Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Š1. Reichshilfe gegen Venedig  »

    «Nr. 482 Ausschreiben Ks. Maximilians wegen des Wormser Reichstages – Trient, 14./26. Juni 1509 »

    [1.] Gründung der Liga von Cambrai, päpstlicher Bannspruch gegen Venedig, Beantragung einer Reichshilfe auf dem Wormser Reichstag; [2.] Weigerung des Reichstages, Widerlegung des von den Ständen geltend gemachten Arguments ihrer finanziellen Überlastung; [3.] Begründung für die unterlassene Konsultation der Stände vor Abschluss des Vertrags von Cambrai und vor der Entscheidung über den Krieg gegen Venedig; [4.] Widerlegung des Arguments des zweifelhaften Nutzens der Liga von Cambrai für das Reich; [5.] Widerlegung des Arguments der Nutzlosigkeit früherer Reichshilfen; [6.] Widerlegung der Argumente einer möglichen Auslegung eines Reichshilfebeschlusses als Zustimmung zum Vertrag von Cambrai und der Unvereinbarkeit dieses Vertrages mit den Beschlüssen des Konstanzer Reichstages von 1507; [7.] Widerlegung des Arguments der fehlenden Verpflichtung der Reichsstände zur Bewilligung einer Reichshilfe ohne Möglichkeit zu ausreichender Beratung und angesichts einer für einen Kriegszug ungeeigneten Jahreszeit; [8.] Erwiderung auf die geäußerte Erwartung des Einverständnisses der ksl. Reichstagskommissare und des Ks. mit der Position der Stände; [9.] Erwiderung auf die geäußerte Erwartung des Einverständnisses Papst Julius’ II. mit der Position der Stände, Stellungnahme zum Vorschlag eines Kreuzzuges gegen die Türken, Aufforderung zur Leistung einer Reichshilfe gegen Venedig; [10.] Veröffentlichung des Ausschreibens zur Rechtfertigung der ksl. Position.

    I a. (Drucke I; Druck mit Zierinitiale; auf der letzten Seite handschriftl. Verm. amdip. und Siegel bzw. Siegelrest): Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 77–86 (präs. Frankfurt, 18.7.15091) = Textvorlage A. Berlin, GStA, OBA 19247, fol. 1–9. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 27–36. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 353–362 (Verm.: Verlesung vor dem Mühlhäuser Rat durch einen ksl. Boten am dinstag v[igili]a assumptionis [14.8.]). Straßburg, AV, AA 329, fol. 6–15. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 202–211 (mit Randvermm. Hd. J. J. Müller, die den Inhalt kennzeichnen). Wien, ÖNB, 28.O.29., pag.[1]–19. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22, unfol.2

    I b. (wie Drucke I, ohne Siegel und Kanzleivermerk): München, HStA, KÄA 3136, fol. 379–388 (unterhalb der Aufschrift gestrichen: H. Wolfgang von Ahaym). München, HStA, KÄA 3137, fol. 148–157.

    ŠI c. (Drucke II3; H. Höltzel, Nürnberg 1509; auf der Schlussseite gedruckter Verm. amdip.): München, BSB, Rar. 1589#Beibd. 11 [= Eur. 330–21], fol. 164–174 [auch Online-Ressource] = B. Berlin; GStB, Gv 4565. Göttingen, SUB, 8 Mulert 502 (2). Wolfenbüttel, HAB, H: YT 2.4º Helmst. (1). Worms, StdB, -Mag- W Gs 283.

    I d. (Drucke III4, auf der Schlussseite gedruckter Verm. amdip.): München, BSB, 4 Ded. 74 [= Eur. 330–19], unfol.[auch Online-Ressource] = C. Berlin, GStB, Flugschr. 1508–1, fol. 17–25. Wien, ÖNB, 43.V.75. [auch Online-Ressource].

    I e. (Drucke IV, Nürnberg 1509): München, BSB, Eur. 330–20, unfol.[auch Online-Ressource] = D.

    I f. (Drucke V, Martin Landsberg, Leipzig 1509): Berlin, GStB, Gv 4564.

    II. (Abschriften): Bamberg, StA, GHAP 5977, unfol. (Überschr. wie Aufschr. A; Verm. am Textende: Gebt dem schreiber eynmal das glaß und etwas darinnen.). München, HStA, K.blau 270/2, fol. 5–20’ (Aufschr.: Was auf dem Reichs tag jungst zu Wormbs durch ksl. Mt. rete und die curfursten, fursten und stende des Reychs anno etc. nono [gehandelt wurde]. Ausschreiben röm. ksl. Mt. wider die curfursten, fursten und stende des Reychs. Verm. am Textende: amdip.). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 77’–58’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt).

    III. (nur Resolution an die Reichsstände vom 14.6.5; Kop.): Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 186–195’ (koll. Kop.) = E. Würzburg, StA, WRTA 3, fol. 295, 296–296’, 298–298’, 304–304’, 299–302’, 297–297’, 303–303’, 305–305’ (in falscher Reihenfolge abgelegt; Aufschr.: Ksl. Mt. gegenantwort uf der reichsstende entschuldigung, als von wegen Ks. Maximilians ein hilfe begert, 1509. Dorsalverm.: Antwurt von wegen ksl. Mt. uf der stend letzt antwort zu Wormbs.) = F. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 59–70’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Abschrift) = [G]. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 185–194 (Überschr.: Ksl. Mt. ausschreyben gehabter handlung auf dem richstag zu Wurms.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 56–66. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 67, 68–78 (irreführende spätere Aufschr.: Der stende antwort und bedenken uf ksl. Mt. furbringen wegen einer stadtlichen hulfe und aufbringung krigsvolkes, und Šwarumb sie nicht darein willigen könden. 1509.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol.

    Edition: Goldast, Reichshändel, S. 400–407; Ders., Reichshandlung, S. 84–92; Lünig, Reichs-Archiv II (Part. gener. cont. I), S. 292–299 (jew. Druck); Fugger/Birken, Spiegel der Ehren, S. 1254–1256 (sinngemäße Wiedergabe).

    [1.] /77/ [Aufschrift:] abForm vnd wesen, sumarie begriffen, der handlung zwischen Roͤmischer Kayserlicher mayestat etc., vnnserm allergnedigisten herrn, durch jrer Kayserlichen mayestat verordent raͤte vnd den Churfürsten, fürsten vnnd Stenden des heiligen reichs auf dem ietzuerschinen reichstag, zuͦ Wormbs gehalten–a.

    /78/ WJr, Maximilian, von gots gnaden Erwelter Roͤmischer Kayser, zuͦallennzeiten merer des reichs, in Germanien, zuͦ hungern, Dalmacien, Croacien etc. kunig, Ertzhertzog zuͦ Osterreich, hertzog zuͦ Burgundi, zuͦ Brabant vnd phaltzgrafe etc. Embieten allen vnd yegclichen vnsern vnd des heiligen reichs, auch gemainer tewtschen nacion verwandten, vndertanen vnd getrewen, in wass wirden, stats oder wesens die sein, den ditz vnnser schreiben zuͦlesen oder zuͦhoͤrn fuͦrkompt, vnnser gnad vnd alles guͦet. Jr muͦgt nu wissen oder vernemen, was gstalt wir, als wir ietz iüngst in vnsern niderburgundischen landen gewest sein, mit vnserm heiligen vatter, dem Babst, auch vnsern lieben pruedern vnd oͤheimen, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon zuͦ ern, notturfft vnnd wolfart gemainer cristenheit, des heiligen reichs vnd tewtscher Nacion loblich verstentnuss, ainigung, puͦndtnuss vnd vertrag erlangt, aufgericht vnd beslossen haben wider die Uenediger6, als die der heiligen roͤmischen kirchen etlich jr land, Stett vnd gueter gewaltigclich eintzogen vnd lang vorgehalten, auch vnsern heiligen vater, den Babst, auf das Er soͤlh der kirchen guͦeter an Sy erfordert, weyter zuͦbetrueben vnd zuͦbenoͤtigen vnderstanden vnd sich sunst mit vil landen, uns, dem heiligen reich, auch den cronen Franckreich, Arragon vnd andern rechtlich zuͦgehoͤrend, gereichert vnd in soͤlh macht, gewaltig, hohmuetig regiment gesetzt haben, das zuͦ besorgen gewest, wo nit durch obberrürt ainigung vnd vertrag darein gesehen, wer der cristenlichen regierung, so von dem allmechtigen ordenlich gesetzt vnd Šfürsehen ist, jrrung, zerruttung, smach und beswaͤrd zuͦgewarten gewesst vnd darauf gestanden, das die Uenediger als ain gewaltig comun noch weyter gegryffen vnd zuͦletst das reich, wie vor zeiten die Roͤmer getan haben, in jr herschen vnd gebiet pracht hetten.

    Auf soͤlhs vnd sonnderlich, vmb den rawb, auch die vngehorsam vnnd verhandlung, so die venediger an der heiligen roͤmischen kirchen begangen haben, hat Sy vnser heiliger vater, der Babst, nit vnbillich in swaͤrn Ban erkannt vnd publiciert7, darauf vns als der heiligen roͤmischen kirchen aduocaten, darzuͦ /78’/ vnnser lieb prueder, die künig von Franckreich vnnd Arragon, zuͦ hilff, scherm vnnd rettung erfordert vnnd ersuecht. Das haben wir angesehen vnd zuͦ hertzen genomen, vns aus vnnsern niderlannden herauff gen wormbs zuͦ vnsern lieben Neuen vnd oheimen, den churfursten, fürsten vnnd stennden des reichs, auff berürten tag, souil jr damals gegenwurtig gewest sein, gefuegt, jnen die obangetzaigt loblich verstentnuss, ainigung vnd vertrag erzelt vnnd furgehalten, jrer hilff, rat vnd beystands, darumb Sy auch von vnnserm heiligen vatter, dem Babst, durch seiner heiligkeit breue [Nr. 272] hoh ermant vnnd ersuecht sein, begert, darauff vnnser raͤte soͤlh vnnser begern zuͦuerfolgen vnd zuͦ solicitiern bey jnen gelassen vnnd unns zuͦ den sachen fürderlich herein gefuegt, ungetzweyfelter hoffnung, das an der versamblung des reichs hilff nit manngl erschinen sein soͤlt–b.

    [2.] cUersammlung: Aber auff obertzelt loͤblich verstentnuss, ainigung vnd vertrag, auch vnser gnedig ansuechen vnd begern vnd vnsers heiligen vaters, des Babsts, eruordern hat vns die versamblung des reichs jr hilff vnd beystand zutuͦn gewaͤgert vnd abgeslagen durch nachuolgend hanndlung vnd vbung gegen vnsern verordenten raͤten zuͦ wormbs. Nemlich haben vnser lieb Neuen, oͤheimen, churfürsten, fürsten vnnd stend auf ain erste vnnd vor gegeben jr antwurt [Nr. 275], die hie zuͦertzellen on not ist, repetiert vnd angetzaigt etlich vrsachen, dero eine sein sol–c djr vnuermoͤgenlicheit, die Sy beswaͤrts gemuets antzaigen, offennlich vor augen stee vnnd der vnnseree raͤte selbs guͦet wissen tragen soͤllen, darumb Sy sich nit klain tuͦn verwundern, das von vnsern raͤten sich soͤlher jrer warer, gegrundter anntwort befrembdt vnnd beswaͤrt werde; wann offennlich vnd vnuerporgen sey, was mercklichs lassts, beswaͤrung vnd costens das heilig reich in kuͦrtzuergangen jarn bey vnnsern zeiten durch vilfaltig reichstaͤg mit zerung, nachraisen, krieg vnd hilff erlitten hab, daraus vnd Šanndern vrsachenf die stend vnd die jrn in jrn camern vnd seckeln dermassen erschepfft vnd entploͤst sein, das nu zuͦrzeit nit mer /79/ also zuͦhelffen in jrm vermoͤgen stee, wie dann die vorig jr anntwort zuͦerkennen geb–d.

    Kayserlich Maiestat: Soͤlh der stennd antzaigen jrs vnuermuͦgens haben wir jnen jüngst durch vnnser raͤte in schrifft [Nr. 276] ablegenn vnnd widerreden lassen, desgeleichen wir hiemit noch tuͤn vnnd repetiern, nemlich, das soͤlh anntwort vnd entschuldigung nit stat noch grund haben mag, auch etwas schimpflich zuͦhoͤrn ist; dann wir vnnd menigclich wissen vnnd erkennen jr vermuͦgen beyleuffig so wol als Sy selbs; wo das nit wer vnd wir jr vnuermügen im grund so gross, als Sy es fürgeben, wessten, wolten wir Sy vngern ansuechen; aber jr vermügen ist vonn gnaden gots noch so gross vnnd weyt, das Sy vns, dem heiligen reich vnnd jnen selbs zuͦ ern vnd wolfart mit ainer angeslagen hilff, die yegclichen stand in sonnderheit wenig beswaͤrt vnd doch ain treffennliche antzal pringen mag, wol erschiessen vnnd dannocht in jrn stennden vnerarmet pleiben vnd besteen mügen. Sy ermessen pillich das mitleyden vnnd darstrecken, so wir die zeit vnnserer regierung bisher dem reich vnnd tewtscher Nacion zuͦerlanngen das, so ietzo hoffenlichg vor augen ist, gethan, vnser erblannd vnd leut damit vertiefft vnnd verkuͦmbert haben; wo wir nu derselben nit souil gehabt, wie das reich von der stennd iaͤrlichen stewrn vnd andern anslegen vnd darstrecken, bißher beschehen, gegen den mercklichen, vilfaltigen anfechtungen, so jm zuͦ gestannden sein, gehanndthabt vnnd behalten werden mugen het, ist jnen vnnd menigclich wol zuͦrechnen. Es muesst desshalben zuͦgedenncken sein, wo wir mit tod abgiengen, der allmechtig well vnns lanng fristen, das die churfürsten, fuͦrsten vnnd stennd das römischh kayserthuͦmb, dieweil das so hohen costen bedarff vnd ainem kayser so slechte hilff dauon beschicht, nit erhalten, sonnder jrer armuͦet halben dauon steen moͤchten, das doch zuerparmen wer. Wol moͤgen wir achten, wann Sy jrn fuͦrstenthuͦmben, Stifften, Staͤten, Camerni, Comunen vnd vnderthanen kain beswaͤr noch abpruch antuͦen, sonder allain gedencken wellen, dieselben zuͦreichern vnd schaͤtz zuͦsameln, das Sy vileicht nit vbrigs haben moͤchten. Sy sein aber vns vnnd dem heiligen reich auch hoh gesworn vnd verpflicht, wie Sy all selbs wissen; so Sy dieselben pflicht erwegen, finden Sy villeicht schuldig zuͦ sein, vnns vnnd dem /79’/ reich zuͦ handhabung, ern vnd wolfart auch mitzuͦtailn, ob schon soͤlhs mit jrm nachtail vnd vber wol vermügen beschehen solt, darfür wir es doch noch nit achten. Das sich nu die Stend beswaͤrn der vil reichstaͤg, so die zeit vnserer regierung gehalten, vnd der grossen mue, costen vnd zerung, so darauf geloffen sein, mugen die stennd vnd menigclich erkennen, dz dem heiligen reich vnd teütscher nacion vor vnserer regierung nye souil anfechtung, widerwaͤrtigkeit vnd sorgfeltigkeit begegnet sein Šals bey vnsern zeiten; darumb ist daruor des reichs versamblung nit so oft not gewesst; aber auf die menigfaͤltig anfechtung, beswaͤrd vnd sorgen, so dem reich vnd den teütschen bißher von vil nacion begegnet sein, haben wir getan, als vns von ambts wegen geburt vnd als der dem reich nichtz verabsawmen wellen hat; vnd darumb die stend so offt versameln muͤssen. Es ist wol vor jarn also gehaltenj, so dem reich ichtz obgelegen vnd not gewesst, das ain roͤmischer kayser oder künig die stend gesondert schriftlich ersuͦcht, darauf Sy sich dann gehorsam erzaigt; so aber wir das vnderstanden, haben wir befunden, das ye ainer auf den andern gewaͤgert vnnd damit wenig gehorsam erlangt; darumb hat not getan, Sy zuͦ den reychstaͤgen gemainlich zuͦuersameln; ob Sy darauf costen, zerung vnd muͦe von des reichs wegen geliten, deßgleichen vnd vil mer haben wir auch getan; wir lassen vns aber des nit dawrn, dann wir gedencken, das wir anhaim auch nit sonnder [= ohne] muͦe vnd costen leben mügen hetten.

    [3.] kUersamlung: Uerner ermessen die stend–k, als ob Sy diser hilff zutuen nit schuldig seyen, aus vorangetzaigten vnd nachfolgenden vrsachen, dero die erst sein sol, das vnser lainigung, vertraͤg, krieg vnd fürnemen on mjr rat, wissen vnd willen–m fürgenomen vnd aufgericht, wie dann notturfft des heiligen reichs in soͤlhen grossen, swaͤrn vnd dapffern sachen hoͤhlich tat erfordern, auch also im heiligen reich, wo jrer hilff begert, loblich herkomen vnd gepraucht sey–l.

    Kayserlich Maiestat: Darauf ist vnser antwort: Wir haben ain vertrag, ainigung vnd verstentnuss mit Baͤbstlicher heiligkeit, auch vnsern lieben pruͤedern, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon, gehandlt vnd aufgericht, vnser gewissen vnd phlichten gemaͤss, dem heiligen /80/ reich, tewtscher nacion vnd gemainer cristenheit zuͦ nutz, ern, lob vnd wolfart, das wir menigclich zuͦ erkennen geben. Aber gelegenheit der sachen hatt kainen verzug oder aufschub erleyden mügen; solten wir nu der stend rats vnnd willens gephlegen, so muesten wir zuͦuor ainen reichstag beschriben, jrn rat ersuͦecht vnnd dann erst zuͦ der handlung der verainigung gegriffen haben, das noch auff hewtigen tag nit beschehen sein moͤcht, dardurch der loblich, nutzlich vertrag vnnd ainigung gehinndert vnd zuͦ rugk gestelt vnd die gegenwürtige vnser eerliche, aufnemliche vnnd sighaffte fürnemen nit beschehen waͤrn. Deßhalben mainen wir, es sey nit not gewesst, hetten auch vnsern phlichten nit gnuͦg getan, die sachen auf Sy in soͤlh harr vnd versaumnuss zuͦstellen, Sonnderlich, so wir bedencken, das auf etlichen vergangen reichs tagen durch vns, auch churfürsten, fuͦrsten vnnd stend bedacht worden ist, ainigkeit mit Franckreich zuͦsuͦechen, nemlich wider die Uenediger vnd vnglaubigen; so wir nu die loblich erlangt haben, so wil vns das in args gemessen werden, daraus abtzuͦnemen ist, als ob die stend Švileicht suechen, zwischen vns vnd jr selbs zwittrecht zuͦerwecken, dardurch das reich in zerrüttung gefuͦrt werden moͤcht; vnnd erscheint sich, das die vrsach jrs abschlagens der hilff sey nit jr vnuermügen, sonnder allain ain vnwillen, den jnen ettlich fürnemen, vmb das wir jrs rats nit gephlegen haben, das dann aus vorberürten vrsachen kain wegs fuͦeg noch stat gehabt hat.

    [4.] Uersammlungn: Zuͦm anndern vermainen die stend, der hilff nit schuldig zuͦsein, vmb das Sy onit wissen moͤgen, was nutz oder schadens, vortails oder nachtails dem heiligen reich aus soͤlhen ainigungen vnd vertregen entsteen müg, dess Sy doch pillich, dieweil jrer hilff begert wirdt, mitwissens emphangen hetten–o.

    Kayserlich Maiestat: Unnser antwortp: Guͦet ist zuͦuernemen vnd zuͦwissen vnd wellen aber den Stenden selbs vnd menigclich zuͦerkennen geben, das die verainigung vnnd tractat in allem jnnhalt dem heiligen reich, tewtscher nacion vnnd gemainer cristenheit in kainen /80’/ weg nachtailig noch abpruͦchig, sonnder mer hohloblich, erlich vnd aufnemlich sey. So mag nit wol dargethan werden, als ob die Stend soͤlher verainigung vnnd vertrag als gar nit wissen tragen; wir sein doch darumb nechst an vnnserm herauf ziehen zuͦ inen gen wormbs komen, haben jnen soͤlhen vertrag offennlich vnnd in gehaim clar angetzaigt vnd darjnn garq nichtz verhalten, den Sy jnen auch desselben mals wolgefallen lassenn, nichtz darein noch darwider geredt vnd sich etlich gegen vns trostlich mercken lassen, als werd auff soͤlhen vertrag an der stend hilff zuͦ disen loblichen, erlichen fuͦrnemen nit manngl sein. Es ist scheinparlich zuͦmerckenn, das der allmechtig von hymel soͤlh ainigung vnnd vertrag geschickt hat vnnd jm die wol gefallen lasst; das ertzaigt Er mit dem, das Er der Baͤbstlichen heiligkeit, auch vns vnd vnsern pruͤedern, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon, so wunderparlich, vnnatürlich sig, gnad vnd glück in so kurtzer zeit zuͦ eroberung nach aller der Uenediger lannd verlyhen hat; warumb wellen jnen dann die stennd des reychs dieselb ainigung vnd vertrag nit auchr gefallen lassen?

    [5.] Uersammlung: Zuͦm dritten besorgen die Stend, swie aus vor beschehen hilfen sich ertzaigt haben sol, wo vnns die begert hilff von jnen zuͦ tuͦn müglich, das dannocht wir vnd das heilig reich ee vnd mer in vertieffung vnd vnrat wann in erhebungt oder aufnemen dardurch gelait oder gefüert werden moͤchten; dann wiewol die jüngsten zwo hilff gehaltner reichstaͤg zuͦ Coͤln vnd Costenntz vber wol vermügen der stennd bewilligtu, so sey doch vns vnnd dem heiligen Šreych kain nutz, sonnder alain nachtail, schimpff vnnd schad deshalb erwachsen vnd komen. Sy geschweigen darbey annderer grosser hilff, daruor geschehen, das alles die stend nit vnbillich hohlich beswaͤr vnd in betrachten beweg–s.

