag vnns vnd dem heiligen reich kain nutz erwachsen sey, angeruert wirdt, dess haben wir vnns pillicher dann die stennd zuͦbeswaͤrn; dann Sy vnns alweg durch jr bewilligen vnd zuͦesagen der hilffen zuͦ vnnsern fürnemen vnnd darauf in grossen costen vnnd darlegen gelait vnnd dann jr hilff, uͤber das die wenig vnnd gering gewesst ist, dannocht so lanngsam, sewmig, vnuolkomen vnnd vnordenlich gehalten vnd geraicht, das damit nichtz fruchtpars ausgericht werden mügen vnd vnns geursacht vnd gepracht hat in verschwenndung vnsers camerguͦets, versawmnuss vnd verwarlosung vnnserer lannd vnd leuͦt, auch vmb annders, so vns zuͦgestanden sein soͤlt vnd moͤcht, als hungern, Britani [= Bretagne], Mayland, gantz jtalien etc., das alles wir mit gnaden des allmechtigen, wo Sy jr tapffer hilff zuͦ rechter zeit vnd volkomen dartzuͦ gethan hetten, auf des heiligen reichs oder vnser erblich oder erheyrat gerechtigkeiten erobert vnnd behalten vnnd also dem heiligen reich vnd tewtscher nacion anhengig gemacht haben woͤlten, wie wir vns dess auf allenv reichstagen gnaͤdigclich vnd getrewlich erpoten haben. Und darumb, wo Sy vnns vnnd dem heiligen reych noch nit trostlicher, ordenlicher hilff tüen wolten dann bisher, waͤr waͤger [= besser], Sy der zuͦerlassen dann die antzuͦnemen. /81’/ Wo aber die Stennd vileicht gedaͤchten vnd vermainten, als ob jr bißher getan hilffen vns vnd vnnsern hewsern oͤsterreych vnnd Burgundi zuͦ statten vnd guͦetem komen vnd beschehen waͤrn, So geben wir jnen zuͦermessen, das die genannten vnserw hewser oͤsterreich vnnd Burgundi sluͤssel vnd clausen des heiligen reichs vnd tewtscher nacion sein gegen allen anfechtern vnd widerwaͤrtigen, glaubigen vnnd vngelaubigen; vnnd was denselben hewsern hilff vnnd fürdrung beschehen, wer doch dem heiligen reich Švnd tewtscher nacion getan; dann so dieselben hewser oͤsterreich vnnd Burgundi in bestand vnnd wesen vor jrn anstoͤssern vnnd widerwaͤrtigen gehandthabt sein, so ist das reych dardurch behalten. Wann Sy aber (daruor der allmechtig sein well) verlassen vnnd vom reich getrennt werden soͤlten, waͤr zuͦebesorgen, das das reych vnd die tewtschen von frembden nacion vberfals, beschwaͤrung vnd ellends, das ietzo nymandt gedenncken will, gewarten muͤesten. Zuͦsampt dem, so haben dieselben hewser oͤsterreich vnnd Burgundi dannocht allweg gegen den anfechtern vnnd widerwaͤrtigen gar vil mer lasst, mitleyden, costen vnd darlegen weder annder Stend des reichs getragen vnd getan, alles dem heiligen reich vnd tewtscher nacion zuͦ aufenthalt vnd guͦetem.

    [6.] Uersammlungx: Auf die vierd vrsach, derhalben die Stend vns vnd dem reich nit vermainen zuͦhelffen, nemlich also lautend: yWo jnen die begert hilff moͤglich vnnd Sy die taͤtten, das soͤlhs angesehen vnnd geacht werden moͤcht, als ob Sy in die angetzaigten (doch jnen vnwissend) vertraͤg vnd wie die geschehen, ob Sy gleych dem reich nachtailig waͤrn, gewilligt vnd gehollen hetten. Zuͦsampt dem, das soͤlhs der handlung nechstgehalten reichstags, die mit hoher vernunfft vnd betrachtung bewegen worden, nit gemaͤss, das sich Churfürsten vnnd ander stend getrewlicher maynung erpotten gehabt, Jr treffenlich potschafft zuͦ dem künig zuͦ Franckreich zuͦschicken, mit demselben des hertzogthuͦmbs Maylandt vnnd annderer sachen halben, das heilig reych vnnd die cron Franckreych betreffend, zuͦhanndlen vnd vnrat zuͦ fürkomen, mit hohem erpieten der stennd, wo sich /82/ derselb künig nit gleicher ding gegen vns weisen lassen wolt etc., das jnen aber von vns desselben mals abgeschlagen vnnd nit verfolgt sein sol, nit on nachtail vnnd beswaͤrung des reichs, als die stennd besorgen–y.

    Kayserlich Maiestat: Wir haben in ainem artickel oben ertzelt, das die ainigung vnd vertrag in kainem innhalt dem heiligen reich nachteilig noch abpruchig; dann wir sein alzeit des guͦeten gemuͦets, dem heiligen reich so vngern etwas zuͦuerliern oder zu vertaͤdingen8, als Sy es sehen mügen; so aber die ainigung vnnd vertrag dem heiligen reich vnd tewtscher nacion zuͦ hohen ern, lob, aufnemen, rue vnd frid raichet, darzuͦ istz der stennd bewilligungaa nit not gewest, sonder wir haben des als regierender roͤmischer Kayser nach schickung des allmechtigen, auch hohem rat vnd erwegen vnd dem heiligen reich, tewtscher Nacion vnnd gemainer cristenheit zuͦ guͦet aus vnns selbs wol fuͦeg vnd macht gehabt; wo jnen dann die stennd solchs nit lieb sein lassen wolten, moͤcht jnen darumb vbel gesprochen werden in ansehung jrer phlicht vnd ayd, die Sy wol weisen, was Sy vns vnd dem heiligen reich goͤnnen vnd Šschuldig sein sollen. Mayland halben haben wir den stenden nechst durch vnsere raͤte vnser antwort vnd maynung [Nr. 411, Pkt. 5] fürhalten lassen, desgleichen wir hiemit noch tüen, das wir anders nit darjnn gehandelt dann wie auf vergangen reichstaͤgen die stend vnd sonderlich churfuͦrsten vnd fürsten geraten haben, nemlich solcher gestalt, das wir vnns befleyssen solten, mit Franckreich in ainigkait zuͦkomen, sonder wider Uenedig, vnnd jn darauf mit Mayland zuͦbelehnen; dann ain künig von Franckreich stüende ainem roͤmischen kayser oder künig für ain lehensman des heiligen reichs pas an dann ain aigner hertzog zuͦ Maylannd.9 Solher jrer maynung vnd ratsleg von vorigen reichstagenn sein wir noch wol ingedenck; haben darfür gehabt, was jnen desselben mals gefallen, es hett ietzo auch nit waͤgerung bey jnen gehabt; wo wir aber gesorgt, das Sy auf jedem reichstag ainer sonndern vnd andern maynung sein wolten oder das gelegenheit der sachen souil pitt vnd aufschub erleiden mügen, hetten wir wol bedacht, Sy vor zuersuechen; vnd also haben wir dem reich mit Mayland nichtz vertaͤdingt, es ist gleich so wol lehen /82’/ als vor; vnnd wo wir vnserm pruͦeder [Kg. Ludwig] von Franckreich die belehnung nit getan, so her ers dannocht gehabt; vnnd wer zuͦbesorgen, vnns vnnd dem reich swaͤr gelegen, jn dauon zuͦdringen, dann wir haben das lanng versüecht vnnd angefochten, vnser leib vnnd guͦet daran strecken wellen, wie menigclich gemerckt vnd gesehen. Es hat aber bey den stennden jrer hilff vnd zuͦethuͦens halben nye sein mügen, sonder Sy haben sich alweg mercken lassen, das jnen Mayland lieber der gstalt in des künigs zuͦ Franckreich hand sey dann in weylennt hertzog Ludwigs [Sforza], darauf Sy mercklichen costen dasselb zuͦerobern darlegen müessten; vnd vnns also vnnser ansynnen vnd fürnemen Mayland halben doch auf zwayen reichstaͤgen gestracks abgeslagen.10 Demnach wellen wir darfuͦr achten, das wir mit dem wenigen vnnd mindern als alain mit der belehnung Mayland dem heiligen reich vnnd teutscher nacion ain merers aufgericht vnd gestifft haben, das ist die loblich ainigkeit vnnd vertrag, daraus dem reich, tewtscher nacion vnd gemainer cristenheit, ob got wil, aufnemen, handthab, frid vnd ruͦe gedeyhen sol, als sich dann noch bißher in voltziehung soͤlher ainigkeit vnd vertrag troͤstlich erscheint in dem, das wir nuab alles das, vns von der ŠUenediger land vnd gepieten in soͤlhem vertrag zuͦepartheyt11, das doch ain maͤchtig ding ist, nach ganntz erobert vnd in vnnser gewalt vnnd gehorsam pracht haben.12 Dergleichen glücks, sigs vnd aufnemens wir vns hinfür zuͦ dem almaͤchtigen wol getroͤsten. Das wir aber zuͦ Costentz abgeslagen haben sollen, ain potschaft in Franckreich zuͦschicken, dess gesteen wir nit in der gestalt; wir gedencken wol, das davon gehandelt worden, und ist der Stennd maynung gewest, ein slechte vnd geringe potschaft zuͦuertigen13; das moͤgen wir wol widerredt haben vnd pillich in bedacht, das vnns, den Stenden vnd gantzer tewtschen nacion gross vnansehen, smach vnnd verklainerung daraus erwachsen waͤr, aber ain maͤchtige, raͤtliche potschaft abtzuͦfertigen haben wir nye gehindert, sonnder mer gefuͦrdert vnd solicitiert, sein auch darauf willig gewest, vnsernn gepuͤrenden costen dartzuͦlegen. Darjnn sich aber die Stennd des costenns beswaͤrt vnd also die potschaft zuͦfertigen ersitzen lassen haben.

    [7.] /83/ Versammlungac: Für die funft vrsach melden die Stend, als ob Sy vnns vnd dem reich zuͦhelffen nit schuldig sein, nemlich, addas bisher nye mer im reich gehoͤrt, das ain soͤlh treffenlich eylend vnd stuͦmpf14 hilf zuͦuor vnberatslagt, auch zuͦ vngelegner zeit zuͦschicken gefordert oder begert sey–ad.

    Kayserlich Maiestat: Gegen demselben bedunckt vnns, dise hilff soͤlt die zeither, so die Stennd bey ainander versamblt gewesst, wol beratslagt vnd nu in kürtz auftzuͦpringen muͤgen sein. Uns ist die verainigung vnd vertrag auch so gaͤhs [= plötzlich, überraschend] zuͦegestanden, das vnns vnnd dem reich, auchae vnsern gegenwürtigen fürnemen, wie obsteet, ainichen aufschub darjn zuͦ tuͦn nit nuͦtz, darumb auch not gewesst ist, die hilff gaͤh zuͦuordern vnnd auftzuͤpringen; dann dise vnnser fürnemen haben eroͤffnung vnd auspraituͦng lanng vor der tat nit leiden muͤgen, sonnder ist das gewinlichist gewesst, die Uenediger vnuersehen zuͦvbereiln; dann solten vnser fürnemen lanng daruor vmbgetrochen worden vnd an die veind gelangt sein, waͤr vnns vnnd dem heiligen reich beswaͤrdt vnd sorg vnd den Uenedigern kundtschaft, sterckung, schicklicheit vnd hoffnung darauf gestanden, das Sy nit (also zuͦschaͤtzen) auf ain tag zuͦ grund gangen waͤrn, wie dann in den weg beschehen ist; vnns hat auch gepuͦrt, kurtz nach vnserm lieben pruͦeder von Franckreich vnd neben Švnserm heiligen vatter, dem Babst, antzuͦgreifen, in ansehung vnnd crafft der verainigung vnnd vertrag, darein wir alain Sy bewegt vnnd pracht15, haben aber darbey wol bedacht, das der Stennd kriegsvolckh, so Sy vns bewilligen wuͦrden, villeicht nit so leidlich waͤrn, in die hitz zuͦtziehen, als die vnnsernaf; vnd darumb ietzo den vortzug mit vnnsern leuten getan, sein dess auch noch in staͤter vbung vnd merer rüstung, Auf das, so sich die stennd ainer tapfern, trostlichen hilff entsliessen würden, das jrn leuten die herbst zeit zuͦ statten komen moͤcht. So wissen wir kain füegclicher zeit durch das jar zuͦ kriegen dann die Suͦmer zeit, darumb on not von den stennden zuͤ vrsach genomen wirdet, als soͤllen wir die hilff zuͦ eilend, stümpf vnd vngelegner zeit erfordert haben.

    [8.] /83’/ Uersammlungag: Darnach melden die Stendt in jrer antwort, das ahaus angetzaigten vnd andern vrsachen, der auch wol mer zuͦertzellen wern, jr vertrawen vnd hoffen sey, das sich soͤlcher jrer gegeben notturftigen, waren antwort weder vnser räte noch iemands anderer mit pillicheit zuͦbefrembden oder zuͦbeswaͤrn haben sol etc.–ah

    Kayserlich Maiestat: Darzuͦ sagen wir, wo die Stend dergleichen vrsachen noch mer dartaͤten, westen wir die in hofnung mit guͦetem gründt wie die obgeschriben zuͦuerantworten vnd zuͦ widerlegen; das aber wir vnd meniglich, der lieb, naygung vnd gehorsam zuͦ vns tregt, soͤlcher abslegigen anntwort nit klain, sonnder hoh befrembden, beswaͤrn vnd behertzigen haben, das ist menigclich zuerkennen pillich, in ansehuͦng, das Sy vnns, das heilig reich vnd tewtsche nacion in disen loblichen, erlichen, aüfnemlichen vnd hoffennlichen fuͤrnemen, dergleichen in menschen gedaͤchtnus nye vorhannden gewest sein, also zuͦuerlassen vermainen.

    [Uersammlungai:] Wir mercken verrer aus der Stennd antwort vnnd schrifft, ajwo wir in soͤlhem vnnserm swaͤrn fürnemen jrs rats gepraucht, wie jm reich herkomen, die nottuͦrft erfordert vnnd pillich beschehen wer, was Sy vnns dann geraten hetten, darinn wolten Sy sich als die getrewen vnd gehorsamen on zweyfel mer, wann wolak jr vermuͤgen gewesst, ertzaigt vnd gehalten haben–aj.

    Kayserlich Maiestat: Soͤlhs bedunckt vnns gleich ain widerwaͤrtigs sein, dann jr erste vnd principal vrsach gewest ist jr vermaint vnuermoͤgen, vnnd hie melden Sy, wo wir jrs rats gephlegen, was Sy vnns dan geraten, darinn wolten Sy sich vber jr vermuͤgen ertzaigt haben; das gibt vns ain antzaigen ains vnwillens Švon etlichen, die den vrsachen, welhen vnwillen wir doch vmb dieselben noch annder nit verschuldt, sonder vnns mit vnserm leib vnd guͦt, auch erblannden vnd leüten in des heiligen reichs obligen zuͦvil dartzuͦ gemüet vnnd beswaͤrt haben; wo nuͦ soͤlher vnwillen dem heiligen reich nit zuͦ nachtail kaͤm, waͤr vnns der auch dest ringer zuͦ tragen.

    [9.] /84/ Uersammlungal: Zuͦ letst ertzellen die stend, amSy zweyfeln nit, wo die Baͤbstlich heiligkeit herkomen vnd gelegenheit der stennd vndan tewtscher nacion, wie zuͦm tail obangezaigt, auch wie vnnd zuͦ welcher zeit dise sachen an die stend gelangt sein, bericht werde oder wuͦrde, jr Baͤbstlich heiligkeit wurde der gegeben antwort kain misfallen tragen, sonder der stend gelegenheit vnd notturft in solchem gnedigclich bedencken–am; aowo auch wider die vnglaubigen oder türgken mit ainer stattlichen expedicion oder zug solt gehandelt werden, als dann notturft der selben sachen wol taͤt erfordern, oder so die Baͤbstlich heiligkeit oder cristenlich kirch von iemand beschwaͤrt oder benoͤtigt waͤr oder wurd, so wolt sich zuͦm vorderisten nach ermessung der stennd in solcher swaͤrn, grossen sach gepürn, das zuͦuor vil cristenlicher gezüng vnnd gewalte zuͦsamen erfordert, mit jr aller rat von sachen der notturft zuuor gehandelt, wie vnd welcher mass solcher zug vnd handlung zum pessten vnd geschicktisten solt vnd moͤcht fuͦrgenomen werden, damit die hilff in solchem allenthalben auf müglich zeit gleichmaͤssig vnd auf alle stend vnd glider, hoch vnd nider, aufgetailt vnd nit allain auf den gehorsamen klainen tail des reichs gelegt, auch zuͦuor cruciat16 vnd anders gegeben wurd, wie dann vormals in solchen faͤllen mer gebraucht vnd geuͦbt sey; darinn wurden sich alle stennd des reichs on zweyfel als from, cristglaubig glider gegen der heiligkeit vnd dem cristenlichen glauben nach jrm vermügen zuͦ aller gehorsam erzaigen; der maynung wellen sich auch die churfuͦrsten mitsampt gemainen stenden auf die Babstlichen ausgangen breuiaap vnd anders, derohalb fürgehalten, verantwort haben–ao. aqDarumb vnd aus angezaigten vrsachen die stend des reichs auf jrer gegeben anntwort besteen etc.–aq

    Kayserlich Maiestat: Hierauf vnd auch fur das letst achten wir, die Babstlich heiligkeit hab herkomen vnd gelegenheit des reichs vnnd der stend gnuͦgsam kundschafft, vnd wer vnsers bedunckens nach so guͦet, jr heiligkeit vnd menigclich wessten nit souil darumb; was gefallens aber jr heiligkeit ab der stend Šhandlung tragen, wirdet jnen jr heiligkeit vngetzweifelt wol zuͦuersteen geben; was auch sunst in tewtschen landen vnd durch die gantz cristenheit von den jhen, die villeicht ains andern gemuets sein, darzuͦ geredt, wirdet Sy on zweyfel auch furkomen. Als aber die stend vnderricht tuen /84’/ [von] ordnung vnd wesen des zuͦgs wider die türgken oder vnglaubigen, auch zuͦ hilff Baͤbstlicher heiligkeit vnd der kirchen, So soͤllen die Stennd wissen, das ditz vnser mitsambt Baͤbstlicher heiligkeit, auch der künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon verstenntnuss vnnd fuͦrnemen nit angefangen sein, alain die Uenediger (vmb jr lanngher pracht veraͤchtlich, gewaltig, vngoͤttlich herschen, auch vmb das Sy der heiligen kirchen das jr gewaltigclich entwert vnd vorgehalten, Sich darzuͦ dem cristenlichen wesen in etlich ander weg vngemaͤss gehalten vnd vnderstanden haben, der Baͤbstlichen heiligkeit vnnd kirchen weyter widerwaͤrtigkeit vnd trangar aufzuͦtun) zuͦstraffen, sonder auch auf die vnglaubigen zuͦ ziehen; als wir dann hewtigs tags willenns sein, so wir nu mitsampt Baͤbstlicher heiligkeit vnd den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon den Uenedigern das lannd nach alles bis an die Statt Uenedig mit gottes hilff abgewunnen haben, vnns auf das wasser zuͦbegebenn vnnd zuͦ vndersteen, die vbrig jr macht, damit wir all künftiger aufruͦer vnd beswaͤr von jnen vberhaben vnd gesichert sein, auch niderzülegen, zu tewtscher nacion in vnser gehorsam zuͦpringen vnd fuͦrter wider die vnglaubigen zuͦtziehen; wir kuͦnden auch nit gedencken, das soͤlhs bißher ye füegclicher vnd schicklicher gewesst sey vnd sich hinfuͦr nymmer dergstalt begeben noch reymen moͤcht, dann so wir ietzo mit Baͤbstlicher heiligkeit vnnd vorgenannten vnnsern lieben pruedern in verstentnuss vnd ainigkeit sein. Wir, dieselben vier, als die maysten der cristenheit haben dise fürnemen gnuͦgsamlich bedacht vnd erwegen, auch nit für not geacht, weiter gezuͦng zuͦsamen zuͦfordern, aus vrsach, das soͤlhs lange weyl, mercklichen costen vnnd versawmnuss gepert het; damit wellen wir dargetan haben, das dise furnemen nit alain wider die Uenediger, sonder auch die vnglaubigen gnuͦgsamlich beratslagt vnd nit not noch guͦet gewest, annder oder mer getzung zuͦsamen zuͦ pringen, dieweil doch dieselben vnd, zuͦschaͤtzen, die gantz cristenheit alle vns viern verwandt sein; darumb auch wir vier durch vnser potschaften die andern dannocht ersuͤecht haben.17 Dann solten die sachen dergstalt, wie die Stennd vor jn haben, fürgenomen, die cristenheit moͤcht nymer mer wider die vnglaubigen aufpracht werden; darbey wellen wir der Stend maynung, als ob Sy auf die Baͤbstliche Breuia entschuldigt sein, widerlegt /85/ vnd vnnserm heiligen vatter, dem Babst (ob Sy seiner heiligkeit gnuͦg oder nit getan) haimgesetzt vnd befolhen haben; wir besorgen Švnd gedencken aber, die Stennd werden klainen danck bey seiner heiligkeit erlangen, dann Er jr vnuermügen vnd entschuldigen gleich so für ungegruͤndt als wir erkennen vnnd annemen wirdet.

    Dem allem nach ermanen wir die Churfursten, Fürsten vnd Stennd vnser vnnd des heiligen reichs aufs ernstlichist vnd hoͤst, so wir Sy alsas jr erwelter roͤmischer kayser zuͦmanen haben, das Sy vnangesehen der obertzelten vnnd aller annderer vermainter vrsachen vnnd aüstzüg die cristenlich kirchen in krafft Baͤbstlicher heiligkeit erfordrung, aüch das heilig reich vnnd tewtsche nacion jrn phlichten vnd ayden nach kains wegs verlassen, sonnder sich denselben zuͦ hilff vnnd beystand vnd zuͦ ausfuerung des gegenwurtigen goͤttlichen taͤglichenat sigs nochmals ainer tapfern, troͤstlichen, ordenlichen antzal kriegsvolck entsliessen, die auch aufs eilendist, so muglich ist, berait machen vnd zuͦ vns vertigen; des wellen wir vns noch gnedigclich vnnd freuntlich zuͦ jnen getroͤsten vnd versehen. Geben auin vnser Statt–au Triennt am viertzehennden tag des Monats Junii Anno etc. nono, avUnsers reichs, des Römischen im vierundzwainzigisten jarn–av.

    [10.] /85’/ awDJser obgeschriben vnserer schrift antwort vnd ansuͦechen haben die churfürsten, fürsten vnd stend des reichs, vber das Sy durch vnsere raͤte zuͦ wormbs hoch vnd streng darumb ermant vnd ersuͦecht worden sein, nit erwart, sonder sich auf jr obbegriffen maynung vnd dartuen, vnsern raͤten in schrifft vberantwort, vor vnd ee jnen auch obertzelt vnser verantworten vnd ansuechen zuͦekumen ist, erhebt, den reichstag geendet vnd auf jrer maynung wie vor beharret.

    Dieweil wir nu bedencken, das menigclich, so villeicht der handlungen nit wissen tragen, befrembden moͤcht, was doch die vrsach, derohalben vns, dem heiligen reich vnd tewtscher nacion von der versamblung des reichs die hilff vnd beystand vertzigen vnd abgeschlagen waͤrn, Ermessen auch, das vngezweyfelt dieselben vrsachen den churfürsten, fürsten vnnd stenden zuͦ fueg vnd vnschuld vneroffnet vnd vnberedt nit pleiben, daraus dann vns (wo wir vnser gegrundte antwort entschuldigung weise obgeschribner massen dagegen nit dartaͤten vnd erlauten liessen) vnglimpfen vnd schuld zuegelegt werden moͤcht, So haben wir vnserer eern halben fur not geacht, Euch allen vnd ieden insonderheit gestalt, schicklicheit vnd wesen vnserer, auch der churfürsten, fürsten vnd stend des reichs obbegriffen handlung hiemit zuͦ offenbarn, Ob aus dem, das Sy zuͦuor der Baͤbstlichen heiligkeit vnd nachuolgend vnns vnnd dem heiligen reich jr hilff vnd beystand zuͦ disen vnsern loblichen, goͤtlichen fürnemen nit bewisen hetten, dem heiligen reich vnd tewtscher nacion ainich beswaͤrd zuestuend vnnd erwuechse, das der allmechtig vorhueten welle, als auch wir Šmit darstrecken vnnsers leibs vnnd guͦets zuͦ furkomen alltzeit begierigs hertzens willig gewesst vnd noch sein, damit doch wir entschuldigt seyen. Dann aus berurten der versamblung verziehen, waͤgern vnd abslagen muͦgen wir vns mit vnsern hewsern Osterreich vnd Burgundi zuͦ dem reich vnd tewtscher nacion hinfur wenig hilff, trossts vnd beystands versehen, dieselben vnser hewser zuͦ behalten vnnd zuhandthaben gegen vnd vor vnsern durchaͤchtern vnd widerwaͤrtigen, glaubigen vnd vnglaubigen, vor denen wir vnd die genanten vnsere hewser nu ob dreyssig jarn her dem heiligen reich zuͦ behuet vnnd guͦetem herten, swaͤrn last, anfechtung vnd krieg gelitten vnd ge- /86/ tragen haben, dergleichen vnns noch hewtigs tags obgelegen vnnd hinfür staͤtigs zuͦgewarten sein.

    Wir hetten doch gehofft vnnd getrawt, die versammlung solt bedacht vnd mitleyden gehabt haben vnserer mercklichen verluͦesst, so vnns ietz ain jar verganngen vmb des reichs vnd tewtscher nacion fürgenomner eer vnd wolfart willen begegnet, die vnd noch vil maͤchtigers vnd merers, dartzuͦ vns diser zeit mit sig, gnad vnnd glück des allmaͤchtigen widerkert ist. So muͦessen wir abnemen, als ob vnnser verluesst vnnd smach vnnd herwider vnser sig vnnd gluͤck bey jnen gleichmaͤssig bewegen vnnd geacht werd.

    Das muͦess aber kuͦmen vnnd entspringen aus etlichen, die vns miszgoͤnnen, zuͦ denen wir vnns doch jn ansehung vnserer gnaden, freuntschaft vnnd guͦettaͤt, der wir vnns gegen jnen befleyssen vnnd ertzaigt, kains vbels versehen haben.

    Begern demnach an euch all vnnd jegclich innsonderheit, dise vnnser vnnderricht vnnd dartuͦen entschuldigung weise fuͦr war vnd gegrundt antzuͦnemen vnd zuͦerkennen, vnns auch damit guͦetlich entschuldigt zuͦhaben; vnnd ob jemand aus jm selbs oder aus vnwissen oder ungegründtem erfarn ichtz dawider zuͦreden vnd antzuͦzaigen vermaint, so sein wir berait vnnd begirig, dem- oder denselben altzeit klarer bericht vnd gnugsam verstand zuͦgeben, das dise sach, als sich ietzo erscheint, lanngher durch vnnser miszgoͤnner auf vnns (zerrüttung im heiligen reich zuͦbewegen) bedacht und furgenomen ist; das wolten wir euch nit verhalten. Geben vnd gefertigt in vorgenanter vnserer Statt Triennt Am sechundtzwaintzigisten tag des Monetz Junij Anno etc. im Newnten, Unserer Reiche, des Roͤmi[s]chen im vierundzwaintzigisten vnd des Hungerischen im zwaintzigisten jarn–aw.

    «Nr. 483 Aufzeichnung des kursächsischen Gesandten Friedrich von Thun über Verhandlungen mit Lgf. Wilhelm II. von Hessen – act. Kassel, 16. Juni 15091 »

    Verhandlungen in Worms über die von Ks. Maximilian geforderte Reichshilfe.

    ŠWeimar, HStA, EGA, Reg. A, Nr. 173, fol. 37–44’, 45’ (Kop., sonabends nachfolgend).

    [/37–37’/ Angelegenheiten Hessens; Nr. 561, Pkt. 1]. /37’/ Der Gesandte ging anschließend auf das an Kf. Friedrich nach Worms geschickte Schreiben des Lgf.2ein, worin dieser die Meinung vertrat, dass nit gut sey, das dem kayser hilf gewegert. Dan sein gnad hat geschrieben sein reten, das sie sich solten vernemen lassen, er wolt ksl. Mt. hilf tun.3 Het mein gnst. herr [Kf. Friedrich] bey sich bedacht, das nit gut were, das sich die rete solchs gegen den stenden vernemen liessen, und /38/ wolt der landgrave ksl. Mt. hilf tun, wer on not, sich gegen der versamblung des Reichs zu vernemen lassen; und auch darauf mich zu den hessischen reten geschickt, inen solchs meins gnst. herrn bedenken zu sagen bevolhen, doch wolts sein ftl. Gn. in das guter meynung zu irem gefallen angezeigt haben. Nu wer mir er Curt von Manspach bekomen [= begegnet], dem ichs gesagt. Darauf er berichtet, doctor Engenlender, der canzler, würd mir begegen, zu ausschuss aufs [Rat-]haus zu geen. Dem solt ich solchs meins gnst. herrn bedenken sagen. Dann er sehe solchs fur gut an zu unterlassen. Hab ich dem canzler vorbenennt solchs gesagt, der mir darauf meins gn. herrn landgraven schreiben, an die rete darinnen ergangen, ufm haus gelesen und gesagt, er wisse den bevelh seins herrn nit zu endern, wolle sich4 des auch sambt andern reten, wie sie beschlossen, halten. Und darauf die hessischen rete den im außschus solchs angezeigt. Das mein gnst. herr, als es sein ftl. Gn. bericht, nicht gern erfarn. Hab mein gnst. herr dem landgraven, was seiner ftl. Gn. bedenken und handlung darin gewest ist, auch nit wollen pergen.

    Des landgraven antwurt, wie er meinem gnst. herrn geschrieben und sich sein ftl. Gn. darinnen gehalten, nem er freuntlich zu dank an, het aber sein reten, das bey den stenden anzutragen nit in bevelh geben.

    /38’/ Ich hab furder gesagt, den abschied zu Wormbs und aller ergangen hendel werde mein gn. herr, der landgraf, durch seiner ftl. Gn. rete bericht empfaen, was sein gnad hievor nit bericht wer. Darumb mein gnedigister herr mir nit weyter bevelh, davon zu tun, geben, aber allein, das ksl. Mt. die begert hilf nit gescheen ist aus dieser ursach, das churfursten, fursten und alle ander stend die unvermogligkeit, solcher hilf zu tun, bewogen. Zum andern, das mit solcher suchung ein merkliche beswerung und eingang dem Reich zuwachsen mocht, dadurch das Reich in tribut zu geben gefurt und also, wen ksl. Mt. hilf haben wolt, das ir Mt. kein Reichs tag mer ernennt, sonder einen yeglichen churfursten, fursten und stenden schreib, also zu tun; dadurch die Reichs tag Šabgeschnitten; und welcher das dann zu tun wegern wurd, het er ungnad ab im. Und damit kein einbruch oder einfurung churfursten, fursten und andern stenden nachkomen und gemacht, das schwerlich herwider zu brengen were. Furder auch, dieweyl ksl. Mt. durch aigen person nit abbeharret5, wer von den stenden abgenomen, das es darumb ergangen, wie vor vermelt, auß der verpflichtung zu suchen. Es wer auch großlich bewogen, ir Mt. zu helfen, /39/ dieweyl nit angezeigt und lauter gemacht wurd den vertrag mit dem konig zu Frankreich und das Reich nit wust, ob es zu nachteyl oder nutz geschee oder wie derselbig vertrag gestelt, den ye churfursten, fursten billich wissen solten. Aber mein gnst. herr hat sich im anfang und alweg horen lassen, sehen curfursten, fursten und andere stend an, das solche oder andere hilf, oder wie ksl. Mt. zu helfen sein solt, wolt sein ftl. Gn. sich nit davon sondern, sonder warauf der merer teyl beschlus, auch bleyben. Aber wer es durch die gemein stend beschlossen, das solche hilf durch angezeigte ursach zum besten unterlassen sein solt, davon sich auch mein gnedigister herr nit hette sondern wollen. Wolt sein ftl. Gn. meinem gn. herrn landgraven nit pergen zu dem, das sein gnad von seinen reten weyter bericht wurd werden.

    Darauf der landgraf geantwurt, er wolt gern, das der kayser an hilf nit gelassen were. Dann er wurd fast mit ungnaden darumb bewegt werden. Er hette sich erpoten, seiner Mt. zu dienen. Das wolt er tun.6 Und darauf gesagt zu mir: Was meinstu, was wil daraus werden?

    Hab ich geantwurt: Gnediger herr, dem bin ich zu wenig verstendig. Aber ich halt dafur, wen ksl. Mt. das wol bedenken, werd er kein ungnad oder mißfallen auß billigkeyt darumb haben mogen. [/39’–44’/ Angelegenheiten Hessens; Nr. 561, Pkt. 3–7].

    «Nr. 484 Beschlüsse des Augsburger Domkapitels zur Venedighilfe – Augsburg, 20.–27. Juni 1509 »

    Freiwilliger Beitrag Bf. Heinrichs von Augsburg für den ksl. Venezianerkrieg.

    Augsburg, StA, Hst. Augsburg, Neuburger Abgabe, Akten, Nr. 5492, fol. 37, 37’–38, 38’–39 (Auszüge aus dem Domkapitelprotokoll).

    /37/ [20. Juni] Der Bf. hat an den Domdekan [Heinrich von Zülnhart] wegen der Reichshilfe für den Ks. geschrieben: Sehe ain capitel dannocht gut an, wiewol ksl. Mt. die stende des Reichs hilf zu furgenomen romzug [!] abgeschlagen, das dannocht sein gnad in ansehung, was seyner gnaden an ksl. Mt. und sonderlich an den fursten von Osterreich gelegen sey, nichts mynder ksl. Mt. ain zimliche Šhilf zuschicken tet, wie dann zu vermuten ist, ander fursten und stende des Reichs auch tun werden.

    /37’–38/ [23. Juni] Der Domdekan bat im Namen des Bf. um Mitteilung, ob die vom Domkapitel ungeachtet der Verweigerung des Wormser Reichstages befürwortete Hilfe für den ksl. Romzug [!] in Form von Geld oder Truppen geleistet werden solle und was das Kapitel dazu beitragen wolle: Das Domkapitel überließ dem Bf. die Entscheidung über die Art der Hilfe, dweyl baid weg etwas sorgfeltigkeit und beschwerd uf in tragen. Sollten die Kosten für den Bf. zu hoch ausfallen, wöl sich alsdann ain capitel gegen sein gnaden zimlichen und gepurlichen halten.

    /38’–39/ [27. Juni] Christoph von Knöringen verkündete im Domkapitel das Ergebnis von Beratungen zwischen dem Bf. und seinen Räten, wonach der Domdekan als bfl. Gesandter in Erfahrung bringen solle, welche Art von Hilfe der Ks. bevorzuge: Das Domkapitel stimmte zu und beurlaubte den Dekan mit der Auflage, sich nach Erledigung seines Auftrags unverzüglich wieder nach Hause zu verfügen, da der Gottesdienst und die Angelegenheiten des Kapitels aufgrund seiner Abwesenheit leiden würden.1Auf ein Schreiben des Ks. hin wurde außerdem beschlossen, an den nächsten drei Montagen nach dem 4. Juli (Udalrici)Bittprozessionen für den Sieg über die Venezianer abzuhalten.

    «Nr. 485 Nürnberger Hh.Ältere an den Gesandten am ksl. Hof, Erasmus Topler – Nürnberg, 21. Juni 1509 »

    [1.] Bewertung der Reichshilfeverweigerung des Wormser Reichstages; [2.] Vermittlungsinitiative zu einem Ausgleich zwischen Kurpfalz und Nürnberg; [3.] Verhandlungen am Kaiserhof in Nürnberger Angelegenheiten.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 67’–69’ (Kop.; Vermerk über die Zustellung durch den Nürnberger Boten Peter Leupold).

    Regest: Gümbel, Berichte, S. 168 Anm. 2.

    Š[1.] Bestätigen den Eingang von zwei an sie und den Ratsherrn Anton Tetzel adressierten, durch [Endres] Rattler zugestellten Schreiben1. Kaspar Nützel hat ihnen nach seiner Rückkehr außerdem seine, Toplers, vertraulichen Mitteilungen eröffnet. Dabey hat uns auch gedachter Nuczel den endlichen abschid, uf dem die stende des Reichs zu gehaltenem Reichs tag zu Worms gegen der ksl. Mt. emsigem anhalten sind beruet [= beharrt], zu erkennen geben. Der hat uns in bedacht, zu was weiterung sich der im Heyligen Reich konftiglich ziehen mag, nit unbillich hoch beherziget und zu manigfeltigem nachgedenken gefurt. Hetten uns auch des ganz nit versehen, wiewol wir es gleichwol nit bessern mogen, sonder zu ordenlicher schickung und messigung des, der ob uns ist, stellen mussen. Wir bewegen aber dannocht und nit on vorsteende ursachen insonders zu verhutung der ungnaden, die uns bey ksl. Mt. auß solchem genomen receß, auch dem gramigen gemute, mit dem etliche unsere mißgonner, wie euer erwird wissen, gegen uns sind verpittert, mag ervolgen2, das in alweg unser notdurft wil ervordern, bey ksl. Mt. was furzunemen; welcher gestalt aber, des haben wir auch im tun und lassen allerlay beswerden erwogen und gedacht, nucz zu sein, ksl. Mt. durch e[uer] e[rwird] anzuzaigen, uns het von dem Reichs tag zu Worms angelangt, das etliche unser mißgonner uns zu nachtail ausgesagt, als ob wir der abschlegigen der stende ant[wurt] ursach wern, derhalben wir vermutung und sorgen trugen, solch mocht furter in ir ksl. Mt. zu tragen understanden werden.

    Hetten demnach euer erwird bevolhen, uns deßhalb bey irer Mt. zu entschuldigen. Dann uns beschehe ye daran ganz ungutlich. Ir Mt. wesst auch, was volg und ansehen die stett zu etlichen gehalten reichstagen gehabt, auch wie gehorsamlich wir uns uf allen tagen des Reichs irer Mt. zu vortail und gefallen gehalten. Und ob wir nit in volziehung bewilligter hilf fur unsern taile zu yedem mal unser anzale mer dann vollig gelaistet und weyter, dann ye zu zeyten in unserm vermogen gestanden, getan. Insonders hetten wir uns kunftigs sigs, der irer Mt. in yczigem irem furnemen vorgestanden, nit wenig vertrost. Und dem anzaigen zu tun, als ir Mt. uns bey vergangen tagen umb zwen puchsenmaister zu demselben irem furnemen angesucht, hetten wir zu stund zwen von den besten und berumbsten aus unsern bestellten buchsenmaistern irer Mt. zugefertigt mit verpflichtung, inen darzu fur ir besoldung, die inen ksl. Mt. zu liebern verwent, gut zu sein.3 Bittende, ob solchs, wie oblaut, an ir Mt. Šgelangen wurde, dem nit glauben zu geben und unser allergnedigster herr ze sein etc. Oder, ob euer e[rwird] mer well gefellig sein, derhalben ainich anregen nit zu tun, ksl. Mt. wurd dann euer erwird durch die handlung zu Worms darzu verursachen, das stellen wir alles zu euer e[rwird] rat und gutbedunken, uns darin zur notdurft zu bedenken.

    [2.] Und als euer erwird neben anderm anzaigung getan, was graf Adolf von Nassau und herr Johann von Morschaim gegen euer e[rwird] sich der Pfalz halben haben vernemen lassen, das nemen wir zu dank an. Mochten auch geleiden, das wir mit der Pfalz zu zimlichem bericht mochten komen. Aber ainen oder mer flecken4 widerzestellen in seiner Gn. gewalt, will uns nit fuglich wesen [= sein], aus ursachen, euern erwirden bewust und yczo zum tail auch angezaigt. Und nit on, verschiner weyle ist dergleichen ansinnen durch unser gnedigst und gn. herrn, herzog Fridrichen zu Sachsen, Kf., und den bischof von Wurzburg auch an uns beschehen, auch darauf alßbald durch ir beder ftl. Gnn. zwischen unser und des pfalzgrafen canzler [Florenz von Venningen], der zugegen gewest, handlung furgewend, aber die sach begegnet den undertedingern am widerwertigen und andern weyse bey dem canzler dann sie sich versehen hetten, und nemlich, das der von wegen seins gnedigsten herrn in der bericht alle eingenomene flecken, außgenomen zwen oder drey, widerumb begert, des die undertediger mißfallen hetten. Und darumb, ob uns mocht ain zimlicher flecken kaufsweys zugestelt werden umb ain summa, daran zway pfenwart5 fur ains gegeben wurd6, und das sich die Pfalz aller ander flecken, so wir inhaben, nach notdurft verzug, des wurden wir uns villeicht bereden lassen. Wollen doch dem nachgedenken, dergleichen bitten wir, bey e[uer] e[rwird] auch zu geschehen.

    [3.] Beauftragen ihn, zu einem geeigneten Zeitpunkt mit dem Ks. oder anderen in Frage kommenden Personen über eine Achterklärung gegen die Nürnberger Feinde Heinrich von Guttenstein und Adam von Freudenberg sowie über die Ausstellung einer Lehnsurkunde gemäß dem ihm mitgegebenen Entwurf7zu verhandeln. Bitten ihn außerdem, häufiger über die Vorgänge am ksl. Hof zu berichten. Bieten an, ihm dafür einen eigenen Schreiber zur Verfügung zu stellen.

    «Nr. Š486 Der ksl. Rat und Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und der ksl. Sekretär Johann Storch an Kf. Friedrich III. von Sachsen und andere Reichsstände1 – Worms, 21. Juni 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 200–200’ (Or.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 201–201’ (Kop.; Adressat: Kf. Jakob von Trier) = B. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 279 (Or.; Adressat: Bf. Georg von Bamberg) = C. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 71–71’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Abschrift) = D.

    Heute ging ihnen das in Abschrift beigelegte ksl. Schriftstück [Nr. 482/III] zu, mit der Weisung, es unverzüglich an ihn, Kf. Friedrich, oder seine Räte zu übergeben, nachdem air ksl. Mt., als wir vermerken, nit anders gewist noch–a sich vermutet gehabt, dann das des Reichs versamlung noch beyeinander und nit verruckt sein solt. Die übrigen auf dem Reichstag anwesenden ksl. Räte sind wegen dringender Angelegenheiten nach der Abreise der Stände und ihrer Gesandten auch weggeritten. Dennoch hatten sie dem Befehl Folge zu leisten und wollten ihm deshalb das Schriftstück nicht vorenthalten.

    «Nr. 487 Ks. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Augsburg – Schloss Pergine, 30. Juni 1509 »

    Augsburg, StdA, Lit. Personenselekt Ks. Maximilian I., Fasz. 1, fol. 149–149’. (Or. m. besch. Verschlusssiegel, Vermm. prps./amdip., Gegenz. B. Hölzl).

    Bedankt sich für das in ihrem Namen durch den ksl. Rat und Pfleger zu Ehrenberg, Hans Baumgartner, vorgetragene Angebot. Er wird dies nicht vergessen und sich dafür gegenüber ihnen und der Stadt erkenntlich zeigen. Er hat Baumgartner aufgetragen, ihnen seine Antwort zu übermitteln. Bittet, diesem Glauben zu schenken.

    «Nr. 488 RKG-Assessor Dr. Sebastian von Rotenhan an Bf. Georg von Bamberg – [Worms], 1. Juli 1509 »

    Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 280–280’ (Or. m. Siegelrest, sontags nach sant Johans des taufers tag).

    Š[1.] Er übersendet beiliegend eine Abschrift des Abschieds (beschlus), den die ftl. Räte in Worms vereinbart haben [Nr. 303]. Es wurde kein neuer Anschlag zur Finanzierung des Kammergerichts beschlossen.1

    [2.] Er hat kürzlich ein Schreiben des Ks. an Gf. Adolf von Nassau gelesen. Demnach konnte dieser Rovereto (Rofferit), Riva (Reyff), die Veroneser (Berner)Klause, eine Passstraße über die Alpen, außerdem Verona (Bern), Vicenza, Padua, Triest und etliche Orte in Friaul besetzen. Auch wurde jüngst in Worms der Doge von Venedig auf Antrag der Hh. von der Leiter (Lattern)in die Reichsacht erklärt [Nrr. 301f.]. Der Kg. von Aragon, der Neapel von den Franzosen erobert hatte, hat ca. 3500 Krieger eines heidnischen Kg. erschlagen und 400 gefangene Christen befreit – wie dies alles aus dem Schreiben hervorgeht, das gemäß ksl. Befehl in Kürze auch ihm, Bf. Georg, und anderen Ff. in Abschrift zugehen soll.

    «Nr. 489 Bundeshauptmann Matthäus Neithart an Schwäbische Bundesstädte, hier an Bürgermeister und Rat der Stadt Heilbronn – [Ulm], 7. Juli 1509 »

    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 157, Fasz. 48, unfol. (Or. m. S., sambßtags nach Ulrici) = Textvorlage A. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. (wie A) = B. Esslingen, StdA, F 283 RTA Worms 1509, unfol. (wie A).

    Hiemit send ich eur weyßhait verschlossen des Reichs abschid, jungst zu Worms verfast [Nr. 303]. Darnach hab sich eur weyßhait zu richten.

    «Nr. 490 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und den ksl. Sekretär Johann Storch – Tangermünde, 13. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 37 (beschädigtes Konz., am tag Margarethe).

    Bestätigt den Empfang eines von ihrem Boten überbrachten ksl. Schriftstücks [Nr. 482/III]. Da es die Reichsstände insgesamt betrifft, kann er darauf, wie ihnen selbst klar sein dürfte, keine Antwort geben, sunder we[s] dieselben gemeinen stende in dem vor nottorft und gu[t] sich entsliessen, soll, wie auch allezeit i[n] dinsten des Reichs gescheen, an uns nicht mangel er[scheinen].Er als Kf. hofft, dass Gott dem ksl. Unternehmen den Sieg verleiht.

    «Nr. 491 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und Johann Storch – Torgau, 16. Juli 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 212 (Konz., mantag nach der heiligen aposteln teylung).

    Bestätigt den Eingang ihres Schreibens [Nr. 486] samt dem in Abschrift beigelegten ksl. Schreiben an die in Worms versammelten Reichsstände [Nr. 482/III]. Und wu Šuns dieselb schrift, weyl wir zu Wormb[s] waren, antroffen hette, so wolten wir neben andern curfursten, fursten und stenden gegen kayserlicher Mt. mit underteniger und uns unvorweißlicher antwurt haben vernemen lassen. [Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 492 Kf. Uriel von Mainz an Kf. Friedrich III. von Sachsen – St. Martinsburg/Mainz, 18. Juli 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 212’ (Or. m. Siegelspuren, mitwochs nach Alexi).

    Bestätigt den Empfang seines Schreibens1, wonach er die von ihm, Kf. Uriel, zugeschickte Abschrift der letzten ksl. Erklärung an die Reichsstände [Nr. 482/III] nicht erhalten hat. Laut Aussage seiner Kanzlisten lag der Fehler nicht bei ihnen. Vermutlich trägt der beauftragte Bote die Schuld. Übersendet ihm deshalb zu seiner Information eine weitere Abschrift.

    «Nr. 493 Die Nürnberger Hh.Älteren an Erasmus Topler – Nürnberg, 23. Juli 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 130’–132’, 133–134, 134–134’, hier 133–134 (Kop., montag nach sant Maria Magdalena tag; Postverm.: In namen der eltern per Lenharten Egerer, den poten, 24. Julii. Kanzleiverm. am Textende: In eadem forma herrn Balthazarn Wolff, cammermeister.).

    Regest: Gümbel, Berichte, S. 168f. Anm. 5.

    […]. Nach ihrem Dafürhalten waren es Neider und Feinde der Stadt, die, um Nürnberg beim Ks. zu diskreditieren, nach Ende des Reichstages ein Gerücht ausgestreut haben, wonach der Augsburger Bürgermeister Ulrich Artzt und der Nürnberger Ratsherr Kaspar Nützel dort dermaßen in Streit geraten seien, dass es schließlich zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen sei, in deren Verlauf Artzt verletzt worden sei. Einige behaupten sogar, Nützel habe Artzt dabei getötet. Der Grund für den Streit sei gewesen, dass Artzt im Namen Augsburgs dem Ks. die Hilfe habe bewilligen wollen, was der Nürnberger Gesandte habe verhindern wollen. Dem Ks. gegenüber sei beteuert worden, dass dies die Wahrheit sei.

    Dies ist natürlich nicht der Fall. Sie können ihm versichern, dass weder Artzt noch Nützel gegen den Ks. gesprochen haben und zwischen ihnen auch kein Streit entstanden ist. Die beiden Gesandten haben in Worms Herberge und Lager geteilt, waren sich bisher immer freundschaftlich verbunden und sind es noch. So sind sie gemeinsam vom Reichstag nach Hause geritten. Beauftragen ihn, den Sachverhalt gegenüber dem Ks. richtigzustellen und ihn zu bitten, diesen orenkrauernkeinen Glauben zu schenken, ohne Nürnberg Gelegenheit zu einer Rechtfertigung zu geben. […].

    «Nr. Š494 Der Nürnberger Altbürgermeister Anton Tucher an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Nürnberg, 31. Juli 1509 »

    Vorwürfe gegen die Reichsstände und insbesondere gegen Nürnberg wegen der Wormser Reichstagsverhandlungen.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 148’–150 (Kop., eritag nach Jacobi).

    Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 144, S. 358f.

    Bestätigt den Eingang seines Schreibens1mit Mitteilungen über Äußerungen ksl. Boten gegen die Reichsstände wegen der Verhandlungen auf dem Wormser Reichstag, und was nachmalen mit den gedruckten außschreyben [Nr. 482] durch ainen derselben boten gegen meiner freund burger ergangen sey. Versichert, dass diese Darstellung jeglicher Grundlage entbehrt. Wirdet auch solchs durch die vermelten boten neben der warhait und, als ich acht, meinen freunden zu unglimpf, bey ksl. Mt. wider sy ungnad zu erwecken, ausgesagt. In den vergangenen Tagen hat zwar ein ksl. Bote, wie er behauptete, auf ksl. Befehl hin, in Nürnberg den Hh.Älteren einen der Drucke übergeben, weitere Exemplare auf dem Markt an die Bürger verkauft und das Schriftstück schließlich in Anwesenheit von 30–40 Kaufleuten öffentlich verlesen lassen. Doch wurde dem Boten weder irgendein Verbot erteilt, noch geriet er mit jemanden in Streit. Die Behauptungen der Boten sind also frei erfunden. Und meins vermuetens, so sind die vermelten druck ksl. Mt. außschreybens durch die ksl. poten an vil ort geant[wortet], darauf es bißhere, wie ich nit anders vermarkt, also hat beruet. [...].

    «Nr. 495 Bericht Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh.Älteren – Bassano, 6. August 1509 »

    [1.] Bundeshilfe gegen Heinrich von Guttenstein; [2.] Vorwürfe gegen Nürnberg im Zusammenhang mit der dem Ks. verweigerten Reichshilfe.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, D-Laden Akten, Nr. 219, Stück-Nr. 28 (eigh. Or. m. Siegelrest).

    Druck: Gümbel, Berichte, Nr. 28, S. 167–172.

    [1.] [Nachrichten vom Venezianerkrieg]. Er will, wie gewünscht1, die termingerechte Leistung der zugesagten Bundeshilfe [gegen Heinrich von Guttenstein], soweit dies den Ks. betrifft, fördern. Es traf sich, dass gestern ein Gesandter mit einem Schreiben des Bundes an den Ks.2hier eintraf. Das von ihm, Topler, übergebene Schreiben hat der Ks. jedoch nicht gelesen, sondern es dem Kanzler [Zyprian von Serntein] ausgehändigt. Er wird sich auch an diesen wenden. Es fehlt hier allerdings an Geld. ŠAußerdem wird es dem Bund verübelt, dass er nicht dem Ks., sondern dort [= gegen Guttenstein] helfen will.

    [2.] Dem Ks. geht es sehr zu Herzen, dass der Reichstag ihm die Hilfe verweigert hat. Überall heißt es, Nürnberg sei dafür verantwortlich. Bei seinen Bemühungen, dies zurückzuweisen, macht er sich viele Feinde. Der Mgf. hat überall seine Parteigänger (discipel). Angeblich kommen Mgf. Friedrich und Mgf. Kasimir mit 150 Pferden3, während Nürnberg nichts beiträgt. Dies sollten sie bedenken. Denn die Stadt ist vorrangig in die Finanzierung des Feldzugs eingeplant. Er war beauftragt, von Worms nach Nürnberg zu reiten, um beim Rat eine Anleihe von 10 000 fl. zu erwirken. Er hat diese Reise zwar nicht angetreten, weiß aber nicht, ob sich der Plan auch zerschlagen hat. Die Fugger hätten für die Anleihe bürgen sollen.4

    Es heißt hier, Kaspar Nützel sei in Worms wegen der Reichshilfe mit dem Augsburger Bürgermeister Artzt in Streit geraten. Artzt hätte auf der Seite des Ks. gestanden, Nützel sei gegen ihn gewesen. Er glaubt, dass die Augsburger dieses Gerücht zu ihrem Vorteil ausgestreut haben. Empfiehlt, Artzt durch Nützel zu einer schriftlichen Gegendarstellung aufzufordern. Er war in Worms täglich bei Nützel und weiß, dass das Gerücht unwahr ist. Er hat dies hier auch öffentlich erklärt, ebenso, dass der Magistrat bei seiner Abreise aus Nürnberg davon ausgegangen sei und gehofft habe, dass dem Ks.[in Worms] eine Reichshilfe zugesagt würde. Er sei beauftragt gewesen, den Ks. darum zu bitten, von ihnen dafür Geld anzunehmen und die Truppen selbst anzuwerben. Er habe dies auch, bevor die Reichsstände die Hilfe verweigert hätten, vertraulich an den Kanzler [Zyprian von Serntein] geschrieben, der sich noch gut daran erinnern könne. Nürnberg habe dem Ks. immer treu gedient, auch wenn es nicht dazu verpflichtet gewesen sei und sonst niemand Hilfe geleistet habe, so etwa vor Kufstein (Kopfstein).5[…]. Übersendet ihnen das ksl. Ausschreiben [Nr. 482].

    «Nr. Š496 Ausschreiben des Bundeshauptmanns Dr. Matthäus Neithart an die Schwäbischen Bundesstädte, hier an Bürgermeister und Rat der Stadt Heilbronn – Ulm, 12. August 1509 »

    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 157, Fasz. 48, unfol. (Or. m. S.; sonntags nach sant Lorenzen tag).

    Der Ks. steht derzeit in schweren Kämpfen. Etliche Kff. und Ff. kommen ihm zu Hilfe. Es stellt sich die Frage, ob die Bundesstädte auch einen Beitrag leisten sollten, um nicht die ksl. Ungnade und künftige Nachteile gewärtigen zu müssen. Er schreibt zu Beratungen darüber einen Tag der Bundesstädte nach Augsburg aus. Die Gesandten sollen sich am Abend des 26. August (sonntag nach sant Bartholomeus tag)in ihren Herbergen einfinden.1

    «Nr. 497 Bericht des Altarmeisters Konrad von Duntzenheim an Meister und Rat der Stadt Straßburg – [Geislingen], 13. August 1509 »

    Straßburg, AV, AA 353, fol. 77–78’ (Or. m. S., montags nach sant Lorenzen tag).

    [1.] [Verhandlungen der in Ulm versammelten Schwäbischen Bundesstädte über die Bundeshilfe für Nürnberg, Ulm und Isny gegen Heinz Baum und Heinrich von Guttenstein]. Der Hauptmann [Dr. Matthäus Neithart] vermutet, dass der Ks. wegen des Krieges gegen Venedig dafür keine Truppen bereitstellen wird.

    Š[2.] Der Städtehauptmann machte nach eigenem Bekunden aus der Verpflichtung seines Amtes heraus und aus Sorge vor der ihm drohenden ksl. Ungnade den Vorschlag, dem Ks. ungeachtet der Entscheidung des Wormser Reichstages Unterstützung [gegen Venedig] anzubieten. Einzelheiten sind der beiliegenden Abschrift des Abschieds1zu entnehmen, die er vom Exemplar des Bürgermeisters von Weil der Stadt in Geislingen (Gißlingen)angefertigt hat. Der Hauptmann äußerte, er sei sich darüber im Klaren, dass die Gesandten für diese Frage nicht bevollmächtigt seien, doch sollten die Bundesstädte erneut einberufen werden.

    Ihm, Duntzenheim, scheint, dass der Hauptmann gern zum Ks. geschickt werden möchte. Da die deputierten Bundesräte in Regensburg unabkömmlich sein werden, wird voraussichtlich er selbst zur Teilnahme an einer Gesandtschaft zum Ks. verpflichtet werden, falls ein entsprechender Beschluss zustande kommt. Angesichts der Kosten will er dies vermeiden, da mit einer Rückerstattung nicht zu rechnen ist. Verschiedentlich werden mit Hinblick auf weitere Beratungen der Städte Überlegungen angestellt, wie man sich die ksl. Gunst sichern könnte. Empfiehlt, ebenfalls darüber zu beraten. […].

    «Nr. 498 Stadt Dinkelsbühl an Stadt Schwäbisch Hall – Dinkelsbühl, 7. September 1509 »

    Frage eines freiwilligen Beitrags für den ksl. Krieg gegen Venedig.

    Druck: Rauch, Urkundenbuch III, Nr. 2177, S. 251f. (freytags nach sant Mangen tag).1

    Ihrer beider Gesandtschaften haben während des Augsburger Tages mit den Gesandten Nördlingens und Heilbronns unter anderem über eine freiwillige Kriegshilfe für Ks. Maximilian beraten. Die Beschlüsse der einzelnen Städte dazu sollten gegenseitig mitgeteilt werden. Nördlingen hat einem ohnehin dort weilenden Dinkelsbühler Ratsherrn eröffnet, dass sie sich angezaigter kayserlicher mayestat hilf halben haben entslossen, dismals stillzusteen und lenger zuzesehen. Wiewol nun wir unserm klainen vermogen nach auch notturftig wern, mer zu sparn dann außzegeben, bedenken wir doch, unangesehen das der kayserlichen maiestat auf dem reichstag zu Wurms von den stenden des Reichs die hilf ist abgeschlagen, das dannocht etlich unser gnedigst und gnedig hern, die churfursten, fursten und ander stend, als wir des ein wissen haben, der kayserlichen mayestat in den ytzigen kriegen hilflichen beystand tun. So vermuten wir uns dabey, die oberen stet werden solichs auch nit underlassen. Wa nun die undern stet also wollen stilsitzen und lenger zusehen, besorgen wir nit klainer ungnade, die bey der kayserlichen maiestat mog erwachsen. Schlagen deshalb gemeinsame Beratungen Švon Gesandten Dinkelsbühls, Schwäbisch Halls, Heilbronns und Wimpfens vor, wie man die ksl. Ungnade abwenden kann.

    «Nr. 499 Stadt Schwäbisch Hall an Stadt Heilbronn – Schwäbisch Hall, 7. September 1509 »

    Frage eines freiwilligen Beitrags für den ksl. Krieg gegen Venedig.

    Druck: Rauch, Urkundenbuch III, S. 252 Anm. a (freytags den abent unser lieben Frauen geburt tag).

    […]. Uns hat unser alter stetmayster Rudolf Nagel yetzo in seiner haimkunft von gehaltem stettag zu Augspurg noch der lenge bericht, wie etliche, wiewol zu jungst gehaltem tag zu Worms gemeinklich kayserlicher maiestat hilf versagt sey, dannet seiner maiestat hilf und[er] sich zu ton, dieselbig ungnade abzuleinen, wes auch deshalben uf gemeltem stettag zu Augspurg gespreches gewest und dabey die sonder underrede euwers, auch der von Nordlingen, Dinkelspuhel, Wympfen und bemelten unsers geschickten uns auch nit verhalten.

    Nun haben wir erste sonderung uber gegeben abscheide zu Worms nit gern und mit etwas beschwerd vernomen. Dyweil es aber ye die ban jagt, lassen wir uns der unsern sondern und bemelte abrede, der ding bey merern und uns glychen steten achtung und erkundung zu haben, wolgefallen.1 […].

    «Nr. 500 Ks. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – vor Padua, 27. September 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 145, Stück-Nr. 17, unfol. (Or., Vermm. prps./cdip., Gegenz. Serntein).

    Druck: Gümbel, Berichte, S. 180 Anm. 1.

    Ihre zum Wormser Reichstag entsandten Bürgermeister [Jörg Holzschuher und Kaspar Nützel] wurden ihm gegenüber beschuldigt, als solten sich dieselben uns zuwider mit dem burgermeister von Augspurg [Ulrich Artzt], der auch auf bestimbtem reichstag gewesen, gezwayet haben. Dr. Erasmus Topler (Propst zu St. Sebald, ksl. Rat) hat den Nürnberger Magistrat und die beiden Bürgermeister wegen dieser und anderer Nachreden genugsamlich und dermassen entschuldigt, daran wir gnedigs gevallen tragen.1

    «Nr. Š501 Kf. Joachim I. von Brandenburg an Ks. Maximilian – Cölln/Spree, 18. November 1509 »

    Anleihe für den ksl. Feldzug gegen Venedig.

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 11, Nr. 11245, unfol. (Or. mit Siegelrest, mit Korrekturen und Ergänzungen, Datierung suntag nach Bricciikorrigiert aus mitwoch nach Martini [14.11.]).

    Bestätigt für den Vortag den Empfang des ksl. Ausschreibens vom 31. August1, worin er betont, er könne aufgrund seines wiederholt erwiesenen Gehorsams und guten Willens gegen Ks. und Reich mich nicht achten vor einen, der ursach sei, das e. ksl. Mt. und dem Heyligen Reich von dem tag zu Worms nit geholfen ist, sonder versehe sich gnediglich und genzlich, ich und ander mehr sehen ir und des Reichs ehr, wolfart und guts gern –verbunden mit der Bitte um Gewährung einer Anleihe von 2000 fl.

    Bedankt sich für das erwiesene Vertrauen und beteuert seinen Gehorsam bei den bisher zugesagten Reichshilfen sowie in allen Dingen, so e. ksl. Mt., dem Heyligen Reich und teutscher nacion zu ehre, wolfart und gut gedeyen. Er, der Ks., muss aber bedenken, dass es meins tuns allein nicht ist. Erklärt sich bereit zur Gewährung der gewünschen Anleihe. Die Summe wird er so bald wie möglich gegen Aushändigung einer ksl. Obligation in Nürnberg deponieren.2[Niederlagsprivileg; Nr. 557, Anm. 1].

    « Š2. Reichskammergericht  »

    «Nr. 502 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Bf. Lorenz von Würzburg – Fulda, 17. Juni 1509 »

    Verhandlungen des Wormser Reichstages über das Reichskammergericht.

    Würzburg, StA, Hoheitssachen 1398, fol. 4–4’ (eigh. Or., sontag nach Viti, Unterz. Kf. Friedrich; Postverm.: Zu seiner lieb handen.).

    Übersendet ihm die beiliegende, am Vortag eingetroffene Zeitung.1Aus Worms hat er noch nichts erhalten, außer einem Bericht seiner Räte, wonach sye eß darfur achten, das auß dem camergericht nichts werde. Dan Sachsen, Brandeburg, Wirtenberg haben sich vornemen laßen durch ire rete, das syhe nichts zu kainer [!] gericht geben wellen, eß sei dan, das eß irer frayhet unschedelichen sey. Das haben aber dye kayserischen nit an verwilligung ksl. Mt. zulaßen wellen, daran sych eß gestossen. Dorumb, so seyn meyn rete auch vom handel, alß syhe mich berichten, gegan[g]en und sych auch von dyßen nit sundern wellen. Wyewol ich hett leyden mügen, das syhe gehandelt mit den andern stenden und den ksl. reten, ab das kamergericht hett sein vorgang haben mügen, doch unschedlichen meyner frayhayt, wye da vormalen meher dergleichen gewylligt ist. [...].

    «Nr. 503 Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau an die nominierten Assessoren des Reichskammergerichts, hier an den Passauer Offizial Dr. Georg Schütz – Worms, 18. Juni 1509 »

    Heidelberg, UB, Cod. Pal. germ. 492, fol. 474’–475 (Kop., montag nach Viti et Modesti).

    Die deputierten ksl. Räte und die Reichsstände haben ihn, Schütz, jüngst auf dem Wormser Reichstag zum Beisitzer am ksl. Kammergericht bestimmt [Nr. 303, § 7]. Das von Regensburg hierher nach Worms verlegte Gericht wird, nach den jetzt beginnenden Ferien, am 1. September (Egidii)unter seiner, Nassaus, Leitung fortgeführt. Es wurde einhellig beschlossen, das Kammergericht weiterhin aus dem Šdafür beschlossenen, als ausreichend erachteten Anschlag zu finanzieren [Nr. 303, § 10]. Er erhielt den Auftrag, ihn, Schütz, und andere Beisitzer anzuschreiben [Nr. 303, § 9].

    Er fordert ihn deshalb auf, sich acht Tage vor dem genannten Termin mit seiner Habe hierher zu verfügen und sein Amt als Beisitzer wahrzunehmen. Er soll ihm durch den Überbringer dieses Schreibens seine Antwort mitteilen, damit er im Falle seiner Ablehnung rechtzeitig umdisponieren kann.

    «Nr. 504 Zahlungsmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) an säumige Reichsstände – Worms, 28. Juni 1509 »

    Karlsruhe, GLA, D 1122 (Or. m. Siegelrest auf der Rückseite, Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; Adressat: Mgf. Christoph von Baden) = Textvorlage A. Duisburg, NRW LA, Stift Werden, Akten XIa, Nr. 43, Stück-Nr. 32 (Or. m. S., Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; Adressat: Abt [Antonius Grimholt] von Werden) = B.1

    Der Reichsfiskal Dr. Christoph Moeller (Mulher)hat vorgebracht, dass der Augsburger Reichstag von 1500 einen Anschlag zur Finanzierung des ksl. Kammergerichts bewilligt hat.2 Er, der Adressat, ist bislang die auf ihn entfallenden 54afl. schuldig geblieben. Der Fiskal hat deshalb von Amts wegen am Kammergericht Mandate und andere Rechtsmittel zur Eintreibung der Schuld beantragt. Ks. und Reichsstände haben dem Fiskal auf dem vergangenen Wormser Reichstag die Eintreibung der Ausstände auferlegt [Nr. 303, § 10]. Folgendes Monitorial wurde deshalb durch das Kammergericht bewilligt: Befiehlt ihm unter Androhung einer Strafe von 6bMark lötigen Goldes, die schuldige Summe innerhalb von dreicWochen nach ZuŠstellung des Mandats an den Fiskal auszubezahlen. Zugleich wird ihm eine Frist von 21dTagen nach Verstreichen des Zahlungstermins gesetzt, um am Kammergericht entweder den Vollzug dieses Mandats zu bekunden oder sich in einem Fiskalprozess zu verantworten.

    «Nr. 505 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden – [Tangermünde], 13. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 38–38’ (Konz., freitag Margarethe; Postverm.: In sein selbs hant.).

    [1.] Bestätigt den Eingang seines Schreibens, wonach der kurbrandenburgische RKG-Assessor Anton von Emershofen seinen Abschied genommen hat1und worin er ihn auffordert, zum 25. August (acht tag vor nechstkunftigem Egidien tag) einen neuen Beisitzer nach Worms zu schicken. Er ist sicherlich von seinem Rat Eitelwolf vom Stein über die Missachtung seiner kfl. Gerichtsfreiheit durch das Kammergericht informiert worden. Deshalb hat Stein neben dem Kf. von Sachsen auf dem Konstanzer Reichstag und auch jetzt in Worms seine Zustimmung zum Kammergericht nur vorbehaltlich der Respektierung seiner Freiheiten erklärt. Er erneuert hiermit seinen diesbezüglichen Protest und erwartet, dass ihn der Ks., wie zugesagt, dieser Beschwerden entheben wird. Nichtsdestoweniger wird er einen neuen Beisitzer an das Gericht verordnen.2Bittet ihn, sich darum zu bemühen, dass diesen Beschwerden abgeholfen wird und seine kfl. Freiheiten beachtet werden.

    [2.] [PS] Eitelwolf vom Stein hat mit ihm, Nassau, vereinbart, dass er ihm vom ksl. Kanzler Serntein in einer brandenburgischen Angelegenheit zugehende Schriftstücke weiterleiten wird. Dies ist bislang nicht geschehen, weshalb er beiliegend an Serntein schreibt [Nr. 557]. Bittet, das Schreiben zu übermitteln, wie umgekehrt auch die ksl. Schriftstücke, falls sie noch eintreffen sollten. Des Weiteren ist er an neuen Zeitungen interessiert.

    «Nr. Š506 Zahlungsmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) an Kf. Joachim I. von Brandenburg – Worms, 27. August 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 67–67’ (Or. m. Siegelrest, Verm. amdip., Gegenz. A. Dietrich, Protonotar am RKG).

