Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Š3. Reichsmünztag zu Frankfurt  »

    «Nr. 513 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen – Torgau, 17. Juli 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 8675/3, fol. 4’–5 (Kop., dinstag St. Alexien tag) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 2–2’ (Konz.) = B.

    Er hat ein im Namen des Ks. ausgegangenes, in Abschrift beiliegendes Schreiben wegen des bevorstehenden Münztages in Frankfurt erhalten [Nr. 305]. Sein Bruder Hg. Johann und er selbst ließen bislang keine Goldmünzen schlagen, sieht man einmal von den im vergangenen Jahr im Namen des Ks. geprägten Münzen1ab. Darüber hinaus hat er, Hg. Georg, eine Zeit lang Münzen mit dem kursächsischen Wappen geschlagen, dovon uns doch ein zeit here nicht rechnung oder anzeige beschehen, wie sichs domitte halte. Er ist mit Beratungen ihrer Räte über eine Antwort an den Ks. gelegentlich der gemeinsamen Vorbereitungen für die nach dem Tod des Lgf.[Wilhelms II., gest. 11. Juli 1509] notwendig gewordene Gesandtschaft einverstanden. Falls er einen anderen Termin wünschen sollte, fände dies ebenfalls seine Zustimmung. Da er gegenüber Gf. Adolf von Nassau bereits schriftlich seine Antwort durch einen eigenen Boten angekündigt hat, bittet er um eine baldige Mitteilung.2

    «Nr. 514 Weisung Ks. Maximilians an den ksl. Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und den ksl. Protonotar Johann Storch – bei Padua, 22. August 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, Nr. 22a, fol. 109–109’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./cdip. und Gegenz. Serntein; Präsentatvermerk: Worms, 29.8.1509, 15 Uhr).

    ŠLaut einem Artikel des Reichsabschieds (Reichs abschid)[Nr. 303, § 15] sollen die Stände zum 3. September ihre Münzmeister und Wardeine zu Verhandlungen über das Münzwesen nach Frankfurt entsenden. Er kann in diesen Kriegszeiten seinen Münzmeister oder Wardein1jedoch nicht entbehren und befiehlt deshalb ihnen, an dessen Stelle nach Frankfurt zu reisen und dort mit den Vertretern der Reichsstände gemäß dem Abschied über das Münzwesen zu beraten. Dazu bevollmächtigt er sie hiermit. Er übersendet ihnen außerdem einen an die reichsständischen Gesandten in Frankfurt adressierten Kredenzbrief.

    «Nr. 515 Weisung Hg. Georgs von Sachsen an den sächsischen Münzmeister Andreas Funck – Dresden, 26. August 1509 »

    Dresden, HStA, Kopialbuch, Nr. 110, fol. 203’ (Kop., eodem die [= am Sonntag nach Bartholomei]).

    Die ksl. Kommissare und die Reichsstände haben auf dem Wormser Reichstag beschlossen, wegen der Goldmünzen einen Tag abzuhalten. Demnach sollen sich die Teilnehmer – eingeladen werden alle Reichsstände, die Goldmünzen prägen – am Abend des 3. September in Frankfurt a.M. einfinden, um am folgenden Tag mit den Verhandlungen zu beginnen und sich auf verbindliche Beschlüsse zu einigen [Nr. 303, § 15]. Auch der Ks. hat ihn schriftlich aufgefordert, einen Münzverständigen abzuordnen [Nr. 305]. Dem will er nachkommen. Befiehlt ihm, sich zum genannten Termin nach Frankfurt zu verfügen und sich dort mit der beiliegenden Vollmacht bei den ksl. Räten oder einem anderen Vertreter des Ks. anzumelden. Er soll zu den Verhandlungen über die Goldmünzen neben den anderen Teilnehmern nach bestem Wissen beitragen. Das Geld für die Reise wird ihm der Zehntner auf dem Schneeberg1 geben.2

    «Nr. 516 Bürgermeister und Rat der Stadt Köln an die Teilnehmer des Frankfurter Reichsmünztages – Köln, 31. August 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 112’–113 (Kop.).

    Dr. Dietrich Meinertzhagen hat nach seiner Rückkehr berichtet, dass die in Worms versammelten Reichsstände einen Tag zu Beratungen über das Münzwesen nach Frankfurt anberaumt und ihm aufgetragen haben, den Kölner Magistrat darüber Šzu informieren. Der städtische Münzprüfer Heinrich von Coesfeld hat Weisung, an den Verhandlungen teilzunehmen. Bitten um dessen Zulassung.

    «Nr. 517 Bericht Johann Stromers an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – [Frankfurt, 7. September 1509]  »

    [1.] Ankunft in Frankfurt und Anmeldung, Nachnominierung Stromers in den Ausschuss; [2.] Beratungen des Münztages: Einteilung der Münzstände in sechs Reichskreise; [3.] Unterredung Stromers mit Johann Storch wegen Beschlüssen des Münztages über den Feingehalt der im Reich gängigen Münzen; [4.] vorbereitende Beratungen der ksl. Vertreter und des Kurtrierer Gesandten für die weiteren Verhandlungen des Münztages.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 21, unfol. (eigh. Or.).

    [1.] Er ist am 5. September1in Frankfurt eingetroffen und meldete sich zuerst beim Bürgermeister und gemäß dessen Empfehlung anschließend beim Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau an, der gemeinsam mit Johann Storch als ksl. Vertreter fungiert. Seine Verspätung entschuldigte er mit der unsicheren Lage in der Umgebung Nürnbergs und mit Verzögerungen beim Geleit. Der Gf. akzeptierte seine Erklärung und eröffnete ihm, dass ein gesamtständischer Ausschuss gebildet worden sei, bestehend aus dem Kurtrierer Rentmeister2, dem kurpfälzischen Amtmann Wigand von Dienheim (Dynant)und ihnen [= Nassau und Storch] für die Kff.[und den Ks.], dem Gesandten des jungen Lgf.[Philipp von Hessen], Konrad von Mansbach (Mansfeld), für die Ff. und schließlich dem gebürtigen Franken und gfl. Königstein’schen Rat Dr. Philipp Siegwein (Schonstain) für die drei Münzstätten [Frankfurt, Nördlingen und Basel] des Gf. von Königstein und für alle übrigen Gff. und Hh., die Gold vermünzen. Er wolle ihn, Stromer, als fünftes [ständisches] Ausschussmitglied für die Städte hinzuziehen.

    Er erklärte sein Einverständnis und wurde daraufhin für den nächsten Tag um acht Uhr zu den Beratungen in das Karmeliterkloster (zu den frauenprudern) beschieden.

    Š[2.] Dann die andern ret gerait 2 tag gesessen und zum tail angefangen, aber noch der haubtartikel kainen angriffen. Also erschein ich zu gedochter ur in dem kloster. Do kam Johann Storch mitsampt seinem secretari und die andern gemelten ret. Do fingen sy an mit der probacien und wurden aldo al stend, so gold munzen, als der konig von Tenmarkt und der kurfursten und fursten, grofen und stette, so golt munzen, allenthalben im Reich sechs zirkel dorauß gemacht und alwegen die gelegensten zesamengeordent und ydem gezirk ein gelegene reichstatt zugeben, darinnen die probacion geschehen soll, dorinnen kain goltmunz ist, ausserhalb der 4 kurfursten am Rein. Die haben ir alt molstett behalten, wie ir alte ordnung3 in sich helt, und sich lauter nicht dorauß furen lassen; daß in also zugeben ist, nemlich Mainz, Pacherach, Cobelenz und Pond [= Bonn], wie dann daß der abschid lauter in sich halten wird, des mir abschr[ift] durch Jo[hann] Storch zugesagt ist etc. Und e[uer] W[ürden] ist zu Bamberg, Pfalz, Wirzburg, Pran[den]burg und Nordlingen ausgetailt. Und ist dem gezirk Rottenburg uf der Tauber zu der probirstatt gegeben. Und furwor, als ich noch sich [=sehe] und merk, wurd es noch recht zugien, wiewol der haubtpunt noch dovorn stundt etc. Und sind auf gedachtem tag fru zu den Carmeliten 2 stund und nochmittags in grof Adolfs herberg 3½ stund gesessen. Und get die sachen langsam zu. Und haben disen ganzen tag allain mit der austailong umbgangen etc. Und furwor meinß gn. H. von Trier rentmaister [Jakob von Mertloch] ganz geschikt und der sachen verstendig, der sich ganz gutwillig erzaigt. Zu dem ich mich fugt, als wir aus den reten giengen, allerlay mit im ret. Unter anderm zepft ich in an, weß er sich vorsehe, wie es doch gehalten wurd mit dem gold. Also sagt er mir, daß er sich versehe, daß gold auf 18½ k[arat] aus dem wasser [= Scheidewasser] halten must. Daß wern meinß ansehens auf 18 k[arat], 4 g[ran] fein, daß dannocht e. W. gold nicht geschwecht oder gehohert wurd. Es wurd auch gestern [6.9.] dovon gehandelt, daß von den 4 kurfursten munzmaistern solten aus dem wasser strichnodelen4 gemacht werden und yden fursten und stetten, so golt munzten, umb ir gelt der gegeben werden, dodurch sich deshalben nymantz entschuldigen mocht etc.

    [3.] Item auf dato pin ich bericht, daß die 4 ret haben gerotschlagt und ein aufzaichung geton deß gehalds halben, nemlich die g[ulden] halten sollen 18½ k[arat] on remedi5 und 107 auf 1½ kolnisch m[ark] und I ort soll ongeverdt sein6 etc. Also fugt ich mich zu Storch und frogt in, waß doch beschlossen wer, Šee und ich herkumen. Also sagt er mir die obgeschr[iebene] maynung. Antwurt ich im, es wurd sich nicht leyden, dann so man also dergestalt wurd munzen, must daß [gemünzte] gold, so itzund gankhaftig, als abgeton werden, daß allen im Reich ze grossem nochtail raichen wurd. Also gab er mir zo antwurt, ich solt zufriden sein. So die sachen ganz beschr[ieben] und zo werk zogen wurd, so wurd ich daß horen. Alsdann mochte ich solche mengel melden. Mochten alsdann die stend die pessern. Es wer auch on zweifel die handlung, so begriffen were, wurd mir nicht mysfallen. Muß ich also gleich gedult tragen.

    [4.] Item, als ich und die andern auf adi 7. Aug.7 in die ret gien wolten, also schikt grof Adolf ze unß, wir solten wider ze hauß gien. Er und Storch und der rentmaister von Trier [Jakob von Mertloch] wolten uber die handlung siczen, die ze werk zihen. Und solten erst auf morgen wider zu im kumen, wolt er unß die furhalten. Also daß die sachen noch langsam vonstatten get etc.

    «Nr. 518 Bericht Johann Stromers an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – Frankfurt, 8. September 1509  »

    [1.] Antrag Königsteins auf Verlegung der Basler Reichsmünzstätte nach Augsburg; [2.] Unterredung mit dem Kurtrierer Gesandten Jakob von Mertloch über das Münzwesen; [3.] Streit Johann Storchs mit Hieronymus Haller; [4.] bevorstehende Verhandlungen über Silbermünzen.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 21, unfol. (eigh. Or.).

    [1.] Gunstigen, liben hern, adi 6 dito hat in reten des von Kunigsteins rot doctor Philip [Siegwein] angefangen und begert von meim gn. hern von Nassau, nochdem ksl. Mt. des Hailigen Reichs munz nymer zu Pasel woll wissen, daß dann sein gnad als ksl. Mt. verordneten gedachte, seinß gn. hern munz wolle gen Augspurg legen; do wurd es seinem gn. hern ganz bequem sein. Aber im kain abschid darauf geben zu der zeit. Hab aber dannocht so vil gemerkt, daß im gewillfart wirt werden etc.1

    [2.] Gunstigen, liben hern, ich hab mich die tag ye zu des von Triers rentmaister [Jakob von Mertloch] geton, der dann furwar der verstendigst unter unß 5 reten ist, der golt und silberin munz halben mit im causirt, wes er sich doch vorsehe, so nun daß gold auf 18½ k[arat] fein solt halten, so muß man dise gulden, so pißher geschlagen, alle abtun. Also gab er mir ze antwurt, es wurd den weg nicht begreyfen. Er hett mir vor zu verstien geben ein maynung, dopei wurd es pleyben. Man wurde auch alle gulden, so pißher Šgeschlagen, so auf 4 gr[an] fein stunden und ungeverlich 107 piß in I ort auf I½ k[ölnische] m[ark] stunden, a-ganghaftig lossen–a. Und sagt mir donebenß, das die marg[gräflichen] gulden vil ze ring werden. Er hett die selbst aufgezogen und die gefunden 109 auf I½ k[ölnische] m[ark]. Und sein gnedigste hern, die 4 kurfursten, weren vor etlicher zeit willens gewesen, die nyderzulegen. Aber ir gnoden hetten daß auch auß ursachen dises tags unterlossen, der maynung, solchs zu verkumen etc. Geben furwor besonder der rentmaister den andern reten Pfalz und Konigstain ye gut sych aneinander der goldmunz halben. Aber furwor pißher nichtz kunen merken, daß sy e[uer] W[ürden] irer munz halben stochern. Es sagt auch gedachter rentmaister, besonder vorsehe er sich, daß e. W. gulden neben den 4 kurfursten fl. gankhaftig wurden bleyben etc.

    [3.] Johann Storch bat ihn, sie unter Anmahnung einer Antwort daran zu erinnern, dass er wegen seines Streits mit Hieronymus Haller um einen Hengst bereits zweimal an die Stadt geschrieben und auch jüngst [auf dem Reichstag] in Worms wegen dieser Sache dem Bürgermeister2Schriftstücke mitgegeben habe.

    [4.] Item, gunstige, liebe herrn, ich versehe mich auch, man werd auf disem tag handlung haben der silbernen munz halben. Und pin bericht, daß auf dise maynung soll furgenommen werden stuck zo gulden und ½ gulden, I ort und ½ ort und nymantz kain geringer silbre munz schlahen dann pfenning und heller zu nottorft. Und alwegen auf der ainen seiten ein adler mit 2 haubtern und in der prust ein schilt mit Osterreich und Burgundi, und auf des adlers haubten ein kaiserliche kronen, und auf der andern seiten des fursten oder herrn oder statt prech3. Deßgleichen soll es also mit dem gold gehalten werden. Schr[eibe] ich e. W., nochdem nichtz dohaimen unß im abschied gegeben, unß ferer bericht dovon zu schr[eiben], dornoch wissen ze halten.

    Item gunstigen, liben herrn, ich hab auch so vil in reten vernomen, waß itzund auf disem tag beschlossen wirt, daß daß entlich wirt sein. Hab ich e. W. nicht wollen vorhalten etc. [...].

    « Nr. Š519 Vorschlag der ksl. Vertreter [Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und Johann Storch] für eine Silbermünzordnung – [Frankfurt, nach dem 8. September 1509]1 »

    [1.] Ablehnung des folgenden Vorschlags durch eine Mehrheit der Münzstände; [2.] Ordnung für Silbermünzen.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22a, fol. 128–129 (Kop.).

    [1.] Item, als in etlichen abscheiden vorgemelter Reichs tage von der silberin munz auch meldung bescheen2, ist darauf von den obberurten ksl. Mt. reten, zu disem tage gefertigt, der silberin munz halber im besten geratslagt, deßhalb nachvolgend artikl begriffen und allen obbestimbten geschickten botschaften furgehalten. Der etlich darauf geantwurt, wie dise vertagung lut des nehern abschids zu Wormbs allain der gulden munz halber furgenommen, inen auch von iren herschaften kain gewalt oder bevelich gegeben were, von der silberin munz zu handeln. Besorgen auch, wo dieselben, wie davon begriffen sey, aufgericht und furgenomen werden solt, das durch etliche, so berkwerk und des silbers grosse menige und vor andern merklich vortail hetten, der vorberurten silberin munz so vil munzen lassen, das die silberin munz uberhand nemen, das golt dardurch verdringen, aus dem Heiligen Reich bracht und die gulden munz in merklichen abfal komen wurde.

    Darumb ist des nachvolgends artikels keiner botschaft dann allein den Trierschen, die des guten gefallen gehabt, copy gegeben worden.

    Und stet by ksl. Mt., was ir maiestat darin furnemen, tun oder lassen will.

    [2.] Und nachdem die handlung der kaufmanschaft gewerb und hantierung, auch gemainer nutz des Heiligen Reichs nit allein auf die gulden munz gestellt, sonder noch daneben die silbrin munz teglich gebraucht wurd und aber etlich zeit her mit der silberin munz vil abfals, ringerung und mißprauchs, daraus landen, leuten und gemainem nutz merklicher schad und nachtail erwachsen, geubt ist, solichs zufurkomen und damit hinfuro ein bestendig silberin munz, der sich meniglich betragen, allenthalben im Reiche sein und gehalten werden moge, so ist fur nutz, not und gut angesehen, das ain ieder churfurst, furst, herschaft oder stett, in obgemelten kraisen begriffen, der grob silberin munz slahen oder munzen lassen wolt, mag tun, munzen und slahen, wie hernach volgt und anders nit:

    Nemlich zwen gross silberin pfenning, der XVI glich gestuckelt auf ain mark und ain yedes stuck in sonderheit gerecht gemacht auf ein lot und derselben zwen einen reinischen gulden; oder ander pfenning, der XXXII gleich gestuckelt Šauf ein mark und ein stuck in sonderheit auf ein halb lot und derselben vier einen reinischen gulden; oder ander, der LXIIII gleich gestuckelt auf ein mark und iglich stuck in sonderheit auf ein quinten [= Quent], alles colnischen gewicht, geen und der acht einen reinischen gulden gelten sollen.

    Und soll von allen und iglichen derselben pfenning gross und klain die mark vorgemelts gewichts eilfthalben pfenning feyns silbers halten. Und das gebreeg auf allen vorgemelten pfenningen gross und klein geslagen und gemunzt werden in allermassen, wie hievor von der gulden munz geschriben ist.3

    Und soll ain iglicher churfurst, furst, herschaft oder stat, so in obbemelten kraisen bestimbt oder sunst im Heiligen Reiche gesessen, der oder die klainer wan die obberurt silberin munz zu slahen haben, by der ordnung, wie ein yeder die seiner silberin munz halb von alters gebraucht und gehabt hat, pleiben. Doch daby vlyssigs aufsehens haben, das dieselb klain silberin munz igliche nach irem werd der obbemelten groben munz, sovil muglich ist, gemeß sy, damit dieselb grob munz nit wider gebrochen, ander klein, geringe monz daraus gemacht und der kauf des silbers deßhalb aufsteigen werde, wie dann bißheer bescheen ist.

    «Nr. 520 Münzprobation – [Frankfurt, 11. September 1509 oder kurz davor] »

    Edelmetallgehalt im Reich gängiger Goldguldensorten.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, Nr. 22a, fol. 124’–125 (Kop., Überschr.: Die nachgeschrieben gulden sind auf dem kayserlichen tage zu Frankfurt XVCVIIII probirt und am gehalt und aufschnidt erfunden, wie hernach volgt.).

    Wurzburgische halten XVIII½ grade [= Karat] am gehalt.

    Pfalzgravische mit den dryen schilten XVIII½ grad.

    Straßpurgische halten XVIII½ grad am gehalt.

    Baßler gulden halten XVIII½ grad am gehalt.

    Kunigsteinische mit sant Johanns halten XVIII½ grad und felen am aufschnidt ½ gulden.

    Nurmbergische halten XVIII½ grad, felen [am] aufschnidt I½ ort.

    Costenz felen ½ green [= Gran] am aufschnidt.

    Sechsische mit ainem schilt felen ½ green am gehalt, sind am aufschnidt gerecht.

    Sechsische mit zwaien schilten felen ain green am gehalt, sind am aufschnidt gerecht.

    Bambergische felen ½ green am gehalt.

    Baden felt ½ green am gehalt, sind am aufschnidt gerecht.

    Bergische felen ½ green am gehalt.

    Ein bayrischer gulden mit einem schilt helt am gehalt XVIII½ grade und etwas hinuber.

    Lunenburg felen IIII green am gehalt.

    ŠBrandenburger halten am gehalt XVIII½ grad, felen am aufschnidt ½ gulden.

