Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Š4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen  »

    «Nr. 526 Kf. Uriel von Mainz an Pfgf. Friedrich – St. Martinsburg/Mainz, 27. Juni 1509 »

    München, HStA, K.blau 270/2, fol. 23–23’ (Or., mitwoch nach sant Johanns baptisten).

    Seine bei der Abreise vom Wormser Reichstag zurückgelassenen Räte haben gemeinsam mit den Deputierten der übrigen Stände den Kostenanteil eines jeden Reichsstandes für die dem Hochmeister zugesagte gemeinsame Gesandtschaft mit Räten des Ks. und des Kg. von Ungarn nach Polen festgelegt. Sein Anteil beträgt demnach acht Gulden. Außerdem wurde beschlossen, dass das Geld ihm, dem Ebf., zugesandt werden und er neben den ksl. und kgl. Räten eine geeignete Person abordnen soll. Die Teilnehmer der Gesandtschaft sollen sich zum festgelegten Termin am vereinbarten Treffpunkt treffen und anschließend zum polnischen Kg. reisen, um dort gemäß ihrer Instruktion vorstellig zu werden. Bittet ihn, wie andere Stände auch, seinen Anteil umgehend nach Mainz zu schicken und das Geld, falls er selbst nicht anwesend sein sollte, dem ebfl. Kellerer [Adam Eisenkrämer] auszuhändigen. Es liegt im Interesse der ganzen Christenheit, des Röm. Reiches und jedes einzelnen Reichsstandes, dass bezüglich dieser Gesandtschaft nichts versäumt und die dem Hochmeister gegebene Zusage eingehalten wird.

    «Nr. 527 Instruktion HM Friedrichs von Sachsen für Georg Truchsess von Wetzhausen als Gesandten zu den Regenten in Preußen – [Rochlitz,] 3. August 1509 »

    [1.] Verhandlungen auf dem Wormser Reichstag über die Unterstützung des Deutschen Ordens gegen Polen; [2.] Entschuldigung für die verzögerte Informierung der Regenten.

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 30, pag. 65–72, hier 65–66 (Kop., freitag nach vincula Petri) = Textvorlage A. Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 28, pag. 271–278, hier 271–273 (Kop., den Regenten nach dem mündlichen Vortrag vom 18.9. [dinstags nach exaltacionis sancte crucis] übergebenes Exemplar) = B.

    [1.] Wie sie wissen, hat er persönlich am ksl. Reichstag zu Worms teilgenommen. Er hat den ksl. Kommissaren, Kff., Ff. und Ständen in Abwesenheit der städtischen Gesandten ausführlich seine Situation und die des Ordens dargelegt, ebenso der dort gesondert versammelten Ritterschaft. Er hat gebeten, sich seine Beschwerden zu Herzen zu nehmen, die Bedeutung des Ordens und Preußens für das Hl. Reich und die deutsche Ritterschaft zu bedenken und auch zu berücksichtigen, dass er sich im Interesse des Reiches mit dem Orden in diese gefährliche Situation eingelassen hat. Er hat um Rat gebeten, damit er und der Orden nicht in noch größere Schwierigkeiten geraten und die aktuelle Gefahr überstehen, und auch darum, dem Orden im Falle eines polnischen Angriffs beizustehen. Daraufhin erhielt er die in Abschrift beiliegende Antwort [Nr. 300]. Die versammelte Ritterschaft hat erklärt, dass sie den Vortrag dieser Beschwerden an Ks. und Reichsversammlung begrüßen, die zweifellos Šraten werden, das best vorzunemen. Falls der Orden von Polen angegriffen werde, wolten sie bei uns und unserm orden tun, wie von iren vorfarn gescheen, damit sie das hulfen erhalten, das von iren vorfarn, ynen allen zugut, gewonnen und erobert wer worden. Er hat sich bedankt und ist dann vom Reichstag abgereist.

    [2.] Er konnte sie nicht früher informieren, zum einen, weil der von den Reichsständen damit betraute Ebf. von Mainz ihm erst vor kurzem die Schreiben an den Papst und an den Kg. von Ungarn zugeschickt hat.1Zum anderen hat der Kg. von Ungarn an seinen Bruder, Hg. Georg von Sachsen, geschrieben, dass der polnische Kg. ihm seiner Erwartung nach Vermittlungsverhandlungen gestatten werde; er werde deshalb bis zum 29. September (Michaelis)in Böhmen bleiben. So wartet er auf weitere Nachrichten, wird währenddessen aber auch nicht untätig bleiben. Sowie etwas geschieht, wird er sie umgehend durch einen Gesandten informieren. Wäre er nicht durch die geschilderten Umstände daran gehindert worden, hätte er schon früher jemanden zu ihnen geschickt. Immerhin konnte er den Ebf. von Riga [Jasper Linde] während seines Besuches damit beauftragen, den Ordensmeister in Livland [Wolter von Plettenberg] zu informieren. […].