    Kayserlich Maiestat: Darauff ist vnnser anntwort: Nyemand mag vns mit grund beschuldigen, das wir die zeit vnnserer regierung das reich in ainich vertieffung vnd vnrat gefüert; dann was wir bisher gross /81/ (das reych betreffennd) gehanndlt, haben wir altzeit mit der stennd rat getan vnd darumb souil versamblung, der Sy sich oben beswaͤrn, haltenn muͤessen. Das aber auff die hilff von Coͤlln vnd Costenntz, auch ander vorgehalten reichstaͤg, wenig fruchtpars, sonnder nachtail, schimpf vnnd schaden erwachsen sein sol, Wissen wir nit sonndern nachtail vnd schaden dem reich beschehen, aber wol vns vnd vnsern erblannden. Der schimpf (ob ainicher daraus entstanden waͤr) sol pillich nit vns, sonder ee den stennden zuͦegemessen werden; dann Sy haben schimpflich dartzuͦ getan vnd sein des vrsach jrer lanngsamen, vnvolkomen hilff halben vnnd nit wir, dann wir alltzeit vnnser leib, leben, camerguͦet, lannd vnd leuͦt zuͦ den sachen dargetan, so Sy des merern tails anhaim pliben sein; vnd so ye der puncten, daz auff die ergangen hilff gehaltner reichstag vnns vnd dem heiligen reich kain nutz erwachsen sey, angeruert wirdt, dess haben wir vnns pillicher dann die stennd zuͦbeswaͤrn; dann Sy vnns alweg durch jr bewilligen vnd zuͦesagen der hilffen zuͦ vnnsern fürnemen vnnd darauf in grossen costen vnnd darlegen gelait vnnd dann jr hilff, uͤber das die wenig vnnd gering gewesst ist, dannocht so lanngsam, sewmig, vnuolkomen vnnd vnordenlich gehalten vnd geraicht, das damit nichtz fruchtpars ausgericht werden mügen vnd vnns geursacht vnd gepracht hat in verschwenndung vnsers camerguͦets, versawmnuss vnd verwarlosung vnnserer lannd vnd leuͦt, auch vmb annders, so vns zuͦgestanden sein soͤlt vnd moͤcht, als hungern, Britani [= Bretagne], Mayland, gantz jtalien etc., das alles wir mit gnaden des allmechtigen, wo Sy jr tapffer hilff zuͦ rechter zeit vnd volkomen dartzuͦ gethan hetten, auf des heiligen reichs oder vnser erblich oder erheyrat gerechtigkeiten erobert vnnd behalten vnnd also dem heiligen reich vnd tewtscher nacion anhengig gemacht haben woͤlten, wie wir vns dess auf allenv reichstagen gnaͤdigclich vnd getrewlich erpoten haben. Und darumb, wo Sy vnns vnnd dem heiligen reych noch nit trostlicher, ordenlicher hilff tüen wolten dann bisher, waͤr waͤger [= besser], Sy der zuͦerlassen dann die antzuͦnemen. /81’/ Wo aber die Stennd vileicht gedaͤchten vnd vermainten, als ob jr bißher getan hilffen vns vnd vnnsern hewsern oͤsterreych vnnd Burgundi zuͦ statten vnd guͦetem komen vnd beschehen waͤrn, So geben wir jnen zuͦermessen, das die genannten vnserw hewser oͤsterreich vnnd Burgundi sluͤssel vnd clausen des heiligen reichs vnd tewtscher nacion sein gegen allen anfechtern vnd widerwaͤrtigen, glaubigen vnnd vngelaubigen; vnnd was denselben hewsern hilff vnnd fürdrung beschehen, wer doch dem heiligen reich Švnd tewtscher nacion getan; dann so dieselben hewser oͤsterreich vnnd Burgundi in bestand vnnd wesen vor jrn anstoͤssern vnnd widerwaͤrtigen gehandthabt sein, so ist das reych dardurch behalten. Wann Sy aber (daruor der allmechtig sein well) verlassen vnnd vom reich getrennt werden soͤlten, waͤr zuͦebesorgen, das das reych vnd die tewtschen von frembden nacion vberfals, beschwaͤrung vnd ellends, das ietzo nymandt gedenncken will, gewarten muͤesten. Zuͦsampt dem, so haben dieselben hewser oͤsterreich vnnd Burgundi dannocht allweg gegen den anfechtern vnnd widerwaͤrtigen gar vil mer lasst, mitleyden, costen vnd darlegen weder annder Stend des reichs getragen vnd getan, alles dem heiligen reich vnd tewtscher nacion zuͦ aufenthalt vnd guͦetem.

    [6.] Uersammlungx: Auf die vierd vrsach, derhalben die Stend vns vnd dem reich nit vermainen zuͦhelffen, nemlich also lautend: yWo jnen die begert hilff moͤglich vnnd Sy die taͤtten, das soͤlhs angesehen vnnd geacht werden moͤcht, als ob Sy in die angetzaigten (doch jnen vnwissend) vertraͤg vnd wie die geschehen, ob Sy gleych dem reich nachtailig waͤrn, gewilligt vnd gehollen hetten. Zuͦsampt dem, das soͤlhs der handlung nechstgehalten reichstags, die mit hoher vernunfft vnd betrachtung bewegen worden, nit gemaͤss, das sich Churfürsten vnnd ander stend getrewlicher maynung erpotten gehabt, Jr treffenlich potschafft zuͦ dem künig zuͦ Franckreich zuͦschicken, mit demselben des hertzogthuͦmbs Maylandt vnnd annderer sachen halben, das heilig reych vnnd die cron Franckreych betreffend, zuͦhanndlen vnd vnrat zuͦ fürkomen, mit hohem erpieten der stennd, wo sich /82/ derselb künig nit gleicher ding gegen vns weisen lassen wolt etc., das jnen aber von vns desselben mals abgeschlagen vnnd nit verfolgt sein sol, nit on nachtail vnnd beswaͤrung des reichs, als die stennd besorgen–y.

    Kayserlich Maiestat: Wir haben in ainem artickel oben ertzelt, das die ainigung vnd vertrag in kainem innhalt dem heiligen reich nachteilig noch abpruchig; dann wir sein alzeit des guͦeten gemuͦets, dem heiligen reich so vngern etwas zuͦuerliern oder zu vertaͤdingen8, als Sy es sehen mügen; so aber die ainigung vnnd vertrag dem heiligen reich vnd tewtscher nacion zuͦ hohen ern, lob, aufnemen, rue vnd frid raichet, darzuͦ istz der stennd bewilligungaa nit not gewest, sonder wir haben des als regierender roͤmischer Kayser nach schickung des allmechtigen, auch hohem rat vnd erwegen vnd dem heiligen reich, tewtscher Nacion vnnd gemainer cristenheit zuͦ guͦet aus vnns selbs wol fuͦeg vnd macht gehabt; wo jnen dann die stennd solchs nit lieb sein lassen wolten, moͤcht jnen darumb vbel gesprochen werden in ansehung jrer phlicht vnd ayd, die Sy wol weisen, was Sy vns vnd dem heiligen reich goͤnnen vnd Šschuldig sein sollen. Mayland halben haben wir den stenden nechst durch vnsere raͤte vnser antwort vnd maynung [Nr. 411, Pkt. 5] fürhalten lassen, desgleichen wir hiemit noch tüen, das wir anders nit darjnn gehandelt dann wie auf vergangen reichstaͤgen die stend vnd sonderlich churfuͦrsten vnd fürsten geraten haben, nemlich solcher gestalt, das wir vnns befleyssen solten, mit Franckreich in ainigkait zuͦkomen, sonder wider Uenedig, vnnd jn darauf mit Mayland zuͦbelehnen; dann ain künig von Franckreich stüende ainem roͤmischen kayser oder künig für ain lehensman des heiligen reichs pas an dann ain aigner hertzog zuͦ Maylannd.9 Solher jrer maynung vnd ratsleg von vorigen reichstagenn sein wir noch wol ingedenck; haben darfür gehabt, was jnen desselben mals gefallen, es hett ietzo auch nit waͤgerung bey jnen gehabt; wo wir aber gesorgt, das Sy auf jedem reichstag ainer sonndern vnd andern maynung sein wolten oder das gelegenheit der sachen souil pitt vnd aufschub erleiden mügen, hetten wir wol bedacht, Sy vor zuersuechen; vnd also haben wir dem reich mit Mayland nichtz vertaͤdingt, es ist gleich so wol lehen /82’/ als vor; vnnd wo wir vnserm pruͦeder [Kg. Ludwig] von Franckreich die belehnung nit getan, so her ers dannocht gehabt; vnnd wer zuͦbesorgen, vnns vnnd dem reich swaͤr gelegen, jn dauon zuͦdringen, dann wir haben das lanng versüecht vnnd angefochten, vnser leib vnnd guͦet daran strecken wellen, wie menigclich gemerckt vnd gesehen. Es hat aber bey den stennden jrer hilff vnd zuͦethuͦens halben nye sein mügen, sonder Sy haben sich alweg mercken lassen, das jnen Mayland lieber der gstalt in des künigs zuͦ Franckreich hand sey dann in weylennt hertzog Ludwigs [Sforza], darauf Sy mercklichen costen dasselb zuͦerobern darlegen müessten; vnd vnns also vnnser ansynnen vnd fürnemen Mayland halben doch auf zwayen reichstaͤgen gestracks abgeslagen.10 Demnach wellen wir darfuͦr achten, das wir mit dem wenigen vnnd mindern als alain mit der belehnung Mayland dem heiligen reich vnnd teutscher nacion ain merers aufgericht vnd gestifft haben, das ist die loblich ainigkeit vnnd vertrag, daraus dem reich, tewtscher nacion vnd gemainer cristenheit, ob got wil, aufnemen, handthab, frid vnd ruͦe gedeyhen sol, als sich dann noch bißher in voltziehung soͤlher ainigkeit vnd vertrag troͤstlich erscheint in dem, das wir nuab alles das, vns von der ŠUenediger land vnd gepieten in soͤlhem vertrag zuͦepartheyt11, das doch ain maͤchtig ding ist, nach ganntz erobert vnd in vnnser gewalt vnnd gehorsam pracht haben.12 Dergleichen glücks, sigs vnd aufnemens wir vns hinfür zuͦ dem almaͤchtigen wol getroͤsten. Das wir aber zuͦ Costentz abgeslagen haben sollen, ain potschaft in Franckreich zuͦschicken, dess gesteen wir nit in der gestalt; wir gedencken wol, das davon gehandelt worden, und ist der Stennd maynung gewest, ein slechte vnd geringe potschaft zuͦuertigen13; das moͤgen wir wol widerredt haben vnd pillich in bedacht, das vnns, den Stenden vnd gantzer tewtschen nacion gross vnansehen, smach vnnd verklainerung daraus erwachsen waͤr, aber ain maͤchtige, raͤtliche potschaft abtzuͦfertigen haben wir nye gehindert, sonnder mer gefuͦrdert vnd solicitiert, sein auch darauf willig gewest, vnsernn gepuͤrenden costen dartzuͦlegen. Darjnn sich aber die Stennd des costenns beswaͤrt vnd also die potschaft zuͦfertigen ersitzen lassen haben.

    [7.] /83/ Versammlungac: Für die funft vrsach melden die Stend, als ob Sy vnns vnd dem reich zuͦhelffen nit schuldig sein, nemlich, addas bisher nye mer im reich gehoͤrt, das ain soͤlh treffenlich eylend vnd stuͦmpf14 hilf zuͦuor vnberatslagt, auch zuͦ vngelegner zeit zuͦschicken gefordert oder begert sey–ad.

    Kayserlich Maiestat: Gegen demselben bedunckt vnns, dise hilff soͤlt die zeither, so die Stennd bey ainander versamblt gewesst, wol beratslagt vnd nu in kürtz auftzuͦpringen muͤgen sein. Uns ist die verainigung vnd vertrag auch so gaͤhs [= plötzlich, überraschend] zuͦegestanden, das vnns vnnd dem reich, auchae vnsern gegenwürtigen fürnemen, wie obsteet, ainichen aufschub darjn zuͦ tuͦn nit nuͦtz, darumb auch not gewesst ist, die hilff gaͤh zuͦuordern vnnd auftzuͤpringen; dann dise vnnser fürnemen haben eroͤffnung vnd auspraituͦng lanng vor der tat nit leiden muͤgen, sonnder ist das gewinlichist gewesst, die Uenediger vnuersehen zuͦvbereiln; dann solten vnser fürnemen lanng daruor vmbgetrochen worden vnd an die veind gelangt sein, waͤr vnns vnnd dem heiligen reich beswaͤrdt vnd sorg vnd den Uenedigern kundtschaft, sterckung, schicklicheit vnd hoffnung darauf gestanden, das Sy nit (also zuͦschaͤtzen) auf ain tag zuͦ grund gangen waͤrn, wie dann in den weg beschehen ist; vnns hat auch gepuͦrt, kurtz nach vnserm lieben pruͦeder von Franckreich vnd neben Švnserm heiligen vatter, dem Babst, antzuͦgreifen, in ansehung vnnd crafft der verainigung vnnd vertrag, darein wir alain Sy bewegt vnnd pracht15, haben aber darbey wol bedacht, das der Stennd kriegsvolckh, so Sy vns bewilligen wuͦrden, villeicht nit so leidlich waͤrn, in die hitz zuͦtziehen, als die vnnsernaf; vnd darumb ietzo den vortzug mit vnnsern leuten getan, sein dess auch noch in staͤter vbung vnd merer rüstung, Auf das, so sich die stennd ainer tapfern, trostlichen hilff entsliessen würden, das jrn leuten die herbst zeit zuͦ statten komen moͤcht. So wissen wir kain füegclicher zeit durch das jar zuͦ kriegen dann die Suͦmer zeit, darumb on not von den stennden zuͤ vrsach genomen wirdet, als soͤllen wir die hilff zuͦ eilend, stümpf vnd vngelegner zeit erfordert haben.

    [8.] /83’/ Uersammlungag: Darnach melden die Stendt in jrer antwort, das ahaus angetzaigten vnd andern vrsachen, der auch wol mer zuͦertzellen wern, jr vertrawen vnd hoffen sey, das sich soͤlcher jrer gegeben notturftigen, waren antwort weder vnser räte noch iemands anderer mit pillicheit zuͦbefrembden oder zuͦbeswaͤrn haben sol etc.–ah

    Kayserlich Maiestat: Darzuͦ sagen wir, wo die Stend dergleichen vrsachen noch mer dartaͤten, westen wir die in hofnung mit guͦetem gründt wie die obgeschriben zuͦuerantworten vnd zuͦ widerlegen; das aber wir vnd meniglich, der lieb, naygung vnd gehorsam zuͦ vns tregt, soͤlcher abslegigen anntwort nit klain, sonnder hoh befrembden, beswaͤrn vnd behertzigen haben, das ist menigclich zuerkennen pillich, in ansehuͦng, das Sy vnns, das heilig reich vnd tewtsche nacion in disen loblichen, erlichen, aüfnemlichen vnd hoffennlichen fuͤrnemen, dergleichen in menschen gedaͤchtnus nye vorhannden gewest sein, also zuͦuerlassen vermainen.

    [Uersammlungai:] Wir mercken verrer aus der Stennd antwort vnnd schrifft, ajwo wir in soͤlhem vnnserm swaͤrn fürnemen jrs rats gepraucht, wie jm reich herkomen, die nottuͦrft erfordert vnnd pillich beschehen wer, was Sy vnns dann geraten hetten, darinn wolten Sy sich als die getrewen vnd gehorsamen on zweyfel mer, wann wolak jr vermuͤgen gewesst, ertzaigt vnd gehalten haben–aj.

    Kayserlich Maiestat: Soͤlhs bedunckt vnns gleich ain widerwaͤrtigs sein, dann jr erste vnd principal vrsach gewest ist jr vermaint vnuermoͤgen, vnnd hie melden Sy, wo wir jrs rats gephlegen, was Sy vnns dan geraten, darinn wolten Sy sich vber jr vermuͤgen ertzaigt haben; das gibt vns ain antzaigen ains vnwillens Švon etlichen, die den vrsachen, welhen vnwillen wir doch vmb dieselben noch annder nit verschuldt, sonder vnns mit vnserm leib vnd guͦt, auch erblannden vnd leüten in des heiligen reichs obligen zuͦvil dartzuͦ gemüet vnnd beswaͤrt haben; wo nuͦ soͤlher vnwillen dem heiligen reich nit zuͦ nachtail kaͤm, waͤr vnns der auch dest ringer zuͦ tragen.

    [9.] /84/ Uersammlungal: Zuͦ letst ertzellen die stend, amSy zweyfeln nit, wo die Baͤbstlich heiligkeit herkomen vnd gelegenheit der stennd vndan tewtscher nacion, wie zuͦm tail obangezaigt, auch wie vnnd zuͦ welcher zeit dise sachen an die stend gelangt sein, bericht werde oder wuͦrde, jr Baͤbstlich heiligkeit wurde der gegeben antwort kain misfallen tragen, sonder der stend gelegenheit vnd notturft in solchem gnedigclich bedencken–am; aowo auch wider die vnglaubigen oder türgken mit ainer stattlichen expedicion oder zug solt gehandelt werden, als dann notturft der selben sachen wol taͤt erfordern, oder so die Baͤbstlich heiligkeit oder cristenlich kirch von iemand beschwaͤrt oder benoͤtigt waͤr oder wurd, so wolt sich zuͦm vorderisten nach ermessung der stennd in solcher swaͤrn, grossen sach gepürn, das zuͦuor vil cristenlicher gezüng vnnd gewalte zuͦsamen erfordert, mit jr aller rat von sachen der notturft zuuor gehandelt, wie vnd welcher mass solcher zug vnd handlung zum pessten vnd geschicktisten solt vnd moͤcht fuͦrgenomen werden, damit die hilff in solchem allenthalben auf müglich zeit gleichmaͤssig vnd auf alle stend vnd glider, hoch vnd nider, aufgetailt vnd nit allain auf den gehorsamen klainen tail des reichs gelegt, auch zuͦuor cruciat16 vnd anders gegeben wurd, wie dann vormals in solchen faͤllen mer gebraucht vnd geuͦbt sey; darinn wurden sich alle stennd des reichs on zweyfel als from, cristglaubig glider gegen der heiligkeit vnd dem cristenlichen glauben nach jrm vermügen zuͦ aller gehorsam erzaigen; der maynung wellen sich auch die churfuͦrsten mitsampt gemainen stenden auf die Babstlichen ausgangen breuiaap vnd anders, derohalb fürgehalten, verantwort haben–ao. aqDarumb vnd aus angezaigten vrsachen die stend des reichs auf jrer gegeben anntwort besteen etc.–aq

    Kayserlich Maiestat: Hierauf vnd auch fur das letst achten wir, die Babstlich heiligkeit hab herkomen vnd gelegenheit des reichs vnnd der stend gnuͦgsam kundschafft, vnd wer vnsers bedunckens nach so guͦet, jr heiligkeit vnd menigclich wessten nit souil darumb; was gefallens aber jr heiligkeit ab der stend Šhandlung tragen, wirdet jnen jr heiligkeit vngetzweifelt wol zuͦuersteen geben; was auch sunst in tewtschen landen vnd durch die gantz cristenheit von den jhen, die villeicht ains andern gemuets sein, darzuͦ geredt, wirdet Sy on zweyfel auch furkomen. Als aber die stend vnderricht tuen /84’/ [von] ordnung vnd wesen des zuͦgs wider die türgken oder vnglaubigen, auch zuͦ hilff Baͤbstlicher heiligkeit vnd der kirchen, So soͤllen die Stennd wissen, das ditz vnser mitsambt Baͤbstlicher heiligkeit, auch der künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon verstenntnuss vnnd fuͦrnemen nit angefangen sein, alain die Uenediger (vmb jr lanngher pracht veraͤchtlich, gewaltig, vngoͤttlich herschen, auch vmb das Sy der heiligen kirchen das jr gewaltigclich entwert vnd vorgehalten, Sich darzuͦ dem cristenlichen wesen in etlich ander weg vngemaͤss gehalten vnd vnderstanden haben, der Baͤbstlichen heiligkeit vnnd kirchen weyter widerwaͤrtigkeit vnd trangar aufzuͦtun) zuͦstraffen, sonder auch auf die vnglaubigen zuͦ ziehen; als wir dann hewtigs tags willenns sein, so wir nu mitsampt Baͤbstlicher heiligkeit vnd den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon den Uenedigern das lannd nach alles bis an die Statt Uenedig mit gottes hilff abgewunnen haben, vnns auf das wasser zuͦbegebenn vnnd zuͦ vndersteen, die vbrig jr macht, damit wir all künftiger aufruͦer vnd beswaͤr von jnen vberhaben vnd gesichert sein, auch niderzülegen, zu tewtscher nacion in vnser gehorsam zuͦpringen vnd fuͦrter wider die vnglaubigen zuͦtziehen; wir kuͦnden auch nit gedencken, das soͤlhs bißher ye füegclicher vnd schicklicher gewesst sey vnd sich hinfuͦr nymmer dergstalt begeben noch reymen moͤcht, dann so wir ietzo mit Baͤbstlicher heiligkeit vnnd vorgenannten vnnsern lieben pruedern in verstentnuss vnd ainigkeit sein. Wir, dieselben vier, als die maysten der cristenheit haben dise fürnemen gnuͦgsamlich bedacht vnd erwegen, auch nit für not geacht, weiter gezuͦng zuͦsamen zuͦfordern, aus vrsach, das soͤlhs lange weyl, mercklichen costen vnnd versawmnuss gepert het; damit wellen wir dargetan haben, das dise furnemen nit alain wider die Uenediger, sonder auch die vnglaubigen gnuͦgsamlich beratslagt vnd nit not noch guͦet gewest, annder oder mer getzung zuͦsamen zuͦ pringen, dieweil doch dieselben vnd, zuͦschaͤtzen, die gantz cristenheit alle vns viern verwandt sein; darumb auch wir vier durch vnser potschaften die andern dannocht ersuͤecht haben.17 Dann solten die sachen dergstalt, wie die Stennd vor jn haben, fürgenomen, die cristenheit moͤcht nymer mer wider die vnglaubigen aufpracht werden; darbey wellen wir der Stend maynung, als ob Sy auf die Baͤbstliche Breuia entschuldigt sein, widerlegt /85/ vnd vnnserm heiligen vatter, dem Babst (ob Sy seiner heiligkeit gnuͦg oder nit getan) haimgesetzt vnd befolhen haben; wir besorgen Švnd gedencken aber, die Stennd werden klainen danck bey seiner heiligkeit erlangen, dann Er jr vnuermügen vnd entschuldigen gleich so für ungegruͤndt als wir erkennen vnnd annemen wirdet.

    Dem allem nach ermanen wir die Churfursten, Fürsten vnd Stennd vnser vnnd des heiligen reichs aufs ernstlichist vnd hoͤst, so wir Sy alsas jr erwelter roͤmischer kayser zuͦmanen haben, das Sy vnangesehen der obertzelten vnnd aller annderer vermainter vrsachen vnnd aüstzüg die cristenlich kirchen in krafft Baͤbstlicher heiligkeit erfordrung, aüch das heilig reich vnnd tewtsche nacion jrn phlichten vnd ayden nach kains wegs verlassen, sonnder sich denselben zuͦ hilff vnnd beystand vnd zuͦ ausfuerung des gegenwurtigen goͤttlichen taͤglichenat sigs nochmals ainer tapfern, troͤstlichen, ordenlichen antzal kriegsvolck entsliessen, die auch aufs eilendist, so muglich ist, berait machen vnd zuͦ vns vertigen; des wellen wir vns noch gnedigclich vnnd freuntlich zuͦ jnen getroͤsten vnd versehen. Geben auin vnser Statt–au Triennt am viertzehennden tag des Monats Junii Anno etc. nono, avUnsers reichs, des Römischen im vierundzwainzigisten jarn–av.

    [10.] /85’/ awDJser obgeschriben vnserer schrift antwort vnd ansuͦechen haben die churfürsten, fürsten vnd stend des reichs, vber das Sy durch vnsere raͤte zuͦ wormbs hoch vnd streng darumb ermant vnd ersuͦecht worden sein, nit erwart, sonder sich auf jr obbegriffen maynung vnd dartuen, vnsern raͤten in schrifft vberantwort, vor vnd ee jnen auch obertzelt vnser verantworten vnd ansuechen zuͦekumen ist, erhebt, den reichstag geendet vnd auf jrer maynung wie vor beharret.

    Dieweil wir nu bedencken, das menigclich, so villeicht der handlungen nit wissen tragen, befrembden moͤcht, was doch die vrsach, derohalben vns, dem heiligen reich vnd tewtscher nacion von der versamblung des reichs die hilff vnd beystand vertzigen vnd abgeschlagen waͤrn, Ermessen auch, das vngezweyfelt dieselben vrsachen den churfürsten, fürsten vnnd stenden zuͦ fueg vnd vnschuld vneroffnet vnd vnberedt nit pleiben, daraus dann vns (wo wir vnser gegrundte antwort entschuldigung weise obgeschribner massen dagegen nit dartaͤten vnd erlauten liessen) vnglimpfen vnd schuld zuegelegt werden moͤcht, So haben wir vnserer eern halben fur not geacht, Euch allen vnd ieden insonderheit gestalt, schicklicheit vnd wesen vnserer, auch der churfürsten, fürsten vnd stend des reichs obbegriffen handlung hiemit zuͦ offenbarn, Ob aus dem, das Sy zuͦuor der Baͤbstlichen heiligkeit vnd nachuolgend vnns vnnd dem heiligen reich jr hilff vnd beystand zuͦ disen vnsern loblichen, goͤtlichen fürnemen nit bewisen hetten, dem heiligen reich vnd tewtscher nacion ainich beswaͤrd zuestuend vnnd erwuechse, das der allmechtig vorhueten welle, als auch wir Šmit darstrecken vnnsers leibs vnnd guͦets zuͦ furkomen alltzeit begierigs hertzens willig gewesst vnd noch sein, damit doch wir entschuldigt seyen. Dann aus berurten der versamblung verziehen, waͤgern vnd abslagen muͦgen wir vns mit vnsern hewsern Osterreich vnd Burgundi zuͦ dem reich vnd tewtscher nacion hinfur wenig hilff, trossts vnd beystands versehen, dieselben vnser hewser zuͦ behalten vnnd zuhandthaben gegen vnd vor vnsern durchaͤchtern vnd widerwaͤrtigen, glaubigen vnd vnglaubigen, vor denen wir vnd die genanten vnsere hewser nu ob dreyssig jarn her dem heiligen reich zuͦ behuet vnnd guͦetem herten, swaͤrn last, anfechtung vnd krieg gelitten vnd ge- /86/ tragen haben, dergleichen vnns noch hewtigs tags obgelegen vnnd hinfür staͤtigs zuͦgewarten sein.