    Auf dem Konstanzer Reichstag wurde ein einhelliger Beschluss zu einem kleinen Anschlag1gefasst, der zur Finanzierung des gemäß dem Ratschlag der Stände, darunter auch Kf. Joachims, neu eingerichteten ksl. Kammergerichts dienen sollte. Sein Beitrag wurde auf 120 fl.rh. festgelegt. Nach Maßgabe des Konstanzer Reichsabschieds2prüften die auf Einladung des Kammerrichters erschienenen Vertreter des verstorbenen Ebf. Jakob von Mainz und Hg. Wilhelms von Bayern am Ende der ersten Sitzungsperiode die finanzielle Situation des Gerichts und verlängerten daraufhin den Konstanzer Anschlag um ein weiteres Jahr.3Dieser Beschluss wurde vom ihm, dem Ks., nachträglich ratifiziert. Entsprechende Mandate gingen an alle Reichsstände, so auch an ihn, Kf. Joachim, aus.4Dennoch soll er die Zahlung bislang nicht geleistet haben. Der Wormser Reichstag hat beschlossen, den Anschlag um ein weiteres Jahr zu verlängern. Zugleich sollen die Ausstände eingefordert werden [Nr. 303, § 10].

    Befiehlt ihm auf Antrag des ksl. Kammerprokuratorfiskals [Christoph Moeller] unter Androhung einer Strafe von 10 Mark lötigen Goldes, seinen Anteil an den drei Anschlägen, jeweils 120 fl.rh., innerhalb von sechs Wochen nach Zustellung des Mandats beim Kammerrichter und den verordneten Einnehmern zu begleichen. Andernfalls würde ein rechtliches Verfahren gegen ihn eröffnet. Für den Fall der Weigerung wird ihm nach Verstreichen des Termins eine weitere Frist von sechsunddreißig Tagen anberaumt, um sich am ksl. Kammergericht gegen eine Fiskalklage zu verteidigen.5

    « Nr. Š507 Reichsstadt Köln an Reichsstadt Metz – Köln, 17. September 1509 »

    Bezahlung des Kammerzielers.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 130–130’ (Kop.).

    Bestätigen den Eingang ihres Schreibens1über die Forderung des ksl. Fiskals an sie zur Bezahlung von 100 fl. Kammerzieler mit der Bitte um vertrauliche Mitteilung über die Haltung Kölns in dieser Frage. Teilen mit, dass ihnen vor einiger Zeit ebenfalls ein solches mit einer Strafandrohung versehenes Zahlungsmandat zugegangen ist. Aber so wir und unser burger gemeynlichen, die im camergerichte handelen, cleynen furdel befynden, haben wir uns sulcher beswerungen beclaigt und darby angezoigen, das in gemeltem camergerichte degelichs gegen unser fryheit, keyßerliche und koenynkliche privilegien, desgelychen unser stat und werntliche gerichte alde, herbrachte gewonheit gehandelt wirt. Und sulden wir nu groissen stuyr doin und2 zo nachdeile, were afzenemen, das wir, ouch villichte ander des Rychs stede, wo dermaiß wie gegen uns gehandelt wurde, billiche orsache hetten, sich des wyter an den stenden des Rychs zo beclagen. Doch wie deme allen, haven wir uns zoleste mit eyme penninge sulcher forderungen erledigt und verdragen. [Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 508 Kf. Uriel von Mainz an Kammerrichter und Beisitzer des Reichskammergerichts – St. Martinsburg/Mainz, 26. Oktober 1509 »

    Vorläufige Befreiung der Stadt Augsburg vom Kammerzieler.

    Augsburg, StdA, Lit. 1509, Fasz.: Von der Leiter, 1509, unfol. (Kop., freytag nach Severi).

    Bürgermeister und Rat der Stadt Augsburg haben ihm gemäß beiliegender Abschrift geschrieben.1Dieweil nu (wie ir schreiben anzeigt) die warheit, das durch der von Augspurg botschaft an uns, auch andere churfursten, fursten und stende des Reichs uf dem nechstgehalten tag zu Worms solicher tausent gulden halb ansuchens beschehen und durch gemeyne stende, dabey wir selbs gewest, zusagung beschehen, das den von Augsburg ire ufgelegte anzale, so sie zu erhaltung des camergerichts geben, an denselbigen tausent gulden abgezogen werden soll, darumb und dweyl solich tausent gulden den stenden des Reichs gutlich und williglich, wie dir, graf Adolfen, noch indechtig [= im Gedächtnis] Šsein mag, gelichen, so ist billich, das solichs also geschehe und darumb unser begere, ir wollet solichen abzug tun und bey dem fiscal verfugen und daran sein, gegen den berurten von Augsburg derhalb nichts furzunemen, als wir nit zweifeln, ir selbs billich sein ermessen werdet.2

    «Nr. 509 Instruktion Hg. Georgs von Sachsen für Dr. Georg von Breitenbach – [vor dem 2. November 1509] »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 2–4’ (Kop.; Überschr.: Instruction, was unser, herzog Georgen zu Sachsen etc., geschigkter, er George von Breytenpach, doctor etc., zu Worms auf dem tage, der auf freytag nach allerheyligen tage [2.11.]1 schirsten solle gehalten werden, ausrichten und handeln soll. Späterer Dorsalverm.: Instruction, doctor Braitenbach uf den tag gegen Wormbs zugeschigt, belangend anhorung der gebrechen und rechnung des camergerichts.).

    [1.] Ks. und Reichsstände haben auf dem jüngst abgehaltenen Konstanzer Reichstag beschlossen, dass jeweils nach Ablauf eines Jahres zu einem vom Kammerrichter bestimmten Termin neben ksl. Räten auch die dazu deputierten Ff.über die Mängel am Kammergericht beraten und diese abstellen sollen. Bei dieser Gelegenheit soll der ksl. Fiskal über seine Einnahmen und Ausgaben Rechenschaft ablegen.2Der Kammerrichter [Gf. Adolf von Nassau] hat turnusgemäß ihn, Hg. Georg, zur Teilnahme an der Visitation eingeladen. Er, Breitenbach, ist beauftragt, diesen Termin wahrzunehmen. Problematische Punkte soll er allerdings lediglich zur Berichterstattung annehmen.

    Š[2.] Bezüglich der beiden unbezahlten Anschläge zur Finanzierung des Kammergerichts soll daran erinnert werden, dass er auf dem Konstanzer Reichstag seine Zustimmung zum Kammerzieler unter der Voraussetzung gab, dass die zum Fm. Sachsen gehörenden Bff., Gff. und Hh., die seit jeher bei Reichsanschlägen als Schutzverwandte und Lehnsträger von den sächsischen Hgg. vertreten wurden und für die das Kammergericht nicht zuständig ist, weiterhin in diesem Status bleiben und nicht länger behelligt werden. aDies besagt auch die in Worms verabschiedete Ordnung–a.3Dessen ungeachtet verfuhren Kammerrichter und Beisitzer gegenüber einigen der sächsischen Bff., Gff. und Hh. anders. Er hat deshalb zwei Anschläge nicht bezahlt und wird, wenn seiner Beschwerde nicht abgeholfen wird, auch künftig jegliche Zahlung verweigern. Dennoch hat der Gesandte aus Gehorsam gegenüber dem Ks. Weisung zur Hinterlegung von 150 fl., die jedoch nur ausbezahlt werden, wenn auch die übrigen Ff. ihren Beitrag leisten und die Rechte und Freiheiten der sächsischen Bff., Gff. und Hh. respektiert werden.4Der Gesandte soll alle Vorgänge schriftlich festhalten und ihm den Bericht nach seiner Rückkehr zuschicken.

    «Nr. 510 Zahlungsmandat des ksl. Fiskalprokurators Dr. Christoph Moeller an Gf. Ludwig von Nassau-Weilburg – Worms, 3. November 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 150, Akten, Nr. 1795, Stück-Nr. 3 (Or. m. S.; sampstag nach allerheyligen tag).

    Erinnert an die mit einer Strafandrohung bewehrten früheren Mahnungen zur Bezahlung der ihm 1500 [auf dem Reichstag] in Augsburg und 1508 [auf dem Visitationstag] in Regensburg auferlegten Beiträge zur Finanzierung des ksl. Kammergerichts. Weder wurde die Zahlung innerhalb der gesetzten Frist geleistet noch erschien ein gfl. Bevollmächtigter vor Gericht. Dennoch hat er als Fiskal auf das Eintreiben der fälligen Strafe verzichtet, weil er, Gf. Ludwig, die Reichsanschläge bislang immer gehorsam bezahlt hat. Er fordert ihn deshalb noch einmal auf, die fällige Summe binnen vierzehn Tagen zu erlegen. Andernfalls würden die angedrohten Strafen gegen ihn verhängt.1

    «Nr. Š511 Zahlungsmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) an Reichsstände – Worms, 19. Dezember 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 1, Bü. 1, Stück-Nr. 6 (Or. m. S., gedr. Formular; Adresse, Anrede, Geldsummen, Legort, Gerichtstermine und Datum handschriftlich inseriert; Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler, Protonotar am ksl. Kammergericht; Adressat: Hg. Ulrich von Württemberg) = A. Marburg, StA, Best. 81, A/230/2, fol. 26–26’ (Or., wie A; Präsentatvermerk: Sambstag purificationis Marie[2.2.]1510. Adressat: Gf. Reinhard von Hanau-Münzenberg) = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 363–363’ (Or., Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; Adressat: Hg. Wilhelm von Bayern) = C. Stuttgart, HStA, B 123 M, Nr. 438, Stück-Nr. 66 (Kop.; Adressaten: Gff. von Montfort). Wiesbaden, HStA, Abt. 150, Akten, Nr. 1795, Stück-Nr. 5 (Or., wie A; Präsentatvermerk: Dinstag nach quasimodogeniti[9.4.]1510. Adressat: Gf. Ludwig von Nassau-Weilburg) = D. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10077/2, fol. 17–17’ (Or. m. Siegelrest, wie A; Adressat: Hg. Georg von Sachsen). Esslingen, StdA, F 288, Nr. 4, unfol. (Or. m. Siegelrest, wie A; Adressat: Bürgermeister und Rat der Stadt Esslingen). Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 145, Nr. 28, unfol. (wie A; Präsentatvermerk: 23.2.1510. Adressat: Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg). Wertheim, StA, G-Rep. 102, Nr. 7117, unfol. (Or., wie A; Adressat: Gf. Michael von Wertheim).1

    ŠRegest: Riezler, Urkundenbuch IV, Nr. 479, S. 426 (Adressat: Gf. Wolfgang von Fürstenberg).

    Auf dem Konstanzer Reichstag wurde ein kleiner Anschlag zur Finanzierung des für sechs Jahre bewilligten ksl. Kammergerichts vereinbart. Zusätzlich hat er, der Ks., hierfür die Verwendung der Kanzlei- und fiskalischen Gefälle genehmigt. Weiter wurde beschlossen, dass der Kammerrichter jeweils am Jahresende einen Tag ausschreiben soll, an dem ksl. Räte sowie zwei Kff. und Ff. bzw. deren Vertreter teilnehmen, um über alle Angelegenheiten des Kammergerichts zu beraten, die Einnahmen und Ausgaben des Gerichts sowie die fiskalischen und Kanzleigefälle zu prüfen. Diese Visitatoren sind gemäß Konstanzer Reichsabschied auch bevollmächtigt, über die weitere Finanzierung des Gerichts in Form einer Fortsetzung des Anschlags zu entscheiden.2Im vergangenen Jahr haben demgemäß die Räte des inzwischen verstorbenen Ebf. Jakob von Mainz und Hg. Wilhelms von Bayern eine Verlängerung des Kammerzielers beschlossen.3Dieser Beschluss wurde von ihm, dem Ks., nachträglich ratifiziert. Entsprechende Ausschreiben gingen in das Reich aus.4

    Vnd aber auff den jungstgehalten Reichs tag zuͦ Worms durch vnser tzuͦ solchem Reichs tag verordent Rete, auch Churfursten, Fursten vnd ander stende des heilgen Reichs gemeinlich nach entphangner rechnungen vnd eigentlicher erlernung vnd ermessung des obgemelten vnsers Keyserlichen Camergerichts vnd seiner vnderhaltunge gebrechen vnd notdurfft der obb[e]rurt anschlag auff diß drit jar, So sich auff Sant Gallen tag [16.10.] nechst verschinen angehaben hat, wider vnd von newem auffzuͦsetzen fur not angesehen und erkant, auch auffgesetzt vnd tzuͦ betzalen gemeinlich bewilligt vnd angenommen worden ist [Nr. 303, § 10]. Sein Anteil daran beläuft sich auf 120 fl.aBefiehlt ihm unter Androhung einer Strafe von 10 Markblötigen Goldes, die Summe innerhalb von dreicWochen nach Zustellung des Mandats bei Bürgermeistern und Rat der Stadt Ulmdzu hinterlegen. Für den Fall der Weigerung wird ihm nach Verstreichen des Termins eine weitere Frist von einundzwanzigeTagen anberaumt, um sich am ksl. Kammergericht gegen eine Fiskalklage zu verteidigen.5

    «Nr. Š512 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau – s.l., 3. Januar 1510 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 18, Nr. 30a, Fasz, 1, fol. 33 (Kop., dornstag nach circumcisionis Domini).

    Bestätigt den Eingang seines Schreibens mit der Aufforderung zur Zahlung der ausstehenden Beiträge für den Unterhalt des Kammergerichts [Nr. 506]. Teilt mit, dass er vor kurzem 120 fl. an seine Räte Dr. Valentin von Sunthausen und Dr. Johann Blankenfeld geschickt hat. Diese haben Weisung, das Geld unter Überreichung seines Schreibens und Entgegennahme der ksl. Quittung zu übergeben. Was den ersten Anschlag [von 1507] angeht, hat ihn der kfl. Rat Eitelwolf [vom Stein] über seine Position und über die Zusage des Dr.[Anton von] Emershofen informiert. Bittet ihn, diesem kein Geld mehr zu geben, sondern dafür Sorge zu tragen, dass die Zusage umgesetzt wird. Den dritten Kammerzieler [von 1509], ebenfalls in Höhe von 120 fl., wird er bezahlen, sobald er fällig wird.

    « Š3. Reichsmünztag zu Frankfurt  »

    «Nr. 513 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen – Torgau, 17. Juli 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 8675/3, fol. 4’–5 (Kop., dinstag St. Alexien tag) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 2–2’ (Konz.) = B.

    Er hat ein im Namen des Ks. ausgegangenes, in Abschrift beiliegendes Schreiben wegen des bevorstehenden Münztages in Frankfurt erhalten [Nr. 305]. Sein Bruder Hg. Johann und er selbst ließen bislang keine Goldmünzen schlagen, sieht man einmal von den im vergangenen Jahr im Namen des Ks. geprägten Münzen1ab. Darüber hinaus hat er, Hg. Georg, eine Zeit lang Münzen mit dem kursächsischen Wappen geschlagen, dovon uns doch ein zeit here nicht rechnung oder anzeige beschehen, wie sichs domitte halte. Er ist mit Beratungen ihrer Räte über eine Antwort an den Ks. gelegentlich der gemeinsamen Vorbereitungen für die nach dem Tod des Lgf.[Wilhelms II., gest. 11. Juli 1509] notwendig gewordene Gesandtschaft einverstanden. Falls er einen anderen Termin wünschen sollte, fände dies ebenfalls seine Zustimmung. Da er gegenüber Gf. Adolf von Nassau bereits schriftlich seine Antwort durch einen eigenen Boten angekündigt hat, bittet er um eine baldige Mitteilung.2

    «Nr. 514 Weisung Ks. Maximilians an den ksl. Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und den ksl. Protonotar Johann Storch – bei Padua, 22. August 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, Nr. 22a, fol. 109–109’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./cdip. und Gegenz. Serntein; Präsentatvermerk: Worms, 29.8.1509, 15 Uhr).

    ŠLaut einem Artikel des Reichsabschieds (Reichs abschid)[Nr. 303, § 15] sollen die Stände zum 3. September ihre Münzmeister und Wardeine zu Verhandlungen über das Münzwesen nach Frankfurt entsenden. Er kann in diesen Kriegszeiten seinen Münzmeister oder Wardein1jedoch nicht entbehren und befiehlt deshalb ihnen, an dessen Stelle nach Frankfurt zu reisen und dort mit den Vertretern der Reichsstände gemäß dem Abschied über das Münzwesen zu beraten. Dazu bevollmächtigt er sie hiermit. Er übersendet ihnen außerdem einen an die reichsständischen Gesandten in Frankfurt adressierten Kredenzbrief.

    «Nr. 515 Weisung Hg. Georgs von Sachsen an den sächsischen Münzmeister Andreas Funck – Dresden, 26. August 1509 »

    Dresden, HStA, Kopialbuch, Nr. 110, fol. 203’ (Kop., eodem die [= am Sonntag nach Bartholomei]).

    Die ksl. Kommissare und die Reichsstände haben auf dem Wormser Reichstag beschlossen, wegen der Goldmünzen einen Tag abzuhalten. Demnach sollen sich die Teilnehmer – eingeladen werden alle Reichsstände, die Goldmünzen prägen – am Abend des 3. September in Frankfurt a.M. einfinden, um am folgenden Tag mit den Verhandlungen zu beginnen und sich auf verbindliche Beschlüsse zu einigen [Nr. 303, § 15]. Auch der Ks. hat ihn schriftlich aufgefordert, einen Münzverständigen abzuordnen [Nr. 305]. Dem will er nachkommen. Befiehlt ihm, sich zum genannten Termin nach Frankfurt zu verfügen und sich dort mit der beiliegenden Vollmacht bei den ksl. Räten oder einem anderen Vertreter des Ks. anzumelden. Er soll zu den Verhandlungen über die Goldmünzen neben den anderen Teilnehmern nach bestem Wissen beitragen. Das Geld für die Reise wird ihm der Zehntner auf dem Schneeberg1 geben.2

    «Nr. 516 Bürgermeister und Rat der Stadt Köln an die Teilnehmer des Frankfurter Reichsmünztages – Köln, 31. August 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 112’–113 (Kop.).

    Dr. Dietrich Meinertzhagen hat nach seiner Rückkehr berichtet, dass die in Worms versammelten Reichsstände einen Tag zu Beratungen über das Münzwesen nach Frankfurt anberaumt und ihm aufgetragen haben, den Kölner Magistrat darüber Šzu informieren. Der städtische Münzprüfer Heinrich von Coesfeld hat Weisung, an den Verhandlungen teilzunehmen. Bitten um dessen Zulassung.

    «Nr. 517 Bericht Johann Stromers an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – [Frankfurt, 7. September 1509]  »

    [1.] Ankunft in Frankfurt und Anmeldung, Nachnominierung Stromers in den Ausschuss; [2.] Beratungen des Münztages: Einteilung der Münzstände in sechs Reichskreise; [3.] Unterredung Stromers mit Johann Storch wegen Beschlüssen des Münztages über den Feingehalt der im Reich gängigen Münzen; [4.] vorbereitende Beratungen der ksl. Vertreter und des Kurtrierer Gesandten für die weiteren Verhandlungen des Münztages.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 21, unfol. (eigh. Or.).

    [1.] Er ist am 5. September1in Frankfurt eingetroffen und meldete sich zuerst beim Bürgermeister und gemäß dessen Empfehlung anschließend beim Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau an, der gemeinsam mit Johann Storch als ksl. Vertreter fungiert. Seine Verspätung entschuldigte er mit der unsicheren Lage in der Umgebung Nürnbergs und mit Verzögerungen beim Geleit. Der Gf. akzeptierte seine Erklärung und eröffnete ihm, dass ein gesamtständischer Ausschuss gebildet worden sei, bestehend aus dem Kurtrierer Rentmeister2, dem kurpfälzischen Amtmann Wigand von Dienheim (Dynant)und ihnen [= Nassau und Storch] für die Kff.[und den Ks.], dem Gesandten des jungen Lgf.[Philipp von Hessen], Konrad von Mansbach (Mansfeld), für die Ff. und schließlich dem gebürtigen Franken und gfl. Königstein’schen Rat Dr. Philipp Siegwein (Schonstain) für die drei Münzstätten [Frankfurt, Nördlingen und Basel] des Gf. von Königstein und für alle übrigen Gff. und Hh., die Gold vermünzen. Er wolle ihn, Stromer, als fünftes [ständisches] Ausschussmitglied für die Städte hinzuziehen.

    Er erklärte sein Einverständnis und wurde daraufhin für den nächsten Tag um acht Uhr zu den Beratungen in das Karmeliterkloster (zu den frauenprudern) beschieden.

    Š[2.] Dann die andern ret gerait 2 tag gesessen und zum tail angefangen, aber noch der haubtartikel kainen angriffen. Also erschein ich zu gedochter ur in dem kloster. Do kam Johann Storch mitsampt seinem secretari und die andern gemelten ret. Do fingen sy an mit der probacien und wurden aldo al stend, so gold munzen, als der konig von Tenmarkt und der kurfursten und fursten, grofen und stette, so golt munzen, allenthalben im Reich sechs zirkel dorauß gemacht und alwegen die gelegensten zesamengeordent und ydem gezirk ein gelegene reichstatt zugeben, darinnen die probacion geschehen soll, dorinnen kain goltmunz ist, ausserhalb der 4 kurfursten am Rein. Die haben ir alt molstett behalten, wie ir alte ordnung3 in sich helt, und sich lauter nicht dorauß furen lassen; daß in also zugeben ist, nemlich Mainz, Pacherach, Cobelenz und Pond [= Bonn], wie dann daß der abschid lauter in sich halten wird, des mir abschr[ift] durch Jo[hann] Storch zugesagt ist etc. Und e[uer] W[ürden] ist zu Bamberg, Pfalz, Wirzburg, Pran[den]burg und Nordlingen ausgetailt. Und ist dem gezirk Rottenburg uf der Tauber zu der probirstatt gegeben. Und furwor, als ich noch sich [=sehe] und merk, wurd es noch recht zugien, wiewol der haubtpunt noch dovorn stundt etc. Und sind auf gedachtem tag fru zu den Carmeliten 2 stund und nochmittags in grof Adolfs herberg 3½ stund gesessen. Und get die sachen langsam zu. Und haben disen ganzen tag allain mit der austailong umbgangen etc. Und furwor meinß gn. H. von Trier rentmaister [Jakob von Mertloch] ganz geschikt und der sachen verstendig, der sich ganz gutwillig erzaigt. Zu dem ich mich fugt, als wir aus den reten giengen, allerlay mit im ret. Unter anderm zepft ich in an, weß er sich vorsehe, wie es doch gehalten wurd mit dem gold. Also sagt er mir, daß er sich versehe, daß gold auf 18½ k[arat] aus dem wasser [= Scheidewasser] halten must. Daß wern meinß ansehens auf 18 k[arat], 4 g[ran] fein, daß dannocht e. W. gold nicht geschwecht oder gehohert wurd. Es wurd auch gestern [6.9.] dovon gehandelt, daß von den 4 kurfursten munzmaistern solten aus dem wasser strichnodelen4 gemacht werden und yden fursten und stetten, so golt munzten, umb ir gelt der gegeben werden, dodurch sich deshalben nymantz entschuldigen mocht etc.

    [3.] Item auf dato pin ich bericht, daß die 4 ret haben gerotschlagt und ein aufzaichung geton deß gehalds halben, nemlich die g[ulden] halten sollen 18½ k[arat] on remedi5 und 107 auf 1½ kolnisch m[ark] und I ort soll ongeverdt sein6 etc. Also fugt ich mich zu Storch und frogt in, waß doch beschlossen wer, Šee und ich herkumen. Also sagt er mir die obgeschr[iebene] maynung. Antwurt ich im, es wurd sich nicht leyden, dann so man also dergestalt wurd munzen, must daß [gemünzte] gold, so itzund gankhaftig, als abgeton werden, daß allen im Reich ze grossem nochtail raichen wurd. Also gab er mir zo antwurt, ich solt zufriden sein. So die sachen ganz beschr[ieben] und zo werk zogen wurd, so wurd ich daß horen. Alsdann mochte ich solche mengel melden. Mochten alsdann die stend die pessern. Es wer auch on zweifel die handlung, so begriffen were, wurd mir nicht mysfallen. Muß ich also gleich gedult tragen.

    [4.] Item, als ich und die andern auf adi 7. Aug.7 in die ret gien wolten, also schikt grof Adolf ze unß, wir solten wider ze hauß gien. Er und Storch und der rentmaister von Trier [Jakob von Mertloch] wolten uber die handlung siczen, die ze werk zihen. Und solten erst auf morgen wider zu im kumen, wolt er unß die furhalten. Also daß die sachen noch langsam vonstatten get etc.

    «Nr. 518 Bericht Johann Stromers an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – Frankfurt, 8. September 1509  »

    [1.] Antrag Königsteins auf Verlegung der Basler Reichsmünzstätte nach Augsburg; [2.] Unterredung mit dem Kurtrierer Gesandten Jakob von Mertloch über das Münzwesen; [3.] Streit Johann Storchs mit Hieronymus Haller; [4.] bevorstehende Verhandlungen über Silbermünzen.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 21, unfol. (eigh. Or.).

    [1.] Gunstigen, liben hern, adi 6 dito hat in reten des von Kunigsteins rot doctor Philip [Siegwein] angefangen und begert von meim gn. hern von Nassau, nochdem ksl. Mt. des Hailigen Reichs munz nymer zu Pasel woll wissen, daß dann sein gnad als ksl. Mt. verordneten gedachte, seinß gn. hern munz wolle gen Augspurg legen; do wurd es seinem gn. hern ganz bequem sein. Aber im kain abschid darauf geben zu der zeit. Hab aber dannocht so vil gemerkt, daß im gewillfart wirt werden etc.1

    [2.] Gunstigen, liben hern, ich hab mich die tag ye zu des von Triers rentmaister [Jakob von Mertloch] geton, der dann furwar der verstendigst unter unß 5 reten ist, der golt und silberin munz halben mit im causirt, wes er sich doch vorsehe, so nun daß gold auf 18½ k[arat] fein solt halten, so muß man dise gulden, so pißher geschlagen, alle abtun. Also gab er mir ze antwurt, es wurd den weg nicht begreyfen. Er hett mir vor zu verstien geben ein maynung, dopei wurd es pleyben. Man wurde auch alle gulden, so pißher Šgeschlagen, so auf 4 gr[an] fein stunden und ungeverlich 107 piß in I ort auf I½ k[ölnische] m[ark] stunden, a-ganghaftig lossen–a. Und sagt mir donebenß, das die marg[gräflichen] gulden vil ze ring werden. Er hett die selbst aufgezogen und die gefunden 109 auf I½ k[ölnische] m[ark]. Und sein gnedigste hern, die 4 kurfursten, weren vor etlicher zeit willens gewesen, die nyderzulegen. Aber ir gnoden hetten daß auch auß ursachen dises tags unterlossen, der maynung, solchs zu verkumen etc. Geben furwor besonder der rentmaister den andern reten Pfalz und Konigstain ye gut sych aneinander der goldmunz halben. Aber furwor pißher nichtz kunen merken, daß sy e[uer] W[ürden] irer munz halben stochern. Es sagt auch gedachter rentmaister, besonder vorsehe er sich, daß e. W. gulden neben den 4 kurfursten fl. gankhaftig wurden bleyben etc.

    [3.] Johann Storch bat ihn, sie unter Anmahnung einer Antwort daran zu erinnern, dass er wegen seines Streits mit Hieronymus Haller um einen Hengst bereits zweimal an die Stadt geschrieben und auch jüngst [auf dem Reichstag] in Worms wegen dieser Sache dem Bürgermeister2Schriftstücke mitgegeben habe.

    [4.] Item, gunstige, liebe herrn, ich versehe mich auch, man werd auf disem tag handlung haben der silbernen munz halben. Und pin bericht, daß auf dise maynung soll furgenommen werden stuck zo gulden und ½ gulden, I ort und ½ ort und nymantz kain geringer silbre munz schlahen dann pfenning und heller zu nottorft. Und alwegen auf der ainen seiten ein adler mit 2 haubtern und in der prust ein schilt mit Osterreich und Burgundi, und auf des adlers haubten ein kaiserliche kronen, und auf der andern seiten des fursten oder herrn oder statt prech3. Deßgleichen soll es also mit dem gold gehalten werden. Schr[eibe] ich e. W., nochdem nichtz dohaimen unß im abschied gegeben, unß ferer bericht dovon zu schr[eiben], dornoch wissen ze halten.

    Item gunstigen, liben herrn, ich hab auch so vil in reten vernomen, waß itzund auf disem tag beschlossen wirt, daß daß entlich wirt sein. Hab ich e. W. nicht wollen vorhalten etc. [...].

    « Nr. Š519 Vorschlag der ksl. Vertreter [Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und Johann Storch] für eine Silbermünzordnung – [Frankfurt, nach dem 8. September 1509]1 »

    [1.] Ablehnung des folgenden Vorschlags durch eine Mehrheit der Münzstände; [2.] Ordnung für Silbermünzen.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22a, fol. 128–129 (Kop.).

    [1.] Item, als in etlichen abscheiden vorgemelter Reichs tage von der silberin munz auch meldung bescheen2, ist darauf von den obberurten ksl. Mt. reten, zu disem tage gefertigt, der silberin munz halber im besten geratslagt, deßhalb nachvolgend artikl begriffen und allen obbestimbten geschickten botschaften furgehalten. Der etlich darauf geantwurt, wie dise vertagung lut des nehern abschids zu Wormbs allain der gulden munz halber furgenommen, inen auch von iren herschaften kain gewalt oder bevelich gegeben were, von der silberin munz zu handeln. Besorgen auch, wo dieselben, wie davon begriffen sey, aufgericht und furgenomen werden solt, das durch etliche, so berkwerk und des silbers grosse menige und vor andern merklich vortail hetten, der vorberurten silberin munz so vil munzen lassen, das die silberin munz uberhand nemen, das golt dardurch verdringen, aus dem Heiligen Reich bracht und die gulden munz in merklichen abfal komen wurde.

    Darumb ist des nachvolgends artikels keiner botschaft dann allein den Trierschen, die des guten gefallen gehabt, copy gegeben worden.

    Und stet by ksl. Mt., was ir maiestat darin furnemen, tun oder lassen will.

    [2.] Und nachdem die handlung der kaufmanschaft gewerb und hantierung, auch gemainer nutz des Heiligen Reichs nit allein auf die gulden munz gestellt, sonder noch daneben die silbrin munz teglich gebraucht wurd und aber etlich zeit her mit der silberin munz vil abfals, ringerung und mißprauchs, daraus landen, leuten und gemainem nutz merklicher schad und nachtail erwachsen, geubt ist, solichs zufurkomen und damit hinfuro ein bestendig silberin munz, der sich meniglich betragen, allenthalben im Reiche sein und gehalten werden moge, so ist fur nutz, not und gut angesehen, das ain ieder churfurst, furst, herschaft oder stett, in obgemelten kraisen begriffen, der grob silberin munz slahen oder munzen lassen wolt, mag tun, munzen und slahen, wie hernach volgt und anders nit:

    Nemlich zwen gross silberin pfenning, der XVI glich gestuckelt auf ain mark und ain yedes stuck in sonderheit gerecht gemacht auf ein lot und derselben zwen einen reinischen gulden; oder ander pfenning, der XXXII gleich gestuckelt Šauf ein mark und ein stuck in sonderheit auf ein halb lot und derselben vier einen reinischen gulden; oder ander, der LXIIII gleich gestuckelt auf ein mark und iglich stuck in sonderheit auf ein quinten [= Quent], alles colnischen gewicht, geen und der acht einen reinischen gulden gelten sollen.

    Und soll von allen und iglichen derselben pfenning gross und klain die mark vorgemelts gewichts eilfthalben pfenning feyns silbers halten. Und das gebreeg auf allen vorgemelten pfenningen gross und klein geslagen und gemunzt werden in allermassen, wie hievor von der gulden munz geschriben ist.3

    Und soll ain iglicher churfurst, furst, herschaft oder stat, so in obbemelten kraisen bestimbt oder sunst im Heiligen Reiche gesessen, der oder die klainer wan die obberurt silberin munz zu slahen haben, by der ordnung, wie ein yeder die seiner silberin munz halb von alters gebraucht und gehabt hat, pleiben. Doch daby vlyssigs aufsehens haben, das dieselb klain silberin munz igliche nach irem werd der obbemelten groben munz, sovil muglich ist, gemeß sy, damit dieselb grob munz nit wider gebrochen, ander klein, geringe monz daraus gemacht und der kauf des silbers deßhalb aufsteigen werde, wie dann bißheer bescheen ist.

    «Nr. 520 Münzprobation – [Frankfurt, 11. September 1509 oder kurz davor] »

    Edelmetallgehalt im Reich gängiger Goldguldensorten.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, Nr. 22a, fol. 124’–125 (Kop., Überschr.: Die nachgeschrieben gulden sind auf dem kayserlichen tage zu Frankfurt XVCVIIII probirt und am gehalt und aufschnidt erfunden, wie hernach volgt.).

    Wurzburgische halten XVIII½ grade [= Karat] am gehalt.

    Pfalzgravische mit den dryen schilten XVIII½ grad.

    Straßpurgische halten XVIII½ grad am gehalt.

    Baßler gulden halten XVIII½ grad am gehalt.

    Kunigsteinische mit sant Johanns halten XVIII½ grad und felen am aufschnidt ½ gulden.

    Nurmbergische halten XVIII½ grad, felen [am] aufschnidt I½ ort.

    Costenz felen ½ green [= Gran] am aufschnidt.

    Sechsische mit ainem schilt felen ½ green am gehalt, sind am aufschnidt gerecht.

    Sechsische mit zwaien schilten felen ain green am gehalt, sind am aufschnidt gerecht.

    Bambergische felen ½ green am gehalt.

    Baden felt ½ green am gehalt, sind am aufschnidt gerecht.

    Bergische felen ½ green am gehalt.

    Ein bayrischer gulden mit einem schilt helt am gehalt XVIII½ grade und etwas hinuber.

    Lunenburg felen IIII green am gehalt.

    ŠBrandenburger halten am gehalt XVIII½ grad, felen am aufschnidt ½ gulden.

    Weinsperger mit einem mergenpild [= Marienbild] halten XVIII½ grad am gehalt.

    Hamburg felen I½ green am gehalt.

    Wirttemberg felen am gehalt I½ green steif, sind am aufschnidt gerecht.

    Innsprugger gulden felen am gehalt steif I½ green.

    Landgravisch halten am gehalt XVIII½ grade.

    Kunigstainische mit dem mergenpild felen ½ green am gehalt.

    Muncher mit einem mergenpild, kniet ein pild1 im harnisch, felt am gehalt III green.

    Salzpurger mit der ruben, felen am gehalt III green, sind am aufschnidt gerecht.

    «Nr. 521 Beschlüsse des Frankfurter Rates im Zusammenhang mit dem Münztag – Frankfurt, 11./13. September 1509 »

    Frankfurt, ISG, BMB 1509, fol. 48, 48’, 50.

    Druck: Lersner, Chronica II, S. 578 (nur Eintrag zum 11.9.).

    Referiert bei Schneider, Untersuchungen, S. 23; Ders., Goldgulden, S. 98f. (jeweils nur Eintrag zum 11.9.).

    /48/ (Feria tercia post nativitatis Marie [11.9.]). Als doctor Philips Siegewyn einen zetel ubergeben, darin XX[er]ley gulden verzeichent stee, nemlich [Gf. Eberhard von] Konigstein mit sinen drien monzen, Salzburg, Saxen, marggrave Joachim [von Brandenburg], Bamberg, Wirzburg, Obern- und Nidernbeyern, Wirtenberg, Hessen, Baden, Meckelburg, Pomern, Straßburg, Friburg, Costenz, Nurenberg, Hamburg, Lunburg, von iglicher sort XIIII fl.

    /48’/ Item statschriber [Melchior Schwarzenberg] sal sich zu u[nserem] hern grave Adolfen von Nassauwe oder Johann Storcken fugen und inen zu erkennen geben, daß der rate soliche gulden nit habe und konnen iren gnaden hirmit nit wilfaren.

    /50/ (Quinta post nativitatis Marie [13.9.]). Der ksl. Mt. reten und den geschickten von steten, so der monz halber gehandelt haben, Johan Cristan fur eyn schriber lihen.

    «Nr. 522 Weisung der Nürnberger Hh.Älteren an den Ratsherrn Johann Stromer – Nürnberg, 14. September 1509 »

    Anweisungen für weitere Verhandlungen über Silbermünzen.

    ŠNürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 227–227’ (Kop., freitag des hl. creuztag erhohung; Vermerk über Siegelung des Or. durch den Altbürgermeister Leonhard Grundherr)1.

    Bestätigen den Eingang seines Berichts über die Verhandlungen wegen der Gold- und Silbermünzen [Nr. 518]. Die ist uns von dir zu gutem dank. Lassen uns auch das angezaigt furnemen der guldin munz halben ganz wolgefallen, der hoffnung, das dardurch unser guldin wol besten und pleiben werden. Darinnen wollest, wie uns nicht zweivelt, vleiß ankeren. Aber von wegen des furnemens in der silbrin munz, das man hinfuro stuck zu guldin, halben guldin, ortern und halb ortern und sunst nicht geringer munzen sollt, außgenommen pfening und haller, darinnen tragen wir etlichermaß beschwerung, angesehen, das sich solche munz bey uns in taglichem geprauch nicht wol leyden mocht; es wer dann, dz daneben die vor gemunzten schillinger, zehner und funfer nichtsdestmynder fur und fur in irem wert pleiben. Und so dasselb die maynung (darfur wirs halten, der andern fursten und herren etc. munz halb gemuet auch sey), nachdem dann derselben bey uns uberflussig und gnug vorhanden, mocht kain schad sein, liessen uns auch gefallen, das damit stillgestanden und der in etlichen jarn nicht mer gemunzt wurden. Und welchen dan geliebet, die neu furgenomen munz der obgemelten stuck ze schlahen oder nicht, das es zu seinem willen stund. So tragen wir des geprechs halben, wie das angesehen, kain beschwerung, dweyl aim yedem zugelassen wirdet, auf die ain seyden sein aigen gepreg ze machen. Sie wollten ihm dies entsprechend seiner Bitte um Anweisungen für die weiteren Verhandlungen mitteilen.

    [PS] Übersenden ihm ihre schon früher an den ksl. Hof abgegangene Antwort wegen der Schuldforderung Johann Storchs an Hieronymus Haller2.

    «Nr. 523 Abschied des Frankfurter Reichsmünztages – Frankfurt, 14. September 1509 »

    [1.] Unterbliebene Umsetzung bisheriger Reichsbeschlüsse zum Münzwesen, Einberufung des Frankfurter Reichsmünztages; [2.] künftige Prägungen von Goldmünzen nach dem Vorbild der kurrheinischen Münzen, Verbot unterwertiger Münzen; [3.] Vorschriften für Münzbild und Legende; [4.] Probationsordnung, Abhaltung von Kreisprobationstagen, Abhaltung eines jährlichen Reichsprobationstages; [5.] Sanktionen bei unterwertigen Prägungen; [6.] Kontrollprobation auf Antrag der Münzmeister; [7.] Vernichtung minderwertiger Münzen; [8.] Bestrafung der Münzmeister bei schwerwiegenden Verstößen; [9.] Bestrafung widersetzlicher Münzstände; [10.] Vereidigung und Pflichten der Münzmeister; [11.] Verpflichtung der Münzmeister zur Verwendung von Probiernadeln; [12.] Vereidigung und Pflichten der MünzŠwardeine; [13.] Vereidigung und Pflichten der Münzschmiede und -gesellen, Ahndung von Vergehen; [14.] Vereidigung und Pflichten der Kreiswardeine; [15.] Regelung des Geleits für die Teilnehmer von Münztagen; [16.] Verbot der Edelmetallausfuhr aus dem Reich, Bestrafung bei Zuwiderhandlung; [17.] Kreiseinteilung für die Münzstände im Reich; [18.] Ratifizierung der Münzordnung durch Ks. Maximilian, Einberufung eines weiteren Münztages nach Worms; [19.] Sanktionierung des Fernbleibens vom Münztag, Publikation der Münzordnung; [20.] Teilnehmer am Frankfurter Reichsmünztag.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 3, unfol. (Kop. mit Randvermerken, die den Inhalt kennzeichnen; Aufschr.: Abschied deß kaiserlichen tags zu Frankfurt an dem Mayn, der guldein munz halben, im monat Septembriß 1509.Überschr.: Abschaid des kaiserlichen tags der gulden munz halber, im monat September 1509 zu Frankfurt am Mayn gehalten.) = Textvorlage A.1 Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, Nr. 22a, fol. 110–124 (Kop., Überschr. wie A) = B. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 5–17’ (beschädigte Kop., Überschr. wie A) = C2. Bamberg, StA, A 85, L. 339, Nr. 1094, unfol. (Kop., Überschr. wie A) = D. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, E-Laden Akten, Nr. 19, unfol. (Kop., Aufschr. und Überschr. wie A) = [E]. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 243, fol. 1–18 (Kop., Überschr. entsprechend A). Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 957, fol. 141–152’ (Kop., Überschr. wie A).

    Druck: Hirsch, Münz-Archiv I, S. 200–209.

    [1.] Als auf dem grossen reichstage zu Wormbs, auch nachvolgend auf gehalten reichstegen zu Lindau, Freiburg, Augspurg und sonst in andere wege der gulden munz halb vil gehandlt, inhalt der abschid, auf solichen reichstagen beschlossen und gemacht3, aber der keinem nach seinem inhalt bißhere, villeicht aus merklicher verhinderung und gescheft, vollnzug beschehen, daraus dan dem Heiligen Reich, teutscher nation und gemainem nutz merklicher schade und nachtail erwachsen. Welichs alles röm. ksl. Mt., unser allergenedigister herr, als der, so aus schuldigen pflichten und angeborner gutigkait zu stattlicher furdrung gemains nutzs und aller land und leut begirlichs gemuts genaigt ist, zu herzen gefurt, deßhalben churfursten, fursten und stende des Heiligen Reichs, so auf jungstgehaltnem reichstage zu Wormbs versamelt gewest, ernstlichen bevolhen Šgehabt, das sy auf vor geubte handlung und abschid gehaltner reichstege der gulden munz halber entlichen handeln und beschliessen solten, domit sich alle oberkait, sovil ain iglichen das berurt, nach beger der röm. ksl. Mt. und zu furdrung gemains nutzs verrer darnach wissen zu halten. Darauf dan durch die versamblung desselben Reichs tags zu Wormbs etwas handlung furgenomen und zu entlichem beschluss auf den dritten tage des monats Septembris dis XVC und IX. jars ain nemlicher tage gein Frankfurt an den Mayn bestimbt und alle stende des Heiligen Reichs, so gulden munz schlahen, durch ir ksl. Mt. darzu erfordert und beschriben sein, alles inhalt der abschid [Nr. 303, § 15] und tagsbrif [Nr. 305], deßhalb außgangen.

    Das demnach durch churfursten, fursten und stende des Reichs rete, sovil der auf vorgemelt ksl. Mt. erfordrung auf gemeltem tage zu Frankfurt erschinen sein, die abschaid aller obgemelten reichstege, auch wes nach irem verstand, rat und gutbedunken nach aller gelegenhait dinstlich, nutzlich oder ersprießlich sein mage, mit hechsten vleis erwegen und darauf dise nachvolgende maynung und entliche handlung abgeredt und beschlossen haben, nemlich:

    [2.] Zum ersten, als die vier churfursten am Rhein von vil und langen jaren here ain lobliche guldene munz gehabt und noch haben, darauf alle contract, verschreibung und verpflichtung im Heiligen Reiche gestelt und aufgericht sein, die aber mit der zeit durch vil andere bey- und nebenmunzen in abfal und ringerung gewachsen, also das aus merklicher notdurft bey kurzverschinen jaren mit zeitlicher vorbetrachtung kunftigs und weiters unrats sie zu besserer bestendigkait irer gulden munz den gehalt derselben auf XVIII½a grad feins und den aufschnidt auf hundert und VII auf anderthalb colnisch mark geordent haben.4

    Dweil nun alle andere gulden munz im Heiligen Reich nach inhalt ksl. und kgl. freiheit, deßhalb außgangen, als sich genzlich zu versehen ist, der obgemelten churfursten munz mit gehalt und aufschnidt vergleichen solle, daz aber bey etlichen nit erfunden, deßhalb ksl. Mt. zu furdrung gemains nutz (als ir Mt. wol geburt) bewegt ist worden, darein zu sehen, domit ain bestendig gulden munz, die in allen contracten und handlungen durch das ganz Romisch Reich werschaft sey, genomen und gegeben werden solle, verordnen werde: So ist geratschlagt und ermessen, das hinfuro alle churfursten, fursten und stende des Heiligen Reichs, so auf freihait und begnadung romischer kaiser oder konig gulden munz zu schlahen haben, ir gulden munz darauf bordnen Šund schicken–b lassen sollen, das alle gulden, so auf iren munzen gemunzt werden, XVIII½ grad feins golds, III½ grad weis und II grade rot in der schickung [= Legierung] haben, auch hundert und VII und nit mer auf I½ colnisch mark ganz schon und außberait und mit allem vleis gleich gestuckelt und aufgeschnitten geen und dieselben auch und ain iglich stuck besonder nach dem richtsphenning durch ainen yden wardyn aufgezogen werden sollen.

    Item sollen hinfuro die ytzgemelten und andere gulden, so vor diser ordenung gemunzt und am gehalt und aufschnidt derselben ordenung gemeß sind mit dem gewicht, und sonst kein andere gulden fur werschaft genomen und gegeben werden.

    [3.] Item sollen alle churfursten, fursten und stende des Reichs, so gulden munz zu schlahen haben, ire gebreg auf die gulden dermassen verordnen, das auf ainer seiten ain schilt, darin ain kaiserlicher adler mit zwaien haubtern und auf dem schilt ain zirliche kaiserliche cron und in der umbschrift „Adiutorium nostrum in nomine Domini“ [Ps 124,8] stee, oder wie solichs ksl. Mt. gefellig sein wurde. Und auf der anderen seiten an den gulden, so die vier churfursten am Rhein schlahen werden, dweil sie bißhere samentlich gemunzt haben und noch miteinander munzen, desselben churfursten wappen, in des munz die gulden gemunzt werden, in der mitte und darumb der ander III churfursten wappen oder sunst, wie sich dieselben vier churfursten vertragen oder verainigen werden, und in der umbschrift desselben churfursten namen mit der laufenden jarzal. Und die anderen churfursten, fursten und stende sollen auf der ainen seiten auch den adler mit der cron und umbschrift, wie obstet, und auf der anderen seiten ir iglicher sein wappen und in der umbschrift sein namen und laufenden jarzal schlahen.

    [4.] Und domit die vorgemelt gulden munz in aufrichtigem, bestendigem wesen pleiben, gehanthabt und gehalten werden moge, so ist geratschlagt und beschlossen, als auch die merklich notdurft erfordert, das hinfur ain iglicher churfurst, furst, herschaft oder stat des Heiligen Reichs, so gulden munz zu schlahen han und in diser ordenung und den nachgemelten kraisen begriffen sein, auf iren munzen ain eyserin buchsen mit vier schlossen und oben mit ainem zimlichen schlietzloch, darein die proben gesteckt und in dieselben buchsen bracht werden mogen, haben und ain yglicher wardyn auf der munz, darzu er bestelt und geordent, von stund an, so ain werk golds gemacht und außberait ist, zuvor und ehe er solich werk ausgen last, ainen gulden aus der ganzen summa des werks ungevarlich nemen, in ain bapir verschliessen, darauf den tage, auf welichen solich werk gemacht ist, auch wie vil desselben werks sey, aigentlich schreiben und alsdan dieselben probe also in dem bapir verschlossen in die gedachten buchsen tun und es also fur und fur mit iglichem werk golds, so bey ime gemunzt wirt, halten solle. Und die vier schlussl, zu vorgemelter buchsen gehorig, sollen ainer bey dem fursten, herschaft oder stat, dem soliche munze zustet, und die anderen drey bey dreyen anderen fursten, herschaften oder stetten, in der krays dieselben munz begriffen ist, wie sich dan die stende Šdesselben krays des miteinander vertragen und verorden, pleiben und gelassen werden.

    Item es soll auch ain iglicher furst, herschaft oder stat, in ydem der nachgemelten krais angezaigt, zu zwaien malen ains yden jars, nemlich auf den sontage reminiscere [= zweiter Fastensonntag] und auf sant Lorenzen tage [10.8.], alles gegen dem abent in der stat, die zu der probacion desselben krais benennt und verordent ist, einen oder zwen seiner rete, die der munz (sovil muglich ist) verstendig sein, auch sein munzmaister und wardin, derselb wardin dan die puchsen, darin die proben sein, alspald mit ime zu der probation bringen soll, haben, des anderen tags fru mitsambt anderen reten, munzmaistern und wardin, so von anderen fursten, hereschaften oder stetten desselben krais dohin geschickt werden, an ainem ende in derselben stat, des sich dieselben geschickten rete alle oder der merer tail miteinander verainigen, probatz anzufahen und alle gulden munz, so in demselben krais gemunzt und in den buchsen dohin bracht sein, nach aller notdurft, wie sich gepurt, zu probiren. Und die vier fursten, herschaft oder stat, den die vier schlussel zu iglicher buchsen ainer yden munz bevolhen sein, solle ain iglicher den slussel, ime ubergeben, bey seinen reten auf dieselb probacio schicken. Und so man die probacion anfahen will, sol ain buchs nach der anderen in beywesen aller vorgemelter rete, so auf derselben probatio erscheinen, aufgeschlossen, die proben aus iglicher buchsen durch dieselben rete genommen, dem gemainen probirer desselben krais underschiedlich uberantwurt und mit vleis verfugt und aufgesehen, das ains yden fursten, herschaft oder stat gemunzt gold, so aus ains iglichen buchsen genomen ist, ains nach dem andern aigentlich probiert und nit undereinander vermuscht oder verwechselt werde. Und so alle proben aus den buchsen genomen sein, sol alspald in beysein aller vorgemelten rete ain iglich buchs mit iren vier schlossen wider zugeschlossen, dem wardin, dem die zustet, uberantwurt und die schlussel, darzu gehorig, ainem yden, der die vor gehabt hat, wider gegeben werden, der dieselben auch bey ime getreulich verwaren und obberurter massen zu nechstvolgender probatz wider schicken solle.

    Und sol der rat in ainer iglichen stat, darin die probatz ains yden krais gehalten wirt, zwu oder drey dapfer, geschickt personen aus inen, die (sovil muglich ist) der munz verstand haben, zu ainer iglichen probatz verordnen, die von wegen ksl. Mt. und aller stende des Heiligen Reichs vom anfang bis zum ende bey allen sachen der probacion seien und vleissig aufsehens haben, domit solich probacion ordenlich und, wie sich gepurt, vollendt werde.

    Item sol ain iglicher gemainer probirer ains yden krais alle proben ains yden fursten, herschaft oder stat, so ime aus der buchsen uberantwurt und durch ine probirt sein, wie er die alle und igliche besonder an der prob gerecht oder ungerecht funden hat, in ain besonder register, darzu gemacht, bey seinem aide clarlich, underschidenlich und getreulich aufschreiben. Und so alle proben also durch ine aufgeschriben sein, sol dasselb register durch drey fursten, herschaft oder stat rete, so aus demselben krais zu solicher probatz geschickt weren, aignen Šhenden underschriben und durch den rat derselben stat, do solich probatz gehaltenc ist, in ainem irem brief, darin sie ksl. Mt., auch churfursten, fursten, herschaft oder stet reten, so in iglicher messen zu Frankfurt am Mayn der gulden munz halben sein, aigentlich schreiben und zu erkennen geben sollen, wie sie bey der probatz gewest und was sie laut des gemelten registers gesehen und gefunden haben, aigentlich und wolverwart eingeschlossen und mit irer stat sigl zugesigelt und derselb brif den gedachten reten des bemelten krais behendigt werden.

    Item sollen die rete, so aus iglichem krais zu probacion geschickt sein, von stund, so ine der itzgemelt brif mit eingeschlossenem register uberantwurt ist, zwen aus inen allen verordnen, die mit demselben brif, auch credenzbrifen, so ine von anderen iren mitreten alspald gegeben werden sollen, von wegen aller fursten, herschaften oder stetten, in demselben krais begriffen, in den Frankfurter messen, nechst nach solicher probacion volgend, nemlich ains yden jars in der vastenmess auf den palmtage [= Sonntag vor Ostern] und in der herbstmessen auf unser lieben Frauen tage nativitatis [8.9.] alles gegen dem abent zu Frankfurt sein und des anderen tags darnach auf dem rathaus doselbst bey ksl. Mt., auch churfursten, fursten und anderen reten, so aus iglichem krais dahin verordent werden, erscheinen, denselben reten ire credenz- und andere vorgemelte brif uberantwurten und furter mit inen nach notdurft und gelegenhait der sachen handeln und ratschlagen sollen.

    [5.] Und ob ainer oder mer munzmaister der nachgemelten krais auf den probacion ains yden krais an ainem oder mer werk gelds, so sie gemunzt, umb ain halb oder ganz grein gefelet hetten und doch am aufschnidt gerecht erfunden werden, sol die puß und straf solichs fals dermassen gehalten werden, das der munzmaister, der solichen fall umb ain halb green getan het, zum ersten und schiristen darnach, so er widerumb gold munzen wirt, ain werk golds von also vil marken, als des werks, daran er gefelt hat, gewest ist, machen und ain iglich mark desselben werks umb ain halb green besser dan auf XVIII½ grad schicken und außberaiten. Und sol domit der fall des halben greens gebessert sein. So aber umb ain ganz green an ainem oder mer werken gefelt were, sol der munzmaister denselben fursten, herschaften oder stetten, in der krais solicher fall und probacion geschehen ist, zu steur des unkostens, den sie auf die munz wenden, fur iglichs green, sovil sich die nach anzal der werk, daran er gefelt het, zusammengerechnet in ainer summa laufen wurden, drey green nach gemainem dkauf und lauf–d des feynen golds unableßlich zu bezalen schuldig sein und alsdan der munzmaister und wardyn solichs fals halber nit weiter gestraft werden.

    [6.] So aber den munzmaister, der also am gehalt umb ain green oder ain halbs bruchig funden were, bedunken wolt, das in der proben gerirrt oder Šsunst mit dem wasser nit gleich zugangen were und sein gemunzt gold besser zu sein vermaint und soliche proben noch ainmal zu probiren begert, sol man ine solichs vergonnen und zulassen und dem gemainen probirer zwen aus den reten und zwen aus den wardynen, so auf derselben probacion sind, zugeben, die bey der zwaiten proben sein und gut aufsehens haben sollen, domit nymand verkurzt werde. Wurde dan der munzmaister abermals wie vor bruchig funden, sol er den costen der zwaiten proben und sonderlich, was der fursten, herschaften oder stetten reten, zu derselben probacion geschickt, mit dem, das sie lenger bleiben und der zwaiten proben hetten außwarten mussen, kostens aufgangen were, außrichten und bezalen. Und sol man inen alsdan weiter nit probiren, sonder vorgemelter massen strafen.

    [7.] Wo aber der churfursten, fursten, hereschaften oder stetten, in nachgemelten kraisen bestimbt, munzmaister ainer oder mer an ainem oder mer werken uber das ganz green oder sonst am aufschnidt durch den wardin ir ydes munzen ungerecht oder bruchig funden wurd, sol derselb wardin bey seinen aiden und pflichten und straf leibs und guts dasselb ungerecht werk nit bregen oder ausgeen lassen, sonder dasselb von stund an zurschneiden und den munzmaister verpessern und widerumb vermunzen lassen.

    [8.] So aber daruber auf ainicher der vorgemelten munzen ain oder mer werk, die uber ain green am gehalt oder sonst am aufschnidt nit gerecht gemacht, gemunzt und nitdestmyndere ausgen und nitf zurschnitten wurden und solichs ausserhalb des churfursten, fursten, herschaft oder stat, der munzmaister oder wardyn sie weren, wissen oder willen, als sich genzlich zu vermuten ist, beschehe, sollen derselb munzmaister und wardyn samentlich und sonderlich der ksl. Mt. und den churfursten, fursten, herschaften oder stetten, in der krais solicher fal geschehen were, an leib und gut zu strafen verfallen sein und die straf des guts der ksl. Mt. halb und der ander halb tail den stenden desselben krais zusteen.

    [9.] Wurde sich aber begeben, das ainem oder mer churfursten, fursten, herschaften, steten oder stenden des Heiligen Reichs, so von romischen kaysern oder konigen gelt zu munzen gefreit weren oder kunftiger zeit gefreit werden mochten, auf dise ordenung des Heiligen Reichs zu munzen nit ggelegen oder gemaint–g sein wolt, der oder dieselben sollen der gemelten irer freyhaiten nit gebrauchen, sonder domit stillsten, biß so lang sie sich diser ordenung vergleichen und gemes halten. Wo aber ir ainer oder mer daruber munzen und sich diser ordenung in ainichem artikl ungemess halten wurden, der oder dieselben sollen der gedachten freihait, inen der munz halber gegeben, zu ewigen zeiten entfreyt und entsetzt und darzu funfzig mark lotigs golds, halb ksl. Mt. und den anderen halben tail zu gemainem nutzs des Heiligen Reichs unableßlich zu bezalen verfallen sein.

    Š[10.] Item ain iglicher churfurst, furst, herschaft oder stat, in nachgemelten kraisen begrifen, der oder die sich diser ordenung gemess halten und munzen will, sol ain besonder schmitten munz, auch ainen redlichen, verstendigen munzmaister haben und derselb munzmaister ksl. Mt., seinem fursten, herschaft oder stat, des oder der munzmaister er sein wurde, auch allen stenden des Reichs mit glubden und aiden verpflicht sein und soliche pflicht anfenglich durch seinen herrn, des munzmaister er ist, von ksl. Mt., auch aller stende des Reichs und sein wegen emphangen werden. Und sol auf die ersten probacion darnach derselbe munzmaister dem rat der stat, darin die probacion gehalten wurde, von wegen und in namen ksl. Mt. und darnach allen reten, so zu derselben probacion geschickt werden, von wegen irer herrn globen und schweren, das er dise ordenung, sovil ine die berurt, stet und vest halten, sich auch von seinem herrn oder stat nit tun oder abschaiden well, es seien dan zuvor alle werk, so er von gold gemunzt het, auf der gemainen probacion probirt, auch er durch sein hereschaft geurlaubt und seiner getonen pflicht doselbst erledigt; und ob er an seinen munzen etwas gefelt, das er zuvor darfur genugen geton habe. Das er auch kain ander munz, dan in diser ordenung begriffen, bey diser annemen, auch dieselben durch sich oder ymand anderen nit regiren, verwesen oder verlegen noch tail oder gemain daran haben, noch auch kein gold oder silber in den furstentumben, herschaften und stetten, in diser ordenung begriffen, oder auch sonst im Reich einkaufen oder aufwechseln und dasselb in frembder nation noch andere munzen, die diser ungemess sein, durch sich oder ymand anderen von sein wegen lifern oder verschaffen, sonder was er des vorgeschribener massen uberkommen wirt, auf seins herrn oder stat munzen vermunzen oder sonst auf andere munzen, die diser ordenung gemess und in nachgemelten kraisen sein, lifern. Das er auch, sovil an ime ist, mit allem vleis darob sey und das solichs durch andere nit beschehe, auch mit seinem wardyn und munzergesellen kein vorwort oder geding, die diser ordenung in ainichem wege zuwider sein mochten, haimlich oder offenlich abreden oder machen, sonder alles das, so zu handhabung und becreftigung diser ordenung dienen moge, mit allem vleis getreulichen tun, furdern und vollnziehen wolle.

    [11.] Es sol auch ain iglicher munzmaister, so in den nachgeschriben kraisen golt munzen wirt, ain gulden nadl auf dise und der churfursten ordenung gericht haben und dieselben von der churfursten am Rhein gemainen probierer, der ainem yden die auf sein ungevarlich erfordern umb zimlich bezalung verfolgen lassen soll, nemen und sein gulden munzen nach derselben nadl ordnen und machen.

    [12.] Desgleichen sol ain yder churfurst, furst, hereschaft oder stat der gemelten krais, der oder die sich diser ordenung gemess halten und munzen will, ainen besondern wardin auf seinen munzen haben und denselben selbs belonen. Derselb wardin ksl. Mt., seinem fursten, herschaft oder stat, des oder der wardin er sein wurde, auch allen stenden des Reichs mit glubden und aiden verpflicht sein und solich pflicht anfenglich durch seinen herrn oder stat, des Šoder der wardyn er ist, von ksl. Mt. und seiner herschaft, auch aller stende des Reichs wegen emphangen werden. Und auf die erst probacion darnach sol derselb wardin dem rat der stat, darin probacion gehalten wurde, von wegen und in namen ksl. Mt. und darnach allen reten, so zu derselben probacion geschickt werden, von wegen irer herrn globen und schweren, das er dise ordenung, sovil ine betrifft, stet und vest halten und sonderlich, das er zu yder zeit auf seins munzmaisters gesynnen, begeren und costen alle und igliche eysen, sovil der munzmaister derselben zu der gulden munz notdurftig sein wurde, mit dem gebreg, umbschrift und anderen, wie hievor verordent ist, auf das allerraynischt, scherpfist und werklichist, so daz ymmer gesein mage, furderlich machen lassen, dieselben eysen, so die gemacht sein, zu seinen handen nemen und zu kainen anderen handen komen lassen. Das er auch, so der munzmaister derselben eysen zu gebrauchen notdurftig sein und er deßhalb von ime erfordert wurde, alsdan mit denselben munzeisen unverzogenlich auf die munz komen und das werk golds, so der munzmaister zu demselben mal bregen lassen wolt, mit der mark aufziehen und wegen und, wie vil des sey, aufzaichnen und darnach die gemelten eisen dem schmittenmaister [= Schmiedemeister] auf der munz, die gulden domit zu bregen, libern, auch von der schmitten und eisen, zuvor und ehe das werk golds ganz abgemunzt ist, nit abschaiden wel, es wer dan, das dasselb werk so gros sey, das solichs in ainem tage nit abgemunzt werden mocht. Alsdan solt er, so er gegen der nacht von der munz abschaiden wolt, solich gebregt und ungebregt gulden, so auf der munz weren und er vor mit den gewicht gewogen hat, in ain gewarsamen behalt verschliessen und versorgen und den schlussel darzu behalten und des anderen tags, so man weiter munzen wolt, die schlussel und eysen wider auf die munz bringen und den munzergesellen das golt und eisen widerumb zu handen geben. Und solich gold ganz gemunzt und berait ist, sol der wardin, zuvor und ehe er solich golt ausgen last, iglichs stuck der gemunzten gulden in sonderhait nach dem richtsphenning aufziehen und vleissig aufsehens haben, das dieselben gulden all gerecht und gleich gestuckelt sein, wie dan dise ordenung inhelt. Und weliche gulden er dem richtphenning ungleich erfindt, die soll er von stund an alle zurschneiden und anders vermunzen lassen, wie obstet. Auch sol er ernstlich aufsehens haben, das die gulden mit vleis gemunzt und gebregt werden und, zuvor und ehe er die gulden ausgeen last, dieselben mit dem wasser vleissiglichen versuchen. Und so er die zu krank geschickt5 erfunde, derselben nith außgeen lassen, sonder zurschneiden, es wer dan, das der munzmaister die auf sein abenteuer ausgeen lassen und solichs auf der probation verantwurten welt. So sol eri solichs auf die Šproben desselben werks aigentlich schreiben und auf der probation anzeigen. Wo er aber erfunde, das die gulden am aufschnidt ungerecht oder uber ain green zu gering weren, so sol er dieselben in kainen wege ausgeen lassen, jsonder die zuschneiden und wider vermunzen lassen–j, wie vor stet. Er sol auch, ehe er das golt, so gerecht erfunden ist, ausgen last, auß dem gemainen haufen des gemachten golds ungevarlich ainen gulden nemen, den in ain bappir verschliessen und darauf den tage, auf welichen das werk gemacht, auch wie vil des werks ist, aigentlich schreiben und furter also verschlossen in die buchsen werfen. Und das alles tun, so oft und vil ain werk golds auf derk munz gemacht wirt. Und so man zu zwaien malen im jar zu probacion ziehen wirt, sol er mit den reten und munzmaister, so zu der probacion geschickt werden, auf seiner herschaft kosten mitziehen, die buchsen mit den proben mit ime dohin bringen und laut diser ordenung probiren lassen. Und so die probation geschehen und die buchs wider verschlossen ist, dieselben bey sich nemen und furter handeln, wie vor gemelt ist.

    Auch so ainich eysen auf der munz abgeen und darauf zu munzen nit mer tuglich wurden, solich eysen sol er zu ime nemen und das breg darauf zurschlagen, also das man dasselb nit mer erkennen noch domit munzen moge, und die stuck dem munzmaister widergeben.

    Er sol auch mit dem munzmaister noch munzgesellen kain besondere oder haimlich abrede oder verstentnus, auch mit dem munzmaister weder tail noch gemain an allen dem, das die munz berurt, nit haben, auch kain geschenk oder liebnus6, wie man das erdenken mocht, durch sich oder ymands anders emphahen oder nemen lassen, noch ichts handln oder furnemen, das in einichen wege diser ordenung zuwider oder abbruch gesein mocht, sonder er soll die nach allem seinem verstentnus und vermogen mit getreuem vleis, sovil an ime ist, handhaben, furdern und volnziehen etc.

    [13.] Item sollen die schmittenmaister und munzgesellen, so auf den munzen ainer oder mer in nachgeschriben kraisen arbaiten werden, dem churfursten, fursten, hereschaften oder stat, auf des oder der munzen sie bestelt sind, irem herrn oder stat in namen und von wegen ksl. Mt. allen stenden des Reichs und sein herrn globen und zu den heiligen schweren, dise ordenung, sovil sie berurt, die ine dan von irer herschaft, die sie annymbt, furgehalten werden soll, vest und stet zu halten und mit getreuem und hochsten vleis zu vollenziehen und zu handhaben und dawider nit zu tun, auch von dem munzmaister noch sonst ymands von seinen wegen schenk, gab oder liebnus zu nemen, noch ainig vorwort, geding oder contract weiter dan umb iren geburlichen lon mit Šmunzmaistern oder wardyn zu machen, noch mit ir ainichem der munz halb tail noch gmain zu haben oder sonst ichts zu handeln oder furzunemen, dardurch dise ordenung uberfaren oder verhindert werden mocht, bey pene des mainaids und darzu, daz der oder dieselben, so dermassen uberfaren hetten, hinfuro in kainer des Reichs munzen zu arbaiten angenomen werden sollen. Wo aber ire uberfarung und verhandlung merklich und gros were, so sol die straf derselben zu ksl. Mt. und den stenden des Heiligen Reichs steen und der uberfarer darfur allenthalben im Heiligen Reich kein sicherheit, glait oder trostung haben, sonder, wo er begriffen wirt, angenomen und nach gestalt seiner mißhandlung durch die herschaft oder oberkeit, in des gebiete er betreten oder angenomen ist, an leib oder gut gestraft werden.

    [14.] Auch sollen alle churfursten, fursten, hereschaften oder stet der nachgemelten krais in ainem iglichen derselben krais in sonderhait uber die andere wardin, so auf iglicher munzen sein werden, ainen gemainen probirer auf gemainen kosten aller derjenen, so in demselben krais begriffen sein, wie sie sich dan des mit ime vertragen werden, haben, der dan ksl. Mt., auch allen stenden des Heiligen Reichs mit glubden und aiden verpflicht sein soll, dise ordenung, sovil ine berurt und wie hernach volgt, stet und unverbrochenlich zu halten. Welich glub und aide der rat der stat, do die probatz desselben krais gehalten wurde, in namen ksl. Mt., auch die rete der fursten, hereschaften oder stet, so daselbsthin zu probatz geschickt werden, von irer herschaft wegen auf der ersten gemainen probation, so in derselben stat geschehen wurde, emphahen und nemen sollen.

    Item sol ain ider gemainer probierer der nachgeschriben krais auf zeit und malstat, in diser ordenung begriffen, sich zu gemainer probacion fugen mit wasser und anderem zeug, darzu geherig, doselbst geschickt erscheinen, also das er alle gulden proben, so von allen munzen desselben krais dohin bracht und ime zu probiren uberlibert werden, probiren kon und moge. Und solich gulden proben, die ime alsdan zu probiren gelibert werden, sol er nach seinem pesten syn und vermogen mit allem vleis getreulich probiren und umb lieb, laid, gunst, gabe, fruntschaft oder veintschaft darin kein geverlichait brauchen; auch deßhalb von kainem munzmaister oder ymand andern, wer der sey, kein schenk, gab oder liebnus nemen, auch kein vorwort, geding oder pact mit nymand deshalb machen, dardurch dise ordenung verhindert oder zurrut werden mocht, sonder dieselb ordenung, sovil an ime ist, nach seinem pesten vermogen getreulichen volnziehen und handhaben. Und so er die vorgeschriben proben alle gemacht, soll er dieselben alle und igliche besonder, wie er die gerecht oder ungerecht funden hat, in ain besonder register, darzu beraitet, bey seinem aide clarlich, underschidenlich und getreulich aufschreiben und mit seiner aigenen hand namen und zunamen underschreiben und ime ain gleichlautend register davon behalten und wol versorgen, auch, so alle proben also durch ine aufgeschriben sein, solich register dem rat der stat, do die probation geschehen ist, und den reten der stend desselben krais, so zu solicher probation geschickt Šund versamelt sein, uberantwurten, die furter damit handeln sollen inhalt des obgemelten artikls [§ 4], die gemainen probation berurend.

