Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
Einfache Suche
Impressum | Datenschutzerklärung
Schnittstellen Quellen Formalia
BEACON
METS
XSLT
eXist-DB
jQuery-Layout
Nominatim
OpenLayers
GND
Impressum
Datenschutzerklärung
Kontakt

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

    Register

    Register

    Erweiterte Suche
    Text
    unscharf
    Zeitraum zwischen und
    Sortierung
    Erweiterte Suche
    Text
    unscharf
    Zeitraum zwischen und
    Sortierung

    « Š2. Reichskammergericht  »

    «Nr. 502 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Bf. Lorenz von Würzburg – Fulda, 17. Juni 1509 »

    Verhandlungen des Wormser Reichstages über das Reichskammergericht.

    Würzburg, StA, Hoheitssachen 1398, fol. 4–4’ (eigh. Or., sontag nach Viti, Unterz. Kf. Friedrich; Postverm.: Zu seiner lieb handen.).

    Übersendet ihm die beiliegende, am Vortag eingetroffene Zeitung.1Aus Worms hat er noch nichts erhalten, außer einem Bericht seiner Räte, wonach sye eß darfur achten, das auß dem camergericht nichts werde. Dan Sachsen, Brandeburg, Wirtenberg haben sich vornemen laßen durch ire rete, das syhe nichts zu kainer [!] gericht geben wellen, eß sei dan, das eß irer frayhet unschedelichen sey. Das haben aber dye kayserischen nit an verwilligung ksl. Mt. zulaßen wellen, daran sych eß gestossen. Dorumb, so seyn meyn rete auch vom handel, alß syhe mich berichten, gegan[g]en und sych auch von dyßen nit sundern wellen. Wyewol ich hett leyden mügen, das syhe gehandelt mit den andern stenden und den ksl. reten, ab das kamergericht hett sein vorgang haben mügen, doch unschedlichen meyner frayhayt, wye da vormalen meher dergleichen gewylligt ist. [...].

    «Nr. 503 Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau an die nominierten Assessoren des Reichskammergerichts, hier an den Passauer Offizial Dr. Georg Schütz – Worms, 18. Juni 1509 »

    Heidelberg, UB, Cod. Pal. germ. 492, fol. 474’–475 (Kop., montag nach Viti et Modesti).

    Die deputierten ksl. Räte und die Reichsstände haben ihn, Schütz, jüngst auf dem Wormser Reichstag zum Beisitzer am ksl. Kammergericht bestimmt [Nr. 303, § 7]. Das von Regensburg hierher nach Worms verlegte Gericht wird, nach den jetzt beginnenden Ferien, am 1. September (Egidii)unter seiner, Nassaus, Leitung fortgeführt. Es wurde einhellig beschlossen, das Kammergericht weiterhin aus dem Šdafür beschlossenen, als ausreichend erachteten Anschlag zu finanzieren [Nr. 303, § 10]. Er erhielt den Auftrag, ihn, Schütz, und andere Beisitzer anzuschreiben [Nr. 303, § 9].

    Er fordert ihn deshalb auf, sich acht Tage vor dem genannten Termin mit seiner Habe hierher zu verfügen und sein Amt als Beisitzer wahrzunehmen. Er soll ihm durch den Überbringer dieses Schreibens seine Antwort mitteilen, damit er im Falle seiner Ablehnung rechtzeitig umdisponieren kann.

    «Nr. 504 Zahlungsmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) an säumige Reichsstände – Worms, 28. Juni 1509 »

    Karlsruhe, GLA, D 1122 (Or. m. Siegelrest auf der Rückseite, Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; Adressat: Mgf. Christoph von Baden) = Textvorlage A. Duisburg, NRW LA, Stift Werden, Akten XIa, Nr. 43, Stück-Nr. 32 (Or. m. S., Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; Adressat: Abt [Antonius Grimholt] von Werden) = B.1

    Der Reichsfiskal Dr. Christoph Moeller (Mulher)hat vorgebracht, dass der Augsburger Reichstag von 1500 einen Anschlag zur Finanzierung des ksl. Kammergerichts bewilligt hat.2 Er, der Adressat, ist bislang die auf ihn entfallenden 54afl. schuldig geblieben. Der Fiskal hat deshalb von Amts wegen am Kammergericht Mandate und andere Rechtsmittel zur Eintreibung der Schuld beantragt. Ks. und Reichsstände haben dem Fiskal auf dem vergangenen Wormser Reichstag die Eintreibung der Ausstände auferlegt [Nr. 303, § 10]. Folgendes Monitorial wurde deshalb durch das Kammergericht bewilligt: Befiehlt ihm unter Androhung einer Strafe von 6bMark lötigen Goldes, die schuldige Summe innerhalb von dreicWochen nach ZuŠstellung des Mandats an den Fiskal auszubezahlen. Zugleich wird ihm eine Frist von 21dTagen nach Verstreichen des Zahlungstermins gesetzt, um am Kammergericht entweder den Vollzug dieses Mandats zu bekunden oder sich in einem Fiskalprozess zu verantworten.

    «Nr. 505 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden – [Tangermünde], 13. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 38–38’ (Konz., freitag Margarethe; Postverm.: In sein selbs hant.).

    [1.] Bestätigt den Eingang seines Schreibens, wonach der kurbrandenburgische RKG-Assessor Anton von Emershofen seinen Abschied genommen hat1und worin er ihn auffordert, zum 25. August (acht tag vor nechstkunftigem Egidien tag) einen neuen Beisitzer nach Worms zu schicken. Er ist sicherlich von seinem Rat Eitelwolf vom Stein über die Missachtung seiner kfl. Gerichtsfreiheit durch das Kammergericht informiert worden. Deshalb hat Stein neben dem Kf. von Sachsen auf dem Konstanzer Reichstag und auch jetzt in Worms seine Zustimmung zum Kammergericht nur vorbehaltlich der Respektierung seiner Freiheiten erklärt. Er erneuert hiermit seinen diesbezüglichen Protest und erwartet, dass ihn der Ks., wie zugesagt, dieser Beschwerden entheben wird. Nichtsdestoweniger wird er einen neuen Beisitzer an das Gericht verordnen.2Bittet ihn, sich darum zu bemühen, dass diesen Beschwerden abgeholfen wird und seine kfl. Freiheiten beachtet werden.

    [2.] [PS] Eitelwolf vom Stein hat mit ihm, Nassau, vereinbart, dass er ihm vom ksl. Kanzler Serntein in einer brandenburgischen Angelegenheit zugehende Schriftstücke weiterleiten wird. Dies ist bislang nicht geschehen, weshalb er beiliegend an Serntein schreibt [Nr. 557]. Bittet, das Schreiben zu übermitteln, wie umgekehrt auch die ksl. Schriftstücke, falls sie noch eintreffen sollten. Des Weiteren ist er an neuen Zeitungen interessiert.

    «Nr. Š506 Zahlungsmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) an Kf. Joachim I. von Brandenburg – Worms, 27. August 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 67–67’ (Or. m. Siegelrest, Verm. amdip., Gegenz. A. Dietrich, Protonotar am RKG).