    «Nr. 528 HM Friedrich von Sachsen an den General-Prokurator des Ordens bei der Kurie, Dr. Johann Kitzscher – [Rochlitz], 5. August 1509 »

    Verhandlungen an der Kurie zur Umsetzung der Wormser Beschlüsse bezüglich des Deutschen Ordens.

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 206–208, 210–211 (Kop., sontag nach vincula Petri).

    Teilt mit, dass er auf dem ksl. Reichstag in Worms war. Die Ergebnisse für den Orden kann er dem beigelegten Schriftstück [Nr. 300] entnehmen. Er sah sich daraufhin veranlasst, von der Weiterleitung des von ihm, Kitzscher, übersandten päpstlichen Breves1abzusehen. Er soll dies ggf. gegenüber dem Papst entschuldigen. Die Initiative von Ks. und Reich erscheint ihm erfolgversprechender. Er geht davon aus, dass der Ks. gemäß dem Wormser Beschluss die Angelegenheit in Kürze durch eine Gesandtschaft oder seinen Vertreter an der Kurie2beim Papst vorbringen wird. ŠSicherheitshalber will er den Ks. jetzt zusätzlich durch einen Gesandten dazu auffordern, welcher ihn, Kitzscher, dann über das Ergebnis seiner Mission informieren wird. Er soll seinerseits den ksl. Vertreter an der Kurie drängen, möglichst bald und nachdrücklich beim Papst vorstellig zu werden. Sowie das [neue] päpstliche Breve an den polnischen Kg. ausgefertigt ist, soll er es unverzüglich an ihn, den Hochmeister, schicken. Die ksl. Gesandtschaft soll am 11. November (Martini)in Breslau (Presla)den Kg. von Ungarn-Böhmen treffen und anschließend zum polnischen Kg. weiterreisen. Sollte der ksl. Gesandte nach Rom nicht ausreichend über die Situation des Ordens informiert sein, ist er, Kitzscher, gehalten, dies zu korrigieren. In Worms wurde erwogen, dass neben dem Ks., auch er, der Hochmeister, an den Papst schreiben soll [Nrr. 298, Pkt. 4; 300, Pkt. 3]. Dies erscheint ihm aber nicht erforderlich. Für den Fall, dass er, Kitzscher, eventuell aufgrund von Beratungen mit dem Ordensprotektor [Raffaele Riario], zu einer anderen Auffassung gelangt, übersendet er ihm einen an den Papst adressierten Kredenzbrief. Er soll diesen dann über die Entscheidungen des ksl. Reichstages zu Worms bezüglich des Ordens unterrichten und die Hoffnung bekunden, dass den Beschwerden des Hochmeisters und des Ordens abgeholfen werden kann, wenn der Papst sich mit dem Ks., dem Kg. von Ungarn-Böhmen und den Reichsständen auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Er schickt ein entsprechendes Schreiben an den Protektor3, wie er der beiliegenden Abschrift entnehmen kann. [Weitere Angelegenheiten des Ordens]. Übersendet ihm außerdem für den Fall einer Zusammenkunft von Ks. und Papst ein an ersteren adressiertes Kredenzschreiben. Er soll sich für die Umsetzung der Wormser Beschlüsse einsetzen. Falls der polnische Kg. die Vermittlungsinitiative zurückweisen sollte, soll er sich beim Papst und beim Ks. um Hilfe bemühen.

    «Nr. 529 HM Friedrich von Sachsen an den Landkomtur an der Etsch, Heinrich von Knöringen – [Rochlitz], 7. August 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 211–213 (Kop., dinstag am tag Donati).

    Er war in seinen eigenen und den Angelegenheiten des Ordens persönlich auf dem ksl. Reichstag in Worms, wo er von den versammelten ksl. Räten, Kff., Ff. und Ständen einen Bescheid [Nr. 300] erhielt. Außerdem wurde ein Schreiben an den Papst erstellt, wie er aus beiliegender Abschrift entnehmen kann.1Er bittet ihn, sich unverzüglich zum Ks. zu begeben und diesen gemäß beiliegender Instruktion [Nr. 530] zu bitten, zum Wohle des Hochmeisters und des Ordens zu verfahren und gemäß dem Wormser Beschluss die Übersendung der Briefe von Ks. und Reich an den Papst und einer entsprechenden Weisung an den ksl. Orator in Rom [Wolfgang ŠBoecklin], jeweils zu Händen Johann Kitzschers, der Befehl zur Weiterleitung an den ksl. Gesandten oder Orator erhalten soll, zu veranlassen. […]. Er gibt ihm außerdem für Serntein eine mit Marderpelz besetzte Schaube mit, die er diesem mit der Bitte übergeben soll, sich beim Ks. weiterhin für die Belange des Hochmeisters und des Ordens einzusetzen2.