    [15.] Und nachdem churfursten, fursten, hereschaften und stetten, in diser ordenung begriffen, gepuren wirt, ire rete, munzmaister, wardin, probirer und ander personen, der munz verstendig, oftmals zu probation- und andern tegen, die munz belangend, zu schicken, so ist beschlossen, das alle vorgemelte und andere personen, so zu probation oder tegen durch ksl. Mt. oder andere stende des Reichs, die sich diser ordenung gemes halten, derselben munz halber angesetzt, abgefertigt oder sunst in notdurftigen hendeln derselben munz halber ab- und zuziehen, und sonderlich die kaufleut und alle diejenen, so golt und silber auf ain oder mer munzen, die sich diser ordenung halten, libern werden, solange und alledieweil die auf der reysen vorgeschribener handlung sein, ksl. Mt. und des Heiligen Reichs frey, strack, sicher trostung und glait allenthalben im Hailigen Reich zu wasser und lande haben, das auch ksl. Mt. durch ire offen mandat und gebotsbrif zu fruchtparer bestendigkait diser ordenung also gnediglich verschaffen und hanthaben lassen solle.

    [16.] Es sol auch kain kaufman oder ymands anders, wer der sey, kain gold oder silber, gemunzt oder ungemunzt, das er im Heiligen Reich kauft oder sonst an sich bracht het, aus dem Reich furen noch in andere munz, dan die in nachbestimbten kraisen begriffen sein, liebern und nach gemainem lauf und kauf des feinen golds und silbers, wie dann zu yder zeit im Reich in gemainer ubung ist, verkaufen, verwechseln oder sonst in ainigen gefarlichen wege verhantieren oder anwerden [= veräußern]. Welicher aber solichs uberfaren und nit halten, der sol, so oft das beschicht, in dem furstentumb oder gebiete, darin er betreten wurde, von demselben fursten, herrn, stat oder oberkait an leib und gut angenommen und nach gefallen desselben gestraft werden. Und sole ine auch darfur kain glait oder sicherhait, wie oder von wem das gegeben oder erlangt were, nymands außgenomen, schutzen oder furtragen in dhein wegel.

    [17.] Und sind dis nachgeschriben die krais und bezirk, davon obgemelt ist:

    Nemlich im ersten krais sind begriffen die vier churfursten am Rhein, Menz, Coln, Trier, Pfalz, den zugeben sind der herzog von Gulch, der landgrave von Hessen, die stat Coln und des Heiligen Reichs munz zu Frankfurt, so diser zeit grave Eberhart von Kungstain zu verwalten hat. Die alle sollen ire gemain probation, wie obstet, an den malstetten, in der churfursten ordnung und verschreibung uber die munz begriffen, halten, allain die zeit darin geendert, nemlich also, das alle jar dye erst probation auf mentag nach dem sontage letare [= vierter Fastensonntag] und die andern auf den andern tage nach Bartholomei [25.8.] gehalten werden sollen.7

    ŠIm andern krais sind begriffen der erzbischove zu Bremen, die bischof zu Luttich, Utricht, Munster, Osnabrugk, der herzoge von Cleve, die ebtissin zu Essend, grave Etzard aus Frießland, die stet Daventer, Swol [= Zwolle], Dortmund und Gruningen. Und sol die gemain probation aller gulden munzen dis krais, wie obstet, zu Embrigk [= Emmerich] am Rein gehalten werden.

    Im dritten krais sind begriffen herzog Friderich von Sachsen, marggrave Joachim von Brandenburg, bede churfursten, der erzbischove zu Madeburg, herzog Georg von Sachsen, herzog von Mecklnburg, herzog von Bomern, die stet Lubeck, Lunenburg, Hamburg und Frankfurt an der Ader. Die alle sollen ire gemain probation der gulden munz zu Maidburg halten, laut diser ordenung.

    Im vierten krais sind begriffen pfalzgrave Ludwig, churfurst, und herzog Friderich, gebruder, mit der munz, so sie zu Baiern schlahen, die bischove zu Bamberg, Wurzburg, weilend herzog Ruprechts kinder [Pfgff. Ottheinrich und Philipp], margrave Friderich von Brandenburg, des Heiligen Reichs munzen zu Augspurg und Nordlingen, so diser zeit grave Eberhart von Kungstain in verwaltung hat, und die stat Nurmberg. Die alle sollen ir gemain probation, wie obstet, zu Rotemburg an der Tauber halten.

    Item im funften krais sind begriffen der bischof zu Costenz, herzog von Wirtemburg, marggrave von Baden, die stet Straspurg, Metz, Costenz und Freiburg im Breyßgau. Die alle sollen ir gemain probation laut diser ordenung zu Hagenau halten.

    Im sechsten krais sind begriffen das haus Osterreich, der erzbischove zu Salzpurg, bischove zu Bassau und herzog Wilhalm von Baiern. Die alle sollen ir gemain probation, wie obstet, zu Regenspurg halten. Wo aber ksl. Mt. solich malstat nit gefallen wolt, stet zu irer Mt., ain ander gelegen malstat zu benennen.

    [18.] Und als auf disen tag hie zu Frankfurt wenig und der myndern tail der stende des Reichs rete, so durch ksl. Mt. darzu erfordert und beschriben, erschinen sein und nichtsdestmynder durch die, so gegenwertig gewest, den handl und gemainem nutz zugut nit gefeyrt, sonder die abschid aller gehaltner reichstege fur hand genomen, aigentlich erwogen und mit zeitigem, wolbedachtem rat darauf gehandelt, etlich artikl beratschlagt und in ain verzeichnus gestelt worden sein, ist zu besser bestendigkait dis furnemens verlassen und beschlossen, dweil ain klain anzal der erforderten stende gegenwertig gewesen, auch der handl dapfer und gros und an ksl. Mt. sonderlichem wissen und bevelch entlich nit zu besliessen sey, darumb alle ratschlege und handlung, auf disem tage zu Frankfurt gemacht und geubt, irer ksl. Mt. zum furderlichsten anbracht werden und ir ksl. Mt. darauf ires gnedigen ermessens und wolgefallens, doch die substanz der haubtartikl, auf die der grund, wesenlichait und bestand gedachter ordenung gesetzt ist, unverendert, dieselbe ordenung und Šsatzung genediglich furnemen, daruber notdurftig brif in der pesten form, der iglicher der obgemelten krais ainer gegeben werden, verfertigen lassen, auch furter zu entlichem beschluss und volzug derselben ordenung ainen nemlichen tage auf den letsten tage des monats Januari schirstkomend gein Wormbs ansetzen und allen stenden des Reichs, so gold zu munzen haben, ire rete, der munz verstendig, dahin zu schicken, die berurt ordenung zu emphahen und dagegen ir reversalbrif [Nr. 525] laut der copeyen, die ime alspald mitgeschickt wurd, zu ubergeben, auch furter zu guter bestendigkait gedachter ordenung helfen zu ratschlagen und zu handeln verkunden und bey nemlichen penen ernstlichen gebieten woll, dem allem unverzogenlich volg zu tun.

    [19.] Und welicher dorin ungehorsam erscheinen wurde, daz derselb in die pene, in solichen mandaten begriffen, verfallen, auch darzu mit der tat ire freihaiten des munzens verwurkt haben und derselben zu gebrauchen in ewig zeit unwirdig und unempfenglich sein solten, inhalt der copeyen, deßhalb begriffen [Nr. 524]. Das auch ir ksl. Mt. zu volkomener becreftigung und handhabung gedachter ordenung besonder offen mandat, in dem die namhaften artikel, in derselben ordenung begriffen, so dem gemainen mann zu wissen not sein, mit der kurz angezogen und meniglich verkundt, auch strenglich zu halten und zu volnziehen ernstlichen geboten wurde, mit allen dingen verfertigen und besigeln lassen, dieselben auf den berurten tage gein Wormbs geschickt und bevolhen het, so die ordenung und reverßbrif gegeneinander ubergeben und ubernomen werden, das alsdan dieselben mandat von stund und unverzogenlich allenthalben im Heiligen Reich angeschlagen und publicirt wurden.

    [20.] Bey obberurter handlung sind gewest der wolgeborn herr Adolf, grave zu Nassau, herr zu Wispaden und Ytzstain, camerrichter etc., und Johann Storch, ksl. Mt. rete.

    Von wegen der churfursten am Rhein, nemlich Menz: herr Emerich von Carben, ritter, vitztumb zu Menz, mitsambt seiner furstlichen gnaden munzmaister8 und wardin9, Coln: her Ludwig von Sainßhaim, comptur der baley zu Coblenz, mitsampt munzmaister10 und wardin11, Trier: Dietrich von Dietz Šund herr Jacob Mertloch, canonickus zu sant Florin zu Coblenz, Pfalz: Weigand von Dinhaim, ambtman zu Openhaim.

    Item Marx Streuble, bambergischer munzmaister.

    Ortolf Gros, burger zu Wurzburg, und Peter Staudem, wurzpurgischer munzmaister.

    Endres Funck, munzmaister herzog Georgen von Sachsen.

    Marquart Rosenberger, rat und munzmaister margrave Friderichs von Brandenburg.

    Albrecht Schelderlin, wurtemburgischer munzmaister.

    Herr Conrad von Manspach, ritter, hesschisser [!] rat, mitsampt dem munzmaister12.

    Doctor Philips Sigwein und Contz Pfister, rentmaister zum Reilberg, von wegen graf Eberharden von Kungstain.

    Und von wegen der nachgeschriben stet, nemlich Lubeck: Bernhart Heyneman, munzmaister, Coln: Hainrich von Coisfelt, asseymeister [= Münzprüfer], Nurmberg: Hans Stromair sampt Hans Krugen, munzmaister, Hamburg: Martin Oldenhorst, wardin, Lunenburg: Dietrich Brall, munzmaister.

    Actum zu Frankfurt am Mein uf des helligen cruztage exaltacionis anno etc. im neunten.

    «Nr. 524 Ausschreiben Ks. Maximilians (Entwurf, Beilage zum Münzabschied) – undat. »

    [1.] Geringe Teilnehmerzahl des Frankfurter Reichsmünztages; [2.] Ratifizierung der Frankfurter Münzordnung durch Ks. Maximilian, Ausschreiben eines Münztages zum 31. Januar 1510 nach Worms.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 3, unfol. (Abschrift des Entwurfs) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22a, fol. 125’–127 (wie A) = B. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 18’–19’ (wie A, beschädigt) = C. Bamberg, StA, A 85, L. 339, Nr. 1094, unfol. (wie A) = D. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 243, fol. 18–19’ (wie A). Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, E-Laden Akten, Nr. 19, unfol. (Kop.).

    [1.] Wir, Maximilian etc., embieten allen und iglichen churfursten, fursten, geistlichen und weltlichen, prelaten, freien herrn, den vom adel, stetten und sondern personen, so gulden munz zu schlahen freiheit, herkomen und gerechtigkeit haben, unser gnad und alles gut. Wiewol wir in kraft des abschieds, uf Šnehist gehaltem Reichs tag zu Worms under anderm der gulden munz halber gemacht [Nr. 303, § 15], alle stende des Hailigen Reichs, soviel derselben unsers wissens diser zeit gulden munz schlahen und munzen, zu entlichem beschluss der abschid und handlung, so auf etlichen vorgehalten Reichs tegen, nemlich zu Wormbs, Lyndau, Freyburg und Augspurg, der gemelten gulden munz halber begriffen und geubt sein, beschriben, erfordert und ernstlichen bevolhen gehabt, das ir yglicher sein rete, solicher sachen verstendig, auch munzmaister und wardyn uf den dritten tag des monats Septembris nehistverschinen gen Frankfurt an den Mayn schicken solt, mit bevelh, in vorberuerter sachen das nutzist und best helfen zu ratschlagen und zu handeln, mit dem anhank, ob eyner oder mer dermassen nit schicken wirden, das nychtsdestmynder durch die ander stende der notdurft nach gehandelt werden solt, alles inhalt unser keyserlichen brief, deßhalber außgangen [Nr. 305]. So haben uns doch unser rete, so zu bemeltem tag gen Frankfurt verordent gewest sein, glaublich beriecht, wie auf dasselbe unser kayserlich ausschreiben wenig und der mynder tayl von den gemelten stenden zu vorberuertem tag geschickt, auch etliche der geschickten rete kaynen volkomen gewalt, als sich in solichem geburt und die notorft erfordert gehabt, deßhalb sie, auch andere rete, so bey inen erschinen gewest, auf die handlung, die sie vorgedachter sachen halben miteinander geubt, nichts entlichs beschliessen oder volenden mogen, sonder verlassen haben, ire ratschlege und handelung an uns gelangen zu lassen, als auch beschehen.

    [2.] Dieweil aber der gulden monz in merklichen abfall und ryngerung gewachsen und zu besorgen ist, wo solichs mit stathaftiger, guter ordenung nit furkommen, das dem Heiligen Reich, teutscher nation und gemeinem nutz unleydlicher schad, nachtayl und verderben daraus entsten mocht, so haben wir als romischer kayser, dem darein zu sehen und in solichem zu handlen geburt, auf die ratschleg und handlung, am jungsten zu Frankfurt verfast und uns furbracht, ein ordnung und satzung, wie und welicher massen hinfur im Hailigen Reich ein gulden munz, die und kein andere in aller handlung, kaufmanschaften, gewerben, contraten, verpflichtungen und bezalungen fur werschaft genomen und gegeben, gemunzt und geschlagen werden soll, deßhalb furgenommen, beschlosen und gemacht. Und gebieten darauf euch allen samentlich und euer yedem besonder von romischer kayserlicher macht hiemit ernstlichen und wollen, das euer iglicher zu entlichem beschlus und vollenzug diser sachen sein rete, der munz verstendig, auf den letsten tag des monats January schierst kumende gegen dem abent mit volkumen gewalt in unser und des Hailigen Reichs stat Worms haben, sinen besigelten reverßbrief nach inhalt diser hiebeygeschickten abschrift [Nr. 525] gegen uberantwurtung der vorberurten unser keyserlichen besigelten ordnung alßbald ubergeben lassen, auch furter alles das, so die notdurft zu guter bestendigkeit derselben ordnung erfordern wurd, zum besten helfen zu ratschlagen und zu handeln ernstlichen bevolhen und euer keyner herin verziehen noch ungehorsam erscheinen wollen. Daran beschicht unser ernstliche meinung. Dann welicher oder weliche under euch, dem oder den Šdiser unser kayserlicher gebotsbrief verkundet oder uberantwurt wirt, dasselb unser gebot verachten und, wie vorstet, nit schicken oder handeln lassen wurde, der oder die sollen alß ungehorsamen ire freiheit des munzens verwurkt haben und derselben zu gebrauchen hinfur in ewig zeit unwirdig und unempfenglich sein. Und ob daruber einer oder meher munzen wurde, der oder dieselben sollen zusampt forgemelter pene in unser und des Hailigen Reichs schwere ungnade und straf, auch die pene, in unser ordnung der munz halber begriffen, verfallen sein. Darnach wist sich ein yeder zu richten. Geben1.

    «Nr. 525 Reversbrief der Münzstände1 – undat. »

    Annahme der Frankfurter Münzordnung.

    I. (undatierte Abschrift des Entwurfs): Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 3, unfol.= Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 18 (leicht beschädigt) = B. Bamberg, StA, A 85, L. 339, Nr. 1094, unfol. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 243, fol. 20–20’. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 244, fol. 8’. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, E-Laden Akten, Nr. 19, unfol. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22a, fol. 127–127’.

    II. (undatierter Druck): Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 21; 22 = C. München, HStA, K.blau 270/2, fol. 4 = D. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. Innsbruck, TLA, Inkunabeln, Nr. 46. München, HStA, Gemeiners Nachlaß 27, Fasz. 1509, unfol. München, HStA, KÄA 3822, fol. 258. Straßburg, AV, XI 69, unfol.

    III. (Reversbrief der Stadt Straßburg, Or. Perg. m. S., 2.1.1510): Straßburg, AV, CH 376, Urk. 7823 = E.

    Wir, N.a, bekennen offentlich mit disem brief fur uns, unser nachkummen und erben und tun kunt allermeniglich: Als der allerdurchleuchtigster, großmechtigister furst und her, herr Maximilian, romischer kayser, zu allen zeiten merer des Reichs etc.b, unser allergnedigister herr, dem Heiligen Reich, teutŠscher nation, auch allen landen und leuten und sonderlich gemeinen nutz zu wolfart, furdrung und gutem ein lobliche ordnung und satzung der gulden munz furgenommen, beschlossen und gemacht, auch uns und andern stenden des Reichs, so golt zu munzen und zu schlahen haben, dieselben verkundet und zu halten gepoten gehabt hat, alles inhalt irer ksl. Mt. brief, deßhalben außgangen [Nr. 524], das wir demnach zu schuldyger gehorsam irer ksl. Mt. und furderung gemayns nutz in derselben ordnung bewilligt, die angenommen und darauf geredt und versprochen haben, bewilligen und nemen die an, gereden und versprechen auch fur uns, unser nachkummen und erben wissentlich in craft dits briefs, das wir soliche ordenung, sovil uns die beruert, in allen punkten und artikeln stet, vest und unverbrochenlich halten, dawider heimlich noch offentlich nit tun, noch durch yemants, wer der sein, kaynswegs schaffen oder, sovil in uns ist, gestatten, getan werden, sonder dieselben in allen iren inhaltungen und meinungen unsers hochsten vleys getreulich vollenziehen und hanthaben wollen, sonder alle geverd. Das haben wir zu warem urkund unser ingesigel an disen brief tun henken, der geben istc.

    « Š4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen  »

    «Nr. 526 Kf. Uriel von Mainz an Pfgf. Friedrich – St. Martinsburg/Mainz, 27. Juni 1509 »

    München, HStA, K.blau 270/2, fol. 23–23’ (Or., mitwoch nach sant Johanns baptisten).

    Seine bei der Abreise vom Wormser Reichstag zurückgelassenen Räte haben gemeinsam mit den Deputierten der übrigen Stände den Kostenanteil eines jeden Reichsstandes für die dem Hochmeister zugesagte gemeinsame Gesandtschaft mit Räten des Ks. und des Kg. von Ungarn nach Polen festgelegt. Sein Anteil beträgt demnach acht Gulden. Außerdem wurde beschlossen, dass das Geld ihm, dem Ebf., zugesandt werden und er neben den ksl. und kgl. Räten eine geeignete Person abordnen soll. Die Teilnehmer der Gesandtschaft sollen sich zum festgelegten Termin am vereinbarten Treffpunkt treffen und anschließend zum polnischen Kg. reisen, um dort gemäß ihrer Instruktion vorstellig zu werden. Bittet ihn, wie andere Stände auch, seinen Anteil umgehend nach Mainz zu schicken und das Geld, falls er selbst nicht anwesend sein sollte, dem ebfl. Kellerer [Adam Eisenkrämer] auszuhändigen. Es liegt im Interesse der ganzen Christenheit, des Röm. Reiches und jedes einzelnen Reichsstandes, dass bezüglich dieser Gesandtschaft nichts versäumt und die dem Hochmeister gegebene Zusage eingehalten wird.

    «Nr. 527 Instruktion HM Friedrichs von Sachsen für Georg Truchsess von Wetzhausen als Gesandten zu den Regenten in Preußen – [Rochlitz,] 3. August 1509 »

    [1.] Verhandlungen auf dem Wormser Reichstag über die Unterstützung des Deutschen Ordens gegen Polen; [2.] Entschuldigung für die verzögerte Informierung der Regenten.

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 30, pag. 65–72, hier 65–66 (Kop., freitag nach vincula Petri) = Textvorlage A. Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 28, pag. 271–278, hier 271–273 (Kop., den Regenten nach dem mündlichen Vortrag vom 18.9. [dinstags nach exaltacionis sancte crucis] übergebenes Exemplar) = B.

    [1.] Wie sie wissen, hat er persönlich am ksl. Reichstag zu Worms teilgenommen. Er hat den ksl. Kommissaren, Kff., Ff. und Ständen in Abwesenheit der städtischen Gesandten ausführlich seine Situation und die des Ordens dargelegt, ebenso der dort gesondert versammelten Ritterschaft. Er hat gebeten, sich seine Beschwerden zu Herzen zu nehmen, die Bedeutung des Ordens und Preußens für das Hl. Reich und die deutsche Ritterschaft zu bedenken und auch zu berücksichtigen, dass er sich im Interesse des Reiches mit dem Orden in diese gefährliche Situation eingelassen hat. Er hat um Rat gebeten, damit er und der Orden nicht in noch größere Schwierigkeiten geraten und die aktuelle Gefahr überstehen, und auch darum, dem Orden im Falle eines polnischen Angriffs beizustehen. Daraufhin erhielt er die in Abschrift beiliegende Antwort [Nr. 300]. Die versammelte Ritterschaft hat erklärt, dass sie den Vortrag dieser Beschwerden an Ks. und Reichsversammlung begrüßen, die zweifellos Šraten werden, das best vorzunemen. Falls der Orden von Polen angegriffen werde, wolten sie bei uns und unserm orden tun, wie von iren vorfarn gescheen, damit sie das hulfen erhalten, das von iren vorfarn, ynen allen zugut, gewonnen und erobert wer worden. Er hat sich bedankt und ist dann vom Reichstag abgereist.

    [2.] Er konnte sie nicht früher informieren, zum einen, weil der von den Reichsständen damit betraute Ebf. von Mainz ihm erst vor kurzem die Schreiben an den Papst und an den Kg. von Ungarn zugeschickt hat.1Zum anderen hat der Kg. von Ungarn an seinen Bruder, Hg. Georg von Sachsen, geschrieben, dass der polnische Kg. ihm seiner Erwartung nach Vermittlungsverhandlungen gestatten werde; er werde deshalb bis zum 29. September (Michaelis)in Böhmen bleiben. So wartet er auf weitere Nachrichten, wird währenddessen aber auch nicht untätig bleiben. Sowie etwas geschieht, wird er sie umgehend durch einen Gesandten informieren. Wäre er nicht durch die geschilderten Umstände daran gehindert worden, hätte er schon früher jemanden zu ihnen geschickt. Immerhin konnte er den Ebf. von Riga [Jasper Linde] während seines Besuches damit beauftragen, den Ordensmeister in Livland [Wolter von Plettenberg] zu informieren. […].

    «Nr. 528 HM Friedrich von Sachsen an den General-Prokurator des Ordens bei der Kurie, Dr. Johann Kitzscher – [Rochlitz], 5. August 1509 »

    Verhandlungen an der Kurie zur Umsetzung der Wormser Beschlüsse bezüglich des Deutschen Ordens.

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 206–208, 210–211 (Kop., sontag nach vincula Petri).

    Teilt mit, dass er auf dem ksl. Reichstag in Worms war. Die Ergebnisse für den Orden kann er dem beigelegten Schriftstück [Nr. 300] entnehmen. Er sah sich daraufhin veranlasst, von der Weiterleitung des von ihm, Kitzscher, übersandten päpstlichen Breves1abzusehen. Er soll dies ggf. gegenüber dem Papst entschuldigen. Die Initiative von Ks. und Reich erscheint ihm erfolgversprechender. Er geht davon aus, dass der Ks. gemäß dem Wormser Beschluss die Angelegenheit in Kürze durch eine Gesandtschaft oder seinen Vertreter an der Kurie2beim Papst vorbringen wird. ŠSicherheitshalber will er den Ks. jetzt zusätzlich durch einen Gesandten dazu auffordern, welcher ihn, Kitzscher, dann über das Ergebnis seiner Mission informieren wird. Er soll seinerseits den ksl. Vertreter an der Kurie drängen, möglichst bald und nachdrücklich beim Papst vorstellig zu werden. Sowie das [neue] päpstliche Breve an den polnischen Kg. ausgefertigt ist, soll er es unverzüglich an ihn, den Hochmeister, schicken. Die ksl. Gesandtschaft soll am 11. November (Martini)in Breslau (Presla)den Kg. von Ungarn-Böhmen treffen und anschließend zum polnischen Kg. weiterreisen. Sollte der ksl. Gesandte nach Rom nicht ausreichend über die Situation des Ordens informiert sein, ist er, Kitzscher, gehalten, dies zu korrigieren. In Worms wurde erwogen, dass neben dem Ks., auch er, der Hochmeister, an den Papst schreiben soll [Nrr. 298, Pkt. 4; 300, Pkt. 3]. Dies erscheint ihm aber nicht erforderlich. Für den Fall, dass er, Kitzscher, eventuell aufgrund von Beratungen mit dem Ordensprotektor [Raffaele Riario], zu einer anderen Auffassung gelangt, übersendet er ihm einen an den Papst adressierten Kredenzbrief. Er soll diesen dann über die Entscheidungen des ksl. Reichstages zu Worms bezüglich des Ordens unterrichten und die Hoffnung bekunden, dass den Beschwerden des Hochmeisters und des Ordens abgeholfen werden kann, wenn der Papst sich mit dem Ks., dem Kg. von Ungarn-Böhmen und den Reichsständen auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Er schickt ein entsprechendes Schreiben an den Protektor3, wie er der beiliegenden Abschrift entnehmen kann. [Weitere Angelegenheiten des Ordens]. Übersendet ihm außerdem für den Fall einer Zusammenkunft von Ks. und Papst ein an ersteren adressiertes Kredenzschreiben. Er soll sich für die Umsetzung der Wormser Beschlüsse einsetzen. Falls der polnische Kg. die Vermittlungsinitiative zurückweisen sollte, soll er sich beim Papst und beim Ks. um Hilfe bemühen.

    «Nr. 529 HM Friedrich von Sachsen an den Landkomtur an der Etsch, Heinrich von Knöringen – [Rochlitz], 7. August 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 211–213 (Kop., dinstag am tag Donati).

    Er war in seinen eigenen und den Angelegenheiten des Ordens persönlich auf dem ksl. Reichstag in Worms, wo er von den versammelten ksl. Räten, Kff., Ff. und Ständen einen Bescheid [Nr. 300] erhielt. Außerdem wurde ein Schreiben an den Papst erstellt, wie er aus beiliegender Abschrift entnehmen kann.1Er bittet ihn, sich unverzüglich zum Ks. zu begeben und diesen gemäß beiliegender Instruktion [Nr. 530] zu bitten, zum Wohle des Hochmeisters und des Ordens zu verfahren und gemäß dem Wormser Beschluss die Übersendung der Briefe von Ks. und Reich an den Papst und einer entsprechenden Weisung an den ksl. Orator in Rom [Wolfgang ŠBoecklin], jeweils zu Händen Johann Kitzschers, der Befehl zur Weiterleitung an den ksl. Gesandten oder Orator erhalten soll, zu veranlassen. […]. Er gibt ihm außerdem für Serntein eine mit Marderpelz besetzte Schaube mit, die er diesem mit der Bitte übergeben soll, sich beim Ks. weiterhin für die Belange des Hochmeisters und des Ordens einzusetzen2.

    «Nr. 530 Instruktion HM Friedrichs von Sachsen für Heinrich von Knöringen als Gesandten zu Ks. Maximilian – [Rochlitz, 7. August 1509] »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 30, pag. 73–74 (undat. Kop.).

    Der Hochmeister hat sich in der Hoffnung auf die persönliche Anwesenheit des Ks. zum Wormser Reichstag begeben. Der Ks. war jedoch aufgrund seiner vielfältigen Inanspruchnahme daran gehindert. Er hat deshalb seine und des Ordens Beschwerden gegen Polen, wie schon bei früheren Gelegenheiten dem Ks., nun den Kff., Ff. und Reichsständen vorgetragen. Gemeinsam mit den ksl. Kommissaren gaben diese daraufhin eine Erklärung hinsichtlich der Beilegung des Konflikts ab [Nr. 300], die der Gesandte zur Information mitführt. Man einigte sich darauf, dass der Ks. sowie die Kff., Ff. und Stände den Papst durch den ksl. Sollizitator [Wolfgang Boecklin] über die Beschwerden des Ordens und ihre diesbezüglichen Beschlüsse unterrichten. Der Papst soll gebeten werden, den polnischen Kg. schriftlich zur Annahme der Vermittlungsinitiative aufzufordern und diesem auch seine Teilnahme an den Schiedsverhandlungen durch eine eigene Gesandtschaft neben Ks. und Reichsständen anzukündigen. Er, der Hochmeister, bittet den Ks., dieses Anliegen durch einen Gesandten oder den ksl. Sollizitator dem Papst zu übermitteln, selbst rechtzeitig zum 11. November (Martini)einen eigenen Gesandten nach Breslau (Presla)und von dort weiter zum Kg. von Ungarn-Böhmen zu schicken und schließlich der Gesandtschaft von Ks. und Reich die Reise zum polnischen Kg. zu gestatten.

    «Nr. 531 HM Friedrich von Sachsen an Ebf. Uriel von Mainz – [Rochlitz], 8. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 218 (Kop., montag nach Francisci).

    Vor kurzem ging ihm die Antwort des Kg. von Ungarn-Böhmen auf das Schreiben der Kff., Ff. und Stände des Reichs zu.1Er hat es in der besten Absicht geöffnet und leitet es nunmehr an ihn weiter. Bittet, seine Vorgehensweise zu entschuldigen. Aus dem Schreiben geht hervor, dass der Kg. eingewilligt hat, neben Ks. und Reichsständen Gesandte zum polnischen Kg. zu schicken. Seine eigenen Gesandten, deren Rückkehr er täglich erwartet, halten sich beim Papst und beim Ks. auf. Bittet Šihn, den Bevollmächtigten des Reiches gemäß dem Wormser Beschluss rechtzeitig loszuschicken, sodass er bis zum 10. November (sandt Mertens abend)in Breslau (Presla)eintrifft. Seine Reiseroute soll über Rochlitz führen, damit er, der Hochmeister, ihn, wie dies ebenfalls in Worms vereinbart wurde, ausführlich über die Angelegenheit informieren kann. Das Geld, das er bei den Freunden des Ordens sammeln sollte, wird der Gesandte bei ihm vorfinden. Bittet, sich freundlich und gutwillig zu erzeigen, woran er in Anbetracht der Bedeutung der Angelegenheit für ihn selbst und den Orden keinen Zweifel hegt.

    [PS] Für den Fall, dass der Ks. durch die Vielzahl seiner Obliegenheiten daran gehindert werden sollte, sich an der Gesandtschaft zu beteiligen, bittet er um Weisung an den Gesandten der Reichsstände, notfalls nur mit dem ungarischen Vertreter weiterzureisen.2

    «Nr. 532 HM Friedrich von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen – Rochlitz, 29. Oktober 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 9943/22, unfol. (Or., montag nach Simonis et Jude) = Textvorlage A. Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 228 (Kop.) = B.

    Der Landkomtur der Ballei Etsch, Heinrich von Knöringen, hat ihm schriftlich mitgeteilt1, dass der Ks. sich ihm gegenüber hinsichtlich der Worms Beschlüsse in den Ordensangelegenheiten gnädig erzeigt und den ksl. Pfleger zu Eisenstadt und Scharfeneck (Scharpfenrügk), Dr. Veit von Fürst, zum 11. November (Martini)nach Breslau abgefertigt hat. Fürst wird von dort gemeinsam mit dem täglich hier [in Rochlitz] erwarteten Gesandten der Reichsstände weiter zum polnischen Kg. ziehen. Der Ks. hat außerdem, wie dies in Worms befürwortet wurde, an den Papst und den Kardinal von S. Croce [Bernardino López de Carvajal] geschrieben. Mit dem Eintreffen ihrer Antwort rechnet er ebenfalls täglich. […].

    «Nr. 533 HM Friedrich von Sachsen an Dr. Veit von Fürst – [Rochlitz], 4. November 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 230 (Kop., eodem die [= sonntag nach aller cristglaubigen zelen tag]).

    Laut Mitteilung des Ks. nimmt er gemäß dem Beschluss des ksl. Reichstages zu Worms neben dem Bevollmächtigten des Kg. von Ungarn-Böhmen und neben Dr. ŠKüchenmeister als Vertreter des Reiches an der Gesandtschaft zum polnischen Kg. teil. Er selbst hat, wie von Ks. und Reichsständen gewünscht, Küchenmeister bereits über die Angelegenheit unterrichtet. Dieser wird ihm, Fürst, Mitteilung davon machen. Bittet ihn, gemeinsam mit Küchenmeister im Interesse des Ordens auf eine einvernehmliche Beilegung des Streits hinzuarbeiten.

    «Nr. 534 HM Friedrich von Sachsen an den Ordensmeister in Livland [Wolter von Plettenberg] – [Rochlitz], 7. November 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 238–240 (Kop., eadem die [= mitwochen nach Leonhardi]).

    Druck: Liv-, Est- und Kurländisches UrkundenbuchII/3, Nr. 709, S. 508f.

    [...]. Er hat ihm durch den Ebf. von Riga eröffnet, dass er es für erforderlich halte, den Papst, den Ks. und das Hl. Reich über seine, des Ordensmeisters, Beweggründe für den Abschluss des Beifriedens mit dem Großfürsten [Wassili] von Moskau1zu informieren. Was er dabei tun könne, werde er auf seinen Wunsch hin gerne tun. Falls dies noch nicht geschehen ist, empfiehlt er ihm, nicht länger zu warten, damit dem Orden nicht üble Nachrede oder Vorwürfe daraus entstehen, wie ihm dies seitens einiger Ff. bereits widerfahren ist. Er bedauert seine lange Abwesenheit von den Ordenslanden, konnte daran aber aus triftigen Gründen bislang nichts ändern. Die Gesandten des Ks., des Kg. von Ungarn-Böhmen und des Hl. Reiches sind, wie auf dem ksl. Reichstag zu Worms beschlossen, auf dem Weg zum Kg. von Polen. Über das Ergebnis ihrer Mission wird er ihn unterrichten. Anschließend wird er mit ihm sowie den Prälaten und Gebietigern über das weitere Vorgehen beraten. Er ersucht ihn deshalb, mit den Litauern vorläufig Geduld zu haben und keine Schritte gegen sie zu unternehmen, da dies die Verhandlungen mit dem polnischen Kg. gefährden könnte.2

    « Š5. Angelegenheiten der Reichsstände  »

    «5.1. Rheinische Kurfürsten  »

    «Nr. 535 Probationsabschied der rheinischen Kff.– Bonn, 30. Juli 1509 »

    Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 957, fol. 135–138’ (Kop., montag nach sant Jacobs tag).

    […]. Aus triftigen Gründen wurde der für den 23. April (montag nach misericordia Domini)nach Bonn anberaumte Probationstag auf den jetzigen Termin verschoben.1Während des Wormser Reichstages wurde vereinbart, dass der Hg. von Jülich und der Lgf. von Hessen Räte zu diesem Probationstag abordnen sollen, um die auf dem Reichstag mündlich abgesprochenen Verträge zu schließen.2Die Jülicher Gesandten sind allerdings ausgeblieben. Aufgrund der unzureichenden Bevollmächtigung der hessischen Räte konnte mit ihnen lediglich vereinbart werden, dass sie die Statthalter über diesen Mangel informieren und sie auffordern sollen, ihre Gesandten zu dem auf den 3. September angesetzten ksl. Münztag in Frankfurt mit den abschließenden Verhandlungen gemäß der Wormser Abrede zu betrauen. Alternativ käme als Termin der am 29. September (Michahelis)in Mainz stattfindende Probationstag in Frage. Die hessischen Räte haben zugesagt, dass entweder bevollmächtigte Gesandte nach Frankfurt geschickt würden oder dort wenigstens das Einverständnis zu abschließenden Verhandlungen auf dem Mainzer Tag erklärt werde. Da Verhandlungen mit Jülich nicht möglich waren, sollen die Kurkölner Statthalter und der Ebf. von Trier mit Hg. Wilhelm über den Beitritt zur Münzeinung verhandeln. Falls der Hg. damit einverstanden ist, soll er wie Hessen Räte zu den genannten Orten [Frankfurt bzw. Mainz] abordnen. [Probation unterwertiger Mainzer Münzen].

    «Nr. 536 Probationsabschied der rheinischen Kff.– Mainz, 1. Oktober 1509 »

    Verhandlungen über die Aufnahme des Hm. Jülich und der Lgft. Hessen in die kurrheinische Münzeinung.

    Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 957, fol. 153–155’ (Kop., montag nach Michaelis).

    Der hgl. Jülicher Gesandte Friedrich von Brambach erschien gemäß Wormser Abschied vor den Räten der vier Kff. Er war allerdings nicht zum Abschluss der Verhandlungen bevollmächtigt, sondern sollte sich lediglich über den kurrheinischen Münzvertrag informieren und dem Hg. anschließend Bericht erstatten. Dem Gesandten wurde die Lektüre des Vertrages gestattet und eine Abschrift übergeben. ŠDer Hg. soll seine Zu- oder Absage binnen eines Monats an den Kf. von Mainz übermitteln, der dann die übrigen [rheinischen] Kff. informieren wird.

    Für die hessische Statthalterregierung waren als bevollmächtigte Gesandte der Amtmann zu Darmstadt, Batt Horneck von Hornberg, der Amtmann zu Eppstein, Jost von Draxdorf, der Münzmeister Philipp Hogelin und der Wardein Wilhelm [Fritzlar] (Goltschmidt)anwesend. Diese haben die kfl. Verschreibung akzeptiert. Horneck und Draxdorf leisteten im Namen der Regenten, Hogelin und [Fritzlar] (Goldschmidt)in ihrem eigenen Namen den Eid darauf. Die Statthalterregierung und die vier Kff. erhalten jeweils einen Entwurf der gegenseitigen Reverse1zur Durchsicht und eventuellen Korrektur. Falls bis zum 11. November (Martini) keine Einwände oder Änderungswünsche geltend gemacht werden, sollen dem Kf. von Mainz bis Weihnachten die ausgefertigten Urkunden zugehen.2[Wiedergabe der hessischen Vollmacht vom 24.9.; Münzprobation].

    Die hessischen Gesandten erinnerten am Dienstag [2.10.] daran, dass ihr Münzmeister und der Wardein ihre Eide gegenüber den kfl. Räten abgelegt hätten, und forderten, dass die kfl. Münzbeamten im Gegenzug auch vor ihnen als Vertretern des Regentschaftsrates die entsprechenden Eide leisten müssten. Die kfl. Räte sagten zu, darüber Bericht zu erstatten, und stellten für den nächsten Probationstag eine Antwort in Aussicht. Die hessischen Räte schlugen außerdem vor, den Regenten Schlüssel für die kfl. Probierbüchsen zu überlassen, nachdem die Kff. ihrerseits Schlüssel für die hessische Probierbüchse erhalten hätten. […].

    « Š5.2. Verhandlungen über eine Einung zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg  »

    «Nr. 537 Ebf. Uriel von Mainz an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – St. Martinsburg/Mainz, 17. Juni 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 21–21’ (Or. m. S., sonntags nach Viti).

    Laut Mitteilung seines [aus Worms] zurückgekehrten Kanzlers Dr. Johann von Dalheim haben die brandenburgischen und württembergischen Räte nach seiner, des Ebf., Abreise vom Reichstag mit diesem über einen neuen Entwurf für die Nebenurkunde1bezüglich der Ausnehmung des Bf. von Würzburg vom Bündnisfall gesprochen und ihm das Schriftstück anschließend übergeben. Er hat den Entwurf anhand der von den Räten aller drei beteiligten Fürsten erstellten ersten Fassung [Nr. 336] geprüft und daraufhin dem Mainzer Domkapitel vorgelegt. Das Ebm. Mainz und das Bm. Würzburg stehen seit langer Zeit in einem Erbeinungsverhältnis zueinander, die Bff. sind Suffragane der Ebff. Das Kapitel hat deshalb eine Änderung der vereinbarten Fassung gemäß dem neuen Entwurf abgelehnt. Falls er, Mgf. Friedrich, sich einverstanden erklärt, die Nebenurkunde in ihrer ersten Fassung zu akzeptieren, wird das Domkapitel dem Einungsvertrag und der Nebenurkunde zweifellos zustimmen.2

    «Nr. 538 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Ebf. Uriel von Mainz – Ansbach, 20. Juni 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Kop., mitwuch nach Viti) = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 22–23 (Konz.) = B.

    Sein Sohn Mgf. Kasimir und sein Hofmeister und Rat Hans von Seckendorff haben ihn nach ihrer Rückkehr vom Wormser Reichstag über die zwischen Kurmainzer, württembergischen und seinen eigenen Räten getroffene Vereinbarung [Nr. 337] informiert. Demnach sollen die Vertragspartner binnen vierzehn Tagen ihre Erklärungen über die Annahme oder Ablehnung des vereinbarten Einungsvertrags samt der Zusatzerklärung über die Ausklammerung des Bf. von Würzburg und Lgf. Wilhelms von Hessen von den Bündnispflichten [Nrr. 335f.] abgeben. Er wünscht Frieden und Einigkeit zwischen ihnen sowie ihren Territorien und Untertanen. Wäre es bei den Ausnahmen von den Bündnispflichten wie im vorherigen Einungsvertrag1geblieben, hätte er den Vertragsentwurf akzeptieren können, obwohl darin Šgegenüber der früheren Urkunde einige Änderungen vorgenommen wurden. Laut einer Bestimmung der Zusatzerklärung wäre er, Ebf. Uriel, jedoch nicht zur Hilfe verpflichtet, wenn es zwischen dem Bf. von Würzburg und ihm, Mgf. Friedrich, zum bewaffneten Konflikt käme. Ebenso dürfte er selbst Lgf. Wilhelm von Hessen keine Unterstützung gewähren, wenn dieser Kurmainz angreifen sollte und er, der Ebf., unter Berufung auf die bestehende Erbeinung2einen rechtlichen Austrag durch die Hgg. von Sachsen und die Mgff. von Brandenburg anbieten würde. Derzeit besteht zwar kein Grund für einen bewaffneten Konflikt mit dem Bf. von Würzburg, dennoch kann er diesen Punkt awie auch die Bestimmung, dass ihm die Möglichkeit einer Hilfe für den Lgf. von Hessen versperrt werden soll–a, nicht akzeptieren. Falls diese beiden Artikel jedoch gemäß dem früheren Einungsvertrag geändert würden bund ihm das Recht zur Parteinahme oder Neutralität im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Kurmainz und Würzburg eingeräumt würde–b, könnte er seine Zustimmung zum Einungsvertrag erklären.3

    «Nr. 539 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – Stuttgart, 26. Juni 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz. mit Korrekturen und Ergänzungen Hd. Hg. Ulrich, zinstag nach Joannis batiste).

    Bestätigt den Empfang seines Schreibens [Nr. 538, Anm. 3]. Ungeachtet seiner Einwände beabsichtigt er, gemäß der Wormser Abredeaden Einungsvertrag mit dem Ebf. von Mainz zu schließen. Ebenso will er auf sein Angebot zum Abschluss einer Einung gemäß der älteren Urkunde eingehen. Zu diesem Zweck sollen sich ihre Räte an einem ihm genehmen Ort treffen. Doch behält er sich vor, Kurmainz von den Šgegenseitigen Bündnispflichten auszunehmen. bSein Wunsch wäre ein gemeinsames Abkommen zwischen ihnen drei Fürsten, doch stellt er ihm die Entscheidung darüber anheim–b.

    «Nr. 540 Hg. Ulrich von Württemberg an Ebf. Uriel von Mainz – Stuttgart, 28. Juni 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz., donrstag nach Jo[hann]is bap[tis]te).

    [1.] Sie beide persönlich und die Räte seines Schwagers Mgf. Friedrich von Brandenburg1haben auf dem Wormser Reichstag über eine Einung zwischen ihnen dreien beraten und eine Vereinbarung getroffen, die ihm sicherlich noch in Erinnerung ist. Der Mgf. hat inzwischen an sie beide geschrieben und er, Hg. Ulrich, darauf auch geantwortet, wie er aus den beigelegten Abschriften [Nrr. 538mit Anm. 3; 539] entnehmen kann. Die geplante trilaterale Einung wäre für alle Beteiligten vorteilhaft gewesen. Da Mgf. Friedrich Einwände wegen der Ausnahmen vom Bündnisfall erhebt, will er dennoch auf der Grundlage der Wormser Abrede einen Einungsvertrag zwischen ihnen beiden schließen. Er hat bereits die Ausfertigung der Urkunden veranlasst und übersendet sie ihm zur Gegensiegelung gemeinsam mit dem Mainzer Domkapitel. Die Dokumente kann er dem ebfl. Rat mitgeben, der ohnehin zu den Vermittlungsverhandlungen zwischen Kurmainz und den Gff. von Hohenlohe nach Stuttgart kommen wird. Da der Mgf. am anberaumten Tag zu Heilbronn nicht teilnehmen wird, ist dessen Beschickung unnötig. Stattdessen genügt der wechselseitige Austausch der Dokumente.

    [2.] [PS] Im Einungsentwurf waren die Eidgenossen von seiner Seite unter den Ausnahmen vom Bündnisfall aufgeführt.2Er erachtet dies inzwischen für unnötig, weshalb sie im ausgefertigten Dokument fehlen.

    [3.] [PPS] Die gegenseitigen Hilfsverpflichtungen sollten laut Wormser Entwurf in einem Dokument zusammengefasst werden. Er hat indessen, wie dies anfänglich auch in Worms besprochen worden war, zwei getrennte Verschreibungen aufsetzen lassen, damit, ob e. L. unda wirb in ander aynung geen und die alßdann oder sunst sehen lassen wurden, daz dann allain die erst gemain aynung[Nr. 335] dargelegt und die ander [Nr. 336] verhalten werden mog, wie e. L. selbs wyter zu ermessen weyßt und wir der feder zu befelhen im besten underlassen haben.

    Š[4.] [PPPS] Er hätte aus den bekannten Gründen einen Einungsvertrag unter Einschluss Mgf. Friedrichs gewünscht. Empfiehlt, sich auf beiden Seiten wegen der jüngsten Entwicklung nicht beirren zu lassen.

    «Nr. 541 Ebf. Uriel von Mainz an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – St. Martinsburg/Mainz, 29. Juni 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 27–27’ (Or. m. Siegelrest, sant Peter und Pauls tag).

    Er hat seine beiden Schreiben [Nrr. 537, Anm. 2; 538] dem Domkapitel vorgetragen und sich – da er die bestehenden Freundschaftsverhältnisse und Einungen des Erzstifts fortsetzen möchte – mit den Domherren auf einen neuen, für beide Seiten annehmbaren Entwurf [Nr. 542] geeinigt1, der diesem Schreiben beiliegt. Falls diese Fassung für ihn wider Erwarten erneut nicht akzeptabel ist, bittet er ihn, dennoch seine Räte zum vereinbarten Termin nach Heilbronn zu schicken, um dort die Verhandlungen unter Vermittlung der württembergischen Gesandten fortzusetzen.

    «Nr. 542 Kurmainzer Entwurf für einen Reversbrief Ebf. Uriels von Mainz und Mgf. Friedrichs II. von Brandenburg-Ansbach bzgl. der Ausnahmen vom Bündnisfall – [Mainz, 3. Juli 1509] »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 28–29 (Kop.) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Kop., Verm.: Admissa praesens notula per capitulum moguntin[ense] martis 3a Julii anno etc. nono, Jo[hannes] Monster secretarius in fid[em] s[ub]s[cripsi]t.) = B.

    Ebf. Uriel von Mainz und Mgf. Friedrich von Brandenburg erklären, dass sie gemeinsam mit Hg. Ulrich von Württemberg eine Einung geschlossen haben, bei der gemäß der Verschreibung aller drei Ff. vom 11. Juni (montag nach unsers lieben Herren fronleichnams tag)Ebf. Uriel Bf. Lorenz von Würzburg und Mgf. FriedŠrich von Brandenburg Lgf. Wilhelm von Hessen vom Bündnisfall ausgenommen haben. Diese Ausnahmen sollen jedoch nur gelten, soferre wir, erzbischof Uriel, unsers frunds von Wurzpurg gegen gemeltem unsern frund, dem marggraven von Brandenburg, und deßgleichen herwiderumb, soferre wir, marggraf Friderich, unsers abruders und swagers–a, des lantgraven von Hessen, gegen unserm frund von Menz fur uns und unser oheim von Sachsen und unser bruderliche erbeynung zu entlichem rechten mechtig sind. Desgleichen herwiderumb, wo unser frund von Brandenburg unsers frunds von Wurzpurg gegen uns, erzbischof Urieln, und unserm stift zu recht fur sich und sein erbar, edel und gelerte rete entlich mechtig ist, soll sein liebe uns zu helfen auch nit verpflicht sein. Sunst sollen die bede außnemen kein stat haben, sonder unser yeder dem andern nach laut und inhalt obberurter eynung zu helfen schuldig und verpflicht sein sonder alle geverde.

    «Nr. 543 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Ebf. Uriel von Mainz – Ansbach, 5. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 30–30’ (Konz. mit ex.-Verm., donnerstags nach sant Ulrychs tag).

    Er hätte gern die Einung mit ihm, dem Mainzer Domkapitel und Hg. Ulrich von Württemberg geschlossen, wenn ihn die Ausnahmebestimmungen bezüglich des Bf. von Würzburg und des Lgf. von Hessen nicht daran gehindert hätten. Er kann keine Räte zum Heilbronner Tag entsenden, da er diese bereits vor Eintreffen seines Schreibens mit seinem Siegel zu anderen wichtigen Verhandlungen abgeordnet hat. Sie haben aber nach Eingang seines Schreibens [Nr. 541] Befehl erhalten, mit Hg. Ulrich über Möglichkeiten für eine Einigung über die strittigen Punkte zu beraten.

    «Nr. 544 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – Stuttgart, 10. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 31–32 (Or. m. S., zinstags nach Kiliani) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz., zinstags nach Kiliani) = B.

    Seine Räte werden ihn nach ihrer Rückkehr sicherlich über ihre gestrigen Beratungen über das Einungsprojekt zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg informieren.1Er befürwortet unverändert den Abschluss des Einungsvertrags Šauf der Grundlage der Beratungen auf dem Wormser Reichstag und entsprechend seinen Schreiben an ihn. Um doch noch eine Einigung zu erzielen, beraumt er für den 12. August (sonntag zu nacht nach Laurencii)einen Rätetag nach Heilbronn an. Eine entsprechende Einladung ergeht an den Ebf. von Mainz. Er ist zuversichtlich, dass sie angenommen wird und ein erfolgreicher Abschluss gelingt.

    [PS] Falls seine Vermittlung wider Erwarten scheitern sollte, haben seine Gesandten Befehl, über den Abschluss einer Einung zwischen Württemberg und Brandenburg-Ansbach zu verhandeln.

    «Nr. 545 Ebf. Uriel von Mainz an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – St. Martinsburg/Mainz, 12. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 34–34’ (Or. m. S., donnerstag nach sant Kilians tag).

    Bestätigt den Eingang seines Schreibens [Nr. 543]. Gemäß seinem letzten eigenen Schreiben [Nr. 541] hatte er bereits Gesandte nach Heilbronn abgefertigt. Er will nichts unversucht lassen, um ihr freundschaftliches Verhältnis zu bewahren. Der ihm vor kurzem zugesandte Entwurf bezüglich der Ausnahmen vom Bündnisfall [Nr. 542] sollte für beide Seiten annehmbar sein. Falls er wider Erwarten dennoch Einwände hat, wäre er mit Vermittlungsverhandlungen durch den Hg. von Württemberg einverstanden.

    «Nr. 546 Württembergischer Entwurf für einen Reversbrief Ebf. Uriels von Mainz und Mgf. Friedrichs II. von Brandenburg-Ansbach über Ausnahmen vom Bündnisfall – Heilbronn, 14. August 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz., actum Heilpronn, auf unser lieben Frauen aubent assumptionis. Verm.: Diesen Entwurf legten der württembergische Kanzler [Dr. Gregor Lamparter] und weitere Räte Hg. Ulrichs den Mainzer und Brandenburger Gesandten vor, mit der Maßgabe einer verbindlichen Stellungnahme ihrer Herren dazu bis zum 29.9.). = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 35–35’ (Kop., Datierung und Verm. wie A) = B. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 37–38 (Kop., Datierung und Verm. wie A) = C. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 33–33’ (undat. Konz.) = D.

    aErklären, dass sie gemeinsam mit Hg. Ulrich von Württemberg eine Einung geschlossen haben, bei der gemäß der Verschreibung aller drei Ff. vom 11. Juni (montag nach unsers lieben Herrn fronleichnams tag)Ebf. Uriel Bf. Lorenz von ŠWürzburg und Mgf. Friedrich von Brandenburg Lgf. Wilhelm von Hessen vom Bündnisfall ausgenommen haben–a.

    Sie haben sich darüber hinaus geeinigt, dass Ebf. Uriel Bf. Lorenz von Würzburg keine Hilfe leisten würde, falls dieser während der Dauer des Einungsvertrags bin einen bewaffneten Konflikt mit Mgf. Friedrich geraten sollte–b. cUmgekehrt wird Mgf. Friedrich Lgf. Wilhelm von Hessen oder dessen Erben keine Hilfe leisten, falls es zum bewaffneten Konflikt mit Ebf. Uriel wider dise obgemelte unser eynung oder unser öheim von Sachßen, Hessen und unser brüderlich erbaynungkommen sollte–c.

    «Nr. 547 Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – [Ansbach], 21. August 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 39–40 (Konz., dinstag nach unser lieben Frauen tag wurzwey).

    Teilen mit, dass sie den mgfl. Sekretär Christoph Claus zu den für den 12. August (sontag nach Laurenti)nach Heilbronn anberaumten Verhandlungen über die strittigen Ausnahmen vom Bündnisfall bei der auf dem Wormser Reichstag verhandelten Einung mit Kurmainz und Württemberg abgeordnet haben. Dieser hat bei seiner Rückkehr einen von den württembergischen Räten vorgelegten Entwurf [Nr. 546] mitgebracht, zu dem die Vertragspartner bis zum 29. September (Michahelis)eine verbindliche Erklärung abgeben sollen. Er, Mgf. Friedrich, findet darin einen Passus über die Ausklammerung des Bf. von Würzburg von der Bündnispflicht. Falls er mit dem Stift in einen bewaffneten Konflikt geraten sollte, darf Mainz demnach in keinem Fall Würzburg Hilfe leisten. Bezüglich Hessens wird jedoch differenziert: Nur wenn der Lgf. von Hessen gegen diese Einung oder gegen die brüderliche Erbeinung mit Mainz in einen Konflikt gerät, was bedeutet, dass Hessen das in diesen Einungen vorgesehene Schiedsverfahren nicht akzeptiert, darf der Mgf. gegen Mainz keine Hilfe leisten. Sie raten dazu, die Einung mit Kurmainz unter diesen Konditionen einzugehen. Nach dem Tod Lgf. Wilhelms ist für die Dauer der Einung ein von Hessen ausgehender Konflikt mit Mainz unwahrscheinlich. Außerdem waren das Erzstift Mainz, Brandenburg und Württemberg zuvor schon lange Zeit durch eine Einung zum gegenseitigen Vorteil freundschaftlich verbunden. Überdies läuft der Schwäbische Bund bald aus und wird möglicherweise nicht mehr verlängert. Bitten um eine Anweisung, ob sie bezüglich des Entwurfs ihre Zustimmung oder Ablehnung erklären sollen.

    Š[PS] Die Einung mit Württemberg kommt in jedem Fall zustande. Sollte er, der Mgf., jedoch dem von ihnen befürworteten Vertragsschluss mit Mainz zustimmen, könnte der Vertrag mit Württemberg kassiert und stattdessen eine neue Urkunde über die Einung zwischen Kurmainz, Württemberg und Brandenburg ausgefertigt werden.

    «Nr. 548 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Hauptmann und Statthalter in Ansbach – im Feld vor Padua, 13. September 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 41–41’ (Or. m. S., donderstag nach nativitatis Marie).

    Bestätigt den Empfang ihres Schreibens [Nr. 547] samt dem Entwurf hinsichtlich der Ausnahmen von den Bündnispflichten. Er geht davon aus, dass sie ihm raten, was wir mit eren und fugen wol tun mogen. Er willigt deshalb in die Annahme des Entwurfs ein und beauftragt sie mit der Ausstellung der entsprechenden Urkunden.

    «Nr. 549 Ebf. Uriel von Mainz an Hg. Ulrich von Württemberg – Aschaffenburg, 23. September 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Or. m. Siegelrest, sontags nach sant Mauricien tag) = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 43–43’ (Kop.) = B.

    Trotz einiger Bedenken hinsichtlich des Heilbronner Entwurfs für den Beibrief [Nr. 546] stimmt er um der Freundschaft zwischen den Mgff. von Brandenburg und den Ebff. von Mainz willen dessen Ausfertigung in der bestehenden Form zu.1Allerdings soll im ersten Artikel bezüglich des Bf. von Würzburg die Passage „wider recht und den landfriden“ ergänzt werden, sodass sie folgendermaßen zu verstehen ist: Falls der Bf. von Würzburg mit dem Mgf.„wider recht und den landfriden“ in einen bewaffneten Konflikt gerät, darf Kurmainz dem befreundeten Bf. keine Hilfe leisten. Denn sollte der Bf. unter Wahrung des Rechts und gemäß dem Landfrieden handeln, kann der Ebf. ihm, da die beiden Stifte und das Kgr. Böhmen seit vielen Jahren durch eine Erbeinung verbunden sind2, die von allen Ebff., Bff. und Domherren bei ihrem Amtsantritt beschworen wird, und da das Bm. Würzburg ein Mainzer Suffraganbistum ist, seine Hilfe nicht verweigern.

    «Nr. Š550 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – Stuttgart, 1. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 45–45’ (Or. m. S., montags nach Michaelis).

    Übersendet die von ihm gesiegelte Verschreibung des zwischen ihnen beiden in Worms beschlossenen Einungsvertrags. Bittet ihn, die Urkunde ebenfalls zu besiegeln, in seiner Kanzlei einen gleichlautenden Reversbrief auszufertigen und ihm zuzuschicken. Er will das Schriftstück dann, wie in Heilbronn verabredet, ebenfalls siegeln. Rechtfertigt die eingetretene Verzögerung mit seiner Abwesenheit.

    «Nr. 551 Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach an Hg. Ulrich von Württemberg – [Ansbach], 3. Oktober 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Or. m. Siegelrest, mitwuch nach Michaelis) = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 46–46’ (Konz.) = B.

    Die württembergischen Räte haben in Heilbronn wegen des Beibriefs der in Worms verhandelten Einung zwischen Kurmainz und Brandenburg zu vermitteln versucht. Den vom mgfl. Sekretär Christoph Claus mitgebrachten Entwurf haben sie an den in Italien (die welschland)weilenden Mgf. weitergeleitet. Dessen Einwilligung ging ihnen jetzt zu. Sie erklären daraufhin in seinem Namen, die in Worms verabredete Einung zwischen den drei Fürsten abschließen zu wollen, wobei der Beibrief gemäß der in Heilbronn vorgelegten Fassung ausgefertigt werden soll. Um Missverständnisse zu vermeiden, bitten sie darum, ihnen den in Worms erstellten Entwurf der Einungsurkunde für einen Abgleich mit der ihnen dort ausgehändigten Abschrift zuzusenden. Anschließend könnten die Urkunden ausgefertigt und ausgetauscht werden.

    [PS] Sie halten es für erforderlich, dass auch der Mainzer Domdekan [Adolf Rau von Holzhausen] und das Domkapitel in den Heilbronner Beibrief einwilligen, wie dies laut Einungsvertrag ohnehin vorgesehen ist.

    «Nr. 552 Mgfl. Brandenburger Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach an Hg. Ulrich von Württemberg – Ansbach, 6. Oktober 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Or. m. S., sambstag nach sant Franciscus tag).

    Bestätigen den Empfang seines Schreibens [Nr. 550] samt Einungs- und Beibrief [zwischen Württemberg und Brandenburg-Ansbach], die auf der Grundlage der Vereinbarungen von Worms und Heilbronn erstellt wurden. Vor der Ankunft seines Boten hatten sie ihn über die Einwilligung Mgf. Friedrichs in den ebenfalls in Heilbronn erstellten Beibrief zwischen dem Ebf. von Mainz und dem Mgf. informiert [Nr. 551]. Da nun alle drei Ff. eine Einung eingehen werden, wird die ŠAusfertigung der ihnen zugeschickten Dokumente, die sie ihm hiermit in Erwartung seiner Antwort zurücksenden, unnötig.

    «Nr. 553 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach (bzw. an Hauptmann, Statthalter und Räte in Ansbach) – Stuttgart, 19. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 42–42’ (Or. m. S., fritags nach Galli) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (undat. Konz.) = B.

    Die mgfl. Statthalter und Räte in Ansbach (Onoltzpach)haben schriftlich ihre Zustimmung zu dem in Heilbronn verabredeten Beibrief zwischen dem Ebf. von Mainz und ihm, Mgf. Friedrich, gegeben [Nr. 551]. Der Ebf. hat inzwischen mit einer geringfügigen Ergänzung ebenfalls sein Einverständnis erklärt, wie aus der beiliegenden Abschrift [Nr. 549] zu entnehmen ist. Er erbittet zur Mitteilung an den Ebf. seine Stellungnahme dazu. Anschließend sollen die Einungsurkunde auf der Grundlage des Wormser Entwurfs sowie die Beibriefe ausgefertigt und zwischen den Vertragspartnern ausgetauscht werden.

    «Nr. 554 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach (eigentlich: Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach) an Hg. Ulrich von Württemberg – [Ansbach], 28. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 47–47’ (Konz., aSimonis et Jude–a).

    Bestätigt den Empfang seiner Antwort [Nr. 553] samt dem beigelegten Schreiben des Ebf. von Mainz [Nr. 549]. Er sieht sich veranlasst, die für ihn unerwartete Änderung am Entwurf als Absage zu bewerten. Die bisherigen Ebff. schlossen Einungen mit den Vorgängern Mgf. Friedrichs, ohne das Hst. Würzburg vom Bündnisfall auszunehmen. Auch jetzt hätte sich der Ebf. in dieser Frage entgegenkommend zeigen können. So bleibt es bei der in Heilbronn beschlossenen Einung zwischen Brandenburg-Ansbach und Württemberg, worüber nunmehr die gegenseitigen Verschreibungen ausgestellt und ausgetauscht werden sollen.1

    « Š5.3. Erzbischof Uriel von Mainz gegen Graf Emich von Leiningen  »

    «Nr. 555 Ebf. Uriel von Mainz an Gf. Michael von Wertheim – Aschaffenburg, 6. August 1509 »

    Wertheim, StA, G-Rep. 57/2, Korrespondenz Gf. Michaels II. von Wertheim, Nr. 76, unfol. (Or. m. besch. S., montags Sixti).

    Bei den Verhandlungen auf dem Wormser Reichstag vor ihm, Gf. Michael, als Unterhändler hat er Gf. Emich zur Begleichung seiner vermeintlichen Forderung, weniger aufgrund eines berechtigten Anspruchs als vielmehr aus Gnade und Freundschaft, die Zahlung von 2000 fl. angeboten. Doch wollte sich der Gf. damit nicht begnügen. Er hat sich daraufhin verpflichtet, beim Domkapitel eine weitergehende Bewilligung zu erwirken und ihn, Gf. Michael, über das Ergebnis seiner Bemühungen zu informieren. Teilt ihm hiermit mit, dass das Kapitel ihm als Unterhändler einen Ermessensspielraum von bis zu 3000 fl. einräumt, wobei die Zahlungsfristen so großzügig angesetzt werden sollen, dass sie auch eingehalten werden können. Er hofft, dass die Gegenseite sich damit zufriedengibt. Eine größere Summe wird er keinesfalls zugestehen. Die von ihm bereits in Worms angebotene Alternative wäre ein rechtliches Verfahren vor unparteiischen Richtern.

    «5.4. Kurfürst Friedrich III. von Sachsen gegen Reichsstadt Straßburg  »

    «Nr. 556 Reichsstadt Nürnberg an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Nürnberg, 18. Juli 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 117’–118 (Kop., mitwoch nach St. Alexius tag).

    Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 141, S. 355f.

    Der Nürnberger Ratsherr Kaspar Nützel, der in Angelegenheiten des Schwäbischen Bundes auf dem Wormser Reichstag war, hat ihnen nach seiner Rückkehr unter anderem über seinen, Kf. Friedrichs, Streit mit der Stadt Straßburg wegen eines Organisten1, der aus dem kursächsischen in den Straßburger Dienst gewechselt ist, und über die mit ihm deshalb geführten Verhandlungen der reichsstädtischen Vertreter berichtet. Die Straßburger Gesandten haben in Worms gegenüber Nützel angekündigt, dass ihr Magistrat nach Ende der Verhandlungen Nürnberg schriftlich über den Vorgang informieren werde. Heute traf nun ein Straßburger Reiter mit Šzwei, jeweils in Abschrift beiliegenden Schreiben ein.2Nürnberg wollte sich angesichts seines guten Verhältnisses zu Straßburg dessen Wunsch nach Fürsprache nicht verweigern.3Bitten ihn deshalb, auf eine Bestrafung des Organisten zu verzichten, wenn er gemäß seiner eidlichen Verpflichtung wieder zu ihm zurückkehrt, und von weiteren Forderungen an den Straßburger Magistrat abzusehen.4

    «5.5. Kurfürst Joachim I. von Brandenburg  »

    «Nr. 557 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein – [Tangermünde], 13. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2 N, fol. 34 (Konz., freitag nach Kiliani).

    Laut Mitteilung Eitelwolfs vom Stein hat der Ks. ihn, Serntein, mit der Ausfertigung der Schriftstücke in seinen Angelegenheiten1beauftragt. Demnach hat Stein mit ihm vereinbart, dass er diese Dokumente so rasch wie möglich nach Worms schickt. Dies ist bislang jedoch unterblieben. Ersucht ihn, gemäß dem ksl. Befehl zu verfahren und die Schriftstücke ohne weitere Verzögerung Gf. Adolf von Nassau zuzuschicken, der sie dann an ihn weiterleiten wird [Nr. 505, Pkt. 2].

    «5.6. Bischof Lorenz von Würzburg  »

    «Nr. 558 Auszug aus dem Würzburger Domkapitelprotokoll – Würzburg, 5. /14. Juli 1509 »

    Würzburg, StA, Würzburger Domkapitelprotokolle 1504–1509, fol. 422’, 440.

    Š[5.7.] Im Domkapitel wurde eine dem Ks. in Worms vorgetragene Supplikation [Wilwolt Lauers] gegen [den bfl. Würzburger Rat und Amtmann zu Trimberg] Ludwig von Hutten und auch gegen den Bf. von Würzburg verlesen. Es wurde beschlossen, dem Ks. zu antworten, dass das Schriftstück dem Bf. und Hutten vorgelegt und ihm deren Stellungnahme anschließend übermittelt werde.

    [14.7.] Der Bf. informierte das Kapitel über seine schriftliche Stellungnahme an den Rat der Stadt Worms und erklärte, dass sie genugig gewest und kein gefallens an Wilwolt gehabt.

    «5.7. Herzog Wilhelm IV. von Bayern gegen Pfalzgraf Friedrich  »

    «Nr. 559 Kf. Ludwig V. von der Pfalz an Hg. Wilhelm IV. von Bayern – Heidelberg, 21. Juni 1509 »

    München, HStA, KÄA 1242, fol. [37] (Or., dorstags nach Viti).

    Sicherlich ist er inzwischen über die in Worms und Heidelberg geführten Verhandlungen zwischen den bayerischen Gesandten und seinen eigenen Vertretern in den Angelegenheiten zwischen Pfgf. Friedrich als Vormund und ihm, Hg. Wilhelm, informiert worden.1Vereinbarungsgemäß sind weitere Verhandlungen in Ingolstadt vorgesehen. Bittet im Sinne eines raschen Abschlusses der Angelegenheit, seine hier in Heidelberg anwesenden Räte2auch nach Ingolstadt zu entsenden. Er selbst wird in Šjedem Fall seinen Hofmeister [Johann von Morsheim], nach Möglichkeit aber auch seine übrigen bisher an den Verhandlungen beteiligten Räte3dorthin abordnen.4

    «5.8. Herzog Friedrich I. von Schleswig-Holstein  »

    «Nr. 560 Hg. Friedrich I. von Schleswig-Holstein an Kammerrichter und Beisitzer des Reichskammergerichts – Schloss Steinburg, 17. August 1509 »

    Druck: Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLXXVII, S. 229f. (freytags nach assumpcionis Marie).