    Auf dem Konstanzer Reichstag wurde ein einhelliger Beschluss zu einem kleinen Anschlag1gefasst, der zur Finanzierung des gemäß dem Ratschlag der Stände, darunter auch Kf. Joachims, neu eingerichteten ksl. Kammergerichts dienen sollte. Sein Beitrag wurde auf 120 fl.rh. festgelegt. Nach Maßgabe des Konstanzer Reichsabschieds2prüften die auf Einladung des Kammerrichters erschienenen Vertreter des verstorbenen Ebf. Jakob von Mainz und Hg. Wilhelms von Bayern am Ende der ersten Sitzungsperiode die finanzielle Situation des Gerichts und verlängerten daraufhin den Konstanzer Anschlag um ein weiteres Jahr.3Dieser Beschluss wurde vom ihm, dem Ks., nachträglich ratifiziert. Entsprechende Mandate gingen an alle Reichsstände, so auch an ihn, Kf. Joachim, aus.4Dennoch soll er die Zahlung bislang nicht geleistet haben. Der Wormser Reichstag hat beschlossen, den Anschlag um ein weiteres Jahr zu verlängern. Zugleich sollen die Ausstände eingefordert werden [Nr. 303, § 10].

    Befiehlt ihm auf Antrag des ksl. Kammerprokuratorfiskals [Christoph Moeller] unter Androhung einer Strafe von 10 Mark lötigen Goldes, seinen Anteil an den drei Anschlägen, jeweils 120 fl.rh., innerhalb von sechs Wochen nach Zustellung des Mandats beim Kammerrichter und den verordneten Einnehmern zu begleichen. Andernfalls würde ein rechtliches Verfahren gegen ihn eröffnet. Für den Fall der Weigerung wird ihm nach Verstreichen des Termins eine weitere Frist von sechsunddreißig Tagen anberaumt, um sich am ksl. Kammergericht gegen eine Fiskalklage zu verteidigen.5

    « Nr. Š507 Reichsstadt Köln an Reichsstadt Metz – Köln, 17. September 1509 »

    Bezahlung des Kammerzielers.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 130–130’ (Kop.).

    Bestätigen den Eingang ihres Schreibens1über die Forderung des ksl. Fiskals an sie zur Bezahlung von 100 fl. Kammerzieler mit der Bitte um vertrauliche Mitteilung über die Haltung Kölns in dieser Frage. Teilen mit, dass ihnen vor einiger Zeit ebenfalls ein solches mit einer Strafandrohung versehenes Zahlungsmandat zugegangen ist. Aber so wir und unser burger gemeynlichen, die im camergerichte handelen, cleynen furdel befynden, haben wir uns sulcher beswerungen beclaigt und darby angezoigen, das in gemeltem camergerichte degelichs gegen unser fryheit, keyßerliche und koenynkliche privilegien, desgelychen unser stat und werntliche gerichte alde, herbrachte gewonheit gehandelt wirt. Und sulden wir nu groissen stuyr doin und2 zo nachdeile, were afzenemen, das wir, ouch villichte ander des Rychs stede, wo dermaiß wie gegen uns gehandelt wurde, billiche orsache hetten, sich des wyter an den stenden des Rychs zo beclagen. Doch wie deme allen, haven wir uns zoleste mit eyme penninge sulcher forderungen erledigt und verdragen. [Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 508 Kf. Uriel von Mainz an Kammerrichter und Beisitzer des Reichskammergerichts – St. Martinsburg/Mainz, 26. Oktober 1509 »

    Vorläufige Befreiung der Stadt Augsburg vom Kammerzieler.

    Augsburg, StdA, Lit. 1509, Fasz.: Von der Leiter, 1509, unfol. (Kop., freytag nach Severi).

    Bürgermeister und Rat der Stadt Augsburg haben ihm gemäß beiliegender Abschrift geschrieben.1Dieweil nu (wie ir schreiben anzeigt) die warheit, das durch der von Augspurg botschaft an uns, auch andere churfursten, fursten und stende des Reichs uf dem nechstgehalten tag zu Worms solicher tausent gulden halb ansuchens beschehen und durch gemeyne stende, dabey wir selbs gewest, zusagung beschehen, das den von Augsburg ire ufgelegte anzale, so sie zu erhaltung des camergerichts geben, an denselbigen tausent gulden abgezogen werden soll, darumb und dweyl solich tausent gulden den stenden des Reichs gutlich und williglich, wie dir, graf Adolfen, noch indechtig [= im Gedächtnis] Šsein mag, gelichen, so ist billich, das solichs also geschehe und darumb unser begere, ir wollet solichen abzug tun und bey dem fiscal verfugen und daran sein, gegen den berurten von Augsburg derhalb nichts furzunemen, als wir nit zweifeln, ir selbs billich sein ermessen werdet.2

    «Nr. 509 Instruktion Hg. Georgs von Sachsen für Dr. Georg von Breitenbach – [vor dem 2. November 1509] »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 2–4’ (Kop.; Überschr.: Instruction, was unser, herzog Georgen zu Sachsen etc., geschigkter, er George von Breytenpach, doctor etc., zu Worms auf dem tage, der auf freytag nach allerheyligen tage [2.11.]1 schirsten solle gehalten werden, ausrichten und handeln soll. Späterer Dorsalverm.: Instruction, doctor Braitenbach uf den tag gegen Wormbs zugeschigt, belangend anhorung der gebrechen und rechnung des camergerichts.).

    [1.] Ks. und Reichsstände haben auf dem jüngst abgehaltenen Konstanzer Reichstag beschlossen, dass jeweils nach Ablauf eines Jahres zu einem vom Kammerrichter bestimmten Termin neben ksl. Räten auch die dazu deputierten Ff.über die Mängel am Kammergericht beraten und diese abstellen sollen. Bei dieser Gelegenheit soll der ksl. Fiskal über seine Einnahmen und Ausgaben Rechenschaft ablegen.2Der Kammerrichter [Gf. Adolf von Nassau] hat turnusgemäß ihn, Hg. Georg, zur Teilnahme an der Visitation eingeladen. Er, Breitenbach, ist beauftragt, diesen Termin wahrzunehmen. Problematische Punkte soll er allerdings lediglich zur Berichterstattung annehmen.

    Š[2.] Bezüglich der beiden unbezahlten Anschläge zur Finanzierung des Kammergerichts soll daran erinnert werden, dass er auf dem Konstanzer Reichstag seine Zustimmung zum Kammerzieler unter der Voraussetzung gab, dass die zum Fm. Sachsen gehörenden Bff., Gff. und Hh., die seit jeher bei Reichsanschlägen als Schutzverwandte und Lehnsträger von den sächsischen Hgg. vertreten wurden und für die das Kammergericht nicht zuständig ist, weiterhin in diesem Status bleiben und nicht länger behelligt werden. aDies besagt auch die in Worms verabschiedete Ordnung–a.3Dessen ungeachtet verfuhren Kammerrichter und Beisitzer gegenüber einigen der sächsischen Bff., Gff. und Hh. anders. Er hat deshalb zwei Anschläge nicht bezahlt und wird, wenn seiner Beschwerde nicht abgeholfen wird, auch künftig jegliche Zahlung verweigern. Dennoch hat der Gesandte aus Gehorsam gegenüber dem Ks. Weisung zur Hinterlegung von 150 fl., die jedoch nur ausbezahlt werden, wenn auch die übrigen Ff. ihren Beitrag leisten und die Rechte und Freiheiten der sächsischen Bff., Gff. und Hh. respektiert werden.4Der Gesandte soll alle Vorgänge schriftlich festhalten und ihm den Bericht nach seiner Rückkehr zuschicken.

