Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Regensburg 1541
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Organisation, Vorbereitung und Eröffnung des Regensburger Reichstages

I. Organisation, Vorbereitung und Eröffnung des Regensburger Reichstages

  • Nr.1 Ausschreiben Karls V. an Kf. Albrecht von Mainz – Brüssel, 1540 September 14
  • Nr.2 Kämmerer und Rat von Regensburg an Karl V. – Regensburg, 1540 Dezember 11
  • Nr. 3 Ausschreiben Frankfurts zum Städtetag in Regensburg – Frankfurt, 1540 Dezember 21
  • Nr.4 Kaiserliches Geleit für die protestantischen Stände – 1541 Januar
  • Nr.4a Kaiserliches Geleit für Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen zum Regensburger Reichstag – Luxemburg, 1541 Januar 3
  • Nr.4b Eingabe der protestantischen Gesandten an Granvelle – Worms, 1541 Januar 13
  • Nr.4c Kaiserliches Geleit für die protestantischen Stände zum Regensburger Reichstag in der Fassung der in Worms vertretenen protestantischen Gesandten – o. Ort, [1541 Januar 13]
  • Nr.4d Kaiserliches Geleit für Kf. Johann Friedrich von Sachsen, Lgf. Philipp von Hessen und ihre Religionsverwandten zum Regensburger Reichstag – Speyer, 1541 Januar 26
  • Nr. 4e Stellungnahme von protestantischer Seite zum kaiserlichen Geleit vom 26. Januar 1541 – o. Ort, [1541 nach Januar 26]
  • Nr. 5 Akten zur Verwaltung des Erbmarschallamtes
  • Nr.5a Wolf von Pappenheim und seine Brüder und Vettern an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – o. Ort, 1541 Januar 7
  • Nr.5b Sixtus Sommer an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – o. Ort, 1541 Februar 2
  • Nr. 5c Sixtus Sommer an Kg. Ferdinand – o. Ort, 1541 Februar 10
  • Nr.5d Wolf von Pappenheim an Karl V. – o. Ort, o. Datum [1541]
  • Nr.5e Wolf von Pappenheim, seine Brüder und Vettern an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – o. Ort, 1541 September 1
  • Nr.6 Karl V. an Granvelle – Saarburg, 1541 Januar 15
  • Nr.7 Naumburger Abschied des Schmalkaldischen Bundes – Naumburg, 1541 Januar 16
  • Nr. 8 Bericht über die Beendigung des Wormser Kolloquiums – [Worms, 1541 Januar 18]
  • Nr. 9 Wormser Abschied – Worms, [1541 Januar 18]
  • Nr.10 Abschied der Gesandten der protestantischen Stände – Worms, 1541 Januar 18
  • Nr.11 Karl V. an Kf. Albrecht von Mainz – Speyer, 1541 Januar 19/31
  • Nr. 12 Gutachten für die kaiserliche Regierung zur Vorbereitung des Regensburger Reichstages – o. Ort, [1541 vor Januar 28]
  • Nr. 13 Kaiserliche Gnadenerklärung für Lgf. Philipp von Hessen – Speyer, 1541 Januar 24
  • Nr. 14 Kaiserliches Mandat über die Suspension der anhängigen Kammergerichtsprozesse in Religionssachen und der Achtexekution gegen Goslar und Minden – Speyer, 1541 Januar 28
  • Nr.15 Intervention Karls V. im Konflikt zwischen Hg. Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel und der Stadt Braunschweig – Heidelberg, 1541 Februar 6
  • Nr.15a Instruktion Karls V. für Christoph Kegel zu einer Werbung bei Hg. Heinrich – Heidelberg, 1541 Februar 6
  • Nr.15b Karl V. an Hg. Heinrich – Heidelberg, 1541 Februar 6
  • Nr.15c Statthalter und Räte zu Wolfenbüttel an Karl V. – [Wolfenbüttel], 1541 Februar 19
  • Nr.16 Karl V. an Ebf. Ernst von Salzburg – Regensburg, 1541 März 1
  • Nr.17 Vortrag Hg. Wilhelms IV. von Bayern vor dem Kaiser – [Regensburg, 1541 März 2]
  • Nr. 18 Protokollarische Aufzeichnung zur Audienz für die bayerischen Herzöge bei Karl V. – Regensburg, [1541 März 2]
  • Nr.19 Memoire Kg. Ferdinands zur Festlegung des Beratungsprogramms für den Regensburger Reichstag – Wien, 1541 März 3
  • Nr.20 Entwurf Kg. Ferdinands für das Beratungsprogramm und die Proposition zum Regensburger Reichstag – o. Datum [1541 vor März 6]
  • Nr.21 Vorschlag Kg. Ferdinands zur Ergänzung des Beratungsprogramms für den Regensburger Reichstag – o. Datum, [1541 vor März 6]
  • Nr.22 Memoire Kg. Ferdinands für Karl V. zur Vorbereitung des Regensburger Reichstages – o. Ort, [1541 nach März 6]
  • Nr.23 Kaiserliche Verordnung über den Lebensmittelverkauf während des Regensburger Reichstages – Regensburg, 1541 März 10
  • Nr.24 Erlass über die Sicherung der öffentlichen Ordnung, die Gastronomie und den Handel in Regensburg für die Zeit des Reichstages – Regensburg, 1541 März 10
  • Nr.25 Bayerische Eingabe an Kard. Contarini gegen die kaiserliche Kolloquiumspolitik – [Regensburg, 1541 März 29]
  • Nr. 26 Weisungen des Kaisers an Pfgf. Friedrich – Regensburg, [1541 Ende März]
  • Nr.27 Gutachten zur Vorbereitung der Proposition – Regensburg, o. Datum [März/April Anfang]
  • Nr.28 Bayerische Eingabe an den Kaiser und Kard. Contarini – [Regensburg], 1541 April 2
  • Nr.29 Proposition Karls V. zum Regensburger Reichstag – Regensburg, 1541 April 5
  • Nr. 30 Entwurf für die kaiserliche Proposition zum Regensburger Reichstag – Regensburg, o. Datum
  • Nr.31 Entwurf für die kaiserliche Proposition – Regensburg, o. Datum
  • Nr.32 Entwurf für die kaiserliche Proposition – Regensburg, o. Datum
  • Nr. 33 Rechtfertigungsschrift Karls V. zur Widerlegung reichsinterner Kritik an seiner Regierungsführung – [Regensburg, 1541 nach April 5]
  • II. Instruktionen und Vollmachten

    II. Instruktionen und Vollmachten

  • II,1 Instruktionen
  • II,2 Vollmachten
  • III. Protokolle und Tagebücher

    III. Protokolle und Tagebücher

  • III,1 Protokolle und protokollarische Berichte
  • III,2 Tagebücher
  • IV. Die Verhandlungen über Religion, Friede und Recht

    IV. Die Verhandlungen über Religion, Friede und Recht

  • IV,1 Von der Proposition bis zum Ende des Religionskolloquiums
  • IV,2 Vom Ende des Kolloquiums bis zum Reichsabschied
  • V. Die Verhandlungen über die Türkenhilfe

    V. Die Verhandlungen über die Türkenhilfe

  • V,1 Die Verhandlungen der altgläubigen Kurfürsten und Fürsten und der protestantischen Stände mit Kaiser und König über die TürkenhilfechV1
  • V,2 Die Verhandlungen der altgläubigen Reichsstädte über die Türkenhilfe und ihr Konflikt mit den altgläubigen Ständen über ihre Session und Stimmführung
  • V,3 Bestallungsmodalitäten für das Führungspersonal zur eilenden Türkenhilfe
  • VI. Akten zum Konflikt zwischen Karl V. und Hg. Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg um das Herzogtum Geldern

    VI. Akten zum Konflikt zwischen Karl V. und Hg. Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg um das Herzogtum Geldern

  • Nr.222 Karl V. an Hg. Wilhelm V. von Jülich – Speyer, 1541 Januar 24
  • Nr. 223 Karl V. an die Stände von Geldern und Zutphen – Speyer, 1541 Januar 22
  • Nr.224 Erklärung Hg. Wilhelms V. von Jülich zum Zitationsschreiben Karls V. vom 24. Januar 1541 – Regensburg, 1541 März 29
  • Nr. 225 Eingabe der Gesandten Hg. Wilhelms V. von Jülich an Pfgf. Friedrich – Regensburg, 1541 Mai 10
  • Nr.226 Entschuldigung Hg. Wilhelms V. von Jülich für sein Fernbleiben vom Reichstag – Regensburg, [1541 Juni]
  • Nr.227 Bericht über den Vortrag des Kaisers über die Geldernfrage vor dem Plenum des Reichstages – Regensburg, 1541 Juli 3
  • Nr.228 Eingabe der Gesandten Hg. Wilhelms V. von Jülich an die Reichsstände – Regensburg, [1541 nach Juli 3]
  • Nr. 229 Protokoll zur Audienz Pfgf. Friedrichs für die Gesandten der Stände von Geldern und Zutphen – Regensburg, 1541 Juli 7
  • Nr. 230 Bericht über den Vortrag der Supplikation Hg. Wilhelms V. von Jülich im Kurfürstenrat, im Fürstenrat und vor den Gesandten der altgläubigen Reichsstädte sowie vor den protestantischen Reichsständen – Regensburg, 1541 Juli 15
  • Nr.231 Eingabe der Gesandten Hg. Wilhelms V. von Jülich an die Reichsstände – Regensburg, 1541 Juli 15
  • Nr. 232 Protokoll der Verhandlungen über die Geldernfrage auf dem Reichstag – Regensburg, 1541 Juli 19–25
  • Nr.233 Supplikation der Reichsstände an den Kaiser wegen des Konflikts um Geldern – Regensburg, [1541 Juli 21]
  • Nr. 234 Memorial für die Beantwortung der Supplikation der Reichsstände zugunsten Hg. Wilhelms V. von Jülich – [Regensburg, 1541]
  • Nr.235 Eingabe der Gesandten Hg. Wilhelms V. von Jülich an die Reichsstände – Regensburg, 1541 Juli 25
  • VII. Sessionsstreitigkeiten

    VII. Sessionsstreitigkeiten

  • Nr.236 Akten zum Sessionsstreit zwischen den Gesandten des Bf. Franz von Münster, Osnabrück und Minden und dem Gesandten des Hochstifts Freising
  • Nr.236a Supplikation der Gesandten des Bf. Franz von Münster, Osnabrück und Minden an Kaiser und Reichsstände – Regensburg, o. Datum
  • Nr.236b Supplikation der Gesandten des Bf. Franz von Münster, Osnabrück und Minden an die Reichsstände – Regensburg, o. Datum
  • Nr.236c Gegendarstellung des Gesandten des Hochstifts Freising – Regensburg, o. Datum
  • Nr.236d Erläuterung zum Sessionsanspruch Bf. Heinrichs III. von Freising – o. Ort, o. Datum
  • Nr.236e Gegendarstellung der Gesandten des Bf. Franz von Münster, Osnabrück und Minden – Regensburg, o. Datum
  • Nr.236f Erläuterung zum Sessionsstreit zwischen dem Bf. Franz von Münster, Osnabrück und Minden und dem Bf. Heinrich III. von Freising – o. Ort, o. Datum
  • Nr.237 Kaiserliches Dekret für den Ebf. Ernst von Salzburg wegen der Session – Regensburg, 1541 April 3
  • Nr. 238 Notariatsinstrument des Notars Georg Marperger über die Protestation der Gesandten Bf. Konrads IV. von Würzburg in Sachen Session – Regensburg, 1541 April 9
  • Nr.239 Bericht über die Verhandlungen der Schiedskommission zum Sessionsstreit zwischen verschiedenen Ständen – Regensburg, 1541 Juni 24
  • Nr.240 Schiedsspruch der Reichsstädte im Sessionsstreit zwischen den Städten Aachen und Köln – Regensburg, 1541 Juli 18
  • Nr.241 Eingabe der Gesandten Hg. Heinrichs und Hg. Johann Ernsts von Sachsen an den Kaiser – Regensburg, 1541 Juli 22
  • Nr.242 Supplikation der Wetterauer Grafen an den Kaiser – o. Ort, o. Datum
  • Nr.243 Eingabe Bgf. Heinrichs von Plauen an den Kaiser – Regensburg, o. Datum
  • VIII. Supplikationen

    VIII. Supplikationen

  • VIII,1 Beschwerden der schmalkaldischen Verbündeten über die jurisdiktionelle Praxis des Reichskammergerichts
  • VIII,2 Konflikte zwischen den schmalkaldischen Verbündeten und ihrem Anhang mit Hg. Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel
  • VIII,3 Intervention einiger Fürsten zugunsten Hg. Wilhelms von Braunschweig-Wolfenbüttel
  • VIII,4 Die Bemühungen Bf. Valentins von Hildesheim um die Restitution seines Hochstifts und die Abwehr gewalttätiger Übergriffe
  • VIII,5 Auseinandersetzungen um die Reichsstandschaft geistlicher Stände
  • VIII,6 Die Auseinandersetzungen um die Reichsstandschaft der Stadt Mühlhausen in Thüringen
  • VIII,7 Das Hilfsgesuch Hg. Karls III. von Savoyen
  • VIII,8 Die Bemühungen um Aufhebung bzw. Suspension der Reichsacht gegen Hg. Albrecht von Preußen
  • VIII,9 Eingaben des Reichskammergerichts an Kaiser und Reichsstände
  • VIII,10 Anträge auf Ringerung der Reichsanschläge
  • VIII,11 Religions- und kirchenpolitische Konflikte
  • VIII,12 Rechtliche Differenzen und jurisdiktionelle Probleme
  • VIII,13 Münze
  • VIII,14 Sonderrechte und Privilegien
  • VIII,15 Ausstehende Besoldungen
  • VIII,16 Kriminalfälle und Schuldsachen
  • VIII,17 Varia
  • IX. Varia

    X. Korrespondenzen

    X. Korrespondenzen

  • Nr.401 Kg. Ferdinand an Karl V. – Hagenau, 1540 Juli 29
  • Nr. 402 Karl V. an Kg. Ferdinand – Den Haag, 1540 August 10
  • Nr. 403 Karl V. an Kg. Ferdinand – Utrecht, 1540 August 19
  • Nr.404 Karl V. an Kg. Ferdinand – Brüssel, 1540 September 2
  • Nr. 405 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wiener Neustadt, 1540 September 6
  • Nr.406 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wiener Neustadt, 1540 September 13
  • Nr.407 Karl V. an Kg. Ferdinand – Brüssel, 1540 Oktober 3
  • Nr. 408 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wiener Neustadt, 1540 Oktober 18
  • Nr.409 Cornelius Schepper an Granvelle – Brüssel, 1540 Oktober 26
  • Nr.410 Bericht über die Ausführungen Sieberts von Löwenberg gegenüber Cornelius Schepper – [Brüssel, 1540 Ende Oktober]
  • Nr.411 Antwort Karls V. auf die Werbung des hessischen Gesandten Siebert von Löwenberg – o. Ort, 1540 Oktober 28
  • Nr. 412 Abt Gerwig von Weingarten an [Abt Wolfgang von Kempten] – o. Ort, 1540 Oktober 29
  • Nr. 413 N. N. an Jakob Sturm und Mathis Pfarrer – o. Ort, [1540 nach November 6]
  • Nr.414 Bf. Sigismund von Merseburg an Karl V. – Merseburg, 1540 November 16
  • Nr.415 Die kursächsischen Räte an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Worms, 1540 November 14
  • Nr.416 Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen an Karl V. – o. Ort, 1540 November 23
  • Nr.417 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Zapfenburg, 1540 November 28
  • Nr.418 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wiener Neustadt, 1540 Dezember
  • Nr.419 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Zapfenburg, 1540 Dezember 2
  • Nr.420 Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Hg. Heinrich von Sachsen an den Kaiser – o. Ort, 1540 Dezember 3
  • Nr. 421 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Wolf von Pappenheim – Torgau, 1540 Dezember 6
  • Nr. 422 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Torgau, 1540 Dezember 6
  • Nr.423 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Hans von Dolzig und Franz Burchard – Weidenhain, 1540 Dezember 10
  • Nr.424 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Torgau, 1540 Dezember 12
  • Nr.425 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Lochau, 1540 Dezember 15
  • Nr. 426 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Friedewald, 1540 Dezember 17
  • Nr. 427 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Gregor Brück – Lochau, 1540 Dezember 21
  • Nr.428 Hans von Dolzig und Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Worms, 1540 Dezember 23
  • Nr.429 Hans von Dolzig an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Worms, 1540 Dezember 24
  • Nr.430 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1540 Dezember 27
  • Nr.431 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1540 Dezember 28
  • Nr.432 Hans von Pack und Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1540 Dezember 31
  • Nr.433 Die kursächsischen Gesandten an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1541 Januar 4
  • Nr.434 Die kursächsischen Gesandten an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1541 Januar 4
  • Nr.435 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1541 Januar 4
  • Nr.436 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Worms, 1541 Januar 4
  • Nr. 437 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an seine Gesandten in Naumburg – Torgau, 1541 Januar 7
  • Nr.438 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an seine Gesandten in Naumburg – Torgau, 1541 Januar 9
  • Nr.439 Die kursächsischen Gesandten an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1541 Januar 9
  • Nr.440 Hans von Pack und Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1541 Januar 9
  • Nr.441 Martin Bucer an [Kf. Joachim II. von Brandenburg] – Worms, 1541 Januar 10
  • Nr. 442 Granvelle an Karl V. – [Worms, 1541 Januar 10]
  • Nr. 443 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an seine Gesandten in Naumburg – o. Ort, 1541 Januar 10
  • Nr.444 Granvelle an Karl V. – [Worms, 1541 Januar 11]
  • Nr. 445 Bgm. und Rat von Goslar [an die Gesandten der Reichsstädte auf dem Städtetag in Regensburg] – Goslar, 1541 Januar 12
  • Nr. 446 Granvelle an Karl V. – [Worms, 1541 Januar 14]
  • Nr.447 Hans von Dolzig und Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Worms, 1541 Januar 14
  • Nr.448 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an seine Gesandten in Naumburg – Torgau, 1541 Januar 14
  • Nr.449 Gf. Friedrich von Löwenstein und H. zu Scharfeneck an Karl V. – Löwenstein, 1541 Januar 14
  • Nr. 450 Bericht über die Verhandlungen mit den Stimmständen des Schmalkaldischen Bundes und den übrigen Verbündeten über die Frage eines Bündnisses mit Frankreich auf dem Naumburger Bundestag – o. Ort, [1541 nach Januar 14]
  • Nr. 451 Kg. Christian III. von Dänemark an seine Gesandten zum Regensburger Reichstag – Kloster Sorø, 1541 Januar 20
  • Nr. 452 Karl V. an Kg. Ferdinand – Speyer, 1541 Januar 22
  • Nr.453 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wittenberg, 1541 Januar 23
  • Nr. 454 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wittenberg, 1541 Januar 25
  • Nr.455 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an seine Gesandten in Worms – Lochau, 1541 Januar [26]
  • Nr.456 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Hg. Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg – Lochau, 1541 Januar 28
  • Nr.457 Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen an Mgf. Georg von Brandenburg-Ansbach und Mgf. Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach, mut. mut. an Bgm. und Rat von Nürnberg – o. Ort, 1541 Januar 29
  • Nr.458 Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen an Mgf. Johann von Brandenburg-Küstrin – o. Ort, 1541 Januar 29
  • Nr. 459 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Marburg, 1541 Januar 29
  • Nr.460 Karl V. an Kgn. Maria – Speyer, 1541 Januar 31
  • Nr.461 Lgf. Philipp von Hessen an Granvelle – Marburg, 1541 Februar 1
  • Nr. 462 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wiener Neustadt, 1541 Februar 1
  • Nr. 463 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Marburg, 1541 Februar 2
  • Nr. 464 Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 Februar 3
  • Nr.465 Christoph von Kreytzen an Hg. Albrecht von Preußen – Nürnberg, 1541 Februar 4/17
  • Nr.466 Morelet an Lgf. Philipp von Hessen – Straßburg, 1541 Februar 4
  • Nr.467 Morelet an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Straßburg, 1541 Februar 4
  • Nr.468 Kf. Joachim II. von Brandenburg an Luther – Cölln an der Spree, 1541 Februar 4
  • Nr.469 Hg. Ludwig X. von Bayern an Hg. Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel – Landshut, 1541 Februar 5
  • Nr.470 Christoph von Taubenheim an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Februar 6
  • Nr. 471 Granvelle an Lgf. Philipp von Hessen – Heidelberg, 1541 Februar 7
  • Nr.472 Lgf. Philipp von Hessen an Granvelle – o. Ort, [1541 Februar 7]
  • Nr.473 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Marburg, 1541 Februar 7
  • Nr. 474 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Torgau, 1541 Februar 7
  • Nr.475 Christoph von Kreytzen an Hg. Albrecht von Preußen – Ansbach, 1541 Februar 9
  • Nr.476 Lgf. Philipp von Hessen an Morelet – Marburg, 1541 Februar 11
  • Nr.477 Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Februar 13
  • Nr. 478 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Hg. Philipp I. von Pommern-Wolgast – Wittenberg, 1541 Februar 14
  • Nr. 479 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Wittenberg, 1541 Februar 15
  • Nr.480 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wolkersdorf, 1541 Februar 16
  • Nr. 481 Lgf. Philipp von Hessen an Granvelle – Marburg, 1541 Februar 18
  • Nr. 482 Karl V. an Kgn. Maria – Nürnberg, 1541 Februar 19
  • Nr.483 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Morelet – Torgau, 1541 Februar 21
  • Nr.484 Luther an Kf. Joachim II. von Brandenburg – [Wittenberg], 1541 Februar 21
  • Nr.485 Kf. Joachim II. von Brandenburg an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Cölln an der Spree, 1541 Februar 22
  • Nr. 486 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Marburg, 1541 Februar 23
  • Nr.487 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Torgau, 1541 Februar 23
  • Nr. 488 Hieronymus Boner an Bgm. und Rat von Colmar – Regensburg, 1541 Februar 23/24
  • Nr.489 Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Februar 24
  • Nr. 490 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wien, 1541 Februar 25
  • Nr. 491 Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Februar 26
  • Nr.492 Kf. Joachim II. von Brandenburg an Lgf. Philipp von Hessen – Cölln an der Spree, 1541 Februar 26
  • Nr. 493 Lgf. Philipp von Hessen an Granvelle – Marburg, 1541 Februar 27
  • Nr. 494 Karl V. an Kg. Ferdinand – Regensburg, 1541 Februar 28
  • Nr. 495 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Februar 28
  • Nr.496 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Marburg, 1541 Februar 28
  • Nr. 497 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Luther, Justus Jonas, Johannes Bugenhagen, Caspar Cruciger und Melanchthon – o. Ort, [1541 Februar/Anfang März]
  • Nr. 498 Bf. Wilhelm III. von Straßburg an Karl V. – Rufach, 1541 März 2
  • Nr. 499 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 März 3
  • Nr. 500 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Torgau, 1541 März 3
  • Nr. 501 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wien, 1541 März 4
  • Nr. 502 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 März 5
  • Nr. 503 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wien, 1541 März 6
  • Nr. 504 Die Geheimen von Augsburg an die Augsburger Reichstagsgesandten – Augsburg, 1541 März 7
  • Nr. 505 Lgf. Philipp von Hessen an Granvelle – Marburg, 1541 März 9/10
  • Nr. 506 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 März 10
  • Nr. 507 Bgm. und Rat von Nürnberg an Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 März 11
  • Nr. 508 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann – Eilenburg, 1541 März 11
  • Nr.509 Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 März 12
  • Nr.510 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wittenberg, 1541 März 12
  • Nr. 511 Konrad Hel an Georg Herwart – Regensburg, 1541 März 12
  • Nr.512 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Ziegenhain, 1541 März 12
  • Nr.513 Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 März 13
  • Nr.514 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 März 15
  • Nr. 515 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 März 15
  • Nr. 516 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann – Torgau, 1541 März 16
  • Nr.517 Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 März 16
  • Nr.518 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Gregor Brück – Torgau, 1541 März 16
  • Nr.519 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Fulda, 1541 März 17
  • Nr.520 Bf. Wilhelm III. von Straßburg an Karl V. – Rufach, 1541 März 18
  • Nr.521 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 März 18
  • Nr.522 Bf. Konrad IV. von Würzburg an die Würzburger Reichstagsgesandten – Würzburg, 1541 März 19
  • Nr.523 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Torgau, 1541 März 21
  • Nr.524 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 März 22
  • Nr.525 Christoph Zwicker an Bgm. und Rat von Memmingen – Regensburg, 1541 März 22
  • Nr.526 Johann von Niedbruck an Bgm. und Rat von Metz – Regensburg, 1541 März 22
  • Nr.527 Wolfgang Rehlinger an Georg Herwart – Regensburg, 1541 März 23
  • Nr. 528 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 März 24
  • Nr.529 Abt Johann III. von Fulda an Pfgf. Friedrich – Fulda, 1541 März 25
  • Nr.530 Karl V. an Kg. Ferdinand – Regensburg, 1541 März 25
  • Nr.531 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Nürnberg, 1541 März 25
  • Nr.532 Charles Boisot und Gerhard Veltwyck an Kgn. Maria – Regensburg, 1541 März 26
  • Nr.533 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen – Regensburg, 1541 März 27/29
  • Nr. 534 Christoph Zwicker an Bgm. und Rat von Memmingen – Regensburg, 1541 März 28
  • Nr.535 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 März 28
  • Nr. 536 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 März 29
  • Nr.537 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 März 29
  • Nr.538 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 März [30]
  • Nr.539 Wolfgang Rehlinger an Georg Herwart – Regensburg, 1541 März 30
  • Nr. 540 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 März 30
  • Nr.541 Karl V. an Kf. Ludwig V. von der Pfalz – Regensburg, 1541 März 31
  • Nr. 542 Karl V. an den Gf. Wilhelm von Nassau-Dillenburg, mut. mut. an Gf. Wilhelm II. von Neuenahr – Regensburg, 1541 April 2
  • Nr.543 Hieronymus Boner an Bgm. und Rat von Colmar – Regensburg, 1541 April 2
  • Nr.544 Christoph Zwicker an Bgm. und Rat von Memmingen – Regensburg, 1541 April 2
  • Nr.545 Bf. Konrad IV. von Würzburg an die Würzburger Reichstagsgesandten – Würzburg, 1541 April 2
  • Nr. 546 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 April 3
  • Nr.547 F. Wolfgang von Anhalt, Hans von Dolzig, Hans von Pack und Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 April 3
  • Nr. 548 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 April 3
  • Nr.549 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 April 3
  • Nr.550 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Gregor Brück – Torgau, 1541 April 5
  • Nr.551 Hg. Heinrich von Sachsen an [die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten] – Dresden, 1541 April 5
  • Nr. 552 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 April 6
  • Nr.553 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Torgau, 1541 April [6?]
  • Nr.554 Hg. Heinrich von Sachsen an die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten – Dresden, 1541 April 6
  • Nr. 555 Die Älteren von Nürnberg an Clemens Volkamer – [Nürnberg], 1541 April 6
  • Nr.556 Kf. Johann Friedrich [und Hg. Johann Ernst von Sachsen] an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 April 7
  • Nr. 557 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 April 7
  • Nr. 558 Bgm. und Rat von Minden an Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen – Minden, 1541 April 8
  • Nr. 559 Christoph Zwicker an Bgm. und Rat von Memmingen – Regensburg, 1541 April 9
  • Nr.560 Bgm. und Rat von Bremen an Karl V. – Bremen, 1541 April 9
  • Nr.561 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 April 9
  • Nr. 562 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 April 11
  • Nr. 563 Die Würzburger Reichstagsgesandten an Bf. Konrad IV. – Regensburg, 1541 April 11
  • Nr.564 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Sebald Haller – Nürnberg, 1541 April 11
  • Nr.565 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 April 11
  • Nr.566 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 April 12
  • Nr. 567 Jakob Sturm an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 April 13
  • Nr.568 Bernhard Göler und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 April 13
  • Nr. 569 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 April 14
  • Nr.570 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 April 14
  • Nr.571 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an F. Wolfgang von Anhalt, Hans von Dolzig, Hans von Pack und Franz Burchard – Wittenberg, 1541 April 14
  • Nr.572 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 April 14
  • Nr.573 Die Geheimen von Augsburg an die Augsburger Reichstagsgesandten – Augsburg, 1541 April 14
  • Nr. 574 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 April 15
  • Nr.575 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 April 15
  • Nr.576 Christoph von Kreytzen an Hg. Albrecht von Preußen – Regensburg, 1541 April 15
  • Nr.577 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Pfgf. Friedrich – Torgau, 1541 April 15
  • Nr. 578 Georg Kron und Johann Machtolf an Bgm. und Rat von Esslingen – Regensburg, 1541 April 16
  • Nr.579 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 April 17
  • Nr. 580 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 April 19
  • Nr.581 Charles Boisot an Kgn. Maria – Regensburg, 1541 April 19
  • Nr. 582 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 April 19
  • Nr.583 Peter Bellinghausen und Goswin von Lomersheim an Bgm. und Rat von Köln – Regensburg, 1541 April 20
  • Nr. 584 Johann von Niedbruck an Bgm. und Rat von Metz – Regensburg, 1541 April 20
  • Nr. 585 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 April 21
  • Nr. 586 Johann von Glauburg an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 April 21
  • Nr.587 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 April 21
  • Nr.588 Hans Wörlin an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 April 21
  • Nr. 589 Johann Knebel von Katzenelnbogen an Gf. Wilhelm von Nassau-Dillenburg – Regensburg, 1541 April 21
  • Nr.590 Bgm. und Rat von Nördlingen an Hans Wörlin – [Nördlingen, 1541 April 22]
  • Nr. 591 Johann Walter an Johann Nordeck – Regensburg, 1541 April 22
  • Nr.592 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 April 22
  • Nr. 593 Antonius Corvinus an Johann Nordeck – Regensburg, [1541 April 22]
  • Nr. 594 Die Würzburger Reichstagsgesandten an Bf. Konrad IV. – Regensburg, 1541 April 22
  • Nr.595 Sebald Haller an Bgm. und Rat von Nürnberg – Regensburg, 1541 April 23
  • Nr.596 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Torgau, 1541 April 23
  • Nr.597 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 April 24
  • Nr.598 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 April 24
  • Nr. 599 Hieronymus Boner an Bgm. und Rat von Colmar – [Regensburg], 1541 April 25
  • Nr.600 Wolfgang Rehlinger an Georg Herwart – Regensburg, 1541 April 25
  • Nr.601 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 April 25
  • Nr. 602 Bgm. und Rat von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – Nürnberg, 1541 April 25
  • Nr.603 Kf. Joachim II. von Brandenburg an den Gesandten des französischen Königs – Regensburg, 1541 April 25
  • Nr.604 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 April 26
  • Nr.605 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 April 26
  • Nr. 606 Hans Wörlin an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 April 26
  • Nr. 607 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 April 28
  • Nr.608 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 April 29
  • Nr.609 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 April 29
  • Nr. 610 Granvelle an Kgn. Maria – Regensburg, 1541 April 26/Mai 1
  • Nr.611 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Mai 2
  • Nr. 612 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an den Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 Mai 2
  • Nr.613 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 2
  • Nr. 614 Kg. Ferdinand an Bf. Christoph von Brixen, Frh. Wilhelm von Waldburg und Hans Ungnad – Wien, 1541 Mai 3
  • Nr. 615 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Mai 4
  • Nr.616 Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 4
  • Nr.617 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Buchholz, 1541 Mai 5
  • Nr.618 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 5
  • Nr.619 Franz Burchard an Gregor Brück – Regensburg, 1541 Mai 5
  • Nr. 620 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Buchholz, 1541 Mai 6
  • Nr.621 Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 6
  • Nr.622 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 6
  • Nr.623 Hans Wörlin an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 [Mai 7]
  • Nr.624 Hans von Dolzig an Hans von Ponickau – Regensburg, 1541 Mai 7/11
  • Nr. 625 Hieronymus Boner an den Rat von Colmar – Regensburg, 1541 Mai 8
  • Nr.626 Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller an die Älteren von Nürnberg – Regensburg, 1541 Mai 8
  • Nr.627 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Mai 9
  • Nr. 628 Wolfgang Musculus an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Mai 9
  • Nr.629 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an [Luther und Johannes Bugenhagen] – [Schneeberg, 1541 Mai 9]
  • Nr.630 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Schneeberg, 1541 Mai 10
  • Nr. 631 Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 10
  • Nr.632 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 10
  • Nr.633 Bernhard Göler und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Mai 10
  • Nr.634 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Mai 10
  • Nr.635 Luther und Johannes Bugenhagen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – [Wittenberg, 1541 Mai 10/11]
  • Nr. 636 Kg. Ferdinand an die ungarischen Gesandten in Regensburg, Frankopan und Nádasdy – Wien, 1541 Mai 11
  • Nr. 637 Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 11
  • Nr.638 Johann Knebel von Katzenelnbogen an [...?] – Regensburg, 1541 Mai 11
  • Nr. 639 Nikolaus Holstein an Hg. Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg – Regensburg, 1541 Mai [12]
  • Nr.640 Johann von Vlatten an die Räte Hg. Wilhelms V. von Jülich-Kleve-Berg – Regensburg, 1541 Mai 12
  • Nr.641 Bgm. und Rat von Goslar an Johann Hardt und Berthold Achtermann – Goslar, 1541 Mai 13
  • Nr.642 Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 13
  • Nr.643 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Schneeberg, 1541 Mai 13
  • Nr.644 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Schneeberg, 1541 Mai 13
  • Nr.645 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Mai 13
  • Nr.646 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 14
  • Nr.647 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Mai 14
  • Nr.648 Hans von Dolzig an Hans von Ponickau – o. Ort, [1541 Mai 14]
  • Nr.649 Bgm. und Rat von Überlingen an Caspar Klöckler – [Überlingen], 1541 Mai 14
  • Nr. 650 Christoph von Kreytzen an Hg. Albrecht von Preußen – Regensburg, 1541 Mai 14/15/16
  • Nr.651 Bernhard Göler und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Mai 15
  • Nr. 652 Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 15
  • Nr.653 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Schneeberg, 1541 Mai 15
  • Nr.654 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 Mai 16
  • Nr.655 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – [Regensburg], 1541 Mai 16
  • Nr. 656 Kg. Ferdinand an die ungarischen Gesandten in Regensburg, Frankopan, Batthyány und Nádasdy – Wien, 1541 Mai 17
  • Nr.657 Bgm. und Rat von Straßburg an Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim – [Straßburg], 1541 Mai 17
  • Nr.658 Johann Machtolf, Reichstagsgesandter Esslingens, an [Simon] Engelhardt, Advokat und Prokurator am Reichskammergericht – [Regensburg], 1541 Mai 17
  • Nr.659 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Mai 18
  • Nr.660 Johann Hardt und Berthold Achtermann an Bgm. und Rat von Goslar – Regensburg, 1541 Mai 18
  • Nr. 661 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 19
  • Nr. 662 Hans von Dolzig und Hans von Pack an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Mai 19
  • Nr.663 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Eibenstock, 1541 Mai 19
  • Nr.664 Die Älteren von Nürnberg an Clemens Volkamer und Hieronymus Baumgartner – [Nürnberg], 1541 Mai 20
  • Nr. 665 Christoph Welsinger an Bf. Wilhelm III. von Straßburg – Regensburg, 1541 Mai 20/21
  • Nr.666 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – [Regensburg, 1541 Mai 21]
  • Nr.667 Franz Burchard an Gregor Brück – Regensburg, 1541 Mai 21
  • Nr.668 Hans von Pack an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Mai 21
  • Nr.669 Heinrich Truchsess von Wetzhausen und Georg Farner an Bf. Konrad IV. von Würzburg – Regensburg, 1541 Mai 21
  • Nr. 670 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Schneeberg, 1541 Mai 22
  • Nr.671 Louis de Praet an Kgn. Maria – Regensburg, 1541 Mai 22/23
  • Nr.672 Hg. Ulrich von Württemberg an Klaus von Grafeneck und Philipp Lang – Herrenberg, 1541 Mai 23
  • Nr.673 Die schmalkaldischen Verbündeten an Kg. Franz I. von Frankreich – Regensburg, 1541 Mai 23
  • Nr.674 Bgm. und Rat von Konstanz an Konrad Zwick – [Konstanz], 1541 Mai 23
  • Nr.675 Franz Burchard an Gregor Brück – Regensburg, 1541 Mai 24
  • Nr.676 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Hieronymus Baumgartner – [Nürnberg], 1541 Mai 24
  • Nr.677 Johann Hardt und Berthold Achtermann an Bgm. und Rat von Goslar – Regensburg, 1541 Mai 24
  • Nr. 678 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Mai 25
  • Nr.679 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 26
  • Nr.680 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 26
  • Nr.681 [Franz Burchard] an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Mai 26
  • Nr.682 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Mai 26
  • Nr.683 Franz Burchard an Gregor Brück – Regensburg, 1541 Mai 26
  • Nr.684 Hans von Dolzig an Hans von Ponickau – Regensburg, 1541 Mai 27
  • Nr.685 Hans Wörlin an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Mai 27
  • Nr. 686 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 28
  • Nr.687 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Zwickau, 1541 Mai 28
  • Nr.688 Ebf. Ernst von Salzburg an Bf. Wolfgang I. von Passau – Regensburg, 1541 Mai 28
  • Nr. 689 Simprecht Hoser an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Mai 28
  • Nr.690 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Mai 28
  • Nr. 691 Klaus von Grafeneck und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Mai 29
  • Nr.692 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Mai 29
  • Nr.693 Bgm. und Rat von Goslar an Johann Hardt und Berthold Achtermann – Goslar, 1541 Mai 29
  • Nr.694 Christoph Welsinger an Bf. Wilhelm III. von Straßburg – Regensburg, 1541 Mai 30
  • Nr.695 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Bgm. und Rat von Augsburg – [Regensburg], 1541 Mai 30
  • Nr. 696 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 Mai 30
  • Nr.697 Die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten an Hg. Heinrich – Regensburg, 1541 Mai 31
  • Nr. 698 Johann von Vlatten an Hg. Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg – Regensburg, 1541 Mai 31
  • Nr.699 Johann Knebel von Katzenelnbogen an Gf. Wilhelm von Nassau-Dillenburg – Regensburg, 1541 Mai 31
  • Nr. 700 Hans von Pack an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 1
  • Nr.701 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 Juni 1
  • Nr. 702 Bgm. und Rat von Konstanz an Konrad Zwick – [Konstanz], 1541 Juni 1
  • Nr.703 Wolfgang Rehlinger an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Juni 1
  • Nr.704 Johann Gogreve an Johann von Vlatten – o. Ort, [1541 Juni 1/2]
  • Nr.705 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juni 2
  • Nr.706 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Mildenfurth, 1541 Juni 2
  • Nr.707 Hans von Dolzig an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 2
  • Nr.708 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Juni 2
  • Nr. 709 Die ungarischen Gesandten in Regensburg, Frankopan, Batthyány und Nádasdy, an Kg. Ferdinand – Regensburg, 1541 Juni 2
  • Nr.710 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 3
  • Nr.711 [Franz Burchard] an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 4
  • Nr.712 Hans von Dolzig an [Hans von Ponickau] – Regensburg, 1541 Juni 4
  • Nr.713 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 3
  • Nr.714 Johann Hardt und Berthold Achtermann an Bgm. und Rat von Goslar – Regensburg, 1541 Juni 4
  • Nr.715 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 5
  • Nr.716 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juni 7
  • Nr.717 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Pfgf. Friedrich – Torgau, 1541 Juni 7
  • Nr.718 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Torgau, 1541 Juni 7
  • Nr.719 Klaus von Grafeneck und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juni 7
  • Nr.720 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juni 7
  • Nr.721 Hg. Heinrich von Sachsen an die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten – Dresden, 1541 Juni 7
  • Nr.722 Daniel Stibar und Heinrich Truchsess von Wetzhausen an Bf. Konrad IV. von Würzburg – Regensburg, 1541 Juni 7/8
  • Nr.723 Kf. Johann Friedrich [und Hg. Johann Ernst von Sachsen] an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juni 8
  • Nr.724 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Hans von Dolzig – Torgau, 1541 Juni 8
  • Nr.725 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Weidenhain, 1541 Juni 9
  • Nr.726 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 9
  • Nr.727 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Juni 9
  • Nr.728 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 9
  • Nr.729 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juni 9/10
  • Nr. 730 Goswin von Lomersheim und Peter Bellinghausen an Bgm. und Rat von Köln – Regensburg, 1541 Juni 10
  • Nr.731 Christoph Welsinger an Bf. Wilhelm III. von Straßburg – Regensburg, 1541 Juni 10
  • Nr. 732 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Erasmus Ebner – Nürnberg, 1541 Juni 10
  • Nr. 733 Klaus von Grafeneck und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juni 10
  • Nr. 734 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wittenberg, 1541 Juni 10
  • Nr.735 Johann Hardt und Berthold Achtermann an Bgm. und Rat von Goslar – Regensburg, 1541 Juni 11
  • Nr.736 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Juni 11
  • Nr. 737 Christoph von Kreytzen an Hg. Albrecht von Preußen – Regensburg, 1541 Juni 11/13
  • Nr. 738 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Erasmus Ebner – Nürnberg, 1541 Juni 13
  • Nr.739 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 13
  • Nr. 740 Bericht Hans von Dolzigs über seine Verhandlung mit Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juni 13
  • Nr. 741 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Hans von Pack – Wittenberg, 1541 Juni 13
  • Nr. 742 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Wittenberg, 1541 Juni 14
  • Nr.743 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Wittenberg, 1541 Juni 14
  • Nr.744 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Erasmus Ebner – Nürnberg, 1541 Juni 14
  • Nr.745 Bgm. und Rat von Frankfurt an Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb – Frankfurt, 1541 Juni 14
  • Nr. 746 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 Juni 15
  • Nr.747 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juni 15
  • Nr. 748 Granvelle an Kgn. Maria – Regensburg, 1541 Juni 15
  • Nr. 749 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 16
  • Nr.750 Die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten an Hg. Heinrich – Regensburg, 1541 Juni 16
  • Nr.751 Nikolaus Holstein an Hg. Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg – Regensburg, 1541 Juni 16
  • Nr.752 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 16
  • Nr.753 Hg. Ulrich von Württemberg an Klaus von Grafeneck und Philipp Lang – Nürtingen, 1541 Juni 17
  • Nr.754 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an den Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 Juni 17
  • Nr. 755 Hans von Dolzig, Hans von Pack und Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 18/[23]
  • Nr.756 [Franz Burchard] an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 18
  • Nr.757 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Erasmus Ebner – Nürnberg, 1541 Juni 18
  • Nr.758 Jakob Ehinger an Bgm. und Rat von Heilbronn – Regensburg, 1541 Juni 18
  • Nr. 759 Hieronymus Boner an Bgm. und Rat von Colmar – Regensburg, 1541 Juni 18
  • Nr.760 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Juni 18
  • Nr.761 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 19
  • Nr.762 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 20
  • Nr. 763 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 20
  • Nr.764 Johann Feige an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juni 20
  • Nr.765 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 20
  • Nr.766 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 21
  • Nr.767 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juni 21
  • Nr.768 Lgf. Philipp von Hessen an Johann Feige – Meiningen, 1541 Juni 21
  • Nr.769 [Johann Feige] an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juni 21
  • Nr. 770 Johann von Vlatten an Hg. Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg – Regensburg, 1541 Juni 21
  • Nr.771 Klaus von Grafeneck und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juni 21
  • Nr. 772 Kf. Joachim II. von Brandenburg an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juni 22
  • Nr.773 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 22
  • Nr. 774 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juni 22
  • Nr.775 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 22
  • Nr. 776 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 23
  • Nr.777 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 Juni 23
  • Nr.778 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Erasmus Ebner – Nürnberg, 1541 Juni 23
  • Nr. 779 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juni 24
  • Nr.780 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 Juni 25
  • Nr.781 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 Juni 25
  • Nr.782 Der Rat von Augsburg an Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel – Augsburg, 1541 Juni 25
  • Nr. 783 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juni 26
  • Nr.784 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an F. Wolfgang von Anhalt, Hans von Dolzig, Hans von Pack und Franz Burchard – Torgau, 1541 Juni 26
  • Nr.785 Hg. Heinrich von Sachsen an die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten – Dresden, 1541 Juni 26
  • Nr. 786 Bgm. und Rat von Frankfurt an Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb – Frankfurt, 1541 Juni 26
  • Nr.787 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juni 26
  • Nr.788 Lgf. Philipp von Hessen an Johann Feige – Friedewald, 1541 Juni 27
  • Nr. 789 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 27
  • Nr.790 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 27
  • Nr.791 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juni 28
  • Nr. 792 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Torgau, 1541 Juni 28
  • Nr.793 Die Würzburger Reichstagsgesandten an Bf. Konrad IV. – Regensburg, 1541 Juni 28
  • Nr.794 Jodocus Hoetfilter an Kard. Farnese – Regensburg, 1541 Juni 28
  • Nr.795 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr.796 Johann Feige an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr. 797 Lgf. Philipp von Hessen an Johann Feige, Alexander von der Thann, Johann Keudel und Sebastian Aitinger in Regensburg – Battenberg, 1541 Juni 29
  • Nr.798 Christoph Welsinger an Bf. Wilhelm III. von Straßburg – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr.799 Nikolaus Holstein an Hg. Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr.800 Klaus von Grafeneck und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr.801 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr.802 Karl V. an Bgm. und Rat von Lübeck – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr.803 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 30
  • Nr.804 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wittenberg, 1541 Juni 30
  • Nr.805 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 30
  • Nr.806 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 Juni 30
  • Nr.807 Bgm. und Rat von Nördlingen an Wolfgang Vogelmann – [Nördlingen], 1541 Juni 30
  • Nr.808 Jakob Ehinger an Bgm. und Rat von Heilbronn – Regensburg, 1541 Juni 30/Juli 1
  • Nr.809 Hgn. Elisabeth von Braunschweig-Calenberg an den Kaiser – o. Ort, [1541 Ende Juni/Juli]
  • Nr. 810 Goswin von Lomersheim und Peter Bellinghausen an Bgm. und Rat von Köln – Regensburg, 1541 Juli 1
  • Nr.811 Hans von Dolzig an Hans von Ponickau – Regensburg, 1541 Juli 1
  • Nr.812 Die Würzburger Reichstagsgesandten an Bf. Konrad IV. – Regensburg, 1541 Juli 1/4
  • Nr.813 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 2
  • Nr.814 Bericht Wolfgang Vogelmanns über die Beratungen der protestantischen Stände über das Kolloquiumsergebnis – [Regensburg, 1541 Juli 2]
  • Nr. 815 Kf. Johann Friedrich [und Hg. Johann Ernst von Sachsen] an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juli 3
  • Nr.816 Bericht Hans von Dolzigs über seine Verhandlungen mit Hans Hofmann – Regensburg, [1541 Juli 3]
  • Nr.817 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wittenberg, 1541 Juli 3
  • Nr.818 Christoph Welsinger an Bf. Wilhelm III. von Straßburg – Regensburg, 1541 Juli 3
  • Nr. 819 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Erasmus Ebner – Nürnberg, 1541 Juli 3
  • Nr. 820 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 Juli 3
  • Nr.821 Kf. Johann Friedrich [und Hg. Johann Ernst von Sachsen] an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juli 4
  • Nr.822 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – [Regensburg], 1541 Juli 4/6
  • Nr.823 Klaus von Grafeneck an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juli 4
  • Nr.824 Hg. Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg an Nikolaus Holstein – Celle, 1541 Juli 4
  • Nr.825 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 4
  • Nr.826 Konrad Metsch an Mgf. Johann von Brandenburg-Küstrin – Regensburg, 1541 Juli 4
  • Nr. 827 Gerwig Blarer, Abt von Weingarten, an Hans von Hinwil – Regensburg, 1541 Juli 4
  • Nr. 828 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr.829 Sebastian Aitinger an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr.830 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr. 831 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr.832 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr. 833 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr.834 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, [1541 Juli 5]
  • Nr.835 Johann Hardt und Berthold Achtermann an Bgm. und Rat von Goslar – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr.836 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juli 6
  • Nr.837 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 6
  • Nr. 838 Johannes Gropper an den Klerus von Köln – Regensburg, 1541 Juli 6
  • Nr.839 Bgm. und Rat von Nördlingen an Wolfgang Vogelmann – [Nördlingen], 1541 Juli 6
  • Nr.840 Die hessischen Reichstagsgesandten an [Lgf. Philipp] – Regensburg, 1541 Juli [7]
  • Nr.841 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 7
  • Nr.842 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 8
  • Nr.843 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juli 8
  • Nr.844 Die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten an Hg. Heinrich – Regensburg, 1541 Juli 8
  • Nr.845 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Claudius Peutinger an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 9
  • Nr. 846 Klaus von Grafeneck an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juli 9
  • Nr. 847 Hg. Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg an Nikolaus Holstein – Celle, 1541 Juli 9
  • Nr.848 Wolfgang Rehlinger an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Juli 9
  • Nr. 849 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Hans von Dolzig, Hans von Pack und Franz Burchard – Torgau, 1541 Juli 10
  • Nr.850 Hieronymus Boner an Bgm. und Rat von Colmar – Regensburg, 1541 Juli 10
  • Nr.851 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juli 10
  • Nr.852 Georg Herwart und Mang Seitz an die Augsburger Reichstagsgesandten – Augsburg, 1541 Juli 10
  • Nr. 853 Bgm. und Rat von Nördlingen an Wolfgang Vogelmann – [Nördlingen], 1541 Juli 10
  • Nr.854 Bgm. und Rat von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – Nürnberg, 1541 Juli 11
  • Nr.855 Goswin von Lomersheim und Peter Bellinghausen an Bgm. und Rat von Köln – Regensburg, 1541 Juli 11
  • Nr.856 Lgf. Philipp von Hessen an Johann Feige, Alexander von der Thann, Johann Keudel und Sebastian Aitinger – Kassel, 1541 Juli 12
  • Nr.857 Hg. Ulrich von Württemberg an Klaus von Grafeneck und Christoph von Venningen – Nürtingen, 1541 Juli 12
  • Nr.858 Bgm. und Rat von Augsburg an die Augsburger Reichstagsgesandten – Augsburg, 1541 Juli 12
  • Nr.859 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Claudius Peutinger an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 12
  • Nr. 860 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 13
  • Nr.861 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juli 13
  • Nr.862 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Torgau, 1541 Juli 13
  • Nr.863 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Torgau, 1541 Juli 13
  • Nr.864 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juli 13
  • Nr.865 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Georg Herwart und Mang Seitz – Regensburg, 1541 Juli 13
  • Nr.866 Kf. Johann Friedrich [und Hg. Johann Ernst von Sachsen] an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juli 14
  • Nr.867 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juli 14
  • Nr.868 Lgf. Philipp von Hessen an Johann Feige – Ritte, 1541 Juli 14
  • Nr.869 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 Juli 14
  • Nr.870 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 14
  • Nr.871 Johann Hardt und Berthold Achtermann an Bgm. und Rat von Goslar – Regensburg, 1541 Juli 14
  • Nr.872 Bgm. und Rat von Augsburg an die Augsburger Reichstagsgesandten – Augsburg, 1541 Juli 14
  • Nr.873 Bgm. und Rat von Speyer an Friedrich Meurer und Adam von Berstein – Speyer, 1541 Juli 14
  • Nr.874 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Weidenhain, 1541 Juli 15
  • Nr.875 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Claudius Peutinger an Bgm. und Rat von Augsburg – Regenspurg, 1541 Juli 15
  • Nr. 876 Karl V. an Kgn. Maria – Regensburg, 1541 Juli 16
  • Nr.877 Lgf. Philipp von Hessen an die hessischen Reichstagsgesandten – Ritte, 1541 Juli 16
  • Nr.878 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 16
  • Nr.879 Die Älteren von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Juli 16
  • Nr. 880 Jakob Ehinger an Bgm. und Rat von Heilbronn – Regensburg, 1541 Juli 16
  • Nr. 881 Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Juli 17
  • Nr.882 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Juli 17
  • Nr.883 Hg. Heinrich von Sachsen an die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten – Dresden, 1541 Juli 18
  • Nr.884 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 Juli 19
  • Nr.885 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 Juli 19
  • Nr. 886 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 19/20
  • Nr. 887 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 20
  • Nr.888 Bgm. und Rat von Nördlingen an Wolf Graf und Wolfgang Vogelmann – [Nördlingen], 1541 Juli 20
  • Nr.889 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Claudius Peutinger an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 20
  • Nr.890 Bgm. und Rat von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Juli 20
  • Nr.891 Bgm. und Rat von Speyer an Friedrich Meurer und Adam von Berstein – [Speyer], 1541 Juli 20
  • Nr.892 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Claudius Peutinger an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 21
  • Nr.893 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Herzberg, 1541 Juli 22
  • Nr. 894 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Herzberg, 1541 Juli 22
  • Nr.895 Die Würzburger Reichstagsgesandten an Bf. Konrad IV. – Regensburg, 1541 Juli 22
  • Nr.896 Wolfgang Rehlinger an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Juli 22
  • Nr.897 Christoph Welsinger an Bf. Wilhelm III. von Straßburg – Regensburg, 1541 Juli 23
  • Nr.898 Die Älteren von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Juli 23
  • Nr. 899 Bgm. und Rat von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Juli 23
  • Nr.900 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Kartause Eppenberg, 1541 Juli 23
  • Nr.901 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 24
  • Nr.902 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juli 24
  • Nr.903 Johann von Glauburg an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juli 24
  • Nr.904 Bgm. und Rat von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Juli 24
  • Nr.905 Die Würzburger Reichstagsgesandten an Bf. Konrad IV. – Regensburg, 1541 Juli 24
  • Nr.906 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 24
  • Nr. 907 Bgm. und Rat von Goslar an Johann Hardt und Berthold Achtermann – Goslar, 1541 Juli 25
  • Nr. 908 Klaus von Grafeneck und Christoph von Venningen an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juli 25
  • Nr.909 Die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten an Hg. Heinrich – Regensburg, 1541 Juli 25
  • Nr.910 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Liebenwerda, 1541 Juli 26
  • Nr. 911 Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Juli 26
  • Nr. 912 Hg. Ulrich von Württemberg an Klaus von Grafeneck und Christoph von Venningen – Urach, 1541 Juli 26
  • Nr. 913 Bgm. und Rat von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Juli 26
  • Nr.914 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 26
  • Nr. 915 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Liebenwerda, 1541 Juli 27
  • Nr. 916 Aufzeichnung Franz Burchards über die Audienz bei Hg. Wilhelm IV. von Bayern am 27. Juli 1541 – [Regensburg, 1541 Juli ca. 27]
  • Nr.917 Wolf Graf und Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 27
  • Nr.918 Wolf Graf und Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 28
  • Nr.919 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 29
  • Nr.920 Johann Feige an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juli 29
  • Nr.921 Bgm. und Rat von Nördlingen an Wolf Graf und Wolfgang Vogelmann – [Nördlingen], 1541 Juli 30
  • Nr.922 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juli 31
  • Nr.923 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 August 1
  • Nr.924 Bericht über die Schlussverhandlungen auf dem Regensburger Reichstag für Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen – o. Ort, [1541 nach August 1]
  • Nr.925 Siebert von Löwenberg an Cornelius Schepper – Regensburg, [1541] August 2
  • Nr.926 Johann Feige an Lgf. Philipp von Hessen – Bamberg, 1541 August 5
  • Nr. 927 Karl V. an Kg. Ferdinand – Innsbruck, 1541 August 6
  • Nr. 928 Johann Feige an Lgf. Philipp von Hessen – Neustadt vor der Rhön, 1541 August 7
  • Nr.929 Bgm. und Rat von Nördlingen an Bgm. und Rat von Giengen – [Nördlingen], 1541 August 9
  • Nr. 930 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Zapfenburg, 1541 August 13
  • Nr. 931 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wiener Neustadt, 1541 August 14
  • Nr.932 Kf. Albrecht von Mainz an Karl V. – Aschaffenburg, 1541 August 16
  • Nr. 933 Johann Weißenfelder an Kf. Albrecht von Mainz – Landshut, 1541 August 21
  • Nr. 934 Bgm. und Rat von Speyer an Bgm. und Rat von Köln – [Speyer], 1541 August 25
  • Nr.935 Bgm. und Rat von Frankfurt an Kf. Albrecht von Mainz – Frankfurt, 1541 August 25
  • Nr. 936 Wolf von Pappenheim, seine Brüder und Vettern an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – o. Ort, 1541 September 1
  • Nr.937 Bgm. und Rat von Frankfurt an Kf. Albrecht von Mainz – [Frankfurt], 1541 September 6
  • Nr. 938 [Gereon Sailer] an [Lgf. Philipp von Hessen] – o. Ort, [1541 September 8]
  • Nr. 939 Kard. Contarini an Kf. Albrecht von Mainz – Lucca, 1541 September 19
  • Nr.940 Karl V. an Kgn. Maria – La Spezia, 1541 September 23
  • XI. Urkunden und Akten zur Schlussphase des Reichstages