    Er hatte wie andere Reichsstände Gesandte beauftragt, auf dem kürzlich in Worms abgehaltenen Reichstag seine Angelegenheiten beim Ks. vorzubringen. Diese haben in dessen Abwesenheit gegenüber den ksl. Kommissaren Beschwerde erhoben, dass die zu Holstein gehörige hgl. Stadt Hamburg durch Reich und Kammergericht wie eine Reichsstadt veranschlagt und behandelt wird.1Die Antwort der ksl. Stellvertreter [Nr. 372] liegt in Abschrift bei. Demnach soll er dem Ks. oder dessen Räten Belege für die Landsässigkeit Hamburgs beibringen, wozu er auch bereit ist. Die Angelegenheit betrifft indessen nicht nur ihn, sondern auch seinen Bruder Kg. Johann von Dänemark, der als ältester Hg. von Holstein einen großen Teil der erforderlichen Dokumente verwahrt. Der Umstand, dass dieser von den Angelegenheiten seiner Kgrr. Schweden und Dänemark stark in Anspruch genommen wird und in absehbarer Zeit nicht nach Holstein kommen kann, hindert ihn, Hg. Friedrich, an der Beweisführung. Bittet um einen Aufschub für das weitere Verfahren gegen Hamburg, bis ihm die Vorlage der Dokumente möglich ist.2

    « Š5.9. Landgraf Wilhelm II. von Hessen  »

    «Nr. 561 Aufzeichnung des kursächsischen Gesandten Friedrich von Thun über Verhandlungen mit Lgf. Wilhelm II. von Hessen – act. Kassel, 16. Juni 1509 »

    [1.] Schwierigkeiten mit der Reichstagsvollmacht der hessischen Gesandten; Verhandlungen Kf. Friedrichs von Sachsen auf dem Reichstag; [2.] Verhandlungen des Wormser Reichstages über die vom Ks. geforderte Reichshilfe; [3.] Streitigkeiten zwischen Kurmainz und Hessen; [4.] Restitutionsforderung der Schenken von Erbach an Hessen; [5.] Konflikt Gf. Eberhards von Eppstein-Königstein mit Hessen; [6.] Konflikt zwischen Kursachsen und dem Hm. Sachsen; [7.] Intervention Hg. Heinrichs von Braunschweig-Wolfenbüttel für seine Schwester Lgfin. Anna.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. A, Nr. 173, fol. 37–44’, 45’ (Kop.).

    [1.] /37/ Der Gesandte wurde am 13. Juni (mitwoch nach1 sancti Viti)von Frankfurt aus abgefertigt und traf am folgenden Samstag [16.6.] in Kassel ein, wo ihm Lgf. Wilhelm noch am gleichen Tag eine Audienz gewährte. Der Lgf. akzeptierte seine Entschuldigung für das Fernbleiben Kf. Friedrichs. Darnach ich angezeigt, wes mein gnedigister herr auf des landgraven bit und ersuchung derselben rete zu Wormbs erzeigt und sich gehalten habe in der handlung, so von ksl. Mt. reten furgewendt worden, dieselben sein rete dem landgraven zu berichten haben. Aber mein gnst. herr hab befunden, das zum ersten an kein gewalt oder volmacht den reten gegeben oder auf sein ftl. Gn. vom landgraven uberschickt worden sey. Es hab aber mein gnst. herr dieselbigen rete vertrost, ob nach dem gewalt gefragt werden, wolt sein ftl. Gn. sich vernemen lassen, er /37’/ het gewalt sambt den reten, doch das darauf die rete von stund an umb gewalt hinter sich schickten, das sie dann zu tun gesagt. Was aber inen fur gewalt zugesant, wisse mein gnedigister herr nit sonder bericht davon. Es haben aber sein ftl. Gn. denselben landgrevischen reten, was in handlung furgefallen, nit verborgen, ir bedenken gehort, auch seiner ftl. Gn. gemut widerumb eröffent, was in den furfallenden sachen gut sein solt, zu erkennen gegeben, und also darinnen gehandelt, wie sein ftl. Gn. von meinem gnedigen herrn landgraven in solchen hendeln ergangen were, hetten nemen und genugen haben wollen, als auch mein gnst. herr sich nit anders versihet, die rete den landgraven zu berichten haben.

    Der Lgf. antwortete darauf, er nehme diese Erklärung Kf. Friedrichs freundschaftlich an, sagte aber nichts bezüglich der Vollmacht.

    Š[2. Verhandlungen des Wormser Reichstages über die vom Ks. geforderte Reichshilfe; Nr. 483].

    [3.] /39’/ Kf. Friedrich hat sich gemeinsam mit dem Bf. von Würzburg zuerst vergeblich um die gütliche Beilegung der Streitigkeiten zwischen dem Ebf. von Mainz und dem Lgf. von Hessen und danach um eine Stilllegung des Konflikts bemüht – wie dies die hessischen Räte bereits berichtet haben oder noch tun werden. Der Ebf. erklärte sich mit ihrem Vorschlag einverstanden, alle Streitpunkte durch einen Austrag zu regeln. Die hessischen Räte waren nur bezüglich des Streits um Kostheim bevollmächtigt, erklärten allerdings, dass der Lgf. hinsichtlich der Mainzer Forderungen den Rechtsweg nicht verweigern werde. Wiewol die fursten als hendeler bey den meinzischen erlangen mochten haben, das, wo alle sachen verfast worden weren, das erst erkentnus auf die entsatzung des zols zu Costheym, doch das die andern petitorium oder haubtsacha und volgend all ander des bischofs artikel mit außgesprochen und ergangen weren, das aber nit angenomen.Darauf blieb es beruhen. Falls der Lgf. Vorschläge machen möchte, die für die Beilegung der Streitigkeiten hilfreich sind, wird der Kf. sie gerne aufgreifen. /40/ Wegen der Bergstraße hat der Kf. den Mainzer Ebf. nicht angesprochen, da er nichts für den Lgf. Nachteiliges unternehmen wollte.2

    Der Lgf. antwortete, er frag nichts nach dem bischof von Meinz, er wolt sich sein wol erweren. Er wust auch umb kein andere verfassung und entsetzung des zols zu Costheym zu bewilligen. Het in der bischof zu Menz umb spruch anzufordern, so wolt er im ordenlichs rechten nit wegern.

    [4.] Der Gesandte brachte anschließend die Angelegenheit der Schenken [Eberhard und Valentin] von Erbach vor und stützte dabei seine Darstellung auf die von den Schenken an Kf. Friedrich übergebene Supplikation [Nr. 326]. Im Namen des Kf. bat er um deren Restitution.

    Der Lgf. erwiderte, dass er bereits dem zuvor als Fürsprecher aufgetretenen Kf. Ludwig von der Pfalz geantwortet habe, er werde den Schenken einen gnädigen Bescheid geben, wenn sie bei ihm vorstellig würden. Dies hätten sie aber bislang unterlassen. Gleichwohl gelte seine Zusage weiterhin.

    [5.] Gf.[Eberhard] von Königstein hat Kf. Friedrich um Fürsprache beim Lgf. gebeten, ihm seinen Anteil an Eppstein und andere ihm weggenommene Besitzungen zurückzugeben. Im Gegenzug wolle der Gf. allen hessischen Forderungen auf dem Rechtsweg begegnen.

    Der Lgf. antwortete, dass der Gf. von Königstein seinen Diener und Lehnsmann [Gottfried] von Eppstein ohne Warnung gefangengenommen habe. Nach dessen Freilassung sei er bereit, die Ansprüche Königsteins gegen Hessen rechtlich zu klären.

    [6.] Der Gesandte erinnerte an das Schreiben des Lgf. an Kf. Friedrich über seine Unterredung mit Heinrich von Schleinitz bezüglich seiner Vermittlung im ŠKonflikt zwischen dem Kf./41/ und Hg. Georg von Sachsen3, das jedoch nichts zum Ergebnis dieses Gesprächs enthalten habe. Der Kf. erbitte Aufschluss darüber. Falls kein Vertragsabschluss mit Hg. Georg möglich sei, bitte er außerdem, ihn und seinen Bruder Hg. Johann hinsichtlich ihres weiteren Vorgehens zu beraten. Dabei gelte es auch zu berücksichtigen, dass der Lgf. schon seit längerer Zeit mit dem Konflikt befasst sei und sich inzwischen weitere, durch ihn, Thun, bereits mitgeteilte Beschwerden Kursachsens ergeben hätten.

    Der Lgf. antwortete darauf, /41/ dass seinem Schreiben seine Kritik an der Kompromisslosigkeit Schleinitz’ zu entnehmen gewesen sei. Er habe nach der Ablehnung seiner Vergleichsmittel durch den Gesandten seine Vorschläge schriftlich an Hg. Georg gesandt4; der Bote sei noch nicht zurückgekehrt. Sowie die Antwort eintreffe, werde er Kf. Friedrich darüber informieren.5Falls dann kein Ausgleich möglich sei, werde er seine Vermittlungsbemühungen angesichts der Kompromisslosigkeit beider Seiten aufgeben. Er könne Kf. Friedrich und Hg. Johann den gewünschten Rat nicht geben, da er beiden Parteien gleichmesig verwant sei.

    Der Gesandte zeigte weisungsgemäß an, dass die Fortsetzung des Verfahrens Kf. Friedrich und Hg. Johann benachteilige, da Hg. Georg ihrer Kenntnis nach seine Freunde zum Vorgehen gegen sie aufstachle. Auch ihnen seien von mehreren Seiten Bündnisse angeboten worden, so insbesondere jetzt in Worms durch die Ebff. von Mainz und Köln, Kf. Ludwig von der Pfalz (phalzgrauen)und Pfgf. Friedrich. Kursachsen sei darauf mit Rücksicht auf den Lgf. nicht sofort eingegangen. Stattdessen habe sich Kf. Friedrich in Worms einen Monat Bedenkzeit ausbedungen, um sich mit Hg. Johann beraten zu können. Falls der Lgf. keinen Ausgleich mit Sachsen herbeiführen könne, müsse Kursachsen die Bündnisangebote annehmen. Der Lgf. habe sicherlich Verständnis dafür.

    Der Lgf. antwortete, falls es so weit komme, müsse er dies akzeptieren. Er erwarte allerdings, dass Kursachsen sich an die Bestimmungen ihrer Erbeinung halten werde.

    /42’/ Thun versicherte dies. Anschließend bat er im Namen seiner Hh. um Aufschluss über eine Äußerung Schleinitz’ in Naumburg, wonach sein her, herzog ŠGeorg, die sporn het umbgespannt und er wurd darein hauen etc.Er, Thun, habe mit ihm bereits früher darüber gesprochen und in Worms auch [den sächsischen Gesandten] Caesar Pflug darüber informiert. /43/ Der Lgf. erklärte, mit Schleinitz darüber nicht gesprochen zu haben.

    [7.] Der Gesandte sprach als letzten Punkt an, was mein gn. herr, herzog Heinrich von Brunswig, meinem gnst. herrn [Kf. Friedrich] zu Wormbs angesucht und bericht hat, was beswerung sich der landgraf gegen herzog Heinrichs swestern [Lgfin. Anna], irem herrn, dem /43’/ eltern landgraven [Wilhelm I.], auch desselben kinden, den freulichen6, erzeigen und halten soll, mit bit, das mein gnst. herr wolt freuntlich verfugen und als der freund darein sehen, das mein gnedige frau, die landgrevin, zu irem herrn wider gelassen werden mocht, auch das im zu seinen beswerungen, sovil moglich, geholfen werd, das das furnemen mit dem eldisten fraulichin [Mechthild] der eestiftung, dem von der Lyp7 zu geben, nachbliebe, sonder, so die zu eelichem stand bestatt werden soll, das sie als ein furstin von Hessen zu irem gleichen versehen werden mocht, auch die und die andern freulichen mit erlichen cleydungen und erhaltungen zu versorgen, auch meiner gn. frauen, der landgrevin, das ir an irem vermechtnus8 mangelt, noch einbringen, versorget und verweist werd, als dann herzog Heinrich zuversichtig were, bey meinem gnst. herrn, das solchs alles, oben gemelt, nit unbillich von ime, meim gn. herrn, dem landgraven, beschee, bedenken wurd, und also bey dem landgraven handeln, das es seiner gnaden swestern, auch irem herrn und kindern zu gutem gereichet. Ob aber der landgraf darin wegerung tet, het herzog Heinrich von wegen seiner gnaden swestern, irem herrn und kindern solchs auf mein gnst. und gn. herrn als sein herrn und /44/ freund gestelt. Dann was ire ftl. Gn. darinnen fur zimlich, gleich und billich ansehen, das solt sein swester, ir herr und kinder benugen an haben.Thun bat im Namen Kf. Friedrichs den Lgf., seinen Verpflichtungen gegen seinen Bruder [Lgf. Wilhelm I.], dessen Kinder und dessen Frau nachzukommen und sich darüber hinaus freundlich gegen sie zu erzeigen. Der Kf. wolle ihm dabei mit Rat und Hilfe zur Seite stehen.

    Der Lgf. erwiderte, dass für eine solche Intervention Hg. Heinrichs kein Anlass bestehe. Kf. Friedrich könne selbst in Erfahrung bringen, ob am Legat der Lgfin. [Anna] etwas fehle. Sollte dies zutreffen, werde er dafür sorgen, dass sie es zurückerhält. Die Lgfin. habe im Übrigen selbst nicht bei ihrem Gemahl bleiben wollen, wie umgekehrt auch sein Bruder sie nicht bei sich dulde. Auch habe nicht er dessen ŠInhaftierung veranlasst, sondern der Ks.9, ohne dessen Einverständnis er ihn nicht auf freien Fuß setzen könne. Würden jedoch Kf. Friedrich, Hg. Johann und Hg. Georg von Sachsen sowie die Mgff. von Brandenburg dessen Freilassung wünschen und der Ks. seine Zustimmung geben, müsste er dem nachkommen. Er wolt, das sein bruder zwen son het. Mehr äußerte der Lgf. dazu nicht.

    «Nr. 562 Vortrag eines Gesandten Eberhards und Valentins Schenken von Erbach an die hessische Vormundschaftsregierung (Auszug) – act. Marburg, 22. Oktober 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 9853/5, fol. 32–42’, hier 32–32’ (Kop., montag nach Luce ewangeliste).

    Der verstorbene Lgf. Wilhelm hat Eberhard und Valentin Schenken von Erbach während des pfälzisch-bayerischen Krieges die Schlösser und Dörfer Bickenbach, Schönberg und Habitzheim, ihren Anteil an Jugenheim (Gugenheim), Seeheim, ihre Zehnten zu Umstadt und Pfungstadt sowie weitere Besitzungen abgenommen. Die Schenken baten seinerzeit den Lgf. und dessen Räte durch ihre Freunde und auch selbst wiederholt schriftlich wie mündlich um die Rückgabe ihrer Güter. Auf dem Wormser Reichstag wurden sie bei den hessischen Gesandten vorstellig und übergaben ihnen eine Supplikation an den Lgf.1Ebenso baten sie in Worms Kf. Friedrich von Sachsen um Fürsprache. Dieser erlangte eine günstige Antwort2, die er den beiden Schenken zuschickte. Wenn der Lgf. nicht verstorben wäre, hätte er ihnen zweifellos ihre Besitzungen zurückgegeben und der Beistand Kf. Friedrichs und Kf. Ludwigs von der Pfalz wäre von Erfolg gekrönt gewesen.3 [...].

    « Š5.10. Herzog Ulrich von Württemberg  »

    «Nr. 563 Der württembergische Kanzler Dr. Gregor Lamparter an den Rat Dr. Beatus Widmann – Tübingen, 9. Oktober 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 133, Bü. 1, unfol. (Or. m. S., zinstag Dionisii).

    Der Würzburger Domherr und Propst zu Komburg, Peter von Aufseß, hat dem Marschall [Konrad Thumb von Neuburg1], dem Haushofmeister [Philipp von Nippenburg2] und ihm selbst in Worms eine Supplikation an Hg. Ulrich von Württemberg3übergeben. Demnach haben Aufseß und seine Vorgänger im Archidiakonat4von jeher in den von Hg. Ulrich [während des Landshuter Erbfolgekrieges] eroberten kurpfälzischen Orten das Sendgericht gehalten. Aufseß hoffe, dass der Hg. es beim Herkommen bleiben lassen werde. Er biete an, eventuelle Streitigkeiten mit seinen Bevollmächtigten durch sie [= Thumb, Nippenburg und Lamparter] entscheiden zu lassen. Eine entsprechende Bitte habe er bereits [während des Reichstages] in Konstanz vorgetragen und damals eine Streitschlichtung durch ihn, Lamparter, und den inzwischen verstorbenen Dr. Peter [Jakobi] vorgeschlagen.

    Sie gaben Aufseß in Worms die Zusage, Erkundigungen einzuholen und dann nach Billigkeit zu verfahren. Er hat zu diesem Zweck den Amtleuten in Weinsberg und Möckmühl Abschriften der Supplikation zukommen lassen. Falls mit dem Sendgericht bislang so verfahren wurde, wird sich der Hg. nicht weigern können. Zwar hat er wiederholt von Beschwerden der Untertanen über Unregelmäßigkeiten bei den Gerichten gehört, Aufseß hat allerdings korrekte Verfahren zugesagt. Empfiehlt, dessen Bevollmächtigten das erbetene Geleit zu gewähren5, falls sich seine Angaben als zutreffend erweisen sollten.6

    « Š5.11. Reichsstadt Worms gegen Wormser Stiftsklerus  »

    «Nr. 564 Vollmacht von Bürgermeistern und Rat der Stadt Worms für den Stadtsyndikus Philipp Lang – Worms, 18. Juni 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 1928/3, Stück-Nr. 182 (Konz., mondag nach Viti und Modesti. Dorsalverm.: Gewalt, uf meister Philipsen Lang gestelt, umb absolution ad cautelam von H. Antonio Leisten zu Menz zu bitten nach usspruch cu[n]c[ti] cleri etc.).

    Ebf. Jakob von Trier und Kf. Friedrich von Sachsen bzw. ihre bevollmächtigten Räte haben kraft Kompromissbriefs im langjährigen Streit zwischen Stiftsklerus und Stadt gütlich entschieden. Während dieses Streits wurden gegen die Stadt unrechtmäßigerweise Kirchenstrafen verhängt, von denen sie mit Einwilligung des Klerus absolviert wurde. Einige Kleriker machten indessen geltend, dass etwas geprechens bij gemelter unser absolucion ingefellen sei, was möglicherweise mit ihrem Gewissen unvereinbar sei. Obwohl Bürgermeister, Rat und Gemeinde davon überzeugt sind, dass Bann und Kirchenstrafen zu Unrecht über sie verhängt wurden und deshalb unwirksam waren, haben sie zur Sicherheit und aus Gehorsam gegenüber der Kirche um die Absolution gebeten und diese auch empfangen. Um des Friedens willen und auf Bitten der Priesterschaft sowie zur Zerstreuung ihrer Bedenken bevollmächtigen sie den Ratsherrn, Gerichtsschreiber und Syndikus Philipp Lang erneut, in ihrem Namen um die ad cautelam-Absolution unter Abstellung der geltend gemachten Defekte zu bitten und sie zu empfangen. Sie verpflichten sich zur Einhaltung aller in diesem Zusammenhang von Lang getroffenen Vereinbarungen.1

    «Nr. 565 Ebf. Jakob von Trier an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Worms, 26. Juni 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 1928/3, Stück-Nr. 142 (Kop., dinstage nach sand Johanns tag).

    Er hat gemäß ihrer Vereinbarung den Parteien gemeinsam mit den kursächsischen Räten einen Entscheid über die nach ihrem Spruch [vom 9.6.] [Nr. 329, Pkt. 3] noch offenen Punkte [ebd., Pkt. 4] sowie eine Deklaration über den Spruch [ebd., Pkt. 6] gegeben, wie aus den beiliegenden Dokumenten zu entnehmen ist. Klerus und Magistrat haben ihn gebeten, ihn als zweiten Schiedsrichter um die Ratifizierung und Besiegelung dieser Dokumente zu ersuchen. Sie werden auch noch selbst vorstellig werden.1Bittet ihn also, den Spruch und die Deklaration durch ein ŠTransfix oder in anderer ihm geeignet erscheinender Weise zu bestätigen, um weitere Streitigkeiten zwischen den Parteien zu vermeiden.2

    «5.12. Reichsstadt Worms gegen Kämmerer von Dalberg  »

    «Nr. 566 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Ks. Maximilian und ksl. Reichstagskommissare – Worms, 20. Juni 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 516/6, Stück-Nr. 84 (Kop.) = Textvorlage A. Ebd., Stück-Nr. 82 (Konz.) = B.

    Auf ksl. Befehl hin führten er, Mgf. Kasimir von Brandenburg, und andere ksl. Räte und Reichstagskommissare im Streit zwischen den Kämmerern von Dalberg und der Stadt Worms Anhörungen und Verhandlungen durch [Nrr. 330f.]. Doch haben die Kämmerer das Verfahren abgebrochen. Bei den anschließenden von der Stadt bewilligten gütlichen Verhandlungen vor Freunden der Kämmerer bekundeten Bürgermeister und Rat ihr Interesse an einer einvernehmlichen Beilegung des Streits. Sie legten noch einmal ihre Gründe für die Zurückweisung deren Ansprüche dar, erklärten aber auch, der Gegenseite im Interesse guter nachbarschaftlicher Beziehungen entgegenkommen zu wollen. Doch wiesen die Kämmerer auch dieses großzügige Angebot zurück. Die Stadt bietet deshalb hiermit für sämtliche gegenseitigen Forderungen den Rechtsweg vor den für beide Parteien zuständigen Instanzen, dem Ks. oder dem ksl. Kammergericht, an.1

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/III1/pages

    Anmerkungen

    1
     Der Frankfurter Rat beschloss am 19.7. (feria quinta post Margrete)zu dem am Vortag eingegangenen ksl. Ausschreiben: Ine der ratßlagung bedenken(ISG Frankfurt, BMB 1509, fol. 29’).
    2
     Stolberg-Wernigerode/Mülverstedt(Regesta, Nr. 2764, S. 915) weisen ein weiteres Exemplar in der Überlieferung der Gff. von Stolberg nach.
    3
     Der Druck enthält neben dem vorliegenden ksl. Ausschreiben außerdem den fiktiven Absagebrief der Reichsstände an Venedig [Nr. 274] und ein päpstliches Breve vom 10.4.1509 an Ks. Maximilian [Nr. 272, S. 444, Anm. 8].
    4
     Das gedruckte Libell (Wolfgang Huber, Nürnberg 1509) enthält neben dem vorliegenden ksl. Ausschreiben als abschließendem fünftem Stück außerdem (1.) die Aufzeichnung über einen fiktiven Vortrag venezianischer Gesandter an Ks. Maximilian in Memmingen am 30.12.1508, (2.) dessen Erwiderung darauf (vgl. dazu Tischer, Wandel, S. 20f.; Dies., Öffentlichkeit, S. 109f.), (3.) das päpstliche Breve vom 10.4.1509 an den Ks.[Nr. 272, S. 444, Anm. 8] und (4.) die päpstliche Bannbulle gegen Venedig vom 27.4.1509 [Nachweise siehe Nr. 261, S. 387, Anm. 11].
    5
     Den ksl. RT-Kommissaren in Worms am 21.6. zugestellt [Nr. 486]. – Die im Text wiederkehrende Wendung „die stende und meniglich“ weist darauf hin, dass die Resolution von vornherein auf ihre Bekanntmachung auch außerhalb des Kreises der RT-Teilnehmer angelegt war.
    6
     Bündnisvertrag von Cambrai, 10.12.1508 [Nachweise siehe Nr. 52, S. 199, Anm. 2].
    7
     Päpstliche Bulle vom 27.4.1509 [Nachweise siehe Nr. 261, S. 387, Anm. 11].
    8
     = hier: (der Gegenseite) vertraglich zugestehen, Verzicht leisten. Vgl. Grimm, Deutsches Wörterbuch XII/1, Sp. 1876 (d).
    9
     Die Stände zeigten sich auf dem Augsburger RT (1500) und dem Nürnberger Reichsregimentstag (1501) gegenüber den Bemühungen Kg. Ludwigs von Frankreich um eine Belehnung mit Mailand kompromissbereit und favorisierten eine Verhandlungslösung. Hingegen beschieden sie in Augsburg die Anträge Kg. Maximilians auf eine Reichshilfe zur Rückeroberung des Herzogtums abschlägig (Wiesflecker, Maximilian II, S. 366f., 369, 371, 374; ebd. III, S. 8–10; Kraus, Reichsregiment, S. 139–147; Schröcker, Unio, S. 297–301, 312–318, 387f.).
    10
    Gemeint sind die RTT von Freiburg 1497/98 [Nr. 411, S. 606, Anm. 3] und Augsburg 1500 [siehe vorige Anm.].
    11
    Zu den gemäß Vertrag von Cambrai für Ks. Maximilian vorgesehenen territorialen Erwerbungen vgl. Nr. 404, S. 596f., Anm. 3.
    12
    Venedig hatte nach der Niederlage von Agnadello Verona, Vicenza, Padua, Görz, Triest und Feltre kampflos preisgegeben (Wenko, Kaiser, S. 35, 46f.; Wiesflecker, Maximilian IV, S. 47; Hollegger, Maximilian, S. 196).
    13
    Das trifft nicht zu. Vielmehr trat Kg. Maximilian für eine kleine und rangniedrige Gesandtschaft ein (Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 191, S. 395f., Pkt. 5; Nr. 206, S. 425, Pkt. H).
    14
    = hier: plötzlich, unerwartet (Grimm, Deutsches Wörterbuch X/4, Sp. 444 [3c]).
    15
    Dies trifft so nicht zu. Bekanntlich hatte auf habsburgischer Seite Ehgin. Margarethe gegen den anfänglichen Widerstand ihres Vaters die Initiative zu einem Ausgleich mit Frankreich ergriffen. Vgl. Wiesflecker, Maximilian IV, S. 25f.
    16
    = Abgabe an die Kirche (für den Kreuzzug) (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch VIII, Sp. 1716).
    17
    So forderten Anfang Mai 1509 Gesandte des Papstes, Ks. Maximilians und Kg. Ludwigs von Frankreich Kg. Wladislaw von Ungarn-Böhmen zum Eintritt in ihr Bündnis gegen Venedig auf, allerdings vergeblich (Palacky, Geschichte V/2, S. 174). In der ersten Jahreshälfte wurden nicht weniger als drei ksl. Gesandtschaften beim ungarischen Kg. vorstellig (Fraknói, Ungarn, S. 4; Wenko, Maximilian, S. 108).
    1
     Aus der Datierung Thuns (mitwoch nach sancti Viti)ergäbe sich eigentlich für den folgenden Samstag der 23. Juni. Plausibel ist jedoch der 16.6. Kf. Friedrich war am 11.6. aus Worms abgereist [Nr. 418, Pkt. 1], am 20.6. hielt er sich bereits in Weimar auf. Deshalb ist davon auszugehen, dass er Thun am Mittwoch vor Viti, dem 13.6., in Frankfurt verabschiedet hatte und die Audienz am 16.6. stattfand. Damit passt zusammen, dass Kf. Friedrich bereits am 20.6. den Schenken von Erbach das Ergebnis seiner Fürsprache bei Lgf. Wilhelm [Nr. 561, Pkt. 4] mitteilen konnte [Nr. 562, S. 804, Anm. 2].
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Liegt nicht vor.
    4
     In der Vorlage irrtümlich: sie.
    5
     abharren: auflauern (Deutsches Rechtswörterbuch I, Sp. 109f.), hier im Sinne von: persönlich darum anhalten.
    6
     Das sogenannte Putsch-Repertorium weist ein nicht erhaltenes Schreiben Lgf. Wilhelms an den Ks. nach, worin er sein Bedauern über die vom RT verweigerte Reichshilfe äußerte (TLA Innsbruck, Schatzarchiv, Bd. 2, pag. 97).
    1
     Am 3.7. wurde Zülnhart zusätzlich beauftragt, beim Ks. die Rücknahme eines Mandats zu erwirken, das dem Pfleger des Domkapitels in Zusameck, Georg von Hürnheim, die Ausübung von Jagdrechten in der Mgft. Burgau untersagte (StA Augsburg, Hst. Augsburg, Neuburger Abgabe, Akten, Nr. 5492, fol. 40). Ob die Gesandtschaft an den Ks. zustande kam, ist allerdings zweifelhaft. In den Domkapitelprotokollen verlautet darüber nichts mehr. Am 9.11. legte Christoph von Knöringen den Domherren ein ksl. Schreiben an Bf. Heinrich mit der Aufforderung zur Gewährung einer Anleihe von 2000 fl.[Schreiben vom 31.8.1509; Regest: Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 392] vor und verwies auf den früheren Beschluss zur Leistung einer freiwilligen Kriegshilfe gegen Venedig (zug wider die Venedigerkorrigiert aus romzug). Das Kapitel erklärte nach erfolgter Beratung, dass solhs seiner Mt. vorigem erbieten nach dhainswegs abzeschlagen sey, und bewilligte, solh gelt darzeleyhen und, wa es meinen gn. herrn not tun wird, gar ader ainstails aufzepringen(StA Augsburg, ebd., fol. 69). Tatsächlich zahlte Bf. Heinrich die Anleihe in voller Höhe aus (Seyboth, ebd., Nr. 419, Pkt. 4).
    1
     Liegen nicht vor.
    2
     Der Nürnberger Ratsherr Anton Tucher gab am 20.6. an Kf. Friedrich von Sachsen die Information weiter, dass kaiserliche majestet abschlegiger anntwort, so irer majestet uff derselben begern bey den stenden des Reichs zu Wurms gefallen, ain mercklich mißfallen und ungnad empfangen hab(Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 138, S. 353f.).
    3
     Entsprechendes Schreiben des Nürnberger Rates an Ks. Maximilian vom 11.6.1509 (Kop., montag nach Bonifacii; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 49’).
    4
     Gemeint sind die während des Landshuter Erbfolgekriegs eroberten Orte. Vgl. Heil, RTA-MR VIII/1, S. 141f.
    5
     = Pfennigwert. Vgl. Deutsches Rechtswörterbuch X, Sp. 856–859; Baufeld, Wörterbuch, S. 33.
    6
     Gemeint ist: zum halben Kaufpreis.
    7
     Gemeint ist das Straßenräuberprivileg. Vgl. Nr. 463, S. 677, Anm. 5.
    1
     Dem Wiesbadener Exemplar liegt ein Verzeichnis der Adressaten bei: Kf. Ludwig von der Pfalz, Kf. Friedrich von Sachsen, Kf. Joachim von Brandenburg, Kff. von Mainz, Köln und Trier, Bff. von Würzburg und Bamberg, Hg. Georg von Sachsen, Lgf. Wilhelm von Hessen, Hg.[Ulrich] von Württemberg, Hg. Wilhelm von Bayern und seine Vormünder sowie Hg.[Wilhelm] von Jülich (HStA Wiesbaden, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 71’). Die von Kleiner(Georg, S. 76) angestellte Vermutung, Nassau hätte mit dem Schreiben Bf. Georg von Bamberg – und somit auch die übrigen Adressaten – zur Rückkehr auf den RT bewegen wollen, ist unzutreffend.
    1
     Diese Behauptung ist unrichtig. Vgl. Nr. 303, S. 502 [§ 10].
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Weisung Nürnbergs an Topler vom 23.7. (Gümbel, Berichte, S. 168 Anm. 3).
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Laut Schreiben Ks. Maximilians an Mgf. Friedrich vom 1.5. hatte dessen Sekretär Georg Vogler einen Vertragsentwurf über Truppenrüstungen des Mgf. und eine Bestallung seines Sohnes Kasimir für den Krieg gegen Venedig vorgelegt. Der Ks. kündigte an, das Innsbrucker Regiment zur Ausfertigung der entsprechenden Dokumente zu veranlassen, und bat um Mitteilung, wann die mgfl. Truppen abmarschbereit seien (Or. Stuttgart, Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein; StA Nürnberg, Ansbacher Kriegsakten 3, fol. 46–46’. Konz. m. ex.-Verm.; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 103–103’).
    4
     Gemäß ksl. Instruktion sollte Topler gemeinsam mit Gf. Wolfgang von Oettingen wegen einer Anleihe von 10 000 fl. vorstellig werden. Jakob Fugger war als Bürge vorgesehen. Außerdem wollte der Ks. die Stellung von 50 Reitern für vier Monate erbitten. Die Kosten des ersten Monats in Höhe von 500 fl. sollte ebenfalls Fugger bestreiten, für den zweiten Monat sollten die Gesandten eine Verschreibung Pauls von Liechtenstein vorlegen. Gegebenenfalls sollte dieses Kontingent auf den Nürnberger Anteil an einer vom Wormser RT beschlossenen Reichshilfe angerechnet werden (Mundum, Fragenstein, 30.5.1509; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 177–178. Entsprechendes Konzept vom gleichen Datum, ausgestellt auf Gf. Wolfgang von Oettingen und Balthasar Wolf von Wolfsthal; ebd., fol. 175–176’. Vgl. Wenko, Maximilian, S. 189).
    5
     Gemeint ist die Belagerung Kufsteins durch Kg. Maximilian während des Landshuter Erbfolgekrieges im Oktober 1504. – Am 8.8. meldete Topler nach Nürnberg, die Stadt wegen des angeblichen Streits zwischen Nützel und Artzt ausführlich entschuldigt zu haben. Aber solchs ist so ganz in den kaiser gebild, das ichs ime nit ganz entledigen kann. Der Ks. sagt, er wisse sehr wohl von einem Streit zwischen den beiden Gesandten, wobei der Augsburger Vertreter auf seiner Seite gestanden habe. Dem konnte er nicht widersprechen. Empfiehlt, Artzt schriftlich um Aufschluss über den angeblichen Streit zu bitten, damit er dessen Antwort für eine Gegendarstellung verwenden kann (eigh. Or. m. S., Bassano; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, D-Laden Akten 219, Stück-Nr. 29. Druck: Gümbel, Berichte, Nr. 29, hier S. 173f.). Artzt bestätigte gegenüber dem Ks. mit Schreiben vom 28.8. (aftermontags nach Bartholomei apostoli), dass sein Verhältnis zu Nützel in Worms jederzeit freundschaftlich gewesen sei und kein Streit stattgefunden habe (ebd., S. 184f. Anm. 1).
    1
     Das Ausschreiben stimmt größtenteils wörtlich mit einem nach ergangenem Abschied wahrscheinlich ebenfalls am 12.8. auf Antrag Neitharts gefassten Beschluss der am 10.8. in Ulm zusammengetretenen Bundesstädte überein (Kop.; StdA Memmingen, A Bd. 292, unfol.; AV Straßburg, AA 353, fol. 71–72, hier 72; HStA Stuttgart, J 9, Nr. 25, Stück-Nr. 84). Die ab dem 26.8. in Augsburg versammelten Städte einigten sich jedoch nur darauf, die sach auß begegneten furfällen im besten und guter maynung diser zeit auf verrer nachgedenkenzu stellen (Kop.; StdA Memmingen, ebd., unfol.; AV Straßburg, ebd., fol. 74; HStA Stuttgart, ebd., Stück-Nr. 87). Weitere Beratungen der Bundesstädte in dieser Frage fanden nicht mehr statt. Das Ausschreiben Ks. Maximilians vom 31.8.1509 mit der Forderung nach Gewährung einer Kriegsanleihe durch die einzelnen Reichsstände (Druck: Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 392; Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 978, S. 779–782; Wiesflecker-Friedhuber, Quellen, Nr. 51, S. 175–178) stellte die Frage der Venedighilfe in einen neuen Zusammenhang.
    1
     Nachweise siehe Nr. 496, S. 737, Anm. 1.
    1
     Bei Rauchim Ganztext wiedergegebene Passagen sind an die Editionsrichtlinien der „Mittleren Reihe“ angeglichen.
    1
     Heilbronn und Wimpfen schlossen sich dem Haller Vorschlag am 15.9. an (Rauch, Urkundenbuch III, S. 252 Anm. b).
    1
     Vgl. den Bericht Toplers vom 4.10.1509 (Gümbel, Berichte, Nr. 32, S. 182–186, hier 184f.).
    1
     GStA Berlin, I. HA, Repos. 11, Nr. 11245, unfol. (Or. Druck mit Papiersiegel, Vermm. prps./amdip., Gegenz. G. Vogt. Edition siehe Nr. 496, S. 737, Anm. 1).
    2
     Tatsächlich scheint Kf. Joachim das Geld nicht bezahlt zu haben. Vgl. Seyboth, RTA-MR XI, Nrr. 419, 438.
    1
     Die Zeitung meldete den Verlust des venezianischen Festlandbesitzes nach der Übergabe Vicenzas, Veronas, Paduas, Trevisos (Terfis), Coneglianos (Kunichlen)und Serravalles (Speruvall)sowie ganz Friauls an Vertreter des Ks. Dieser war nach Trient gekommen, wo auch ein Treffen mit dem Kardinal von Rouen [George d’Amboise] geplant war, um eine persönliche Zusammenkunft des Ks. mit dem frz. Kg. vorzubereiten. Venedig hatte dem Ks. Geld und seine Unterwerfung unter das Reich angeboten, was dieser allerdings ablehnte. Nach dem Dafürhalten des Korrespondenten stand eine harte Bestrafung der Lagunenstadt bevor (Kop., StA Würzburg, Hoheitssachen 1398, fol. 3). Vgl. zum Treffen zwischen Ks. Maximilian und Amboise Zurita, Historia IV, S. 398f.; Doussinague, Política, S. 245–249; Schirrmacher, Geschichte VII, S. 568f.; Wiesflecker, Maximilian IV, S. 52f.). Das Treffen des Ks. mit Kg. Ludwig sollte in Riva stattfinden. Maximilian wartete aber dessen Ankunft nicht ab, sondern reiste am 20.6. nach Trient zurück (Ulmann, Kaiser II, S. 382f.; Schirrmacher, ebd., S. 569f.; Wiesflecker, ebd., S. 53f.).
    1
     Ein entsprechendes Mandat ging auch Ebf. Jakob von Trier zu. Der Ebf. verzichtete daraufhin auf den ihm als ehemaligem Kammerrichter [i. J. 1499] noch zustehenden Sold in Höhe von 800 fl. (Kop. Koblenz, dinstage nach sandt Dionisien tag[16.10.]1509; LHA Koblenz, 1 C, Nr. 21, pag. 558–559. Druck: Hontheim, Historia II, Nr. DCCCCXVI, S. 584). Gf. Adolf von Nassau und die beiden mit der Einsammlung des Kammerzielers beauftragten Assessoren erließen ihm im Gegenzug die gemäß Augsburger Anschlag noch ausstehenden 120 fl. (Kop. Worms, 18.11.1509; ebd., pag. 595–596). Gf. Johann Ludwig von Nassau-Saarbrücken bezahlte nach Eingang des Mandats seinen Beitrag (Quittung der Stadt Frankfurt vom 25.11.1509 über die Zahlung von 24 fl.; Kop., sontag sant Katherinentag; HStA Wiesbaden, Abt. 1, Nr. 2259, unfol. Quittung Gf. Adolfs von Nassau und der deputierten Beisitzer, undat. Or. m. S.; zeitgenössischer Datumvermerk: 1509; HStA Wiesbaden, Abt. 1, Nr. 2260, unfol.). Ein weiteres Mandat ging Abt Volpert von Hersfeld zu (koll. Kop. mit imit. Verm. amdip. und Gegenz. U. Varnbüler; StA Marburg, Best. 255, F 108, unfol.). Gegen ihn erhob der ksl. Reichsfiskal Christoph Moeller im Oktober Klage wegen fortgesetzter Steuerverweigerung (Gerichtsprotokoll, Okt.-Dez. 1509; ebd., unfol.)
    2
     Vgl. Nr. 303, S. 503, Anm. 25.
    1
     Emershofen hatte am 27. oder 28.12.1507 seine Assessorenstelle am RKG angetreten und war am 16.6.1509 wieder ausgeschieden (Verzeichnis über ausstehende Soldzahlungen an das RKG-Personal, undat. Kop., jedoch act. Worms, Juli 1510; HStA Wiesbaden, 1/2304, unfol. Abrechnung vom 16.10.1514; HHStA Wien, RK RKG-Visitationsakten 315, Fasz.[1], fol. 1–51’, hier fol. 37’; Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 944, S. 1325, Pkt. 2).
    2
     Dr. Johann Blankenfeld übernahm am 28.9. für Kurbrandenburg den Assessorendienst (Ludolf, Commentatio, Appendix X, S. 348; Harpprecht, Staats-Archiv III, S. 466; Schnöring, Blankenfeld, S. 13). Vgl. zum weiteren Streit zwischen Kf. Joachim und dem RKGüber seine kfl. Gerichtsfreiheit Smend, Brandenburg-Preußen, S. 164f.
    1
     Konstanzer Reichsanschlag, vor dem 26.7.1507 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 272, S. 565–575).
    2
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 23 (Druck: ebd., Nr. 268, S. 533f.).
    3
     Visitationsabschied vom 30.8.1508 (Druck: ebd., Bd. 2, Nr. 949, S. 1336, Pkt. 6).
    4
     Kammergerichtliches Mandat vom 7.12.1508 (ebd., Nr. 949, S. 1336 Anm. 2).
    5
     Ebenfalls im August 1509 gingen Strafmandate an diejenigen Stände aus, die ungeachtet wiederholter Aufforderungen den ersten, 1507 in Konstanz beschlossenen Kammerzieler noch immer nicht bezahlt hatten [vgl. ebd., Nr. 947, S. 1332], so bspw. an Hg. Heinrich d. M. von Braunschweig-Lüneburg (Or. m. Siegelresten, Worms, 6.8.1509, Verm. amdip., Unterz. Protonotar A. Dietrich; HStA Hannover, Celle Br. 15, Nr. 46, fol. 14–14’). Gf. Adolf von Nassau und die beiden mit der Entgegennahme des Kammerzielers betrauten Assessoren erneuerten ihre Forderung gegenüber Kf. Joachim am 11.10. (Or. Worms; GStA Berlin, I. HA, Repos. 18, Nr. 30a, Fasz. 1, fol. 42–42’). Der Kf. sagte am 19.11. für das kommende Jahr die Begleichung der Forderung zu. Und ist keins furnehmens noch procedirns derhalben gegen uns, als wyr uns auch zu gescheen nicht versehen, vonnoten(Mundum mit Korrekturen, Cölln/Spree, am tag Elisabeth; ebd., fol. 39).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Wohl Schreibfehler, statt: uns.
    1
     Liegt nicht vor. Laut Quittung des RKG hatte der Augsburger Anwalt Dr. Johann Rehlinger die zweite Tranche des Kammerzielers nur unter Protest eingezahlt und sich dabei auf einen Beschluss des Konstanzer RT bezüglich einer von Augsburg geltend gemachten Schuld in Höhe von 1000 fl. berufen (Kop. Regensburg, 22.11.1508; StdA Augsburg, Lit. 1508, Fasz. Stadt, Jan.-Dez., unfol.). Zu diesem Beschluss findet sich in Heil, RTA-MR IX, kein Hinweis.
    2
     Mit Schreiben vom gleichen Tag informierte Ebf. Uriel die Stadt Augsburg darüber, dass er sich aufgrund ihres Schreibens wunschgemäß an das RKG gewandt habe, und bekundete seine Zuversicht, dass ihrem Antrag stattgegeben würde (Or. m. S., St. Martinsburg/Mainz, freytags nach Severi; StdA Augsburg, Lit. 1509, Fasz. Januar, unfol. Das bei Böhm, Reichsstadt, S. 60 Anm. 209, zitierte Schreiben ist dort irrtümlich auf den 8.2. datiert und in einen falschen inhaltlichen Zusammenhang gebracht.). Laut einer auf dem Augsburger RT von 1518 vorgelegten Abrechnung über die Einzahlungen der vergangenen elf Jahre hatte das RKG in die Verrechnung des Augsburger Anteils am Kammerzieler mit dieser Schuld eingewilligt (Kop.; HHStA Wien, RK RKG-Visitationsakten 315, Fasz. 2, fol. 2–26, hier 23).
    1
     Die Jahresangabe fehlt. Es muss sich allerdings um 1509 handeln. Die unter Beteiligung Sachsens schließlich durchgeführte Visitation des Jahres 1510 fand bereits im Juni statt (Abschied vom 24.6.; Druck: Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 689). Offenkundig hatte der Kammerrichter, nachdem die ordentliche Visitation des Jahres 1509 noch nicht durchgeführt worden war, für den 2.11. einen erneuten Termin anberaumt [vgl. Nr. 154]. Doch fiel auch dieser Visitationstag aus, wie im Augsburger RAb von 1510 festgestellt wurde (Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 125, § 17; Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 134, § 15; Mencke, Visitationen, S. 15).
    2
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 23 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 533f.).
    3
     Wormser RKGO vom 7.8.1495, § 16 (Druck: Angermeier, RTA-MR V/1, Nr. 342/IV, S. 400f.; Schmauss-Senckenberg, Sammlung II, S. 8. Regest: Wiesflecker, Regesten I/1, Nr. 2252, S. 270).
    4
     Offenbar gelangte die Summe zur Auszahlung. In der Abrechnung von 1518 ist für den Anteil Hg. Georgs am Kammerzieler in Höhe von 75 fl. nur ein Ausstand von 5 fl. verzeichnet [Nachweis wie Nr. 508, S. 746, Anm. 2, hier fol. 6].
    1
     Gf. Ludwig ignorierte auch die verlängerte Frist. Mit Schreiben vom 29.12. forderte Moeller – nach eigenem Bekunden inzwischen beauftragt, wegen der ausstehenden Summe und der fällig gewordenen Strafe gegen den Gf. zu prozessieren – diesen erneut zur Begleichung der Forderung binnen vierzehn Tagen entweder in Worms oder in Frankfurt auf (Or. m. S. Worms; sambstag nach dem heyligen cristtag; HStA Wiesbaden, Abt. 150, Akten, Nr. 1795, Stück-Nr. 4). Ein entsprechendes Mandat ging Gf. Reinhard von Hanau zu. Er sollte den noch offenen Beitrag zum Regensburger Anschlag von 1508 bis zum 13.1.1510 (dem achten der heyligen drey konig tag)begleichen (Or. Worms, sampstag nach dem heyligen cristag[29.12.]1509; StA Marburg, Best. 81, A/230/2, fol. 27–27’).
    1
     Das an die Ff. Ernst und Rudolf von Anhalt adressierte Exemplar mit der Aufforderung zur Zahlung von 24 fl.rh. (LHA Sachsen-Anhalt, Dessau, Z 4 I [Anhaltisches Gesamtarchiv, Alte Ordnung, Beziehungen zu Ks. und Reich], 113b, Nr. 4/1) ist verloren gegangen. Auch Pfgf. Johann von Sponheim ging dieses Mandat zu. Laut Schreiben seines Anwalts am RKG, Dr. Peter Kirsser, vom 21.10.1510 hatte der ksl. Fiskal gegenüber dem Pfgf. wegen der unterbliebenen Zahlung der 1508 in Regensburg und 1509 in Worms bewilligten Kammerzieler die Fälligkeit der angedrohten Strafen festgestellt und einen Achtprozess anhängig gemacht (Or. m. S. Worms; HStA München, K.blau 103/2c/3, fol. 96–96’). Auf Nachfrage informierte Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau Kirsser über die Höhe des Sponheimer Beitrags. Demnach machte der Regensburger Anschlag für den Pfgf. 24 fl., der Wormser Anschlag hingegen 32 fl. aus (Kirsser an Pfgf. Johann, Or. Worms, mittwochs nach conceptionis Marie[8.12.]1510; ebd., fol. 99–99’). Am 21.12. quittierten der Kammerrichter und die ihm zugeordneten Einnehmer Gf. Johann über den Empfang der gesamten Summe (Kop. Worms; ebd., fol. 104). Benzing(Köbel, S. 17, Nr. 13) weist ein Mandat an die Frhh. von Zimmern nach. Den Gff. von Oldenburg wurde durch kammergerichtliches Mandat vom 9.4.1511 unter Androhung der Reichsacht die Bezahlung des Kammerzielers binnen vier Wochen befohlen. Sie waren die ihnen in Augsburg (1500), Konstanz (1507), Regensburg (1508) und Worms (1509) auferlegten Beiträge von jeweils 12 fl. schuldig geblieben (Regest: Rüthning, Urkundenbuch, Nr. 207, S. 138). Der Stadt Esslingen befahlen Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau und die beiden Einnehmer am 22.2.1510 erneut, ihren Beitrag zu dem in Worms bewilligten Kammerzieler in Höhe von 65 fl. entweder innerhalb von vierzehn Tagen durch einen Wechsel nach Frankfurt anzuweisen oder das Geld gleich an den Überbringer des Schreibens auszuhändigen (Or. m. Siegelspuren, Worms, fritags cathedra Petri; StdA Esslingen, F 288, Nr. 4, unfol.).
    2
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 23 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 533f.).
    3
     Visitationsabschied vom 30.8.1508 (Druck: ebd., Nr. 949, S. 1336, Pkt. 6).
    4
     Kammergerichtliches Mandat vom 7.12.1508 (ebd., S. 1336 Anm. 2).
    5
     Laut der auf dem Visitationstag von 1510 vorgelegten Abrechnung waren bis zum 16.6. folgende Zahlungen für den Unterhalt des RKG geleistet worden: Ausstände von 1507: 540 fl.; Ausstände von 1508: 2030 fl.; Wormser Anschlag von 1509 (nominal wie 1507 und 1508 11 556 fl.): 3747 fl. (Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 689, Pkt. 1; Visitationsakten von 1514; HHStA Wien, RK RKG-Visitationsakten, Kart. 315, Fasz.[1], hier fol. 2’–3). Insgesamt erbrachte der Wormser Anschlag bis Oktober 1514 6150 fl. (ebd., fol. 10–10’).
    1
     Gemeint ist der Locumtenenstaler. Vgl. Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 736, S. 1122; Westphal, Korrespondenz, S. 119f.; Ludolphy, Friedrich, S. 24.
    2
     Hg. Georg kündigte am 21.7. an, seine für die Besprechung über die Gesandtschaft nach Hessen abzuordnenden Räte außerdem zu Beratungen über das Münzwesen und den Erfurter Handel zu bevollmächtigen, zeigte sich aber auch einverstanden, diese beiden Punkte zu einem früheren Termin zu erledigen (Or. m. Siegelrest, Salza, sonnabend noch Alexy confessoris; HStA Weimar, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 4–4’. Kop.; HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 8675/3, fol. 5–6). Auf dem am 8.8. (mitwoch nach Donati)in Wurzen abgehaltenen Rätetag erklärten die sächsischen Vertreter Hans von Werthern (Werterd)und Caesar Pflug das Einverständnis Hg. Georgs zur Abordnung eines gemeinsamen Gesandten mit Kursachsen nach Frankfurt. Die Räte Kf. Friedrichs und Hg. Johanns, Dr. Johannes Mogenhofer, Wolf von Weißenbach und der Offizial des Bf. von Meißen – gemeint ist wahrscheinlich der bfl. Generaloffizial in Stolpen, Christoph von Betzschitz (Mansberg, Erbarmanschaft II, S. 119) –, machten allerdings geltend, dass in Kursachsen keine Goldmünzen geprägt würden. Darumb belangte ire herren sulchs nicht und bedechten, herinne nichts zu tuen, sunder Hg. Gorge wurde sich seins teils geburlicher wais wissen zu halten(HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 8675/2, fol. 1–3’).
    1
     Gemeint ist der Haller Münzmeister Bernhard Beheim d. J. Erst 1512 wurden die Ämter des Münzmeisters und des Wardeins getrennt (Egg, Münzen, S. 71, 74).
    1
     Matthias Meyner fungierte seit 1508 als albertinischer Bergzehntner (Laube, Studien, S. 68).
    2
     Den Versuch Funcks, sich der Mission unter Hinweis auf seine unzureichenden Kenntnisse über das Goldmünzwesen zu entziehen, quittierte Hg. Georg mit einer Missfallensbekundung und erneuerte seinen Befehl (Kop. Dresden, freytags nach Augustini[31.8.]1509; HStA Dresden, Kopialbuch, Nr. 110, fol. 209).
    1
     In der Textvorlage heißt es irrtümlich Aug[ust]o. Laut seiner am 23.9. vorgelegten Abrechnung dauerte die Mission Stromers und des Münzmeisters Hans Krug (Beauftragung durch den Nürnberger Rat am 23.8.; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratsverlässe 507, fol. 11’. Scholler, Reichsstadt, S. 136, nennt irrtümlich auch Jörg Holzschuher und Konrad Imhof.) vom 31.8. bis 21.9. Vom 5.9. bis zum 17.9. hielten sich die beiden Gesandten in Frankfurt auf. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 57 fl., 25 alb., 8 lb, 2 d. (Or., Aufschr.: Hansen Stromers rechnung auf dem Reichs tag zu Frankfort auf dem Mayn der gulden munz halben, so er und Hans Krug verzert von adi 31. Augusto piß adi 21. Septembris. StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Stadtrechnungsbelege, Einzelbelege, Nr. 1016, unfol.; ebd., Stadtrechnungen 181, fol. 464’).
    2
     Gemäß der Teilnehmerliste muss der bereits im Januar 1506 als Altrentmeister geführte kfl. Rat Jakob von Mertloch (Michel, Geschichte, S. 96, 127; Kerber, Herrschaftsmittelpunkte, S. 271 Anm. 14) gemeint sein. Er war als ebfl. Rat für das Münzwesen zuständig (Weisenstein, Geldwesen, S. 163).
    3
     = Münzvertrag der rheinischen Kff. vom 15.11.1490 [Nachweise siehe Nr. 523, S. 762, Anm. 4].
    4
     = Streichnadeln, Probiernadeln (Grimm, Wörterbuch X/3, Sp. 273f.; Schrötter, Wörterbuch, S. 431, 667).
    5
     = Maß für die zulässige Abweichung vom festgelegten Gewicht oder Edelmetallgehalt der Münzen (Schrötter, Wörterbuch, S. 561f.).
    6
     D. h. eine Abweichung im Wert von 1 Ort ist noch zulässig.
    7
     Schreibfehler; richtig: September.
    1
     Im Abschied des Frankfurter Münztags [Nr. 523] verlautet dazu nichts. Ks. Maximilian unternahm 1512 einen neuen Anlauf zur Verlegung der Münzstätte, die nach anfänglichem Widerstand Augsburgs schließlich 1515 stattfand (Herzfelder, Reichsmünzstätten, S. 86f.; Böhm, Augsburg, S. 310–312).
    2
     Gemeint ist Kaspar Nützel, der allerdings zur Zeit des Wormser RT nicht zu den amtierenden Bürgermeistern zählte, sondern 1509 in den Kreis der älteren Bürgermeister gewählt worden war (Fleischmann, Rat II, S. 740).
    3
     = Gepräge: das Münzbild und die zugehörige Legende (Schrötter, Wörterbuch, S. 220).
    1
     Der Nürnberger Gesandte Stromer kündigte an diesem Tag Verhandlungen über Silbermünzen an [Nr. 518, Pkt. 4].
    2
     Beschlüsse explizit zum Silbermünzwesen sind in der Zeit der Alleinregierung Maximilians I. nur für den Augsburger RT von 1500 (Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 77f.) und den Kölner RT von 1505 (Heil, RTA-MR VIII/2, Nr. 825, S. 1290, Pkt. 3) nachweisbar.
    3
     Vgl. Nr. 523 [Pkt. 3].
    1
     Das Münzbild der ab 1506 geprägten bayerischen Mariengulden zeigte Hg. Albrecht IV. (Grasser, Münzen, S. 74; Hahn/Hahn-Zelleke, Münzen, S. 16).
    1
     Entsprechender Beschluss des Nürnberger Rates vom gleichen Datum (StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratsverlässe 508, fol. 9’). Zur münzpolitischen Position Nürnbergs vgl.Scholler, Reichsstadt, S. 136f.
    2
     Liegt nicht vor.
    1
     In der Abrechnung des Nürnberger Gesandten Hans Stromer ist vermerkt: Adi 14 d[it]o gab ich in der canzlei fur den receß[Johann] Storchen schreyber fl. 2, alb.[0] [Nachweis siehe Nr. 517, S. 753, Anm. 1].
    2
     Die vergleichsweise häufigen sinnentstellenden Fehler in C wurden bei der Kollationierung nicht berücksichtigt.
    3
     Wormser RAb vom 7.8.1495, § 7f. (Angermeier, RTA-MR V/1, Nr. 1593, S. 1144; Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 27f.); Lindauer RAb vom 9.2.1497, §§ 33–46 (Gollwitzer, RTA-MR VI, S. 345–347; Schmauss/Senckenberg, ebd., S. 32–34); Freiburger RAb vom 4.9.1498, § 38 (Gollwitzer, ebd., S. 733–735; Schmauss/Senckenberg, ebd., S. 46f.); Augsburger RAb vom 10.9.1500, Tit. XXII, §§ 1–6 (ebd., S. 77f.).
    4
     Münzvertrag der rheinischen Kff. vom 15.11.1490 (Druck: Scotti, Verordnungen Trier I, Nr. 38, S. 180–192, hier 181; Würdtwein, Diplomataria II, Nr. CL, S. 411–422, hier 413; Hirsch, Münz-Archiv VII, Nr. LII, S. 49–55, hier 50; Hontheim, Historia II, Nr. DCCCLXXXI, S. 485–489, hier 485. Vgl. Weisenstein, Geldwesen, S. 64f.).
    5
     = zu gering im Wert gemacht/beschaffen (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch I, Sp. 147 [s.v. abgiessilber]; VIII, Sp. 1552f.; Baufeld, Wörterbuch, S. 205).
    6
     = Gabe in Geld oder Sachleistung, außerordentliche Zuwendung neben dem Lohn (Deutsches Rechtswörterbuch VIII, Sp. 1313f.; Anderson/Göbel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch IX/1, Sp. 1161–1163).
    7
     Laut der kurrheinischen Münzordnung vom 1.9.1488 waren als Tagungsorte Mainz, Bacharach, Koblenz und Bonn, als Termine der Sonntag Misericordia Domini und der Sonntag nach Michaelis vorgesehen (jew. Or. Perg. m. 4 Ss., Kaub, montag nach sant Martins tag des heiligen bischofs; HStA München, Kurpfalz Urk. 616; NRW LA Duisburg, Kurköln IX, Nr. 17. Druck: Scotti, Sammlung Trier I, Nr. 38, S. 185f.; Würdtwein, Diplomataria II, Nr. CL, S. 417).
    8
     = Konrad Lengfeld (Reversbrief vom 13.12.1507 mit inseriertem Bestallungsbrief Ebf. Jakobs, Kop.; StA Würzburg, Mainzer Ingrossaturbücher 48, fol. 197–199; Druck: Würdtwein, Diplomataria II, Nr. CLXII, S. 459–462. Vgl. Weisenstein, Geldwesen, S. 163; Pick, Münzen, S. 93).
    9
     = Franz Herdegen (Reversbrief vom 30.4.1503; Würdtwein, Diplomataria II, Nr. CLIX, S. 448–451. Vgl. Bösken, Goldschmiedekunst, S. 48; Rasmussen, Untersuchungen, S. 103; Pick, Münzen, S. 104).
    10
    Sehr wahrscheinlich ist Johann Grunewalt gemeint, der 1502 das Amt des Kurkölner Münzmeisters in Zons angetreten hatte und noch 1523 als ebfl. Münzmeister am Nürnberger RT teilnahm (Reversbrief Grunewalts über seine Bestallung zum kfl. Kölner und kurpfälzischen Münzmeister, Or. Perg. m. S., 3.10.1502; NRW LA Duisburg, Kurköln IX, Nr. 20. Vgl. Noss, Münzen, S. 263, 272, 318).
    11
    Wahrscheinlich ist Wolfgang Eberhart gemeint, der dieses Amt 1502 angetreten hatte (Reversbrief Eberharts über seine Bestallung zum Kurkölner Münzwardein, Or. Perg. m. S., 19.12.1502; NRW LA Duisburg, Kurköln IX, Nr. 21).
    12
     = Philipp Hogelin (Demandt, Personenstaat I, Nr. 1262, S. 361f.).
    1
     Das Datum fehlt. Ks. Maximilian schrieb in einem gleichlautenden Mandat am 2.11.1509 für den 13.1.1510 einen Münztag nach Augsburg aus (Or. Druck m. S., Rovereto, Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein; HStA Weimar, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 23; 24; StA Augsburg, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol.; NRW LA Duisburg, Kleve-Mark, Akten, Nr. 3144, fol. 33; LHA Magdeburg, Z 4 I, 129b, Nr. 12/1, unfol.; HStA München, KÄA 3822, fol. 259; HStA München, K.blau 270/2, fol. 3–3’; HStA München, Gemeiners Nachlaß 27, Fasz. 1509, unfol. (präs. Regensburg, freit[ag] Thome apostoli [21.12.]1509); AM Hagenau, AA 118, unfol. Kop.; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 244, fol. 6’–8. Druck: Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 60).
    1
     Der Reversbrief der Münzstände wurde noch auf dem Frankfurter Münztag entworfen und lag dem ksl. Ausschreiben vom 2.11. [Nr. 524, S. 776, Anm. 1] bei.
    1
     Bereits am 13.7. hatte sich der Hochmeister bei Ludwig von Seinsheim nach dem Verbleib der Dokumente erkundigt. Seinsheim hatte dem Ordenskanzler Dietrich von Werthern zugesagt, die Schriftstücke unverzüglich nach Erhalt aus der Mainzer Kanzlei an den Hochmeister weiterzuleiten (Kop., freitags sanct Margarethen tag; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 26, fol. 196–197). Mit Schreiben vom 26.7. konnte HM Friedrich schließlich den Eingang der Briefe am 25.7. bestätigen und kündigte als Geschenk für den Mainzer Kanzler [Johann von Dalheim] einen Marderpelz an (Kop.; ebd., fol. 199).
    1
     Breve an Kg. Wladislaw von Polen vom 30.3.1509 [Nachweis siehe Nr. 131, Anm. 1].
    2
     Es handelt sich um Dr. Wolfgang Boecklin (Knod, Studenten, Nr. 353, S. 52). Er ist bereits für Febr./März 1509 als ksl. Sollizitator in Rom nachweisbar (erwähnt in einer Weisung HM Friedrichs von Sachsen an Dr. Johann Kitzscher, Kop., mitwochen nach reminiscere[7.3.]1509; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 167–168, hier 168). Mit Schreiben vom 20.4. avisierte Ks. Maximilian seinen Orator dem päpstl. Rat Costantino Arianiti (lat. Konz. mit ex.-Verm.; HHStA Wien, Maximiliana 42, Fasz. IV/4, fol. 100–103, hier 103).
    3
     Liegt nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Entsprechendes Schreiben des HM an Zyprian von Serntein vom 7.8.1509 (Kop., eadem die [= dinstag am tag Donati]; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 213).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Am gleichen Tag schrieb der HM an den Mainzer Kanzler Johann von Dalheim. Er bedankte sich für seinen bewiesenen Einsatz in den Angelegenheiten des Ordens – worüber ihm seine in Worms zurückgelassenen Vertreter und Ludwig von Seinsheim berichtet hatten – und bat ihn, sich bei Ebf. Uriel dafür zu verwenden, dass eine geeignete Persönlichkeit für die Reichsgesandtschaft ausgewählt und auch pünktlich in Marsch gesetzt würde. Seine Dankbarkeit drückte der HM mit einem Marderpelz aus (Kop., eadem die [= montag nach Francisci]; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 219).
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     14-jähriger Beifriede des Ordensmeisters in Livland [Wolter von Plettenberg], des Ebf. von Riga [Jasper Linde] und der anderen Bff. mit den russ. Statthaltern von Nowgorod und Pskow vom 25.3.1509 (Druck:Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch II/3, Nrr. 583f., S. 418–424, 424–430; Napiersky, Urkunden, Nr. CCCVI, S. 257–263). Vgl. Lenz, Politik, S. 85f.
    2
     Kg. Sigismund erklärte gegenüber den Gesandten seine Einwilligung zu Vermittlungsverhandlungen auf einem Kongress in Posen im Juni 1510 durch den Papst, Ks. Maximilian und Kg. Wladislaw von Ungarn. Vgl. Seyboth, RTA-MR XI/1, Nrr. 201229; Forstreuter, Ordensstaat, S. 40–45; Zivier, Geschichte I, S. 55f.
    1
     Vgl. Nr. 78.
    2
     Die diesbezügliche Vereinbarung mit den Jülicher Gesandten auf dem Wormser RT fehlt im nur unvollständig überlieferten Münzbeschluss der rheinischen Kff.[Nr. 334].
    1
     Verschreibung der rheinischen Kff. bzw. der hessischen Vormundschaftsregierung, jeweils Konzeptkop. [Mainz], montag nach sant Michels tag[1.10.]1509 (GLA Karlsruhe, Abt. 67, Nr. 957, fol. 156–157’; 158–160; Faulde, Gemmingen, S. 84f.).
    2
     Der Termin wurde von hessischer Seite nicht eingehalten. Noch Ende September 1510 monierten die kfl. Räte auf einem Probationstag in Bacharach das Ausbleiben der Verschreibung der Regenten. An dem daraufhin übergebenen Revers stellten sie formale Mängel fest, deren Behebung die hessischen Gesandten lediglich zusagen konnten. Dennoch nahm Hessen erstmals offiziell an einem Probationstag teil (Kurrhein. Probationsabschied, montag nach Michahelis[30.9.]1510; GLA Karlsruhe, Abt. 67, Nr. 957, fol. 163–169. Druck: Hirsch, Münz-Archiv VII, Nr. LIX, S. 68f.). Die ausgefertigten Urkunden vom 1.10. (Or. Perg. Libell m. anh. S.; NRW LA Duisburg, Kurköln IX, Nr. 25; StA Würzburg, Mainzer Urkunden weltl. Schrank 30/9 und 10. Druck: Würdtwein, Diplomataria II, Nr. CLXIII, S. 463–482 [kfl. Reversbrief]; Hoffmeister, Beschreibung I, S. 75–77 [hess. Reversbrief]) und 16.10.1509 (StA Würzburg, Mainzer Urkunden weltl. Schrank 30/8; StA Marburg, Urk. 5, Nr. 1959) über den Beitritt Hessens zum kurrheinischen Münzverein sind demnach rückdatiert. Vgl. Weisenstein, Geldwesen, S. 233; Eichelmann, Münzen, S. 30–32; Faulde, Gemmingen, S. 84f.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Mgf. Friedrich verwies am 24.6. in Beantwortung des Schreibens noch einmal auf seine Erklärung vom 20.6. [Nr. 538] (Konz., am tag Johannis; GStA Berlin, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 26).
    1
     Gemeint ist der zwischen Ebf. Berthold von Mainz, Mgf. Friedrich von Brandenburg und Hg. Ulrich von Württemberg am 27.7.1498 in Freiburg geschlossene Vertrag (Gollwitzer, RTA-MR VI, S. 681; Seyboth, Markgraftümer, S. 237).
    2
     Gemeint ist wohl die zuletzt 1487 erneuerte Erbeinung zwischen Sachsen, Brandenburg und Hessen (Or.; GStA Berlin, VII. HA, Weltliche Reichsstände in Beziehung zur Mark, Sachsen, Nr. 31. Druck: Riedel, Codex II/5, S. 437–440. Regest: Müller, Annales, S. 53).
    3
     Mgf. Friedrich sandte Hg. Ulrich am gleichen Tag die vorliegende Abschrift zu, um ihn über seine Beweggründe für die Ablehnung des Beibriefs zu informieren, und bot ihm gleichzeitig an – dieweil aber dasselb ausnemen eur lieb und uns nit berurt–, auf der Grundlage des Entwurfs ungeachtet der sonstigen Änderungen gegenüber dem früheren Vertrag die Einung zwischen Brandenburg-Ansbach und Württemberg zu erneuern. Die von den Vertragspartnern auszustellenden Urkunden sollten zum vorgesehenen Termin, dem 8.7. (sant Kilians tag), in Heilbronn ausgetauscht werden (Or.[Ansbach], mitwuch nach Viti; HStA Stuttgart, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. Kop.; GStA Berlin, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 24–24’).
    1
     Mgf. Friedrichs Schwester Elisabeth war mit dem 1504 verstorbenen Onkel Hg. Ulrichs, Hg. Eberhard II., verheiratet gewesen (Schwennicke, Stammtafeln I/1, T. 129; I/2, T. 257; Seyboth, Markgraftümer, S. 43; Nolte, Familie, S. 110f.).
    2
     Vgl. Nr. 335 [App. g].
    1
     Das obige Schreiben ist um einige Tage rückdatiert. Ebf. Uriel hatte seinem Domkapitel den Entwurf am 28.6. zur Beratung vorgelegt (StA Würzburg, Mainzer Domkapitelprotokolle 3, fol. 657’). Am 30.6. erläuterte der Mainzer Kanzler [Johann von Dalheim] im Domkapitel die Beweggründe des Ebf. für seinen Wunsch nach dem Zustandekommen der Einung mit Brandenburg und Württemberg, legte deren Vorteile wie auch die zu erwartenden negativen Konsequenzen bei einem Scheitern der Verhandlungen dar und bat im Namen des Ebf. um Zustimmung. Nach Verlesung der Unterlagen und Beratung darüber äußerten die Domherren ihre Bedenken wegen der langen Laufzeit von zwanzig Jahren, wollten die Einung mit Württemberg daran jedoch nicht scheitern lassen. Im Falle Brandenburgs wünschten sie jedoch eine Reduzierung der Vertragsdauer auf die Lebenszeit Ebf. Uriels und Mgf. Friedrichs oder alternativ eine Befristung auf maximal zehn Jahre. Die Einung mit Brandenburg sollte gemäß dem Kurmainzer Entwurf [Nr. 542] geschlossen werden, das brandenburgische Konzept lehnte das Domkapitel hingegen ab (ebd., fol. 658). Am 3.7. wurden die beiden Entwürfe für die Bündnisausnahmen noch einmal im Domkapitel verlesen. Die Domherren sprachen sich abschließend für die in der Mainzer Kanzlei konzipierte Fassung aus und erklärten den brandenburgischen Entwurf für unannehmbar (ebd., fol. 658’). Vgl. Faulde, Gemmingen, S. 104f.
    1
     Laut Abschied eines am 10.7. in Stuttgart abgehaltenen Rätetages sollte in Heilbronn nicht nur über den Einungsplan, sondern auch über bilaterale Fragen zwischen Kurmainz und Württemberg sowie über Streitigkeiten zwischen dem ebfl. Amtmann in Nagelsberg [Sigmund von Uissigheim] und den Gff. von Hohenlohe verhandelt werden (Kop., zinstag nach Kiliani; HStA Stuttgart, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol.).
    1
     Am 15.9. hatte der Ebf. den Entwurf im Domkapitel vorlegen lassen (StA Würzburg, Mainzer Domkapitelprotokolle, fol. 667’).
    2
     Gemeint ist der Erbeinungsvertrag zwischen Böhmen, Kurmainz und Würzburg vom 6.12.1373 (Druck: Weizsäcker, RTA-ÄR I, Nr. 1, S. 6–10. Kurzregest: Huber, Regesten, Nr. 5301, S. 439).
    1
     Laut einem nach dem 4.2.1510 ausgestellten Schreiben Mgf. Friedrichs an seinen Sohn [Kasimir] waren die Einungsurkunden zwischen Württemberg und Brandenburg zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht ausgetauscht worden. Gemäß einer während des Schwäbischen Bundestages in Ulm [Anf. Febr. 1510; Klüpfel, Urkunden II, S. 37f.; Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 244] getroffenen Vereinbarung sollte dies auf dem RT[in Augsburg] geschehen. Mgf. Friedrich rechtfertigte noch einmal die Rücksendung des Einungsbriefs durch seine Räte im Okt. 1509 [Nr. 552] damit, dass man zu diesem Zeitpunkt von einem trilateralen Abkommen ausgegangen sei. Aber auf endrung der mainzischen, anders dan irs halben abgeredt, ist es mit Mainz gar davonkomen(undat. Konz.; GStA Berlin, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 48–48’).
    1
     Die Vermutung Westphals(Korrespondenz, S. 355 Anm. 1586), es handle sich möglicherweise um Konrad Rupsch, kann nicht überzeugen, zumal dieser 1499 bzw. 1503 als Hofsänger engagiert worden war (Ruhnke, Beiträge, S. 221; Ludolphy, Kurfürst, S. 100). Sehr wahrscheinlich ist der 1508 aus dem kursächsischen Dienst ausgeschiedene, aus Straßburg gebürtige Organist Hans Kotter gemeint.
    2
     Liegen nicht vor.
    3
     Entsprechendes Antwortschreiben Nürnbergs an Straßburg vom 18.7.1509 (Kop., mitwoch nach St. Alexius tag; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 117–117’).
    4
     Am 6.8. übersandte Nürnberg das – nicht vorliegende – Antwortschreiben Kf. Friedrichs an Straßburg. Der Streit war damit offenkundig noch nicht beendet. Denn Nürnberg bot an, auf Wunsch Straßburgs zu beylegung solcher geprechenweiterhin zu vermitteln (Kop., montag St. Sixt tag; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 161–161’).
    1
     Aus einem Schreiben Kf. Joachims an den Ks. vom 18.11. geht hervor, dass damit die Ausfertigung ksl. Urkunden über die Bestätigung des Niederlagsprivilegs für Frankfurt/O. und Breslau und um ander, mein churfurstlich freyung betreffen– dies bezog sich auf die Infragestellung der Exemtionen und der kfl. Gerichtsfreiheit durch das RKG–, gemeint war. Der Kf. bat unter Verweis auf die ksl. Zusage erneut darum, die baldige Ausfertigung und Zusendung dieser Schriftstücke an ihn zu veranlassen (eigh. Nachtrag zum Schreiben an den Ks. vom 18.11.1509 [Nr. 501]).
    1
     Zu Verhandlungen während des Wormser RT liegen keine Unterlagen vor. Im Ingolstädter Hauptvertrag vom 13.8.1509 heißt es lediglich, die in Worms versammelten Räte Kf. Ludwigs, Pfgf. Friedrichs und Hg. Wilhelms hätten betracht, das der frid mert und der unfrid zerstort, und haben sich zusamengetan[Nachweise siehe Anm. 4]. Im Ergebnis der Verhandlungen in Worms und Heidelberg wurde am 20.6. eine Reihe von untergeordneten Streitpunkten beigelegt. Die noch unentschiedenen Fragen sollten ab dem 31.7. auf einem weiteren Tag in Ingolstadt behandelt werden (Or. m. S.[Johanns von Morsheim], Heidelberg, mittwochs nach Viti et Modesti; HStA München, PNU, Landschaft, Nr. 90. Kop.; HStA München, KÄA 1212, fol. 50–53’; HStA München, Neuburger Kopialbücher 55, fol. 414–416’. Druck: Krenner, Landtagshandlungen XVII, S. 226–235). Vgl. Nebinger, Fürstentum, S. 14; Cramer-Fürtig, Landesherr, S. 153; Nadler, Fürstentum, S. 127–129; Wenko, Kaiser, S. 232f.; Fischer, Kaiser, S. 140f., 170f. – Laut den aus der „Beschreybung der nambhaftigsten Geschicht und Kriegshanndlung“ des allerdings selbst nicht in Worms anwesenden bayerischen Sekretärs Augustin Koellner exzerpierten „Ephemerides belli palatino-boici“ des Erasmus Fend wurde während des RT außerdem die dann am 6.6.1510 vertraglich fixierte und am 23.2.1511 vollzogene Verheiratung Kf. Ludwigs mit Sibylle von Bayern vereinbart (Oefele, Rerum Boicarum scriptores II, S. 469–493, hier 492. Ebenso Häberlin, Reichs-Geschichte IX, S. 445; Häusser, Geschichte I, S. 505). Dafür fehlen jedoch archivalische Belege. Marth(Politik, S. 158) datiert die Aufnahme der Verhandlungen auf das Frühjahr 1510.
    2
     Es handelte sich laut dem Heidelberger Abschied um Hieronymus von Stauff, Hans von Closen, Dr. Dietrich von Plieningen und Dr. Johann Lupfdich [wie Anm. 1].
    3
     Im Heidelberger Abschied ist als weiterer kurpfälzischer Unterhändler nur Zeisolf von Adelsheim genannt. Vertreter Pfgf. Friedrichs waren Hans von Sickingen, Adam von Törring und Ulrich Tengler (wie Anm. 1).
    4
     In Ingolstadt gelang mit dem Vertrag vom 13.8.1509 (Or. Perg. Libell mit anh. S. Hg. Wolfgangs als Vormund, montag nach sant Laurenzen des hailigen marterers tag; HStA München, PNU, Verträge, Nr. 7. Druck: Krenner, Landtagshandlungen XVII, S. 236–257) und dem Nebenabschied vom gleichen Datum (Or. m. 2 Ss., montag nach Laurencii; HStA München, PNU Landschaft, Nr. 91. Druck: Krenner, ebd., S. 257–269) der Abschluss des jahrelangen Verfahrens um die genaue Abgrenzung des Fm. Pfalz-Neuburg und die Regelung aller wichtigen Streitpunkte. Vgl. Nebinger, Fürstentum, S. 14; Cramer-Fürtig, Landesherr, S. 25, 33, 153f.; Rankl, Staatshaushalt, S. 14; Wenko, Maximilian, S. 232f. Letzte Detailfragen wurden im folgenden Jahr auf dem Augsburger RT geregelt. Vgl. Seyboth, RTA-MR XI/1, Nrr. 235238.
    1
     Kammergerichtliches Mandat an die Stadt Hamburg zur Bezahlung von 65 fl. Kammerzieler mit Vorladung zum Fiskalprozess, Regensburg, 14.4.1508 (Druck: Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLXXV, S. 225f.). In einem vom ksl. Fiskal eingereichten Schriftstück wird nicht nur Hamburg, sondern auch Hg. Friedrich selbst für seinen Anteil am Kammerzieler haftbar gemacht (ebd., Nr. CLXXVI, S. 226–229).
    2
     Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau und seine Beisitzer teilten Hg. Friedrich am 28.9. mit, dass der ksl. Fiskal einem Aufschub des Verfahrens bis zum 6.1.1510 zugestimmt habe (Druck: Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLXXIX, S. 231f.). Zu den weiteren Verhandlungen auf dem Augsburger RT von 1510 vgl.Seyboth, RTA-MR XI/1, Nrr. 351353; Reincke, Aufstieg, S. 26; Rautenberg, Fiskal, S. 78.
    1
     Schreibfehler, richtig: vor. Vgl. Nr. 483, S. 726f., Anm. 1.
    2
     Vermutlich ging es um die im Landshuter Erbfolgekrieg 1504 eroberten pfälzischen und erbachischen Besitzungen an der Bergstraße. Vgl. Demandt, Geschichte, S. 493.
    3
     Das Schreiben liegt nicht vor. Vgl. zu diesem Streit Nr. 242, S. 356f., Anm. 2.
    4
     Lgf. Wilhelm von Hessen an Hg. Georg von Sachsen, Kassel, 8.6.1509 (Konz., freytags nach corporis Christi; HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10511/2, fol. 236–237. Konz.; StA Marburg, Best. 2, Nr. 292, fol. 88–88’).
    5
     Hg. Georg von Sachsen erklärte in seiner Antwort vom 17.6., den zweiten Vorschlag Lgf. Wilhelms – die Beilegung der Streitigkeiten durch ein Schiedsgericht, bestehend aus je vier Räten der beiden Parteien und einem Obmann – annehmen zu wollen, doch sollte das Verfahren befristet werden (Or. m. S., Dresden, sonntage nach Viti; StA Marburg, Best. 2, Nr. 292, fol. 89–89’). Lgf. Wilhelm machte Kf. Friedrich und Hg. Johann mit Schreiben vom 30.6. darüber Mitteilung (Konz. Kassel, sonnabents nach Petri et Pauli; präs. Wittenberg, 7.7.1509; StA Marburg, Best. 2, Nr. 295, fol. 164). Diese erklärten in ihrer Antwort vom 8.7. ihre grundsätzliche Bereitschaft zu einem Vermittlungsverfahren, hielten jedoch an ihrer Vorbedingung – der Wiederherstellung des Status quo vor der Sperrung der Handelsstraße nach Polen und der Verabschiedung der hgl. Annaberger Bergordnung – fest (Or. m. Siegelspuren, Wittenberg, sontag sand Kilians tag; StA Marburg, Best. 2, Nr. 295, fol. 165–165’).
    6
     = Mechthild, Anna, Katharina und Elisabeth (Armbrust, Anna, S. 6).
    7
     Hier kann nur der in Diensten Lgf. Wilhelms stehende Bernhard d. J. zur Lippe (Demandt, Personenstaat I, Nr. 1858, S. 521) gemeint sein. Sein älterer Bruder Simon (V.) war zu diesem Zeitpunkt bereits verheiratet.
    8
     Vgl. die vertragliche Vereinbarung zwischen Lgf. Wilhelm II. und Lgfin. Anna d. Ä. vom 11.10.1494 (Demandt, Regesten II/1, Nrr. 1294–1296, S. 491–493) sowie die weiteren diesbezüglichen Verfügungen vom 9.2.1505 und 17.10.1506 (ebd., Nr. 1564, S. 600f.; Nr. 1595, S. 610; Nr. 1601, S. 613).
    9
     Urkunde Kg. Maximilians (Reichskanzlei) vom 1.6.1496 (Demandt, Regesten II/1, Nr. 1254, S. 494; Wiesflecker, Regesten II/2, Nr. 7040, S. 498). Vgl. Demandt, Geschichte II, S. 221f.; Scheepers, Regentin, S. 51f.; Nolte, Fürst, S. 5f.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Kf. Friedrich teilte Eberhard und Valentin Schenken von Erbach am 20.6. mit, dass er für sie aufgrund ihrer jüngst [in Worms] vorgetragenen Bitte bei Lgf. Wilhelm interveniert habe. Dieser habe geantwortet, dass die Schenken bei ihm noch nicht vorstellig geworden seien, sonst hätte er ihnen einen gnädigen Bescheid gegeben. Würden sie dies jedoch noch tun, würden ihnen die Fürsprachen Kf. Friedrichs und zuvor schon Kf. Ludwigs von der Pfalz zustattenkommen (Kop. Weimar, mitwochen nach sant Veits tag; HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 9853/5, fol. 32’. Druck: Schneider, Stamm-Tafel, Urkundenanhang, Nr. 67, S. 606). Die Schenken baten Kf. Friedrich daraufhin am 2.7. erneut um Unterstützung bei Hessen (Scriba, Regesten I, Nr. 2087, S. 190).
    3
     Am 20.1.1510 gelang schließlich eine vertragliche Einigung. Demnach erhielten die Schenken von Erbach die im Landshuter Erbfolgekrieg verlorenen Schlösser Habitzheim und Schönberg als hessische Lehen zurück. Bickenbach jedoch verblieb letztlich gegen eine Entschädigungszahlung von 3712 fl. an Katharina und Anna von Erbach als Kurmainzer Lehen bei Hessen (Ledderhose, Schriften V, S. 96; Schneider, Stamm-Tafel, Urkundenanhang, Nr. 71, S. 608f.; Wenck, Landesgeschichte I, S. 630f.).
    1
     Kothe, Rat, S. 100; Demandt, Personenstaat II, S. 859.
    2
     Kothe, Rat, S. 95, 100.
    3
     Liegt nicht vor.
    4
     Aufseß war Archidiakon der Landkapitel Weinsberg und Buchen (Amrhein, Reihenfolge II, Nr. 1123, S. 114f.; Merzbacher, Aufseß, S. 109f.).
    5
     Aufseß hatte Lamparter mit Schreiben vom 30.9. an seine in Worms gegenüber Hg. Ulrich vorgetragene Bitte erinnert, seinem Offizial Georg Zeyrolt (Zerolt)und den ihn begleitenden Knechten für die Abhaltung des Sendgerichts Geleit zu gewähren. Außerdem hatte er um die Ausstellung von Weisungen an die Amtleute in Weinsberg, Möckmühl und Neuenstadt ersucht, seinen Offizial nicht zu behindern. Lamparter sollte sein Anliegen gegenüber dem Hg. unterstützen (eigh. Or., sontag Jeronimi; HStA Stuttgart, A 133, Bü. 1, unfol.).
    6
     Hg. Ulrich antwortete Aufseß am 11.10., dass er am Herkommen nichts ändern wolle, aber auch die von seinen Amtleuten geschilderten Unregelmäßigkeiten bei den Sendgerichten nicht dulden könne. Er bot an, die Einzelheiten über das künftige Verfahren zwischen einem Vertreter Aufseß’ und den hgl. Räten in Stuttgart zu regeln und dann zu entscheiden (Konz., dornstags nach Dionisy; HStA Stuttgart, A 133, Bü. 1, unfol.).
    1
     Die Befreiung der Stadt vom Kirchenbann erfolgte am 4.7., Ende des Monats kehrte der Stiftsklerus nach zehnjährigem Exil wieder nach Worms zurück (Boos, Quellen III/2, S. 542; Ders., Geschichte IV, S. 111; Jürgensmeier, Bistum, S. 157 (Keilmann); Bönnen, Stadt, S. 258; Ders., Konflikt, S. 81).
    1
     Entsprechendes Schreiben von Bürgermeistern und Rat der Stadt Worms an Kf. Friedrich von Sachsen vom 28.8.1509 mit Ankündigung eines diesbezüglichen Vortrags des Ratsherrn Ludwig Bohel (Konz., dinstags nach Bartholomei apostoli; StdA Worms, 1 B, Nr. 1928/3, Stück-Nr. 160. Mundum; ebd., Stück-Nr. 179).
    2
     Gemäß der Verpflichtung der Parteien, binnen eines Jahres die Ratifikation der Schiedssprüche durch Papst und Ks. einzuholen [Nr. 329, Pkt. 1], erfolgte die Bestätigung durch Maximilian I. am 8.4.1510 (Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 193; Boos, Geschichte IV, S. 112; Arnold, Verfassungsgeschichte II, S. 483).
    1
     Die Kämmerer von Dalberg setzten den Prozess am RKG fort (Kammergerichtliches Zitationsmandat an Ludwig Bohel, Georg Mettenheimer und Adam von Schwechenheim, koll. Kop. Worms, 6.8.1509; StdA Worms, 1 B, Nr. 512/3, unfol.).