    «Nr. 530 Instruktion HM Friedrichs von Sachsen für Heinrich von Knöringen als Gesandten zu Ks. Maximilian – [Rochlitz, 7. August 1509] »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 30, pag. 73–74 (undat. Kop.).

    Der Hochmeister hat sich in der Hoffnung auf die persönliche Anwesenheit des Ks. zum Wormser Reichstag begeben. Der Ks. war jedoch aufgrund seiner vielfältigen Inanspruchnahme daran gehindert. Er hat deshalb seine und des Ordens Beschwerden gegen Polen, wie schon bei früheren Gelegenheiten dem Ks., nun den Kff., Ff. und Reichsständen vorgetragen. Gemeinsam mit den ksl. Kommissaren gaben diese daraufhin eine Erklärung hinsichtlich der Beilegung des Konflikts ab [Nr. 300], die der Gesandte zur Information mitführt. Man einigte sich darauf, dass der Ks. sowie die Kff., Ff. und Stände den Papst durch den ksl. Sollizitator [Wolfgang Boecklin] über die Beschwerden des Ordens und ihre diesbezüglichen Beschlüsse unterrichten. Der Papst soll gebeten werden, den polnischen Kg. schriftlich zur Annahme der Vermittlungsinitiative aufzufordern und diesem auch seine Teilnahme an den Schiedsverhandlungen durch eine eigene Gesandtschaft neben Ks. und Reichsständen anzukündigen. Er, der Hochmeister, bittet den Ks., dieses Anliegen durch einen Gesandten oder den ksl. Sollizitator dem Papst zu übermitteln, selbst rechtzeitig zum 11. November (Martini)einen eigenen Gesandten nach Breslau (Presla)und von dort weiter zum Kg. von Ungarn-Böhmen zu schicken und schließlich der Gesandtschaft von Ks. und Reich die Reise zum polnischen Kg. zu gestatten.

    «Nr. 531 HM Friedrich von Sachsen an Ebf. Uriel von Mainz – [Rochlitz], 8. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 218 (Kop., montag nach Francisci).

    Vor kurzem ging ihm die Antwort des Kg. von Ungarn-Böhmen auf das Schreiben der Kff., Ff. und Stände des Reichs zu.1Er hat es in der besten Absicht geöffnet und leitet es nunmehr an ihn weiter. Bittet, seine Vorgehensweise zu entschuldigen. Aus dem Schreiben geht hervor, dass der Kg. eingewilligt hat, neben Ks. und Reichsständen Gesandte zum polnischen Kg. zu schicken. Seine eigenen Gesandten, deren Rückkehr er täglich erwartet, halten sich beim Papst und beim Ks. auf. Bittet Šihn, den Bevollmächtigten des Reiches gemäß dem Wormser Beschluss rechtzeitig loszuschicken, sodass er bis zum 10. November (sandt Mertens abend)in Breslau (Presla)eintrifft. Seine Reiseroute soll über Rochlitz führen, damit er, der Hochmeister, ihn, wie dies ebenfalls in Worms vereinbart wurde, ausführlich über die Angelegenheit informieren kann. Das Geld, das er bei den Freunden des Ordens sammeln sollte, wird der Gesandte bei ihm vorfinden. Bittet, sich freundlich und gutwillig zu erzeigen, woran er in Anbetracht der Bedeutung der Angelegenheit für ihn selbst und den Orden keinen Zweifel hegt.

    [PS] Für den Fall, dass der Ks. durch die Vielzahl seiner Obliegenheiten daran gehindert werden sollte, sich an der Gesandtschaft zu beteiligen, bittet er um Weisung an den Gesandten der Reichsstände, notfalls nur mit dem ungarischen Vertreter weiterzureisen.2

    «Nr. 532 HM Friedrich von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen – Rochlitz, 29. Oktober 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 9943/22, unfol. (Or., montag nach Simonis et Jude) = Textvorlage A. Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 228 (Kop.) = B.

    Der Landkomtur der Ballei Etsch, Heinrich von Knöringen, hat ihm schriftlich mitgeteilt1, dass der Ks. sich ihm gegenüber hinsichtlich der Worms Beschlüsse in den Ordensangelegenheiten gnädig erzeigt und den ksl. Pfleger zu Eisenstadt und Scharfeneck (Scharpfenrügk), Dr. Veit von Fürst, zum 11. November (Martini)nach Breslau abgefertigt hat. Fürst wird von dort gemeinsam mit dem täglich hier [in Rochlitz] erwarteten Gesandten der Reichsstände weiter zum polnischen Kg. ziehen. Der Ks. hat außerdem, wie dies in Worms befürwortet wurde, an den Papst und den Kardinal von S. Croce [Bernardino López de Carvajal] geschrieben. Mit dem Eintreffen ihrer Antwort rechnet er ebenfalls täglich. […].