    XI. Urkunden und Akten zur Schlussphase des Reichstages

  • XI,1 Der Reichsabschied vom 29. Juli 1541
  • XI,2 Die Deklarationen Karls V. zum Regensburger Reichsabschied für die Konfessionsparteien
  • XI,3 Protestationen und Vorbehaltserklärungen
  • XI,4 Nebenabschiede
  • Register der Personen- und Ortsnamen

    Register der Personen- und Ortsnamen

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    « ŠIV. Die Verhandlungen über Religion, Friede und Recht  »

    «IV,1 Von der Proposition bis zum Ende des Religionskolloquiums  »

    «Nr.82 [Bayerische] Stellungnahme zum Modus der Verhandlungen über die Proposition – o. Ort, [1541 April 6/7]1 »

    A  Rom AVat, Armadio LXIV, vol. 21, fol. 86r–87r (Kop.).

    B  koll. Rom AVat, Fondo Pio 58, fol. 73r–74v (Kop.).

    C  koll. Rom AVat, Fondo Borghese Serie I vol. 65, fol. 68r–69r (Kop.).

    Si sacrae caesareae et catholicae Mti videatur, ut eius propositio occasione religionis universali Catholicorum et Protestantium deliberatione coniunctim consultari debeat, quod haudquaquam tamen speratur, infrascriptae rationes, quibus status catholici adducti ad id assentiri nolint, Mti suae ea, qua decet, reverentia declarentur:

    Primo itaque in dieta imperiali Augustensi Protestantes se in causa religionis a Mte sua atque aliis imperii statibus segregarunt sese specialem partem efficientes.

    Secundo recessum ea in dieta conclusum non modo non approbarunt adversusque illum publice sunt protestati, verum et quandocunque de fide agi vel disseri instituebatur e consessu statuum imperii excedebant eorum consilio interesse renuentes.

    Tertio is idem modus in proximis Ratisponensibus comitiis a Protestantibus observatus est.

    Quarto serenissimus Romanorum rex novissime Hagenae oboedientes status a Protestantibus separavit et cum unaquaque parte speciatim egit.

    Quinto manifestissimum est, quum immensi errores ac varia schismata sacrosancta in religione nostra supra modum invaluerint, duas propterea partes, unam scilicet Catholicorum et oboedientium, alteram vero Protestantium et eorum, qui ipsis adhaerent, esse factas eorumque ideo sententias minime esse Šconformes, sed longe invicem discrepantes, praecipue autem quoniam oboedientes status a vigore Augustensis recessus, quem Mtas sua in eius propositione reservavit reservandoque corroboravit, nec discedere nec ullo quovis modo possunt aut volunt declinare, vicissim vero adversarii praedictum recessum, quem antea protestatione adversus illum facta reprobarunt, neutiquam profecto iam approbaturi sunt.

    Sexto considerandum est nonnullis fortasse Catholicorum cum Protestantibus mutua intercessissea colloquia, qui aliquid forsitan spei illis addidere, quibus ideo in conspectu Protestantium libere loquendi facultas adimeretur, quum iis tamen absentibus nulla iusta ratione a recessu Augustensi declinare valeant.

    Septimo, si hunc ad modum ambae partes una in congregatione considerent, magna inter eas disceptatio ac deinceps tumultus facile posset oriri, nam dum suam quisque opinionem tueri eniteret, id absque verborum vehementia atque animi concitatione vix fieri posset, unde a verbis ad verbera fortasseque ad caedes possit deveniri.

    Octavo nemo non ignorat, quanta duci Braunschwicensi et landgravio intercedat et honoris et personarum contentio quantaque utrinque existat animorum exacerbatio, ita ut, si uno in consessu ambo versari deberent, etiam atque etiam esset verendum, ne ingens ac cruenta seditio foret inde subsecutura, quum sui cuique adhaerentes favere impellerentur.

    Nono maxime profecto esset formidolosum nec ullo unquam tempore in Christi ecclesia vel servatum vel auditum, quod schismatici scilicet una cum Catholicis iuncto simul consilio in componendis rebus religionis deliberarent, iuxta verba evangelii: Si ecclesiam non audiverit, sit tibi ethnicus et publicanus.

    Decimo episcopi atque aliae ecclesiasticae personae ex officio eis ab omnipotenti Deo concesso tum iure iurando, quo summo pontifici obstringuntur, tum vero ex debito eorum professionis eiuscemodi consiliis interesseb immediate prohibentur.

    Undecimo ex universali huiuscemodi consultatione perfacile conici posset, sicuti et nonnulli Mtis suae propositionem interpretantur, ipsam videlicet status catholicos schismaticorum coetui ascribere eosque ideo schismaticis comparere, quasi vero non nihil erroris apud Catholicos etiam vigeat, quod nullo tum veritatis fundamento usquam reperiri poterit, quandoquidem verae atque avitae Jesu Christi religioni ac sacrae Mti suae infractis animis hucusque adhaeserunt et ad extremum usque spiritum adhaerere persancte constituerunt.

    Quamobrem a Mte sua omni debita reverentia contendatur, quatenus super eius propositione antedicta utriusque partis responsum ac deliberationem speciatim petere non dedignetur.

    ŠVerum ubi articulus hic religionis fuerit absolutus, potest circa reliquos articulos in universali statuum frequentia iunctis communicatisque consiliis publice deliberari.

    «Nr.83 Stellungnahme Nürnbergs und seines Anhangs zur Resolution der schmalkaldischen Verbündeten zur Beantwortung der kaiserlichen Proposition – [Regensburg, 1541 nach April 5, vor April 9] »

    Augsburg StA, Reichsstadt Nördlingen, Münchner Bestand, Lit. 49, unfol. (Kop.); AV v. a. Hd.: Die schrift mit A vermerckt; 2. AV v. 3. Hd.: Der nurmbergischen verwanten verbesserung an der protestanten gestellten antwort.

    Das bedencken unserer gnediger fursten und herrn, auch anderer rethen und potschaften, der religion verwandt, so sy der röm. ksl. Mt. uf ir proposition ubergeben sollen, haben die verordneten meins genedigen herrn Pfgf. Ruprechts etc. und der stett Nurmberg, Nordling, Dinckelspuehel und Gienngen, auch von wegen Winßhaim und Weissenburg, deren gwalt sy haben, ubersehen und befinden erstlich irem bedencken nach, das dise volgende enderung darinnen ze thon sein mocht:

    Nemlich und als im eingang desselben bedenckens gemelt wurdet, wie ksl. Mt. sich bißher zu erhaltung alles fridens gnedigklich ertzaigt etc., unangesehen, das etlich dasselb gern verhindert hetten, und den nachvolgend, das in ainem andern artickl auch gemelt wurdet, das etliche das gesprech zu Wormbs gern verhindert hetten etc., solche bede clausula achten die potschaften und gesandten aus nachvolgenden ursachen zu umbgeen sein, nemlich wa solchs also gesetzt pleiben solt, das villeicht etliche chur- und fursten, der alten religion verwandt, solches uf sy versteen mochten etc. Derhalben dise bede clausulen, weil sie doch der sachen nichtz dienstlich, aber wol mer hinderlich sein mochten, heraussen zu lassen.

    Und als zum dritten, das auch auf solchem gesprech die abwesenden stend, auch frembde nationes etc. der warhait bericht werden etc., gesetzt wurdet, achten die gesandten darfur, das solche worter zur sachen nit hoch dienstlich, sonder vilmer die ksl. Mt. zu ungnaden bewegen mocht, uf maynung, als ob die religionsverwandten, in irer ksl. Mt. erblanden und kunigreichen gern zwispalt zu erwecken, understeen wolten etc. Derwegen es ehe durch dise eroffnung vilmer verhindert dann gefurdert werden sollt.

    Sovil nun die turckenhilf belangt, haben die gesandten im selben artickel enderung gethon, wie in margine zu ersehen ist, und auß nachvolgenden ursachen, nemlichen, das sy aus habenden irer herrn bevelch der turckenhilf halben, uf ainige condition dieselben zu laisten oder nit, sich in keinen weg der gestelten verzaichnus gemeß vernemen lassen, sonder hierin nach gelegenhait diser sachen halben freysteen wollten.

    ŠUnd das auch mundlich begert worden, das sy sich vernemen lassen solten, ob sy nit allein bey uberantwortung diser schriften der ksl. Mt., sonder auch in allen andern handeln, die religion betreffend, neben inen handeln und rathschlagen wolten oder nit etc., dartzu geben die gesandten von irer gnedigen herrn und oberer wegen dise antwort, das sy bevelch derhalben hetten, wisten auch, das iren gnedigen herrn und obern daran kein mißfallen geschehe, nit allein bey uberantwortung diser schriften, sonder auch in allen andern sachen, die religion belangend, uf disem reichstag alles das helfen zu handeln und ratschlagen, das zu Gottes eer und christlicher, guttlicher vergleichung dienstlich und furtreglich sein mage etc.

    Sovil aber die sachen zu widerstand dem Turcken, auch gutte pollecey und ordnung im hl. reich antzurichten, betrifft, haben die stend der christlichen verainigung und verstendnus bißanher nicht weniger, so sy bestendigen friden hetten erlangen mugen und das cammergericht mit seinen unrechtmessigen processen und furnemen wider die verainigten stend dermassen, als geschehen, uber alle abschaffung und verpott euerer [sic!] ksl. Mt. nit beschwert hette, alles dasjhenig mit andern stenden zu thon und zu laisten, das sich gepurt und die notturft erfordert hette, wie sy dann noch uf den fall an inen hinfur keinen mangel erscheinen zu lassen gedencken. Sy, die stend der ainigung und verstendnus, achten aber darfur, das sy zufor und, ehe die religionsach erortert und zu begerter, gutter vergleichung gepracht werde, sich von solchen puncten ires bedenckens nit wol entlich mugen vernemen lassen, dieweil vonnotten ist, solcher vergleichung halben zuvor ain entlich wissen ze haben, an [= ohne] wolche bestendiger frid und ainigkait in teutscher nation nit wol erfolgen oder auch pleiben kann1.

    «Nr.84 Antwort der protestantischen Stände auf die kaiserliche Proposition1 – Regensburg, 1541 April 9 »

    A  Wien HHStA, RK RTA 6, unfol. (Kop.).

    B  koll. Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 2, fol. 32r–39v? (Reinkonz.); DV: Antwürt der stend der religion und protestation uff die ksl. proposition.

    ŠC  koll. Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3? (Kop.); DV wie in B.

    D  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 136, fol. 171r–177v (Kop.); DV fol. 177v: Copei der augspurgischen confession und derselben religionsverwanten stend antwort uff die ksl. Mt. propositz. 1541, den 9. Aprillis.

    Druck: Walch, Bd. 17, Nr. 1362 , Sp. 568–573 (dt. Fassung);Corp. Reform. IV, Nr. 2182, Sp. 156–160 (lat. Fassung).

    Alß eur röm. ksl. Mt. derselbigen eur Mt. und des hl. reichs Kff., Ff., stenden und der abwesenden gesanten rethe und potschaften, alhie auf diesem von eur ksl. Mt. außgeschrieben reichstag versamelt, den funften dieses monats Aprillis ein gnedigst furtragen in schriften thun lassen, darinnen eur ksl. Mt. nach leng ir gnedigst gemuet, willen und naigung, die sie zu gemeinen stenden des hl. reichs und deutscher nation als dem vatterlant tragen, gnedigst angetzaigt, mit vermeldung, wie euer ksl. Mt. von anfang irer regirung je und alleweg zum hochsten begirig gewesen, alles vorzunehmen, zu fordern und ins werckh zu bringen, das dem hl. reich zu ehr, nutz und wolfart gelangen und furnemlich, damit aller zwispalt, irrung und zerruttung zwischen allen stenden aufgehaben, frid, rhue und ainigkeit gepflantzt und erhalten und dem hl. reich deutscher nation in andern iren obligen geholfen werden möcht, mit ferner gnedigster erzellung, was gnedigsten vleis, muhe und arbait eur ksl. Mt. umb forderung eines gemeinen, cristlichen concillii zu hinlegung der zwispaltigen religion angewendet, auch welchergestalt eur ksl. Mt. dem erbfeint cristlichs nhamens, dem Turckenn, nicht allein im reich deutscher nation, sonder der gantzen cristenheit zu gutem widerstandt gethann und warumb eur ksl. Mt. sich aus iren hispanischen erbkonigreichen widerumb in das reich deutscher nation verfugt, auf den baiden gehaltenen tegen zu Hagenau und Wormbs der religion zwispalt Šhalben handlung furnehmen lassen und dann diesen itzigen reichstag anher benennt und außgeschrieben etc.

    Solchs alles sampt eur ksl. Mt. gnedigstema begern, das Kff., Ff. und stende und der abwesenden gesanten rethe und potschaften erwegen, bedencken und beratschlagen wolten, welchermassen berurte zwispalt in unser hailigen, cristlichen religion hingelegt und zu einhelligem, cristlichem verstandt gebracht und verainigt werden mochten, auch waß und wie hirinnen zu handeln, mit angehaftem eur ksl. Mt. gnedigstem bedencken, das auch von widerstandt unsers cristlichen nhamens und glaubens erbfeindts, des Turckenn, und was zu erhaltung fridens, rechtens, guter pollicei, rhue und ainigkeit und anderer notturft und obligen des reichs geratschlagt und gehandelt werden solte etc., haben die stende der augspurgischen confession und derselben religionsverwanten neben eur ksl. Mt. gnedigstem erbietten in aller underthenigkeit angehort und vernohmen.

    Und ist inen, solche eur ksl. Mt. gnedigste erzellung und erinnerung ires gnedigsten willens und gemuets gegen dem reich deutscher nation als dem vatterlandt, auch des gnedigsten vleis, arbeit und mhue, welche euer ksl. Mt. der gantzen cristenheit zu trost und rettung in vilh weg furgenohmen und ertzaigt, antzuhorn und zu vernehmen, ein sonder, underthenige freud gewesen, sonderlich in anfang dieses reichstags (dartzu sie euer ksl. Mt. und dem gantzen reich von Got dem almechtigen zu seinem lob und preiß gluckh, hailh und alle wolfart wunschen), auf das sie sich widerumb gegen euer ksl. Mt. mit underthenigster, geburlicher dancksagung erzaigen und vernehmen lassen mugen. Dann sie haben wolh vermarckt und befunden, das durch euer ksl. Mt. gnedigst neigung gegen dem reich deutscher nation friden und rhue erhaltenb.

    Nun ist aber leichtlich abtzunehmen, wie gantz nutz und gut solcher eurer ksl. Mt. cgnedigster und vetterlicher–c wilh und gemuet zu erhaltung friden und rhue der gantzen deutschen nation gewesen und noch ist, dieweil kain grösser noch schmertzlicher elendt oder ubel sein mag dann krieg und unfriden zwischen verwanten stenden und eines reichs geliddern. Derwegen eur ksl. Mt. diese stende von hertzen underthenigste dancksagung thun, daß sie bißanher solchen beschwerlichen unfriden abwant und rhue in deutscher nation erhalten. Zudem ist diß auch ein vortreffliche thugent, die an einem solchen hohen haupt und kaiser pillich zu loben, das euer ksl. Mt., die eingefallen spaltung der religion durch fridliche mittel und weg hinzulegen und nicht durch gewalt oder thatliche handlung die kirchen in deutscher nation verwusten und zerreisen zu lassen, geneigt. So ist am tag, daß euer ksl. Mt. Italien nicht allein mit hereskraft, sonder auch durch ire gutigkeit und moderation gestillet haben.

    ŠUnd waiß meniglich, daß eur ksl. Mt. zu land und wasser dem erbfeint cristlichs nhamens, dem Turckenn, nicht allein in deutzschen landen, sonder der gantzen cristenheit zum besten trefflichen widerstandt gethan. Und dieweil die stende diese ding also bedencken, mussen sie pillich die gnade und gute des almechtigen preisen und loben, welcher in diesen sorglichen zeiten und leuften ein solch haupt und kaiser dem reich und gemeiner cristenheit zum besten gegeben, der rhue und friden im reich zu erhalten und dem grausamen erbfeint cristlichs nahmens und glaubens, dem Turcken, welcher, von wegen etzlichs siegs zu grossem ubermuet gereizt, abbruch und widerstant zu thun, geneigt ist, darumb sie auch euer ksl. Mt. solcher irer mhue, arbait fhar und anders halben, so eur ksl. Mt. dem reich und gemeiner christenheit zu guttem loblich und nutzlich nicht weniger dann etzliche von den alten, vortrefflichen, berumpten kaisern vorgenomen und gehandelt, underthenigste dancksagung thun, mit underthenigster gluckwunschung, das euer ksl. Mt. ins reich deutscher nation, friden, einigkeit und rhue darinnen zu pflantzen und zu erhalten, glucklich ankommen. Bitten auch Got den almechtigen, daß er seinem gotlichen nhamen zu lob, ehr und preiß, auch zu gemeiner wolfart des reichs euer ksl. Mt. handlung irem furhaben nach zu cristlicher ainigkeit, friden und allem guten schicken und seinen gotlichen segen dartzu verleihen wolte.

    Sovil aber daß angeregte concilium belangt, mugen diese stende mit grunt und gutem gewissen sagen, daß inen nie nichts liebers dgewesen, auch noch nichts liebers–d sein mocht, dann daß von solchen religionsachen in einem cristlichen, freien concilio, in deutscher nation zu halten, cristlich, ordentlich und rechtschaffen geratschlagt und gehandelt werden möcht, dann es ist am tag, daß nicht geringe mißbreuch in der kirchen eingerissen, darob vor dieser zeit viel trefflicher, frommer, guthertziger leut geclagt und derselbigen enderung und besserung begert haben. Und nachdem dieselbigen mißbreuch in den kirchen, diesen stenden zugehorig, in besserung zu richten furgenohmen, ist der vleiß und vorsichtigkeit gebraucht, daß man nichts, so der rechtschaffenen, gemeinen, cristlichen, apostolischen oder catholischen kirchen zuwider und ungemeß, angenohmen, gebillicht oder vertaidingt hat, sondern sie zweiveln nicht, daß die lehre irer confession und religion esei aigentlich die warhaftige lehre gemelter cristlichen, apostolischer oder catholischen kirchen–e. Und haben nicht allein nie kein cristlich erkenntnus derhalben gescheuet, sondern nichts hohers begert, dann daß dieselbige an das liecht gebracht, erclert und erweittert, auf das die ehr unsers herrn Cristi außgepraittet und gepreisset und der selhen hailh bedacht und den gewissen geholfen werden möcht.

    So haben sie auch grosse, wichtige und pilliche ursachen gehapt, daß angesetzt concilium kurtz verschiener jhar zu wegern. Aber nichtsdesterweniger Šwollen sie hie abermals betzeugt haben, daß sie nie keine rechtschaffene, cristliche cognitionf geflohen, dann sie auch die cristliche kirch, welche mit unsers herrn Cristi blut gereiniget, in ehren halten, darinnen daß gotlich worth gelert wirdet und der hailige gaist der cristen hertz und gemuith zu erkenntnus der warheit und, Got dem herrn mit rechten gottesdinsten zu ehren, regirt und laitet. Derhalben sie mitnichten gemeint oder bedacht, die rechten, waren, cristlichen erkenntnus oder cognition zu fliehen, wie auch in vielen gepflogen handlung, die euer ksl. Mt. dieser strittigen religion halben gnedigst haben vernehmen lassen, ire gemuet vermerckt worden, dann sie zu ider zeit geneigt gewesen und noch, antzuzeigen, zu berichten und zu ercleren, waß ir meinung und gemuethg sei in solchem religionhandelh, und tragen keinen zweivel, es hett dieser zwispalt beraitan mogen zu vergleichung bracht werden, so etzliche die sachen nit mer gehindert dann gefordert. Nachdeme euer ksl. Mt. vorhaben und gemuet dohin vermarckt, daß die warheit solte gesucht und ans liecht bracht werden und also ein rechtschaffenne, bestendige, cristliche concordia erfolgen möchte, welchs diese stende euer ksl. Mt. underthenigster meinung darumb antzuzeigen in underthenigkeit bedacht, auf das euer ksl. Mt. gnedigst abtzunemen und zu versteen, daß an inen bißanher an allem dem, so zu cristlicher concordia dinstlich, kein mangel gewesen sei.

    Und dieweil euer ksl. Mt. in obgemeltem furtrag gnedigst begert, die stende wolten erwegen, bedencken und beratschlagen, welchermassen berurter zwispalt der religion hingelegt und zu einhelligem, cristlichen verstant gebracht und verainigt werden mochten, auch was und wie hirinnen zu handeln und furzunemen sei, mit angehengtem und vorgeschlagen eur ksl. Mt. mittel, soferne die stende kein fruchtbarß oder furtreglichers wusten etc., so haben diese stende, euer ksl. Mt. ir underthenigst bedencken darauf zu vermelden, in underthenigkeit nicht underlassen wollen und bewegen diese ding undertheniglich dohin, daß nochmals der best und fruchtbarst weg zu hinlegung solcher strittigen religionsachen sein solte, daß das angefangen gesprech zu Wormbs alhie continuirt wurde, und solchs furnemlich derhalben, damit dieser großwichtigst handel der religion gnugsam durch rede und widerrede erclert und ergrundet werde, daraus ein whare, cristliche vergleichung und reformation der angetzogen mißbreuch zu erlangen, wie dann auch dieser weg hietzuvor bedacht, von eurer ksl. Mt. gnedigst eingereumpt, darauf die handlung zu Wormbs im nhamen des almechtigen angefangen und hieher durch eur ksl. Mt. transferirt worden ist, darumb auch diese stende, solchen weg itzo fur die handt zu nemen, underthenigst bitten.

    Do nun nach solchem gehaptem gesprech eur ksl. Mt. irem gnedigsten vorschlag nach etzliche guter gewissen, ehrliebende personnen, welche, des hl. Šreichs deutscher nation ehr, nutz und wolfart zu fordern, geneigt, in geringer antzall auß gemeinen stenden und deutscher nation, sich ferner auf solch gehapt cristlich gesprech zu underreden, die strittigen artickel notturftiglichen zu examinirn und zu erwegen, auch allen muglichen vleiß furzuwenden, dieselbigen irrigen puncten dem gotlichen wort gemeß zu vergleichen, erwelhen und dieselbigen personnen diesen stenden gnedigst benennen und antzaigen lassen wurden, alßdann wollen sie sich gegen euer ksl. Mt. in demselbigen mit solcher undertheniger und christlicher antwort vernehmen lassen, daraus eur ksl. Mt. zu befinden, das an allem dem, so zu Gottes lob, cristlicher reformation der kirchen, auch zu erhaltung friden und rhue im hl. reich dienstlich und nutzlich, dieser stende halben kein mangel sein soll etc.2

    Sovil aber, die sachen zu widerstandt dem Turcken, auch guter pollicei und ordnung im hl. reich deutscher nation antzurichten, betrifft, haben die stende der cristlichen veraynung und verstentnus bißher nicht gewegert, so sie bestendigen fride hetten erlangen mugen und das cammergericht mit seinen unrechtmessigen processen und furnemen wider die vereinigten stende dermassen, als geschehen, uber alle abschaffung und verpott eur ksl. Mt. nicht beschwert hette, alles daßjhenige mit andern stenden zu thun und zu leisten, daß sich geburt und die notturft erfordert hett, wie sie dann noch auf den falh an inen hinfuro keinen mangel erscheinen zu lassen gedencken. Achten aber sie, die stende der aynung und verstentnus, dafur, daß sie zuvor und ehr die religionsachen erortert und zu begerter, guter vergleichung gebracht werde, sich von solchen puncten ires bedenckens nit wolh entlich mugen vernemen lassen, dieweil vonnotten ist, solcher vergleichung halben zuvor ein entlich wissen zu haben, an [= ohne] welche bestendiger frid und ainigkeit in deutscher nation nicht wolh erfolgen oder auch bleiben kann. Solchs alles haben eurer ksl. Mt. die gemelten stende underthenigst unvermeldet nicht lassen wollen, underthenigst bittend, eur ksl. Mt. wolten solchs gnedigst von inen vermercken etc.

    « Nr. Š85 Stellungnahme des Kaisers zur Antwort der protestantischen Stände auf die Proposition – Regensburg, 1541 April 11 »

    A  Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); DV: Von der ksl. Mt. auf der stende ubergeben antwort weiterer furtrag, auf Montag nach Palmarum ubergeben.

    B  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 21r–22v (Kop.); DV fol. 22v: Ksl. Mt. antwurt, den stenden ubergeben. Actum den 11. April anno 41.

    C  koll. Wien HHStA, RK RTA 6, unfol. (Konz.).

    D  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 136, fol. 241r–242v (Kop.); DV fol. 242v: Schriftlich vortragen oder duplic, von der ksl. Mt. wegen den cristlichen religionsverwanten stenden den 11. Aprilis ubergeben. 1541.

    Druck: Walch, Bd. 17, Nr. 1363 , Sp. 573–574;Corp. Ref. IV, Nr. 2184, Sp. 161–162.

    Die röm. ksl. Mt., unser allergenedigster herr, hat der fursten und andern abwesenden Kff., Ff. und stenden der augspurgischen confession und derselben religionsverwandten räthen, gesandten und pottschaften jungst schriftlich übergeben antwurt [Nr. 84] und anfängclich darin uß sondern gnaden gern gehört, das si irer Mt. jungst geschehen proposition und erzölung mit underthenigen fröuden vernomen, auch irer Mt.a von Gott dem allmechtigen lob, preiß, glück und alle wolfarth wünschen, mit undertheniger dancksagung und erzeigen, wie dieselbig ir antwurt vermag.

    Zum andern hetten sie, die stend, wol vermerckt, wie irer [sic!] Mt., in dem hauptartickel, die religion belangend, handlung furtzunemen, gesinnt, und achten noch gentzlich darfur, das solcher furgeschlagner weg der schleünigst und fruchtbarstb zu ablögung diß artickels sein sollt. Hierumb wer nochmals irer ksl. Mt. gnedigst begern, das sie in dem c(unangesehen, wes sie des colloquiums halben vermeldet)–c irer Mt. dvertrauen und–d willfarn wöllen. Dann ir Mt. sein des gnedigen gemuets und erpietense, solchen furgeschlagnen weg dermassen furtzunemen, dartzu auch solliche personen zu verordnen, darab sie, die stend, irer Mt. versehens gar kein beschwerd haben, sonder spurn und abnemen werden, daß ire ksl. Mt. hierin nichts anders, dann was gemeiner christenheit, sonderlich teutscher nation zu trost, ruw, frid und einigkeit diennen mag, zu suchen und zu furdern begierig. In wölchem irer Mt. sie, die stend, sonder gnedigs und angenemes gefallen thun, auch solchs in sondern gnaden gegen denselbigen in kein vergeß stöllen werden.

    « Nr. Š86 Resolution des Kurfürstenrates zur kaiserlichen Proposition – Regensburg, [1541 April 11]1 »

    Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 69r–70v (Kop.); AV v. a. Hd. fol. 69r: Der churfursten ratschlag uff die keiserliche proposition.

    Der Kard. und Ebf. zu Meintz churfurst, mein gnedigster herr, und der abwesenden churfursten verordente bottschaften und rethe haben der röm. ksl. Mt. gnedige proposition undertheniglichen angehört, dieselben uffs vleissigst erwegen und berattschlagen und nach statlicher ermessung des handels uff wolgefallen und verbesserung anderer des hl. reichs geistlicher und weltlicher fursten und stende, auch der abwesenden bottschaften und rethe fur gut angesehen, der ksl. Mt. anfenglich in aller underthenigsten gehorsam hochsten danck zu sagen ires getreuen, vätterlichen und milten gemuts, so sy gegen dem röm. reiche teutscher nation tragen, desgleichen des gnedigen und embsigen vleis, so ir Mt. nit allein umb erhaltung willen eins gemeinen, cristenlichen concilii, sonder auch zu hinlegung der strittigen religion durch vilfeltige tage und handlung gnediglich furgewendt, darzue der erzelten muhe, arbeit und beschwerlichen costen, so ir ksl. Mt. mitlerzeit der strittigen religionsachen zu widerstandt des Turcken gnediglich dargestreckt, und zuletst, das ir Mt. aller ir konigreiche, landt und leut sachen und gescheft uff ein ort gestelt, sich nit one geferlichkeit in teutsch nation begeben, diesen reichstage außgeschrieben und eigner person gnediglich besuecht hat, wie solchs, nachdem gemeine stendt irer antwurt vergliechen sein, nach lengs angezeigt werden moge. Und darauf di ksl. Mt. in aller underthenigkeit zu pitten, ir ksl. Mt. wolt uff solichem gnedigen willen, keiserlicher zuneigung und getreuen, cristenlichen vleis gnediglich beharren und das hl. reiche und alle stendt desselben, auch diese beschwerliche, obliegende sachen gemeiner teutscher nation in so gnedigem, getreuem, vätterlichem bevelch haben, wie ir ksl. Mt. biß hieher gnediglich und löblich gethan und inmassen gemeine stendt sich solichs zu irer Mt. allweg unzweiffenlich versehen und getröst, auch yderzeit scheinparlich befunden und gespurt haben.

    Was di haubtpuncten solicher proposition betrieft, darin wurdet durch di ksl. Mt. die streittig religion als der hochst last teutscher nation erstlich fur die handt genomen, unzweiffenlich uß gnedigem bedencken, das nach erledigung derselben die andern beschwerungen zu leichter erörterung zu bringen sein. Und weren die stendt gantz undertheniglich geneigt, nit allein zu hinlegung dieser strittigen religion, sonder in allen des hl. reichs sachen ir underthenigst, getreue wolmeynung und bedencken ir ksl. Mt. zu eröffnen. Aber nach erwegung des handels hetten sie befonden, das ir Mt. den sachen mit getreuem Švleys nachgedacht und ein mittel furgeschlagen, wie durch guetliche handlung soliche strittige religion sollt zu cristenlicher vergleichung zu pringen sein, ungezweiffelt, ir ksl. Mt. hetten solichs in erwegung vorergangener handlungen und, was die vergleichung der strittigen religion bißhere verhindert hett, als fur das fruchtbarst und bequembst erwegen und bedacht. Und wollen demnach die stendt inen gefallen lassen, das ir ksl. Mt. mit zeittigem, wolbedachtem rathe ir selbs, auch Kff., Ff. und gemeiner stende etliche personen erwelen und verordnen, zu vergleichung der strittigen religion guetlich zu handeln, doch des augspurgischen abschiedts onebegeben, und sonderlich, das dieselben personen ir ksl. Mt. und gemeinen stenden irer handlung anzeige und bericht thun sollen, sich darauf mit gemeinem rathe nach notturft haben zu entschliessen, wie solichs irer Mt. gnedige proposition ferer außweist, zu dem allmechtigen Gott hoffendt, solicher wege soll zu fruchtbarem endt dieser sachen dienlich und ersprießlich sein.

    Und dieweil man one erledigung diß puncten zu den andern hendeln, in der proposition bestimbt, fueglich nit komen mage, wie ir ksl. Mt. auß vorgeenden handlungen sich gnediglichen zu erynnern, so were im besten erwegen, dieser religionsachen anfenglich anzuhangen und die andern puncten anzustellen. Wo dann di strittige religion vergliechen, wurden etliche der andern puncten selbs fallen, die uberigen aber mochten alßdann mit rathe ksl. Mt. und gemeiner stendt furderlich erledigt werden. Darzue und sonst zu aller der ksl. Mt. und des reichs wolfart wollten sich gemeine stendt alle zeit underthenigst erpotten haben.

    «Nr.87 Stellungnahme der protestantischen Stände zur kaiserlichen Erklärung vom 11. April 1541 – Regensburg, 1541 April 12 »

    A  Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); DV: Der ksl. Mt. Dienstags nach Palmarum [1541 April 12] uberantwortung [sic!].

    B  koll. Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Konz.).

    C  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 19r–20v (Kop.); DV fol. 20v: Der protestirenden antwurt, 12. April anno 41.

    D  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 136, fol. 243r–244v (Kop.); DV fol. 244v: Antwort der augspurgischen confession und derselben religionsverwanten stende, der ksl. Mt. den 12. April zugestelt. 1541.

    Druck: Walch, Bd. 17, Nr. 1364 , Sp. 574–575;Corp. Reform. IV, Nr. 2185, Sp. 162–163.

    Euer röm. ksl. Mt. gnedigste antwurt, aso sie gösterigs tag den stenden der augspurgischen confession und derselben religion verwanten uff ir–a geschehne Šmundtliche und schriftliche anzeigung und bedenckenb gegeben etc., haben dieselbigen stende underthenigst vernomen. Und erstlich, das euer ksl. Mt. solche der stend underthenigste vermeldung so gnedig vermerckt, des thun sie sich gegen euer ksl. Mt. zum underthenigsten bedancken.

    Zum andern, wiewol gemelte stende den weg des gesprechs inhalts irer nechsten derselbigen eurer ksl. Mt. übergeben, cunderthenigstem bedencken–c zu vergleichung der religion fur den bequemesten angesehen haben und noch darfur achten, dieweil aber euer ksl. Mt. iren furgeschlagnen weg nochmals fur bequemer ansehen und gnedigst begern, das die stend eurer ksl. Mt. darinnen vertrauen und willfahren wollten, mit dem gnedigsten erpietten, solchen furgeschlagnen weg dermassen furtzunemen, dartzu auch solche personen zu verordnen, darab dise stend eurer ksl. Mt. versehens gar kein beschwerd haben, sonder spürn und abnemen werden, das euer ksl. Mt., hierinnen nichts anders, dann was zu Gottes lob und gemeiner cristenheit, sonderlich teutscher nation zu trost, ruw, frid und einigkeit diennen möchte, zu suchen und zu furdern, begierig were, domit dann euer ksl. Mt. berurter stende underthenigst willen, gemüet und neigung gnedigst vermercken, das sie irenthalben an allem dem, das so zu erweitterung Gottes lob, christlicher reformation der kirchen und also zu rechter warer, christlicher einigkeit, auch friden und ruw dienstlich, nichts gern wollen erwinden lassen, so seind sie erpietig, eurer ksl. Mt. in dem underthenigclich zu willfahrn und solchen weg auch zu versuchen, der underthenigsten zuversicht, euer ksl. Mt. werden die verordenung der personen irem gnedigsten erpietten nach furnemen, doch das dise handlung unverpündtlich und gleichmessig zu erforschung der warheit und christlicher concordien furgenomen werde und, wo solliche eurer ksl. Mt. furgeschlagne handlung din einem oder mehr puncten–d zu keiner entlichen würckung gereichte, das alsdann dise stende dardurch ein den unverglichnen puncten sich–e des angefangnen, bewilligtenf geprechs zu Wormbs, auch sonst aller anderer irer zuvor geschehnen protestationg, vorbehaltungen und notturft nicht wöllen begeben haben.

    Das haben euerer ksl. Mt. die obgemelten stend dermassen in aller underthenigkeit nicht verhalten wöllen, sich derselbigen zum underthenigsten bevelhende.

    «Nr. Š88 Antwort des Kaisers auf die Stellungnahme der protestantischen Stände vom 12. April 1541 – Regensburg, [1541 April 12]1 »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. E 136, fol. 245r–246v (Kop.); DV fol. 246v: Vertzaichnus, was sich ksl. Mt. in uberantwortung der religionsverwanten stende schriftliche antwort auf irer ksl. Mt. duplic ferner hat vernehmen lassen. 1541.

    B  koll. Stettin AP, AKS I/110, pag. 113–115 (Kop.).

    Die röm. ksl. Mt., unser allergnedigster herr, haben die muntliche geschehene antzaig der fursten und der andern abwesenden churfurst, fursten und stende, der augspurgischen confession verwant, gnediglich angehort, auch die ubergebene schriftliche antwort [Nr. 87] horen lesen. Und befinden ire ksl. Mt., daß gemelte stende irer ksl. Mt. begern nach, die personnen zu der vorgeschlagenen handlung der strittigen religion zu ernehnnen und zu verordenen, bewilligen, doch daß irer Mt. erbietten nach solche verordnung furgenohmen und das die handlung gantz unverbintlich sei etc.

    Nun hetten sich ire Mt. in der ersten proposition vernehmen lassen, waß sie vor personn zu solcher sachen zu verordenen gedechten, und weren noch des gnedigsten erbiettens, solche personnen zu benehnnen und zu verordenen, daran diese stende wolh zufriden sein wurden. Es sei auch irer Mt. gemueth und meinung zu erkundigung der warheit und rechten grundts gericht, auch daß nichts verbintlichs soll gehandelt werden. Und bedancken sich ire ksl. Mt. des underthenigen, guten willens gegen den stenden, der zuversicht, der vorgeschlagen weg soll zu den sachen forderlich sein, mit erbiettung, daß ire Mt. die sachen auch, sovil immer muglich, gnediglich fordern und den stenden solchs weiter vermelden lassen wolten.

    Hirauf ist der ksl. Mt. dancksagung beschehen und, das man der handlung in dem namen deß almechtigen gewertig sein wollte, mit erbietten, waß mit Got und gewissen zu thun, an nichten erwinden zu lassen.

    Die ksl. Mt. wollen sich versehen, die stende werden sich also schicken, daß es zu forderung der handlung diennen mög. Zum andern erbeut sich ire Mt., die handlung forderlich an die handt zu nehmen.

    «Nr.89 Antwort der altgläubigen Kurfürsten und Fürsten auf die kaiserliche Proposition – Regensburg, [1541 April 11/12]1 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 71r–76v (Reinkonz.); AV v. a. Hd. fol. 71r: Der stendt antwort uff die keiserliche proposition.

    ŠB  koll. Wien HHStA, RK RTA 6, unfol. (Kop.).

    C  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 12r–16r (Kop.); ÜS: Der ständt erste antwurt auf die proposition; DV fol. 18v: Der ständt erste und andere antwurt, den 11. und 13. April anno 41.

    D  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 136, fol. 267r–271v (Kop.); DV fol. 271v: Copei der antwort des bebstlichen teils stenden, ksl. Mt. uff ire proposition gegeben. 1541 Regennspurg.

    Druck: Walch, Bd. 17, Nr. 1365 , Sp. 575–578;Corp. Reform. IV, Nr. 2186, Sp. 163–165.

    Der röm. ksl. Mt., unsers allergnedigsten herren, gnedige proposition [Nr. 29] in anfang dis reichstags von wegen irer ksl. Mt. und in derselben personlichen gegenwertigkeit gnediglich furbracht, haben Kff., Ff. und gemeine stende des hl. reichs und der abwesenden pottschaften und rethe (ausserhalb der protestierenden) airs teils–ain aller underthenigkeit angehort.

    Und wiewoll sie der röm. ksl. Mt., unsers allergnedigsten herren, gnedigs, getreu und keyserlich gemutt, so ir Mt. zu dem hl. röm. reiche und allen stenden desselben und sonderlich teutscher nation, unserm gemeinen vatterlandt, tragen, von anfang irer Mt. loblichen regirung bißhiehere in viel wege gespurtb, so haben doch Kff., Ff. und gemeine stende und der abwesenden pottschaften und rethe, wie obgemelt, uß irer ksl. Mt. gnedigen proposition eigentlichen vernomen, mit was gnedigem, getreuen vleis ir ksl. Mt. uff die jungsten zu Augspurg und Regenspurg uffgerichten abschied gnediglich gesuecht, ein gemein, cristenlich concilium zu erlangen, wes verhinderung irer Mt. auch in solichem furgefallen, wie auch daneben ir ksl. Mt. durch allerhandt gepflegte underhandlung und sonderlich uff nechst gehaltnem tage zu Hagenawe durch di kgl. Mt. allen muglichen vleis gnediglich furwenden lassen, diese strittige religionsachen zu cristenlicher einigkeit und vergleichung zu pringen, und sonderlich, mit was costen, muhe und darlegen ir ksl. Mt. in zeit dieser streittigen religion unserm gemeinen veindt unsers cristenlichen glaubens und namens, dem Turcken, widerstandt gethan, unzweiffenlich gemeiner cristenheit und sonderlich dem röm. reiche teutscher nation zu wolfart und guettem, darzue, wie beschwerlich und nachteilig ir ksl. Mt. aller anderer irer konigreiche, landt und leut sachen und gescheft uff ein ort gestelt, dieselben verlassen und sich nit one geringe geferlichkeit in teutsch nation begeben, diesen reichstage außgeschrieben und eigner person gnediglich besuecht hat, mit vorgeender Šerzelung, was treffenlicher ursachen irer Mt. ankunft ein zeitlang verhindert haben, wie solichs in irer ksl. Mt. gnedigen proposition geschicklich und nach lengs vermeldet ist.

    Solichs der ksl. Mt., unsers allergnedigsten herren, gnedigen, getreuen und kaiserlichen gemuts, so sie zu dem röm. reiche teutscher nation allezeit getragen haben und noch, und sonderlich alles nach lengs erzelten, gnedigen, furgwendten vleis sagen Kff., Ff. und gemeine stende und der abwesenden botschaften und rethe irer ksl. Mt. in aller schuldigen, underthenigen gehorsam hochsten und ewigen dancke, des underthenigsten erpiettens, soliche ire Mt. gnedige zuneigung, so sie zu dem hl. röm. reiche teutscher nation tragen, auch iren getreuen vleis, uffgewendten costen und arbeit in aller underthenigkeit uber schuldige pflicht zu verdienen und darinen nichts zu underlassen, was zu erhaltung irer Mt. und des hl. reichs reputation, eher und wolfart dienlich sein magec. Und ist daruff gemeiner stendt und derselben pottschaften und rethe underthenigst pitt, ir ksl. Mt. wollten uff solichem gnedigen willen, keyserlicher zuneigung und getreuem, cristenlichem vleis, weliche ire Mt. bißhiehere one underlaß furgewendt, gnediglich beharren und das hl. reiche und alle stendt desselben, auch die beschwerlichen obligen teutscher nation in so gnedigem getreuem, vätterlichen bevelch haben, wied gemeine stendt sich solichs zu irer Mt. allwegen unzweiffenlich versehene, dester meher werden fsie in underthenigkeit willig sein, sich–f gegen irer Mt. gepurlicher gehorsam uber schuldige pflicht, wie pillich ist, alle zeit befleissigen.