    Weinsperger mit einem mergenpild [= Marienbild] halten XVIII½ grad am gehalt.

    Hamburg felen I½ green am gehalt.

    Wirttemberg felen am gehalt I½ green steif, sind am aufschnidt gerecht.

    Innsprugger gulden felen am gehalt steif I½ green.

    Landgravisch halten am gehalt XVIII½ grade.

    Kunigstainische mit dem mergenpild felen ½ green am gehalt.

    Muncher mit einem mergenpild, kniet ein pild1 im harnisch, felt am gehalt III green.

    Salzpurger mit der ruben, felen am gehalt III green, sind am aufschnidt gerecht.

    «Nr. 521 Beschlüsse des Frankfurter Rates im Zusammenhang mit dem Münztag – Frankfurt, 11./13. September 1509 »

    Frankfurt, ISG, BMB 1509, fol. 48, 48’, 50.

    Druck: Lersner, Chronica II, S. 578 (nur Eintrag zum 11.9.).

    Referiert bei Schneider, Untersuchungen, S. 23; Ders., Goldgulden, S. 98f. (jeweils nur Eintrag zum 11.9.).

    /48/ (Feria tercia post nativitatis Marie [11.9.]). Als doctor Philips Siegewyn einen zetel ubergeben, darin XX[er]ley gulden verzeichent stee, nemlich [Gf. Eberhard von] Konigstein mit sinen drien monzen, Salzburg, Saxen, marggrave Joachim [von Brandenburg], Bamberg, Wirzburg, Obern- und Nidernbeyern, Wirtenberg, Hessen, Baden, Meckelburg, Pomern, Straßburg, Friburg, Costenz, Nurenberg, Hamburg, Lunburg, von iglicher sort XIIII fl.

    /48’/ Item statschriber [Melchior Schwarzenberg] sal sich zu u[nserem] hern grave Adolfen von Nassauwe oder Johann Storcken fugen und inen zu erkennen geben, daß der rate soliche gulden nit habe und konnen iren gnaden hirmit nit wilfaren.

    /50/ (Quinta post nativitatis Marie [13.9.]). Der ksl. Mt. reten und den geschickten von steten, so der monz halber gehandelt haben, Johan Cristan fur eyn schriber lihen.

    «Nr. 522 Weisung der Nürnberger Hh.Älteren an den Ratsherrn Johann Stromer – Nürnberg, 14. September 1509 »

    Anweisungen für weitere Verhandlungen über Silbermünzen.

    ŠNürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 227–227’ (Kop., freitag des hl. creuztag erhohung; Vermerk über Siegelung des Or. durch den Altbürgermeister Leonhard Grundherr)1.

    Bestätigen den Eingang seines Berichts über die Verhandlungen wegen der Gold- und Silbermünzen [Nr. 518]. Die ist uns von dir zu gutem dank. Lassen uns auch das angezaigt furnemen der guldin munz halben ganz wolgefallen, der hoffnung, das dardurch unser guldin wol besten und pleiben werden. Darinnen wollest, wie uns nicht zweivelt, vleiß ankeren. Aber von wegen des furnemens in der silbrin munz, das man hinfuro stuck zu guldin, halben guldin, ortern und halb ortern und sunst nicht geringer munzen sollt, außgenommen pfening und haller, darinnen tragen wir etlichermaß beschwerung, angesehen, das sich solche munz bey uns in taglichem geprauch nicht wol leyden mocht; es wer dann, dz daneben die vor gemunzten schillinger, zehner und funfer nichtsdestmynder fur und fur in irem wert pleiben. Und so dasselb die maynung (darfur wirs halten, der andern fursten und herren etc. munz halb gemuet auch sey), nachdem dann derselben bey uns uberflussig und gnug vorhanden, mocht kain schad sein, liessen uns auch gefallen, das damit stillgestanden und der in etlichen jarn nicht mer gemunzt wurden. Und welchen dan geliebet, die neu furgenomen munz der obgemelten stuck ze schlahen oder nicht, das es zu seinem willen stund. So tragen wir des geprechs halben, wie das angesehen, kain beschwerung, dweyl aim yedem zugelassen wirdet, auf die ain seyden sein aigen gepreg ze machen. Sie wollten ihm dies entsprechend seiner Bitte um Anweisungen für die weiteren Verhandlungen mitteilen.

    [PS] Übersenden ihm ihre schon früher an den ksl. Hof abgegangene Antwort wegen der Schuldforderung Johann Storchs an Hieronymus Haller2.

    «Nr. 523 Abschied des Frankfurter Reichsmünztages – Frankfurt, 14. September 1509 »

    [1.] Unterbliebene Umsetzung bisheriger Reichsbeschlüsse zum Münzwesen, Einberufung des Frankfurter Reichsmünztages; [2.] künftige Prägungen von Goldmünzen nach dem Vorbild der kurrheinischen Münzen, Verbot unterwertiger Münzen; [3.] Vorschriften für Münzbild und Legende; [4.] Probationsordnung, Abhaltung von Kreisprobationstagen, Abhaltung eines jährlichen Reichsprobationstages; [5.] Sanktionen bei unterwertigen Prägungen; [6.] Kontrollprobation auf Antrag der Münzmeister; [7.] Vernichtung minderwertiger Münzen; [8.] Bestrafung der Münzmeister bei schwerwiegenden Verstößen; [9.] Bestrafung widersetzlicher Münzstände; [10.] Vereidigung und Pflichten der Münzmeister; [11.] Verpflichtung der Münzmeister zur Verwendung von Probiernadeln; [12.] Vereidigung und Pflichten der MünzŠwardeine; [13.] Vereidigung und Pflichten der Münzschmiede und -gesellen, Ahndung von Vergehen; [14.] Vereidigung und Pflichten der Kreiswardeine; [15.] Regelung des Geleits für die Teilnehmer von Münztagen; [16.] Verbot der Edelmetallausfuhr aus dem Reich, Bestrafung bei Zuwiderhandlung; [17.] Kreiseinteilung für die Münzstände im Reich; [18.] Ratifizierung der Münzordnung durch Ks. Maximilian, Einberufung eines weiteren Münztages nach Worms; [19.] Sanktionierung des Fernbleibens vom Münztag, Publikation der Münzordnung; [20.] Teilnehmer am Frankfurter Reichsmünztag.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 3, unfol. (Kop. mit Randvermerken, die den Inhalt kennzeichnen; Aufschr.: Abschied deß kaiserlichen tags zu Frankfurt an dem Mayn, der guldein munz halben, im monat Septembriß 1509.Überschr.: Abschaid des kaiserlichen tags der gulden munz halber, im monat September 1509 zu Frankfurt am Mayn gehalten.) = Textvorlage A.1 Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, Nr. 22a, fol. 110–124 (Kop., Überschr. wie A) = B. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 5–17’ (beschädigte Kop., Überschr. wie A) = C2. Bamberg, StA, A 85, L. 339, Nr. 1094, unfol. (Kop., Überschr. wie A) = D. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, E-Laden Akten, Nr. 19, unfol. (Kop., Aufschr. und Überschr. wie A) = [E]. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 243, fol. 1–18 (Kop., Überschr. entsprechend A). Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 957, fol. 141–152’ (Kop., Überschr. wie A).

    Druck: Hirsch, Münz-Archiv I, S. 200–209.

    [1.] Als auf dem grossen reichstage zu Wormbs, auch nachvolgend auf gehalten reichstegen zu Lindau, Freiburg, Augspurg und sonst in andere wege der gulden munz halb vil gehandlt, inhalt der abschid, auf solichen reichstagen beschlossen und gemacht3, aber der keinem nach seinem inhalt bißhere, villeicht aus merklicher verhinderung und gescheft, vollnzug beschehen, daraus dan dem Heiligen Reich, teutscher nation und gemainem nutz merklicher schade und nachtail erwachsen. Welichs alles röm. ksl. Mt., unser allergenedigister herr, als der, so aus schuldigen pflichten und angeborner gutigkait zu stattlicher furdrung gemains nutzs und aller land und leut begirlichs gemuts genaigt ist, zu herzen gefurt, deßhalben churfursten, fursten und stende des Heiligen Reichs, so auf jungstgehaltnem reichstage zu Wormbs versamelt gewest, ernstlichen bevolhen Šgehabt, das sy auf vor geubte handlung und abschid gehaltner reichstege der gulden munz halber entlichen handeln und beschliessen solten, domit sich alle oberkait, sovil ain iglichen das berurt, nach beger der röm. ksl. Mt. und zu furdrung gemains nutzs verrer darnach wissen zu halten. Darauf dan durch die versamblung desselben Reichs tags zu Wormbs etwas handlung furgenomen und zu entlichem beschluss auf den dritten tage des monats Septembris dis XVC und IX. jars ain nemlicher tage gein Frankfurt an den Mayn bestimbt und alle stende des Heiligen Reichs, so gulden munz schlahen, durch ir ksl. Mt. darzu erfordert und beschriben sein, alles inhalt der abschid [Nr. 303, § 15] und tagsbrif [Nr. 305], deßhalb außgangen.

    Das demnach durch churfursten, fursten und stende des Reichs rete, sovil der auf vorgemelt ksl. Mt. erfordrung auf gemeltem tage zu Frankfurt erschinen sein, die abschaid aller obgemelten reichstege, auch wes nach irem verstand, rat und gutbedunken nach aller gelegenhait dinstlich, nutzlich oder ersprießlich sein mage, mit hechsten vleis erwegen und darauf dise nachvolgende maynung und entliche handlung abgeredt und beschlossen haben, nemlich:

    [2.] Zum ersten, als die vier churfursten am Rhein von vil und langen jaren here ain lobliche guldene munz gehabt und noch haben, darauf alle contract, verschreibung und verpflichtung im Heiligen Reiche gestelt und aufgericht sein, die aber mit der zeit durch vil andere bey- und nebenmunzen in abfal und ringerung gewachsen, also das aus merklicher notdurft bey kurzverschinen jaren mit zeitlicher vorbetrachtung kunftigs und weiters unrats sie zu besserer bestendigkait irer gulden munz den gehalt derselben auf XVIII½a grad feins und den aufschnidt auf hundert und VII auf anderthalb colnisch mark geordent haben.4

    Dweil nun alle andere gulden munz im Heiligen Reich nach inhalt ksl. und kgl. freiheit, deßhalb außgangen, als sich genzlich zu versehen ist, der obgemelten churfursten munz mit gehalt und aufschnidt vergleichen solle, daz aber bey etlichen nit erfunden, deßhalb ksl. Mt. zu furdrung gemains nutz (als ir Mt. wol geburt) bewegt ist worden, darein zu sehen, domit ain bestendig gulden munz, die in allen contracten und handlungen durch das ganz Romisch Reich werschaft sey, genomen und gegeben werden solle, verordnen werde: So ist geratschlagt und ermessen, das hinfuro alle churfursten, fursten und stende des Heiligen Reichs, so auf freihait und begnadung romischer kaiser oder konig gulden munz zu schlahen haben, ir gulden munz darauf bordnen Šund schicken–b lassen sollen, das alle gulden, so auf iren munzen gemunzt werden, XVIII½ grad feins golds, III½ grad weis und II grade rot in der schickung [= Legierung] haben, auch hundert und VII und nit mer auf I½ colnisch mark ganz schon und außberait und mit allem vleis gleich gestuckelt und aufgeschnitten geen und dieselben auch und ain iglich stuck besonder nach dem richtsphenning durch ainen yden wardyn aufgezogen werden sollen.

    Item sollen hinfuro die ytzgemelten und andere gulden, so vor diser ordenung gemunzt und am gehalt und aufschnidt derselben ordenung gemeß sind mit dem gewicht, und sonst kein andere gulden fur werschaft genomen und gegeben werden.

    [3.] Item sollen alle churfursten, fursten und stende des Reichs, so gulden munz zu schlahen haben, ire gebreg auf die gulden dermassen verordnen, das auf ainer seiten ain schilt, darin ain kaiserlicher adler mit zwaien haubtern und auf dem schilt ain zirliche kaiserliche cron und in der umbschrift „Adiutorium nostrum in nomine Domini“ [Ps 124,8] stee, oder wie solichs ksl. Mt. gefellig sein wurde. Und auf der anderen seiten an den gulden, so die vier churfursten am Rhein schlahen werden, dweil sie bißhere samentlich gemunzt haben und noch miteinander munzen, desselben churfursten wappen, in des munz die gulden gemunzt werden, in der mitte und darumb der ander III churfursten wappen oder sunst, wie sich dieselben vier churfursten vertragen oder verainigen werden, und in der umbschrift desselben churfursten namen mit der laufenden jarzal. Und die anderen churfursten, fursten und stende sollen auf der ainen seiten auch den adler mit der cron und umbschrift, wie obstet, und auf der anderen seiten ir iglicher sein wappen und in der umbschrift sein namen und laufenden jarzal schlahen.

    [4.] Und domit die vorgemelt gulden munz in aufrichtigem, bestendigem wesen pleiben, gehanthabt und gehalten werden moge, so ist geratschlagt und beschlossen, als auch die merklich notdurft erfordert, das hinfur ain iglicher churfurst, furst, herschaft oder stat des Heiligen Reichs, so gulden munz zu schlahen han und in diser ordenung und den nachgemelten kraisen begriffen sein, auf iren munzen ain eyserin buchsen mit vier schlossen und oben mit ainem zimlichen schlietzloch, darein die proben gesteckt und in dieselben buchsen bracht werden mogen, haben und ain yglicher wardyn auf der munz, darzu er bestelt und geordent, von stund an, so ain werk golds gemacht und außberait ist, zuvor und ehe er solich werk ausgen last, ainen gulden aus der ganzen summa des werks ungevarlich nemen, in ain bapir verschliessen, darauf den tage, auf welichen solich werk gemacht ist, auch wie vil desselben werks sey, aigentlich schreiben und alsdan dieselben probe also in dem bapir verschlossen in die gedachten buchsen tun und es also fur und fur mit iglichem werk golds, so bey ime gemunzt wirt, halten solle. Und die vier schlussl, zu vorgemelter buchsen gehorig, sollen ainer bey dem fursten, herschaft oder stat, dem soliche munze zustet, und die anderen drey bey dreyen anderen fursten, herschaften oder stetten, in der krays dieselben munz begriffen ist, wie sich dan die stende Šdesselben krays des miteinander vertragen und verorden, pleiben und gelassen werden.

    Item es soll auch ain iglicher furst, herschaft oder stat, in ydem der nachgemelten krais angezaigt, zu zwaien malen ains yden jars, nemlich auf den sontage reminiscere [= zweiter Fastensonntag] und auf sant Lorenzen tage [10.8.], alles gegen dem abent in der stat, die zu der probacion desselben krais benennt und verordent ist, einen oder zwen seiner rete, die der munz (sovil muglich ist) verstendig sein, auch sein munzmaister und wardin, derselb wardin dan die puchsen, darin die proben sein, alspald mit ime zu der probation bringen soll, haben, des anderen tags fru mitsambt anderen reten, munzmaistern und wardin, so von anderen fursten, hereschaften oder stetten desselben krais dohin geschickt werden, an ainem ende in derselben stat, des sich dieselben geschickten rete alle oder der merer tail miteinander verainigen, probatz anzufahen und alle gulden munz, so in demselben krais gemunzt und in den buchsen dohin bracht sein, nach aller notdurft, wie sich gepurt, zu probiren. Und die vier fursten, herschaft oder stat, den die vier schlussel zu iglicher buchsen ainer yden munz bevolhen sein, solle ain iglicher den slussel, ime ubergeben, bey seinen reten auf dieselb probacio schicken. Und so man die probacion anfahen will, sol ain buchs nach der anderen in beywesen aller vorgemelter rete, so auf derselben probatio erscheinen, aufgeschlossen, die proben aus iglicher buchsen durch dieselben rete genommen, dem gemainen probirer desselben krais underschiedlich uberantwurt und mit vleis verfugt und aufgesehen, das ains yden fursten, herschaft oder stat gemunzt gold, so aus ains iglichen buchsen genomen ist, ains nach dem andern aigentlich probiert und nit undereinander vermuscht oder verwechselt werde. Und so alle proben aus den buchsen genomen sein, sol alspald in beysein aller vorgemelten rete ain iglich buchs mit iren vier schlossen wider zugeschlossen, dem wardin, dem die zustet, uberantwurt und die schlussel, darzu gehorig, ainem yden, der die vor gehabt hat, wider gegeben werden, der dieselben auch bey ime getreulich verwaren und obberurter massen zu nechstvolgender probatz wider schicken solle.

    Und sol der rat in ainer iglichen stat, darin die probatz ains yden krais gehalten wirt, zwu oder drey dapfer, geschickt personen aus inen, die (sovil muglich ist) der munz verstand haben, zu ainer iglichen probatz verordnen, die von wegen ksl. Mt. und aller stende des Heiligen Reichs vom anfang bis zum ende bey allen sachen der probacion seien und vleissig aufsehens haben, domit solich probacion ordenlich und, wie sich gepurt, vollendt werde.

    Item sol ain iglicher gemainer probirer ains yden krais alle proben ains yden fursten, herschaft oder stat, so ime aus der buchsen uberantwurt und durch ine probirt sein, wie er die alle und igliche besonder an der prob gerecht oder ungerecht funden hat, in ain besonder register, darzu gemacht, bey seinem aide clarlich, underschidenlich und getreulich aufschreiben. Und so alle proben also durch ine aufgeschriben sein, sol dasselb register durch drey fursten, herschaft oder stat rete, so aus demselben krais zu solicher probatz geschickt weren, aignen Šhenden underschriben und durch den rat derselben stat, do solich probatz gehaltenc ist, in ainem irem brief, darin sie ksl. Mt., auch churfursten, fursten, herschaft oder stet reten, so in iglicher messen zu Frankfurt am Mayn der gulden munz halben sein, aigentlich schreiben und zu erkennen geben sollen, wie sie bey der probatz gewest und was sie laut des gemelten registers gesehen und gefunden haben, aigentlich und wolverwart eingeschlossen und mit irer stat sigl zugesigelt und derselb brif den gedachten reten des bemelten krais behendigt werden.

    Item sollen die rete, so aus iglichem krais zu probacion geschickt sein, von stund, so ine der itzgemelt brif mit eingeschlossenem register uberantwurt ist, zwen aus inen allen verordnen, die mit demselben brif, auch credenzbrifen, so ine von anderen iren mitreten alspald gegeben werden sollen, von wegen aller fursten, herschaften oder stetten, in demselben krais begriffen, in den Frankfurter messen, nechst nach solicher probacion volgend, nemlich ains yden jars in der vastenmess auf den palmtage [= Sonntag vor Ostern] und in der herbstmessen auf unser lieben Frauen tage nativitatis [8.9.] alles gegen dem abent zu Frankfurt sein und des anderen tags darnach auf dem rathaus doselbst bey ksl. Mt., auch churfursten, fursten und anderen reten, so aus iglichem krais dahin verordent werden, erscheinen, denselben reten ire credenz- und andere vorgemelte brif uberantwurten und furter mit inen nach notdurft und gelegenhait der sachen handeln und ratschlagen sollen.

    [5.] Und ob ainer oder mer munzmaister der nachgemelten krais auf den probacion ains yden krais an ainem oder mer werk gelds, so sie gemunzt, umb ain halb oder ganz grein gefelet hetten und doch am aufschnidt gerecht erfunden werden, sol die puß und straf solichs fals dermassen gehalten werden, das der munzmaister, der solichen fall umb ain halb green getan het, zum ersten und schiristen darnach, so er widerumb gold munzen wirt, ain werk golds von also vil marken, als des werks, daran er gefelt hat, gewest ist, machen und ain iglich mark desselben werks umb ain halb green besser dan auf XVIII½ grad schicken und außberaiten. Und sol domit der fall des halben greens gebessert sein. So aber umb ain ganz green an ainem oder mer werken gefelt were, sol der munzmaister denselben fursten, herschaften oder stetten, in der krais solicher fall und probacion geschehen ist, zu steur des unkostens, den sie auf die munz wenden, fur iglichs green, sovil sich die nach anzal der werk, daran er gefelt het, zusammengerechnet in ainer summa laufen wurden, drey green nach gemainem dkauf und lauf–d des feynen golds unableßlich zu bezalen schuldig sein und alsdan der munzmaister und wardyn solichs fals halber nit weiter gestraft werden.