    «Nr. 533 HM Friedrich von Sachsen an Dr. Veit von Fürst – [Rochlitz], 4. November 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 230 (Kop., eodem die [= sonntag nach aller cristglaubigen zelen tag]).

    Laut Mitteilung des Ks. nimmt er gemäß dem Beschluss des ksl. Reichstages zu Worms neben dem Bevollmächtigten des Kg. von Ungarn-Böhmen und neben Dr. ŠKüchenmeister als Vertreter des Reiches an der Gesandtschaft zum polnischen Kg. teil. Er selbst hat, wie von Ks. und Reichsständen gewünscht, Küchenmeister bereits über die Angelegenheit unterrichtet. Dieser wird ihm, Fürst, Mitteilung davon machen. Bittet ihn, gemeinsam mit Küchenmeister im Interesse des Ordens auf eine einvernehmliche Beilegung des Streits hinzuarbeiten.

    «Nr. 534 HM Friedrich von Sachsen an den Ordensmeister in Livland [Wolter von Plettenberg] – [Rochlitz], 7. November 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 238–240 (Kop., eadem die [= mitwochen nach Leonhardi]).

    Druck: Liv-, Est- und Kurländisches UrkundenbuchII/3, Nr. 709, S. 508f.

    [...]. Er hat ihm durch den Ebf. von Riga eröffnet, dass er es für erforderlich halte, den Papst, den Ks. und das Hl. Reich über seine, des Ordensmeisters, Beweggründe für den Abschluss des Beifriedens mit dem Großfürsten [Wassili] von Moskau1zu informieren. Was er dabei tun könne, werde er auf seinen Wunsch hin gerne tun. Falls dies noch nicht geschehen ist, empfiehlt er ihm, nicht länger zu warten, damit dem Orden nicht üble Nachrede oder Vorwürfe daraus entstehen, wie ihm dies seitens einiger Ff. bereits widerfahren ist. Er bedauert seine lange Abwesenheit von den Ordenslanden, konnte daran aber aus triftigen Gründen bislang nichts ändern. Die Gesandten des Ks., des Kg. von Ungarn-Böhmen und des Hl. Reiches sind, wie auf dem ksl. Reichstag zu Worms beschlossen, auf dem Weg zum Kg. von Polen. Über das Ergebnis ihrer Mission wird er ihn unterrichten. Anschließend wird er mit ihm sowie den Prälaten und Gebietigern über das weitere Vorgehen beraten. Er ersucht ihn deshalb, mit den Litauern vorläufig Geduld zu haben und keine Schritte gegen sie zu unternehmen, da dies die Verhandlungen mit dem polnischen Kg. gefährden könnte.2

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/III4/pages

    Anmerkungen

    1
     Bereits am 13.7. hatte sich der Hochmeister bei Ludwig von Seinsheim nach dem Verbleib der Dokumente erkundigt. Seinsheim hatte dem Ordenskanzler Dietrich von Werthern zugesagt, die Schriftstücke unverzüglich nach Erhalt aus der Mainzer Kanzlei an den Hochmeister weiterzuleiten (Kop., freitags sanct Margarethen tag; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 26, fol. 196–197). Mit Schreiben vom 26.7. konnte HM Friedrich schließlich den Eingang der Briefe am 25.7. bestätigen und kündigte als Geschenk für den Mainzer Kanzler [Johann von Dalheim] einen Marderpelz an (Kop.; ebd., fol. 199).
    1
     Breve an Kg. Wladislaw von Polen vom 30.3.1509 [Nachweis siehe Nr. 131, Anm. 1].
    2
     Es handelt sich um Dr. Wolfgang Boecklin (Knod, Studenten, Nr. 353, S. 52). Er ist bereits für Febr./März 1509 als ksl. Sollizitator in Rom nachweisbar (erwähnt in einer Weisung HM Friedrichs von Sachsen an Dr. Johann Kitzscher, Kop., mitwochen nach reminiscere[7.3.]1509; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 167–168, hier 168). Mit Schreiben vom 20.4. avisierte Ks. Maximilian seinen Orator dem päpstl. Rat Costantino Arianiti (lat. Konz. mit ex.-Verm.; HHStA Wien, Maximiliana 42, Fasz. IV/4, fol. 100–103, hier 103).
    3
     Liegt nicht vor.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Entsprechendes Schreiben des HM an Zyprian von Serntein vom 7.8.1509 (Kop., eadem die [= dinstag am tag Donati]; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 213).
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Am gleichen Tag schrieb der HM an den Mainzer Kanzler Johann von Dalheim. Er bedankte sich für seinen bewiesenen Einsatz in den Angelegenheiten des Ordens – worüber ihm seine in Worms zurückgelassenen Vertreter und Ludwig von Seinsheim berichtet hatten – und bat ihn, sich bei Ebf. Uriel dafür zu verwenden, dass eine geeignete Persönlichkeit für die Reichsgesandtschaft ausgewählt und auch pünktlich in Marsch gesetzt würde. Seine Dankbarkeit drückte der HM mit einem Marderpelz aus (Kop., eadem die [= montag nach Francisci]; GStA Berlin, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 219).
    1
     Liegt nicht vor.
    1
     14-jähriger Beifriede des Ordensmeisters in Livland [Wolter von Plettenberg], des Ebf. von Riga [Jasper Linde] und der anderen Bff. mit den russ. Statthaltern von Nowgorod und Pskow vom 25.3.1509 (Druck:Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch II/3, Nrr. 583f., S. 418–424, 424–430; Napiersky, Urkunden, Nr. CCCVI, S. 257–263). Vgl. Lenz, Politik, S. 85f.
    2
     Kg. Sigismund erklärte gegenüber den Gesandten seine Einwilligung zu Vermittlungsverhandlungen auf einem Kongress in Posen im Juni 1510 durch den Papst, Ks. Maximilian und Kg. Wladislaw von Ungarn. Vgl. Seyboth, RTA-MR XI/1, Nrr. 201229; Forstreuter, Ordensstaat, S. 40–45; Zivier, Geschichte I, S. 55f.