    Ferner haben gemeine stendt und der abwesenden botschaften und rethe, wie obgemelt, di hauptpuncten, in der keyserlichen proposition bestimbt, mit getreuem vleis beratschlagt und erwegen und vermercken, das ir ksl. Mt. den zwispalt unser heiligen religion erstlich fur di handt genomen als nit den geringsten last und beschwerung teutscher nation, sonder zweiffel uß gnedigem bedencken, wo der hochsten, untreglichen beschwerung durch verleihung gotlicher gnaden abgeholfen, das volgends viel dest leichter in andern des hl. reichs obliegenden sachen mit gemeinem rathe und zuthun ir ksl. Mt. und des hl. reichs stendt einmutiglich mocht gehandelt und, was di unvermeidlich notturft erfordert, statlichen und nutzlichen beratschlagt und beschlossen werden. Und erkennen sich gemeine stendt und der abwesenden potschaften und rethe, wie gemelt, in aller underthenigkeit schuldig, der ksl. Mt. nit allein in dieser strittigen religion, sonder in allen des hl. reichs obliegenden beschwerungen yederzeit ir getreu wolmeynung und bedencken zu eroffnen, wie sie uff hievor Šgehalten reichstagen undertheniglich gethan und, hinfur zu thun, in schuldiger gehorsam urputtig sein.

    Wes aber di strittigen [sic!] religion betriefft, befinden gemeine stendt und der abwesenden pottschaften und rethe, das ir Mt. diesem beschwerlichen handel mit getreuem vleis nachgedacht und ein mittel furgeschlagen, wie durch gutliche underhandlung etlicher personen, so darzue sollten erwelt werden, der zwispalt unser heiligen religion mocht zu cristenlicher einigkeit und vergleichung zu pringen sein. Und dieweil sie in keinen zweiffel setzen, ir ksl. Mt. hab solich mittel mit dapfern, statlichem, zeittigem rat erwegen und bedacht und solichs in gnediger erwegung vorergangener handlungen, waran es yderzeit gemangelt und wes di vergleichung der strittigeng religion bißhere verhindert het, auß getreuem, gnedigem, keiserlichen gemutt als fur das fruchtbarst und bequembst gnediglich furgenomen, so wollen inen demnach Kff., Ff. und gemeine stendt und der abwesenden pottschaften und rethe, wie gemelt, in underthenigkeit gefallen lassen, das ir ksl. Mt. mit zeittigem, wolbedachtem rathe, hwissen und willen der–h Kff., Ff. und gemeiner stendt etliche gueter gewissen, eher- und friedtliebende personen, di, des hl. reichs teutscher nation eher, nutz und wolfart zu furdern, geneigt, in geringer zalle auß gemeinen stenden und teutscher nation erwelen und verordnen, di strittigen artickel der religion notturftiglich zu examinieren und zu erwegen, auch allen muglichen vleis furzuwenden, dieselben zu cristenlicher einigkeit und vergleichung zu pringen, doch des jungsten augspurgischen reichsabschiedts unbegeben. Und sonderlich, das dieselben erwellten personen aller irer handlung, darin sie nichts entlich willigen sollen, ksl. Mt. und gemeinen stenden eigentliche anzeige und bericht thun, sich darauf mit gemeinem, zeittigem rathe nach notturft haben zu vergleichen und zu entschliessen, wie solichs irer Mt. gnedige proposition ferer außweist und vermage. Hoffen die stende und der abwesenden botschaften und rethe zu dem almechtigen, durch solichen irer Mt. gnedigen furgeschlagen wege soll di strittige religion zu cristenlicher einigkeit und vergleichung zu pringen sein, ir Mt. und dem hl. reiche zu ruhe, frieden und aller wolfart.

    Wes den widerstandt unsers gemeinen veinds cristenlichs glaubens und namens, des Turcken, und andere nottwendige artickel, in der proposition bestimbt, belangt, haben Kff., Ff. und gemeine stendt des hl. reichs keinen zweiffel, ir ksl. Mt. wiß uß hochverstendigem, keyserlichem gemutt und vorergangenen handlungen etlicher reichstege gnediglich abzunemen, das in solichen sachen vor erledigung der strittigen religion fruchtbarlich nit gehandelt werden möge, derwegen gemeine stendt und der abwesenden pottschaften fur nutz und gut undertheniglich erwegen, soliche sachen noch zur zeit in ruhe zu stellen. Wo dann di strittige religion, wie zu dem allmechtigen zu hoffen, zu cristenlicher einigkeit und vergleichung gelangt, wurden etliche von gemelten puncten selbs Šfallen. Die uberigen aber mochten alßdann mit rathe ksl. Mt. und gemeiner stendt desto statlicher und zu mererm nutz und wollfart des hl. reichs erledigt werdeni. Wes darin Kff., Ff. und gemeine stendt, wie gemelt, ir ksl. Mt. und dem hl. reiche zu eher, nutz und guettem handeln und schliessen helfen mögen, des und sonst zu aller anderer irer Mt. und des hl. reichs wolfart wollen sie sich hiemit in aller underthenigkeit und gehorsamlich erpotten haben, mit underthenigster pitt, soliche antwort von inen gnediglich anzunemen und ir allergnedigster herr zu sein und zu pleiben2.

    «Nr.90 Antwort der altgläubigen Reichsstädte auf die kaiserliche Proposition – Regensburg, 1541 April 121 »

    A  Wien HHStA, RK RTA 6, unfol. (Kop.); DV: Etlicher stett antwort auf das ksl. furtragen zu Regenspurgk anno 41.

    B  koll. Colmar AM, AA 75, 63, unfol. (Kop.).

    C  koll. Lindau StadtA, 63, 11, fol. 21r (Kop.).

    D  koll. Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 240r–240v (Kop.); DV v. a. Hd. fol. 240v: Der bäpstischen stette antwurt ksl. Mt. geben.

    Euer ksl. Mt. furtrage [Nr. 29], den sie am jungsten den stenden deß hl. reichs thun und in schriften uberantworten lassen, haben wir in aller underthenigkait und darauß gnugsam vernomen, mit was gnedigistem fleiß, treuen und vatterlich gemuta sich dieselb euer ksl. Mt. von der zeit deß nechst alhie zu Regenspurg gehaltennen reichsdags bishere fur und fur beflissen und bearbait, darzu auch noch deß genaigten willens sei, furnemblichen in der spaltung unserer christlichen religion und dann auch sunsten im hl. reich teutzscher nation fride, recht und ainigkait aufzurichten und zu erhalten, daß wir uns dann Šnit allein fur unser person, sonder auch von wegen unserer obern gegen eurer ksl. Mt. zum underthenigsten bedancken.

    Domit aber nun euer ksl. Mt. hinwider auch unserer herschaften und unsern schuldigen und billichen gehorsam herinnen spurn, erkennen und vermercken, so haben auf eurer ksl. Mt. bevelch wir fur unß selbs den gedachten iren furtrage erstlichen in dem, wie und welchermassen die strittigen artickel der religion examinirt, auch zur vergleichung und ainigkait gepracht werden sollen, fur die handt genomen, auch mit allem fleiß berathschlagt und erwegen und wissen denselben in nichten zu verandern, sonder lassen unß eurer ksl. Mt. maynung in demselbigen durchauß gefallen.

    Dann die andern nachfolgenden artickel als die hilf wider den erbfeint unsers heiligen, christlichen namens und glaubens, den Durckhenn, auch die pollicei und anderß betreffen seint wir anstat und von wegen unserer obern urputig, neben andern stenden auch an unß nichts erwinden zu lassen, allein, dweil dieselben unsere hern hievor mit deß reichs hilf und anschlegen uber ir vermogen vil zu hoch belegt und ubersetzt seint worden, das solchs bedacht und in demselben der gepür auch ringerung furgenomen werde und beschee. Das wolten eurer ksl. Mt. wir auß schuldiger gehorsam in aller underthenigkait unangezaigt nit lassen und thun unß derselben hiemit underthenigst bevelhen.

    Euer ksl. Mt. underthenigsten und gehorsamen der nachbenanten stett gesanten: Colln, Metzsb, Hagenaw und Colmar, dise baide mit bevelch der stett der landtvogti Hagenawe, Tull, Rotweil, Schwebisch Gemunde, Schweinfurtc, Schwebischen Werde, Wimpffenn und Regenspurg.

    «Nr.91 Zweite Stellungnahme der altgläubigen Kurfürsten und Fürsten zum Kolloquiumsplan des Kaisers – Regensburg, [1541 April 13]1 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, 77r–78r (Reinkonz.); AS fol. 77r: Diese antwort ist ksl. Mt. muntlich furgetragen, disem concept gemeß.

    ŠB  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 17r–18v (Kop.); ÜS fol. 17r: Der stände andere antwurt; DV fol. 18v: Der ständt erste und andere antwurt, den 11. und 13. April anno 41.

    C  koll. München HStA, Kasten blau 271/1, fol. 45r–46r (Kop.).

    D  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 136, fol. 272r–273v (Kop.); DV fol. 273v: Copei des bepstlichen tails Kff., Ff. und stend duplic, der ksl. Mt. den 14. Aprillis uberantwortet.

    Druck: Corp. Reform. IV, Nr. 2187 , Sp. 165–166.

    Wie gnediglich di röm. ksl. Mt. unser allergnedigster herr begert hat, irer Mt. die erwelung der personen, so zu hinlegung der strittigen religion sollen verordent werden, undertheniglich heimzustellen und irer Mt. hierin zu vertrauen, das haben Kff., Ff. und stende des hl. reichs und der abwesenden pottschaften ausserhalb der protestirenden von iren verordenten, so ir ksl. Mt. gesterigs tags ir antwort undertheniglichen ubergeben, gehorsamlich vernomen, mit angeheftem gnedigem, keiserlichem erpietten, wie inen solichs nach lengs referirt und angezeigt ist. Und bedancken sich anfenglich Kff., Ff. und gemeine stendte, auch der abwesenden pottschaften und rethe solichs gnedigen, keiserlichen und geneigten gemuts, so sie zu dem hl. reiche teutscher nation spuren, mit underthenigem vleiß. Wo sie solichs uber schuldige gehorsam gegen irer Mt. wissen undertheniglich zu verdiennen, darzue weren sie alle zeit zum hochsten begirig und willig. Und bitten daneben in aller underthenigkeit, ir ksl. Mt. wollen di ubergeben antwort keinswegs dahin versteen, als sollten gemeine stendte an irer Mt. in dieser zwispeltigen religionsachen einichen zweiffel tragen, dann solichs ir gemutt gar nit gewest, hetten auch des in ansehung irer ksl. Mt. bißhere gesuechten, getreuen vleis und des keiserlichen, gnedigen erpiettens nit ursach. Dieweil aber ir ksl. Mt. in dieser strittigen religionsachen gemeiner stendte getreuen rathe begert, so hetten sie sonderlich erwegen, das bißhere im hl. reiche gepreuchlich herkomen, wo dergleichen und geringer sachen zugefallen, das darzue gemeine stendt jederzeit verordent hetten, das auch gemeine stendt der personen, so zu hinlegung dieser strittigen religion dinlich, vor andern kundig und derselben gelegenheit wissen mochten, der ursachen und keiner andern gestalt solich ir underthenig, getreu bedencken an irer Mt. undertheniglich gelangt were.

    Aber, des alles unangesehen, wollten Kff., Ff. und gemeine stendt und der abwesenden pottschaften, wie gemelt, ir ksl. Mt. undertheniglich heimstellen, die personen zu vergleichung der strittigen religion nach irer Mt. gefallen zu erwelen, mit underthenigster pitt, inen soliche personen zu benennen und anzuzeigen, ob villeicht dieselben ader sachen nit furderlich oder dinlich–a mochten befunden werden, solichs ir Mt.b berichtsweiß und zu underthenigster Šerinnerung zu eröffnenc, allein zu furderung der sachen und zu erledigung dieses hochbeschwerlichen lasts teutscher nation. dDoch das–d die geordenten personen in dieser hochwichtigen sachen nichts entlichs handeln noch bewilligen, sonder irer Mt. gnedigen proposition gemeß aller irer handlung der ksl. Mt., auch Kff., Ff. und stenden notturftige relation thun, sich darauf mit einmuttigem rathe haben zu vergleichen und zu entschliessen.

    «Nr.92 Gutachten über zeremonielle Rechte der Kurfürsten – [Regensburg, 1541 April 16]1 »

    Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 79r–82v (Reinkonz.); AV fol. 79r: Ratschlag churfursten freiheit betreffendt.

    Nachdem di churfursten und der abwesenden bottschaften sich vergliechen, die ksl. Mt. undertheniglich zu bitten, gnedigs insehens zu haben, das die churfursten und ire pottschaften an iren ordenlichen session, procession und standt durch den bebstlichen legaten oder jemandts anders nit verhindert, sonder darbei nach inhalt und außweisung der gulden bullen pleiben mögen, so haben sie daneben bedacht, wo villeicht die ksl. Mt. dagegen furwenden wolt, das der bebstlich legat nit fueglich außzuschliessen oder das die gulden bull zwischen den churfursten eigner person und iren bottschaften ein underschiedt machen soll, solichs durch nachvolgende ursachen abzuleinen:

    Anfenglich gibt die gulden bull lauter und klare maß, wie die churfursten, geistlich und weltlich, aals ein teil des keiserlichen leibs, auch seul und grundfesten des hl. reichs–air sessionbin gegenwertigkeit eins röm. keisers oder konigs haben sollen, deßgleichen wie es in der procession und an allen andern stetten und sachen, ein jeden keiserlichen hoffe belangendt, soll gehalten werden, mit außgetruckten worten anzeigendt, das sie soliche ire ordnung und wei[ß]unwandelbarlich halten sollen, es sei geendt, steendt, sietzendt oder, wie das Šwere, also das kein ander furst, welicherlei wesen, wirdigkeit oder ehern [sic!] der angesehen, inen mitnichten soll furgesetzt werden.

    Dieweil nun solich ordnung unwandelbarlich oder ungeendert pleibt, so muß von notten volgen, das niemandts, was standts der sei, csich intringen und–cdie churfursten an obgemelter irer ordnung verhindern solle, wie dann solichs die angeheften wort ercleren, das inen kein furst, welicherlei wirdigkeit der were, sollt furgezogen werden.

    Dann so jemandts, was standts der were, gestatt wurde, under den churfursten zu sitzen oder zu geen, so khondt di ordnung der gulden bull unwandelbar und ungeendert nit besteen, dann, was unwandelbar und ungeendert bleiben soll, muß auch in seiner ordnung unverruckt gehalten und kan dem zuwider niemands hohes oder gerings standts zugelassen werden. Sonst must von nott wegen durch ein und den andern inbruch die guldin bull in zerruttung und abfall komen.

    Solichs aber zu verhuetten, hat Ks. Karl der viert, hochloblicher gedechtnus, loblich geordent, das di bull nit allein unwandelbarlich pleiben, sonder das auch ainem Kg. von Beheim dals churfurst des hl. reichs–d keine konig, welicher wirdigkeit die weren, sollen furgesetzt werden.

    Dieweil nun dem Kg. von Beheim kein konig furgesetzt werden sollee, so kan auch nit geschlossen werden, das andere konig oder jemandts anders den churfursten sollen furgesetzt werden, soviel di verhinderung und obgemelte ordnung der gulden bull betriefft.

    fZudem gibt die guldin bull mit lautern worten, das ein romische keiserin gleich dem Kg. von Beheim nachvolgen soll, ungezweifelt der ursachen, damit di churfursten an obgemelter ordnung nit verhindert werden. Dieweil nun ein romische keiserin und augusta imperii sich wider gedachte ordnung nit intringen, sonder dem Kg. von Beheim, welcher dise ordnung beschleußt, nachvolgen soll, so kan auch sollichs nimands anders, wes hohen stands oder wesens der sei, gepuren noch zusteen, in ansehung, das diese ordnung ein romische keiserin und augustam imperii außschleußt und ir ausserhalb derselben ein sondere stat verordent–f. Vielweniger mage solichs den bottschaften, was herkomens di sein, gestat werden, dieweil sie billich geringer zu achten dann dijhenigen, so sie geschickt haben.

    Und wurdet solichs durch den herbrachten geprauch, nach aufrichtung der gulden bullen bißhiehere unwandelbarlich gehalten, gnugsam erclert, wie der bei den alten, so solichs bei iren zeitten gesehen, in keinen zweiffel mage gezogen werden. Im fall aber, das darfur geacht, es sollt mit den churfursten aigner person anders gehalten werden, dann so sie ire potschaften schicken, Šsolichs mage auch in keinen zweiffel gezogen werden, sonder wurdet durch den herbrachten gebrauch die gulden bull hierin eigentlich erclert, dergestalt, das die churfursten botschaften in gegenwertigkeit eins romischen keisers oder konigs anstat der churfursten werden zugelassen, steendt, geendt oder sietzendt ausserhalb des tisch, wie die gulden bull davon meldung thuet. Solichs ist durch den gebrauch so offenbar, das daran niemandts zweiffeln mage.

    Und des zu merer becreftigung so gibt di gulden bull, das auch der churfursten potschaften in der whall eins khunftigen konigs sollen angenomen werden. Dieweil nun an dem hochsten churfurstlichen gescheft, die erwelung eins cristenlichen haubts betreffendt, die pottschaften unzweiffenlich zuzelassen sein, mit was fuegen mogen sie dann in mindern und geringern ausgeschlossen werden.

    Zudem gibt die guldin bull die erclerung selbs dergestalt, das uß furgefallen verhinderungen die churfursten ire potschaften zu dem keyserlichen hoff schicken mogen, die auch angenomen werden sollen, doch das sie an dem tisch oder stul nit sietzen als dijhenigen, so sie gesandt haben.

    Dieweil nun di potschaften nit anders dann am tisch sollen außgeschlossen sein, so muß auch volgen, das sie in allen andern sachen und gescheften des keyserlichen hoffs sollen angenomen und zugelassen werden, wie dann solichs durch herbrachten gebrauch, wie hievor erzelt, abermalls gnugsam erclert und angezeigt ist.

    gWiewol auch die churfurstlichen botschaften von dem tisch, wie gemelt, außgeschlossen werden, so kan doch der ursachen nimands, was hohen stands oder wesens der sei, gepüren, sich an die churfurstlichen tisch zu tringen, vil weniger mogen frembde botschaften an solhen tischen zugelassen werden, dieweil die churfurstlichen botschaften, welhe ire gnedigste herrn representiren, sich derselben enthalten sollen–g.

    Und wurdet hie widerumb erhöllt, dieweil die gulden bull unwandelbarlich und ungeendert soll gehalten werden, so muß auch den churfurstlichen potschaften, so ire herren representiren, nit allein kein pottschaft, von wem die ges[andt], sonder auch niemands anders, was standts der were, verhinderung und intrag thun oder inen furgesetzt werden in den fellen, so inen, den churfurstlichen potschaften, die gulden bull und herbrachter gebrauch zugeben, hdan on das wurden nit allein die churfursten und ire botschaften an irer ordnung verhindert, sonder auch durch andre zuletzt understanden, di keiserlichen zeichen und insignia zu tragen dem inhalt der guldin bull zuwider und zu entlicher zerruttung derselben–h, wie diese und andere meher bestendige grundt und ursachen nach vleissiger besichtigung und erwegung der gulden bull zu erhaltung derselben, auch der churfursten praeeminentz, freiheit und Šherkomen iim fall, so es di notturft erfordert–i, statlich wol mogen furgewendt werden.

    Und ist hierin aller vleis furzuwenden, das dem ersten inbruch nit raum oder statt gegeben, dann dardurch werden di, so khunftiglich gesuecht, desto leichter abzuwenden.

    «Nr.93 Erklärung des Kaisers zur Nomination der Kolloquenten – Regensburg, 1541 April 20/211 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 83r (Kop.); AS fol. 83r: Ernennung der personen durch ksl. Mt.

    B  koll. Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); DV: Benennte personen, von röm. ksl. Mt. zu dem gesprech furgeschlagen und durch Hg. Friderichen Pfgf. uberantwortet in beywesen anderer irer Mt. raiht uff Mittwoch, 20. Aprillis anno 41.

    C  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 23r–23v (Kop.); DV fol. 23v: Ksl. Mt. schrift, darin gemelt und furgeschlagen werden die sechs person, so sich in der streitigen religionsachen miteinander undterreden sollen. Actum, den 21. April anno 1541.

    Druck: Walch, Bd. 17, Nr. 1366 , Sp. 578; Corp. Reform. IV, Nr. 2199, Sp. 178–179.

    ŠDie röm. ksl. Mt., unser allergnedigister her, auf irer Mt. gethane proposition und der Kff., Ff. und stenden, auch derselbigen botschaften beschehen bewilligung, in der religionsachen further zu schreiten, haben ditzmals hiernach verzaichnete personen erwelt und verordnet, nemblich H. Julium Pflueg, Dr. Johann Eckh2, Dr. Johann Gropper, Philippum Melanchthonem, Martinum Bucerum3 und Johannem Pistorium, welche die streitigen artickeln gemelter religion nach inhalt gedachter proposition und bewilligung examiniren und erwegen, wie die zu vergleichen, und alsdann irer Mt., Kff., Ff. und stenden des anzaigung und bericht thuen sollen, sich solchem anzaigen und bericht nach, was zu gemelter vergleichung guet und dienlich sein mag, ferrer zu entschliessen.

    Es wellen auch ir ksl. Mt., wo es vonnötten, einen fursten zu presidiren verordnen4, damit bey und zwischen den benanten personen in irer communication dest fridlicher und richtiger ordnung gehalten werde5.

    «Nr. Š94 Eingabe der protestantischen Stände an den Kaiser – Regensburg, [1541 April 22]1 »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. E 140, fol. 285r–286v (Kop.); DV fol. 286v: Copei der nebenschrift an ksl. Mt. mit uberreichung der verordenten diß teils theologen schreiben an die stende der augspurgischen confession verwanten. 1541.

    B  koll. Berlin GStAPK, I. HA Rep. 10 Nr. B 2 Fasz. B, fol. 38r (Kop.).

    C  koll. Hannover NLA, Celle 1 Nr. 20II, fol. 355r (Kop.).

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,1, Nr. 43 , S. 60;Walch, Bd. 17, Nr. 1368, Sp. 580–581;Corp. Reform. IV, Nr. 2201, Sp. 181–182.

    Eur ksl. Mt. benehnnung der sechs personnen zu vorstehender religionhandlung haben wir forders tags in aller underthenigkeit entpfangen und zu forderung der sachen die drei benenten personnen dieses tails beschicken und an sie gnediglich und freuntlich gesynnen und begern lassen, sich solcher handlung euerer ksl. Mt. begern nach underthenigst zu beladen, welche uns mit antwort, wie euere ksl. Mt. aus beigelegter schrift2 gnedigst vernemen, begegent3.

    Dieweil wir nun solch ir bitten und suchen euerer ksl. Mt. gemuet und vorgenomener handlung nicht allein nicht entgegen, sonder auch demselbigen gemeß und den sachen zu grundlichem bericht und vergleichung derselbigen Šforderlich und dienstlich achten, so haben wir nicht underlassen mogen, euerer ksl. Mt. solches in underthenigkeit antzuzeigen, eur ksl. Mt. underthenigst bittend, solchs gnedigst von uns zu vermercken etc.

    [Beilage:] Eingabe der Theologen Philipp Melanchthon, Martin Bucer und Johannes Pistorius an die protestantischen Stände, Regensburg, o. Datum [1541 April 22]

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. E 140, fol. 283r–284v (Kop., lat. Fassung).

    B  koll. Straßburg AM, AA 496, fol. 84r–85r (Kop.).

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,1, Nr. 42 , S. 58–59 (aus anderer Provenienz);Corp. Reform. IV, Nr. 2200, Sp. 179–181.

    Audivimus proponi nobis eorum nomina, qui delecti sunt ad deliberationem de controversiis ecclesiasticis. Ut autem filius dei, liberator noster, iam mortem aditurus rogavit patrem his verbis ‘Pater sanctifica eos in veritate, sermo tuus est veritas’, ita nos ad huius nostri pontificis preces vota nostra adiungimus et oramus deum, patrem domini nostri Iesu Christi, qui pro nobis victima factus est, ut regat haec consilia de dogmatibus. Optamus enim et ipsi toto pectore concordiam in ecclesia piis et veris modis constitutam.

    Quod vero ad delectum attinet, etsi invictissimi imperatoris augusti, domini nostri clementissimi, voluntati praesertim rem tantam bono studio instituendi non deesse nostra opera debet, tamen praemetientes animo huius deliberationis difficultates et pericula hoc tantum onus imponi aliis magis idoneis mallemus. Etsi enim res ipsae, de quibus agitur, non sunt obscurissimae iis, quibus ecclesiae antiquitas nota est, tamen voluntates quorundam nobis cognitae sollicitudinem nostram augent. Sed si non impetramus, ut delectae personae mutentur, parendum est scilicet necessitati et rogamus, ut, cum diligentiam, fidem, modestiam, simplicisa veritatis amorem, odium contentionis et sophistices, denique etiam studium concordiae, candorem et epieikian ad explicationem rerum attulerimus, ne quis nos defuisse officio nostro existimet.

    Cum enim invictissimus imperator in ea responsione, in qua nominantur delecti, diserte dicat velle se examinari controversias, satis ostendit, ut decet tantumb principem et tanta gravitate praeditum velle se non fucosas aut flexiloquas conciliationes fieri, quae non sunt durabiles, sed veritate patefacta concordiam constitui gratam Deo, in qua pariter omnes ecclesiae vera fide deum invocent et colant. Huic rei sancte testamur nos non defuturos esse.

    Deinde reverenter oramus, ut invictissimus imperator augustus addat aliquos tum suos consiliarios tum alios bonos viros ipsius iudicio delectos utrinquec, ut Šet ipsi caesareae maiestati et principibus et ordinibus utriusque partis hae tantae res integre et vere recitari possint, ut postulat negotii magnitudo.

    Res per sese periculosa est tam paucorum deliberationi haec tanta negotia committi. Etsi enim potestatem decernendi non habent, tamen aliquam vim habent haec qualiacunque praeiudicia.

    Existimamus nos nec absurdam nec iniquam nec difficilem rem petere. Cum enim huius deliberationis spectatorem habeamus patrem caelestem, filium Dei et sanctos angelos, cur non etiam aliqui honesti et boni viri veritatis et concordiae amantes interessent, qui principibus et ordinibus in utraque parte acta referant.

    Haec ut invictissimo imperatori augusto, domino nostro clementissimo, reverenter exponatis, oramus, quem ut servet et gubernet Deus, pater domini nostri Iesu Christi, ex animo precamur. Philippus Melanchthon, Martinus Bucerus, Joannes Pistorius.

    Ad principes et status in augustana confessione coniunctos.

    Dt. Übersetzung der Beilage:Eingabe der Theologen Philipp Melanchthon, Martin Bucer und Johannes Pistorius an die protestantischen Stände – Regensburg, [1541 April 22]

    Weimar HStA, EGA, Reg. E 140, fol. 280r–282v (Kop.); DV fol. 282v: Copei der theologen schrift an die religionsverwanten stende, das etzliche auß ihnen der deliberation und handlung beywohnen wollen etc.

    Druck (einer anderen Übersetzungsvariante): Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,1, Nr. 43 , S. 60–62;Walch, Bd. 17, Nr. 1367, Sp. 578–580.

    Wir haben gehort, wie man uns angezeigt hat, die namen dere, die do gewelet sind, zu beratschlahen die zenckischen kirchensachen. Aber gleich wie unser heiland und seligmacher Gottes Sohn, do er itzt sterben wolte, den vater bat mit disen worten ‚Vater, heilige sie in der warheit, dein wort ist die warheit‘ etc., also thun wir unser gebete auch zu disem unsers hohen priesters gebete und bitten Got, den vater unsers hern Jesu Christi, der fur uns zum opfer gemacht ist, das er disen rathschlag und furnemen von der lere regiren, leiten und furen wolte. Denn auch wir selbs wunschen und begeren von gantzem hertzen, das eine rechte, bestendige einikeit in der kirche durch rechtschaffene, christliche mittel und wege gemacht und aufgericht werde.

    Was aber die wahl belanget, wiewol wir den willen des unuberwindlichsten keisers, unsers allergnedigsten hern, sonderlich, weil sein Mt. ein solche grosse, wichtige sache guter meinung furnimpt, in aller untertenickeit nach unserm vermugen gerne leisten wollen, doch weil wir bey uns bedencken und betrachten die difficulteten und fahr dises rathschlages und handels, wolten wir lieber, das solche burde andern, die darzu bas gschickt und tuchtig sind, aufgelegt wurde; denn wiewol die sachen, darvon gehandelt, nicht so gar schwer sind, Šdenen der kirchen antiquiteten bewust und bekant sind, doch vermehren unsere sorgfeltigkeit etzlicher leute gemute und willen, so uns bekant sind, nicht wenig.

    Aber weil wir nicht erlangen konnen, das die geweleten personen mochten geändert werden, mussen wir der not gehorchen und bitten, das, wan wir vleis, treu, bescheidenheit, liebe zur einfeltigen warheit, has zu zcancken und zur sophisterey, auch vleis zur einikeit, aufrichtickeit und alle billickeit furgewandt haben, solche sachen zu expliciren und richtig zu machen, das uns niemand verdechtig halten und dencken wolte, als hetten wir unserm ampte, wie uns gepurt, nicht gnug gethan. Denn weil ksl. Mt. in der antwort, in welcher die geweleten personen genant werden, mit claren, deutlichen worten saget und anzeiget, er wolle das die zenckischen sachen examinirt und verhert werden, domit zeiget er an, wie denn einem solchen grosmechtigsten fursten gepuret, das er nicht wolle, das eine getichte conciliation und geschmuckter vertrag, den man hin- und herbeigen und deuten konte, gemacht, welcher nicht bestendig nach wehrhaftig ist, sondern, wo die warheit offenbaret und an tag bracht ist, das eine concordia aufgericht werde, die Got gefellig ist, domit alle kirchen Gott im rechten, waren glauben eintrechtig anruffen und dienen, zu diser heiligen sache bezeugen wir, das wirs an uns nicht wollen mangeln lassen.

    Zum andern bitten wir unterteniglich und dienstlich, das ksl. Mt. uns wolte etzliche beide von iren rethen und andere frome leute, so von beiden teilen mit seiner Mt. erkentnis darzu gewehlet, zugeben, auf das irer Mt., fursten und stenden beiderlei parten solche grosse sachen mugen gantz volkomen und rechtschaffen referirt und wider angezeigt werden, wie diser grosser handel foddert. Es ist an ihm selbs fehrlich, das solche grosse hendel so wenig personen zu beratschlahen vertrauet und bevolhen werden, denn ob sie gleich nicht macht nach gewalt haben zu schliessen, doch haben solche preiudicia und vorurteil, sie seien nu wie sie wollen, etzlicher mas ein ansehen und kraft.

    Wir versehen uns und hoffen, das wir nichts unbilliges nach schweres bitten, denn weil der himelische vater, Gottes sohn und die heiligen engel dise unsere deliberation und handelunge sehen und anschauen, warumb solten nicht auch etzliche ehrliche und frome leute, die die warheit und einikeit lieb haben, darbey seien, welche den fursten und stenden von beiden teilen die acta referiren. Bitten unterteniglich und dienstlich, ir wellet solchs ksl. Mt., unserm allergnedigsten hern, furtragen und anzeigen, welchen Gott, der vater unsers hern Jesu Christi, wolte erhelten und regiren. Das bitten wir von hertzen4.

    «Nr. Š95 Themenkataloge und Teilnehmerlisten zum Religionskolloquium – Regensburg, 1541 April »

    I. Liste der Beratungsartikel für das Regensburger Religionskolloquium und Liste der Teilnehmer1– Regensburg, o. Datum2

    Karlsruhe GLA, 50 /53, unfol. (Kop.).

    Ausz.: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,1, Nr. 53 , S. 78.

    Nachvolgender artickel halb sollen sich die geordneten delegaten underreden und vergleichen:

    Vom sacrament des altars.

    Von der geistlichen und des babsts gewalt.

    Von dem opfer der meß.

    Von den besondern oder winckelmessen.

    Von der munch versprechungen und gelubdten.

    Von dem ehestand der priester.

    Von rayhung des sacraments in beiderlei gestalt.

    Von widerzustellung eingenomner clösterlichen gueter und anders.

    Von ehrung der heylgen, darunder begriffen wirt, ob die bilder zu dulden oder nit seyen.

    Von geistlichen satzungen und gebreuchen.

    Von dem fasten, darunder verbotten wirt die außerwelung der speysen.

    ŠVon der buß in gemein, item, von der reu, genugthueung und beycht.

    Von dem prauch der sacramenten in gemein und sonderheit.

    Von mentschlicher satzung.

    Von dem gerechtmachenden glauben, item, vom verdienst und guten wercken etc.3

    Wiewol obgeschribne articul allenthalb ausgespraytet werden, als solten die bevolhen syn worden, davon zu disputiren und die zu examiniren, so ist doch im reychsratth nit davon bedacht oder beratschlagt worden etc.

    Die röm. ksl. Mt. hat zu der religionsachen verordnet als presidenten namlich von wegen irer ksl. Mt. Hg. Friderichen Pfgf. und H. Granuell,

    von wegen Mentz Eberhardt Rydt, hofmeister4,

    von wegen Cöln H. von Manderschidt5,

    von wegen phaltzgraf churfursten N. Haß, ca[ntzler]6,

    Kf. von Sachsen Franciscus Wymar, cantzler7,

    von wegen Hessen Feyg, cantzler8,

    statt Straßburg Sturm9.

    ŠVerordnete disputanten zu vergleichung der religion und derselbigen artickel zu examiniern: Von wegen der alten religion:

    H. Julius Pflug, geistlich,

    Dr. Eck von Ingoldstatt, theologus,

    Dr. Gropper von Coln.

    Von wegen der protestierenden:

    Philippus Melanchton,

    Martinus Butzer, straßburgischer predicant,

    Johannes Pistorius, hessischer predicant.

    Die sollent sich etlicher puncten verglichen haben, aber es ist des reichs rath davon nicht furbracht. Mitlerzeit diser disputation bleibent andere reichssachen anstan und wirt darinnen nichts gehandelt etc.

    II. Themenkatalog, lat.  – Regensburg, 1541 April 20

    A  Berlin GStAPK, I. HA Rep. 10 Nr. B 2 Fasz. F, fol. 25v (Kop.).

    B  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 78, fol. 37r–37v (Kop.).

    C  koll. Karlsruhe GLA, 50/53, unfol. (Kop.).

    Quindecim articuli in comitiis Ratisbonensibus per cae[saris] delectos:

    De venerabili sacramento eucharistiae.

    De potestate ecclesiastica et summi pontificis.

    De missae sacrificio.

    De missis privatis.

    De votis monasticisa.

    De communione sub utraque specie.

    De restitutione monasteriorum et bonorum ecclesiasticorum.

    De veneratione sanctorum, sub quo et imaginibusb tollendis.

    De constitutionibus et ritibus ecclesiasticis.

    De ieiunio, sub quo et delectus ciborum probe[tur]c

    De poenitentia in communi et contritione et satisfactione et confessione.

    De usu sacramentorum tam in genere quam in specie.

    De constitutionibus humanis.

    De coniugio sacerdotum.

    De fide iustificante et de meritis atque bonis operibus.

    dHii propositi sunt una cum praesidentibus, testimonium dantibus et disputantibus feria quarta post festum Paschae 1541 [1541 April 20] Ratisponae in consiliis–d.

    ŠIII. Liste der Kolloquiumsteilnehmer, lat.  –  Regensburg, 1541 April 27

    Berlin GStAPK, I. HA Rep. 10 Nr. B 2 Fasz. F, fol. 25r (Kop.).

    Praesidentes ac testimonium dantes a caesarea maiestate delecti:

    Praesidentes duo:

    1. Fridericus palatinus Rhen[ensis].

    2. Nicolaus Grandvela caesaris cancellarius.

    Testes sex:

    1. Comes a Manderscheid.

    2. Eberhardus Rud praefectus curiae Maguntinensis.

    3. Ludovici electoris palatini vicecancelarius Henricus Has.

    4. Electoris Saxoniae cancelarius.

    5. Lantgravii Hassiae cancelarius.

    6. Iacobus Sturmius Argentinensis.

    Congredientes sive disputantes:

    1. Martinus Bucerus Argentinensis cum

    2. Iohanne Eccio Ingelstadiensi.

    3. Philippus Melanchton cum

    4. Iulio Pflugk Maguntinensi.

    5. Johannes Pistorius Marpurgensis cum

    6. Iohanne Groppero Coloniensi.

    1541 feria quarta post Quasimodogeniti [1541 April 27].

    «Nr.96 Vorschlag für eine Erklärung des Kaisers gegenüber Lgf. Philipp von Hessen und Mgf. [Georg von Brandenburg] und für das weitere Verfahren auf dem Reichstag – Regensburg, [1541 Mitte Mai] »

    Wien HHStA, RK RTA 6, unfol. (Kop.).

    Le marquis et le lantgrave avoient bonne cognoissance du moien, que sa M avoit fait proposer aux estatz touchant l’affaire de la religion, comment il a esté mis en chemin, et de ce qui est depuis besogniet et sur quoy la chose maintenant repose et se veult arrester.

    Or estoit que de la part des protestans a esté par plusieures fois remonstré à sa M, que, si sadite M faisoit assembler et convenir quelcque nombre de gens de bien tractables etc., que pour certain par aimable, chrestien et fraternel colloque les affaires de ladite religion se réduiroient à paix et union et qu’ilz, les protestans, s’y emplieroient de sorte, que l’on diroit, que de leur costé ne seroit trouver faulte etc.

    Sa M ayant en ce entière confidence avoit entreprint la présente diète et accédante la volenté et permission des estatz institué ledit colloque, lequel comment scavoient a esté continué jusques à maintenant que sa M trouve Šdifficulté, que du cousté des protestans l’on se veult arrester et tropt [sic!] pertinacement estre opinative et, si s’estoit leur intention, eust mieulx valu de point y estre entré de la sorte et n’eust esté besoingne dudit colloque.

    Non obstant touttefois sa M, qui ne désir en ce monde rien plus souverainment que cest affaire se puisse réduire en concorde par si bons moiens, qu’elle en puisse respondre non seulement envers la nation germanicque, mais touttes autres nations et potentates de la chrestienté, assisteroit encor volentier de tout ce qui luy seroit possible et faisable.

    Et pour ce que sa M scavante, que ledit margrave et lantgrave pourroient grandement promouver ladite concorde et réduction dudit affaire, avoit esté joieusse [sic!] et heu bon espoir de leur venue et leur faisoit ceste remonstrance selonc la confidence, qu’elle avoit en eulx, et prioit de y faire bon devoir, tenir main, que les choses se mènent sains pertinacité par boins moiens et intelligences, et veullent considérer, s’il ne se fait, les maulx et dangiers, qui en pouront s’ensuire.

    Et comme sa M ne doubte, qu’il[s] le scaront bien faire et le feront comme boins princes chrestiens, leur prie encor davantaige de voloir remonstrer à sa M leur bon advis et conseil. Sa M le recognoissera de bonne grâce etc.

    Semble à Monsr, qu’il seroit bon, que sa M eust tout pareillement mutatis mutandis fait remonstrer à Jacob Sturm et encor à quelcque principal des villes vandales.

    Il a entendu aussi des princes, qu’il seroit boin, que l’on entreprendist autres affaires de l’empire et que par ce l’on romperoit beaucop [sic!] de practicques, car traitant seullement de la religion chascun ne pense d’autre chose que de ladite religion et avisent tout ce qu’il[s] peullent [sic!] etc.

    «Nr.97 Bericht über die kaiserliche Audienz für Lgf. Philipp von Hessen und Stellungnahme der kursächsischen Gesandten – [Regensburg], 1541 Mai 16 »

    Weimar HStA, EGA, Reg. E 136, fol. 455r–459v (Kop.); DV v. a. Hd. fol. 459v: Copei, was ksl. Mt. der religionhandlung halben mit dem landgrafen geret und der landgraf forder den chur- und furstlichen sechssischen rethen vermelden lassen und was sie darauf zu antwort geben. 1541; ÜS v. a. Hd. fol. 455r: Des lantgraven rethe antzeigung etc., den 16. Maij.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,1, Nr. 120 , S. 202–205.

    Es were ir gnediger her, der lantgraff, zu ksl. Mt. erfordert, welche seiner fstl. Gn. volgende ungeferliche meynung durch Pfgf. Fridrichen antzeigen lassen: Ire Mt. hette sich auß iren hispanischen konigreichen in deutzsch nationn furnemlich darumb verfugt, damit sie fried und eynigkeit dorinnen anrichten und sunderlich vergleichung in der religion machen mochte etc. Und hette derhalben ire Mt. im besten bedacht, durch zusamenverordnung weniger Špersonn die religionnsachen furtzunehmen. Dann in einer grossen antzal oder menig, alß do viel kopf weren, were wenig verhoflich, etwas außtzurichten. Nhun hette sich im anfang die sachen zimlich angelassen, etzlich artickel zu vergleichen gericht, aber an etzlichen hette es sich gestossen. aDann die theologi diß theilß hetten sich strack horen lassen, daß sie von irer meynung nicht weichen wölten, sich auch des buchs halben, so die ksl. Mt. inen vorlegen lassen, beschwert. Nhun sey es die meynung nicht, daß man so kurtz ufstossen solte, sonder von den sachen freuntlich und schiedlich reden und die warheit erforschen. Es gelang aber die ksl. Mt. an, daß Philippus Melanthon ein instruction von Dr. Martin bekohmen hab, daß er nichts weichen sol etc.b Item, daß zwolf theologen alhie sein solten, mit den er die sachen communicirt, die [ihn] auch villeicht dahin bewegen, daß er so heftig were etc.

    Zudeme, so solte der licentiat Amßdorff alhi in der herberg gepredigt haben, daß der ksl. Mt. gemut nicht zue vergleichung oder concordia geneigt, sonder daß es eitel betriegerey wehre, damit man umbginge. Nhun were aber gewißlich der ksl. Mt. gemuth dohin entlich gericht, daß sie gerne ein christliche concordia in der religionn machen und sehen wolten, welches sie auch mit Got und sunsten in viel wege bezeugen möchten etc. Und were der ksl. Mt. bitten und begern, die furwendung zu thun, daß sich die theologen schiedlich und freuntlich hielten und mit dem angefangenen gesprech verfuhren, op der almechtig gnad wölte verleihen, das die sachen nochmalß möchten ernstlich verglichen werden etc. Und achten es ire Mt. dafur, daß der stutz villeicht darauß kohme, daß die theologen dieses theilß viel geschrieben, darinnen sie itzt nicht gerne entweichen wolten. Dann solchs möcht ihr [sic!] bey den iren nachtheil und vercleinerung brengen etc. Nhun sey aber irer Mt. meynung, die warheit zu suchen, und sey uf der andern seithen auch viel dings eingerissen, daß einer verenderung und besserung bedurftig etc., welche auß solcher handlung erfolgen möchte. Und daß derwegen der lantgraff mit magistro Philippo reden lassen wolt, sich freuntlich und schiedlich in dem gesprech zu halten.

    Hierauf hat der lantgraff geantwort, daß sein fstl. Gn. auch bericht, daß der anfang dieser handlung sich zimlich und wol angelassen, wiewol sein fstl. Gn. dem H. von Granuel mehrmalß antzeigen lassen, daß sie nit gedencken könthen, wie dieser religionhandel mocht vertragen werden. Dann man trunge mit etzlichen artickel zue jenes theilß vortheil in die unsern. Aber von den artickeln, doran diesem theil auch nicht wenig gelegen und die grossen mißbreuch der kirchen belangen theten, alß von wharem brauch der sacrament, priesterehe, reformation der kirchen etc. hette man bißanher nicht vernohmen, was derhalben zu verhoffen were. Und do ire Mt. diese und dergleichen artickel fur die hant nehmen lassen und fordern, wurde den guthertzigen dester mehr hofnung Šmachen, und hoft auch, wan es zue weiter handlung kohmen, Got wurde gnad dartzue geben.

    Des Ambßdorfs halben, daß sich derselbe der wort solt gebraucht haben, wie [die] ksl. Mt. hetten antzeigen lassen, hielten sein fstl. Gn. dafur, es were nicht gescheen. Sein fstl. Gn. wölten sich aber der ding erkunden und uf solchen vhal dafur bitten. Achtet auch, was Dr. Martinj instruction halben erwehnet, daß doran nichts seyn wurde. Und wolten sein fstl. Gn., das Dr. Martinus selbst hie were, dann do er vormercken und sehen wurde, daß der ksl. Mt. ernst wehre, der warheit stadtzugeben, und ein christliche reformationn verhofflich, wurde er sonder zweiffel sich also halten und vernehmen lassen, daß ire Mt. vermercken und befinden wurden, daß er auch nichts lieber wolte, dann daß ein christliche reformationn der kirchen erfolgete. Und solten es die ksl. Mt. dafur haben, das seine fstl. Gn. zue christlicher concordia, auch zue forderung friden und ruhe zum hochsten geneigt.

    Die ksl. Mt. hat ferner lassen antzeigen, daß sie gerne hörten, daß sein fstl. Gn. zum friden und der concordia geneigt. Und daß von den furnehmsten artickeln noch nicht gehandelt, das were die ursach, daß die ordnung im buch dieselbig noch nicht betroffen. Wann es aber zue solchen artickeln kehme, so wölte sich die ksl. [Mt.] dorinnen auch also halten, daß es Got zue lob und ehr gereichen solte etc. Und begerten ire Mt., daß sein fstl. Gn. mit den theologen handeln wolte, daß sie sich schiedlich und freuntlich erzeichten. cEs hat auch die ksl. Mt. ferner durch Dr. Naves antzeigen lassen, daß irer Mt. gemuth nicht wehre, dem evangelio abtzubrechen. Dann es were ein evangelium aller christen, opwol im verstandt desselben bißweilen ungleicheit entstunden. Und wo die worth clar wehren, do durft es keiner disputation. Wo es aber nicht clar, da solt man sich derhalben freuntlich underreden, daß man zum rechten verstandt und vergleichung kohmen mochte–c. dSo were auch diese gantze handlung und underred conditional und unverbuntlich, dann es solte one vorwissen und bewilligung der Kff., Ff. und stende beiderseitz nichts geschlossen werden–d. Und hette zue forderung der sachen ire Mt., wenig theologos zusamenzuverordnen, bedacht, dann ire Mt. begerten auch, die warheit zu erforschen und wolten gerne, daß die vergleichung, sovil moglich, mocht troffen werden. Das ubrig aber, daß nicht möcht vertragen werden, solte man auf weiter handlung verschieben und gleichwol zue der reformation greiffen. Und begert ksl. Mt., sein fstl. Gn. wölte mit Kf. zue Sachssen gesanthen und rethen hirvon reden, auch dem Philippo die gemelt antzeig tzu thun.

    Der lantgraff hette sich hierauf erbothen, des churfursten gesanthen hievon antzeige zu thun und, was sein fstl. Gn. mit Goth und gewissen thun mochten, irenthalben nicht erwinden lassen und, do man eyne christlich reformationn Šder kirchen vermerck, wurde jedermann dester mehr hoffnung zue den sachen haben etc. Und diß sey ungeverlich die summa, was mit ksl. Mt. dißmalß gehandelt.

    Hierauf haben die churfurstlichen rethe inen geantwort, daß sie die antzeige vernohmen, theten sich der von wegen irer gnedigsten und gnedigen hern bedancken. Dieweil aber der von Anhalt itzundt nicht verhanden und auch die sach groß und wichtig, konten sie sich itzunder darauf nit vernehmen lassen, sonder wölten solchs dem von Anhalt antzeigen, auch mit dem Philippo darvon reden etc. eDas wusten sie inen aber nicht unvermelt zu lassen: Sovil erstlich den licentiat Amßdorff belangen thete, daß die ksl. Mt. in deme unrecht bericht were, dann Amßdorff hette solchs noch dergleichen ichtes, daß sich zue ksl. Mt. ungelimpf oder vercleynerung ziehen möchte, nicht gesagt, wie ime des auch viel leuthe, so bey der predig gewesen, gut zeugnis geben mochten. So were auch an deme nichts, sonder ein erdichter handel, daß Dr. Martinus dem Philippo einige instruction uberschickt haben solt. Dann Mag. Philippus were vor sich selbst also geneigt, daß er von demjenige, so er christlich und recht achtete, nicht gerne wolthe abweichen, darumb er auch nicht zu verdencken, sonder zu loben wehre–e. So wust auch der lantgraff selbst, daß man den dreyen theologen diß theilß, do sie erstlich zue der underrede verordent, den bevelh geben, daß sie allein auf Got und sein wort und auf keinen menzschen sehen solten und von der warheit nicht abweichen. Des sich dann Philippus, alß der one das, wie gemelt, hirtzue geneigt, sonder zweiffel wurde gehalten haben1. Sie wolten aber solchs, wie gehört, dem von Anhalt antzeigen und den dingen ferner nachdencken.