    [6.] So aber den munzmaister, der also am gehalt umb ain green oder ain halbs bruchig funden were, bedunken wolt, das in der proben gerirrt oder Šsunst mit dem wasser nit gleich zugangen were und sein gemunzt gold besser zu sein vermaint und soliche proben noch ainmal zu probiren begert, sol man ine solichs vergonnen und zulassen und dem gemainen probirer zwen aus den reten und zwen aus den wardynen, so auf derselben probacion sind, zugeben, die bey der zwaiten proben sein und gut aufsehens haben sollen, domit nymand verkurzt werde. Wurde dan der munzmaister abermals wie vor bruchig funden, sol er den costen der zwaiten proben und sonderlich, was der fursten, herschaften oder stetten reten, zu derselben probacion geschickt, mit dem, das sie lenger bleiben und der zwaiten proben hetten außwarten mussen, kostens aufgangen were, außrichten und bezalen. Und sol man inen alsdan weiter nit probiren, sonder vorgemelter massen strafen.

    [7.] Wo aber der churfursten, fursten, hereschaften oder stetten, in nachgemelten kraisen bestimbt, munzmaister ainer oder mer an ainem oder mer werken uber das ganz green oder sonst am aufschnidt durch den wardin ir ydes munzen ungerecht oder bruchig funden wurd, sol derselb wardin bey seinen aiden und pflichten und straf leibs und guts dasselb ungerecht werk nit bregen oder ausgeen lassen, sonder dasselb von stund an zurschneiden und den munzmaister verpessern und widerumb vermunzen lassen.

    [8.] So aber daruber auf ainicher der vorgemelten munzen ain oder mer werk, die uber ain green am gehalt oder sonst am aufschnidt nit gerecht gemacht, gemunzt und nitdestmyndere ausgen und nitf zurschnitten wurden und solichs ausserhalb des churfursten, fursten, herschaft oder stat, der munzmaister oder wardyn sie weren, wissen oder willen, als sich genzlich zu vermuten ist, beschehe, sollen derselb munzmaister und wardyn samentlich und sonderlich der ksl. Mt. und den churfursten, fursten, herschaften oder stetten, in der krais solicher fal geschehen were, an leib und gut zu strafen verfallen sein und die straf des guts der ksl. Mt. halb und der ander halb tail den stenden desselben krais zusteen.

    [9.] Wurde sich aber begeben, das ainem oder mer churfursten, fursten, herschaften, steten oder stenden des Heiligen Reichs, so von romischen kaysern oder konigen gelt zu munzen gefreit weren oder kunftiger zeit gefreit werden mochten, auf dise ordenung des Heiligen Reichs zu munzen nit ggelegen oder gemaint–g sein wolt, der oder dieselben sollen der gemelten irer freyhaiten nit gebrauchen, sonder domit stillsten, biß so lang sie sich diser ordenung vergleichen und gemes halten. Wo aber ir ainer oder mer daruber munzen und sich diser ordenung in ainichem artikl ungemess halten wurden, der oder dieselben sollen der gedachten freihait, inen der munz halber gegeben, zu ewigen zeiten entfreyt und entsetzt und darzu funfzig mark lotigs golds, halb ksl. Mt. und den anderen halben tail zu gemainem nutzs des Heiligen Reichs unableßlich zu bezalen verfallen sein.

    Š[10.] Item ain iglicher churfurst, furst, herschaft oder stat, in nachgemelten kraisen begrifen, der oder die sich diser ordenung gemess halten und munzen will, sol ain besonder schmitten munz, auch ainen redlichen, verstendigen munzmaister haben und derselb munzmaister ksl. Mt., seinem fursten, herschaft oder stat, des oder der munzmaister er sein wurde, auch allen stenden des Reichs mit glubden und aiden verpflicht sein und soliche pflicht anfenglich durch seinen herrn, des munzmaister er ist, von ksl. Mt., auch aller stende des Reichs und sein wegen emphangen werden. Und sol auf die ersten probacion darnach derselbe munzmaister dem rat der stat, darin die probacion gehalten wurde, von wegen und in namen ksl. Mt. und darnach allen reten, so zu derselben probacion geschickt werden, von wegen irer herrn globen und schweren, das er dise ordenung, sovil ine die berurt, stet und vest halten, sich auch von seinem herrn oder stat nit tun oder abschaiden well, es seien dan zuvor alle werk, so er von gold gemunzt het, auf der gemainen probacion probirt, auch er durch sein hereschaft geurlaubt und seiner getonen pflicht doselbst erledigt; und ob er an seinen munzen etwas gefelt, das er zuvor darfur genugen geton habe. Das er auch kain ander munz, dan in diser ordenung begriffen, bey diser annemen, auch dieselben durch sich oder ymand anderen nit regiren, verwesen oder verlegen noch tail oder gemain daran haben, noch auch kein gold oder silber in den furstentumben, herschaften und stetten, in diser ordenung begriffen, oder auch sonst im Reich einkaufen oder aufwechseln und dasselb in frembder nation noch andere munzen, die diser ungemess sein, durch sich oder ymand anderen von sein wegen lifern oder verschaffen, sonder was er des vorgeschribener massen uberkommen wirt, auf seins herrn oder stat munzen vermunzen oder sonst auf andere munzen, die diser ordenung gemess und in nachgemelten kraisen sein, lifern. Das er auch, sovil an ime ist, mit allem vleis darob sey und das solichs durch andere nit beschehe, auch mit seinem wardyn und munzergesellen kein vorwort oder geding, die diser ordenung in ainichem wege zuwider sein mochten, haimlich oder offenlich abreden oder machen, sonder alles das, so zu handhabung und becreftigung diser ordenung dienen moge, mit allem vleis getreulichen tun, furdern und vollnziehen wolle.

    [11.] Es sol auch ain iglicher munzmaister, so in den nachgeschriben kraisen golt munzen wirt, ain gulden nadl auf dise und der churfursten ordenung gericht haben und dieselben von der churfursten am Rhein gemainen probierer, der ainem yden die auf sein ungevarlich erfordern umb zimlich bezalung verfolgen lassen soll, nemen und sein gulden munzen nach derselben nadl ordnen und machen.

    [12.] Desgleichen sol ain yder churfurst, furst, hereschaft oder stat der gemelten krais, der oder die sich diser ordenung gemess halten und munzen will, ainen besondern wardin auf seinen munzen haben und denselben selbs belonen. Derselb wardin ksl. Mt., seinem fursten, herschaft oder stat, des oder der wardin er sein wurde, auch allen stenden des Reichs mit glubden und aiden verpflicht sein und solich pflicht anfenglich durch seinen herrn oder stat, des Šoder der wardyn er ist, von ksl. Mt. und seiner herschaft, auch aller stende des Reichs wegen emphangen werden. Und auf die erst probacion darnach sol derselb wardin dem rat der stat, darin probacion gehalten wurde, von wegen und in namen ksl. Mt. und darnach allen reten, so zu derselben probacion geschickt werden, von wegen irer herrn globen und schweren, das er dise ordenung, sovil ine betrifft, stet und vest halten und sonderlich, das er zu yder zeit auf seins munzmaisters gesynnen, begeren und costen alle und igliche eysen, sovil der munzmaister derselben zu der gulden munz notdurftig sein wurde, mit dem gebreg, umbschrift und anderen, wie hievor verordent ist, auf das allerraynischt, scherpfist und werklichist, so daz ymmer gesein mage, furderlich machen lassen, dieselben eysen, so die gemacht sein, zu seinen handen nemen und zu kainen anderen handen komen lassen. Das er auch, so der munzmaister derselben eysen zu gebrauchen notdurftig sein und er deßhalb von ime erfordert wurde, alsdan mit denselben munzeisen unverzogenlich auf die munz komen und das werk golds, so der munzmaister zu demselben mal bregen lassen wolt, mit der mark aufziehen und wegen und, wie vil des sey, aufzaichnen und darnach die gemelten eisen dem schmittenmaister [= Schmiedemeister] auf der munz, die gulden domit zu bregen, libern, auch von der schmitten und eisen, zuvor und ehe das werk golds ganz abgemunzt ist, nit abschaiden wel, es wer dan, das dasselb werk so gros sey, das solichs in ainem tage nit abgemunzt werden mocht. Alsdan solt er, so er gegen der nacht von der munz abschaiden wolt, solich gebregt und ungebregt gulden, so auf der munz weren und er vor mit den gewicht gewogen hat, in ain gewarsamen behalt verschliessen und versorgen und den schlussel darzu behalten und des anderen tags, so man weiter munzen wolt, die schlussel und eysen wider auf die munz bringen und den munzergesellen das golt und eisen widerumb zu handen geben. Und solich gold ganz gemunzt und berait ist, sol der wardin, zuvor und ehe er solich golt ausgen last, iglichs stuck der gemunzten gulden in sonderhait nach dem richtsphenning aufziehen und vleissig aufsehens haben, das dieselben gulden all gerecht und gleich gestuckelt sein, wie dan dise ordenung inhelt. Und weliche gulden er dem richtphenning ungleich erfindt, die soll er von stund an alle zurschneiden und anders vermunzen lassen, wie obstet. Auch sol er ernstlich aufsehens haben, das die gulden mit vleis gemunzt und gebregt werden und, zuvor und ehe er die gulden ausgeen last, dieselben mit dem wasser vleissiglichen versuchen. Und so er die zu krank geschickt5 erfunde, derselben nith außgeen lassen, sonder zurschneiden, es wer dan, das der munzmaister die auf sein abenteuer ausgeen lassen und solichs auf der probation verantwurten welt. So sol eri solichs auf die Šproben desselben werks aigentlich schreiben und auf der probation anzeigen. Wo er aber erfunde, das die gulden am aufschnidt ungerecht oder uber ain green zu gering weren, so sol er dieselben in kainen wege ausgeen lassen, jsonder die zuschneiden und wider vermunzen lassen–j, wie vor stet. Er sol auch, ehe er das golt, so gerecht erfunden ist, ausgen last, auß dem gemainen haufen des gemachten golds ungevarlich ainen gulden nemen, den in ain bappir verschliessen und darauf den tage, auf welichen das werk gemacht, auch wie vil des werks ist, aigentlich schreiben und furter also verschlossen in die buchsen werfen. Und das alles tun, so oft und vil ain werk golds auf derk munz gemacht wirt. Und so man zu zwaien malen im jar zu probacion ziehen wirt, sol er mit den reten und munzmaister, so zu der probacion geschickt werden, auf seiner herschaft kosten mitziehen, die buchsen mit den proben mit ime dohin bringen und laut diser ordenung probiren lassen. Und so die probation geschehen und die buchs wider verschlossen ist, dieselben bey sich nemen und furter handeln, wie vor gemelt ist.

    Auch so ainich eysen auf der munz abgeen und darauf zu munzen nit mer tuglich wurden, solich eysen sol er zu ime nemen und das breg darauf zurschlagen, also das man dasselb nit mer erkennen noch domit munzen moge, und die stuck dem munzmaister widergeben.

    Er sol auch mit dem munzmaister noch munzgesellen kain besondere oder haimlich abrede oder verstentnus, auch mit dem munzmaister weder tail noch gemain an allen dem, das die munz berurt, nit haben, auch kain geschenk oder liebnus6, wie man das erdenken mocht, durch sich oder ymands anders emphahen oder nemen lassen, noch ichts handln oder furnemen, das in einichen wege diser ordenung zuwider oder abbruch gesein mocht, sonder er soll die nach allem seinem verstentnus und vermogen mit getreuem vleis, sovil an ime ist, handhaben, furdern und volnziehen etc.

    [13.] Item sollen die schmittenmaister und munzgesellen, so auf den munzen ainer oder mer in nachgeschriben kraisen arbaiten werden, dem churfursten, fursten, hereschaften oder stat, auf des oder der munzen sie bestelt sind, irem herrn oder stat in namen und von wegen ksl. Mt. allen stenden des Reichs und sein herrn globen und zu den heiligen schweren, dise ordenung, sovil sie berurt, die ine dan von irer herschaft, die sie annymbt, furgehalten werden soll, vest und stet zu halten und mit getreuem und hochsten vleis zu vollenziehen und zu handhaben und dawider nit zu tun, auch von dem munzmaister noch sonst ymands von seinen wegen schenk, gab oder liebnus zu nemen, noch ainig vorwort, geding oder contract weiter dan umb iren geburlichen lon mit Šmunzmaistern oder wardyn zu machen, noch mit ir ainichem der munz halb tail noch gmain zu haben oder sonst ichts zu handeln oder furzunemen, dardurch dise ordenung uberfaren oder verhindert werden mocht, bey pene des mainaids und darzu, daz der oder dieselben, so dermassen uberfaren hetten, hinfuro in kainer des Reichs munzen zu arbaiten angenomen werden sollen. Wo aber ire uberfarung und verhandlung merklich und gros were, so sol die straf derselben zu ksl. Mt. und den stenden des Heiligen Reichs steen und der uberfarer darfur allenthalben im Heiligen Reich kein sicherheit, glait oder trostung haben, sonder, wo er begriffen wirt, angenomen und nach gestalt seiner mißhandlung durch die herschaft oder oberkeit, in des gebiete er betreten oder angenomen ist, an leib oder gut gestraft werden.

    [14.] Auch sollen alle churfursten, fursten, hereschaften oder stet der nachgemelten krais in ainem iglichen derselben krais in sonderhait uber die andere wardin, so auf iglicher munzen sein werden, ainen gemainen probirer auf gemainen kosten aller derjenen, so in demselben krais begriffen sein, wie sie sich dan des mit ime vertragen werden, haben, der dan ksl. Mt., auch allen stenden des Heiligen Reichs mit glubden und aiden verpflicht sein soll, dise ordenung, sovil ine berurt und wie hernach volgt, stet und unverbrochenlich zu halten. Welich glub und aide der rat der stat, do die probatz desselben krais gehalten wurde, in namen ksl. Mt., auch die rete der fursten, hereschaften oder stet, so daselbsthin zu probatz geschickt werden, von irer herschaft wegen auf der ersten gemainen probation, so in derselben stat geschehen wurde, emphahen und nemen sollen.

    Item sol ain ider gemainer probierer der nachgeschriben krais auf zeit und malstat, in diser ordenung begriffen, sich zu gemainer probacion fugen mit wasser und anderem zeug, darzu geherig, doselbst geschickt erscheinen, also das er alle gulden proben, so von allen munzen desselben krais dohin bracht und ime zu probiren uberlibert werden, probiren kon und moge. Und solich gulden proben, die ime alsdan zu probiren gelibert werden, sol er nach seinem pesten syn und vermogen mit allem vleis getreulich probiren und umb lieb, laid, gunst, gabe, fruntschaft oder veintschaft darin kein geverlichait brauchen; auch deßhalb von kainem munzmaister oder ymand andern, wer der sey, kein schenk, gab oder liebnus nemen, auch kein vorwort, geding oder pact mit nymand deshalb machen, dardurch dise ordenung verhindert oder zurrut werden mocht, sonder dieselb ordenung, sovil an ime ist, nach seinem pesten vermogen getreulichen volnziehen und handhaben. Und so er die vorgeschriben proben alle gemacht, soll er dieselben alle und igliche besonder, wie er die gerecht oder ungerecht funden hat, in ain besonder register, darzu beraitet, bey seinem aide clarlich, underschidenlich und getreulich aufschreiben und mit seiner aigenen hand namen und zunamen underschreiben und ime ain gleichlautend register davon behalten und wol versorgen, auch, so alle proben also durch ine aufgeschriben sein, solich register dem rat der stat, do die probation geschehen ist, und den reten der stend desselben krais, so zu solicher probation geschickt Šund versamelt sein, uberantwurten, die furter damit handeln sollen inhalt des obgemelten artikls [§ 4], die gemainen probation berurend.

    [15.] Und nachdem churfursten, fursten, hereschaften und stetten, in diser ordenung begriffen, gepuren wirt, ire rete, munzmaister, wardin, probirer und ander personen, der munz verstendig, oftmals zu probation- und andern tegen, die munz belangend, zu schicken, so ist beschlossen, das alle vorgemelte und andere personen, so zu probation oder tegen durch ksl. Mt. oder andere stende des Reichs, die sich diser ordenung gemes halten, derselben munz halber angesetzt, abgefertigt oder sunst in notdurftigen hendeln derselben munz halber ab- und zuziehen, und sonderlich die kaufleut und alle diejenen, so golt und silber auf ain oder mer munzen, die sich diser ordenung halten, libern werden, solange und alledieweil die auf der reysen vorgeschribener handlung sein, ksl. Mt. und des Heiligen Reichs frey, strack, sicher trostung und glait allenthalben im Hailigen Reich zu wasser und lande haben, das auch ksl. Mt. durch ire offen mandat und gebotsbrif zu fruchtparer bestendigkait diser ordenung also gnediglich verschaffen und hanthaben lassen solle.

    [16.] Es sol auch kain kaufman oder ymands anders, wer der sey, kain gold oder silber, gemunzt oder ungemunzt, das er im Heiligen Reich kauft oder sonst an sich bracht het, aus dem Reich furen noch in andere munz, dan die in nachbestimbten kraisen begriffen sein, liebern und nach gemainem lauf und kauf des feinen golds und silbers, wie dann zu yder zeit im Reich in gemainer ubung ist, verkaufen, verwechseln oder sonst in ainigen gefarlichen wege verhantieren oder anwerden [= veräußern]. Welicher aber solichs uberfaren und nit halten, der sol, so oft das beschicht, in dem furstentumb oder gebiete, darin er betreten wurde, von demselben fursten, herrn, stat oder oberkait an leib und gut angenommen und nach gefallen desselben gestraft werden. Und sole ine auch darfur kain glait oder sicherhait, wie oder von wem das gegeben oder erlangt were, nymands außgenomen, schutzen oder furtragen in dhein wegel.

    [17.] Und sind dis nachgeschriben die krais und bezirk, davon obgemelt ist:

    Nemlich im ersten krais sind begriffen die vier churfursten am Rhein, Menz, Coln, Trier, Pfalz, den zugeben sind der herzog von Gulch, der landgrave von Hessen, die stat Coln und des Heiligen Reichs munz zu Frankfurt, so diser zeit grave Eberhart von Kungstain zu verwalten hat. Die alle sollen ire gemain probation, wie obstet, an den malstetten, in der churfursten ordnung und verschreibung uber die munz begriffen, halten, allain die zeit darin geendert, nemlich also, das alle jar dye erst probation auf mentag nach dem sontage letare [= vierter Fastensonntag] und die andern auf den andern tage nach Bartholomei [25.8.] gehalten werden sollen.7

    ŠIm andern krais sind begriffen der erzbischove zu Bremen, die bischof zu Luttich, Utricht, Munster, Osnabrugk, der herzoge von Cleve, die ebtissin zu Essend, grave Etzard aus Frießland, die stet Daventer, Swol [= Zwolle], Dortmund und Gruningen. Und sol die gemain probation aller gulden munzen dis krais, wie obstet, zu Embrigk [= Emmerich] am Rein gehalten werden.

    Im dritten krais sind begriffen herzog Friderich von Sachsen, marggrave Joachim von Brandenburg, bede churfursten, der erzbischove zu Madeburg, herzog Georg von Sachsen, herzog von Mecklnburg, herzog von Bomern, die stet Lubeck, Lunenburg, Hamburg und Frankfurt an der Ader. Die alle sollen ire gemain probation der gulden munz zu Maidburg halten, laut diser ordenung.

    Im vierten krais sind begriffen pfalzgrave Ludwig, churfurst, und herzog Friderich, gebruder, mit der munz, so sie zu Baiern schlahen, die bischove zu Bamberg, Wurzburg, weilend herzog Ruprechts kinder [Pfgff. Ottheinrich und Philipp], margrave Friderich von Brandenburg, des Heiligen Reichs munzen zu Augspurg und Nordlingen, so diser zeit grave Eberhart von Kungstain in verwaltung hat, und die stat Nurmberg. Die alle sollen ir gemain probation, wie obstet, zu Rotemburg an der Tauber halten.

