Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    « Š5. Angelegenheiten der Reichsstände  »

    «5.1. Rheinische Kurfürsten  »

    «Nr. 535 Probationsabschied der rheinischen Kff.– Bonn, 30. Juli 1509 »

    Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 957, fol. 135–138’ (Kop., montag nach sant Jacobs tag).

    […]. Aus triftigen Gründen wurde der für den 23. April (montag nach misericordia Domini)nach Bonn anberaumte Probationstag auf den jetzigen Termin verschoben.1Während des Wormser Reichstages wurde vereinbart, dass der Hg. von Jülich und der Lgf. von Hessen Räte zu diesem Probationstag abordnen sollen, um die auf dem Reichstag mündlich abgesprochenen Verträge zu schließen.2Die Jülicher Gesandten sind allerdings ausgeblieben. Aufgrund der unzureichenden Bevollmächtigung der hessischen Räte konnte mit ihnen lediglich vereinbart werden, dass sie die Statthalter über diesen Mangel informieren und sie auffordern sollen, ihre Gesandten zu dem auf den 3. September angesetzten ksl. Münztag in Frankfurt mit den abschließenden Verhandlungen gemäß der Wormser Abrede zu betrauen. Alternativ käme als Termin der am 29. September (Michahelis)in Mainz stattfindende Probationstag in Frage. Die hessischen Räte haben zugesagt, dass entweder bevollmächtigte Gesandte nach Frankfurt geschickt würden oder dort wenigstens das Einverständnis zu abschließenden Verhandlungen auf dem Mainzer Tag erklärt werde. Da Verhandlungen mit Jülich nicht möglich waren, sollen die Kurkölner Statthalter und der Ebf. von Trier mit Hg. Wilhelm über den Beitritt zur Münzeinung verhandeln. Falls der Hg. damit einverstanden ist, soll er wie Hessen Räte zu den genannten Orten [Frankfurt bzw. Mainz] abordnen. [Probation unterwertiger Mainzer Münzen].

    «Nr. 536 Probationsabschied der rheinischen Kff.– Mainz, 1. Oktober 1509 »

    Verhandlungen über die Aufnahme des Hm. Jülich und der Lgft. Hessen in die kurrheinische Münzeinung.

    Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 957, fol. 153–155’ (Kop., montag nach Michaelis).

    Der hgl. Jülicher Gesandte Friedrich von Brambach erschien gemäß Wormser Abschied vor den Räten der vier Kff. Er war allerdings nicht zum Abschluss der Verhandlungen bevollmächtigt, sondern sollte sich lediglich über den kurrheinischen Münzvertrag informieren und dem Hg. anschließend Bericht erstatten. Dem Gesandten wurde die Lektüre des Vertrages gestattet und eine Abschrift übergeben. ŠDer Hg. soll seine Zu- oder Absage binnen eines Monats an den Kf. von Mainz übermitteln, der dann die übrigen [rheinischen] Kff. informieren wird.

    Für die hessische Statthalterregierung waren als bevollmächtigte Gesandte der Amtmann zu Darmstadt, Batt Horneck von Hornberg, der Amtmann zu Eppstein, Jost von Draxdorf, der Münzmeister Philipp Hogelin und der Wardein Wilhelm [Fritzlar] (Goltschmidt)anwesend. Diese haben die kfl. Verschreibung akzeptiert. Horneck und Draxdorf leisteten im Namen der Regenten, Hogelin und [Fritzlar] (Goldschmidt)in ihrem eigenen Namen den Eid darauf. Die Statthalterregierung und die vier Kff. erhalten jeweils einen Entwurf der gegenseitigen Reverse1zur Durchsicht und eventuellen Korrektur. Falls bis zum 11. November (Martini) keine Einwände oder Änderungswünsche geltend gemacht werden, sollen dem Kf. von Mainz bis Weihnachten die ausgefertigten Urkunden zugehen.2[Wiedergabe der hessischen Vollmacht vom 24.9.; Münzprobation].

    Die hessischen Gesandten erinnerten am Dienstag [2.10.] daran, dass ihr Münzmeister und der Wardein ihre Eide gegenüber den kfl. Räten abgelegt hätten, und forderten, dass die kfl. Münzbeamten im Gegenzug auch vor ihnen als Vertretern des Regentschaftsrates die entsprechenden Eide leisten müssten. Die kfl. Räte sagten zu, darüber Bericht zu erstatten, und stellten für den nächsten Probationstag eine Antwort in Aussicht. Die hessischen Räte schlugen außerdem vor, den Regenten Schlüssel für die kfl. Probierbüchsen zu überlassen, nachdem die Kff. ihrerseits Schlüssel für die hessische Probierbüchse erhalten hätten. […].

    « Š5.2. Verhandlungen über eine Einung zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg  »

    «Nr. 537 Ebf. Uriel von Mainz an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – St. Martinsburg/Mainz, 17. Juni 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 21–21’ (Or. m. S., sonntags nach Viti).

    Laut Mitteilung seines [aus Worms] zurückgekehrten Kanzlers Dr. Johann von Dalheim haben die brandenburgischen und württembergischen Räte nach seiner, des Ebf., Abreise vom Reichstag mit diesem über einen neuen Entwurf für die Nebenurkunde1bezüglich der Ausnehmung des Bf. von Würzburg vom Bündnisfall gesprochen und ihm das Schriftstück anschließend übergeben. Er hat den Entwurf anhand der von den Räten aller drei beteiligten Fürsten erstellten ersten Fassung [Nr. 336] geprüft und daraufhin dem Mainzer Domkapitel vorgelegt. Das Ebm. Mainz und das Bm. Würzburg stehen seit langer Zeit in einem Erbeinungsverhältnis zueinander, die Bff. sind Suffragane der Ebff. Das Kapitel hat deshalb eine Änderung der vereinbarten Fassung gemäß dem neuen Entwurf abgelehnt. Falls er, Mgf. Friedrich, sich einverstanden erklärt, die Nebenurkunde in ihrer ersten Fassung zu akzeptieren, wird das Domkapitel dem Einungsvertrag und der Nebenurkunde zweifellos zustimmen.2

    «Nr. 538 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Ebf. Uriel von Mainz – Ansbach, 20. Juni 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Kop., mitwuch nach Viti) = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 22–23 (Konz.) = B.

    Sein Sohn Mgf. Kasimir und sein Hofmeister und Rat Hans von Seckendorff haben ihn nach ihrer Rückkehr vom Wormser Reichstag über die zwischen Kurmainzer, württembergischen und seinen eigenen Räten getroffene Vereinbarung [Nr. 337] informiert. Demnach sollen die Vertragspartner binnen vierzehn Tagen ihre Erklärungen über die Annahme oder Ablehnung des vereinbarten Einungsvertrags samt der Zusatzerklärung über die Ausklammerung des Bf. von Würzburg und Lgf. Wilhelms von Hessen von den Bündnispflichten [Nrr. 335f.] abgeben. Er wünscht Frieden und Einigkeit zwischen ihnen sowie ihren Territorien und Untertanen. Wäre es bei den Ausnahmen von den Bündnispflichten wie im vorherigen Einungsvertrag1geblieben, hätte er den Vertragsentwurf akzeptieren können, obwohl darin Šgegenüber der früheren Urkunde einige Änderungen vorgenommen wurden. Laut einer Bestimmung der Zusatzerklärung wäre er, Ebf. Uriel, jedoch nicht zur Hilfe verpflichtet, wenn es zwischen dem Bf. von Würzburg und ihm, Mgf. Friedrich, zum bewaffneten Konflikt käme. Ebenso dürfte er selbst Lgf. Wilhelm von Hessen keine Unterstützung gewähren, wenn dieser Kurmainz angreifen sollte und er, der Ebf., unter Berufung auf die bestehende Erbeinung2einen rechtlichen Austrag durch die Hgg. von Sachsen und die Mgff. von Brandenburg anbieten würde. Derzeit besteht zwar kein Grund für einen bewaffneten Konflikt mit dem Bf. von Würzburg, dennoch kann er diesen Punkt awie auch die Bestimmung, dass ihm die Möglichkeit einer Hilfe für den Lgf. von Hessen versperrt werden soll–a, nicht akzeptieren. Falls diese beiden Artikel jedoch gemäß dem früheren Einungsvertrag geändert würden bund ihm das Recht zur Parteinahme oder Neutralität im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Kurmainz und Würzburg eingeräumt würde–b, könnte er seine Zustimmung zum Einungsvertrag erklären.3

    «Nr. 539 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – Stuttgart, 26. Juni 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz. mit Korrekturen und Ergänzungen Hd. Hg. Ulrich, zinstag nach Joannis batiste).

    Bestätigt den Empfang seines Schreibens [Nr. 538, Anm. 3]. Ungeachtet seiner Einwände beabsichtigt er, gemäß der Wormser Abredeaden Einungsvertrag mit dem Ebf. von Mainz zu schließen. Ebenso will er auf sein Angebot zum Abschluss einer Einung gemäß der älteren Urkunde eingehen. Zu diesem Zweck sollen sich ihre Räte an einem ihm genehmen Ort treffen. Doch behält er sich vor, Kurmainz von den Šgegenseitigen Bündnispflichten auszunehmen. bSein Wunsch wäre ein gemeinsames Abkommen zwischen ihnen drei Fürsten, doch stellt er ihm die Entscheidung darüber anheim–b.

    «Nr. 540 Hg. Ulrich von Württemberg an Ebf. Uriel von Mainz – Stuttgart, 28. Juni 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz., donrstag nach Jo[hann]is bap[tis]te).

    [1.] Sie beide persönlich und die Räte seines Schwagers Mgf. Friedrich von Brandenburg1haben auf dem Wormser Reichstag über eine Einung zwischen ihnen dreien beraten und eine Vereinbarung getroffen, die ihm sicherlich noch in Erinnerung ist. Der Mgf. hat inzwischen an sie beide geschrieben und er, Hg. Ulrich, darauf auch geantwortet, wie er aus den beigelegten Abschriften [Nrr. 538mit Anm. 3; 539] entnehmen kann. Die geplante trilaterale Einung wäre für alle Beteiligten vorteilhaft gewesen. Da Mgf. Friedrich Einwände wegen der Ausnahmen vom Bündnisfall erhebt, will er dennoch auf der Grundlage der Wormser Abrede einen Einungsvertrag zwischen ihnen beiden schließen. Er hat bereits die Ausfertigung der Urkunden veranlasst und übersendet sie ihm zur Gegensiegelung gemeinsam mit dem Mainzer Domkapitel. Die Dokumente kann er dem ebfl. Rat mitgeben, der ohnehin zu den Vermittlungsverhandlungen zwischen Kurmainz und den Gff. von Hohenlohe nach Stuttgart kommen wird. Da der Mgf. am anberaumten Tag zu Heilbronn nicht teilnehmen wird, ist dessen Beschickung unnötig. Stattdessen genügt der wechselseitige Austausch der Dokumente.

    [2.] [PS] Im Einungsentwurf waren die Eidgenossen von seiner Seite unter den Ausnahmen vom Bündnisfall aufgeführt.2Er erachtet dies inzwischen für unnötig, weshalb sie im ausgefertigten Dokument fehlen.

    [3.] [PPS] Die gegenseitigen Hilfsverpflichtungen sollten laut Wormser Entwurf in einem Dokument zusammengefasst werden. Er hat indessen, wie dies anfänglich auch in Worms besprochen worden war, zwei getrennte Verschreibungen aufsetzen lassen, damit, ob e. L. unda wirb in ander aynung geen und die alßdann oder sunst sehen lassen wurden, daz dann allain die erst gemain aynung[Nr. 335] dargelegt und die ander [Nr. 336] verhalten werden mog, wie e. L. selbs wyter zu ermessen weyßt und wir der feder zu befelhen im besten underlassen haben.

    Š[4.] [PPPS] Er hätte aus den bekannten Gründen einen Einungsvertrag unter Einschluss Mgf. Friedrichs gewünscht. Empfiehlt, sich auf beiden Seiten wegen der jüngsten Entwicklung nicht beirren zu lassen.

    «Nr. 541 Ebf. Uriel von Mainz an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – St. Martinsburg/Mainz, 29. Juni 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 27–27’ (Or. m. Siegelrest, sant Peter und Pauls tag).

    Er hat seine beiden Schreiben [Nrr. 537, Anm. 2; 538] dem Domkapitel vorgetragen und sich – da er die bestehenden Freundschaftsverhältnisse und Einungen des Erzstifts fortsetzen möchte – mit den Domherren auf einen neuen, für beide Seiten annehmbaren Entwurf [Nr. 542] geeinigt1, der diesem Schreiben beiliegt. Falls diese Fassung für ihn wider Erwarten erneut nicht akzeptabel ist, bittet er ihn, dennoch seine Räte zum vereinbarten Termin nach Heilbronn zu schicken, um dort die Verhandlungen unter Vermittlung der württembergischen Gesandten fortzusetzen.

    «Nr. 542 Kurmainzer Entwurf für einen Reversbrief Ebf. Uriels von Mainz und Mgf. Friedrichs II. von Brandenburg-Ansbach bzgl. der Ausnahmen vom Bündnisfall – [Mainz, 3. Juli 1509] »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 28–29 (Kop.) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Kop., Verm.: Admissa praesens notula per capitulum moguntin[ense] martis 3a Julii anno etc. nono, Jo[hannes] Monster secretarius in fid[em] s[ub]s[cripsi]t.) = B.

    Ebf. Uriel von Mainz und Mgf. Friedrich von Brandenburg erklären, dass sie gemeinsam mit Hg. Ulrich von Württemberg eine Einung geschlossen haben, bei der gemäß der Verschreibung aller drei Ff. vom 11. Juni (montag nach unsers lieben Herren fronleichnams tag)Ebf. Uriel Bf. Lorenz von Würzburg und Mgf. FriedŠrich von Brandenburg Lgf. Wilhelm von Hessen vom Bündnisfall ausgenommen haben. Diese Ausnahmen sollen jedoch nur gelten, soferre wir, erzbischof Uriel, unsers frunds von Wurzpurg gegen gemeltem unsern frund, dem marggraven von Brandenburg, und deßgleichen herwiderumb, soferre wir, marggraf Friderich, unsers abruders und swagers–a, des lantgraven von Hessen, gegen unserm frund von Menz fur uns und unser oheim von Sachsen und unser bruderliche erbeynung zu entlichem rechten mechtig sind. Desgleichen herwiderumb, wo unser frund von Brandenburg unsers frunds von Wurzpurg gegen uns, erzbischof Urieln, und unserm stift zu recht fur sich und sein erbar, edel und gelerte rete entlich mechtig ist, soll sein liebe uns zu helfen auch nit verpflicht sein. Sunst sollen die bede außnemen kein stat haben, sonder unser yeder dem andern nach laut und inhalt obberurter eynung zu helfen schuldig und verpflicht sein sonder alle geverde.

    «Nr. 543 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Ebf. Uriel von Mainz – Ansbach, 5. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 30–30’ (Konz. mit ex.-Verm., donnerstags nach sant Ulrychs tag).

    Er hätte gern die Einung mit ihm, dem Mainzer Domkapitel und Hg. Ulrich von Württemberg geschlossen, wenn ihn die Ausnahmebestimmungen bezüglich des Bf. von Würzburg und des Lgf. von Hessen nicht daran gehindert hätten. Er kann keine Räte zum Heilbronner Tag entsenden, da er diese bereits vor Eintreffen seines Schreibens mit seinem Siegel zu anderen wichtigen Verhandlungen abgeordnet hat. Sie haben aber nach Eingang seines Schreibens [Nr. 541] Befehl erhalten, mit Hg. Ulrich über Möglichkeiten für eine Einigung über die strittigen Punkte zu beraten.

    «Nr. 544 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – Stuttgart, 10. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 31–32 (Or. m. S., zinstags nach Kiliani) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz., zinstags nach Kiliani) = B.

    Seine Räte werden ihn nach ihrer Rückkehr sicherlich über ihre gestrigen Beratungen über das Einungsprojekt zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg informieren.1Er befürwortet unverändert den Abschluss des Einungsvertrags Šauf der Grundlage der Beratungen auf dem Wormser Reichstag und entsprechend seinen Schreiben an ihn. Um doch noch eine Einigung zu erzielen, beraumt er für den 12. August (sonntag zu nacht nach Laurencii)einen Rätetag nach Heilbronn an. Eine entsprechende Einladung ergeht an den Ebf. von Mainz. Er ist zuversichtlich, dass sie angenommen wird und ein erfolgreicher Abschluss gelingt.

    [PS] Falls seine Vermittlung wider Erwarten scheitern sollte, haben seine Gesandten Befehl, über den Abschluss einer Einung zwischen Württemberg und Brandenburg-Ansbach zu verhandeln.

    «Nr. 545 Ebf. Uriel von Mainz an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – St. Martinsburg/Mainz, 12. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 34–34’ (Or. m. S., donnerstag nach sant Kilians tag).

    Bestätigt den Eingang seines Schreibens [Nr. 543]. Gemäß seinem letzten eigenen Schreiben [Nr. 541] hatte er bereits Gesandte nach Heilbronn abgefertigt. Er will nichts unversucht lassen, um ihr freundschaftliches Verhältnis zu bewahren. Der ihm vor kurzem zugesandte Entwurf bezüglich der Ausnahmen vom Bündnisfall [Nr. 542] sollte für beide Seiten annehmbar sein. Falls er wider Erwarten dennoch Einwände hat, wäre er mit Vermittlungsverhandlungen durch den Hg. von Württemberg einverstanden.