    Des lantgrafen rethe haben gesagt, sie wollen es irem hern antzeigen. Und der handel stunde dorauf, daß sich die ksl. Mt. wol hette vernehmen lassen, daß ire Mt. hoch geneigt, ein vergleichung zu suchen, und daß ire Mt. die uberigen artickel, der man sich nicht vergleichen mochte, biß zue ferner handlung aufschutzen wollen. Und bedechte der lantgraf, weil ksl. Mt. so ein grosse begirde zue der vergleichung hette, daß man sehe, wie es sich mit den uberigen artickeln anliesse. Dann ire ksl. Mt. hetten sich vernehmen lassen, sie konthe nicht zue der reformation kohmen, man hette sich dann zuvor von denen artickeln der doctrin verglichen2.

    «Nr. Š98 Aufzeichnung zur Unterredung Lgf. Philipps von Hessen mit dem Kaiser – Regensburg, 1541 Mai 17 »

    Druck: Lenz, Briefwechsel, Bd. III, Kap. D, Nr. 3, S. 75–781.

    Am Dinstag nach cantate anno etc. XXXXI. hat key. mt. meinen g. h. fordern lassen und mit seinen f. g. diese meinung geredt:

    Aus sonderm gnedigem vernemen wolle er, k. mt., s. f. g. nicht bergen, das ir mt. umb der religionsach willen dießen reichstag angesetzt hette, und wer die sach alwege dafur verstanden, so man gelert leut uber die sachen setzen werde, dem handel mochte zu raten sein. Also hette ire key. mt. aus verwilligung beider teil etliche darzu erwelet. Dieselbigen hetten sich nu in etlichen artigkeln verglichen, in etlichen wollte es sich stoßen; also, wo nicht ein ander wegk troffen, so wurd di handlung alle vergeblich sein; dann die protestirenden theologen sagten kurtz, sie wollten auf irer meinung, confession und schriften verharren. Nu wer je das colloquium darumb angesetzt, das einer des andern meinung horen, das man davon freuntlich und lieblich redden und also eine schriftliche vergleichung suchen solte. Solt es die meinung gehabt haben, das ein ider theil dermaßen auf seiner meinung verharren wolte, were solicher handlung, auch des colloquii one not geweßen. Darumb seie di handlung zu diesem mal aufgeschoben, und hab ir mt. bedacht, solichs mit s. f. g. zu redden und zu begeren, dasselb furder mit den sessischen gesanten [zu bereden], ob man die theologen mochte auf ein besser meinung bringen. Daneben so lang auch k. mt. an, wie doctor Lauter Philippo Melanthoni ein instruction zugeschickt habe, daruber Philippus nicht schreiten dorfe. Item, das auch Philippus neulich XII theologen bei ime gehabt hab; dieselben machen den handel weitleufig und irrig, und sei der abred nicht gemeß, wilche gestanden hab, das man davon nymands dan den obern meldung thun solte. Item, es kemen sondere person zum Philippo, die zum gespreche nicht gehoren; und sidder dieselbigen pei ime gewesen sein, hab der handel gar einen stoß und veranderung gewonnen. Item, es sei ir mt. berichtet, das ein prediger von Meideburgk [Amsdorf] gepredigt hav, es sei key. Mt. gemut nicht di sachen zu vertragen, sonder eitel betriegerei. Nu werd ye ir mt. des vil zeugnus haben, das es irer mt. gemut von hertzen Šsei. Bit, das mein gn. her solichs mit den Sessischen reden wolten, solichs bei den theologen zu handeln. Item, die theologen solten sich vernemen lassen, sie konten auf das buch nicht handeln und wolten weiter nicht einreumen; besorgten villeichte, sie mußten von iren schriften absteen. Nu wer es ye di meynung nicht, das jemandt absteen solte, sonder das man di warheit erforschen solte, dan der gegenteil wurd solichs dermaßen auch furwenden. Item, summa beschlossen, das mein gn. her mit den Sessischen handeln wolt, damit dieselben mit Philippo furter handelten, sich das zu bedengken.

    Daruff hat m. g. h. geantwortet, die rede etwas erholt und dartzu gesagt: es sei war, sein f. g. sei key. mt. zu underthenigem gefallen und dem frid zulieb herkomen, sunst het s. f. g. wol ursach anheimisch zu pleiben gehabt; es sei auch das herkomen s. f. g. von vilen gudten freunden widderraten, hab’s gleichwol gethan, des besten [so] gehoft, das gering colloquium mit fur gut angeseen; hab aber in seinem gemut nie gleuben mugen, das muglich sei, die streitigen artigkel der religion uff einmal und so eilend zu vergleichen; gleube auch wol, das under unsern theologen etliche zur concordien genaigt seien, etliche nicht. Das aber Philipp etliche theologen zu sich komen lassen, moge aus sonderen großen ursachen gescheen sein, dan es hab der gegentheil, sonderlich Dr. Eck ein gros geruchte in der stat gemacht, das sie von den unsern vil erlangt haben; das hat di unsern sorgfeltig gemacht, nicht alleine di theologen, sonder auch di stende; hat man die zu frid stellen sollen, hat man sie zu zeiten etwas wissen lassen mussen; das sei dem handel nicht zu nachteil, sonder zu gut gescheen. Fur sich hab mein gnediger her alweg dartzu geregt [so], das seinen f. g. die concordien gefellig were; s. f. g. wollte gerne dartzu thun, was s. f. g. mit Gott und gewissen thun mochten; dan widder gewissen und Got sollte nymands handeln.

    Von der instruction obgemelt wusten s. f. g. nichts. S. f. g. hielten aber Philippum dafur, das er auf nymands instruction sehe; er wurd das thun, das ine sein gewissen leren wurde. So hett auch s. f. g. ine darumb gebetten, das er seine hern oder sonst nymands ansehen wolte, sonder allein auf Got; versehe sich, Philippus werd das thun.

    Der besonder person halben fiele der keiser m. g. h. in di rede und sagte: man meinte damit di frantzosisch botschaft. Sagt m. g. h.: Philippus het s. f. g. gesagt, dieselb potschaft hett ine ungeverlich auf’m statgraben angesprochen, aber nichts sonderlichs mit ime geredt. So hielte auch s. f. g. Philippus dafur, das er sich solicher hendel nicht irrete, sehe auch auf soliche leute nicht; darzu so wer der Franczos der religion halben also geschigkt als der unser zuwidder, das s. f. g. nicht glaubte, das Philippus sich mit ime derhalb in vil rede einlasse oder sich ine hindern lasse [so].

    Des predigers halben musten wol s. f. g. bekennen, das Ambstorf ein heftiger man were; hette auch konnen leiden, das er alher nicht komen were umb seiner hertigkeit willen, wolt aber sich dannocht nicht versehen, das er di ungeschigkten wort vor k. mt. solte geredt haben; und wo das gescheen, het s. f. Šg. darin kein gevallen, und ane zweivel die Sessischen selbst [nicht]; wolle sich aber nicht versehen, das es dermaßen geredt sei. Sein f. g. wolle auch gerne mit den Sessischen redden, Philippum zu underrichten etc.; aber gleichwol sei auch war, man dringe mit den artigkeln in dießen teil und wolle vil von ime haben, aber vom mißbrauch des andern teils wer nichts geredt oder nichts gesatzt. Wo nu davon auch geredt, als von den artigkeln, darine kein widdersprechen sein mag, das sie in der schrift gegrundet sint, – als di entphahung des sacraments under beder gestalt, pfaffenehe, reformation der kirchen und dergleichen – , und diser teil solichs sehe, so verhoffte sein f. g., den sachen solte mit der zeit sovil baß zu helfen sein. Dann die punct, so gar mit dem evangelio zu verweißen weren, must man je nachlassen, als die pfaffenehe, item das sacrament under beder gestalt, reformation etc.; geschee das, so mochten di unsern auch desto gelimpfiger werden.

    Daruff hat di key. mt. durch h[erzog] Frid[rich] widderumb redden lassen: ir mt. zweiveln nicht, es sei m. g. h. zum frid und vergleichung gneigt; sei auch erfrawet [so] geweßen, daß s. f. g. herkommen sei; und als sein f. g. vermeldet hab, das man auch wissen muste, was man in den artigkeln, so in der schrift ergrundet, desgleichen mit der reformation zugleich wolte etc., so sei man an die puncta noch nicht komen, sonder volgen erst im buche; wan es aber daran keme, so werd sich ire mt. darine also halten, das man spuren [solle], das sie Gottes lob suche; und darumb beger ir mt. nachmals, das s. f. g. mit den Sessischen redden wolle, zufurderst damit man ine colloquio dahin komen moge etc.

    Darnach hat ir mt. selbst in di sach geredt, auch der von Naves: es sei irer mt. meinung nicht, dem evangelio etwas abzunemen, dan wir hetten je ein evangelium, weren nicht im evangelio, sonder im verstand irrig; den must man suchen. Und so das colloquium geendet, solt man di sachen an di stend pringen und mit gemeiner hand schließen. Darumb wer auch fur gut angeseen, dartzu wenig theologen zu geprauchen, auf das der handel nicht weitleuftig mochte werden; darumb auch von noten, das sich unser theologen auch meßig und schidlich hielten. Dan es were je nicht die meinung, geverlich zu handeln, sonder man suchte alleine di warheit; keme auch zu zeiten wol, das man sich irrete in vocabulis und nicht in re; so man in den principalen und notturftigen puncten verglichen were, muste man in den uberigen bequem mas und wege, di mit Got gescheen mochten, suchen. Was man alsdan je nicht vergleichen mochten [so], das muste man schenken [??] zu einer andern zeit und zu der reformation greifen; dan der keiser konte zur reformation nicht komen, er hette dan ein vergleichung beider teil in der hauptlere; sonst were es irer mt. nicht moglich; dan es sagten di gegenteil, sie konten mit uns, als di ires glaubens nicht weren, von der reformation nicht handeln etc. Begerte nach, das m. g. h. vleiß thun wolte bei den Sessischen.

    Mein gnediger her hat abermals gesagt: s. f. g. sei zum frid gneigt, sei darumb herkommen; und was s. f. g. mit Got und gewissen thun moge, das wolle sein Šf. g. thun. Es stehe aber bei seinen f. g. allein nicht, sonder bei allen stenden in gemeine. So sei [er] je Got auch verbunden, wisse, das er nicht alwege leben mage; darumb was mit Got nicht sein konte, das mage s. f. g. gleich als wenig als di andern nachgeben. Der großen artigkel halben, so nachzugeben von noten, hab sein f. g. underthenig erinnerung thun wollen, damit eins mit dem andern gesucht und ausgerichtet werde; dan das sei warlich der einig weg nest Got, dadurch dießem handel mag gehulfen werden und frucht zu hoffen sein: hetten wir gute ministros, wie sie sein solten, wurden alle dinge desta leichter und bequemer naher geen. Philippus sei ane zweivel wedder an Francreich noch Lutherum gepunden, sonder sehe ane zweivel auf Got; so mocht s. f. g. ires teils leiden, das Lutherus hie were; derselb, wan er das gut gemut sehe, das di notwendigen artigkel nachgelassen wurden und ein christlich ehrlich reformation furgenomen, so wurde [er] schidlicher sein dan der andern keiner; man hat zu Schmalkalden von artigkeln, was man thun konte, geredt, darine sei Lutherus nicht unschidlich gewessen. S. f. g. wil gern bei den theologen allen vleis thun, aber es hab auf der andern seiten auch mangel, darin must man auch sehen, sei allenthalben muhe und arbeit. Es wer dannocht alhie gereit sovil gemacht – als im artigkel der erbsund, vom fal Ade, von der justification und anderm – , das s. f. g. nicht gemeint hette; wurd man in den andern sehen das man zur reformation schreiten wolle, konte man noch mer machen. Darzu will s. f. g., als obgemelt, iren fleis gern thun.

    Sovil ungeverlich ist dismals gehandelt, sovil ich behalten hab, doch uff weitern behalt m[eines] g[nedigen] h[erren].

    «Nr.99 Vorhaltung des Kaisers gegenüber den kursächsischen Gesandten auf dem Reichstag und deren Antwort darauf – Regensburg, 1541 Mai 18 »

    Weimar HStA, EGA, Reg. E 136, fol. 450r–454v (Kop.); DV v. a. Hd. fol. 454v: Copei der ksl. Mt. vorhaltung, den chur- und furstlichen sachsischen gesanten und rethen etzlicher artickel halben den 18. Maij gethann, auch irer, der rethe, antwort darauf. 1541.

    Druck: Corp. Reform. IV, Nr. 2232 , Sp. 293–297.

    Den 18. tag Maj hat die ksl. Mt. den chur- und furstlichen sechssischen gesanten und rethe zue sich in ir herberg fordern und auf folgende punct antzeigung thun lassen: Erstlich ist angetzeigt, wie gantz väterlich, gnediglich und wol es die ksl. Mt. je und alweg gemeint, an keinem vleiß noch muhe erwinden lassen, damit frid und eynigkeit in der christenheit möcht gemacht werden etc. Ire Mt. hab sich auch derhalben auß iren hispanischenn königreichen in Deutzschlandt verfugt, solche sachen zu fordern, dorauf auch die handlung alhie angefangen etc. Und wiewol ire Mt. den weg fur den besten angesehen, daß etzliche wenig personen zusamenverordent, die sich von den sachen christlich und freuntlich underreden solten, so wurden doch ire Mt. bericht, daß sich Šetzliche dieses theilß theologen so hart ertzeigten, das wenig fruchtbarlichs, do sie dergestalt verfaren wurden, zu verhoffen und also ire reise, muhe und arbeit disfalß vergebenß angewent haben wurden. Aber dieweil ir Mt. nicht zweiffelt, der Kf. zue Sachssenn etc. were nicht weniger dan ire ksl. Mt. zue christlicher eynigkeit geneygt, wie sich des ire kfl. Gn. mehrmalß vernehmen lassen und erbothen, daß auch wir alß irer kfl. Gn. gesanthen und rethe sonder zweiffel geneigt weren, so hat ire ksl. Mt., unß im besten solchs antzutzeigen, nicht underlassen wöllen. Und were irer ksl. Mt. gantz gnedigs begeren, das best zu rathen helfen und zu mitteln und die theologen zu erinnern und zu vermanen, daß sie sich freuntlich und schiedlich halten wölten etc. Dann gemelte theologen solten dem christlichen glauben nichts geben oder nehmen, sonder ir bevelh erstreckt sich dahin, die sachen christlich zu beratschlagen, zu bewegen und dan zu berichten, damit man also zue christlicher vergleichung kohmen möchte. aMan breche etwan wol ein alt hauß abe, doran doch die stein und anders zu wiederaufbauung eines andern dinstlich und nutzlich sein möchten, nicht zu verwerfen, sonder zu gebrauchen, also dieweil viel mißbreuch eingerissen, die man von diesem theil angefochten, muste man derhalben, was gut were, nicht gar verwerfen, wie dann villeicht mit etzlichen geschehen–a sein möchte. Derwegen so wölten wir die hern theologen, sich christlich und schiedlich zu halten, ermanen.

    Und hette die ksl. Mt. im besten bedacht und verordent, daß die sechs theologen alleyn under sich handeln und die ding bewegen solten, dann, wo ir mehr und in grosser antzal beyeinander sein solten, were zu besorgen, daß sie so vil dester beschwerlicher zue vergleichung kohmen möchten. bUnd dieweil die ksl. Mt. angelangt, alß solten in die 18 oder 19 theologi diß theilß zu den drey verordenten teglich kohmen, domit auch die stende dieses theilß consilia hielten, villeicht einer der und der ander einer andern meynung were und also die concordia dardurch wenig gefordert, sonder vielmehr verhindert und gestopft wurde, so wolt ir Mt. gnediglich begert haben, mit den unsern davon auch zu reden, damit solchs verpliebe. Dann ir Mt. hetten es uff dem andern theil auch abgeschaft, hörten auch nicht, daß es geschee–b. Es were aber irer ksl. Mt. nicht entgegen, daß dem lantgraffen und unß, auch andern vertrauten personen der sachen bericht geschee und sie, die theologi, sich mit unß underredenten etc.

    cEs wurde auch ire Mt. bericht, daß ein predicant neulich anher kohmen, welcher in unser herberg gepredigt haben sol, daß der ksl. Mt. gemuth nicht dahin gericht, daß sie zue christlicher vergleichung geneigt, sonder es wurde von irer Mt. viel anders gemeint und gesucht–c. Aber ir Mt. wölten Goth, sied  Šund andere zu zeugen nehmen, daß ir gemut nicht anders stunde, dan daß sie diese sachen zu einer rechten, christlichen eynigkeit, auch friden und ruhe fordern und richten mochten. Und, wan der almechtig gnad verleihen wurde, daß die lehr etwas zue vergleichung bracht, wolt sich ire Mt., sovil sie belanget und ir zu thun geburt, also halten und ertzeigen, daß an irer Mt. kein mangel solte befunden werden. Und solt ein jeder nach seynem vermugen, damit er [sic!] christlich vergleichung troffen mocht werden, treulich und vleissig fordern. eUnd ap der bapst zu einer christlichen reformation gleich nit wurde geneigt seyn, so wölten ir Mt. mit rath und zuthun der Kff., Ff. und stende dahin trachten, damit ein christliche reformation der kirchen erfolget–e. Welchs alles die ksl. Mt. finen, den gesanten und rethen–f, gnedigster meynung hat wöllen lassen antzeigen.

    Hierauf haben sieg nach gehabtem, kurtzen bedacht der ksl. Mt. uf folgende ungeferliche meynung geantworth: Erstlich dancksagung gethann der ksl. Mt. gnedigsten willen und neigung zue christlicher einigkeith und vergleichung etc., dann sieh trugen kein zweifel, ir Mt. meinten es gnedigst und wol. iSie, die gesanten und rethe–i, wusten auch, daß die chur-und fursten zue Sachssenn etc. zue rechtschaffener, christlicher einigkeit, auch friden, ruhe und aller wolfart des reichs zum höchsten geneigt. Es hetten auch ire kfl. und fstl. Gn. solchs mit besuchung der hietzuvor gehaltenen tagen mermalß betzeugt, unß auch derhalben itzunder auch mit genugsamen bevelh abgefertigt.

    Und wiewol die chur- und fursten zu Sachssen, gebruder, vor unser abfertigung nicht anders gewust, dann die stritige jreligionhandlung solte alhie widerumb nach dem wormischen gesprech angefangen und gehandelt worden seyn, welchen weg sie auch für–j den richtigsten und fruchtbarlichsten achten und halten theten, kdieweil aber ire ksl. Mt. den itzigen angefangen weg alhie der religionhandlung fur bequemer angesehen, hette man es irer ksl. Mt. zue underthenigkeit, doch mit maß und condition, wie ire Mt. vernohmen, auch gewilligt. Daß nun in solcher handlung verhinderung furfielen und sonderlich, daß es dieses theils theologen halben gescheen solte, hörten wir nit gerne–k. Und wiewol siel die ursachen, durch ire ksl. Mt. vermeldet, uff ir selbs beruhen liessen, so hielten siem es doch dafur, do villeicht jenes theilß die warheit Šsuchten, daß ndiß teils–n halben kein mangel haben wurde. Und were iro underthenigste bith, die sachen dohin zu richten, daß die warheit erkundigt und derselben stadtgegeben und die vergleichung der warheit noch, welches das recht richtscheidt dieser sachen were, gesucht und vorgenohmen wurde. Alß hoften siep, die sachen solten nicht one frucht abgehen etc. Sieq wolten aber nicht underlassen, mit den verordenthen theologen dieses theilß zu reden und zu erinnern, allein Gottes ehr, der die warheit selbst ist, in solcher handlung fur augen zu haben, wie dann ihnen hietzuvor deßhalben, alß sie zue der handlung von irer Mt. benent, ihnen auch antzeige bescheen und wie sie dann dartzue selbst geneigt gewest.

    rDes predigers halben, der neulich alhie solt ankomen sein und sich etzlicher wort zu ungelimpf und vercleinerung der ksl. Mt. solt haben lassen vernehmen, möchten sdie reth–s, sovil irt bey solcher predigt gewesen, irer Mt. mit warheit antzeigen, daß ire Mt. in dem zu milde bericht were, dan es weren solche reden, wie ir Mt. bericht ist, nicht bescheen, und bethen, die ksl. Mt. wölten in gnedigst entschuldigt haben und demjhenigen, der in bey der ksl. Mt. dermassen angegeben, kein stadt oder glauben zustellen.

    Daß auch zue den verordenthen diß theilß theologen etzliche andere mehr theologen in grosser antzal teglich zusamenkehmen und von etzlichen artickeln freuntlich sich underredenten, das geschee unsers erachtenß mer zue forderung dann zu verhinderung der sachen. Und were der anfang nicht durch diß theilß theologen gemacht, sonder, dieweil man uff jenem theil die sach also nit allein gegen dem babstlichen legaten, sunder sunst gantz geoffenbaret, auch allerley davon geredt worden, so het man dieses theilß auch unit zu meiden gewust–u, von den sachen zu reden und antzeigung zu thun. Und sofern von dem andern theil die handlung nicht ausgebreitet, so wurde dieses theilß dasselbt auch irer ksl. Mt. halben ingehalten sein. So weren auch die theologen dieses theilß zuvor ermanet, in dieser sachen nichts höher oder mehr dann die lehr des almechtigen, auch besserung der kirchen, dergleichen der gantzen christenheit wolfart zu bedencken, dartzue sie sich williglich erbothen und bey inenv (an weiter ermanung), alle mentzschliche affection hindanzustellen, nit erwinden solte1.

    ŠDie ksl. Mt. hat nach kurtzer underrede mit irer Mt. rethen, dem H. von Bratho [= de Praet], Granuel und Dr. Naves wiederumb lassen antzeigen: Erstlich hat ire Mt. zu gnedigstem gefallen und danck angenohmen, daß man diß theilß zu christlicher eynigkeit und friden geneigt etc. wUnd daß irer Mt. meynung auch nit anders sey, dann bey dem gotlichen wort und warheit zu pleiben, dann wir hetten beiderseitz ein schrift, alt und neu testament, aber des verstandts halben fiele ungleicheit fur, darumb ire Mt. die tzusamenverordnung der theologen alß furtrefflicher, gelerter, fromer und gotsfurchtiger leute bedacht, die sich von den streitigen puncten underreden, die ding zue rechtem, einhelligen verstant zu brengen, dann wie ein glaub were, also were auch nuhr ein einhelliger, rechter verstandt der schrift–w. Und were irer Mt. meynung und gemuth nicht anderst, dann daß die warheit gesucht und erforscht möcht werden. Es hette sich auch die handlung in der erst zimlich angelassen, aber hernacher in etzlichen puncten gestossen, darumb solt man die theologen, wie begert, sich freuntlich und schiedlich zu halten, xermahnen, dan dieser handel were auch gantz unverbuntlich und stunde bey Kff., Ff. und stende, sich uf der verordenthen sechs underred und handlung zu ercleren und vernehmen zu lassen etc.–x 

    ŠDes predicanten halben beschwert sich ire Mt. fur ire personn nicht sonders, dan ir Mt. must gescheen lassen, was man von irer Mt. redet. Wusten aber fur Goth zu betzeugen, daß sie die sachen treulich und wol meynethen und ir gemut nicht anders dan zu christlicher vergleichung stunde. Und hetten ire Mt. furnehmlich darumb lassen antzeigen, daß sie besorgten, durch solche reden mocht das christlich, gut werck verhindert werden, welches irer Mt. zum hochsten beschwerlich.

    Daß aber die sachen des gesprechs halben durch etzliche ausgebreit und lautbar gemacht worden, liessen ir Mt. beruhen, von welchem theil es gescheen, dann ir Mt. hab verschafft, niemants dann denjenigen, so davon wissens haben sollen, solchs zu berichten. Es wölten aber ir Mt. bey jenem theil in gleichnus verfugen, die sachen nicht ferner, dann dohin es gehört, außzubreiten, und, daß den theologen solchs auch angetzeigt wurde etc. Und weren ire ksl. Mt. an unser antwort und erbietben gnedigst und wol zufriden2.

    «Nr.100 Protokollarische Aufzeichnung zur Unterredung Lgf. Philipps von Hessen mit Gerhard Veltwyck – Regensburg, 1541 Mai 24  »

    Druck: Lenz, Briefwechsel, Bd. III, Kap. D, Nr. 4, S. 78–811.

    Was am 24. Maji der Gerhardus secretarius mit uns und wir mit im geredt haben.

    Gerhardi redde.

    1. Das wir vleis in der religion anwenden. Der keiser wolt uns dargegen ehr und gut thun.
    2. Wolt er unser sachen ufs papir stellen und uns dero verstendigen.
    3. Der herr von Brad hett im gesagt, der keiser wölt erstet in unser sachen alles thun, ehr dann di religion beschlossen wurde.
    4. Der keiser wolt’s land zu Geldern nit verlassen, und solt er gleich daruber alle sein konigreich und vermugen ufsetzen.
    5. Das wir wolten Cleve und Sachsen adhortiren, das land zu Geldern faren zu lassen. Dargegen wurd sich der keiser mit inen abfinden.
    6. Bei unsern stenden zu bevleißen, dem keiser die sach mit Geldern zu pillichen. So wurd der keiser inen sovil mehr gewogener.
    Š7.hat er angezeigt, das der handel mit Meiland zwuschen dem kaiser und Franzosen ubel stehe, und begert, das man wolt ein geschrei anrichten, als ob’s reich Meiland wolte beschirmen. Das auch deshalb ein punct generaliter
    in hiigen abschid gesetzt wurde, gleich als ob’s reich Meiland beschirmen wolt, damit sovil weniger teutsches krigsvolk dem Franzosen zulife.
    8.Wann dasjenig, so im buch verleibt ist, als durch des keisers auctoritet erhalten und von uns, disem teil, darnach bewilligt wurde, so wurde der keiser wider Brunschwig und alle andere dises teils widerige hendel zu thun geneigt sein.

    Unser antwort.

    1. Uf den ersten artikel, vleis in der religion zu haben etc., haben wir gesagt: wir hetten vleis gethan, sovil uns muglich gewesen, das clein gesprech gefördert; wer sonstet wol nit gescheen, wan wir nit hie weren gewesen. Was wir auch mit Gott und gutem gewissen thun konten, das wolten wir gern thun, diese sach aber stehe an uns allein nit, sondern an Gott, wie der den andern leuten einen synn gibet.
    2. Uf den 2. artikel, unser sach betreffen, wollen wir anhoren und vernemen, was er stellen will.
    3. Uf den 3. art[ikel], das der keiser erst in unser sach alles wolt thun etc., das möchten wir leiden.
    4. Uf den 4. art[ikel], Geldern nit verlassen, das horeten wir nit gern; hetten gehofft, unser furgeschlagene mittel solten ezwas bei der k. mt. gewesen sein.
    5. Uf den 5. articul, Cleve und Sachsen zu adhortiren etc. – solchs wolten wir fuglich thun, funden wir bei inen was dinstlichs, in Gottes namen.
    Uf den 6. art[ikel] di sach mit Geldern zu pillichen etc., haben wir gesagt: solchs stehe bei uns nit allein, sondern es sei daran vil gelegen, das der keiser seine grunde also anpring, das darus zu verstehen, das er fug und recht habe.
    Uf den 7. art[ikel] Meilands halben, haben wir respondirt: es werde an dem, wi der keiser alle stend an sich pringen und zihen möge, vil gelegen sein. Sei nit gut, das man Trier mit dem dorf fur’n kopf stosse. Was wir guts konten dazu thun, das wolten wir gern thun. Es sollte auch gut sein, das man mit Ecken handele, ob man im auch schon gelt gebe, damit der keiser jene partei auch hab. Dann es jener partei wol eher dan diser zuwider sein möcht.
    Uf den 8. art[ikel], belangende das buch etc., haben wir geantwortet: wir funden etlich articul drin, die wir wol in unserm verstand ufnemen möchten, di doch andere leut nit also verstehen konten. Etlich articul aber seien also geschaffen, das wir selbst sie fur recht nit halten konten. Derwegen hab er zu bedenken, das wir wider unser gewissen nit thun konten. Gleuben, er wurd’s auch nit thun. Darzu so bedechten wir, das wir alle sterblich; legen uns di spruch im kopf: ‚wer mich bekennt vor den menschen, den will ich fur’n englen [so] Gottes bekennen‘, item: ‚was hulf’s den menschen, die welt zu
    Šhaben und doch schaden an der sele zu leiden‘. Solten wir nun ezwas thun, das wider unser gewissen were, kont er denken, wie es uns zu thun were. Was wir aber mit Gott und gutem gewissen thun konten, da solt an uns hinfuro, wi bis anher, nichts erwinden.

    Unser particularsach belangende – stehe di darof: werd di religion vertragen, wolt sich dan der keiser mit uns einlassen, so hab’s seinen weg. Werd die religion nit vertragen, so seien wir dannost geneigt, uns mit dem keiser in verstand zu geben, dergestalt, das wir wolten, sovil uns muglich, verhinderen, das sich die evangelisch puntnus mit Frankreich oder Geldern nit verpunde. Wolten nit allein dises, sondern auch weiter verhindern:

    1. das wir und andere chur- und fursten [sich] nit particulariter mit disen beiden verbunden;
    2. das wir, sovil uns muglich, uf den reichstagen dasjenig, so dem keiser und seinen landen zu gutem komen möcht, beförderen wolten.
    3. Wolten den lauf der knecht zum Franzosen wider den keiser verhinderen, sovil uns muglich.
    4. Wo der keiser nach dem willen des Almechtigen todes verfure, so wolten wir kunig Ferdinanden fur’n romischen kunig erkennen.

    Dargegen solt sich der keiser verpflichten: in allen particularsachen nichts wider uns zu handlen, unser gnedigster herr zu sein und sich gegen uns zu keinen ungnaden, in was sachen das auch were, bewegen zu lassen. Wir möchten aber auch wol leiden, wo di religion nit vertragen, das er di ausnehme, also das er particulariter wider uns nit handlen wölte. Wann er aber in gemein wider unser ganze puntnus und anhenger handlen wölte, so must kraut mit kolen gehen. Dargegen wolten wir aber alle unser puntnus in teutscher nation ausnehmen, und di religion bevorab.

    Dieses setzen wir nun der keis. mt. heim. Sei’s ir gelegen, so mög si mit uns handlen. Wo nit, so begerten wir’s auch nit hoch; wolten doch wider die keis. m. nit thun, sondern ir untertheniger furst sein; doch das er auch wider uns nit handele.

    « Nr. Š101 Supplikationen und Unterlagen zur Weiterleitung an Kaiser und Reichsstände – Regensburg, [1541 nach Mai 26/vor Juni 2]1 »

    Wien HHStA, RK RTA 6, unfol. (Kop.); ÜS: Les affaires, dont convient faire rapport à la M et aux estatz.

    De l’affaire que les électeurs, princes et estatz protestans ont donné par escript à sa M, touche les boutfeux [Nr. 255].

    De l’affaire du duc Guillaume de Braunßwyche et de la rescision de obligation, qu’il a donné par lui [Nr. 264].

    De l’affaire de la damoiselle aiant esté au service de la princesse de Braunßwyche, enterrée etc. [Nr. 261]

    De l’affaire du marquis de Brandenbourg touchant Prusse [Nr. 316].

    L’affaire de Hildeßhaym et Braunßwyche touchant l’exécution de la sentence [Nr. 268].

    De l’affaire de Goßlar et Braunßwyche [Nr. 248, Nr. 249] et seroit besoing oyr Syseneck.

    L’affaire et information déclairés par l’évesque de Hildeßhaym quant aux boutfeux, pillartz et mordreurs grassans en son éveschié [Nr. 271].

    L’affaire de la vefue du feu duc Erich de Braunßwyche.

    No. L’affaire de Milhausen [Nr. 291].

    L’affaire des évesques de Meyssen et Merßpourg [Nr. 279, Nr. 280, Nr. 288].

    N. L’affaire de Goßlar quant à la révocation et cassement du ban impérialle.

    N. Du différent la session entre les princes.

    Landenberg.

    Semble que la M pourroit dénommer les députéz de Coulongne, Trèves, l’administrateur de l’ordre [teutonique]a de Pruß, l’évesque de Außpourg, l’abbé de Weyngarten et le comte de Furstenberg pour appointer l’affaire de la session.

    « ŠIV,2 Vom Ende des Kolloquiums bis zum Reichsabschied  »

    «Nr.102 Instruktion Kf. Joachims II. von Brandenburg und Mgf. Georgs von Brandenburg-Ansbach für F. Georg und F. Johann von Anhalt und andere Räte zu Verhandlungen mit Luther – Regensburg, 1541 Mai 29 »

    Berlin GStAPK, I. HA Rep. 13 Nr.4–5a Fasz. 7, fol. 1r–7r (Reinkonz.).

    Druck: Müller, Zur Geschichte, S. 204–209.

    Instruction und abfertigung, so von Gotts gnaden wir Joachim des hl. röm. reichs ertzcammerer und Kf. und Georg gevettern1, Mgff. zu Brandenburg, zu Stettin, Pommern etc. Hgg., Bgff. zu Nurnberg und Ff. zu Rugen dem aerwirdigen und–a hochgebornen fursten, unserm freuntlichen, lieben ohaimen und schwagern H. bGeorgen thumprobsten zu Magdeburg und H.–b Johansen, gebrudernc, Ff. zu Anhalt etc. und andern unsern rethen dsamptlich und sonderlich–d, an den hochgelerten und erwirdigen unsern lieben, andechtigen H. Martino Luthern, lerern der heiligen schrift, zu werben2, uferlegt.

    Anfenglich nach antzeig unsers gnedigen willen und zuentbietens und ubergebner credentz folgende meynung: Nachdem die röm. ksl. Mt., unser allergnedigster herr, aus notwendigem, hohem, väterlichem und allergnedigsten bedencken furnemblich zu cristlicher und einmutiger vorgleichung unserer heiligen religion und auch zu widerstand und gegenwher dem feinde gemeiner cristenheit, dem Turcken, und also deutzscher nation, unserm dorftigen vaterlande, zu heyl, trost, wolfart und rettung diesen reichstag ausgeschrieben und angestelt, uns auch neben andern chur- und fursten und stende des hl. reichs darzu beschrieben und erfordert, wir auch mit unterthenigster erscheinung geburenden gehorsam geleistet und seint unsers teils als die cristliche chur- und fursten und glidmas des hl. reichs solchs der röm. ksl. Mt. loblichen und cristlichen furhabens, so dem hl. reich und deutzscher nation zum hochsten Šfurtreglich und nutzlich, gantz hochlich erfreuet worden und so vil lieber in unser ankunft alhier vermerckt, das ire ksl. Mt. demselben irem ausschreiben im werck gantz treulich mit ernstem fleiß und allergnedigsts nachsetzt und diese ding von beiden teiln, sovil moglich und itzige gelegenheit hat geben wollen, gelerten und schiedlichen personen zu einem christlichen, freyen gesprech verordnet, denen auch bevelh gegeben, davon frey und cristlich zu reden und allein zu suchen, was die ehre des hochsten und die warheit seins gotlichen worts sey und ist.

    Und so dann hievor allweg der streyt und widerwertigkeit unserer religion auf der cristlichen lär und dem gebrauch der kirchen gestanden, hat dannoch der almechtig Got die gnad gegeben und vorliehen, das den articuln der lär als den haupt und furnembsten durch cristlich einmut und vergleichung fast abgeholfen, nemblich de peccato originali, de iustificatione, de libero arbitrio, de fide et operibus und dergleichen articuln. Nuemher allein der streit ist etlichermassen de authoritate ecclesiae, de transsubstantiatione sacramenti et eius perpetua permanencia usque ad sumptionem et de adoratione eiusdem3, item, de penitencia quam necessaria sit peccatorum enumeratio, de satisfactione castigatoria, de ordine hierarchico, de invocatione sanctorum, de canone missae, de missa sine communicantibus, de communicatione sub altera vel utraque specie, de celibatu sacerdotum, wie er dan eon zweiffel von den seinen allen bericht albereit deshalben wurd vernomen–e haben.

    Und dieweil es nun daruf haftet und uns bewust, das er als der erst on zweiffel aus sonderm beruf und erleuchtung Gottes des almechtigen dieses gotliche Šwerck und erkantnuß der ungefelschten warheit an tag gebracht, alle ding zu eren des almechtigen, zu fortsetzung des gotlichen worts, zu christlichem frid und einigkeit furnemblich, so allein die lar erhalten, gerichtet, hetten wir aus cristlicher lieb und treu unserm ampt und beruf nach vor uns selbs aus vilen hohen, bewegenden ursachen nicht umbgehen mogen, ine gnediger meynung antzulangen, und gesunnen unserm vortrauen nach gutlich und gantz gnediglich, alledieweil die lär, welche keinen zusatz, voranderung oder einich nachgeben leiden oder erdulden konne, fast ire maß und endschaft erreicht, der strit nuemher im gebrauch oder ritu ecclesiae und doch schir so vil in worten als der substantz, do doch auch endlich der substantz als einem dinglichen wesen fugliche worter und namen getroffen werden mochten, und wir in hofnung stunden, die ksl. Mt., wie sie hievor in worten und wercken, auch dieser wort halben zu vorgleichen, ferrer moglichen fleiß anwenden werde, do sich auch ire ksl. Mt. in gantzem ernst, die misbreuch, wie dieselben irer Mt. angegeben und uncristlich befunden, zu andern und abzuschaffen, erzeigen, dadurch das gotlich wort auch bei denen, do es anhere verschlossen gewesen, gepflantzt, eingesetzt, gemheret und ausgebreitet wurd, die erschreckenliche misbreuch eingetzogen und in kurzer zeit endlich untergehen musten. Dann es auch on antzeig der misbreuch aus der predigt, do allein Gott und sein nahme dem volck furgetragen, wir an dieselb justification allein des leidens und sterbens Jesu Christi, unsers einigen mitlers, geweiset, consequenter et necessarie erfolgen muß, das alle gegenlar und gebreuch, dodurch aus menschlichen erfindungen ein anderß gelert, greuel, ergerlich und misbreuchig sein, die auch in weniger zeit, als di nicht von Got weren, endlich untergehen musten.

    So ist augenscheinlich whar und am tage, das on vergleichung der religion nicht kann oder magk durch einich ander mittel oder wege dem Turcken einicher ansehenlicher und nuzbarer widerstand geleistet werden und doher nue vil jar von dem grausamen feind und tyrannen erschreckenlich in die cristen gewuetet, vil cristlichs volcks on aufhoren erbarmlich ermordert, der kleinen unschuldigen kindlein, frauen und junckfrauen nicht vorschonet, vil menschen on zcal vom heiligen, cristlichen glauben abgedrungen, in schwere gefengnus und harter dinstbarkeit gebracht, auch noch vil zudem heutigs tags im blut und feur sizen, todesgefhar und irs vorderblichen, elenden untergangs gewarten mussen, welche teglich und on unterlaß zu Got schreyhen, bey der ksl. Mt. und dem hl. reich umb trost, hilf und errettung ansuchen, und endlich nichts anders daraus zu schliessen, wo nicht Got der almechtig aus wunderbarlicher vorsehung und mit milden seinen gnaden einmal uns zu hilf komme, das in stehender unserer irrung und zweyleuftigkeit obbemelter feind die ganze cristenheit und unsern heiligen, cristlichen glauben endlich unterdrucken mocht.

    So seind auch vil einfaltiger, engstlicher und gefangner gewissen im babstumb und anderswo, denen die rechte, reine lhar des gotlichen worts nicht vorkundigt Šnoch vorgetragen wirdet, und doch teglich darumb schreyen und bitten, solhs auch zum hochsten begirig sein.

    So dann nun ymmer moglich oder zu erdencken, das on hohe vorlezung des gotlichen worts konten oder mochten so vil cristgleubiger personen aus dem rachen und gewalt des Turcken, aus dem blut und feur, so vil elender, gefangner gewissen von den stricken des sathans erledigt werden, das reich des almechtigen dadurch erweitert und gemheret, was solt oder kont solcher cristlichen, embsigen und schuldigen lieb gegen unserm negsten vorgesetzt oder wie mocht unserm negsten mher an leib und seel gedinet und gegen denen unsere wolfart ausgegossen werden. Ob nun gleich in diser allerhochsten, anliegenden not derer leut, die noch zur zeit nicht volkommen und der warheit nicht ganz bericht sein, schwacheit in den dingen, die nicht stracks wider di lar, getragen und cristlichs mitleiden mit denselben gehabt, bis sie der almechtig Got auch gnediglich deromaleins beruffen wolt, achten wir, dergleichen fell und exempel vil, von Gott dem almechtigen in den noten und umb irer schwacheit, auch zum teil umb hertigkeit ires herzen willen mit seinem volck ein zeit lang getragen, seint im alten testament und bei den heiligen aposteln mher dann eins zu befinden, welche zu erzelen im als einer hocherleuchten, gelerten personen, dem es selber bewust und ehr sich on das zu erinnern, onnot geachtet wirdet. So were es auch der ksl. Mt., ob sie es gleich vor ir person gewogen und gneigt, allen dingen so unstat und in der eil abzuhelfen, nicht moglich. Dann andere frembde nation als Hispanien, Italia, Franckreich, Engelland, Hungern, Polen und dergleichen, welchen das wort noch nicht vorkommen und im widerspil ertzogen und geboren sein, iren angenommenen glauben so ungestumig und eilends bei inen abzuwenden, ist unmoglich, wird auch hirin ksl. Mt. bey denselben nicht vorfolgt werden.

    So ist auch disse sache nicht ein eusserlichs, sondern ein innerlichs werck der gewissen, das sich mit dem schwerd nicht erzwingen lassen will, sonder allein durch das wort und zu der zeit, wann dartzu ein yden Got beruffte, besagen und weißen lest. Dann wer hat auf einen tag Juden und heiden zum evangelio bekert, do es jenen ein ergernuß, disen ein torheit gewesen, wo sie Got nach ordenlicher zeit, weiß und verkundigung seins worts dartzu nicht beruffen. Und so dan ire kfl. und fstl. Gn. bey ksl. Mt. vermercken, wann den dingen geburliche maß troffen, wie ire ksl. Mt. on das darzu nicht kommen mogen oder konnen, daß ire ksl. Mt. alle untregliche misbreuch abschaffen werden, der Venediger und andere botschaften alhier entschieds gewertig und, was geschlossen, bei den iren zu schaffen, dodurch das wort des almechtigen auch in fremde nation, denen es sonsten verborgen bleiben mocht, ausgeteilet werde, erschreckenlich zwispalt, zertrennungen und ergerlich scismata unter uns als den evangelischen selbs, wie ime wol bewust sein moge, hoch zu besorgen und alsdan disse hendel in dem wesen und stande, wie di itzo sein, von beiden teiln nicht widergebracht werden mochten, auch in folgenden zeiten dann wie itzo nicht wol moglich dahin zu bringen, vil cristlichs bluts errettet, vil gefangner gewissen erledigt, Šinnerliche emporung, krieg und blutvergiessen im hl. reich verkommen, verderb und untergang deutzscher nation und vordruckung des cristlichen glaubens vorhutet.

    fGelangt dem allem nach an ine unser gnedigs gesinnen, dieweil er hievor vilfaltig und oft sich beid mundlich auch schriftlich vernemen lassen, wo allein di lhar rein und frey gelassen wurd, es solt der andern articul und ceremonien halber nit große hinderung oder sorge haben und mochten denselben auch leidliche maß und tollerantz funden werden, er wolte, weil der almechtig Got zu denselben hauptarticuln der lhar und justification etc. gnad vorhliehen [sic!], als diser sachen von Got vor andern mit verstand hochbegabt, der auch bei vilen gute zuversicht hat und in großem ansehen ist, sovil ymmer moglich und sondere [= ohne] verletzung des gotlichen worts und ergernus der gewissen bescheen magk, helfen befurdern, daß denselben articuln und brauch der ceremonien auch mocht maß und orterung troffen werden. Wo es aber zu endlicher vergleichung ye nit kommen oder reichen kont, das dennoch derselben articul und ceremonien halber der gantz handel nit zuruckgieng, dan er hett bei sich selbs zu ermessen, was an diser versamblung und handlung, daruf vil gutherzig leut lang zeit mit hohen seuftzen gewartet, gelegen sein wolt, sonder, do die ganz sach nit hingelegt wurd, doch di vorglichnen articul als di notigsten und furnembsten vertragen blieben und im brauch giengen und di andern ein zeit lang, bis Got der almechtig ferrer gnad verliehe, mit maß verschoben und geduldetg wur- Šden4, dann leider zu besorgen, wo diser lang erwarteter reichstag ganz lher abgieng, daß vil gotfurchtiger leut des hoch erschrecken und zu einicher vorgleichung nit mher hofnungk haben wurden. Wes vor greulich verwustung gemeiner cristenheit und Gottes vergessung daraus folgen wolt, hett er als ein hochvorstendiger leicht abzunemen. Dorumb solchs, sovil moglich, zu verhuten, wolt er neben uns allen, so es ganz treulich und gut meinen, seinen treuen, ernsten fleiß, wie er allweg auch gethan, darstrecken und helfen, di sachen dahin arbeiten und richten, daß der ganz handel derselben hindern articul halber nit gar unterlassen wurd, wie wir uns dan des und aller cristlichen lieb zu ime genzlich versehen und getrosten. Dafur wird ime Got als einem treuen diener und arbeiter in seinem beruf reiche belonung geben und alle gotforchtig, cristgleubige leut werden ime des ewigen rhum und lob nachsagen–f.

    Was nun daruf unsern gesandten zur antwort gegeben, sollen sie mit fleiß einnemen und di an uns bringen. hUnd ob di richtig und wilferig, sollen sie sich zu dem Kf. zu Sachssen mit beiliegender credenz und instruction begeben, inhalts irer werbung dieselben–h ausrichten. Were aber di antwort abschlegig, sollen nichts minder unser schwager und vorordenten widerumb beschwerungen aus vorigem antragen mutatis mutandis uffs hertest ziehen, ine abermaln fleissig ermanen, die hochst zustehend beschwerden und not hirinne zu bedencken und sich, domit frid, ruhe und einickeit in der cristenheit gepflantzet, das gotlich wort ausgebreitet, verderb, untergang, auch blutvergiessen vorkommen, gutwillig erzeigen. Wolten wir wie oben in gnaden beschulden. Dise ding sollen di unsern allenthalben mit fleiß verzeichnen und, wes furleuft, uns zu irer widerkunft widerumb berichten.

    Actum Regenspurg Sontags Exaudj anno etc. im 415.

    «Nr. Š103 Instruktion Kf. Joachims II. von Brandenburg und Mgf. Georgs von Brandenburg-Ansbach für ihre Gesandten zu Verhandlungen mit Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, [1541 ca. Mai 28/29]1 »

    Berlin GStAPK, I. HA Rep. 14 Nr.1 Fasz. 1, fol. 11r–16v (Reinkonz.); AS v. späterer Hd. fol. 11r: Instruction an Kf. Johan Friedrich zu Sachsen, Dr. Martinum Lutherum an die grentz seiner kfl. Gn. churfurstenthumbs zu schicken, damit man von Regensburg aus desto ehe seines raths sich erholen köndte; DV v. 3. Hd. fol. 16v: Instruction an den Kf. zu Sachssen etc., wirt underlassen. Von Wonsidel kegen Hoffe. Vom hoff kegen Zwickaw. Ein post zum Hoff zu bestellen. Einen, der angegeben werde etc.

    Druck: Müller, Zur Geschichte, S. 209–212.

    Kurtze instruction und anweisung, was von unser von Gottes gnaden Joachim des hl. röm. reichs ertzcammerer und Kf., auch Georgen beeder Mgff. zu Brandenburg etc. wegen unsere gesandte an den hochgepornen fursten, unsern freuntlichen, lieben ohaim, schwager und bruder, H. Johans Friderichen, des hl. reichs ertzmarschalckh und Kf. zu Sachssen, etc. werben und bringen sollen. Erstlich und nach anfenglicher vermeldung und freuntlicher zuentbietung unser freuntlichs dinst, auch wunschung aller wolfhart wie gewonlich und pfleglich soll seiner L. angebracht werden, das wir fur unser person und zu furderung unsers hailigen, cristlichen glaubens, auch demnach gemainer cristenhait sachen und dann in sonderhait unsers vaterlands teutscher nation wolfhart, ruhe, friden und ainigkait nichts liebers gesehen, dann das es umb und mit seiner L. die gelegenhait gehabt, das die anfencklich personlich zu diesem jetzigen reichstag hieher gein Regenspurg komen mögen, da zweivelsane vil handlung zu merer richtigkait und schleunigkait mit Gottes hilf hetten gebracht werden konnen, da sich sonsten vil vertzugs und verlengerung etwo verursacht. Aber dieweil es seiner L. gelegenhait nit leiden oder geben wollen, darin wir dann fur unser person dieselben sein L. gutlich entschuldigt hielten, auch selbst freuntlich mitleiden trugen, das sie aus angetzaigten iren ursachen und ehehaften, hieher zu verraisen und zu erscheinen, nit statgehabt, so zweivelten wir gar nit, sein L. hett numer von und durch die iren gnugsamen bericht entpfangen, was aund welchergestalt–a bißanher alhie in des glaubens und religion sachen furgenomen und gehandelt worden were. Daraus und aus andern mer anzaigungen man anders nit versteen konth, dann das es die röm. ksl. Mt., unser allergnedigster herr, sovil zu derselben mechten oder Šausrichtigung steen mag, allergnedigst und väterlich gegen gemainer cristenhait und deutscher nation zu derselben ainhelligenb vergleichung und fridlichem wesen mainten und bedechten, als wir dan auch von hertzen wunschen und allenthalben getreulich bitten und zu Gott mit ernst ruffen solten, das er irer Mt. und andern cristlichen potentaten von tagen zu tagen jhe lenger jhe mer durch die sendung und wirckung seines heiligen gaists umb unsers herrn seligmachers und mitlers Jhesu Christi cund seiner heyligen gemainde und kirchen willen–c sein gottliche gnade und seines hailigen worts und willens erkentnis verleihen, dieselben auch dartzu stercken und bevestigen wolle.