    «Nr. 510 Zahlungsmandat des ksl. Fiskalprokurators Dr. Christoph Moeller an Gf. Ludwig von Nassau-Weilburg – Worms, 3. November 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 150, Akten, Nr. 1795, Stück-Nr. 3 (Or. m. S.; sampstag nach allerheyligen tag).

    Erinnert an die mit einer Strafandrohung bewehrten früheren Mahnungen zur Bezahlung der ihm 1500 [auf dem Reichstag] in Augsburg und 1508 [auf dem Visitationstag] in Regensburg auferlegten Beiträge zur Finanzierung des ksl. Kammergerichts. Weder wurde die Zahlung innerhalb der gesetzten Frist geleistet noch erschien ein gfl. Bevollmächtigter vor Gericht. Dennoch hat er als Fiskal auf das Eintreiben der fälligen Strafe verzichtet, weil er, Gf. Ludwig, die Reichsanschläge bislang immer gehorsam bezahlt hat. Er fordert ihn deshalb noch einmal auf, die fällige Summe binnen vierzehn Tagen zu erlegen. Andernfalls würden die angedrohten Strafen gegen ihn verhängt.1

    «Nr. Š511 Zahlungsmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) an Reichsstände – Worms, 19. Dezember 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 1, Bü. 1, Stück-Nr. 6 (Or. m. S., gedr. Formular; Adresse, Anrede, Geldsummen, Legort, Gerichtstermine und Datum handschriftlich inseriert; Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler, Protonotar am ksl. Kammergericht; Adressat: Hg. Ulrich von Württemberg) = A. Marburg, StA, Best. 81, A/230/2, fol. 26–26’ (Or., wie A; Präsentatvermerk: Sambstag purificationis Marie[2.2.]1510. Adressat: Gf. Reinhard von Hanau-Münzenberg) = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 363–363’ (Or., Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; Adressat: Hg. Wilhelm von Bayern) = C. Stuttgart, HStA, B 123 M, Nr. 438, Stück-Nr. 66 (Kop.; Adressaten: Gff. von Montfort). Wiesbaden, HStA, Abt. 150, Akten, Nr. 1795, Stück-Nr. 5 (Or., wie A; Präsentatvermerk: Dinstag nach quasimodogeniti[9.4.]1510. Adressat: Gf. Ludwig von Nassau-Weilburg) = D. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10077/2, fol. 17–17’ (Or. m. Siegelrest, wie A; Adressat: Hg. Georg von Sachsen). Esslingen, StdA, F 288, Nr. 4, unfol. (Or. m. Siegelrest, wie A; Adressat: Bürgermeister und Rat der Stadt Esslingen). Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 145, Nr. 28, unfol. (wie A; Präsentatvermerk: 23.2.1510. Adressat: Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg). Wertheim, StA, G-Rep. 102, Nr. 7117, unfol. (Or., wie A; Adressat: Gf. Michael von Wertheim).1

    ŠRegest: Riezler, Urkundenbuch IV, Nr. 479, S. 426 (Adressat: Gf. Wolfgang von Fürstenberg).

    Auf dem Konstanzer Reichstag wurde ein kleiner Anschlag zur Finanzierung des für sechs Jahre bewilligten ksl. Kammergerichts vereinbart. Zusätzlich hat er, der Ks., hierfür die Verwendung der Kanzlei- und fiskalischen Gefälle genehmigt. Weiter wurde beschlossen, dass der Kammerrichter jeweils am Jahresende einen Tag ausschreiben soll, an dem ksl. Räte sowie zwei Kff. und Ff. bzw. deren Vertreter teilnehmen, um über alle Angelegenheiten des Kammergerichts zu beraten, die Einnahmen und Ausgaben des Gerichts sowie die fiskalischen und Kanzleigefälle zu prüfen. Diese Visitatoren sind gemäß Konstanzer Reichsabschied auch bevollmächtigt, über die weitere Finanzierung des Gerichts in Form einer Fortsetzung des Anschlags zu entscheiden.2Im vergangenen Jahr haben demgemäß die Räte des inzwischen verstorbenen Ebf. Jakob von Mainz und Hg. Wilhelms von Bayern eine Verlängerung des Kammerzielers beschlossen.3Dieser Beschluss wurde von ihm, dem Ks., nachträglich ratifiziert. Entsprechende Ausschreiben gingen in das Reich aus.4

    Vnd aber auff den jungstgehalten Reichs tag zuͦ Worms durch vnser tzuͦ solchem Reichs tag verordent Rete, auch Churfursten, Fursten vnd ander stende des heilgen Reichs gemeinlich nach entphangner rechnungen vnd eigentlicher erlernung vnd ermessung des obgemelten vnsers Keyserlichen Camergerichts vnd seiner vnderhaltunge gebrechen vnd notdurfft der obb[e]rurt anschlag auff diß drit jar, So sich auff Sant Gallen tag [16.10.] nechst verschinen angehaben hat, wider vnd von newem auffzuͦsetzen fur not angesehen und erkant, auch auffgesetzt vnd tzuͦ betzalen gemeinlich bewilligt vnd angenommen worden ist [Nr. 303, § 10]. Sein Anteil daran beläuft sich auf 120 fl.aBefiehlt ihm unter Androhung einer Strafe von 10 Markblötigen Goldes, die Summe innerhalb von dreicWochen nach Zustellung des Mandats bei Bürgermeistern und Rat der Stadt Ulmdzu hinterlegen. Für den Fall der Weigerung wird ihm nach Verstreichen des Termins eine weitere Frist von einundzwanzigeTagen anberaumt, um sich am ksl. Kammergericht gegen eine Fiskalklage zu verteidigen.5

    «Nr. Š512 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau – s.l., 3. Januar 1510 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 18, Nr. 30a, Fasz, 1, fol. 33 (Kop., dornstag nach circumcisionis Domini).