    Item im funften krais sind begriffen der bischof zu Costenz, herzog von Wirtemburg, marggrave von Baden, die stet Straspurg, Metz, Costenz und Freiburg im Breyßgau. Die alle sollen ir gemain probation laut diser ordenung zu Hagenau halten.

    Im sechsten krais sind begriffen das haus Osterreich, der erzbischove zu Salzpurg, bischove zu Bassau und herzog Wilhalm von Baiern. Die alle sollen ir gemain probation, wie obstet, zu Regenspurg halten. Wo aber ksl. Mt. solich malstat nit gefallen wolt, stet zu irer Mt., ain ander gelegen malstat zu benennen.

    [18.] Und als auf disen tag hie zu Frankfurt wenig und der myndern tail der stende des Reichs rete, so durch ksl. Mt. darzu erfordert und beschriben, erschinen sein und nichtsdestmynder durch die, so gegenwertig gewest, den handl und gemainem nutz zugut nit gefeyrt, sonder die abschid aller gehaltner reichstege fur hand genomen, aigentlich erwogen und mit zeitigem, wolbedachtem rat darauf gehandelt, etlich artikl beratschlagt und in ain verzeichnus gestelt worden sein, ist zu besser bestendigkait dis furnemens verlassen und beschlossen, dweil ain klain anzal der erforderten stende gegenwertig gewesen, auch der handl dapfer und gros und an ksl. Mt. sonderlichem wissen und bevelch entlich nit zu besliessen sey, darumb alle ratschlege und handlung, auf disem tage zu Frankfurt gemacht und geubt, irer ksl. Mt. zum furderlichsten anbracht werden und ir ksl. Mt. darauf ires gnedigen ermessens und wolgefallens, doch die substanz der haubtartikl, auf die der grund, wesenlichait und bestand gedachter ordenung gesetzt ist, unverendert, dieselbe ordenung und Šsatzung genediglich furnemen, daruber notdurftig brif in der pesten form, der iglicher der obgemelten krais ainer gegeben werden, verfertigen lassen, auch furter zu entlichem beschluss und volzug derselben ordenung ainen nemlichen tage auf den letsten tage des monats Januari schirstkomend gein Wormbs ansetzen und allen stenden des Reichs, so gold zu munzen haben, ire rete, der munz verstendig, dahin zu schicken, die berurt ordenung zu emphahen und dagegen ir reversalbrif [Nr. 525] laut der copeyen, die ime alspald mitgeschickt wurd, zu ubergeben, auch furter zu guter bestendigkait gedachter ordenung helfen zu ratschlagen und zu handeln verkunden und bey nemlichen penen ernstlichen gebieten woll, dem allem unverzogenlich volg zu tun.

    [19.] Und welicher dorin ungehorsam erscheinen wurde, daz derselb in die pene, in solichen mandaten begriffen, verfallen, auch darzu mit der tat ire freihaiten des munzens verwurkt haben und derselben zu gebrauchen in ewig zeit unwirdig und unempfenglich sein solten, inhalt der copeyen, deßhalb begriffen [Nr. 524]. Das auch ir ksl. Mt. zu volkomener becreftigung und handhabung gedachter ordenung besonder offen mandat, in dem die namhaften artikel, in derselben ordenung begriffen, so dem gemainen mann zu wissen not sein, mit der kurz angezogen und meniglich verkundt, auch strenglich zu halten und zu volnziehen ernstlichen geboten wurde, mit allen dingen verfertigen und besigeln lassen, dieselben auf den berurten tage gein Wormbs geschickt und bevolhen het, so die ordenung und reverßbrif gegeneinander ubergeben und ubernomen werden, das alsdan dieselben mandat von stund und unverzogenlich allenthalben im Heiligen Reich angeschlagen und publicirt wurden.

    [20.] Bey obberurter handlung sind gewest der wolgeborn herr Adolf, grave zu Nassau, herr zu Wispaden und Ytzstain, camerrichter etc., und Johann Storch, ksl. Mt. rete.

    Von wegen der churfursten am Rhein, nemlich Menz: herr Emerich von Carben, ritter, vitztumb zu Menz, mitsambt seiner furstlichen gnaden munzmaister8 und wardin9, Coln: her Ludwig von Sainßhaim, comptur der baley zu Coblenz, mitsampt munzmaister10 und wardin11, Trier: Dietrich von Dietz Šund herr Jacob Mertloch, canonickus zu sant Florin zu Coblenz, Pfalz: Weigand von Dinhaim, ambtman zu Openhaim.

    Item Marx Streuble, bambergischer munzmaister.

    Ortolf Gros, burger zu Wurzburg, und Peter Staudem, wurzpurgischer munzmaister.

    Endres Funck, munzmaister herzog Georgen von Sachsen.

    Marquart Rosenberger, rat und munzmaister margrave Friderichs von Brandenburg.

    Albrecht Schelderlin, wurtemburgischer munzmaister.

    Herr Conrad von Manspach, ritter, hesschisser [!] rat, mitsampt dem munzmaister12.

    Doctor Philips Sigwein und Contz Pfister, rentmaister zum Reilberg, von wegen graf Eberharden von Kungstain.

    Und von wegen der nachgeschriben stet, nemlich Lubeck: Bernhart Heyneman, munzmaister, Coln: Hainrich von Coisfelt, asseymeister [= Münzprüfer], Nurmberg: Hans Stromair sampt Hans Krugen, munzmaister, Hamburg: Martin Oldenhorst, wardin, Lunenburg: Dietrich Brall, munzmaister.

    Actum zu Frankfurt am Mein uf des helligen cruztage exaltacionis anno etc. im neunten.

    «Nr. 524 Ausschreiben Ks. Maximilians (Entwurf, Beilage zum Münzabschied) – undat. »

    [1.] Geringe Teilnehmerzahl des Frankfurter Reichsmünztages; [2.] Ratifizierung der Frankfurter Münzordnung durch Ks. Maximilian, Ausschreiben eines Münztages zum 31. Januar 1510 nach Worms.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 3, unfol. (Abschrift des Entwurfs) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22a, fol. 125’–127 (wie A) = B. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 18’–19’ (wie A, beschädigt) = C. Bamberg, StA, A 85, L. 339, Nr. 1094, unfol. (wie A) = D. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 243, fol. 18–19’ (wie A). Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, E-Laden Akten, Nr. 19, unfol. (Kop.).

    [1.] Wir, Maximilian etc., embieten allen und iglichen churfursten, fursten, geistlichen und weltlichen, prelaten, freien herrn, den vom adel, stetten und sondern personen, so gulden munz zu schlahen freiheit, herkomen und gerechtigkeit haben, unser gnad und alles gut. Wiewol wir in kraft des abschieds, uf Šnehist gehaltem Reichs tag zu Worms under anderm der gulden munz halber gemacht [Nr. 303, § 15], alle stende des Hailigen Reichs, soviel derselben unsers wissens diser zeit gulden munz schlahen und munzen, zu entlichem beschluss der abschid und handlung, so auf etlichen vorgehalten Reichs tegen, nemlich zu Wormbs, Lyndau, Freyburg und Augspurg, der gemelten gulden munz halber begriffen und geubt sein, beschriben, erfordert und ernstlichen bevolhen gehabt, das ir yglicher sein rete, solicher sachen verstendig, auch munzmaister und wardyn uf den dritten tag des monats Septembris nehistverschinen gen Frankfurt an den Mayn schicken solt, mit bevelh, in vorberuerter sachen das nutzist und best helfen zu ratschlagen und zu handeln, mit dem anhank, ob eyner oder mer dermassen nit schicken wirden, das nychtsdestmynder durch die ander stende der notdurft nach gehandelt werden solt, alles inhalt unser keyserlichen brief, deßhalber außgangen [Nr. 305]. So haben uns doch unser rete, so zu bemeltem tag gen Frankfurt verordent gewest sein, glaublich beriecht, wie auf dasselbe unser kayserlich ausschreiben wenig und der mynder tayl von den gemelten stenden zu vorberuertem tag geschickt, auch etliche der geschickten rete kaynen volkomen gewalt, als sich in solichem geburt und die notorft erfordert gehabt, deßhalb sie, auch andere rete, so bey inen erschinen gewest, auf die handlung, die sie vorgedachter sachen halben miteinander geubt, nichts entlichs beschliessen oder volenden mogen, sonder verlassen haben, ire ratschlege und handelung an uns gelangen zu lassen, als auch beschehen.

    [2.] Dieweil aber der gulden monz in merklichen abfall und ryngerung gewachsen und zu besorgen ist, wo solichs mit stathaftiger, guter ordenung nit furkommen, das dem Heiligen Reich, teutscher nation und gemeinem nutz unleydlicher schad, nachtayl und verderben daraus entsten mocht, so haben wir als romischer kayser, dem darein zu sehen und in solichem zu handlen geburt, auf die ratschleg und handlung, am jungsten zu Frankfurt verfast und uns furbracht, ein ordnung und satzung, wie und welicher massen hinfur im Hailigen Reich ein gulden munz, die und kein andere in aller handlung, kaufmanschaften, gewerben, contraten, verpflichtungen und bezalungen fur werschaft genomen und gegeben, gemunzt und geschlagen werden soll, deßhalb furgenommen, beschlosen und gemacht. Und gebieten darauf euch allen samentlich und euer yedem besonder von romischer kayserlicher macht hiemit ernstlichen und wollen, das euer iglicher zu entlichem beschlus und vollenzug diser sachen sein rete, der munz verstendig, auf den letsten tag des monats January schierst kumende gegen dem abent mit volkumen gewalt in unser und des Hailigen Reichs stat Worms haben, sinen besigelten reverßbrief nach inhalt diser hiebeygeschickten abschrift [Nr. 525] gegen uberantwurtung der vorberurten unser keyserlichen besigelten ordnung alßbald ubergeben lassen, auch furter alles das, so die notdurft zu guter bestendigkeit derselben ordnung erfordern wurd, zum besten helfen zu ratschlagen und zu handeln ernstlichen bevolhen und euer keyner herin verziehen noch ungehorsam erscheinen wollen. Daran beschicht unser ernstliche meinung. Dann welicher oder weliche under euch, dem oder den Šdiser unser kayserlicher gebotsbrief verkundet oder uberantwurt wirt, dasselb unser gebot verachten und, wie vorstet, nit schicken oder handeln lassen wurde, der oder die sollen alß ungehorsamen ire freiheit des munzens verwurkt haben und derselben zu gebrauchen hinfur in ewig zeit unwirdig und unempfenglich sein. Und ob daruber einer oder meher munzen wurde, der oder dieselben sollen zusampt forgemelter pene in unser und des Hailigen Reichs schwere ungnade und straf, auch die pene, in unser ordnung der munz halber begriffen, verfallen sein. Darnach wist sich ein yeder zu richten. Geben1.

    «Nr. 525 Reversbrief der Münzstände1 – undat. »

    Annahme der Frankfurter Münzordnung.

    I. (undatierte Abschrift des Entwurfs): Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 3, unfol.= Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 18 (leicht beschädigt) = B. Bamberg, StA, A 85, L. 339, Nr. 1094, unfol. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 243, fol. 20–20’. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 244, fol. 8’. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, E-Laden Akten, Nr. 19, unfol. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22a, fol. 127–127’.

    II. (undatierter Druck): Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 21; 22 = C. München, HStA, K.blau 270/2, fol. 4 = D. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. Innsbruck, TLA, Inkunabeln, Nr. 46. München, HStA, Gemeiners Nachlaß 27, Fasz. 1509, unfol. München, HStA, KÄA 3822, fol. 258. Straßburg, AV, XI 69, unfol.

    III. (Reversbrief der Stadt Straßburg, Or. Perg. m. S., 2.1.1510): Straßburg, AV, CH 376, Urk. 7823 = E.

    Wir, N.a, bekennen offentlich mit disem brief fur uns, unser nachkummen und erben und tun kunt allermeniglich: Als der allerdurchleuchtigster, großmechtigister furst und her, herr Maximilian, romischer kayser, zu allen zeiten merer des Reichs etc.b, unser allergnedigister herr, dem Heiligen Reich, teutŠscher nation, auch allen landen und leuten und sonderlich gemeinen nutz zu wolfart, furdrung und gutem ein lobliche ordnung und satzung der gulden munz furgenommen, beschlossen und gemacht, auch uns und andern stenden des Reichs, so golt zu munzen und zu schlahen haben, dieselben verkundet und zu halten gepoten gehabt hat, alles inhalt irer ksl. Mt. brief, deßhalben außgangen [Nr. 524], das wir demnach zu schuldyger gehorsam irer ksl. Mt. und furderung gemayns nutz in derselben ordnung bewilligt, die angenommen und darauf geredt und versprochen haben, bewilligen und nemen die an, gereden und versprechen auch fur uns, unser nachkummen und erben wissentlich in craft dits briefs, das wir soliche ordenung, sovil uns die beruert, in allen punkten und artikeln stet, vest und unverbrochenlich halten, dawider heimlich noch offentlich nit tun, noch durch yemants, wer der sein, kaynswegs schaffen oder, sovil in uns ist, gestatten, getan werden, sonder dieselben in allen iren inhaltungen und meinungen unsers hochsten vleys getreulich vollenziehen und hanthaben wollen, sonder alle geverd. Das haben wir zu warem urkund unser ingesigel an disen brief tun henken, der geben istc.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/III3/pages

    Anmerkungen

    1
     Gemeint ist der Locumtenenstaler. Vgl. Heil, RTA-MR IX/2, Nr. 736, S. 1122; Westphal, Korrespondenz, S. 119f.; Ludolphy, Friedrich, S. 24.
    2
     Hg. Georg kündigte am 21.7. an, seine für die Besprechung über die Gesandtschaft nach Hessen abzuordnenden Räte außerdem zu Beratungen über das Münzwesen und den Erfurter Handel zu bevollmächtigen, zeigte sich aber auch einverstanden, diese beiden Punkte zu einem früheren Termin zu erledigen (Or. m. Siegelrest, Salza, sonnabend noch Alexy confessoris; HStA Weimar, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 4–4’. Kop.; HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 8675/3, fol. 5–6). Auf dem am 8.8. (mitwoch nach Donati)in Wurzen abgehaltenen Rätetag erklärten die sächsischen Vertreter Hans von Werthern (Werterd)und Caesar Pflug das Einverständnis Hg. Georgs zur Abordnung eines gemeinsamen Gesandten mit Kursachsen nach Frankfurt. Die Räte Kf. Friedrichs und Hg. Johanns, Dr. Johannes Mogenhofer, Wolf von Weißenbach und der Offizial des Bf. von Meißen – gemeint ist wahrscheinlich der bfl. Generaloffizial in Stolpen, Christoph von Betzschitz (Mansberg, Erbarmanschaft II, S. 119) –, machten allerdings geltend, dass in Kursachsen keine Goldmünzen geprägt würden. Darumb belangte ire herren sulchs nicht und bedechten, herinne nichts zu tuen, sunder Hg. Gorge wurde sich seins teils geburlicher wais wissen zu halten(HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 8675/2, fol. 1–3’).
    1
     Gemeint ist der Haller Münzmeister Bernhard Beheim d. J. Erst 1512 wurden die Ämter des Münzmeisters und des Wardeins getrennt (Egg, Münzen, S. 71, 74).
    1
     Matthias Meyner fungierte seit 1508 als albertinischer Bergzehntner (Laube, Studien, S. 68).
    2
     Den Versuch Funcks, sich der Mission unter Hinweis auf seine unzureichenden Kenntnisse über das Goldmünzwesen zu entziehen, quittierte Hg. Georg mit einer Missfallensbekundung und erneuerte seinen Befehl (Kop. Dresden, freytags nach Augustini[31.8.]1509; HStA Dresden, Kopialbuch, Nr. 110, fol. 209).
    1
     In der Textvorlage heißt es irrtümlich Aug[ust]o. Laut seiner am 23.9. vorgelegten Abrechnung dauerte die Mission Stromers und des Münzmeisters Hans Krug (Beauftragung durch den Nürnberger Rat am 23.8.; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratsverlässe 507, fol. 11’. Scholler, Reichsstadt, S. 136, nennt irrtümlich auch Jörg Holzschuher und Konrad Imhof.) vom 31.8. bis 21.9. Vom 5.9. bis zum 17.9. hielten sich die beiden Gesandten in Frankfurt auf. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 57 fl., 25 alb., 8 lb, 2 d. (Or., Aufschr.: Hansen Stromers rechnung auf dem Reichs tag zu Frankfort auf dem Mayn der gulden munz halben, so er und Hans Krug verzert von adi 31. Augusto piß adi 21. Septembris. StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Stadtrechnungsbelege, Einzelbelege, Nr. 1016, unfol.; ebd., Stadtrechnungen 181, fol. 464’).
    2
     Gemäß der Teilnehmerliste muss der bereits im Januar 1506 als Altrentmeister geführte kfl. Rat Jakob von Mertloch (Michel, Geschichte, S. 96, 127; Kerber, Herrschaftsmittelpunkte, S. 271 Anm. 14) gemeint sein. Er war als ebfl. Rat für das Münzwesen zuständig (Weisenstein, Geldwesen, S. 163).
    3
     = Münzvertrag der rheinischen Kff. vom 15.11.1490 [Nachweise siehe Nr. 523, S. 762, Anm. 4].
    4
     = Streichnadeln, Probiernadeln (Grimm, Wörterbuch X/3, Sp. 273f.; Schrötter, Wörterbuch, S. 431, 667).
    5
     = Maß für die zulässige Abweichung vom festgelegten Gewicht oder Edelmetallgehalt der Münzen (Schrötter, Wörterbuch, S. 561f.).
    6
     D. h. eine Abweichung im Wert von 1 Ort ist noch zulässig.
    7
     Schreibfehler; richtig: September.
    1
     Im Abschied des Frankfurter Münztags [Nr. 523] verlautet dazu nichts. Ks. Maximilian unternahm 1512 einen neuen Anlauf zur Verlegung der Münzstätte, die nach anfänglichem Widerstand Augsburgs schließlich 1515 stattfand (Herzfelder, Reichsmünzstätten, S. 86f.; Böhm, Augsburg, S. 310–312).
    2
     Gemeint ist Kaspar Nützel, der allerdings zur Zeit des Wormser RT nicht zu den amtierenden Bürgermeistern zählte, sondern 1509 in den Kreis der älteren Bürgermeister gewählt worden war (Fleischmann, Rat II, S. 740).
    3
     = Gepräge: das Münzbild und die zugehörige Legende (Schrötter, Wörterbuch, S. 220).
    1
     Der Nürnberger Gesandte Stromer kündigte an diesem Tag Verhandlungen über Silbermünzen an [Nr. 518, Pkt. 4].
    2
     Beschlüsse explizit zum Silbermünzwesen sind in der Zeit der Alleinregierung Maximilians I. nur für den Augsburger RT von 1500 (Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 77f.) und den Kölner RT von 1505 (Heil, RTA-MR VIII/2, Nr. 825, S. 1290, Pkt. 3) nachweisbar.
    3
     Vgl. Nr. 523 [Pkt. 3].
    1
     Das Münzbild der ab 1506 geprägten bayerischen Mariengulden zeigte Hg. Albrecht IV. (Grasser, Münzen, S. 74; Hahn/Hahn-Zelleke, Münzen, S. 16).
    1
     Entsprechender Beschluss des Nürnberger Rates vom gleichen Datum (StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Ratsverlässe 508, fol. 9’). Zur münzpolitischen Position Nürnbergs vgl.Scholler, Reichsstadt, S. 136f.
    2
     Liegt nicht vor.
    1
     In der Abrechnung des Nürnberger Gesandten Hans Stromer ist vermerkt: Adi 14 d[it]o gab ich in der canzlei fur den receß[Johann] Storchen schreyber fl. 2, alb.[0] [Nachweis siehe Nr. 517, S. 753, Anm. 1].
    2
     Die vergleichsweise häufigen sinnentstellenden Fehler in C wurden bei der Kollationierung nicht berücksichtigt.
    3
     Wormser RAb vom 7.8.1495, § 7f. (Angermeier, RTA-MR V/1, Nr. 1593, S. 1144; Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 27f.); Lindauer RAb vom 9.2.1497, §§ 33–46 (Gollwitzer, RTA-MR VI, S. 345–347; Schmauss/Senckenberg, ebd., S. 32–34); Freiburger RAb vom 4.9.1498, § 38 (Gollwitzer, ebd., S. 733–735; Schmauss/Senckenberg, ebd., S. 46f.); Augsburger RAb vom 10.9.1500, Tit. XXII, §§ 1–6 (ebd., S. 77f.).
    4
     Münzvertrag der rheinischen Kff. vom 15.11.1490 (Druck: Scotti, Verordnungen Trier I, Nr. 38, S. 180–192, hier 181; Würdtwein, Diplomataria II, Nr. CL, S. 411–422, hier 413; Hirsch, Münz-Archiv VII, Nr. LII, S. 49–55, hier 50; Hontheim, Historia II, Nr. DCCCLXXXI, S. 485–489, hier 485. Vgl. Weisenstein, Geldwesen, S. 64f.).
    5
     = zu gering im Wert gemacht/beschaffen (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch I, Sp. 147 [s.v. abgiessilber]; VIII, Sp. 1552f.; Baufeld, Wörterbuch, S. 205).
    6
     = Gabe in Geld oder Sachleistung, außerordentliche Zuwendung neben dem Lohn (Deutsches Rechtswörterbuch VIII, Sp. 1313f.; Anderson/Göbel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch IX/1, Sp. 1161–1163).
    7
     Laut der kurrheinischen Münzordnung vom 1.9.1488 waren als Tagungsorte Mainz, Bacharach, Koblenz und Bonn, als Termine der Sonntag Misericordia Domini und der Sonntag nach Michaelis vorgesehen (jew. Or. Perg. m. 4 Ss., Kaub, montag nach sant Martins tag des heiligen bischofs; HStA München, Kurpfalz Urk. 616; NRW LA Duisburg, Kurköln IX, Nr. 17. Druck: Scotti, Sammlung Trier I, Nr. 38, S. 185f.; Würdtwein, Diplomataria II, Nr. CL, S. 417).
    8
     = Konrad Lengfeld (Reversbrief vom 13.12.1507 mit inseriertem Bestallungsbrief Ebf. Jakobs, Kop.; StA Würzburg, Mainzer Ingrossaturbücher 48, fol. 197–199; Druck: Würdtwein, Diplomataria II, Nr. CLXII, S. 459–462. Vgl. Weisenstein, Geldwesen, S. 163; Pick, Münzen, S. 93).
    9
     = Franz Herdegen (Reversbrief vom 30.4.1503; Würdtwein, Diplomataria II, Nr. CLIX, S. 448–451. Vgl. Bösken, Goldschmiedekunst, S. 48; Rasmussen, Untersuchungen, S. 103; Pick, Münzen, S. 104).
    10
    Sehr wahrscheinlich ist Johann Grunewalt gemeint, der 1502 das Amt des Kurkölner Münzmeisters in Zons angetreten hatte und noch 1523 als ebfl. Münzmeister am Nürnberger RT teilnahm (Reversbrief Grunewalts über seine Bestallung zum kfl. Kölner und kurpfälzischen Münzmeister, Or. Perg. m. S., 3.10.1502; NRW LA Duisburg, Kurköln IX, Nr. 20. Vgl. Noss, Münzen, S. 263, 272, 318).
    11
    Wahrscheinlich ist Wolfgang Eberhart gemeint, der dieses Amt 1502 angetreten hatte (Reversbrief Eberharts über seine Bestallung zum Kurkölner Münzwardein, Or. Perg. m. S., 19.12.1502; NRW LA Duisburg, Kurköln IX, Nr. 21).
    12
     = Philipp Hogelin (Demandt, Personenstaat I, Nr. 1262, S. 361f.).
    1
     Das Datum fehlt. Ks. Maximilian schrieb in einem gleichlautenden Mandat am 2.11.1509 für den 13.1.1510 einen Münztag nach Augsburg aus (Or. Druck m. S., Rovereto, Vermm. prps./amdip., Gegenz. Serntein; HStA Weimar, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 23; 24; StA Augsburg, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol.; NRW LA Duisburg, Kleve-Mark, Akten, Nr. 3144, fol. 33; LHA Magdeburg, Z 4 I, 129b, Nr. 12/1, unfol.; HStA München, KÄA 3822, fol. 259; HStA München, K.blau 270/2, fol. 3–3’; HStA München, Gemeiners Nachlaß 27, Fasz. 1509, unfol. (präs. Regensburg, freit[ag] Thome apostoli [21.12.]1509); AM Hagenau, AA 118, unfol. Kop.; ISG Frankfurt, Reichssachen II, Nr. 244, fol. 6’–8. Druck: Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 60).
    1
     Der Reversbrief der Münzstände wurde noch auf dem Frankfurter Münztag entworfen und lag dem ksl. Ausschreiben vom 2.11. [Nr. 524, S. 776, Anm. 1] bei.