    Anmerkungen

    Faksimiles der Druckseiten: Durch Verschieben der Spaltenteiler wird das Faksimile vergrößert. Durch einen Klick öffnet sich die seitenweise Blätterfunktion.

    Verweise auf Dokumente der Edition sowie weitere Ressourcen im Web.

    Registereinträge, die auf die Seite(n) dieses Dokuments verweisen.

    Erneute Fassung des Dokuments zum parallelen Lesen.

    « Š4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen  »

    «Nr. 526 Kf. Uriel von Mainz an Pfgf. Friedrich – St. Martinsburg/Mainz, 27. Juni 1509 »

    München, HStA, K.blau 270/2, fol. 23–23’ (Or., mitwoch nach sant Johanns baptisten).

    Seine bei der Abreise vom Wormser Reichstag zurückgelassenen Räte haben gemeinsam mit den Deputierten der übrigen Stände den Kostenanteil eines jeden Reichsstandes für die dem Hochmeister zugesagte gemeinsame Gesandtschaft mit Räten des Ks. und des Kg. von Ungarn nach Polen festgelegt. Sein Anteil beträgt demnach acht Gulden. Außerdem wurde beschlossen, dass das Geld ihm, dem Ebf., zugesandt werden und er neben den ksl. und kgl. Räten eine geeignete Person abordnen soll. Die Teilnehmer der Gesandtschaft sollen sich zum festgelegten Termin am vereinbarten Treffpunkt treffen und anschließend zum polnischen Kg. reisen, um dort gemäß ihrer Instruktion vorstellig zu werden. Bittet ihn, wie andere Stände auch, seinen Anteil umgehend nach Mainz zu schicken und das Geld, falls er selbst nicht anwesend sein sollte, dem ebfl. Kellerer [Adam Eisenkrämer] auszuhändigen. Es liegt im Interesse der ganzen Christenheit, des Röm. Reiches und jedes einzelnen Reichsstandes, dass bezüglich dieser Gesandtschaft nichts versäumt und die dem Hochmeister gegebene Zusage eingehalten wird.

    «Nr. 527 Instruktion HM Friedrichs von Sachsen für Georg Truchsess von Wetzhausen als Gesandten zu den Regenten in Preußen – [Rochlitz,] 3. August 1509 »

    [1.] Verhandlungen auf dem Wormser Reichstag über die Unterstützung des Deutschen Ordens gegen Polen; [2.] Entschuldigung für die verzögerte Informierung der Regenten.

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 30, pag. 65–72, hier 65–66 (Kop., freitag nach vincula Petri) = Textvorlage A. Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 28, pag. 271–278, hier 271–273 (Kop., den Regenten nach dem mündlichen Vortrag vom 18.9. [dinstags nach exaltacionis sancte crucis] übergebenes Exemplar) = B.