    «Nr. 546 Württembergischer Entwurf für einen Reversbrief Ebf. Uriels von Mainz und Mgf. Friedrichs II. von Brandenburg-Ansbach über Ausnahmen vom Bündnisfall – Heilbronn, 14. August 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz., actum Heilpronn, auf unser lieben Frauen aubent assumptionis. Verm.: Diesen Entwurf legten der württembergische Kanzler [Dr. Gregor Lamparter] und weitere Räte Hg. Ulrichs den Mainzer und Brandenburger Gesandten vor, mit der Maßgabe einer verbindlichen Stellungnahme ihrer Herren dazu bis zum 29.9.). = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 35–35’ (Kop., Datierung und Verm. wie A) = B. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 37–38 (Kop., Datierung und Verm. wie A) = C. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 33–33’ (undat. Konz.) = D.

    aErklären, dass sie gemeinsam mit Hg. Ulrich von Württemberg eine Einung geschlossen haben, bei der gemäß der Verschreibung aller drei Ff. vom 11. Juni (montag nach unsers lieben Herrn fronleichnams tag)Ebf. Uriel Bf. Lorenz von ŠWürzburg und Mgf. Friedrich von Brandenburg Lgf. Wilhelm von Hessen vom Bündnisfall ausgenommen haben–a.

    Sie haben sich darüber hinaus geeinigt, dass Ebf. Uriel Bf. Lorenz von Würzburg keine Hilfe leisten würde, falls dieser während der Dauer des Einungsvertrags bin einen bewaffneten Konflikt mit Mgf. Friedrich geraten sollte–b. cUmgekehrt wird Mgf. Friedrich Lgf. Wilhelm von Hessen oder dessen Erben keine Hilfe leisten, falls es zum bewaffneten Konflikt mit Ebf. Uriel wider dise obgemelte unser eynung oder unser öheim von Sachßen, Hessen und unser brüderlich erbaynungkommen sollte–c.

    «Nr. 547 Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – [Ansbach], 21. August 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 39–40 (Konz., dinstag nach unser lieben Frauen tag wurzwey).

    Teilen mit, dass sie den mgfl. Sekretär Christoph Claus zu den für den 12. August (sontag nach Laurenti)nach Heilbronn anberaumten Verhandlungen über die strittigen Ausnahmen vom Bündnisfall bei der auf dem Wormser Reichstag verhandelten Einung mit Kurmainz und Württemberg abgeordnet haben. Dieser hat bei seiner Rückkehr einen von den württembergischen Räten vorgelegten Entwurf [Nr. 546] mitgebracht, zu dem die Vertragspartner bis zum 29. September (Michahelis)eine verbindliche Erklärung abgeben sollen. Er, Mgf. Friedrich, findet darin einen Passus über die Ausklammerung des Bf. von Würzburg von der Bündnispflicht. Falls er mit dem Stift in einen bewaffneten Konflikt geraten sollte, darf Mainz demnach in keinem Fall Würzburg Hilfe leisten. Bezüglich Hessens wird jedoch differenziert: Nur wenn der Lgf. von Hessen gegen diese Einung oder gegen die brüderliche Erbeinung mit Mainz in einen Konflikt gerät, was bedeutet, dass Hessen das in diesen Einungen vorgesehene Schiedsverfahren nicht akzeptiert, darf der Mgf. gegen Mainz keine Hilfe leisten. Sie raten dazu, die Einung mit Kurmainz unter diesen Konditionen einzugehen. Nach dem Tod Lgf. Wilhelms ist für die Dauer der Einung ein von Hessen ausgehender Konflikt mit Mainz unwahrscheinlich. Außerdem waren das Erzstift Mainz, Brandenburg und Württemberg zuvor schon lange Zeit durch eine Einung zum gegenseitigen Vorteil freundschaftlich verbunden. Überdies läuft der Schwäbische Bund bald aus und wird möglicherweise nicht mehr verlängert. Bitten um eine Anweisung, ob sie bezüglich des Entwurfs ihre Zustimmung oder Ablehnung erklären sollen.

    Š[PS] Die Einung mit Württemberg kommt in jedem Fall zustande. Sollte er, der Mgf., jedoch dem von ihnen befürworteten Vertragsschluss mit Mainz zustimmen, könnte der Vertrag mit Württemberg kassiert und stattdessen eine neue Urkunde über die Einung zwischen Kurmainz, Württemberg und Brandenburg ausgefertigt werden.

    «Nr. 548 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Hauptmann und Statthalter in Ansbach – im Feld vor Padua, 13. September 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 41–41’ (Or. m. S., donderstag nach nativitatis Marie).

    Bestätigt den Empfang ihres Schreibens [Nr. 547] samt dem Entwurf hinsichtlich der Ausnahmen von den Bündnispflichten. Er geht davon aus, dass sie ihm raten, was wir mit eren und fugen wol tun mogen. Er willigt deshalb in die Annahme des Entwurfs ein und beauftragt sie mit der Ausstellung der entsprechenden Urkunden.

    «Nr. 549 Ebf. Uriel von Mainz an Hg. Ulrich von Württemberg – Aschaffenburg, 23. September 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Or. m. Siegelrest, sontags nach sant Mauricien tag) = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 43–43’ (Kop.) = B.

    Trotz einiger Bedenken hinsichtlich des Heilbronner Entwurfs für den Beibrief [Nr. 546] stimmt er um der Freundschaft zwischen den Mgff. von Brandenburg und den Ebff. von Mainz willen dessen Ausfertigung in der bestehenden Form zu.1Allerdings soll im ersten Artikel bezüglich des Bf. von Würzburg die Passage „wider recht und den landfriden“ ergänzt werden, sodass sie folgendermaßen zu verstehen ist: Falls der Bf. von Würzburg mit dem Mgf.„wider recht und den landfriden“ in einen bewaffneten Konflikt gerät, darf Kurmainz dem befreundeten Bf. keine Hilfe leisten. Denn sollte der Bf. unter Wahrung des Rechts und gemäß dem Landfrieden handeln, kann der Ebf. ihm, da die beiden Stifte und das Kgr. Böhmen seit vielen Jahren durch eine Erbeinung verbunden sind2, die von allen Ebff., Bff. und Domherren bei ihrem Amtsantritt beschworen wird, und da das Bm. Würzburg ein Mainzer Suffraganbistum ist, seine Hilfe nicht verweigern.

    «Nr. Š550 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – Stuttgart, 1. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 45–45’ (Or. m. S., montags nach Michaelis).

    Übersendet die von ihm gesiegelte Verschreibung des zwischen ihnen beiden in Worms beschlossenen Einungsvertrags. Bittet ihn, die Urkunde ebenfalls zu besiegeln, in seiner Kanzlei einen gleichlautenden Reversbrief auszufertigen und ihm zuzuschicken. Er will das Schriftstück dann, wie in Heilbronn verabredet, ebenfalls siegeln. Rechtfertigt die eingetretene Verzögerung mit seiner Abwesenheit.

    «Nr. 551 Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach an Hg. Ulrich von Württemberg – [Ansbach], 3. Oktober 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Or. m. Siegelrest, mitwuch nach Michaelis) = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 46–46’ (Konz.) = B.

    Die württembergischen Räte haben in Heilbronn wegen des Beibriefs der in Worms verhandelten Einung zwischen Kurmainz und Brandenburg zu vermitteln versucht. Den vom mgfl. Sekretär Christoph Claus mitgebrachten Entwurf haben sie an den in Italien (die welschland)weilenden Mgf. weitergeleitet. Dessen Einwilligung ging ihnen jetzt zu. Sie erklären daraufhin in seinem Namen, die in Worms verabredete Einung zwischen den drei Fürsten abschließen zu wollen, wobei der Beibrief gemäß der in Heilbronn vorgelegten Fassung ausgefertigt werden soll. Um Missverständnisse zu vermeiden, bitten sie darum, ihnen den in Worms erstellten Entwurf der Einungsurkunde für einen Abgleich mit der ihnen dort ausgehändigten Abschrift zuzusenden. Anschließend könnten die Urkunden ausgefertigt und ausgetauscht werden.

    [PS] Sie halten es für erforderlich, dass auch der Mainzer Domdekan [Adolf Rau von Holzhausen] und das Domkapitel in den Heilbronner Beibrief einwilligen, wie dies laut Einungsvertrag ohnehin vorgesehen ist.

    «Nr. 552 Mgfl. Brandenburger Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach an Hg. Ulrich von Württemberg – Ansbach, 6. Oktober 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Or. m. S., sambstag nach sant Franciscus tag).

    Bestätigen den Empfang seines Schreibens [Nr. 550] samt Einungs- und Beibrief [zwischen Württemberg und Brandenburg-Ansbach], die auf der Grundlage der Vereinbarungen von Worms und Heilbronn erstellt wurden. Vor der Ankunft seines Boten hatten sie ihn über die Einwilligung Mgf. Friedrichs in den ebenfalls in Heilbronn erstellten Beibrief zwischen dem Ebf. von Mainz und dem Mgf. informiert [Nr. 551]. Da nun alle drei Ff. eine Einung eingehen werden, wird die ŠAusfertigung der ihnen zugeschickten Dokumente, die sie ihm hiermit in Erwartung seiner Antwort zurücksenden, unnötig.

    «Nr. 553 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach (bzw. an Hauptmann, Statthalter und Räte in Ansbach) – Stuttgart, 19. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 42–42’ (Or. m. S., fritags nach Galli) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (undat. Konz.) = B.

    Die mgfl. Statthalter und Räte in Ansbach (Onoltzpach)haben schriftlich ihre Zustimmung zu dem in Heilbronn verabredeten Beibrief zwischen dem Ebf. von Mainz und ihm, Mgf. Friedrich, gegeben [Nr. 551]. Der Ebf. hat inzwischen mit einer geringfügigen Ergänzung ebenfalls sein Einverständnis erklärt, wie aus der beiliegenden Abschrift [Nr. 549] zu entnehmen ist. Er erbittet zur Mitteilung an den Ebf. seine Stellungnahme dazu. Anschließend sollen die Einungsurkunde auf der Grundlage des Wormser Entwurfs sowie die Beibriefe ausgefertigt und zwischen den Vertragspartnern ausgetauscht werden.

    «Nr. 554 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach (eigentlich: Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach) an Hg. Ulrich von Württemberg – [Ansbach], 28. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 47–47’ (Konz., aSimonis et Jude–a).

    Bestätigt den Empfang seiner Antwort [Nr. 553] samt dem beigelegten Schreiben des Ebf. von Mainz [Nr. 549]. Er sieht sich veranlasst, die für ihn unerwartete Änderung am Entwurf als Absage zu bewerten. Die bisherigen Ebff. schlossen Einungen mit den Vorgängern Mgf. Friedrichs, ohne das Hst. Würzburg vom Bündnisfall auszunehmen. Auch jetzt hätte sich der Ebf. in dieser Frage entgegenkommend zeigen können. So bleibt es bei der in Heilbronn beschlossenen Einung zwischen Brandenburg-Ansbach und Württemberg, worüber nunmehr die gegenseitigen Verschreibungen ausgestellt und ausgetauscht werden sollen.1

    « Š5.3. Erzbischof Uriel von Mainz gegen Graf Emich von Leiningen  »

    «Nr. 555 Ebf. Uriel von Mainz an Gf. Michael von Wertheim – Aschaffenburg, 6. August 1509 »

    Wertheim, StA, G-Rep. 57/2, Korrespondenz Gf. Michaels II. von Wertheim, Nr. 76, unfol. (Or. m. besch. S., montags Sixti).

    Bei den Verhandlungen auf dem Wormser Reichstag vor ihm, Gf. Michael, als Unterhändler hat er Gf. Emich zur Begleichung seiner vermeintlichen Forderung, weniger aufgrund eines berechtigten Anspruchs als vielmehr aus Gnade und Freundschaft, die Zahlung von 2000 fl. angeboten. Doch wollte sich der Gf. damit nicht begnügen. Er hat sich daraufhin verpflichtet, beim Domkapitel eine weitergehende Bewilligung zu erwirken und ihn, Gf. Michael, über das Ergebnis seiner Bemühungen zu informieren. Teilt ihm hiermit mit, dass das Kapitel ihm als Unterhändler einen Ermessensspielraum von bis zu 3000 fl. einräumt, wobei die Zahlungsfristen so großzügig angesetzt werden sollen, dass sie auch eingehalten werden können. Er hofft, dass die Gegenseite sich damit zufriedengibt. Eine größere Summe wird er keinesfalls zugestehen. Die von ihm bereits in Worms angebotene Alternative wäre ein rechtliches Verfahren vor unparteiischen Richtern.

    «5.4. Kurfürst Friedrich III. von Sachsen gegen Reichsstadt Straßburg  »

    «Nr. 556 Reichsstadt Nürnberg an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Nürnberg, 18. Juli 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 117’–118 (Kop., mitwoch nach St. Alexius tag).

    Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 141, S. 355f.

    Der Nürnberger Ratsherr Kaspar Nützel, der in Angelegenheiten des Schwäbischen Bundes auf dem Wormser Reichstag war, hat ihnen nach seiner Rückkehr unter anderem über seinen, Kf. Friedrichs, Streit mit der Stadt Straßburg wegen eines Organisten1, der aus dem kursächsischen in den Straßburger Dienst gewechselt ist, und über die mit ihm deshalb geführten Verhandlungen der reichsstädtischen Vertreter berichtet. Die Straßburger Gesandten haben in Worms gegenüber Nützel angekündigt, dass ihr Magistrat nach Ende der Verhandlungen Nürnberg schriftlich über den Vorgang informieren werde. Heute traf nun ein Straßburger Reiter mit Šzwei, jeweils in Abschrift beiliegenden Schreiben ein.2Nürnberg wollte sich angesichts seines guten Verhältnisses zu Straßburg dessen Wunsch nach Fürsprache nicht verweigern.3Bitten ihn deshalb, auf eine Bestrafung des Organisten zu verzichten, wenn er gemäß seiner eidlichen Verpflichtung wieder zu ihm zurückkehrt, und von weiteren Forderungen an den Straßburger Magistrat abzusehen.4

    «5.5. Kurfürst Joachim I. von Brandenburg  »

    «Nr. 557 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein – [Tangermünde], 13. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2 N, fol. 34 (Konz., freitag nach Kiliani).

    Laut Mitteilung Eitelwolfs vom Stein hat der Ks. ihn, Serntein, mit der Ausfertigung der Schriftstücke in seinen Angelegenheiten1beauftragt. Demnach hat Stein mit ihm vereinbart, dass er diese Dokumente so rasch wie möglich nach Worms schickt. Dies ist bislang jedoch unterblieben. Ersucht ihn, gemäß dem ksl. Befehl zu verfahren und die Schriftstücke ohne weitere Verzögerung Gf. Adolf von Nassau zuzuschicken, der sie dann an ihn weiterleiten wird [Nr. 505, Pkt. 2].

    «5.6. Bischof Lorenz von Würzburg  »

    «Nr. 558 Auszug aus dem Würzburger Domkapitelprotokoll – Würzburg, 5. /14. Juli 1509 »

    Würzburg, StA, Würzburger Domkapitelprotokolle 1504–1509, fol. 422’, 440.

    Š[5.7.] Im Domkapitel wurde eine dem Ks. in Worms vorgetragene Supplikation [Wilwolt Lauers] gegen [den bfl. Würzburger Rat und Amtmann zu Trimberg] Ludwig von Hutten und auch gegen den Bf. von Würzburg verlesen. Es wurde beschlossen, dem Ks. zu antworten, dass das Schriftstück dem Bf. und Hutten vorgelegt und ihm deren Stellungnahme anschließend übermittelt werde.

    [14.7.] Der Bf. informierte das Kapitel über seine schriftliche Stellungnahme an den Rat der Stadt Worms und erklärte, dass sie genugig gewest und kein gefallens an Wilwolt gehabt.

    «5.7. Herzog Wilhelm IV. von Bayern gegen Pfalzgraf Friedrich  »

    «Nr. 559 Kf. Ludwig V. von der Pfalz an Hg. Wilhelm IV. von Bayern – Heidelberg, 21. Juni 1509 »

    München, HStA, KÄA 1242, fol. [37] (Or., dorstags nach Viti).

    Sicherlich ist er inzwischen über die in Worms und Heidelberg geführten Verhandlungen zwischen den bayerischen Gesandten und seinen eigenen Vertretern in den Angelegenheiten zwischen Pfgf. Friedrich als Vormund und ihm, Hg. Wilhelm, informiert worden.1Vereinbarungsgemäß sind weitere Verhandlungen in Ingolstadt vorgesehen. Bittet im Sinne eines raschen Abschlusses der Angelegenheit, seine hier in Heidelberg anwesenden Räte2auch nach Ingolstadt zu entsenden. Er selbst wird in Šjedem Fall seinen Hofmeister [Johann von Morsheim], nach Möglichkeit aber auch seine übrigen bisher an den Verhandlungen beteiligten Räte3dorthin abordnen.4

    «5.8. Herzog Friedrich I. von Schleswig-Holstein  »

    «Nr. 560 Hg. Friedrich I. von Schleswig-Holstein an Kammerrichter und Beisitzer des Reichskammergerichts – Schloss Steinburg, 17. August 1509 »

    Druck: Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLXXVII, S. 229f. (freytags nach assumpcionis Marie).