    Anmerkungen

    a
    –a ganghaftig lossen] Irrtümlich korrigiert zu: ganghaftig wurden, zugelossen.
    a
     XVIII½] In E irrtümlich: XVII½. Dazu Randbemerkung: In dem original stehet neunzehendhalben.
    b
    –b ordnen … schicken] In C/D: schicken und ordnen. B wie A.
    c
     gehalten] In C/D danach: worden. B wie A.
    d
    –d kauf … lauf] In C/D: leuf und keuf. B wie A.
    e
     nitdestmynder] In C/D: destminder. B wie A.
    f
     nit] Fehlt in C/D. B wie A.
    g
    –g gelegen … gemaint] In B-D: gemaint oder gelegen.
    h
     nit] In B: kainen. C/D wie A.
    i
     er] Einfügung gemäß B. Fehlt in A/C/D.
    j
    –j sonder ... lassen] Fehlt in B.
    k
     der] Korrektur gemäß B. In A/C/D irrtümlich: die.
    l
     wege] In B: weise. C/D wie A.
    m
     Staude] In C eindeutig: Staudner (Reversbrief Peter Staudners über das Münzmeisteramt vom 1.5.1508; Kop. mit inseriertem Bestallungsbrief, montag nach dem sontag quasimodogeniti; StA Würzburg, Libri diversarum formarum 19, fol. 220–221. Vgl. Keller, Geschichte, S. 24).
    a
     N.] In E: Jacob Wormsser, der meister und der rat zu Straßburg.
    b
     etc.] In E: zu Hungern, Dalmatien, Croatien etc. kunig, erzherzog zu Osterrich, herzog zu Burgundi, zu Brabant und pfalzgrave etc.
    c
     ist] Datum fehlt in A-D. In E folgt: uf mittwoch noch circumcisionis Domini, als man von desselben unsers lieben herren geburt zalt funfzehenhundert und zehen jor.

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    « Š3. Reichsmünztag zu Frankfurt  »

    «Nr. 513 Kf. Friedrich III. von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen – Torgau, 17. Juli 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 8675/3, fol. 4’–5 (Kop., dinstag St. Alexien tag) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 2–2’ (Konz.) = B.

    Er hat ein im Namen des Ks. ausgegangenes, in Abschrift beiliegendes Schreiben wegen des bevorstehenden Münztages in Frankfurt erhalten [Nr. 305]. Sein Bruder Hg. Johann und er selbst ließen bislang keine Goldmünzen schlagen, sieht man einmal von den im vergangenen Jahr im Namen des Ks. geprägten Münzen1ab. Darüber hinaus hat er, Hg. Georg, eine Zeit lang Münzen mit dem kursächsischen Wappen geschlagen, dovon uns doch ein zeit here nicht rechnung oder anzeige beschehen, wie sichs domitte halte. Er ist mit Beratungen ihrer Räte über eine Antwort an den Ks. gelegentlich der gemeinsamen Vorbereitungen für die nach dem Tod des Lgf.[Wilhelms II., gest. 11. Juli 1509] notwendig gewordene Gesandtschaft einverstanden. Falls er einen anderen Termin wünschen sollte, fände dies ebenfalls seine Zustimmung. Da er gegenüber Gf. Adolf von Nassau bereits schriftlich seine Antwort durch einen eigenen Boten angekündigt hat, bittet er um eine baldige Mitteilung.2

    «Nr. 514 Weisung Ks. Maximilians an den ksl. Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und den ksl. Protonotar Johann Storch – bei Padua, 22. August 1509 »

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, Nr. 22a, fol. 109–109’ (Kop. mit imit. Vermm. prps./cdip. und Gegenz. Serntein; Präsentatvermerk: Worms, 29.8.1509, 15 Uhr).

    ŠLaut einem Artikel des Reichsabschieds (Reichs abschid)[Nr. 303, § 15] sollen die Stände zum 3. September ihre Münzmeister und Wardeine zu Verhandlungen über das Münzwesen nach Frankfurt entsenden. Er kann in diesen Kriegszeiten seinen Münzmeister oder Wardein1jedoch nicht entbehren und befiehlt deshalb ihnen, an dessen Stelle nach Frankfurt zu reisen und dort mit den Vertretern der Reichsstände gemäß dem Abschied über das Münzwesen zu beraten. Dazu bevollmächtigt er sie hiermit. Er übersendet ihnen außerdem einen an die reichsständischen Gesandten in Frankfurt adressierten Kredenzbrief.

    «Nr. 515 Weisung Hg. Georgs von Sachsen an den sächsischen Münzmeister Andreas Funck – Dresden, 26. August 1509 »

    Dresden, HStA, Kopialbuch, Nr. 110, fol. 203’ (Kop., eodem die [= am Sonntag nach Bartholomei]).

    Die ksl. Kommissare und die Reichsstände haben auf dem Wormser Reichstag beschlossen, wegen der Goldmünzen einen Tag abzuhalten. Demnach sollen sich die Teilnehmer – eingeladen werden alle Reichsstände, die Goldmünzen prägen – am Abend des 3. September in Frankfurt a.M. einfinden, um am folgenden Tag mit den Verhandlungen zu beginnen und sich auf verbindliche Beschlüsse zu einigen [Nr. 303, § 15]. Auch der Ks. hat ihn schriftlich aufgefordert, einen Münzverständigen abzuordnen [Nr. 305]. Dem will er nachkommen. Befiehlt ihm, sich zum genannten Termin nach Frankfurt zu verfügen und sich dort mit der beiliegenden Vollmacht bei den ksl. Räten oder einem anderen Vertreter des Ks. anzumelden. Er soll zu den Verhandlungen über die Goldmünzen neben den anderen Teilnehmern nach bestem Wissen beitragen. Das Geld für die Reise wird ihm der Zehntner auf dem Schneeberg1 geben.2

    «Nr. 516 Bürgermeister und Rat der Stadt Köln an die Teilnehmer des Frankfurter Reichsmünztages – Köln, 31. August 1509 »

    Köln, HAStd, Briefbücher, A 45, fol. 112’–113 (Kop.).

    Dr. Dietrich Meinertzhagen hat nach seiner Rückkehr berichtet, dass die in Worms versammelten Reichsstände einen Tag zu Beratungen über das Münzwesen nach Frankfurt anberaumt und ihm aufgetragen haben, den Kölner Magistrat darüber Šzu informieren. Der städtische Münzprüfer Heinrich von Coesfeld hat Weisung, an den Verhandlungen teilzunehmen. Bitten um dessen Zulassung.

    «Nr. 517 Bericht Johann Stromers an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – [Frankfurt, 7. September 1509]  »

    [1.] Ankunft in Frankfurt und Anmeldung, Nachnominierung Stromers in den Ausschuss; [2.] Beratungen des Münztages: Einteilung der Münzstände in sechs Reichskreise; [3.] Unterredung Stromers mit Johann Storch wegen Beschlüssen des Münztages über den Feingehalt der im Reich gängigen Münzen; [4.] vorbereitende Beratungen der ksl. Vertreter und des Kurtrierer Gesandten für die weiteren Verhandlungen des Münztages.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 21, unfol. (eigh. Or.).

    [1.] Er ist am 5. September1in Frankfurt eingetroffen und meldete sich zuerst beim Bürgermeister und gemäß dessen Empfehlung anschließend beim Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau an, der gemeinsam mit Johann Storch als ksl. Vertreter fungiert. Seine Verspätung entschuldigte er mit der unsicheren Lage in der Umgebung Nürnbergs und mit Verzögerungen beim Geleit. Der Gf. akzeptierte seine Erklärung und eröffnete ihm, dass ein gesamtständischer Ausschuss gebildet worden sei, bestehend aus dem Kurtrierer Rentmeister2, dem kurpfälzischen Amtmann Wigand von Dienheim (Dynant)und ihnen [= Nassau und Storch] für die Kff.[und den Ks.], dem Gesandten des jungen Lgf.[Philipp von Hessen], Konrad von Mansbach (Mansfeld), für die Ff. und schließlich dem gebürtigen Franken und gfl. Königstein’schen Rat Dr. Philipp Siegwein (Schonstain) für die drei Münzstätten [Frankfurt, Nördlingen und Basel] des Gf. von Königstein und für alle übrigen Gff. und Hh., die Gold vermünzen. Er wolle ihn, Stromer, als fünftes [ständisches] Ausschussmitglied für die Städte hinzuziehen.

    Er erklärte sein Einverständnis und wurde daraufhin für den nächsten Tag um acht Uhr zu den Beratungen in das Karmeliterkloster (zu den frauenprudern) beschieden.

    Š[2.] Dann die andern ret gerait 2 tag gesessen und zum tail angefangen, aber noch der haubtartikel kainen angriffen. Also erschein ich zu gedochter ur in dem kloster. Do kam Johann Storch mitsampt seinem secretari und die andern gemelten ret. Do fingen sy an mit der probacien und wurden aldo al stend, so gold munzen, als der konig von Tenmarkt und der kurfursten und fursten, grofen und stette, so golt munzen, allenthalben im Reich sechs zirkel dorauß gemacht und alwegen die gelegensten zesamengeordent und ydem gezirk ein gelegene reichstatt zugeben, darinnen die probacion geschehen soll, dorinnen kain goltmunz ist, ausserhalb der 4 kurfursten am Rein. Die haben ir alt molstett behalten, wie ir alte ordnung3 in sich helt, und sich lauter nicht dorauß furen lassen; daß in also zugeben ist, nemlich Mainz, Pacherach, Cobelenz und Pond [= Bonn], wie dann daß der abschid lauter in sich halten wird, des mir abschr[ift] durch Jo[hann] Storch zugesagt ist etc. Und e[uer] W[ürden] ist zu Bamberg, Pfalz, Wirzburg, Pran[den]burg und Nordlingen ausgetailt. Und ist dem gezirk Rottenburg uf der Tauber zu der probirstatt gegeben. Und furwor, als ich noch sich [=sehe] und merk, wurd es noch recht zugien, wiewol der haubtpunt noch dovorn stundt etc. Und sind auf gedachtem tag fru zu den Carmeliten 2 stund und nochmittags in grof Adolfs herberg 3½ stund gesessen. Und get die sachen langsam zu. Und haben disen ganzen tag allain mit der austailong umbgangen etc. Und furwor meinß gn. H. von Trier rentmaister [Jakob von Mertloch] ganz geschikt und der sachen verstendig, der sich ganz gutwillig erzaigt. Zu dem ich mich fugt, als wir aus den reten giengen, allerlay mit im ret. Unter anderm zepft ich in an, weß er sich vorsehe, wie es doch gehalten wurd mit dem gold. Also sagt er mir, daß er sich versehe, daß gold auf 18½ k[arat] aus dem wasser [= Scheidewasser] halten must. Daß wern meinß ansehens auf 18 k[arat], 4 g[ran] fein, daß dannocht e. W. gold nicht geschwecht oder gehohert wurd. Es wurd auch gestern [6.9.] dovon gehandelt, daß von den 4 kurfursten munzmaistern solten aus dem wasser strichnodelen4 gemacht werden und yden fursten und stetten, so golt munzten, umb ir gelt der gegeben werden, dodurch sich deshalben nymantz entschuldigen mocht etc.

    [3.] Item auf dato pin ich bericht, daß die 4 ret haben gerotschlagt und ein aufzaichung geton deß gehalds halben, nemlich die g[ulden] halten sollen 18½ k[arat] on remedi5 und 107 auf 1½ kolnisch m[ark] und I ort soll ongeverdt sein6 etc. Also fugt ich mich zu Storch und frogt in, waß doch beschlossen wer, Šee und ich herkumen. Also sagt er mir die obgeschr[iebene] maynung. Antwurt ich im, es wurd sich nicht leyden, dann so man also dergestalt wurd munzen, must daß [gemünzte] gold, so itzund gankhaftig, als abgeton werden, daß allen im Reich ze grossem nochtail raichen wurd. Also gab er mir zo antwurt, ich solt zufriden sein. So die sachen ganz beschr[ieben] und zo werk zogen wurd, so wurd ich daß horen. Alsdann mochte ich solche mengel melden. Mochten alsdann die stend die pessern. Es wer auch on zweifel die handlung, so begriffen were, wurd mir nicht mysfallen. Muß ich also gleich gedult tragen.

    [4.] Item, als ich und die andern auf adi 7. Aug.7 in die ret gien wolten, also schikt grof Adolf ze unß, wir solten wider ze hauß gien. Er und Storch und der rentmaister von Trier [Jakob von Mertloch] wolten uber die handlung siczen, die ze werk zihen. Und solten erst auf morgen wider zu im kumen, wolt er unß die furhalten. Also daß die sachen noch langsam vonstatten get etc.

    «Nr. 518 Bericht Johann Stromers an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg – Frankfurt, 8. September 1509  »

    [1.] Antrag Königsteins auf Verlegung der Basler Reichsmünzstätte nach Augsburg; [2.] Unterredung mit dem Kurtrierer Gesandten Jakob von Mertloch über das Münzwesen; [3.] Streit Johann Storchs mit Hieronymus Haller; [4.] bevorstehende Verhandlungen über Silbermünzen.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 21, unfol. (eigh. Or.).

    [1.] Gunstigen, liben hern, adi 6 dito hat in reten des von Kunigsteins rot doctor Philip [Siegwein] angefangen und begert von meim gn. hern von Nassau, nochdem ksl. Mt. des Hailigen Reichs munz nymer zu Pasel woll wissen, daß dann sein gnad als ksl. Mt. verordneten gedachte, seinß gn. hern munz wolle gen Augspurg legen; do wurd es seinem gn. hern ganz bequem sein. Aber im kain abschid darauf geben zu der zeit. Hab aber dannocht so vil gemerkt, daß im gewillfart wirt werden etc.1

    [2.] Gunstigen, liben hern, ich hab mich die tag ye zu des von Triers rentmaister [Jakob von Mertloch] geton, der dann furwar der verstendigst unter unß 5 reten ist, der golt und silberin munz halben mit im causirt, wes er sich doch vorsehe, so nun daß gold auf 18½ k[arat] fein solt halten, so muß man dise gulden, so pißher geschlagen, alle abtun. Also gab er mir ze antwurt, es wurd den weg nicht begreyfen. Er hett mir vor zu verstien geben ein maynung, dopei wurd es pleyben. Man wurde auch alle gulden, so pißher Šgeschlagen, so auf 4 gr[an] fein stunden und ungeverlich 107 piß in I ort auf I½ k[ölnische] m[ark] stunden, a-ganghaftig lossen–a. Und sagt mir donebenß, das die marg[gräflichen] gulden vil ze ring werden. Er hett die selbst aufgezogen und die gefunden 109 auf I½ k[ölnische] m[ark]. Und sein gnedigste hern, die 4 kurfursten, weren vor etlicher zeit willens gewesen, die nyderzulegen. Aber ir gnoden hetten daß auch auß ursachen dises tags unterlossen, der maynung, solchs zu verkumen etc. Geben furwor besonder der rentmaister den andern reten Pfalz und Konigstain ye gut sych aneinander der goldmunz halben. Aber furwor pißher nichtz kunen merken, daß sy e[uer] W[ürden] irer munz halben stochern. Es sagt auch gedachter rentmaister, besonder vorsehe er sich, daß e. W. gulden neben den 4 kurfursten fl. gankhaftig wurden bleyben etc.

    [3.] Johann Storch bat ihn, sie unter Anmahnung einer Antwort daran zu erinnern, dass er wegen seines Streits mit Hieronymus Haller um einen Hengst bereits zweimal an die Stadt geschrieben und auch jüngst [auf dem Reichstag] in Worms wegen dieser Sache dem Bürgermeister2Schriftstücke mitgegeben habe.