    Bestätigt den Eingang seines Schreibens mit der Aufforderung zur Zahlung der ausstehenden Beiträge für den Unterhalt des Kammergerichts [Nr. 506]. Teilt mit, dass er vor kurzem 120 fl. an seine Räte Dr. Valentin von Sunthausen und Dr. Johann Blankenfeld geschickt hat. Diese haben Weisung, das Geld unter Überreichung seines Schreibens und Entgegennahme der ksl. Quittung zu übergeben. Was den ersten Anschlag [von 1507] angeht, hat ihn der kfl. Rat Eitelwolf [vom Stein] über seine Position und über die Zusage des Dr.[Anton von] Emershofen informiert. Bittet ihn, diesem kein Geld mehr zu geben, sondern dafür Sorge zu tragen, dass die Zusage umgesetzt wird. Den dritten Kammerzieler [von 1509], ebenfalls in Höhe von 120 fl., wird er bezahlen, sobald er fällig wird.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/III2/pages

    Anmerkungen

    1
     Die Zeitung meldete den Verlust des venezianischen Festlandbesitzes nach der Übergabe Vicenzas, Veronas, Paduas, Trevisos (Terfis), Coneglianos (Kunichlen)und Serravalles (Speruvall)sowie ganz Friauls an Vertreter des Ks. Dieser war nach Trient gekommen, wo auch ein Treffen mit dem Kardinal von Rouen [George d’Amboise] geplant war, um eine persönliche Zusammenkunft des Ks. mit dem frz. Kg. vorzubereiten. Venedig hatte dem Ks. Geld und seine Unterwerfung unter das Reich angeboten, was dieser allerdings ablehnte. Nach dem Dafürhalten des Korrespondenten stand eine harte Bestrafung der Lagunenstadt bevor (Kop., StA Würzburg, Hoheitssachen 1398, fol. 3). Vgl. zum Treffen zwischen Ks. Maximilian und Amboise Zurita, Historia IV, S. 398f.; Doussinague, Política, S. 245–249; Schirrmacher, Geschichte VII, S. 568f.; Wiesflecker, Maximilian IV, S. 52f.). Das Treffen des Ks. mit Kg. Ludwig sollte in Riva stattfinden. Maximilian wartete aber dessen Ankunft nicht ab, sondern reiste am 20.6. nach Trient zurück (Ulmann, Kaiser II, S. 382f.; Schirrmacher, ebd., S. 569f.; Wiesflecker, ebd., S. 53f.).
    1
     Ein entsprechendes Mandat ging auch Ebf. Jakob von Trier zu. Der Ebf. verzichtete daraufhin auf den ihm als ehemaligem Kammerrichter [i. J. 1499] noch zustehenden Sold in Höhe von 800 fl. (Kop. Koblenz, dinstage nach sandt Dionisien tag[16.10.]1509; LHA Koblenz, 1 C, Nr. 21, pag. 558–559. Druck: Hontheim, Historia II, Nr. DCCCCXVI, S. 584). Gf. Adolf von Nassau und die beiden mit der Einsammlung des Kammerzielers beauftragten Assessoren erließen ihm im Gegenzug die gemäß Augsburger Anschlag noch ausstehenden 120 fl. (Kop. Worms, 18.11.1509; ebd., pag. 595–596). Gf. Johann Ludwig von Nassau-Saarbrücken bezahlte nach Eingang des Mandats seinen Beitrag (Quittung der Stadt Frankfurt vom 25.11.1509 über die Zahlung von 24 fl.; Kop., sontag sant Katherinentag; HStA Wiesbaden, Abt. 1, Nr. 2259, unfol. Quittung Gf. Adolfs von Nassau und der deputierten Beisitzer, undat. Or. m. S.; zeitgenössischer Datumvermerk: 1509; HStA Wiesbaden, Abt. 1, Nr. 2260, unfol.). Ein weiteres Mandat ging Abt Volpert von Hersfeld zu (koll. Kop. mit imit. Verm. amdip. und Gegenz. U. Varnbüler; StA Marburg, Best. 255, F 108, unfol.). Gegen ihn erhob der ksl. Reichsfiskal Christoph Moeller im Oktober Klage wegen fortgesetzter Steuerverweigerung (Gerichtsprotokoll, Okt.-Dez. 1509; ebd., unfol.)
    2
     Vgl. Nr. 303, S. 503, Anm. 25.
    1
     Emershofen hatte am 27. oder 28.12.1507 seine Assessorenstelle am RKG angetreten und war am 16.6.1509 wieder ausgeschieden (Verzeichnis über ausstehende Soldzahlungen an das RKG-Personal, undat. Kop., jedoch act. Worms, Juli 1510; HStA Wiesbaden, 1/2304, unfol. Abrechnung vom 16.10.1514; HHStA Wien, RK RKG-Visitationsakten 315, Fasz.[1], fol. 1–51’, hier fol. 37’; Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 944, S. 1325, Pkt. 2).
    2
     Dr. Johann Blankenfeld übernahm am 28.9. für Kurbrandenburg den Assessorendienst (Ludolf, Commentatio, Appendix X, S. 348; Harpprecht, Staats-Archiv III, S. 466; Schnöring, Blankenfeld, S. 13). Vgl. zum weiteren Streit zwischen Kf. Joachim und dem RKGüber seine kfl. Gerichtsfreiheit Smend, Brandenburg-Preußen, S. 164f.
    1
     Konstanzer Reichsanschlag, vor dem 26.7.1507 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 272, S. 565–575).
    2
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 23 (Druck: ebd., Nr. 268, S. 533f.).
    3
     Visitationsabschied vom 30.8.1508 (Druck: ebd., Bd. 2, Nr. 949, S. 1336, Pkt. 6).
    4
     Kammergerichtliches Mandat vom 7.12.1508 (ebd., Nr. 949, S. 1336 Anm. 2).
    5
     Ebenfalls im August 1509 gingen Strafmandate an diejenigen Stände aus, die ungeachtet wiederholter Aufforderungen den ersten, 1507 in Konstanz beschlossenen Kammerzieler noch immer nicht bezahlt hatten [vgl. ebd., Nr. 947, S. 1332], so bspw. an Hg. Heinrich d. M. von Braunschweig-Lüneburg (Or. m. Siegelresten, Worms, 6.8.1509, Verm. amdip., Unterz. Protonotar A. Dietrich; HStA Hannover, Celle Br. 15, Nr. 46, fol. 14–14’). Gf. Adolf von Nassau und die beiden mit der Entgegennahme des Kammerzielers betrauten Assessoren erneuerten ihre Forderung gegenüber Kf. Joachim am 11.10. (Or. Worms; GStA Berlin, I. HA, Repos. 18, Nr. 30a, Fasz. 1, fol. 42–42’). Der Kf. sagte am 19.11. für das kommende Jahr die Begleichung der Forderung zu. Und ist keins furnehmens noch procedirns derhalben gegen uns, als wyr uns auch zu gescheen nicht versehen, vonnoten(Mundum mit Korrekturen, Cölln/Spree, am tag Elisabeth; ebd., fol. 39).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Wohl Schreibfehler, statt: uns.
    1
     Liegt nicht vor. Laut Quittung des RKG hatte der Augsburger Anwalt Dr. Johann Rehlinger die zweite Tranche des Kammerzielers nur unter Protest eingezahlt und sich dabei auf einen Beschluss des Konstanzer RT bezüglich einer von Augsburg geltend gemachten Schuld in Höhe von 1000 fl. berufen (Kop. Regensburg, 22.11.1508; StdA Augsburg, Lit. 1508, Fasz. Stadt, Jan.-Dez., unfol.). Zu diesem Beschluss findet sich in Heil, RTA-MR IX, kein Hinweis.