    Wir hetten doch gehofft vnnd getrawt, die versammlung solt bedacht vnd mitleyden gehabt haben vnserer mercklichen verluͦesst, so vnns ietz ain jar verganngen vmb des reichs vnd tewtscher nacion fürgenomner eer vnd wolfart willen begegnet, die vnd noch vil maͤchtigers vnd merers, dartzuͦ vns diser zeit mit sig, gnad vnnd glück des allmaͤchtigen widerkert ist. So muͦessen wir abnemen, als ob vnnser verluesst vnnd smach vnnd herwider vnser sig vnnd gluͤck bey jnen gleichmaͤssig bewegen vnnd geacht werd.

    Das muͦess aber kuͦmen vnnd entspringen aus etlichen, die vns miszgoͤnnen, zuͦ denen wir vnns doch jn ansehung vnserer gnaden, freuntschaft vnnd guͦettaͤt, der wir vnns gegen jnen befleyssen vnnd ertzaigt, kains vbels versehen haben.

    Begern demnach an euch all vnnd jegclich innsonderheit, dise vnnser vnnderricht vnnd dartuͦen entschuldigung weise fuͦr war vnd gegrundt antzuͦnemen vnd zuͦerkennen, vnns auch damit guͦetlich entschuldigt zuͦhaben; vnnd ob jemand aus jm selbs oder aus vnwissen oder ungegründtem erfarn ichtz dawider zuͦreden vnd antzuͦzaigen vermaint, so sein wir berait vnnd begirig, dem- oder denselben altzeit klarer bericht vnd gnugsam verstand zuͦgeben, das dise sach, als sich ietzo erscheint, lanngher durch vnnser miszgoͤnner auf vnns (zerrüttung im heiligen reich zuͦbewegen) bedacht und furgenomen ist; das wolten wir euch nit verhalten. Geben vnd gefertigt in vorgenanter vnserer Statt Triennt Am sechundtzwaintzigisten tag des Monetz Junij Anno etc. im Newnten, Unserer Reiche, des Roͤmi[s]chen im vierundzwaintzigisten vnd des Hungerischen im zwaintzigisten jarn–aw.

    «Nr. 483 Aufzeichnung des kursächsischen Gesandten Friedrich von Thun über Verhandlungen mit Lgf. Wilhelm II. von Hessen – act. Kassel, 16. Juni 15091 »

    Verhandlungen in Worms über die von Ks. Maximilian geforderte Reichshilfe.

    ŠWeimar, HStA, EGA, Reg. A, Nr. 173, fol. 37–44’, 45’ (Kop., sonabends nachfolgend).

    [/37–37’/ Angelegenheiten Hessens; Nr. 561, Pkt. 1]. /37’/ Der Gesandte ging anschließend auf das an Kf. Friedrich nach Worms geschickte Schreiben des Lgf.2ein, worin dieser die Meinung vertrat, dass nit gut sey, das dem kayser hilf gewegert. Dan sein gnad hat geschrieben sein reten, das sie sich solten vernemen lassen, er wolt ksl. Mt. hilf tun.3 Het mein gnst. herr [Kf. Friedrich] bey sich bedacht, das nit gut were, das sich die rete solchs gegen den stenden vernemen liessen, und /38/ wolt der landgrave ksl. Mt. hilf tun, wer on not, sich gegen der versamblung des Reichs zu vernemen lassen; und auch darauf mich zu den hessischen reten geschickt, inen solchs meins gnst. herrn bedenken zu sagen bevolhen, doch wolts sein ftl. Gn. in das guter meynung zu irem gefallen angezeigt haben. Nu wer mir er Curt von Manspach bekomen [= begegnet], dem ichs gesagt. Darauf er berichtet, doctor Engenlender, der canzler, würd mir begegen, zu ausschuss aufs [Rat-]haus zu geen. Dem solt ich solchs meins gnst. herrn bedenken sagen. Dann er sehe solchs fur gut an zu unterlassen. Hab ich dem canzler vorbenennt solchs gesagt, der mir darauf meins gn. herrn landgraven schreiben, an die rete darinnen ergangen, ufm haus gelesen und gesagt, er wisse den bevelh seins herrn nit zu endern, wolle sich4 des auch sambt andern reten, wie sie beschlossen, halten. Und darauf die hessischen rete den im außschus solchs angezeigt. Das mein gnst. herr, als es sein ftl. Gn. bericht, nicht gern erfarn. Hab mein gnst. herr dem landgraven, was seiner ftl. Gn. bedenken und handlung darin gewest ist, auch nit wollen pergen.

    Des landgraven antwurt, wie er meinem gnst. herrn geschrieben und sich sein ftl. Gn. darinnen gehalten, nem er freuntlich zu dank an, het aber sein reten, das bey den stenden anzutragen nit in bevelh geben.

    /38’/ Ich hab furder gesagt, den abschied zu Wormbs und aller ergangen hendel werde mein gn. herr, der landgraf, durch seiner ftl. Gn. rete bericht empfaen, was sein gnad hievor nit bericht wer. Darumb mein gnedigister herr mir nit weyter bevelh, davon zu tun, geben, aber allein, das ksl. Mt. die begert hilf nit gescheen ist aus dieser ursach, das churfursten, fursten und alle ander stend die unvermogligkeit, solcher hilf zu tun, bewogen. Zum andern, das mit solcher suchung ein merkliche beswerung und eingang dem Reich zuwachsen mocht, dadurch das Reich in tribut zu geben gefurt und also, wen ksl. Mt. hilf haben wolt, das ir Mt. kein Reichs tag mer ernennt, sonder einen yeglichen churfursten, fursten und stenden schreib, also zu tun; dadurch die Reichs tag Šabgeschnitten; und welcher das dann zu tun wegern wurd, het er ungnad ab im. Und damit kein einbruch oder einfurung churfursten, fursten und andern stenden nachkomen und gemacht, das schwerlich herwider zu brengen were. Furder auch, dieweyl ksl. Mt. durch aigen person nit abbeharret5, wer von den stenden abgenomen, das es darumb ergangen, wie vor vermelt, auß der verpflichtung zu suchen. Es wer auch großlich bewogen, ir Mt. zu helfen, /39/ dieweyl nit angezeigt und lauter gemacht wurd den vertrag mit dem konig zu Frankreich und das Reich nit wust, ob es zu nachteyl oder nutz geschee oder wie derselbig vertrag gestelt, den ye churfursten, fursten billich wissen solten. Aber mein gnst. herr hat sich im anfang und alweg horen lassen, sehen curfursten, fursten und andere stend an, das solche oder andere hilf, oder wie ksl. Mt. zu helfen sein solt, wolt sein ftl. Gn. sich nit davon sondern, sonder warauf der merer teyl beschlus, auch bleyben. Aber wer es durch die gemein stend beschlossen, das solche hilf durch angezeigte ursach zum besten unterlassen sein solt, davon sich auch mein gnedigister herr nit hette sondern wollen. Wolt sein ftl. Gn. meinem gn. herrn landgraven nit pergen zu dem, das sein gnad von seinen reten weyter bericht wurd werden.

    Darauf der landgraf geantwurt, er wolt gern, das der kayser an hilf nit gelassen were. Dann er wurd fast mit ungnaden darumb bewegt werden. Er hette sich erpoten, seiner Mt. zu dienen. Das wolt er tun.6 Und darauf gesagt zu mir: Was meinstu, was wil daraus werden?

    Hab ich geantwurt: Gnediger herr, dem bin ich zu wenig verstendig. Aber ich halt dafur, wen ksl. Mt. das wol bedenken, werd er kein ungnad oder mißfallen auß billigkeyt darumb haben mogen. [/39’–44’/ Angelegenheiten Hessens; Nr. 561, Pkt. 3–7].

    «Nr. 484 Beschlüsse des Augsburger Domkapitels zur Venedighilfe – Augsburg, 20.–27. Juni 1509 »

    Freiwilliger Beitrag Bf. Heinrichs von Augsburg für den ksl. Venezianerkrieg.

    Augsburg, StA, Hst. Augsburg, Neuburger Abgabe, Akten, Nr. 5492, fol. 37, 37’–38, 38’–39 (Auszüge aus dem Domkapitelprotokoll).

    /37/ [20. Juni] Der Bf. hat an den Domdekan [Heinrich von Zülnhart] wegen der Reichshilfe für den Ks. geschrieben: Sehe ain capitel dannocht gut an, wiewol ksl. Mt. die stende des Reichs hilf zu furgenomen romzug [!] abgeschlagen, das dannocht sein gnad in ansehung, was seyner gnaden an ksl. Mt. und sonderlich an den fursten von Osterreich gelegen sey, nichts mynder ksl. Mt. ain zimliche Šhilf zuschicken tet, wie dann zu vermuten ist, ander fursten und stende des Reichs auch tun werden.

    /37’–38/ [23. Juni] Der Domdekan bat im Namen des Bf. um Mitteilung, ob die vom Domkapitel ungeachtet der Verweigerung des Wormser Reichstages befürwortete Hilfe für den ksl. Romzug [!] in Form von Geld oder Truppen geleistet werden solle und was das Kapitel dazu beitragen wolle: Das Domkapitel überließ dem Bf. die Entscheidung über die Art der Hilfe, dweyl baid weg etwas sorgfeltigkeit und beschwerd uf in tragen. Sollten die Kosten für den Bf. zu hoch ausfallen, wöl sich alsdann ain capitel gegen sein gnaden zimlichen und gepurlichen halten.

    /38’–39/ [27. Juni] Christoph von Knöringen verkündete im Domkapitel das Ergebnis von Beratungen zwischen dem Bf. und seinen Räten, wonach der Domdekan als bfl. Gesandter in Erfahrung bringen solle, welche Art von Hilfe der Ks. bevorzuge: Das Domkapitel stimmte zu und beurlaubte den Dekan mit der Auflage, sich nach Erledigung seines Auftrags unverzüglich wieder nach Hause zu verfügen, da der Gottesdienst und die Angelegenheiten des Kapitels aufgrund seiner Abwesenheit leiden würden.1Auf ein Schreiben des Ks. hin wurde außerdem beschlossen, an den nächsten drei Montagen nach dem 4. Juli (Udalrici)Bittprozessionen für den Sieg über die Venezianer abzuhalten.

    «Nr. 485 Nürnberger Hh.Ältere an den Gesandten am ksl. Hof, Erasmus Topler – Nürnberg, 21. Juni 1509 »

    [1.] Bewertung der Reichshilfeverweigerung des Wormser Reichstages; [2.] Vermittlungsinitiative zu einem Ausgleich zwischen Kurpfalz und Nürnberg; [3.] Verhandlungen am Kaiserhof in Nürnberger Angelegenheiten.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 67’–69’ (Kop.; Vermerk über die Zustellung durch den Nürnberger Boten Peter Leupold).

    Regest: Gümbel, Berichte, S. 168 Anm. 2.

    Š[1.] Bestätigen den Eingang von zwei an sie und den Ratsherrn Anton Tetzel adressierten, durch [Endres] Rattler zugestellten Schreiben1. Kaspar Nützel hat ihnen nach seiner Rückkehr außerdem seine, Toplers, vertraulichen Mitteilungen eröffnet. Dabey hat uns auch gedachter Nuczel den endlichen abschid, uf dem die stende des Reichs zu gehaltenem Reichs tag zu Worms gegen der ksl. Mt. emsigem anhalten sind beruet [= beharrt], zu erkennen geben. Der hat uns in bedacht, zu was weiterung sich der im Heyligen Reich konftiglich ziehen mag, nit unbillich hoch beherziget und zu manigfeltigem nachgedenken gefurt. Hetten uns auch des ganz nit versehen, wiewol wir es gleichwol nit bessern mogen, sonder zu ordenlicher schickung und messigung des, der ob uns ist, stellen mussen. Wir bewegen aber dannocht und nit on vorsteende ursachen insonders zu verhutung der ungnaden, die uns bey ksl. Mt. auß solchem genomen receß, auch dem gramigen gemute, mit dem etliche unsere mißgonner, wie euer erwird wissen, gegen uns sind verpittert, mag ervolgen2, das in alweg unser notdurft wil ervordern, bey ksl. Mt. was furzunemen; welcher gestalt aber, des haben wir auch im tun und lassen allerlay beswerden erwogen und gedacht, nucz zu sein, ksl. Mt. durch e[uer] e[rwird] anzuzaigen, uns het von dem Reichs tag zu Worms angelangt, das etliche unser mißgonner uns zu nachtail ausgesagt, als ob wir der abschlegigen der stende ant[wurt] ursach wern, derhalben wir vermutung und sorgen trugen, solch mocht furter in ir ksl. Mt. zu tragen understanden werden.

    Hetten demnach euer erwird bevolhen, uns deßhalb bey irer Mt. zu entschuldigen. Dann uns beschehe ye daran ganz ungutlich. Ir Mt. wesst auch, was volg und ansehen die stett zu etlichen gehalten reichstagen gehabt, auch wie gehorsamlich wir uns uf allen tagen des Reichs irer Mt. zu vortail und gefallen gehalten. Und ob wir nit in volziehung bewilligter hilf fur unsern taile zu yedem mal unser anzale mer dann vollig gelaistet und weyter, dann ye zu zeyten in unserm vermogen gestanden, getan. Insonders hetten wir uns kunftigs sigs, der irer Mt. in yczigem irem furnemen vorgestanden, nit wenig vertrost. Und dem anzaigen zu tun, als ir Mt. uns bey vergangen tagen umb zwen puchsenmaister zu demselben irem furnemen angesucht, hetten wir zu stund zwen von den besten und berumbsten aus unsern bestellten buchsenmaistern irer Mt. zugefertigt mit verpflichtung, inen darzu fur ir besoldung, die inen ksl. Mt. zu liebern verwent, gut zu sein.3 Bittende, ob solchs, wie oblaut, an ir Mt. Šgelangen wurde, dem nit glauben zu geben und unser allergnedigster herr ze sein etc. Oder, ob euer e[rwird] mer well gefellig sein, derhalben ainich anregen nit zu tun, ksl. Mt. wurd dann euer erwird durch die handlung zu Worms darzu verursachen, das stellen wir alles zu euer e[rwird] rat und gutbedunken, uns darin zur notdurft zu bedenken.

    [2.] Und als euer erwird neben anderm anzaigung getan, was graf Adolf von Nassau und herr Johann von Morschaim gegen euer e[rwird] sich der Pfalz halben haben vernemen lassen, das nemen wir zu dank an. Mochten auch geleiden, das wir mit der Pfalz zu zimlichem bericht mochten komen. Aber ainen oder mer flecken4 widerzestellen in seiner Gn. gewalt, will uns nit fuglich wesen [= sein], aus ursachen, euern erwirden bewust und yczo zum tail auch angezaigt. Und nit on, verschiner weyle ist dergleichen ansinnen durch unser gnedigst und gn. herrn, herzog Fridrichen zu Sachsen, Kf., und den bischof von Wurzburg auch an uns beschehen, auch darauf alßbald durch ir beder ftl. Gnn. zwischen unser und des pfalzgrafen canzler [Florenz von Venningen], der zugegen gewest, handlung furgewend, aber die sach begegnet den undertedingern am widerwertigen und andern weyse bey dem canzler dann sie sich versehen hetten, und nemlich, das der von wegen seins gnedigsten herrn in der bericht alle eingenomene flecken, außgenomen zwen oder drey, widerumb begert, des die undertediger mißfallen hetten. Und darumb, ob uns mocht ain zimlicher flecken kaufsweys zugestelt werden umb ain summa, daran zway pfenwart5 fur ains gegeben wurd6, und das sich die Pfalz aller ander flecken, so wir inhaben, nach notdurft verzug, des wurden wir uns villeicht bereden lassen. Wollen doch dem nachgedenken, dergleichen bitten wir, bey e[uer] e[rwird] auch zu geschehen.

    [3.] Beauftragen ihn, zu einem geeigneten Zeitpunkt mit dem Ks. oder anderen in Frage kommenden Personen über eine Achterklärung gegen die Nürnberger Feinde Heinrich von Guttenstein und Adam von Freudenberg sowie über die Ausstellung einer Lehnsurkunde gemäß dem ihm mitgegebenen Entwurf7zu verhandeln. Bitten ihn außerdem, häufiger über die Vorgänge am ksl. Hof zu berichten. Bieten an, ihm dafür einen eigenen Schreiber zur Verfügung zu stellen.

    «Nr. Š486 Der ksl. Rat und Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und der ksl. Sekretär Johann Storch an Kf. Friedrich III. von Sachsen und andere Reichsstände1 – Worms, 21. Juni 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 200–200’ (Or.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 201–201’ (Kop.; Adressat: Kf. Jakob von Trier) = B. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 279 (Or.; Adressat: Bf. Georg von Bamberg) = C. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 71–71’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Abschrift) = D.

    Heute ging ihnen das in Abschrift beigelegte ksl. Schriftstück [Nr. 482/III] zu, mit der Weisung, es unverzüglich an ihn, Kf. Friedrich, oder seine Räte zu übergeben, nachdem air ksl. Mt., als wir vermerken, nit anders gewist noch–a sich vermutet gehabt, dann das des Reichs versamlung noch beyeinander und nit verruckt sein solt. Die übrigen auf dem Reichstag anwesenden ksl. Räte sind wegen dringender Angelegenheiten nach der Abreise der Stände und ihrer Gesandten auch weggeritten. Dennoch hatten sie dem Befehl Folge zu leisten und wollten ihm deshalb das Schriftstück nicht vorenthalten.

    «Nr. 487 Ks. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Augsburg – Schloss Pergine, 30. Juni 1509 »

    Augsburg, StdA, Lit. Personenselekt Ks. Maximilian I., Fasz. 1, fol. 149–149’. (Or. m. besch. Verschlusssiegel, Vermm. prps./amdip., Gegenz. B. Hölzl).

    Bedankt sich für das in ihrem Namen durch den ksl. Rat und Pfleger zu Ehrenberg, Hans Baumgartner, vorgetragene Angebot. Er wird dies nicht vergessen und sich dafür gegenüber ihnen und der Stadt erkenntlich zeigen. Er hat Baumgartner aufgetragen, ihnen seine Antwort zu übermitteln. Bittet, diesem Glauben zu schenken.

    «Nr. 488 RKG-Assessor Dr. Sebastian von Rotenhan an Bf. Georg von Bamberg – [Worms], 1. Juli 1509 »

    Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 280–280’ (Or. m. Siegelrest, sontags nach sant Johans des taufers tag).

    Š[1.] Er übersendet beiliegend eine Abschrift des Abschieds (beschlus), den die ftl. Räte in Worms vereinbart haben [Nr. 303]. Es wurde kein neuer Anschlag zur Finanzierung des Kammergerichts beschlossen.1

    [2.] Er hat kürzlich ein Schreiben des Ks. an Gf. Adolf von Nassau gelesen. Demnach konnte dieser Rovereto (Rofferit), Riva (Reyff), die Veroneser (Berner)Klause, eine Passstraße über die Alpen, außerdem Verona (Bern), Vicenza, Padua, Triest und etliche Orte in Friaul besetzen. Auch wurde jüngst in Worms der Doge von Venedig auf Antrag der Hh. von der Leiter (Lattern)in die Reichsacht erklärt [Nrr. 301f.]. Der Kg. von Aragon, der Neapel von den Franzosen erobert hatte, hat ca. 3500 Krieger eines heidnischen Kg. erschlagen und 400 gefangene Christen befreit – wie dies alles aus dem Schreiben hervorgeht, das gemäß ksl. Befehl in Kürze auch ihm, Bf. Georg, und anderen Ff. in Abschrift zugehen soll.

    «Nr. 489 Bundeshauptmann Matthäus Neithart an Schwäbische Bundesstädte, hier an Bürgermeister und Rat der Stadt Heilbronn – [Ulm], 7. Juli 1509 »

    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 157, Fasz. 48, unfol. (Or. m. S., sambßtags nach Ulrici) = Textvorlage A. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. (wie A) = B. Esslingen, StdA, F 283 RTA Worms 1509, unfol. (wie A).

    Hiemit send ich eur weyßhait verschlossen des Reichs abschid, jungst zu Worms verfast [Nr. 303]. Darnach hab sich eur weyßhait zu richten.

    «Nr. 490 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und den ksl. Sekretär Johann Storch – Tangermünde, 13. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 37 (beschädigtes Konz., am tag Margarethe).

    Bestätigt den Empfang eines von ihrem Boten überbrachten ksl. Schriftstücks [Nr. 482/III]. Da es die Reichsstände insgesamt betrifft, kann er darauf, wie ihnen selbst klar sein dürfte, keine Antwort geben, sunder we[s] dieselben gemeinen stende in dem vor nottorft und gu[t] sich entsliessen, soll, wie auch allezeit i[n] dinsten des Reichs gescheen, an uns nicht mangel er[scheinen].Er als Kf. hofft, dass Gott dem ksl. Unternehmen den Sieg verleiht.

    «Nr. 491 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und Johann Storch – Torgau, 16. Juli 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 212 (Konz., mantag nach der heiligen aposteln teylung).

    Bestätigt den Eingang ihres Schreibens [Nr. 486] samt dem in Abschrift beigelegten ksl. Schreiben an die in Worms versammelten Reichsstände [Nr. 482/III]. Und wu Šuns dieselb schrift, weyl wir zu Wormb[s] waren, antroffen hette, so wolten wir neben andern curfursten, fursten und stenden gegen kayserlicher Mt. mit underteniger und uns unvorweißlicher antwurt haben vernemen lassen. [Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 492 Kf. Uriel von Mainz an Kf. Friedrich III. von Sachsen – St. Martinsburg/Mainz, 18. Juli 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 212’ (Or. m. Siegelspuren, mitwochs nach Alexi).

    Bestätigt den Empfang seines Schreibens1, wonach er die von ihm, Kf. Uriel, zugeschickte Abschrift der letzten ksl. Erklärung an die Reichsstände [Nr. 482/III] nicht erhalten hat. Laut Aussage seiner Kanzlisten lag der Fehler nicht bei ihnen. Vermutlich trägt der beauftragte Bote die Schuld. Übersendet ihm deshalb zu seiner Information eine weitere Abschrift.

    «Nr. 493 Die Nürnberger Hh.Älteren an Erasmus Topler – Nürnberg, 23. Juli 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 130’–132’, 133–134, 134–134’, hier 133–134 (Kop., montag nach sant Maria Magdalena tag; Postverm.: In namen der eltern per Lenharten Egerer, den poten, 24. Julii. Kanzleiverm. am Textende: In eadem forma herrn Balthazarn Wolff, cammermeister.).

    Regest: Gümbel, Berichte, S. 168f. Anm. 5.

    […]. Nach ihrem Dafürhalten waren es Neider und Feinde der Stadt, die, um Nürnberg beim Ks. zu diskreditieren, nach Ende des Reichstages ein Gerücht ausgestreut haben, wonach der Augsburger Bürgermeister Ulrich Artzt und der Nürnberger Ratsherr Kaspar Nützel dort dermaßen in Streit geraten seien, dass es schließlich zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen sei, in deren Verlauf Artzt verletzt worden sei. Einige behaupten sogar, Nützel habe Artzt dabei getötet. Der Grund für den Streit sei gewesen, dass Artzt im Namen Augsburgs dem Ks. die Hilfe habe bewilligen wollen, was der Nürnberger Gesandte habe verhindern wollen. Dem Ks. gegenüber sei beteuert worden, dass dies die Wahrheit sei.