    [1.] Wie sie wissen, hat er persönlich am ksl. Reichstag zu Worms teilgenommen. Er hat den ksl. Kommissaren, Kff., Ff. und Ständen in Abwesenheit der städtischen Gesandten ausführlich seine Situation und die des Ordens dargelegt, ebenso der dort gesondert versammelten Ritterschaft. Er hat gebeten, sich seine Beschwerden zu Herzen zu nehmen, die Bedeutung des Ordens und Preußens für das Hl. Reich und die deutsche Ritterschaft zu bedenken und auch zu berücksichtigen, dass er sich im Interesse des Reiches mit dem Orden in diese gefährliche Situation eingelassen hat. Er hat um Rat gebeten, damit er und der Orden nicht in noch größere Schwierigkeiten geraten und die aktuelle Gefahr überstehen, und auch darum, dem Orden im Falle eines polnischen Angriffs beizustehen. Daraufhin erhielt er die in Abschrift beiliegende Antwort [Nr. 300]. Die versammelte Ritterschaft hat erklärt, dass sie den Vortrag dieser Beschwerden an Ks. und Reichsversammlung begrüßen, die zweifellos Šraten werden, das best vorzunemen. Falls der Orden von Polen angegriffen werde, wolten sie bei uns und unserm orden tun, wie von iren vorfarn gescheen, damit sie das hulfen erhalten, das von iren vorfarn, ynen allen zugut, gewonnen und erobert wer worden. Er hat sich bedankt und ist dann vom Reichstag abgereist.

    [2.] Er konnte sie nicht früher informieren, zum einen, weil der von den Reichsständen damit betraute Ebf. von Mainz ihm erst vor kurzem die Schreiben an den Papst und an den Kg. von Ungarn zugeschickt hat.1Zum anderen hat der Kg. von Ungarn an seinen Bruder, Hg. Georg von Sachsen, geschrieben, dass der polnische Kg. ihm seiner Erwartung nach Vermittlungsverhandlungen gestatten werde; er werde deshalb bis zum 29. September (Michaelis)in Böhmen bleiben. So wartet er auf weitere Nachrichten, wird währenddessen aber auch nicht untätig bleiben. Sowie etwas geschieht, wird er sie umgehend durch einen Gesandten informieren. Wäre er nicht durch die geschilderten Umstände daran gehindert worden, hätte er schon früher jemanden zu ihnen geschickt. Immerhin konnte er den Ebf. von Riga [Jasper Linde] während seines Besuches damit beauftragen, den Ordensmeister in Livland [Wolter von Plettenberg] zu informieren. […].

    «Nr. 528 HM Friedrich von Sachsen an den General-Prokurator des Ordens bei der Kurie, Dr. Johann Kitzscher – [Rochlitz], 5. August 1509 »

    Verhandlungen an der Kurie zur Umsetzung der Wormser Beschlüsse bezüglich des Deutschen Ordens.

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 206–208, 210–211 (Kop., sontag nach vincula Petri).

    Teilt mit, dass er auf dem ksl. Reichstag in Worms war. Die Ergebnisse für den Orden kann er dem beigelegten Schriftstück [Nr. 300] entnehmen. Er sah sich daraufhin veranlasst, von der Weiterleitung des von ihm, Kitzscher, übersandten päpstlichen Breves1abzusehen. Er soll dies ggf. gegenüber dem Papst entschuldigen. Die Initiative von Ks. und Reich erscheint ihm erfolgversprechender. Er geht davon aus, dass der Ks. gemäß dem Wormser Beschluss die Angelegenheit in Kürze durch eine Gesandtschaft oder seinen Vertreter an der Kurie2beim Papst vorbringen wird. ŠSicherheitshalber will er den Ks. jetzt zusätzlich durch einen Gesandten dazu auffordern, welcher ihn, Kitzscher, dann über das Ergebnis seiner Mission informieren wird. Er soll seinerseits den ksl. Vertreter an der Kurie drängen, möglichst bald und nachdrücklich beim Papst vorstellig zu werden. Sowie das [neue] päpstliche Breve an den polnischen Kg. ausgefertigt ist, soll er es unverzüglich an ihn, den Hochmeister, schicken. Die ksl. Gesandtschaft soll am 11. November (Martini)in Breslau (Presla)den Kg. von Ungarn-Böhmen treffen und anschließend zum polnischen Kg. weiterreisen. Sollte der ksl. Gesandte nach Rom nicht ausreichend über die Situation des Ordens informiert sein, ist er, Kitzscher, gehalten, dies zu korrigieren. In Worms wurde erwogen, dass neben dem Ks., auch er, der Hochmeister, an den Papst schreiben soll [Nrr. 298, Pkt. 4; 300, Pkt. 3]. Dies erscheint ihm aber nicht erforderlich. Für den Fall, dass er, Kitzscher, eventuell aufgrund von Beratungen mit dem Ordensprotektor [Raffaele Riario], zu einer anderen Auffassung gelangt, übersendet er ihm einen an den Papst adressierten Kredenzbrief. Er soll diesen dann über die Entscheidungen des ksl. Reichstages zu Worms bezüglich des Ordens unterrichten und die Hoffnung bekunden, dass den Beschwerden des Hochmeisters und des Ordens abgeholfen werden kann, wenn der Papst sich mit dem Ks., dem Kg. von Ungarn-Böhmen und den Reichsständen auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Er schickt ein entsprechendes Schreiben an den Protektor3, wie er der beiliegenden Abschrift entnehmen kann. [Weitere Angelegenheiten des Ordens]. Übersendet ihm außerdem für den Fall einer Zusammenkunft von Ks. und Papst ein an ersteren adressiertes Kredenzschreiben. Er soll sich für die Umsetzung der Wormser Beschlüsse einsetzen. Falls der polnische Kg. die Vermittlungsinitiative zurückweisen sollte, soll er sich beim Papst und beim Ks. um Hilfe bemühen.