    [4.] Item, gunstige, liebe herrn, ich versehe mich auch, man werd auf disem tag handlung haben der silbernen munz halben. Und pin bericht, daß auf dise maynung soll furgenommen werden stuck zo gulden und ½ gulden, I ort und ½ ort und nymantz kain geringer silbre munz schlahen dann pfenning und heller zu nottorft. Und alwegen auf der ainen seiten ein adler mit 2 haubtern und in der prust ein schilt mit Osterreich und Burgundi, und auf des adlers haubten ein kaiserliche kronen, und auf der andern seiten des fursten oder herrn oder statt prech3. Deßgleichen soll es also mit dem gold gehalten werden. Schr[eibe] ich e. W., nochdem nichtz dohaimen unß im abschied gegeben, unß ferer bericht dovon zu schr[eiben], dornoch wissen ze halten.

    Item gunstigen, liben herrn, ich hab auch so vil in reten vernomen, waß itzund auf disem tag beschlossen wirt, daß daß entlich wirt sein. Hab ich e. W. nicht wollen vorhalten etc. [...].

    « Nr. Š519 Vorschlag der ksl. Vertreter [Gf. Adolf von Nassau-Wiesbaden und Johann Storch] für eine Silbermünzordnung – [Frankfurt, nach dem 8. September 1509]1 »

    [1.] Ablehnung des folgenden Vorschlags durch eine Mehrheit der Münzstände; [2.] Ordnung für Silbermünzen.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22a, fol. 128–129 (Kop.).

    [1.] Item, als in etlichen abscheiden vorgemelter Reichs tage von der silberin munz auch meldung bescheen2, ist darauf von den obberurten ksl. Mt. reten, zu disem tage gefertigt, der silberin munz halber im besten geratslagt, deßhalb nachvolgend artikl begriffen und allen obbestimbten geschickten botschaften furgehalten. Der etlich darauf geantwurt, wie dise vertagung lut des nehern abschids zu Wormbs allain der gulden munz halber furgenommen, inen auch von iren herschaften kain gewalt oder bevelich gegeben were, von der silberin munz zu handeln. Besorgen auch, wo dieselben, wie davon begriffen sey, aufgericht und furgenomen werden solt, das durch etliche, so berkwerk und des silbers grosse menige und vor andern merklich vortail hetten, der vorberurten silberin munz so vil munzen lassen, das die silberin munz uberhand nemen, das golt dardurch verdringen, aus dem Heiligen Reich bracht und die gulden munz in merklichen abfal komen wurde.

    Darumb ist des nachvolgends artikels keiner botschaft dann allein den Trierschen, die des guten gefallen gehabt, copy gegeben worden.

    Und stet by ksl. Mt., was ir maiestat darin furnemen, tun oder lassen will.

    [2.] Und nachdem die handlung der kaufmanschaft gewerb und hantierung, auch gemainer nutz des Heiligen Reichs nit allein auf die gulden munz gestellt, sonder noch daneben die silbrin munz teglich gebraucht wurd und aber etlich zeit her mit der silberin munz vil abfals, ringerung und mißprauchs, daraus landen, leuten und gemainem nutz merklicher schad und nachtail erwachsen, geubt ist, solichs zufurkomen und damit hinfuro ein bestendig silberin munz, der sich meniglich betragen, allenthalben im Reiche sein und gehalten werden moge, so ist fur nutz, not und gut angesehen, das ain ieder churfurst, furst, herschaft oder stett, in obgemelten kraisen begriffen, der grob silberin munz slahen oder munzen lassen wolt, mag tun, munzen und slahen, wie hernach volgt und anders nit:

    Nemlich zwen gross silberin pfenning, der XVI glich gestuckelt auf ain mark und ain yedes stuck in sonderheit gerecht gemacht auf ein lot und derselben zwen einen reinischen gulden; oder ander pfenning, der XXXII gleich gestuckelt Šauf ein mark und ein stuck in sonderheit auf ein halb lot und derselben vier einen reinischen gulden; oder ander, der LXIIII gleich gestuckelt auf ein mark und iglich stuck in sonderheit auf ein quinten [= Quent], alles colnischen gewicht, geen und der acht einen reinischen gulden gelten sollen.

    Und soll von allen und iglichen derselben pfenning gross und klain die mark vorgemelts gewichts eilfthalben pfenning feyns silbers halten. Und das gebreeg auf allen vorgemelten pfenningen gross und klein geslagen und gemunzt werden in allermassen, wie hievor von der gulden munz geschriben ist.3

    Und soll ain iglicher churfurst, furst, herschaft oder stat, so in obbemelten kraisen bestimbt oder sunst im Heiligen Reiche gesessen, der oder die klainer wan die obberurt silberin munz zu slahen haben, by der ordnung, wie ein yeder die seiner silberin munz halb von alters gebraucht und gehabt hat, pleiben. Doch daby vlyssigs aufsehens haben, das dieselb klain silberin munz igliche nach irem werd der obbemelten groben munz, sovil muglich ist, gemeß sy, damit dieselb grob munz nit wider gebrochen, ander klein, geringe monz daraus gemacht und der kauf des silbers deßhalb aufsteigen werde, wie dann bißheer bescheen ist.

    «Nr. 520 Münzprobation – [Frankfurt, 11. September 1509 oder kurz davor] »

    Edelmetallgehalt im Reich gängiger Goldguldensorten.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, Nr. 22a, fol. 124’–125 (Kop., Überschr.: Die nachgeschrieben gulden sind auf dem kayserlichen tage zu Frankfurt XVCVIIII probirt und am gehalt und aufschnidt erfunden, wie hernach volgt.).

    Wurzburgische halten XVIII½ grade [= Karat] am gehalt.

    Pfalzgravische mit den dryen schilten XVIII½ grad.

    Straßpurgische halten XVIII½ grad am gehalt.

    Baßler gulden halten XVIII½ grad am gehalt.

    Kunigsteinische mit sant Johanns halten XVIII½ grad und felen am aufschnidt ½ gulden.

    Nurmbergische halten XVIII½ grad, felen [am] aufschnidt I½ ort.

    Costenz felen ½ green [= Gran] am aufschnidt.

    Sechsische mit ainem schilt felen ½ green am gehalt, sind am aufschnidt gerecht.

    Sechsische mit zwaien schilten felen ain green am gehalt, sind am aufschnidt gerecht.

    Bambergische felen ½ green am gehalt.

    Baden felt ½ green am gehalt, sind am aufschnidt gerecht.

    Bergische felen ½ green am gehalt.

    Ein bayrischer gulden mit einem schilt helt am gehalt XVIII½ grade und etwas hinuber.

    Lunenburg felen IIII green am gehalt.

    ŠBrandenburger halten am gehalt XVIII½ grad, felen am aufschnidt ½ gulden.

    Weinsperger mit einem mergenpild [= Marienbild] halten XVIII½ grad am gehalt.

    Hamburg felen I½ green am gehalt.

    Wirttemberg felen am gehalt I½ green steif, sind am aufschnidt gerecht.

    Innsprugger gulden felen am gehalt steif I½ green.

    Landgravisch halten am gehalt XVIII½ grade.

    Kunigstainische mit dem mergenpild felen ½ green am gehalt.

    Muncher mit einem mergenpild, kniet ein pild1 im harnisch, felt am gehalt III green.

    Salzpurger mit der ruben, felen am gehalt III green, sind am aufschnidt gerecht.

    «Nr. 521 Beschlüsse des Frankfurter Rates im Zusammenhang mit dem Münztag – Frankfurt, 11./13. September 1509 »

    Frankfurt, ISG, BMB 1509, fol. 48, 48’, 50.

    Druck: Lersner, Chronica II, S. 578 (nur Eintrag zum 11.9.).

    Referiert bei Schneider, Untersuchungen, S. 23; Ders., Goldgulden, S. 98f. (jeweils nur Eintrag zum 11.9.).

    /48/ (Feria tercia post nativitatis Marie [11.9.]). Als doctor Philips Siegewyn einen zetel ubergeben, darin XX[er]ley gulden verzeichent stee, nemlich [Gf. Eberhard von] Konigstein mit sinen drien monzen, Salzburg, Saxen, marggrave Joachim [von Brandenburg], Bamberg, Wirzburg, Obern- und Nidernbeyern, Wirtenberg, Hessen, Baden, Meckelburg, Pomern, Straßburg, Friburg, Costenz, Nurenberg, Hamburg, Lunburg, von iglicher sort XIIII fl.

    /48’/ Item statschriber [Melchior Schwarzenberg] sal sich zu u[nserem] hern grave Adolfen von Nassauwe oder Johann Storcken fugen und inen zu erkennen geben, daß der rate soliche gulden nit habe und konnen iren gnaden hirmit nit wilfaren.

    /50/ (Quinta post nativitatis Marie [13.9.]). Der ksl. Mt. reten und den geschickten von steten, so der monz halber gehandelt haben, Johan Cristan fur eyn schriber lihen.

    «Nr. 522 Weisung der Nürnberger Hh.Älteren an den Ratsherrn Johann Stromer – Nürnberg, 14. September 1509 »

    Anweisungen für weitere Verhandlungen über Silbermünzen.

    ŠNürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 227–227’ (Kop., freitag des hl. creuztag erhohung; Vermerk über Siegelung des Or. durch den Altbürgermeister Leonhard Grundherr)1.

    Bestätigen den Eingang seines Berichts über die Verhandlungen wegen der Gold- und Silbermünzen [Nr. 518]. Die ist uns von dir zu gutem dank. Lassen uns auch das angezaigt furnemen der guldin munz halben ganz wolgefallen, der hoffnung, das dardurch unser guldin wol besten und pleiben werden. Darinnen wollest, wie uns nicht zweivelt, vleiß ankeren. Aber von wegen des furnemens in der silbrin munz, das man hinfuro stuck zu guldin, halben guldin, ortern und halb ortern und sunst nicht geringer munzen sollt, außgenommen pfening und haller, darinnen tragen wir etlichermaß beschwerung, angesehen, das sich solche munz bey uns in taglichem geprauch nicht wol leyden mocht; es wer dann, dz daneben die vor gemunzten schillinger, zehner und funfer nichtsdestmynder fur und fur in irem wert pleiben. Und so dasselb die maynung (darfur wirs halten, der andern fursten und herren etc. munz halb gemuet auch sey), nachdem dann derselben bey uns uberflussig und gnug vorhanden, mocht kain schad sein, liessen uns auch gefallen, das damit stillgestanden und der in etlichen jarn nicht mer gemunzt wurden. Und welchen dan geliebet, die neu furgenomen munz der obgemelten stuck ze schlahen oder nicht, das es zu seinem willen stund. So tragen wir des geprechs halben, wie das angesehen, kain beschwerung, dweyl aim yedem zugelassen wirdet, auf die ain seyden sein aigen gepreg ze machen. Sie wollten ihm dies entsprechend seiner Bitte um Anweisungen für die weiteren Verhandlungen mitteilen.

    [PS] Übersenden ihm ihre schon früher an den ksl. Hof abgegangene Antwort wegen der Schuldforderung Johann Storchs an Hieronymus Haller2.

    «Nr. 523 Abschied des Frankfurter Reichsmünztages – Frankfurt, 14. September 1509 »

    [1.] Unterbliebene Umsetzung bisheriger Reichsbeschlüsse zum Münzwesen, Einberufung des Frankfurter Reichsmünztages; [2.] künftige Prägungen von Goldmünzen nach dem Vorbild der kurrheinischen Münzen, Verbot unterwertiger Münzen; [3.] Vorschriften für Münzbild und Legende; [4.] Probationsordnung, Abhaltung von Kreisprobationstagen, Abhaltung eines jährlichen Reichsprobationstages; [5.] Sanktionen bei unterwertigen Prägungen; [6.] Kontrollprobation auf Antrag der Münzmeister; [7.] Vernichtung minderwertiger Münzen; [8.] Bestrafung der Münzmeister bei schwerwiegenden Verstößen; [9.] Bestrafung widersetzlicher Münzstände; [10.] Vereidigung und Pflichten der Münzmeister; [11.] Verpflichtung der Münzmeister zur Verwendung von Probiernadeln; [12.] Vereidigung und Pflichten der MünzŠwardeine; [13.] Vereidigung und Pflichten der Münzschmiede und -gesellen, Ahndung von Vergehen; [14.] Vereidigung und Pflichten der Kreiswardeine; [15.] Regelung des Geleits für die Teilnehmer von Münztagen; [16.] Verbot der Edelmetallausfuhr aus dem Reich, Bestrafung bei Zuwiderhandlung; [17.] Kreiseinteilung für die Münzstände im Reich; [18.] Ratifizierung der Münzordnung durch Ks. Maximilian, Einberufung eines weiteren Münztages nach Worms; [19.] Sanktionierung des Fernbleibens vom Münztag, Publikation der Münzordnung; [20.] Teilnehmer am Frankfurter Reichsmünztag.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 3, unfol. (Kop. mit Randvermerken, die den Inhalt kennzeichnen; Aufschr.: Abschied deß kaiserlichen tags zu Frankfurt an dem Mayn, der guldein munz halben, im monat Septembriß 1509.Überschr.: Abschaid des kaiserlichen tags der gulden munz halber, im monat September 1509 zu Frankfurt am Mayn gehalten.) = Textvorlage A.1 Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, Nr. 22a, fol. 110–124 (Kop., Überschr. wie A) = B. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 5–17’ (beschädigte Kop., Überschr. wie A) = C2. Bamberg, StA, A 85, L. 339, Nr. 1094, unfol. (Kop., Überschr. wie A) = D. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, E-Laden Akten, Nr. 19, unfol. (Kop., Aufschr. und Überschr. wie A) = [E]. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 243, fol. 1–18 (Kop., Überschr. entsprechend A). Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 957, fol. 141–152’ (Kop., Überschr. wie A).

    Druck: Hirsch, Münz-Archiv I, S. 200–209.

    [1.] Als auf dem grossen reichstage zu Wormbs, auch nachvolgend auf gehalten reichstegen zu Lindau, Freiburg, Augspurg und sonst in andere wege der gulden munz halb vil gehandlt, inhalt der abschid, auf solichen reichstagen beschlossen und gemacht3, aber der keinem nach seinem inhalt bißhere, villeicht aus merklicher verhinderung und gescheft, vollnzug beschehen, daraus dan dem Heiligen Reich, teutscher nation und gemainem nutz merklicher schade und nachtail erwachsen. Welichs alles röm. ksl. Mt., unser allergenedigister herr, als der, so aus schuldigen pflichten und angeborner gutigkait zu stattlicher furdrung gemains nutzs und aller land und leut begirlichs gemuts genaigt ist, zu herzen gefurt, deßhalben churfursten, fursten und stende des Heiligen Reichs, so auf jungstgehaltnem reichstage zu Wormbs versamelt gewest, ernstlichen bevolhen Šgehabt, das sy auf vor geubte handlung und abschid gehaltner reichstege der gulden munz halber entlichen handeln und beschliessen solten, domit sich alle oberkait, sovil ain iglichen das berurt, nach beger der röm. ksl. Mt. und zu furdrung gemains nutzs verrer darnach wissen zu halten. Darauf dan durch die versamblung desselben Reichs tags zu Wormbs etwas handlung furgenomen und zu entlichem beschluss auf den dritten tage des monats Septembris dis XVC und IX. jars ain nemlicher tage gein Frankfurt an den Mayn bestimbt und alle stende des Heiligen Reichs, so gulden munz schlahen, durch ir ksl. Mt. darzu erfordert und beschriben sein, alles inhalt der abschid [Nr. 303, § 15] und tagsbrif [Nr. 305], deßhalb außgangen.

    Das demnach durch churfursten, fursten und stende des Reichs rete, sovil der auf vorgemelt ksl. Mt. erfordrung auf gemeltem tage zu Frankfurt erschinen sein, die abschaid aller obgemelten reichstege, auch wes nach irem verstand, rat und gutbedunken nach aller gelegenhait dinstlich, nutzlich oder ersprießlich sein mage, mit hechsten vleis erwegen und darauf dise nachvolgende maynung und entliche handlung abgeredt und beschlossen haben, nemlich:

    [2.] Zum ersten, als die vier churfursten am Rhein von vil und langen jaren here ain lobliche guldene munz gehabt und noch haben, darauf alle contract, verschreibung und verpflichtung im Heiligen Reiche gestelt und aufgericht sein, die aber mit der zeit durch vil andere bey- und nebenmunzen in abfal und ringerung gewachsen, also das aus merklicher notdurft bey kurzverschinen jaren mit zeitlicher vorbetrachtung kunftigs und weiters unrats sie zu besserer bestendigkait irer gulden munz den gehalt derselben auf XVIII½a grad feins und den aufschnidt auf hundert und VII auf anderthalb colnisch mark geordent haben.4

    Dweil nun alle andere gulden munz im Heiligen Reich nach inhalt ksl. und kgl. freiheit, deßhalb außgangen, als sich genzlich zu versehen ist, der obgemelten churfursten munz mit gehalt und aufschnidt vergleichen solle, daz aber bey etlichen nit erfunden, deßhalb ksl. Mt. zu furdrung gemains nutz (als ir Mt. wol geburt) bewegt ist worden, darein zu sehen, domit ain bestendig gulden munz, die in allen contracten und handlungen durch das ganz Romisch Reich werschaft sey, genomen und gegeben werden solle, verordnen werde: So ist geratschlagt und ermessen, das hinfuro alle churfursten, fursten und stende des Heiligen Reichs, so auf freihait und begnadung romischer kaiser oder konig gulden munz zu schlahen haben, ir gulden munz darauf bordnen Šund schicken–b lassen sollen, das alle gulden, so auf iren munzen gemunzt werden, XVIII½ grad feins golds, III½ grad weis und II grade rot in der schickung [= Legierung] haben, auch hundert und VII und nit mer auf I½ colnisch mark ganz schon und außberait und mit allem vleis gleich gestuckelt und aufgeschnitten geen und dieselben auch und ain iglich stuck besonder nach dem richtsphenning durch ainen yden wardyn aufgezogen werden sollen.

    Item sollen hinfuro die ytzgemelten und andere gulden, so vor diser ordenung gemunzt und am gehalt und aufschnidt derselben ordenung gemeß sind mit dem gewicht, und sonst kein andere gulden fur werschaft genomen und gegeben werden.

    [3.] Item sollen alle churfursten, fursten und stende des Reichs, so gulden munz zu schlahen haben, ire gebreg auf die gulden dermassen verordnen, das auf ainer seiten ain schilt, darin ain kaiserlicher adler mit zwaien haubtern und auf dem schilt ain zirliche kaiserliche cron und in der umbschrift „Adiutorium nostrum in nomine Domini“ [Ps 124,8] stee, oder wie solichs ksl. Mt. gefellig sein wurde. Und auf der anderen seiten an den gulden, so die vier churfursten am Rhein schlahen werden, dweil sie bißhere samentlich gemunzt haben und noch miteinander munzen, desselben churfursten wappen, in des munz die gulden gemunzt werden, in der mitte und darumb der ander III churfursten wappen oder sunst, wie sich dieselben vier churfursten vertragen oder verainigen werden, und in der umbschrift desselben churfursten namen mit der laufenden jarzal. Und die anderen churfursten, fursten und stende sollen auf der ainen seiten auch den adler mit der cron und umbschrift, wie obstet, und auf der anderen seiten ir iglicher sein wappen und in der umbschrift sein namen und laufenden jarzal schlahen.