    Dieweil aber dannocht gottlob die sachen numer dahin komen, das die furnembsten und maisten artickeln der hauptleer und doctrin der cristlichen religion yn ain solche verainigung gebrachtd, edenselben die–e maß und beschaidenhait zu vergleichung gefunden und gegeben, als zuvor nie gescheen mögen, dadurch auch verhoffenlich, mit des almechtigen ferner gnaden und hilf den armen leuthen und gewissen, so bißher an vil orthen und laider noch mit beraubung des gottlichen worts und der hochwirdigen sacrament in schwerster gefencknus verhaft gelegen, furthin beede mit fgutter, christenlichen und raynen–f leer und derselben sacrament geniessung und gwarhaftigem, rechtgeschaffnem–g gebrauch mög rath geschafft und dadurch gemaine cristenhait in unser, auch frembden nationen kunftig jhe lenger jhe mehr gebessert und zu hoherem verstandt, auch rechtgeschaffem, warem gottesdinst mög gefhurt werden, da auch hoffenlicher, unzweivenlicher zuversicht durch die almechtigkait und gutigkait des hochsten in etzlichen unverglichen beiartickeln die weeg und gelegenhait sich auch noch mögen und werden zutragen, das darin auch ain rechter verstandt zu vergleichung oder sonsten mit annemblicher, treglicher maß und beschaidenhait ane verletzung Gottes eher und worts, auch unser gewissen könneh getroffen und beschließlich mit der zeit durch gottliche gnad alles dahin gericht und gefhurt werden, damit alle unrechte leher und mißbreuch in gentzlichen abfhal komen und dagegen cristliche, rechtgeschaffne enderung ervolgei. So hetten wir, dieweil derwegen von hochgedachter röm. ksl. Mt. gnedigste und gutliche unterhandlung an uns gelangt, nit unterlassen mögen noch wollen, den eerwirdigen, hochgelerten unsern besondern, lieben H. Martin Luther Dr. etc. als ain sondere, von Gott hocherleuchte und begabte person, von dero solcher handel als durch ain Gottes mittel und werckhzeug sein maisten ursprung und anfang, auch noch heutigs tags sein furnembste Šwirckung hab, umb wolmainenden, getreuen rath jund bericht–j zu furderung gemainer cristenhait und deutscher nation wolfhart und ruhe aufs gutlichst anzulangen, auch sein L. daneben zum freuntlichen zu beschicken, als die wir wissen zu gemainem, cristlichen nutz, furderung, aufferungk und ausbraitung der cristenhait und zuvorderst Gottes eher und seines seligmachenden worths, auch zu ruhe und aynigkait im reich gentzlich genaigt sein.

    Wiewol wir nun gar nicht zweivelten, gedachter doctor wurdel uns zu furderung solcher sachen, Gottes eher und der gantzen cristenhait wolfhart und aller menschen selen seligkayt belangend, mit getreuem, wolmainendem rath und unterricht zu erbauung und erweitterung gemaynerm, hailigen, cristenlichen kirchen, auch erhaltung gemaines fridens und, damit dem grausamen erbfheind cristlichs nhamens, glaubens und bluts, auch aller erbar- und gottseligkait, dem Turcken, mit göttlicher hilf dest besser einhaltung, nabbruch oder widerstand–n gescheen mög, nit verlassen, sich auch also in solchen handlungen ertzaigen und beweisen, damit die raine leher, Gottes gnaden und barmhertzigkait gegen uns armen, gebrechlichen menschen und sundern, auch der gewissen hochster trost beede in zulassung warhaftiger, rechtgeschafner doctrin, auch rechter geniessung und gebrauchung der hochwirdigen sacrament und dadurch yder abgang, oabfall und unterdruckung–o aller gottslesterung und uncristlichen mißgebreuch von tagen zu tagen aller ende mög gefurdert werden, so ersuchten und betten wir doch sein L. auch gantz hohes und freuntlichs, gutlichs vleis, die wollten nit allain an irer person zu solchem nichts erwinden lassen, wie wir dann des an ir gar kain zweivel trugen, sonder auch mit und bei gedachtem herrn doctern zum vleissigisten und das best zu solchem furhaben und gemainer cristenhaitp aufnemen furdern helfen.

    Und nachdem wir seer bequem und fur gut ansehen, das gedachter herr doctor zum nechsten irgent an den grenitzen seiner L. churfurstenthumb als zu Coburg oder Blawen [= Plauen] sein möcht, damit man in wenig tagen zu jedesmals furfallender notturft zu und von demselben schicken, sich berichts erholen und seins raths pflegen konth, so langet derwegen unser ferner, freuntlich bitten an sein L., sie wollten mit genantem herrn doctor daraus handeln, auch, wo ymer moglich, mit und zu bester gelegenhait und gewarsam uns und gemainen handlungen zu guetem darin freuntliche und gutliche wilfharung und verschaffung thon, wie dann das von seiner L. und dem herrn doctor wol mit gueter gewarsam gescheen qund verordnet werden konne–q. Das wollen wir, Šnit allain gegen seiner L. unser freuntschaft und verwandtnus nach freuntlichen zu verdienen und zu beschulden, auch gegen gemeltem herrn doctor in allem guetem zu gedencken, hinwider willig und genaigt erfunden werden, sonder, dieweil es gottliche sachen und unser seligkait handlung betreff, so wurder tröstlicher zuversicht und hofnung derselb auch sein gnad dartzu verleihen und solchen dinst zu seinem lob und unserm hail unvergolten nit lassen, zudem, das auch der röm. ksl. Mt. auf derselben obberurts, an uns bescheen allergnedigst anlangen zu sonderm, hohem gefallen und angenemer wilfharung solche dinsterzaigung ervolget, die es auch zweifelsone zu allergnedigstem und sonderm, hohem danck in allem guetem wurd versteen und aufnemen und hinwiderumb gegen denselben also erkennen, das irer sksl. Mt. allergnedigist dancknemer wil und wolmainende erzaigung zu gnaden und allem guetem gegen inen herwider gespuret und in der that vermerckt wurde, das wir auch bei derselben irer ksl. Mt. zum hochsten rhumen und gegen inen zu allem guttem vleissig und getreulich furdern helfen wolten–s.

    Ob dann unsern gesandten vonnothen oder sonsten der sachen zutreglich sein wollt, mit fernerm und weiterm bericht mit seiner L. zu handln, so haben die aus der andern instruction und mitgegebnen schriften der alhie gepflegenen handlung gnugsam underricht und anweisung, wie sie dann auch getreuen vleis furwenden und sich nit leichtlich abweisen lassen sollen, alle sachen bei seiner L., auch dem herrn doctor zum besten zu handln und außzurichten. Und was inen allenthalben und jedesmals in den antworten und handlungen begegnet, sollen sie aufs vleissigst aufzaichnen und so furderlichst, als es gesein mag, wider hieher bringen.

    Actum Regenspurg.

    «Nr.104 Stellungnahme der bayerischen Herzöge zum Stand der Religionsverhandlungen auf Anfrage des Kaisers – [Regensburg, 1541 Juni 6] »

    München HStA, KBÄA 4247, fol. 281r–282r (Konz., Leonhard von Eck eighd.)

    Druck: Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. III, Nr.114, S. 371–372.

    Dieweyl die vergleichung auf das furgenomen gesprech sein furgangkh nit haben noch erraychen mag, so ist der ksl. Mt. zu raten und gemainer catholischen stende hochste notturft, das die ksl. Mt. den augspurgischen recess fur hande nemen und darpei pleyben wellen aus nachvolgenden ursachen. Die erst ist, das nit geachtet werde, derselb aabschid und confutation, zu Augspurg beschehen–a, Šsei von unkreften oder unbedachtlich oder wider gotliche schrift gemacht und aufgericht, wie dan die protestierenden albegen gesagt, geschrieben und nichts anders, dann denselben umbzestossen, begert haben. 2. Das dadurch diejhenen, so neutral sein oder auch gern zu den protestierenden abtreten wolten, und also noch das rest der gueten cristen behalten werden mogen. 3. Das die cristlichen stende zu Hagenau beschlossen und der kgl. Mt. in schriften ubergeben, wo die vergleichung durch das colloquium, so zu Wormbs angefangen und hie infeliciter geendet, nit ervolgte, das sy pei dem augspurgischen abschid peleyben wellen. 4. Das die ksl. Mt. dise gegenwertige handlung und irer Mt. proposition dermassen gethan, das es dem augspurgischen abschid unvergreiflich sein soll.

    Wie aber derselb gehandhabt werden mag, ist dises der aynig wege, das die ksl. Mt. die cristlich pundnus bnoch alhie und in irer Mt. gegenwart–b stercke und den merern thayl der cristlichen stende von chur- und fursten darein bewege sambt dem pabst und das camergericht in seinem stracken furgang peleyben, auch khain andrung can den personen–c noch suspension furnemen oder gestatten lass, so demselben camergericht zu verhinderung raychen mocht, und das man sich yzt der zeit und malstat ains cristenlichen concilii vergleich und gewislich halten woll aus volgenden ursachen: 1. Dieweyl allerlei ketzerei und missprauch nit allein in teutschen landen, sonder ganzer und gemainer, cristenlichen kirchen uberschwengklich eingerisen und von tag zu tag sich meren, so muessen dieselben durch ain gemain concilii abgestelt werden. Also ist es von zeyt der dheyligen apostel–d und in der kirchen gehalten, auch, ewie oft und in was zeyt concilia gehalten werden solen–e, durch die vatter gesezt, wiewol dieselb ain fzeyt her nit mit klainem abfall und zerrittung der kirchen–f nit gehalten ist worden. 2. Das doch die gueten cristen sich aus gueten herzen ainer reformation und ainigkeit im glauben vertrosten und verhoffen mogen. 3. Das auch diejhenen, so pei und in der protestirenden herschaften wohnen und dem alten glauben anhengig, welcher on zweyfl von reychen und armen noch ain guete anzall ist, in hoffnung ains concilii und cristenlicher vergleichung in irem vorhaben und glauben bestat und erhalten, auch ursach haben, dester statlicher ir parthei, es sei in gder fursten oder stete–g räte oder pei den gemainen, auf der cristenlichen parthei zu verharren und andere zu inen zu pringen. 4. Das auch die, so neutrall sein und nit wissen, welcher thayl gerecht sei und doch gern cirstenlich leben wolten, auch getrost und durch die determination aines concili erhalten werden. Und wil nit daran gelegen sein, ob gleich die protestirenden khein concili bewilligen noch besuechen wolten, dann man sich onedas pei denen, so verstockht und verhert sein, nach des apostels Šlere khainer pesserung versechen noch verhoffen mag. Aber nichtsdestminder so mag das concili furfaren, die ketzereien condemniren, die gueten und ain cristenlich leben erhalten und die widerspenigen zu gehorsam pringen, dann gotlich zu glauben und der gnad des almechtigen vestiglich zu vertrauen ist, was durch ain cristenlich concili erkent, das demselben vil und villeicht der merer thayl der protestirenden nachvolgen und anhangen und ire irtumb und pundnus verlassen werden1.

    «Nr.105 Verhandlung Lgf. Philipps von Hessen mit Granvelle und Naves – Regensburg, 1541 Juni 7 »

    Marburg StA, PA 575, fol. 1r–58v, hier fol. 48r–54r1

    Druck: Lenz, Briefwechsel, Bd. III, Kap. D, Nr. 5, S. 81–88.

    Gespreche zwischen dem H. Granuell und meynem gnedigen fursten und hern, gehalten am Dinstag nach Pfingsten etc. 41 in seiner fstl. Gn. herberg zu ŠRegenspurgk, [1541 Juni 7], actum Dinstags nach Pfingsten zu Regenspurgk anno etc. 41.

    Auf denselbigen tag ist der H. Granuella mit dem H. von Nauia zu meinem gnedigen hern in seine herberg komen und hat nachvolgend meynung mit seinen fstl. Gn. geredt und gehandelt und seine fstl. Gn. wider mit ime durch den von Nauia als interpretem in bysein mein, des cantzlers Johan Feigh.

    Zu Wormbs het er mit mir kuntschaft [gemacht] und allerlei mit mir geredt [in? sachen?] des glaubens, das sein fstl. Gn. [darin] vleis thun wolte, damit dieselb sach[en] uff christlichem weg mochten hingelegt werden. [Daneben], so wer auch seiner fstl. Gn. privatsachen gedacht worden, daß nutz und gut sein solte, daß ksl. Mt. mit seinen fstl. Gn. in eynem sonderlichen, gnedigen verstand were etc. Darauf auch ire ksl. Mt. seinen fstl. Gn. und sein fstl. Gn. widder ime, dem H. von Granuella, geschrieben hette, wie soliche schrifte one zweivel noch in gudtem gedechtnus weren. Nu hett ire ksl. Mt. im wergke befundn, daß sein fstl. Gn. in religionsachen iren fleis gethan het. Das reichte ksl. Mt. zu besonderm gefallen. Daß sich aber di religion und andere [privatsachen] bisher vertzogen hetten, wer nit geferlich, sonder [aus manichfaltigkeit] der sachen [gescheen]. Nu hett seine fstl. Gn. ir Mt. lassen antzeigen, daß seine fstl. Gn. aus furgefallen ursachen abreyßen musten. Und wiewol ire ksl. Mt. sich gnediglich zu erinnern wuste, daß solich widder-abreißen seinen fstl. Gn. freystunde, so weren doch di religionsachen nicht geendet und sonst treffenlich hendel furhanden, derwegen di notturft thet erfordern, daß seine fstl. Gn. noch etliche zeit als 10 oder 12 tag nach furgenommener zeit des abtzyhens hie plieben. So es aber seinen fstl. Gn. dermassen ye nicht gelegen were, so wolte ksl. Mt., desgleichen er, der H. Granuella, seine fstl. Gn. nicht gern in ichte, das seinen fstl. Gn. zugut kommen solte, verhindern. Mocht es aber sein, wolt es ire Mt. uffs hochst gebetten haben. Und wer ir Mt. gneigt, sich mit seinen fstl. Gn. der bsondern sachen halben eintzulassen und seiner fstl. Gn. gnedigster her und keiser zu sein. Hett daruff ime befollen, di dinge mit seinen fstl. Gn. zu handeln, darumb weren sie da. Daneben thet der H. G[ranvelle] ein gros erpieten fur sein person, daß er seiner fstl. Gn. freunt von hertzen sein wolte, seiner fstl. Gn. ehr und nutz furdern etc.

    Daruff hat seine fstl. Gn. ime anthwort geben und durch den von Nauia interpretem antzeigen lassen, das seine fstl. Gn. der handlung zu Wormbs und Speir wol indechtig were. Seine fstl. Gn. wuste auch wol, was seine fstl. Gn. sich erpotten hetten, nemlich sovil seine fstl. Gn. mit Got und gudtem gewissen thun mochten, daß het auch seine fstl. Gn. treulich gelaistet. Das aber solichs irer ksl. Mt. zu gevallen were, das bisher gescheen, solichs horten seine fstl. Gn. gantz gerne. Wer noch des erpietens, was er irer ksl. Mt. mit Got und gudtem gewissen thun konte in der zeit, dweil sein fstl. Gn. hie were, das wolte seine fstl. Gn. nicht underlassen, wiewol seine fstl. Gn. befunden, daß es seinen fstl. Gn. bisher nicht wenig verdachts pracht hette. Wer auch wol geneigt, lenger hie zu pleiben und den kosten nicht anzuseen, ob gleich seine fstl. Gn. noch Šetliche 1.000 fl. daruff vertzeren solte. Ksl. Mt. mocht es ye an einem andern orth gnediglich wider einpringen, aber dweil es di gelegenheit also zutruge, daß di felle vorhanden und sein fstl. Gn. Hg. Moritzen den tag zugeschriben hette, [zu] Saltza einzukomen, so konte ir Mt. im nicht verdengken, versehe sich auch, er wolt ir Mt. an dem ort nicht unnutze sein, wolt auch mit Hg. Moritzen handeln, ksl. Mt. undertheniger furst und anhenger zu sein und sich in kein widderwertige handlung zu begeben. Und das solt er ime zusagen, verhoffte, seine fstl. Gn. were seiner sovil mechtig. Wolte auch seine fstl. Gn. [... ...?] mit bit, solichs bei ksl. Mt. zum besten zu entschuldigen. Wolte auch gern anhoren, was er, G[ranvelle], mit seinen fstl. Gn. der privatsachen halben handeln wolte.

    Daruff lies G[ranvelle] widderumb antzeigen, daß er seiner fstl. Gn. erpieten vernomen hette, und het ir ksl. Mt. mit seiner fstl. Gn. handlung sonderlich gnedig gefallen und thet widderumb von seinetwegen ein sonderlich lang und gros erpieten, daß er seiner fstl. Gn. ere und nutz nach alle seinem vermogen zum allerhochsten furdern wolte, und hoffte auch, sein handlung solle seinen fstl. Gn. zu gefallen reichen.

    Daß er auch zu zeiten in der religionsachen gegen dem cantzler ernst geweßen und hart geredt hette, das were den sachen zum besten gescheen, und sein guter, gneigter wille, den er zu [der?] concordien, ruhe und fride theutscher nation getragen, di hetten inen bewegt. So hett ine auch das nicht wenig beweget, daß dieses [teils] theologi colloquutores di dinge, so sie vormals im colloquio zugelassen hetten, nume widderruffen zu merglicher grosser verhinderung der concordien. Und wan sie dermassen furtfaren wurden und wolten, so verstunde er wol und konts nicht anders ermessen, dann das alles dasjhene, so bißher gehandelt, umbsonst gehandelt und di muhe und arbeit verloren were. Und solten pillich das nu nicht weigern, das sie vormals zugelassen hetten, nemlich, daß das sacrament umb der krangken willen (doch ane misbrauch) aufgehoben werden mochte und so lang sacrament were, bis daß es genossen wurde. Wo diser punct nicht volgt, wurd bei dem andern teil kein concordia erhalten und geben ursachen den andern, daß kein concordia volgen konte, wilche ane das dartzu nicht gneigt weren. Der Bf. von Mentz, sobald er gehort hett, daß sich di sachen an dem artickel gestossen hett, wer zu ksl. Mt. komen und [gelacht] und hets ir Mt. gerumpt, daß er gehort hett, der handel wolte sich doran stossen. Bei dem bapst wurd allerlei practicirt, der het bis in 10 milion golts, davon erpute er sich, gelt zu geben zum widderstandt unserm teil etc. Und darumb besorgt er, G[ranvelle], sich, es wurd theutsche nation in grosse krig und plutvergiessen wachsen, zugrundgeen mit dem evangelio und kirchen, wilchs im ye treulich leidt were. So wer diß ein artigkel vom sacrament, darin wir alle welt zuwidder hetten, [alle welt] gneigt were, di meynung [auszutilgen]. Und er selbst wolte ehr leib und gut verlyren dan von solicher meynung absteen etc. Und hat die beschwerung aufs allerhochst angezeigt mit grosser bewegnus.

    ŠSovil meins gnedigen hern abtzyhen, sehe G[ranvelle] gerne, daß seine fstl. Gn. noch di begerte zeit hie pleiben wolte, nicht allein umb der religion, sonder auch umb anderer sachen willen, so diser zeit furstunden.

    Darauf hat mein gnediger herr abermals angezeigt, daß er ksl. Mt. gern zu willen sein wolte in denen dingen, so seinen fstl. Gn. mit Got, gudtem gewissen und [sonst] zu thun moglich weren. Und hat auch unter anderm Philippum und Bucerum aufs allerhochst und nach der lenge entschuldigt, daß sein fstl. Gn. wisse, daß sie from, gerecht und treu sein und, was sie thun, daß sie solichs aus gudtem eifer thun, besorgen sich der misbreuch, dero vil bei solichem sacramentum geubt worden mit allerlei handlungen, und sagen, sie haben davon, daß das sacrament sol hingesetzt werden, kein schrift und darumb pleiben sie [gern bei den] einfeltigen worten des herren ‚nemet, [esset]‘ etc. und er musse es inen also nicht rechnen. Und wiewol di stend di gutlich handlung runt abgeschlagen, auch di theologi in grosser antzal seinen fstl. Gn. di furgeschlagen artigkel zweimal mit grosser bewegnus abgeschlagen, so hab sich dannocht seine fstl. Gn. mit dem marggrafen churfursten und dem Ebf. von Lunda in handlung guter meynung eingelassen. Und wolte ye seine fstl. Gn. gern [alles das] thun, das zu thun moglich were [etc.].

    Sovil seiner fstl. Gn. abtzyhen betrifft, bleib sie bei voriger meynung, wist das [nu nicht mehr zu endern etc.]. Es lasse sich auch nicht endern, dan seine fstl. Gn. habs Hg. Moritzen zugeschrieben. Wolle [di rethe] statlich hie lassen. Di sollen allen befelh haben, nicht minder zu thun, dan als seine fstl. Gn. [selbst hie were]. Es hett auch nicht di meynung, daß [seine fstl. Gn.] der stend also mechtig were, daß sie [musten] seinen fstl. Gn. volgen in allen dingen. Wan Sachsen, Wirtemberg und Pommern [etc. und so vil] stet auf di wage kemen, die wiegen gar vil schwerer[dan seine fstl. Gn. alleine]. Sonder, was das merer teil [beschließe, das] must man gut sein lassen etc.

    Granvuella hat solich erpiethen, das mein gnediger herr gegen ime und seinem sonen gethan hat, zu grossem gefallen angenomen. Sovil aber di religion antrifft, hab er wol hitziglich geredt, so hab er es doch gut gemeint. Und hett nicht gemeint, daß Melanchton di sachen nume also verzogen und verhindert haben solte. Dan so solichs nicht recht sein solte, muste[n] unser altern, so das sacrament in irem abschit dermassen genomen hetten, alle idolatrae geweßen und in der helle sein. Das bewegte den keiser und iderman. Und solt ye Melanchton in solichen offenbaren dingen sich anders ertzeigt haben, so er bekenne, daß der leib des herren einmal da sei, so musse er ye dapleiben, bis er genossen werd. Hab sich grosses unrats besorgt und thu es noch, sover daß dießem punct nicht rath mag funden werden. So werd auch alle handlung, wie gut di geweßen sei, verhindert und vergeblich sein. Seien abusus da, di solte man antzeigen, wolt man di reformiren und bessern etc. Und thet unter anderm den furschlag, [man] solte di clausel transsubstanciationis herauslassen und setzen, daß der leip des herren dapleib, bis solang das er genossen werde. Und was misbreuch weren, di solt man mit der predig bessern und abstellen.

    ŠVon mein [sic!] gnedigen hern abtzyhen hett er geredt mit dem keiser. Nu wolte ye ksl. Mt. sein fstl. Gn. nicht gern beschweren, sonder seinen schaden lieber verhutten und verhutet sehen. Wer es aber muglich, so wolt ir Mt. [gern], daß seine fstl. Gn. noch so vil tag hie [pliebe etc.], sonderlich umb des willen, daß ir Mt. und der H. G[ranvelle] hofften, kgl. Mt. solten bald ankomen, damit seine fstl. Gn. sich mit irer Mt. auch mochten underreden und alle dinge mit wissen und willen irer kgl. Mt. beschlossen mochten werden. Kont aber seine fstl. Gn. ye [nicht] pleiben, daß dan sein fstl. Gn. per [postam] widderkomen wolt. Und daruf hat er hart gedrungen etc.

    Daruff hat seine fstl. Gn. geantworth, sovil das wegkzyhen betrift, daß er nicht pleiben moge. Wolle auch das widderkomen nicht zugesagt noch abgeschlagen haben. Darnach sich di sachen zutragen und darnach auch [ir ksl.] Mt. lang hie pleiben werden, darnach mochten seine fstl. Gn. thun. Auf cloppern sei seinen fstl. Gn. also durch di lande nicht zu wandern umb unsicherheit willen. Man hab geseen, wie es Dr. Delinghausen, wilcher ksl. Mt. geleyt im bußen gehabt, gangen sei. Und hat gefragt, ob seine fstl. Gn. ergent zu ksl. Mt. aufm abtzugwege komen mocht und wie lang ir Mt. noch hie zu pleiben gedengke. Das frage seine fstl. Gn. aus allem gudtem, nicht daß sie ksl. Mt. furnemen sonderlich zu wissen begerte.

    Hat Granuella geanthwortet, der keiser hab kein weib, so hab er seinen son in Hispanien, daran hangen di Hispanier gleich so [hart?] als an ime. Darine sein alle ding [stille] und ruhig. [So sei di konigin im Nidderlande regentin und alle ding wol versehen.] Darumb so werd ir Mt. nicht hinwegkeilen aus theutscher nation. Darnach sich aber di sachen zutragen im Welsch- oder im Nidderland, darnach werd ir Mt. sich halten.

    Nu sovil di privatsachen antrifft, sei ksl. Mt. meynung, daß zwischen irer Mt. und seinen fstl. Gn. di grosse und bestendige meynung das sein solt, daß zwischen irer ksl. Mt. und seinen fstl. Gn. ein bestendige, [ewige] freuntschaft sein sol, also daß keiner widder den andern thun sol in einichen wegk, wie hernach gemeldet wirdet. Und von solicher sachen woll der H. Granuella mit seinen fstl. Gn. handeln, doch in vertrauen und geheim, dan solten es etliche leuth wissen, mochte es nicht nutzlich sein. Glaubt auch, mein gnediger herr solt es selbst nit gern [weit]leuftig haben oder wissen wollen.

    Und hat [nu] ein verzeichnus furge[nomen, das] der H. Granuella in seiner handt gehabt, und aus demselbigen [seinen fstl. Gn. ungeverlich] dise meynung gesagt. So hat auch der H. de Nauia di artigkel in der handt gehabt, frantzosisch, so sein fstl. Gn. ine hat lassen verzeichnen am 10. tag Maij2, wie seine fstl. Gn. Šhat gemeint, daß di freuntschaft zwischen ksl. Mt. und seinen fstl. Gn. solt und mochte besteen. Daruff auch hat seine fstl. Gn. underredt, daß er willig sey, ksl. Mt. zu dienen in den dingen, di er mit Got und gewissen thun moge. Mer moge seine fstl. Gn. nicht zusagen.

    Also hat Granuella furtgefarn und [gesagt]: Zum ersten solte mein gnediger herr ksl. Mt. undertheniger, treuer furst sein, ir ksl. Mt. bestes wissen, außgenommen doch di religion, ire sachen und bunthnus itzt und kunftig, ausgescheiden auch erblich bundnus mit Saxen und Brandenburg, di rheinischen eynung, Mentz, Trier, Pfaltz und Wirtzpurgk, item Wirtenberg und di witwe von Braunschwigk sampt irem son Hg. Erich und andere, wie mein gnediger herr ime di in sonderheit hat vertzeichnet zustellen lassen. Item, der Kg. von Denmargk ist in der verzeichnus nicht gemeldet, stet [aber] in der ersten verzeichnus.

    Zum andern solte seine fstl. Gn. in der religionsache den fleis thun, der seinen fstl. Gn. moglich were, den auch seine fstl. Gn. mit Got und gudtem [gewissen] thun konte.

    Daruff hat sein fstl. Gn. zufelliglich geanthwort, seine fstl. Gn. hets gethan, sonst wer es mit dem privato colloquio so weit nicht komen.

    3. Solte sein fstl. Gn. fordern die expedicion contra Thurcam. Item, daß iusticia in theutscher nation moge erhalten werdena.

    Auf das hat seine fstl. Gn. des camergerichts halben geanthwortet, sein fstl. Gn. wolle im hl. röm. reich, sonderlich theutscher nation gern helfen frid und recht handhaben, doch so fer, daß ein ander cammergericht geordent werd, dan dieses sei nicht zu gedulden, das gleichmessig sei. Hat der H. Granuella geanthwortet, das das cammergericht solle reformirt oder abgethan und ein besser aufgerichtet werden.

    [4.] Item, nach absterben ksl. Mt. solte mein gnediger herr dem rhomischen konig beistehn, daß er bei der koniglichen cronen und dem reich moge pleiben und di gescheft des hauses zu Osterreich fur sich geen mogen.

    5. Daß Hg. Moritz sich in gleichnus an ksl. Mt. halte, denn ksl. Mt. wolle ine belangend di vetterliche vertrege confirmiren und sein gnediger her sein.

    ŠDaruff auch sein fstl. Gn. gedacht des Hg. von Wirtenberg, daß derselb auch irer ksl. Mt. nutz sein konte. Daruff ist sein fstl. Gn. befollen, mit den beden zu handeln, sich dermassen an ksl. Mt. zu halten.

    Zum 6., daß sein fstl. Gn. wolte mit den reichsstenden nach seinem vermogen handeln, daß sie ksl. Mt. behulfen weren, Meilandt zu beschirmen oder, so sie dartzu hilf nicht thun wolten, daß sie dan irer ksl. Mt. nichts zuwidder gescheen liessen mit allerlei sachen, zum krig gehorig.

    Daruff sagt sein fstl. Gn., sie wolt das gern thun, achtens fur pillich, zum wenigsten, das di stende den iren, widder ksl. Mt. zu dienen, nicht gestatten, sofer daß auch frid im reich werd und man muste auch di leuth [ein? wenig?] fur gut halten. Dabei [wart auch des lants von Lutzelburg gedacht mit Trier. Daruf redte Nauis, Trier hete [...?] im land Lutzelburg etc.].

    7. Der keiser hab keinen sondern krige umb erblande, sonder alle krig, so ir Mt. bisher gefurt haben, seien umb des reichs gutter willen gescheen, auch ehr und freiheit willen gescheen.

    8. Daß sein fstl. Gn. mit dem Frantzosen kein bundnus machen noch auch gestatten wolle, daß mit dem Frantzosen ein bundtnus durch den schmalkaldischen bundt gemacht werd. Daruff hat sein fstl. Gn. gesagt, sie wolle dasselb nicht ausschlagen.

    9. Hat er begert, daß sein fstl. Gn. sich widder den Hg. von Cleve wolle begeben zu hilf und dinst. Das hat sein fstl. Gn. abgeschlagen und gesagt, sein fstl. Gn. konne das nicht thun. Werd es deshalben zu unruhe komen, so wolle sein fstl. Gn. keins teils sein.

    Item, hat auch gefragt, ob er nicht ksl. Mt. zu gefallen einen zugk thun mochte gegen den Kg. von Francreich. Hat mein gnediger herr geantwort, das wol er noch ab- noch zugesagt haben. Wan es zu den sachen keme und sein fstl. Gn. sehe di gestalt des krigs, wie man dartzu mit allen dingen geschigkt were und was man seiner fstl. Gn. darumb thun wolle, so het man darnach zu thun und davon zu redden.

    Damit seine fstl. Gn. wisse, daß er einen gnedigen keiser hab, so wol ir Mt. den briff, der dem cantzler zu Speir worden sei [Nr. 13], widderumb erneuern, daß alle dinge vertzyhen und vergessen sein sollen etc., ausgenomen di religionsach wil ksl. Mt. ir furbehalten. Doch sol ir Mt. der religion halben widder den lantgraven particulariter nichts furnemen oder handeln neque directe neque indirecte. Und wolte imands anders, wer der were, widder den lantgraven handeln oder thun, das sol ir Mt. abwenden und nicht gestatten, sovil in irem vermogen were. Widderumb solte auch der lantgraff particulariter der religion halben widder di ksl. Mt. nichts furnemen, ausgescheiden, was seine fstl. Gn. der einung halben schuldig were. Dan es sey gewiß, daß der keiser der religion halben mit gewalt oder krig nichts thun wirdet, dan ir Mt. weis, was doraus volgen wolte.

    Š[11.] Sovil di von Goslar antrifft, wirdet Hg. Heinrich aus des keisers seckel nicht krigen oder auch sonst nicht mit willen irer Mt. Wirdet er aber krig anfahen, so stehe er sein abentheur.

    [12.] Und alles, das dem lantgraven mag zuwider sein, im selbigen werden der keiser und Granuella sein fstl. Gn. verwarnen und das, sovil moglich, abwenden und mit seinen fstl. Gn. einen verstand machen zwischen dem konig, frauen Marien und den welschen regenten. b[Nota: daß wir [einander?] verstanden, wann dem keiser und konig nach disem tag etwas gesagt werde, daß man seiner fstl. Gn. darumb zuredden soll und antwort hore, desgleichen wil seine fstl. Gn. auch thun.]–b.

    Item, er hat auch gedacht des Kg. von Denemargk, daß meinem gnedigen herrn [darine] wolle geratten sein. Hat seine fstl. Gn. geanthwortet, er sei dem konig verwant. Was aber seine fstl. Gn. guts dartzu ratten konte, daß di sachen vertragen wurden, das wolt sein fstl. Gn. gern thun.

    Item, hat auch gepetten fur den Hg. von Saffoy, daß sein fstl. Gn. demselbigen furderlich sein wolle etc. Hat sein fstl. Gn. auch verwilligt, sovil in seiner fstl. Gn. vermogen sei.

    Item hat lassen sagen, er wolte di briff nach [= noch] des tags begreiffen lassen.

    Item als eben gemelt ist von Cleue, da Granuella solich ansuchen gethan, hat seine fstl. Gn. anthwort gegeben inmassen wie obgemelt und unter anderm ein frage gethan, ob auch moglich were, daß in solicher sachen einiche gutliche handlung troffen mochte werden. Seine fstl. Gn. meinten, ob das ein wegk sein mochte, daß Cleue alle seine schulden, [so] ksl. Mt. ime schuldig ist, nachliesse, dartzu di herschaft Rabenstein ksl. Mt. erblich zustelte und das landt von Gellern zu lehn entpfinge, ob nicht ksl. Mt. damit zu fridigen sein solte. Haben sie bede ‚nein‘ gesagt. Der keiser hab auch nie keinen handel gehabt, der ime so ernstlich angelegen sei als diser, aus ursachen, daß der von Cleue sol zuvil von ksl. Mt. geredt. Item, er hab in reden mit der von Meilandt gestanden und in solicher freuntlicher, vertraulicher handlung solich ding practicirt und angenomen, uber das, daß Cleue gewist, daß er dartzu kein fug noch recht gehabt, daß ksl. Mt. vorfarn damit belenet worden sein. Item, hat gewist, wie sich der hertzog vertragen gehabt, darumb gelt genomen, besoldung. Item, daß sich auch di stet verschrieben gehabt. Item, hab gewist, daß das haus Burgundj auf die sachen grossen kosten gewendt, vilmals darumb gekrigt hab. Und uber solichs alles das gethan etc. Darumb werd ksl. Mt. solichs nicht [im] nachlassen. Dan Cleue sei in grossem, sunderlichen verstand gewest mit dem keiser.

    [Zettel:] Nota: Umb den artigkel mit den underthanen sol man eynen sondern briff machen.

    Nota: Hg. Moritz sol und mag das gelt behalten, das Hg. Jorgen hat sollen [erben].

    ŠNota: Wan mein gnediger herr etwas verhindern solte, must man seiner fstl. Gn. zuvor zu verstehen [geben] durch den keiser oder durch die konigin.

    So der keiser seiner fstl. Gn. das morgen also wolle zusagen, so sein fstl. Gn. dessen [also] zufridden3.

    «Nr.106 Johannes Gropper an Granvelle – [Regensburg, 1541 Juni 8]1 »

    Madrid, Real Biblioteca, Fasz. Mss. 2317, fol. 176r–176v (Ausf.?).

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 158 , S. 446–447.

    Significabo reverendissimo legato responsum illustrissimae dominationis vestrae, quod illi non dubium valde placebit.

    Ceterum heri quum abissem ab illustri dominatione vestra rursus vocatus sum ad illustrissimum marchionem, ubi quoque dominum Londensem inveni. Ambo mihi narrarunt, quo pacto rursus quaedam moderationis spes in articulis adhuc controversis ipsis adfulgeret, ostenderuntque tres illos articulos de ecclesiae et conciliorum authoritate, de eucharistia et poenitentia2 per ipsum dominum lantgravium in aliam formam verborum (sub qua ille speraret se posse obtinere consensum suorum) redactos ac petierunt per me certiores fieri, si Šputarem illos ullo modo sub ea forma tolerari posse. Ego vero relectis eis comperi quidem magis ferendos esse quam illos per colloquutores nostros exhibitos et praesertim eos qui sunt de authoritate ecclesiae et de poenitentia, sed quod de eucharistia [ostendebatur] habebat duo incommoda quae omnino putavi [cavenda], in quo tum mihi marchio assensisset. Articulus [nunc] sic est positus, quod credant in eucharistia post consecrationem verum corpus et verum sanguinem Christi adesse et a fidelibus sumi, et ut in veteri ecclesia non fuerit idem mos in reliquiis [sacramenti] observari posse, tamen ecclesiam pro infirmis sacramentum totum asservare et ad illos, qui ad ecclesiam venire non possunt, deportare, denique Christum in eucharistia se vere exhibentem in spiritu et veritate esse adorandum etc. An autem adhuc sic obtinebitur ab illa cohorte nondum rescivi. Ceterum de primatu pontificis, authoritate epicoporum, observatione feriarum et ieiuniorum ab ecclesia indictorum non erit tanta difficultas. Item, [quod] attinet ad missas, quae sine communicantibus cum astantibus [celebrantur] possit conveniri, ut singuli in suo sensu habundare permitterentur. Sed invocatio sanctorum (ut video) difficillime obtinebitur, similiter haec forma orandi Deus concedit [sic!] meritis sanctorum [s]uorum etc. aet per consequens canon missae-a. Item, omnino volent habere communionem sub utraque specie et libertatem coniugii sublata prohibitione in utroque articulo.

    Iam si videretur illustri dominationi vestrae expediri possit per dominum Gerhardum significare domino marchioni caesarem velle a prandio [exhibere] librum omnibus ordinibus [et?] quia illustris dominatio vestra intellixisset, quod sua illustrissima dominatio sua summa diligentia articulos controversos per colloquutores protestantes exhibitos ad bonam quandam moderationem reduxisset, cuperet illustris dominatio vestra intelligere, an ne potius illustrissimae dominationi suae videretur, quod loco articulorum per colloquutores exhibitorum isti articuli moderati statibus exhiberentur, quominus, qui ex hac parte sunt concitatores usis articulis coloquutorum valde duris exacerbuntur. Certe si ipse marchio hoc efficere possit, essemus non parum lucrati, etsi [non?] totum, quod velimus.

    [PS:] Reverendissimus dominus legatus non ita magnam facit difficultatem excepto solo articulo de eucharistia.

    «Nr.107 Gutachten [Johann Weißenfelders] zum Ergebnis des Regensburger Kolloquiums und zur künftigen Religionspolitik1 – [Regensburg, 1541 nach Juni 8] »

    München HStA, KBÄA 4248, fol. 1r–6v (Kop.); DV fol. 6v: 1541. In der religionsach bedenckhen.

    ŠDruck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 184, S. 508–511;Pastor, Reunionsbestrebungen, S. 490–494.

    In der religionsach bedenckhen.

    Das puech, so in colloquio furgelegt und hernach abgeschriben worden ist, khan mitsambt denselben gehalten underreden und gegenwurfen nicht bewilligt noch angenomen werden, dann, so das vleyssig besicht wirdet, befindet sich, das weitschwayf, mit vil uberigen, zweyfeligen und zum tail vertunckhlten worten gestellt, in welchen nicht allain der alten vätter gebrauch und ordnung der heylign schrift umbgangen, sonder auch derselben auslegung den protestierenden zuguet gezogn und verstanden werden möchte. Und das noch mer ist, etlich artickl desselben puechs vermög götlicher schrift und unserer haylign khirchen ordnung als irrig, verwurflich und zum tail khetzerisch ze achten.

    So wirdet der darzue verordetten [sic!] colocutorn maynung dabey wenig angezaigt, dann allain, was die protestirenden mit sondern schriftn getan. Aus welchen auch clerlich verstanden wirdet, das sy sich deß ambts der heylign meß, der sacrament, der khirchen gwalt und mer furnemlicher artickl halben mit uns nicht vergleichen, auch das puech (welches doch, wie vorgemelt, nicht zuelessig) nit annemen noch bewilligen welln, ungeachtet, das der restitution halben darin gar nichts begriffen noch ainiche meldung beschicht. Was beschwerden, irrtung und verwerflicher artickl im puech und der protestirenden schriften gefunden, wären durch gelert, geschickht und erfarn theologen in ainer sondern confutationschrift verzaichnet, die mecht man, so man weyter davon reden und ratschlagen wollt, fur di handt nemen.

    Dieweil nun die vergleichung uber der ksl. Mt. verhoffen, gnedigisten vleis und bemueung kayn stat noch ainichen furgang haben wil, auch nicht zu verhoffen, das sich die protestirenden hinfuro on rechten ernst und ain gemain concilli von irem irrign vorhaben weysen lassen, und aber gegen Gott und der welt gar nicht verantwortlich, inen in irm vorhaben nachzufolgen und von der gemainschaft der christenhait, wie das von zeit der heylign apostl und in den christenlichen concillien nicht allain von den Teutschen, sonder allen nationen verglichen und beschlossen worden, in dem wenigisten ze weichen und ausserhalb der andern nation sunderung zu machen, auch der protestirenden anhang sich zum maysten darumb erweyttert, das sy, dieweil sy kayn ernstlichen widerstandt sehen, obeinander halten, veraintlich handln, mit ir pundtnuß troen und di leut vergweltigen, darzue den vergweltigten und entsetzten kains rechtens mit [sic!] sein und, ob gegen ir ainem procediert wirdet, understeen sy sich di[sen] auch wider ksl. Mt. und derselben chamergericht mit gwalt zu beschutzen, ist aus der not zu gedenckhen, wie man dem furkhomben, hinfuro bey unser Šchristenlichen religion, ordnung und ceremonien unbetrangt beleyben und ain gleichs recht im reich (on welches kain bestendiger frid sein mag) gehaben mög.

    Dann, wo das nicht beschicht, ist gewislich zu besorgn, nachdem die ksl. Mt. selten im reich teutscher nation sein mag, auch die teytschen hendl zu zeyten mit solcher ordnung als wol vonnoten nicht gefurdert und ir ksl. und die kgl. Mt. mit vil andern und schwern, dringenden sachen beladen, es wurde alle unordnung und aigentlich daraus erfolgn, das weder frid, recht noch vertrauen bey den fursten und steendn deß reichs, furnemlich denen, so bey der alten religion beliben sein, alles recht vertrauen und guete verstentnuß zwuschen inen abnemen und der abfal zu den protestirenden gemerdt, wurde auch zulest zu entlichem verderben und vertruckhung der geistlichen und weltlichen fursten und obrigkaiten gedeyhen, wie das aus vil vergangn geschichten und furnemlich dem gemachten fridstandt zu Nurenberg, der franckhfordtischen handlung und daraus abzunemen, das die protestierendn irer handlungen und vergweltigung halben nicht allain am camergericht, sonder auch vor ksl. Mt. selbs weder rechtlich noch ander geburlich handlung leyden, auch on glait und sondere furwort zu kainem tag und handlung, dann was under inen selbs beschicht, sich begebn und, wie vor alter herkhomen, einlassen wellen.

    Und ob gleichwol gedacht werden mocht, dieweil wir, der alten religion verwantn, bey unser religion und ordnungn beleyben und die andern von irem vorhaben nicht weychen wellen, es mechte bey disen beschwerlichen und geferlichen zeiten von ainem anstandt zu handln sein, ist dagegn zu bedenckhen, das nach gestalt und gelegenhait der ytzt schwebenden und vorsteenden leuf menschlichen gedenckhen nach schier unmöglich zu achten, das on ergerlichen abpruch unser religion und ordenlichn wesens im reych ainicher bestendiger fridstandt khunn noch mög gefundn werden, dann, dieweil die protestirenden irer zuegriff und gewaltthaten halben, auch sonst kain ordenlich recht leiden und wellen darzue nicht absteen, iren anhang zu erweyttern, mit dem lauttern anzaigen, sy seien schuldig, das reich Gottes zu meren etc., ist guet abzunemen, das kain sicher anstandt zu machen ist. Und ob man gleich ainen fundt oder bewilligt, durch was weg solches beschee, mecht man sich darauf gar nichts verlassen und wurde der mer zu gresser zwitracht, unainigkait und verderblichem schaden dann furtreglicher sicherhait dinstlich sein. Welches umbso vil mer und gewislich zu vermuetten, das aus dem nurnbergischen fridstandt nichts guets, aber vil args und abfal erfolgt, die protestirenden, ungeachtet desselben, vil ansechlicher steende an sich gezogen und zum tail vergwaltigt, auch denselben fridstandt ires gevallens auslegn und dem camergericht kain gehorsam thun welln. Also ist es auch in und nach der handlung zu Franckhfurt bescheen mit weylendt Hg. Georgn zu Sachsen furstenthumb und beden Bff. Merseburg und Meyssenn.

    Nachdem sy auch gesehen, das gegn dem allen nichts gehandlt und inen kain widerstandt bescheen, haben sy sich noch merers understanden und gar die ächter zu beschitzen angenomen, darin inen auch von wegen ksl. Mt. Škain widerstandt bescheen, aber deß camergerichts ergangn urtl und acht eingestellt worden. Dieweil die ergangn geschicht das und noch merers clarlich anzaign und der nurnbergisch fridstandt nicht wenig ursach geben, das der augspurgisch abschid nit pas vor augen gehaltn, auch die protestirenden iren vortail dardurch gesuecht, ist diser zeit, wann abermals ain anstandt gemacht und vom augspurgischen abschid geschritten werden soll, noch ergerß gewislich zu besorgn. Dann wie man den durch und mit ksl. und kgl. Mt. handlung beschluß, wurde von irn Mtt. und den steenden gleich so wenig handhabung als hievor beschehen, der augspurgisch abschid dardurch geschwecht und alle unordnung hernachvolgn. Daraus leichtlich zu beschliessen, das, unerledigt der religionsachen, kain anstandt annemlich, furtreglich noch sicher sein khan.

    Und dieweil zu Augspurg in gegenwurtigkait der ksl. Mt., auch vil Kff., Ff. und steende die religionsach mit treffenlichem rat bewegn und gantz wolbedechtlich ain gemaine und ernstliche verpflichtung aufgericht worden ist, bey unser alten religion zu beleyben und mit allem vermögn darob zu halten, wie der damals gemacht abschid mit lauttern und clarn artickln mitbringt, ist kain ander eerlicher, pösser noch nutzer weg, dann bey demselben abschid, wie der gestellt ist, on ainichen umbstandt, abpruch und verklainung desselben zu beleyben und davon nicht zu weichen in kainen weg noch weiß, wie die furgenomen und gesuecht werden mechten. Sych wil auch (solt anderst menschlicher glauben und trauen etwas sein), dawider ze handln, kainswegs geburn, in bedenckhung, das der Got zu lob und erhaltung unser christenlichen religion furgenomen und die ksl. Mt., auch Kff., Ff. und steende sich gegenwurtigklich mit höchstem glauben darzue verpflicht, verpunden und verschribn, das auch derselb auf dem nechst alhie gehaltnem reichstag und jungst zu Hagenaw wider becreftigt, darzue in aller zu Wurmbs und ytzt alhie gepflegnen handlung vorbehalten worden ist. Darumb khan weder die ksl. Mt. noch ander, die darein bewilligt, sich mit eern noch ainichem fueg daraus ziehen, und ist vil gewisser, darob zu halten, dann ayn neuen aufzurichten.