    Er hatte wie andere Reichsstände Gesandte beauftragt, auf dem kürzlich in Worms abgehaltenen Reichstag seine Angelegenheiten beim Ks. vorzubringen. Diese haben in dessen Abwesenheit gegenüber den ksl. Kommissaren Beschwerde erhoben, dass die zu Holstein gehörige hgl. Stadt Hamburg durch Reich und Kammergericht wie eine Reichsstadt veranschlagt und behandelt wird.1Die Antwort der ksl. Stellvertreter [Nr. 372] liegt in Abschrift bei. Demnach soll er dem Ks. oder dessen Räten Belege für die Landsässigkeit Hamburgs beibringen, wozu er auch bereit ist. Die Angelegenheit betrifft indessen nicht nur ihn, sondern auch seinen Bruder Kg. Johann von Dänemark, der als ältester Hg. von Holstein einen großen Teil der erforderlichen Dokumente verwahrt. Der Umstand, dass dieser von den Angelegenheiten seiner Kgrr. Schweden und Dänemark stark in Anspruch genommen wird und in absehbarer Zeit nicht nach Holstein kommen kann, hindert ihn, Hg. Friedrich, an der Beweisführung. Bittet um einen Aufschub für das weitere Verfahren gegen Hamburg, bis ihm die Vorlage der Dokumente möglich ist.2

    « Š5.9. Landgraf Wilhelm II. von Hessen  »

    «Nr. 561 Aufzeichnung des kursächsischen Gesandten Friedrich von Thun über Verhandlungen mit Lgf. Wilhelm II. von Hessen – act. Kassel, 16. Juni 1509 »

    [1.] Schwierigkeiten mit der Reichstagsvollmacht der hessischen Gesandten; Verhandlungen Kf. Friedrichs von Sachsen auf dem Reichstag; [2.] Verhandlungen des Wormser Reichstages über die vom Ks. geforderte Reichshilfe; [3.] Streitigkeiten zwischen Kurmainz und Hessen; [4.] Restitutionsforderung der Schenken von Erbach an Hessen; [5.] Konflikt Gf. Eberhards von Eppstein-Königstein mit Hessen; [6.] Konflikt zwischen Kursachsen und dem Hm. Sachsen; [7.] Intervention Hg. Heinrichs von Braunschweig-Wolfenbüttel für seine Schwester Lgfin. Anna.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. A, Nr. 173, fol. 37–44’, 45’ (Kop.).

    [1.] /37/ Der Gesandte wurde am 13. Juni (mitwoch nach1 sancti Viti)von Frankfurt aus abgefertigt und traf am folgenden Samstag [16.6.] in Kassel ein, wo ihm Lgf. Wilhelm noch am gleichen Tag eine Audienz gewährte. Der Lgf. akzeptierte seine Entschuldigung für das Fernbleiben Kf. Friedrichs. Darnach ich angezeigt, wes mein gnedigister herr auf des landgraven bit und ersuchung derselben rete zu Wormbs erzeigt und sich gehalten habe in der handlung, so von ksl. Mt. reten furgewendt worden, dieselben sein rete dem landgraven zu berichten haben. Aber mein gnst. herr hab befunden, das zum ersten an kein gewalt oder volmacht den reten gegeben oder auf sein ftl. Gn. vom landgraven uberschickt worden sey. Es hab aber mein gnst. herr dieselbigen rete vertrost, ob nach dem gewalt gefragt werden, wolt sein ftl. Gn. sich vernemen lassen, er /37’/ het gewalt sambt den reten, doch das darauf die rete von stund an umb gewalt hinter sich schickten, das sie dann zu tun gesagt. Was aber inen fur gewalt zugesant, wisse mein gnedigister herr nit sonder bericht davon. Es haben aber sein ftl. Gn. denselben landgrevischen reten, was in handlung furgefallen, nit verborgen, ir bedenken gehort, auch seiner ftl. Gn. gemut widerumb eröffent, was in den furfallenden sachen gut sein solt, zu erkennen gegeben, und also darinnen gehandelt, wie sein ftl. Gn. von meinem gnedigen herrn landgraven in solchen hendeln ergangen were, hetten nemen und genugen haben wollen, als auch mein gnst. herr sich nit anders versihet, die rete den landgraven zu berichten haben.

    Der Lgf. antwortete darauf, er nehme diese Erklärung Kf. Friedrichs freundschaftlich an, sagte aber nichts bezüglich der Vollmacht.

    Š[2. Verhandlungen des Wormser Reichstages über die vom Ks. geforderte Reichshilfe; Nr. 483].

    [3.] /39’/ Kf. Friedrich hat sich gemeinsam mit dem Bf. von Würzburg zuerst vergeblich um die gütliche Beilegung der Streitigkeiten zwischen dem Ebf. von Mainz und dem Lgf. von Hessen und danach um eine Stilllegung des Konflikts bemüht – wie dies die hessischen Räte bereits berichtet haben oder noch tun werden. Der Ebf. erklärte sich mit ihrem Vorschlag einverstanden, alle Streitpunkte durch einen Austrag zu regeln. Die hessischen Räte waren nur bezüglich des Streits um Kostheim bevollmächtigt, erklärten allerdings, dass der Lgf. hinsichtlich der Mainzer Forderungen den Rechtsweg nicht verweigern werde. Wiewol die fursten als hendeler bey den meinzischen erlangen mochten haben, das, wo alle sachen verfast worden weren, das erst erkentnus auf die entsatzung des zols zu Costheym, doch das die andern petitorium oder haubtsacha und volgend all ander des bischofs artikel mit außgesprochen und ergangen weren, das aber nit angenomen.Darauf blieb es beruhen. Falls der Lgf. Vorschläge machen möchte, die für die Beilegung der Streitigkeiten hilfreich sind, wird der Kf. sie gerne aufgreifen. /40/ Wegen der Bergstraße hat der Kf. den Mainzer Ebf. nicht angesprochen, da er nichts für den Lgf. Nachteiliges unternehmen wollte.2

    Der Lgf. antwortete, er frag nichts nach dem bischof von Meinz, er wolt sich sein wol erweren. Er wust auch umb kein andere verfassung und entsetzung des zols zu Costheym zu bewilligen. Het in der bischof zu Menz umb spruch anzufordern, so wolt er im ordenlichs rechten nit wegern.

    [4.] Der Gesandte brachte anschließend die Angelegenheit der Schenken [Eberhard und Valentin] von Erbach vor und stützte dabei seine Darstellung auf die von den Schenken an Kf. Friedrich übergebene Supplikation [Nr. 326]. Im Namen des Kf. bat er um deren Restitution.

    Der Lgf. erwiderte, dass er bereits dem zuvor als Fürsprecher aufgetretenen Kf. Ludwig von der Pfalz geantwortet habe, er werde den Schenken einen gnädigen Bescheid geben, wenn sie bei ihm vorstellig würden. Dies hätten sie aber bislang unterlassen. Gleichwohl gelte seine Zusage weiterhin.

    [5.] Gf.[Eberhard] von Königstein hat Kf. Friedrich um Fürsprache beim Lgf. gebeten, ihm seinen Anteil an Eppstein und andere ihm weggenommene Besitzungen zurückzugeben. Im Gegenzug wolle der Gf. allen hessischen Forderungen auf dem Rechtsweg begegnen.

    Der Lgf. antwortete, dass der Gf. von Königstein seinen Diener und Lehnsmann [Gottfried] von Eppstein ohne Warnung gefangengenommen habe. Nach dessen Freilassung sei er bereit, die Ansprüche Königsteins gegen Hessen rechtlich zu klären.

    [6.] Der Gesandte erinnerte an das Schreiben des Lgf. an Kf. Friedrich über seine Unterredung mit Heinrich von Schleinitz bezüglich seiner Vermittlung im ŠKonflikt zwischen dem Kf./41/ und Hg. Georg von Sachsen3, das jedoch nichts zum Ergebnis dieses Gesprächs enthalten habe. Der Kf. erbitte Aufschluss darüber. Falls kein Vertragsabschluss mit Hg. Georg möglich sei, bitte er außerdem, ihn und seinen Bruder Hg. Johann hinsichtlich ihres weiteren Vorgehens zu beraten. Dabei gelte es auch zu berücksichtigen, dass der Lgf. schon seit längerer Zeit mit dem Konflikt befasst sei und sich inzwischen weitere, durch ihn, Thun, bereits mitgeteilte Beschwerden Kursachsens ergeben hätten.

    Der Lgf. antwortete darauf, /41/ dass seinem Schreiben seine Kritik an der Kompromisslosigkeit Schleinitz’ zu entnehmen gewesen sei. Er habe nach der Ablehnung seiner Vergleichsmittel durch den Gesandten seine Vorschläge schriftlich an Hg. Georg gesandt4; der Bote sei noch nicht zurückgekehrt. Sowie die Antwort eintreffe, werde er Kf. Friedrich darüber informieren.5Falls dann kein Ausgleich möglich sei, werde er seine Vermittlungsbemühungen angesichts der Kompromisslosigkeit beider Seiten aufgeben. Er könne Kf. Friedrich und Hg. Johann den gewünschten Rat nicht geben, da er beiden Parteien gleichmesig verwant sei.

    Der Gesandte zeigte weisungsgemäß an, dass die Fortsetzung des Verfahrens Kf. Friedrich und Hg. Johann benachteilige, da Hg. Georg ihrer Kenntnis nach seine Freunde zum Vorgehen gegen sie aufstachle. Auch ihnen seien von mehreren Seiten Bündnisse angeboten worden, so insbesondere jetzt in Worms durch die Ebff. von Mainz und Köln, Kf. Ludwig von der Pfalz (phalzgrauen)und Pfgf. Friedrich. Kursachsen sei darauf mit Rücksicht auf den Lgf. nicht sofort eingegangen. Stattdessen habe sich Kf. Friedrich in Worms einen Monat Bedenkzeit ausbedungen, um sich mit Hg. Johann beraten zu können. Falls der Lgf. keinen Ausgleich mit Sachsen herbeiführen könne, müsse Kursachsen die Bündnisangebote annehmen. Der Lgf. habe sicherlich Verständnis dafür.

    Der Lgf. antwortete, falls es so weit komme, müsse er dies akzeptieren. Er erwarte allerdings, dass Kursachsen sich an die Bestimmungen ihrer Erbeinung halten werde.

    /42’/ Thun versicherte dies. Anschließend bat er im Namen seiner Hh. um Aufschluss über eine Äußerung Schleinitz’ in Naumburg, wonach sein her, herzog ŠGeorg, die sporn het umbgespannt und er wurd darein hauen etc.Er, Thun, habe mit ihm bereits früher darüber gesprochen und in Worms auch [den sächsischen Gesandten] Caesar Pflug darüber informiert. /43/ Der Lgf. erklärte, mit Schleinitz darüber nicht gesprochen zu haben.

    [7.] Der Gesandte sprach als letzten Punkt an, was mein gn. herr, herzog Heinrich von Brunswig, meinem gnst. herrn [Kf. Friedrich] zu Wormbs angesucht und bericht hat, was beswerung sich der landgraf gegen herzog Heinrichs swestern [Lgfin. Anna], irem herrn, dem /43’/ eltern landgraven [Wilhelm I.], auch desselben kinden, den freulichen6, erzeigen und halten soll, mit bit, das mein gnst. herr wolt freuntlich verfugen und als der freund darein sehen, das mein gnedige frau, die landgrevin, zu irem herrn wider gelassen werden mocht, auch das im zu seinen beswerungen, sovil moglich, geholfen werd, das das furnemen mit dem eldisten fraulichin [Mechthild] der eestiftung, dem von der Lyp7 zu geben, nachbliebe, sonder, so die zu eelichem stand bestatt werden soll, das sie als ein furstin von Hessen zu irem gleichen versehen werden mocht, auch die und die andern freulichen mit erlichen cleydungen und erhaltungen zu versorgen, auch meiner gn. frauen, der landgrevin, das ir an irem vermechtnus8 mangelt, noch einbringen, versorget und verweist werd, als dann herzog Heinrich zuversichtig were, bey meinem gnst. herrn, das solchs alles, oben gemelt, nit unbillich von ime, meim gn. herrn, dem landgraven, beschee, bedenken wurd, und also bey dem landgraven handeln, das es seiner gnaden swestern, auch irem herrn und kindern zu gutem gereichet. Ob aber der landgraf darin wegerung tet, het herzog Heinrich von wegen seiner gnaden swestern, irem herrn und kindern solchs auf mein gnst. und gn. herrn als sein herrn und /44/ freund gestelt. Dann was ire ftl. Gn. darinnen fur zimlich, gleich und billich ansehen, das solt sein swester, ir herr und kinder benugen an haben.Thun bat im Namen Kf. Friedrichs den Lgf., seinen Verpflichtungen gegen seinen Bruder [Lgf. Wilhelm I.], dessen Kinder und dessen Frau nachzukommen und sich darüber hinaus freundlich gegen sie zu erzeigen. Der Kf. wolle ihm dabei mit Rat und Hilfe zur Seite stehen.

    Der Lgf. erwiderte, dass für eine solche Intervention Hg. Heinrichs kein Anlass bestehe. Kf. Friedrich könne selbst in Erfahrung bringen, ob am Legat der Lgfin. [Anna] etwas fehle. Sollte dies zutreffen, werde er dafür sorgen, dass sie es zurückerhält. Die Lgfin. habe im Übrigen selbst nicht bei ihrem Gemahl bleiben wollen, wie umgekehrt auch sein Bruder sie nicht bei sich dulde. Auch habe nicht er dessen ŠInhaftierung veranlasst, sondern der Ks.9, ohne dessen Einverständnis er ihn nicht auf freien Fuß setzen könne. Würden jedoch Kf. Friedrich, Hg. Johann und Hg. Georg von Sachsen sowie die Mgff. von Brandenburg dessen Freilassung wünschen und der Ks. seine Zustimmung geben, müsste er dem nachkommen. Er wolt, das sein bruder zwen son het. Mehr äußerte der Lgf. dazu nicht.

    «Nr. 562 Vortrag eines Gesandten Eberhards und Valentins Schenken von Erbach an die hessische Vormundschaftsregierung (Auszug) – act. Marburg, 22. Oktober 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 9853/5, fol. 32–42’, hier 32–32’ (Kop., montag nach Luce ewangeliste).

    Der verstorbene Lgf. Wilhelm hat Eberhard und Valentin Schenken von Erbach während des pfälzisch-bayerischen Krieges die Schlösser und Dörfer Bickenbach, Schönberg und Habitzheim, ihren Anteil an Jugenheim (Gugenheim), Seeheim, ihre Zehnten zu Umstadt und Pfungstadt sowie weitere Besitzungen abgenommen. Die Schenken baten seinerzeit den Lgf. und dessen Räte durch ihre Freunde und auch selbst wiederholt schriftlich wie mündlich um die Rückgabe ihrer Güter. Auf dem Wormser Reichstag wurden sie bei den hessischen Gesandten vorstellig und übergaben ihnen eine Supplikation an den Lgf.1Ebenso baten sie in Worms Kf. Friedrich von Sachsen um Fürsprache. Dieser erlangte eine günstige Antwort2, die er den beiden Schenken zuschickte. Wenn der Lgf. nicht verstorben wäre, hätte er ihnen zweifellos ihre Besitzungen zurückgegeben und der Beistand Kf. Friedrichs und Kf. Ludwigs von der Pfalz wäre von Erfolg gekrönt gewesen.3 [...].

    « Š5.10. Herzog Ulrich von Württemberg  »

    «Nr. 563 Der württembergische Kanzler Dr. Gregor Lamparter an den Rat Dr. Beatus Widmann – Tübingen, 9. Oktober 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 133, Bü. 1, unfol. (Or. m. S., zinstag Dionisii).

    Der Würzburger Domherr und Propst zu Komburg, Peter von Aufseß, hat dem Marschall [Konrad Thumb von Neuburg1], dem Haushofmeister [Philipp von Nippenburg2] und ihm selbst in Worms eine Supplikation an Hg. Ulrich von Württemberg3übergeben. Demnach haben Aufseß und seine Vorgänger im Archidiakonat4von jeher in den von Hg. Ulrich [während des Landshuter Erbfolgekrieges] eroberten kurpfälzischen Orten das Sendgericht gehalten. Aufseß hoffe, dass der Hg. es beim Herkommen bleiben lassen werde. Er biete an, eventuelle Streitigkeiten mit seinen Bevollmächtigten durch sie [= Thumb, Nippenburg und Lamparter] entscheiden zu lassen. Eine entsprechende Bitte habe er bereits [während des Reichstages] in Konstanz vorgetragen und damals eine Streitschlichtung durch ihn, Lamparter, und den inzwischen verstorbenen Dr. Peter [Jakobi] vorgeschlagen.