    «Nr. 529 HM Friedrich von Sachsen an den Landkomtur an der Etsch, Heinrich von Knöringen – [Rochlitz], 7. August 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 211–213 (Kop., dinstag am tag Donati).

    Er war in seinen eigenen und den Angelegenheiten des Ordens persönlich auf dem ksl. Reichstag in Worms, wo er von den versammelten ksl. Räten, Kff., Ff. und Ständen einen Bescheid [Nr. 300] erhielt. Außerdem wurde ein Schreiben an den Papst erstellt, wie er aus beiliegender Abschrift entnehmen kann.1Er bittet ihn, sich unverzüglich zum Ks. zu begeben und diesen gemäß beiliegender Instruktion [Nr. 530] zu bitten, zum Wohle des Hochmeisters und des Ordens zu verfahren und gemäß dem Wormser Beschluss die Übersendung der Briefe von Ks. und Reich an den Papst und einer entsprechenden Weisung an den ksl. Orator in Rom [Wolfgang ŠBoecklin], jeweils zu Händen Johann Kitzschers, der Befehl zur Weiterleitung an den ksl. Gesandten oder Orator erhalten soll, zu veranlassen. […]. Er gibt ihm außerdem für Serntein eine mit Marderpelz besetzte Schaube mit, die er diesem mit der Bitte übergeben soll, sich beim Ks. weiterhin für die Belange des Hochmeisters und des Ordens einzusetzen2.

    «Nr. 530 Instruktion HM Friedrichs von Sachsen für Heinrich von Knöringen als Gesandten zu Ks. Maximilian – [Rochlitz, 7. August 1509] »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 30, pag. 73–74 (undat. Kop.).

    Der Hochmeister hat sich in der Hoffnung auf die persönliche Anwesenheit des Ks. zum Wormser Reichstag begeben. Der Ks. war jedoch aufgrund seiner vielfältigen Inanspruchnahme daran gehindert. Er hat deshalb seine und des Ordens Beschwerden gegen Polen, wie schon bei früheren Gelegenheiten dem Ks., nun den Kff., Ff. und Reichsständen vorgetragen. Gemeinsam mit den ksl. Kommissaren gaben diese daraufhin eine Erklärung hinsichtlich der Beilegung des Konflikts ab [Nr. 300], die der Gesandte zur Information mitführt. Man einigte sich darauf, dass der Ks. sowie die Kff., Ff. und Stände den Papst durch den ksl. Sollizitator [Wolfgang Boecklin] über die Beschwerden des Ordens und ihre diesbezüglichen Beschlüsse unterrichten. Der Papst soll gebeten werden, den polnischen Kg. schriftlich zur Annahme der Vermittlungsinitiative aufzufordern und diesem auch seine Teilnahme an den Schiedsverhandlungen durch eine eigene Gesandtschaft neben Ks. und Reichsständen anzukündigen. Er, der Hochmeister, bittet den Ks., dieses Anliegen durch einen Gesandten oder den ksl. Sollizitator dem Papst zu übermitteln, selbst rechtzeitig zum 11. November (Martini)einen eigenen Gesandten nach Breslau (Presla)und von dort weiter zum Kg. von Ungarn-Böhmen zu schicken und schließlich der Gesandtschaft von Ks. und Reich die Reise zum polnischen Kg. zu gestatten.

    «Nr. 531 HM Friedrich von Sachsen an Ebf. Uriel von Mainz – [Rochlitz], 8. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 218 (Kop., montag nach Francisci).

    Vor kurzem ging ihm die Antwort des Kg. von Ungarn-Böhmen auf das Schreiben der Kff., Ff. und Stände des Reichs zu.1Er hat es in der besten Absicht geöffnet und leitet es nunmehr an ihn weiter. Bittet, seine Vorgehensweise zu entschuldigen. Aus dem Schreiben geht hervor, dass der Kg. eingewilligt hat, neben Ks. und Reichsständen Gesandte zum polnischen Kg. zu schicken. Seine eigenen Gesandten, deren Rückkehr er täglich erwartet, halten sich beim Papst und beim Ks. auf. Bittet Šihn, den Bevollmächtigten des Reiches gemäß dem Wormser Beschluss rechtzeitig loszuschicken, sodass er bis zum 10. November (sandt Mertens abend)in Breslau (Presla)eintrifft. Seine Reiseroute soll über Rochlitz führen, damit er, der Hochmeister, ihn, wie dies ebenfalls in Worms vereinbart wurde, ausführlich über die Angelegenheit informieren kann. Das Geld, das er bei den Freunden des Ordens sammeln sollte, wird der Gesandte bei ihm vorfinden. Bittet, sich freundlich und gutwillig zu erzeigen, woran er in Anbetracht der Bedeutung der Angelegenheit für ihn selbst und den Orden keinen Zweifel hegt.