    Und ist demnach die ksl. Mt. desselben und der obangezaigten ursachen mit pöstem vleis zu erinnern und underthenigclichen zu biten, das ir Mt. mit ernstlichem vleis und allem vermogn, wie sich ir Mt. damals erboten, darob halten und handthaben welle, wie das ir ksl. Mt. als haubt der christenhait neben vorbeschehner verpflichtung irm bevolhen ambt nach zuestett und geburdt, mit underthenigm erpieten, das die Kff., Ff. und steende neben ir ksl. und der kgl. Mt. sich mit allem irm vermögn hierin auch gehorsamlich wellen beweysen. Wann nun die ksl. Mt. solches bewilligt und zuesagt, mecht zu posser [= besserer] volziehung deß angeregten abschidts umb erweytterung der christenlichen pundtnuß gehandlt und deshalb guet weg und mitl angezaigt werden. Wurde aber ir Mt. darin ainich bedenckhen haben (das nit zu verhoffen), so wurde die unvermeidenlich notturft erfordern (sollte anderst die religion und christenlich, erber, guet wesen im reich erhalten werden), mit mererm ernst die ksl. und kgl. Mt. zu erinnern und anzuhalten, nemlich der obangezaigten verpflichtung, Šauch, weß er sich in eingang seiner regirung verschriben, zu ermanen und, das die gehorsamen steende yederzeit willig wärn gewesen und noch, neben ir ksl. und kgl. Mt. ob dem augspurgischen abschid zu halten und demselben zu gelebn. Ir Mt. hetten aber ausser ir, der stend, fridstandt und ander handlung furgenomen, den protestierenden etwo zugesehen und nachgehengt, daraus vil abfals, nachtail und unordnung erfolgt. Ob auch die vergweltigten etwo bey ir Mt. umb gnedig fursehung und hylf hetten angehalten, wäre denselben wenig furtreglicher expedicion erfolgt und etlichen das recht am chamergericht gespörret worden, daraus die protestierenden gestärckht und die unsern zum tail klainmuetiger worden und vil unordnung im reich dardurch endstanden, deshalb man nicht umbgeen mechte, ir ksl. Mt. underthenigklich zu bitten und zu erinnern, die gehorsamen dermassen nicht zu verlassen, sonder, wie vorgemelt, ob inen und der religion zu halten und zu sölchem abfall und unordnung, die aus nit-halten deß augspurgischen abschidts erfolgten, kayn merer ursach geben, sonder sich gnedigist darin beweysen.

    Wurden aber ir Mt. auf der andern maynung verharrn, so wollten sy mit Gott bezeugn, das sy, die gehorsamen Kff., Ff. und steende, darzue kain ursach gegeben und wollten nichts mynder weg suechen, wie sy mit hylf ander christenlicher heubter bey irm christenlichem glauben, ordnungn, ceremonien und altem herkhomben beleiben und erhalten werden mögen. Wann ain sollicher ernst gebraucht, wurde on zweifl ksl. Mt. sich aines andern und pössern bedenckhen und, wiewol das ernstlich gnueg, so khan es doch in diser dringenden und lesten not nicht wol umbgangn werden. Dann solt man sich vom augspurgischem abschid fuern lassen und in ainen anstandt bewillign, ist es aus obangezaigten ursachen nichts anders dann ain gwiß verderben, dieweil man waiß, das bey ksl. Mt. kain volziehen noch handhaben und den protestirenden in gemainen handlungen weder glauben noch halten ist. Man mechte aber bey bebstlicher Hlt. und dem Kg. von Franckhreich alspald guet partite finden und, wann die protestierenden befunden, das die catholici ernstlich obeinander halten, wurden sy weder kayser noch khonig trauen mögn und leichtlich mit inen weg zu finden sein, das man ein vil leidenlicheren friden und anstandt machte, darauf man sich mer getresten und verlassen mechte, dann wie der kayser vorhett, und wurde also der kayser an beden orten fälen und zulest die religionsach zu erörterung deß concili gebracht werden2.

    «Nr. Š108 Erklärung Kf. Joachims II. von Brandenburg und Ebf. Johanns von Lund gegenüber Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, [1541 Juni 8] »

    Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); DV: Von dem Kf. von Brandenburg neben disen artickel ubergeben.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 168 , S. 469.

    Wessergestalt die ungeverlich und unverbintlich ergangene underrede an gemeine protestirende stende zu gelangen, wissen meine gnedigste und gnedige herrn, der Kf. zu Brandenburg und Ebf. zu Lunden, auch meinem gnedigen hern, dem Lgf. zu Hessen, nicht maß zu geben. Achtens auch onnoth zu sein, aldieweil sein fstl. Gn. die dingk selbst aus hohem verstande bey sich zu erwegen, auch seinen fstl. Gn. die gelegenheit und das gemuth der protestirenden, wie mith denselben zu handlen, am allerbesten bewust, allein bitten ire kfl. und fstl. Gn. aus sonderer treu und wolmeinend gantz freuntlich, wie sie aus allerhand ursachen diesen handel gerne vortgesetzt segen [= sehen]und sein fstl. Gn. vor andern darzu gneigt befinden, ire fstl. Gn. wellen in betrachtung aller itziger geschwinden leuft und zustendt die jungsten verzeichenten artickel an die andern irer mitverwante stende forderlich bringen, mit antzeige, das das ergangene colloquium von etlichen guthertzigen und vertrauten personen, die es woll gemeinth und weitterung gerne verhuth sehen, in denen artickeln, so noch streittig vorfallen mochten und durch die colloquenten bis an die andern stend nochmals unverglichen, bey sich erwegen, den sachen mit vleiß nachgedacht und hielten gantz dienstlich, forderlich und erschieslich zu sein aus vielen hohen, tapfern und bewegenden ursachen, das den obbemelten articuln neher geholfen und, sovil muglich, ferner zusamengeschritten wurde, ehe und dan das gestelte libell von röm. ksl. Mt. den stenden des hl. reichs abzuschreiben ubergeben, domit die unverglichen artickel gemildert und in berurtes libell mit einverleibth werden. Bethen derwegen sein fstl. Gn. mit weitterer extension, wie des sein fstl. Gn. aus hohem verstand bey sich zu erwegen und zu schliessen, an die protestirend stend gemeinlich zu gelangen.

    « Nr. Š109 Vermittlungsvorlage Kf. Joachims II. von Brandenburg und Ebf. Johanns von Lund1 zu den noch strittigen Artikeln – Regensburg, 1541 Juni 82 »

    A  Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); durchstr. DV: Artickel, darinnen man noch nicht gantz aintrechtig, durch den Kf. von Brandenburg ubergeben.

    B  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 137, fol. 78r–80v (Kop.); DV fol. 80v: Artickel in der religionsach, die der marggraff churfurst ubergeben lassen. 1541.

    C  koll. Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 257r–258v (Kop.).

    D  koll. Marburg, StA, PA 588, fol. 38r–45v (Kop.)3.

    Druck Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 169 , S. 470–473 (ursprüngliche Fassung von D, dt.) und Nr. 170, S. 474–476 (ursprüngliche Fassung von D, lat.);Müller, Zur Geschichte, S. 223–228 (ursprüngliche Fassung von D, dt.);Müller, Zur Geschichte, S. 231–233 (korr. Fassung nach B).

    aDer erst artickel, darin man noch nicht gantz eintrechtig–a. Darin würt gesagt, das in der kirchen sey die gab, die schrift ußzulegen, doch an kein person, kein statt, kein zeit angebunden und das die generalia concilia irren mögen.

    ŠIn disem ersten artickel, dieweil man eintrechtig ist, das die kirch ein gericht habe, nit aber über das wort, sondern nach dem wort. Item, das in derb kirchen sey gewalt, zu underscheiden und ußzulegen die schrift und zu urtheilen von den streitten des glaubens und solchs nicht durch menschlichen rath, sondern durch des heiligen geists bewegnus und zeugnus des wort Gottes, wölcher die kirchen in nöttigen stucken nicht verlasst. Also möchten beed theil bekennen, das man generalconcilia, so im namen des herrn und heiligen geists recht und ordentlich versamelt seind, zu richten die sachen des glaubens, hören sollt im jhenigen, so sie gesprochen, sover es dem gotteswort nicht ungemeß. Und soll nicht gestattet werden dasjhenige, wölchs nach apostolischer ußlegung und ordnung der vätter einmal geurtheilt und verordent durch Gottes schrift ist, wider zu efern noch umbtzuweltzen. Doch sollen solche concilia auch nicht zu schliessen macht haben, das wider die heilig schrift ist, oder do die gewissen zu binden in den sachen, die in göttlichem wort freygelassen seind. Und wo fragen in der kirchen einfallen oder offenbarungen oder andere ding, so soll auch allwegen einer einigen person, wie Paulus Corinthern 14 sagt, redec und offenbarungen gehert werden und die andern nach göttlichem wort und geist urtheilen.

    Vom sacrament des leibs und bluts Jhesu Christi, unsers seligmachers, glauben wir alle, das im nachtmal nach beschehner benedeyung sein leib und blut wahrlich do sey gegeben, vom christgleubigen volck genossen werde. Und ob es wol bey der alten kirchen nicht allweg uff ein weiß mit dem überbleibenden gehalten worden ist, so mag doch solch sacramentd gantz fur die krancken nach der alten glaubene, maß und bescheidenheit, fdoch abgeschafft die mißbreuch–f, uffgehaben und behalten und zu denen, die zur kirchen nicht geen können, getragen werden, gdoch das dobey die krancken auch vom brauch des sacraments underricht werden-gund das Christus, hder sich im sacrament eucharistiae dargibt-h, im geist und der warheit angepett werde.

    Bey dem dritten artickel iwere zu lehren, obwol der herr die ertzelung der sünden mit ußgetruckten worten nicht bevolhen, dieweil er aber den gewalt, die sünden zu verzeihen und zu behalten, uß göttlichem bevelch den diennern der kirchen gegeben hat und inen das ampt, den gewissen, die durch die bürdin der sünden beschweret sein, artzney zu thun, uffgelegt, so sey heilsam und gut und zu vermanen einen jeden christen, des, so ime nutz, zu gebrauchen und nicht zu Šverachten. Und mag derhalben zu dem priester, derj dem furgesetzt ist, gehen. Es soll aber zu solcher sachen der gesetzt werden, der dartzu taugenlich sey, und ime die todsünd, wölche das gewissen anklagen und verstrickt halten und einem zu erzelen nottwendig bedunckt, bekennet werden, damit die gewissen von dem dienner durch das wort Gottes und rath desselbigen dienners vom last der sünden erleuchtert, durch heilsamen rath geheilet und durchs wort der absolution der barmhertzigkeit Gottes vergwisset werden.

    Von der satisfaction. Möcht gleichermassen geschehen, das die satisfaction, wölche von den vättern furgegeben und gelopt worden seind und noch heut nicht als ein verdienst der verzeihung der sünden, wölch allein Christo zustehet, sondern als ein artzney recht gepraucht werden und dasselbig in fasten, betten, almusen, ein wahr kirchen- und geistliche übung, das sie auch dienstlich seind, der ursach der sünden zu wehren und denen zu widerstehn und auch zu gutten exempeln; das auch heilsam sey, solche zuchtigung und artzney widerk zu gottseligem geprauch, den dise zeit erleiden möge, anzurichten–i.

    lDer viert articul.

    Das beed theil verglichen weren–l, das der rhömisch bischoff umb des stuls willen, mdarinnen er nachgevolget hat–m, sey der erstn under den patriarchen, osover er das evangelion nicht vervolgt, sein ampt vermög der alten canonen verricht und sich halt als ein wahrer bischoff–o.

    pBey dem funften artickel möcht man vleiß anwenden, beed theil zu vergleichen–p, das die haltung der feyr und festen, wölche von der kirchen und pfarren ordenlich angesatzt werden, wo sie in der gottseligkeit geschehen, gutte übungenq sein, und man sollt sie halten, es sey dann, das die lehrr, lieb und not ein anders ervordert, welcher alle eusserliche ding weichen müessen.

    sWo nun die artickel von der kirchen, von sacrament, von der beicht und satisfaction, vom primat des rhömischen patriarchen, von den feyren und vasten Šdermassen, wie dieselben oben vermeldet, bey den protestierenden stenden erheblich, so möcht der Kf. zu Branndenburg vleiß anwenden, das es mit den bischöffen, anruffung der heiligen, vom opfer der messen, von der messen one communicanten, mit gelupten der keuscheit, von ordenspersonen und der priesterehe verblibe, wie der protestierenden colloquenten solchs schriftlich im colloquio gestellt und übergeben–s.

    ŠBey dem wort von der communion einerley gestalt, wann ksl. Mt. erhielt, das gantze sacrament nicht verpotten wurde, so wußten wir nicht, was man zu klagen hett. tDoch soll der rechte prauch des sacraments nach der einsatzung Christi recht gehalten und gelehrt werden–t,4.

    «Nr.110 Kaiserliche Vorlage zum Kolloquiumsergebnis – Regensburg, 1541 Juni 8 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 85r–88v (Kop.); DV fol. 88v:Röm. ksl. Mt. etc. antrag, 8. Junij anno 41 beschechen.

    B  koll. Wien HHStA, RK RTA 6, unfol. (Reinkonz.)1.

    C  koll. München HStA, Kasten blau 271/1, fol. 50r–52v (Kop.); AV fol. 50r: 9. Junij.

    D  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 137, fol. 31r–34v (Kop.); DV fol. 34v: Copei ksl. Mt. relation, den stenden des reichs der religionhandlung, Mitwoch, den achten Junij, gethann. 1541, Regenspurg2.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 167 , S. 465–468;Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. III, Nr.115, S. 374–377;Walch, Bd. 17, Nr. 1380, Sp. 687–690;Corp. Reform. IV, Nr. 2261, Sp. 389–391.

    Die röm. ksl. Mt., unser allergnedigister her, setzt in kainen zweyvel, Kff., Ff. und stende und der abwesenden botschaften und gesandten tragen noch in Šfrischer gedechtnuß, wes ir ksl. Mt. aim anfang dises gegenwurtigen reichstags und in irer ersten proposition inen–a anzaigen lassen bund aus was ursachen derselb–b furgenomen, auch wie volgendts mit irer, der stenden, bewilligung cin der strittigen religionsach–c als dem hauptpuncten ddieser reichshandlung–d etliche gelerte personen aus inen, den stenden, baiderseitz verordent worden, die estrittigen artickel–e fur die handt zu nehmen, zu erwegen, zu bedenckhen und zu beratschlagen, wie die in ein christliche vergleichung gebracht werden mochten, und, was sie also (doch unvergreiflich und allain berichtsweiß) undereinander handln wurden, das sy dasselb alsdann widerumb an ire ksl. Mt., auch Kff., Ff. und gemaine stende bringen und gelangen lassen sollten, sich darauf desto baß haben zu entschliessen, auch mit bebstlicher Hlt. legaten vermog des hagenawischen abschiedts zu communiciren. Damit nun dieselben verordenten collocutoren ein form und wege haben mochten, in solchem irem gesprech zu procediren, so hette ir ksl. Mt. feinen schriftlichen begriff–f, durch etliche gelerte und gotsaiferigeg personen (wie ir Mt. bericht worden ist) zusamengetragen und irer Mt. behendigt, hals ob darin wege und mittel angetzaigt–h, dardurch ihres achtens solche strittigen artickel verainiget werden möchten, inen, den colloquenten, zuestellen lassen mit bevelh, idenselben bericht–i in beysein irer Mt. zugeordenten presidenten und anhörer fur die hand zu nehmen, von ainem artickel zu den andern zu verlesen und, wes sie darin zur vergleichung dienlich und annemlich befinden und ansehen wurden, dasselb aufzumercken, wes aber nit anzunemen, dasselb zu corrigiern und zu pessern und, nachdem solches alles volbracht, alsdann irer Mt. davon schriftlichen bericht zu thuen.

    Demselben weren die gedachten collocutores also gehorsamlich nachkomen und hetten allen muglichen vleys furgewendt, auch sich darin so viel bearbait, das sie derselben strittigen artickeln ein zimliche guetej anzal und nit die geringsten, kdoch auf irer ksl. Mt. und der stende wolgevallen–k, verainigt und verglichen. Und lsoviel die ubrigen artickel belangt, so–l noch unverglichen Špliben, hetten der protestirenden collocutorn mir bedencken und maynung in sonderhait–m ubergeben.

    Nun hetten volgendts die gemelten collocutores baiderseits samptlich nden angetzaigten bericht–n ausserhalb desjhenigen, so sie mit gemainem rath ainhelliglicho darin corrigiert und gepessert, abschreiben lassen und sambt berurten unverglichen artickeln irer Mt. undertheniglich uberantwordt, mit anzaigung, das sy pdenselben ubergeben bericht–p durchauß ausserhalb gemelterq artickeln fur ir personen (doch sonst unvergrifflich) verglichen hetten, der underthenigen hoffnung, ir ksl. Mt. sambt Kff., Ff. und gemainen stenden wurden wege und mittelr zu finden wissen, die ubrigen artickel mit verleihung des almechtigen auch zu vergleichen. sUnd hetten darauf ir Mt. underthenigclich gepetten, sölchen iren furgewendten vleys, muhe und arbait gnedigclich anzunemen–s. tWelche schrift mitsambt beyligenden artickeln–t ir ksl. Mt. den Kff., Ff. und stenden hieneben uberantwordten lassen.

    Und nachdem irer Mt. begierdt ye und alweg gewest und noch, diese sach furnemlich Got dem almechtigen zu lob und eer und gemainer christenhait und bevorab dem hl. reiche teutscher nation zu gueter ruhe, frid und ainigkait ye dahin zu furdern, damit der hochnachtailig zwispalt der religion hingelegt, und frid und ainigkait erhalten, auch aller unrath, so darauß entsteen möchte, verhuet bleibe, so ist ir ksl. Mt. freuntlich, gnedig und vleissig ansynnen und begeren, das Kff., Ff. und stende uvermög angeregter irer Mt. ersten proposition–u sich hierin nit weniger dann ir Mt. als christliche Kff., Ff. und stende erzaigen und beweisen und wellen solch schriftv zum furderlichsten vleissig ersehen, beratschlagen und erwegen lassen wund ferrer ir Mt. ir guetbedunken in diesem Šallem und nit allain auf die artickel, deren sich die verordenten verglichen, sonder auch der andern halben, so noch unverglichen sein, mittaillen, wes sy nach gelegenhait und notdurft der sachen fur guet und räthlich ansehen und befinden werden, damit weitter unrath und nachtail furkomen, auch wie und welchermassen weg furzunemen, damit die beschwerlichen mißbreuch, so allenthalben in geistlichen und weltlichen standt eingerissen, widerumb abgestellt und in ein christenlich reformation und pesserung gebracht werden mogen, wie dann solchs die hohe notdurft auch erhaischt3, und das Kff., Ff. und stende solchs yetzo alsbaldt furnemen, dem vleissigclich nachgedenckhen und irer Mt. ir rätlich bedencken treulich mittaillen wellen, wie dann ir Mt. nit zweyvelt, sy seyen onedas, solches ze thuen, gantz genaigt–w. So erpeuth sich ir Mt. nochmals wie hievor, nichts an ir erwinden zu lassen, auch kain muhe, vleys oder arbait zu sparen, dardurch solches alles gefurdert und zu gueter endtschaft gebracht werden möge4. xUnd ist ir Mt. der unzweiflichen zuversicht, das der Šbäbstlichen Hlt. legat sich zu diesem auch genaigt finden lassen, alles zu thuen, das an ime sein wirdet–x.

    yGleicherweiß ist irer Mt. freuntlichs gnedigs begeren, nachdem die stendt bey inen selbs wol spuren und erkennen mugen, das die hoch, unvermeidlich notdurft erfordert, furderlichen auch zu beratschlagen und furzunemen, wie5 dem erbfeindt unsers christenlichen glaubens und namens, dem Thurckhen, mit eylender und beharrlicher hilf zu begegnen sey, das Kff., Ff. und die stendt disen puncten auch fur die handt nehmen und nachgedencken wellen, wes auch in dem zu thuen, damit die christenhait, bevorab teutsche nation, dises orts vor unwiderbringlichen, verderblichen schaden verhuet werde.

    Deßgleichen auch, was zu erhaltung fridens und rechtens, auch gueter pollicey, rhue und ainigkait und in andern obligen teutscher nation inhalt irer Mt. außschreiben und ersten proposition furzunemen seye. Und in disem allem ansehen und bedencken die lenge der zeit, so man hie gelegen, und das der verzug zum höchsten schedlich und nachtailig ist. Das alles will ir Mt. gegen Kff., Ff. und gemainen stenden in freuntlichem willen und allem gueten und gnaden erkennen–y.

    «Nr. Š111 Werbung F. Johanns von Anhalt und seiner Mitgesandten bei Luther – [Wittenberg, 1541 Juni 10] »

    Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 329 Nr. 133 Bd. 2, fol. 280r–282r (Kop.).

    Druck: D. Martin Luthers Werke, Briefwechsel, Bd. 9, Nr. 4280 , S. 309–312; Walch, Bd. 17, Nr. 1375, Sp. 676–678.

    Articuli concordati: 1. De peccato originali; 2. De iustificatione; 3. De libero arbitrio; 4. De fide et operibus

    Articuli controversi: 1. De authoritate ecclesiae, 2. De transubstantiatione sacramenti et eius perpetua permanentia usque ad sumptionem et de adoratione eiusdem; 3. De penitentia, quod necessaria sit peccatorum enumeratio; 4. De satisfactione castigatoria; 5. De ordine hierarchico; 6. De invocatione sanctorum; 7. De canone myssae; 8. De missa sinea communicantibus; 9. De communicatione sub altera vel utraque spetie; 10. De caelibatu sacerdotum.

    Durch F. Johans von Anhalt sampt andern an Dr. Martin Luther zu tragen: Erstlich, das der Kf. von Brandenburgk und Mgf. Jorge F. Johansen von Regenspurg sampt den andern zu dem hern doctor mit credentz und mundtlicher werbung abgefertigt, auch bevohlen, F. Jorgen, thumprobst, mitzenehmen, welchs er nicht hat konnen abschlahen1.

    1. Nach ubergebung der credentz der hochgedachten chur- und fursten gruß und gnedigs erbieten dem hern doctor antzutzeigen.

    2. Ferner, das ksl. Mt. den reichstag auß gnedigster, veterlichen meinung außgeschrieben, nemlich von wegen der irrungen in der heiligen religion, die zu christlicher vergleichung ze bringen, auch des Turcken halben und deutzscher nation als dem durftigen vaterlandt zu friede, ruhe, heil und trost.

    3. Datzue auf erforderung hochgedachte chur- und fursten erschienen, ksl. Mt. geneigtes gemuet und vleyß gespueret.

    4. Und ire ksl. Mt. schiedliche leuth verordent zu christlichem, freiem gesprech, bevehl gethan, christlich und frei ze reden, Gottes ehr und warheit seins göttlichen worts allein zu suchen.

    5. Alß dann der streyt der religion auf der lahr und eusserlichem gebrauch gestanden, so ist von den furnembsten artickeln der lahr, nemlich de iustificatione und anhangendem auf maß underrede geschehen. Von etzlichen artickeln aber ist der religionverwanthen, da man mit den bäbstischen noch irrig, meinung ubergeben, welcher artickel capita in der zedel vertzeichent, davon der doctor an zweivel gueten bericht hat.

    6. Weil dann der doctor durch göttliche gnade und erleuchtung am ersten diese lahr wieder an tag gebracht, so ersuchen inen auch fur alle andere hochgedachte Šchur- und fursten mit gnedigem begern, wolle helfen vorfordern, das darinne mochten christliche, leidliche mittel getroffen werden, damit diese heilsame lahr auch weyttergebracht und weniger geirret werde. Denn zu verhoffen, do die lehre vom hauptartickel weyttergebracht, mussen alßdann die andern mißbreuche auch fallen.

    7. Und zu besorgen, so nicht ainikeyt gemacht, das daraus viel unheils ervolgen mochte.

    8. Das man dem Turcken kein wiederstandt thuen köndt, mit erzellung seines grausamen furnehmens und clage der armen leuthen, welche ksl. Mt. gerne retten und bei dem christlichen glauben behalten wolte. Und so solchs nicht geschehe, hetten wir dergleichen zu besorgen, das er, die christliche religion bey uns ze tilgen, auch furnehmen wurde.

    9. So nuhn in diesem allem nicht endtliche vergleichung geschehen könde, das doch mit der maß, was muglich, toleriert wurde der liebe ze guet, damit nicht ergers ervolge. Das der christlichen liebe nichts furtzesetzen. Das man jhe mit den, so noch nicht gnugsam underricht, gedult tragen musse, exempel im alten und neuen testament, welchs nicht not zu ertzelen. Es were auch ksl. Mt. selbst, das, alles alßbald abetzuschaffen, unmuglich und bei den sein [sic!], da es nicht gelert, selbst fehrlich.

    10. So hat man bey ksl. Mt. vermarckt, so der sachen maß getroffen, das alle öffentliche mißbreuche, da es ksl. Mt. ze thuen, soln abgeschaft werden; das die Venediger des entscheids warten etc.; das hiedurch göttlich wort mehr außgebreittet.

    11. Und dieweil sich der doctor hat vernehmen lassen, so die lehre frei und rein gelassen und geduldet, auch das volck die communion erlangete, were in andern artickeln wieder gedult ze haben, so zweivelten hochgedachte chur- und fursten nicht, der doctor werde hirinne nichts erwinden lassen und neben ime [sic!], die es hertzlich meinen, das beste fordern. Und do es jhe zu endtlicher vergleichung nicht mocht kohmen, das gleichwol die verglichene artickel blieben und die andern mit einer bequemen maß aufgeschoben.

    12. Denn so der reichstag ane ainiche frucht zergehen solt, wolt viel leuth erschrecken und hernacher zerruttung aller policey, auch unter den unsern schismata zu besorgen sein.

    13. Bitten derwegen schließlich, der herr doctor wolde selber guete mittel und wege antzeigen, die bemelte chur- und fursten mit vleyß verfordern wollen, domit die streittigen artickel gentzlich mochten abgeschnitten oder jhe den guete maß mochte getroffen werden.

    Doch suchen sie in dem nichts anders, dann das ane abbruch göttlichs worts und ergerniß wol beschehen mochte, mit bitte, solchs im besten und auß treuer wolmeinung zu vermercken2.

    « Nr. Š112 Stellungnahme Lgf. Philipps von Hessen zu den Vermittlungsvorschlägen Kf. Joachims II. von Brandenburg und Ebf. Johanns von Lund – Regensburg, o. Datum »

    Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); AS: Was mein gnediger herr dem marggraffen etc., churfursten auf di ubergeben artigkel furgeschlagener vergleichung zu anthwort gegeben hat. Sed notandum, quod ceteri articuli, qui hic non reiciuntur, in exemplari, quod marchio exhibuit, declarati et emendati sunt crebris additionibus et emendationibus et declarationibus.

    A. Articulus von der beicht, der sol pleiben inmassen, wie unsers teils collocutores denselben gestellet haben besser dan der itzige artigkel.

    Den artickel der satisfaction, sol es auch pleiben bei dieses teils colloquenten gesteltem artigkel. Sequitur: Sovil di bischoff.

    B. Sovil di bischoff angeet, so ist der artigkel vormals wol gestelt durch di unsere colloquutores. Dabei lasst man es pillich pleiben.

    Von heilligen anruffung sol der artigkl von der heiligen ehr nicht anders oder weiters steen pleiben, dan sofer er vormals in dem colloquio und im buch durch dieses [teils] colloquenten zugelassen ist.

    Auf den artigkel, das opfer in der mesße belangend, las man es pleiben bei dem artigkel, den die unsern gestellet haben, dan der [sic!] helta man gantz linde und der schrift gemes.

    Die messe one communicanten konnen wir nicht approbirn aus ursachen, so hiebei vermeldet sein.

    Sovil di communion beder gestalt angeet, mus hintzugesetzt werden: doch sol auch der recht brauch des sacraments nach der einsatzung Christj rechtschaffen gelert werden, und anders nicht.

    Von den gelubden der ordensleuth und priester bzu der keuscheit–b konnen wir nichts redden, dan man kan oder mag umb gebrechlicheit willen der mentschen ewig gelub nicht zugelassen [sic!] werden [sic!], dweil keuscheit ein gab Gots ist.

    Zum letsten, sovil di priesterehe belanget, sol dieselb inmasßen wie andrer mentschen ehe frei sein, wie Paulus sagt, umb der hurerey willen hab ein iglicher sein weib, und wie ad Thymotheum steet, des theuffels lere sei, ehe verpieten etc.

    « Nr. Š113 Erklärung der protestantischen Stände zur Vermittlungsvorlage Kf. Joachims II. von Brandenburg und Ebf. Johanns von Lund zu den noch strittigen Artikeln – Regensburg, 1541 Juni 11 »

    A  Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); DV: Antwurt, weliche die stend der augspurgischen confession und religion meinem gnedigen herrn lantgraffen uff des marggrafen ubergeben artickel zugestellt.

    B  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 137, fol. 81r–81v (Kop.); DV auf unfol. Blatt:Copei der antwort dem landgraven der handlung halben, die er etzlicher artickel halben in der religion haben wolt, geben. 1541. Regenspurg, Sonnabent, den 11. Junij; AV fol. 81r:Sonnabent den eylften Junij.

    Aufa meins gnedigen fursten und herrn von Hessen antzeig und etzliche daruff ubergeben strittigen artickel, die mein gnedigster herr, der Kf. von Branndennburg etc., in der religionsach hochgedachtem meinem gnedigen herrn, dem landgraven, freuntlicher und gnediger wolmeynung, dohin es auch von seinen kfl. Gn. verstanden, zugestelt, haben die stende der augspurgischen confession und derselbigen religionsverwanten die sachen dohin bewogen, dieweil sie der hiezuvorn gepflogenen handlung durch die sechs verordenten theologen noch keinen bericht hetten, sonder itzundt dieselbigen handlung und artickel abgeschrieben wurden, so konten sich ire fstl. Gn., Gn. und G. auf hochgemelts des Kf. zu Branndenburg artickel nicht vernemen lassen, wiewol sie, es mitlerweil unvergreiflich mit iren theologen und gelerten beratschlagen zu lassen, furhabens weren. Wan aber ir fstl. Gn., Gn. u. G. bericht und abschriften der gepflogen handlung erlangt, wollen sie dieselbige sampt den itzigen artickeln ferner beratschlagen, waß inen zu thun oder nicht sein wolt. Und waß also ire fstl. Gn., Gn. und G. semptlich bedechten, daß wurde alßdann hochgemelter mein gnediger herr, der landgraf, seinen kfl. Gn. unverhalten sein lassen etc.1

    «Nr. Š114 Die in Regensburg noch anwesenden protestantischen Theologen an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, [1541 Juni 12]1 »

    A  Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); DV: Der theologen antwort meinem gnädigen herrn landtgraven gegeben.

    B  koll. Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); DV: Der theologen antwurt, meinem gnedigen herrn lantgrafen gegeben. Soll den stenden durch meine herrn, die rät, nach meins gnedigen herrn abschaiden angezeigt werden.

    C  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 137, fol. 82r–84v (Kop.); DV fol. 84v: Copei der theologen antwort, dem landgrafen gegeben, 1541, Regenspurg.

    D  koll. Hannover NLA, Celle 1 Nr. 20 , IV, fol. 691r–693v (Kop.); DV v. a. Hd. fol. 693v: Theologi protestantium lantgravio ad articulos a marchione electore propositos.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 176 , S. 485–487;Corp. Reform. IV, Nr. 2270, Sp. 403–405 [unter dem irrtümlichen Datum: 1541 Juni 16].

    Die artickel, so euer fstl. Gn. von dem durchleuchtigsten, hochgebornen fursten und herrn, H. Joachim Mgf. zu Brandenburg Kf. etc., unsern gnedigsten herrn, zugestellt seind, haben wir neben der ernstlichen erinnerung, dobey von euer fstl. Gn. geschehen, underthenigclich vornomen, zweiffeln auch nicht, solchs sey von hochgemeltem churfursten etc. gutter wolmeynung geschehen.

    Und nachdem euer fstl. Gn. uns erinnert zu bedencken, das einigkeit vonnötten sey, dem Türcken widerstand zu thun, auch das es christlich umb derjhenigen willen, so in andern landen zum evangelio zu bringen, nicht alle sachen zu hart zu streitten, so weißt Gott, das wir auch zum höchsten friden und einigkeit wünschen und begern und wollten rechte, christliche einigkeit willigclich und gern mit unserm tod erkauffen. So bedencken wir auch selbs, was unsern kirchen, oberkeit, uns selbs am zeitlichen friden gelegen, zudem, daß wir vil lieber wollten, das alle kirchen in teutscher nation zu einhelliger, christlichen reformation kemen, so es möglich, dann das zwytracht bleibet, daruß vil unordnung und verwuestung volget. Dise und dergleichen mehr wichtige ursachen gehen uns zu hertzen, das wir in allem, so uns als geringen personen möglich, gern zu einigkeit helfen wollten. Das aber allein bey uns zu weichen gesucht würdet und der gegentheil alles ir wesen erhalten will, das ist beschwerlich.

    ŠDoch wollten wir auch, das ander verstendiger leut und, die mehr auttoritöt [sic!] haben, zu solcher großwichtigen sachen, do uff allen seiten vil gevahrlicheit zu besorgen, gezogen wurden und das man zeit dazu neme. Dann wiewol man sagen mag, es wisse ein jeder, der zimlichen verstand hat, christlicher lehr leichtlich sein meynung nach seinem gewissen anzuzeigen, so ist doch dagegen zu bedencken, das vil ein ander ding ist, den unsern die christliche lehr einfeltigclich in kirchen furzutragen, dann sich einlassen in handlungen mit dem gegentheil, do nicht müglich, so gantz uff stracker bahn zu bleiben, wie auch der hohe appostel Petrus sich gestossen, ado er den Juden zu sehr nachhenget–a.

    So haben wir gleichwol vernomen, das die drey uff unserm theil im colloquio sich in vilen puncten gelind erzeigt als mit anbietung der ordination und auttoritet der bischöff etc. Dogegen aber wurt noch gespuret, das der gegentheil gar hart hölt ob etlichen puncten, die dobrechte wurtzel seind viler mißbreuch, und wurdet allein bey uns angehalten, von unser lehr zu weichen. Sovil nun die jetzigen artickel belanget, ist dises unser underthenige antwurt: Nachdem zuvor etlich artickel durch die verordenten zum colloquio uff weitter der stend vergleichung unverbündtlich abgeredt, davon doch noch zweiffel ist, ob einiger theil, diser oder der ander, dieselbige annemen werde, so sey bösser der relation zu erwarten, dann es were unfruchtbar von den jetzigen artickeln zu reden, so die vorigen nicht sollten gewilligt werden, auch so wir gering und wenig personen jetzund mehr artickel willigten, die ernach andern mißfallen wurden, möchte dest leichtlicher under uns selb spaltung erwachsen, wie wir nicht zweiffeln, das etliche diser jetzigen artickel von andern angefochten werden.

    Zum andern, wiewol man sihet, das dise jetzige artickel etwas gemessigt und gelind gestellet, so will dannoch die notturft ervordern, das die, so das buch noch nie gelesen, sich darin ersehen und das buch sampt unsern gegenschriften gegeneinander halten und erwegen.

    Das aber gesagt wurdet, wir sollten den andern anfahenden kirchen zugutt etwas dulden und nicht alle sachen so hart streitten, wie bey uns nicht alle sachen so bald ans liecht bracht, ist wahr, das man mit den anfahenden soll gedult haben. Wir sind auch, solchs zu thun, geneigtc gegen denen, wölche anfahen, die lehr des evangelii rein zu predigen, und erstlich die groben mißbreuch abschaffen. Aber es ist weit ein anders, mit anfahenden gedult zu haben dann mit dem gegentheil artickel zu stellen, wölche solche artickel fur ein unwandelbarliche lehr und dogmata von beeden theiln wöllen gehalten haben, rhumens auch fur ein moderation, die sie verstehn ein subtile verenderung unser vorigen lehr.

    ŠNun wissen wir wol, das wir menschen sind, und bekennen jeder fur sich selb, das wir auch geirrt, und haben nicht scheu, Gott zu ehrn unsere irthumb zu widerrueffen. Aber in disen jetzigen artickeln, davon jetzund gestritten würt, wissen wir durch Gottes wort und gnad, das unser lehr recht und gegründet ist und das unsere artickel uffs eusserst von uns selb gemessigt und moderirt sind. So dogegen offentlich ist, das bey dem gegentheil ir meynung grosse mißbreuch mit sich zeucht und bestettigt, wie von artickel zu artickel anzuzeigen. Darumb seind ire moderationen wol zu bedencken. Und bitten, euer fstl. Gn. wöllens nicht ungnedigclich verstehn, das wir, die wir dgering und–d wenig sind, nicht so bald schliessen. Wollten am liebsten, das dise und andere artickel mit mehrer rath bewogen wurden. Gott, der vatter unsers heilands Jhesu Christi, bewahr euer fstl. Gn. alle tzeit.

    «Nr.115 Antwort Luthers auf die im Auftrag Kf. Joachims II. von Brandenburg und Mgf. Georgs von Brandenburg-Ansbach an ihn ergangene Werbung – Wittenberg, [1541 Juni 11/12] »

    «Nr.115a Urspüngliche Fassung der Antwort Luthers auf die im Auftrag Kf. Joachims und Mgf. Georgs an ihn ergangene Werbung – [Wittenberg, 1541 Juni 11] »

    Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 329 Nr. 133 Bd. 2, fol. 253r–255r (Reinkonz., Luther eighd.); AS v. 2 versch. Händen fol. 253r: D. Luthers bedencken von dem buch der religion, [da]von zu Regenspurg gehandelt, und von personlicher besuchung des reichstags [...?], 1541 Regenspurg.

    Druck: D. Martin Luthers Werke, Briefwechsel, Bd. 9, Nr. 3629 A, S. 437–440.

    Wie ich gestern von eueren fstl. Gn. gehort die werbung an mich von wegen meiner gnedigsten und gnedigen herrn, H. Joachim Kf. und Georgen, Mgff. zu Brandenburg etc., und darauf mündlich mein schleunige antwort gegeben, also hab ichs euerer fstl. Gn. beger nach dieser gestalt schrieftlich gefasset, soviel ichs behalten.

    Erstlich, das ich gern und mit freuden gehort, das ksl. Mt., unser allergnedigster herr, so hertzlich meinet beide mit der vergleichung yn der religion und frieden ym reich. Gott der herr regire seiner ksl. Mt. hertz zu seinem lob und ehre und zu des reichs wolfart. Amen.

    So weis ich auch zu rhumen fur Gott und yn meinem gewissen, das ich ja auch in solchen beiden stucken aufs hohest geneigt und teglich dahin mein ernsts, arms gebete richte, kan auch nicht zweiveln, das dieses teils fursten und stende des gleichen gesynnet sind, wie sie dasselb nicht mit worten, sondern mit Šder that reichlich bewisen, denn sie druber viel zusetzen und noch viel mehr dulden und leiden, zuletzt auch den mordbrand, und doch stille sitzen, sich nicht rechen.

    Zum andern. Das die vier artickel verglichen sollen sein, horete ich auch gerne, denn ich habe der formülen keine gesehen, on die eine von der justification, on was ich des also hore geschehen. Aber ich habe gestern eueren fstl. Gn. gesagt, das unmuglich sey, jhenes teil mit uns zu vertragen, und stehet auch nicht yn ksl. Mt. vermügen. Denn obs gleich ksl. Mt. aufs allerhohest und gnedigst ernst und gut meinet, so ists doch jhenem teils nicht ernst, wollen aber villeicht ksl. Mt. also eine nasen drehen. Denn wo es ernst were, so wurden sie die ander zehen artickel nicht lassen unverglichen sein, als die wol wissen und verstehen, das sie alle zehen gewaltiglich und in bona consequentia aus den vier verglichenen verdampt sind. Sie aber haben aus allen die zehen, so am heftigsten wider die verglichenen vier artickel streiten und verdammen, behalten. So hette ich fur mich im artickel der justification den feyl, das lib[erum] arb[itrium] drinnen stund und der spruch S. Pauli eingefuret war: ‚Fides per dilectionem efficax est‘, der sich daher gar nichts reymet, denn S. Paulus spricht nicht: ‚Fides per charitatem justificat‘, das sie doch (als ich sorgen mus) meinen, weil ihr meinung falsch ist, sondern so spricht er: ‚Fides per charitatem operatur vel efficax est‘a.

    Zum dritten. Weil nu mein gnedigster und gnedige herrn von Brandenburg durch euere fstl. Gn. von mir begeren, das ich eine rat geben wolt, wie doch mit solchen zehen articken [sic!] eine mas mocht getroffen werden, damit der reichstag nicht on frucht abgieng, hab ich also mein gutduncken gesagt, wo ksl. Mt. jhenes teil nicht zu rechter, ernstlicher vergleichung bringen kan, so ists mit yhnen umbsonst geerbeitet. Wo aber ksl. Mt. (on jhener willen) eine ernste vergleichung haben wil yn den vier artickeln fur sich selbs oder wers mit yhrer Mt. halten wolte, were das meins dünckens der beste rat, das ksl. Mt. ausschriebe, diese vier verglichene artickel zu halten fur die reine, christliche lere, aber die andern zehen die weil anstehen liesse, also das wir sie fur unser teil umb der schwachen und unverstendigen willen, so die ersten vier artickel annemen ernstlich, ein zeit lang bis sie es auch predigen horeten und lereten, wie sie yrrig und zu lassen oder zu meiden weren. Denn wo die ersten vier artickel rein gehen, da were den zehen die gift genomen und muste die schwachen als die unreinen kinder nicht wegwerfen, wie S. Paulus sagt: ‚Infirmum in fide suscipite‘, sondern durch die vier artickel als ein bad teglich ubet, sie darin zu waschen. Denn kinder konnen wol unrein sein, aber das bad mus reine sein und Šbleiben und nicht durch zehen aussetzigen artickel verünreinigt werden, gleich wie Christus die apostel duldet yn viel stucken, die verdamlich weren gewest, wo sie nicht an yhm feste blieben, sich teglich hetten lassen reinigen und leren. Und die apostel auch lidden das opfer und gesetz Mose, so doch aufgehaben und nü mehr schedlich, wo man allein hielt an der justification fidei.

    Doch rate ich nicht, sondern widerrates hart, das ksl. Mt. solt solch tolerantien als ein dogma oder decret lassen ausgehen yn seiner ksl. Mt. ausschreiben, sondern solte lassen ein frey opus bleiben, wo man zu schwachen keme oder sie funde. Denn wo es ein dogma wurde, so wolten sich die halstarrigen bgeistlichen tyrannen–b desselben halten und solche artickel verteydigen als recht durch ein ewige tolerantia cund weder zu den starcken noch zu den schwachen lassen komen, wie ich der etliche auch yn der nehe kenne–c. Denn ich gestern gesagt, das wir die wollen verdampt haben, die es wol wissen und dennoch halten und verteidigen wolten und wurde hieraus der krieg erger denn züvor. Sondern das solte gnug sein, wie gesagt, das die vier artickel ausgeschrieben worden fur christlich zu halten, die andern zehen hette seine ksl. Mt. dismal nicht konnen zur vergleichung bringen.

    «Nr.115b Endredaktion der Antwort Luthers auf die im Auftrag Kf. Joachims und Mgf. Georgs an ihn ergangene Werbung1– Wittenberg, [1541 Juni 12] »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. E 140, fol. 320r–323v (Reinkonz.); DV v. 4. Hd. fol. 323v: Antwort, so den brandenburgischen geschickten zu Wittemberg gegeben uff die beschickung, so an Dr. Martin Luther durch den von Anhalt uff die regensburgische reichshandelung beschehen etc. 1541.

    B  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 329 Nr. 133 Bd. 2, fol. 256r–259v (Kop.).

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 173 , S. 479–481;D. Martin Luthers Werke, Briefwechsel, Bd. 9, Nr. 3629B, S. 440–442;Walch, Bd. 17, Nr. 1376, Sp. 678–682.

    Wie ich negsa von eurn fstl.b Gn. gehört die werbung an mich von wegen meiner gnedigsten und gnedigen herrn, H. Joachim Kf. etc. und H. Georgen Mgff. zu Brandenburg gevedtern, und darauf mundtlich mein schleunige antworth in eilh gegeben, also habe ichs uf weiter bedencken dieser gestalt schrieftlichen Šgefasset, sovil ichs behalten, und uberschickec eueren fstl. Gn. irem begern nach ddieselb hiemit also–d schrieftlich.

    eErstlich, das ich gerne und mit freuden gehört, das ksl. Mt., unser allergnedigster her, so hertzlich maynet baide mit der vorgleichung in der relligion und friden im reich. Got der her regire seiner ksl. Mt. hertz zu seinem lob und eher und zu des reichs wolfarth. Amen.

    So waiß ich auch zu ruemen vor Got und in meinem gewissen, das ich jha auch zu solchen baiden stucken ufs hochst gneigt und teglich dohin mein ernstes und armes gebeth richte, kan auch nit zweifeln, das dieses teils fursten und stende desgleichen gesinnet sein, wie sie dasselbe nicht mit worten, sonder–e mit der thatt reichlichen beweisen, dan sie daruber viel dulden und leiden, zuletzt auch den mortbrandt, und doch stillesietzen, sich nit rechen.

    Zum andern, das die vier artickel vorglichen sollen sein, höret ich auch gerne. Ich hab aber der formulen keine gesehen one die aine von der justificacion. Aber ichf habe vorgestereng eurn fstl. Gn. gesagt, das unmuglich sey, jhenes teil mit uns zu vertragen, und steet auch nit in ksl. Mt. vermugen. Dan ap es gleich ksl. Mt. ufs allerhochst gnedigist ernst und gut maynet, so ist es doch jenem teil nit ernst, mit Got und nach der warheit vortragen zu werden. Wollen aber villeicht ksl. Mt. also ein nasen drehen. Dan wo es ernst wer, so wurden sie die andern zehen artickel nit lassen unvorglichen sein, als die wol wissen und vorstehen, das sie alle zehen gewaldiglich und in bona consequencia, sonderlich aus dem artickel der justificacion vordambt sein. Sie aber haben aus allen die zehen, so am heftigsten wider die vorglichenen vier artickel streitten, behalten. Daraus ich wol kan vorstehen, das es jhens teils ernst nit ist, das sie denselbigen artickeln iren rechten verstandt wollen lassen.

    So habe ich fur mich im artickel von der justificacion den fehel, das das liberum arbitrium dorin steet und der spruch Sandt Paulh darin eingefurth wirdt ‚Fides per dilectionem efficax est‘, der sich doch doher gar nichts reymet. Dan Sandt Paulus spricht nit ‚Fides per charitatem iustificat‘, das sie doch (als ich sorgen musse) maynen, sondern so spricht er ‚Fides per charitatem operatur vel efficax est‘.

    Zum dritten, weil nu meine gnedigste und gnedige hern von Brandenburg durch eur fstl. Gn. von mir begern, das ich ein radt geben wolt, wie doch mit solchen zehen artickeln ein maß mochte getroffen werden, damit der reichstag nit ane frucht abginge, solchs were ich zu thun von hertzen willig, wen die sachen also gestalt weren, das ich darin rathen kondt. Ich habe aber die zehen artickel auch nit alleh gesehen, wie sie die nidergesatzten aus des andern teils Štheologen sollen gestelt haben. Aber wie sie die unsern gestelt, die hab ich gesehen, die gefallen mir und sein die warheit. Darumb, wo ksl. Mt. jhenes teil darin nicht zu rechter, ernstlicher vorgleichung brengen kan, so ist es mit inen umbsonsten gearbait. Dan so gleich die ersten vier artickel alsoi gestelt, das wir sie von baiden teilen annhemen, und plieben doch in den zehen unvorglichen, so sein junther den tzihenen solche artickel, die offentlich und klerlich wider das erste gebot streben, das man dorin weder dispensiren noch etwas dulden kann–j. Ich kan auch nit bedencken, das ainiche ursach vorhanden sey, die gegen Got die tollerantz möchte entschuldigen, dieweil kein schwacheit kder oberigkeyten noch–k derjenigen halben, die sich der kirchenambt und ministerien luff dem andern teil–l annhemen, vorhanden, sondern lauthere vorsetzliche tirannen. Die wurden auch nymermherm starck werden und in ewiger tollerantz wollen verharren und solche artickel vor recht vorthedingen, die wollen abern wir, wie ich eurn fstl. Gn. negst gesagt, vordammet haben, dieweil sie iren irthumb wissen und dannocht vor recht vorthedingen und halten wollen. Diese wurden auch solcher tollerantz also mißbrauchen, das sie ir volck, ap es gleich der rechten leher wol bericht und gemelte stuck vor einen irthumb mit rechtem grunde der schrieft erkente und starck wurdeo, in solche artickel wollen alwegenp gefangen und verbunden behalden, wiewol wir sonsten mit iren schwacheiten, qdie bisher Gothes wort nicht gehort–q, des sacraments halben in einer gestalt, item, welche es dafur wolten achten aus schwacheit, das sie alle ire sunde in der beicht musten ertzellen, wol kondten gedult tragen, biß sie auch starck wurden. rUnd die-r wurden nit starck werden konnen, inen wurden dan die ersten vier artickel recht und clar uf dem andern teil auch geprediget und sonderlich der artickel von der justificacion.