    Sie gaben Aufseß in Worms die Zusage, Erkundigungen einzuholen und dann nach Billigkeit zu verfahren. Er hat zu diesem Zweck den Amtleuten in Weinsberg und Möckmühl Abschriften der Supplikation zukommen lassen. Falls mit dem Sendgericht bislang so verfahren wurde, wird sich der Hg. nicht weigern können. Zwar hat er wiederholt von Beschwerden der Untertanen über Unregelmäßigkeiten bei den Gerichten gehört, Aufseß hat allerdings korrekte Verfahren zugesagt. Empfiehlt, dessen Bevollmächtigten das erbetene Geleit zu gewähren5, falls sich seine Angaben als zutreffend erweisen sollten.6

    « Š5.11. Reichsstadt Worms gegen Wormser Stiftsklerus  »

    «Nr. 564 Vollmacht von Bürgermeistern und Rat der Stadt Worms für den Stadtsyndikus Philipp Lang – Worms, 18. Juni 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 1928/3, Stück-Nr. 182 (Konz., mondag nach Viti und Modesti. Dorsalverm.: Gewalt, uf meister Philipsen Lang gestelt, umb absolution ad cautelam von H. Antonio Leisten zu Menz zu bitten nach usspruch cu[n]c[ti] cleri etc.).

    Ebf. Jakob von Trier und Kf. Friedrich von Sachsen bzw. ihre bevollmächtigten Räte haben kraft Kompromissbriefs im langjährigen Streit zwischen Stiftsklerus und Stadt gütlich entschieden. Während dieses Streits wurden gegen die Stadt unrechtmäßigerweise Kirchenstrafen verhängt, von denen sie mit Einwilligung des Klerus absolviert wurde. Einige Kleriker machten indessen geltend, dass etwas geprechens bij gemelter unser absolucion ingefellen sei, was möglicherweise mit ihrem Gewissen unvereinbar sei. Obwohl Bürgermeister, Rat und Gemeinde davon überzeugt sind, dass Bann und Kirchenstrafen zu Unrecht über sie verhängt wurden und deshalb unwirksam waren, haben sie zur Sicherheit und aus Gehorsam gegenüber der Kirche um die Absolution gebeten und diese auch empfangen. Um des Friedens willen und auf Bitten der Priesterschaft sowie zur Zerstreuung ihrer Bedenken bevollmächtigen sie den Ratsherrn, Gerichtsschreiber und Syndikus Philipp Lang erneut, in ihrem Namen um die ad cautelam-Absolution unter Abstellung der geltend gemachten Defekte zu bitten und sie zu empfangen. Sie verpflichten sich zur Einhaltung aller in diesem Zusammenhang von Lang getroffenen Vereinbarungen.1

    «Nr. 565 Ebf. Jakob von Trier an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Worms, 26. Juni 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 1928/3, Stück-Nr. 142 (Kop., dinstage nach sand Johanns tag).

    Er hat gemäß ihrer Vereinbarung den Parteien gemeinsam mit den kursächsischen Räten einen Entscheid über die nach ihrem Spruch [vom 9.6.] [Nr. 329, Pkt. 3] noch offenen Punkte [ebd., Pkt. 4] sowie eine Deklaration über den Spruch [ebd., Pkt. 6] gegeben, wie aus den beiliegenden Dokumenten zu entnehmen ist. Klerus und Magistrat haben ihn gebeten, ihn als zweiten Schiedsrichter um die Ratifizierung und Besiegelung dieser Dokumente zu ersuchen. Sie werden auch noch selbst vorstellig werden.1Bittet ihn also, den Spruch und die Deklaration durch ein ŠTransfix oder in anderer ihm geeignet erscheinender Weise zu bestätigen, um weitere Streitigkeiten zwischen den Parteien zu vermeiden.2

    «5.12. Reichsstadt Worms gegen Kämmerer von Dalberg  »

    «Nr. 566 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Ks. Maximilian und ksl. Reichstagskommissare – Worms, 20. Juni 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 516/6, Stück-Nr. 84 (Kop.) = Textvorlage A. Ebd., Stück-Nr. 82 (Konz.) = B.

    Auf ksl. Befehl hin führten er, Mgf. Kasimir von Brandenburg, und andere ksl. Räte und Reichstagskommissare im Streit zwischen den Kämmerern von Dalberg und der Stadt Worms Anhörungen und Verhandlungen durch [Nrr. 330f.]. Doch haben die Kämmerer das Verfahren abgebrochen. Bei den anschließenden von der Stadt bewilligten gütlichen Verhandlungen vor Freunden der Kämmerer bekundeten Bürgermeister und Rat ihr Interesse an einer einvernehmlichen Beilegung des Streits. Sie legten noch einmal ihre Gründe für die Zurückweisung deren Ansprüche dar, erklärten aber auch, der Gegenseite im Interesse guter nachbarschaftlicher Beziehungen entgegenkommen zu wollen. Doch wiesen die Kämmerer auch dieses großzügige Angebot zurück. Die Stadt bietet deshalb hiermit für sämtliche gegenseitigen Forderungen den Rechtsweg vor den für beide Parteien zuständigen Instanzen, dem Ks. oder dem ksl. Kammergericht, an.1

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/III5/pages

    Anmerkungen

    1
     Vgl. Nr. 78.
    2
     Die diesbezügliche Vereinbarung mit den Jülicher Gesandten auf dem Wormser RT fehlt im nur unvollständig überlieferten Münzbeschluss der rheinischen Kff.[Nr. 334].
    1
     Verschreibung der rheinischen Kff. bzw. der hessischen Vormundschaftsregierung, jeweils Konzeptkop. [Mainz], montag nach sant Michels tag[1.10.]1509 (GLA Karlsruhe, Abt. 67, Nr. 957, fol. 156–157’; 158–160; Faulde, Gemmingen, S. 84f.).
    2
     Der Termin wurde von hessischer Seite nicht eingehalten. Noch Ende September 1510 monierten die kfl. Räte auf einem Probationstag in Bacharach das Ausbleiben der Verschreibung der Regenten. An dem daraufhin übergebenen Revers stellten sie formale Mängel fest, deren Behebung die hessischen Gesandten lediglich zusagen konnten. Dennoch nahm Hessen erstmals offiziell an einem Probationstag teil (Kurrhein. Probationsabschied, montag nach Michahelis[30.9.]1510; GLA Karlsruhe, Abt. 67, Nr. 957, fol. 163–169. Druck: Hirsch, Münz-Archiv VII, Nr. LIX, S. 68f.). Die ausgefertigten Urkunden vom 1.10. (Or. Perg. Libell m. anh. S.; NRW LA Duisburg, Kurköln IX, Nr. 25; StA Würzburg, Mainzer Urkunden weltl. Schrank 30/9 und 10. Druck: Würdtwein, Diplomataria II, Nr. CLXIII, S. 463–482 [kfl. Reversbrief]; Hoffmeister, Beschreibung I, S. 75–77 [hess. Reversbrief]) und 16.10.1509 (StA Würzburg, Mainzer Urkunden weltl. Schrank 30/8; StA Marburg, Urk. 5, Nr. 1959) über den Beitritt Hessens zum kurrheinischen Münzverein sind demnach rückdatiert. Vgl. Weisenstein, Geldwesen, S. 233; Eichelmann, Münzen, S. 30–32; Faulde, Gemmingen, S. 84f.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Mgf. Friedrich verwies am 24.6. in Beantwortung des Schreibens noch einmal auf seine Erklärung vom 20.6. [Nr. 538] (Konz., am tag Johannis; GStA Berlin, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 26).
    1
     Gemeint ist der zwischen Ebf. Berthold von Mainz, Mgf. Friedrich von Brandenburg und Hg. Ulrich von Württemberg am 27.7.1498 in Freiburg geschlossene Vertrag (Gollwitzer, RTA-MR VI, S. 681; Seyboth, Markgraftümer, S. 237).
    2
     Gemeint ist wohl die zuletzt 1487 erneuerte Erbeinung zwischen Sachsen, Brandenburg und Hessen (Or.; GStA Berlin, VII. HA, Weltliche Reichsstände in Beziehung zur Mark, Sachsen, Nr. 31. Druck: Riedel, Codex II/5, S. 437–440. Regest: Müller, Annales, S. 53).
    3
     Mgf. Friedrich sandte Hg. Ulrich am gleichen Tag die vorliegende Abschrift zu, um ihn über seine Beweggründe für die Ablehnung des Beibriefs zu informieren, und bot ihm gleichzeitig an – dieweil aber dasselb ausnemen eur lieb und uns nit berurt–, auf der Grundlage des Entwurfs ungeachtet der sonstigen Änderungen gegenüber dem früheren Vertrag die Einung zwischen Brandenburg-Ansbach und Württemberg zu erneuern. Die von den Vertragspartnern auszustellenden Urkunden sollten zum vorgesehenen Termin, dem 8.7. (sant Kilians tag), in Heilbronn ausgetauscht werden (Or.[Ansbach], mitwuch nach Viti; HStA Stuttgart, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. Kop.; GStA Berlin, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 24–24’).
    1
     Mgf. Friedrichs Schwester Elisabeth war mit dem 1504 verstorbenen Onkel Hg. Ulrichs, Hg. Eberhard II., verheiratet gewesen (Schwennicke, Stammtafeln I/1, T. 129; I/2, T. 257; Seyboth, Markgraftümer, S. 43; Nolte, Familie, S. 110f.).
    2
     Vgl. Nr. 335 [App. g].
    1
     Das obige Schreiben ist um einige Tage rückdatiert. Ebf. Uriel hatte seinem Domkapitel den Entwurf am 28.6. zur Beratung vorgelegt (StA Würzburg, Mainzer Domkapitelprotokolle 3, fol. 657’). Am 30.6. erläuterte der Mainzer Kanzler [Johann von Dalheim] im Domkapitel die Beweggründe des Ebf. für seinen Wunsch nach dem Zustandekommen der Einung mit Brandenburg und Württemberg, legte deren Vorteile wie auch die zu erwartenden negativen Konsequenzen bei einem Scheitern der Verhandlungen dar und bat im Namen des Ebf. um Zustimmung. Nach Verlesung der Unterlagen und Beratung darüber äußerten die Domherren ihre Bedenken wegen der langen Laufzeit von zwanzig Jahren, wollten die Einung mit Württemberg daran jedoch nicht scheitern lassen. Im Falle Brandenburgs wünschten sie jedoch eine Reduzierung der Vertragsdauer auf die Lebenszeit Ebf. Uriels und Mgf. Friedrichs oder alternativ eine Befristung auf maximal zehn Jahre. Die Einung mit Brandenburg sollte gemäß dem Kurmainzer Entwurf [Nr. 542] geschlossen werden, das brandenburgische Konzept lehnte das Domkapitel hingegen ab (ebd., fol. 658). Am 3.7. wurden die beiden Entwürfe für die Bündnisausnahmen noch einmal im Domkapitel verlesen. Die Domherren sprachen sich abschließend für die in der Mainzer Kanzlei konzipierte Fassung aus und erklärten den brandenburgischen Entwurf für unannehmbar (ebd., fol. 658’). Vgl. Faulde, Gemmingen, S. 104f.
    1
     Laut Abschied eines am 10.7. in Stuttgart abgehaltenen Rätetages sollte in Heilbronn nicht nur über den Einungsplan, sondern auch über bilaterale Fragen zwischen Kurmainz und Württemberg sowie über Streitigkeiten zwischen dem ebfl. Amtmann in Nagelsberg [Sigmund von Uissigheim] und den Gff. von Hohenlohe verhandelt werden (Kop., zinstag nach Kiliani; HStA Stuttgart, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol.).
    1
     Am 15.9. hatte der Ebf. den Entwurf im Domkapitel vorlegen lassen (StA Würzburg, Mainzer Domkapitelprotokolle, fol. 667’).
    2
     Gemeint ist der Erbeinungsvertrag zwischen Böhmen, Kurmainz und Würzburg vom 6.12.1373 (Druck: Weizsäcker, RTA-ÄR I, Nr. 1, S. 6–10. Kurzregest: Huber, Regesten, Nr. 5301, S. 439).
    1
     Laut einem nach dem 4.2.1510 ausgestellten Schreiben Mgf. Friedrichs an seinen Sohn [Kasimir] waren die Einungsurkunden zwischen Württemberg und Brandenburg zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht ausgetauscht worden. Gemäß einer während des Schwäbischen Bundestages in Ulm [Anf. Febr. 1510; Klüpfel, Urkunden II, S. 37f.; Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 244] getroffenen Vereinbarung sollte dies auf dem RT[in Augsburg] geschehen. Mgf. Friedrich rechtfertigte noch einmal die Rücksendung des Einungsbriefs durch seine Räte im Okt. 1509 [Nr. 552] damit, dass man zu diesem Zeitpunkt von einem trilateralen Abkommen ausgegangen sei. Aber auf endrung der mainzischen, anders dan irs halben abgeredt, ist es mit Mainz gar davonkomen(undat. Konz.; GStA Berlin, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 48–48’).
    1
     Die Vermutung Westphals(Korrespondenz, S. 355 Anm. 1586), es handle sich möglicherweise um Konrad Rupsch, kann nicht überzeugen, zumal dieser 1499 bzw. 1503 als Hofsänger engagiert worden war (Ruhnke, Beiträge, S. 221; Ludolphy, Kurfürst, S. 100). Sehr wahrscheinlich ist der 1508 aus dem kursächsischen Dienst ausgeschiedene, aus Straßburg gebürtige Organist Hans Kotter gemeint.
    2
     Liegen nicht vor.
    3
     Entsprechendes Antwortschreiben Nürnbergs an Straßburg vom 18.7.1509 (Kop., mitwoch nach St. Alexius tag; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 117–117’).
    4
     Am 6.8. übersandte Nürnberg das – nicht vorliegende – Antwortschreiben Kf. Friedrichs an Straßburg. Der Streit war damit offenkundig noch nicht beendet. Denn Nürnberg bot an, auf Wunsch Straßburgs zu beylegung solcher geprechenweiterhin zu vermitteln (Kop., montag St. Sixt tag; StA Nürnberg, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 161–161’).
    1
     Aus einem Schreiben Kf. Joachims an den Ks. vom 18.11. geht hervor, dass damit die Ausfertigung ksl. Urkunden über die Bestätigung des Niederlagsprivilegs für Frankfurt/O. und Breslau und um ander, mein churfurstlich freyung betreffen– dies bezog sich auf die Infragestellung der Exemtionen und der kfl. Gerichtsfreiheit durch das RKG–, gemeint war. Der Kf. bat unter Verweis auf die ksl. Zusage erneut darum, die baldige Ausfertigung und Zusendung dieser Schriftstücke an ihn zu veranlassen (eigh. Nachtrag zum Schreiben an den Ks. vom 18.11.1509 [Nr. 501]).
    1
     Zu Verhandlungen während des Wormser RT liegen keine Unterlagen vor. Im Ingolstädter Hauptvertrag vom 13.8.1509 heißt es lediglich, die in Worms versammelten Räte Kf. Ludwigs, Pfgf. Friedrichs und Hg. Wilhelms hätten betracht, das der frid mert und der unfrid zerstort, und haben sich zusamengetan[Nachweise siehe Anm. 4]. Im Ergebnis der Verhandlungen in Worms und Heidelberg wurde am 20.6. eine Reihe von untergeordneten Streitpunkten beigelegt. Die noch unentschiedenen Fragen sollten ab dem 31.7. auf einem weiteren Tag in Ingolstadt behandelt werden (Or. m. S.[Johanns von Morsheim], Heidelberg, mittwochs nach Viti et Modesti; HStA München, PNU, Landschaft, Nr. 90. Kop.; HStA München, KÄA 1212, fol. 50–53’; HStA München, Neuburger Kopialbücher 55, fol. 414–416’. Druck: Krenner, Landtagshandlungen XVII, S. 226–235). Vgl. Nebinger, Fürstentum, S. 14; Cramer-Fürtig, Landesherr, S. 153; Nadler, Fürstentum, S. 127–129; Wenko, Kaiser, S. 232f.; Fischer, Kaiser, S. 140f., 170f. – Laut den aus der „Beschreybung der nambhaftigsten Geschicht und Kriegshanndlung“ des allerdings selbst nicht in Worms anwesenden bayerischen Sekretärs Augustin Koellner exzerpierten „Ephemerides belli palatino-boici“ des Erasmus Fend wurde während des RT außerdem die dann am 6.6.1510 vertraglich fixierte und am 23.2.1511 vollzogene Verheiratung Kf. Ludwigs mit Sibylle von Bayern vereinbart (Oefele, Rerum Boicarum scriptores II, S. 469–493, hier 492. Ebenso Häberlin, Reichs-Geschichte IX, S. 445; Häusser, Geschichte I, S. 505). Dafür fehlen jedoch archivalische Belege. Marth(Politik, S. 158) datiert die Aufnahme der Verhandlungen auf das Frühjahr 1510.
    2
     Es handelte sich laut dem Heidelberger Abschied um Hieronymus von Stauff, Hans von Closen, Dr. Dietrich von Plieningen und Dr. Johann Lupfdich [wie Anm. 1].
    3
     Im Heidelberger Abschied ist als weiterer kurpfälzischer Unterhändler nur Zeisolf von Adelsheim genannt. Vertreter Pfgf. Friedrichs waren Hans von Sickingen, Adam von Törring und Ulrich Tengler (wie Anm. 1).
    4
     In Ingolstadt gelang mit dem Vertrag vom 13.8.1509 (Or. Perg. Libell mit anh. S. Hg. Wolfgangs als Vormund, montag nach sant Laurenzen des hailigen marterers tag; HStA München, PNU, Verträge, Nr. 7. Druck: Krenner, Landtagshandlungen XVII, S. 236–257) und dem Nebenabschied vom gleichen Datum (Or. m. 2 Ss., montag nach Laurencii; HStA München, PNU Landschaft, Nr. 91. Druck: Krenner, ebd., S. 257–269) der Abschluss des jahrelangen Verfahrens um die genaue Abgrenzung des Fm. Pfalz-Neuburg und die Regelung aller wichtigen Streitpunkte. Vgl. Nebinger, Fürstentum, S. 14; Cramer-Fürtig, Landesherr, S. 25, 33, 153f.; Rankl, Staatshaushalt, S. 14; Wenko, Maximilian, S. 232f. Letzte Detailfragen wurden im folgenden Jahr auf dem Augsburger RT geregelt. Vgl. Seyboth, RTA-MR XI/1, Nrr. 235238.
    1
     Kammergerichtliches Mandat an die Stadt Hamburg zur Bezahlung von 65 fl. Kammerzieler mit Vorladung zum Fiskalprozess, Regensburg, 14.4.1508 (Druck: Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLXXV, S. 225f.). In einem vom ksl. Fiskal eingereichten Schriftstück wird nicht nur Hamburg, sondern auch Hg. Friedrich selbst für seinen Anteil am Kammerzieler haftbar gemacht (ebd., Nr. CLXXVI, S. 226–229).
    2
     Kammerrichter Gf. Adolf von Nassau und seine Beisitzer teilten Hg. Friedrich am 28.9. mit, dass der ksl. Fiskal einem Aufschub des Verfahrens bis zum 6.1.1510 zugestimmt habe (Druck: Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLXXIX, S. 231f.). Zu den weiteren Verhandlungen auf dem Augsburger RT von 1510 vgl.Seyboth, RTA-MR XI/1, Nrr. 351353; Reincke, Aufstieg, S. 26; Rautenberg, Fiskal, S. 78.
    1
     Schreibfehler, richtig: vor. Vgl. Nr. 483, S. 726f., Anm. 1.
    2
     Vermutlich ging es um die im Landshuter Erbfolgekrieg 1504 eroberten pfälzischen und erbachischen Besitzungen an der Bergstraße. Vgl. Demandt, Geschichte, S. 493.
    3
     Das Schreiben liegt nicht vor. Vgl. zu diesem Streit Nr. 242, S. 356f., Anm. 2.
    4
     Lgf. Wilhelm von Hessen an Hg. Georg von Sachsen, Kassel, 8.6.1509 (Konz., freytags nach corporis Christi; HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 10511/2, fol. 236–237. Konz.; StA Marburg, Best. 2, Nr. 292, fol. 88–88’).
    5
     Hg. Georg von Sachsen erklärte in seiner Antwort vom 17.6., den zweiten Vorschlag Lgf. Wilhelms – die Beilegung der Streitigkeiten durch ein Schiedsgericht, bestehend aus je vier Räten der beiden Parteien und einem Obmann – annehmen zu wollen, doch sollte das Verfahren befristet werden (Or. m. S., Dresden, sonntage nach Viti; StA Marburg, Best. 2, Nr. 292, fol. 89–89’). Lgf. Wilhelm machte Kf. Friedrich und Hg. Johann mit Schreiben vom 30.6. darüber Mitteilung (Konz. Kassel, sonnabents nach Petri et Pauli; präs. Wittenberg, 7.7.1509; StA Marburg, Best. 2, Nr. 295, fol. 164). Diese erklärten in ihrer Antwort vom 8.7. ihre grundsätzliche Bereitschaft zu einem Vermittlungsverfahren, hielten jedoch an ihrer Vorbedingung – der Wiederherstellung des Status quo vor der Sperrung der Handelsstraße nach Polen und der Verabschiedung der hgl. Annaberger Bergordnung – fest (Or. m. Siegelspuren, Wittenberg, sontag sand Kilians tag; StA Marburg, Best. 2, Nr. 295, fol. 165–165’).
    6
     = Mechthild, Anna, Katharina und Elisabeth (Armbrust, Anna, S. 6).
    7
     Hier kann nur der in Diensten Lgf. Wilhelms stehende Bernhard d. J. zur Lippe (Demandt, Personenstaat I, Nr. 1858, S. 521) gemeint sein. Sein älterer Bruder Simon (V.) war zu diesem Zeitpunkt bereits verheiratet.
    8
     Vgl. die vertragliche Vereinbarung zwischen Lgf. Wilhelm II. und Lgfin. Anna d. Ä. vom 11.10.1494 (Demandt, Regesten II/1, Nrr. 1294–1296, S. 491–493) sowie die weiteren diesbezüglichen Verfügungen vom 9.2.1505 und 17.10.1506 (ebd., Nr. 1564, S. 600f.; Nr. 1595, S. 610; Nr. 1601, S. 613).
    9
     Urkunde Kg. Maximilians (Reichskanzlei) vom 1.6.1496 (Demandt, Regesten II/1, Nr. 1254, S. 494; Wiesflecker, Regesten II/2, Nr. 7040, S. 498). Vgl. Demandt, Geschichte II, S. 221f.; Scheepers, Regentin, S. 51f.; Nolte, Fürst, S. 5f.
    1
     Liegt nicht vor.
    2
     Kf. Friedrich teilte Eberhard und Valentin Schenken von Erbach am 20.6. mit, dass er für sie aufgrund ihrer jüngst [in Worms] vorgetragenen Bitte bei Lgf. Wilhelm interveniert habe. Dieser habe geantwortet, dass die Schenken bei ihm noch nicht vorstellig geworden seien, sonst hätte er ihnen einen gnädigen Bescheid gegeben. Würden sie dies jedoch noch tun, würden ihnen die Fürsprachen Kf. Friedrichs und zuvor schon Kf. Ludwigs von der Pfalz zustattenkommen (Kop. Weimar, mitwochen nach sant Veits tag; HStA Dresden, Geheimer Rat, Loc. 9853/5, fol. 32’. Druck: Schneider, Stamm-Tafel, Urkundenanhang, Nr. 67, S. 606). Die Schenken baten Kf. Friedrich daraufhin am 2.7. erneut um Unterstützung bei Hessen (Scriba, Regesten I, Nr. 2087, S. 190).
    3
     Am 20.1.1510 gelang schließlich eine vertragliche Einigung. Demnach erhielten die Schenken von Erbach die im Landshuter Erbfolgekrieg verlorenen Schlösser Habitzheim und Schönberg als hessische Lehen zurück. Bickenbach jedoch verblieb letztlich gegen eine Entschädigungszahlung von 3712 fl. an Katharina und Anna von Erbach als Kurmainzer Lehen bei Hessen (Ledderhose, Schriften V, S. 96; Schneider, Stamm-Tafel, Urkundenanhang, Nr. 71, S. 608f.; Wenck, Landesgeschichte I, S. 630f.).
    1
     Kothe, Rat, S. 100; Demandt, Personenstaat II, S. 859.
    2
     Kothe, Rat, S. 95, 100.
    3
     Liegt nicht vor.
    4
     Aufseß war Archidiakon der Landkapitel Weinsberg und Buchen (Amrhein, Reihenfolge II, Nr. 1123, S. 114f.; Merzbacher, Aufseß, S. 109f.).
    5
     Aufseß hatte Lamparter mit Schreiben vom 30.9. an seine in Worms gegenüber Hg. Ulrich vorgetragene Bitte erinnert, seinem Offizial Georg Zeyrolt (Zerolt)und den ihn begleitenden Knechten für die Abhaltung des Sendgerichts Geleit zu gewähren. Außerdem hatte er um die Ausstellung von Weisungen an die Amtleute in Weinsberg, Möckmühl und Neuenstadt ersucht, seinen Offizial nicht zu behindern. Lamparter sollte sein Anliegen gegenüber dem Hg. unterstützen (eigh. Or., sontag Jeronimi; HStA Stuttgart, A 133, Bü. 1, unfol.).
    6
     Hg. Ulrich antwortete Aufseß am 11.10., dass er am Herkommen nichts ändern wolle, aber auch die von seinen Amtleuten geschilderten Unregelmäßigkeiten bei den Sendgerichten nicht dulden könne. Er bot an, die Einzelheiten über das künftige Verfahren zwischen einem Vertreter Aufseß’ und den hgl. Räten in Stuttgart zu regeln und dann zu entscheiden (Konz., dornstags nach Dionisy; HStA Stuttgart, A 133, Bü. 1, unfol.).
    1
     Die Befreiung der Stadt vom Kirchenbann erfolgte am 4.7., Ende des Monats kehrte der Stiftsklerus nach zehnjährigem Exil wieder nach Worms zurück (Boos, Quellen III/2, S. 542; Ders., Geschichte IV, S. 111; Jürgensmeier, Bistum, S. 157 (Keilmann); Bönnen, Stadt, S. 258; Ders., Konflikt, S. 81).
    1
     Entsprechendes Schreiben von Bürgermeistern und Rat der Stadt Worms an Kf. Friedrich von Sachsen vom 28.8.1509 mit Ankündigung eines diesbezüglichen Vortrags des Ratsherrn Ludwig Bohel (Konz., dinstags nach Bartholomei apostoli; StdA Worms, 1 B, Nr. 1928/3, Stück-Nr. 160. Mundum; ebd., Stück-Nr. 179).
    2
     Gemäß der Verpflichtung der Parteien, binnen eines Jahres die Ratifikation der Schiedssprüche durch Papst und Ks. einzuholen [Nr. 329, Pkt. 1], erfolgte die Bestätigung durch Maximilian I. am 8.4.1510 (Seyboth, RTA-MR XI/1, Nr. 193; Boos, Geschichte IV, S. 112; Arnold, Verfassungsgeschichte II, S. 483).
    1
     Die Kämmerer von Dalberg setzten den Prozess am RKG fort (Kammergerichtliches Zitationsmandat an Ludwig Bohel, Georg Mettenheimer und Adam von Schwechenheim, koll. Kop. Worms, 6.8.1509; StdA Worms, 1 B, Nr. 512/3, unfol.).