    Anmerkungen

    a
    –a Form ... gehalten] In C: Dye handellunge zwyschen vnnserm allergnedigisten herren, dem kayser Maximiliano, und den Fuͤrsten vnnd Stendten des hayligen Roͤmyschen reychs, so yetzt auff dem negstuerschynen Reychßtage zu Worms gehandelt ist worden.
    b
    –b Form ... soͤlt] In E-G: Auf die ander und repetiert antwurt [Nr. 279], so churfursten, fursten und stende des Reichs, auf dem tag zu Wormbs versamelt, romischer keyserlicher maiestat verordenten reten an ir Mt. stat irer Mt. begerten und ersuchten hilf halben in schrift gegeben haben, nachdem ksl. Mt. dieselb antwurt vor den horenden in etlichem inhalt zu unglimpfen gemessen werden mocht, ist irer Mt. und deß Heyligen Reichs notturft nach verantwurtung, weiter unterricht und ansuchen, wie hernach volgt.
    c
    –c Uersammlung ... sol] In E-G: Stende: Erstlich, als die stende in irer schrift erzelen, wie sie nechst auf ksl. Mt. begerte hilf nach irer gelegenhait und notdurft ain antwurt geben, der ursach eine, nemblich.
    d
    –d jr … geb] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 2].
    e
     vnnsere] In E-G: der ksl. Mt.– In der Resolution vom 14.6. als selbständigem Stück steht der Ks. anders als in den Druckfassungen durchgehend in der dritten Person. Diese Textabweichung wird einschließlich ihrer grammatikalischen Konsequenzen bei der weiteren Kollationierung nicht mehr berücksichtigt.
    f
     vrsachen] In E-G: zugefalnem unrat, zum teil in neher antwurt angezaigt.
    g
     hoffenlich] In B-D: offenlich. E-G wie A.
    h
     römisch] Fehlt in E-G.
    i
     Camern] Fehlt in E-G.
    j
     also gehalten] In E-G: der gebrauch gewest.
    k
    –k Uersamlung ... stend] In E-G: Stende: Zum andern, auf das die stende ermessen.
    l
    –l ainigung … sey] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.1.].
    m
    –m jr ... willen] In E-G: on rate, wissen und willen churfursten, fursten und andere stende deß Heyligen Reichs.
    n
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    o
    –o nit … hetten] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.2.].
    p
     Unnser antwort] Fehlt in E-G.
    q
     gar] Fehlt in B/C. D-G wie A.
    r
     auch] In E/F danach: also. In G irrtümlich: also auch.
    s
    –s wie … beweg] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.3.].
    t
     erhebung] In E-G: erhohung.
    u
     bewilligt] In E-G danach: etwas weit uber ain merklich summa gelts, so darauf ergangen, im anschlag getroffen.
    v
     allen] In E-G: etlichen.
    w
     vnser] Fehlt in E-G.
    x
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    y
    –y Wo … besorgen] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.4.].
    z
     darzuͦ ist] In E-G: wiewol dann.
    aa
     bewilligung] In E-G danach: darein.
    ab
     nu] Fehlt in E-G.
    ac
     Versammlung] In E-G: Stende.
    ad
    –ad das … sey] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.5.].
    ae
     auch] In B/C irrtümlich: nach. E-G wie A.
    af
     die vnnsern] In E-G: ir Mt. volk.
    ag
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    ah
    –ah aus … etc.] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 4 – Darumb … haben sol.].
    ai
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    aj
    –aj wo … haben] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 4 – Het aber … gehalten haben.].
    ak
     wol] In B/C: wo. E-G wie A.
    al
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    am
    –am Sy … bedencken] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 4 – Dy stend … gnediglich bedenken.].
    an
     vnd] In E-G danach: sachen.
    ao
    –ao wo … haben] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 5].
    ap
     breuia] In C danach: oder schrifften.
    aq
    –aq Darumb … etc.] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 6 – Darumb … bestehn].
    ar
     trang] In E/F: droung. G wie A.
    as
     Sy als] Fehlt in B/C.
    at
     taͤglichen] Fehlt in E-G.
    au
    –au in ... Statt] In E-G: zu.
    av
    –av Unsers ... jarn] Fehlt in E-G.
    aw
    –aw DJser ... jarn] Fehlt in E-G.
    a
    –air … noch] Ergänzung gemäß B-D. Fehlt in A.
    a
     54] In B: 24.
    b
     6] In B: 4.
    c
     drei] In B: vier.
    d
     21] In B: 30.
    a
    –aDies ... Ordnung] Einfügung am Rand.
    a
     120 fl.] In B: 40 fl. C wie A. In D: 24 fl.
    b
     10 Mark] In B/D: 4 Mark. C wie A.
    c
     drei] In B/D: zwei. C wie A.
    d
     Ulm] In B/D: Frankfurt. C wie A.
    e
     einundzwanzig] In B: achtzehn. C wie A. D: dreißig.
    a
    –a ganghaftig lossen] Irrtümlich korrigiert zu: ganghaftig wurden, zugelossen.
    a
     XVIII½] In E irrtümlich: XVII½. Dazu Randbemerkung: In dem original stehet neunzehendhalben.
    b
    –b ordnen … schicken] In C/D: schicken und ordnen. B wie A.
    c
     gehalten] In C/D danach: worden. B wie A.
    d
    –d kauf … lauf] In C/D: leuf und keuf. B wie A.
    e
     nitdestmynder] In C/D: destminder. B wie A.
    f
     nit] Fehlt in C/D. B wie A.
    g
    –g gelegen … gemaint] In B-D: gemaint oder gelegen.
    h
     nit] In B: kainen. C/D wie A.
    i
     er] Einfügung gemäß B. Fehlt in A/C/D.
    j
    –j sonder ... lassen] Fehlt in B.
    k
     der] Korrektur gemäß B. In A/C/D irrtümlich: die.
    l
     wege] In B: weise. C/D wie A.
    m
     Staude] In C eindeutig: Staudner (Reversbrief Peter Staudners über das Münzmeisteramt vom 1.5.1508; Kop. mit inseriertem Bestallungsbrief, montag nach dem sontag quasimodogeniti; StA Würzburg, Libri diversarum formarum 19, fol. 220–221. Vgl. Keller, Geschichte, S. 24).
    a
     N.] In E: Jacob Wormsser, der meister und der rat zu Straßburg.
    b
     etc.] In E: zu Hungern, Dalmatien, Croatien etc. kunig, erzherzog zu Osterrich, herzog zu Burgundi, zu Brabant und pfalzgrave etc.
    c
     ist] Datum fehlt in A-D. In E folgt: uf mittwoch noch circumcisionis Domini, als man von desselben unsers lieben herren geburt zalt funfzehenhundert und zehen jor.
    a
    –awie ... soll] In B Einfügung am Rand.
    b
    –bund ... würde] In B Einfügung am Textende.
    a
     Abrede] Danach gestrichen: auf dem Tag zu Heilbronn.
    b
    –bSein ... anheim] Ergänzung von der Hd. Hg. Ulrichs.
    a
     e. L. und] Einfügung.
    b
     wir] Danach gestrichen: mit berurtem unserm oheim und swager von Brandenburg auch.
    a
    –a bruders ... swagers] In B: oheims und bruders.
    a
    –aErklären … haben] Fehlt in A, Ergänzung gemäß B-D.
    b
    –bin ... sollte] In D korrigiert aus: Mgf. Friedrich von Brandenburg angreifen sollte und der Mgf. dem Ebf. von Mainz die rechtliche Entscheidung über den Streit anheimstellt.
    c
    –cUmgekehrt ... sollte] In D: Sollte Lgf. Wilhelm von Hessen den Ebf. und sein Stift angreifen und der Ebf. die rechtliche Entscheidung über den Streit gemäß ihrer Erbeinung Sachsen und Brandenburg anheimstellen, würde Mgf. Friedrich ebenfalls Neutralität wahren und den Lgf. nicht unterstützen. In allen übrigen Punkten soll der Erbeinungsvertrag unverändert gelten.
    a
    –a Simonis et Jude] Korrigiert aus: dinstag nach Ursule [23.10.].
    a
     haubtsach] Korrigiert aus: aigentumb.

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    « ŠIII. Kapitel
    Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages »

    « Š1. Reichshilfe gegen Venedig  »

    «Nr. 482 Ausschreiben Ks. Maximilians wegen des Wormser Reichstages – Trient, 14./26. Juni 1509 »

    [1.] Gründung der Liga von Cambrai, päpstlicher Bannspruch gegen Venedig, Beantragung einer Reichshilfe auf dem Wormser Reichstag; [2.] Weigerung des Reichstages, Widerlegung des von den Ständen geltend gemachten Arguments ihrer finanziellen Überlastung; [3.] Begründung für die unterlassene Konsultation der Stände vor Abschluss des Vertrags von Cambrai und vor der Entscheidung über den Krieg gegen Venedig; [4.] Widerlegung des Arguments des zweifelhaften Nutzens der Liga von Cambrai für das Reich; [5.] Widerlegung des Arguments der Nutzlosigkeit früherer Reichshilfen; [6.] Widerlegung der Argumente einer möglichen Auslegung eines Reichshilfebeschlusses als Zustimmung zum Vertrag von Cambrai und der Unvereinbarkeit dieses Vertrages mit den Beschlüssen des Konstanzer Reichstages von 1507; [7.] Widerlegung des Arguments der fehlenden Verpflichtung der Reichsstände zur Bewilligung einer Reichshilfe ohne Möglichkeit zu ausreichender Beratung und angesichts einer für einen Kriegszug ungeeigneten Jahreszeit; [8.] Erwiderung auf die geäußerte Erwartung des Einverständnisses der ksl. Reichstagskommissare und des Ks. mit der Position der Stände; [9.] Erwiderung auf die geäußerte Erwartung des Einverständnisses Papst Julius’ II. mit der Position der Stände, Stellungnahme zum Vorschlag eines Kreuzzuges gegen die Türken, Aufforderung zur Leistung einer Reichshilfe gegen Venedig; [10.] Veröffentlichung des Ausschreibens zur Rechtfertigung der ksl. Position.

    I a. (Drucke I; Druck mit Zierinitiale; auf der letzten Seite handschriftl. Verm. amdip. und Siegel bzw. Siegelrest): Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 77–86 (präs. Frankfurt, 18.7.15091) = Textvorlage A. Berlin, GStA, OBA 19247, fol. 1–9. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 27–36. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 353–362 (Verm.: Verlesung vor dem Mühlhäuser Rat durch einen ksl. Boten am dinstag v[igili]a assumptionis [14.8.]). Straßburg, AV, AA 329, fol. 6–15. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 202–211 (mit Randvermm. Hd. J. J. Müller, die den Inhalt kennzeichnen). Wien, ÖNB, 28.O.29., pag.[1]–19. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22, unfol.2

    I b. (wie Drucke I, ohne Siegel und Kanzleivermerk): München, HStA, KÄA 3136, fol. 379–388 (unterhalb der Aufschrift gestrichen: H. Wolfgang von Ahaym). München, HStA, KÄA 3137, fol. 148–157.

    ŠI c. (Drucke II3; H. Höltzel, Nürnberg 1509; auf der Schlussseite gedruckter Verm. amdip.): München, BSB, Rar. 1589#Beibd. 11 [= Eur. 330–21], fol. 164–174 [auch Online-Ressource] = B. Berlin; GStB, Gv 4565. Göttingen, SUB, 8 Mulert 502 (2). Wolfenbüttel, HAB, H: YT 2.4º Helmst. (1). Worms, StdB, -Mag- W Gs 283.

    I d. (Drucke III4, auf der Schlussseite gedruckter Verm. amdip.): München, BSB, 4 Ded. 74 [= Eur. 330–19], unfol.[auch Online-Ressource] = C. Berlin, GStB, Flugschr. 1508–1, fol. 17–25. Wien, ÖNB, 43.V.75. [auch Online-Ressource].

    I e. (Drucke IV, Nürnberg 1509): München, BSB, Eur. 330–20, unfol.[auch Online-Ressource] = D.

    I f. (Drucke V, Martin Landsberg, Leipzig 1509): Berlin, GStB, Gv 4564.

    II. (Abschriften): Bamberg, StA, GHAP 5977, unfol. (Überschr. wie Aufschr. A; Verm. am Textende: Gebt dem schreiber eynmal das glaß und etwas darinnen.). München, HStA, K.blau 270/2, fol. 5–20’ (Aufschr.: Was auf dem Reichs tag jungst zu Wormbs durch ksl. Mt. rete und die curfursten, fursten und stende des Reychs anno etc. nono [gehandelt wurde]. Ausschreiben röm. ksl. Mt. wider die curfursten, fursten und stende des Reychs. Verm. am Textende: amdip.). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 77’–58’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt).

    III. (nur Resolution an die Reichsstände vom 14.6.5; Kop.): Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 186–195’ (koll. Kop.) = E. Würzburg, StA, WRTA 3, fol. 295, 296–296’, 298–298’, 304–304’, 299–302’, 297–297’, 303–303’, 305–305’ (in falscher Reihenfolge abgelegt; Aufschr.: Ksl. Mt. gegenantwort uf der reichsstende entschuldigung, als von wegen Ks. Maximilians ein hilfe begert, 1509. Dorsalverm.: Antwurt von wegen ksl. Mt. uf der stend letzt antwort zu Wormbs.) = F. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 59–70’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Abschrift) = [G]. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 185–194 (Überschr.: Ksl. Mt. ausschreyben gehabter handlung auf dem richstag zu Wurms.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 56–66. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 67, 68–78 (irreführende spätere Aufschr.: Der stende antwort und bedenken uf ksl. Mt. furbringen wegen einer stadtlichen hulfe und aufbringung krigsvolkes, und Šwarumb sie nicht darein willigen könden. 1509.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol.

    Edition: Goldast, Reichshändel, S. 400–407; Ders., Reichshandlung, S. 84–92; Lünig, Reichs-Archiv II (Part. gener. cont. I), S. 292–299 (jew. Druck); Fugger/Birken, Spiegel der Ehren, S. 1254–1256 (sinngemäße Wiedergabe).

    [1.] /77/ [Aufschrift:] abForm vnd wesen, sumarie begriffen, der handlung zwischen Roͤmischer Kayserlicher mayestat etc., vnnserm allergnedigisten herrn, durch jrer Kayserlichen mayestat verordent raͤte vnd den Churfürsten, fürsten vnnd Stenden des heiligen reichs auf dem ietzuerschinen reichstag, zuͦ Wormbs gehalten–a.

    /78/ WJr, Maximilian, von gots gnaden Erwelter Roͤmischer Kayser, zuͦallennzeiten merer des reichs, in Germanien, zuͦ hungern, Dalmacien, Croacien etc. kunig, Ertzhertzog zuͦ Osterreich, hertzog zuͦ Burgundi, zuͦ Brabant vnd phaltzgrafe etc. Embieten allen vnd yegclichen vnsern vnd des heiligen reichs, auch gemainer tewtschen nacion verwandten, vndertanen vnd getrewen, in wass wirden, stats oder wesens die sein, den ditz vnnser schreiben zuͦlesen oder zuͦhoͤrn fuͦrkompt, vnnser gnad vnd alles guͦet. Jr muͦgt nu wissen oder vernemen, was gstalt wir, als wir ietz iüngst in vnsern niderburgundischen landen gewest sein, mit vnserm heiligen vatter, dem Babst, auch vnsern lieben pruedern vnd oͤheimen, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon zuͦ ern, notturfft vnnd wolfart gemainer cristenheit, des heiligen reichs vnd tewtscher Nacion loblich verstentnuss, ainigung, puͦndtnuss vnd vertrag erlangt, aufgericht vnd beslossen haben wider die Uenediger6, als die der heiligen roͤmischen kirchen etlich jr land, Stett vnd gueter gewaltigclich eintzogen vnd lang vorgehalten, auch vnsern heiligen vater, den Babst, auf das Er soͤlh der kirchen guͦeter an Sy erfordert, weyter zuͦbetrueben vnd zuͦbenoͤtigen vnderstanden vnd sich sunst mit vil landen, uns, dem heiligen reich, auch den cronen Franckreich, Arragon vnd andern rechtlich zuͦgehoͤrend, gereichert vnd in soͤlh macht, gewaltig, hohmuetig regiment gesetzt haben, das zuͦ besorgen gewest, wo nit durch obberrürt ainigung vnd vertrag darein gesehen, wer der cristenlichen regierung, so von dem allmechtigen ordenlich gesetzt vnd Šfürsehen ist, jrrung, zerruttung, smach und beswaͤrd zuͦgewarten gewesst vnd darauf gestanden, das die Uenediger als ain gewaltig comun noch weyter gegryffen vnd zuͦletst das reich, wie vor zeiten die Roͤmer getan haben, in jr herschen vnd gebiet pracht hetten.

    Auf soͤlhs vnd sonnderlich, vmb den rawb, auch die vngehorsam vnnd verhandlung, so die venediger an der heiligen roͤmischen kirchen begangen haben, hat Sy vnser heiliger vater, der Babst, nit vnbillich in swaͤrn Ban erkannt vnd publiciert7, darauf vns als der heiligen roͤmischen kirchen aduocaten, darzuͦ /78’/ vnnser lieb prueder, die künig von Franckreich vnnd Arragon, zuͦ hilff, scherm vnnd rettung erfordert vnnd ersuecht. Das haben wir angesehen vnd zuͦ hertzen genomen, vns aus vnnsern niderlannden herauff gen wormbs zuͦ vnsern lieben Neuen vnd oheimen, den churfursten, fürsten vnnd stennden des reichs, auff berürten tag, souil jr damals gegenwurtig gewest sein, gefuegt, jnen die obangetzaigt loblich verstentnuss, ainigung vnd vertrag erzelt vnnd furgehalten, jrer hilff, rat vnd beystands, darumb Sy auch von vnnserm heiligen vatter, dem Babst, durch seiner heiligkeit breue [Nr. 272] hoh ermant vnnd ersuecht sein, begert, darauff vnnser raͤte soͤlh vnnser begern zuͦuerfolgen vnd zuͦ solicitiern bey jnen gelassen vnnd unns zuͦ den sachen fürderlich herein gefuegt, ungetzweyfelter hoffnung, das an der versamblung des reichs hilff nit manngl erschinen sein soͤlt–b.

    [2.] cUersammlung: Aber auff obertzelt loͤblich verstentnuss, ainigung vnd vertrag, auch vnser gnedig ansuechen vnd begern vnd vnsers heiligen vaters, des Babsts, eruordern hat vns die versamblung des reichs jr hilff vnd beystand zutuͦn gewaͤgert vnd abgeslagen durch nachuolgend hanndlung vnd vbung gegen vnsern verordenten raͤten zuͦ wormbs. Nemlich haben vnser lieb Neuen, oͤheimen, churfürsten, fürsten vnnd stend auf ain erste vnnd vor gegeben jr antwurt [Nr. 275], die hie zuͦertzellen on not ist, repetiert vnd angetzaigt etlich vrsachen, dero eine sein sol–c djr vnuermoͤgenlicheit, die Sy beswaͤrts gemuets antzaigen, offennlich vor augen stee vnnd der vnnseree raͤte selbs guͦet wissen tragen soͤllen, darumb Sy sich nit klain tuͦn verwundern, das von vnsern raͤten sich soͤlher jrer warer, gegrundter anntwort befrembdt vnnd beswaͤrt werde; wann offennlich vnd vnuerporgen sey, was mercklichs lassts, beswaͤrung vnd costens das heilig reich in kuͦrtzuergangen jarn bey vnnsern zeiten durch vilfaltig reichstaͤg mit zerung, nachraisen, krieg vnd hilff erlitten hab, daraus vnd Šanndern vrsachenf die stend vnd die jrn in jrn camern vnd seckeln dermassen erschepfft vnd entploͤst sein, das nu zuͦrzeit nit mer /79/ also zuͦhelffen in jrm vermoͤgen stee, wie dann die vorig jr anntwort zuͦerkennen geb–d.

    Kayserlich Maiestat: Soͤlh der stennd antzaigen jrs vnuermuͦgens haben wir jnen jüngst durch vnnser raͤte in schrifft [Nr. 276] ablegenn vnnd widerreden lassen, desgeleichen wir hiemit noch tuͤn vnnd repetiern, nemlich, das soͤlh anntwort vnd entschuldigung nit stat noch grund haben mag, auch etwas schimpflich zuͦhoͤrn ist; dann wir vnnd menigclich wissen vnnd erkennen jr vermuͦgen beyleuffig so wol als Sy selbs; wo das nit wer vnd wir jr vnuermügen im grund so gross, als Sy es fürgeben, wessten, wolten wir Sy vngern ansuechen; aber jr vermügen ist vonn gnaden gots noch so gross vnnd weyt, das Sy vns, dem heiligen reich vnnd jnen selbs zuͦ ern vnd wolfart mit ainer angeslagen hilff, die yegclichen stand in sonnderheit wenig beswaͤrt vnd doch ain treffennliche antzal pringen mag, wol erschiessen vnnd dannocht in jrn stennden vnerarmet pleiben vnd besteen mügen. Sy ermessen pillich das mitleyden vnnd darstrecken, so wir die zeit vnnserer regierung bisher dem reich vnnd tewtscher Nacion zuͦerlanngen das, so ietzo hoffenlichg vor augen ist, gethan, vnser erblannd vnd leut damit vertiefft vnnd verkuͦmbert haben; wo wir nu derselben nit souil gehabt, wie das reich von der stennd iaͤrlichen stewrn vnd andern anslegen vnd darstrecken, bißher beschehen, gegen den mercklichen, vilfaltigen anfechtungen, so jm zuͦ gestannden sein, gehanndthabt vnnd behalten werden mugen het, ist jnen vnnd menigclich wol zuͦrechnen. Es muesst desshalben zuͦgedenncken sein, wo wir mit tod abgiengen, der allmechtig well vnns lanng fristen, das die churfürsten, fuͦrsten vnnd stennd das römischh kayserthuͦmb, dieweil das so hohen costen bedarff vnd ainem kayser so slechte hilff dauon beschicht, nit erhalten, sonnder jrer armuͦet halben dauon steen moͤchten, das doch zuerparmen wer. Wol moͤgen wir achten, wann Sy jrn fuͦrstenthuͦmben, Stifften, Staͤten, Camerni, Comunen vnd vnderthanen kain beswaͤr noch abpruch antuͦen, sonder allain gedencken wellen, dieselben zuͦreichern vnd schaͤtz zuͦsameln, das Sy vileicht nit vbrigs haben moͤchten. Sy sein aber vns vnnd dem heiligen reich auch hoh gesworn vnd verpflicht, wie Sy all selbs wissen; so Sy dieselben pflicht erwegen, finden Sy villeicht schuldig zuͦ sein, vnns vnnd dem /79’/ reich zuͦ handhabung, ern vnd wolfart auch mitzuͦtailn, ob schon soͤlhs mit jrm nachtail vnd vber wol vermügen beschehen solt, darfür wir es doch noch nit achten. Das sich nu die Stend beswaͤrn der vil reichstaͤg, so die zeit vnserer regierung gehalten, vnd der grossen mue, costen vnd zerung, so darauf geloffen sein, mugen die stennd vnd menigclich erkennen, dz dem heiligen reich vnd teütscher nacion vor vnserer regierung nye souil anfechtung, widerwaͤrtigkeit vnd sorgfeltigkeit begegnet sein Šals bey vnsern zeiten; darumb ist daruor des reichs versamblung nit so oft not gewesst; aber auf die menigfaͤltig anfechtung, beswaͤrd vnd sorgen, so dem reich vnd den teütschen bißher von vil nacion begegnet sein, haben wir getan, als vns von ambts wegen geburt vnd als der dem reich nichtz verabsawmen wellen hat; vnd darumb die stend so offt versameln muͤssen. Es ist wol vor jarn also gehaltenj, so dem reich ichtz obgelegen vnd not gewesst, das ain roͤmischer kayser oder künig die stend gesondert schriftlich ersuͦcht, darauf Sy sich dann gehorsam erzaigt; so aber wir das vnderstanden, haben wir befunden, das ye ainer auf den andern gewaͤgert vnnd damit wenig gehorsam erlangt; darumb hat not getan, Sy zuͦ den reychstaͤgen gemainlich zuͦuersameln; ob Sy darauf costen, zerung vnd muͦe von des reichs wegen geliten, deßgleichen vnd vil mer haben wir auch getan; wir lassen vns aber des nit dawrn, dann wir gedencken, das wir anhaim auch nit sonnder [= ohne] muͦe vnd costen leben mügen hetten.

    [3.] kUersamlung: Uerner ermessen die stend–k, als ob Sy diser hilff zutuen nit schuldig seyen, aus vorangetzaigten vnd nachfolgenden vrsachen, dero die erst sein sol, das vnser lainigung, vertraͤg, krieg vnd fürnemen on mjr rat, wissen vnd willen–m fürgenomen vnd aufgericht, wie dann notturfft des heiligen reichs in soͤlhen grossen, swaͤrn vnd dapffern sachen hoͤhlich tat erfordern, auch also im heiligen reich, wo jrer hilff begert, loblich herkomen vnd gepraucht sey–l.

    Kayserlich Maiestat: Darauf ist vnser antwort: Wir haben ain vertrag, ainigung vnd verstentnuss mit Baͤbstlicher heiligkeit, auch vnsern lieben pruͤedern, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon, gehandlt vnd aufgericht, vnser gewissen vnd phlichten gemaͤss, dem heiligen /80/ reich, tewtscher nacion vnd gemainer cristenheit zuͦ nutz, ern, lob vnd wolfart, das wir menigclich zuͦ erkennen geben. Aber gelegenheit der sachen hatt kainen verzug oder aufschub erleyden mügen; solten wir nu der stend rats vnnd willens gephlegen, so muesten wir zuͦuor ainen reichstag beschriben, jrn rat ersuͦecht vnnd dann erst zuͦ der handlung der verainigung gegriffen haben, das noch auff hewtigen tag nit beschehen sein moͤcht, dardurch der loblich, nutzlich vertrag vnnd ainigung gehinndert vnd zuͦ rugk gestelt vnd die gegenwürtige vnser eerliche, aufnemliche vnnd sighaffte fürnemen nit beschehen waͤrn. Deßhalben mainen wir, es sey nit not gewesst, hetten auch vnsern phlichten nit gnuͦg getan, die sachen auf Sy in soͤlh harr vnd versaumnuss zuͦstellen, Sonnderlich, so wir bedencken, das auf etlichen vergangen reichs tagen durch vns, auch churfürsten, fuͦrsten vnnd stend bedacht worden ist, ainigkeit mit Franckreich zuͦsuͦechen, nemlich wider die Uenediger vnd vnglaubigen; so wir nu die loblich erlangt haben, so wil vns das in args gemessen werden, daraus abtzuͦnemen ist, als ob die stend Švileicht suechen, zwischen vns vnd jr selbs zwittrecht zuͦerwecken, dardurch das reich in zerrüttung gefuͦrt werden moͤcht; vnnd erscheint sich, das die vrsach jrs abschlagens der hilff sey nit jr vnuermügen, sonnder allain ain vnwillen, den jnen ettlich fürnemen, vmb das wir jrs rats nit gephlegen haben, das dann aus vorberürten vrsachen kain wegs fuͦeg noch stat gehabt hat.

    [4.] Uersammlungn: Zuͦm anndern vermainen die stend, der hilff nit schuldig zuͦsein, vmb das Sy onit wissen moͤgen, was nutz oder schadens, vortails oder nachtails dem heiligen reich aus soͤlhen ainigungen vnd vertregen entsteen müg, dess Sy doch pillich, dieweil jrer hilff begert wirdt, mitwissens emphangen hetten–o.

    Kayserlich Maiestat: Unnser antwortp: Guͦet ist zuͦuernemen vnd zuͦwissen vnd wellen aber den Stenden selbs vnd menigclich zuͦerkennen geben, das die verainigung vnnd tractat in allem jnnhalt dem heiligen reich, tewtscher nacion vnnd gemainer cristenheit in kainen /80’/ weg nachtailig noch abpruͦchig, sonnder mer hohloblich, erlich vnd aufnemlich sey. So mag nit wol dargethan werden, als ob die Stend soͤlher verainigung vnnd vertrag als gar nit wissen tragen; wir sein doch darumb nechst an vnnserm herauf ziehen zuͦ inen gen wormbs komen, haben jnen soͤlhen vertrag offennlich vnnd in gehaim clar angetzaigt vnd darjnn garq nichtz verhalten, den Sy jnen auch desselben mals wolgefallen lassenn, nichtz darein noch darwider geredt vnd sich etlich gegen vns trostlich mercken lassen, als werd auff soͤlhen vertrag an der stend hilff zuͦ disen loblichen, erlichen fuͦrnemen nit manngl sein. Es ist scheinparlich zuͦmerckenn, das der allmechtig von hymel soͤlh ainigung vnnd vertrag geschickt hat vnnd jm die wol gefallen lasst; das ertzaigt Er mit dem, das Er der Baͤbstlichen heiligkeit, auch vns vnd vnsern pruͤedern, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon, so wunderparlich, vnnatürlich sig, gnad vnd glück in so kurtzer zeit zuͦ eroberung nach aller der Uenediger lannd verlyhen hat; warumb wellen jnen dann die stennd des reychs dieselb ainigung vnd vertrag nit auchr gefallen lassen?

    [5.] Uersammlung: Zuͦm dritten besorgen die Stend, swie aus vor beschehen hilfen sich ertzaigt haben sol, wo vnns die begert hilff von jnen zuͦ tuͦn müglich, das dannocht wir vnd das heilig reich ee vnd mer in vertieffung vnd vnrat wann in erhebungt oder aufnemen dardurch gelait oder gefüert werden moͤchten; dann wiewol die jüngsten zwo hilff gehaltner reichstaͤg zuͦ Coͤln vnd Costenntz vber wol vermügen der stennd bewilligtu, so sey doch vns vnnd dem heiligen Šreych kain nutz, sonnder alain nachtail, schimpff vnnd schad deshalb erwachsen vnd komen. Sy geschweigen darbey annderer grosser hilff, daruor geschehen, das alles die stend nit vnbillich hohlich beswaͤr vnd in betrachten beweg–s.

    Kayserlich Maiestat: Darauff ist vnnser anntwort: Nyemand mag vns mit grund beschuldigen, das wir die zeit vnnserer regierung das reich in ainich vertieffung vnd vnrat gefüert; dann was wir bisher gross /81/ (das reych betreffennd) gehanndlt, haben wir altzeit mit der stennd rat getan vnd darumb souil versamblung, der Sy sich oben beswaͤrn, haltenn muͤessen. Das aber auff die hilff von Coͤlln vnd Costenntz, auch ander vorgehalten reichstaͤg, wenig fruchtpars, sonnder nachtail, schimpf vnnd schaden erwachsen sein sol, Wissen wir nit sonndern nachtail vnd schaden dem reich beschehen, aber wol vns vnd vnsern erblannden. Der schimpf (ob ainicher daraus entstanden waͤr) sol pillich nit vns, sonder ee den stennden zuͦegemessen werden; dann Sy haben schimpflich dartzuͦ getan vnd sein des vrsach jrer lanngsamen, vnvolkomen hilff halben vnnd nit wir, dann wir alltzeit vnnser leib, leben, camerguͦet, lannd vnd leuͦt zuͦ den sachen dargetan, so Sy des merern tails anhaim pliben sein; vnd so ye der puncten, daz auff die ergangen hilff gehaltner reichstag vnns vnd dem heiligen reich kain nutz erwachsen sey, angeruert wirdt, dess haben wir vnns pillicher dann die stennd zuͦbeswaͤrn; dann Sy vnns alweg durch jr bewilligen vnd zuͦesagen der hilffen zuͦ vnnsern fürnemen vnnd darauf in grossen costen vnnd darlegen gelait vnnd dann jr hilff, uͤber das die wenig vnnd gering gewesst ist, dannocht so lanngsam, sewmig, vnuolkomen vnnd vnordenlich gehalten vnd geraicht, das damit nichtz fruchtpars ausgericht werden mügen vnd vnns geursacht vnd gepracht hat in verschwenndung vnsers camerguͦets, versawmnuss vnd verwarlosung vnnserer lannd vnd leuͦt, auch vmb annders, so vns zuͦgestanden sein soͤlt vnd moͤcht, als hungern, Britani [= Bretagne], Mayland, gantz jtalien etc., das alles wir mit gnaden des allmechtigen, wo Sy jr tapffer hilff zuͦ rechter zeit vnd volkomen dartzuͦ gethan hetten, auf des heiligen reichs oder vnser erblich oder erheyrat gerechtigkeiten erobert vnnd behalten vnnd also dem heiligen reich vnd tewtscher nacion anhengig gemacht haben woͤlten, wie wir vns dess auf allenv reichstagen gnaͤdigclich vnd getrewlich erpoten haben. Und darumb, wo Sy vnns vnnd dem heiligen reych noch nit trostlicher, ordenlicher hilff tüen wolten dann bisher, waͤr waͤger [= besser], Sy der zuͦerlassen dann die antzuͦnemen. /81’/ Wo aber die Stennd vileicht gedaͤchten vnd vermainten, als ob jr bißher getan hilffen vns vnd vnnsern hewsern oͤsterreych vnnd Burgundi zuͦ statten vnd guͦetem komen vnd beschehen waͤrn, So geben wir jnen zuͦermessen, das die genannten vnserw hewser oͤsterreich vnnd Burgundi sluͤssel vnd clausen des heiligen reichs vnd tewtscher nacion sein gegen allen anfechtern vnd widerwaͤrtigen, glaubigen vnnd vngelaubigen; vnnd was denselben hewsern hilff vnnd fürdrung beschehen, wer doch dem heiligen reich Švnd tewtscher nacion getan; dann so dieselben hewser oͤsterreich vnnd Burgundi in bestand vnnd wesen vor jrn anstoͤssern vnnd widerwaͤrtigen gehandthabt sein, so ist das reych dardurch behalten. Wann Sy aber (daruor der allmechtig sein well) verlassen vnnd vom reich getrennt werden soͤlten, waͤr zuͦebesorgen, das das reych vnd die tewtschen von frembden nacion vberfals, beschwaͤrung vnd ellends, das ietzo nymandt gedenncken will, gewarten muͤesten. Zuͦsampt dem, so haben dieselben hewser oͤsterreich vnnd Burgundi dannocht allweg gegen den anfechtern vnnd widerwaͤrtigen gar vil mer lasst, mitleyden, costen vnd darlegen weder annder Stend des reichs getragen vnd getan, alles dem heiligen reich vnd tewtscher nacion zuͦ aufenthalt vnd guͦetem.

    [6.] Uersammlungx: Auf die vierd vrsach, derhalben die Stend vns vnd dem reich nit vermainen zuͦhelffen, nemlich also lautend: yWo jnen die begert hilff moͤglich vnnd Sy die taͤtten, das soͤlhs angesehen vnnd geacht werden moͤcht, als ob Sy in die angetzaigten (doch jnen vnwissend) vertraͤg vnd wie die geschehen, ob Sy gleych dem reich nachtailig waͤrn, gewilligt vnd gehollen hetten. Zuͦsampt dem, das soͤlhs der handlung nechstgehalten reichstags, die mit hoher vernunfft vnd betrachtung bewegen worden, nit gemaͤss, das sich Churfürsten vnnd ander stend getrewlicher maynung erpotten gehabt, Jr treffenlich potschafft zuͦ dem künig zuͦ Franckreich zuͦschicken, mit demselben des hertzogthuͦmbs Maylandt vnnd annderer sachen halben, das heilig reych vnnd die cron Franckreych betreffend, zuͦhanndlen vnd vnrat zuͦ fürkomen, mit hohem erpieten der stennd, wo sich /82/ derselb künig nit gleicher ding gegen vns weisen lassen wolt etc., das jnen aber von vns desselben mals abgeschlagen vnnd nit verfolgt sein sol, nit on nachtail vnnd beswaͤrung des reichs, als die stennd besorgen–y.

    Kayserlich Maiestat: Wir haben in ainem artickel oben ertzelt, das die ainigung vnd vertrag in kainem innhalt dem heiligen reich nachteilig noch abpruchig; dann wir sein alzeit des guͦeten gemuͦets, dem heiligen reich so vngern etwas zuͦuerliern oder zu vertaͤdingen8, als Sy es sehen mügen; so aber die ainigung vnnd vertrag dem heiligen reich vnd tewtscher nacion zuͦ hohen ern, lob, aufnemen, rue vnd frid raichet, darzuͦ istz der stennd bewilligungaa nit not gewest, sonder wir haben des als regierender roͤmischer Kayser nach schickung des allmechtigen, auch hohem rat vnd erwegen vnd dem heiligen reich, tewtscher Nacion vnnd gemainer cristenheit zuͦ guͦet aus vnns selbs wol fuͦeg vnd macht gehabt; wo jnen dann die stennd solchs nit lieb sein lassen wolten, moͤcht jnen darumb vbel gesprochen werden in ansehung jrer phlicht vnd ayd, die Sy wol weisen, was Sy vns vnd dem heiligen reich goͤnnen vnd Šschuldig sein sollen. Mayland halben haben wir den stenden nechst durch vnsere raͤte vnser antwort vnd maynung [Nr. 411, Pkt. 5] fürhalten lassen, desgleichen wir hiemit noch tüen, das wir anders nit darjnn gehandelt dann wie auf vergangen reichstaͤgen die stend vnd sonderlich churfuͦrsten vnd fürsten geraten haben, nemlich solcher gestalt, das wir vnns befleyssen solten, mit Franckreich in ainigkait zuͦkomen, sonder wider Uenedig, vnnd jn darauf mit Mayland zuͦbelehnen; dann ain künig von Franckreich stüende ainem roͤmischen kayser oder künig für ain lehensman des heiligen reichs pas an dann ain aigner hertzog zuͦ Maylannd.9 Solher jrer maynung vnd ratsleg von vorigen reichstagenn sein wir noch wol ingedenck; haben darfür gehabt, was jnen desselben mals gefallen, es hett ietzo auch nit waͤgerung bey jnen gehabt; wo wir aber gesorgt, das Sy auf jedem reichstag ainer sonndern vnd andern maynung sein wolten oder das gelegenheit der sachen souil pitt vnd aufschub erleiden mügen, hetten wir wol bedacht, Sy vor zuersuechen; vnd also haben wir dem reich mit Mayland nichtz vertaͤdingt, es ist gleich so wol lehen /82’/ als vor; vnnd wo wir vnserm pruͦeder [Kg. Ludwig] von Franckreich die belehnung nit getan, so her ers dannocht gehabt; vnnd wer zuͦbesorgen, vnns vnnd dem reich swaͤr gelegen, jn dauon zuͦdringen, dann wir haben das lanng versüecht vnnd angefochten, vnser leib vnnd guͦet daran strecken wellen, wie menigclich gemerckt vnd gesehen. Es hat aber bey den stennden jrer hilff vnd zuͦethuͦens halben nye sein mügen, sonder Sy haben sich alweg mercken lassen, das jnen Mayland lieber der gstalt in des künigs zuͦ Franckreich hand sey dann in weylennt hertzog Ludwigs [Sforza], darauf Sy mercklichen costen dasselb zuͦerobern darlegen müessten; vnd vnns also vnnser ansynnen vnd fürnemen Mayland halben doch auf zwayen reichstaͤgen gestracks abgeslagen.10 Demnach wellen wir darfuͦr achten, das wir mit dem wenigen vnnd mindern als alain mit der belehnung Mayland dem heiligen reich vnnd teutscher nacion ain merers aufgericht vnd gestifft haben, das ist die loblich ainigkeit vnnd vertrag, daraus dem reich, tewtscher nacion vnd gemainer cristenheit, ob got wil, aufnemen, handthab, frid vnd ruͦe gedeyhen sol, als sich dann noch bißher in voltziehung soͤlher ainigkeit vnd vertrag troͤstlich erscheint in dem, das wir nuab alles das, vns von der ŠUenediger land vnd gepieten in soͤlhem vertrag zuͦepartheyt11, das doch ain maͤchtig ding ist, nach ganntz erobert vnd in vnnser gewalt vnnd gehorsam pracht haben.12 Dergleichen glücks, sigs vnd aufnemens wir vns hinfür zuͦ dem almaͤchtigen wol getroͤsten. Das wir aber zuͦ Costentz abgeslagen haben sollen, ain potschaft in Franckreich zuͦschicken, dess gesteen wir nit in der gestalt; wir gedencken wol, das davon gehandelt worden, und ist der Stennd maynung gewest, ein slechte vnd geringe potschaft zuͦuertigen13; das moͤgen wir wol widerredt haben vnd pillich in bedacht, das vnns, den Stenden vnd gantzer tewtschen nacion gross vnansehen, smach vnnd verklainerung daraus erwachsen waͤr, aber ain maͤchtige, raͤtliche potschaft abtzuͦfertigen haben wir nye gehindert, sonnder mer gefuͦrdert vnd solicitiert, sein auch darauf willig gewest, vnsernn gepuͤrenden costen dartzuͦlegen. Darjnn sich aber die Stennd des costenns beswaͤrt vnd also die potschaft zuͦfertigen ersitzen lassen haben.

    [7.] /83/ Versammlungac: Für die funft vrsach melden die Stend, als ob Sy vnns vnd dem reich zuͦhelffen nit schuldig sein, nemlich, addas bisher nye mer im reich gehoͤrt, das ain soͤlh treffenlich eylend vnd stuͦmpf14 hilf zuͦuor vnberatslagt, auch zuͦ vngelegner zeit zuͦschicken gefordert oder begert sey–ad.

    Kayserlich Maiestat: Gegen demselben bedunckt vnns, dise hilff soͤlt die zeither, so die Stennd bey ainander versamblt gewesst, wol beratslagt vnd nu in kürtz auftzuͦpringen muͤgen sein. Uns ist die verainigung vnd vertrag auch so gaͤhs [= plötzlich, überraschend] zuͦegestanden, das vnns vnnd dem reich, auchae vnsern gegenwürtigen fürnemen, wie obsteet, ainichen aufschub darjn zuͦ tuͦn nit nuͦtz, darumb auch not gewesst ist, die hilff gaͤh zuͦuordern vnnd auftzuͤpringen; dann dise vnnser fürnemen haben eroͤffnung vnd auspraituͦng lanng vor der tat nit leiden muͤgen, sonnder ist das gewinlichist gewesst, die Uenediger vnuersehen zuͦvbereiln; dann solten vnser fürnemen lanng daruor vmbgetrochen worden vnd an die veind gelangt sein, waͤr vnns vnnd dem heiligen reich beswaͤrdt vnd sorg vnd den Uenedigern kundtschaft, sterckung, schicklicheit vnd hoffnung darauf gestanden, das Sy nit (also zuͦschaͤtzen) auf ain tag zuͦ grund gangen waͤrn, wie dann in den weg beschehen ist; vnns hat auch gepuͦrt, kurtz nach vnserm lieben pruͦeder von Franckreich vnd neben Švnserm heiligen vatter, dem Babst, antzuͦgreifen, in ansehung vnnd crafft der verainigung vnnd vertrag, darein wir alain Sy bewegt vnnd pracht15, haben aber darbey wol bedacht, das der Stennd kriegsvolckh, so Sy vns bewilligen wuͦrden, villeicht nit so leidlich waͤrn, in die hitz zuͦtziehen, als die vnnsernaf; vnd darumb ietzo den vortzug mit vnnsern leuten getan, sein dess auch noch in staͤter vbung vnd merer rüstung, Auf das, so sich die stennd ainer tapfern, trostlichen hilff entsliessen würden, das jrn leuten die herbst zeit zuͦ statten komen moͤcht. So wissen wir kain füegclicher zeit durch das jar zuͦ kriegen dann die Suͦmer zeit, darumb on not von den stennden zuͤ vrsach genomen wirdet, als soͤllen wir die hilff zuͦ eilend, stümpf vnd vngelegner zeit erfordert haben.

    [8.] /83’/ Uersammlungag: Darnach melden die Stendt in jrer antwort, das ahaus angetzaigten vnd andern vrsachen, der auch wol mer zuͦertzellen wern, jr vertrawen vnd hoffen sey, das sich soͤlcher jrer gegeben notturftigen, waren antwort weder vnser räte noch iemands anderer mit pillicheit zuͦbefrembden oder zuͦbeswaͤrn haben sol etc.–ah

    Kayserlich Maiestat: Darzuͦ sagen wir, wo die Stend dergleichen vrsachen noch mer dartaͤten, westen wir die in hofnung mit guͦetem gründt wie die obgeschriben zuͦuerantworten vnd zuͦ widerlegen; das aber wir vnd meniglich, der lieb, naygung vnd gehorsam zuͦ vns tregt, soͤlcher abslegigen anntwort nit klain, sonnder hoh befrembden, beswaͤrn vnd behertzigen haben, das ist menigclich zuerkennen pillich, in ansehuͦng, das Sy vnns, das heilig reich vnd tewtsche nacion in disen loblichen, erlichen, aüfnemlichen vnd hoffennlichen fuͤrnemen, dergleichen in menschen gedaͤchtnus nye vorhannden gewest sein, also zuͦuerlassen vermainen.

    [Uersammlungai:] Wir mercken verrer aus der Stennd antwort vnnd schrifft, ajwo wir in soͤlhem vnnserm swaͤrn fürnemen jrs rats gepraucht, wie jm reich herkomen, die nottuͦrft erfordert vnnd pillich beschehen wer, was Sy vnns dann geraten hetten, darinn wolten Sy sich als die getrewen vnd gehorsamen on zweyfel mer, wann wolak jr vermuͤgen gewesst, ertzaigt vnd gehalten haben–aj.

    Kayserlich Maiestat: Soͤlhs bedunckt vnns gleich ain widerwaͤrtigs sein, dann jr erste vnd principal vrsach gewest ist jr vermaint vnuermoͤgen, vnnd hie melden Sy, wo wir jrs rats gephlegen, was Sy vnns dan geraten, darinn wolten Sy sich vber jr vermuͤgen ertzaigt haben; das gibt vns ain antzaigen ains vnwillens Švon etlichen, die den vrsachen, welhen vnwillen wir doch vmb dieselben noch annder nit verschuldt, sonder vnns mit vnserm leib vnd guͦt, auch erblannden vnd leüten in des heiligen reichs obligen zuͦvil dartzuͦ gemüet vnnd beswaͤrt haben; wo nuͦ soͤlher vnwillen dem heiligen reich nit zuͦ nachtail kaͤm, waͤr vnns der auch dest ringer zuͦ tragen.

    [9.] /84/ Uersammlungal: Zuͦ letst ertzellen die stend, amSy zweyfeln nit, wo die Baͤbstlich heiligkeit herkomen vnd gelegenheit der stennd vndan tewtscher nacion, wie zuͦm tail obangezaigt, auch wie vnnd zuͦ welcher zeit dise sachen an die stend gelangt sein, bericht werde oder wuͦrde, jr Baͤbstlich heiligkeit wurde der gegeben antwort kain misfallen tragen, sonder der stend gelegenheit vnd notturft in solchem gnedigclich bedencken–am; aowo auch wider die vnglaubigen oder türgken mit ainer stattlichen expedicion oder zug solt gehandelt werden, als dann notturft der selben sachen wol taͤt erfordern, oder so die Baͤbstlich heiligkeit oder cristenlich kirch von iemand beschwaͤrt oder benoͤtigt waͤr oder wurd, so wolt sich zuͦm vorderisten nach ermessung der stennd in solcher swaͤrn, grossen sach gepürn, das zuͦuor vil cristenlicher gezüng vnnd gewalte zuͦsamen erfordert, mit jr aller rat von sachen der notturft zuuor gehandelt, wie vnd welcher mass solcher zug vnd handlung zum pessten vnd geschicktisten solt vnd moͤcht fuͦrgenomen werden, damit die hilff in solchem allenthalben auf müglich zeit gleichmaͤssig vnd auf alle stend vnd glider, hoch vnd nider, aufgetailt vnd nit allain auf den gehorsamen klainen tail des reichs gelegt, auch zuͦuor cruciat16 vnd anders gegeben wurd, wie dann vormals in solchen faͤllen mer gebraucht vnd geuͦbt sey; darinn wurden sich alle stennd des reichs on zweyfel als from, cristglaubig glider gegen der heiligkeit vnd dem cristenlichen glauben nach jrm vermügen zuͦ aller gehorsam erzaigen; der maynung wellen sich auch die churfuͦrsten mitsampt gemainen stenden auf die Babstlichen ausgangen breuiaap vnd anders, derohalb fürgehalten, verantwort haben–ao. aqDarumb vnd aus angezaigten vrsachen die stend des reichs auf jrer gegeben anntwort besteen etc.–aq

    Kayserlich Maiestat: Hierauf vnd auch fur das letst achten wir, die Babstlich heiligkeit hab herkomen vnd gelegenheit des reichs vnnd der stend gnuͦgsam kundschafft, vnd wer vnsers bedunckens nach so guͦet, jr heiligkeit vnd menigclich wessten nit souil darumb; was gefallens aber jr heiligkeit ab der stend Šhandlung tragen, wirdet jnen jr heiligkeit vngetzweifelt wol zuͦuersteen geben; was auch sunst in tewtschen landen vnd durch die gantz cristenheit von den jhen, die villeicht ains andern gemuets sein, darzuͦ geredt, wirdet Sy on zweyfel auch furkomen. Als aber die stend vnderricht tuen /84’/ [von] ordnung vnd wesen des zuͦgs wider die türgken oder vnglaubigen, auch zuͦ hilff Baͤbstlicher heiligkeit vnd der kirchen, So soͤllen die Stennd wissen, das ditz vnser mitsambt Baͤbstlicher heiligkeit, auch der künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon verstenntnuss vnnd fuͦrnemen nit angefangen sein, alain die Uenediger (vmb jr lanngher pracht veraͤchtlich, gewaltig, vngoͤttlich herschen, auch vmb das Sy der heiligen kirchen das jr gewaltigclich entwert vnd vorgehalten, Sich darzuͦ dem cristenlichen wesen in etlich ander weg vngemaͤss gehalten vnd vnderstanden haben, der Baͤbstlichen heiligkeit vnnd kirchen weyter widerwaͤrtigkeit vnd trangar aufzuͦtun) zuͦstraffen, sonder auch auf die vnglaubigen zuͦ ziehen; als wir dann hewtigs tags willenns sein, so wir nu mitsampt Baͤbstlicher heiligkeit vnd den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon den Uenedigern das lannd nach alles bis an die Statt Uenedig mit gottes hilff abgewunnen haben, vnns auf das wasser zuͦbegebenn vnnd zuͦ vndersteen, die vbrig jr macht, damit wir all künftiger aufruͦer vnd beswaͤr von jnen vberhaben vnd gesichert sein, auch niderzülegen, zu tewtscher nacion in vnser gehorsam zuͦpringen vnd fuͦrter wider die vnglaubigen zuͦtziehen; wir kuͦnden auch nit gedencken, das soͤlhs bißher ye füegclicher vnd schicklicher gewesst sey vnd sich hinfuͦr nymmer dergstalt begeben noch reymen moͤcht, dann so wir ietzo mit Baͤbstlicher heiligkeit vnnd vorgenannten vnnsern lieben pruedern in verstentnuss vnd ainigkeit sein. Wir, dieselben vier, als die maysten der cristenheit haben dise fürnemen gnuͦgsamlich bedacht vnd erwegen, auch nit für not geacht, weiter gezuͦng zuͦsamen zuͦfordern, aus vrsach, das soͤlhs lange weyl, mercklichen costen vnnd versawmnuss gepert het; damit wellen wir dargetan haben, das dise furnemen nit alain wider die Uenediger, sonder auch die vnglaubigen gnuͦgsamlich beratslagt vnd nit not noch guͦet gewest, annder oder mer getzung zuͦsamen zuͦ pringen, dieweil doch dieselben vnd, zuͦschaͤtzen, die gantz cristenheit alle vns viern verwandt sein; darumb auch wir vier durch vnser potschaften die andern dannocht ersuͤecht haben.17 Dann solten die sachen dergstalt, wie die Stennd vor jn haben, fürgenomen, die cristenheit moͤcht nymer mer wider die vnglaubigen aufpracht werden; darbey wellen wir der Stend maynung, als ob Sy auf die Baͤbstliche Breuia entschuldigt sein, widerlegt /85/ vnd vnnserm heiligen vatter, dem Babst (ob Sy seiner heiligkeit gnuͦg oder nit getan) haimgesetzt vnd befolhen haben; wir besorgen Švnd gedencken aber, die Stennd werden klainen danck bey seiner heiligkeit erlangen, dann Er jr vnuermügen vnd entschuldigen gleich so für ungegruͤndt als wir erkennen vnnd annemen wirdet.