    Wo aber ksl. Mt. ausschriebe und verschuffe, das die ersten vier artickel durchaus rain und clar geprediget und vor christenlich gehalten solten werden, so nhemen sie den zehenen die gift und wurden  lerer und zuhörer durch Šdie tegliche ubung in solcher leher sbald und-s von tage tzu tag-t stercker werden und die zehn artickel dadurchu von inen selbst fallen mußen, wie bey uns auch bescheen ist. Dan in solchen fällen muste man die schwachen als die unraynen kinder nit wegkwerfen, wie Sandt Paul sagt ‚Infirmum in fide suscipite‘, dan kinder konnen wol unrein sein, aber das bad muß rain sein und pleiben und nit durch zehen außsetzige artickel vorunrainiget werden, gleich wie Christus die aposteln duldet in viel stucken, die vordamblich weren gewest, wo sie nit an ime vhest plieben und sich teglich hetten lassen rainigen und leren. Aber wan die vier artickel nit solten rain gehen und gelerth werden, auch nit solche prediger ufgestelt werden bey dem andern teil, die solche vier artickel rain in der predigt treibenv, so wurde bey inen die tollerantz zu einer ewigen hertigkeit geratten, als ich vorberurth habe, und kondt ir volck, das noch schwach were, auch nimmermeherw starck werden, dan wie Sandt Paul sagte ‚Quomodo audient sine praedicante, quomodo vero praedicabunt nisi mittantur‘ etc. Darumb wurde auch kein christenliche vorgleichung zwuschen uns xervolgen konnen-x. Aber wan die vier artickel rain zu predigen zugelassen wurden, so kondt ksl. Mt. in irem ausschreiben der zehen artickel halben wol einen bequemen anhang ymachen, nemblich-y, wiewol ire Mt. dißmals dieselben nicht hetten zur vergleichung brengen konnen, so were doch zu verhoffen, wan die ersten vier rain geprediget zund von dem andern teil zugelaßen-z wurden, das die vorgleichung der zehen aus dem claren bericht der vier und derselben applicacion aadurch die prediger-aa sich selbst auch vorgleichen wurden etc. Wo aber die vier artickel rain zu predigen uf dem andern teil nit wolten zugelassen werden, so were es dan offentlich, das sie zu keiner rechtgeschaffenen vorgleichung lust hetten. Do kondte auch keine tollerantz stadthaben.

    Das wil ich eurn fstl. Gn. uf yre anbrengen untherdeniglich, abauch freuntlich-ab angetzaigt haben. acDas ist mein bedencken. Nachdem aber das Šgespreche angefangen worden, das, was durch die sechs vorglichen wirdet, an alle stende soll gebracht werden, so waiß ich mich von den stenden disses teils hiedurch nicht zu söndern. Will mich auch nicht gesondert haben-ac. adUnd bevelhe mich himit eueren fstl. Gn. einen armen caplan-ad.

    «Nr.116 Bericht über die Verhandlungen der protestantischen Stände am 18./19. Juni 1541 – Regensburg, 1541 [nach Juni 21] »

    Frankfurt ISG, Reichssachen II Nr.909, fol. 55v–56v (Kop.).

    Sabathe, den 18. und Sontags, den 19. Junij sein die protestirenden stendt nachmittag beyeinander gewesen und der handlung halben, zwischen den geordneten theologen geupt und verlauffen, beratschlagt, was nach gehapter abschryft derselbigen handlung inen, den protestirenden sten[den], darin weither zu thun und furzunemen, sein wolte, sein auch derhalben under den steend[en] mancherley meynung gewesen, dan etlich gemeint, dieweil eß theologica, darin den steenden, der theologen unverhort, sich inzulassen, nit gepuren wolte, solte man alle theologen, so noch zu Regenspurg weren, fur die stende erfordern und do eines jeden bedenckhen und meynung uber ein jeden puncten heren etc. Etlich meinten, nachdem die geordneten theologi auß allerley bedenckhen und sondern ursachen, so inen in der handlung des gesprechs begegnet, vileicht etlich ding bewilligt und nochgegeben haben mechten, das de [sic!] andern gemeynen theologis auß unwissenheit der bewegenden ursachen veleicht etwaß rauch anzusehen sein wurde und sich also aus solcher gmeinen verhoer fur den steenden vil ungeschickts zutragen mecht, dan es nit allein der geordneten theologen halben etwas beschwerlich, das ir handlung, deren sie sich uber ires so hoch beschweren uff so vleyssig bit der steendt undernhomen ererst noche eines jeden bedenckhen (dem doch ir bedenckhen, darunter gehapt, unbewust were) disputirt und umbgestossen werden solt, sunder wurde auch den steenden zu hohem verwiß und nochred gerathen, so man sagen solt, die theologen hetten zugeben, das die steendt nhun nit annemen wolten etc.

    Derhalben etlich fur gut geachtet, das die steent auß inen und den theologen ein außschuß verordnet, durch welchen solich handlung vor die hant genhommen, noch aller notturft erwegen, bedacht und, waß deßhalben entlich zu thun oder nit, beratschlackt und, waß also von den [sic!] außschuß bedacht und fur rhatsam geachtet, dasselbig alsdan an gmeine stende wiederumb gelangen und eines jeden mainung daruff verhoret werden solte etc. Zuletst aber ist dahin geschlossen worden, daß man alle theologos, so zugegen, vor die stend erfordern Šund die drey verordneten do aller handlung relation thun und bey einem jeden puncten ir bedenckhen, ursachen und bewegnus anzaigen lassen, darnoch der andern theologos aines jeden in sunderheit meinung auch horen solte etc., daruff sich nochmals die stende ein jeder seines bedenckhens auch mechte haben vernemmen zu lassen etc., welches also den stenden gmeinlich gefallen, daruff auch bevollen worden, den theologen anzusagen, sich zu solchem geschickt zu machen, damit das volgents Dinstags [1541 Juni 21] vor die hant genhomen und angefangen werde etc. Doch hat es darnach uff berurten tag auß anderm [sic!] furfallenden, gmeiner reichsgescheften sein furgang nit gehapt.

    «Nr.117 Gutachten zur Konzilsfrage – Regensburg, 1541 [nach Juni 24]1 »

    Madrid, Real Biblioteca, Fasz. Mss. 2232; fol. 93r–94v; DV fol. 94v: Regensburg 1541; DV v. 3. Hd.: Légat, concille.

    Sur ce que le légat et nonce du pape ont mis en avant le concille pour le remède de l’inconvénient, qu’est en la Germanye touchant notre saincte foy et religion.

    Fait en premier lieu à considérer, qu’ilz ont dit, que c’estoit la finale détermination dudit sainct père et peult l’on tenir pour tout certain, que selon qu’il est [...?] de toutes ses opinions, qu’il demeurera arresté en ceste, tant plus qu’il a pour ce l’advis du collège des cardinaulx.

    Et quant à actendre aultre responce sur ce que depuis a esté escript à Rome tant touchant le livre que pour remonstrer à sa S l’inconvénient apparent en ceste Germanye l’on peult aussi croire, que ledit sainct père pensera avoir satisfait au premier par la proposition dudit concille et à l’aultre moyennant les cinquante mille ducatz, qu’il offre, et généralement de faire ausurplus selon qu’il sera advisé.

    Et tant plus se tiendra il en ladite résolution pour ce que le roy de France mesmement la allosera nonobstant qu’il aye moins du voulonté audit concille ou aussi peu que ledit sainct père et le fera ainsi tant pour soy couvrir et qu’il a tousiours indirectement traversé ledit concille que pour tenir ledit sainct père et tout le collège en craincte et nécessité de luy, et sera à propoz quoy qu’il soit des intentions dudit sainct père et roy de France de empescher, que riens se face ou pourvoye icy contre ledit sainct père ny aussi perd ledit roy de France faveur en ceste Germanye.

    Davantaige que ceste invention dudit concille procède des cardinal de Mayence et ducz de Bavyère pour leurs particuliers respectz et y ont attiré la pluspart des prélatz pour diffuyr leur réformation.

    ŠEt aussi que généralement il semblera à tous estatz tant de ladite Germanye que de la reste de la chrestienté, que ledit sainct père fait ce qu’est en luy en offrant ledit concille et, si sadite M ne l’accorde, il semblera à ceulx, qui n’entendent l’exigence de l’affaire et [...?] dudit sainct père, que le remède de notre saincte foy reste par sadite M.

    Ce que dessus présapposer sera bien de regarder sur ce que s’ensuyt:

    Sadite M en reprenant ausdits légat et nunce les debvoirs, dilligences et sollicitations, qu’elle a fait pour ledit concille et continué de temps à aultre, approuve et loue, que ledit concille se célèbre selon qu’elle l’a tousiours désiré, moyennant qu’il soit tel, qu’il doibt estre et que l’effect s’en ensuyve pour lequel il se doibt célébrer, en remonstrant ausdits légat et nunce les empeschemens et inconvéniens que y fault considérer et leur remectant d’en faire comme ilz verront convenir.

    Et entre aultres que ledit sainct père et eulx mesmes scayvent bien comme de long temps ledit concille a esté poursuy et aulcune fois accordé et les difficultéz pour lesquelles il ne s’est célébré.

    Que quant aux roys et princes de dehors la Germanye y ayans mis directement ou indirectement empeschement sadite M ne les veult remémorer plus particulièrement s’en remectant à ce que lesdits sainct père, légat et nunce en scayvent.

    Mais bien veult sadite M remonstrer comme tous les estatz de la Germanye, quant il [est] esté traitté de concille ès dièttes passées de Ausbourg et d’icy ont expressément persisté, qu’il se célébra en l’empire, et depuis se sont arrestéz, que ce fut en la nation germanicque, et seroit bien de scavoir, si ilz demeurent tousiours arrestéz en ce poinct tant les catholicques que protestans et si ce nonobstant l’on fait ladite indiction.

    En oultre que aussi ilz scayvent comme lesdits protestans ont expressément protesté allencontre du concille indict par notre sainct père, non seulement pour la cause susdite, mais aussi pour vouloir avoir ledit concille libre, et aussi convient regarder, si ce nonobstant l’on debvra passer oultre audit concille.

    En oultre que lesdits légat et nunce regardent à ce que eulx mesmes ont dit en ceste diètte et l’ont confermé aucuns et mesmement des prélatz, que ledit concille n’estoit requis pour plus examiner les erreurs dont l’on est en discord estant desjà déterminéz par les concilles passéz.

    Et pardessus ce vueillent aussi considérer, si l’indiction dudit concille, encoires qu’elle fut certaine et aussi qu’il dust avoir effect, seroit suffisante pour du moins obvyer et empescher, que plus grande confusion ne advienne en ceste Germanye selon que l’on a expérimenté et veu ce qu’est succédé dèz les dernières dièttes de Ausbourg et de ce lieu et que l’on peult comprendre les dilligences, que Šferont les protestans d’attirer gens à eulx, et l’inclination, que y ont la pluspart des estatz caholicques.

    aLe tout tendant affin de [...?] que ledit concille se célèbre tel, qu’il doit estre pesant, pourvoyant et remédiant les difficultéz avantdites et que soit avec effect [...?] remectant ausdits légat et nunce de en bien pesant et examinant le tout [en faire] [...?] mieulx leur [... ... ... ... ...?]-a.

    Si sera bien de remonstrer davantaige, que dèz ladite diètte d’Ausbourg il fut fait très grande instance par lesdits estatz de la réformation des ecclésiasticques, dont est procédé l’inconvénient et que, si aulcune chose en a esté ordonnée, riens s’en est exécuté ny fait et que encores en cestedite diètte tousiours lesdits protestans si sont arrestéz et tous lesdits estatz ont généralement remonstré et dit, qu’elle estoit très nécessaire, afin que l’on saiche, si lesdits légat et nunce en ont quelque charge de notre sainct père ou en ont aulcune chose advisé entre eulx et avec lesdits prélatz ecclésiasticques comme chose plus que requise et nécessaire pour empescher, que le mal ne passe plusoultre, et sans quoy il est impossible d’y obvyer.

    Et pour ce que lesdits légat et nunce ont persuadé l’ampliation et fortiffication de la lighe catholicque fault regarder, s’il sera bien d’adviser dèsmaintenant comme l’on y pourra besongner et les qualitéz et conditions, afin qu’elle serve pour l’effect principal, pour lequel elle s’est dressée et non pour particuliers desseings ny pour rebouter ou empescher la commune paix et concorde, pour mectre en entière despération les protestans et aussi, que l’on saiche certainement ce que ledit sainct père et le siège apostolicque vouldront contribuer.

    Item, si sera bien, que lesdits légat et nunce soyent entremis pour encheminer ladite lighe mesmes envers les ecclésiasticques.

    Aussi sera bien de regarder, si l’on debvra encores persister envers lesdits légat et nunce pour scavoir, si l’on debvra du tout entièrement rebouter le livre et ce qu’a esté fait en la communication tenue en ce lieu, tenant regard, que en ce cas les protestans vouldront demeurer libres de prescher et faire tout ce qu’ilz vouldront, nonobstant ce dont ilz se sont retiréz en plusieurs poinctz notables, ou si l’on pourra trouver quelque moyen pour les retenir et empescher d’aller au contraire de ce qu’ilz ont confessé et déclaré, comme ilz ont fait dois la communication dudit Ausbourg.

    «Nr.118 Erklärung des Gesandten der Stadt Hamburg [Hermann Rover] – Regensburg, 1541 Juni 27 »

    Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 391 Nr. 148 Bd. 2, fol. 76r–77v (Kop.).

    Nachdem mein gnediger her F. Wolff zu Anhalt etc. und andere herrn rethe und gesandten kfl. Gn. zu Sachssen in ansehung, das die stadt Hamburg dem hl. Šröm. reich on mittel nit unterworfen und darumb auch mit des reichs hendelen uf diesem jegenwertigem reichstage nichts zu schaffen hat, auch das sich die sachen der relligion durch die reichshendele und neben denselben in die lenge verziehen muchten, dem gesandten von Hamburch gnediglich und gunstiglich erlaubt haben abezureisen, so hat doch derselb gesandter von Hamburg seiner hern und obern bevelh nach volgend artikel hinder sich gelassen und den hoch und vorgemelten churfurstlichen gesandten und rethen zugestelt, wie hirnach volget:

    Zum ersten, soviel es betrift die vergleichung oder conciliation des zwiespalts der kirchen, religion und lahr, were einem erbaren radt zu Hamburgh nichts lieber, dan das dieselbe christlich getreffet und ufgericht werden muchte. Weil aber dasselb durch die lehrer furnemlich wil erwogen werden und, durch was mittel und wege solchs christlich und rechtschaffen geschehen muge, wirdet sich ein erbar radt zu Hamburg beifellich halten demjenigen, so die hern theologi unsers theils in demselben befinden und schliessen werden, das mit Gott und gutem gewissen on verletzung gotlicher ehren und warheit geschehen kunne und mughe. Und was also unsers theils theologi christlich und recht erachten und die stende unser confession und einungh annehmen und fullenziehen werden, deme wirdet sich auch ein erbar radt zu Hamburg ires theils der gebur und gemeß zu halten wissen.

    Weil man aber uf das buch des colloquii der ksl. Mt., unserm allergnedigsten herrn, antwort geben soll und die theologi unsers teils, so noch hie sein, ihres bedenckens darauf zum teil gehort sein, zum teil auch noch weiter gehoret mugen werden und nun weiter muchte erfolgen, das auch unsers theils stende ihr bedencken und meinung darauf solten anzeigen, wil sich uf sollichen fall bemelt gesandter von Hamburgh also haben vernemen lassen: Weil das buch von den hern theologis unsers theils, so alhie zu Regenspurg jetzund noch sein, wie ehr vermerckt, einhelliglich nit wil angenomen werden und viel derselben theologen unsers theils albereit von hinnen abegereiset und ehr der gesandter nit erfaren, das sich jeniger [sic!] derselben das buch hette gefallen lassen, diejenigen auch, so noch hie sein, wie ehr auch vernohmen, sich beschweren, daruber einzulassen, so weiß ehr, der gesandte, von wegen seiner hern und obern als der, so selbst zu solchen großwichtigen sachen nit erfaren gnug bekennet, auch derselben seiner hern und obern und ihrer theologen meinung und bedencken hierinne nit weis, das buch nach seinem laute nit zu bewilligen.

    Zum andern, so denn die vergleichnus oder conciliation zu dieser zeit nit zu treffen und allein von eusserlichem frieden gehandelt werden will, was in dem die gemeinen stende der eynungh vor gut ansehen und annemen werden, daran wirdet sich ein erbar radt zu Hamburgh neben denselben auch zu genugen haben. Allein das der gesandter von wegen seiner hern und obern wil erinnert und gebeten haben, wie doch auch on das wol geschehen wurde, daran zu sein, das des bapsts und der pfaffen alte jurisdiction und gerichtszwangk, item, ihre gewalt und gebrauch in collationibus ecclesiasticorum beneficiorum und Šdergleichen nit wider eingeraumbt, sondern vielmer, was in deme oder anderem in unser religion und unsern kirchen christlich angenohmen und zur ehren Gottes auch sunsts zu erhaltung christlichen lebens und wesens und guter ordnung bißher geubet oder hievor, in gebrauch zu bringen, furgenomen ist, hinfurter also zu uben und zu gebrauchen, auch darinne furtzufaren, und doch zuvorabe auch, was sunsts uber das alles zur ehre Gottes, erhaltung seiner warheit und gemeiner seligkeit dienstlich, unabgeschnitten und unverhindert bleiben mughe.

    Und indem von den beschwerungen dieser stende am keyserlichen camergericht handlung furfallen und man der von Hamburgh beschwerungen, so ihnen in der religionsachen begegnen, wissen wolte oder sunsts an der handt haben muste, hat der gesandter von Hamburg davon sondern bericht ufs kurtzte verfasset ubergeben und bey hoch und oben gedachten herrn kfl. Gn. zu Sachssen gesandten und rethen gelassen1, daraus sollichs auch weiter zu befinden.

    Solte es sich auch zutragen, das von der conciliation hernachmals uf ander zeit und stedte durch die theologen noch weiter solte gehandelt werden, was des die gemeinen stende unsers theils willigen, wirdet sich ein erbar radt zu Hamburgh auch nit misfallen lassen, allein, das sollichs fa[ls] dannoch im eusserlichen frieden, soviel muglich, muchte caviert werden, da solliche conciliation auch ferrer entstunde, das alßdan der fried dannoch seinen lauf behalten und dadurch nit abgeschnitten oder verkurtzt werden muchte.

    Ratisbonae, 27. Junij 15412.

    «Nr. Š119 Memorialzettel für ein Gespräch Hg. Wilhelms IV. von Bayern mit Kg. Ferdinand – Regensburg, [1541 Ende Juni] »

    München HStA, KBÄA 4247, fol. 277r–278v (Konz.); DV fol. 278v: Was mein gnediger herr mit der kgl. Mt. reden sol, ist beschehen.

    Druck: Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. III, Nr.114B, S. 372–373.

    1.Man hab in der religionsach ksl. Mt. alles gutbedunken anzeygt.
    2.So ir Mt. wolle, solle ir von wort zu wort angezeygt werden.
    3.Unter anderm das colloquium zum hochsten widerraten.
    4.Aber wie dasselb ein ende genomen und daraus ervolgt, ist offenwar.
    5.Acht gleichwol, das ksl. Mt. durch etliche der iren und andere betrogen sei.
    6.Granvels hab sich gegen den reten offenlich vernemen lassen, das solh colloquium wider den kayser und in zum hochsten gewest.
    7.Aber er, der kunig, hab solchs haben wollen und dem kayser und dem Granvelle mit aygner handt geschriben und umb das colloquium angehalten.
    8.Wiewol sich er, kunig, gegen Hg. Ludwig zu Hagenau vernemen lassen, solh colloquium pey dem kayser abzustellen.
    9.Daruf zu piten, wolle er seins pruders und sein reputation erhalten, das er ob der religionsachen wie pisher halten und sich nit abwenden lassen wolle.
    10.Dan sein fstl. Gn. gedenke, dapey zu verharren.
    Š11.Und das die ksl. und sein Mt. augenscheinlich sehe der protestirenden ungehorsam, zu ermessen, was sy itzt in der eylenden hilf furnemen.
    12.Erstlich bewilligen sy die hilf mit solhen conditionen, so unmuglich.
    13.Wollen darzu eynen unerhorten prauch, das man in solhen und dergleichen sachen unverpindtlich reden soll, einfuren, welchs nit erhebt wirdet.
    14.Und unter disem schein wollen sy ksl. Mt. dringen, von aynem friden zu reden, und also die religion zuruckhstellen, welchs auch nit erhebt wirdet.
    15.Auß dem allem ir Mt. der protestirenden gemuet versten.
    16.Mein gnediger herr hab hievor auf der ostereichischen ansuchen die eylende hilf bewilligt und pei allen cristlichen stenden erhalten, das dieselb bewilligt worden ist, welchs ir fstl. Gn. noch zum getreulichsten furdern wollen, doch das khain neuerung im reych eingefurt unda, wie diser reychstag angefangen, erhalten werde.
    17.Wasb die ksl. Mt. und Granvella mit den protestirenden particulariter gehandlet, wie man sagen will, darin sein ir Mt. wol gewarnet, dann als gehaim solh sachen gehalten, also werden sy auch geleyst werden.
    18.Die religionsach und ir fstl. Gn. dem kaiser zu bevelhen, dan was zu erhaltung der religion und der reputation, irer Mt. aufnemen und erhohung dinstlich sein mag, werden ir Mt. ir fstl. Gn. wie pisher yederzeyt mit den werken befinden.

    «Nr.120 Luther an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – o. Ort, 1541 Juni 29 »

    München BSB, Cod. germ. man. 1313, fol. 220r–221r (Kop.); ÜS fol. 220r: D. Martini Luthers schrift an den Kf. von Sachssen von denen verglichenen artickeln zu Regensburgk.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 194 , S. 555–5581;D. Martin Luthers Werke, Briefwechsel, Bd. 9, Nr. 3637, S. 459–4632;Walch, Bd. 17, Nr. 1378, Sp. 684–686.

    Wie ich im anfang gesaget und noch sage, die erfarung auch giebet, das die vergleichung, in der religion furgenommen, ein lautter meinzische undt bepstische teuscherey ist, denn es ist unmuglich, Christum zu vergleichen mit der schlangen, undt ist nichts drin gesucht den unser unglimpf, on das ichs gern Šgesehen, das unser lehre nur wol disputirt, geleuttert undt erkandt wurde, wie zu Augspurg geschehen.

    Das euere kfl. Gn. nu begeren unser meyung von den vier vergliechenen artickeln, bietten wir zuvor, euere kfl. Gn. wolten Mag. Philips und Dr. Caspar Creutziger wieder heimfoddern, nachdem sie ausgeerbeittet undt die sache numehr an die fursten beiderseits gelanget, denn mein meynung, so sie solt ankommen, ehe sie wegweren, mocht ihnen beschwerlich werden, denn da ist teuffel, Meintz und Heintz daheim. Euere kfl. Gn. werden sie auch wol wissen die wege abzureisen heissen, die ihnen sicher sindt. Da helfe Gott zu. Ich bin sorgfeltig fur sie.

    Gnedigster herr, wenn es dem keyser oder (ob ichs keysers person ausneme), die es von seinetwegen treiben, ernst were, ein concordia oder vergleichung zu machen, so muste es je gescheen mit Gott oder in Gottes namen, das ist so viel auf deutsch geredt, sie musten sich zuvor mit Gott versuhnen, offentlich bekennen, das sie der sachen biesher zuviel gethan, der bapst in 600 jaren so viel 100.000 seelen verfurt undt der keyser in diesen 20 jaren so viel fromme leut verbrandt, erseuffet, ermordert hat oder je gescheen lassen nach seinem edickt.

    Lieber herrgott, ob wir gleich wolten, konden hierin uns mit ihnen vergleichen, so wirts der richter droben nicht gestatten, das blut Abel wirts nicht lassen so hingehen, oder, wo wir drein willigen, uns auch mit verdammen. Das wolten sie gern. Ich will des geschweigen, das euere kfl. Gn. als ein churfurst des reichs sampt den verwandten verdammt undt noch nicht lossgesprochen, sondern durch feuer, durch meuchelmordtbrenner gestrafft, auch noch nicht ist versuhnet oder doch zum wenigsten befriedet, wiewol sie schuldig weren, auch das zu thun (wo es ernst were), euere kfl. Gn. abzubietten die schmach, das sie euere kfl. Gn. als eine illustrem personam, das ist des hohesten standts, als einen ketzer verdampt und gebrend haben, das sie doch keine probation mögen, wie sichs auch im weltlichen recht geburt, aufbringen.

    Demnach (wo es eueren kfl. Gn. gefiele) were unsere meinung wol diese, das euere kfl. Gn. hinschicket die confessio undt apologia undt liesse die verordente rethe (wie sie doch ohndas biesher gethan) sie darlegen undt anzeigen, das daselbig von nicht mag mit guttem gewissen gewiechen werden, sonst wolt man in weltlichen sachen mit leib und gutt, wie biesher gescheen, gern gehorsam sein. Solche proposition thut ihnen wehe, gleich wie dem Zwinglio zu Marburg die proposition ‚Hoc est corpus meum‘ wehe thet, das ich nicht wolte davon lassen, denn der teuffel sucht uns abzureissen auf andere gedancken.

    Zum andern, wo es ihnen ernst were, musten auch ire theologen Gott die ehre thun und bekennen, das sie nicht so geleret haben biesher, wie sie itzt gern wolten gesehen sein. Denn da sindt ire bucher mit hauffen furhanden, dardurch sie uberzeuget werden, das ire theologia also gethan ist in articulo iustificationis, das zweierley gratiae sindt, gratia gratis data undt gratia gratum faciens. Gratiam gratis datam heissen sie alle andere gaben, auch fidem infusam, den wir itzt Šfidem iustificantem nennen (undt sie auch also zu reden lernen von uns). Aber gratiam gratum facientem (das ist iustificationem) heissen sie charitatem. Solchs konnen sie nicht leugenen.

    Wo sie das stucke nicht wiederruffen (das doch so gar offenbar ist), sondern hinden herschleichen undt per fidem efficacem per charitatem undt liberum arbitrium wollen sich schmucken, so ists gewies, das sie mit eitel lugen undt meintzischen bossen umbgehen. Darumb das beste ist, euere kfl. Gn. lasse die confessio furhalten undt dabey bleiben. Denn wieder dieselbigen ist solch gesprech zu Hagenaw angefangen, zu Worms ein wenig fortgefurt undt zu Regenspurg vermeinet hinauszufuhren.

    Doch wollen wir auf euerer kfl. Gn. begeren die vier vergliechen artickel auch handeln, wiewol wir nicht wissen, wie sie alle verglichen sindt. Denn wir sehen aus Mag. Philips schriften, wie heftig es gestritten ist und er sich fest gehalten, doch so messig, das ehr den unglimpf gern von sich geschoben hette. Undt wens eueren kfl. Gn. gefiele, achte ich, es solte nicht schaden, das des Pomer und mein name [mit] wurden angezeigt als die hierin auch hetten ursach zu reden, damit euere kfl. Gn. nicht beschweret wurden, als weren sie allein halsstarrig fur uns allen. Hiemit dem lieben Gott befohlen3. Mittwoch Petri undt Pauli anno 1541.

    «Nr.121 Erläuterung zur Forderung der protestantischen Stände nach beständigem Frieden und gleichmäßigem Recht – o. Ort, o. Datum1 »

    A  Augsburg StadtA, Lit. 1541, unfol. (Kop.); DV v. a. Hd.: Summari der handlung des regenspurgischen reichstags, 1541

    B  koll. Augsburg StadtA, Lit. 1541, unfol. (Kop.); ÜS: Was zeitung des Turcken halben einkomen, das habt ir hiebey gelegt zu vernemen; marg. Notiz: 30.6.1541.

    Ausz.: Roth, Zur Geschichte, T. V (ARG 4), Nr. 108 , S. 261 Anm. 2 S. 261–262.

    Mit Ofen stat es noch in vorigem wesen mit der belegerung der kgl. Mt. kriegsvolckh. Und die anschleg sollen darauf gericht sein, das volckh in der stat ußzuhungren [sic!], die proviand des zugangs zu weren etc. Dann sie sollen fast not leyden an underhaltung speis und warten der türckhischen rettung und entsetzung, wie die kuntschaften melden, welche der konig am 27. Juny allen stenden des reichs, so dißmals alhie gegenwertig, in offenlicher audientz haben lesen lassen. Wiewol zu vermuten sein will, es beschehe zu Šfurderung des beschluß der begerten eylenden türckhenhilf, aber onedas hat man kaufmansbeyzeittung, das solcher kuntschaft zufal zu geben ist.

    Nun hat man am abent Petri und Paulj, den 28. Juny, die eylend hilf der ksl. und kgl. Mt. durch die religionstend bewilligt auf 24.000 starckh, das ist die hievorige turckhenhilf zu der helft. In summa der romtzuganschlag, nemlich 4.000 zu roß und 20.000 fußvolckh solde, die zeit uff vier monat lang, im August negstkunftig, sovil moglich, uffm musterplatz und antzug zu sein. Darzue von der beharrlichen hilf auch zu underreden und der notturft nach zu schliessen, aber mit dem beding und furbehalt, sover sie gemainen friden und gleichmessig recht haben mugen, laut der ubergeben schriften. Mgf. Jorg von Branndenburg etc., item, die stet Nurmberg, Nordlingen, auch der F. von Bayrn-Sarbrickh sein auch mit in disem beschluß vergleicht.

    Die andern chur- und fursten stend haben fur sich allain auch antwurt geben, weyl die religion protestirenden stend des friden und rechten halben aus herruerung der religion beschwerung des camergerichts processen mit inen nit beschliessen möchten. Aber ir bewilligung und furschlag benannter turckhenhilf ist nit hoher dann uff 12.000 man zu roß und fueß angeben, das also der religionstend bedenckhen und ratschlag noch ainst so starckh ist forth die andern.

    Nachvolgende tage als den 30. Juny, der letzt dises monats Juny, haben die röm. ksl. und kgl. Mtt. den religionstenden uff solchen iren obvermelten furschlag und underthenigste bewilligung der 24.000 antwurt antzaigen und christenlich ubergeben lassen, das ir Mtt. dißmals zu der eylenden hilf nit mer dann 12.000 man suchten und begerten, mit dem anhang, die kunftige beharrliche hilf mit der beratschlagung auch fur hand zu nemen, mit ferner ansuchen und begern, die angehefte condition, den gemainen frid und das gleichmessig recht belangende, fallen zu lassen. Wol ist dabey auch berürt, yedoch unerclerlich allein in gemain, ir ksl. Mt. wollten einsehens haben, frid und recht uffzurichten aoder ain–a ußdruckhte maß, ordnung und zeit, welchs hievor auch in dem fall vertröst, doch uß verhinderung anderer zufell und unmus der gescheft nit erfolgt. Was nun solche verenderung bmit sich pringt und ain innerliche maynung–b und verstand haben mag, das ist bey geubten hofleüten liederlich zu ermessen, aber von den fursichtigen will es ferner zu betrachten und zu erwegen sein. In summa von etlichen mocht es darfur zu achten und zu vermuten sein, nachdem dieselben religionstend die condition in irer bewilligung und erpiettung solcher angehangnen eylenden türckhenhilf mitc fürgewandt, sover sie gemainen frid und gleichmessig recht haben etc., damit man wisse, wie ain stand neben dem andern sesse, das man villeicht, solchs zu thon, nit willige maynung haben möchte oder aber die andern, der Šbäbstlichen religion anhengig, darzue nit vermocht wöllen werden. Dieweil es dann christenliche, erbare, rechtmessige und pilliche suchung und bitten sein, so mag es in auch nit zu verargen steen, sonder das fortand so vil mer ir, der protestirenden religionstend, unmeidenlichee höchste notturft erfordert, darob zu halten.

    In summa der religionstend bedenckhen stat darauf, nemlich einen gemainen friden, ein gleichmessig recht. Das bitten sie uß ursach, das edict, vergangen jar zu Wormbs wider die protestirenden religionsstende außgangen, das ist noch nit aufgehaben, in welchem dieselben verwandten stende als abgesonderte der romischen, catholischen kirchen und, auf gut teutsch, als die abtrunnigen vermaint werden. Solch edict ist noch unaufgehaben. Darauf volgen auch die abschid auf den verloffen reichstag Speyr 1529 und Augspurg 1530. Derselb abschid zu Augspurg ergrundet sich uff das erst edict zu Wormbs, daraus auch verner das cammergericht sein genaigte, willige ursach fürnimpt, nach demselbenf gegen den protestirenden und irn verwandten zu procedirn als diejhenige, so abgesonderte der kirchen camerrechtg wolthat genießlich noch empfengklich sein mugen, sam wer sich an ine nit zu vergreiffen, und das solchem also, das sy, cammergerichtsherrn, die assessores aus den geordneten reichskraissen bey irem camergerichtsrath nit annemen wöllen, er begebe sich dann irs aids, welcher darauf fusset und ergründet ist, den abschiden zu Augspurg und Speir gemes, das ist teutsch gemaint, auf das erst edict, zu Wormbs außgangen, derhalben solche religionstende nit unpillich bitten und begern, gemainen frid und gleichmessig, bestendig recht. Uber solchs und darbey haben sie, die protestirenden stende, nit vergessen, das zu erinnern, was der aufgericht fridstand zu Nurmberg vermöge, so baiden Kff. Mentz und Pfalltz aus röm. ksl. Mt. bevelch und als die furnemliche reichsstende dasmal abgeredt und abgehandelt, darzue die handlung zum Caden in Behaim, item, dabey die [vernern] rechth abermals fridhandlung zu Wien in Östereich2, alles in ordnung nachainander volgend. Yedoch will es nit volkommenlich zu gemainem, bestendigem friden und unverdechtigem, gleichmessigen recht gedeyhen, bedacht noch durch die partheyschen reichsstende erwegen werden zu irer selbs und menigklich[s] fridlichen wolfart. Dann wie die sag und wissentlich, so suchen ye die protestirenden nit ain neu recht, sonder gemainen frid und gleichmessig recht, wie Šobvermelt. Darzue vermag die ksl. Mt. furderlich und wol fügklich zu kommen, nemlich mit disen wegen, das edict, zu Wormbs vergangner jar außgangen, darzue die reichsabschid zu Speir im 29., darzue den abschid zu Augspurg im 30., negst darnach volgend, durch abhandlung bey den widrungen, fürnemlich den gaistlichen reichsstenden aufzuheben und abzuschaffen. Dann solche abschiden ergründen und ziehen sich in das edict. So sein auch die person des cammergerichts uff den abschid zu Augspurg, im 30. ergangen, veraidet. Item, reformirung der ytzigen cammergerichts argkhwönigeni personen furzunemen.

    Item, verneuren und ercleren den hievor uffgerichten fridstand zu Nurmberg, durch Mentz und Pfalltz, baide churfursten, durch ksl. Mt. bevelch oder gnedigste zulassung dasmal im 32. jar uffgericht. Daneben das auch auf die zeit zu Nurmberg und auch die nachvolgende handlung jungst zu Frannckhfurt, als der Ebf. zu Lunden kayserlicher commissarius gewesen, in den artiklen, was sachen in die christenliche religion gehörig und gemaint sein sollen, auch genedigst zu erklern, wie dann dasmal zu Frannckhfurt dieselben schriften ubergeben, uns [bis] so lang in der religionsach durch Gots gnad mit Gottes wort christenlich eintracht und vergleichung in 3, 5 oder mer jarn troffen werden durch gemaine oder national concilia, auch in andere christenliche wege erfolgen mögen. Dann dieselben protestirenden stende haben sich vor vil jarn und bis an diese zeit in christenlicher confession und durch die appologia irs rechten glaubens erclert. Item, si erpieten sich auch mit götlicher und heyliger schrift berichten und weysen zu lassen, wie dann nunmals vil taglaistung damit zupracht als Augspurg im 30., Frannckhfurt, Hagenaw, Wormbs und dißmals zu Regenspurg. Item, der gaistlichen guter halben, das darin gemaine ordnung und reformation furgenommen und dermassen uffgericht und gehalten werden, damit das beneficium propter officium beschehe, dieweil es Got ainmal geben und geaignet, das es auch in seinem lob, ehr und heyligung seins namens gepraucht und angewendt werden, dem negsten christenmenschen zugut und in rechter liebe den armen und durftigen furzuwenden, namlich den seelsorgern, predigern, caplan, schulen, lerern und dienern, spital. Item, haußarmen mit hilf zu thon. Der jugend, so in der leer, welche darzue geschickht und taugenlich erkannt werden, und also furtan zu andern milten, christenlichen sachen und wercken. Uber solchs auch der armen pfarrer, prediger und kirchendiener verlaßne weiber, erben und kinder, so taugenlich und geschickht befunden, christlich zu bedenckhen, zu underhalten und zu fürdern. Solchs alles thun sich die protestirenden angeben und zu erfolgen anpietten, wie auch solchs der merer tail under inen ytziger zeit dermaß gehalten würdt, uns [bis] auf weitter verpesserung gemainer ordnung und reformation, alsj obberürt ist.

    Im 40. und 41. kurtzlich uffainander statliche versamlung der theologen und gelerten beysammen gewesen und davon offenlich und in sonderhait Šdisputacion und gründtlich reden gehabt, aber alles an dem erwunden, das sie mit götlichen, evangelischen schriften nicht anders haben mugen beschaiden werden, derhalben ir suchung, bit und erpiettung ye pillich bedacht, auch alleskchristlich, erbar und rechtmessig geacht und gehalten wurdt, weyl sie neben solchem gemainen, bestendigen friden und gleichmessig recht begern. Auch fürnemlich irs glaubens lere und bekantnus rechenschaft zu geben an gepürenden enden christenlichen geordneten oberkaiten, wie dann dißmals zu Regennspurg uff gehalten reichstag solche handlung fürgewest und durch der röm. ksl. Mt. verordnung abermals ufs neu tractirt sein worden, aber noch unvergleicht anhengig.

    «Nr.122 Resolution Bayerns und seines Anhangs im Fürstenrat zur kaiserlichen Vorlage vom 8. Juni 1541 – Regensburg, 1541 Juli 1 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 192r–198v (Kop.); AV fol. 198v: Was ksl. Mt. von gmainen stenden des reichs der alten religion angebracht werden soll.

    B  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 55r–59v (Reinkonz.); AV fol. 59v: Der cristenlichen stende antwurt auf ksl. Mt. schrift in der religionsachen etc.

    C  koll. Duisburg LAV NRW R, Jülich-Berg II 2271, fol. 353r–356v (Kop.); ÜS: Eyn schrift, von Hg. Wilhelmen von Beyern begriffen und in namen aller stende den churfursten ubergeben, das buch belangend; ebd. AV: perlectum prima Julij 1541.

    D  koll. Weimar, Reg. E 138, fol. 157r–163v (Kop.); DV fol. 163v: Copei des andern teils stende antwort auf die religionhandlung und das buch. 1541. Regennspurg1.

    ŠDruck: Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. III, Nr.119, S. 380–385;Corp. Reform. IV, Nr. 2287, Sp. 450–455;Neudecker, Merkwürdige Aktenstücke, Nr. LIV, Beilage 2, S. 274–280.

    In der röm. ksl. Mt., unsers allergenedigisten herrn, jungsten, schriftlichen furtrag [Nr. 110] und zugestellten schriftena, den neundten diß monats verschinen in der religionsachen ubergeben, haben sich gmaine cristliche stende mit allem vleis, sovil die lenge der schriften und kurtze der zeit erleiden haben megen, ersehen und entschlossen:

    Erstlich, die ksl. Mt. zum allerunderthenigisten zu pitten und anzusuechen, dieweil gmainer stend letste, höchste und grösste notturft ist, sich auch irer gewissen nach gegen dem allmechtigen Got, daneben auch irer pflicht, damit sy der ksl. Mt. verwont, gegen irer Mt. person schuldig erkennen, in diser religionsach christlich, offenlich, one scheuch die warhait an ir selbs zu bekhennen und furzupringen, das die röm. ksl. Mt. als ain christenlicher, gnedigster, milter khaiser solhs alles allergnedigister mainung anhörn und dermassen versteen welle, wie es durch gemaine, christenliche stende underthenigister, getreuer und christlicher mainung gemaint wirdet, wie sich dann die stende allerunderthenigist bey und von irer ksl. Mt. getrösten wellen.

    Und sovil das ubergeben puech belangt, wollten gemaine stende von hertzen gern, daß ksl. Mt. von diesem puech und lere mit mererm grundt und erfarung bericht worden were, onne zweifl das furgenomen colloquium, daraus nichts guets ervolgen hat mögen, aintweders unterlassen oder zum wenigisten mit mererm nutz geendet. Gemaine stend haben auch in guetter erfarung, das sollich puech in der protestierenden hande etlich monat vor diesem reichstage gewest. Ob nun solchs ain gleichait und das sich die protestierenden darauf zu beratschlagen so lange zeit gehept und den catholicis verhalten sein oder ob darab ir Mt. und gemaine stend ain gefarlichait gedenckhen, gefallen oder misfallen haben sollen, das stellen gmaine stende in irer Mt. selbs und ains yeden verstendigen ermessen. Aber gleichwol, unangesehen, das sich die protestierenden wolbedechtlich und mit grossem rat in disem puech ersehen, haben sy doch gleich birer ksl. Mt. verordneten–b wenig lust gehebt, darnach zu handln, wie auch dasselb etlich mal von handen gelassen und ain anderer proceß gehalten worden sein soll.

    Zum andern, so sein etliche stritige articul in unserer religion in disem puech und sonderlich der notwendig articul, die geistlichen gueter und derselben restitucion belangend, verbliben, auch etliche andere mer articul, so in der protestierenden confession und appologia nit gemeldet oder strittig gemacht sein, in disem puech und, als ob dieselben auch strittig weren, gesetzt worden.

    ŠDaraus abermals die ksl. Mt. dises puechs art leichtlich erkennen het mögen cund sollen, dann ye erstlich die religion one underhaltung und gueter der kirchen nit erhalten werden mage, wie das die vernunft, erfarung und auch die heilige schrift weiset–c, und mag kein geschwindere ursach erfunden werden, die religion underzutruckhen, dann der kirchen und derselben diener ire gueter und narung zu entziehen. So ist auch von unnotten, merer zweifels, disputacion und änderung in unser religion einzufurn, so doch laider hievor mer neuerung, secten und irrtungen, dann von zeit der apostel ye zu ainer zeit gewest, eingerissen sein.

    Zum dritten haben sich dannoch gmaine stendt bei inen selbs die zeit her erinnert und bei iren theologis erkundigt, das diß puech in sich halt und begreif etliche beschwerliche irrthungen, etliche ungerechte, unzulässige lern, vil uberflussiger wort und gepraucht sich derselben zu zeiten wie die protestierenden in iren schriften und nit, wie die kirch bisher gepraucht hat. Schwebt und verwickelt der dichter sich dergestalt, das man nit leichtlich abnemen mag, ob er der protestierenden oder der cristlichen parthey sey. Gleicherweiß beschicht in dem artickl vom ambt der meß und in vil andern mer articuln, wie man dann von articuln zu artickl, sover es vonnötten sein wolte, mit der schrift anzaigen und erzeugen mag. Und in somma mögen sich die stende nit entschliessen noch bei inen befinden, daß dises puech ainiche vergleichung in der religion, sonder vil mer merere unainigkhait, secten und unlust geperen, einfurn und wurckhen wurde.

    Und zum vierdten ist dises puech ain ursach und eingang, suptilerweyse die ksl. Mt. von iren ksl. edicten, reichsabschieden und sonderlich von der cristenlichen confutatio, auch also volgends von dem cristlichen receß zu Augspurg, durch gemaine, cristliche stende neben der ksl. Mt. mit wolbedachtm muet, schuldiger gehorsam der cristlichen khirchen, mit rat viler nation gelerten bestendigclich aufgericht, angenomen, bewilligt, versigltd und zu halten zuegesagt, welichen abschide dann die ksl. Mt. sambt den cristenlichn stenden auf dem reichstag jungst alhie ewiderumb ratificirt–e, auch andern versamblungen allwegen furgesetzt und demselben unabpruchig abzuwenden, aus welichem allem nachvolgender, unwiderpringlicher abfall und zerrittung der cristlichn religion, ungehorsam der underthanen gegen iren obern und also nit allain in den geistlichnf, sonder auch in den zeitlichen entlich verderben, aufruer und emperung der teutschen nation und von dann in andere cristliche völckher und nationen gewislich ervolgen wurde, nemblich, so sich die ksl. Mt. gdurch dergleich subtilh prattickhen bewegen liesse–g, von irer Mt. edict erstlich zu Wormbs, von Šdem augspurgischen receß, so auf dem jungsten reichstage alhie durch ksl. Mt. und alle cristenliche stende auf ein neus ratificiert und angenomen worden ist, von der cristlichn confutation, mit viler nation gelerten beschlossen, wellichs alles neben irer ksl. Mt. gemaine cristliche stende angenomen, bewilligt und zu halten zugesagt haben, wie dann die ksl. Mt. und stende aus cristlicher schuld nit anderst thun, handlen und furnemen haben sollen noch mögen, abzusteen, wurde erstlich irer Mt. und allen stenden zugelegt, das in dem allem idurch ksl. Mt.–i geirrt und iren irrsall yetzt auf der protestierenden bericht bekhennen muesten und bekhennt hetten.

    Zum andern, so wurden gewislich alle underthanen und der gemain man, so one das zu neuen dingen flaischlicher freyhait, den geistlichn das ir zu entwenden und in irem willen zu leben, genaigt sein, von der religion und iren obern fallen. Zum dritten wurde auch volgen, das die ksl. Mt., auch andere stende ire undterthonen und andere ubertretter der angezaigten edicten und abschide unpillicherweisse gestraft hetten, und möchte nit furkhumen werden, dann daß gantze teutsche nation und volgends auch ander nationen die rechten, waren religion verlassen und ain yeder seins gefallens glauben, handln und furnemen wolte und wurde und zuletst nit ain menschliche oder vernunftige regierung in gemainer cristenhait, sonder ain abgöttisch und vihisch leben ersteen und erhebt wurde. Es wurde auch ervolgen, das alle andere cristliche nation solliches unwiderpringlichn abfalls die schuld in der ksl. Mt. person wenden wurden, darvor der allmechtig Got die ksl. Mt. barmhertziglich verhieten welle. Und zweiflen gemaine, cristliche stende an ksl. Mt. person gantz nit, das ir Mt. sich selbs und gemaine cristenhait in sölliche verclainerung, schimpf, spot, verderben und zu zersterung des cristlichn glaubens bewegen lassen, sonder werde sich one zweifl als ain romischer khayser und vogt der khirchn irem ambt und pflicht nach, der cristlichn khirchen gethann, auch iren anererbten namen als ain cristlicher Kg. von Hispania cristlich halten, irer ksl. Mt. edict, den augspurgischen abschid und confutation und, das ir Mt. auf allen versamblungen und underhandlungen, auch jetzt in irer Mt. proposition den augspurgischen abschid yederzeit und allwegen vorbehalten, handthaben und nit dem schatten nachvolgen und das corpus verlassen und sonderlich bedenckhen, daß alle vorerzelte, christenliche edict, abschid und bewilligen nit aufgehebt oder geendert werden mögen. Aber wie sölliche handthabungj beschehen und vergleichung in der religion furgenomen oder – und zum dritten – ainigkhait in der christlichn khirchen gepflantzt und widerpracht werden mög, pitten, rueffen und flehen gemaine stende allerunderthenigist, die ksl. Mt. als der vogt der christlichn khirchen welle sich mit der babstlichn Hlt. legaten resolviern und ir gemuet gemainen stenden allergenedigist hierinnen anzaigen, dann dieselben, in cristlichem, waren glauben, lang hergeprachten ceremonien Šund satzungen bäbstlicher Hlt. und ksl. Mt. als den zwaien heubtern der cristenhait nachzevolgen und gehorsam zu sein, sich schuldig erkhennen und, als die frumen cristen zu verharren, mit darstreckhung irer leibk und vermugens urpittig sein.

    Neben dem allem wellen die cristenlichen stende der ksl. Mt. underthenigister maynung unangezaigt nit lassen, als die protestierenden in allen iren schriften, reden und handlungen nichts anders dann nach frid und recht schreien, daraus gedacht und zum tail durch ander den cristlichen stenden bey ksl. Mt. lund andern–l aufgelegt werden möchte, als solten dieselben und sonderlich die geistlichen in yebung oder practickn steen, krieg und pluetvergiessen zu erwecken, darinnen sich dann gmaine, cristliche stendt mit warhait bereden und sagen, das inen sambt und sonder sollichs mit allem ungrundt zugelegt wirdet, wolten nichts liebers, dann das sy bey frid und recht beleiben hetten mögen und noch beleiben möchten. Es geben auch die getriben handlung und gethaten an inen selbs zu erkennen, das inen, den cristlichen stenden, unguetlich beschicht, dann sy, die cristenliche stendt, sein von der religionsachen und auf erdichten schein mit hörescraft durch die protestierenden uberzogen, beschedigt und in größ schäden und verderben gefurt. Den cristlichen stenden ist an iren obrigkaiten und gotzheusern durch die protestirenden wider gottes bevelch, recht und alles cristlichs herkhomen verpotten worden, das evangelium und Gottes wort offenlich zu predigen. Den chatholicis sein die gemainen strassen und vie publice wider aller völkher recht durch die protestirenden verpotten worden. Den chatolicis sein ire gotzheuser und khirchen, so doch den geistlichen auch bei den haiden allain zugehört, mit gwalt eingenomen und endtwendt worden. Die chatolici sein von iren gotzheusern, stiften und kirchen, auch von iren heuslichen wonungen mit gwalt on alle ursach, welches bei allen unglaubigen nit beschicht, verjagt worden. Den chatolicis sein ire aigne heuser zu besuechen und, darin uber nacht zu sein, verpoten worden. Den chatolicis sein ire gulten, zinß, rent und einkhomen mit gwalt genomen und werden inen auf heutigen tag vorgehalten. mDen chatolicis sein ire underthanen mit allerlay practickn entzogen und abgewendt und von den protestirenden in schutz und schirm genomen–m. Den chatolicis sein ire kirchen, clöster, stift und guetter erparmlich zerrissen und in andere gepeu gewendet worden. Den chatolicis und den fromen verstorben hochs und niders stands sein ire gedechtnus und gräber zerrissen und zerstört, die stainen und hiltzene pildnus unsers heiligmachers Jesu Christi, der keuschen jungkfrau Maria und muetter Gottes, auch die lieben heiligen sein jämerlich und erparmlich zerslagen und in demselben, als weren sy lebendig, gewuettet worden.