    Anmerkungen

    a
    –awie ... soll] In B Einfügung am Rand.
    b
    –bund ... würde] In B Einfügung am Textende.
    a
     Abrede] Danach gestrichen: auf dem Tag zu Heilbronn.
    b
    –bSein ... anheim] Ergänzung von der Hd. Hg. Ulrichs.
    a
     e. L. und] Einfügung.
    b
     wir] Danach gestrichen: mit berurtem unserm oheim und swager von Brandenburg auch.
    a
    –a bruders ... swagers] In B: oheims und bruders.
    a
    –aErklären … haben] Fehlt in A, Ergänzung gemäß B-D.
    b
    –bin ... sollte] In D korrigiert aus: Mgf. Friedrich von Brandenburg angreifen sollte und der Mgf. dem Ebf. von Mainz die rechtliche Entscheidung über den Streit anheimstellt.
    c
    –cUmgekehrt ... sollte] In D: Sollte Lgf. Wilhelm von Hessen den Ebf. und sein Stift angreifen und der Ebf. die rechtliche Entscheidung über den Streit gemäß ihrer Erbeinung Sachsen und Brandenburg anheimstellen, würde Mgf. Friedrich ebenfalls Neutralität wahren und den Lgf. nicht unterstützen. In allen übrigen Punkten soll der Erbeinungsvertrag unverändert gelten.
    a
    –a Simonis et Jude] Korrigiert aus: dinstag nach Ursule [23.10.].
    a
     haubtsach] Korrigiert aus: aigentumb.

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    « Š5. Angelegenheiten der Reichsstände  »

    «5.1. Rheinische Kurfürsten  »

    «Nr. 535 Probationsabschied der rheinischen Kff.– Bonn, 30. Juli 1509 »

    Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 957, fol. 135–138’ (Kop., montag nach sant Jacobs tag).

    […]. Aus triftigen Gründen wurde der für den 23. April (montag nach misericordia Domini)nach Bonn anberaumte Probationstag auf den jetzigen Termin verschoben.1Während des Wormser Reichstages wurde vereinbart, dass der Hg. von Jülich und der Lgf. von Hessen Räte zu diesem Probationstag abordnen sollen, um die auf dem Reichstag mündlich abgesprochenen Verträge zu schließen.2Die Jülicher Gesandten sind allerdings ausgeblieben. Aufgrund der unzureichenden Bevollmächtigung der hessischen Räte konnte mit ihnen lediglich vereinbart werden, dass sie die Statthalter über diesen Mangel informieren und sie auffordern sollen, ihre Gesandten zu dem auf den 3. September angesetzten ksl. Münztag in Frankfurt mit den abschließenden Verhandlungen gemäß der Wormser Abrede zu betrauen. Alternativ käme als Termin der am 29. September (Michahelis)in Mainz stattfindende Probationstag in Frage. Die hessischen Räte haben zugesagt, dass entweder bevollmächtigte Gesandte nach Frankfurt geschickt würden oder dort wenigstens das Einverständnis zu abschließenden Verhandlungen auf dem Mainzer Tag erklärt werde. Da Verhandlungen mit Jülich nicht möglich waren, sollen die Kurkölner Statthalter und der Ebf. von Trier mit Hg. Wilhelm über den Beitritt zur Münzeinung verhandeln. Falls der Hg. damit einverstanden ist, soll er wie Hessen Räte zu den genannten Orten [Frankfurt bzw. Mainz] abordnen. [Probation unterwertiger Mainzer Münzen].

    «Nr. 536 Probationsabschied der rheinischen Kff.– Mainz, 1. Oktober 1509 »

    Verhandlungen über die Aufnahme des Hm. Jülich und der Lgft. Hessen in die kurrheinische Münzeinung.

    Karlsruhe, GLA, Abt. 67, Nr. 957, fol. 153–155’ (Kop., montag nach Michaelis).

    Der hgl. Jülicher Gesandte Friedrich von Brambach erschien gemäß Wormser Abschied vor den Räten der vier Kff. Er war allerdings nicht zum Abschluss der Verhandlungen bevollmächtigt, sondern sollte sich lediglich über den kurrheinischen Münzvertrag informieren und dem Hg. anschließend Bericht erstatten. Dem Gesandten wurde die Lektüre des Vertrages gestattet und eine Abschrift übergeben. ŠDer Hg. soll seine Zu- oder Absage binnen eines Monats an den Kf. von Mainz übermitteln, der dann die übrigen [rheinischen] Kff. informieren wird.

    Für die hessische Statthalterregierung waren als bevollmächtigte Gesandte der Amtmann zu Darmstadt, Batt Horneck von Hornberg, der Amtmann zu Eppstein, Jost von Draxdorf, der Münzmeister Philipp Hogelin und der Wardein Wilhelm [Fritzlar] (Goltschmidt)anwesend. Diese haben die kfl. Verschreibung akzeptiert. Horneck und Draxdorf leisteten im Namen der Regenten, Hogelin und [Fritzlar] (Goldschmidt)in ihrem eigenen Namen den Eid darauf. Die Statthalterregierung und die vier Kff. erhalten jeweils einen Entwurf der gegenseitigen Reverse1zur Durchsicht und eventuellen Korrektur. Falls bis zum 11. November (Martini) keine Einwände oder Änderungswünsche geltend gemacht werden, sollen dem Kf. von Mainz bis Weihnachten die ausgefertigten Urkunden zugehen.2[Wiedergabe der hessischen Vollmacht vom 24.9.; Münzprobation].

    Die hessischen Gesandten erinnerten am Dienstag [2.10.] daran, dass ihr Münzmeister und der Wardein ihre Eide gegenüber den kfl. Räten abgelegt hätten, und forderten, dass die kfl. Münzbeamten im Gegenzug auch vor ihnen als Vertretern des Regentschaftsrates die entsprechenden Eide leisten müssten. Die kfl. Räte sagten zu, darüber Bericht zu erstatten, und stellten für den nächsten Probationstag eine Antwort in Aussicht. Die hessischen Räte schlugen außerdem vor, den Regenten Schlüssel für die kfl. Probierbüchsen zu überlassen, nachdem die Kff. ihrerseits Schlüssel für die hessische Probierbüchse erhalten hätten. […].

    « Š5.2. Verhandlungen über eine Einung zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg  »

    «Nr. 537 Ebf. Uriel von Mainz an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – St. Martinsburg/Mainz, 17. Juni 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 21–21’ (Or. m. S., sonntags nach Viti).

    Laut Mitteilung seines [aus Worms] zurückgekehrten Kanzlers Dr. Johann von Dalheim haben die brandenburgischen und württembergischen Räte nach seiner, des Ebf., Abreise vom Reichstag mit diesem über einen neuen Entwurf für die Nebenurkunde1bezüglich der Ausnehmung des Bf. von Würzburg vom Bündnisfall gesprochen und ihm das Schriftstück anschließend übergeben. Er hat den Entwurf anhand der von den Räten aller drei beteiligten Fürsten erstellten ersten Fassung [Nr. 336] geprüft und daraufhin dem Mainzer Domkapitel vorgelegt. Das Ebm. Mainz und das Bm. Würzburg stehen seit langer Zeit in einem Erbeinungsverhältnis zueinander, die Bff. sind Suffragane der Ebff. Das Kapitel hat deshalb eine Änderung der vereinbarten Fassung gemäß dem neuen Entwurf abgelehnt. Falls er, Mgf. Friedrich, sich einverstanden erklärt, die Nebenurkunde in ihrer ersten Fassung zu akzeptieren, wird das Domkapitel dem Einungsvertrag und der Nebenurkunde zweifellos zustimmen.2

    «Nr. 538 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Ebf. Uriel von Mainz – Ansbach, 20. Juni 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Kop., mitwuch nach Viti) = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 22–23 (Konz.) = B.