    Dem allem nach ermanen wir die Churfursten, Fürsten vnd Stennd vnser vnnd des heiligen reichs aufs ernstlichist vnd hoͤst, so wir Sy alsas jr erwelter roͤmischer kayser zuͦmanen haben, das Sy vnangesehen der obertzelten vnnd aller annderer vermainter vrsachen vnnd aüstzüg die cristenlich kirchen in krafft Baͤbstlicher heiligkeit erfordrung, aüch das heilig reich vnnd tewtsche nacion jrn phlichten vnd ayden nach kains wegs verlassen, sonnder sich denselben zuͦ hilff vnnd beystand vnd zuͦ ausfuerung des gegenwurtigen goͤttlichen taͤglichenat sigs nochmals ainer tapfern, troͤstlichen, ordenlichen antzal kriegsvolck entsliessen, die auch aufs eilendist, so muglich ist, berait machen vnd zuͦ vns vertigen; des wellen wir vns noch gnedigclich vnnd freuntlich zuͦ jnen getroͤsten vnd versehen. Geben auin vnser Statt–au Triennt am viertzehennden tag des Monats Junii Anno etc. nono, avUnsers reichs, des Römischen im vierundzwainzigisten jarn–av.

    [10.] /85’/ awDJser obgeschriben vnserer schrift antwort vnd ansuͦechen haben die churfürsten, fürsten vnd stend des reichs, vber das Sy durch vnsere raͤte zuͦ wormbs hoch vnd streng darumb ermant vnd ersuͦecht worden sein, nit erwart, sonder sich auf jr obbegriffen maynung vnd dartuen, vnsern raͤten in schrifft vberantwort, vor vnd ee jnen auch obertzelt vnser verantworten vnd ansuechen zuͦekumen ist, erhebt, den reichstag geendet vnd auf jrer maynung wie vor beharret.

    Dieweil wir nu bedencken, das menigclich, so villeicht der handlungen nit wissen tragen, befrembden moͤcht, was doch die vrsach, derohalben vns, dem heiligen reich vnd tewtscher nacion von der versamblung des reichs die hilff vnd beystand vertzigen vnd abgeschlagen waͤrn, Ermessen auch, das vngezweyfelt dieselben vrsachen den churfürsten, fürsten vnnd stenden zuͦ fueg vnd vnschuld vneroffnet vnd vnberedt nit pleiben, daraus dann vns (wo wir vnser gegrundte antwort entschuldigung weise obgeschribner massen dagegen nit dartaͤten vnd erlauten liessen) vnglimpfen vnd schuld zuegelegt werden moͤcht, So haben wir vnserer eern halben fur not geacht, Euch allen vnd ieden insonderheit gestalt, schicklicheit vnd wesen vnserer, auch der churfürsten, fürsten vnd stend des reichs obbegriffen handlung hiemit zuͦ offenbarn, Ob aus dem, das Sy zuͦuor der Baͤbstlichen heiligkeit vnd nachuolgend vnns vnnd dem heiligen reich jr hilff vnd beystand zuͦ disen vnsern loblichen, goͤtlichen fürnemen nit bewisen hetten, dem heiligen reich vnd tewtscher nacion ainich beswaͤrd zuestuend vnnd erwuechse, das der allmechtig vorhueten welle, als auch wir Šmit darstrecken vnnsers leibs vnnd guͦets zuͦ furkomen alltzeit begierigs hertzens willig gewesst vnd noch sein, damit doch wir entschuldigt seyen. Dann aus berurten der versamblung verziehen, waͤgern vnd abslagen muͦgen wir vns mit vnsern hewsern Osterreich vnd Burgundi zuͦ dem reich vnd tewtscher nacion hinfur wenig hilff, trossts vnd beystands versehen, dieselben vnser hewser zuͦ behalten vnnd zuhandthaben gegen vnd vor vnsern durchaͤchtern vnd widerwaͤrtigen, glaubigen vnd vnglaubigen, vor denen wir vnd die genanten vnsere hewser nu ob dreyssig jarn her dem heiligen reich zuͦ behuet vnnd guͦetem herten, swaͤrn last, anfechtung vnd krieg gelitten vnd ge- /86/ tragen haben, dergleichen vnns noch hewtigs tags obgelegen vnnd hinfür staͤtigs zuͦgewarten sein.

    Wir hetten doch gehofft vnnd getrawt, die versammlung solt bedacht vnd mitleyden gehabt haben vnserer mercklichen verluͦesst, so vnns ietz ain jar verganngen vmb des reichs vnd tewtscher nacion fürgenomner eer vnd wolfart willen begegnet, die vnd noch vil maͤchtigers vnd merers, dartzuͦ vns diser zeit mit sig, gnad vnnd glück des allmaͤchtigen widerkert ist. So muͦessen wir abnemen, als ob vnnser verluesst vnnd smach vnnd herwider vnser sig vnnd gluͤck bey jnen gleichmaͤssig bewegen vnnd geacht werd.

    Das muͦess aber kuͦmen vnnd entspringen aus etlichen, die vns miszgoͤnnen, zuͦ denen wir vnns doch jn ansehung vnserer gnaden, freuntschaft vnnd guͦettaͤt, der wir vnns gegen jnen befleyssen vnnd ertzaigt, kains vbels versehen haben.

    Begern demnach an euch all vnnd jegclich innsonderheit, dise vnnser vnnderricht vnnd dartuͦen entschuldigung weise fuͦr war vnd gegrundt antzuͦnemen vnd zuͦerkennen, vnns auch damit guͦetlich entschuldigt zuͦhaben; vnnd ob jemand aus jm selbs oder aus vnwissen oder ungegründtem erfarn ichtz dawider zuͦreden vnd antzuͦzaigen vermaint, so sein wir berait vnnd begirig, dem- oder denselben altzeit klarer bericht vnd gnugsam verstand zuͦgeben, das dise sach, als sich ietzo erscheint, lanngher durch vnnser miszgoͤnner auf vnns (zerrüttung im heiligen reich zuͦbewegen) bedacht und furgenomen ist; das wolten wir euch nit verhalten. Geben vnd gefertigt in vorgenanter vnserer Statt Triennt Am sechundtzwaintzigisten tag des Monetz Junij Anno etc. im Newnten, Unserer Reiche, des Roͤmi[s]chen im vierundzwaintzigisten vnd des Hungerischen im zwaintzigisten jarn–aw.

    «Nr. 483 Aufzeichnung des kursächsischen Gesandten Friedrich von Thun über Verhandlungen mit Lgf. Wilhelm II. von Hessen – act. Kassel, 16. Juni 15091 »

    Verhandlungen in Worms über die von Ks. Maximilian geforderte Reichshilfe.

    ŠWeimar, HStA, EGA, Reg. A, Nr. 173, fol. 37–44’, 45’ (Kop., sonabends nachfolgend).

    [/37–37’/ Angelegenheiten Hessens; Nr. 561, Pkt. 1]. /37’/ Der Gesandte ging anschließend auf das an Kf. Friedrich nach Worms geschickte Schreiben des Lgf.2ein, worin dieser die Meinung vertrat, dass nit gut sey, das dem kayser hilf gewegert. Dan sein gnad hat geschrieben sein reten, das sie sich solten vernemen lassen, er wolt ksl. Mt. hilf tun.3 Het mein gnst. herr [Kf. Friedrich] bey sich bedacht, das nit gut were, das sich die rete solchs gegen den stenden vernemen liessen, und /38/ wolt der landgrave ksl. Mt. hilf tun, wer on not, sich gegen der versamblung des Reichs zu vernemen lassen; und auch darauf mich zu den hessischen reten geschickt, inen solchs meins gnst. herrn bedenken zu sagen bevolhen, doch wolts sein ftl. Gn. in das guter meynung zu irem gefallen angezeigt haben. Nu wer mir er Curt von Manspach bekomen [= begegnet], dem ichs gesagt. Darauf er berichtet, doctor Engenlender, der canzler, würd mir begegen, zu ausschuss aufs [Rat-]haus zu geen. Dem solt ich solchs meins gnst. herrn bedenken sagen. Dann er sehe solchs fur gut an zu unterlassen. Hab ich dem canzler vorbenennt solchs gesagt, der mir darauf meins gn. herrn landgraven schreiben, an die rete darinnen ergangen, ufm haus gelesen und gesagt, er wisse den bevelh seins herrn nit zu endern, wolle sich4 des auch sambt andern reten, wie sie beschlossen, halten. Und darauf die hessischen rete den im außschus solchs angezeigt. Das mein gnst. herr, als es sein ftl. Gn. bericht, nicht gern erfarn. Hab mein gnst. herr dem landgraven, was seiner ftl. Gn. bedenken und handlung darin gewest ist, auch nit wollen pergen.

    Des landgraven antwurt, wie er meinem gnst. herrn geschrieben und sich sein ftl. Gn. darinnen gehalten, nem er freuntlich zu dank an, het aber sein reten, das bey den stenden anzutragen nit in bevelh geben.

    /38’/ Ich hab furder gesagt, den abschied zu Wormbs und aller ergangen hendel werde mein gn. herr, der landgraf, durch seiner ftl. Gn. rete bericht empfaen, was sein gnad hievor nit bericht wer. Darumb mein gnedigister herr mir nit weyter bevelh, davon zu tun, geben, aber allein, das ksl. Mt. die begert hilf nit gescheen ist aus dieser ursach, das churfursten, fursten und alle ander stend die unvermogligkeit, solcher hilf zu tun, bewogen. Zum andern, das mit solcher suchung ein merkliche beswerung und eingang dem Reich zuwachsen mocht, dadurch das Reich in tribut zu geben gefurt und also, wen ksl. Mt. hilf haben wolt, das ir Mt. kein Reichs tag mer ernennt, sonder einen yeglichen churfursten, fursten und stenden schreib, also zu tun; dadurch die Reichs tag Šabgeschnitten; und welcher das dann zu tun wegern wurd, het er ungnad ab im. Und damit kein einbruch oder einfurung churfursten, fursten und andern stenden nachkomen und gemacht, das schwerlich herwider zu brengen were. Furder auch, dieweyl ksl. Mt. durch aigen person nit abbeharret5, wer von den stenden abgenomen, das es darumb ergangen, wie vor vermelt, auß der verpflichtung zu suchen. Es wer auch großlich bewogen, ir Mt. zu helfen, /39/ dieweyl nit angezeigt und lauter gemacht wurd den vertrag mit dem konig zu Frankreich und das Reich nit wust, ob es zu nachteyl oder nutz geschee oder wie derselbig vertrag gestelt, den ye churfursten, fursten billich wissen solten. Aber mein gnst. herr hat sich im anfang und alweg horen lassen, sehen curfursten, fursten und andere stend an, das solche oder andere hilf, oder wie ksl. Mt. zu helfen sein solt, wolt sein ftl. Gn. sich nit davon sondern, sonder warauf der merer teyl beschlus, auch bleyben. Aber wer es durch die gemein stend beschlossen, das solche hilf durch angezeigte ursach zum besten unterlassen sein solt, davon sich auch mein gnedigister herr nit hette sondern wollen. Wolt sein ftl. Gn. meinem gn. herrn landgraven nit pergen zu dem, das sein gnad von seinen reten weyter bericht wurd werden.

    Darauf der landgraf geantwurt, er wolt gern, das der kayser an hilf nit gelassen were. Dann er wurd fast mit ungnaden darumb bewegt werden. Er hette sich erpoten, seiner Mt. zu dienen. Das wolt er tun.6 Und darauf gesagt zu mir: Was meinstu, was wil daraus werden?

    Hab ich geantwurt: Gnediger herr, dem bin ich zu wenig verstendig. Aber ich halt dafur, wen ksl. Mt. das wol bedenken, werd er kein ungnad oder mißfallen auß billigkeyt darumb haben mogen. [/39’–44’/ Angelegenheiten Hessens; Nr. 561, Pkt. 3–7].

    «Nr. 484 Beschlüsse des Augsburger Domkapitels zur Venedighilfe – Augsburg, 20.–27. Juni 1509 »

    Freiwilliger Beitrag Bf. Heinrichs von Augsburg für den ksl. Venezianerkrieg.

    Augsburg, StA, Hst. Augsburg, Neuburger Abgabe, Akten, Nr. 5492, fol. 37, 37’–38, 38’–39 (Auszüge aus dem Domkapitelprotokoll).

    /37/ [20. Juni] Der Bf. hat an den Domdekan [Heinrich von Zülnhart] wegen der Reichshilfe für den Ks. geschrieben: Sehe ain capitel dannocht gut an, wiewol ksl. Mt. die stende des Reichs hilf zu furgenomen romzug [!] abgeschlagen, das dannocht sein gnad in ansehung, was seyner gnaden an ksl. Mt. und sonderlich an den fursten von Osterreich gelegen sey, nichts mynder ksl. Mt. ain zimliche Šhilf zuschicken tet, wie dann zu vermuten ist, ander fursten und stende des Reichs auch tun werden.

    /37’–38/ [23. Juni] Der Domdekan bat im Namen des Bf. um Mitteilung, ob die vom Domkapitel ungeachtet der Verweigerung des Wormser Reichstages befürwortete Hilfe für den ksl. Romzug [!] in Form von Geld oder Truppen geleistet werden solle und was das Kapitel dazu beitragen wolle: Das Domkapitel überließ dem Bf. die Entscheidung über die Art der Hilfe, dweyl baid weg etwas sorgfeltigkeit und beschwerd uf in tragen. Sollten die Kosten für den Bf. zu hoch ausfallen, wöl sich alsdann ain capitel gegen sein gnaden zimlichen und gepurlichen halten.

    /38’–39/ [27. Juni] Christoph von Knöringen verkündete im Domkapitel das Ergebnis von Beratungen zwischen dem Bf. und seinen Räten, wonach der Domdekan als bfl. Gesandter in Erfahrung bringen solle, welche Art von Hilfe der Ks. bevorzuge: Das Domkapitel stimmte zu und beurlaubte den Dekan mit der Auflage, sich nach Erledigung seines Auftrags unverzüglich wieder nach Hause zu verfügen, da der Gottesdienst und die Angelegenheiten des Kapitels aufgrund seiner Abwesenheit leiden würden.1Auf ein Schreiben des Ks. hin wurde außerdem beschlossen, an den nächsten drei Montagen nach dem 4. Juli (Udalrici)Bittprozessionen für den Sieg über die Venezianer abzuhalten.

    «Nr. 485 Nürnberger Hh.Ältere an den Gesandten am ksl. Hof, Erasmus Topler – Nürnberg, 21. Juni 1509 »

    [1.] Bewertung der Reichshilfeverweigerung des Wormser Reichstages; [2.] Vermittlungsinitiative zu einem Ausgleich zwischen Kurpfalz und Nürnberg; [3.] Verhandlungen am Kaiserhof in Nürnberger Angelegenheiten.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 67’–69’ (Kop.; Vermerk über die Zustellung durch den Nürnberger Boten Peter Leupold).

    Regest: Gümbel, Berichte, S. 168 Anm. 2.

    Š[1.] Bestätigen den Eingang von zwei an sie und den Ratsherrn Anton Tetzel adressierten, durch [Endres] Rattler zugestellten Schreiben1. Kaspar Nützel hat ihnen nach seiner Rückkehr außerdem seine, Toplers, vertraulichen Mitteilungen eröffnet. Dabey hat uns auch gedachter Nuczel den endlichen abschid, uf dem die stende des Reichs zu gehaltenem Reichs tag zu Worms gegen der ksl. Mt. emsigem anhalten sind beruet [= beharrt], zu erkennen geben. Der hat uns in bedacht, zu was weiterung sich der im Heyligen Reich konftiglich ziehen mag, nit unbillich hoch beherziget und zu manigfeltigem nachgedenken gefurt. Hetten uns auch des ganz nit versehen, wiewol wir es gleichwol nit bessern mogen, sonder zu ordenlicher schickung und messigung des, der ob uns ist, stellen mussen. Wir bewegen aber dannocht und nit on vorsteende ursachen insonders zu verhutung der ungnaden, die uns bey ksl. Mt. auß solchem genomen receß, auch dem gramigen gemute, mit dem etliche unsere mißgonner, wie euer erwird wissen, gegen uns sind verpittert, mag ervolgen2, das in alweg unser notdurft wil ervordern, bey ksl. Mt. was furzunemen; welcher gestalt aber, des haben wir auch im tun und lassen allerlay beswerden erwogen und gedacht, nucz zu sein, ksl. Mt. durch e[uer] e[rwird] anzuzaigen, uns het von dem Reichs tag zu Worms angelangt, das etliche unser mißgonner uns zu nachtail ausgesagt, als ob wir der abschlegigen der stende ant[wurt] ursach wern, derhalben wir vermutung und sorgen trugen, solch mocht furter in ir ksl. Mt. zu tragen understanden werden.

    Hetten demnach euer erwird bevolhen, uns deßhalb bey irer Mt. zu entschuldigen. Dann uns beschehe ye daran ganz ungutlich. Ir Mt. wesst auch, was volg und ansehen die stett zu etlichen gehalten reichstagen gehabt, auch wie gehorsamlich wir uns uf allen tagen des Reichs irer Mt. zu vortail und gefallen gehalten. Und ob wir nit in volziehung bewilligter hilf fur unsern taile zu yedem mal unser anzale mer dann vollig gelaistet und weyter, dann ye zu zeyten in unserm vermogen gestanden, getan. Insonders hetten wir uns kunftigs sigs, der irer Mt. in yczigem irem furnemen vorgestanden, nit wenig vertrost. Und dem anzaigen zu tun, als ir Mt. uns bey vergangen tagen umb zwen puchsenmaister zu demselben irem furnemen angesucht, hetten wir zu stund zwen von den besten und berumbsten aus unsern bestellten buchsenmaistern irer Mt. zugefertigt mit verpflichtung, inen darzu fur ir besoldung, die inen ksl. Mt. zu liebern verwent, gut zu sein.3 Bittende, ob solchs, wie oblaut, an ir Mt. Šgelangen wurde, dem nit glauben zu geben und unser allergnedigster herr ze sein etc. Oder, ob euer e[rwird] mer well gefellig sein, derhalben ainich anregen nit zu tun, ksl. Mt. wurd dann euer erwird durch die handlung zu Worms darzu verursachen, das stellen wir alles zu euer e[rwird] rat und gutbedunken, uns darin zur notdurft zu bedenken.

    [2.] Und als euer erwird neben anderm anzaigung getan, was graf Adolf von Nassau und herr Johann von Morschaim gegen euer e[rwird] sich der Pfalz halben haben vernemen lassen, das nemen wir zu dank an. Mochten auch geleiden, das wir mit der Pfalz zu zimlichem bericht mochten komen. Aber ainen oder mer flecken4 widerzestellen in seiner Gn. gewalt, will uns nit fuglich wesen [= sein], aus ursachen, euern erwirden bewust und yczo zum tail auch angezaigt. Und nit on, verschiner weyle ist dergleichen ansinnen durch unser gnedigst und gn. herrn, herzog Fridrichen zu Sachsen, Kf., und den bischof von Wurzburg auch an uns beschehen, auch darauf alßbald durch ir beder ftl. Gnn. zwischen unser und des pfalzgrafen canzler [Florenz von Venningen], der zugegen gewest, handlung furgewend, aber die sach begegnet den undertedingern am widerwertigen und andern weyse bey dem canzler dann sie sich versehen hetten, und nemlich, das der von wegen seins gnedigsten herrn in der bericht alle eingenomene flecken, außgenomen zwen oder drey, widerumb begert, des die undertediger mißfallen hetten. Und darumb, ob uns mocht ain zimlicher flecken kaufsweys zugestelt werden umb ain summa, daran zway pfenwart5 fur ains gegeben wurd6, und das sich die Pfalz aller ander flecken, so wir inhaben, nach notdurft verzug, des wurden wir uns villeicht bereden lassen. Wollen doch dem nachgedenken, dergleichen bitten wir, bey e[uer] e[rwird] auch zu geschehen.

    [3.] Beauftragen ihn, zu einem geeigneten Zeitpunkt mit dem Ks. oder anderen in Frage kommenden Personen über eine Achterklärung gegen die Nürnberger Feinde Heinrich von Guttenstein und Adam von Freudenberg sowie über die Ausstellung einer Lehnsurkunde gemäß dem ihm mitgegebenen Entwurf7zu verhandeln. Bitten ihn außerdem, häufiger über die Vorgänge am ksl. Hof zu berichten. Bieten an, ihm dafür einen eigenen Schreiber zur Verfügung zu stellen.

    «Nr. Š486 Der ksl. Rat und Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und der ksl. Sekretär Johann Storch an Kf. Friedrich III. von Sachsen und andere Reichsstände1 – Worms, 21. Juni 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 200–200’ (Or.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 201–201’ (Kop.; Adressat: Kf. Jakob von Trier) = B. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 279 (Or.; Adressat: Bf. Georg von Bamberg) = C. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 71–71’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Abschrift) = D.

    Heute ging ihnen das in Abschrift beigelegte ksl. Schriftstück [Nr. 482/III] zu, mit der Weisung, es unverzüglich an ihn, Kf. Friedrich, oder seine Räte zu übergeben, nachdem air ksl. Mt., als wir vermerken, nit anders gewist noch–a sich vermutet gehabt, dann das des Reichs versamlung noch beyeinander und nit verruckt sein solt. Die übrigen auf dem Reichstag anwesenden ksl. Räte sind wegen dringender Angelegenheiten nach der Abreise der Stände und ihrer Gesandten auch weggeritten. Dennoch hatten sie dem Befehl Folge zu leisten und wollten ihm deshalb das Schriftstück nicht vorenthalten.

    «Nr. 487 Ks. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Augsburg – Schloss Pergine, 30. Juni 1509 »

    Augsburg, StdA, Lit. Personenselekt Ks. Maximilian I., Fasz. 1, fol. 149–149’. (Or. m. besch. Verschlusssiegel, Vermm. prps./amdip., Gegenz. B. Hölzl).

    Bedankt sich für das in ihrem Namen durch den ksl. Rat und Pfleger zu Ehrenberg, Hans Baumgartner, vorgetragene Angebot. Er wird dies nicht vergessen und sich dafür gegenüber ihnen und der Stadt erkenntlich zeigen. Er hat Baumgartner aufgetragen, ihnen seine Antwort zu übermitteln. Bittet, diesem Glauben zu schenken.

    «Nr. 488 RKG-Assessor Dr. Sebastian von Rotenhan an Bf. Georg von Bamberg – [Worms], 1. Juli 1509 »

    Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 280–280’ (Or. m. Siegelrest, sontags nach sant Johans des taufers tag).

    Š[1.] Er übersendet beiliegend eine Abschrift des Abschieds (beschlus), den die ftl. Räte in Worms vereinbart haben [Nr. 303]. Es wurde kein neuer Anschlag zur Finanzierung des Kammergerichts beschlossen.1

    [2.] Er hat kürzlich ein Schreiben des Ks. an Gf. Adolf von Nassau gelesen. Demnach konnte dieser Rovereto (Rofferit), Riva (Reyff), die Veroneser (Berner)Klause, eine Passstraße über die Alpen, außerdem Verona (Bern), Vicenza, Padua, Triest und etliche Orte in Friaul besetzen. Auch wurde jüngst in Worms der Doge von Venedig auf Antrag der Hh. von der Leiter (Lattern)in die Reichsacht erklärt [Nrr. 301f.]. Der Kg. von Aragon, der Neapel von den Franzosen erobert hatte, hat ca. 3500 Krieger eines heidnischen Kg. erschlagen und 400 gefangene Christen befreit – wie dies alles aus dem Schreiben hervorgeht, das gemäß ksl. Befehl in Kürze auch ihm, Bf. Georg, und anderen Ff. in Abschrift zugehen soll.

    «Nr. 489 Bundeshauptmann Matthäus Neithart an Schwäbische Bundesstädte, hier an Bürgermeister und Rat der Stadt Heilbronn – [Ulm], 7. Juli 1509 »

    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 157, Fasz. 48, unfol. (Or. m. S., sambßtags nach Ulrici) = Textvorlage A. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. (wie A) = B. Esslingen, StdA, F 283 RTA Worms 1509, unfol. (wie A).

    Hiemit send ich eur weyßhait verschlossen des Reichs abschid, jungst zu Worms verfast [Nr. 303]. Darnach hab sich eur weyßhait zu richten.

    «Nr. 490 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und den ksl. Sekretär Johann Storch – Tangermünde, 13. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 37 (beschädigtes Konz., am tag Margarethe).

    Bestätigt den Empfang eines von ihrem Boten überbrachten ksl. Schriftstücks [Nr. 482/III]. Da es die Reichsstände insgesamt betrifft, kann er darauf, wie ihnen selbst klar sein dürfte, keine Antwort geben, sunder we[s] dieselben gemeinen stende in dem vor nottorft und gu[t] sich entsliessen, soll, wie auch allezeit i[n] dinsten des Reichs gescheen, an uns nicht mangel er[scheinen].Er als Kf. hofft, dass Gott dem ksl. Unternehmen den Sieg verleiht.

    «Nr. 491 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und Johann Storch – Torgau, 16. Juli 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 212 (Konz., mantag nach der heiligen aposteln teylung).

    Bestätigt den Eingang ihres Schreibens [Nr. 486] samt dem in Abschrift beigelegten ksl. Schreiben an die in Worms versammelten Reichsstände [Nr. 482/III]. Und wu Šuns dieselb schrift, weyl wir zu Wormb[s] waren, antroffen hette, so wolten wir neben andern curfursten, fursten und stenden gegen kayserlicher Mt. mit underteniger und uns unvorweißlicher antwurt haben vernemen lassen. [Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 492 Kf. Uriel von Mainz an Kf. Friedrich III. von Sachsen – St. Martinsburg/Mainz, 18. Juli 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 212’ (Or. m. Siegelspuren, mitwochs nach Alexi).

    Bestätigt den Empfang seines Schreibens1, wonach er die von ihm, Kf. Uriel, zugeschickte Abschrift der letzten ksl. Erklärung an die Reichsstände [Nr. 482/III] nicht erhalten hat. Laut Aussage seiner Kanzlisten lag der Fehler nicht bei ihnen. Vermutlich trägt der beauftragte Bote die Schuld. Übersendet ihm deshalb zu seiner Information eine weitere Abschrift.

    «Nr. 493 Die Nürnberger Hh.Älteren an Erasmus Topler – Nürnberg, 23. Juli 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 130’–132’, 133–134, 134–134’, hier 133–134 (Kop., montag nach sant Maria Magdalena tag; Postverm.: In namen der eltern per Lenharten Egerer, den poten, 24. Julii. Kanzleiverm. am Textende: In eadem forma herrn Balthazarn Wolff, cammermeister.).

    Regest: Gümbel, Berichte, S. 168f. Anm. 5.

    […]. Nach ihrem Dafürhalten waren es Neider und Feinde der Stadt, die, um Nürnberg beim Ks. zu diskreditieren, nach Ende des Reichstages ein Gerücht ausgestreut haben, wonach der Augsburger Bürgermeister Ulrich Artzt und der Nürnberger Ratsherr Kaspar Nützel dort dermaßen in Streit geraten seien, dass es schließlich zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen sei, in deren Verlauf Artzt verletzt worden sei. Einige behaupten sogar, Nützel habe Artzt dabei getötet. Der Grund für den Streit sei gewesen, dass Artzt im Namen Augsburgs dem Ks. die Hilfe habe bewilligen wollen, was der Nürnberger Gesandte habe verhindern wollen. Dem Ks. gegenüber sei beteuert worden, dass dies die Wahrheit sei.

    Dies ist natürlich nicht der Fall. Sie können ihm versichern, dass weder Artzt noch Nützel gegen den Ks. gesprochen haben und zwischen ihnen auch kein Streit entstanden ist. Die beiden Gesandten haben in Worms Herberge und Lager geteilt, waren sich bisher immer freundschaftlich verbunden und sind es noch. So sind sie gemeinsam vom Reichstag nach Hause geritten. Beauftragen ihn, den Sachverhalt gegenüber dem Ks. richtigzustellen und ihn zu bitten, diesen orenkrauernkeinen Glauben zu schenken, ohne Nürnberg Gelegenheit zu einer Rechtfertigung zu geben. […].

    «Nr. Š494 Der Nürnberger Altbürgermeister Anton Tucher an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Nürnberg, 31. Juli 1509 »

    Vorwürfe gegen die Reichsstände und insbesondere gegen Nürnberg wegen der Wormser Reichstagsverhandlungen.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 148’–150 (Kop., eritag nach Jacobi).

    Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 144, S. 358f.

    Bestätigt den Eingang seines Schreibens1mit Mitteilungen über Äußerungen ksl. Boten gegen die Reichsstände wegen der Verhandlungen auf dem Wormser Reichstag, und was nachmalen mit den gedruckten außschreyben [Nr. 482] durch ainen derselben boten gegen meiner freund burger ergangen sey. Versichert, dass diese Darstellung jeglicher Grundlage entbehrt. Wirdet auch solchs durch die vermelten boten neben der warhait und, als ich acht, meinen freunden zu unglimpf, bey ksl. Mt. wider sy ungnad zu erwecken, ausgesagt. In den vergangenen Tagen hat zwar ein ksl. Bote, wie er behauptete, auf ksl. Befehl hin, in Nürnberg den Hh.Älteren einen der Drucke übergeben, weitere Exemplare auf dem Markt an die Bürger verkauft und das Schriftstück schließlich in Anwesenheit von 30–40 Kaufleuten öffentlich verlesen lassen. Doch wurde dem Boten weder irgendein Verbot erteilt, noch geriet er mit jemanden in Streit. Die Behauptungen der Boten sind also frei erfunden. Und meins vermuetens, so sind die vermelten druck ksl. Mt. außschreybens durch die ksl. poten an vil ort geant[wortet], darauf es bißhere, wie ich nit anders vermarkt, also hat beruet. [...].

    «Nr. 495 Bericht Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh.Älteren – Bassano, 6. August 1509 »

    [1.] Bundeshilfe gegen Heinrich von Guttenstein; [2.] Vorwürfe gegen Nürnberg im Zusammenhang mit der dem Ks. verweigerten Reichshilfe.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, D-Laden Akten, Nr. 219, Stück-Nr. 28 (eigh. Or. m. Siegelrest).

    Druck: Gümbel, Berichte, Nr. 28, S. 167–172.

    [1.] [Nachrichten vom Venezianerkrieg]. Er will, wie gewünscht1, die termingerechte Leistung der zugesagten Bundeshilfe [gegen Heinrich von Guttenstein], soweit dies den Ks. betrifft, fördern. Es traf sich, dass gestern ein Gesandter mit einem Schreiben des Bundes an den Ks.2hier eintraf. Das von ihm, Topler, übergebene Schreiben hat der Ks. jedoch nicht gelesen, sondern es dem Kanzler [Zyprian von Serntein] ausgehändigt. Er wird sich auch an diesen wenden. Es fehlt hier allerdings an Geld. ŠAußerdem wird es dem Bund verübelt, dass er nicht dem Ks., sondern dort [= gegen Guttenstein] helfen will.

    [2.] Dem Ks. geht es sehr zu Herzen, dass der Reichstag ihm die Hilfe verweigert hat. Überall heißt es, Nürnberg sei dafür verantwortlich. Bei seinen Bemühungen, dies zurückzuweisen, macht er sich viele Feinde. Der Mgf. hat überall seine Parteigänger (discipel). Angeblich kommen Mgf. Friedrich und Mgf. Kasimir mit 150 Pferden3, während Nürnberg nichts beiträgt. Dies sollten sie bedenken. Denn die Stadt ist vorrangig in die Finanzierung des Feldzugs eingeplant. Er war beauftragt, von Worms nach Nürnberg zu reiten, um beim Rat eine Anleihe von 10 000 fl. zu erwirken. Er hat diese Reise zwar nicht angetreten, weiß aber nicht, ob sich der Plan auch zerschlagen hat. Die Fugger hätten für die Anleihe bürgen sollen.4

    Es heißt hier, Kaspar Nützel sei in Worms wegen der Reichshilfe mit dem Augsburger Bürgermeister Artzt in Streit geraten. Artzt hätte auf der Seite des Ks. gestanden, Nützel sei gegen ihn gewesen. Er glaubt, dass die Augsburger dieses Gerücht zu ihrem Vorteil ausgestreut haben. Empfiehlt, Artzt durch Nützel zu einer schriftlichen Gegendarstellung aufzufordern. Er war in Worms täglich bei Nützel und weiß, dass das Gerücht unwahr ist. Er hat dies hier auch öffentlich erklärt, ebenso, dass der Magistrat bei seiner Abreise aus Nürnberg davon ausgegangen sei und gehofft habe, dass dem Ks.[in Worms] eine Reichshilfe zugesagt würde. Er sei beauftragt gewesen, den Ks. darum zu bitten, von ihnen dafür Geld anzunehmen und die Truppen selbst anzuwerben. Er habe dies auch, bevor die Reichsstände die Hilfe verweigert hätten, vertraulich an den Kanzler [Zyprian von Serntein] geschrieben, der sich noch gut daran erinnern könne. Nürnberg habe dem Ks. immer treu gedient, auch wenn es nicht dazu verpflichtet gewesen sei und sonst niemand Hilfe geleistet habe, so etwa vor Kufstein (Kopfstein).5[…]. Übersendet ihnen das ksl. Ausschreiben [Nr. 482].

    «Nr. Š496 Ausschreiben des Bundeshauptmanns Dr. Matthäus Neithart an die Schwäbischen Bundesstädte, hier an Bürgermeister und Rat der Stadt Heilbronn – Ulm, 12. August 1509 »

    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 157, Fasz. 48, unfol. (Or. m. S.; sonntags nach sant Lorenzen tag).

    Der Ks. steht derzeit in schweren Kämpfen. Etliche Kff. und Ff. kommen ihm zu Hilfe. Es stellt sich die Frage, ob die Bundesstädte auch einen Beitrag leisten sollten, um nicht die ksl. Ungnade und künftige Nachteile gewärtigen zu müssen. Er schreibt zu Beratungen darüber einen Tag der Bundesstädte nach Augsburg aus. Die Gesandten sollen sich am Abend des 26. August (sonntag nach sant Bartholomeus tag)in ihren Herbergen einfinden.1

    «Nr. 497 Bericht des Altarmeisters Konrad von Duntzenheim an Meister und Rat der Stadt Straßburg – [Geislingen], 13. August 1509 »

    Straßburg, AV, AA 353, fol. 77–78’ (Or. m. S., montags nach sant Lorenzen tag).

    [1.] [Verhandlungen der in Ulm versammelten Schwäbischen Bundesstädte über die Bundeshilfe für Nürnberg, Ulm und Isny gegen Heinz Baum und Heinrich von Guttenstein]. Der Hauptmann [Dr. Matthäus Neithart] vermutet, dass der Ks. wegen des Krieges gegen Venedig dafür keine Truppen bereitstellen wird.

    Š[2.] Der Städtehauptmann machte nach eigenem Bekunden aus der Verpflichtung seines Amtes heraus und aus Sorge vor der ihm drohenden ksl. Ungnade den Vorschlag, dem Ks. ungeachtet der Entscheidung des Wormser Reichstages Unterstützung [gegen Venedig] anzubieten. Einzelheiten sind der beiliegenden Abschrift des Abschieds1zu entnehmen, die er vom Exemplar des Bürgermeisters von Weil der Stadt in Geislingen (Gißlingen)angefertigt hat. Der Hauptmann äußerte, er sei sich darüber im Klaren, dass die Gesandten für diese Frage nicht bevollmächtigt seien, doch sollten die Bundesstädte erneut einberufen werden.

    Ihm, Duntzenheim, scheint, dass der Hauptmann gern zum Ks. geschickt werden möchte. Da die deputierten Bundesräte in Regensburg unabkömmlich sein werden, wird voraussichtlich er selbst zur Teilnahme an einer Gesandtschaft zum Ks. verpflichtet werden, falls ein entsprechender Beschluss zustande kommt. Angesichts der Kosten will er dies vermeiden, da mit einer Rückerstattung nicht zu rechnen ist. Verschiedentlich werden mit Hinblick auf weitere Beratungen der Städte Überlegungen angestellt, wie man sich die ksl. Gunst sichern könnte. Empfiehlt, ebenfalls darüber zu beraten. […].

    «Nr. 498 Stadt Dinkelsbühl an Stadt Schwäbisch Hall – Dinkelsbühl, 7. September 1509 »

    Frage eines freiwilligen Beitrags für den ksl. Krieg gegen Venedig.

    Druck: Rauch, Urkundenbuch III, Nr. 2177, S. 251f. (freytags nach sant Mangen tag).1

    Ihrer beider Gesandtschaften haben während des Augsburger Tages mit den Gesandten Nördlingens und Heilbronns unter anderem über eine freiwillige Kriegshilfe für Ks. Maximilian beraten. Die Beschlüsse der einzelnen Städte dazu sollten gegenseitig mitgeteilt werden. Nördlingen hat einem ohnehin dort weilenden Dinkelsbühler Ratsherrn eröffnet, dass sie sich angezaigter kayserlicher mayestat hilf halben haben entslossen, dismals stillzusteen und lenger zuzesehen. Wiewol nun wir unserm klainen vermogen nach auch notturftig wern, mer zu sparn dann außzegeben, bedenken wir doch, unangesehen das der kayserlichen maiestat auf dem reichstag zu Wurms von den stenden des Reichs die hilf ist abgeschlagen, das dannocht etlich unser gnedigst und gnedig hern, die churfursten, fursten und ander stend, als wir des ein wissen haben, der kayserlichen mayestat in den ytzigen kriegen hilflichen beystand tun. So vermuten wir uns dabey, die oberen stet werden solichs auch nit underlassen. Wa nun die undern stet also wollen stilsitzen und lenger zusehen, besorgen wir nit klainer ungnade, die bey der kayserlichen maiestat mog erwachsen. Schlagen deshalb gemeinsame Beratungen Švon Gesandten Dinkelsbühls, Schwäbisch Halls, Heilbronns und Wimpfens vor, wie man die ksl. Ungnade abwenden kann.

    «Nr. 499 Stadt Schwäbisch Hall an Stadt Heilbronn – Schwäbisch Hall, 7. September 1509 »

    Frage eines freiwilligen Beitrags für den ksl. Krieg gegen Venedig.

    Druck: Rauch, Urkundenbuch III, S. 252 Anm. a (freytags den abent unser lieben Frauen geburt tag).

    […]. Uns hat unser alter stetmayster Rudolf Nagel yetzo in seiner haimkunft von gehaltem stettag zu Augspurg noch der lenge bericht, wie etliche, wiewol zu jungst gehaltem tag zu Worms gemeinklich kayserlicher maiestat hilf versagt sey, dannet seiner maiestat hilf und[er] sich zu ton, dieselbig ungnade abzuleinen, wes auch deshalben uf gemeltem stettag zu Augspurg gespreches gewest und dabey die sonder underrede euwers, auch der von Nordlingen, Dinkelspuhel, Wympfen und bemelten unsers geschickten uns auch nit verhalten.

    Nun haben wir erste sonderung uber gegeben abscheide zu Worms nit gern und mit etwas beschwerd vernomen. Dyweil es aber ye die ban jagt, lassen wir uns der unsern sondern und bemelte abrede, der ding bey merern und uns glychen steten achtung und erkundung zu haben, wolgefallen.1 […].

    «Nr. 500 Ks. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – vor Padua, 27. September 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 145, Stück-Nr. 17, unfol. (Or., Vermm. prps./cdip., Gegenz. Serntein).

    Druck: Gümbel, Berichte, S. 180 Anm. 1.

    Ihre zum Wormser Reichstag entsandten Bürgermeister [Jörg Holzschuher und Kaspar Nützel] wurden ihm gegenüber beschuldigt, als solten sich dieselben uns zuwider mit dem burgermeister von Augspurg [Ulrich Artzt], der auch auf bestimbtem reichstag gewesen, gezwayet haben. Dr. Erasmus Topler (Propst zu St. Sebald, ksl. Rat) hat den Nürnberger Magistrat und die beiden Bürgermeister wegen dieser und anderer Nachreden genugsamlich und dermassen entschuldigt, daran wir gnedigs gevallen tragen.1

    «Nr. Š501 Kf. Joachim I. von Brandenburg an Ks. Maximilian – Cölln/Spree, 18. November 1509 »

    Anleihe für den ksl. Feldzug gegen Venedig.

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 11, Nr. 11245, unfol. (Or. mit Siegelrest, mit Korrekturen und Ergänzungen, Datierung suntag nach Bricciikorrigiert aus mitwoch nach Martini [14.11.]).

    Bestätigt für den Vortag den Empfang des ksl. Ausschreibens vom 31. August1, worin er betont, er könne aufgrund seines wiederholt erwiesenen Gehorsams und guten Willens gegen Ks. und Reich mich nicht achten vor einen, der ursach sei, das e. ksl. Mt. und dem Heyligen Reich von dem tag zu Worms nit geholfen ist, sonder versehe sich gnediglich und genzlich, ich und ander mehr sehen ir und des Reichs ehr, wolfart und guts gern –verbunden mit der Bitte um Gewährung einer Anleihe von 2000 fl.

    Bedankt sich für das erwiesene Vertrauen und beteuert seinen Gehorsam bei den bisher zugesagten Reichshilfen sowie in allen Dingen, so e. ksl. Mt., dem Heyligen Reich und teutscher nacion zu ehre, wolfart und gut gedeyen. Er, der Ks., muss aber bedenken, dass es meins tuns allein nicht ist. Erklärt sich bereit zur Gewährung der gewünschen Anleihe. Die Summe wird er so bald wie möglich gegen Aushändigung einer ksl. Obligation in Nürnberg deponieren.2[Niederlagsprivileg; Nr. 557, Anm. 1].

    « Š2. Reichskammergericht  »

    «Nr. 502 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Bf. Lorenz von Würzburg – Fulda, 17. Juni 1509 »

    Verhandlungen des Wormser Reichstages über das Reichskammergericht.

    Würzburg, StA, Hoheitssachen 1398, fol. 4–4’ (eigh. Or., sontag nach Viti, Unterz. Kf. Friedrich; Postverm.: Zu seiner lieb handen.).

    Übersendet ihm die beiliegende, am Vortag eingetroffene Zeitung.1Aus Worms hat er noch nichts erhalten, außer einem Bericht seiner Räte, wonach sye eß darfur achten, das auß dem camergericht nichts werde. Dan Sachsen, Brandeburg, Wirtenberg haben sich vornemen laßen durch ire rete, das syhe nichts zu kainer [!] gericht geben wellen, eß sei dan, das eß irer frayhet unschedelichen sey. Das haben aber dye kayserischen nit an verwilligung ksl. Mt. zulaßen wellen, daran sych eß gestossen. Dorumb, so seyn meyn rete auch vom handel, alß syhe mich berichten, gegan[g]en und sych auch von dyßen nit sundern wellen. Wyewol ich hett leyden mügen, das syhe gehandelt mit den andern stenden und den ksl. reten, ab das kamergericht hett sein vorgang haben mügen, doch unschedlichen meyner frayhayt, wye da vormalen meher dergleichen gewylligt ist. [...].

    «Nr. 503 Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau an die nominierten Assessoren des Reichskammergerichts, hier an den Passauer Offizial Dr. Georg Schütz – Worms, 18. Juni 1509 »

    Heidelberg, UB, Cod. Pal. germ. 492, fol. 474’–475 (Kop., montag nach Viti et Modesti).

    Die deputierten ksl. Räte und die Reichsstände haben ihn, Schütz, jüngst auf dem Wormser Reichstag zum Beisitzer am ksl. Kammergericht bestimmt [Nr. 303, § 7]. Das von Regensburg hierher nach Worms verlegte Gericht wird, nach den jetzt beginnenden Ferien, am 1. September (Egidii)unter seiner, Nassaus, Leitung fortgeführt. Es wurde einhellig beschlossen, das Kammergericht weiterhin aus dem Šdafür beschlossenen, als ausreichend erachteten Anschlag zu finanzieren [Nr. 303, § 10]. Er erhielt den Auftrag, ihn, Schütz, und andere Beisitzer anzuschreiben [Nr. 303, § 9].

    Er fordert ihn deshalb auf, sich acht Tage vor dem genannten Termin mit seiner Habe hierher zu verfügen und sein Amt als Beisitzer wahrzunehmen. Er soll ihm durch den Überbringer dieses Schreibens seine Antwort mitteilen, damit er im Falle seiner Ablehnung rechtzeitig umdisponieren kann.

    «Nr. 504 Zahlungsmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) an säumige Reichsstände – Worms, 28. Juni 1509 »

    Karlsruhe, GLA, D 1122 (Or. m. Siegelrest auf der Rückseite, Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; Adressat: Mgf. Christoph von Baden) = Textvorlage A. Duisburg, NRW LA, Stift Werden, Akten XIa, Nr. 43, Stück-Nr. 32 (Or. m. S., Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; Adressat: Abt [Antonius Grimholt] von Werden) = B.1

    Der Reichsfiskal Dr. Christoph Moeller (Mulher)hat vorgebracht, dass der Augsburger Reichstag von 1500 einen Anschlag zur Finanzierung des ksl. Kammergerichts bewilligt hat.2 Er, der Adressat, ist bislang die auf ihn entfallenden 54afl. schuldig geblieben. Der Fiskal hat deshalb von Amts wegen am Kammergericht Mandate und andere Rechtsmittel zur Eintreibung der Schuld beantragt. Ks. und Reichsstände haben dem Fiskal auf dem vergangenen Wormser Reichstag die Eintreibung der Ausstände auferlegt [Nr. 303, § 10]. Folgendes Monitorial wurde deshalb durch das Kammergericht bewilligt: Befiehlt ihm unter Androhung einer Strafe von 6bMark lötigen Goldes, die schuldige Summe innerhalb von dreicWochen nach ZuŠstellung des Mandats an den Fiskal auszubezahlen. Zugleich wird ihm eine Frist von 21dTagen nach Verstreichen des Zahlungstermins gesetzt, um am Kammergericht entweder den Vollzug dieses Mandats zu bekunden oder sich in einem Fiskalprozess zu verantworten.

    «Nr. 505 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden – [Tangermünde], 13. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 38–38’ (Konz., freitag Margarethe; Postverm.: In sein selbs hant.).

    [1.] Bestätigt den Eingang seines Schreibens, wonach der kurbrandenburgische RKG-Assessor Anton von Emershofen seinen Abschied genommen hat1und worin er ihn auffordert, zum 25. August (acht tag vor nechstkunftigem Egidien tag) einen neuen Beisitzer nach Worms zu schicken. Er ist sicherlich von seinem Rat Eitelwolf vom Stein über die Missachtung seiner kfl. Gerichtsfreiheit durch das Kammergericht informiert worden. Deshalb hat Stein neben dem Kf. von Sachsen auf dem Konstanzer Reichstag und auch jetzt in Worms seine Zustimmung zum Kammergericht nur vorbehaltlich der Respektierung seiner Freiheiten erklärt. Er erneuert hiermit seinen diesbezüglichen Protest und erwartet, dass ihn der Ks., wie zugesagt, dieser Beschwerden entheben wird. Nichtsdestoweniger wird er einen neuen Beisitzer an das Gericht verordnen.2Bittet ihn, sich darum zu bemühen, dass diesen Beschwerden abgeholfen wird und seine kfl. Freiheiten beachtet werden.

    [2.] [PS] Eitelwolf vom Stein hat mit ihm, Nassau, vereinbart, dass er ihm vom ksl. Kanzler Serntein in einer brandenburgischen Angelegenheit zugehende Schriftstücke weiterleiten wird. Dies ist bislang nicht geschehen, weshalb er beiliegend an Serntein schreibt [Nr. 557]. Bittet, das Schreiben zu übermitteln, wie umgekehrt auch die ksl. Schriftstücke, falls sie noch eintreffen sollten. Des Weiteren ist er an neuen Zeitungen interessiert.

    «Nr. Š506 Zahlungsmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) an Kf. Joachim I. von Brandenburg – Worms, 27. August 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 67–67’ (Or. m. Siegelrest, Verm. amdip., Gegenz. A. Dietrich, Protonotar am RKG).

    Auf dem Konstanzer Reichstag wurde ein einhelliger Beschluss zu einem kleinen Anschlag1gefasst, der zur Finanzierung des gemäß dem Ratschlag der Stände, darunter auch Kf. Joachims, neu eingerichteten ksl. Kammergerichts dienen sollte. Sein Beitrag wurde auf 120 fl.rh. festgelegt. Nach Maßgabe des Konstanzer Reichsabschieds2prüften die auf Einladung des Kammerrichters erschienenen Vertreter des verstorbenen Ebf. Jakob von Mainz und Hg. Wilhelms von Bayern am Ende der ersten Sitzungsperiode die finanzielle Situation des Gerichts und verlängerten daraufhin den Konstanzer Anschlag um ein weiteres Jahr.3Dieser Beschluss wurde vom ihm, dem Ks., nachträglich ratifiziert. Entsprechende Mandate gingen an alle Reichsstände, so auch an ihn, Kf. Joachim, aus.4Dennoch soll er die Zahlung bislang nicht geleistet haben. Der Wormser Reichstag hat beschlossen, den Anschlag um ein weiteres Jahr zu verlängern. Zugleich sollen die Ausstände eingefordert werden [Nr. 303, § 10].

    Befiehlt ihm auf Antrag des ksl. Kammerprokuratorfiskals [Christoph Moeller] unter Androhung einer Strafe von 10 Mark lötigen Goldes, seinen Anteil an den drei Anschlägen, jeweils 120 fl.rh., innerhalb von sechs Wochen nach Zustellung des Mandats beim Kammerrichter und den verordneten Einnehmern zu begleichen. Andernfalls würde ein rechtliches Verfahren gegen ihn eröffnet. Für den Fall der Weigerung wird ihm nach Verstreichen des Termins eine weitere Frist von sechsunddreißig Tagen anberaumt, um sich am ksl. Kammergericht gegen eine Fiskalklage zu verteidigen.5

    « Nr. Š507 Reichsstadt Köln an Reichsstadt Metz – Köln, 17. September 1509 »

    Bezahlung des Kammerzielers.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 130–130’ (Kop.).

    Bestätigen den Eingang ihres Schreibens1über die Forderung des ksl. Fiskals an sie zur Bezahlung von 100 fl. Kammerzieler mit der Bitte um vertrauliche Mitteilung über die Haltung Kölns in dieser Frage. Teilen mit, dass ihnen vor einiger Zeit ebenfalls ein solches mit einer Strafandrohung versehenes Zahlungsmandat zugegangen ist. Aber so wir und unser burger gemeynlichen, die im camergerichte handelen, cleynen furdel befynden, haben wir uns sulcher beswerungen beclaigt und darby angezoigen, das in gemeltem camergerichte degelichs gegen unser fryheit, keyßerliche und koenynkliche privilegien, desgelychen unser stat und werntliche gerichte alde, herbrachte gewonheit gehandelt wirt. Und sulden wir nu groissen stuyr doin und2 zo nachdeile, were afzenemen, das wir, ouch villichte ander des Rychs stede, wo dermaiß wie gegen uns gehandelt wurde, billiche orsache hetten, sich des wyter an den stenden des Rychs zo beclagen. Doch wie deme allen, haven wir uns zoleste mit eyme penninge sulcher forderungen erledigt und verdragen. [Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 508 Kf. Uriel von Mainz an Kammerrichter und Beisitzer des Reichskammergerichts – St. Martinsburg/Mainz, 26. Oktober 1509 »

    Vorläufige Befreiung der Stadt Augsburg vom Kammerzieler.

    Augsburg, StdA, Lit. 1509, Fasz.: Von der Leiter, 1509, unfol. (Kop., freytag nach Severi).

    Bürgermeister und Rat der Stadt Augsburg haben ihm gemäß beiliegender Abschrift geschrieben.1Dieweil nu (wie ir schreiben anzeigt) die warheit, das durch der von Augspurg botschaft an uns, auch andere churfursten, fursten und stende des Reichs uf dem nechstgehalten tag zu Worms solicher tausent gulden halb ansuchens beschehen und durch gemeyne stende, dabey wir selbs gewest, zusagung beschehen, das den von Augsburg ire ufgelegte anzale, so sie zu erhaltung des camergerichts geben, an denselbigen tausent gulden abgezogen werden soll, darumb und dweyl solich tausent gulden den stenden des Reichs gutlich und williglich, wie dir, graf Adolfen, noch indechtig [= im Gedächtnis] Šsein mag, gelichen, so ist billich, das solichs also geschehe und darumb unser begere, ir wollet solichen abzug tun und bey dem fiscal verfugen und daran sein, gegen den berurten von Augsburg derhalb nichts furzunemen, als wir nit zweifeln, ir selbs billich sein ermessen werdet.2

    «Nr. 509 Instruktion Hg. Georgs von Sachsen für Dr. Georg von Breitenbach – [vor dem 2. November 1509] »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 2–4’ (Kop.; Überschr.: Instruction, was unser, herzog Georgen zu Sachsen etc., geschigkter, er George von Breytenpach, doctor etc., zu Worms auf dem tage, der auf freytag nach allerheyligen tage [2.11.]1 schirsten solle gehalten werden, ausrichten und handeln soll. Späterer Dorsalverm.: Instruction, doctor Braitenbach uf den tag gegen Wormbs zugeschigt, belangend anhorung der gebrechen und rechnung des camergerichts.).

    [1.] Ks. und Reichsstände haben auf dem jüngst abgehaltenen Konstanzer Reichstag beschlossen, dass jeweils nach Ablauf eines Jahres zu einem vom Kammerrichter bestimmten Termin neben ksl. Räten auch die dazu deputierten Ff.über die Mängel am Kammergericht beraten und diese abstellen sollen. Bei dieser Gelegenheit soll der ksl. Fiskal über seine Einnahmen und Ausgaben Rechenschaft ablegen.2Der Kammerrichter [Gf. Adolf von Nassau] hat turnusgemäß ihn, Hg. Georg, zur Teilnahme an der Visitation eingeladen. Er, Breitenbach, ist beauftragt, diesen Termin wahrzunehmen. Problematische Punkte soll er allerdings lediglich zur Berichterstattung annehmen.

    Š[2.] Bezüglich der beiden unbezahlten Anschläge zur Finanzierung des Kammergerichts soll daran erinnert werden, dass er auf dem Konstanzer Reichstag seine Zustimmung zum Kammerzieler unter der Voraussetzung gab, dass die zum Fm. Sachsen gehörenden Bff., Gff. und Hh., die seit jeher bei Reichsanschlägen als Schutzverwandte und Lehnsträger von den sächsischen Hgg. vertreten wurden und für die das Kammergericht nicht zuständig ist, weiterhin in diesem Status bleiben und nicht länger behelligt werden. aDies besagt auch die in Worms verabschiedete Ordnung–a.3Dessen ungeachtet verfuhren Kammerrichter und Beisitzer gegenüber einigen der sächsischen Bff., Gff. und Hh. anders. Er hat deshalb zwei Anschläge nicht bezahlt und wird, wenn seiner Beschwerde nicht abgeholfen wird, auch künftig jegliche Zahlung verweigern. Dennoch hat der Gesandte aus Gehorsam gegenüber dem Ks. Weisung zur Hinterlegung von 150 fl., die jedoch nur ausbezahlt werden, wenn auch die übrigen Ff. ihren Beitrag leisten und die Rechte und Freiheiten der sächsischen Bff., Gff. und Hh. respektiert werden.4Der Gesandte soll alle Vorgänge schriftlich festhalten und ihm den Bericht nach seiner Rückkehr zuschicken.

    «Nr. 510 Zahlungsmandat des ksl. Fiskalprokurators Dr. Christoph Moeller an Gf. Ludwig von Nassau-Weilburg – Worms, 3. November 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 150, Akten, Nr. 1795, Stück-Nr. 3 (Or. m. S.; sampstag nach allerheyligen tag).

    Erinnert an die mit einer Strafandrohung bewehrten früheren Mahnungen zur Bezahlung der ihm 1500 [auf dem Reichstag] in Augsburg und 1508 [auf dem Visitationstag] in Regensburg auferlegten Beiträge zur Finanzierung des ksl. Kammergerichts. Weder wurde die Zahlung innerhalb der gesetzten Frist geleistet noch erschien ein gfl. Bevollmächtigter vor Gericht. Dennoch hat er als Fiskal auf das Eintreiben der fälligen Strafe verzichtet, weil er, Gf. Ludwig, die Reichsanschläge bislang immer gehorsam bezahlt hat. Er fordert ihn deshalb noch einmal auf, die fällige Summe binnen vierzehn Tagen zu erlegen. Andernfalls würden die angedrohten Strafen gegen ihn verhängt.1

    «Nr. Š511 Zahlungsmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) an Reichsstände – Worms, 19. Dezember 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 1, Bü. 1, Stück-Nr. 6 (Or. m. S., gedr. Formular; Adresse, Anrede, Geldsummen, Legort, Gerichtstermine und Datum handschriftlich inseriert; Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler, Protonotar am ksl. Kammergericht; Adressat: Hg. Ulrich von Württemberg) = A. Marburg, StA, Best. 81, A/230/2, fol. 26–26’ (Or., wie A; Präsentatvermerk: Sambstag purificationis Marie[2.2.]1510. Adressat: Gf. Reinhard von Hanau-Münzenberg) = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 363–363’ (Or., Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; Adressat: Hg. Wilhelm von Bayern) = C. Stuttgart, HStA, B 123 M, Nr. 438, Stück-Nr. 66 (Kop.; Adressaten: Gff. von Montfort). Wiesbaden, HStA, Abt. 150, Akten, Nr. 1795, Stück-Nr. 5 (Or., wie A; Präsentatvermerk: Dinstag nach quasimodogeniti[9.4.]1510. Adressat: Gf. Ludwig von Nassau-Weilburg) = D. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10077/2, fol. 17–17’ (Or. m. Siegelrest, wie A; Adressat: Hg. Georg von Sachsen). Esslingen, StdA, F 288, Nr. 4, unfol. (Or. m. Siegelrest, wie A; Adressat: Bürgermeister und Rat der Stadt Esslingen). Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 145, Nr. 28, unfol. (wie A; Präsentatvermerk: 23.2.1510. Adressat: Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg). Wertheim, StA, G-Rep. 102, Nr. 7117, unfol. (Or., wie A; Adressat: Gf. Michael von Wertheim).1

    ŠRegest: Riezler, Urkundenbuch IV, Nr. 479, S. 426 (Adressat: Gf. Wolfgang von Fürstenberg).

    Auf dem Konstanzer Reichstag wurde ein kleiner Anschlag zur Finanzierung des für sechs Jahre bewilligten ksl. Kammergerichts vereinbart. Zusätzlich hat er, der Ks., hierfür die Verwendung der Kanzlei- und fiskalischen Gefälle genehmigt. Weiter wurde beschlossen, dass der Kammerrichter jeweils am Jahresende einen Tag ausschreiben soll, an dem ksl. Räte sowie zwei Kff. und Ff. bzw. deren Vertreter teilnehmen, um über alle Angelegenheiten des Kammergerichts zu beraten, die Einnahmen und Ausgaben des Gerichts sowie die fiskalischen und Kanzleigefälle zu prüfen. Diese Visitatoren sind gemäß Konstanzer Reichsabschied auch bevollmächtigt, über die weitere Finanzierung des Gerichts in Form einer Fortsetzung des Anschlags zu entscheiden.2Im vergangenen Jahr haben demgemäß die Räte des inzwischen verstorbenen Ebf. Jakob von Mainz und Hg. Wilhelms von Bayern eine Verlängerung des Kammerzielers beschlossen.3Dieser Beschluss wurde von ihm, dem Ks., nachträglich ratifiziert. Entsprechende Ausschreiben gingen in das Reich aus.4

    Vnd aber auff den jungstgehalten Reichs tag zuͦ Worms durch vnser tzuͦ solchem Reichs tag verordent Rete, auch Churfursten, Fursten vnd ander stende des heilgen Reichs gemeinlich nach entphangner rechnungen vnd eigentlicher erlernung vnd ermessung des obgemelten vnsers Keyserlichen Camergerichts vnd seiner vnderhaltunge gebrechen vnd notdurfft der obb[e]rurt anschlag auff diß drit jar, So sich auff Sant Gallen tag [16.10.] nechst verschinen angehaben hat, wider vnd von newem auffzuͦsetzen fur not angesehen und erkant, auch auffgesetzt vnd tzuͦ betzalen gemeinlich bewilligt vnd angenommen worden ist [Nr. 303, § 10]. Sein Anteil daran beläuft sich auf 120 fl.aBefiehlt ihm unter Androhung einer Strafe von 10 Markblötigen Goldes, die Summe innerhalb von dreicWochen nach Zustellung des Mandats bei Bürgermeistern und Rat der Stadt Ulmdzu hinterlegen. Für den Fall der Weigerung wird ihm nach Verstreichen des Termins eine weitere Frist von einundzwanzigeTagen anberaumt, um sich am ksl. Kammergericht gegen eine Fiskalklage zu verteidigen.5

    «Nr. Š512 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau – s.l., 3. Januar 1510 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 18, Nr. 30a, Fasz, 1, fol. 33 (Kop., dornstag nach circumcisionis Domini).

    Bestätigt den Eingang seines Schreibens mit der Aufforderung zur Zahlung der ausstehenden Beiträge für den Unterhalt des Kammergerichts [Nr. 506]. Teilt mit, dass er vor kurzem 120 fl. an seine Räte Dr. Valentin von Sunthausen und Dr. Johann Blankenfeld geschickt hat. Diese haben Weisung, das Geld unter Überreichung seines Schreibens und Entgegennahme der ksl. Quittung zu übergeben. Was den ersten Anschlag [von 1507] angeht, hat ihn der kfl. Rat Eitelwolf [vom Stein] über seine Position und über die Zusage des Dr.[Anton von] Emershofen informiert. Bittet ihn, diesem kein Geld mehr zu geben, sondern dafür Sorge zu tragen, dass die Zusage umgesetzt wird. Den dritten Kammerzieler [von 1509], ebenfalls in Höhe von 120 fl., wird er bezahlen, sobald er fällig wird.

    « Š3. Reichsmünztag zu Frankfurt  »

    «Nr. 513 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen – Torgau, 17. Juli 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 8675/3, fol. 4’–5 (Kop., dinstag St. Alexien tag) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 2–2’ (Konz.) = B.

    Er hat ein im Namen des Ks. ausgegangenes, in Abschrift beiliegendes Schreiben wegen des bevorstehenden Münztages in Frankfurt erhalten [Nr. 305]. Sein Bruder Hg. Johann und er selbst ließen bislang keine Goldmünzen schlagen, sieht man einmal von den im vergangenen Jahr im Namen des Ks. geprägten Münzen1ab. Darüber hinaus hat er, Hg. Georg, eine Zeit lang Münzen mit dem kursächsischen Wappen geschlagen, dovon uns doch ein zeit here nicht rechnung oder anzeige beschehen, wie sichs domitte halte. Er ist mit Beratungen ihrer Räte über eine Antwort an den Ks. gelegentlich der gemeinsamen Vorbereitungen für die nach dem Tod des Lgf.[Wilhelms II., gest. 11. Juli 1509] notwendig gewordene Gesandtschaft einverstanden. Falls er einen anderen Termin wünschen sollte, fände dies ebenfalls seine Zustimmung. Da er gegenüber Gf. Adolf von Nassau bereits schriftlich seine Antwort durch einen eigenen Boten angekündigt hat, bittet er um eine baldige Mitteilung.2

    «Nr. 514 Weisung Ks. Maximilians an den ksl. Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und den ksl. Protonotar Johann Storch – bei Padua, 22. August 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, Nr. 22a, fol. 109–109’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./cdip. und Gegenz. Serntein; Präsentatvermerk: Worms, 29.8.1509, 15 Uhr).

    ŠLaut einem Artikel des Reichsabschieds (Reichs abschid)[Nr. 303, § 15] sollen die Stände zum 3. September ihre Münzmeister und Wardeine zu Verhandlungen über das Münzwesen nach Frankfurt entsenden. Er kann in diesen Kriegszeiten seinen Münzmeister oder Wardein1jedoch nicht entbehren und befiehlt deshalb ihnen, an dessen Stelle nach Frankfurt zu reisen und dort mit den Vertretern der Reichsstände gemäß dem Abschied über das Münzwesen zu beraten. Dazu bevollmächtigt er sie hiermit. Er übersendet ihnen außerdem einen an die reichsständischen Gesandten in Frankfurt adressierten Kredenzbrief.

    «Nr. 515 Weisung Hg. Georgs von Sachsen an den sächsischen Münzmeister Andreas Funck – Dresden, 26. August 1509 »

    Dresden, HStA, Kopialbuch, Nr. 110, fol. 203’ (Kop., eodem die [= am Sonntag nach Bartholomei]).

    Die ksl. Kommissare und die Reichsstände haben auf dem Wormser Reichstag beschlossen, wegen der Goldmünzen einen Tag abzuhalten. Demnach sollen sich die Teilnehmer – eingeladen werden alle Reichsstände, die Goldmünzen prägen – am Abend des 3. September in Frankfurt a.M. einfinden, um am folgenden Tag mit den Verhandlungen zu beginnen und sich auf verbindliche Beschlüsse zu einigen [Nr. 303, § 15]. Auch der Ks. hat ihn schriftlich aufgefordert, einen Münzverständigen abzuordnen [Nr. 305]. Dem will er nachkommen. Befiehlt ihm, sich zum genannten Termin nach Frankfurt zu verfügen und sich dort mit der beiliegenden Vollmacht bei den ksl. Räten oder einem anderen Vertreter des Ks. anzumelden. Er soll zu den Verhandlungen über die Goldmünzen neben den anderen Teilnehmern nach bestem Wissen beitragen. Das Geld für die Reise wird ihm der Zehntner auf dem Schneeberg1 geben.2

    «Nr. 516 Bürgermeister und Rat der Stadt Köln an die Teilnehmer des Frankfurter Reichsmünztages – Köln, 31. August 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 112’–113 (Kop.).

    Dr. Dietrich Meinertzhagen hat nach seiner Rückkehr berichtet, dass die in Worms versammelten Reichsstände einen Tag zu Beratungen über das Münzwesen nach Frankfurt anberaumt und ihm aufgetragen haben, den Kölner Magistrat darüber Šzu informieren. Der städtische Münzprüfer Heinrich von Coesfeld hat Weisung, an den Verhandlungen teilzunehmen. Bitten um dessen Zulassung.

    «Nr. 517 Bericht Johann Stromers an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – [Frankfurt, 7. September 1509]  »

    [1.] Ankunft in Frankfurt und Anmeldung, Nachnominierung Stromers in den Ausschuss; [2.] Beratungen des Münztages: Einteilung der Münzstände in sechs Reichskreise; [3.] Unterredung Stromers mit Johann Storch wegen Beschlüssen des Münztages über den Feingehalt der im Reich gängigen Münzen; [4.] vorbereitende Beratungen der ksl. Vertreter und des Kurtrierer Gesandten für die weiteren Verhandlungen des Münztages.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 21, unfol. (eigh. Or.).

    [1.] Er ist am 5. September1in Frankfurt eingetroffen und meldete sich zuerst beim Bürgermeister und gemäß dessen Empfehlung anschließend beim Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau an, der gemeinsam mit Johann Storch als ksl. Vertreter fungiert. Seine Verspätung entschuldigte er mit der unsicheren Lage in der Umgebung Nürnbergs und mit Verzögerungen beim Geleit. Der Gf. akzeptierte seine Erklärung und eröffnete ihm, dass ein gesamtständischer Ausschuss gebildet worden sei, bestehend aus dem Kurtrierer Rentmeister2, dem kurpfälzischen Amtmann Wigand von Dienheim (Dynant)und ihnen [= Nassau und Storch] für die Kff.[und den Ks.], dem Gesandten des jungen Lgf.[Philipp von Hessen], Konrad von Mansbach (Mansfeld), für die Ff. und schließlich dem gebürtigen Franken und gfl. Königstein’schen Rat Dr. Philipp Siegwein (Schonstain) für die drei Münzstätten [Frankfurt, Nördlingen und Basel] des Gf. von Königstein und für alle übrigen Gff. und Hh., die Gold vermünzen. Er wolle ihn, Stromer, als fünftes [ständisches] Ausschussmitglied für die Städte hinzuziehen.

    Er erklärte sein Einverständnis und wurde daraufhin für den nächsten Tag um acht Uhr zu den Beratungen in das Karmeliterkloster (zu den frauenprudern) beschieden.