    2
     Mit Schreiben vom gleichen Tag informierte Ebf. Uriel die Stadt Augsburg darüber, dass er sich aufgrund ihres Schreibens wunschgemäß an das RKG gewandt habe, und bekundete seine Zuversicht, dass ihrem Antrag stattgegeben würde (Or. m. S., St. Martinsburg/Mainz, freytags nach Severi; StdA Augsburg, Lit. 1509, Fasz. Januar, unfol. Das bei Böhm, Reichsstadt, S. 60 Anm. 209, zitierte Schreiben ist dort irrtümlich auf den 8.2. datiert und in einen falschen inhaltlichen Zusammenhang gebracht.). Laut einer auf dem Augsburger RT von 1518 vorgelegten Abrechnung über die Einzahlungen der vergangenen elf Jahre hatte das RKG in die Verrechnung des Augsburger Anteils am Kammerzieler mit dieser Schuld eingewilligt (Kop.; HHStA Wien, RK RKG-Visitationsakten 315, Fasz. 2, fol. 2–26, hier 23).
    1
     Die Jahresangabe fehlt. Es muss sich allerdings um 1509 handeln. Die unter Beteiligung Sachsens schließlich durchgeführte Visitation des Jahres 1510 fand bereits im Juni statt (Abschied vom 24.6.; Druck: Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 689). Offenkundig hatte der Kammerrichter, nachdem die ordentliche Visitation des Jahres 1509 noch nicht durchgeführt worden war, für den 2.11. einen erneuten Termin anberaumt [vgl. Nr. 154]. Doch fiel auch dieser Visitationstag aus, wie im Augsburger RAb von 1510 festgestellt wurde (Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 125, § 17; Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 134, § 15; Mencke, Visitationen, S. 15).
    2
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 23 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 533f.).
    3
     Wormser RKGO vom 7.8.1495, § 16 (Druck: Angermeier, RTA-MR V/1, Nr. 342/IV, S. 400f.; Schmauss-Senckenberg, Sammlung II, S. 8. Regest: Wiesflecker, Regesten I/1, Nr. 2252, S. 270).
    4
     Offenbar gelangte die Summe zur Auszahlung. In der Abrechnung von 1518 ist für den Anteil Hg. Georgs am Kammerzieler in Höhe von 75 fl. nur ein Ausstand von 5 fl. verzeichnet [Nachweis wie Nr. 508, S. 746, Anm. 2, hier fol. 6].
    1
     Gf. Ludwig ignorierte auch die verlängerte Frist. Mit Schreiben vom 29.12. forderte Moeller – nach eigenem Bekunden inzwischen beauftragt, wegen der ausstehenden Summe und der fällig gewordenen Strafe gegen den Gf. zu prozessieren – diesen erneut zur Begleichung der Forderung binnen vierzehn Tagen entweder in Worms oder in Frankfurt auf (Or. m. S. Worms; sambstag nach dem heyligen cristtag; HStA Wiesbaden, Abt. 150, Akten, Nr. 1795, Stück-Nr. 4). Ein entsprechendes Mandat ging Gf. Reinhard von Hanau zu. Er sollte den noch offenen Beitrag zum Regensburger Anschlag von 1508 bis zum 13.1.1510 (dem achten der heyligen drey konig tag)begleichen (Or. Worms, sampstag nach dem heyligen cristag[29.12.]1509; StA Marburg, Best. 81, A/230/2, fol. 27–27’).
    1
     Das an die Ff. Ernst und Rudolf von Anhalt adressierte Exemplar mit der Aufforderung zur Zahlung von 24 fl.rh. (LHA Sachsen-Anhalt, Dessau, Z 4 I [Anhaltisches Gesamtarchiv, Alte Ordnung, Beziehungen zu Ks. und Reich], 113b, Nr. 4/1) ist verloren gegangen. Auch Pfgf. Johann von Sponheim ging dieses Mandat zu. Laut Schreiben seines Anwalts am RKG, Dr. Peter Kirsser, vom 21.10.1510 hatte der ksl. Fiskal gegenüber dem Pfgf. wegen der unterbliebenen Zahlung der 1508 in Regensburg und 1509 in Worms bewilligten Kammerzieler die Fälligkeit der angedrohten Strafen festgestellt und einen Achtprozess anhängig gemacht (Or. m. S. Worms; HStA München, K.blau 103/2c/3, fol. 96–96’). Auf Nachfrage informierte Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau Kirsser über die Höhe des Sponheimer Beitrags. Demnach machte der Regensburger Anschlag für den Pfgf. 24 fl., der Wormser Anschlag hingegen 32 fl. aus (Kirsser an Pfgf. Johann, Or. Worms, mittwochs nach conceptionis Marie[8.12.]1510; ebd., fol. 99–99’). Am 21.12. quittierten der Kammerrichter und die ihm zugeordneten Einnehmer Gf. Johann über den Empfang der gesamten Summe (Kop. Worms; ebd., fol. 104). Benzing(Köbel, S. 17, Nr. 13) weist ein Mandat an die Frhh. von Zimmern nach. Den Gff. von Oldenburg wurde durch kammergerichtliches Mandat vom 9.4.1511 unter Androhung der Reichsacht die Bezahlung des Kammerzielers binnen vier Wochen befohlen. Sie waren die ihnen in Augsburg (1500), Konstanz (1507), Regensburg (1508) und Worms (1509) auferlegten Beiträge von jeweils 12 fl. schuldig geblieben (Regest: Rüthning, Urkundenbuch, Nr. 207, S. 138). Der Stadt Esslingen befahlen Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau und die beiden Einnehmer am 22.2.1510 erneut, ihren Beitrag zu dem in Worms bewilligten Kammerzieler in Höhe von 65 fl. entweder innerhalb von vierzehn Tagen durch einen Wechsel nach Frankfurt anzuweisen oder das Geld gleich an den Überbringer des Schreibens auszuhändigen (Or. m. Siegelspuren, Worms, fritags cathedra Petri; StdA Esslingen, F 288, Nr. 4, unfol.).
    2
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 23 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 533f.).
    3
     Visitationsabschied vom 30.8.1508 (Druck: ebd., Nr. 949, S. 1336, Pkt. 6).
    4
     Kammergerichtliches Mandat vom 7.12.1508 (ebd., S. 1336 Anm. 2).
    5
     Laut der auf dem Visitationstag von 1510 vorgelegten Abrechnung waren bis zum 16.6. folgende Zahlungen für den Unterhalt des RKG geleistet worden: Ausstände von 1507: 540 fl.; Ausstände von 1508: 2030 fl.; Wormser Anschlag von 1509 (nominal wie 1507 und 1508 11 556 fl.): 3747 fl. (Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 689, Pkt. 1; Visitationsakten von 1514; HHStA Wien, RK RKG-Visitationsakten, Kart. 315, Fasz.[1], hier fol. 2’–3). Insgesamt erbrachte der Wormser Anschlag bis Oktober 1514 6150 fl. (ebd., fol. 10–10’).