    Sein Sohn Mgf. Kasimir und sein Hofmeister und Rat Hans von Seckendorff haben ihn nach ihrer Rückkehr vom Wormser Reichstag über die zwischen Kurmainzer, württembergischen und seinen eigenen Räten getroffene Vereinbarung [Nr. 337] informiert. Demnach sollen die Vertragspartner binnen vierzehn Tagen ihre Erklärungen über die Annahme oder Ablehnung des vereinbarten Einungsvertrags samt der Zusatzerklärung über die Ausklammerung des Bf. von Würzburg und Lgf. Wilhelms von Hessen von den Bündnispflichten [Nrr. 335f.] abgeben. Er wünscht Frieden und Einigkeit zwischen ihnen sowie ihren Territorien und Untertanen. Wäre es bei den Ausnahmen von den Bündnispflichten wie im vorherigen Einungsvertrag1geblieben, hätte er den Vertragsentwurf akzeptieren können, obwohl darin Šgegenüber der früheren Urkunde einige Änderungen vorgenommen wurden. Laut einer Bestimmung der Zusatzerklärung wäre er, Ebf. Uriel, jedoch nicht zur Hilfe verpflichtet, wenn es zwischen dem Bf. von Würzburg und ihm, Mgf. Friedrich, zum bewaffneten Konflikt käme. Ebenso dürfte er selbst Lgf. Wilhelm von Hessen keine Unterstützung gewähren, wenn dieser Kurmainz angreifen sollte und er, der Ebf., unter Berufung auf die bestehende Erbeinung2einen rechtlichen Austrag durch die Hgg. von Sachsen und die Mgff. von Brandenburg anbieten würde. Derzeit besteht zwar kein Grund für einen bewaffneten Konflikt mit dem Bf. von Würzburg, dennoch kann er diesen Punkt awie auch die Bestimmung, dass ihm die Möglichkeit einer Hilfe für den Lgf. von Hessen versperrt werden soll–a, nicht akzeptieren. Falls diese beiden Artikel jedoch gemäß dem früheren Einungsvertrag geändert würden bund ihm das Recht zur Parteinahme oder Neutralität im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Kurmainz und Würzburg eingeräumt würde–b, könnte er seine Zustimmung zum Einungsvertrag erklären.3

    «Nr. 539 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – Stuttgart, 26. Juni 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz. mit Korrekturen und Ergänzungen Hd. Hg. Ulrich, zinstag nach Joannis batiste).

    Bestätigt den Empfang seines Schreibens [Nr. 538, Anm. 3]. Ungeachtet seiner Einwände beabsichtigt er, gemäß der Wormser Abredeaden Einungsvertrag mit dem Ebf. von Mainz zu schließen. Ebenso will er auf sein Angebot zum Abschluss einer Einung gemäß der älteren Urkunde eingehen. Zu diesem Zweck sollen sich ihre Räte an einem ihm genehmen Ort treffen. Doch behält er sich vor, Kurmainz von den Šgegenseitigen Bündnispflichten auszunehmen. bSein Wunsch wäre ein gemeinsames Abkommen zwischen ihnen drei Fürsten, doch stellt er ihm die Entscheidung darüber anheim–b.

    «Nr. 540 Hg. Ulrich von Württemberg an Ebf. Uriel von Mainz – Stuttgart, 28. Juni 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz., donrstag nach Jo[hann]is bap[tis]te).

    [1.] Sie beide persönlich und die Räte seines Schwagers Mgf. Friedrich von Brandenburg1haben auf dem Wormser Reichstag über eine Einung zwischen ihnen dreien beraten und eine Vereinbarung getroffen, die ihm sicherlich noch in Erinnerung ist. Der Mgf. hat inzwischen an sie beide geschrieben und er, Hg. Ulrich, darauf auch geantwortet, wie er aus den beigelegten Abschriften [Nrr. 538mit Anm. 3; 539] entnehmen kann. Die geplante trilaterale Einung wäre für alle Beteiligten vorteilhaft gewesen. Da Mgf. Friedrich Einwände wegen der Ausnahmen vom Bündnisfall erhebt, will er dennoch auf der Grundlage der Wormser Abrede einen Einungsvertrag zwischen ihnen beiden schließen. Er hat bereits die Ausfertigung der Urkunden veranlasst und übersendet sie ihm zur Gegensiegelung gemeinsam mit dem Mainzer Domkapitel. Die Dokumente kann er dem ebfl. Rat mitgeben, der ohnehin zu den Vermittlungsverhandlungen zwischen Kurmainz und den Gff. von Hohenlohe nach Stuttgart kommen wird. Da der Mgf. am anberaumten Tag zu Heilbronn nicht teilnehmen wird, ist dessen Beschickung unnötig. Stattdessen genügt der wechselseitige Austausch der Dokumente.

    [2.] [PS] Im Einungsentwurf waren die Eidgenossen von seiner Seite unter den Ausnahmen vom Bündnisfall aufgeführt.2Er erachtet dies inzwischen für unnötig, weshalb sie im ausgefertigten Dokument fehlen.

    [3.] [PPS] Die gegenseitigen Hilfsverpflichtungen sollten laut Wormser Entwurf in einem Dokument zusammengefasst werden. Er hat indessen, wie dies anfänglich auch in Worms besprochen worden war, zwei getrennte Verschreibungen aufsetzen lassen, damit, ob e. L. unda wirb in ander aynung geen und die alßdann oder sunst sehen lassen wurden, daz dann allain die erst gemain aynung[Nr. 335] dargelegt und die ander [Nr. 336] verhalten werden mog, wie e. L. selbs wyter zu ermessen weyßt und wir der feder zu befelhen im besten underlassen haben.

    Š[4.] [PPPS] Er hätte aus den bekannten Gründen einen Einungsvertrag unter Einschluss Mgf. Friedrichs gewünscht. Empfiehlt, sich auf beiden Seiten wegen der jüngsten Entwicklung nicht beirren zu lassen.

    «Nr. 541 Ebf. Uriel von Mainz an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – St. Martinsburg/Mainz, 29. Juni 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 27–27’ (Or. m. Siegelrest, sant Peter und Pauls tag).

    Er hat seine beiden Schreiben [Nrr. 537, Anm. 2; 538] dem Domkapitel vorgetragen und sich – da er die bestehenden Freundschaftsverhältnisse und Einungen des Erzstifts fortsetzen möchte – mit den Domherren auf einen neuen, für beide Seiten annehmbaren Entwurf [Nr. 542] geeinigt1, der diesem Schreiben beiliegt. Falls diese Fassung für ihn wider Erwarten erneut nicht akzeptabel ist, bittet er ihn, dennoch seine Räte zum vereinbarten Termin nach Heilbronn zu schicken, um dort die Verhandlungen unter Vermittlung der württembergischen Gesandten fortzusetzen.

    «Nr. 542 Kurmainzer Entwurf für einen Reversbrief Ebf. Uriels von Mainz und Mgf. Friedrichs II. von Brandenburg-Ansbach bzgl. der Ausnahmen vom Bündnisfall – [Mainz, 3. Juli 1509] »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 28–29 (Kop.) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Kop., Verm.: Admissa praesens notula per capitulum moguntin[ense] martis 3a Julii anno etc. nono, Jo[hannes] Monster secretarius in fid[em] s[ub]s[cripsi]t.) = B.

    Ebf. Uriel von Mainz und Mgf. Friedrich von Brandenburg erklären, dass sie gemeinsam mit Hg. Ulrich von Württemberg eine Einung geschlossen haben, bei der gemäß der Verschreibung aller drei Ff. vom 11. Juni (montag nach unsers lieben Herren fronleichnams tag)Ebf. Uriel Bf. Lorenz von Würzburg und Mgf. FriedŠrich von Brandenburg Lgf. Wilhelm von Hessen vom Bündnisfall ausgenommen haben. Diese Ausnahmen sollen jedoch nur gelten, soferre wir, erzbischof Uriel, unsers frunds von Wurzpurg gegen gemeltem unsern frund, dem marggraven von Brandenburg, und deßgleichen herwiderumb, soferre wir, marggraf Friderich, unsers abruders und swagers–a, des lantgraven von Hessen, gegen unserm frund von Menz fur uns und unser oheim von Sachsen und unser bruderliche erbeynung zu entlichem rechten mechtig sind. Desgleichen herwiderumb, wo unser frund von Brandenburg unsers frunds von Wurzpurg gegen uns, erzbischof Urieln, und unserm stift zu recht fur sich und sein erbar, edel und gelerte rete entlich mechtig ist, soll sein liebe uns zu helfen auch nit verpflicht sein. Sunst sollen die bede außnemen kein stat haben, sonder unser yeder dem andern nach laut und inhalt obberurter eynung zu helfen schuldig und verpflicht sein sonder alle geverde.

    «Nr. 543 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Ebf. Uriel von Mainz – Ansbach, 5. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 30–30’ (Konz. mit ex.-Verm., donnerstags nach sant Ulrychs tag).

    Er hätte gern die Einung mit ihm, dem Mainzer Domkapitel und Hg. Ulrich von Württemberg geschlossen, wenn ihn die Ausnahmebestimmungen bezüglich des Bf. von Würzburg und des Lgf. von Hessen nicht daran gehindert hätten. Er kann keine Räte zum Heilbronner Tag entsenden, da er diese bereits vor Eintreffen seines Schreibens mit seinem Siegel zu anderen wichtigen Verhandlungen abgeordnet hat. Sie haben aber nach Eingang seines Schreibens [Nr. 541] Befehl erhalten, mit Hg. Ulrich über Möglichkeiten für eine Einigung über die strittigen Punkte zu beraten.

    «Nr. 544 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – Stuttgart, 10. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 31–32 (Or. m. S., zinstags nach Kiliani) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz., zinstags nach Kiliani) = B.

    Seine Räte werden ihn nach ihrer Rückkehr sicherlich über ihre gestrigen Beratungen über das Einungsprojekt zwischen Kurmainz, Brandenburg-Ansbach und Württemberg informieren.1Er befürwortet unverändert den Abschluss des Einungsvertrags Šauf der Grundlage der Beratungen auf dem Wormser Reichstag und entsprechend seinen Schreiben an ihn. Um doch noch eine Einigung zu erzielen, beraumt er für den 12. August (sonntag zu nacht nach Laurencii)einen Rätetag nach Heilbronn an. Eine entsprechende Einladung ergeht an den Ebf. von Mainz. Er ist zuversichtlich, dass sie angenommen wird und ein erfolgreicher Abschluss gelingt.

    [PS] Falls seine Vermittlung wider Erwarten scheitern sollte, haben seine Gesandten Befehl, über den Abschluss einer Einung zwischen Württemberg und Brandenburg-Ansbach zu verhandeln.

    «Nr. 545 Ebf. Uriel von Mainz an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – St. Martinsburg/Mainz, 12. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 34–34’ (Or. m. S., donnerstag nach sant Kilians tag).

    Bestätigt den Eingang seines Schreibens [Nr. 543]. Gemäß seinem letzten eigenen Schreiben [Nr. 541] hatte er bereits Gesandte nach Heilbronn abgefertigt. Er will nichts unversucht lassen, um ihr freundschaftliches Verhältnis zu bewahren. Der ihm vor kurzem zugesandte Entwurf bezüglich der Ausnahmen vom Bündnisfall [Nr. 542] sollte für beide Seiten annehmbar sein. Falls er wider Erwarten dennoch Einwände hat, wäre er mit Vermittlungsverhandlungen durch den Hg. von Württemberg einverstanden.

    «Nr. 546 Württembergischer Entwurf für einen Reversbrief Ebf. Uriels von Mainz und Mgf. Friedrichs II. von Brandenburg-Ansbach über Ausnahmen vom Bündnisfall – Heilbronn, 14. August 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Konz., actum Heilpronn, auf unser lieben Frauen aubent assumptionis. Verm.: Diesen Entwurf legten der württembergische Kanzler [Dr. Gregor Lamparter] und weitere Räte Hg. Ulrichs den Mainzer und Brandenburger Gesandten vor, mit der Maßgabe einer verbindlichen Stellungnahme ihrer Herren dazu bis zum 29.9.). = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 35–35’ (Kop., Datierung und Verm. wie A) = B. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 37–38 (Kop., Datierung und Verm. wie A) = C. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 33–33’ (undat. Konz.) = D.

    aErklären, dass sie gemeinsam mit Hg. Ulrich von Württemberg eine Einung geschlossen haben, bei der gemäß der Verschreibung aller drei Ff. vom 11. Juni (montag nach unsers lieben Herrn fronleichnams tag)Ebf. Uriel Bf. Lorenz von ŠWürzburg und Mgf. Friedrich von Brandenburg Lgf. Wilhelm von Hessen vom Bündnisfall ausgenommen haben–a.

    Sie haben sich darüber hinaus geeinigt, dass Ebf. Uriel Bf. Lorenz von Würzburg keine Hilfe leisten würde, falls dieser während der Dauer des Einungsvertrags bin einen bewaffneten Konflikt mit Mgf. Friedrich geraten sollte–b. cUmgekehrt wird Mgf. Friedrich Lgf. Wilhelm von Hessen oder dessen Erben keine Hilfe leisten, falls es zum bewaffneten Konflikt mit Ebf. Uriel wider dise obgemelte unser eynung oder unser öheim von Sachßen, Hessen und unser brüderlich erbaynungkommen sollte–c.

    «Nr. 547 Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – [Ansbach], 21. August 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 39–40 (Konz., dinstag nach unser lieben Frauen tag wurzwey).

    Teilen mit, dass sie den mgfl. Sekretär Christoph Claus zu den für den 12. August (sontag nach Laurenti)nach Heilbronn anberaumten Verhandlungen über die strittigen Ausnahmen vom Bündnisfall bei der auf dem Wormser Reichstag verhandelten Einung mit Kurmainz und Württemberg abgeordnet haben. Dieser hat bei seiner Rückkehr einen von den württembergischen Räten vorgelegten Entwurf [Nr. 546] mitgebracht, zu dem die Vertragspartner bis zum 29. September (Michahelis)eine verbindliche Erklärung abgeben sollen. Er, Mgf. Friedrich, findet darin einen Passus über die Ausklammerung des Bf. von Würzburg von der Bündnispflicht. Falls er mit dem Stift in einen bewaffneten Konflikt geraten sollte, darf Mainz demnach in keinem Fall Würzburg Hilfe leisten. Bezüglich Hessens wird jedoch differenziert: Nur wenn der Lgf. von Hessen gegen diese Einung oder gegen die brüderliche Erbeinung mit Mainz in einen Konflikt gerät, was bedeutet, dass Hessen das in diesen Einungen vorgesehene Schiedsverfahren nicht akzeptiert, darf der Mgf. gegen Mainz keine Hilfe leisten. Sie raten dazu, die Einung mit Kurmainz unter diesen Konditionen einzugehen. Nach dem Tod Lgf. Wilhelms ist für die Dauer der Einung ein von Hessen ausgehender Konflikt mit Mainz unwahrscheinlich. Außerdem waren das Erzstift Mainz, Brandenburg und Württemberg zuvor schon lange Zeit durch eine Einung zum gegenseitigen Vorteil freundschaftlich verbunden. Überdies läuft der Schwäbische Bund bald aus und wird möglicherweise nicht mehr verlängert. Bitten um eine Anweisung, ob sie bezüglich des Entwurfs ihre Zustimmung oder Ablehnung erklären sollen.

    Š[PS] Die Einung mit Württemberg kommt in jedem Fall zustande. Sollte er, der Mgf., jedoch dem von ihnen befürworteten Vertragsschluss mit Mainz zustimmen, könnte der Vertrag mit Württemberg kassiert und stattdessen eine neue Urkunde über die Einung zwischen Kurmainz, Württemberg und Brandenburg ausgefertigt werden.

    «Nr. 548 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach an Hauptmann und Statthalter in Ansbach – im Feld vor Padua, 13. September 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 41–41’ (Or. m. S., donderstag nach nativitatis Marie).

    Bestätigt den Empfang ihres Schreibens [Nr. 547] samt dem Entwurf hinsichtlich der Ausnahmen von den Bündnispflichten. Er geht davon aus, dass sie ihm raten, was wir mit eren und fugen wol tun mogen. Er willigt deshalb in die Annahme des Entwurfs ein und beauftragt sie mit der Ausstellung der entsprechenden Urkunden.

    «Nr. 549 Ebf. Uriel von Mainz an Hg. Ulrich von Württemberg – Aschaffenburg, 23. September 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Or. m. Siegelrest, sontags nach sant Mauricien tag) = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 43–43’ (Kop.) = B.