    Dies ist natürlich nicht der Fall. Sie können ihm versichern, dass weder Artzt noch Nützel gegen den Ks. gesprochen haben und zwischen ihnen auch kein Streit entstanden ist. Die beiden Gesandten haben in Worms Herberge und Lager geteilt, waren sich bisher immer freundschaftlich verbunden und sind es noch. So sind sie gemeinsam vom Reichstag nach Hause geritten. Beauftragen ihn, den Sachverhalt gegenüber dem Ks. richtigzustellen und ihn zu bitten, diesen orenkrauernkeinen Glauben zu schenken, ohne Nürnberg Gelegenheit zu einer Rechtfertigung zu geben. […].

    «Nr. Š494 Der Nürnberger Altbürgermeister Anton Tucher an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Nürnberg, 31. Juli 1509 »

    Vorwürfe gegen die Reichsstände und insbesondere gegen Nürnberg wegen der Wormser Reichstagsverhandlungen.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 148’–150 (Kop., eritag nach Jacobi).

    Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 144, S. 358f.

    Bestätigt den Eingang seines Schreibens1mit Mitteilungen über Äußerungen ksl. Boten gegen die Reichsstände wegen der Verhandlungen auf dem Wormser Reichstag, und was nachmalen mit den gedruckten außschreyben [Nr. 482] durch ainen derselben boten gegen meiner freund burger ergangen sey. Versichert, dass diese Darstellung jeglicher Grundlage entbehrt. Wirdet auch solchs durch die vermelten boten neben der warhait und, als ich acht, meinen freunden zu unglimpf, bey ksl. Mt. wider sy ungnad zu erwecken, ausgesagt. In den vergangenen Tagen hat zwar ein ksl. Bote, wie er behauptete, auf ksl. Befehl hin, in Nürnberg den Hh.Älteren einen der Drucke übergeben, weitere Exemplare auf dem Markt an die Bürger verkauft und das Schriftstück schließlich in Anwesenheit von 30–40 Kaufleuten öffentlich verlesen lassen. Doch wurde dem Boten weder irgendein Verbot erteilt, noch geriet er mit jemanden in Streit. Die Behauptungen der Boten sind also frei erfunden. Und meins vermuetens, so sind die vermelten druck ksl. Mt. außschreybens durch die ksl. poten an vil ort geant[wortet], darauf es bißhere, wie ich nit anders vermarkt, also hat beruet. [...].

    «Nr. 495 Bericht Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh.Älteren – Bassano, 6. August 1509 »

    [1.] Bundeshilfe gegen Heinrich von Guttenstein; [2.] Vorwürfe gegen Nürnberg im Zusammenhang mit der dem Ks. verweigerten Reichshilfe.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, D-Laden Akten, Nr. 219, Stück-Nr. 28 (eigh. Or. m. Siegelrest).

    Druck: Gümbel, Berichte, Nr. 28, S. 167–172.

    [1.] [Nachrichten vom Venezianerkrieg]. Er will, wie gewünscht1, die termingerechte Leistung der zugesagten Bundeshilfe [gegen Heinrich von Guttenstein], soweit dies den Ks. betrifft, fördern. Es traf sich, dass gestern ein Gesandter mit einem Schreiben des Bundes an den Ks.2hier eintraf. Das von ihm, Topler, übergebene Schreiben hat der Ks. jedoch nicht gelesen, sondern es dem Kanzler [Zyprian von Serntein] ausgehändigt. Er wird sich auch an diesen wenden. Es fehlt hier allerdings an Geld. ŠAußerdem wird es dem Bund verübelt, dass er nicht dem Ks., sondern dort [= gegen Guttenstein] helfen will.

    [2.] Dem Ks. geht es sehr zu Herzen, dass der Reichstag ihm die Hilfe verweigert hat. Überall heißt es, Nürnberg sei dafür verantwortlich. Bei seinen Bemühungen, dies zurückzuweisen, macht er sich viele Feinde. Der Mgf. hat überall seine Parteigänger (discipel). Angeblich kommen Mgf. Friedrich und Mgf. Kasimir mit 150 Pferden3, während Nürnberg nichts beiträgt. Dies sollten sie bedenken. Denn die Stadt ist vorrangig in die Finanzierung des Feldzugs eingeplant. Er war beauftragt, von Worms nach Nürnberg zu reiten, um beim Rat eine Anleihe von 10 000 fl. zu erwirken. Er hat diese Reise zwar nicht angetreten, weiß aber nicht, ob sich der Plan auch zerschlagen hat. Die Fugger hätten für die Anleihe bürgen sollen.4

    Es heißt hier, Kaspar Nützel sei in Worms wegen der Reichshilfe mit dem Augsburger Bürgermeister Artzt in Streit geraten. Artzt hätte auf der Seite des Ks. gestanden, Nützel sei gegen ihn gewesen. Er glaubt, dass die Augsburger dieses Gerücht zu ihrem Vorteil ausgestreut haben. Empfiehlt, Artzt durch Nützel zu einer schriftlichen Gegendarstellung aufzufordern. Er war in Worms täglich bei Nützel und weiß, dass das Gerücht unwahr ist. Er hat dies hier auch öffentlich erklärt, ebenso, dass der Magistrat bei seiner Abreise aus Nürnberg davon ausgegangen sei und gehofft habe, dass dem Ks.[in Worms] eine Reichshilfe zugesagt würde. Er sei beauftragt gewesen, den Ks. darum zu bitten, von ihnen dafür Geld anzunehmen und die Truppen selbst anzuwerben. Er habe dies auch, bevor die Reichsstände die Hilfe verweigert hätten, vertraulich an den Kanzler [Zyprian von Serntein] geschrieben, der sich noch gut daran erinnern könne. Nürnberg habe dem Ks. immer treu gedient, auch wenn es nicht dazu verpflichtet gewesen sei und sonst niemand Hilfe geleistet habe, so etwa vor Kufstein (Kopfstein).5[…]. Übersendet ihnen das ksl. Ausschreiben [Nr. 482].

    «Nr. Š496 Ausschreiben des Bundeshauptmanns Dr. Matthäus Neithart an die Schwäbischen Bundesstädte, hier an Bürgermeister und Rat der Stadt Heilbronn – Ulm, 12. August 1509 »

    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 157, Fasz. 48, unfol. (Or. m. S.; sonntags nach sant Lorenzen tag).

    Der Ks. steht derzeit in schweren Kämpfen. Etliche Kff. und Ff. kommen ihm zu Hilfe. Es stellt sich die Frage, ob die Bundesstädte auch einen Beitrag leisten sollten, um nicht die ksl. Ungnade und künftige Nachteile gewärtigen zu müssen. Er schreibt zu Beratungen darüber einen Tag der Bundesstädte nach Augsburg aus. Die Gesandten sollen sich am Abend des 26. August (sonntag nach sant Bartholomeus tag)in ihren Herbergen einfinden.1

    «Nr. 497 Bericht des Altarmeisters Konrad von Duntzenheim an Meister und Rat der Stadt Straßburg – [Geislingen], 13. August 1509 »

    Straßburg, AV, AA 353, fol. 77–78’ (Or. m. S., montags nach sant Lorenzen tag).

    [1.] [Verhandlungen der in Ulm versammelten Schwäbischen Bundesstädte über die Bundeshilfe für Nürnberg, Ulm und Isny gegen Heinz Baum und Heinrich von Guttenstein]. Der Hauptmann [Dr. Matthäus Neithart] vermutet, dass der Ks. wegen des Krieges gegen Venedig dafür keine Truppen bereitstellen wird.

    Š[2.] Der Städtehauptmann machte nach eigenem Bekunden aus der Verpflichtung seines Amtes heraus und aus Sorge vor der ihm drohenden ksl. Ungnade den Vorschlag, dem Ks. ungeachtet der Entscheidung des Wormser Reichstages Unterstützung [gegen Venedig] anzubieten. Einzelheiten sind der beiliegenden Abschrift des Abschieds1zu entnehmen, die er vom Exemplar des Bürgermeisters von Weil der Stadt in Geislingen (Gißlingen)angefertigt hat. Der Hauptmann äußerte, er sei sich darüber im Klaren, dass die Gesandten für diese Frage nicht bevollmächtigt seien, doch sollten die Bundesstädte erneut einberufen werden.

    Ihm, Duntzenheim, scheint, dass der Hauptmann gern zum Ks. geschickt werden möchte. Da die deputierten Bundesräte in Regensburg unabkömmlich sein werden, wird voraussichtlich er selbst zur Teilnahme an einer Gesandtschaft zum Ks. verpflichtet werden, falls ein entsprechender Beschluss zustande kommt. Angesichts der Kosten will er dies vermeiden, da mit einer Rückerstattung nicht zu rechnen ist. Verschiedentlich werden mit Hinblick auf weitere Beratungen der Städte Überlegungen angestellt, wie man sich die ksl. Gunst sichern könnte. Empfiehlt, ebenfalls darüber zu beraten. […].

    «Nr. 498 Stadt Dinkelsbühl an Stadt Schwäbisch Hall – Dinkelsbühl, 7. September 1509 »

    Frage eines freiwilligen Beitrags für den ksl. Krieg gegen Venedig.

    Druck: Rauch, Urkundenbuch III, Nr. 2177, S. 251f. (freytags nach sant Mangen tag).1

    Ihrer beider Gesandtschaften haben während des Augsburger Tages mit den Gesandten Nördlingens und Heilbronns unter anderem über eine freiwillige Kriegshilfe für Ks. Maximilian beraten. Die Beschlüsse der einzelnen Städte dazu sollten gegenseitig mitgeteilt werden. Nördlingen hat einem ohnehin dort weilenden Dinkelsbühler Ratsherrn eröffnet, dass sie sich angezaigter kayserlicher mayestat hilf halben haben entslossen, dismals stillzusteen und lenger zuzesehen. Wiewol nun wir unserm klainen vermogen nach auch notturftig wern, mer zu sparn dann außzegeben, bedenken wir doch, unangesehen das der kayserlichen maiestat auf dem reichstag zu Wurms von den stenden des Reichs die hilf ist abgeschlagen, das dannocht etlich unser gnedigst und gnedig hern, die churfursten, fursten und ander stend, als wir des ein wissen haben, der kayserlichen mayestat in den ytzigen kriegen hilflichen beystand tun. So vermuten wir uns dabey, die oberen stet werden solichs auch nit underlassen. Wa nun die undern stet also wollen stilsitzen und lenger zusehen, besorgen wir nit klainer ungnade, die bey der kayserlichen maiestat mog erwachsen. Schlagen deshalb gemeinsame Beratungen Švon Gesandten Dinkelsbühls, Schwäbisch Halls, Heilbronns und Wimpfens vor, wie man die ksl. Ungnade abwenden kann.

    «Nr. 499 Stadt Schwäbisch Hall an Stadt Heilbronn – Schwäbisch Hall, 7. September 1509 »

    Frage eines freiwilligen Beitrags für den ksl. Krieg gegen Venedig.

    Druck: Rauch, Urkundenbuch III, S. 252 Anm. a (freytags den abent unser lieben Frauen geburt tag).

    […]. Uns hat unser alter stetmayster Rudolf Nagel yetzo in seiner haimkunft von gehaltem stettag zu Augspurg noch der lenge bericht, wie etliche, wiewol zu jungst gehaltem tag zu Worms gemeinklich kayserlicher maiestat hilf versagt sey, dannet seiner maiestat hilf und[er] sich zu ton, dieselbig ungnade abzuleinen, wes auch deshalben uf gemeltem stettag zu Augspurg gespreches gewest und dabey die sonder underrede euwers, auch der von Nordlingen, Dinkelspuhel, Wympfen und bemelten unsers geschickten uns auch nit verhalten.

    Nun haben wir erste sonderung uber gegeben abscheide zu Worms nit gern und mit etwas beschwerd vernomen. Dyweil es aber ye die ban jagt, lassen wir uns der unsern sondern und bemelte abrede, der ding bey merern und uns glychen steten achtung und erkundung zu haben, wolgefallen.1 […].

    «Nr. 500 Ks. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – vor Padua, 27. September 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 145, Stück-Nr. 17, unfol. (Or., Vermm. prps./cdip., Gegenz. Serntein).

    Druck: Gümbel, Berichte, S. 180 Anm. 1.

    Ihre zum Wormser Reichstag entsandten Bürgermeister [Jörg Holzschuher und Kaspar Nützel] wurden ihm gegenüber beschuldigt, als solten sich dieselben uns zuwider mit dem burgermeister von Augspurg [Ulrich Artzt], der auch auf bestimbtem reichstag gewesen, gezwayet haben. Dr. Erasmus Topler (Propst zu St. Sebald, ksl. Rat) hat den Nürnberger Magistrat und die beiden Bürgermeister wegen dieser und anderer Nachreden genugsamlich und dermassen entschuldigt, daran wir gnedigs gevallen tragen.1

    «Nr. Š501 Kf. Joachim I. von Brandenburg an Ks. Maximilian – Cölln/Spree, 18. November 1509 »

    Anleihe für den ksl. Feldzug gegen Venedig.

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 11, Nr. 11245, unfol. (Or. mit Siegelrest, mit Korrekturen und Ergänzungen, Datierung suntag nach Bricciikorrigiert aus mitwoch nach Martini [14.11.]).

    Bestätigt für den Vortag den Empfang des ksl. Ausschreibens vom 31. August1, worin er betont, er könne aufgrund seines wiederholt erwiesenen Gehorsams und guten Willens gegen Ks. und Reich mich nicht achten vor einen, der ursach sei, das e. ksl. Mt. und dem Heyligen Reich von dem tag zu Worms nit geholfen ist, sonder versehe sich gnediglich und genzlich, ich und ander mehr sehen ir und des Reichs ehr, wolfart und guts gern –verbunden mit der Bitte um Gewährung einer Anleihe von 2000 fl.

    Bedankt sich für das erwiesene Vertrauen und beteuert seinen Gehorsam bei den bisher zugesagten Reichshilfen sowie in allen Dingen, so e. ksl. Mt., dem Heyligen Reich und teutscher nacion zu ehre, wolfart und gut gedeyen. Er, der Ks., muss aber bedenken, dass es meins tuns allein nicht ist. Erklärt sich bereit zur Gewährung der gewünschen Anleihe. Die Summe wird er so bald wie möglich gegen Aushändigung einer ksl. Obligation in Nürnberg deponieren.2[Niederlagsprivileg; Nr. 557, Anm. 1].

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/III1.1/pages

    Anmerkungen

    1
     Der Frankfurter Rat beschloss am 19.7. (feria quinta post Margrete)zu dem am Vortag eingegangenen ksl. Ausschreiben: Ine der ratßlagung bedenken(ISG Frankfurt, BMB 1509, fol. 29’).
    2
     Stolberg-Wernigerode/Mülverstedt(Regesta, Nr. 2764, S. 915) weisen ein weiteres Exemplar in der Überlieferung der Gff. von Stolberg nach.
    3
     Der Druck enthält neben dem vorliegenden ksl. Ausschreiben außerdem den fiktiven Absagebrief der Reichsstände an Venedig [Nr. 274] und ein päpstliches Breve vom 10.4.1509 an Ks. Maximilian [Nr. 272, S. 444, Anm. 8].
    4
     Das gedruckte Libell (Wolfgang Huber, Nürnberg 1509) enthält neben dem vorliegenden ksl. Ausschreiben als abschließendem fünftem Stück außerdem (1.) die Aufzeichnung über einen fiktiven Vortrag venezianischer Gesandter an Ks. Maximilian in Memmingen am 30.12.1508, (2.) dessen Erwiderung darauf (vgl. dazu Tischer, Wandel, S. 20f.; Dies., Öffentlichkeit, S. 109f.), (3.) das päpstliche Breve vom 10.4.1509 an den Ks.[Nr. 272, S. 444, Anm. 8] und (4.) die päpstliche Bannbulle gegen Venedig vom 27.4.1509 [Nachweise siehe Nr. 261, S. 387, Anm. 11].
    5
     Den ksl. RT-Kommissaren in Worms am 21.6. zugestellt [Nr. 486]. – Die im Text wiederkehrende Wendung „die stende und meniglich“ weist darauf hin, dass die Resolution von vornherein auf ihre Bekanntmachung auch außerhalb des Kreises der RT-Teilnehmer angelegt war.
    6
     Bündnisvertrag von Cambrai, 10.12.1508 [Nachweise siehe Nr. 52, S. 199, Anm. 2].
    7
     Päpstliche Bulle vom 27.4.1509 [Nachweise siehe Nr. 261, S. 387, Anm. 11].
    8
     = hier: (der Gegenseite) vertraglich zugestehen, Verzicht leisten. Vgl. Grimm, Deutsches Wörterbuch XII/1, Sp. 1876 (d).
    9
     Die Stände zeigten sich auf dem Augsburger RT (1500) und dem Nürnberger Reichsregimentstag (1501) gegenüber den Bemühungen Kg. Ludwigs von Frankreich um eine Belehnung mit Mailand kompromissbereit und favorisierten eine Verhandlungslösung. Hingegen beschieden sie in Augsburg die Anträge Kg. Maximilians auf eine Reichshilfe zur Rückeroberung des Herzogtums abschlägig (Wiesflecker, Maximilian II, S. 366f., 369, 371, 374; ebd. III, S. 8–10; Kraus, Reichsregiment, S. 139–147; Schröcker, Unio, S. 297–301, 312–318, 387f.).
    10
    Gemeint sind die RTT von Freiburg 1497/98 [Nr. 411, S. 606, Anm. 3] und Augsburg 1500 [siehe vorige Anm.].
    11
    Zu den gemäß Vertrag von Cambrai für Ks. Maximilian vorgesehenen territorialen Erwerbungen vgl. Nr. 404, S. 596f., Anm. 3.
    12
    Venedig hatte nach der Niederlage von Agnadello Verona, Vicenza, Padua, Görz, Triest und Feltre kampflos preisgegeben (Wenko, Kaiser, S. 35, 46f.; Wiesflecker, Maximilian IV, S. 47; Hollegger, Maximilian, S. 196).
    13
    Das trifft nicht zu. Vielmehr trat Kg. Maximilian für eine kleine und rangniedrige Gesandtschaft ein (Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 191, S. 395f., Pkt. 5; Nr. 206, S. 425, Pkt. H).
    14
    = hier: plötzlich, unerwartet (Grimm, Deutsches Wörterbuch X/4, Sp. 444 [3c]).
    15
    Dies trifft so nicht zu. Bekanntlich hatte auf habsburgischer Seite Ehgin. Margarethe gegen den anfänglichen Widerstand ihres Vaters die Initiative zu einem Ausgleich mit Frankreich ergriffen. Vgl. Wiesflecker, Maximilian IV, S. 25f.
    16
    = Abgabe an die Kirche (für den Kreuzzug) (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch VIII, Sp. 1716).
    17
    So forderten Anfang Mai 1509 Gesandte des Papstes, Ks. Maximilians und Kg. Ludwigs von Frankreich Kg. Wladislaw von Ungarn-Böhmen zum Eintritt in ihr Bündnis gegen Venedig auf, allerdings vergeblich (Palacky, Geschichte V/2, S. 174). In der ersten Jahreshälfte wurden nicht weniger als drei ksl. Gesandtschaften beim ungarischen Kg. vorstellig (Fraknói, Ungarn, S. 4; Wenko, Maximilian, S. 108).
    1
     Aus der Datierung Thuns (mitwoch nach sancti Viti)ergäbe sich eigentlich für den folgenden Samstag der 23. Juni. Plausibel ist jedoch der 16.6. Kf. Friedrich war am 11.6. aus Worms abgereist [Nr. 418, Pkt. 1], am 20.6. hielt er sich bereits in Weimar auf. Deshalb ist davon auszugehen, dass er Thun am Mittwoch vor Viti, dem 13.6., in Frankfurt verabschiedet hatte und die Audienz am 16.6. stattfand. Damit passt zusammen, dass Kf. Friedrich bereits am 20.6. den Schenken von Erbach das Ergebnis seiner Fürsprache bei Lgf. Wilhelm [Nr. 561, Pkt. 4] mitteilen konnte [Nr. 562, S. 804, Anm. 2].
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Liegt nicht vor.
    4
     In der Vorlage irrtümlich: sie.
    5
     abharren: auflauern (Deutsches Rechtswörterbuch I, Sp. 109f.), hier im Sinne von: persönlich darum anhalten.
    6
     Das sogenannte Putsch-Repertorium weist ein nicht erhaltenes Schreiben Lgf. Wilhelms an den Ks. nach, worin er sein Bedauern über die vom RT verweigerte Reichshilfe äußerte (TLA Innsbruck, Schatzarchiv, Bd. 2, pag. 97).
    1
     Am 3.7. wurde Zülnhart zusätzlich beauftragt, beim Ks. die Rücknahme eines Mandats zu erwirken, das dem Pfleger des Domkapitels in Zusameck, Georg von Hürnheim, die Ausübung von Jagdrechten in der Mgft. Burgau untersagte (StA Augsburg, Hst. Augsburg, Neuburger Abgabe, Akten, Nr. 5492, fol. 40). Ob die Gesandtschaft an den Ks. zustande kam, ist allerdings zweifelhaft. In den Domkapitelprotokollen verlautet darüber nichts mehr. Am 9.11. legte Christoph von Knöringen den Domherren ein ksl. Schreiben an Bf. Heinrich mit der Aufforderung zur Gewährung einer Anleihe von 2000 fl.[Schreiben vom 31.8.1509; Regest: Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 392] vor und verwies auf den früheren Beschluss zur Leistung einer freiwilligen Kriegshilfe gegen Venedig (zug wider die Venedigerkorrigiert aus romzug). Das Kapitel erklärte nach erfolgter Beratung, dass solhs seiner Mt. vorigem erbieten nach dhainswegs abzeschlagen sey, und bewilligte, solh gelt darzeleyhen und, wa es meinen gn. herrn not tun wird, gar ader ainstails aufzepringen(StA Augsburg, ebd., fol. 69). Tatsächlich zahlte Bf. Heinrich die Anleihe in voller Höhe aus (Seyboth, ebd., Nr. 419, Pkt. 4).
    1
     Liegen nicht vor.
    2
     Der Nürnberger Ratsherr Anton Tucher gab am 20.6. an Kf. Friedrich von Sachsen die Information weiter, dass kaiserliche majestet abschlegiger anntwort, so irer majestet uff derselben begern bey den stenden des Reichs zu Wurms gefallen, ain mercklich mißfallen und ungnad empfangen hab(Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 138, S. 353f.).
    3
     Entsprechendes Schreiben des Nürnberger Rates an Ks. Maximilian vom 11.6.1509 (Kop., montag nach Bonifacii; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 49’).
    4
     Gemeint sind die während des Landshuter Erbfolgekriegs eroberten Orte. Vgl. Heil, RTA-MR VIII/1, S. 141f.
    5
     = Pfennigwert. Vgl. Deutsches Rechtswörterbuch X, Sp. 856–859; Baufeld, Wörterbuch, S. 33.
    6
     Gemeint ist: zum halben Kaufpreis.
    7
     Gemeint ist das Straßenräuberprivileg. Vgl. Nr. 463, S. 677, Anm. 5.
    1
     Dem Wiesbadener Exemplar liegt ein Verzeichnis der Adressaten bei: Kf. Ludwig von der Pfalz, Kf. Friedrich von Sachsen, Kf. Joachim von Brandenburg, Kff. von Mainz, Köln und Trier, Bff. von Würzburg und Bamberg, Hg. Georg von Sachsen, Lgf. Wilhelm von Hessen, Hg.[Ulrich] von Württemberg, Hg. Wilhelm von Bayern und seine Vormünder sowie Hg.[Wilhelm] von Jülich (HStA Wiesbaden, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 71’). Die von Kleiner(Georg, S. 76) angestellte Vermutung, Nassau hätte mit dem Schreiben Bf. Georg von Bamberg – und somit auch die übrigen Adressaten – zur Rückkehr auf den RT bewegen wollen, ist unzutreffend.
    1
     Diese Behauptung ist unrichtig. Vgl. Nr. 303, S. 502 [§ 10].
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     Weisung Nürnbergs an Topler vom 23.7. (Gümbel, Berichte, S. 168 Anm. 3).
    2
     Liegt nicht vor.
    3
     Laut Schreiben Ks. Maximilians an Mgf. Friedrich vom 1.5. hatte dessen Sekretär Georg Vogler einen Vertragsentwurf über Truppenrüstungen des Mgf. und eine Bestallung seines Sohnes Kasimir für den Krieg gegen Venedig vorgelegt. Der Ks. kündigte an, das Innsbrucker Regiment zur Ausfertigung der entsprechenden Dokumente zu veranlassen, und bat um Mitteilung, wann die mgfl. Truppen abmarschbereit seien (Or. Stuttgart, Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein; StA Nürnberg, Ansbacher Kriegsakten 3, fol. 46–46’. Konz. m. ex.-Verm.; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 103–103’).
    4
     Gemäß ksl. Instruktion sollte Topler gemeinsam mit Gf. Wolfgang von Oettingen wegen einer Anleihe von 10 000 fl. vorstellig werden. Jakob Fugger war als Bürge vorgesehen. Außerdem wollte der Ks. die Stellung von 50 Reitern für vier Monate erbitten. Die Kosten des ersten Monats in Höhe von 500 fl. sollte ebenfalls Fugger bestreiten, für den zweiten Monat sollten die Gesandten eine Verschreibung Pauls von Liechtenstein vorlegen. Gegebenenfalls sollte dieses Kontingent auf den Nürnberger Anteil an einer vom Wormser RT beschlossenen Reichshilfe angerechnet werden (Mundum, Fragenstein, 30.5.1509; HHStA Wien, Maximiliana 20, Konv. 3, fol. 177–178. Entsprechendes Konzept vom gleichen Datum, ausgestellt auf Gf. Wolfgang von Oettingen und Balthasar Wolf von Wolfsthal; ebd., fol. 175–176’. Vgl. Wenko, Maximilian, S. 189).
    5
     Gemeint ist die Belagerung Kufsteins durch Kg. Maximilian während des Landshuter Erbfolgekrieges im Oktober 1504. – Am 8.8. meldete Topler nach Nürnberg, die Stadt wegen des angeblichen Streits zwischen Nützel und Artzt ausführlich entschuldigt zu haben. Aber solchs ist so ganz in den kaiser gebild, das ichs ime nit ganz entledigen kann. Der Ks. sagt, er wisse sehr wohl von einem Streit zwischen den beiden Gesandten, wobei der Augsburger Vertreter auf seiner Seite gestanden habe. Dem konnte er nicht widersprechen. Empfiehlt, Artzt schriftlich um Aufschluss über den angeblichen Streit zu bitten, damit er dessen Antwort für eine Gegendarstellung verwenden kann (eigh. Or. m. S., Bassano; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, D-Laden Akten 219, Stück-Nr. 29. Druck: Gümbel, Berichte, Nr. 29, hier S. 173f.). Artzt bestätigte gegenüber dem Ks. mit Schreiben vom 28.8. (aftermontags nach Bartholomei apostoli), dass sein Verhältnis zu Nützel in Worms jederzeit freundschaftlich gewesen sei und kein Streit stattgefunden habe (ebd., S. 184f. Anm. 1).
    1
     Das Ausschreiben stimmt größtenteils wörtlich mit einem nach ergangenem Abschied wahrscheinlich ebenfalls am 12.8. auf Antrag Neitharts gefassten Beschluss der am 10.8. in Ulm zusammengetretenen Bundesstädte überein (Kop.; StdA Memmingen, A Bd. 292, unfol.; AV Straßburg, AA 353, fol. 71–72, hier 72; HStA Stuttgart, J 9, Nr. 25, Stück-Nr. 84). Die ab dem 26.8. in Augsburg versammelten Städte einigten sich jedoch nur darauf, die sach auß begegneten furfällen im besten und guter maynung diser zeit auf verrer nachgedenkenzu stellen (Kop.; StdA Memmingen, ebd., unfol.; AV Straßburg, ebd., fol. 74; HStA Stuttgart, ebd., Stück-Nr. 87). Weitere Beratungen der Bundesstädte in dieser Frage fanden nicht mehr statt. Das Ausschreiben Ks. Maximilians vom 31.8.1509 mit der Forderung nach Gewährung einer Kriegsanleihe durch die einzelnen Reichsstände (Druck: Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 392; Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 978, S. 779–782; Wiesflecker-Friedhuber, Quellen, Nr. 51, S. 175–178) stellte die Frage der Venedighilfe in einen neuen Zusammenhang.
    1
     Nachweise siehe Nr. 496, S. 737, Anm. 1.
    1
     Bei Rauchim Ganztext wiedergegebene Passagen sind an die Editionsrichtlinien der „Mittleren Reihe“ angeglichen.
    1
     Heilbronn und Wimpfen schlossen sich dem Haller Vorschlag am 15.9. an (Rauch, Urkundenbuch III, S. 252 Anm. b).
    1
     Vgl. den Bericht Toplers vom 4.10.1509 (Gümbel, Berichte, Nr. 32, S. 182–186, hier 184f.).
    1
     GStA Berlin, I. HA, Repos. 11, Nr. 11245, unfol. (Or. Druck mit Papiersiegel, Vermm. prps./amdip., Gegenz. G. Vogt. Edition siehe Nr. 496, S. 737, Anm. 1).
    2
     Tatsächlich scheint Kf. Joachim das Geld nicht bezahlt zu haben. Vgl. Seyboth, RTA-MR XI, Nrr. 419, 438.