    Š[2.] Dann die andern ret gerait 2 tag gesessen und zum tail angefangen, aber noch der haubtartikel kainen angriffen. Also erschein ich zu gedochter ur in dem kloster. Do kam Johann Storch mitsampt seinem secretari und die andern gemelten ret. Do fingen sy an mit der probacien und wurden aldo al stend, so gold munzen, als der konig von Tenmarkt und der kurfursten und fursten, grofen und stette, so golt munzen, allenthalben im Reich sechs zirkel dorauß gemacht und alwegen die gelegensten zesamengeordent und ydem gezirk ein gelegene reichstatt zugeben, darinnen die probacion geschehen soll, dorinnen kain goltmunz ist, ausserhalb der 4 kurfursten am Rein. Die haben ir alt molstett behalten, wie ir alte ordnung3 in sich helt, und sich lauter nicht dorauß furen lassen; daß in also zugeben ist, nemlich Mainz, Pacherach, Cobelenz und Pond [= Bonn], wie dann daß der abschid lauter in sich halten wird, des mir abschr[ift] durch Jo[hann] Storch zugesagt ist etc. Und e[uer] W[ürden] ist zu Bamberg, Pfalz, Wirzburg, Pran[den]burg und Nordlingen ausgetailt. Und ist dem gezirk Rottenburg uf der Tauber zu der probirstatt gegeben. Und furwor, als ich noch sich [=sehe] und merk, wurd es noch recht zugien, wiewol der haubtpunt noch dovorn stundt etc. Und sind auf gedachtem tag fru zu den Carmeliten 2 stund und nochmittags in grof Adolfs herberg 3½ stund gesessen. Und get die sachen langsam zu. Und haben disen ganzen tag allain mit der austailong umbgangen etc. Und furwor meinß gn. H. von Trier rentmaister [Jakob von Mertloch] ganz geschikt und der sachen verstendig, der sich ganz gutwillig erzaigt. Zu dem ich mich fugt, als wir aus den reten giengen, allerlay mit im ret. Unter anderm zepft ich in an, weß er sich vorsehe, wie es doch gehalten wurd mit dem gold. Also sagt er mir, daß er sich versehe, daß gold auf 18½ k[arat] aus dem wasser [= Scheidewasser] halten must. Daß wern meinß ansehens auf 18 k[arat], 4 g[ran] fein, daß dannocht e. W. gold nicht geschwecht oder gehohert wurd. Es wurd auch gestern [6.9.] dovon gehandelt, daß von den 4 kurfursten munzmaistern solten aus dem wasser strichnodelen4 gemacht werden und yden fursten und stetten, so golt munzten, umb ir gelt der gegeben werden, dodurch sich deshalben nymantz entschuldigen mocht etc.

    [3.] Item auf dato pin ich bericht, daß die 4 ret haben gerotschlagt und ein aufzaichung geton deß gehalds halben, nemlich die g[ulden] halten sollen 18½ k[arat] on remedi5 und 107 auf 1½ kolnisch m[ark] und I ort soll ongeverdt sein6 etc. Also fugt ich mich zu Storch und frogt in, waß doch beschlossen wer, Šee und ich herkumen. Also sagt er mir die obgeschr[iebene] maynung. Antwurt ich im, es wurd sich nicht leyden, dann so man also dergestalt wurd munzen, must daß [gemünzte] gold, so itzund gankhaftig, als abgeton werden, daß allen im Reich ze grossem nochtail raichen wurd. Also gab er mir zo antwurt, ich solt zufriden sein. So die sachen ganz beschr[ieben] und zo werk zogen wurd, so wurd ich daß horen. Alsdann mochte ich solche mengel melden. Mochten alsdann die stend die pessern. Es wer auch on zweifel die handlung, so begriffen were, wurd mir nicht mysfallen. Muß ich also gleich gedult tragen.

    [4.] Item, als ich und die andern auf adi 7. Aug.7 in die ret gien wolten, also schikt grof Adolf ze unß, wir solten wider ze hauß gien. Er und Storch und der rentmaister von Trier [Jakob von Mertloch] wolten uber die handlung siczen, die ze werk zihen. Und solten erst auf morgen wider zu im kumen, wolt er unß die furhalten. Also daß die sachen noch langsam vonstatten get etc.

    «Nr. 518 Bericht Johann Stromers an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – Frankfurt, 8. September 1509  »

    [1.] Antrag Königsteins auf Verlegung der Basler Reichsmünzstätte nach Augsburg; [2.] Unterredung mit dem Kurtrierer Gesandten Jakob von Mertloch über das Münzwesen; [3.] Streit Johann Storchs mit Hieronymus Haller; [4.] bevorstehende Verhandlungen über Silbermünzen.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 21, unfol. (eigh. Or.).

    [1.] Gunstigen, liben hern, adi 6 dito hat in reten des von Kunigsteins rot doctor Philip [Siegwein] angefangen und begert von meim gn. hern von Nassau, nochdem ksl. Mt. des Hailigen Reichs munz nymer zu Pasel woll wissen, daß dann sein gnad als ksl. Mt. verordneten gedachte, seinß gn. hern munz wolle gen Augspurg legen; do wurd es seinem gn. hern ganz bequem sein. Aber im kain abschid darauf geben zu der zeit. Hab aber dannocht so vil gemerkt, daß im gewillfart wirt werden etc.1

    [2.] Gunstigen, liben hern, ich hab mich die tag ye zu des von Triers rentmaister [Jakob von Mertloch] geton, der dann furwar der verstendigst unter unß 5 reten ist, der golt und silberin munz halben mit im causirt, wes er sich doch vorsehe, so nun daß gold auf 18½ k[arat] fein solt halten, so muß man dise gulden, so pißher geschlagen, alle abtun. Also gab er mir ze antwurt, es wurd den weg nicht begreyfen. Er hett mir vor zu verstien geben ein maynung, dopei wurd es pleyben. Man wurde auch alle gulden, so pißher Šgeschlagen, so auf 4 gr[an] fein stunden und ungeverlich 107 piß in I ort auf I½ k[ölnische] m[ark] stunden, a-ganghaftig lossen–a. Und sagt mir donebenß, das die marg[gräflichen] gulden vil ze ring werden. Er hett die selbst aufgezogen und die gefunden 109 auf I½ k[ölnische] m[ark]. Und sein gnedigste hern, die 4 kurfursten, weren vor etlicher zeit willens gewesen, die nyderzulegen. Aber ir gnoden hetten daß auch auß ursachen dises tags unterlossen, der maynung, solchs zu verkumen etc. Geben furwor besonder der rentmaister den andern reten Pfalz und Konigstain ye gut sych aneinander der goldmunz halben. Aber furwor pißher nichtz kunen merken, daß sy e[uer] W[ürden] irer munz halben stochern. Es sagt auch gedachter rentmaister, besonder vorsehe er sich, daß e. W. gulden neben den 4 kurfursten fl. gankhaftig wurden bleyben etc.

    [3.] Johann Storch bat ihn, sie unter Anmahnung einer Antwort daran zu erinnern, dass er wegen seines Streits mit Hieronymus Haller um einen Hengst bereits zweimal an die Stadt geschrieben und auch jüngst [auf dem Reichstag] in Worms wegen dieser Sache dem Bürgermeister2Schriftstücke mitgegeben habe.

    [4.] Item, gunstige, liebe herrn, ich versehe mich auch, man werd auf disem tag handlung haben der silbernen munz halben. Und pin bericht, daß auf dise maynung soll furgenommen werden stuck zo gulden und ½ gulden, I ort und ½ ort und nymantz kain geringer silbre munz schlahen dann pfenning und heller zu nottorft. Und alwegen auf der ainen seiten ein adler mit 2 haubtern und in der prust ein schilt mit Osterreich und Burgundi, und auf des adlers haubten ein kaiserliche kronen, und auf der andern seiten des fursten oder herrn oder statt prech3. Deßgleichen soll es also mit dem gold gehalten werden. Schr[eibe] ich e. W., nochdem nichtz dohaimen unß im abschied gegeben, unß ferer bericht dovon zu schr[eiben], dornoch wissen ze halten.

    Item gunstigen, liben herrn, ich hab auch so vil in reten vernomen, waß itzund auf disem tag beschlossen wirt, daß daß entlich wirt sein. Hab ich e. W. nicht wollen vorhalten etc. [...].

    « Nr. Š519 Vorschlag der ksl. Vertreter [Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und Johann Storch] für eine Silbermünzordnung – [Frankfurt, nach dem 8. September 1509]1 »

    [1.] Ablehnung des folgenden Vorschlags durch eine Mehrheit der Münzstände; [2.] Ordnung für Silbermünzen.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22a, fol. 128–129 (Kop.).

    [1.] Item, als in etlichen abscheiden vorgemelter Reichs tage von der silberin munz auch meldung bescheen2, ist darauf von den obberurten ksl. Mt. reten, zu disem tage gefertigt, der silberin munz halber im besten geratslagt, deßhalb nachvolgend artikl begriffen und allen obbestimbten geschickten botschaften furgehalten. Der etlich darauf geantwurt, wie dise vertagung lut des nehern abschids zu Wormbs allain der gulden munz halber furgenommen, inen auch von iren herschaften kain gewalt oder bevelich gegeben were, von der silberin munz zu handeln. Besorgen auch, wo dieselben, wie davon begriffen sey, aufgericht und furgenomen werden solt, das durch etliche, so berkwerk und des silbers grosse menige und vor andern merklich vortail hetten, der vorberurten silberin munz so vil munzen lassen, das die silberin munz uberhand nemen, das golt dardurch verdringen, aus dem Heiligen Reich bracht und die gulden munz in merklichen abfal komen wurde.

    Darumb ist des nachvolgends artikels keiner botschaft dann allein den Trierschen, die des guten gefallen gehabt, copy gegeben worden.

    Und stet by ksl. Mt., was ir maiestat darin furnemen, tun oder lassen will.

    [2.] Und nachdem die handlung der kaufmanschaft gewerb und hantierung, auch gemainer nutz des Heiligen Reichs nit allein auf die gulden munz gestellt, sonder noch daneben die silbrin munz teglich gebraucht wurd und aber etlich zeit her mit der silberin munz vil abfals, ringerung und mißprauchs, daraus landen, leuten und gemainem nutz merklicher schad und nachtail erwachsen, geubt ist, solichs zufurkomen und damit hinfuro ein bestendig silberin munz, der sich meniglich betragen, allenthalben im Reiche sein und gehalten werden moge, so ist fur nutz, not und gut angesehen, das ain ieder churfurst, furst, herschaft oder stett, in obgemelten kraisen begriffen, der grob silberin munz slahen oder munzen lassen wolt, mag tun, munzen und slahen, wie hernach volgt und anders nit:

    Nemlich zwen gross silberin pfenning, der XVI glich gestuckelt auf ain mark und ain yedes stuck in sonderheit gerecht gemacht auf ein lot und derselben zwen einen reinischen gulden; oder ander pfenning, der XXXII gleich gestuckelt Šauf ein mark und ein stuck in sonderheit auf ein halb lot und derselben vier einen reinischen gulden; oder ander, der LXIIII gleich gestuckelt auf ein mark und iglich stuck in sonderheit auf ein quinten [= Quent], alles colnischen gewicht, geen und der acht einen reinischen gulden gelten sollen.

    Und soll von allen und iglichen derselben pfenning gross und klain die mark vorgemelts gewichts eilfthalben pfenning feyns silbers halten. Und das gebreeg auf allen vorgemelten pfenningen gross und klein geslagen und gemunzt werden in allermassen, wie hievor von der gulden munz geschriben ist.3

    Und soll ain iglicher churfurst, furst, herschaft oder stat, so in obbemelten kraisen bestimbt oder sunst im Heiligen Reiche gesessen, der oder die klainer wan die obberurt silberin munz zu slahen haben, by der ordnung, wie ein yeder die seiner silberin munz halb von alters gebraucht und gehabt hat, pleiben. Doch daby vlyssigs aufsehens haben, das dieselb klain silberin munz igliche nach irem werd der obbemelten groben munz, sovil muglich ist, gemeß sy, damit dieselb grob munz nit wider gebrochen, ander klein, geringe monz daraus gemacht und der kauf des silbers deßhalb aufsteigen werde, wie dann bißheer bescheen ist.

    «Nr. 520 Münzprobation – [Frankfurt, 11. September 1509 oder kurz davor] »

    Edelmetallgehalt im Reich gängiger Goldguldensorten.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, Nr. 22a, fol. 124’–125 (Kop., Überschr.: Die nachgeschrieben gulden sind auf dem kayserlichen tage zu Frankfurt XVCVIIII probirt und am gehalt und aufschnidt erfunden, wie hernach volgt.).

    Wurzburgische halten XVIII½ grade [= Karat] am gehalt.

    Pfalzgravische mit den dryen schilten XVIII½ grad.

    Straßpurgische halten XVIII½ grad am gehalt.

    Baßler gulden halten XVIII½ grad am gehalt.

    Kunigsteinische mit sant Johanns halten XVIII½ grad und felen am aufschnidt ½ gulden.

    Nurmbergische halten XVIII½ grad, felen [am] aufschnidt I½ ort.

    Costenz felen ½ green [= Gran] am aufschnidt.

    Sechsische mit ainem schilt felen ½ green am gehalt, sind am aufschnidt gerecht.

    Sechsische mit zwaien schilten felen ain green am gehalt, sind am aufschnidt gerecht.

    Bambergische felen ½ green am gehalt.

    Baden felt ½ green am gehalt, sind am aufschnidt gerecht.

    Bergische felen ½ green am gehalt.

    Ein bayrischer gulden mit einem schilt helt am gehalt XVIII½ grade und etwas hinuber.

    Lunenburg felen IIII green am gehalt.

    ŠBrandenburger halten am gehalt XVIII½ grad, felen am aufschnidt ½ gulden.

    Weinsperger mit einem mergenpild [= Marienbild] halten XVIII½ grad am gehalt.

    Hamburg felen I½ green am gehalt.

    Wirttemberg felen am gehalt I½ green steif, sind am aufschnidt gerecht.

    Innsprugger gulden felen am gehalt steif I½ green.

    Landgravisch halten am gehalt XVIII½ grade.

    Kunigstainische mit dem mergenpild felen ½ green am gehalt.

    Muncher mit einem mergenpild, kniet ein pild1 im harnisch, felt am gehalt III green.

    Salzpurger mit der ruben, felen am gehalt III green, sind am aufschnidt gerecht.

    «Nr. 521 Beschlüsse des Frankfurter Rates im Zusammenhang mit dem Münztag – Frankfurt, 11./13. September 1509 »

    Frankfurt, ISG, BMB 1509, fol. 48, 48’, 50.

    Druck: Lersner, Chronica II, S. 578 (nur Eintrag zum 11.9.).

    Referiert bei Schneider, Untersuchungen, S. 23; Ders., Goldgulden, S. 98f. (jeweils nur Eintrag zum 11.9.).

    /48/ (Feria tercia post nativitatis Marie [11.9.]). Als doctor Philips Siegewyn einen zetel ubergeben, darin XX[er]ley gulden verzeichent stee, nemlich [Gf. Eberhard von] Konigstein mit sinen drien monzen, Salzburg, Saxen, marggrave Joachim [von Brandenburg], Bamberg, Wirzburg, Obern- und Nidernbeyern, Wirtenberg, Hessen, Baden, Meckelburg, Pomern, Straßburg, Friburg, Costenz, Nurenberg, Hamburg, Lunburg, von iglicher sort XIIII fl.

    /48’/ Item statschriber [Melchior Schwarzenberg] sal sich zu u[nserem] hern grave Adolfen von Nassauwe oder Johann Storcken fugen und inen zu erkennen geben, daß der rate soliche gulden nit habe und konnen iren gnaden hirmit nit wilfaren.

    /50/ (Quinta post nativitatis Marie [13.9.]). Der ksl. Mt. reten und den geschickten von steten, so der monz halber gehandelt haben, Johan Cristan fur eyn schriber lihen.

    «Nr. 522 Weisung der Nürnberger Hh.Älteren an den Ratsherrn Johann Stromer – Nürnberg, 14. September 1509 »

    Anweisungen für weitere Verhandlungen über Silbermünzen.

    ŠNürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 227–227’ (Kop., freitag des hl. creuztag erhohung; Vermerk über Siegelung des Or. durch den Altbürgermeister Leonhard Grundherr)1.

    Bestätigen den Eingang seines Berichts über die Verhandlungen wegen der Gold- und Silbermünzen [Nr. 518]. Die ist uns von dir zu gutem dank. Lassen uns auch das angezaigt furnemen der guldin munz halben ganz wolgefallen, der hoffnung, das dardurch unser guldin wol besten und pleiben werden. Darinnen wollest, wie uns nicht zweivelt, vleiß ankeren. Aber von wegen des furnemens in der silbrin munz, das man hinfuro stuck zu guldin, halben guldin, ortern und halb ortern und sunst nicht geringer munzen sollt, außgenommen pfening und haller, darinnen tragen wir etlichermaß beschwerung, angesehen, das sich solche munz bey uns in taglichem geprauch nicht wol leyden mocht; es wer dann, dz daneben die vor gemunzten schillinger, zehner und funfer nichtsdestmynder fur und fur in irem wert pleiben. Und so dasselb die maynung (darfur wirs halten, der andern fursten und herren etc. munz halb gemuet auch sey), nachdem dann derselben bey uns uberflussig und gnug vorhanden, mocht kain schad sein, liessen uns auch gefallen, das damit stillgestanden und der in etlichen jarn nicht mer gemunzt wurden. Und welchen dan geliebet, die neu furgenomen munz der obgemelten stuck ze schlahen oder nicht, das es zu seinem willen stund. So tragen wir des geprechs halben, wie das angesehen, kain beschwerung, dweyl aim yedem zugelassen wirdet, auf die ain seyden sein aigen gepreg ze machen. Sie wollten ihm dies entsprechend seiner Bitte um Anweisungen für die weiteren Verhandlungen mitteilen.

    [PS] Übersenden ihm ihre schon früher an den ksl. Hof abgegangene Antwort wegen der Schuldforderung Johann Storchs an Hieronymus Haller2.

    «Nr. 523 Abschied des Frankfurter Reichsmünztages – Frankfurt, 14. September 1509 »

    [1.] Unterbliebene Umsetzung bisheriger Reichsbeschlüsse zum Münzwesen, Einberufung des Frankfurter Reichsmünztages; [2.] künftige Prägungen von Goldmünzen nach dem Vorbild der kurrheinischen Münzen, Verbot unterwertiger Münzen; [3.] Vorschriften für Münzbild und Legende; [4.] Probationsordnung, Abhaltung von Kreisprobationstagen, Abhaltung eines jährlichen Reichsprobationstages; [5.] Sanktionen bei unterwertigen Prägungen; [6.] Kontrollprobation auf Antrag der Münzmeister; [7.] Vernichtung minderwertiger Münzen; [8.] Bestrafung der Münzmeister bei schwerwiegenden Verstößen; [9.] Bestrafung widersetzlicher Münzstände; [10.] Vereidigung und Pflichten der Münzmeister; [11.] Verpflichtung der Münzmeister zur Verwendung von Probiernadeln; [12.] Vereidigung und Pflichten der MünzŠwardeine; [13.] Vereidigung und Pflichten der Münzschmiede und -gesellen, Ahndung von Vergehen; [14.] Vereidigung und Pflichten der Kreiswardeine; [15.] Regelung des Geleits für die Teilnehmer von Münztagen; [16.] Verbot der Edelmetallausfuhr aus dem Reich, Bestrafung bei Zuwiderhandlung; [17.] Kreiseinteilung für die Münzstände im Reich; [18.] Ratifizierung der Münzordnung durch Ks. Maximilian, Einberufung eines weiteren Münztages nach Worms; [19.] Sanktionierung des Fernbleibens vom Münztag, Publikation der Münzordnung; [20.] Teilnehmer am Frankfurter Reichsmünztag.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 3, unfol. (Kop. mit Randvermerken, die den Inhalt kennzeichnen; Aufschr.: Abschied deß kaiserlichen tags zu Frankfurt an dem Mayn, der guldein munz halben, im monat Septembriß 1509.Überschr.: Abschaid des kaiserlichen tags der gulden munz halber, im monat September 1509 zu Frankfurt am Mayn gehalten.) = Textvorlage A.1 Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, Nr. 22a, fol. 110–124 (Kop., Überschr. wie A) = B. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 5–17’ (beschädigte Kop., Überschr. wie A) = C2. Bamberg, StA, A 85, L. 339, Nr. 1094, unfol. (Kop., Überschr. wie A) = D. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, E-Laden Akten, Nr. 19, unfol. (Kop., Aufschr. und Überschr. wie A) = [E]. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 243, fol. 1–18 (Kop., Überschr. entsprechend A). Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 957, fol. 141–152’ (Kop., Überschr. wie A).

    Druck: Hirsch, Münz-Archiv I, S. 200–209.

    [1.] Als auf dem grossen reichstage zu Wormbs, auch nachvolgend auf gehalten reichstegen zu Lindau, Freiburg, Augspurg und sonst in andere wege der gulden munz halb vil gehandlt, inhalt der abschid, auf solichen reichstagen beschlossen und gemacht3, aber der keinem nach seinem inhalt bißhere, villeicht aus merklicher verhinderung und gescheft, vollnzug beschehen, daraus dan dem Heiligen Reich, teutscher nation und gemainem nutz merklicher schade und nachtail erwachsen. Welichs alles röm. ksl. Mt., unser allergenedigister herr, als der, so aus schuldigen pflichten und angeborner gutigkait zu stattlicher furdrung gemains nutzs und aller land und leut begirlichs gemuts genaigt ist, zu herzen gefurt, deßhalben churfursten, fursten und stende des Heiligen Reichs, so auf jungstgehaltnem reichstage zu Wormbs versamelt gewest, ernstlichen bevolhen Šgehabt, das sy auf vor geubte handlung und abschid gehaltner reichstege der gulden munz halber entlichen handeln und beschliessen solten, domit sich alle oberkait, sovil ain iglichen das berurt, nach beger der röm. ksl. Mt. und zu furdrung gemains nutzs verrer darnach wissen zu halten. Darauf dan durch die versamblung desselben Reichs tags zu Wormbs etwas handlung furgenomen und zu entlichem beschluss auf den dritten tage des monats Septembris dis XVC und IX. jars ain nemlicher tage gein Frankfurt an den Mayn bestimbt und alle stende des Heiligen Reichs, so gulden munz schlahen, durch ir ksl. Mt. darzu erfordert und beschriben sein, alles inhalt der abschid [Nr. 303, § 15] und tagsbrif [Nr. 305], deßhalb außgangen.

    Das demnach durch churfursten, fursten und stende des Reichs rete, sovil der auf vorgemelt ksl. Mt. erfordrung auf gemeltem tage zu Frankfurt erschinen sein, die abschaid aller obgemelten reichstege, auch wes nach irem verstand, rat und gutbedunken nach aller gelegenhait dinstlich, nutzlich oder ersprießlich sein mage, mit hechsten vleis erwegen und darauf dise nachvolgende maynung und entliche handlung abgeredt und beschlossen haben, nemlich:

    [2.] Zum ersten, als die vier churfursten am Rhein von vil und langen jaren here ain lobliche guldene munz gehabt und noch haben, darauf alle contract, verschreibung und verpflichtung im Heiligen Reiche gestelt und aufgericht sein, die aber mit der zeit durch vil andere bey- und nebenmunzen in abfal und ringerung gewachsen, also das aus merklicher notdurft bey kurzverschinen jaren mit zeitlicher vorbetrachtung kunftigs und weiters unrats sie zu besserer bestendigkait irer gulden munz den gehalt derselben auf XVIII½a grad feins und den aufschnidt auf hundert und VII auf anderthalb colnisch mark geordent haben.4

    Dweil nun alle andere gulden munz im Heiligen Reich nach inhalt ksl. und kgl. freiheit, deßhalb außgangen, als sich genzlich zu versehen ist, der obgemelten churfursten munz mit gehalt und aufschnidt vergleichen solle, daz aber bey etlichen nit erfunden, deßhalb ksl. Mt. zu furdrung gemains nutz (als ir Mt. wol geburt) bewegt ist worden, darein zu sehen, domit ain bestendig gulden munz, die in allen contracten und handlungen durch das ganz Romisch Reich werschaft sey, genomen und gegeben werden solle, verordnen werde: So ist geratschlagt und ermessen, das hinfuro alle churfursten, fursten und stende des Heiligen Reichs, so auf freihait und begnadung romischer kaiser oder konig gulden munz zu schlahen haben, ir gulden munz darauf bordnen Šund schicken–b lassen sollen, das alle gulden, so auf iren munzen gemunzt werden, XVIII½ grad feins golds, III½ grad weis und II grade rot in der schickung [= Legierung] haben, auch hundert und VII und nit mer auf I½ colnisch mark ganz schon und außberait und mit allem vleis gleich gestuckelt und aufgeschnitten geen und dieselben auch und ain iglich stuck besonder nach dem richtsphenning durch ainen yden wardyn aufgezogen werden sollen.

    Item sollen hinfuro die ytzgemelten und andere gulden, so vor diser ordenung gemunzt und am gehalt und aufschnidt derselben ordenung gemeß sind mit dem gewicht, und sonst kein andere gulden fur werschaft genomen und gegeben werden.

    [3.] Item sollen alle churfursten, fursten und stende des Reichs, so gulden munz zu schlahen haben, ire gebreg auf die gulden dermassen verordnen, das auf ainer seiten ain schilt, darin ain kaiserlicher adler mit zwaien haubtern und auf dem schilt ain zirliche kaiserliche cron und in der umbschrift „Adiutorium nostrum in nomine Domini“ [Ps 124,8] stee, oder wie solichs ksl. Mt. gefellig sein wurde. Und auf der anderen seiten an den gulden, so die vier churfursten am Rhein schlahen werden, dweil sie bißhere samentlich gemunzt haben und noch miteinander munzen, desselben churfursten wappen, in des munz die gulden gemunzt werden, in der mitte und darumb der ander III churfursten wappen oder sunst, wie sich dieselben vier churfursten vertragen oder verainigen werden, und in der umbschrift desselben churfursten namen mit der laufenden jarzal. Und die anderen churfursten, fursten und stende sollen auf der ainen seiten auch den adler mit der cron und umbschrift, wie obstet, und auf der anderen seiten ir iglicher sein wappen und in der umbschrift sein namen und laufenden jarzal schlahen.

    [4.] Und domit die vorgemelt gulden munz in aufrichtigem, bestendigem wesen pleiben, gehanthabt und gehalten werden moge, so ist geratschlagt und beschlossen, als auch die merklich notdurft erfordert, das hinfur ain iglicher churfurst, furst, herschaft oder stat des Heiligen Reichs, so gulden munz zu schlahen han und in diser ordenung und den nachgemelten kraisen begriffen sein, auf iren munzen ain eyserin buchsen mit vier schlossen und oben mit ainem zimlichen schlietzloch, darein die proben gesteckt und in dieselben buchsen bracht werden mogen, haben und ain yglicher wardyn auf der munz, darzu er bestelt und geordent, von stund an, so ain werk golds gemacht und außberait ist, zuvor und ehe er solich werk ausgen last, ainen gulden aus der ganzen summa des werks ungevarlich nemen, in ain bapir verschliessen, darauf den tage, auf welichen solich werk gemacht ist, auch wie vil desselben werks sey, aigentlich schreiben und alsdan dieselben probe also in dem bapir verschlossen in die gedachten buchsen tun und es also fur und fur mit iglichem werk golds, so bey ime gemunzt wirt, halten solle. Und die vier schlussl, zu vorgemelter buchsen gehorig, sollen ainer bey dem fursten, herschaft oder stat, dem soliche munze zustet, und die anderen drey bey dreyen anderen fursten, herschaften oder stetten, in der krays dieselben munz begriffen ist, wie sich dan die stende Šdesselben krays des miteinander vertragen und verorden, pleiben und gelassen werden.

    Item es soll auch ain iglicher furst, herschaft oder stat, in ydem der nachgemelten krais angezaigt, zu zwaien malen ains yden jars, nemlich auf den sontage reminiscere [= zweiter Fastensonntag] und auf sant Lorenzen tage [10.8.], alles gegen dem abent in der stat, die zu der probacion desselben krais benennt und verordent ist, einen oder zwen seiner rete, die der munz (sovil muglich ist) verstendig sein, auch sein munzmaister und wardin, derselb wardin dan die puchsen, darin die proben sein, alspald mit ime zu der probation bringen soll, haben, des anderen tags fru mitsambt anderen reten, munzmaistern und wardin, so von anderen fursten, hereschaften oder stetten desselben krais dohin geschickt werden, an ainem ende in derselben stat, des sich dieselben geschickten rete alle oder der merer tail miteinander verainigen, probatz anzufahen und alle gulden munz, so in demselben krais gemunzt und in den buchsen dohin bracht sein, nach aller notdurft, wie sich gepurt, zu probiren. Und die vier fursten, herschaft oder stat, den die vier schlussel zu iglicher buchsen ainer yden munz bevolhen sein, solle ain iglicher den slussel, ime ubergeben, bey seinen reten auf dieselb probacio schicken. Und so man die probacion anfahen will, sol ain buchs nach der anderen in beywesen aller vorgemelter rete, so auf derselben probatio erscheinen, aufgeschlossen, die proben aus iglicher buchsen durch dieselben rete genommen, dem gemainen probirer desselben krais underschiedlich uberantwurt und mit vleis verfugt und aufgesehen, das ains yden fursten, herschaft oder stat gemunzt gold, so aus ains iglichen buchsen genomen ist, ains nach dem andern aigentlich probiert und nit undereinander vermuscht oder verwechselt werde. Und so alle proben aus den buchsen genomen sein, sol alspald in beysein aller vorgemelten rete ain iglich buchs mit iren vier schlossen wider zugeschlossen, dem wardin, dem die zustet, uberantwurt und die schlussel, darzu gehorig, ainem yden, der die vor gehabt hat, wider gegeben werden, der dieselben auch bey ime getreulich verwaren und obberurter massen zu nechstvolgender probatz wider schicken solle.

    Und sol der rat in ainer iglichen stat, darin die probatz ains yden krais gehalten wirt, zwu oder drey dapfer, geschickt personen aus inen, die (sovil muglich ist) der munz verstand haben, zu ainer iglichen probatz verordnen, die von wegen ksl. Mt. und aller stende des Heiligen Reichs vom anfang bis zum ende bey allen sachen der probacion seien und vleissig aufsehens haben, domit solich probacion ordenlich und, wie sich gepurt, vollendt werde.

    Item sol ain iglicher gemainer probirer ains yden krais alle proben ains yden fursten, herschaft oder stat, so ime aus der buchsen uberantwurt und durch ine probirt sein, wie er die alle und igliche besonder an der prob gerecht oder ungerecht funden hat, in ain besonder register, darzu gemacht, bey seinem aide clarlich, underschidenlich und getreulich aufschreiben. Und so alle proben also durch ine aufgeschriben sein, sol dasselb register durch drey fursten, herschaft oder stat rete, so aus demselben krais zu solicher probatz geschickt weren, aignen Šhenden underschriben und durch den rat derselben stat, do solich probatz gehaltenc ist, in ainem irem brief, darin sie ksl. Mt., auch churfursten, fursten, herschaft oder stet reten, so in iglicher messen zu Frankfurt am Mayn der gulden munz halben sein, aigentlich schreiben und zu erkennen geben sollen, wie sie bey der probatz gewest und was sie laut des gemelten registers gesehen und gefunden haben, aigentlich und wolverwart eingeschlossen und mit irer stat sigl zugesigelt und derselb brif den gedachten reten des bemelten krais behendigt werden.

    Item sollen die rete, so aus iglichem krais zu probacion geschickt sein, von stund, so ine der itzgemelt brif mit eingeschlossenem register uberantwurt ist, zwen aus inen allen verordnen, die mit demselben brif, auch credenzbrifen, so ine von anderen iren mitreten alspald gegeben werden sollen, von wegen aller fursten, herschaften oder stetten, in demselben krais begriffen, in den Frankfurter messen, nechst nach solicher probacion volgend, nemlich ains yden jars in der vastenmess auf den palmtage [= Sonntag vor Ostern] und in der herbstmessen auf unser lieben Frauen tage nativitatis [8.9.] alles gegen dem abent zu Frankfurt sein und des anderen tags darnach auf dem rathaus doselbst bey ksl. Mt., auch churfursten, fursten und anderen reten, so aus iglichem krais dahin verordent werden, erscheinen, denselben reten ire credenz- und andere vorgemelte brif uberantwurten und furter mit inen nach notdurft und gelegenhait der sachen handeln und ratschlagen sollen.

    [5.] Und ob ainer oder mer munzmaister der nachgemelten krais auf den probacion ains yden krais an ainem oder mer werk gelds, so sie gemunzt, umb ain halb oder ganz grein gefelet hetten und doch am aufschnidt gerecht erfunden werden, sol die puß und straf solichs fals dermassen gehalten werden, das der munzmaister, der solichen fall umb ain halb green getan het, zum ersten und schiristen darnach, so er widerumb gold munzen wirt, ain werk golds von also vil marken, als des werks, daran er gefelt hat, gewest ist, machen und ain iglich mark desselben werks umb ain halb green besser dan auf XVIII½ grad schicken und außberaiten. Und sol domit der fall des halben greens gebessert sein. So aber umb ain ganz green an ainem oder mer werken gefelt were, sol der munzmaister denselben fursten, herschaften oder stetten, in der krais solicher fall und probacion geschehen ist, zu steur des unkostens, den sie auf die munz wenden, fur iglichs green, sovil sich die nach anzal der werk, daran er gefelt het, zusammengerechnet in ainer summa laufen wurden, drey green nach gemainem dkauf und lauf–d des feynen golds unableßlich zu bezalen schuldig sein und alsdan der munzmaister und wardyn solichs fals halber nit weiter gestraft werden.

    [6.] So aber den munzmaister, der also am gehalt umb ain green oder ain halbs bruchig funden were, bedunken wolt, das in der proben gerirrt oder Šsunst mit dem wasser nit gleich zugangen were und sein gemunzt gold besser zu sein vermaint und soliche proben noch ainmal zu probiren begert, sol man ine solichs vergonnen und zulassen und dem gemainen probirer zwen aus den reten und zwen aus den wardynen, so auf derselben probacion sind, zugeben, die bey der zwaiten proben sein und gut aufsehens haben sollen, domit nymand verkurzt werde. Wurde dan der munzmaister abermals wie vor bruchig funden, sol er den costen der zwaiten proben und sonderlich, was der fursten, herschaften oder stetten reten, zu derselben probacion geschickt, mit dem, das sie lenger bleiben und der zwaiten proben hetten außwarten mussen, kostens aufgangen were, außrichten und bezalen. Und sol man inen alsdan weiter nit probiren, sonder vorgemelter massen strafen.

    [7.] Wo aber der churfursten, fursten, hereschaften oder stetten, in nachgemelten kraisen bestimbt, munzmaister ainer oder mer an ainem oder mer werken uber das ganz green oder sonst am aufschnidt durch den wardin ir ydes munzen ungerecht oder bruchig funden wurd, sol derselb wardin bey seinen aiden und pflichten und straf leibs und guts dasselb ungerecht werk nit bregen oder ausgeen lassen, sonder dasselb von stund an zurschneiden und den munzmaister verpessern und widerumb vermunzen lassen.

    [8.] So aber daruber auf ainicher der vorgemelten munzen ain oder mer werk, die uber ain green am gehalt oder sonst am aufschnidt nit gerecht gemacht, gemunzt und nitdestmyndere ausgen und nitf zurschnitten wurden und solichs ausserhalb des churfursten, fursten, herschaft oder stat, der munzmaister oder wardyn sie weren, wissen oder willen, als sich genzlich zu vermuten ist, beschehe, sollen derselb munzmaister und wardyn samentlich und sonderlich der ksl. Mt. und den churfursten, fursten, herschaften oder stetten, in der krais solicher fal geschehen were, an leib und gut zu strafen verfallen sein und die straf des guts der ksl. Mt. halb und der ander halb tail den stenden desselben krais zusteen.

    [9.] Wurde sich aber begeben, das ainem oder mer churfursten, fursten, herschaften, steten oder stenden des Heiligen Reichs, so von romischen kaysern oder konigen gelt zu munzen gefreit weren oder kunftiger zeit gefreit werden mochten, auf dise ordenung des Heiligen Reichs zu munzen nit ggelegen oder gemaint–g sein wolt, der oder dieselben sollen der gemelten irer freyhaiten nit gebrauchen, sonder domit stillsten, biß so lang sie sich diser ordenung vergleichen und gemes halten. Wo aber ir ainer oder mer daruber munzen und sich diser ordenung in ainichem artikl ungemess halten wurden, der oder dieselben sollen der gedachten freihait, inen der munz halber gegeben, zu ewigen zeiten entfreyt und entsetzt und darzu funfzig mark lotigs golds, halb ksl. Mt. und den anderen halben tail zu gemainem nutzs des Heiligen Reichs unableßlich zu bezalen verfallen sein.

    Š[10.] Item ain iglicher churfurst, furst, herschaft oder stat, in nachgemelten kraisen begrifen, der oder die sich diser ordenung gemess halten und munzen will, sol ain besonder schmitten munz, auch ainen redlichen, verstendigen munzmaister haben und derselb munzmaister ksl. Mt., seinem fursten, herschaft oder stat, des oder der munzmaister er sein wurde, auch allen stenden des Reichs mit glubden und aiden verpflicht sein und soliche pflicht anfenglich durch seinen herrn, des munzmaister er ist, von ksl. Mt., auch aller stende des Reichs und sein wegen emphangen werden. Und sol auf die ersten probacion darnach derselbe munzmaister dem rat der stat, darin die probacion gehalten wurde, von wegen und in namen ksl. Mt. und darnach allen reten, so zu derselben probacion geschickt werden, von wegen irer herrn globen und schweren, das er dise ordenung, sovil ine die berurt, stet und vest halten, sich auch von seinem herrn oder stat nit tun oder abschaiden well, es seien dan zuvor alle werk, so er von gold gemunzt het, auf der gemainen probacion probirt, auch er durch sein hereschaft geurlaubt und seiner getonen pflicht doselbst erledigt; und ob er an seinen munzen etwas gefelt, das er zuvor darfur genugen geton habe. Das er auch kain ander munz, dan in diser ordenung begriffen, bey diser annemen, auch dieselben durch sich oder ymand anderen nit regiren, verwesen oder verlegen noch tail oder gemain daran haben, noch auch kein gold oder silber in den furstentumben, herschaften und stetten, in diser ordenung begriffen, oder auch sonst im Reich einkaufen oder aufwechseln und dasselb in frembder nation noch andere munzen, die diser ungemess sein, durch sich oder ymand anderen von sein wegen lifern oder verschaffen, sonder was er des vorgeschribener massen uberkommen wirt, auf seins herrn oder stat munzen vermunzen oder sonst auf andere munzen, die diser ordenung gemess und in nachgemelten kraisen sein, lifern. Das er auch, sovil an ime ist, mit allem vleis darob sey und das solichs durch andere nit beschehe, auch mit seinem wardyn und munzergesellen kein vorwort oder geding, die diser ordenung in ainichem wege zuwider sein mochten, haimlich oder offenlich abreden oder machen, sonder alles das, so zu handhabung und becreftigung diser ordenung dienen moge, mit allem vleis getreulichen tun, furdern und vollnziehen wolle.

    [11.] Es sol auch ain iglicher munzmaister, so in den nachgeschriben kraisen golt munzen wirt, ain gulden nadl auf dise und der churfursten ordenung gericht haben und dieselben von der churfursten am Rhein gemainen probierer, der ainem yden die auf sein ungevarlich erfordern umb zimlich bezalung verfolgen lassen soll, nemen und sein gulden munzen nach derselben nadl ordnen und machen.

    [12.] Desgleichen sol ain yder churfurst, furst, hereschaft oder stat der gemelten krais, der oder die sich diser ordenung gemess halten und munzen will, ainen besondern wardin auf seinen munzen haben und denselben selbs belonen. Derselb wardin ksl. Mt., seinem fursten, herschaft oder stat, des oder der wardin er sein wurde, auch allen stenden des Reichs mit glubden und aiden verpflicht sein und solich pflicht anfenglich durch seinen herrn oder stat, des Šoder der wardyn er ist, von ksl. Mt. und seiner herschaft, auch aller stende des Reichs wegen emphangen werden. Und auf die erst probacion darnach sol derselb wardin dem rat der stat, darin probacion gehalten wurde, von wegen und in namen ksl. Mt. und darnach allen reten, so zu derselben probacion geschickt werden, von wegen irer herrn globen und schweren, das er dise ordenung, sovil ine betrifft, stet und vest halten und sonderlich, das er zu yder zeit auf seins munzmaisters gesynnen, begeren und costen alle und igliche eysen, sovil der munzmaister derselben zu der gulden munz notdurftig sein wurde, mit dem gebreg, umbschrift und anderen, wie hievor verordent ist, auf das allerraynischt, scherpfist und werklichist, so daz ymmer gesein mage, furderlich machen lassen, dieselben eysen, so die gemacht sein, zu seinen handen nemen und zu kainen anderen handen komen lassen. Das er auch, so der munzmaister derselben eysen zu gebrauchen notdurftig sein und er deßhalb von ime erfordert wurde, alsdan mit denselben munzeisen unverzogenlich auf die munz komen und das werk golds, so der munzmaister zu demselben mal bregen lassen wolt, mit der mark aufziehen und wegen und, wie vil des sey, aufzaichnen und darnach die gemelten eisen dem schmittenmaister [= Schmiedemeister] auf der munz, die gulden domit zu bregen, libern, auch von der schmitten und eisen, zuvor und ehe das werk golds ganz abgemunzt ist, nit abschaiden wel, es wer dan, das dasselb werk so gros sey, das solichs in ainem tage nit abgemunzt werden mocht. Alsdan solt er, so er gegen der nacht von der munz abschaiden wolt, solich gebregt und ungebregt gulden, so auf der munz weren und er vor mit den gewicht gewogen hat, in ain gewarsamen behalt verschliessen und versorgen und den schlussel darzu behalten und des anderen tags, so man weiter munzen wolt, die schlussel und eysen wider auf die munz bringen und den munzergesellen das golt und eisen widerumb zu handen geben. Und solich gold ganz gemunzt und berait ist, sol der wardin, zuvor und ehe er solich golt ausgen last, iglichs stuck der gemunzten gulden in sonderhait nach dem richtsphenning aufziehen und vleissig aufsehens haben, das dieselben gulden all gerecht und gleich gestuckelt sein, wie dan dise ordenung inhelt. Und weliche gulden er dem richtphenning ungleich erfindt, die soll er von stund an alle zurschneiden und anders vermunzen lassen, wie obstet. Auch sol er ernstlich aufsehens haben, das die gulden mit vleis gemunzt und gebregt werden und, zuvor und ehe er die gulden ausgeen last, dieselben mit dem wasser vleissiglichen versuchen. Und so er die zu krank geschickt5 erfunde, derselben nith außgeen lassen, sonder zurschneiden, es wer dan, das der munzmaister die auf sein abenteuer ausgeen lassen und solichs auf der probation verantwurten welt. So sol eri solichs auf die Šproben desselben werks aigentlich schreiben und auf der probation anzeigen. Wo er aber erfunde, das die gulden am aufschnidt ungerecht oder uber ain green zu gering weren, so sol er dieselben in kainen wege ausgeen lassen, jsonder die zuschneiden und wider vermunzen lassen–j, wie vor stet. Er sol auch, ehe er das golt, so gerecht erfunden ist, ausgen last, auß dem gemainen haufen des gemachten golds ungevarlich ainen gulden nemen, den in ain bappir verschliessen und darauf den tage, auf welichen das werk gemacht, auch wie vil des werks ist, aigentlich schreiben und furter also verschlossen in die buchsen werfen. Und das alles tun, so oft und vil ain werk golds auf derk munz gemacht wirt. Und so man zu zwaien malen im jar zu probacion ziehen wirt, sol er mit den reten und munzmaister, so zu der probacion geschickt werden, auf seiner herschaft kosten mitziehen, die buchsen mit den proben mit ime dohin bringen und laut diser ordenung probiren lassen. Und so die probation geschehen und die buchs wider verschlossen ist, dieselben bey sich nemen und furter handeln, wie vor gemelt ist.

    Auch so ainich eysen auf der munz abgeen und darauf zu munzen nit mer tuglich wurden, solich eysen sol er zu ime nemen und das breg darauf zurschlagen, also das man dasselb nit mer erkennen noch domit munzen moge, und die stuck dem munzmaister widergeben.

    Er sol auch mit dem munzmaister noch munzgesellen kain besondere oder haimlich abrede oder verstentnus, auch mit dem munzmaister weder tail noch gemain an allen dem, das die munz berurt, nit haben, auch kain geschenk oder liebnus6, wie man das erdenken mocht, durch sich oder ymands anders emphahen oder nemen lassen, noch ichts handln oder furnemen, das in einichen wege diser ordenung zuwider oder abbruch gesein mocht, sonder er soll die nach allem seinem verstentnus und vermogen mit getreuem vleis, sovil an ime ist, handhaben, furdern und volnziehen etc.

    [13.] Item sollen die schmittenmaister und munzgesellen, so auf den munzen ainer oder mer in nachgeschriben kraisen arbaiten werden, dem churfursten, fursten, hereschaften oder stat, auf des oder der munzen sie bestelt sind, irem herrn oder stat in namen und von wegen ksl. Mt. allen stenden des Reichs und sein herrn globen und zu den heiligen schweren, dise ordenung, sovil sie berurt, die ine dan von irer herschaft, die sie annymbt, furgehalten werden soll, vest und stet zu halten und mit getreuem und hochsten vleis zu vollenziehen und zu handhaben und dawider nit zu tun, auch von dem munzmaister noch sonst ymands von seinen wegen schenk, gab oder liebnus zu nemen, noch ainig vorwort, geding oder contract weiter dan umb iren geburlichen lon mit Šmunzmaistern oder wardyn zu machen, noch mit ir ainichem der munz halb tail noch gmain zu haben oder sonst ichts zu handeln oder furzunemen, dardurch dise ordenung uberfaren oder verhindert werden mocht, bey pene des mainaids und darzu, daz der oder dieselben, so dermassen uberfaren hetten, hinfuro in kainer des Reichs munzen zu arbaiten angenomen werden sollen. Wo aber ire uberfarung und verhandlung merklich und gros were, so sol die straf derselben zu ksl. Mt. und den stenden des Heiligen Reichs steen und der uberfarer darfur allenthalben im Heiligen Reich kein sicherheit, glait oder trostung haben, sonder, wo er begriffen wirt, angenomen und nach gestalt seiner mißhandlung durch die herschaft oder oberkeit, in des gebiete er betreten oder angenomen ist, an leib oder gut gestraft werden.

    [14.] Auch sollen alle churfursten, fursten, hereschaften oder stet der nachgemelten krais in ainem iglichen derselben krais in sonderhait uber die andere wardin, so auf iglicher munzen sein werden, ainen gemainen probirer auf gemainen kosten aller derjenen, so in demselben krais begriffen sein, wie sie sich dan des mit ime vertragen werden, haben, der dan ksl. Mt., auch allen stenden des Heiligen Reichs mit glubden und aiden verpflicht sein soll, dise ordenung, sovil ine berurt und wie hernach volgt, stet und unverbrochenlich zu halten. Welich glub und aide der rat der stat, do die probatz desselben krais gehalten wurde, in namen ksl. Mt., auch die rete der fursten, hereschaften oder stet, so daselbsthin zu probatz geschickt werden, von irer herschaft wegen auf der ersten gemainen probation, so in derselben stat geschehen wurde, emphahen und nemen sollen.

    Item sol ain ider gemainer probierer der nachgeschriben krais auf zeit und malstat, in diser ordenung begriffen, sich zu gemainer probacion fugen mit wasser und anderem zeug, darzu geherig, doselbst geschickt erscheinen, also das er alle gulden proben, so von allen munzen desselben krais dohin bracht und ime zu probiren uberlibert werden, probiren kon und moge. Und solich gulden proben, die ime alsdan zu probiren gelibert werden, sol er nach seinem pesten syn und vermogen mit allem vleis getreulich probiren und umb lieb, laid, gunst, gabe, fruntschaft oder veintschaft darin kein geverlichait brauchen; auch deßhalb von kainem munzmaister oder ymand andern, wer der sey, kein schenk, gab oder liebnus nemen, auch kein vorwort, geding oder pact mit nymand deshalb machen, dardurch dise ordenung verhindert oder zurrut werden mocht, sonder dieselb ordenung, sovil an ime ist, nach seinem pesten vermogen getreulichen volnziehen und handhaben. Und so er die vorgeschriben proben alle gemacht, soll er dieselben alle und igliche besonder, wie er die gerecht oder ungerecht funden hat, in ain besonder register, darzu beraitet, bey seinem aide clarlich, underschidenlich und getreulich aufschreiben und mit seiner aigenen hand namen und zunamen underschreiben und ime ain gleichlautend register davon behalten und wol versorgen, auch, so alle proben also durch ine aufgeschriben sein, solich register dem rat der stat, do die probation geschehen ist, und den reten der stend desselben krais, so zu solicher probation geschickt Šund versamelt sein, uberantwurten, die furter damit handeln sollen inhalt des obgemelten artikls [§ 4], die gemainen probation berurend.

    [15.] Und nachdem churfursten, fursten, hereschaften und stetten, in diser ordenung begriffen, gepuren wirt, ire rete, munzmaister, wardin, probirer und ander personen, der munz verstendig, oftmals zu probation- und andern tegen, die munz belangend, zu schicken, so ist beschlossen, das alle vorgemelte und andere personen, so zu probation oder tegen durch ksl. Mt. oder andere stende des Reichs, die sich diser ordenung gemes halten, derselben munz halber angesetzt, abgefertigt oder sunst in notdurftigen hendeln derselben munz halber ab- und zuziehen, und sonderlich die kaufleut und alle diejenen, so golt und silber auf ain oder mer munzen, die sich diser ordenung halten, libern werden, solange und alledieweil die auf der reysen vorgeschribener handlung sein, ksl. Mt. und des Heiligen Reichs frey, strack, sicher trostung und glait allenthalben im Hailigen Reich zu wasser und lande haben, das auch ksl. Mt. durch ire offen mandat und gebotsbrif zu fruchtparer bestendigkait diser ordenung also gnediglich verschaffen und hanthaben lassen solle.

    [16.] Es sol auch kain kaufman oder ymands anders, wer der sey, kain gold oder silber, gemunzt oder ungemunzt, das er im Heiligen Reich kauft oder sonst an sich bracht het, aus dem Reich furen noch in andere munz, dan die in nachbestimbten kraisen begriffen sein, liebern und nach gemainem lauf und kauf des feinen golds und silbers, wie dann zu yder zeit im Reich in gemainer ubung ist, verkaufen, verwechseln oder sonst in ainigen gefarlichen wege verhantieren oder anwerden [= veräußern]. Welicher aber solichs uberfaren und nit halten, der sol, so oft das beschicht, in dem furstentumb oder gebiete, darin er betreten wurde, von demselben fursten, herrn, stat oder oberkait an leib und gut angenommen und nach gefallen desselben gestraft werden. Und sole ine auch darfur kain glait oder sicherhait, wie oder von wem das gegeben oder erlangt were, nymands außgenomen, schutzen oder furtragen in dhein wegel.

    [17.] Und sind dis nachgeschriben die krais und bezirk, davon obgemelt ist:

    Nemlich im ersten krais sind begriffen die vier churfursten am Rhein, Menz, Coln, Trier, Pfalz, den zugeben sind der herzog von Gulch, der landgrave von Hessen, die stat Coln und des Heiligen Reichs munz zu Frankfurt, so diser zeit grave Eberhart von Kungstain zu verwalten hat. Die alle sollen ire gemain probation, wie obstet, an den malstetten, in der churfursten ordnung und verschreibung uber die munz begriffen, halten, allain die zeit darin geendert, nemlich also, das alle jar dye erst probation auf mentag nach dem sontage letare [= vierter Fastensonntag] und die andern auf den andern tage nach Bartholomei [25.8.] gehalten werden sollen.7

    ŠIm andern krais sind begriffen der erzbischove zu Bremen, die bischof zu Luttich, Utricht, Munster, Osnabrugk, der herzoge von Cleve, die ebtissin zu Essend, grave Etzard aus Frießland, die stet Daventer, Swol [= Zwolle], Dortmund und Gruningen. Und sol die gemain probation aller gulden munzen dis krais, wie obstet, zu Embrigk [= Emmerich] am Rein gehalten werden.

    Im dritten krais sind begriffen herzog Friderich von Sachsen, marggrave Joachim von Brandenburg, bede churfursten, der erzbischove zu Madeburg, herzog Georg von Sachsen, herzog von Mecklnburg, herzog von Bomern, die stet Lubeck, Lunenburg, Hamburg und Frankfurt an der Ader. Die alle sollen ire gemain probation der gulden munz zu Maidburg halten, laut diser ordenung.

    Im vierten krais sind begriffen pfalzgrave Ludwig, churfurst, und herzog Friderich, gebruder, mit der munz, so sie zu Baiern schlahen, die bischove zu Bamberg, Wurzburg, weilend herzog Ruprechts kinder [Pfgff. Ottheinrich und Philipp], margrave Friderich von Brandenburg, des Heiligen Reichs munzen zu Augspurg und Nordlingen, so diser zeit grave Eberhart von Kungstain in verwaltung hat, und die stat Nurmberg. Die alle sollen ir gemain probation, wie obstet, zu Rotemburg an der Tauber halten.

    Item im funften krais sind begriffen der bischof zu Costenz, herzog von Wirtemburg, marggrave von Baden, die stet Straspurg, Metz, Costenz und Freiburg im Breyßgau. Die alle sollen ir gemain probation laut diser ordenung zu Hagenau halten.

    Im sechsten krais sind begriffen das haus Osterreich, der erzbischove zu Salzpurg, bischove zu Bassau und herzog Wilhalm von Baiern. Die alle sollen ir gemain probation, wie obstet, zu Regenspurg halten. Wo aber ksl. Mt. solich malstat nit gefallen wolt, stet zu irer Mt., ain ander gelegen malstat zu benennen.

    [18.] Und als auf disen tag hie zu Frankfurt wenig und der myndern tail der stende des Reichs rete, so durch ksl. Mt. darzu erfordert und beschriben, erschinen sein und nichtsdestmynder durch die, so gegenwertig gewest, den handl und gemainem nutz zugut nit gefeyrt, sonder die abschid aller gehaltner reichstege fur hand genomen, aigentlich erwogen und mit zeitigem, wolbedachtem rat darauf gehandelt, etlich artikl beratschlagt und in ain verzeichnus gestelt worden sein, ist zu besser bestendigkait dis furnemens verlassen und beschlossen, dweil ain klain anzal der erforderten stende gegenwertig gewesen, auch der handl dapfer und gros und an ksl. Mt. sonderlichem wissen und bevelch entlich nit zu besliessen sey, darumb alle ratschlege und handlung, auf disem tage zu Frankfurt gemacht und geubt, irer ksl. Mt. zum furderlichsten anbracht werden und ir ksl. Mt. darauf ires gnedigen ermessens und wolgefallens, doch die substanz der haubtartikl, auf die der grund, wesenlichait und bestand gedachter ordenung gesetzt ist, unverendert, dieselbe ordenung und Šsatzung genediglich furnemen, daruber notdurftig brif in der pesten form, der iglicher der obgemelten krais ainer gegeben werden, verfertigen lassen, auch furter zu entlichem beschluss und volzug derselben ordenung ainen nemlichen tage auf den letsten tage des monats Januari schirstkomend gein Wormbs ansetzen und allen stenden des Reichs, so gold zu munzen haben, ire rete, der munz verstendig, dahin zu schicken, die berurt ordenung zu emphahen und dagegen ir reversalbrif [Nr. 525] laut der copeyen, die ime alspald mitgeschickt wurd, zu ubergeben, auch furter zu guter bestendigkait gedachter ordenung helfen zu ratschlagen und zu handeln verkunden und bey nemlichen penen ernstlichen gebieten woll, dem allem unverzogenlich volg zu tun.

    [19.] Und welicher dorin ungehorsam erscheinen wurde, daz derselb in die pene, in solichen mandaten begriffen, verfallen, auch darzu mit der tat ire freihaiten des munzens verwurkt haben und derselben zu gebrauchen in ewig zeit unwirdig und unempfenglich sein solten, inhalt der copeyen, deßhalb begriffen [Nr. 524]. Das auch ir ksl. Mt. zu volkomener becreftigung und handhabung gedachter ordenung besonder offen mandat, in dem die namhaften artikel, in derselben ordenung begriffen, so dem gemainen mann zu wissen not sein, mit der kurz angezogen und meniglich verkundt, auch strenglich zu halten und zu volnziehen ernstlichen geboten wurde, mit allen dingen verfertigen und besigeln lassen, dieselben auf den berurten tage gein Wormbs geschickt und bevolhen het, so die ordenung und reverßbrif gegeneinander ubergeben und ubernomen werden, das alsdan dieselben mandat von stund und unverzogenlich allenthalben im Heiligen Reich angeschlagen und publicirt wurden.

    [20.] Bey obberurter handlung sind gewest der wolgeborn herr Adolf, grave zu Nassau, herr zu Wispaden und Ytzstain, camerrichter etc., und Johann Storch, ksl. Mt. rete.

    Von wegen der churfursten am Rhein, nemlich Menz: herr Emerich von Carben, ritter, vitztumb zu Menz, mitsambt seiner furstlichen gnaden munzmaister8 und wardin9, Coln: her Ludwig von Sainßhaim, comptur der baley zu Coblenz, mitsampt munzmaister10 und wardin11, Trier: Dietrich von Dietz Šund herr Jacob Mertloch, canonickus zu sant Florin zu Coblenz, Pfalz: Weigand von Dinhaim, ambtman zu Openhaim.

    Item Marx Streuble, bambergischer munzmaister.

    Ortolf Gros, burger zu Wurzburg, und Peter Staudem, wurzpurgischer munzmaister.

    Endres Funck, munzmaister herzog Georgen von Sachsen.

    Marquart Rosenberger, rat und munzmaister margrave Friderichs von Brandenburg.

    Albrecht Schelderlin, wurtemburgischer munzmaister.

    Herr Conrad von Manspach, ritter, hesschisser [!] rat, mitsampt dem munzmaister12.

    Doctor Philips Sigwein und Contz Pfister, rentmaister zum Reilberg, von wegen graf Eberharden von Kungstain.

    Und von wegen der nachgeschriben stet, nemlich Lubeck: Bernhart Heyneman, munzmaister, Coln: Hainrich von Coisfelt, asseymeister [= Münzprüfer], Nurmberg: Hans Stromair sampt Hans Krugen, munzmaister, Hamburg: Martin Oldenhorst, wardin, Lunenburg: Dietrich Brall, munzmaister.

    Actum zu Frankfurt am Mein uf des helligen cruztage exaltacionis anno etc. im neunten.

    «Nr. 524 Ausschreiben Ks. Maximilians (Entwurf, Beilage zum Münzabschied) – undat. »

    [1.] Geringe Teilnehmerzahl des Frankfurter Reichsmünztages; [2.] Ratifizierung der Frankfurter Münzordnung durch Ks. Maximilian, Ausschreiben eines Münztages zum 31. Januar 1510 nach Worms.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 3, unfol. (Abschrift des Entwurfs) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22a, fol. 125’–127 (wie A) = B. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 18’–19’ (wie A, beschädigt) = C. Bamberg, StA, A 85, L. 339, Nr. 1094, unfol. (wie A) = D. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 243, fol. 18–19’ (wie A). Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, E-Laden Akten, Nr. 19, unfol. (Kop.).

    [1.] Wir, Maximilian etc., embieten allen und iglichen churfursten, fursten, geistlichen und weltlichen, prelaten, freien herrn, den vom adel, stetten und sondern personen, so gulden munz zu schlahen freiheit, herkomen und gerechtigkeit haben, unser gnad und alles gut. Wiewol wir in kraft des abschieds, uf Šnehist gehaltem Reichs tag zu Worms under anderm der gulden munz halber gemacht [Nr. 303, § 15], alle stende des Hailigen Reichs, soviel derselben unsers wissens diser zeit gulden munz schlahen und munzen, zu entlichem beschluss der abschid und handlung, so auf etlichen vorgehalten Reichs tegen, nemlich zu Wormbs, Lyndau, Freyburg und Augspurg, der gemelten gulden munz halber begriffen und geubt sein, beschriben, erfordert und ernstlichen bevolhen gehabt, das ir yglicher sein rete, solicher sachen verstendig, auch munzmaister und wardyn uf den dritten tag des monats Septembris nehistverschinen gen Frankfurt an den Mayn schicken solt, mit bevelh, in vorberuerter sachen das nutzist und best helfen zu ratschlagen und zu handeln, mit dem anhank, ob eyner oder mer dermassen nit schicken wirden, das nychtsdestmynder durch die ander stende der notdurft nach gehandelt werden solt, alles inhalt unser keyserlichen brief, deßhalber außgangen [Nr. 305]. So haben uns doch unser rete, so zu bemeltem tag gen Frankfurt verordent gewest sein, glaublich beriecht, wie auf dasselbe unser kayserlich ausschreiben wenig und der mynder tayl von den gemelten stenden zu vorberuertem tag geschickt, auch etliche der geschickten rete kaynen volkomen gewalt, als sich in solichem geburt und die notorft erfordert gehabt, deßhalb sie, auch andere rete, so bey inen erschinen gewest, auf die handlung, die sie vorgedachter sachen halben miteinander geubt, nichts entlichs beschliessen oder volenden mogen, sonder verlassen haben, ire ratschlege und handelung an uns gelangen zu lassen, als auch beschehen.

    [2.] Dieweil aber der gulden monz in merklichen abfall und ryngerung gewachsen und zu besorgen ist, wo solichs mit stathaftiger, guter ordenung nit furkommen, das dem Heiligen Reich, teutscher nation und gemeinem nutz unleydlicher schad, nachtayl und verderben daraus entsten mocht, so haben wir als romischer kayser, dem darein zu sehen und in solichem zu handlen geburt, auf die ratschleg und handlung, am jungsten zu Frankfurt verfast und uns furbracht, ein ordnung und satzung, wie und welicher massen hinfur im Hailigen Reich ein gulden munz, die und kein andere in aller handlung, kaufmanschaften, gewerben, contraten, verpflichtungen und bezalungen fur werschaft genomen und gegeben, gemunzt und geschlagen werden soll, deßhalb furgenommen, beschlosen und gemacht. Und gebieten darauf euch allen samentlich und euer yedem besonder von romischer kayserlicher macht hiemit ernstlichen und wollen, das euer iglicher zu entlichem beschlus und vollenzug diser sachen sein rete, der munz verstendig, auf den letsten tag des monats January schierst kumende gegen dem abent mit volkumen gewalt in unser und des Hailigen Reichs stat Worms haben, sinen besigelten reverßbrief nach inhalt diser hiebeygeschickten abschrift [Nr. 525] gegen uberantwurtung der vorberurten unser keyserlichen besigelten ordnung alßbald ubergeben lassen, auch furter alles das, so die notdurft zu guter bestendigkeit derselben ordnung erfordern wurd, zum besten helfen zu ratschlagen und zu handeln ernstlichen bevolhen und euer keyner herin verziehen noch ungehorsam erscheinen wollen. Daran beschicht unser ernstliche meinung. Dann welicher oder weliche under euch, dem oder den Šdiser unser kayserlicher gebotsbrief verkundet oder uberantwurt wirt, dasselb unser gebot verachten und, wie vorstet, nit schicken oder handeln lassen wurde, der oder die sollen alß ungehorsamen ire freiheit des munzens verwurkt haben und derselben zu gebrauchen hinfur in ewig zeit unwirdig und unempfenglich sein. Und ob daruber einer oder meher munzen wurde, der oder dieselben sollen zusampt forgemelter pene in unser und des Hailigen Reichs schwere ungnade und straf, auch die pene, in unser ordnung der munz halber begriffen, verfallen sein. Darnach wist sich ein yeder zu richten. Geben1.

    «Nr. 525 Reversbrief der Münzstände1 – undat. »

    Annahme der Frankfurter Münzordnung.

    I. (undatierte Abschrift des Entwurfs): Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 3, unfol.= Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 18 (leicht beschädigt) = B. Bamberg, StA, A 85, L. 339, Nr. 1094, unfol. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 243, fol. 20–20’. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 244, fol. 8’. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, E-Laden Akten, Nr. 19, unfol. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22a, fol. 127–127’.

    II. (undatierter Druck): Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 21; 22 = C. München, HStA, K.blau 270/2, fol. 4 = D. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. Innsbruck, TLA, Inkunabeln, Nr. 46. München, HStA, Gemeiners Nachlaß 27, Fasz. 1509, unfol. München, HStA, KÄA 3822, fol. 258. Straßburg, AV, XI 69, unfol.

    III. (Reversbrief der Stadt Straßburg, Or. Perg. m. S., 2.1.1510): Straßburg, AV, CH 376, Urk. 7823 = E.

    Wir, N.a, bekennen offentlich mit disem brief fur uns, unser nachkummen und erben und tun kunt allermeniglich: Als der allerdurchleuchtigster, großmechtigister furst und her, herr Maximilian, romischer kayser, zu allen zeiten merer des Reichs etc.b, unser allergnedigister herr, dem Heiligen Reich, teutŠscher nation, auch allen landen und leuten und sonderlich gemeinen nutz zu wolfart, furdrung und gutem ein lobliche ordnung und satzung der gulden munz furgenommen, beschlossen und gemacht, auch uns und andern stenden des Reichs, so golt zu munzen und zu schlahen haben, dieselben verkundet und zu halten gepoten gehabt hat, alles inhalt irer ksl. Mt. brief, deßhalben außgangen [Nr. 524], das wir demnach zu schuldyger gehorsam irer ksl. Mt. und furderung gemayns nutz in derselben ordnung bewilligt, die angenommen und darauf geredt und versprochen haben, bewilligen und nemen die an, gereden und versprechen auch fur uns, unser nachkummen und erben wissentlich in craft dits briefs, das wir soliche ordenung, sovil uns die beruert, in allen punkten und artikeln stet, vest und unverbrochenlich halten, dawider heimlich noch offentlich nit tun, noch durch yemants, wer der sein, kaynswegs schaffen oder, sovil in uns ist, gestatten, getan werden, sonder dieselben in allen iren inhaltungen und meinungen unsers hochsten vleys getreulich vollenziehen und hanthaben wollen, sonder alle geverd. Das haben wir zu warem urkund unser ingesigel an disen brief tun henken, der geben istc.

    « Š4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen  »

    «Nr. 526 Kf. Uriel von Mainz an Pfgf. Friedrich – St. Martinsburg/Mainz, 27. Juni 1509 »

    München, HStA, K.blau 270/2, fol. 23–23’ (Or., mitwoch nach sant Johanns baptisten).

    Seine bei der Abreise vom Wormser Reichstag zurückgelassenen Räte haben gemeinsam mit den Deputierten der übrigen Stände den Kostenanteil eines jeden Reichsstandes für die dem Hochmeister zugesagte gemeinsame Gesandtschaft mit Räten des Ks. und des Kg. von Ungarn nach Polen festgelegt. Sein Anteil beträgt demnach acht Gulden. Außerdem wurde beschlossen, dass das Geld ihm, dem Ebf., zugesandt werden und er neben den ksl. und kgl. Räten eine geeignete Person abordnen soll. Die Teilnehmer der Gesandtschaft sollen sich zum festgelegten Termin am vereinbarten Treffpunkt treffen und anschließend zum polnischen Kg. reisen, um dort gemäß ihrer Instruktion vorstellig zu werden. Bittet ihn, wie andere Stände auch, seinen Anteil umgehend nach Mainz zu schicken und das Geld, falls er selbst nicht anwesend sein sollte, dem ebfl. Kellerer [Adam Eisenkrämer] auszuhändigen. Es liegt im Interesse der ganzen Christenheit, des Röm. Reiches und jedes einzelnen Reichsstandes, dass bezüglich dieser Gesandtschaft nichts versäumt und die dem Hochmeister gegebene Zusage eingehalten wird.

    «Nr. 527 Instruktion HM Friedrichs von Sachsen für Georg Truchsess von Wetzhausen als Gesandten zu den Regenten in Preußen – [Rochlitz,] 3. August 1509 »

    [1.] Verhandlungen auf dem Wormser Reichstag über die Unterstützung des Deutschen Ordens gegen Polen; [2.] Entschuldigung für die verzögerte Informierung der Regenten.

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 30, pag. 65–72, hier 65–66 (Kop., freitag nach vincula Petri) = Textvorlage A. Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 28, pag. 271–278, hier 271–273 (Kop., den Regenten nach dem mündlichen Vortrag vom 18.9. [dinstags nach exaltacionis sancte crucis] übergebenes Exemplar) = B.

    [1.] Wie sie wissen, hat er persönlich am ksl. Reichstag zu Worms teilgenommen. Er hat den ksl. Kommissaren, Kff., Ff. und Ständen in Abwesenheit der städtischen Gesandten ausführlich seine Situation und die des Ordens dargelegt, ebenso der dort gesondert versammelten Ritterschaft. Er hat gebeten, sich seine Beschwerden zu Herzen zu nehmen, die Bedeutung des Ordens und Preußens für das Hl. Reich und die deutsche Ritterschaft zu bedenken und auch zu berücksichtigen, dass er sich im Interesse des Reiches mit dem Orden in diese gefährliche Situation eingelassen hat. Er hat um Rat gebeten, damit er und der Orden nicht in noch größere Schwierigkeiten geraten und die aktuelle Gefahr überstehen, und auch darum, dem Orden im Falle eines polnischen Angriffs beizustehen. Daraufhin erhielt er die in Abschrift beiliegende Antwort [Nr. 300]. Die versammelte Ritterschaft hat erklärt, dass sie den Vortrag dieser Beschwerden an Ks. und Reichsversammlung begrüßen, die zweifellos Šraten werden, das best vorzunemen. Falls der Orden von Polen angegriffen werde, wolten sie bei uns und unserm orden tun, wie von iren vorfarn gescheen, damit sie das hulfen erhalten, das von iren vorfarn, ynen allen zugut, gewonnen und erobert wer worden. Er hat sich bedankt und ist dann vom Reichstag abgereist.