    Trotz einiger Bedenken hinsichtlich des Heilbronner Entwurfs für den Beibrief [Nr. 546] stimmt er um der Freundschaft zwischen den Mgff. von Brandenburg und den Ebff. von Mainz willen dessen Ausfertigung in der bestehenden Form zu.1Allerdings soll im ersten Artikel bezüglich des Bf. von Würzburg die Passage „wider recht und den landfriden“ ergänzt werden, sodass sie folgendermaßen zu verstehen ist: Falls der Bf. von Würzburg mit dem Mgf.„wider recht und den landfriden“ in einen bewaffneten Konflikt gerät, darf Kurmainz dem befreundeten Bf. keine Hilfe leisten. Denn sollte der Bf. unter Wahrung des Rechts und gemäß dem Landfrieden handeln, kann der Ebf. ihm, da die beiden Stifte und das Kgr. Böhmen seit vielen Jahren durch eine Erbeinung verbunden sind2, die von allen Ebff., Bff. und Domherren bei ihrem Amtsantritt beschworen wird, und da das Bm. Würzburg ein Mainzer Suffraganbistum ist, seine Hilfe nicht verweigern.

    «Nr. Š550 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach – Stuttgart, 1. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 45–45’ (Or. m. S., montags nach Michaelis).

    Übersendet die von ihm gesiegelte Verschreibung des zwischen ihnen beiden in Worms beschlossenen Einungsvertrags. Bittet ihn, die Urkunde ebenfalls zu besiegeln, in seiner Kanzlei einen gleichlautenden Reversbrief auszufertigen und ihm zuzuschicken. Er will das Schriftstück dann, wie in Heilbronn verabredet, ebenfalls siegeln. Rechtfertigt die eingetretene Verzögerung mit seiner Abwesenheit.

    «Nr. 551 Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach an Hg. Ulrich von Württemberg – [Ansbach], 3. Oktober 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Or. m. Siegelrest, mitwuch nach Michaelis) = Textvorlage A. Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 46–46’ (Konz.) = B.

    Die württembergischen Räte haben in Heilbronn wegen des Beibriefs der in Worms verhandelten Einung zwischen Kurmainz und Brandenburg zu vermitteln versucht. Den vom mgfl. Sekretär Christoph Claus mitgebrachten Entwurf haben sie an den in Italien (die welschland)weilenden Mgf. weitergeleitet. Dessen Einwilligung ging ihnen jetzt zu. Sie erklären daraufhin in seinem Namen, die in Worms verabredete Einung zwischen den drei Fürsten abschließen zu wollen, wobei der Beibrief gemäß der in Heilbronn vorgelegten Fassung ausgefertigt werden soll. Um Missverständnisse zu vermeiden, bitten sie darum, ihnen den in Worms erstellten Entwurf der Einungsurkunde für einen Abgleich mit der ihnen dort ausgehändigten Abschrift zuzusenden. Anschließend könnten die Urkunden ausgefertigt und ausgetauscht werden.

    [PS] Sie halten es für erforderlich, dass auch der Mainzer Domdekan [Adolf Rau von Holzhausen] und das Domkapitel in den Heilbronner Beibrief einwilligen, wie dies laut Einungsvertrag ohnehin vorgesehen ist.

    «Nr. 552 Mgfl. Brandenburger Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach an Hg. Ulrich von Württemberg – Ansbach, 6. Oktober 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (Or. m. S., sambstag nach sant Franciscus tag).

    Bestätigen den Empfang seines Schreibens [Nr. 550] samt Einungs- und Beibrief [zwischen Württemberg und Brandenburg-Ansbach], die auf der Grundlage der Vereinbarungen von Worms und Heilbronn erstellt wurden. Vor der Ankunft seines Boten hatten sie ihn über die Einwilligung Mgf. Friedrichs in den ebenfalls in Heilbronn erstellten Beibrief zwischen dem Ebf. von Mainz und dem Mgf. informiert [Nr. 551]. Da nun alle drei Ff. eine Einung eingehen werden, wird die ŠAusfertigung der ihnen zugeschickten Dokumente, die sie ihm hiermit in Erwartung seiner Antwort zurücksenden, unnötig.

    «Nr. 553 Hg. Ulrich von Württemberg an Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach (bzw. an Hauptmann, Statthalter und Räte in Ansbach) – Stuttgart, 19. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 42–42’ (Or. m. S., fritags nach Galli) = Textvorlage A. Stuttgart, HStA, A 77, Bü. 1, Fasz. 3, unfol. (undat. Konz.) = B.

    Die mgfl. Statthalter und Räte in Ansbach (Onoltzpach)haben schriftlich ihre Zustimmung zu dem in Heilbronn verabredeten Beibrief zwischen dem Ebf. von Mainz und ihm, Mgf. Friedrich, gegeben [Nr. 551]. Der Ebf. hat inzwischen mit einer geringfügigen Ergänzung ebenfalls sein Einverständnis erklärt, wie aus der beiliegenden Abschrift [Nr. 549] zu entnehmen ist. Er erbittet zur Mitteilung an den Ebf. seine Stellungnahme dazu. Anschließend sollen die Einungsurkunde auf der Grundlage des Wormser Entwurfs sowie die Beibriefe ausgefertigt und zwischen den Vertragspartnern ausgetauscht werden.

    «Nr. 554 Mgf. Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach (eigentlich: Hauptmann, Statthalter und Räte zu Ansbach) an Hg. Ulrich von Württemberg – [Ansbach], 28. Oktober 1509 »

    Berlin, GStA, BPH, Repos. 41 I E, Nr. 8b, fol. 47–47’ (Konz., aSimonis et Jude–a).

    Bestätigt den Empfang seiner Antwort [Nr. 553] samt dem beigelegten Schreiben des Ebf. von Mainz [Nr. 549]. Er sieht sich veranlasst, die für ihn unerwartete Änderung am Entwurf als Absage zu bewerten. Die bisherigen Ebff. schlossen Einungen mit den Vorgängern Mgf. Friedrichs, ohne das Hst. Würzburg vom Bündnisfall auszunehmen. Auch jetzt hätte sich der Ebf. in dieser Frage entgegenkommend zeigen können. So bleibt es bei der in Heilbronn beschlossenen Einung zwischen Brandenburg-Ansbach und Württemberg, worüber nunmehr die gegenseitigen Verschreibungen ausgestellt und ausgetauscht werden sollen.1

    « Š5.3. Erzbischof Uriel von Mainz gegen Graf Emich von Leiningen  »

    «Nr. 555 Ebf. Uriel von Mainz an Gf. Michael von Wertheim – Aschaffenburg, 6. August 1509 »

    Wertheim, StA, G-Rep. 57/2, Korrespondenz Gf. Michaels II. von Wertheim, Nr. 76, unfol. (Or. m. besch. S., montags Sixti).

    Bei den Verhandlungen auf dem Wormser Reichstag vor ihm, Gf. Michael, als Unterhändler hat er Gf. Emich zur Begleichung seiner vermeintlichen Forderung, weniger aufgrund eines berechtigten Anspruchs als vielmehr aus Gnade und Freundschaft, die Zahlung von 2000 fl. angeboten. Doch wollte sich der Gf. damit nicht begnügen. Er hat sich daraufhin verpflichtet, beim Domkapitel eine weitergehende Bewilligung zu erwirken und ihn, Gf. Michael, über das Ergebnis seiner Bemühungen zu informieren. Teilt ihm hiermit mit, dass das Kapitel ihm als Unterhändler einen Ermessensspielraum von bis zu 3000 fl. einräumt, wobei die Zahlungsfristen so großzügig angesetzt werden sollen, dass sie auch eingehalten werden können. Er hofft, dass die Gegenseite sich damit zufriedengibt. Eine größere Summe wird er keinesfalls zugestehen. Die von ihm bereits in Worms angebotene Alternative wäre ein rechtliches Verfahren vor unparteiischen Richtern.

    «5.4. Kurfürst Friedrich III. von Sachsen gegen Reichsstadt Straßburg  »

    «Nr. 556 Reichsstadt Nürnberg an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Nürnberg, 18. Juli 1509 »

    Nürnberg, StA, Rst. Nürnberg, Briefbücher des Inneren Rates, Nr. 64, fol. 117’–118 (Kop., mitwoch nach St. Alexius tag).

    Druck: Westphal, Korrespondenz, Nr. 141, S. 355f.

    Der Nürnberger Ratsherr Kaspar Nützel, der in Angelegenheiten des Schwäbischen Bundes auf dem Wormser Reichstag war, hat ihnen nach seiner Rückkehr unter anderem über seinen, Kf. Friedrichs, Streit mit der Stadt Straßburg wegen eines Organisten1, der aus dem kursächsischen in den Straßburger Dienst gewechselt ist, und über die mit ihm deshalb geführten Verhandlungen der reichsstädtischen Vertreter berichtet. Die Straßburger Gesandten haben in Worms gegenüber Nützel angekündigt, dass ihr Magistrat nach Ende der Verhandlungen Nürnberg schriftlich über den Vorgang informieren werde. Heute traf nun ein Straßburger Reiter mit Šzwei, jeweils in Abschrift beiliegenden Schreiben ein.2Nürnberg wollte sich angesichts seines guten Verhältnisses zu Straßburg dessen Wunsch nach Fürsprache nicht verweigern.3Bitten ihn deshalb, auf eine Bestrafung des Organisten zu verzichten, wenn er gemäß seiner eidlichen Verpflichtung wieder zu ihm zurückkehrt, und von weiteren Forderungen an den Straßburger Magistrat abzusehen.4

    «5.5. Kurfürst Joachim I. von Brandenburg  »

    «Nr. 557 Kf. Joachim I. von Brandenburg an den ksl. Kanzler Zyprian von Serntein – [Tangermünde], 13. Juli 1509 »

    Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2 N, fol. 34 (Konz., freitag nach Kiliani).

    Laut Mitteilung Eitelwolfs vom Stein hat der Ks. ihn, Serntein, mit der Ausfertigung der Schriftstücke in seinen Angelegenheiten1beauftragt. Demnach hat Stein mit ihm vereinbart, dass er diese Dokumente so rasch wie möglich nach Worms schickt. Dies ist bislang jedoch unterblieben. Ersucht ihn, gemäß dem ksl. Befehl zu verfahren und die Schriftstücke ohne weitere Verzögerung Gf. Adolf von Nassau zuzuschicken, der sie dann an ihn weiterleiten wird [Nr. 505, Pkt. 2].

    «5.6. Bischof Lorenz von Würzburg  »

    «Nr. 558 Auszug aus dem Würzburger Domkapitelprotokoll – Würzburg, 5. /14. Juli 1509 »

    Würzburg, StA, Würzburger Domkapitelprotokolle 1504–1509, fol. 422’, 440.

    Š[5.7.] Im Domkapitel wurde eine dem Ks. in Worms vorgetragene Supplikation [Wilwolt Lauers] gegen [den bfl. Würzburger Rat und Amtmann zu Trimberg] Ludwig von Hutten und auch gegen den Bf. von Würzburg verlesen. Es wurde beschlossen, dem Ks. zu antworten, dass das Schriftstück dem Bf. und Hutten vorgelegt und ihm deren Stellungnahme anschließend übermittelt werde.

    [14.7.] Der Bf. informierte das Kapitel über seine schriftliche Stellungnahme an den Rat der Stadt Worms und erklärte, dass sie genugig gewest und kein gefallens an Wilwolt gehabt.

    «5.7. Herzog Wilhelm IV. von Bayern gegen Pfalzgraf Friedrich  »

    «Nr. 559 Kf. Ludwig V. von der Pfalz an Hg. Wilhelm IV. von Bayern – Heidelberg, 21. Juni 1509 »

    München, HStA, KÄA 1242, fol. [37] (Or., dorstags nach Viti).

    Sicherlich ist er inzwischen über die in Worms und Heidelberg geführten Verhandlungen zwischen den bayerischen Gesandten und seinen eigenen Vertretern in den Angelegenheiten zwischen Pfgf. Friedrich als Vormund und ihm, Hg. Wilhelm, informiert worden.1Vereinbarungsgemäß sind weitere Verhandlungen in Ingolstadt vorgesehen. Bittet im Sinne eines raschen Abschlusses der Angelegenheit, seine hier in Heidelberg anwesenden Räte2auch nach Ingolstadt zu entsenden. Er selbst wird in Šjedem Fall seinen Hofmeister [Johann von Morsheim], nach Möglichkeit aber auch seine übrigen bisher an den Verhandlungen beteiligten Räte3dorthin abordnen.4

    «5.8. Herzog Friedrich I. von Schleswig-Holstein  »

    «Nr. 560 Hg. Friedrich I. von Schleswig-Holstein an Kammerrichter und Beisitzer des Reichskammergerichts – Schloss Steinburg, 17. August 1509 »

    Druck: Harpprecht, Staats-Archiv III, Nr. CLXXVII, S. 229f. (freytags nach assumpcionis Marie).

    Er hatte wie andere Reichsstände Gesandte beauftragt, auf dem kürzlich in Worms abgehaltenen Reichstag seine Angelegenheiten beim Ks. vorzubringen. Diese haben in dessen Abwesenheit gegenüber den ksl. Kommissaren Beschwerde erhoben, dass die zu Holstein gehörige hgl. Stadt Hamburg durch Reich und Kammergericht wie eine Reichsstadt veranschlagt und behandelt wird.1Die Antwort der ksl. Stellvertreter [Nr. 372] liegt in Abschrift bei. Demnach soll er dem Ks. oder dessen Räten Belege für die Landsässigkeit Hamburgs beibringen, wozu er auch bereit ist. Die Angelegenheit betrifft indessen nicht nur ihn, sondern auch seinen Bruder Kg. Johann von Dänemark, der als ältester Hg. von Holstein einen großen Teil der erforderlichen Dokumente verwahrt. Der Umstand, dass dieser von den Angelegenheiten seiner Kgrr. Schweden und Dänemark stark in Anspruch genommen wird und in absehbarer Zeit nicht nach Holstein kommen kann, hindert ihn, Hg. Friedrich, an der Beweisführung. Bittet um einen Aufschub für das weitere Verfahren gegen Hamburg, bis ihm die Vorlage der Dokumente möglich ist.2

    « Š5.9. Landgraf Wilhelm II. von Hessen  »

    «Nr. 561 Aufzeichnung des kursächsischen Gesandten Friedrich von Thun über Verhandlungen mit Lgf. Wilhelm II. von Hessen – act. Kassel, 16. Juni 1509 »

    [1.] Schwierigkeiten mit der Reichstagsvollmacht der hessischen Gesandten; Verhandlungen Kf. Friedrichs von Sachsen auf dem Reichstag; [2.] Verhandlungen des Wormser Reichstages über die vom Ks. geforderte Reichshilfe; [3.] Streitigkeiten zwischen Kurmainz und Hessen; [4.] Restitutionsforderung der Schenken von Erbach an Hessen; [5.] Konflikt Gf. Eberhards von Eppstein-Königstein mit Hessen; [6.] Konflikt zwischen Kursachsen und dem Hm. Sachsen; [7.] Intervention Hg. Heinrichs von Braunschweig-Wolfenbüttel für seine Schwester Lgfin. Anna.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. A, Nr. 173, fol. 37–44’, 45’ (Kop.).

    [1.] /37/ Der Gesandte wurde am 13. Juni (mitwoch nach1 sancti Viti)von Frankfurt aus abgefertigt und traf am folgenden Samstag [16.6.] in Kassel ein, wo ihm Lgf. Wilhelm noch am gleichen Tag eine Audienz gewährte. Der Lgf. akzeptierte seine Entschuldigung für das Fernbleiben Kf. Friedrichs. Darnach ich angezeigt, wes mein gnedigister herr auf des landgraven bit und ersuchung derselben rete zu Wormbs erzeigt und sich gehalten habe in der handlung, so von ksl. Mt. reten furgewendt worden, dieselben sein rete dem landgraven zu berichten haben. Aber mein gnst. herr hab befunden, das zum ersten an kein gewalt oder volmacht den reten gegeben oder auf sein ftl. Gn. vom landgraven uberschickt worden sey. Es hab aber mein gnst. herr dieselbigen rete vertrost, ob nach dem gewalt gefragt werden, wolt sein ftl. Gn. sich vernemen lassen, er /37’/ het gewalt sambt den reten, doch das darauf die rete von stund an umb gewalt hinter sich schickten, das sie dann zu tun gesagt. Was aber inen fur gewalt zugesant, wisse mein gnedigister herr nit sonder bericht davon. Es haben aber sein ftl. Gn. denselben landgrevischen reten, was in handlung furgefallen, nit verborgen, ir bedenken gehort, auch seiner ftl. Gn. gemut widerumb eröffent, was in den furfallenden sachen gut sein solt, zu erkennen gegeben, und also darinnen gehandelt, wie sein ftl. Gn. von meinem gnedigen herrn landgraven in solchen hendeln ergangen were, hetten nemen und genugen haben wollen, als auch mein gnst. herr sich nit anders versihet, die rete den landgraven zu berichten haben.

    Der Lgf. antwortete darauf, er nehme diese Erklärung Kf. Friedrichs freundschaftlich an, sagte aber nichts bezüglich der Vollmacht.

    Š[2. Verhandlungen des Wormser Reichstages über die vom Ks. geforderte Reichshilfe; Nr. 483].