    Anmerkungen

    a
     54] In B: 24.
    b
     6] In B: 4.
    c
     drei] In B: vier.
    d
     21] In B: 30.
    a
    –aDies ... Ordnung] Einfügung am Rand.
    a
     120 fl.] In B: 40 fl. C wie A. In D: 24 fl.
    b
     10 Mark] In B/D: 4 Mark. C wie A.
    c
     drei] In B/D: zwei. C wie A.
    d
     Ulm] In B/D: Frankfurt. C wie A.
    e
     einundzwanzig] In B: achtzehn. C wie A. D: dreißig.

    Faksimiles der Druckseiten: Durch Verschieben der Spaltenteiler wird das Faksimile vergrößert. Durch einen Klick öffnet sich die seitenweise Blätterfunktion.

    Verweise auf Dokumente der Edition sowie weitere Ressourcen im Web.

    Registereinträge, die auf die Seite(n) dieses Dokuments verweisen.

    Erneute Fassung des Dokuments zum parallelen Lesen.

    « Š2. Reichskammergericht  »

    «Nr. 502 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Bf. Lorenz von Würzburg – Fulda, 17. Juni 1509 »

    Verhandlungen des Wormser Reichstages über das Reichskammergericht.

    Würzburg, StA, Hoheitssachen 1398, fol. 4–4’ (eigh. Or., sontag nach Viti, Unterz. Kf. Friedrich; Postverm.: Zu seiner lieb handen.).

    Übersendet ihm die beiliegende, am Vortag eingetroffene Zeitung.1Aus Worms hat er noch nichts erhalten, außer einem Bericht seiner Räte, wonach sye eß darfur achten, das auß dem camergericht nichts werde. Dan Sachsen, Brandeburg, Wirtenberg haben sich vornemen laßen durch ire rete, das syhe nichts zu kainer [!] gericht geben wellen, eß sei dan, das eß irer frayhet unschedelichen sey. Das haben aber dye kayserischen nit an verwilligung ksl. Mt. zulaßen wellen, daran sych eß gestossen. Dorumb, so seyn meyn rete auch vom handel, alß syhe mich berichten, gegan[g]en und sych auch von dyßen nit sundern wellen. Wyewol ich hett leyden mügen, das syhe gehandelt mit den andern stenden und den ksl. reten, ab das kamergericht hett sein vorgang haben mügen, doch unschedlichen meyner frayhayt, wye da vormalen meher dergleichen gewylligt ist. [...].

    «Nr. 503 Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau an die nominierten Assessoren des Reichskammergerichts, hier an den Passauer Offizial Dr. Georg Schütz – Worms, 18. Juni 1509 »

    Heidelberg, UB, Cod. Pal. germ. 492, fol. 474’–475 (Kop., montag nach Viti et Modesti).

    Die deputierten ksl. Räte und die Reichsstände haben ihn, Schütz, jüngst auf dem Wormser Reichstag zum Beisitzer am ksl. Kammergericht bestimmt [Nr. 303, § 7]. Das von Regensburg hierher nach Worms verlegte Gericht wird, nach den jetzt beginnenden Ferien, am 1. September (Egidii)unter seiner, Nassaus, Leitung fortgeführt. Es wurde einhellig beschlossen, das Kammergericht weiterhin aus dem Šdafür beschlossenen, als ausreichend erachteten Anschlag zu finanzieren [Nr. 303, § 10]. Er erhielt den Auftrag, ihn, Schütz, und andere Beisitzer anzuschreiben [Nr. 303, § 9].

    Er fordert ihn deshalb auf, sich acht Tage vor dem genannten Termin mit seiner Habe hierher zu verfügen und sein Amt als Beisitzer wahrzunehmen. Er soll ihm durch den Überbringer dieses Schreibens seine Antwort mitteilen, damit er im Falle seiner Ablehnung rechtzeitig umdisponieren kann.

    «Nr. 504 Zahlungsmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) an säumige Reichsstände – Worms, 28. Juni 1509 »

    Karlsruhe, GLA, D 1122 (Or. m. Siegelrest auf der Rückseite, Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; Adressat: Mgf. Christoph von Baden) = Textvorlage A. Duisburg, NRW LA, Stift Werden, Akten XIa, Nr. 43, Stück-Nr. 32 (Or. m. S., Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; Adressat: Abt [Antonius Grimholt] von Werden) = B.1

    Der Reichsfiskal Dr. Christoph Moeller (Mulher)hat vorgebracht, dass der Augsburger Reichstag von 1500 einen Anschlag zur Finanzierung des ksl. Kammergerichts bewilligt hat.2 Er, der Adressat, ist bislang die auf ihn entfallenden 54afl. schuldig geblieben. Der Fiskal hat deshalb von Amts wegen am Kammergericht Mandate und andere Rechtsmittel zur Eintreibung der Schuld beantragt. Ks. und Reichsstände haben dem Fiskal auf dem vergangenen Wormser Reichstag die Eintreibung der Ausstände auferlegt [Nr. 303, § 10]. Folgendes Monitorial wurde deshalb durch das Kammergericht bewilligt: Befiehlt ihm unter Androhung einer Strafe von 6bMark lötigen Goldes, die schuldige Summe innerhalb von dreicWochen nach ZuŠstellung des Mandats an den Fiskal auszubezahlen. Zugleich wird ihm eine Frist von 21dTagen nach Verstreichen des Zahlungstermins gesetzt, um am Kammergericht entweder den Vollzug dieses Mandats zu bekunden oder sich in einem Fiskalprozess zu verantworten.

    «Nr. 505 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden – [Tangermünde], 13. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 38–38’ (Konz., freitag Margarethe; Postverm.: In sein selbs hant.).

    [1.] Bestätigt den Eingang seines Schreibens, wonach der kurbrandenburgische RKG-Assessor Anton von Emershofen seinen Abschied genommen hat1und worin er ihn auffordert, zum 25. August (acht tag vor nechstkunftigem Egidien tag) einen neuen Beisitzer nach Worms zu schicken. Er ist sicherlich von seinem Rat Eitelwolf vom Stein über die Missachtung seiner kfl. Gerichtsfreiheit durch das Kammergericht informiert worden. Deshalb hat Stein neben dem Kf. von Sachsen auf dem Konstanzer Reichstag und auch jetzt in Worms seine Zustimmung zum Kammergericht nur vorbehaltlich der Respektierung seiner Freiheiten erklärt. Er erneuert hiermit seinen diesbezüglichen Protest und erwartet, dass ihn der Ks., wie zugesagt, dieser Beschwerden entheben wird. Nichtsdestoweniger wird er einen neuen Beisitzer an das Gericht verordnen.2Bittet ihn, sich darum zu bemühen, dass diesen Beschwerden abgeholfen wird und seine kfl. Freiheiten beachtet werden.

    [2.] [PS] Eitelwolf vom Stein hat mit ihm, Nassau, vereinbart, dass er ihm vom ksl. Kanzler Serntein in einer brandenburgischen Angelegenheit zugehende Schriftstücke weiterleiten wird. Dies ist bislang nicht geschehen, weshalb er beiliegend an Serntein schreibt [Nr. 557]. Bittet, das Schreiben zu übermitteln, wie umgekehrt auch die ksl. Schriftstücke, falls sie noch eintreffen sollten. Des Weiteren ist er an neuen Zeitungen interessiert.

    «Nr. Š506 Zahlungsmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) an Kf. Joachim I. von Brandenburg – Worms, 27. August 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 67–67’ (Or. m. Siegelrest, Verm. amdip., Gegenz. A. Dietrich, Protonotar am RKG).