    [4.] Und domit die vorgemelt gulden munz in aufrichtigem, bestendigem wesen pleiben, gehanthabt und gehalten werden moge, so ist geratschlagt und beschlossen, als auch die merklich notdurft erfordert, das hinfur ain iglicher churfurst, furst, herschaft oder stat des Heiligen Reichs, so gulden munz zu schlahen han und in diser ordenung und den nachgemelten kraisen begriffen sein, auf iren munzen ain eyserin buchsen mit vier schlossen und oben mit ainem zimlichen schlietzloch, darein die proben gesteckt und in dieselben buchsen bracht werden mogen, haben und ain yglicher wardyn auf der munz, darzu er bestelt und geordent, von stund an, so ain werk golds gemacht und außberait ist, zuvor und ehe er solich werk ausgen last, ainen gulden aus der ganzen summa des werks ungevarlich nemen, in ain bapir verschliessen, darauf den tage, auf welichen solich werk gemacht ist, auch wie vil desselben werks sey, aigentlich schreiben und alsdan dieselben probe also in dem bapir verschlossen in die gedachten buchsen tun und es also fur und fur mit iglichem werk golds, so bey ime gemunzt wirt, halten solle. Und die vier schlussl, zu vorgemelter buchsen gehorig, sollen ainer bey dem fursten, herschaft oder stat, dem soliche munze zustet, und die anderen drey bey dreyen anderen fursten, herschaften oder stetten, in der krays dieselben munz begriffen ist, wie sich dan die stende Šdesselben krays des miteinander vertragen und verorden, pleiben und gelassen werden.

    Item es soll auch ain iglicher furst, herschaft oder stat, in ydem der nachgemelten krais angezaigt, zu zwaien malen ains yden jars, nemlich auf den sontage reminiscere [= zweiter Fastensonntag] und auf sant Lorenzen tage [10.8.], alles gegen dem abent in der stat, die zu der probacion desselben krais benennt und verordent ist, einen oder zwen seiner rete, die der munz (sovil muglich ist) verstendig sein, auch sein munzmaister und wardin, derselb wardin dan die puchsen, darin die proben sein, alspald mit ime zu der probation bringen soll, haben, des anderen tags fru mitsambt anderen reten, munzmaistern und wardin, so von anderen fursten, hereschaften oder stetten desselben krais dohin geschickt werden, an ainem ende in derselben stat, des sich dieselben geschickten rete alle oder der merer tail miteinander verainigen, probatz anzufahen und alle gulden munz, so in demselben krais gemunzt und in den buchsen dohin bracht sein, nach aller notdurft, wie sich gepurt, zu probiren. Und die vier fursten, herschaft oder stat, den die vier schlussel zu iglicher buchsen ainer yden munz bevolhen sein, solle ain iglicher den slussel, ime ubergeben, bey seinen reten auf dieselb probacio schicken. Und so man die probacion anfahen will, sol ain buchs nach der anderen in beywesen aller vorgemelter rete, so auf derselben probatio erscheinen, aufgeschlossen, die proben aus iglicher buchsen durch dieselben rete genommen, dem gemainen probirer desselben krais underschiedlich uberantwurt und mit vleis verfugt und aufgesehen, das ains yden fursten, herschaft oder stat gemunzt gold, so aus ains iglichen buchsen genomen ist, ains nach dem andern aigentlich probiert und nit undereinander vermuscht oder verwechselt werde. Und so alle proben aus den buchsen genomen sein, sol alspald in beysein aller vorgemelten rete ain iglich buchs mit iren vier schlossen wider zugeschlossen, dem wardin, dem die zustet, uberantwurt und die schlussel, darzu gehorig, ainem yden, der die vor gehabt hat, wider gegeben werden, der dieselben auch bey ime getreulich verwaren und obberurter massen zu nechstvolgender probatz wider schicken solle.

    Und sol der rat in ainer iglichen stat, darin die probatz ains yden krais gehalten wirt, zwu oder drey dapfer, geschickt personen aus inen, die (sovil muglich ist) der munz verstand haben, zu ainer iglichen probatz verordnen, die von wegen ksl. Mt. und aller stende des Heiligen Reichs vom anfang bis zum ende bey allen sachen der probacion seien und vleissig aufsehens haben, domit solich probacion ordenlich und, wie sich gepurt, vollendt werde.

    Item sol ain iglicher gemainer probirer ains yden krais alle proben ains yden fursten, herschaft oder stat, so ime aus der buchsen uberantwurt und durch ine probirt sein, wie er die alle und igliche besonder an der prob gerecht oder ungerecht funden hat, in ain besonder register, darzu gemacht, bey seinem aide clarlich, underschidenlich und getreulich aufschreiben. Und so alle proben also durch ine aufgeschriben sein, sol dasselb register durch drey fursten, herschaft oder stat rete, so aus demselben krais zu solicher probatz geschickt weren, aignen Šhenden underschriben und durch den rat derselben stat, do solich probatz gehaltenc ist, in ainem irem brief, darin sie ksl. Mt., auch churfursten, fursten, herschaft oder stet reten, so in iglicher messen zu Frankfurt am Mayn der gulden munz halben sein, aigentlich schreiben und zu erkennen geben sollen, wie sie bey der probatz gewest und was sie laut des gemelten registers gesehen und gefunden haben, aigentlich und wolverwart eingeschlossen und mit irer stat sigl zugesigelt und derselb brif den gedachten reten des bemelten krais behendigt werden.

    Item sollen die rete, so aus iglichem krais zu probacion geschickt sein, von stund, so ine der itzgemelt brif mit eingeschlossenem register uberantwurt ist, zwen aus inen allen verordnen, die mit demselben brif, auch credenzbrifen, so ine von anderen iren mitreten alspald gegeben werden sollen, von wegen aller fursten, herschaften oder stetten, in demselben krais begriffen, in den Frankfurter messen, nechst nach solicher probacion volgend, nemlich ains yden jars in der vastenmess auf den palmtage [= Sonntag vor Ostern] und in der herbstmessen auf unser lieben Frauen tage nativitatis [8.9.] alles gegen dem abent zu Frankfurt sein und des anderen tags darnach auf dem rathaus doselbst bey ksl. Mt., auch churfursten, fursten und anderen reten, so aus iglichem krais dahin verordent werden, erscheinen, denselben reten ire credenz- und andere vorgemelte brif uberantwurten und furter mit inen nach notdurft und gelegenhait der sachen handeln und ratschlagen sollen.

    [5.] Und ob ainer oder mer munzmaister der nachgemelten krais auf den probacion ains yden krais an ainem oder mer werk gelds, so sie gemunzt, umb ain halb oder ganz grein gefelet hetten und doch am aufschnidt gerecht erfunden werden, sol die puß und straf solichs fals dermassen gehalten werden, das der munzmaister, der solichen fall umb ain halb green getan het, zum ersten und schiristen darnach, so er widerumb gold munzen wirt, ain werk golds von also vil marken, als des werks, daran er gefelt hat, gewest ist, machen und ain iglich mark desselben werks umb ain halb green besser dan auf XVIII½ grad schicken und außberaiten. Und sol domit der fall des halben greens gebessert sein. So aber umb ain ganz green an ainem oder mer werken gefelt were, sol der munzmaister denselben fursten, herschaften oder stetten, in der krais solicher fall und probacion geschehen ist, zu steur des unkostens, den sie auf die munz wenden, fur iglichs green, sovil sich die nach anzal der werk, daran er gefelt het, zusammengerechnet in ainer summa laufen wurden, drey green nach gemainem dkauf und lauf–d des feynen golds unableßlich zu bezalen schuldig sein und alsdan der munzmaister und wardyn solichs fals halber nit weiter gestraft werden.

    [6.] So aber den munzmaister, der also am gehalt umb ain green oder ain halbs bruchig funden were, bedunken wolt, das in der proben gerirrt oder Šsunst mit dem wasser nit gleich zugangen were und sein gemunzt gold besser zu sein vermaint und soliche proben noch ainmal zu probiren begert, sol man ine solichs vergonnen und zulassen und dem gemainen probirer zwen aus den reten und zwen aus den wardynen, so auf derselben probacion sind, zugeben, die bey der zwaiten proben sein und gut aufsehens haben sollen, domit nymand verkurzt werde. Wurde dan der munzmaister abermals wie vor bruchig funden, sol er den costen der zwaiten proben und sonderlich, was der fursten, herschaften oder stetten reten, zu derselben probacion geschickt, mit dem, das sie lenger bleiben und der zwaiten proben hetten außwarten mussen, kostens aufgangen were, außrichten und bezalen. Und sol man inen alsdan weiter nit probiren, sonder vorgemelter massen strafen.

    [7.] Wo aber der churfursten, fursten, hereschaften oder stetten, in nachgemelten kraisen bestimbt, munzmaister ainer oder mer an ainem oder mer werken uber das ganz green oder sonst am aufschnidt durch den wardin ir ydes munzen ungerecht oder bruchig funden wurd, sol derselb wardin bey seinen aiden und pflichten und straf leibs und guts dasselb ungerecht werk nit bregen oder ausgeen lassen, sonder dasselb von stund an zurschneiden und den munzmaister verpessern und widerumb vermunzen lassen.

    [8.] So aber daruber auf ainicher der vorgemelten munzen ain oder mer werk, die uber ain green am gehalt oder sonst am aufschnidt nit gerecht gemacht, gemunzt und nitdestmyndere ausgen und nitf zurschnitten wurden und solichs ausserhalb des churfursten, fursten, herschaft oder stat, der munzmaister oder wardyn sie weren, wissen oder willen, als sich genzlich zu vermuten ist, beschehe, sollen derselb munzmaister und wardyn samentlich und sonderlich der ksl. Mt. und den churfursten, fursten, herschaften oder stetten, in der krais solicher fal geschehen were, an leib und gut zu strafen verfallen sein und die straf des guts der ksl. Mt. halb und der ander halb tail den stenden desselben krais zusteen.

    [9.] Wurde sich aber begeben, das ainem oder mer churfursten, fursten, herschaften, steten oder stenden des Heiligen Reichs, so von romischen kaysern oder konigen gelt zu munzen gefreit weren oder kunftiger zeit gefreit werden mochten, auf dise ordenung des Heiligen Reichs zu munzen nit ggelegen oder gemaint–g sein wolt, der oder dieselben sollen der gemelten irer freyhaiten nit gebrauchen, sonder domit stillsten, biß so lang sie sich diser ordenung vergleichen und gemes halten. Wo aber ir ainer oder mer daruber munzen und sich diser ordenung in ainichem artikl ungemess halten wurden, der oder dieselben sollen der gedachten freihait, inen der munz halber gegeben, zu ewigen zeiten entfreyt und entsetzt und darzu funfzig mark lotigs golds, halb ksl. Mt. und den anderen halben tail zu gemainem nutzs des Heiligen Reichs unableßlich zu bezalen verfallen sein.

    Š[10.] Item ain iglicher churfurst, furst, herschaft oder stat, in nachgemelten kraisen begrifen, der oder die sich diser ordenung gemess halten und munzen will, sol ain besonder schmitten munz, auch ainen redlichen, verstendigen munzmaister haben und derselb munzmaister ksl. Mt., seinem fursten, herschaft oder stat, des oder der munzmaister er sein wurde, auch allen stenden des Reichs mit glubden und aiden verpflicht sein und soliche pflicht anfenglich durch seinen herrn, des munzmaister er ist, von ksl. Mt., auch aller stende des Reichs und sein wegen emphangen werden. Und sol auf die ersten probacion darnach derselbe munzmaister dem rat der stat, darin die probacion gehalten wurde, von wegen und in namen ksl. Mt. und darnach allen reten, so zu derselben probacion geschickt werden, von wegen irer herrn globen und schweren, das er dise ordenung, sovil ine die berurt, stet und vest halten, sich auch von seinem herrn oder stat nit tun oder abschaiden well, es seien dan zuvor alle werk, so er von gold gemunzt het, auf der gemainen probacion probirt, auch er durch sein hereschaft geurlaubt und seiner getonen pflicht doselbst erledigt; und ob er an seinen munzen etwas gefelt, das er zuvor darfur genugen geton habe. Das er auch kain ander munz, dan in diser ordenung begriffen, bey diser annemen, auch dieselben durch sich oder ymand anderen nit regiren, verwesen oder verlegen noch tail oder gemain daran haben, noch auch kein gold oder silber in den furstentumben, herschaften und stetten, in diser ordenung begriffen, oder auch sonst im Reich einkaufen oder aufwechseln und dasselb in frembder nation noch andere munzen, die diser ungemess sein, durch sich oder ymand anderen von sein wegen lifern oder verschaffen, sonder was er des vorgeschribener massen uberkommen wirt, auf seins herrn oder stat munzen vermunzen oder sonst auf andere munzen, die diser ordenung gemess und in nachgemelten kraisen sein, lifern. Das er auch, sovil an ime ist, mit allem vleis darob sey und das solichs durch andere nit beschehe, auch mit seinem wardyn und munzergesellen kein vorwort oder geding, die diser ordenung in ainichem wege zuwider sein mochten, haimlich oder offenlich abreden oder machen, sonder alles das, so zu handhabung und becreftigung diser ordenung dienen moge, mit allem vleis getreulichen tun, furdern und vollnziehen wolle.

    [11.] Es sol auch ain iglicher munzmaister, so in den nachgeschriben kraisen golt munzen wirt, ain gulden nadl auf dise und der churfursten ordenung gericht haben und dieselben von der churfursten am Rhein gemainen probierer, der ainem yden die auf sein ungevarlich erfordern umb zimlich bezalung verfolgen lassen soll, nemen und sein gulden munzen nach derselben nadl ordnen und machen.

    [12.] Desgleichen sol ain yder churfurst, furst, hereschaft oder stat der gemelten krais, der oder die sich diser ordenung gemess halten und munzen will, ainen besondern wardin auf seinen munzen haben und denselben selbs belonen. Derselb wardin ksl. Mt., seinem fursten, herschaft oder stat, des oder der wardin er sein wurde, auch allen stenden des Reichs mit glubden und aiden verpflicht sein und solich pflicht anfenglich durch seinen herrn oder stat, des Šoder der wardyn er ist, von ksl. Mt. und seiner herschaft, auch aller stende des Reichs wegen emphangen werden. Und auf die erst probacion darnach sol derselb wardin dem rat der stat, darin probacion gehalten wurde, von wegen und in namen ksl. Mt. und darnach allen reten, so zu derselben probacion geschickt werden, von wegen irer herrn globen und schweren, das er dise ordenung, sovil ine betrifft, stet und vest halten und sonderlich, das er zu yder zeit auf seins munzmaisters gesynnen, begeren und costen alle und igliche eysen, sovil der munzmaister derselben zu der gulden munz notdurftig sein wurde, mit dem gebreg, umbschrift und anderen, wie hievor verordent ist, auf das allerraynischt, scherpfist und werklichist, so daz ymmer gesein mage, furderlich machen lassen, dieselben eysen, so die gemacht sein, zu seinen handen nemen und zu kainen anderen handen komen lassen. Das er auch, so der munzmaister derselben eysen zu gebrauchen notdurftig sein und er deßhalb von ime erfordert wurde, alsdan mit denselben munzeisen unverzogenlich auf die munz komen und das werk golds, so der munzmaister zu demselben mal bregen lassen wolt, mit der mark aufziehen und wegen und, wie vil des sey, aufzaichnen und darnach die gemelten eisen dem schmittenmaister [= Schmiedemeister] auf der munz, die gulden domit zu bregen, libern, auch von der schmitten und eisen, zuvor und ehe das werk golds ganz abgemunzt ist, nit abschaiden wel, es wer dan, das dasselb werk so gros sey, das solichs in ainem tage nit abgemunzt werden mocht. Alsdan solt er, so er gegen der nacht von der munz abschaiden wolt, solich gebregt und ungebregt gulden, so auf der munz weren und er vor mit den gewicht gewogen hat, in ain gewarsamen behalt verschliessen und versorgen und den schlussel darzu behalten und des anderen tags, so man weiter munzen wolt, die schlussel und eysen wider auf die munz bringen und den munzergesellen das golt und eisen widerumb zu handen geben. Und solich gold ganz gemunzt und berait ist, sol der wardin, zuvor und ehe er solich golt ausgen last, iglichs stuck der gemunzten gulden in sonderhait nach dem richtsphenning aufziehen und vleissig aufsehens haben, das dieselben gulden all gerecht und gleich gestuckelt sein, wie dan dise ordenung inhelt. Und weliche gulden er dem richtphenning ungleich erfindt, die soll er von stund an alle zurschneiden und anders vermunzen lassen, wie obstet. Auch sol er ernstlich aufsehens haben, das die gulden mit vleis gemunzt und gebregt werden und, zuvor und ehe er die gulden ausgeen last, dieselben mit dem wasser vleissiglichen versuchen. Und so er die zu krank geschickt5 erfunde, derselben nith außgeen lassen, sonder zurschneiden, es wer dan, das der munzmaister die auf sein abenteuer ausgeen lassen und solichs auf der probation verantwurten welt. So sol eri solichs auf die Šproben desselben werks aigentlich schreiben und auf der probation anzeigen. Wo er aber erfunde, das die gulden am aufschnidt ungerecht oder uber ain green zu gering weren, so sol er dieselben in kainen wege ausgeen lassen, jsonder die zuschneiden und wider vermunzen lassen–j, wie vor stet. Er sol auch, ehe er das golt, so gerecht erfunden ist, ausgen last, auß dem gemainen haufen des gemachten golds ungevarlich ainen gulden nemen, den in ain bappir verschliessen und darauf den tage, auf welichen das werk gemacht, auch wie vil des werks ist, aigentlich schreiben und furter also verschlossen in die buchsen werfen. Und das alles tun, so oft und vil ain werk golds auf derk munz gemacht wirt. Und so man zu zwaien malen im jar zu probacion ziehen wirt, sol er mit den reten und munzmaister, so zu der probacion geschickt werden, auf seiner herschaft kosten mitziehen, die buchsen mit den proben mit ime dohin bringen und laut diser ordenung probiren lassen. Und so die probation geschehen und die buchs wider verschlossen ist, dieselben bey sich nemen und furter handeln, wie vor gemelt ist.

    Auch so ainich eysen auf der munz abgeen und darauf zu munzen nit mer tuglich wurden, solich eysen sol er zu ime nemen und das breg darauf zurschlagen, also das man dasselb nit mer erkennen noch domit munzen moge, und die stuck dem munzmaister widergeben.

    Er sol auch mit dem munzmaister noch munzgesellen kain besondere oder haimlich abrede oder verstentnus, auch mit dem munzmaister weder tail noch gemain an allen dem, das die munz berurt, nit haben, auch kain geschenk oder liebnus6, wie man das erdenken mocht, durch sich oder ymands anders emphahen oder nemen lassen, noch ichts handln oder furnemen, das in einichen wege diser ordenung zuwider oder abbruch gesein mocht, sonder er soll die nach allem seinem verstentnus und vermogen mit getreuem vleis, sovil an ime ist, handhaben, furdern und volnziehen etc.

    [13.] Item sollen die schmittenmaister und munzgesellen, so auf den munzen ainer oder mer in nachgeschriben kraisen arbaiten werden, dem churfursten, fursten, hereschaften oder stat, auf des oder der munzen sie bestelt sind, irem herrn oder stat in namen und von wegen ksl. Mt. allen stenden des Reichs und sein herrn globen und zu den heiligen schweren, dise ordenung, sovil sie berurt, die ine dan von irer herschaft, die sie annymbt, furgehalten werden soll, vest und stet zu halten und mit getreuem und hochsten vleis zu vollenziehen und zu handhaben und dawider nit zu tun, auch von dem munzmaister noch sonst ymands von seinen wegen schenk, gab oder liebnus zu nemen, noch ainig vorwort, geding oder contract weiter dan umb iren geburlichen lon mit Šmunzmaistern oder wardyn zu machen, noch mit ir ainichem der munz halb tail noch gmain zu haben oder sonst ichts zu handeln oder furzunemen, dardurch dise ordenung uberfaren oder verhindert werden mocht, bey pene des mainaids und darzu, daz der oder dieselben, so dermassen uberfaren hetten, hinfuro in kainer des Reichs munzen zu arbaiten angenomen werden sollen. Wo aber ire uberfarung und verhandlung merklich und gros were, so sol die straf derselben zu ksl. Mt. und den stenden des Heiligen Reichs steen und der uberfarer darfur allenthalben im Heiligen Reich kein sicherheit, glait oder trostung haben, sonder, wo er begriffen wirt, angenomen und nach gestalt seiner mißhandlung durch die herschaft oder oberkeit, in des gebiete er betreten oder angenomen ist, an leib oder gut gestraft werden.