    [3.] /39’/ Kf. Friedrich hat sich gemeinsam mit dem Bf. von Würzburg zuerst vergeblich um die gütliche Beilegung der Streitigkeiten zwischen dem Ebf. von Mainz und dem Lgf. von Hessen und danach um eine Stilllegung des Konflikts bemüht – wie dies die hessischen Räte bereits berichtet haben oder noch tun werden. Der Ebf. erklärte sich mit ihrem Vorschlag einverstanden, alle Streitpunkte durch einen Austrag zu regeln. Die hessischen Räte waren nur bezüglich des Streits um Kostheim bevollmächtigt, erklärten allerdings, dass der Lgf. hinsichtlich der Mainzer Forderungen den Rechtsweg nicht verweigern werde. Wiewol die fursten als hendeler bey den meinzischen erlangen mochten haben, das, wo alle sachen verfast worden weren, das erst erkentnus auf die entsatzung des zols zu Costheym, doch das die andern petitorium oder haubtsacha und volgend all ander des bischofs artikel mit außgesprochen und ergangen weren, das aber nit angenomen.Darauf blieb es beruhen. Falls der Lgf. Vorschläge machen möchte, die für die Beilegung der Streitigkeiten hilfreich sind, wird der Kf. sie gerne aufgreifen. /40/ Wegen der Bergstraße hat der Kf. den Mainzer Ebf. nicht angesprochen, da er nichts für den Lgf. Nachteiliges unternehmen wollte.2

    Der Lgf. antwortete, er frag nichts nach dem bischof von Meinz, er wolt sich sein wol erweren. Er wust auch umb kein andere verfassung und entsetzung des zols zu Costheym zu bewilligen. Het in der bischof zu Menz umb spruch anzufordern, so wolt er im ordenlichs rechten nit wegern.

    [4.] Der Gesandte brachte anschließend die Angelegenheit der Schenken [Eberhard und Valentin] von Erbach vor und stützte dabei seine Darstellung auf die von den Schenken an Kf. Friedrich übergebene Supplikation [Nr. 326]. Im Namen des Kf. bat er um deren Restitution.

    Der Lgf. erwiderte, dass er bereits dem zuvor als Fürsprecher aufgetretenen Kf. Ludwig von der Pfalz geantwortet habe, er werde den Schenken einen gnädigen Bescheid geben, wenn sie bei ihm vorstellig würden. Dies hätten sie aber bislang unterlassen. Gleichwohl gelte seine Zusage weiterhin.

    [5.] Gf.[Eberhard] von Königstein hat Kf. Friedrich um Fürsprache beim Lgf. gebeten, ihm seinen Anteil an Eppstein und andere ihm weggenommene Besitzungen zurückzugeben. Im Gegenzug wolle der Gf. allen hessischen Forderungen auf dem Rechtsweg begegnen.

    Der Lgf. antwortete, dass der Gf. von Königstein seinen Diener und Lehnsmann [Gottfried] von Eppstein ohne Warnung gefangengenommen habe. Nach dessen Freilassung sei er bereit, die Ansprüche Königsteins gegen Hessen rechtlich zu klären.

    [6.] Der Gesandte erinnerte an das Schreiben des Lgf. an Kf. Friedrich über seine Unterredung mit Heinrich von Schleinitz bezüglich seiner Vermittlung im ŠKonflikt zwischen dem Kf./41/ und Hg. Georg von Sachsen3, das jedoch nichts zum Ergebnis dieses Gesprächs enthalten habe. Der Kf. erbitte Aufschluss darüber. Falls kein Vertragsabschluss mit Hg. Georg möglich sei, bitte er außerdem, ihn und seinen Bruder Hg. Johann hinsichtlich ihres weiteren Vorgehens zu beraten. Dabei gelte es auch zu berücksichtigen, dass der Lgf. schon seit längerer Zeit mit dem Konflikt befasst sei und sich inzwischen weitere, durch ihn, Thun, bereits mitgeteilte Beschwerden Kursachsens ergeben hätten.

    Der Lgf. antwortete darauf, /41/ dass seinem Schreiben seine Kritik an der Kompromisslosigkeit Schleinitz’ zu entnehmen gewesen sei. Er habe nach der Ablehnung seiner Vergleichsmittel durch den Gesandten seine Vorschläge schriftlich an Hg. Georg gesandt4; der Bote sei noch nicht zurückgekehrt. Sowie die Antwort eintreffe, werde er Kf. Friedrich darüber informieren.5Falls dann kein Ausgleich möglich sei, werde er seine Vermittlungsbemühungen angesichts der Kompromisslosigkeit beider Seiten aufgeben. Er könne Kf. Friedrich und Hg. Johann den gewünschten Rat nicht geben, da er beiden Parteien gleichmesig verwant sei.

    Der Gesandte zeigte weisungsgemäß an, dass die Fortsetzung des Verfahrens Kf. Friedrich und Hg. Johann benachteilige, da Hg. Georg ihrer Kenntnis nach seine Freunde zum Vorgehen gegen sie aufstachle. Auch ihnen seien von mehreren Seiten Bündnisse angeboten worden, so insbesondere jetzt in Worms durch die Ebff. von Mainz und Köln, Kf. Ludwig von der Pfalz (phalzgrauen)und Pfgf. Friedrich. Kursachsen sei darauf mit Rücksicht auf den Lgf. nicht sofort eingegangen. Stattdessen habe sich Kf. Friedrich in Worms einen Monat Bedenkzeit ausbedungen, um sich mit Hg. Johann beraten zu können. Falls der Lgf. keinen Ausgleich mit Sachsen herbeiführen könne, müsse Kursachsen die Bündnisangebote annehmen. Der Lgf. habe sicherlich Verständnis dafür.

    Der Lgf. antwortete, falls es so weit komme, müsse er dies akzeptieren. Er erwarte allerdings, dass Kursachsen sich an die Bestimmungen ihrer Erbeinung halten werde.

    /42’/ Thun versicherte dies. Anschließend bat er im Namen seiner Hh. um Aufschluss über eine Äußerung Schleinitz’ in Naumburg, wonach sein her, herzog ŠGeorg, die sporn het umbgespannt und er wurd darein hauen etc.Er, Thun, habe mit ihm bereits früher darüber gesprochen und in Worms auch [den sächsischen Gesandten] Caesar Pflug darüber informiert. /43/ Der Lgf. erklärte, mit Schleinitz darüber nicht gesprochen zu haben.

    [7.] Der Gesandte sprach als letzten Punkt an, was mein gn. herr, herzog Heinrich von Brunswig, meinem gnst. herrn [Kf. Friedrich] zu Wormbs angesucht und bericht hat, was beswerung sich der landgraf gegen herzog Heinrichs swestern [Lgfin. Anna], irem herrn, dem /43’/ eltern landgraven [Wilhelm I.], auch desselben kinden, den freulichen6, erzeigen und halten soll, mit bit, das mein gnst. herr wolt freuntlich verfugen und als der freund darein sehen, das mein gnedige frau, die landgrevin, zu irem herrn wider gelassen werden mocht, auch das im zu seinen beswerungen, sovil moglich, geholfen werd, das das furnemen mit dem eldisten fraulichin [Mechthild] der eestiftung, dem von der Lyp7 zu geben, nachbliebe, sonder, so die zu eelichem stand bestatt werden soll, das sie als ein furstin von Hessen zu irem gleichen versehen werden mocht, auch die und die andern freulichen mit erlichen cleydungen und erhaltungen zu versorgen, auch meiner gn. frauen, der landgrevin, das ir an irem vermechtnus8 mangelt, noch einbringen, versorget und verweist werd, als dann herzog Heinrich zuversichtig were, bey meinem gnst. herrn, das solchs alles, oben gemelt, nit unbillich von ime, meim gn. herrn, dem landgraven, beschee, bedenken wurd, und also bey dem landgraven handeln, das es seiner gnaden swestern, auch irem herrn und kindern zu gutem gereichet. Ob aber der landgraf darin wegerung tet, het herzog Heinrich von wegen seiner gnaden swestern, irem herrn und kindern solchs auf mein gnst. und gn. herrn als sein herrn und /44/ freund gestelt. Dann was ire ftl. Gn. darinnen fur zimlich, gleich und billich ansehen, das solt sein swester, ir herr und kinder benugen an haben.Thun bat im Namen Kf. Friedrichs den Lgf., seinen Verpflichtungen gegen seinen Bruder [Lgf. Wilhelm I.], dessen Kinder und dessen Frau nachzukommen und sich darüber hinaus freundlich gegen sie zu erzeigen. Der Kf. wolle ihm dabei mit Rat und Hilfe zur Seite stehen.

    Der Lgf. erwiderte, dass für eine solche Intervention Hg. Heinrichs kein Anlass bestehe. Kf. Friedrich könne selbst in Erfahrung bringen, ob am Legat der Lgfin. [Anna] etwas fehle. Sollte dies zutreffen, werde er dafür sorgen, dass sie es zurückerhält. Die Lgfin. habe im Übrigen selbst nicht bei ihrem Gemahl bleiben wollen, wie umgekehrt auch sein Bruder sie nicht bei sich dulde. Auch habe nicht er dessen ŠInhaftierung veranlasst, sondern der Ks.9, ohne dessen Einverständnis er ihn nicht auf freien Fuß setzen könne. Würden jedoch Kf. Friedrich, Hg. Johann und Hg. Georg von Sachsen sowie die Mgff. von Brandenburg dessen Freilassung wünschen und der Ks. seine Zustimmung geben, müsste er dem nachkommen. Er wolt, das sein bruder zwen son het. Mehr äußerte der Lgf. dazu nicht.

    «Nr. 562 Vortrag eines Gesandten Eberhards und Valentins Schenken von Erbach an die hessische Vormundschaftsregierung (Auszug) – act. Marburg, 22. Oktober 1509 »

    Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 9853/5, fol. 32–42’, hier 32–32’ (Kop., montag nach Luce ewangeliste).

    Der verstorbene Lgf. Wilhelm hat Eberhard und Valentin Schenken von Erbach während des pfälzisch-bayerischen Krieges die Schlösser und Dörfer Bickenbach, Schönberg und Habitzheim, ihren Anteil an Jugenheim (Gugenheim), Seeheim, ihre Zehnten zu Umstadt und Pfungstadt sowie weitere Besitzungen abgenommen. Die Schenken baten seinerzeit den Lgf. und dessen Räte durch ihre Freunde und auch selbst wiederholt schriftlich wie mündlich um die Rückgabe ihrer Güter. Auf dem Wormser Reichstag wurden sie bei den hessischen Gesandten vorstellig und übergaben ihnen eine Supplikation an den Lgf.1Ebenso baten sie in Worms Kf. Friedrich von Sachsen um Fürsprache. Dieser erlangte eine günstige Antwort2, die er den beiden Schenken zuschickte. Wenn der Lgf. nicht verstorben wäre, hätte er ihnen zweifellos ihre Besitzungen zurückgegeben und der Beistand Kf. Friedrichs und Kf. Ludwigs von der Pfalz wäre von Erfolg gekrönt gewesen.3 [...].

    « Š5.10. Herzog Ulrich von Württemberg  »

    «Nr. 563 Der württembergische Kanzler Dr. Gregor Lamparter an den Rat Dr. Beatus Widmann – Tübingen, 9. Oktober 1509 »

    Stuttgart, HStA, A 133, Bü. 1, unfol. (Or. m. S., zinstag Dionisii).

    Der Würzburger Domherr und Propst zu Komburg, Peter von Aufseß, hat dem Marschall [Konrad Thumb von Neuburg1], dem Haushofmeister [Philipp von Nippenburg2] und ihm selbst in Worms eine Supplikation an Hg. Ulrich von Württemberg3übergeben. Demnach haben Aufseß und seine Vorgänger im Archidiakonat4von jeher in den von Hg. Ulrich [während des Landshuter Erbfolgekrieges] eroberten kurpfälzischen Orten das Sendgericht gehalten. Aufseß hoffe, dass der Hg. es beim Herkommen bleiben lassen werde. Er biete an, eventuelle Streitigkeiten mit seinen Bevollmächtigten durch sie [= Thumb, Nippenburg und Lamparter] entscheiden zu lassen. Eine entsprechende Bitte habe er bereits [während des Reichstages] in Konstanz vorgetragen und damals eine Streitschlichtung durch ihn, Lamparter, und den inzwischen verstorbenen Dr. Peter [Jakobi] vorgeschlagen.

    Sie gaben Aufseß in Worms die Zusage, Erkundigungen einzuholen und dann nach Billigkeit zu verfahren. Er hat zu diesem Zweck den Amtleuten in Weinsberg und Möckmühl Abschriften der Supplikation zukommen lassen. Falls mit dem Sendgericht bislang so verfahren wurde, wird sich der Hg. nicht weigern können. Zwar hat er wiederholt von Beschwerden der Untertanen über Unregelmäßigkeiten bei den Gerichten gehört, Aufseß hat allerdings korrekte Verfahren zugesagt. Empfiehlt, dessen Bevollmächtigten das erbetene Geleit zu gewähren5, falls sich seine Angaben als zutreffend erweisen sollten.6

    « Š5.11. Reichsstadt Worms gegen Wormser Stiftsklerus  »

    «Nr. 564 Vollmacht von Bürgermeistern und Rat der Stadt Worms für den Stadtsyndikus Philipp Lang – Worms, 18. Juni 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 1928/3, Stück-Nr. 182 (Konz., mondag nach Viti und Modesti. Dorsalverm.: Gewalt, uf meister Philipsen Lang gestelt, umb absolution ad cautelam von H. Antonio Leisten zu Menz zu bitten nach usspruch cu[n]c[ti] cleri etc.).

    Ebf. Jakob von Trier und Kf. Friedrich von Sachsen bzw. ihre bevollmächtigten Räte haben kraft Kompromissbriefs im langjährigen Streit zwischen Stiftsklerus und Stadt gütlich entschieden. Während dieses Streits wurden gegen die Stadt unrechtmäßigerweise Kirchenstrafen verhängt, von denen sie mit Einwilligung des Klerus absolviert wurde. Einige Kleriker machten indessen geltend, dass etwas geprechens bij gemelter unser absolucion ingefellen sei, was möglicherweise mit ihrem Gewissen unvereinbar sei. Obwohl Bürgermeister, Rat und Gemeinde davon überzeugt sind, dass Bann und Kirchenstrafen zu Unrecht über sie verhängt wurden und deshalb unwirksam waren, haben sie zur Sicherheit und aus Gehorsam gegenüber der Kirche um die Absolution gebeten und diese auch empfangen. Um des Friedens willen und auf Bitten der Priesterschaft sowie zur Zerstreuung ihrer Bedenken bevollmächtigen sie den Ratsherrn, Gerichtsschreiber und Syndikus Philipp Lang erneut, in ihrem Namen um die ad cautelam-Absolution unter Abstellung der geltend gemachten Defekte zu bitten und sie zu empfangen. Sie verpflichten sich zur Einhaltung aller in diesem Zusammenhang von Lang getroffenen Vereinbarungen.1

    «Nr. 565 Ebf. Jakob von Trier an Kf. Friedrich III. von Sachsen – Worms, 26. Juni 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 1928/3, Stück-Nr. 142 (Kop., dinstage nach sand Johanns tag).

    Er hat gemäß ihrer Vereinbarung den Parteien gemeinsam mit den kursächsischen Räten einen Entscheid über die nach ihrem Spruch [vom 9.6.] [Nr. 329, Pkt. 3] noch offenen Punkte [ebd., Pkt. 4] sowie eine Deklaration über den Spruch [ebd., Pkt. 6] gegeben, wie aus den beiliegenden Dokumenten zu entnehmen ist. Klerus und Magistrat haben ihn gebeten, ihn als zweiten Schiedsrichter um die Ratifizierung und Besiegelung dieser Dokumente zu ersuchen. Sie werden auch noch selbst vorstellig werden.1Bittet ihn also, den Spruch und die Deklaration durch ein ŠTransfix oder in anderer ihm geeignet erscheinender Weise zu bestätigen, um weitere Streitigkeiten zwischen den Parteien zu vermeiden.2

    «5.12. Reichsstadt Worms gegen Kämmerer von Dalberg  »

    «Nr. 566 Bürgermeister und Rat der Stadt Worms an Ks. Maximilian und ksl. Reichstagskommissare – Worms, 20. Juni 1509 »

    Worms, StdA, 1 B, Nr. 516/6, Stück-Nr. 84 (Kop.) = Textvorlage A. Ebd., Stück-Nr. 82 (Konz.) = B.

    Auf ksl. Befehl hin führten er, Mgf. Kasimir von Brandenburg, und andere ksl. Räte und Reichstagskommissare im Streit zwischen den Kämmerern von Dalberg und der Stadt Worms Anhörungen und Verhandlungen durch [Nrr. 330f.]. Doch haben die Kämmerer das Verfahren abgebrochen. Bei den anschließenden von der Stadt bewilligten gütlichen Verhandlungen vor Freunden der Kämmerer bekundeten Bürgermeister und Rat ihr Interesse an einer einvernehmlichen Beilegung des Streits. Sie legten noch einmal ihre Gründe für die Zurückweisung deren Ansprüche dar, erklärten aber auch, der Gegenseite im Interesse guter nachbarschaftlicher Beziehungen entgegenkommen zu wollen. Doch wiesen die Kämmerer auch dieses großzügige Angebot zurück. Die Stadt bietet deshalb hiermit für sämtliche gegenseitigen Forderungen den Rechtsweg vor den für beide Parteien zuständigen Instanzen, dem Ks. oder dem ksl. Kammergericht, an.1