    [PS] Für den Fall, dass der Ks. durch die Vielzahl seiner Obliegenheiten daran gehindert werden sollte, sich an der Gesandtschaft zu beteiligen, bittet er um Weisung an den Gesandten der Reichsstände, notfalls nur mit dem ungarischen Vertreter weiterzureisen.2

    «Nr. 532 HM Friedrich von Sachsen an Hg. Georg von Sachsen – Rochlitz, 29. Oktober 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 9943/22, unfol. (Or., montag nach Simonis et Jude) = Textvorlage A. Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 228 (Kop.) = B.

    Der Landkomtur der Ballei Etsch, Heinrich von Knöringen, hat ihm schriftlich mitgeteilt1, dass der Ks. sich ihm gegenüber hinsichtlich der Worms Beschlüsse in den Ordensangelegenheiten gnädig erzeigt und den ksl. Pfleger zu Eisenstadt und Scharfeneck (Scharpfenrügk), Dr. Veit von Fürst, zum 11. November (Martini)nach Breslau abgefertigt hat. Fürst wird von dort gemeinsam mit dem täglich hier [in Rochlitz] erwarteten Gesandten der Reichsstände weiter zum polnischen Kg. ziehen. Der Ks. hat außerdem, wie dies in Worms befürwortet wurde, an den Papst und den Kardinal von S. Croce [Bernardino López de Carvajal] geschrieben. Mit dem Eintreffen ihrer Antwort rechnet er ebenfalls täglich. […].

    «Nr. 533 HM Friedrich von Sachsen an Dr. Veit von Fürst – [Rochlitz], 4. November 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 230 (Kop., eodem die [= sonntag nach aller cristglaubigen zelen tag]).

    Laut Mitteilung des Ks. nimmt er gemäß dem Beschluss des ksl. Reichstages zu Worms neben dem Bevollmächtigten des Kg. von Ungarn-Böhmen und neben Dr. ŠKüchenmeister als Vertreter des Reiches an der Gesandtschaft zum polnischen Kg. teil. Er selbst hat, wie von Ks. und Reichsständen gewünscht, Küchenmeister bereits über die Angelegenheit unterrichtet. Dieser wird ihm, Fürst, Mitteilung davon machen. Bittet ihn, gemeinsam mit Küchenmeister im Interesse des Ordens auf eine einvernehmliche Beilegung des Streits hinzuarbeiten.

    «Nr. 534 HM Friedrich von Sachsen an den Ordensmeister in Livland [Wolter von Plettenberg] – [Rochlitz], 7. November 1509 »

    Berlin, GStA, Ordensfoliant Nr. 26, pag. 238–240 (Kop., eadem die [= mitwochen nach Leonhardi]).

    Druck: Liv-, Est- und Kurländisches UrkundenbuchII/3, Nr. 709, S. 508f.

    [...]. Er hat ihm durch den Ebf. von Riga eröffnet, dass er es für erforderlich halte, den Papst, den Ks. und das Hl. Reich über seine, des Ordensmeisters, Beweggründe für den Abschluss des Beifriedens mit dem Großfürsten [Wassili] von Moskau1zu informieren. Was er dabei tun könne, werde er auf seinen Wunsch hin gerne tun. Falls dies noch nicht geschehen ist, empfiehlt er ihm, nicht länger zu warten, damit dem Orden nicht üble Nachrede oder Vorwürfe daraus entstehen, wie ihm dies seitens einiger Ff. bereits widerfahren ist. Er bedauert seine lange Abwesenheit von den Ordenslanden, konnte daran aber aus triftigen Gründen bislang nichts ändern. Die Gesandten des Ks., des Kg. von Ungarn-Böhmen und des Hl. Reiches sind, wie auf dem ksl. Reichstag zu Worms beschlossen, auf dem Weg zum Kg. von Polen. Über das Ergebnis ihrer Mission wird er ihn unterrichten. Anschließend wird er mit ihm sowie den Prälaten und Gebietigern über das weitere Vorgehen beraten. Er ersucht ihn deshalb, mit den Litauern vorläufig Geduld zu haben und keine Schritte gegen sie zu unternehmen, da dies die Verhandlungen mit dem polnischen Kg. gefährden könnte.2