    [2.] Er konnte sie nicht früher informieren, zum einen, weil der von den Reichsständen damit betraute Ebf. von Mainz ihm erst vor kurzem die Schreiben an den Papst und an den Kg. von Ungarn zugeschickt hat.1Zum anderen hat der Kg. von Ungarn an seinen Bruder, Hg. Georg von Sachsen, geschrieben, dass der polnische Kg. ihm seiner Erwartung nach Vermittlungsverhandlungen gestatten werde; er werde deshalb bis zum 29. September (Michaelis)in Böhmen bleiben. So wartet er auf weitere Nachrichten, wird währenddessen aber auch nicht untätig bleiben. Sowie etwas geschieht, wird er sie umgehend durch einen Gesandten informieren. Wäre er nicht durch die geschilderten Umstände daran gehindert worden, hätte er schon früher jemanden zu ihnen geschickt. Immerhin konnte er den Ebf. von Riga [Jasper Linde] während seines Besuches damit beauftragen, den Ordensmeister in Livland [Wolter von Plettenberg] zu informieren. […].

    «Nr. 528 HM Friedrich von Sachsen an den General-Prokurator des Ordens bei der Kurie, Dr. Johann Kitzscher – [Rochlitz], 5. August 1509 »

    Verhandlungen an der Kurie zur Umsetzung der Wormser Beschlüsse bezüglich des Deutschen Ordens.

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 206–208, 210–211 (Kop., sontag nach vincula Petri).

    Teilt mit, dass er auf dem ksl. Reichstag in Worms war. Die Ergebnisse für den Orden kann er dem beigelegten Schriftstück [Nr. 300] entnehmen. Er sah sich daraufhin veranlasst, von der Weiterleitung des von ihm, Kitzscher, übersandten päpstlichen Breves1abzusehen. Er soll dies ggf. gegenüber dem Papst entschuldigen. Die Initiative von Ks. und Reich erscheint ihm erfolgversprechender. Er geht davon aus, dass der Ks. gemäß dem Wormser Beschluss die Angelegenheit in Kürze durch eine Gesandtschaft oder seinen Vertreter an der Kurie2beim Papst vorbringen wird. ŠSicherheitshalber will er den Ks. jetzt zusätzlich durch einen Gesandten dazu auffordern, welcher ihn, Kitzscher, dann über das Ergebnis seiner Mission informieren wird. Er soll seinerseits den ksl. Vertreter an der Kurie drängen, möglichst bald und nachdrücklich beim Papst vorstellig zu werden. Sowie das [neue] päpstliche Breve an den polnischen Kg. ausgefertigt ist, soll er es unverzüglich an ihn, den Hochmeister, schicken. Die ksl. Gesandtschaft soll am 11. November (Martini)in Breslau (Presla)den Kg. von Ungarn-Böhmen treffen und anschließend zum polnischen Kg. weiterreisen. Sollte der ksl. Gesandte nach Rom nicht ausreichend über die Situation des Ordens informiert sein, ist er, Kitzscher, gehalten, dies zu korrigieren. In Worms wurde erwogen, dass neben dem Ks., auch er, der Hochmeister, an den Papst schreiben soll [Nrr. 298, Pkt. 4; 300, Pkt. 3]. Dies erscheint ihm aber nicht erforderlich. Für den Fall, dass er, Kitzscher, eventuell aufgrund von Beratungen mit dem Ordensprotektor [Raffaele Riario], zu einer anderen Auffassung gelangt, übersendet er ihm einen an den Papst adressierten Kredenzbrief. Er soll diesen dann über die Entscheidungen des ksl. Reichstages zu Worms bezüglich des Ordens unterrichten und die Hoffnung bekunden, dass den Beschwerden des Hochmeisters und des Ordens abgeholfen werden kann, wenn der Papst sich mit dem Ks., dem Kg. von Ungarn-Böhmen und den Reichsständen auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Er schickt ein entsprechendes Schreiben an den Protektor3, wie er der beiliegenden Abschrift entnehmen kann. [Weitere Angelegenheiten des Ordens]. Übersendet ihm außerdem für den Fall einer Zusammenkunft von Ks. und Papst ein an ersteren adressiertes Kredenzschreiben. Er soll sich für die Umsetzung der Wormser Beschlüsse einsetzen. Falls der polnische Kg. die Vermittlungsinitiative zurückweisen sollte, soll er sich beim Papst und beim Ks. um Hilfe bemühen.

    «Nr. 529 HM Friedrich von Sachsen an den Landkomtur an der Etsch, Heinrich von Knöringen – [Rochlitz], 7. August 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 211–213 (Kop., dinstag am tag Donati).

    Er war in seinen eigenen und den Angelegenheiten des Ordens persönlich auf dem ksl. Reichstag in Worms, wo er von den versammelten ksl. Räten, Kff., Ff. und Ständen einen Bescheid [Nr. 300] erhielt. Außerdem wurde ein Schreiben an den Papst erstellt, wie er aus beiliegender Abschrift entnehmen kann.1Er bittet ihn, sich unverzüglich zum Ks. zu begeben und diesen gemäß beiliegender Instruktion [Nr. 530] zu bitten, zum Wohle des Hochmeisters und des Ordens zu verfahren und gemäß dem Wormser Beschluss die Übersendung der Briefe von Ks. und Reich an den Papst und einer entsprechenden Weisung an den ksl. Orator in Rom [Wolfgang ŠBoecklin], jeweils zu Händen Johann Kitzschers, der Befehl zur Weiterleitung an den ksl. Gesandten oder Orator erhalten soll, zu veranlassen. […]. Er gibt ihm außerdem für Serntein eine mit Marderpelz besetzte Schaube mit, die er diesem mit der Bitte übergeben soll, sich beim Ks. weiterhin für die Belange des Hochmeisters und des Ordens einzusetzen2.

    «Nr. 530 Instruktion HM Friedrichs von Sachsen für Heinrich von Knöringen als Gesandten zu Ks. Maximilian – [Rochlitz, 7. August 1509] »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 30, pag. 73–74 (undat. Kop.).

    Der Hochmeister hat sich in der Hoffnung auf die persönliche Anwesenheit des Ks. zum Wormser Reichstag begeben. Der Ks. war jedoch aufgrund seiner vielfältigen Inanspruchnahme daran gehindert. Er hat deshalb seine und des Ordens Beschwerden gegen Polen, wie schon bei früheren Gelegenheiten dem Ks., nun den Kff., Ff. und Reichsständen vorgetragen. Gemeinsam mit den ksl. Kommissaren gaben diese daraufhin eine Erklärung hinsichtlich der Beilegung des Konflikts ab [Nr. 300], die der Gesandte zur Information mitführt. Man einigte sich darauf, dass der Ks. sowie die Kff., Ff. und Stände den Papst durch den ksl. Sollizitator [Wolfgang Boecklin] über die Beschwerden des Ordens und ihre diesbezüglichen Beschlüsse unterrichten. Der Papst soll gebeten werden, den polnischen Kg. schriftlich zur Annahme der Vermittlungsinitiative aufzufordern und diesem auch seine Teilnahme an den Schiedsverhandlungen durch eine eigene Gesandtschaft neben Ks. und Reichsständen anzukündigen. Er, der Hochmeister, bittet den Ks., dieses Anliegen durch einen Gesandten oder den ksl. Sollizitator dem Papst zu übermitteln, selbst rechtzeitig zum 11. November (Martini)einen eigenen Gesandten nach Breslau (Presla)und von dort weiter zum Kg. von Ungarn-Böhmen zu schicken und schließlich der Gesandtschaft von Ks. und Reich die Reise zum polnischen Kg. zu gestatten.

    «Nr. 531 HM Friedrich von Sachsen an Ebf. Uriel von Mainz – [Rochlitz], 8. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 218 (Kop., montag nach Francisci).

    Vor kurzem ging ihm die Antwort des Kg. von Ungarn-Böhmen auf das Schreiben der Kff., Ff. und Stände des Reichs zu.1Er hat es in der besten Absicht geöffnet und leitet es nunmehr an ihn weiter. Bittet, seine Vorgehensweise zu entschuldigen. Aus dem Schreiben geht hervor, dass der Kg. eingewilligt hat, neben Ks. und Reichsständen Gesandte zum polnischen Kg. zu schicken. Seine eigenen Gesandten, deren Rückkehr er täglich erwartet, halten sich beim Papst und beim Ks. auf. Bittet Šihn, den Bevollmächtigten des Reiches gemäß dem Wormser Beschluss rechtzeitig loszuschicken, sodass er bis zum 10. November (sandt Mertens abend)in Breslau (Presla)eintrifft. Seine Reiseroute soll über Rochlitz führen, damit er, der Hochmeister, ihn, wie dies ebenfalls in Worms vereinbart wurde, ausführlich über die Angelegenheit informieren kann. Das Geld, das er bei den Freunden des Ordens sammeln sollte, wird der Gesandte bei ihm vorfinden. Bittet, sich freundlich und gutwillig zu erzeigen, woran er in Anbetracht der Bedeutung der Angelegenheit für ihn selbst und den Orden keinen Zweifel hegt.

    [PS] Für den Fall, dass der Ks. durch die Vielzahl seiner Obliegenheiten daran gehindert werden sollte, sich an der Gesandtschaft zu beteiligen, bittet er um Weisung an den Gesandten der Reichsstände, notfalls nur mit dem ungarischen Vertreter weiterzureisen.2

    «Nr. 532 HM Friedrich von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen – Rochlitz, 29. Oktober 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 9943/22, unfol. (Or., montag nach Simonis et Jude) = Textvorlage A. Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 228 (Kop.) = B.

    Der Landkomtur der Ballei Etsch, Heinrich von Knöringen, hat ihm schriftlich mitgeteilt1, dass der Ks. sich ihm gegenüber hinsichtlich der Worms Beschlüsse in den Ordensangelegenheiten gnädig erzeigt und den ksl. Pfleger zu Eisenstadt und Scharfeneck (Scharpfenrügk), Dr. Veit von Fürst, zum 11. November (Martini)nach Breslau abgefertigt hat. Fürst wird von dort gemeinsam mit dem täglich hier [in Rochlitz] erwarteten Gesandten der Reichsstände weiter zum polnischen Kg. ziehen. Der Ks. hat außerdem, wie dies in Worms befürwortet wurde, an den Papst und den Kardinal von S. Croce [Bernardino López de Carvajal] geschrieben. Mit dem Eintreffen ihrer Antwort rechnet er ebenfalls täglich. […].

    «Nr. 533 HM Friedrich von Sachsen an Dr. Veit von Fürst – [Rochlitz], 4. November 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 230 (Kop., eodem die [= sonntag nach aller cristglaubigen zelen tag]).

    Laut Mitteilung des Ks. nimmt er gemäß dem Beschluss des ksl. Reichstages zu Worms neben dem Bevollmächtigten des Kg. von Ungarn-Böhmen und neben Dr. ŠKüchenmeister als Vertreter des Reiches an der Gesandtschaft zum polnischen Kg. teil. Er selbst hat, wie von Ks. und Reichsständen gewünscht, Küchenmeister bereits über die Angelegenheit unterrichtet. Dieser wird ihm, Fürst, Mitteilung davon machen. Bittet ihn, gemeinsam mit Küchenmeister im Interesse des Ordens auf eine einvernehmliche Beilegung des Streits hinzuarbeiten.

    «Nr. 534 HM Friedrich von Sachsen an den Ordensmeister in Livland [Wolter von Plettenberg] – [Rochlitz], 7. November 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 238–240 (Kop., eadem die [= mitwochen nach Leonhardi]).

    Druck: Liv-, Est- und Kurländisches UrkundenbuchII/3, Nr. 709, S. 508f.

    [...]. Er hat ihm durch den Ebf. von Riga eröffnet, dass er es für erforderlich halte, den Papst, den Ks. und das Hl. Reich über seine, des Ordensmeisters, Beweggründe für den Abschluss des Beifriedens mit dem Großfürsten [Wassili] von Moskau1zu informieren. Was er dabei tun könne, werde er auf seinen Wunsch hin gerne tun. Falls dies noch nicht geschehen ist, empfiehlt er ihm, nicht länger zu warten, damit dem Orden nicht üble Nachrede oder Vorwürfe daraus entstehen, wie ihm dies seitens einiger Ff. bereits widerfahren ist. Er bedauert seine lange Abwesenheit von den Ordenslanden, konnte daran aber aus triftigen Gründen bislang nichts ändern. Die Gesandten des Ks., des Kg. von Ungarn-Böhmen und des Hl. Reiches sind, wie auf dem ksl. Reichstag zu Worms beschlossen, auf dem Weg zum Kg. von Polen. Über das Ergebnis ihrer Mission wird er ihn unterrichten. Anschließend wird er mit ihm sowie den Prälaten und Gebietigern über das weitere Vorgehen beraten. Er ersucht ihn deshalb, mit den Litauern vorläufig Geduld zu haben und keine Schritte gegen sie zu unternehmen, da dies die Verhandlungen mit dem polnischen Kg. gefährden könnte.2

    « Š5. Angelegenheiten der Reichsstände  »

    «5.1. Rheinische Kurfürsten  »

    «Nr. 535 Probationsabschied der rheinischen Kff.– Bonn, 30. Juli 1509 »

    Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 957, fol. 135–138’ (Kop., montag nach sant Jacobs tag).

    […]. Aus triftigen Gründen wurde der für den 23. April (montag nach misericordia Domini)nach Bonn anberaumte Probationstag auf den jetzigen Termin verschoben.1Während des Wormser Reichstages wurde vereinbart, dass der Hg. von Jülich und der Lgf. von Hessen Räte zu diesem Probationstag abordnen sollen, um die auf dem Reichstag mündlich abgesprochenen Verträge zu schließen.2Die Jülicher Gesandten sind allerdings ausgeblieben. Aufgrund der unzureichenden Bevollmächtigung der hessischen Räte konnte mit ihnen lediglich vereinbart werden, dass sie die Statthalter über diesen Mangel informieren und sie auffordern sollen, ihre Gesandten zu dem auf den 3. September angesetzten ksl. Münztag in Frankfurt mit den abschließenden Verhandlungen gemäß der Wormser Abrede zu betrauen. Alternativ käme als Termin der am 29. September (Michahelis)in Mainz stattfindende Probationstag in Frage. Die hessischen Räte haben zugesagt, dass entweder bevollmächtigte Gesandte nach Frankfurt geschickt würden oder dort wenigstens das Einverständnis zu abschließenden Verhandlungen auf dem Mainzer Tag erklärt werde. Da Verhandlungen mit Jülich nicht möglich waren, sollen die Kurkölner Statthalter und der Ebf. von Trier mit Hg. Wilhelm über den Beitritt zur Münzeinung verhandeln. Falls der Hg. damit einverstanden ist, soll er wie Hessen Räte zu den genannten Orten [Frankfurt bzw. Mainz] abordnen. [Probation unterwertiger Mainzer Münzen].

    «Nr. 536 Probationsabschied der rheinischen Kff.– Mainz, 1. Oktober 1509 »

    Verhandlungen über die Aufnahme des Hm. Jülich und der Lgft. Hessen in die kurrheinische Münzeinung.

    Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 957, fol. 153–155’ (Kop., montag nach Michaelis).

    Der hgl. Jülicher Gesandte Friedrich von Brambach erschien gemäß Wormser Abschied vor den Räten der vier Kff. Er war allerdings nicht zum Abschluss der Verhandlungen bevollmächtigt, sondern sollte sich lediglich über den kurrheinischen Münzvertrag informieren und dem Hg. anschließend Bericht erstatten. Dem Gesandten wurde die Lektüre des Vertrages gestattet und eine Abschrift übergeben. ŠDer Hg. soll seine Zu- oder Absage binnen eines Monats an den Kf. von Mainz übermitteln, der dann die übrigen [rheinischen] Kff. informieren wird.

    Für die hessische Statthalterregierung waren als bevollmächtigte Gesandte der Amtmann zu Darmstadt, Batt Horneck von Hornberg, der Amtmann zu Eppstein, Jost von Draxdorf, der Münzmeister Philipp Hogelin und der Wardein Wilhelm [Fritzlar] (Goltschmidt)anwesend. Diese haben die kfl. Verschreibung akzeptiert. Horneck und Draxdorf leisteten im Namen der Regenten, Hogelin und [Fritzlar] (Goldschmidt)in ihrem eigenen Namen den Eid darauf. Die Statthalterregierung und die vier Kff. erhalten jeweils einen Entwurf der gegenseitigen Reverse1zur Durchsicht und eventuellen Korrektur. Falls bis zum 11. November (Martini) keine Einwände oder Änderungswünsche geltend gemacht werden, sollen dem Kf. von Mainz bis Weihnachten die ausgefertigten Urkunden zugehen.2[Wiedergabe der hessischen Vollmacht vom 24.9.; Münzprobation].

    Die hessischen Gesandten erinnerten am Dienstag [2.10.] daran, dass ihr Münzmeister und der Wardein ihre Eide gegenüber den kfl. Räten abgelegt hätten, und forderten, dass die kfl. Münzbeamten im Gegenzug auch vor ihnen als Vertretern des Regentschaftsrates die entsprechenden Eide leisten müssten. Die kfl. Räte sagten zu, darüber Bericht zu erstatten, und stellten für den nächsten Probationstag eine Antwort in Aussicht. Die hessischen Räte schlugen außerdem vor, den Regenten Schlüssel für die kfl. Probierbüchsen zu überlassen, nachdem die Kff. ihrerseits Schlüssel für die hessische Probierbüchse erhalten hätten. […].

    « Š5.2. Verhandlungen über eine Einung zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg  »

    «Nr. 537 Ebf. Uriel von Mainz an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – St. Martinsburg/Mainz, 17. Juni 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 21–21’ (Or. m. S., sonntags nach Viti).

    Laut Mitteilung seines [aus Worms] zurückgekehrten Kanzlers Dr. Johann von Dalheim haben die brandenburgischen und württembergischen Räte nach seiner, des Ebf., Abreise vom Reichstag mit diesem über einen neuen Entwurf für die Nebenurkunde1bezüglich der Ausnehmung des Bf. von Würzburg vom Bündnisfall gesprochen und ihm das Schriftstück anschließend übergeben. Er hat den Entwurf anhand der von den Räten aller drei beteiligten Fürsten erstellten ersten Fassung [Nr. 336] geprüft und daraufhin dem Mainzer Domkapitel vorgelegt. Das Ebm. Mainz und das Bm. Würzburg stehen seit langer Zeit in einem Erbeinungsverhältnis zueinander, die Bff. sind Suffragane der Ebff. Das Kapitel hat deshalb eine Änderung der vereinbarten Fassung gemäß dem neuen Entwurf abgelehnt. Falls er, Mgf. Friedrich, sich einverstanden erklärt, die Nebenurkunde in ihrer ersten Fassung zu akzeptieren, wird das Domkapitel dem Einungsvertrag und der Nebenurkunde zweifellos zustimmen.2

    «Nr. 538 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Ebf. Uriel von Mainz – Ansbach, 20. Juni 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Kop., mitwuch nach Viti) = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 22–23 (Konz.) = B.

    Sein Sohn Mgf. Kasimir und sein Hofmeister und Rat Hans von Seckendorff haben ihn nach ihrer Rückkehr vom Wormser Reichstag über die zwischen Kurmainzer, württembergischen und seinen eigenen Räten getroffene Vereinbarung [Nr. 337] informiert. Demnach sollen die Vertragspartner binnen vierzehn Tagen ihre Erklärungen über die Annahme oder Ablehnung des vereinbarten Einungsvertrags samt der Zusatzerklärung über die Ausklammerung des Bf. von Würzburg und Lgf. Wilhelms von Hessen von den Bündnispflichten [Nrr. 335f.] abgeben. Er wünscht Frieden und Einigkeit zwischen ihnen sowie ihren Territorien und Untertanen. Wäre es bei den Ausnahmen von den Bündnispflichten wie im vorherigen Einungsvertrag1geblieben, hätte er den Vertragsentwurf akzeptieren können, obwohl darin Šgegenüber der früheren Urkunde einige Änderungen vorgenommen wurden. Laut einer Bestimmung der Zusatzerklärung wäre er, Ebf. Uriel, jedoch nicht zur Hilfe verpflichtet, wenn es zwischen dem Bf. von Würzburg und ihm, Mgf. Friedrich, zum bewaffneten Konflikt käme. Ebenso dürfte er selbst Lgf. Wilhelm von Hessen keine Unterstützung gewähren, wenn dieser Kurmainz angreifen sollte und er, der Ebf., unter Berufung auf die bestehende Erbeinung2einen rechtlichen Austrag durch die Hgg. von Sachsen und die Mgff. von Brandenburg anbieten würde. Derzeit besteht zwar kein Grund für einen bewaffneten Konflikt mit dem Bf. von Würzburg, dennoch kann er diesen Punkt awie auch die Bestimmung, dass ihm die Möglichkeit einer Hilfe für den Lgf. von Hessen versperrt werden soll–a, nicht akzeptieren. Falls diese beiden Artikel jedoch gemäß dem früheren Einungsvertrag geändert würden bund ihm das Recht zur Parteinahme oder Neutralität im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Kurmainz und Würzburg eingeräumt würde–b, könnte er seine Zustimmung zum Einungsvertrag erklären.3

    «Nr. 539 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – Stuttgart, 26. Juni 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz. mit Korrekturen und Ergänzungen Hd. Hg. Ulrich, zinstag nach Joannis batiste).

    Bestätigt den Empfang seines Schreibens [Nr. 538, Anm. 3]. Ungeachtet seiner Einwände beabsichtigt er, gemäß der Wormser Abredeaden Einungsvertrag mit dem Ebf. von Mainz zu schließen. Ebenso will er auf sein Angebot zum Abschluss einer Einung gemäß der älteren Urkunde eingehen. Zu diesem Zweck sollen sich ihre Räte an einem ihm genehmen Ort treffen. Doch behält er sich vor, Kurmainz von den Šgegenseitigen Bündnispflichten auszunehmen. bSein Wunsch wäre ein gemeinsames Abkommen zwischen ihnen drei Fürsten, doch stellt er ihm die Entscheidung darüber anheim–b.

    «Nr. 540 Hg. Ulrich von Württemberg an Ebf. Uriel von Mainz – Stuttgart, 28. Juni 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz., donrstag nach Jo[hann]is bap[tis]te).

    [1.] Sie beide persönlich und die Räte seines Schwagers Mgf. Friedrich von Brandenburg1haben auf dem Wormser Reichstag über eine Einung zwischen ihnen dreien beraten und eine Vereinbarung getroffen, die ihm sicherlich noch in Erinnerung ist. Der Mgf. hat inzwischen an sie beide geschrieben und er, Hg. Ulrich, darauf auch geantwortet, wie er aus den beigelegten Abschriften [Nrr. 538mit Anm. 3; 539] entnehmen kann. Die geplante trilaterale Einung wäre für alle Beteiligten vorteilhaft gewesen. Da Mgf. Friedrich Einwände wegen der Ausnahmen vom Bündnisfall erhebt, will er dennoch auf der Grundlage der Wormser Abrede einen Einungsvertrag zwischen ihnen beiden schließen. Er hat bereits die Ausfertigung der Urkunden veranlasst und übersendet sie ihm zur Gegensiegelung gemeinsam mit dem Mainzer Domkapitel. Die Dokumente kann er dem ebfl. Rat mitgeben, der ohnehin zu den Vermittlungsverhandlungen zwischen Kurmainz und den Gff. von Hohenlohe nach Stuttgart kommen wird. Da der Mgf. am anberaumten Tag zu Heilbronn nicht teilnehmen wird, ist dessen Beschickung unnötig. Stattdessen genügt der wechselseitige Austausch der Dokumente.

    [2.] [PS] Im Einungsentwurf waren die Eidgenossen von seiner Seite unter den Ausnahmen vom Bündnisfall aufgeführt.2Er erachtet dies inzwischen für unnötig, weshalb sie im ausgefertigten Dokument fehlen.

    [3.] [PPS] Die gegenseitigen Hilfsverpflichtungen sollten laut Wormser Entwurf in einem Dokument zusammengefasst werden. Er hat indessen, wie dies anfänglich auch in Worms besprochen worden war, zwei getrennte Verschreibungen aufsetzen lassen, damit, ob e. L. unda wirb in ander aynung geen und die alßdann oder sunst sehen lassen wurden, daz dann allain die erst gemain aynung[Nr. 335] dargelegt und die ander [Nr. 336] verhalten werden mog, wie e. L. selbs wyter zu ermessen weyßt und wir der feder zu befelhen im besten underlassen haben.

    Š[4.] [PPPS] Er hätte aus den bekannten Gründen einen Einungsvertrag unter Einschluss Mgf. Friedrichs gewünscht. Empfiehlt, sich auf beiden Seiten wegen der jüngsten Entwicklung nicht beirren zu lassen.

    «Nr. 541 Ebf. Uriel von Mainz an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – St. Martinsburg/Mainz, 29. Juni 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 27–27’ (Or. m. Siegelrest, sant Peter und Pauls tag).

    Er hat seine beiden Schreiben [Nrr. 537, Anm. 2; 538] dem Domkapitel vorgetragen und sich – da er die bestehenden Freundschaftsverhältnisse und Einungen des Erzstifts fortsetzen möchte – mit den Domherren auf einen neuen, für beide Seiten annehmbaren Entwurf [Nr. 542] geeinigt1, der diesem Schreiben beiliegt. Falls diese Fassung für ihn wider Erwarten erneut nicht akzeptabel ist, bittet er ihn, dennoch seine Räte zum vereinbarten Termin nach Heilbronn zu schicken, um dort die Verhandlungen unter Vermittlung der württembergischen Gesandten fortzusetzen.

    «Nr. 542 Kurmainzer Entwurf für einen Reversbrief Ebf. Uriels von Mainz und Mgf. Friedrichs II. von Brandenburg-Ansbach bzgl. der Ausnahmen vom Bündnisfall – [Mainz, 3. Juli 1509] »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 28–29 (Kop.) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Kop., Verm.: Admissa praesens notula per capitulum moguntin[ense] martis 3a Julii anno etc. nono, Jo[hannes] Monster secretarius in fid[em] s[ub]s[cripsi]t.) = B.

    Ebf. Uriel von Mainz und Mgf. Friedrich von Brandenburg erklären, dass sie gemeinsam mit Hg. Ulrich von Württemberg eine Einung geschlossen haben, bei der gemäß der Verschreibung aller drei Ff. vom 11. Juni (montag nach unsers lieben Herren fronleichnams tag)Ebf. Uriel Bf. Lorenz von Würzburg und Mgf. FriedŠrich von Brandenburg Lgf. Wilhelm von Hessen vom Bündnisfall ausgenommen haben. Diese Ausnahmen sollen jedoch nur gelten, soferre wir, erzbischof Uriel, unsers frunds von Wurzpurg gegen gemeltem unsern frund, dem marggraven von Brandenburg, und deßgleichen herwiderumb, soferre wir, marggraf Friderich, unsers abruders und swagers–a, des lantgraven von Hessen, gegen unserm frund von Menz fur uns und unser oheim von Sachsen und unser bruderliche erbeynung zu entlichem rechten mechtig sind. Desgleichen herwiderumb, wo unser frund von Brandenburg unsers frunds von Wurzpurg gegen uns, erzbischof Urieln, und unserm stift zu recht fur sich und sein erbar, edel und gelerte rete entlich mechtig ist, soll sein liebe uns zu helfen auch nit verpflicht sein. Sunst sollen die bede außnemen kein stat haben, sonder unser yeder dem andern nach laut und inhalt obberurter eynung zu helfen schuldig und verpflicht sein sonder alle geverde.

    «Nr. 543 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Ebf. Uriel von Mainz – Ansbach, 5. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 30–30’ (Konz. mit ex.-Verm., donnerstags nach sant Ulrychs tag).

    Er hätte gern die Einung mit ihm, dem Mainzer Domkapitel und Hg. Ulrich von Württemberg geschlossen, wenn ihn die Ausnahmebestimmungen bezüglich des Bf. von Würzburg und des Lgf. von Hessen nicht daran gehindert hätten. Er kann keine Räte zum Heilbronner Tag entsenden, da er diese bereits vor Eintreffen seines Schreibens mit seinem Siegel zu anderen wichtigen Verhandlungen abgeordnet hat. Sie haben aber nach Eingang seines Schreibens [Nr. 541] Befehl erhalten, mit Hg. Ulrich über Möglichkeiten für eine Einigung über die strittigen Punkte zu beraten.

    «Nr. 544 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – Stuttgart, 10. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 31–32 (Or. m. S., zinstags nach Kiliani) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz., zinstags nach Kiliani) = B.

    Seine Räte werden ihn nach ihrer Rückkehr sicherlich über ihre gestrigen Beratungen über das Einungsprojekt zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg informieren.1Er befürwortet unverändert den Abschluss des Einungsvertrags Šauf der Grundlage der Beratungen auf dem Wormser Reichstag und entsprechend seinen Schreiben an ihn. Um doch noch eine Einigung zu erzielen, beraumt er für den 12. August (sonntag zu nacht nach Laurencii)einen Rätetag nach Heilbronn an. Eine entsprechende Einladung ergeht an den Ebf. von Mainz. Er ist zuversichtlich, dass sie angenommen wird und ein erfolgreicher Abschluss gelingt.

    [PS] Falls seine Vermittlung wider Erwarten scheitern sollte, haben seine Gesandten Befehl, über den Abschluss einer Einung zwischen Württemberg und Brandenburg-Ansbach zu verhandeln.

    «Nr. 545 Ebf. Uriel von Mainz an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – St. Martinsburg/Mainz, 12. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 34–34’ (Or. m. S., donnerstag nach sant Kilians tag).

    Bestätigt den Eingang seines Schreibens [Nr. 543]. Gemäß seinem letzten eigenen Schreiben [Nr. 541] hatte er bereits Gesandte nach Heilbronn abgefertigt. Er will nichts unversucht lassen, um ihr freundschaftliches Verhältnis zu bewahren. Der ihm vor kurzem zugesandte Entwurf bezüglich der Ausnahmen vom Bündnisfall [Nr. 542] sollte für beide Seiten annehmbar sein. Falls er wider Erwarten dennoch Einwände hat, wäre er mit Vermittlungsverhandlungen durch den Hg. von Württemberg einverstanden.

    «Nr. 546 Württembergischer Entwurf für einen Reversbrief Ebf. Uriels von Mainz und Mgf. Friedrichs II. von Brandenburg-Ansbach über Ausnahmen vom Bündnisfall – Heilbronn, 14. August 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz., actum Heilpronn, auf unser lieben Frauen aubent assumptionis. Verm.: Diesen Entwurf legten der württembergische Kanzler [Dr. Gregor Lamparter] und weitere Räte Hg. Ulrichs den Mainzer und Brandenburger Gesandten vor, mit der Maßgabe einer verbindlichen Stellungnahme ihrer Herren dazu bis zum 29.9.). = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 35–35’ (Kop., Datierung und Verm. wie A) = B. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 37–38 (Kop., Datierung und Verm. wie A) = C. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 33–33’ (undat. Konz.) = D.

    aErklären, dass sie gemeinsam mit Hg. Ulrich von Württemberg eine Einung geschlossen haben, bei der gemäß der Verschreibung aller drei Ff. vom 11. Juni (montag nach unsers lieben Herrn fronleichnams tag)Ebf. Uriel Bf. Lorenz von ŠWürzburg und Mgf. Friedrich von Brandenburg Lgf. Wilhelm von Hessen vom Bündnisfall ausgenommen haben–a.

    Sie haben sich darüber hinaus geeinigt, dass Ebf. Uriel Bf. Lorenz von Würzburg keine Hilfe leisten würde, falls dieser während der Dauer des Einungsvertrags bin einen bewaffneten Konflikt mit Mgf. Friedrich geraten sollte–b. cUmgekehrt wird Mgf. Friedrich Lgf. Wilhelm von Hessen oder dessen Erben keine Hilfe leisten, falls es zum bewaffneten Konflikt mit Ebf. Uriel wider dise obgemelte unser eynung oder unser öheim von Sachßen, Hessen und unser brüderlich erbaynungkommen sollte–c.

    «Nr. 547 Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – [Ansbach], 21. August 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 39–40 (Konz., dinstag nach unser lieben Frauen tag wurzwey).

    Teilen mit, dass sie den mgfl. Sekretär Christoph Claus zu den für den 12. August (sontag nach Laurenti)nach Heilbronn anberaumten Verhandlungen über die strittigen Ausnahmen vom Bündnisfall bei der auf dem Wormser Reichstag verhandelten Einung mit Kurmainz und Württemberg abgeordnet haben. Dieser hat bei seiner Rückkehr einen von den württembergischen Räten vorgelegten Entwurf [Nr. 546] mitgebracht, zu dem die Vertragspartner bis zum 29. September (Michahelis)eine verbindliche Erklärung abgeben sollen. Er, Mgf. Friedrich, findet darin einen Passus über die Ausklammerung des Bf. von Würzburg von der Bündnispflicht. Falls er mit dem Stift in einen bewaffneten Konflikt geraten sollte, darf Mainz demnach in keinem Fall Würzburg Hilfe leisten. Bezüglich Hessens wird jedoch differenziert: Nur wenn der Lgf. von Hessen gegen diese Einung oder gegen die brüderliche Erbeinung mit Mainz in einen Konflikt gerät, was bedeutet, dass Hessen das in diesen Einungen vorgesehene Schiedsverfahren nicht akzeptiert, darf der Mgf. gegen Mainz keine Hilfe leisten. Sie raten dazu, die Einung mit Kurmainz unter diesen Konditionen einzugehen. Nach dem Tod Lgf. Wilhelms ist für die Dauer der Einung ein von Hessen ausgehender Konflikt mit Mainz unwahrscheinlich. Außerdem waren das Erzstift Mainz, Brandenburg und Württemberg zuvor schon lange Zeit durch eine Einung zum gegenseitigen Vorteil freundschaftlich verbunden. Überdies läuft der Schwäbische Bund bald aus und wird möglicherweise nicht mehr verlängert. Bitten um eine Anweisung, ob sie bezüglich des Entwurfs ihre Zustimmung oder Ablehnung erklären sollen.

    Š[PS] Die Einung mit Württemberg kommt in jedem Fall zustande. Sollte er, der Mgf., jedoch dem von ihnen befürworteten Vertragsschluss mit Mainz zustimmen, könnte der Vertrag mit Württemberg kassiert und stattdessen eine neue Urkunde über die Einung zwischen Kurmainz, Württemberg und Brandenburg ausgefertigt werden.

    «Nr. 548 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Hauptmann und Statthalter in Ansbach – im Feld vor Padua, 13. September 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 41–41’ (Or. m. S., donderstag nach nativitatis Marie).

    Bestätigt den Empfang ihres Schreibens [Nr. 547] samt dem Entwurf hinsichtlich der Ausnahmen von den Bündnispflichten. Er geht davon aus, dass sie ihm raten, was wir mit eren und fugen wol tun mogen. Er willigt deshalb in die Annahme des Entwurfs ein und beauftragt sie mit der Ausstellung der entsprechenden Urkunden.

    «Nr. 549 Ebf. Uriel von Mainz an Hg. Ulrich von Württemberg – Aschaffenburg, 23. September 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Or. m. Siegelrest, sontags nach sant Mauricien tag) = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 43–43’ (Kop.) = B.

    Trotz einiger Bedenken hinsichtlich des Heilbronner Entwurfs für den Beibrief [Nr. 546] stimmt er um der Freundschaft zwischen den Mgff. von Brandenburg und den Ebff. von Mainz willen dessen Ausfertigung in der bestehenden Form zu.1Allerdings soll im ersten Artikel bezüglich des Bf. von Würzburg die Passage „wider recht und den landfriden“ ergänzt werden, sodass sie folgendermaßen zu verstehen ist: Falls der Bf. von Würzburg mit dem Mgf.„wider recht und den landfriden“ in einen bewaffneten Konflikt gerät, darf Kurmainz dem befreundeten Bf. keine Hilfe leisten. Denn sollte der Bf. unter Wahrung des Rechts und gemäß dem Landfrieden handeln, kann der Ebf. ihm, da die beiden Stifte und das Kgr. Böhmen seit vielen Jahren durch eine Erbeinung verbunden sind2, die von allen Ebff., Bff. und Domherren bei ihrem Amtsantritt beschworen wird, und da das Bm. Würzburg ein Mainzer Suffraganbistum ist, seine Hilfe nicht verweigern.

    «Nr. Š550 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – Stuttgart, 1. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 45–45’ (Or. m. S., montags nach Michaelis).

    Übersendet die von ihm gesiegelte Verschreibung des zwischen ihnen beiden in Worms beschlossenen Einungsvertrags. Bittet ihn, die Urkunde ebenfalls zu besiegeln, in seiner Kanzlei einen gleichlautenden Reversbrief auszufertigen und ihm zuzuschicken. Er will das Schriftstück dann, wie in Heilbronn verabredet, ebenfalls siegeln. Rechtfertigt die eingetretene Verzögerung mit seiner Abwesenheit.

    «Nr. 551 Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach an Hg. Ulrich von Württemberg – [Ansbach], 3. Oktober 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Or. m. Siegelrest, mitwuch nach Michaelis) = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 46–46’ (Konz.) = B.

    Die württembergischen Räte haben in Heilbronn wegen des Beibriefs der in Worms verhandelten Einung zwischen Kurmainz und Brandenburg zu vermitteln versucht. Den vom mgfl. Sekretär Christoph Claus mitgebrachten Entwurf haben sie an den in Italien (die welschland)weilenden Mgf. weitergeleitet. Dessen Einwilligung ging ihnen jetzt zu. Sie erklären daraufhin in seinem Namen, die in Worms verabredete Einung zwischen den drei Fürsten abschließen zu wollen, wobei der Beibrief gemäß der in Heilbronn vorgelegten Fassung ausgefertigt werden soll. Um Missverständnisse zu vermeiden, bitten sie darum, ihnen den in Worms erstellten Entwurf der Einungsurkunde für einen Abgleich mit der ihnen dort ausgehändigten Abschrift zuzusenden. Anschließend könnten die Urkunden ausgefertigt und ausgetauscht werden.

    [PS] Sie halten es für erforderlich, dass auch der Mainzer Domdekan [Adolf Rau von Holzhausen] und das Domkapitel in den Heilbronner Beibrief einwilligen, wie dies laut Einungsvertrag ohnehin vorgesehen ist.

    «Nr. 552 Mgfl. Brandenburger Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach an Hg. Ulrich von Württemberg – Ansbach, 6. Oktober 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Or. m. S., sambstag nach sant Franciscus tag).

    Bestätigen den Empfang seines Schreibens [Nr. 550] samt Einungs- und Beibrief [zwischen Württemberg und Brandenburg-Ansbach], die auf der Grundlage der Vereinbarungen von Worms und Heilbronn erstellt wurden. Vor der Ankunft seines Boten hatten sie ihn über die Einwilligung Mgf. Friedrichs in den ebenfalls in Heilbronn erstellten Beibrief zwischen dem Ebf. von Mainz und dem Mgf. informiert [Nr. 551]. Da nun alle drei Ff. eine Einung eingehen werden, wird die ŠAusfertigung der ihnen zugeschickten Dokumente, die sie ihm hiermit in Erwartung seiner Antwort zurücksenden, unnötig.

    «Nr. 553 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach (bzw. an Hauptmann, Statthalter und Räte in Ansbach) – Stuttgart, 19. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 42–42’ (Or. m. S., fritags nach Galli) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (undat. Konz.) = B.

    Die mgfl. Statthalter und Räte in Ansbach (Onoltzpach)haben schriftlich ihre Zustimmung zu dem in Heilbronn verabredeten Beibrief zwischen dem Ebf. von Mainz und ihm, Mgf. Friedrich, gegeben [Nr. 551]. Der Ebf. hat inzwischen mit einer geringfügigen Ergänzung ebenfalls sein Einverständnis erklärt, wie aus der beiliegenden Abschrift [Nr. 549] zu entnehmen ist. Er erbittet zur Mitteilung an den Ebf. seine Stellungnahme dazu. Anschließend sollen die Einungsurkunde auf der Grundlage des Wormser Entwurfs sowie die Beibriefe ausgefertigt und zwischen den Vertragspartnern ausgetauscht werden.

    «Nr. 554 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach (eigentlich: Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach) an Hg. Ulrich von Württemberg – [Ansbach], 28. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 47–47’ (Konz., aSimonis et Jude–a).

    Bestätigt den Empfang seiner Antwort [Nr. 553] samt dem beigelegten Schreiben des Ebf. von Mainz [Nr. 549]. Er sieht sich veranlasst, die für ihn unerwartete Änderung am Entwurf als Absage zu bewerten. Die bisherigen Ebff. schlossen Einungen mit den Vorgängern Mgf. Friedrichs, ohne das Hst. Würzburg vom Bündnisfall auszunehmen. Auch jetzt hätte sich der Ebf. in dieser Frage entgegenkommend zeigen können. So bleibt es bei der in Heilbronn beschlossenen Einung zwischen Brandenburg-Ansbach und Württemberg, worüber nunmehr die gegenseitigen Verschreibungen ausgestellt und ausgetauscht werden sollen.1

    « Š5.3. Erzbischof Uriel von Mainz gegen Graf Emich von Leiningen  »

    «Nr. 555 Ebf. Uriel von Mainz an Gf. Michael von Wertheim – Aschaffenburg, 6. August 1509 »

    Wertheim, StA, G-Rep. 57/2, Korrespondenz Gf. Michaels II. von Wertheim, Nr. 76, unfol. (Or. m. besch. S., montags Sixti).

    Bei den Verhandlungen auf dem Wormser Reichstag vor ihm, Gf. Michael, als Unterhändler hat er Gf. Emich zur Begleichung seiner vermeintlichen Forderung, weniger aufgrund eines berechtigten Anspruchs als vielmehr aus Gnade und Freundschaft, die Zahlung von 2000 fl. angeboten. Doch wollte sich der Gf. damit nicht begnügen. Er hat sich daraufhin verpflichtet, beim Domkapitel eine weitergehende Bewilligung zu erwirken und ihn, Gf. Michael, über das Ergebnis seiner Bemühungen zu informieren. Teilt ihm hiermit mit, dass das Kapitel ihm als Unterhändler einen Ermessensspielraum von bis zu 3000 fl. einräumt, wobei die Zahlungsfristen so großzügig angesetzt werden sollen, dass sie auch eingehalten werden können. Er hofft, dass die Gegenseite sich damit zufriedengibt. Eine größere Summe wird er keinesfalls zugestehen. Die von ihm bereits in Worms angebotene Alternative wäre ein rechtliches Verfahren vor unparteiischen Richtern.

    «5.4. Kurfürst Friedrich III. von Sachsen gegen Reichsstadt Straßburg  »

    «Nr. 556 Reichsstadt Nürnberg an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Nürnberg, 18. Juli 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 117’–118 (Kop., mitwoch nach St. Alexius tag).

    Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 141, S. 355f.

    Der Nürnberger Ratsherr Kaspar Nützel, der in Angelegenheiten des Schwäbischen Bundes auf dem Wormser Reichstag war, hat ihnen nach seiner Rückkehr unter anderem über seinen, Kf. Friedrichs, Streit mit der Stadt Straßburg wegen eines Organisten1, der aus dem kursächsischen in den Straßburger Dienst gewechselt ist, und über die mit ihm deshalb geführten Verhandlungen der reichsstädtischen Vertreter berichtet. Die Straßburger Gesandten haben in Worms gegenüber Nützel angekündigt, dass ihr Magistrat nach Ende der Verhandlungen Nürnberg schriftlich über den Vorgang informieren werde. Heute traf nun ein Straßburger Reiter mit Šzwei, jeweils in Abschrift beiliegenden Schreiben ein.2Nürnberg wollte sich angesichts seines guten Verhältnisses zu Straßburg dessen Wunsch nach Fürsprache nicht verweigern.3Bitten ihn deshalb, auf eine Bestrafung des Organisten zu verzichten, wenn er gemäß seiner eidlichen Verpflichtung wieder zu ihm zurückkehrt, und von weiteren Forderungen an den Straßburger Magistrat abzusehen.4

    «5.5. Kurfürst Joachim I. von Brandenburg  »

    «Nr. 557 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein – [Tangermünde], 13. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2 N, fol. 34 (Konz., freitag nach Kiliani).

    Laut Mitteilung Eitelwolfs vom Stein hat der Ks. ihn, Serntein, mit der Ausfertigung der Schriftstücke in seinen Angelegenheiten1beauftragt. Demnach hat Stein mit ihm vereinbart, dass er diese Dokumente so rasch wie möglich nach Worms schickt. Dies ist bislang jedoch unterblieben. Ersucht ihn, gemäß dem ksl. Befehl zu verfahren und die Schriftstücke ohne weitere Verzögerung Gf. Adolf von Nassau zuzuschicken, der sie dann an ihn weiterleiten wird [Nr. 505, Pkt. 2].

    «5.6. Bischof Lorenz von Würzburg  »

    «Nr. 558 Auszug aus dem Würzburger Domkapitelprotokoll – Würzburg, 5. /14. Juli 1509 »

    Würzburg, StA, Würzburger Domkapitelprotokolle 1504–1509, fol. 422’, 440.

    Š[5.7.] Im Domkapitel wurde eine dem Ks. in Worms vorgetragene Supplikation [Wilwolt Lauers] gegen [den bfl. Würzburger Rat und Amtmann zu Trimberg] Ludwig von Hutten und auch gegen den Bf. von Würzburg verlesen. Es wurde beschlossen, dem Ks. zu antworten, dass das Schriftstück dem Bf. und Hutten vorgelegt und ihm deren Stellungnahme anschließend übermittelt werde.

    [14.7.] Der Bf. informierte das Kapitel über seine schriftliche Stellungnahme an den Rat der Stadt Worms und erklärte, dass sie genugig gewest und kein gefallens an Wilwolt gehabt.

    «5.7. Herzog Wilhelm IV. von Bayern gegen Pfalzgraf Friedrich  »

    «Nr. 559 Kf. Ludwig V. von der Pfalz an Hg. Wilhelm IV. von Bayern – Heidelberg, 21. Juni 1509 »

    München, HStA, KÄA 1242, fol. [37] (Or., dorstags nach Viti).

    Sicherlich ist er inzwischen über die in Worms und Heidelberg geführten Verhandlungen zwischen den bayerischen Gesandten und seinen eigenen Vertretern in den Angelegenheiten zwischen Pfgf. Friedrich als Vormund und ihm, Hg. Wilhelm, informiert worden.1Vereinbarungsgemäß sind weitere Verhandlungen in Ingolstadt vorgesehen. Bittet im Sinne eines raschen Abschlusses der Angelegenheit, seine hier in Heidelberg anwesenden Räte2auch nach Ingolstadt zu entsenden. Er selbst wird in Šjedem Fall seinen Hofmeister [Johann von Morsheim], nach Möglichkeit aber auch seine übrigen bisher an den Verhandlungen beteiligten Räte3dorthin abordnen.4

    «5.8. Herzog Friedrich I. von Schleswig-Holstein  »

    «Nr. 560 Hg. Friedrich I. von Schleswig-Holstein an Kammerrichter und Beisitzer des Reichskammergerichts – Schloss Steinburg, 17. August 1509 »

    Druck: Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLXXVII, S. 229f. (freytags nach assumpcionis Marie).

    Er hatte wie andere Reichsstände Gesandte beauftragt, auf dem kürzlich in Worms abgehaltenen Reichstag seine Angelegenheiten beim Ks. vorzubringen. Diese haben in dessen Abwesenheit gegenüber den ksl. Kommissaren Beschwerde erhoben, dass die zu Holstein gehörige hgl. Stadt Hamburg durch Reich und Kammergericht wie eine Reichsstadt veranschlagt und behandelt wird.1Die Antwort der ksl. Stellvertreter [Nr. 372] liegt in Abschrift bei. Demnach soll er dem Ks. oder dessen Räten Belege für die Landsässigkeit Hamburgs beibringen, wozu er auch bereit ist. Die Angelegenheit betrifft indessen nicht nur ihn, sondern auch seinen Bruder Kg. Johann von Dänemark, der als ältester Hg. von Holstein einen großen Teil der erforderlichen Dokumente verwahrt. Der Umstand, dass dieser von den Angelegenheiten seiner Kgrr. Schweden und Dänemark stark in Anspruch genommen wird und in absehbarer Zeit nicht nach Holstein kommen kann, hindert ihn, Hg. Friedrich, an der Beweisführung. Bittet um einen Aufschub für das weitere Verfahren gegen Hamburg, bis ihm die Vorlage der Dokumente möglich ist.2

    « Š5.9. Landgraf Wilhelm II. von Hessen  »

    «Nr. 561 Aufzeichnung des kursächsischen Gesandten Friedrich von Thun über Verhandlungen mit Lgf. Wilhelm II. von Hessen – act. Kassel, 16. Juni 1509 »

    [1.] Schwierigkeiten mit der Reichstagsvollmacht der hessischen Gesandten; Verhandlungen Kf. Friedrichs von Sachsen auf dem Reichstag; [2.] Verhandlungen des Wormser Reichstages über die vom Ks. geforderte Reichshilfe; [3.] Streitigkeiten zwischen Kurmainz und Hessen; [4.] Restitutionsforderung der Schenken von Erbach an Hessen; [5.] Konflikt Gf. Eberhards von Eppstein-Königstein mit Hessen; [6.] Konflikt zwischen Kursachsen und dem Hm. Sachsen; [7.] Intervention Hg. Heinrichs von Braunschweig-Wolfenbüttel für seine Schwester Lgfin. Anna.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. A, Nr. 173, fol. 37–44’, 45’ (Kop.).

    [1.] /37/ Der Gesandte wurde am 13. Juni (mitwoch nach1 sancti Viti)von Frankfurt aus abgefertigt und traf am folgenden Samstag [16.6.] in Kassel ein, wo ihm Lgf. Wilhelm noch am gleichen Tag eine Audienz gewährte. Der Lgf. akzeptierte seine Entschuldigung für das Fernbleiben Kf. Friedrichs. Darnach ich angezeigt, wes mein gnedigister herr auf des landgraven bit und ersuchung derselben rete zu Wormbs erzeigt und sich gehalten habe in der handlung, so von ksl. Mt. reten furgewendt worden, dieselben sein rete dem landgraven zu berichten haben. Aber mein gnst. herr hab befunden, das zum ersten an kein gewalt oder volmacht den reten gegeben oder auf sein ftl. Gn. vom landgraven uberschickt worden sey. Es hab aber mein gnst. herr dieselbigen rete vertrost, ob nach dem gewalt gefragt werden, wolt sein ftl. Gn. sich vernemen lassen, er /37’/ het gewalt sambt den reten, doch das darauf die rete von stund an umb gewalt hinter sich schickten, das sie dann zu tun gesagt. Was aber inen fur gewalt zugesant, wisse mein gnedigister herr nit sonder bericht davon. Es haben aber sein ftl. Gn. denselben landgrevischen reten, was in handlung furgefallen, nit verborgen, ir bedenken gehort, auch seiner ftl. Gn. gemut widerumb eröffent, was in den furfallenden sachen gut sein solt, zu erkennen gegeben, und also darinnen gehandelt, wie sein ftl. Gn. von meinem gnedigen herrn landgraven in solchen hendeln ergangen were, hetten nemen und genugen haben wollen, als auch mein gnst. herr sich nit anders versihet, die rete den landgraven zu berichten haben.

    Der Lgf. antwortete darauf, er nehme diese Erklärung Kf. Friedrichs freundschaftlich an, sagte aber nichts bezüglich der Vollmacht.

    Š[2. Verhandlungen des Wormser Reichstages über die vom Ks. geforderte Reichshilfe; Nr. 483].

    [3.] /39’/ Kf. Friedrich hat sich gemeinsam mit dem Bf. von Würzburg zuerst vergeblich um die gütliche Beilegung der Streitigkeiten zwischen dem Ebf. von Mainz und dem Lgf. von Hessen und danach um eine Stilllegung des Konflikts bemüht – wie dies die hessischen Räte bereits berichtet haben oder noch tun werden. Der Ebf. erklärte sich mit ihrem Vorschlag einverstanden, alle Streitpunkte durch einen Austrag zu regeln. Die hessischen Räte waren nur bezüglich des Streits um Kostheim bevollmächtigt, erklärten allerdings, dass der Lgf. hinsichtlich der Mainzer Forderungen den Rechtsweg nicht verweigern werde. Wiewol die fursten als hendeler bey den meinzischen erlangen mochten haben, das, wo alle sachen verfast worden weren, das erst erkentnus auf die entsatzung des zols zu Costheym, doch das die andern petitorium oder haubtsacha und volgend all ander des bischofs artikel mit außgesprochen und ergangen weren, das aber nit angenomen.Darauf blieb es beruhen. Falls der Lgf. Vorschläge machen möchte, die für die Beilegung der Streitigkeiten hilfreich sind, wird der Kf. sie gerne aufgreifen. /40/ Wegen der Bergstraße hat der Kf. den Mainzer Ebf. nicht angesprochen, da er nichts für den Lgf. Nachteiliges unternehmen wollte.2

    Der Lgf. antwortete, er frag nichts nach dem bischof von Meinz, er wolt sich sein wol erweren. Er wust auch umb kein andere verfassung und entsetzung des zols zu Costheym zu bewilligen. Het in der bischof zu Menz umb spruch anzufordern, so wolt er im ordenlichs rechten nit wegern.

    [4.] Der Gesandte brachte anschließend die Angelegenheit der Schenken [Eberhard und Valentin] von Erbach vor und stützte dabei seine Darstellung auf die von den Schenken an Kf. Friedrich übergebene Supplikation [Nr. 326]. Im Namen des Kf. bat er um deren Restitution.

    Der Lgf. erwiderte, dass er bereits dem zuvor als Fürsprecher aufgetretenen Kf. Ludwig von der Pfalz geantwortet habe, er werde den Schenken einen gnädigen Bescheid geben, wenn sie bei ihm vorstellig würden. Dies hätten sie aber bislang unterlassen. Gleichwohl gelte seine Zusage weiterhin.

    [5.] Gf.[Eberhard] von Königstein hat Kf. Friedrich um Fürsprache beim Lgf. gebeten, ihm seinen Anteil an Eppstein und andere ihm weggenommene Besitzungen zurückzugeben. Im Gegenzug wolle der Gf. allen hessischen Forderungen auf dem Rechtsweg begegnen.

    Der Lgf. antwortete, dass der Gf. von Königstein seinen Diener und Lehnsmann [Gottfried] von Eppstein ohne Warnung gefangengenommen habe. Nach dessen Freilassung sei er bereit, die Ansprüche Königsteins gegen Hessen rechtlich zu klären.

    [6.] Der Gesandte erinnerte an das Schreiben des Lgf. an Kf. Friedrich über seine Unterredung mit Heinrich von Schleinitz bezüglich seiner Vermittlung im ŠKonflikt zwischen dem Kf./41/ und Hg. Georg von Sachsen3, das jedoch nichts zum Ergebnis dieses Gesprächs enthalten habe. Der Kf. erbitte Aufschluss darüber. Falls kein Vertragsabschluss mit Hg. Georg möglich sei, bitte er außerdem, ihn und seinen Bruder Hg. Johann hinsichtlich ihres weiteren Vorgehens zu beraten. Dabei gelte es auch zu berücksichtigen, dass der Lgf. schon seit längerer Zeit mit dem Konflikt befasst sei und sich inzwischen weitere, durch ihn, Thun, bereits mitgeteilte Beschwerden Kursachsens ergeben hätten.

    Der Lgf. antwortete darauf, /41/ dass seinem Schreiben seine Kritik an der Kompromisslosigkeit Schleinitz’ zu entnehmen gewesen sei. Er habe nach der Ablehnung seiner Vergleichsmittel durch den Gesandten seine Vorschläge schriftlich an Hg. Georg gesandt4; der Bote sei noch nicht zurückgekehrt. Sowie die Antwort eintreffe, werde er Kf. Friedrich darüber informieren.5Falls dann kein Ausgleich möglich sei, werde er seine Vermittlungsbemühungen angesichts der Kompromisslosigkeit beider Seiten aufgeben. Er könne Kf. Friedrich und Hg. Johann den gewünschten Rat nicht geben, da er beiden Parteien gleichmesig verwant sei.

    Der Gesandte zeigte weisungsgemäß an, dass die Fortsetzung des Verfahrens Kf. Friedrich und Hg. Johann benachteilige, da Hg. Georg ihrer Kenntnis nach seine Freunde zum Vorgehen gegen sie aufstachle. Auch ihnen seien von mehreren Seiten Bündnisse angeboten worden, so insbesondere jetzt in Worms durch die Ebff. von Mainz und Köln, Kf. Ludwig von der Pfalz (phalzgrauen)und Pfgf. Friedrich. Kursachsen sei darauf mit Rücksicht auf den Lgf. nicht sofort eingegangen. Stattdessen habe sich Kf. Friedrich in Worms einen Monat Bedenkzeit ausbedungen, um sich mit Hg. Johann beraten zu können. Falls der Lgf. keinen Ausgleich mit Sachsen herbeiführen könne, müsse Kursachsen die Bündnisangebote annehmen. Der Lgf. habe sicherlich Verständnis dafür.

    Der Lgf. antwortete, falls es so weit komme, müsse er dies akzeptieren. Er erwarte allerdings, dass Kursachsen sich an die Bestimmungen ihrer Erbeinung halten werde.

    /42’/ Thun versicherte dies. Anschließend bat er im Namen seiner Hh. um Aufschluss über eine Äußerung Schleinitz’ in Naumburg, wonach sein her, herzog ŠGeorg, die sporn het umbgespannt und er wurd darein hauen etc.Er, Thun, habe mit ihm bereits früher darüber gesprochen und in Worms auch [den sächsischen Gesandten] Caesar Pflug darüber informiert. /43/ Der Lgf. erklärte, mit Schleinitz darüber nicht gesprochen zu haben.

    [7.] Der Gesandte sprach als letzten Punkt an, was mein gn. herr, herzog Heinrich von Brunswig, meinem gnst. herrn [Kf. Friedrich] zu Wormbs angesucht und bericht hat, was beswerung sich der landgraf gegen herzog Heinrichs swestern [Lgfin. Anna], irem herrn, dem /43’/ eltern landgraven [Wilhelm I.], auch desselben kinden, den freulichen6, erzeigen und halten soll, mit bit, das mein gnst. herr wolt freuntlich verfugen und als der freund darein sehen, das mein gnedige frau, die landgrevin, zu irem herrn wider gelassen werden mocht, auch das im zu seinen beswerungen, sovil moglich, geholfen werd, das das furnemen mit dem eldisten fraulichin [Mechthild] der eestiftung, dem von der Lyp7 zu geben, nachbliebe, sonder, so die zu eelichem stand bestatt werden soll, das sie als ein furstin von Hessen zu irem gleichen versehen werden mocht, auch die und die andern freulichen mit erlichen cleydungen und erhaltungen zu versorgen, auch meiner gn. frauen, der landgrevin, das ir an irem vermechtnus8 mangelt, noch einbringen, versorget und verweist werd, als dann herzog Heinrich zuversichtig were, bey meinem gnst. herrn, das solchs alles, oben gemelt, nit unbillich von ime, meim gn. herrn, dem landgraven, beschee, bedenken wurd, und also bey dem landgraven handeln, das es seiner gnaden swestern, auch irem herrn und kindern zu gutem gereichet. Ob aber der landgraf darin wegerung tet, het herzog Heinrich von wegen seiner gnaden swestern, irem herrn und kindern solchs auf mein gnst. und gn. herrn als sein herrn und /44/ freund gestelt. Dann was ire ftl. Gn. darinnen fur zimlich, gleich und billich ansehen, das solt sein swester, ir herr und kinder benugen an haben.Thun bat im Namen Kf. Friedrichs den Lgf., seinen Verpflichtungen gegen seinen Bruder [Lgf. Wilhelm I.], dessen Kinder und dessen Frau nachzukommen und sich darüber hinaus freundlich gegen sie zu erzeigen. Der Kf. wolle ihm dabei mit Rat und Hilfe zur Seite stehen.

    Der Lgf. erwiderte, dass für eine solche Intervention Hg. Heinrichs kein Anlass bestehe. Kf. Friedrich könne selbst in Erfahrung bringen, ob am Legat der Lgfin. [Anna] etwas fehle. Sollte dies zutreffen, werde er dafür sorgen, dass sie es zurückerhält. Die Lgfin. habe im Übrigen selbst nicht bei ihrem Gemahl bleiben wollen, wie umgekehrt auch sein Bruder sie nicht bei sich dulde. Auch habe nicht er dessen ŠInhaftierung veranlasst, sondern der Ks.9, ohne dessen Einverständnis er ihn nicht auf freien Fuß setzen könne. Würden jedoch Kf. Friedrich, Hg. Johann und Hg. Georg von Sachsen sowie die Mgff. von Brandenburg dessen Freilassung wünschen und der Ks. seine Zustimmung geben, müsste er dem nachkommen. Er wolt, das sein bruder zwen son het. Mehr äußerte der Lgf. dazu nicht.

    «Nr. 562 Vortrag eines Gesandten Eberhards und Valentins Schenken von Erbach an die hessische Vormundschaftsregierung (Auszug) – act. Marburg, 22. Oktober 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 9853/5, fol. 32–42’, hier 32–32’ (Kop., montag nach Luce ewangeliste).

    Der verstorbene Lgf. Wilhelm hat Eberhard und Valentin Schenken von Erbach während des pfälzisch-bayerischen Krieges die Schlösser und Dörfer Bickenbach, Schönberg und Habitzheim, ihren Anteil an Jugenheim (Gugenheim), Seeheim, ihre Zehnten zu Umstadt und Pfungstadt sowie weitere Besitzungen abgenommen. Die Schenken baten seinerzeit den Lgf. und dessen Räte durch ihre Freunde und auch selbst wiederholt schriftlich wie mündlich um die Rückgabe ihrer Güter. Auf dem Wormser Reichstag wurden sie bei den hessischen Gesandten vorstellig und übergaben ihnen eine Supplikation an den Lgf.1Ebenso baten sie in Worms Kf. Friedrich von Sachsen um Fürsprache. Dieser erlangte eine günstige Antwort2, die er den beiden Schenken zuschickte. Wenn der Lgf. nicht verstorben wäre, hätte er ihnen zweifellos ihre Besitzungen zurückgegeben und der Beistand Kf. Friedrichs und Kf. Ludwigs von der Pfalz wäre von Erfolg gekrönt gewesen.3 [...].

    « Š5.10. Herzog Ulrich von Württemberg  »

    «Nr. 563 Der württembergische Kanzler Dr. Gregor Lamparter an den Rat Dr. Beatus Widmann – Tübingen, 9. Oktober 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 133, Bü. 1, unfol. (Or. m. S., zinstag Dionisii).

    Der Würzburger Domherr und Propst zu Komburg, Peter von Aufseß, hat dem Marschall [Konrad Thumb von Neuburg1], dem Haushofmeister [Philipp von Nippenburg2] und ihm selbst in Worms eine Supplikation an Hg. Ulrich von Württemberg3übergeben. Demnach haben Aufseß und seine Vorgänger im Archidiakonat4von jeher in den von Hg. Ulrich [während des Landshuter Erbfolgekrieges] eroberten kurpfälzischen Orten das Sendgericht gehalten. Aufseß hoffe, dass der Hg. es beim Herkommen bleiben lassen werde. Er biete an, eventuelle Streitigkeiten mit seinen Bevollmächtigten durch sie [= Thumb, Nippenburg und Lamparter] entscheiden zu lassen. Eine entsprechende Bitte habe er bereits [während des Reichstages] in Konstanz vorgetragen und damals eine Streitschlichtung durch ihn, Lamparter, und den inzwischen verstorbenen Dr. Peter [Jakobi] vorgeschlagen.

    Sie gaben Aufseß in Worms die Zusage, Erkundigungen einzuholen und dann nach Billigkeit zu verfahren. Er hat zu diesem Zweck den Amtleuten in Weinsberg und Möckmühl Abschriften der Supplikation zukommen lassen. Falls mit dem Sendgericht bislang so verfahren wurde, wird sich der Hg. nicht weigern können. Zwar hat er wiederholt von Beschwerden der Untertanen über Unregelmäßigkeiten bei den Gerichten gehört, Aufseß hat allerdings korrekte Verfahren zugesagt. Empfiehlt, dessen Bevollmächtigten das erbetene Geleit zu gewähren5, falls sich seine Angaben als zutreffend erweisen sollten.6

    « Š5.11. Reichsstadt Worms gegen Wormser Stiftsklerus  »

    «Nr. 564 Vollmacht von Bürgermeistern und Rat der Stadt Worms für den Stadtsyndikus Philipp Lang – Worms, 18. Juni 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 1928/3, Stück-Nr. 182 (Konz., mondag nach Viti und Modesti. Dorsalverm.: Gewalt, uf meister Philipsen Lang gestelt, umb absolution ad cautelam von H. Antonio Leisten zu Menz zu bitten nach usspruch cu[n]c[ti] cleri etc.).

    Ebf. Jakob von Trier und Kf. Friedrich von Sachsen bzw. ihre bevollmächtigten Räte haben kraft Kompromissbriefs im langjährigen Streit zwischen Stiftsklerus und Stadt gütlich entschieden. Während dieses Streits wurden gegen die Stadt unrechtmäßigerweise Kirchenstrafen verhängt, von denen sie mit Einwilligung des Klerus absolviert wurde. Einige Kleriker machten indessen geltend, dass etwas geprechens bij gemelter unser absolucion ingefellen sei, was möglicherweise mit ihrem Gewissen unvereinbar sei. Obwohl Bürgermeister, Rat und Gemeinde davon überzeugt sind, dass Bann und Kirchenstrafen zu Unrecht über sie verhängt wurden und deshalb unwirksam waren, haben sie zur Sicherheit und aus Gehorsam gegenüber der Kirche um die Absolution gebeten und diese auch empfangen. Um des Friedens willen und auf Bitten der Priesterschaft sowie zur Zerstreuung ihrer Bedenken bevollmächtigen sie den Ratsherrn, Gerichtsschreiber und Syndikus Philipp Lang erneut, in ihrem Namen um die ad cautelam-Absolution unter Abstellung der geltend gemachten Defekte zu bitten und sie zu empfangen. Sie verpflichten sich zur Einhaltung aller in diesem Zusammenhang von Lang getroffenen Vereinbarungen.1

    «Nr. 565 Ebf. Jakob von Trier an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Worms, 26. Juni 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 1928/3, Stück-Nr. 142 (Kop., dinstage nach sand Johanns tag).

    Er hat gemäß ihrer Vereinbarung den Parteien gemeinsam mit den kursächsischen Räten einen Entscheid über die nach ihrem Spruch [vom 9.6.] [Nr. 329, Pkt. 3] noch offenen Punkte [ebd., Pkt. 4] sowie eine Deklaration über den Spruch [ebd., Pkt. 6] gegeben, wie aus den beiliegenden Dokumenten zu entnehmen ist. Klerus und Magistrat haben ihn gebeten, ihn als zweiten Schiedsrichter um die Ratifizierung und Besiegelung dieser Dokumente zu ersuchen. Sie werden auch noch selbst vorstellig werden.1Bittet ihn also, den Spruch und die Deklaration durch ein ŠTransfix oder in anderer ihm geeignet erscheinender Weise zu bestätigen, um weitere Streitigkeiten zwischen den Parteien zu vermeiden.2

    «5.12. Reichsstadt Worms gegen Kämmerer von Dalberg  »

    «Nr. 566 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Ks. Maximilian und ksl. Reichstagskommissare – Worms, 20. Juni 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 516/6, Stück-Nr. 84 (Kop.) = Textvorlage A. Ebd., Stück-Nr. 82 (Konz.) = B.

    Auf ksl. Befehl hin führten er, Mgf. Kasimir von Brandenburg, und andere ksl. Räte und Reichstagskommissare im Streit zwischen den Kämmerern von Dalberg und der Stadt Worms Anhörungen und Verhandlungen durch [Nrr. 330f.]. Doch haben die Kämmerer das Verfahren abgebrochen. Bei den anschließenden von der Stadt bewilligten gütlichen Verhandlungen vor Freunden der Kämmerer bekundeten Bürgermeister und Rat ihr Interesse an einer einvernehmlichen Beilegung des Streits. Sie legten noch einmal ihre Gründe für die Zurückweisung deren Ansprüche dar, erklärten aber auch, der Gegenseite im Interesse guter nachbarschaftlicher Beziehungen entgegenkommen zu wollen. Doch wiesen die Kämmerer auch dieses großzügige Angebot zurück. Die Stadt bietet deshalb hiermit für sämtliche gegenseitigen Forderungen den Rechtsweg vor den für beide Parteien zuständigen Instanzen, dem Ks. oder dem ksl. Kammergericht, an.1