    Anmerkungen

    a
    –a Form ... gehalten] In C: Dye handellunge zwyschen vnnserm allergnedigisten herren, dem kayser Maximiliano, und den Fuͤrsten vnnd Stendten des hayligen Roͤmyschen reychs, so yetzt auff dem negstuerschynen Reychßtage zu Worms gehandelt ist worden.
    b
    –b Form ... soͤlt] In E-G: Auf die ander und repetiert antwurt [Nr. 279], so churfursten, fursten und stende des Reichs, auf dem tag zu Wormbs versamelt, romischer keyserlicher maiestat verordenten reten an ir Mt. stat irer Mt. begerten und ersuchten hilf halben in schrift gegeben haben, nachdem ksl. Mt. dieselb antwurt vor den horenden in etlichem inhalt zu unglimpfen gemessen werden mocht, ist irer Mt. und deß Heyligen Reichs notturft nach verantwurtung, weiter unterricht und ansuchen, wie hernach volgt.
    c
    –c Uersammlung ... sol] In E-G: Stende: Erstlich, als die stende in irer schrift erzelen, wie sie nechst auf ksl. Mt. begerte hilf nach irer gelegenhait und notdurft ain antwurt geben, der ursach eine, nemblich.
    d
    –d jr … geb] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 2].
    e
     vnnsere] In E-G: der ksl. Mt.– In der Resolution vom 14.6. als selbständigem Stück steht der Ks. anders als in den Druckfassungen durchgehend in der dritten Person. Diese Textabweichung wird einschließlich ihrer grammatikalischen Konsequenzen bei der weiteren Kollationierung nicht mehr berücksichtigt.
    f
     vrsachen] In E-G: zugefalnem unrat, zum teil in neher antwurt angezaigt.
    g
     hoffenlich] In B-D: offenlich. E-G wie A.
    h
     römisch] Fehlt in E-G.
    i
     Camern] Fehlt in E-G.
    j
     also gehalten] In E-G: der gebrauch gewest.
    k
    –k Uersamlung ... stend] In E-G: Stende: Zum andern, auf das die stende ermessen.
    l
    –l ainigung … sey] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.1.].
    m
    –m jr ... willen] In E-G: on rate, wissen und willen churfursten, fursten und andere stende deß Heyligen Reichs.
    n
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    o
    –o nit … hetten] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.2.].
    p
     Unnser antwort] Fehlt in E-G.
    q
     gar] Fehlt in B/C. D-G wie A.
    r
     auch] In E/F danach: also. In G irrtümlich: also auch.
    s
    –s wie … beweg] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.3.].
    t
     erhebung] In E-G: erhohung.
    u
     bewilligt] In E-G danach: etwas weit uber ain merklich summa gelts, so darauf ergangen, im anschlag getroffen.
    v
     allen] In E-G: etlichen.
    w
     vnser] Fehlt in E-G.
    x
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    y
    –y Wo … besorgen] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.4.].
    z
     darzuͦ ist] In E-G: wiewol dann.
    aa
     bewilligung] In E-G danach: darein.
    ab
     nu] Fehlt in E-G.
    ac
     Versammlung] In E-G: Stende.
    ad
    –ad das … sey] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.5.].
    ae
     auch] In B/C irrtümlich: nach. E-G wie A.
    af
     die vnnsern] In E-G: ir Mt. volk.
    ag
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    ah
    –ah aus … etc.] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 4 – Darumb … haben sol.].
    ai
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    aj
    –aj wo … haben] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 4 – Het aber … gehalten haben.].
    ak
     wol] In B/C: wo. E-G wie A.
    al
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    am
    –am Sy … bedencken] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 4 – Dy stend … gnediglich bedenken.].
    an
     vnd] In E-G danach: sachen.
    ao
    –ao wo … haben] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 5].
    ap
     breuia] In C danach: oder schrifften.
    aq
    –aq Darumb … etc.] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 6 – Darumb … bestehn].
    ar
     trang] In E/F: droung. G wie A.
    as
     Sy als] Fehlt in B/C.
    at
     taͤglichen] Fehlt in E-G.
    au
    –au in ... Statt] In E-G: zu.
    av
    –av Unsers ... jarn] Fehlt in E-G.
    aw
    –aw DJser ... jarn] Fehlt in E-G.
    a
    –air … noch] Ergänzung gemäß B-D. Fehlt in A.

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    « Š1. Reichshilfe gegen Venedig  »

    «Nr. 482 Ausschreiben Ks. Maximilians wegen des Wormser Reichstages – Trient, 14./26. Juni 1509 »

    [1.] Gründung der Liga von Cambrai, päpstlicher Bannspruch gegen Venedig, Beantragung einer Reichshilfe auf dem Wormser Reichstag; [2.] Weigerung des Reichstages, Widerlegung des von den Ständen geltend gemachten Arguments ihrer finanziellen Überlastung; [3.] Begründung für die unterlassene Konsultation der Stände vor Abschluss des Vertrags von Cambrai und vor der Entscheidung über den Krieg gegen Venedig; [4.] Widerlegung des Arguments des zweifelhaften Nutzens der Liga von Cambrai für das Reich; [5.] Widerlegung des Arguments der Nutzlosigkeit früherer Reichshilfen; [6.] Widerlegung der Argumente einer möglichen Auslegung eines Reichshilfebeschlusses als Zustimmung zum Vertrag von Cambrai und der Unvereinbarkeit dieses Vertrages mit den Beschlüssen des Konstanzer Reichstages von 1507; [7.] Widerlegung des Arguments der fehlenden Verpflichtung der Reichsstände zur Bewilligung einer Reichshilfe ohne Möglichkeit zu ausreichender Beratung und angesichts einer für einen Kriegszug ungeeigneten Jahreszeit; [8.] Erwiderung auf die geäußerte Erwartung des Einverständnisses der ksl. Reichstagskommissare und des Ks. mit der Position der Stände; [9.] Erwiderung auf die geäußerte Erwartung des Einverständnisses Papst Julius’ II. mit der Position der Stände, Stellungnahme zum Vorschlag eines Kreuzzuges gegen die Türken, Aufforderung zur Leistung einer Reichshilfe gegen Venedig; [10.] Veröffentlichung des Ausschreibens zur Rechtfertigung der ksl. Position.

    I a. (Drucke I; Druck mit Zierinitiale; auf der letzten Seite handschriftl. Verm. amdip. und Siegel bzw. Siegelrest): Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 77–86 (präs. Frankfurt, 18.7.15091) = Textvorlage A. Berlin, GStA, OBA 19247, fol. 1–9. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 27–36. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 353–362 (Verm.: Verlesung vor dem Mühlhäuser Rat durch einen ksl. Boten am dinstag v[igili]a assumptionis [14.8.]). Straßburg, AV, AA 329, fol. 6–15. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 202–211 (mit Randvermm. Hd. J. J. Müller, die den Inhalt kennzeichnen). Wien, ÖNB, 28.O.29., pag.[1]–19. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22, unfol.2

    I b. (wie Drucke I, ohne Siegel und Kanzleivermerk): München, HStA, KÄA 3136, fol. 379–388 (unterhalb der Aufschrift gestrichen: H. Wolfgang von Ahaym). München, HStA, KÄA 3137, fol. 148–157.

    ŠI c. (Drucke II3; H. Höltzel, Nürnberg 1509; auf der Schlussseite gedruckter Verm. amdip.): München, BSB, Rar. 1589#Beibd. 11 [= Eur. 330–21], fol. 164–174 [auch Online-Ressource] = B. Berlin; GStB, Gv 4565. Göttingen, SUB, 8 Mulert 502 (2). Wolfenbüttel, HAB, H: YT 2.4º Helmst. (1). Worms, StdB, -Mag- W Gs 283.

    I d. (Drucke III4, auf der Schlussseite gedruckter Verm. amdip.): München, BSB, 4 Ded. 74 [= Eur. 330–19], unfol.[auch Online-Ressource] = C. Berlin, GStB, Flugschr. 1508–1, fol. 17–25. Wien, ÖNB, 43.V.75. [auch Online-Ressource].

    I e. (Drucke IV, Nürnberg 1509): München, BSB, Eur. 330–20, unfol.[auch Online-Ressource] = D.

    I f. (Drucke V, Martin Landsberg, Leipzig 1509): Berlin, GStB, Gv 4564.

    II. (Abschriften): Bamberg, StA, GHAP 5977, unfol. (Überschr. wie Aufschr. A; Verm. am Textende: Gebt dem schreiber eynmal das glaß und etwas darinnen.). München, HStA, K.blau 270/2, fol. 5–20’ (Aufschr.: Was auf dem Reichs tag jungst zu Wormbs durch ksl. Mt. rete und die curfursten, fursten und stende des Reychs anno etc. nono [gehandelt wurde]. Ausschreiben röm. ksl. Mt. wider die curfursten, fursten und stende des Reychs. Verm. am Textende: amdip.). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 77’–58’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt).

    III. (nur Resolution an die Reichsstände vom 14.6.5; Kop.): Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 186–195’ (koll. Kop.) = E. Würzburg, StA, WRTA 3, fol. 295, 296–296’, 298–298’, 304–304’, 299–302’, 297–297’, 303–303’, 305–305’ (in falscher Reihenfolge abgelegt; Aufschr.: Ksl. Mt. gegenantwort uf der reichsstende entschuldigung, als von wegen Ks. Maximilians ein hilfe begert, 1509. Dorsalverm.: Antwurt von wegen ksl. Mt. uf der stend letzt antwort zu Wormbs.) = F. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 59–70’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Abschrift) = [G]. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 185–194 (Überschr.: Ksl. Mt. ausschreyben gehabter handlung auf dem richstag zu Wurms.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 56–66. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 67, 68–78 (irreführende spätere Aufschr.: Der stende antwort und bedenken uf ksl. Mt. furbringen wegen einer stadtlichen hulfe und aufbringung krigsvolkes, und Šwarumb sie nicht darein willigen könden. 1509.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol.

    Edition: Goldast, Reichshändel, S. 400–407; Ders., Reichshandlung, S. 84–92; Lünig, Reichs-Archiv II (Part. gener. cont. I), S. 292–299 (jew. Druck); Fugger/Birken, Spiegel der Ehren, S. 1254–1256 (sinngemäße Wiedergabe).

    [1.] /77/ [Aufschrift:] abForm vnd wesen, sumarie begriffen, der handlung zwischen Roͤmischer Kayserlicher mayestat etc., vnnserm allergnedigisten herrn, durch jrer Kayserlichen mayestat verordent raͤte vnd den Churfürsten, fürsten vnnd Stenden des heiligen reichs auf dem ietzuerschinen reichstag, zuͦ Wormbs gehalten–a.

    /78/ WJr, Maximilian, von gots gnaden Erwelter Roͤmischer Kayser, zuͦallennzeiten merer des reichs, in Germanien, zuͦ hungern, Dalmacien, Croacien etc. kunig, Ertzhertzog zuͦ Osterreich, hertzog zuͦ Burgundi, zuͦ Brabant vnd phaltzgrafe etc. Embieten allen vnd yegclichen vnsern vnd des heiligen reichs, auch gemainer tewtschen nacion verwandten, vndertanen vnd getrewen, in wass wirden, stats oder wesens die sein, den ditz vnnser schreiben zuͦlesen oder zuͦhoͤrn fuͦrkompt, vnnser gnad vnd alles guͦet. Jr muͦgt nu wissen oder vernemen, was gstalt wir, als wir ietz iüngst in vnsern niderburgundischen landen gewest sein, mit vnserm heiligen vatter, dem Babst, auch vnsern lieben pruedern vnd oͤheimen, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon zuͦ ern, notturfft vnnd wolfart gemainer cristenheit, des heiligen reichs vnd tewtscher Nacion loblich verstentnuss, ainigung, puͦndtnuss vnd vertrag erlangt, aufgericht vnd beslossen haben wider die Uenediger6, als die der heiligen roͤmischen kirchen etlich jr land, Stett vnd gueter gewaltigclich eintzogen vnd lang vorgehalten, auch vnsern heiligen vater, den Babst, auf das Er soͤlh der kirchen guͦeter an Sy erfordert, weyter zuͦbetrueben vnd zuͦbenoͤtigen vnderstanden vnd sich sunst mit vil landen, uns, dem heiligen reich, auch den cronen Franckreich, Arragon vnd andern rechtlich zuͦgehoͤrend, gereichert vnd in soͤlh macht, gewaltig, hohmuetig regiment gesetzt haben, das zuͦ besorgen gewest, wo nit durch obberrürt ainigung vnd vertrag darein gesehen, wer der cristenlichen regierung, so von dem allmechtigen ordenlich gesetzt vnd Šfürsehen ist, jrrung, zerruttung, smach und beswaͤrd zuͦgewarten gewesst vnd darauf gestanden, das die Uenediger als ain gewaltig comun noch weyter gegryffen vnd zuͦletst das reich, wie vor zeiten die Roͤmer getan haben, in jr herschen vnd gebiet pracht hetten.

    Auf soͤlhs vnd sonnderlich, vmb den rawb, auch die vngehorsam vnnd verhandlung, so die venediger an der heiligen roͤmischen kirchen begangen haben, hat Sy vnser heiliger vater, der Babst, nit vnbillich in swaͤrn Ban erkannt vnd publiciert7, darauf vns als der heiligen roͤmischen kirchen aduocaten, darzuͦ /78’/ vnnser lieb prueder, die künig von Franckreich vnnd Arragon, zuͦ hilff, scherm vnnd rettung erfordert vnnd ersuecht. Das haben wir angesehen vnd zuͦ hertzen genomen, vns aus vnnsern niderlannden herauff gen wormbs zuͦ vnsern lieben Neuen vnd oheimen, den churfursten, fürsten vnnd stennden des reichs, auff berürten tag, souil jr damals gegenwurtig gewest sein, gefuegt, jnen die obangetzaigt loblich verstentnuss, ainigung vnd vertrag erzelt vnnd furgehalten, jrer hilff, rat vnd beystands, darumb Sy auch von vnnserm heiligen vatter, dem Babst, durch seiner heiligkeit breue [Nr. 272] hoh ermant vnnd ersuecht sein, begert, darauff vnnser raͤte soͤlh vnnser begern zuͦuerfolgen vnd zuͦ solicitiern bey jnen gelassen vnnd unns zuͦ den sachen fürderlich herein gefuegt, ungetzweyfelter hoffnung, das an der versamblung des reichs hilff nit manngl erschinen sein soͤlt–b.

    [2.] cUersammlung: Aber auff obertzelt loͤblich verstentnuss, ainigung vnd vertrag, auch vnser gnedig ansuechen vnd begern vnd vnsers heiligen vaters, des Babsts, eruordern hat vns die versamblung des reichs jr hilff vnd beystand zutuͦn gewaͤgert vnd abgeslagen durch nachuolgend hanndlung vnd vbung gegen vnsern verordenten raͤten zuͦ wormbs. Nemlich haben vnser lieb Neuen, oͤheimen, churfürsten, fürsten vnnd stend auf ain erste vnnd vor gegeben jr antwurt [Nr. 275], die hie zuͦertzellen on not ist, repetiert vnd angetzaigt etlich vrsachen, dero eine sein sol–c djr vnuermoͤgenlicheit, die Sy beswaͤrts gemuets antzaigen, offennlich vor augen stee vnnd der vnnseree raͤte selbs guͦet wissen tragen soͤllen, darumb Sy sich nit klain tuͦn verwundern, das von vnsern raͤten sich soͤlher jrer warer, gegrundter anntwort befrembdt vnnd beswaͤrt werde; wann offennlich vnd vnuerporgen sey, was mercklichs lassts, beswaͤrung vnd costens das heilig reich in kuͦrtzuergangen jarn bey vnnsern zeiten durch vilfaltig reichstaͤg mit zerung, nachraisen, krieg vnd hilff erlitten hab, daraus vnd Šanndern vrsachenf die stend vnd die jrn in jrn camern vnd seckeln dermassen erschepfft vnd entploͤst sein, das nu zuͦrzeit nit mer /79/ also zuͦhelffen in jrm vermoͤgen stee, wie dann die vorig jr anntwort zuͦerkennen geb–d.

    Kayserlich Maiestat: Soͤlh der stennd antzaigen jrs vnuermuͦgens haben wir jnen jüngst durch vnnser raͤte in schrifft [Nr. 276] ablegenn vnnd widerreden lassen, desgeleichen wir hiemit noch tuͤn vnnd repetiern, nemlich, das soͤlh anntwort vnd entschuldigung nit stat noch grund haben mag, auch etwas schimpflich zuͦhoͤrn ist; dann wir vnnd menigclich wissen vnnd erkennen jr vermuͦgen beyleuffig so wol als Sy selbs; wo das nit wer vnd wir jr vnuermügen im grund so gross, als Sy es fürgeben, wessten, wolten wir Sy vngern ansuechen; aber jr vermügen ist vonn gnaden gots noch so gross vnnd weyt, das Sy vns, dem heiligen reich vnnd jnen selbs zuͦ ern vnd wolfart mit ainer angeslagen hilff, die yegclichen stand in sonnderheit wenig beswaͤrt vnd doch ain treffennliche antzal pringen mag, wol erschiessen vnnd dannocht in jrn stennden vnerarmet pleiben vnd besteen mügen. Sy ermessen pillich das mitleyden vnnd darstrecken, so wir die zeit vnnserer regierung bisher dem reich vnnd tewtscher Nacion zuͦerlanngen das, so ietzo hoffenlichg vor augen ist, gethan, vnser erblannd vnd leut damit vertiefft vnnd verkuͦmbert haben; wo wir nu derselben nit souil gehabt, wie das reich von der stennd iaͤrlichen stewrn vnd andern anslegen vnd darstrecken, bißher beschehen, gegen den mercklichen, vilfaltigen anfechtungen, so jm zuͦ gestannden sein, gehanndthabt vnnd behalten werden mugen het, ist jnen vnnd menigclich wol zuͦrechnen. Es muesst desshalben zuͦgedenncken sein, wo wir mit tod abgiengen, der allmechtig well vnns lanng fristen, das die churfürsten, fuͦrsten vnnd stennd das römischh kayserthuͦmb, dieweil das so hohen costen bedarff vnd ainem kayser so slechte hilff dauon beschicht, nit erhalten, sonnder jrer armuͦet halben dauon steen moͤchten, das doch zuerparmen wer. Wol moͤgen wir achten, wann Sy jrn fuͦrstenthuͦmben, Stifften, Staͤten, Camerni, Comunen vnd vnderthanen kain beswaͤr noch abpruch antuͦen, sonder allain gedencken wellen, dieselben zuͦreichern vnd schaͤtz zuͦsameln, das Sy vileicht nit vbrigs haben moͤchten. Sy sein aber vns vnnd dem heiligen reich auch hoh gesworn vnd verpflicht, wie Sy all selbs wissen; so Sy dieselben pflicht erwegen, finden Sy villeicht schuldig zuͦ sein, vnns vnnd dem /79’/ reich zuͦ handhabung, ern vnd wolfart auch mitzuͦtailn, ob schon soͤlhs mit jrm nachtail vnd vber wol vermügen beschehen solt, darfür wir es doch noch nit achten. Das sich nu die Stend beswaͤrn der vil reichstaͤg, so die zeit vnserer regierung gehalten, vnd der grossen mue, costen vnd zerung, so darauf geloffen sein, mugen die stennd vnd menigclich erkennen, dz dem heiligen reich vnd teütscher nacion vor vnserer regierung nye souil anfechtung, widerwaͤrtigkeit vnd sorgfeltigkeit begegnet sein Šals bey vnsern zeiten; darumb ist daruor des reichs versamblung nit so oft not gewesst; aber auf die menigfaͤltig anfechtung, beswaͤrd vnd sorgen, so dem reich vnd den teütschen bißher von vil nacion begegnet sein, haben wir getan, als vns von ambts wegen geburt vnd als der dem reich nichtz verabsawmen wellen hat; vnd darumb die stend so offt versameln muͤssen. Es ist wol vor jarn also gehaltenj, so dem reich ichtz obgelegen vnd not gewesst, das ain roͤmischer kayser oder künig die stend gesondert schriftlich ersuͦcht, darauf Sy sich dann gehorsam erzaigt; so aber wir das vnderstanden, haben wir befunden, das ye ainer auf den andern gewaͤgert vnnd damit wenig gehorsam erlangt; darumb hat not getan, Sy zuͦ den reychstaͤgen gemainlich zuͦuersameln; ob Sy darauf costen, zerung vnd muͦe von des reichs wegen geliten, deßgleichen vnd vil mer haben wir auch getan; wir lassen vns aber des nit dawrn, dann wir gedencken, das wir anhaim auch nit sonnder [= ohne] muͦe vnd costen leben mügen hetten.