    Auf dem Konstanzer Reichstag wurde ein einhelliger Beschluss zu einem kleinen Anschlag1gefasst, der zur Finanzierung des gemäß dem Ratschlag der Stände, darunter auch Kf. Joachims, neu eingerichteten ksl. Kammergerichts dienen sollte. Sein Beitrag wurde auf 120 fl.rh. festgelegt. Nach Maßgabe des Konstanzer Reichsabschieds2prüften die auf Einladung des Kammerrichters erschienenen Vertreter des verstorbenen Ebf. Jakob von Mainz und Hg. Wilhelms von Bayern am Ende der ersten Sitzungsperiode die finanzielle Situation des Gerichts und verlängerten daraufhin den Konstanzer Anschlag um ein weiteres Jahr.3Dieser Beschluss wurde vom ihm, dem Ks., nachträglich ratifiziert. Entsprechende Mandate gingen an alle Reichsstände, so auch an ihn, Kf. Joachim, aus.4Dennoch soll er die Zahlung bislang nicht geleistet haben. Der Wormser Reichstag hat beschlossen, den Anschlag um ein weiteres Jahr zu verlängern. Zugleich sollen die Ausstände eingefordert werden [Nr. 303, § 10].

    Befiehlt ihm auf Antrag des ksl. Kammerprokuratorfiskals [Christoph Moeller] unter Androhung einer Strafe von 10 Mark lötigen Goldes, seinen Anteil an den drei Anschlägen, jeweils 120 fl.rh., innerhalb von sechs Wochen nach Zustellung des Mandats beim Kammerrichter und den verordneten Einnehmern zu begleichen. Andernfalls würde ein rechtliches Verfahren gegen ihn eröffnet. Für den Fall der Weigerung wird ihm nach Verstreichen des Termins eine weitere Frist von sechsunddreißig Tagen anberaumt, um sich am ksl. Kammergericht gegen eine Fiskalklage zu verteidigen.5

    « Nr. Š507 Reichsstadt Köln an Reichsstadt Metz – Köln, 17. September 1509 »

    Bezahlung des Kammerzielers.

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 130–130’ (Kop.).

    Bestätigen den Eingang ihres Schreibens1über die Forderung des ksl. Fiskals an sie zur Bezahlung von 100 fl. Kammerzieler mit der Bitte um vertrauliche Mitteilung über die Haltung Kölns in dieser Frage. Teilen mit, dass ihnen vor einiger Zeit ebenfalls ein solches mit einer Strafandrohung versehenes Zahlungsmandat zugegangen ist. Aber so wir und unser burger gemeynlichen, die im camergerichte handelen, cleynen furdel befynden, haben wir uns sulcher beswerungen beclaigt und darby angezoigen, das in gemeltem camergerichte degelichs gegen unser fryheit, keyßerliche und koenynkliche privilegien, desgelychen unser stat und werntliche gerichte alde, herbrachte gewonheit gehandelt wirt. Und sulden wir nu groissen stuyr doin und2 zo nachdeile, were afzenemen, das wir, ouch villichte ander des Rychs stede, wo dermaiß wie gegen uns gehandelt wurde, billiche orsache hetten, sich des wyter an den stenden des Rychs zo beclagen. Doch wie deme allen, haven wir uns zoleste mit eyme penninge sulcher forderungen erledigt und verdragen. [Schlussfloskel, Datum].

    «Nr. 508 Kf. Uriel von Mainz an Kammerrichter und Beisitzer des Reichskammergerichts – St. Martinsburg/Mainz, 26. Oktober 1509 »

    Vorläufige Befreiung der Stadt Augsburg vom Kammerzieler.

    Augsburg, StdA, Lit. 1509, Fasz.: Von der Leiter, 1509, unfol. (Kop., freytag nach Severi).

    Bürgermeister und Rat der Stadt Augsburg haben ihm gemäß beiliegender Abschrift geschrieben.1Dieweil nu (wie ir schreiben anzeigt) die warheit, das durch der von Augspurg botschaft an uns, auch andere churfursten, fursten und stende des Reichs uf dem nechstgehalten tag zu Worms solicher tausent gulden halb ansuchens beschehen und durch gemeyne stende, dabey wir selbs gewest, zusagung beschehen, das den von Augsburg ire ufgelegte anzale, so sie zu erhaltung des camergerichts geben, an denselbigen tausent gulden abgezogen werden soll, darumb und dweyl solich tausent gulden den stenden des Reichs gutlich und williglich, wie dir, graf Adolfen, noch indechtig [= im Gedächtnis] Šsein mag, gelichen, so ist billich, das solichs also geschehe und darumb unser begere, ir wollet solichen abzug tun und bey dem fiscal verfugen und daran sein, gegen den berurten von Augsburg derhalb nichts furzunemen, als wir nit zweifeln, ir selbs billich sein ermessen werdet.2

    «Nr. 509 Instruktion Hg. Georgs von Sachsen für Dr. Georg von Breitenbach – [vor dem 2. November 1509] »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 2–4’ (Kop.; Überschr.: Instruction, was unser, herzog Georgen zu Sachsen etc., geschigkter, er George von Breytenpach, doctor etc., zu Worms auf dem tage, der auf freytag nach allerheyligen tage [2.11.]1 schirsten solle gehalten werden, ausrichten und handeln soll. Späterer Dorsalverm.: Instruction, doctor Braitenbach uf den tag gegen Wormbs zugeschigt, belangend anhorung der gebrechen und rechnung des camergerichts.).

    [1.] Ks. und Reichsstände haben auf dem jüngst abgehaltenen Konstanzer Reichstag beschlossen, dass jeweils nach Ablauf eines Jahres zu einem vom Kammerrichter bestimmten Termin neben ksl. Räten auch die dazu deputierten Ff.über die Mängel am Kammergericht beraten und diese abstellen sollen. Bei dieser Gelegenheit soll der ksl. Fiskal über seine Einnahmen und Ausgaben Rechenschaft ablegen.2Der Kammerrichter [Gf. Adolf von Nassau] hat turnusgemäß ihn, Hg. Georg, zur Teilnahme an der Visitation eingeladen. Er, Breitenbach, ist beauftragt, diesen Termin wahrzunehmen. Problematische Punkte soll er allerdings lediglich zur Berichterstattung annehmen.

    Š[2.] Bezüglich der beiden unbezahlten Anschläge zur Finanzierung des Kammergerichts soll daran erinnert werden, dass er auf dem Konstanzer Reichstag seine Zustimmung zum Kammerzieler unter der Voraussetzung gab, dass die zum Fm. Sachsen gehörenden Bff., Gff. und Hh., die seit jeher bei Reichsanschlägen als Schutzverwandte und Lehnsträger von den sächsischen Hgg. vertreten wurden und für die das Kammergericht nicht zuständig ist, weiterhin in diesem Status bleiben und nicht länger behelligt werden. aDies besagt auch die in Worms verabschiedete Ordnung–a.3Dessen ungeachtet verfuhren Kammerrichter und Beisitzer gegenüber einigen der sächsischen Bff., Gff. und Hh. anders. Er hat deshalb zwei Anschläge nicht bezahlt und wird, wenn seiner Beschwerde nicht abgeholfen wird, auch künftig jegliche Zahlung verweigern. Dennoch hat der Gesandte aus Gehorsam gegenüber dem Ks. Weisung zur Hinterlegung von 150 fl., die jedoch nur ausbezahlt werden, wenn auch die übrigen Ff. ihren Beitrag leisten und die Rechte und Freiheiten der sächsischen Bff., Gff. und Hh. respektiert werden.4Der Gesandte soll alle Vorgänge schriftlich festhalten und ihm den Bericht nach seiner Rückkehr zuschicken.