    [14.] Auch sollen alle churfursten, fursten, hereschaften oder stet der nachgemelten krais in ainem iglichen derselben krais in sonderhait uber die andere wardin, so auf iglicher munzen sein werden, ainen gemainen probirer auf gemainen kosten aller derjenen, so in demselben krais begriffen sein, wie sie sich dan des mit ime vertragen werden, haben, der dan ksl. Mt., auch allen stenden des Heiligen Reichs mit glubden und aiden verpflicht sein soll, dise ordenung, sovil ine berurt und wie hernach volgt, stet und unverbrochenlich zu halten. Welich glub und aide der rat der stat, do die probatz desselben krais gehalten wurde, in namen ksl. Mt., auch die rete der fursten, hereschaften oder stet, so daselbsthin zu probatz geschickt werden, von irer herschaft wegen auf der ersten gemainen probation, so in derselben stat geschehen wurde, emphahen und nemen sollen.

    Item sol ain ider gemainer probierer der nachgeschriben krais auf zeit und malstat, in diser ordenung begriffen, sich zu gemainer probacion fugen mit wasser und anderem zeug, darzu geherig, doselbst geschickt erscheinen, also das er alle gulden proben, so von allen munzen desselben krais dohin bracht und ime zu probiren uberlibert werden, probiren kon und moge. Und solich gulden proben, die ime alsdan zu probiren gelibert werden, sol er nach seinem pesten syn und vermogen mit allem vleis getreulich probiren und umb lieb, laid, gunst, gabe, fruntschaft oder veintschaft darin kein geverlichait brauchen; auch deßhalb von kainem munzmaister oder ymand andern, wer der sey, kein schenk, gab oder liebnus nemen, auch kein vorwort, geding oder pact mit nymand deshalb machen, dardurch dise ordenung verhindert oder zurrut werden mocht, sonder dieselb ordenung, sovil an ime ist, nach seinem pesten vermogen getreulichen volnziehen und handhaben. Und so er die vorgeschriben proben alle gemacht, soll er dieselben alle und igliche besonder, wie er die gerecht oder ungerecht funden hat, in ain besonder register, darzu beraitet, bey seinem aide clarlich, underschidenlich und getreulich aufschreiben und mit seiner aigenen hand namen und zunamen underschreiben und ime ain gleichlautend register davon behalten und wol versorgen, auch, so alle proben also durch ine aufgeschriben sein, solich register dem rat der stat, do die probation geschehen ist, und den reten der stend desselben krais, so zu solicher probation geschickt Šund versamelt sein, uberantwurten, die furter damit handeln sollen inhalt des obgemelten artikls [§ 4], die gemainen probation berurend.

    [15.] Und nachdem churfursten, fursten, hereschaften und stetten, in diser ordenung begriffen, gepuren wirt, ire rete, munzmaister, wardin, probirer und ander personen, der munz verstendig, oftmals zu probation- und andern tegen, die munz belangend, zu schicken, so ist beschlossen, das alle vorgemelte und andere personen, so zu probation oder tegen durch ksl. Mt. oder andere stende des Reichs, die sich diser ordenung gemes halten, derselben munz halber angesetzt, abgefertigt oder sunst in notdurftigen hendeln derselben munz halber ab- und zuziehen, und sonderlich die kaufleut und alle diejenen, so golt und silber auf ain oder mer munzen, die sich diser ordenung halten, libern werden, solange und alledieweil die auf der reysen vorgeschribener handlung sein, ksl. Mt. und des Heiligen Reichs frey, strack, sicher trostung und glait allenthalben im Hailigen Reich zu wasser und lande haben, das auch ksl. Mt. durch ire offen mandat und gebotsbrif zu fruchtparer bestendigkait diser ordenung also gnediglich verschaffen und hanthaben lassen solle.

    [16.] Es sol auch kain kaufman oder ymands anders, wer der sey, kain gold oder silber, gemunzt oder ungemunzt, das er im Heiligen Reich kauft oder sonst an sich bracht het, aus dem Reich furen noch in andere munz, dan die in nachbestimbten kraisen begriffen sein, liebern und nach gemainem lauf und kauf des feinen golds und silbers, wie dann zu yder zeit im Reich in gemainer ubung ist, verkaufen, verwechseln oder sonst in ainigen gefarlichen wege verhantieren oder anwerden [= veräußern]. Welicher aber solichs uberfaren und nit halten, der sol, so oft das beschicht, in dem furstentumb oder gebiete, darin er betreten wurde, von demselben fursten, herrn, stat oder oberkait an leib und gut angenommen und nach gefallen desselben gestraft werden. Und sole ine auch darfur kain glait oder sicherhait, wie oder von wem das gegeben oder erlangt were, nymands außgenomen, schutzen oder furtragen in dhein wegel.

    [17.] Und sind dis nachgeschriben die krais und bezirk, davon obgemelt ist:

    Nemlich im ersten krais sind begriffen die vier churfursten am Rhein, Menz, Coln, Trier, Pfalz, den zugeben sind der herzog von Gulch, der landgrave von Hessen, die stat Coln und des Heiligen Reichs munz zu Frankfurt, so diser zeit grave Eberhart von Kungstain zu verwalten hat. Die alle sollen ire gemain probation, wie obstet, an den malstetten, in der churfursten ordnung und verschreibung uber die munz begriffen, halten, allain die zeit darin geendert, nemlich also, das alle jar dye erst probation auf mentag nach dem sontage letare [= vierter Fastensonntag] und die andern auf den andern tage nach Bartholomei [25.8.] gehalten werden sollen.7

    ŠIm andern krais sind begriffen der erzbischove zu Bremen, die bischof zu Luttich, Utricht, Munster, Osnabrugk, der herzoge von Cleve, die ebtissin zu Essend, grave Etzard aus Frießland, die stet Daventer, Swol [= Zwolle], Dortmund und Gruningen. Und sol die gemain probation aller gulden munzen dis krais, wie obstet, zu Embrigk [= Emmerich] am Rein gehalten werden.

    Im dritten krais sind begriffen herzog Friderich von Sachsen, marggrave Joachim von Brandenburg, bede churfursten, der erzbischove zu Madeburg, herzog Georg von Sachsen, herzog von Mecklnburg, herzog von Bomern, die stet Lubeck, Lunenburg, Hamburg und Frankfurt an der Ader. Die alle sollen ire gemain probation der gulden munz zu Maidburg halten, laut diser ordenung.

    Im vierten krais sind begriffen pfalzgrave Ludwig, churfurst, und herzog Friderich, gebruder, mit der munz, so sie zu Baiern schlahen, die bischove zu Bamberg, Wurzburg, weilend herzog Ruprechts kinder [Pfgff. Ottheinrich und Philipp], margrave Friderich von Brandenburg, des Heiligen Reichs munzen zu Augspurg und Nordlingen, so diser zeit grave Eberhart von Kungstain in verwaltung hat, und die stat Nurmberg. Die alle sollen ir gemain probation, wie obstet, zu Rotemburg an der Tauber halten.

    Item im funften krais sind begriffen der bischof zu Costenz, herzog von Wirtemburg, marggrave von Baden, die stet Straspurg, Metz, Costenz und Freiburg im Breyßgau. Die alle sollen ir gemain probation laut diser ordenung zu Hagenau halten.

    Im sechsten krais sind begriffen das haus Osterreich, der erzbischove zu Salzpurg, bischove zu Bassau und herzog Wilhalm von Baiern. Die alle sollen ir gemain probation, wie obstet, zu Regenspurg halten. Wo aber ksl. Mt. solich malstat nit gefallen wolt, stet zu irer Mt., ain ander gelegen malstat zu benennen.

    [18.] Und als auf disen tag hie zu Frankfurt wenig und der myndern tail der stende des Reichs rete, so durch ksl. Mt. darzu erfordert und beschriben, erschinen sein und nichtsdestmynder durch die, so gegenwertig gewest, den handl und gemainem nutz zugut nit gefeyrt, sonder die abschid aller gehaltner reichstege fur hand genomen, aigentlich erwogen und mit zeitigem, wolbedachtem rat darauf gehandelt, etlich artikl beratschlagt und in ain verzeichnus gestelt worden sein, ist zu besser bestendigkait dis furnemens verlassen und beschlossen, dweil ain klain anzal der erforderten stende gegenwertig gewesen, auch der handl dapfer und gros und an ksl. Mt. sonderlichem wissen und bevelch entlich nit zu besliessen sey, darumb alle ratschlege und handlung, auf disem tage zu Frankfurt gemacht und geubt, irer ksl. Mt. zum furderlichsten anbracht werden und ir ksl. Mt. darauf ires gnedigen ermessens und wolgefallens, doch die substanz der haubtartikl, auf die der grund, wesenlichait und bestand gedachter ordenung gesetzt ist, unverendert, dieselbe ordenung und Šsatzung genediglich furnemen, daruber notdurftig brif in der pesten form, der iglicher der obgemelten krais ainer gegeben werden, verfertigen lassen, auch furter zu entlichem beschluss und volzug derselben ordenung ainen nemlichen tage auf den letsten tage des monats Januari schirstkomend gein Wormbs ansetzen und allen stenden des Reichs, so gold zu munzen haben, ire rete, der munz verstendig, dahin zu schicken, die berurt ordenung zu emphahen und dagegen ir reversalbrif [Nr. 525] laut der copeyen, die ime alspald mitgeschickt wurd, zu ubergeben, auch furter zu guter bestendigkait gedachter ordenung helfen zu ratschlagen und zu handeln verkunden und bey nemlichen penen ernstlichen gebieten woll, dem allem unverzogenlich volg zu tun.

    [19.] Und welicher dorin ungehorsam erscheinen wurde, daz derselb in die pene, in solichen mandaten begriffen, verfallen, auch darzu mit der tat ire freihaiten des munzens verwurkt haben und derselben zu gebrauchen in ewig zeit unwirdig und unempfenglich sein solten, inhalt der copeyen, deßhalb begriffen [Nr. 524]. Das auch ir ksl. Mt. zu volkomener becreftigung und handhabung gedachter ordenung besonder offen mandat, in dem die namhaften artikel, in derselben ordenung begriffen, so dem gemainen mann zu wissen not sein, mit der kurz angezogen und meniglich verkundt, auch strenglich zu halten und zu volnziehen ernstlichen geboten wurde, mit allen dingen verfertigen und besigeln lassen, dieselben auf den berurten tage gein Wormbs geschickt und bevolhen het, so die ordenung und reverßbrif gegeneinander ubergeben und ubernomen werden, das alsdan dieselben mandat von stund und unverzogenlich allenthalben im Heiligen Reich angeschlagen und publicirt wurden.

    [20.] Bey obberurter handlung sind gewest der wolgeborn herr Adolf, grave zu Nassau, herr zu Wispaden und Ytzstain, camerrichter etc., und Johann Storch, ksl. Mt. rete.

    Von wegen der churfursten am Rhein, nemlich Menz: herr Emerich von Carben, ritter, vitztumb zu Menz, mitsambt seiner furstlichen gnaden munzmaister8 und wardin9, Coln: her Ludwig von Sainßhaim, comptur der baley zu Coblenz, mitsampt munzmaister10 und wardin11, Trier: Dietrich von Dietz Šund herr Jacob Mertloch, canonickus zu sant Florin zu Coblenz, Pfalz: Weigand von Dinhaim, ambtman zu Openhaim.

    Item Marx Streuble, bambergischer munzmaister.

    Ortolf Gros, burger zu Wurzburg, und Peter Staudem, wurzpurgischer munzmaister.

    Endres Funck, munzmaister herzog Georgen von Sachsen.

    Marquart Rosenberger, rat und munzmaister margrave Friderichs von Brandenburg.

    Albrecht Schelderlin, wurtemburgischer munzmaister.

    Herr Conrad von Manspach, ritter, hesschisser [!] rat, mitsampt dem munzmaister12.

    Doctor Philips Sigwein und Contz Pfister, rentmaister zum Reilberg, von wegen graf Eberharden von Kungstain.

    Und von wegen der nachgeschriben stet, nemlich Lubeck: Bernhart Heyneman, munzmaister, Coln: Hainrich von Coisfelt, asseymeister [= Münzprüfer], Nurmberg: Hans Stromair sampt Hans Krugen, munzmaister, Hamburg: Martin Oldenhorst, wardin, Lunenburg: Dietrich Brall, munzmaister.

    Actum zu Frankfurt am Mein uf des helligen cruztage exaltacionis anno etc. im neunten.

    «Nr. 524 Ausschreiben Ks. Maximilians (Entwurf, Beilage zum Münzabschied) – undat. »

    [1.] Geringe Teilnehmerzahl des Frankfurter Reichsmünztages; [2.] Ratifizierung der Frankfurter Münzordnung durch Ks. Maximilian, Ausschreiben eines Münztages zum 31. Januar 1510 nach Worms.

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 3, unfol. (Abschrift des Entwurfs) = Textvorlage A. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22a, fol. 125’–127 (wie A) = B. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 18’–19’ (wie A, beschädigt) = C. Bamberg, StA, A 85, L. 339, Nr. 1094, unfol. (wie A) = D. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 243, fol. 18–19’ (wie A). Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, E-Laden Akten, Nr. 19, unfol. (Kop.).

    [1.] Wir, Maximilian etc., embieten allen und iglichen churfursten, fursten, geistlichen und weltlichen, prelaten, freien herrn, den vom adel, stetten und sondern personen, so gulden munz zu schlahen freiheit, herkomen und gerechtigkeit haben, unser gnad und alles gut. Wiewol wir in kraft des abschieds, uf Šnehist gehaltem Reichs tag zu Worms under anderm der gulden munz halber gemacht [Nr. 303, § 15], alle stende des Hailigen Reichs, soviel derselben unsers wissens diser zeit gulden munz schlahen und munzen, zu entlichem beschluss der abschid und handlung, so auf etlichen vorgehalten Reichs tegen, nemlich zu Wormbs, Lyndau, Freyburg und Augspurg, der gemelten gulden munz halber begriffen und geubt sein, beschriben, erfordert und ernstlichen bevolhen gehabt, das ir yglicher sein rete, solicher sachen verstendig, auch munzmaister und wardyn uf den dritten tag des monats Septembris nehistverschinen gen Frankfurt an den Mayn schicken solt, mit bevelh, in vorberuerter sachen das nutzist und best helfen zu ratschlagen und zu handeln, mit dem anhank, ob eyner oder mer dermassen nit schicken wirden, das nychtsdestmynder durch die ander stende der notdurft nach gehandelt werden solt, alles inhalt unser keyserlichen brief, deßhalber außgangen [Nr. 305]. So haben uns doch unser rete, so zu bemeltem tag gen Frankfurt verordent gewest sein, glaublich beriecht, wie auf dasselbe unser kayserlich ausschreiben wenig und der mynder tayl von den gemelten stenden zu vorberuertem tag geschickt, auch etliche der geschickten rete kaynen volkomen gewalt, als sich in solichem geburt und die notorft erfordert gehabt, deßhalb sie, auch andere rete, so bey inen erschinen gewest, auf die handlung, die sie vorgedachter sachen halben miteinander geubt, nichts entlichs beschliessen oder volenden mogen, sonder verlassen haben, ire ratschlege und handelung an uns gelangen zu lassen, als auch beschehen.

    [2.] Dieweil aber der gulden monz in merklichen abfall und ryngerung gewachsen und zu besorgen ist, wo solichs mit stathaftiger, guter ordenung nit furkommen, das dem Heiligen Reich, teutscher nation und gemeinem nutz unleydlicher schad, nachtayl und verderben daraus entsten mocht, so haben wir als romischer kayser, dem darein zu sehen und in solichem zu handlen geburt, auf die ratschleg und handlung, am jungsten zu Frankfurt verfast und uns furbracht, ein ordnung und satzung, wie und welicher massen hinfur im Hailigen Reich ein gulden munz, die und kein andere in aller handlung, kaufmanschaften, gewerben, contraten, verpflichtungen und bezalungen fur werschaft genomen und gegeben, gemunzt und geschlagen werden soll, deßhalb furgenommen, beschlosen und gemacht. Und gebieten darauf euch allen samentlich und euer yedem besonder von romischer kayserlicher macht hiemit ernstlichen und wollen, das euer iglicher zu entlichem beschlus und vollenzug diser sachen sein rete, der munz verstendig, auf den letsten tag des monats January schierst kumende gegen dem abent mit volkumen gewalt in unser und des Hailigen Reichs stat Worms haben, sinen besigelten reverßbrief nach inhalt diser hiebeygeschickten abschrift [Nr. 525] gegen uberantwurtung der vorberurten unser keyserlichen besigelten ordnung alßbald ubergeben lassen, auch furter alles das, so die notdurft zu guter bestendigkeit derselben ordnung erfordern wurd, zum besten helfen zu ratschlagen und zu handeln ernstlichen bevolhen und euer keyner herin verziehen noch ungehorsam erscheinen wollen. Daran beschicht unser ernstliche meinung. Dann welicher oder weliche under euch, dem oder den Šdiser unser kayserlicher gebotsbrief verkundet oder uberantwurt wirt, dasselb unser gebot verachten und, wie vorstet, nit schicken oder handeln lassen wurde, der oder die sollen alß ungehorsamen ire freiheit des munzens verwurkt haben und derselben zu gebrauchen hinfur in ewig zeit unwirdig und unempfenglich sein. Und ob daruber einer oder meher munzen wurde, der oder dieselben sollen zusampt forgemelter pene in unser und des Hailigen Reichs schwere ungnade und straf, auch die pene, in unser ordnung der munz halber begriffen, verfallen sein. Darnach wist sich ein yeder zu richten. Geben1.

    «Nr. 525 Reversbrief der Münzstände1 – undat. »

    Annahme der Frankfurter Münzordnung.

    I. (undatierte Abschrift des Entwurfs): Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, A-Laden Akten, A 147, Nr. 3, unfol.= Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 18 (leicht beschädigt) = B. Bamberg, StA, A 85, L. 339, Nr. 1094, unfol. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 243, fol. 20–20’. Frankfurt, ISG, Reichssachen II, Nr. 244, fol. 8’. Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Ratskanzlei, E-Laden Akten, Nr. 19, unfol. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22a, fol. 127–127’.

    II. (undatierter Druck): Weimar, HStA, EGA, Reg. U, Nr. 1, fol. 21; 22 = C. München, HStA, K.blau 270/2, fol. 4 = D. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. Innsbruck, TLA, Inkunabeln, Nr. 46. München, HStA, Gemeiners Nachlaß 27, Fasz. 1509, unfol. München, HStA, KÄA 3822, fol. 258. Straßburg, AV, XI 69, unfol.

    III. (Reversbrief der Stadt Straßburg, Or. Perg. m. S., 2.1.1510): Straßburg, AV, CH 376, Urk. 7823 = E.

    Wir, N.a, bekennen offentlich mit disem brief fur uns, unser nachkummen und erben und tun kunt allermeniglich: Als der allerdurchleuchtigster, großmechtigister furst und her, herr Maximilian, romischer kayser, zu allen zeiten merer des Reichs etc.b, unser allergnedigister herr, dem Heiligen Reich, teutŠscher nation, auch allen landen und leuten und sonderlich gemeinen nutz zu wolfart, furdrung und gutem ein lobliche ordnung und satzung der gulden munz furgenommen, beschlossen und gemacht, auch uns und andern stenden des Reichs, so golt zu munzen und zu schlahen haben, dieselben verkundet und zu halten gepoten gehabt hat, alles inhalt irer ksl. Mt. brief, deßhalben außgangen [Nr. 524], das wir demnach zu schuldyger gehorsam irer ksl. Mt. und furderung gemayns nutz in derselben ordnung bewilligt, die angenommen und darauf geredt und versprochen haben, bewilligen und nemen die an, gereden und versprechen auch fur uns, unser nachkummen und erben wissentlich in craft dits briefs, das wir soliche ordenung, sovil uns die beruert, in allen punkten und artikeln stet, vest und unverbrochenlich halten, dawider heimlich noch offentlich nit tun, noch durch yemants, wer der sein, kaynswegs schaffen oder, sovil in uns ist, gestatten, getan werden, sonder dieselben in allen iren inhaltungen und meinungen unsers hochsten vleys getreulich vollenziehen und hanthaben wollen, sonder alle geverd. Das haben wir zu warem urkund unser ingesigel an disen brief tun henken, der geben istc.