    [3.] kUersamlung: Uerner ermessen die stend–k, als ob Sy diser hilff zutuen nit schuldig seyen, aus vorangetzaigten vnd nachfolgenden vrsachen, dero die erst sein sol, das vnser lainigung, vertraͤg, krieg vnd fürnemen on mjr rat, wissen vnd willen–m fürgenomen vnd aufgericht, wie dann notturfft des heiligen reichs in soͤlhen grossen, swaͤrn vnd dapffern sachen hoͤhlich tat erfordern, auch also im heiligen reich, wo jrer hilff begert, loblich herkomen vnd gepraucht sey–l.

    Kayserlich Maiestat: Darauf ist vnser antwort: Wir haben ain vertrag, ainigung vnd verstentnuss mit Baͤbstlicher heiligkeit, auch vnsern lieben pruͤedern, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon, gehandlt vnd aufgericht, vnser gewissen vnd phlichten gemaͤss, dem heiligen /80/ reich, tewtscher nacion vnd gemainer cristenheit zuͦ nutz, ern, lob vnd wolfart, das wir menigclich zuͦ erkennen geben. Aber gelegenheit der sachen hatt kainen verzug oder aufschub erleyden mügen; solten wir nu der stend rats vnnd willens gephlegen, so muesten wir zuͦuor ainen reichstag beschriben, jrn rat ersuͦecht vnnd dann erst zuͦ der handlung der verainigung gegriffen haben, das noch auff hewtigen tag nit beschehen sein moͤcht, dardurch der loblich, nutzlich vertrag vnnd ainigung gehinndert vnd zuͦ rugk gestelt vnd die gegenwürtige vnser eerliche, aufnemliche vnnd sighaffte fürnemen nit beschehen waͤrn. Deßhalben mainen wir, es sey nit not gewesst, hetten auch vnsern phlichten nit gnuͦg getan, die sachen auf Sy in soͤlh harr vnd versaumnuss zuͦstellen, Sonnderlich, so wir bedencken, das auf etlichen vergangen reichs tagen durch vns, auch churfürsten, fuͦrsten vnnd stend bedacht worden ist, ainigkeit mit Franckreich zuͦsuͦechen, nemlich wider die Uenediger vnd vnglaubigen; so wir nu die loblich erlangt haben, so wil vns das in args gemessen werden, daraus abtzuͦnemen ist, als ob die stend Švileicht suechen, zwischen vns vnd jr selbs zwittrecht zuͦerwecken, dardurch das reich in zerrüttung gefuͦrt werden moͤcht; vnnd erscheint sich, das die vrsach jrs abschlagens der hilff sey nit jr vnuermügen, sonnder allain ain vnwillen, den jnen ettlich fürnemen, vmb das wir jrs rats nit gephlegen haben, das dann aus vorberürten vrsachen kain wegs fuͦeg noch stat gehabt hat.

    [4.] Uersammlungn: Zuͦm anndern vermainen die stend, der hilff nit schuldig zuͦsein, vmb das Sy onit wissen moͤgen, was nutz oder schadens, vortails oder nachtails dem heiligen reich aus soͤlhen ainigungen vnd vertregen entsteen müg, dess Sy doch pillich, dieweil jrer hilff begert wirdt, mitwissens emphangen hetten–o.

    Kayserlich Maiestat: Unnser antwortp: Guͦet ist zuͦuernemen vnd zuͦwissen vnd wellen aber den Stenden selbs vnd menigclich zuͦerkennen geben, das die verainigung vnnd tractat in allem jnnhalt dem heiligen reich, tewtscher nacion vnnd gemainer cristenheit in kainen /80’/ weg nachtailig noch abpruͦchig, sonnder mer hohloblich, erlich vnd aufnemlich sey. So mag nit wol dargethan werden, als ob die Stend soͤlher verainigung vnnd vertrag als gar nit wissen tragen; wir sein doch darumb nechst an vnnserm herauf ziehen zuͦ inen gen wormbs komen, haben jnen soͤlhen vertrag offennlich vnnd in gehaim clar angetzaigt vnd darjnn garq nichtz verhalten, den Sy jnen auch desselben mals wolgefallen lassenn, nichtz darein noch darwider geredt vnd sich etlich gegen vns trostlich mercken lassen, als werd auff soͤlhen vertrag an der stend hilff zuͦ disen loblichen, erlichen fuͦrnemen nit manngl sein. Es ist scheinparlich zuͦmerckenn, das der allmechtig von hymel soͤlh ainigung vnnd vertrag geschickt hat vnnd jm die wol gefallen lasst; das ertzaigt Er mit dem, das Er der Baͤbstlichen heiligkeit, auch vns vnd vnsern pruͤedern, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon, so wunderparlich, vnnatürlich sig, gnad vnd glück in so kurtzer zeit zuͦ eroberung nach aller der Uenediger lannd verlyhen hat; warumb wellen jnen dann die stennd des reychs dieselb ainigung vnd vertrag nit auchr gefallen lassen?

    [5.] Uersammlung: Zuͦm dritten besorgen die Stend, swie aus vor beschehen hilfen sich ertzaigt haben sol, wo vnns die begert hilff von jnen zuͦ tuͦn müglich, das dannocht wir vnd das heilig reich ee vnd mer in vertieffung vnd vnrat wann in erhebungt oder aufnemen dardurch gelait oder gefüert werden moͤchten; dann wiewol die jüngsten zwo hilff gehaltner reichstaͤg zuͦ Coͤln vnd Costenntz vber wol vermügen der stennd bewilligtu, so sey doch vns vnnd dem heiligen Šreych kain nutz, sonnder alain nachtail, schimpff vnnd schad deshalb erwachsen vnd komen. Sy geschweigen darbey annderer grosser hilff, daruor geschehen, das alles die stend nit vnbillich hohlich beswaͤr vnd in betrachten beweg–s.

    Kayserlich Maiestat: Darauff ist vnnser anntwort: Nyemand mag vns mit grund beschuldigen, das wir die zeit vnnserer regierung das reich in ainich vertieffung vnd vnrat gefüert; dann was wir bisher gross /81/ (das reych betreffennd) gehanndlt, haben wir altzeit mit der stennd rat getan vnd darumb souil versamblung, der Sy sich oben beswaͤrn, haltenn muͤessen. Das aber auff die hilff von Coͤlln vnd Costenntz, auch ander vorgehalten reichstaͤg, wenig fruchtpars, sonnder nachtail, schimpf vnnd schaden erwachsen sein sol, Wissen wir nit sonndern nachtail vnd schaden dem reich beschehen, aber wol vns vnd vnsern erblannden. Der schimpf (ob ainicher daraus entstanden waͤr) sol pillich nit vns, sonder ee den stennden zuͦegemessen werden; dann Sy haben schimpflich dartzuͦ getan vnd sein des vrsach jrer lanngsamen, vnvolkomen hilff halben vnnd nit wir, dann wir alltzeit vnnser leib, leben, camerguͦet, lannd vnd leuͦt zuͦ den sachen dargetan, so Sy des merern tails anhaim pliben sein; vnd so ye der puncten, daz auff die ergangen hilff gehaltner reichstag vnns vnd dem heiligen reich kain nutz erwachsen sey, angeruert wirdt, dess haben wir vnns pillicher dann die stennd zuͦbeswaͤrn; dann Sy vnns alweg durch jr bewilligen vnd zuͦesagen der hilffen zuͦ vnnsern fürnemen vnnd darauf in grossen costen vnnd darlegen gelait vnnd dann jr hilff, uͤber das die wenig vnnd gering gewesst ist, dannocht so lanngsam, sewmig, vnuolkomen vnnd vnordenlich gehalten vnd geraicht, das damit nichtz fruchtpars ausgericht werden mügen vnd vnns geursacht vnd gepracht hat in verschwenndung vnsers camerguͦets, versawmnuss vnd verwarlosung vnnserer lannd vnd leuͦt, auch vmb annders, so vns zuͦgestanden sein soͤlt vnd moͤcht, als hungern, Britani [= Bretagne], Mayland, gantz jtalien etc., das alles wir mit gnaden des allmechtigen, wo Sy jr tapffer hilff zuͦ rechter zeit vnd volkomen dartzuͦ gethan hetten, auf des heiligen reichs oder vnser erblich oder erheyrat gerechtigkeiten erobert vnnd behalten vnnd also dem heiligen reich vnd tewtscher nacion anhengig gemacht haben woͤlten, wie wir vns dess auf allenv reichstagen gnaͤdigclich vnd getrewlich erpoten haben. Und darumb, wo Sy vnns vnnd dem heiligen reych noch nit trostlicher, ordenlicher hilff tüen wolten dann bisher, waͤr waͤger [= besser], Sy der zuͦerlassen dann die antzuͦnemen. /81’/ Wo aber die Stennd vileicht gedaͤchten vnd vermainten, als ob jr bißher getan hilffen vns vnd vnnsern hewsern oͤsterreych vnnd Burgundi zuͦ statten vnd guͦetem komen vnd beschehen waͤrn, So geben wir jnen zuͦermessen, das die genannten vnserw hewser oͤsterreich vnnd Burgundi sluͤssel vnd clausen des heiligen reichs vnd tewtscher nacion sein gegen allen anfechtern vnd widerwaͤrtigen, glaubigen vnnd vngelaubigen; vnnd was denselben hewsern hilff vnnd fürdrung beschehen, wer doch dem heiligen reich Švnd tewtscher nacion getan; dann so dieselben hewser oͤsterreich vnnd Burgundi in bestand vnnd wesen vor jrn anstoͤssern vnnd widerwaͤrtigen gehandthabt sein, so ist das reych dardurch behalten. Wann Sy aber (daruor der allmechtig sein well) verlassen vnnd vom reich getrennt werden soͤlten, waͤr zuͦebesorgen, das das reych vnd die tewtschen von frembden nacion vberfals, beschwaͤrung vnd ellends, das ietzo nymandt gedenncken will, gewarten muͤesten. Zuͦsampt dem, so haben dieselben hewser oͤsterreich vnnd Burgundi dannocht allweg gegen den anfechtern vnnd widerwaͤrtigen gar vil mer lasst, mitleyden, costen vnd darlegen weder annder Stend des reichs getragen vnd getan, alles dem heiligen reich vnd tewtscher nacion zuͦ aufenthalt vnd guͦetem.

    [6.] Uersammlungx: Auf die vierd vrsach, derhalben die Stend vns vnd dem reich nit vermainen zuͦhelffen, nemlich also lautend: yWo jnen die begert hilff moͤglich vnnd Sy die taͤtten, das soͤlhs angesehen vnnd geacht werden moͤcht, als ob Sy in die angetzaigten (doch jnen vnwissend) vertraͤg vnd wie die geschehen, ob Sy gleych dem reich nachtailig waͤrn, gewilligt vnd gehollen hetten. Zuͦsampt dem, das soͤlhs der handlung nechstgehalten reichstags, die mit hoher vernunfft vnd betrachtung bewegen worden, nit gemaͤss, das sich Churfürsten vnnd ander stend getrewlicher maynung erpotten gehabt, Jr treffenlich potschafft zuͦ dem künig zuͦ Franckreich zuͦschicken, mit demselben des hertzogthuͦmbs Maylandt vnnd annderer sachen halben, das heilig reych vnnd die cron Franckreych betreffend, zuͦhanndlen vnd vnrat zuͦ fürkomen, mit hohem erpieten der stennd, wo sich /82/ derselb künig nit gleicher ding gegen vns weisen lassen wolt etc., das jnen aber von vns desselben mals abgeschlagen vnnd nit verfolgt sein sol, nit on nachtail vnnd beswaͤrung des reichs, als die stennd besorgen–y.

    Kayserlich Maiestat: Wir haben in ainem artickel oben ertzelt, das die ainigung vnd vertrag in kainem innhalt dem heiligen reich nachteilig noch abpruchig; dann wir sein alzeit des guͦeten gemuͦets, dem heiligen reich so vngern etwas zuͦuerliern oder zu vertaͤdingen8, als Sy es sehen mügen; so aber die ainigung vnnd vertrag dem heiligen reich vnd tewtscher nacion zuͦ hohen ern, lob, aufnemen, rue vnd frid raichet, darzuͦ istz der stennd bewilligungaa nit not gewest, sonder wir haben des als regierender roͤmischer Kayser nach schickung des allmechtigen, auch hohem rat vnd erwegen vnd dem heiligen reich, tewtscher Nacion vnnd gemainer cristenheit zuͦ guͦet aus vnns selbs wol fuͦeg vnd macht gehabt; wo jnen dann die stennd solchs nit lieb sein lassen wolten, moͤcht jnen darumb vbel gesprochen werden in ansehung jrer phlicht vnd ayd, die Sy wol weisen, was Sy vns vnd dem heiligen reich goͤnnen vnd Šschuldig sein sollen. Mayland halben haben wir den stenden nechst durch vnsere raͤte vnser antwort vnd maynung [Nr. 411, Pkt. 5] fürhalten lassen, desgleichen wir hiemit noch tüen, das wir anders nit darjnn gehandelt dann wie auf vergangen reichstaͤgen die stend vnd sonderlich churfuͦrsten vnd fürsten geraten haben, nemlich solcher gestalt, das wir vnns befleyssen solten, mit Franckreich in ainigkait zuͦkomen, sonder wider Uenedig, vnnd jn darauf mit Mayland zuͦbelehnen; dann ain künig von Franckreich stüende ainem roͤmischen kayser oder künig für ain lehensman des heiligen reichs pas an dann ain aigner hertzog zuͦ Maylannd.9 Solher jrer maynung vnd ratsleg von vorigen reichstagenn sein wir noch wol ingedenck; haben darfür gehabt, was jnen desselben mals gefallen, es hett ietzo auch nit waͤgerung bey jnen gehabt; wo wir aber gesorgt, das Sy auf jedem reichstag ainer sonndern vnd andern maynung sein wolten oder das gelegenheit der sachen souil pitt vnd aufschub erleiden mügen, hetten wir wol bedacht, Sy vor zuersuechen; vnd also haben wir dem reich mit Mayland nichtz vertaͤdingt, es ist gleich so wol lehen /82’/ als vor; vnnd wo wir vnserm pruͦeder [Kg. Ludwig] von Franckreich die belehnung nit getan, so her ers dannocht gehabt; vnnd wer zuͦbesorgen, vnns vnnd dem reich swaͤr gelegen, jn dauon zuͦdringen, dann wir haben das lanng versüecht vnnd angefochten, vnser leib vnnd guͦet daran strecken wellen, wie menigclich gemerckt vnd gesehen. Es hat aber bey den stennden jrer hilff vnd zuͦethuͦens halben nye sein mügen, sonder Sy haben sich alweg mercken lassen, das jnen Mayland lieber der gstalt in des künigs zuͦ Franckreich hand sey dann in weylennt hertzog Ludwigs [Sforza], darauf Sy mercklichen costen dasselb zuͦerobern darlegen müessten; vnd vnns also vnnser ansynnen vnd fürnemen Mayland halben doch auf zwayen reichstaͤgen gestracks abgeslagen.10 Demnach wellen wir darfuͦr achten, das wir mit dem wenigen vnnd mindern als alain mit der belehnung Mayland dem heiligen reich vnnd teutscher nacion ain merers aufgericht vnd gestifft haben, das ist die loblich ainigkeit vnnd vertrag, daraus dem reich, tewtscher nacion vnd gemainer cristenheit, ob got wil, aufnemen, handthab, frid vnd ruͦe gedeyhen sol, als sich dann noch bißher in voltziehung soͤlher ainigkeit vnd vertrag troͤstlich erscheint in dem, das wir nuab alles das, vns von der ŠUenediger land vnd gepieten in soͤlhem vertrag zuͦepartheyt11, das doch ain maͤchtig ding ist, nach ganntz erobert vnd in vnnser gewalt vnnd gehorsam pracht haben.12 Dergleichen glücks, sigs vnd aufnemens wir vns hinfür zuͦ dem almaͤchtigen wol getroͤsten. Das wir aber zuͦ Costentz abgeslagen haben sollen, ain potschaft in Franckreich zuͦschicken, dess gesteen wir nit in der gestalt; wir gedencken wol, das davon gehandelt worden, und ist der Stennd maynung gewest, ein slechte vnd geringe potschaft zuͦuertigen13; das moͤgen wir wol widerredt haben vnd pillich in bedacht, das vnns, den Stenden vnd gantzer tewtschen nacion gross vnansehen, smach vnnd verklainerung daraus erwachsen waͤr, aber ain maͤchtige, raͤtliche potschaft abtzuͦfertigen haben wir nye gehindert, sonnder mer gefuͦrdert vnd solicitiert, sein auch darauf willig gewest, vnsernn gepuͤrenden costen dartzuͦlegen. Darjnn sich aber die Stennd des costenns beswaͤrt vnd also die potschaft zuͦfertigen ersitzen lassen haben.

    [7.] /83/ Versammlungac: Für die funft vrsach melden die Stend, als ob Sy vnns vnd dem reich zuͦhelffen nit schuldig sein, nemlich, addas bisher nye mer im reich gehoͤrt, das ain soͤlh treffenlich eylend vnd stuͦmpf14 hilf zuͦuor vnberatslagt, auch zuͦ vngelegner zeit zuͦschicken gefordert oder begert sey–ad.

    Kayserlich Maiestat: Gegen demselben bedunckt vnns, dise hilff soͤlt die zeither, so die Stennd bey ainander versamblt gewesst, wol beratslagt vnd nu in kürtz auftzuͦpringen muͤgen sein. Uns ist die verainigung vnd vertrag auch so gaͤhs [= plötzlich, überraschend] zuͦegestanden, das vnns vnnd dem reich, auchae vnsern gegenwürtigen fürnemen, wie obsteet, ainichen aufschub darjn zuͦ tuͦn nit nuͦtz, darumb auch not gewesst ist, die hilff gaͤh zuͦuordern vnnd auftzuͤpringen; dann dise vnnser fürnemen haben eroͤffnung vnd auspraituͦng lanng vor der tat nit leiden muͤgen, sonnder ist das gewinlichist gewesst, die Uenediger vnuersehen zuͦvbereiln; dann solten vnser fürnemen lanng daruor vmbgetrochen worden vnd an die veind gelangt sein, waͤr vnns vnnd dem heiligen reich beswaͤrdt vnd sorg vnd den Uenedigern kundtschaft, sterckung, schicklicheit vnd hoffnung darauf gestanden, das Sy nit (also zuͦschaͤtzen) auf ain tag zuͦ grund gangen waͤrn, wie dann in den weg beschehen ist; vnns hat auch gepuͦrt, kurtz nach vnserm lieben pruͦeder von Franckreich vnd neben Švnserm heiligen vatter, dem Babst, antzuͦgreifen, in ansehung vnnd crafft der verainigung vnnd vertrag, darein wir alain Sy bewegt vnnd pracht15, haben aber darbey wol bedacht, das der Stennd kriegsvolckh, so Sy vns bewilligen wuͦrden, villeicht nit so leidlich waͤrn, in die hitz zuͦtziehen, als die vnnsernaf; vnd darumb ietzo den vortzug mit vnnsern leuten getan, sein dess auch noch in staͤter vbung vnd merer rüstung, Auf das, so sich die stennd ainer tapfern, trostlichen hilff entsliessen würden, das jrn leuten die herbst zeit zuͦ statten komen moͤcht. So wissen wir kain füegclicher zeit durch das jar zuͦ kriegen dann die Suͦmer zeit, darumb on not von den stennden zuͤ vrsach genomen wirdet, als soͤllen wir die hilff zuͦ eilend, stümpf vnd vngelegner zeit erfordert haben.

    [8.] /83’/ Uersammlungag: Darnach melden die Stendt in jrer antwort, das ahaus angetzaigten vnd andern vrsachen, der auch wol mer zuͦertzellen wern, jr vertrawen vnd hoffen sey, das sich soͤlcher jrer gegeben notturftigen, waren antwort weder vnser räte noch iemands anderer mit pillicheit zuͦbefrembden oder zuͦbeswaͤrn haben sol etc.–ah

    Kayserlich Maiestat: Darzuͦ sagen wir, wo die Stend dergleichen vrsachen noch mer dartaͤten, westen wir die in hofnung mit guͦetem gründt wie die obgeschriben zuͦuerantworten vnd zuͦ widerlegen; das aber wir vnd meniglich, der lieb, naygung vnd gehorsam zuͦ vns tregt, soͤlcher abslegigen anntwort nit klain, sonnder hoh befrembden, beswaͤrn vnd behertzigen haben, das ist menigclich zuerkennen pillich, in ansehuͦng, das Sy vnns, das heilig reich vnd tewtsche nacion in disen loblichen, erlichen, aüfnemlichen vnd hoffennlichen fuͤrnemen, dergleichen in menschen gedaͤchtnus nye vorhannden gewest sein, also zuͦuerlassen vermainen.

    [Uersammlungai:] Wir mercken verrer aus der Stennd antwort vnnd schrifft, ajwo wir in soͤlhem vnnserm swaͤrn fürnemen jrs rats gepraucht, wie jm reich herkomen, die nottuͦrft erfordert vnnd pillich beschehen wer, was Sy vnns dann geraten hetten, darinn wolten Sy sich als die getrewen vnd gehorsamen on zweyfel mer, wann wolak jr vermuͤgen gewesst, ertzaigt vnd gehalten haben–aj.

    Kayserlich Maiestat: Soͤlhs bedunckt vnns gleich ain widerwaͤrtigs sein, dann jr erste vnd principal vrsach gewest ist jr vermaint vnuermoͤgen, vnnd hie melden Sy, wo wir jrs rats gephlegen, was Sy vnns dan geraten, darinn wolten Sy sich vber jr vermuͤgen ertzaigt haben; das gibt vns ain antzaigen ains vnwillens Švon etlichen, die den vrsachen, welhen vnwillen wir doch vmb dieselben noch annder nit verschuldt, sonder vnns mit vnserm leib vnd guͦt, auch erblannden vnd leüten in des heiligen reichs obligen zuͦvil dartzuͦ gemüet vnnd beswaͤrt haben; wo nuͦ soͤlher vnwillen dem heiligen reich nit zuͦ nachtail kaͤm, waͤr vnns der auch dest ringer zuͦ tragen.