    «Nr. 510 Zahlungsmandat des ksl. Fiskalprokurators Dr. Christoph Moeller an Gf. Ludwig von Nassau-Weilburg – Worms, 3. November 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 150, Akten, Nr. 1795, Stück-Nr. 3 (Or. m. S.; sampstag nach allerheyligen tag).

    Erinnert an die mit einer Strafandrohung bewehrten früheren Mahnungen zur Bezahlung der ihm 1500 [auf dem Reichstag] in Augsburg und 1508 [auf dem Visitationstag] in Regensburg auferlegten Beiträge zur Finanzierung des ksl. Kammergerichts. Weder wurde die Zahlung innerhalb der gesetzten Frist geleistet noch erschien ein gfl. Bevollmächtigter vor Gericht. Dennoch hat er als Fiskal auf das Eintreiben der fälligen Strafe verzichtet, weil er, Gf. Ludwig, die Reichsanschläge bislang immer gehorsam bezahlt hat. Er fordert ihn deshalb noch einmal auf, die fällige Summe binnen vierzehn Tagen zu erlegen. Andernfalls würden die angedrohten Strafen gegen ihn verhängt.1

    «Nr. Š511 Zahlungsmandat Ks. Maximilians (eigentlich: Reichskammergericht) an Reichsstände – Worms, 19. Dezember 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 1, Bü. 1, Stück-Nr. 6 (Or. m. S., gedr. Formular; Adresse, Anrede, Geldsummen, Legort, Gerichtstermine und Datum handschriftlich inseriert; Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler, Protonotar am ksl. Kammergericht; Adressat: Hg. Ulrich von Württemberg) = A. Marburg, StA, Best. 81, A/230/2, fol. 26–26’ (Or., wie A; Präsentatvermerk: Sambstag purificationis Marie[2.2.]1510. Adressat: Gf. Reinhard von Hanau-Münzenberg) = B. München, HStA, KÄA 3136, fol. 363–363’ (Or., Verm. amdip., Gegenz. U. Varnbüler; Adressat: Hg. Wilhelm von Bayern) = C. Stuttgart, HStA, B 123 M, Nr. 438, Stück-Nr. 66 (Kop.; Adressaten: Gff. von Montfort). Wiesbaden, HStA, Abt. 150, Akten, Nr. 1795, Stück-Nr. 5 (Or., wie A; Präsentatvermerk: Dinstag nach quasimodogeniti[9.4.]1510. Adressat: Gf. Ludwig von Nassau-Weilburg) = D. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10077/2, fol. 17–17’ (Or. m. Siegelrest, wie A; Adressat: Hg. Georg von Sachsen). Esslingen, StdA, F 288, Nr. 4, unfol. (Or. m. Siegelrest, wie A; Adressat: Bürgermeister und Rat der Stadt Esslingen). Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 145, Nr. 28, unfol. (wie A; Präsentatvermerk: 23.2.1510. Adressat: Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg). Wertheim, StA, G-Rep. 102, Nr. 7117, unfol. (Or., wie A; Adressat: Gf. Michael von Wertheim).1

    ŠRegest: Riezler, Urkundenbuch IV, Nr. 479, S. 426 (Adressat: Gf. Wolfgang von Fürstenberg).

    Auf dem Konstanzer Reichstag wurde ein kleiner Anschlag zur Finanzierung des für sechs Jahre bewilligten ksl. Kammergerichts vereinbart. Zusätzlich hat er, der Ks., hierfür die Verwendung der Kanzlei- und fiskalischen Gefälle genehmigt. Weiter wurde beschlossen, dass der Kammerrichter jeweils am Jahresende einen Tag ausschreiben soll, an dem ksl. Räte sowie zwei Kff. und Ff. bzw. deren Vertreter teilnehmen, um über alle Angelegenheiten des Kammergerichts zu beraten, die Einnahmen und Ausgaben des Gerichts sowie die fiskalischen und Kanzleigefälle zu prüfen. Diese Visitatoren sind gemäß Konstanzer Reichsabschied auch bevollmächtigt, über die weitere Finanzierung des Gerichts in Form einer Fortsetzung des Anschlags zu entscheiden.2Im vergangenen Jahr haben demgemäß die Räte des inzwischen verstorbenen Ebf. Jakob von Mainz und Hg. Wilhelms von Bayern eine Verlängerung des Kammerzielers beschlossen.3Dieser Beschluss wurde von ihm, dem Ks., nachträglich ratifiziert. Entsprechende Ausschreiben gingen in das Reich aus.4

    Vnd aber auff den jungstgehalten Reichs tag zuͦ Worms durch vnser tzuͦ solchem Reichs tag verordent Rete, auch Churfursten, Fursten vnd ander stende des heilgen Reichs gemeinlich nach entphangner rechnungen vnd eigentlicher erlernung vnd ermessung des obgemelten vnsers Keyserlichen Camergerichts vnd seiner vnderhaltunge gebrechen vnd notdurfft der obb[e]rurt anschlag auff diß drit jar, So sich auff Sant Gallen tag [16.10.] nechst verschinen angehaben hat, wider vnd von newem auffzuͦsetzen fur not angesehen und erkant, auch auffgesetzt vnd tzuͦ betzalen gemeinlich bewilligt vnd angenommen worden ist [Nr. 303, § 10]. Sein Anteil daran beläuft sich auf 120 fl.aBefiehlt ihm unter Androhung einer Strafe von 10 Markblötigen Goldes, die Summe innerhalb von dreicWochen nach Zustellung des Mandats bei Bürgermeistern und Rat der Stadt Ulmdzu hinterlegen. Für den Fall der Weigerung wird ihm nach Verstreichen des Termins eine weitere Frist von einundzwanzigeTagen anberaumt, um sich am ksl. Kammergericht gegen eine Fiskalklage zu verteidigen.5

    «Nr. Š512 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau – s.l., 3. Januar 1510 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 18, Nr. 30a, Fasz, 1, fol. 33 (Kop., dornstag nach circumcisionis Domini).

    Bestätigt den Eingang seines Schreibens mit der Aufforderung zur Zahlung der ausstehenden Beiträge für den Unterhalt des Kammergerichts [Nr. 506]. Teilt mit, dass er vor kurzem 120 fl. an seine Räte Dr. Valentin von Sunthausen und Dr. Johann Blankenfeld geschickt hat. Diese haben Weisung, das Geld unter Überreichung seines Schreibens und Entgegennahme der ksl. Quittung zu übergeben. Was den ersten Anschlag [von 1507] angeht, hat ihn der kfl. Rat Eitelwolf [vom Stein] über seine Position und über die Zusage des Dr.[Anton von] Emershofen informiert. Bittet ihn, diesem kein Geld mehr zu geben, sondern dafür Sorge zu tragen, dass die Zusage umgesetzt wird. Den dritten Kammerzieler [von 1509], ebenfalls in Höhe von 120 fl., wird er bezahlen, sobald er fällig wird.