    [9.] /84/ Uersammlungal: Zuͦ letst ertzellen die stend, amSy zweyfeln nit, wo die Baͤbstlich heiligkeit herkomen vnd gelegenheit der stennd vndan tewtscher nacion, wie zuͦm tail obangezaigt, auch wie vnnd zuͦ welcher zeit dise sachen an die stend gelangt sein, bericht werde oder wuͦrde, jr Baͤbstlich heiligkeit wurde der gegeben antwort kain misfallen tragen, sonder der stend gelegenheit vnd notturft in solchem gnedigclich bedencken–am; aowo auch wider die vnglaubigen oder türgken mit ainer stattlichen expedicion oder zug solt gehandelt werden, als dann notturft der selben sachen wol taͤt erfordern, oder so die Baͤbstlich heiligkeit oder cristenlich kirch von iemand beschwaͤrt oder benoͤtigt waͤr oder wurd, so wolt sich zuͦm vorderisten nach ermessung der stennd in solcher swaͤrn, grossen sach gepürn, das zuͦuor vil cristenlicher gezüng vnnd gewalte zuͦsamen erfordert, mit jr aller rat von sachen der notturft zuuor gehandelt, wie vnd welcher mass solcher zug vnd handlung zum pessten vnd geschicktisten solt vnd moͤcht fuͦrgenomen werden, damit die hilff in solchem allenthalben auf müglich zeit gleichmaͤssig vnd auf alle stend vnd glider, hoch vnd nider, aufgetailt vnd nit allain auf den gehorsamen klainen tail des reichs gelegt, auch zuͦuor cruciat16 vnd anders gegeben wurd, wie dann vormals in solchen faͤllen mer gebraucht vnd geuͦbt sey; darinn wurden sich alle stennd des reichs on zweyfel als from, cristglaubig glider gegen der heiligkeit vnd dem cristenlichen glauben nach jrm vermügen zuͦ aller gehorsam erzaigen; der maynung wellen sich auch die churfuͦrsten mitsampt gemainen stenden auf die Babstlichen ausgangen breuiaap vnd anders, derohalb fürgehalten, verantwort haben–ao. aqDarumb vnd aus angezaigten vrsachen die stend des reichs auf jrer gegeben anntwort besteen etc.–aq

    Kayserlich Maiestat: Hierauf vnd auch fur das letst achten wir, die Babstlich heiligkeit hab herkomen vnd gelegenheit des reichs vnnd der stend gnuͦgsam kundschafft, vnd wer vnsers bedunckens nach so guͦet, jr heiligkeit vnd menigclich wessten nit souil darumb; was gefallens aber jr heiligkeit ab der stend Šhandlung tragen, wirdet jnen jr heiligkeit vngetzweifelt wol zuͦuersteen geben; was auch sunst in tewtschen landen vnd durch die gantz cristenheit von den jhen, die villeicht ains andern gemuets sein, darzuͦ geredt, wirdet Sy on zweyfel auch furkomen. Als aber die stend vnderricht tuen /84’/ [von] ordnung vnd wesen des zuͦgs wider die türgken oder vnglaubigen, auch zuͦ hilff Baͤbstlicher heiligkeit vnd der kirchen, So soͤllen die Stennd wissen, das ditz vnser mitsambt Baͤbstlicher heiligkeit, auch der künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon verstenntnuss vnnd fuͦrnemen nit angefangen sein, alain die Uenediger (vmb jr lanngher pracht veraͤchtlich, gewaltig, vngoͤttlich herschen, auch vmb das Sy der heiligen kirchen das jr gewaltigclich entwert vnd vorgehalten, Sich darzuͦ dem cristenlichen wesen in etlich ander weg vngemaͤss gehalten vnd vnderstanden haben, der Baͤbstlichen heiligkeit vnnd kirchen weyter widerwaͤrtigkeit vnd trangar aufzuͦtun) zuͦstraffen, sonder auch auf die vnglaubigen zuͦ ziehen; als wir dann hewtigs tags willenns sein, so wir nu mitsampt Baͤbstlicher heiligkeit vnd den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon den Uenedigern das lannd nach alles bis an die Statt Uenedig mit gottes hilff abgewunnen haben, vnns auf das wasser zuͦbegebenn vnnd zuͦ vndersteen, die vbrig jr macht, damit wir all künftiger aufruͦer vnd beswaͤr von jnen vberhaben vnd gesichert sein, auch niderzülegen, zu tewtscher nacion in vnser gehorsam zuͦpringen vnd fuͦrter wider die vnglaubigen zuͦtziehen; wir kuͦnden auch nit gedencken, das soͤlhs bißher ye füegclicher vnd schicklicher gewesst sey vnd sich hinfuͦr nymmer dergstalt begeben noch reymen moͤcht, dann so wir ietzo mit Baͤbstlicher heiligkeit vnnd vorgenannten vnnsern lieben pruedern in verstentnuss vnd ainigkeit sein. Wir, dieselben vier, als die maysten der cristenheit haben dise fürnemen gnuͦgsamlich bedacht vnd erwegen, auch nit für not geacht, weiter gezuͦng zuͦsamen zuͦfordern, aus vrsach, das soͤlhs lange weyl, mercklichen costen vnnd versawmnuss gepert het; damit wellen wir dargetan haben, das dise furnemen nit alain wider die Uenediger, sonder auch die vnglaubigen gnuͦgsamlich beratslagt vnd nit not noch guͦet gewest, annder oder mer getzung zuͦsamen zuͦ pringen, dieweil doch dieselben vnd, zuͦschaͤtzen, die gantz cristenheit alle vns viern verwandt sein; darumb auch wir vier durch vnser potschaften die andern dannocht ersuͤecht haben.17 Dann solten die sachen dergstalt, wie die Stennd vor jn haben, fürgenomen, die cristenheit moͤcht nymer mer wider die vnglaubigen aufpracht werden; darbey wellen wir der Stend maynung, als ob Sy auf die Baͤbstliche Breuia entschuldigt sein, widerlegt /85/ vnd vnnserm heiligen vatter, dem Babst (ob Sy seiner heiligkeit gnuͦg oder nit getan) haimgesetzt vnd befolhen haben; wir besorgen Švnd gedencken aber, die Stennd werden klainen danck bey seiner heiligkeit erlangen, dann Er jr vnuermügen vnd entschuldigen gleich so für ungegruͤndt als wir erkennen vnnd annemen wirdet.

    Dem allem nach ermanen wir die Churfursten, Fürsten vnd Stennd vnser vnnd des heiligen reichs aufs ernstlichist vnd hoͤst, so wir Sy alsas jr erwelter roͤmischer kayser zuͦmanen haben, das Sy vnangesehen der obertzelten vnnd aller annderer vermainter vrsachen vnnd aüstzüg die cristenlich kirchen in krafft Baͤbstlicher heiligkeit erfordrung, aüch das heilig reich vnnd tewtsche nacion jrn phlichten vnd ayden nach kains wegs verlassen, sonnder sich denselben zuͦ hilff vnnd beystand vnd zuͦ ausfuerung des gegenwurtigen goͤttlichen taͤglichenat sigs nochmals ainer tapfern, troͤstlichen, ordenlichen antzal kriegsvolck entsliessen, die auch aufs eilendist, so muglich ist, berait machen vnd zuͦ vns vertigen; des wellen wir vns noch gnedigclich vnnd freuntlich zuͦ jnen getroͤsten vnd versehen. Geben auin vnser Statt–au Triennt am viertzehennden tag des Monats Junii Anno etc. nono, avUnsers reichs, des Römischen im vierundzwainzigisten jarn–av.

    [10.] /85’/ awDJser obgeschriben vnserer schrift antwort vnd ansuͦechen haben die churfürsten, fürsten vnd stend des reichs, vber das Sy durch vnsere raͤte zuͦ wormbs hoch vnd streng darumb ermant vnd ersuͦecht worden sein, nit erwart, sonder sich auf jr obbegriffen maynung vnd dartuen, vnsern raͤten in schrifft vberantwort, vor vnd ee jnen auch obertzelt vnser verantworten vnd ansuechen zuͦekumen ist, erhebt, den reichstag geendet vnd auf jrer maynung wie vor beharret.

    Dieweil wir nu bedencken, das menigclich, so villeicht der handlungen nit wissen tragen, befrembden moͤcht, was doch die vrsach, derohalben vns, dem heiligen reich vnd tewtscher nacion von der versamblung des reichs die hilff vnd beystand vertzigen vnd abgeschlagen waͤrn, Ermessen auch, das vngezweyfelt dieselben vrsachen den churfürsten, fürsten vnnd stenden zuͦ fueg vnd vnschuld vneroffnet vnd vnberedt nit pleiben, daraus dann vns (wo wir vnser gegrundte antwort entschuldigung weise obgeschribner massen dagegen nit dartaͤten vnd erlauten liessen) vnglimpfen vnd schuld zuegelegt werden moͤcht, So haben wir vnserer eern halben fur not geacht, Euch allen vnd ieden insonderheit gestalt, schicklicheit vnd wesen vnserer, auch der churfürsten, fürsten vnd stend des reichs obbegriffen handlung hiemit zuͦ offenbarn, Ob aus dem, das Sy zuͦuor der Baͤbstlichen heiligkeit vnd nachuolgend vnns vnnd dem heiligen reich jr hilff vnd beystand zuͦ disen vnsern loblichen, goͤtlichen fürnemen nit bewisen hetten, dem heiligen reich vnd tewtscher nacion ainich beswaͤrd zuestuend vnnd erwuechse, das der allmechtig vorhueten welle, als auch wir Šmit darstrecken vnnsers leibs vnnd guͦets zuͦ furkomen alltzeit begierigs hertzens willig gewesst vnd noch sein, damit doch wir entschuldigt seyen. Dann aus berurten der versamblung verziehen, waͤgern vnd abslagen muͦgen wir vns mit vnsern hewsern Osterreich vnd Burgundi zuͦ dem reich vnd tewtscher nacion hinfur wenig hilff, trossts vnd beystands versehen, dieselben vnser hewser zuͦ behalten vnnd zuhandthaben gegen vnd vor vnsern durchaͤchtern vnd widerwaͤrtigen, glaubigen vnd vnglaubigen, vor denen wir vnd die genanten vnsere hewser nu ob dreyssig jarn her dem heiligen reich zuͦ behuet vnnd guͦetem herten, swaͤrn last, anfechtung vnd krieg gelitten vnd ge- /86/ tragen haben, dergleichen vnns noch hewtigs tags obgelegen vnnd hinfür staͤtigs zuͦgewarten sein.

    Wir hetten doch gehofft vnnd getrawt, die versammlung solt bedacht vnd mitleyden gehabt haben vnserer mercklichen verluͦesst, so vnns ietz ain jar verganngen vmb des reichs vnd tewtscher nacion fürgenomner eer vnd wolfart willen begegnet, die vnd noch vil maͤchtigers vnd merers, dartzuͦ vns diser zeit mit sig, gnad vnnd glück des allmaͤchtigen widerkert ist. So muͦessen wir abnemen, als ob vnnser verluesst vnnd smach vnnd herwider vnser sig vnnd gluͤck bey jnen gleichmaͤssig bewegen vnnd geacht werd.

    Das muͦess aber kuͦmen vnnd entspringen aus etlichen, die vns miszgoͤnnen, zuͦ denen wir vnns doch jn ansehung vnserer gnaden, freuntschaft vnnd guͦettaͤt, der wir vnns gegen jnen befleyssen vnnd ertzaigt, kains vbels versehen haben.

    Begern demnach an euch all vnnd jegclich innsonderheit, dise vnnser vnnderricht vnnd dartuͦen entschuldigung weise fuͦr war vnd gegrundt antzuͦnemen vnd zuͦerkennen, vnns auch damit guͦetlich entschuldigt zuͦhaben; vnnd ob jemand aus jm selbs oder aus vnwissen oder ungegründtem erfarn ichtz dawider zuͦreden vnd antzuͦzaigen vermaint, so sein wir berait vnnd begirig, dem- oder denselben altzeit klarer bericht vnd gnugsam verstand zuͦgeben, das dise sach, als sich ietzo erscheint, lanngher durch vnnser miszgoͤnner auf vnns (zerrüttung im heiligen reich zuͦbewegen) bedacht und furgenomen ist; das wolten wir euch nit verhalten. Geben vnd gefertigt in vorgenanter vnserer Statt Triennt Am sechundtzwaintzigisten tag des Monetz Junij Anno etc. im Newnten, Unserer Reiche, des Roͤmi[s]chen im vierundzwaintzigisten vnd des Hungerischen im zwaintzigisten jarn–aw.

    «Nr. 483 Aufzeichnung des kursächsischen Gesandten Friedrich von Thun über Verhandlungen mit Lgf. Wilhelm II. von Hessen – act. Kassel, 16. Juni 15091 »

    Verhandlungen in Worms über die von Ks. Maximilian geforderte Reichshilfe.

    ŠWeimar, HStA, EGA, Reg. A, Nr. 173, fol. 37–44’, 45’ (Kop., sonabends nachfolgend).

    [/37–37’/ Angelegenheiten Hessens; Nr. 561, Pkt. 1]. /37’/ Der Gesandte ging anschließend auf das an Kf. Friedrich nach Worms geschickte Schreiben des Lgf.2ein, worin dieser die Meinung vertrat, dass nit gut sey, das dem kayser hilf gewegert. Dan sein gnad hat geschrieben sein reten, das sie sich solten vernemen lassen, er wolt ksl. Mt. hilf tun.3 Het mein gnst. herr [Kf. Friedrich] bey sich bedacht, das nit gut were, das sich die rete solchs gegen den stenden vernemen liessen, und /38/ wolt der landgrave ksl. Mt. hilf tun, wer on not, sich gegen der versamblung des Reichs zu vernemen lassen; und auch darauf mich zu den hessischen reten geschickt, inen solchs meins gnst. herrn bedenken zu sagen bevolhen, doch wolts sein ftl. Gn. in das guter meynung zu irem gefallen angezeigt haben. Nu wer mir er Curt von Manspach bekomen [= begegnet], dem ichs gesagt. Darauf er berichtet, doctor Engenlender, der canzler, würd mir begegen, zu ausschuss aufs [Rat-]haus zu geen. Dem solt ich solchs meins gnst. herrn bedenken sagen. Dann er sehe solchs fur gut an zu unterlassen. Hab ich dem canzler vorbenennt solchs gesagt, der mir darauf meins gn. herrn landgraven schreiben, an die rete darinnen ergangen, ufm haus gelesen und gesagt, er wisse den bevelh seins herrn nit zu endern, wolle sich4 des auch sambt andern reten, wie sie beschlossen, halten. Und darauf die hessischen rete den im außschus solchs angezeigt. Das mein gnst. herr, als es sein ftl. Gn. bericht, nicht gern erfarn. Hab mein gnst. herr dem landgraven, was seiner ftl. Gn. bedenken und handlung darin gewest ist, auch nit wollen pergen.

    Des landgraven antwurt, wie er meinem gnst. herrn geschrieben und sich sein ftl. Gn. darinnen gehalten, nem er freuntlich zu dank an, het aber sein reten, das bey den stenden anzutragen nit in bevelh geben.

    /38’/ Ich hab furder gesagt, den abschied zu Wormbs und aller ergangen hendel werde mein gn. herr, der landgraf, durch seiner ftl. Gn. rete bericht empfaen, was sein gnad hievor nit bericht wer. Darumb mein gnedigister herr mir nit weyter bevelh, davon zu tun, geben, aber allein, das ksl. Mt. die begert hilf nit gescheen ist aus dieser ursach, das churfursten, fursten und alle ander stend die unvermogligkeit, solcher hilf zu tun, bewogen. Zum andern, das mit solcher suchung ein merkliche beswerung und eingang dem Reich zuwachsen mocht, dadurch das Reich in tribut zu geben gefurt und also, wen ksl. Mt. hilf haben wolt, das ir Mt. kein Reichs tag mer ernennt, sonder einen yeglichen churfursten, fursten und stenden schreib, also zu tun; dadurch die Reichs tag Šabgeschnitten; und welcher das dann zu tun wegern wurd, het er ungnad ab im. Und damit kein einbruch oder einfurung churfursten, fursten und andern stenden nachkomen und gemacht, das schwerlich herwider zu brengen were. Furder auch, dieweyl ksl. Mt. durch aigen person nit abbeharret5, wer von den stenden abgenomen, das es darumb ergangen, wie vor vermelt, auß der verpflichtung zu suchen. Es wer auch großlich bewogen, ir Mt. zu helfen, /39/ dieweyl nit angezeigt und lauter gemacht wurd den vertrag mit dem konig zu Frankreich und das Reich nit wust, ob es zu nachteyl oder nutz geschee oder wie derselbig vertrag gestelt, den ye churfursten, fursten billich wissen solten. Aber mein gnst. herr hat sich im anfang und alweg horen lassen, sehen curfursten, fursten und andere stend an, das solche oder andere hilf, oder wie ksl. Mt. zu helfen sein solt, wolt sein ftl. Gn. sich nit davon sondern, sonder warauf der merer teyl beschlus, auch bleyben. Aber wer es durch die gemein stend beschlossen, das solche hilf durch angezeigte ursach zum besten unterlassen sein solt, davon sich auch mein gnedigister herr nit hette sondern wollen. Wolt sein ftl. Gn. meinem gn. herrn landgraven nit pergen zu dem, das sein gnad von seinen reten weyter bericht wurd werden.

    Darauf der landgraf geantwurt, er wolt gern, das der kayser an hilf nit gelassen were. Dann er wurd fast mit ungnaden darumb bewegt werden. Er hette sich erpoten, seiner Mt. zu dienen. Das wolt er tun.6 Und darauf gesagt zu mir: Was meinstu, was wil daraus werden?

    Hab ich geantwurt: Gnediger herr, dem bin ich zu wenig verstendig. Aber ich halt dafur, wen ksl. Mt. das wol bedenken, werd er kein ungnad oder mißfallen auß billigkeyt darumb haben mogen. [/39’–44’/ Angelegenheiten Hessens; Nr. 561, Pkt. 3–7].

    «Nr. 484 Beschlüsse des Augsburger Domkapitels zur Venedighilfe – Augsburg, 20.–27. Juni 1509 »

    Freiwilliger Beitrag Bf. Heinrichs von Augsburg für den ksl. Venezianerkrieg.

    Augsburg, StA, Hst. Augsburg, Neuburger Abgabe, Akten, Nr. 5492, fol. 37, 37’–38, 38’–39 (Auszüge aus dem Domkapitelprotokoll).

    /37/ [20. Juni] Der Bf. hat an den Domdekan [Heinrich von Zülnhart] wegen der Reichshilfe für den Ks. geschrieben: Sehe ain capitel dannocht gut an, wiewol ksl. Mt. die stende des Reichs hilf zu furgenomen romzug [!] abgeschlagen, das dannocht sein gnad in ansehung, was seyner gnaden an ksl. Mt. und sonderlich an den fursten von Osterreich gelegen sey, nichts mynder ksl. Mt. ain zimliche Šhilf zuschicken tet, wie dann zu vermuten ist, ander fursten und stende des Reichs auch tun werden.

    /37’–38/ [23. Juni] Der Domdekan bat im Namen des Bf. um Mitteilung, ob die vom Domkapitel ungeachtet der Verweigerung des Wormser Reichstages befürwortete Hilfe für den ksl. Romzug [!] in Form von Geld oder Truppen geleistet werden solle und was das Kapitel dazu beitragen wolle: Das Domkapitel überließ dem Bf. die Entscheidung über die Art der Hilfe, dweyl baid weg etwas sorgfeltigkeit und beschwerd uf in tragen. Sollten die Kosten für den Bf. zu hoch ausfallen, wöl sich alsdann ain capitel gegen sein gnaden zimlichen und gepurlichen halten.

    /38’–39/ [27. Juni] Christoph von Knöringen verkündete im Domkapitel das Ergebnis von Beratungen zwischen dem Bf. und seinen Räten, wonach der Domdekan als bfl. Gesandter in Erfahrung bringen solle, welche Art von Hilfe der Ks. bevorzuge: Das Domkapitel stimmte zu und beurlaubte den Dekan mit der Auflage, sich nach Erledigung seines Auftrags unverzüglich wieder nach Hause zu verfügen, da der Gottesdienst und die Angelegenheiten des Kapitels aufgrund seiner Abwesenheit leiden würden.1Auf ein Schreiben des Ks. hin wurde außerdem beschlossen, an den nächsten drei Montagen nach dem 4. Juli (Udalrici)Bittprozessionen für den Sieg über die Venezianer abzuhalten.

    «Nr. 485 Nürnberger Hh.Ältere an den Gesandten am ksl. Hof, Erasmus Topler – Nürnberg, 21. Juni 1509 »

    [1.] Bewertung der Reichshilfeverweigerung des Wormser Reichstages; [2.] Vermittlungsinitiative zu einem Ausgleich zwischen Kurpfalz und Nürnberg; [3.] Verhandlungen am Kaiserhof in Nürnberger Angelegenheiten.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 67’–69’ (Kop.; Vermerk über die Zustellung durch den Nürnberger Boten Peter Leupold).

    Regest: Gümbel, Berichte, S. 168 Anm. 2.

    Š[1.] Bestätigen den Eingang von zwei an sie und den Ratsherrn Anton Tetzel adressierten, durch [Endres] Rattler zugestellten Schreiben1. Kaspar Nützel hat ihnen nach seiner Rückkehr außerdem seine, Toplers, vertraulichen Mitteilungen eröffnet. Dabey hat uns auch gedachter Nuczel den endlichen abschid, uf dem die stende des Reichs zu gehaltenem Reichs tag zu Worms gegen der ksl. Mt. emsigem anhalten sind beruet [= beharrt], zu erkennen geben. Der hat uns in bedacht, zu was weiterung sich der im Heyligen Reich konftiglich ziehen mag, nit unbillich hoch beherziget und zu manigfeltigem nachgedenken gefurt. Hetten uns auch des ganz nit versehen, wiewol wir es gleichwol nit bessern mogen, sonder zu ordenlicher schickung und messigung des, der ob uns ist, stellen mussen. Wir bewegen aber dannocht und nit on vorsteende ursachen insonders zu verhutung der ungnaden, die uns bey ksl. Mt. auß solchem genomen receß, auch dem gramigen gemute, mit dem etliche unsere mißgonner, wie euer erwird wissen, gegen uns sind verpittert, mag ervolgen2, das in alweg unser notdurft wil ervordern, bey ksl. Mt. was furzunemen; welcher gestalt aber, des haben wir auch im tun und lassen allerlay beswerden erwogen und gedacht, nucz zu sein, ksl. Mt. durch e[uer] e[rwird] anzuzaigen, uns het von dem Reichs tag zu Worms angelangt, das etliche unser mißgonner uns zu nachtail ausgesagt, als ob wir der abschlegigen der stende ant[wurt] ursach wern, derhalben wir vermutung und sorgen trugen, solch mocht furter in ir ksl. Mt. zu tragen understanden werden.

    Hetten demnach euer erwird bevolhen, uns deßhalb bey irer Mt. zu entschuldigen. Dann uns beschehe ye daran ganz ungutlich. Ir Mt. wesst auch, was volg und ansehen die stett zu etlichen gehalten reichstagen gehabt, auch wie gehorsamlich wir uns uf allen tagen des Reichs irer Mt. zu vortail und gefallen gehalten. Und ob wir nit in volziehung bewilligter hilf fur unsern taile zu yedem mal unser anzale mer dann vollig gelaistet und weyter, dann ye zu zeyten in unserm vermogen gestanden, getan. Insonders hetten wir uns kunftigs sigs, der irer Mt. in yczigem irem furnemen vorgestanden, nit wenig vertrost. Und dem anzaigen zu tun, als ir Mt. uns bey vergangen tagen umb zwen puchsenmaister zu demselben irem furnemen angesucht, hetten wir zu stund zwen von den besten und berumbsten aus unsern bestellten buchsenmaistern irer Mt. zugefertigt mit verpflichtung, inen darzu fur ir besoldung, die inen ksl. Mt. zu liebern verwent, gut zu sein.3 Bittende, ob solchs, wie oblaut, an ir Mt. Šgelangen wurde, dem nit glauben zu geben und unser allergnedigster herr ze sein etc. Oder, ob euer e[rwird] mer well gefellig sein, derhalben ainich anregen nit zu tun, ksl. Mt. wurd dann euer erwird durch die handlung zu Worms darzu verursachen, das stellen wir alles zu euer e[rwird] rat und gutbedunken, uns darin zur notdurft zu bedenken.

    [2.] Und als euer erwird neben anderm anzaigung getan, was graf Adolf von Nassau und herr Johann von Morschaim gegen euer e[rwird] sich der Pfalz halben haben vernemen lassen, das nemen wir zu dank an. Mochten auch geleiden, das wir mit der Pfalz zu zimlichem bericht mochten komen. Aber ainen oder mer flecken4 widerzestellen in seiner Gn. gewalt, will uns nit fuglich wesen [= sein], aus ursachen, euern erwirden bewust und yczo zum tail auch angezaigt. Und nit on, verschiner weyle ist dergleichen ansinnen durch unser gnedigst und gn. herrn, herzog Fridrichen zu Sachsen, Kf., und den bischof von Wurzburg auch an uns beschehen, auch darauf alßbald durch ir beder ftl. Gnn. zwischen unser und des pfalzgrafen canzler [Florenz von Venningen], der zugegen gewest, handlung furgewend, aber die sach begegnet den undertedingern am widerwertigen und andern weyse bey dem canzler dann sie sich versehen hetten, und nemlich, das der von wegen seins gnedigsten herrn in der bericht alle eingenomene flecken, außgenomen zwen oder drey, widerumb begert, des die undertediger mißfallen hetten. Und darumb, ob uns mocht ain zimlicher flecken kaufsweys zugestelt werden umb ain summa, daran zway pfenwart5 fur ains gegeben wurd6, und das sich die Pfalz aller ander flecken, so wir inhaben, nach notdurft verzug, des wurden wir uns villeicht bereden lassen. Wollen doch dem nachgedenken, dergleichen bitten wir, bey e[uer] e[rwird] auch zu geschehen.

    [3.] Beauftragen ihn, zu einem geeigneten Zeitpunkt mit dem Ks. oder anderen in Frage kommenden Personen über eine Achterklärung gegen die Nürnberger Feinde Heinrich von Guttenstein und Adam von Freudenberg sowie über die Ausstellung einer Lehnsurkunde gemäß dem ihm mitgegebenen Entwurf7zu verhandeln. Bitten ihn außerdem, häufiger über die Vorgänge am ksl. Hof zu berichten. Bieten an, ihm dafür einen eigenen Schreiber zur Verfügung zu stellen.

    «Nr. Š486 Der ksl. Rat und Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und der ksl. Sekretär Johann Storch an Kf. Friedrich III. von Sachsen und andere Reichsstände1 – Worms, 21. Juni 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 200–200’ (Or.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 201–201’ (Kop.; Adressat: Kf. Jakob von Trier) = B. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 279 (Or.; Adressat: Bf. Georg von Bamberg) = C. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 71–71’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Abschrift) = D.

    Heute ging ihnen das in Abschrift beigelegte ksl. Schriftstück [Nr. 482/III] zu, mit der Weisung, es unverzüglich an ihn, Kf. Friedrich, oder seine Räte zu übergeben, nachdem air ksl. Mt., als wir vermerken, nit anders gewist noch–a sich vermutet gehabt, dann das des Reichs versamlung noch beyeinander und nit verruckt sein solt. Die übrigen auf dem Reichstag anwesenden ksl. Räte sind wegen dringender Angelegenheiten nach der Abreise der Stände und ihrer Gesandten auch weggeritten. Dennoch hatten sie dem Befehl Folge zu leisten und wollten ihm deshalb das Schriftstück nicht vorenthalten.

    «Nr. 487 Ks. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Augsburg – Schloss Pergine, 30. Juni 1509 »

    Augsburg, StdA, Lit. Personenselekt Ks. Maximilian I., Fasz. 1, fol. 149–149’. (Or. m. besch. Verschlusssiegel, Vermm. prps./amdip., Gegenz. B. Hölzl).

    Bedankt sich für das in ihrem Namen durch den ksl. Rat und Pfleger zu Ehrenberg, Hans Baumgartner, vorgetragene Angebot. Er wird dies nicht vergessen und sich dafür gegenüber ihnen und der Stadt erkenntlich zeigen. Er hat Baumgartner aufgetragen, ihnen seine Antwort zu übermitteln. Bittet, diesem Glauben zu schenken.

    «Nr. 488 RKG-Assessor Dr. Sebastian von Rotenhan an Bf. Georg von Bamberg – [Worms], 1. Juli 1509 »

    Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 280–280’ (Or. m. Siegelrest, sontags nach sant Johans des taufers tag).

    Š[1.] Er übersendet beiliegend eine Abschrift des Abschieds (beschlus), den die ftl. Räte in Worms vereinbart haben [Nr. 303]. Es wurde kein neuer Anschlag zur Finanzierung des Kammergerichts beschlossen.1

    [2.] Er hat kürzlich ein Schreiben des Ks. an Gf. Adolf von Nassau gelesen. Demnach konnte dieser Rovereto (Rofferit), Riva (Reyff), die Veroneser (Berner)Klause, eine Passstraße über die Alpen, außerdem Verona (Bern), Vicenza, Padua, Triest und etliche Orte in Friaul besetzen. Auch wurde jüngst in Worms der Doge von Venedig auf Antrag der Hh. von der Leiter (Lattern)in die Reichsacht erklärt [Nrr. 301f.]. Der Kg. von Aragon, der Neapel von den Franzosen erobert hatte, hat ca. 3500 Krieger eines heidnischen Kg. erschlagen und 400 gefangene Christen befreit – wie dies alles aus dem Schreiben hervorgeht, das gemäß ksl. Befehl in Kürze auch ihm, Bf. Georg, und anderen Ff. in Abschrift zugehen soll.

    «Nr. 489 Bundeshauptmann Matthäus Neithart an Schwäbische Bundesstädte, hier an Bürgermeister und Rat der Stadt Heilbronn – [Ulm], 7. Juli 1509 »

    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 157, Fasz. 48, unfol. (Or. m. S., sambßtags nach Ulrici) = Textvorlage A. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. (wie A) = B. Esslingen, StdA, F 283 RTA Worms 1509, unfol. (wie A).

    Hiemit send ich eur weyßhait verschlossen des Reichs abschid, jungst zu Worms verfast [Nr. 303]. Darnach hab sich eur weyßhait zu richten.

    «Nr. 490 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und den ksl. Sekretär Johann Storch – Tangermünde, 13. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 37 (beschädigtes Konz., am tag Margarethe).

    Bestätigt den Empfang eines von ihrem Boten überbrachten ksl. Schriftstücks [Nr. 482/III]. Da es die Reichsstände insgesamt betrifft, kann er darauf, wie ihnen selbst klar sein dürfte, keine Antwort geben, sunder we[s] dieselben gemeinen stende in dem vor nottorft und gu[t] sich entsliessen, soll, wie auch allezeit i[n] dinsten des Reichs gescheen, an uns nicht mangel er[scheinen].Er als Kf. hofft, dass Gott dem ksl. Unternehmen den Sieg verleiht.

    «Nr. 491 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und Johann Storch – Torgau, 16. Juli 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 212 (Konz., mantag nach der heiligen aposteln teylung).

    Bestätigt den Eingang ihres Schreibens [Nr. 486] samt dem in Abschrift beigelegten ksl. Schreiben an die in Worms versammelten Reichsstände [Nr. 482/III]. Und wu Šuns dieselb schrift, weyl wir zu Wormb[s] waren, antroffen hette, so wolten wir neben andern curfursten, fursten und stenden gegen kayserlicher Mt. mit underteniger und uns unvorweißlicher antwurt haben vernemen lassen. [Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 492 Kf. Uriel von Mainz an Kf. Friedrich III. von Sachsen – St. Martinsburg/Mainz, 18. Juli 1509 »

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 212’ (Or. m. Siegelspuren, mitwochs nach Alexi).

    Bestätigt den Empfang seines Schreibens1, wonach er die von ihm, Kf. Uriel, zugeschickte Abschrift der letzten ksl. Erklärung an die Reichsstände [Nr. 482/III] nicht erhalten hat. Laut Aussage seiner Kanzlisten lag der Fehler nicht bei ihnen. Vermutlich trägt der beauftragte Bote die Schuld. Übersendet ihm deshalb zu seiner Information eine weitere Abschrift.

    «Nr. 493 Die Nürnberger Hh.Älteren an Erasmus Topler – Nürnberg, 23. Juli 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 130’–132’, 133–134, 134–134’, hier 133–134 (Kop., montag nach sant Maria Magdalena tag; Postverm.: In namen der eltern per Lenharten Egerer, den poten, 24. Julii. Kanzleiverm. am Textende: In eadem forma herrn Balthazarn Wolff, cammermeister.).

    Regest: Gümbel, Berichte, S. 168f. Anm. 5.

    […]. Nach ihrem Dafürhalten waren es Neider und Feinde der Stadt, die, um Nürnberg beim Ks. zu diskreditieren, nach Ende des Reichstages ein Gerücht ausgestreut haben, wonach der Augsburger Bürgermeister Ulrich Artzt und der Nürnberger Ratsherr Kaspar Nützel dort dermaßen in Streit geraten seien, dass es schließlich zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen sei, in deren Verlauf Artzt verletzt worden sei. Einige behaupten sogar, Nützel habe Artzt dabei getötet. Der Grund für den Streit sei gewesen, dass Artzt im Namen Augsburgs dem Ks. die Hilfe habe bewilligen wollen, was der Nürnberger Gesandte habe verhindern wollen. Dem Ks. gegenüber sei beteuert worden, dass dies die Wahrheit sei.

    Dies ist natürlich nicht der Fall. Sie können ihm versichern, dass weder Artzt noch Nützel gegen den Ks. gesprochen haben und zwischen ihnen auch kein Streit entstanden ist. Die beiden Gesandten haben in Worms Herberge und Lager geteilt, waren sich bisher immer freundschaftlich verbunden und sind es noch. So sind sie gemeinsam vom Reichstag nach Hause geritten. Beauftragen ihn, den Sachverhalt gegenüber dem Ks. richtigzustellen und ihn zu bitten, diesen orenkrauernkeinen Glauben zu schenken, ohne Nürnberg Gelegenheit zu einer Rechtfertigung zu geben. […].

    «Nr. Š494 Der Nürnberger Altbürgermeister Anton Tucher an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Nürnberg, 31. Juli 1509 »

    Vorwürfe gegen die Reichsstände und insbesondere gegen Nürnberg wegen der Wormser Reichstagsverhandlungen.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 148’–150 (Kop., eritag nach Jacobi).

    Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 144, S. 358f.

    Bestätigt den Eingang seines Schreibens1mit Mitteilungen über Äußerungen ksl. Boten gegen die Reichsstände wegen der Verhandlungen auf dem Wormser Reichstag, und was nachmalen mit den gedruckten außschreyben [Nr. 482] durch ainen derselben boten gegen meiner freund burger ergangen sey. Versichert, dass diese Darstellung jeglicher Grundlage entbehrt. Wirdet auch solchs durch die vermelten boten neben der warhait und, als ich acht, meinen freunden zu unglimpf, bey ksl. Mt. wider sy ungnad zu erwecken, ausgesagt. In den vergangenen Tagen hat zwar ein ksl. Bote, wie er behauptete, auf ksl. Befehl hin, in Nürnberg den Hh.Älteren einen der Drucke übergeben, weitere Exemplare auf dem Markt an die Bürger verkauft und das Schriftstück schließlich in Anwesenheit von 30–40 Kaufleuten öffentlich verlesen lassen. Doch wurde dem Boten weder irgendein Verbot erteilt, noch geriet er mit jemanden in Streit. Die Behauptungen der Boten sind also frei erfunden. Und meins vermuetens, so sind die vermelten druck ksl. Mt. außschreybens durch die ksl. poten an vil ort geant[wortet], darauf es bißhere, wie ich nit anders vermarkt, also hat beruet. [...].

    «Nr. 495 Bericht Erasmus Toplers an die Nürnberger Hh.Älteren – Bassano, 6. August 1509 »

    [1.] Bundeshilfe gegen Heinrich von Guttenstein; [2.] Vorwürfe gegen Nürnberg im Zusammenhang mit der dem Ks. verweigerten Reichshilfe.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, D-Laden Akten, Nr. 219, Stück-Nr. 28 (eigh. Or. m. Siegelrest).

    Druck: Gümbel, Berichte, Nr. 28, S. 167–172.

    [1.] [Nachrichten vom Venezianerkrieg]. Er will, wie gewünscht1, die termingerechte Leistung der zugesagten Bundeshilfe [gegen Heinrich von Guttenstein], soweit dies den Ks. betrifft, fördern. Es traf sich, dass gestern ein Gesandter mit einem Schreiben des Bundes an den Ks.2hier eintraf. Das von ihm, Topler, übergebene Schreiben hat der Ks. jedoch nicht gelesen, sondern es dem Kanzler [Zyprian von Serntein] ausgehändigt. Er wird sich auch an diesen wenden. Es fehlt hier allerdings an Geld. ŠAußerdem wird es dem Bund verübelt, dass er nicht dem Ks., sondern dort [= gegen Guttenstein] helfen will.

    [2.] Dem Ks. geht es sehr zu Herzen, dass der Reichstag ihm die Hilfe verweigert hat. Überall heißt es, Nürnberg sei dafür verantwortlich. Bei seinen Bemühungen, dies zurückzuweisen, macht er sich viele Feinde. Der Mgf. hat überall seine Parteigänger (discipel). Angeblich kommen Mgf. Friedrich und Mgf. Kasimir mit 150 Pferden3, während Nürnberg nichts beiträgt. Dies sollten sie bedenken. Denn die Stadt ist vorrangig in die Finanzierung des Feldzugs eingeplant. Er war beauftragt, von Worms nach Nürnberg zu reiten, um beim Rat eine Anleihe von 10 000 fl. zu erwirken. Er hat diese Reise zwar nicht angetreten, weiß aber nicht, ob sich der Plan auch zerschlagen hat. Die Fugger hätten für die Anleihe bürgen sollen.4

    Es heißt hier, Kaspar Nützel sei in Worms wegen der Reichshilfe mit dem Augsburger Bürgermeister Artzt in Streit geraten. Artzt hätte auf der Seite des Ks. gestanden, Nützel sei gegen ihn gewesen. Er glaubt, dass die Augsburger dieses Gerücht zu ihrem Vorteil ausgestreut haben. Empfiehlt, Artzt durch Nützel zu einer schriftlichen Gegendarstellung aufzufordern. Er war in Worms täglich bei Nützel und weiß, dass das Gerücht unwahr ist. Er hat dies hier auch öffentlich erklärt, ebenso, dass der Magistrat bei seiner Abreise aus Nürnberg davon ausgegangen sei und gehofft habe, dass dem Ks.[in Worms] eine Reichshilfe zugesagt würde. Er sei beauftragt gewesen, den Ks. darum zu bitten, von ihnen dafür Geld anzunehmen und die Truppen selbst anzuwerben. Er habe dies auch, bevor die Reichsstände die Hilfe verweigert hätten, vertraulich an den Kanzler [Zyprian von Serntein] geschrieben, der sich noch gut daran erinnern könne. Nürnberg habe dem Ks. immer treu gedient, auch wenn es nicht dazu verpflichtet gewesen sei und sonst niemand Hilfe geleistet habe, so etwa vor Kufstein (Kopfstein).5[…]. Übersendet ihnen das ksl. Ausschreiben [Nr. 482].

    «Nr. Š496 Ausschreiben des Bundeshauptmanns Dr. Matthäus Neithart an die Schwäbischen Bundesstädte, hier an Bürgermeister und Rat der Stadt Heilbronn – Ulm, 12. August 1509 »

    Stuttgart, HStA, H 53, Bü. 157, Fasz. 48, unfol. (Or. m. S.; sonntags nach sant Lorenzen tag).

    Der Ks. steht derzeit in schweren Kämpfen. Etliche Kff. und Ff. kommen ihm zu Hilfe. Es stellt sich die Frage, ob die Bundesstädte auch einen Beitrag leisten sollten, um nicht die ksl. Ungnade und künftige Nachteile gewärtigen zu müssen. Er schreibt zu Beratungen darüber einen Tag der Bundesstädte nach Augsburg aus. Die Gesandten sollen sich am Abend des 26. August (sonntag nach sant Bartholomeus tag)in ihren Herbergen einfinden.1

    «Nr. 497 Bericht des Altarmeisters Konrad von Duntzenheim an Meister und Rat der Stadt Straßburg – [Geislingen], 13. August 1509 »

    Straßburg, AV, AA 353, fol. 77–78’ (Or. m. S., montags nach sant Lorenzen tag).

    [1.] [Verhandlungen der in Ulm versammelten Schwäbischen Bundesstädte über die Bundeshilfe für Nürnberg, Ulm und Isny gegen Heinz Baum und Heinrich von Guttenstein]. Der Hauptmann [Dr. Matthäus Neithart] vermutet, dass der Ks. wegen des Krieges gegen Venedig dafür keine Truppen bereitstellen wird.

    Š[2.] Der Städtehauptmann machte nach eigenem Bekunden aus der Verpflichtung seines Amtes heraus und aus Sorge vor der ihm drohenden ksl. Ungnade den Vorschlag, dem Ks. ungeachtet der Entscheidung des Wormser Reichstages Unterstützung [gegen Venedig] anzubieten. Einzelheiten sind der beiliegenden Abschrift des Abschieds1zu entnehmen, die er vom Exemplar des Bürgermeisters von Weil der Stadt in Geislingen (Gißlingen)angefertigt hat. Der Hauptmann äußerte, er sei sich darüber im Klaren, dass die Gesandten für diese Frage nicht bevollmächtigt seien, doch sollten die Bundesstädte erneut einberufen werden.

    Ihm, Duntzenheim, scheint, dass der Hauptmann gern zum Ks. geschickt werden möchte. Da die deputierten Bundesräte in Regensburg unabkömmlich sein werden, wird voraussichtlich er selbst zur Teilnahme an einer Gesandtschaft zum Ks. verpflichtet werden, falls ein entsprechender Beschluss zustande kommt. Angesichts der Kosten will er dies vermeiden, da mit einer Rückerstattung nicht zu rechnen ist. Verschiedentlich werden mit Hinblick auf weitere Beratungen der Städte Überlegungen angestellt, wie man sich die ksl. Gunst sichern könnte. Empfiehlt, ebenfalls darüber zu beraten. […].

    «Nr. 498 Stadt Dinkelsbühl an Stadt Schwäbisch Hall – Dinkelsbühl, 7. September 1509 »

    Frage eines freiwilligen Beitrags für den ksl. Krieg gegen Venedig.

    Druck: Rauch, Urkundenbuch III, Nr. 2177, S. 251f. (freytags nach sant Mangen tag).1

    Ihrer beider Gesandtschaften haben während des Augsburger Tages mit den Gesandten Nördlingens und Heilbronns unter anderem über eine freiwillige Kriegshilfe für Ks. Maximilian beraten. Die Beschlüsse der einzelnen Städte dazu sollten gegenseitig mitgeteilt werden. Nördlingen hat einem ohnehin dort weilenden Dinkelsbühler Ratsherrn eröffnet, dass sie sich angezaigter kayserlicher mayestat hilf halben haben entslossen, dismals stillzusteen und lenger zuzesehen. Wiewol nun wir unserm klainen vermogen nach auch notturftig wern, mer zu sparn dann außzegeben, bedenken wir doch, unangesehen das der kayserlichen maiestat auf dem reichstag zu Wurms von den stenden des Reichs die hilf ist abgeschlagen, das dannocht etlich unser gnedigst und gnedig hern, die churfursten, fursten und ander stend, als wir des ein wissen haben, der kayserlichen mayestat in den ytzigen kriegen hilflichen beystand tun. So vermuten wir uns dabey, die oberen stet werden solichs auch nit underlassen. Wa nun die undern stet also wollen stilsitzen und lenger zusehen, besorgen wir nit klainer ungnade, die bey der kayserlichen maiestat mog erwachsen. Schlagen deshalb gemeinsame Beratungen Švon Gesandten Dinkelsbühls, Schwäbisch Halls, Heilbronns und Wimpfens vor, wie man die ksl. Ungnade abwenden kann.

    «Nr. 499 Stadt Schwäbisch Hall an Stadt Heilbronn – Schwäbisch Hall, 7. September 1509 »

    Frage eines freiwilligen Beitrags für den ksl. Krieg gegen Venedig.

    Druck: Rauch, Urkundenbuch III, S. 252 Anm. a (freytags den abent unser lieben Frauen geburt tag).

    […]. Uns hat unser alter stetmayster Rudolf Nagel yetzo in seiner haimkunft von gehaltem stettag zu Augspurg noch der lenge bericht, wie etliche, wiewol zu jungst gehaltem tag zu Worms gemeinklich kayserlicher maiestat hilf versagt sey, dannet seiner maiestat hilf und[er] sich zu ton, dieselbig ungnade abzuleinen, wes auch deshalben uf gemeltem stettag zu Augspurg gespreches gewest und dabey die sonder underrede euwers, auch der von Nordlingen, Dinkelspuhel, Wympfen und bemelten unsers geschickten uns auch nit verhalten.

    Nun haben wir erste sonderung uber gegeben abscheide zu Worms nit gern und mit etwas beschwerd vernomen. Dyweil es aber ye die ban jagt, lassen wir uns der unsern sondern und bemelte abrede, der ding bey merern und uns glychen steten achtung und erkundung zu haben, wolgefallen.1 […].

    «Nr. 500 Ks. Maximilian an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – vor Padua, 27. September 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 145, Stück-Nr. 17, unfol. (Or., Vermm. prps./cdip., Gegenz. Serntein).

    Druck: Gümbel, Berichte, S. 180 Anm. 1.

    Ihre zum Wormser Reichstag entsandten Bürgermeister [Jörg Holzschuher und Kaspar Nützel] wurden ihm gegenüber beschuldigt, als solten sich dieselben uns zuwider mit dem burgermeister von Augspurg [Ulrich Artzt], der auch auf bestimbtem reichstag gewesen, gezwayet haben. Dr. Erasmus Topler (Propst zu St. Sebald, ksl. Rat) hat den Nürnberger Magistrat und die beiden Bürgermeister wegen dieser und anderer Nachreden genugsamlich und dermassen entschuldigt, daran wir gnedigs gevallen tragen.1

    «Nr. Š501 Kf. Joachim I. von Brandenburg an Ks. Maximilian – Cölln/Spree, 18. November 1509 »

    Anleihe für den ksl. Feldzug gegen Venedig.

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 11, Nr. 11245, unfol. (Or. mit Siegelrest, mit Korrekturen und Ergänzungen, Datierung suntag nach Bricciikorrigiert aus mitwoch nach Martini [14.11.]).

    Bestätigt für den Vortag den Empfang des ksl. Ausschreibens vom 31. August1, worin er betont, er könne aufgrund seines wiederholt erwiesenen Gehorsams und guten Willens gegen Ks. und Reich mich nicht achten vor einen, der ursach sei, das e. ksl. Mt. und dem Heyligen Reich von dem tag zu Worms nit geholfen ist, sonder versehe sich gnediglich und genzlich, ich und ander mehr sehen ir und des Reichs ehr, wolfart und guts gern –verbunden mit der Bitte um Gewährung einer Anleihe von 2000 fl.

    Bedankt sich für das erwiesene Vertrauen und beteuert seinen Gehorsam bei den bisher zugesagten Reichshilfen sowie in allen Dingen, so e. ksl. Mt., dem Heyligen Reich und teutscher nacion zu ehre, wolfart und gut gedeyen. Er, der Ks., muss aber bedenken, dass es meins tuns allein nicht ist. Erklärt sich bereit zur Gewährung der gewünschen Anleihe. Die Summe wird er so bald wie möglich gegen Aushändigung einer ksl. Obligation in Nürnberg deponieren.2[Niederlagsprivileg; Nr. 557, Anm. 1].