    ŠDie catholici, so inen das ir wider Gott und recht abgedrungen und das billich recht suechen haben wellen, sein nit sy allain, sonder auch die eerlichen menner an dem khaiserlichen chamergericht vervolgt, mit schmachschriften angetast und haben in gevar ires leibs und lebens sein muessen. Die ordens-, manns- und frauenpersonen sein von iren orden, klaidungen und profession wider ire gelubd und willen mit schantlichen lesterungen, darzu auch ire, der protestierenden, verfuerisch predigen zu hörn, mit gwalt gedrungen und benöttigt worden. Den catholicis, geistlichen und weltlichen, sein die heyligen sacrament zu geprauchen und zu geniessen cläglich verpotten worden und dergleichen fäll sein on zall. Was gegen den allen gepraucht und gehandlt worden, ist laider offenbar. Und so sich die protestierenden in dem allem schuldig und in ir gewissen selbs erkhennen muessen, das es alles wider Gott und alle menschliche und naturliche recht ist, schreyen sy umb frid und recht, das ist, das ksl. Mt. und die stende inen solhs alles guethaissen und zuelassen solten und darzu, mit dem ubrigen rest der catholicorum mit iren leiben und guettern ires gefallens nochmalls ze handlen, und dawider weder mit worten noch werckhen zu reden. Ist das frid und ain gleichmessig recht? Das wirdet Got mit seinem urtail erkhennen. Die catholici wollten nichts liebers dann frid und recht, schreien darnach, wellen auch khainen frid, recht noch billichait abschlagen, sonder zu dem allem yetzt und allwegen erpotten haben, doch das sy bey dem heiligen, christlichen glauben nund satzung der cristenlichn kirchen–n gelassen und irer guetter nit entsetzt werdeno. Damit wellen sich die christlichen stend der ksl. Mt. als irem allergnedigisten herrn bevolhen und gepetten haben, ir ksl. Mt. welle die sachen furdern und ab diesem langen verzug allergnedigist verhelfen2.

    «Nr. Š123 Stellungnahme der altgläubigen Kurfürsten zu dem vom Kaiser vorgelegten Kolloquiumsergebnis – Regensburg, 1541 Juli 11 »

    A  Wien HHStA; MEA RTA 7 Konv. II, fol. 189r–190r (Kop.).

    B  koll. München HStA, Kasten blau 271/1, fol. 99r–100r (Kop.); ÜS: Den ersten Julij; AV fol. 99r: Diese antwort ist durch die mentzischen geendert und am 6. Julij widerumb verlesen worden.

    C  koll. Duisburg LAV NRW R, Jülich-Berg II 2271, fol. 352r–352v (Kop.); ÜS: Bedencken der Kff., Ff. und stende des zugestelten buchs und handlung der colloquenten, ksl. Mt. gegeben; AV fol. 352r: Actum am ersten tage Julij 1541.

    D  koll. Stuttgart HStA, A 262 Bü. 11, unfol. (Kop.); ÜS: Der churfursten und der abwesenden bottschaft antwurt, die religion belangende, deren sich fursten, prelaten, graven und stett mit inen hernach auch verglichen.

    Druck: Corp. Reform. IV, Nr. 2288 , Sp. 455–456.

    Nachdem die röm. ksl. Mt., unser allergenedigster her, Kff., Ff. und stenden genediglich eroffent und in schrieften zustellen lassen hat, wes die verordenten colloquenten, uff gemeiner stendt underthenigste heymstellung durch ir ksl. Mt. genediglich benent, zu vergleichung der streittigen religion, doch unverbundtlich und unvergrifflich gehandelt und bedacht haben, mit gnedigem begern, solche handelung zu besichtigen und ir Mt. daruff ir underthenig, getreu wolmeynung anzuzeigen [Nr. 110], wie solchs von wegen irer Mt. zu etlichen malen gesonnen ist, haben die churfursten aund der abwesenden potschaften-a diesem hochwichtigen handel, die glori und ehr des almechtigen, auch der sele seligkheid und gemeyne wolfhardt teutscher nation belangendt, sovil in dieser eyle muglich, nachgedacht und zu furderung der sachen und verhuttung aller weidtleuftigkheidt fur nutz und gut angesehen, das der ksl. Mt. der benenten sechs colloquenten gestelte schrieften, die streittig religion betreffendt, widerumb uberantwort und ir Mt. als advocat und beschirmer der christenlichen kirchen undertheniglich ersucht und gebetten wurde, ir ksl. Mt. wolten neben und mit dem bebstlichen legaten soliche der sechs verordenten colloquenten schrieften nach laut des hagenawischenn abschiedts genediglich besichtigen, communiciren und furnemlich die puncten, welicher sich die verordenten colloquenten, doch unverbundtlich verglichen, eigentlich und mit allem vleis examiniren, ob darin in sententzen oder worthen ichts were, das den heiligen lerernb und dem loblichen gebrauch gemeiner, christlichen kirchen zuentgegen sein mocht, solichs und, wes sunst villeicht weither fur mißbreuch in der Škirchen befunden werden mochten, endern, bessern und abschaffen, wo auch einicher leuterung etlicher zu dunkel gestelter puncten oder meynungen halb vonnoten, dieselben hinzusetzen und sich darin resolviren und entschliessen und, wie sie sich daruff resolviren werden, solichs hinfurther an gemeine stendt zum furderlichsten zu gelangen, sich mit irer Mt. daruff irer ersten proposicion nach undertheniglich haben zu vergleichen. Und das daneben die ksl. Mt. auch uff genedigec wege bedacht sein wolt, die protestirenden zu vermogen, sich in den uberigen streittigen puncten uff christlich, billiched maß auch weisen zu lassen oder, so solichs bey inen nit stadt haben wolt, alsdan die durch mittel eins generals concilii oder, wo das ye nit erlangt werden mocht, durch ein nacionalversamblung, ordenlicher weiß zu beruffen, zu pillicher erorterung zu bringen, damit zulezst die teutsche nacion zu christlicher eynigkheid komen und friedt und ruhe im hl. reich erhalten werden mocht.

    «Nr.124 Vorlage Hg. Wilhelms IV. von Bayern für die Stellungnahme der altgläubigen Stände des Fürstenrates zur Resolution des Kurfürstenrates vom 1. Juli 15411 – Regensburg, 1541 Juli 4 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 276r–278r (Kop.).

    B  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 192r–194v (Kop. mit einigen unleserlich gemachten Stellen).

    C  koll. Berlin GStAPK, I. HA Rep. 10 Nr. B 2 Fasz. B, fol. 45r–46v (Kop.); ÜS: Der fursten und gemeiner stende bedenken uf der churfursten und der abwesenden pottschaften verfassete antwort ihn sachen, die religion betreffendt.

    Druck: Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. III, Nr.120, S. 385–387.

    Der churfursten antwort [Nr. 123] lendet ungeverlich uff sechs artickel:

    Erstlich, das der sechs colloquenten schrieften irer Mt. uberantwort werden sollen.

    Zum andern, das ir ksl. Mt. solich schrieften neben den bebstlichen legaten mit vleis und eigentlich examiniren.

    Zum dritten, und ob ir Mt. darinnen in sententzen oder worten ichts befönde, der christlichena lere und gepreuchen entgegen sein mocht, solich und, was vor mißpreuch in der kirchen befonden, ändern, bessern und abschaffen, wo auch leutterung in etlichen puncten und meynungen vonnötten, hinzusetzen, Šresolvirn und entschliessen und an gemeine stendt zum furderlichsten gelangen lassen wölle.

    Zum funften, damit sich gemeine stende mit irer ksl. Mt.b proposition auch haben zu vergleichen, und zum sechsten, mit den protestirenden zu handeln, zu vermogen cund zu vergleichen–c.

    Darauf haben sich die fursten und stende underredet und befinden, das soliche antwort dermassen gestellt, das sie uff meher dan einen nachteiligen wege gezogen und verstanden werden möcht2.

    Und erstlich der schrieften halben, so ksl. Mt. von den sechs colloquenten uberantwort und von irer Mt. den stenden zugestellt worden, befinden die stend, das ksl. Mt. zum teil hierin nicht wol bericht sein möchte, dann ob di colloquenten der protestirenden parthei in soliche schrieften bewilligt oder der wissen gehabt, ist gemeinen stenden verporgen, aber des haben sie wares wissens, das Dr. Johann Eck, welicher one widersprechen vor den andern ein gelerter und geschickter theologus und von meniglich darfur gehalten wurdet, auch der colloquenten einer gewest ist, dise schrieften, so ksl. Mt. von den colloquenten uberantwort sein solle, niehe gesehen noch darin bewilligt. Haben dann die andere dise unzuleßliche schrieften in iren und Dr. Johan Eckens namen ksl. Mt. uberantwort one Dr. Johan Ecken wissen, willen und erynnern, sollen sie sich selbst berichten, wie inen solichs in einer so wichtigen sachen zu thun geburt und was di ksl. Mt., auch die cristenliche stende darauß abzunemen haben. So ist hieneben Dr. Johann Eck handschrieften, darin er erstlich sein meinung von dem buch, so den colloquenten durch die herren presidenten, darnach zu handeln, furgelegt worden, nochmals, das er umb das buch und schrieften, ksl. Mt. durch die colloquutores behendigt, so jetzt vor augen ist, kein wissen, dieselben niehe gesehen noch darin bewilligt habe, lautter angezeigt.

    Aber gesetzt, das diese schrieften durch die sechs colloquenten gestellt und also vergliechen sein sollten, welichs Dr. Johann Eck seiner personn halb widerspricht, so were vor augen, das diese vermeinte vergleichung und schrieft alle mengel, so in dem buch erfunden und in jungster der stende schrieften angezeigt worden und noch meher hette, wie man, particulariter in einer schrieft, durch gelerte theologen gestellt, anzuzeigen, urputtig ist.

    Zum andern, das soliche schrieften ksl. Mt. neben dem bebstlichen legaten zu examiniren zugestellt werden sollt, das lassen inen di stende nit misfallen. Daß ir Mt. und der legat die artikel ändern, pessern, abschaffen, ercleren, darzusetzen und darauf entschliessen und sich die stende mit ksl. Mt. vergleichen sollten, tragen gemeine stende sorg, die ksl. Mt. und der legat werden sich, in Šden artikeln unsers heiligen glaubens und strittigen religion zu disponiern, nit beladen. Sei auch in gemeiner stende noch auch gemeiner cristenheit, wo die gleich in einem concilio versamlt weren, gewalt nit, ein soliche frei disposition in dem glauben uff bebstliche Hlt. und ksl. Mt. personn allein zu stellen noch zu begeben, wie solichs alles gute, biblische und schrieft gegrundte ursachen angezogen werden mögen und alle menschliche und cristenliche verstendnus selbst zu erkennen geben. Wo aber der churfursten meinung were, das die schrieften ksl. Mt. und dem legaten, zu examinirn und darauf ir ksl. Mt. und des legaten resolution und gutbeduncken Kff., Ff. und stende anzuzeigen, zugestellt werden wollt, darauf sich dann gemeine reichsstende cristenlich und unverweißlich mit irer Mt. und dem legaten vergleichen, doch mit vorbehalt und unvergrifflich dem augspurgischen abschiede und confutation, wie dann der ksl. Mt. erste proposition uff disen reichstage mit ußgetruckten worten vermöge, wie jungst zu Hagenau durch Kff., Ff. und stende mit lauttern worten von neuem ratificirt und approbirt worden ist, möchten sich die andern stende mit inen, den churfursten, uff ersehung und erwegung beider churfursten und irer ubergeben schrieften vergleichen, und den anhang, die protestirende betreffendt, zulassen, mit dem fernerm zusatz, das ksl. Mt. der cristenlichen stende erpietten fridens und rechtens halber, was inen auch sampt und sonder von den protestirenden begegnet und teglichs begegnen möchte, laut der stende ubergeben schrieften bericht und also die cristenliche stende der unbestendigen ufflagt [sic!], das sie gern krieg und bluetvergiessung anrichten wollen, entschuldigt werden, dann jhe dieselben zu frieden geneigt und nichts liebers dann fried und recht haben und leiden und jederman unrechtens und unfriedens erlassen wollten3.

    [Beilage:] Erklärung des Ingolstädter Theologen Dr. Johann Eck zum Regensburger Buch und zum Ergebnis des Regensburger Kolloquiums  –  Regensburg, [1541 Juli 4]

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 279r (Kop.).

    B  koll. Duisburg LAV NRW R, Jülich-Berg II 2271, fol. 351a (Kop.); AV fol. 351a: 1. Julij exhibitum.

    ŠC  koll. Berlin GStAPK, I. HA Rep. 10 Nr. B 2 Fasz. B, fol. 47r (Kop.).

    ŠDruck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3, 2, Nr. 197, S. 567;Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. III, Beilage zu Nr. 120, S. 387;Corp. Reform. IV, Nr. 2291, Sp. 459–460.

    Neque placuit neque placet neque placebit liber iste insulsus, in quo tot errores et vitia deprehendi, unde iudico sicut semper iudicavi eum a catholicis non recipiendum, qui relicto modo loquendi ecclesiae et patrum melanctonisat.

    Eckius [subscripsit]

    Et ego idem Eckius non consensi neque vidi librum caes[areae] m[aiesta]ti oblatum, sed solum praelecti fuerunt mihi art[iculi] luderanorum. Multo minus consensi in scripturam quandam, quae [dicitur] imperatori oblata cum libro, quam nunquam vidi4.

    dIdem qui supra–d

    «Nr.125 Stellungnahme der altgläubigen Kurfürsten und Fürsten zur kaiserlichen Vorlage zum Kolloquiumsergebnis – Regensburg, 1541 Juli 51 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 282r–283v (Reinkonz.); AS fol. 283v: Der churfursten schrift in puncto religionis.

    B  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 190r–191v (Kop.); DV fol. 191v: Der Kff., Ff., stende und der abwesenden potschaften bedenckhen, der colloquentn gestellte und ksl. Mt. ubergebne schrift die religion betreffendt. Actum Regenspurg, den 6. Julij anno 41.

    C  koll. München HStA, Kasten blau 271/1, fol. 110r–111r (Kop.); AV fol. 110r: 6. tag Julij.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 199 , S. 571–572;Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. III, Nr.122, S. 388–389;Walch, Bd. 17, Nr. 1381, Sp. 690–691.

    Nachdem die röm. ksl. Mt., unser allergenedigister herr, Kff., Ff. und stenden genediglich eroffnen und in schryften zuestellen lassen hat, wes die verordenten colloquenten, auf gemainer stend underthenigiste haimbstellung durch ir ksl. Mt. genediglich benent, zu vergleichung der streittigen religion, doch unverbundlich und unvergryfflich gehandlt und bedacht haben, mit gnedigem begeren, soliche handlung zu besichtigen und ir Mt. darauf ir underthenig, getreu wolmaynung anzuzaigen [Nr. 110], wie solhes von wegen irer Mt. zu etlichen malln gesunnen ist, haben Kff., Ff. und astend, auch der–a abwesenden potschaften bund rethe–b disem hochwichtigen handl, die glori und eher des allmechtigen, auch der seele seeligkhait und gemaine wolfardt teutsche nation belangend, sovil in diser eylle muglich, nachgedacht und zu furderung der sachen und verhuetung aller weidleuffigkhait fur nutz und guet angesehen, csich auch entschlossen–c, der ksl. Mt. der benennten sechs colloquenten gestellte schryften, die streittig religion betreffendt, widerumb zu uberantwurten und ir Mt. als advocaten und beschirmer der christenlichen khirchen undertheniglich zu ersuechen und dzu bitten, wie sie hiemit gehorsamlich thun–d, ir ksl. Mt. wolten neben und mit dem bäbstlichen legaten soliche der sechs verordenten colloquenten schryften nach laut des hagenauerischen abschidts genediglich besichtigen, communicirn und furnemblich die puncten, welher sich die verordenten colloquenten, doch unverpundlich verglichen, aigentlich und mit allem vleys examinirn, ob darin in sententzen oder worten ichts wäre, das den heilligen lerern und dem loblichen gebrauch gemeiner, christenlichen khirchen zuentgegen sein möcht, solichs und, wes sonst villeicht weitter fur mißbreuch in der khirchen erfunden werden möchten, endern, bessern und abschaffen, wo auch ainicher leutterung etlicher zu tunckhl gestellten puncten oder maynungen halb vonnötten, dieselben hinzusetzen und sich darin resolvirn und entschliessen und, wie sich eir ksl. Mt. sambt gedachtem legaten–e darauf resolvirn werden, solhs hinfurter an gemaine stendt zum furderlichisten zu gelangen, sich mit irer Mt. darauf irer ersten proposition nach, fauch vermug des obgemelten hagenauischen abschids–f undertheniglich haben zu vergleichen, und das daneben die ksl. Mt. auch auf genedigen weg bedacht sein wolt, die protestierenden zu vermögen, sich in den uberigen streitigen puncten auf christlich, pillich maß auch weisen zu lassen oder, so solichs bey inen nit stat Šhaben wolt, alsdann die durch mitl eins generalsconcili oder, wo das je nicht erlangt werden möcht, durch ain nacionalversamblungen, ordenlicherweiß zu beruffen, zu pillicher erorterung zu bringen, damit zuletzt die teutsch nacion zu christenlicher einigkhait khomen und fride und rueb im hl. reich erhalten werden möcht Š2.

    «Nr.126 Denkschrift Konrad Zwicks zu Religion, Friede und Recht – [Regensburg, 1541 vor Juli 6]1 »

    A  Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 175r–182r (Kop., Fragm.).

    B  koll. Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 319r–326r (Kop.).

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 195 , S. 558–564 und Nr. 196, S. 564–5662.

    aHernach volgen ursachen, worumb obgemelte prediger in die verglichung der religion wie die jetzo zu Regenspurg mit dem gegenthail furgenommen will werden, nit willigen kundent, sunder dieselbigen fur schedlich und gefarlich haltent etc.

    So wir aber in diser schrift den gegenthail nennent, verstanden wir nit die verordneten zum gesprech noch ouch disen oder jhenen bischoff, fursten oder stand, under denen villicht vil fromer sind, sunder das gantz corpus, den gantzen papistischen huffen, bapst und allen sinen anhang, weltlich und gaistlich. Dann wie man nit allain uff die bösen, also soll man ouch nit allain uff die guten sehen, sunder uff die furnembsten und den mertail, mit denen die concordia uffgericht werden soll. Und erstlich, wiewol wir ksl. Mt. buch noch nit gesehen, kundent wir doch uß dem articul der justification und anderem empfangnem bericht, welhergstalt die concordia gemaint und woruff, ouch wie die uberigen artickel gestelt syent, lichtlich vermuten und abnemmen. Und haltent hieruff unwidersprechenlich war sin, das gegenthail die warhait von hertzen nit suche, ouch, ware, christenliche verglichung und reformation zu furderen, nit begere und also im grund und mainung mit uns nit ainig syge. Dis wurt bezuget uß allen iren wercken und vermainten gotsdienst, welhen sy bißher im wenigisten nicht geendert noch endern wellen. Item, die warhait verlögnent sy aintweders gar oder wellend dieselben mit disputierlichen worten verduncklen. Item, das gesprech, dordurch man der warhait bericht solt worden sin, haben sy fur und fur geengeret und von dem liecht in die winckel gezogen. Item, dise stend sind grosser ding, aber one ernst und grund vertröstet worden. Item, bewilligt sachen haben sy imendar geendert. Item, Gottes wort und desselben bekenner vervolgen sy noch hutt zum tag, schelten und schmehen sy unverholen und zwar suchtent sy die warhait von hertzen, soltent sy sich nit beschweren, das dieselbig ouch iren underthonen und andern uff das ainfeltigest und hellest geprediget möchte werden. Und wurde von unnoten sin, artikel zu stellen, welhe nit ain confession und bekantnus des gloubens, sunder nebent göttlicher schrift der ainigen richtschnur ain form und regel sin sollend–a, noch welher baide thail oder zum wenigisten der ain leren, glouben, predigen und sich halten sollend.

    Uß dem volget, das die verglichung, ob die schon gefunden, nit in gemutern der parthyen, sonder allain in usserlichen worten ston wirt. Die ainigkait aber der kirchen Christi ist uß Gottes gaist, der ist ainig, wie och Christus ainig ist, und machet die glider der kirchen ains sinns, ains gloubens, ains verstands, ainer mainung und ains hertzens. Wo nun dise ware und innerliche ainigkait nit volgt, da kan ouch weder Gottes gaist noch ain christenliche kirch sin und also ouch kain ware gemainschaft noch ainigkait. Derhalben so wirt durch dise verglichung der zwispalt nit uffgehapt noch das mißvertruwen usgerutet, sonder alles wesen im grund in vorigem stand beliben und das gros, schwer gebuw Šder religion uff ain moß [= Moos], das mit schonem gras gezierdt ist, gebuwen werden, aber glich bald sincken und mit grossem schaden widerumb infallen.

    Zum anderen sind nun die vom gegenthail nit glicher mainung mit uns und also durch Gottes gaist der kirchen Christi ouch nit ingelibt. Mit was fugen können dann wir sy in die kirchen uffnemmen und fur gelider derselben halten, so uns doch nit verborgen ist, das sy in und nach der verglichung der warhait find [= Feind] bliben, dieselben verduncklen, Christum vervolgen und, sovil an inen, vorige abgotterey widerum uffbringen werdent. Dis sind je sölliche sunden und uncristenlich mainungen, darumb man sy billich vermög gottlichs worts vil mer dann anderer offentlicher laster halb von der kirchen absunderen und ußbannen solt, so lang, biß sy iren abgöttischen irrthumb widerruftent, das sy mit trug und finantzen den luten abgetrungen, restituierten, das unschuldig blut, so uff ir anstiften vergossen worden, mit ernst bewaintent und man nach bessertem leben spuren möcht, das sy die warhait durch dise verglichung von hertzen suchten.

    Und wiewol glichbald furgewendt wirdet, das by dem anderen thail vil guthertziger syent, welhe die sach nit böß mainent, aber durch den augspurgischen abschid und wurmisch edict abgehalten werden, denselben solle man die hand bieten und ouch zum evangelio bringen, so ist doch hievor angezaigt, das der mertail, mit denen man handlet, böß und dem evangelio Christi abgunstig siend, so wolten der anderen etlich den sachen gern also raten, das entwederem thail geholfen wurde, die dritten, derselben aber wenig, die das evangelium in warhait suchent, habent on dise verglichung mittel und weg [zum] evangelio zu kummen, werden ouch weder durch abschid noch edict, sunder im grund allain daher verhindert, das die zit irer beruffung noch nit herbeykummen, dann wie die anderen ungeacht der edict, der acht, abschiden und alles weltlichen gwalts durch Gottes trib sin wort angenommen und dabey wider menschliche hoffnung bestan, also wo Gott dise gnad andern ouch gunnen, werden sy von kainem schwert noch verfolgung, geschwigen ainichen tröuworten, uffge[halten] noch abgeschreckt mögen werden, dagegen, wo die zit der gnaden noch nit vor ougen, werden sy durch dise verglichung nit gefurdert. Und gesetzt, das dis mittel der verglichung zu erwyterung göttlichs [worts] mit der zit dienstlich sin wurde, so werden doch die frommen und guthertzigen, ob es sinen furgang schon nit erraicht, des by Gott nit entgelten. Und wiewol jeder schuldig, mit darstreckung libs und guts höchstes vliß daruff zu arbaiten, wie er andere zu erkantnus Gottes bringen möge, so soll doch söllichs nit durch alle, sunder allain dieb mittel geschehen, die von Gott bevolhen oder uß denen vermutlich kein schad noch verhinderung der warhait entspringen mag. Nachdem aber dis mittel der concordia by vilen nit uß geringen und sunder[lich] nachvolgenden ursachen fur gefarlich geachtet wirt, werden sich dieselben, so sy berurte verglichung fallen lassen, on zwifel vor Gott lichtlich entschuldigen mögen, diewil Šunder zwayen gefarlichen dingen das minder geferlich allwegen zu erwellen und dann nit vernaint kan werden, das uß furgenomner verglichung mer nachtails und gefar, dann so die nit ervolgt, erwachsen mag.

    Zum dritten und diewil dann kainswegs zu vermuten, das die von dem andern thail Gottes wort und das evangelium Christi uß Gottes trib begerent anzunemmen, so ist alle wythere handlung gefarlich und sorgklich als mit denen, die allain iren vortail und der anderen verderben und nachtail suchent. Wie sorgklich es aber sye, ouch in zitlichen sachen sich mit solhen in handlung inlassen, die nit uß truwen handlent und uff iren nutz allain sehent, das hat ain jeder gerings verstands zu ermessen und die teglich erfarung bewyßts.

    Zum vierdten, so nun gegenthail, die rechte leer anzunemmen, im grund nit bedacht, werden sy nach der verglichung glich wie darvor predigen lassen, dann nuwe pfarrer werdent sy nit uffstellen. So ist zu besorgen, die alten werdint mit dem hailigen gaist nit ainsmals wie die apostel am Pfingstag erluchtet. Wie wurt dann dem volck durch sölliche verglichung geholfen, so allwegen diser behelf furgewendet werden mag, man predige lut der concordia, wie sy ouch jetzo one grund sagen dörfent, die justification durch Christum habe man allweg gelert etc. cund anders mer–c. Alle wörter werdent sy versten und duten zu irem nutz und anderen aber den rechten, besseren verstand nit vergunnen. Und wie allwegen hart daruff getrungen wirt, das man ainen undisputierlichen friden, der nit von jedem zu sinem vortail interpretiert möge werden, erlange, also ist söllichs in diser wichtigen und seelrurigen sach vil mer nutz und hoch vonnöten, ain sölliche verglichung zu haben, die do hell, verstendtlich und undisputierlich sye.

    Und wiewol etlich darfur haben, das angezaigte, kunftige gefar, durch ain caution, wo das nit gehalten, das alle handlung unbindig sin solt, furkomen mochte werden, so ist doch in dem zum ersten schwer, das uß bemelter caution abermals verstanden wirdet, wie dem gegenthail nit zu vertruwen. So dann die sach an ir selbs und der parthey halb sorgklich, wievil mer ist sy billich zu schuhen. Zum andern erfart man teglich, das sollich conditionen wenig furtreglich sind, das ouch uß ainem schluß glich der ander und dritt erzwungen werden und man sagt, worumb ist dis nachgegeben. Item, hat man das bewilliget, so bewillige man das ander ouch etc., wie dann jetzo uß der gelerten handlung ouch volget, wiewol dieselbig unverbindtlich, das dannocht schwer sin will, ire gestelte articul zu widerfechten.

    Zum funften wirt durch dise verglichung die raine leer des evangeliums und derselben fryhait in ainen stillstand gebracht, verstrickt und angebunden, dann es wirt volgen, so etwa ain gmaind des rechten evangelii begirig, cristenliche und rechtgeschaffne enderung der mißbruchen gern furnemen wolt, das die oberkaiten, so des nit willig, sollich göttlich werck durch vilbemelte concordiam verhinderen, ire gmainden uffhalten und stillen werden. Glichergstalt wirt es Šouch gegen sunderen personen, die hinder anderen oberkaiten gesessen sind, beschehen, das dieselben eben by furgeschribner maß bliben und nit wyther werdent schriten dörfen. Dann es ist wol zu vermuten, die anderen stend werdent durch ain abschid oder sunst verstrickt, wyter, dann die concordia zugibt, nichts zu endern.

    Zum sechsten ist ubel zu besorgen, das wir uns by vilen frommen christen in unsern und andern gemainden mit schwerem, grulichemd argkwon, als ob wir unser bekanten leer nit aller ding gewiß oder von deren wider unser gewissen uß forcht zum thail geschritten syent, beladen werden und also by vilen gros, abschuchlich ergernussen, by dem gegenthail aber und allen bößwilligen nichts [dann] spott und nachred anrichten und ursachen.

    Zum sibenden hat man sich uß diser handlung grosser, nuwer unruw zu versehen, dann, nachdem vast der grösser huff des gmainen mans by disen stenden des concordierens und verglichens wenig gfallen tregt, so wirt es gantz schwer sin, denselben diser dingen [glich]e zu bereden. Und mogent daher zwuschent den oberkaiten, predigern und gmainden beschwerlich unainigkaiten und under den stenden sorgkliche trennungen lichtlich erwachsen, wie ougenschinlich und glich [mitten]f in der handlung gesehen wirt. So ist es ouch ain schwer und vast unmöglich ding, dann, nachdem dis sach in der welt usge[brochen], steet sy nit mer by kayser und kunigen noch by den obren und predigern, sunder glich so wol by dem gmainen volck, baiden man und wyb. Diewil aber der oberen, prediger und des volcks so geringer [thail]g jetzo byainandern versamlet, kundent wir je nit gedencken, wie [die] anwesenden ichts fruchtbars schliessen mögen, das nit von andern vilen zum thail gar nit und zum tail mit unwillen und grosser beschwerd werde angenommen.

    Zum achten und diewil gewißlich vil sind, die wider dise concordiam reden, predigen oder offentlich schriben werden, wirt man dieselbigen als rotter straffen, vertriben, verjagen wellen und also nuwe verfolgung anrichten. Als aber dieselben kaines irthumbs bezichtiget, sunder, das sy inen furgeschribne maß und verglichung nit gefallen lassen und die warhait gern uff das allerhellest leren und davon reden woltent, beschuldiget werden mögent, so will es dannocht schwer sin, umb sölher ursach willen gegen jemandt dergstalt zu handlen, und möchts Gott bald also schicken, das dise den grosseren anhang uberkoment, wie dann die warhait bißher den zufal ouch gehapt, ob man die schon ruch und grob gelert hat. Summa, die verfolgung wurd gewißlich entsten oder diejhenigen, so wider die concordiam reden und schriben, mussent geduldet werden, uß dem ouch nichts dann nuwer zwispalt und zerruttung uffgerichter verglichung volgen mag.

    ŠZum nunden, nachdem die gegenthail ware gottesleer nit begerent zu furderen, soll man diß als ain gewisse volg mit hochstem ernst bewegen, das sy in allem thun daruff gedencken und arbaiten werden, wie der alt, abgöttisch gotsdienst, der verderblich zwang menschlicher satzungen, verstrickung der gwissen, glissende fromkait und also aller jomer und vorige tyrranny widerumb in die welt gebracht und fur das besser angenommen werden möge. Und ist es dem tuffel nach Christi und der apostel ziten moglich gwesen, die hellen warhait ußzutilgken, die rainen kirchen dermassen zu beflecken und ainen sollichen gruwlichen abgott uffzurichten, wievil moglicher wirt im sollichs disser und vorab kunftiger zit zu thun sin, so der vorig irrthumb noch nit erloschen, do die liebe und yffer zu Gottes wort erkaltet, do die nachkummen den jomer und ellenden zwang des hellischen bapstumbs nit gesehen noch erfaren, do die jetzigen apostel und vorsteer bald absterben und, als ubel zu besorgen, ain schwere thure [= Teuerung] frommer, gelerter luten infallen wurt, diewil [nienen] kain som [= Same] vorhanden und wenig sind, die ire kinder zum predigamt uffziehent, nachdem es nit mer nutzlich, sonder voller beschwerd, armut und verachtung ist und dann der tusentlistig find [= Feind] unsers hails nit fyret noch schlafft, ouch die menschlich vernunft von natur genaigt ist, den schin fur die warhait anzunemmen und alle gotteswerck mit irem gutdunckel zu besudlen. Unmoglich ist es, das man nit bald in die alten blindthait widerumb gerate, darzu dise handlung grosse ursach geben mag, dann der tuffel wurt ain zit lang das liecht fliechen, sich verschlachen und mit listigem betrug und stelen eben dasjhenig erlangen, so er bißher mit offentlichem, unverschamptem morden und rouben usgericht hat. Diser wurm wirt das gut kornli in der spruwen [= Spreu] ußfressen und dann damit hinwegfliehen, die spruwer menschlicher satzung ligen lassen.

    Zum zechenden, der widertauf und alle andere irthumb werdent daher gesterckt und derselben anhenger ursach [haben], die evangelisch leer und dero prediger mer verhaßt und [argk]wonig zu machen.

    Zum ailften ist gewißlich zu vermuten, das uß diser concordia ain grosse sicherhait erwachsen werde. Menigklich wirt sich der ainigkait freuen und vermainen, es stand nunmer alles wol. Frid, frid wurt man schryen, so das verderben, wie die schrift sagt, zu nechst vor der thur sin wurdet. Uß söllicher ruw und sicherhait aber entspri[ngt] hinlesigkait in allem guten, verachtung aller zucht, zunemmung alles unrechtens, dan diewil die oberkaiten bißher allain den falschen gotsdienst abgeschafft und den gaistlichen stand reformiert, aber Gottes wort bißher [ouch] in crutz und anfechtung so vil nit vermögen, das die oberkaiten ire regiment und leben in warhait bessertent, wievil minder wirt es dann zur zit des fridens und sicherhait beschehen mögen. Die oberkaiten werden on zwifel alle zucht bald widerumb den gaistlichen bevelhen [und] sich mit anderen iren gescheften beladen, wie vormals ouch geschehn. Der gaistlichen censura wirt by niemandt verfahen, die laster werden umb dero willen Šnit gemitten, vil werden dieselben disciplinam verachten, etlich umb kunftiger beschwerung willen bewainen, die andern uß falschen glyßh annemmen, daher nichts anders dann ain sichere vermessenhait und ruchloß leben, entlich aber Gottes [plag]i und straf volgen wurt.

    Zum zwolften und so man hinder sich sicht, wie Gott sin evangelium in die welt gebracht, findet man dise wiß gar nierenj, sunder es laßt Gott sin wort predigen, berufft, welhe er will, von innen herus durch sinen gaist oder von ussen hinin durch das [wort] und nit durch sollich vertreg, concordien und verglichungen. Das widerspil hat man erfaren, das Gott disen menschlichen ratschlag von ainem tag zum andern verhindert und bißher nichts anders darus entstanden dann verluest der zit und gelts, versumnus der kirchen, unwill, argkwon und ergernuns und dis sind die frucht unserer henden, so man Gottes sachen besser dann Gott selbs machen will. Wo nun Gott diser weg als ain bequems mittel zu ußbraiterung sines worts gefallen, wurd er on allen zwifel dasselbig lengst haben geraten lassen.

    Zum dryzechenden ist es nit wenig beschwerlich, das man der gelerten ratschlag, zu Schmalkhalden ubergeben, und der schrift, an den Gf. von Manderschid usgangen3, so gar vergißt, in denen so häll angezaigt wirt, wie das wort verglichung verstanden werden solle, das man och mit denen vom gegenthail kain concordiam annemmen möge, sy bekennint dann zuvor die rechte, gesunde leer und stellen ab alle abgotterey und richtent dagegen uff den rechten bruch der sacramenten, deren sy aber kains thun wellend.

    Zum 14. und ob wol gesagt wirt, das dise stend ouch nit ainsmals zum evangelio kummen und alle ding glich geendert habent, so ist doch dasselbig nit uß ainicher concordia oder, das sollichs ainem stand von dem andern bewilliget sye worden, beschehen, sunder uß aines jeden schwachait, welhe aber vor Gott nit on sund gewesen, dann man je schuldig ist, das rych Christi on verzug und uff das best anzunemmen und uffzurichten. Also muß man dem gegenthail diß ouch nachgeben, das sy alle ding handlent nach irem gewissen, und ob sy glich blibent wie bißher und gar nichts enderent, noch muß man sy gedulden und soll sy darumb nit begwaltigen, sunder Gott fur sy bitten, dann diewil sy uns nit underthon sind, hat man sy ouch nit zu nötigen. Es ist aber wol zu verwunderen, das gegenthail an diser gedult und, das man sy zu ainicher enderung [nit]k nötigen kan noch zu nötigen begert, nit gesettiget sin, sunder sich mit disen stenden nur in nehere frundschaft und ainigkait begeben wellend, das geschicht Šaber allain umb der ursachen willen, damit sy furkommen, das ir leer by uns nit mer angetast und widerfochten, sunder gmainem volck ain vermainter won [= Wahn] ingebildet werde, als ob man baidersyth ainig syg und also das empsig geschray irer undethonen nach Gottes wort und der menschen begirden zu unser leer gestillet und ware reformation by inen gehindert werde. Und ist in summa nichts anders, dann das der böß sathan, so bißher ain offner mörder gewesen, jetzo ain munichskappen angelegt hat, will frumm und evangelisch sin und mer thun, dann man von ime erzwingen möge, aber minder, dann christenlich sye, das ist, er will mit den evangelischen ainig sin und glissen [= gleißen], als ob er ir religion angenommen, dahin man in nit nötigen mocht. Er will aber doch nit thun, das recht christenlich ist, dann inwendig im hertzen und mainung blibt er nichtdestminder ain schalck, betrieger und verfurer wie von anfang der welt. Ob aber glichwol under disen stenden (wie von etlichen furgeworfen wurt) ouch nit alle ding uff ain wiß gehalten und allerlay unglichait befunden wirdet, so ist doch dieselbig allain in usserlichen ceremonien und worten, im hertzen aber und mainung sind sy ainig und glich, derhalben sy ouch ainandern christenlich mainen, lieben und gedulden mogen. Aber in dem fal ist das widerspil. Die mainung blipt ungelich, die worter werden verglichen. Was aber diß ouch in zitlichen fur ain gefarlichait uff im trage, so die menschen wol gute wort gebent, im hertzen aber ainandern find und abgunstig syent, das hat ain jeder lichtlich zu bedencken.

    Zum 15. wirt gesagt, das zu erhaltung frids und ainigkait, ouch abstellung krieg und empörung die concordia nit zu wegeren und sich also zu halten sye, das man by ksl. Mt. den glimpf erlange. Dogegen ist aber ouch dis war, das umb zitlichs friden und komenlichait willen an der warhait nichts nachzugeben noch dieselbig zu vertuncklen ist. Man soll ouch allwegen ingedenck bliben, wie Gott bißher sin wort und desselben bekenner on verglichung und usserlichen, versprochnen friden, do ouch ir ansehen noch gering und der fyend vil und durstig, wunderbarlich erhalten hat, das ouch dise ständ der religion halb nie meer unrue gehabt, molestiert und beschwerdt sind worden dann in werendem fridenstand zu ainer gewisen anzaigung, das Gott nimmer lieber hilft und rettet, dann so man anderer hilf bloß stät und sich im vertraut.

    Das aber der frid durch vergleichung der religion so emsig gsucht und gesagt wirt, man muge on die vergleichung zu kainem frid kommen, ist erstlich ain zaichen ains mißtrauens gegen Gott, dann so man Gottes alter und zu unseren zeitten bewisner wunderthatten nit vergeßen und glaubte, das er dise sach wie all ander wider die gantzen welt erhalten kundte, wurde man vil mer dahin trachten, wie mit im ain gutter frid aufgericht möchte werden, dieweyl er aller menschen hertzen in seiner hand und gewalt hat, dieselben waich zu machen oder zu verherten, frid zu geben oder krieg zu bewegen nach seinem willen, wie er dann auch diß wunderwerck gewurcket, das ksl. Mt., die unlang hirvor dise religion offentlich verdammet und mit allem vermugen außreutten wolt, jetzo, wie wir hören, so vil linder worden ist. Zum anderen, so ist ain frid wol on Šdie vergleichung aufzurichten. Dann ist es vermutlich, wie etlich vermainent, ain concordiam in der religion zu finden, wirt es on zweiffel vil ringer, lichter und möglicher sein, den außerlichen friden zu erlangen. Ist aber der frid beim gegenthail nit zu erlangen, vil minder die verglichung, welche auch den friden in sich beschleußet.

    Sovil dann den glimpf belanget, deß soll man sich zwar in allen dingen befleißen, erbarlich, uffrecht und beschaidenlich gegen mänigcklichem handlen, sunderlich also, das es vor Gott glimpflich seye, es werde gleich von den menschen wol oder ubel aufgenommen. Nun ist aber diß der hochst rum und glimpf vor Gott, das in seinen sachen, die sein wort, sein warhait betreffend, bestendigl, stiff und unerschrocken gehandlet, umb der menschen gnad willen nichts, das Gott im wenigsten mißfallen möcht, bewilliget, umb menschliches glimpfs willen nichts gfarlichs, darauß kunftigcklich verduncklung der warhait volgen möcht, angenommen und deß glimpfs also befaret werde, das man dardurch bey frummen christen kain unglimpf noch uneer erlange, deren nachred oder lob vor Gott meer gilt und derhalben hocher zu achten ist dann aller welt gnad oder ungnad.

    Zudem hat man sich leichtlich zu erinneren, wiewol die ständ zu Franckfurt, Hagnaw, Wurmbs und jetzo hir sich alles glimpfs beflißen, von ainer handlung zu der anderen gewichen, ksl. Mt. in allem gewillfaret, das man doch kainen glimpf erlangt, sonder dem gegenthail dardurch ursach gegeben, auf seiner mainung stiffer zu beharren, disem thail dester beschwärlicher ding zuzemutten. Darumb were noch heut deß tags diß der sicherest weg, ainfältig auf voriger weiß beleiben, christlich und fleißig predigen laßen, darneben aber nit minder frombklich und gottsäliglich regieren und leben, mänigcklichen, der diß begert, mit christenlicher bschaidenhait warhaftige rechnung deß glaubens geben, bey erkanter warhait bständigklich bleiben und sich mit den kinderen diser welt, welche mit irer spitzfindigkait die kinder des liechts allwegen uberlistend, so si menschlicher klugkait nachfarend, nit zuvil inlaßen, dan auß menschlicher vernunft volget nichts dan menschliche frucht, die im haißen [sommer?] Gottes haimsuchung und in der hitz der truebsäligkait nit beleiben, sonder vor der zeit abfallen, fulen und verderben wirt. Hinwiderumb aber in aller ainfältigckait mit vollen augen auf Gott sechen, stiff auf seinem weg wandlen, das wirt vor der welt ansechenlich und entsetzlich sein, auch zu rechtem frid und beständiger rhue dienen, dann der herr richtet die anschleg seiner frommen und machet zuschanden die weltweisen und diß ist je und je sein brauch gewesen bis auf disen tag, in der thorhait sein weißhait, in der schwachait sein kraft und herlichait zu beweisen.

    So nun auß obangezaigten grunden, welche vast all in den schmalkhaldischen ratschlag auch befunden werden, sich gnugsam erscheint, das die hertzen baider partheien im grund nit ainig noch auch diser zeit ainig werden mugent Šund daheer die vergleichung nit auf die hellen, ainfältigen warhait, sunder auf ain sand, nämlich auf disputierliche, dunckle wort gebauen und also kein zeit beständig, sonder darauß alter irrthumb, stillstand Gottes worts, unrhue, verfolgung, verderbliche sicherhait, bestättigung anderer secten und schwere ergernus, trennung und unainigkait volgen wirt, so stet unser mainung dahin: Nachdem auß allen handlungen gnugsam gespuret mag werden, das der gegenthail die warhait von hertzen nit sucht, das furgenommen verglichung als ain schwer, gefarlich und unmuglich ding in rhue gestelt werde und man Gott den herren walten laße, darnebent der ksl. Mt. mit christlicher dapferkait und beschaidenhait anzaige, weß sich die ständ bisheer aines christenlichen gesprechs halben allwegen erbotten, item, was sie von ainem tag zu dem anderen irer Mt. zu underthänigem gefallen nachgegeben, das sie auch allwegen darnebent sich vernemmen hetten laßen, das sie allain ain ware, christenliche reformation und verglichung suchent, dann sunst kundt kain andere Gott gefallen noch besten mugen, sonder der lest zwispalt wurde größer und schädlicher werden dan der erst. So aber dise ständ auß dem gesprech und darauß gevolgten, ouch allen anderen handlungen vernemmen, das die mainung nit dahin wolte gericht werden, die rechte leer fryg und unverduncklet predigen zu lassen, die sacrament, ouch andere nötige kirchengebruch nach Gottes insetzung anzurichten und dagegen alle verfursche [sic!] mißbruch abzustellen, sunder allain aine solliche verglichung furzunemen, die mer in worten dann im hertzen stunde, uß welcher bald widerumb allerlay unrat volgen wurde, und dann die gestelte artickel also geschaffen weren, das dise stend die unverglich[nen] mit Gott nit willigen mochten, ouch in den anderen, welhe von iren glerten umb hoffnung willen, anders und merers dadurch zu erlangen, nachgegeben worden, allerlay bedencken hetten, so wolte es disen stenden gar schweren fallen, ain solliche verglichung, dardurch das mißvertruwen und zwispalt nit ufgehapt, vorige irthumb bestettiget, vil nuwer beschwerungen entsten, irer und anderer menschen gewissen beschwert und die warhait mer verfinstert mocht werden, zu bewilligen. Betten daruff, ksl. Mt. sollichs gnedigst zu vermercken und uff ander weg, wie zwuschen den stenden frid und ainigkait erhalten mochte werden, gnedigest zu gedencken, zu dem sich die stend nit minder dann bißher aller billichait und gebur bevlissen und hiemit erbetten haben wollen, wie dann ain solliche antwurt nach lengs usgefurt mochte werden.

    Wo aber das gegenthail bedacht wurde, welhes dise stend zum hochsten von Gott begeren, ain solhe reformation und ainigkait der kirchen zu furdern, do die alten irthumb und mißbruch abgethon, die rain apostolische leer geprediget, rechten pruch der sacramenten und waren gottesdienst uffgericht wurde, so woltent die stend in allen usserlichen, unnötigen dingen sich hingegen dermassen halten und erzaigen, das ksl. Mt. und menigklich spuren mocht, das sy zu christenlicher verglichung von hertzen genaigt, wie sy sich des hievor oftermals und sunderlich in dem schriben an den Gf. von Manderschid och erpotten und vernemmen hetten laßen.

    « Nr. Š127 Julius Pflug und Johannes Gropper an Pfgf. Friedrich und Granvelle – Regensburg, 1541 Juli 6/7 »

    Druck1: Bucer, Acta colloquii, pag. 94b-97b.

    Weitere Drucke: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 206 , S. 599–602; Braunisch, Johannes Gropper. Briefwechsel, Bd. I, Nr.56, S. 190–196; Walch, Bd. 17, Nr. 1398, Sp. 756–761 (dt. Übersetzung); Corp. Reform. IV, Nr. 2292, Sp. 460–464.

    Non dubitamus singulari Dei providentia et benignitate factum esse, ut, cum non multo post exorsa comitia, invictissimo imperatori Carolo augusto assentientibus amplissimis sacri imperii ordinibus placuisset doctorem Iohannem Eccium et nos ambos ad coloquendum de religione cum protestantibus deligere, simul etiam hoc placuerit, ut eidem colloquio illustrissima, illustres et magnificae dominationes vestrae suae maiestatis nomine partim autoritatis causa praeessent, partim ferendi testimonii gratia adessent. Ostendit enim rerum eventus, qui est praesens causae status, quam iniquis calumniis expositi essemus, nisi illustrissima, illustres et magnificae dominationes vestrae, ut debent, ita quoque velint veritati rerum gestarum testimonium perhibere.

    Noverunt illae, quo pacto nos ad hanc provinciam initio vocati simus, neque enim, ut scitis, ingessimus nos ultro, sed diu ineptitudinem nostram, cum apud nostrorum principum electorum legatos et consiliarios tum apud imperatoriam maiestatem excusavimus et obtestati sumus, ut haec sarcina iumentis tanto oneri ferendo aptioribus imponeretur. Sed, ut noverunt amplissimae dominationes vestrae, auditi non sumus, protracti et adacti in hoc opus, quod alios suscepisse cuperemus, qui illud maiori cum fructu absolvere potuissent. Nunc, ubi postulatam obedientiam praestitimus et, quod in nobis fuit, summa cum fide et synceritate (Deum et conscientiam nostram testamur) non sine ingenti labore et fatigatione peregimus, non solum nullas gratias referimus, sed etiam plane immerentes gravem calumniam sustinemus, idque ab illo, a quo tale nihil suspicati sumus, et quem hoc facere ob graves et multas causas, si sui meminisset, minime deceret.

    Is est doctor Eccius, collega nuper noster, qui, cum gestum colloquium, cui ipse multo tempore et quoad febri corriperetur nedum interfuit nosbiscum, sed et quodammodo pro sua autoritate praefuit, adversus omnem iniustam calumniam tueri et defendere deberet, primus omnium est, qui atrociter impetit et convellit. Vidimus enim scriptum eius, quod non ad quoslibet, sed in ipsum senatum sacri imperii principum, praelatorum et ordinum transmissum est, quo veritus non est testari sibi neque placuisse neque placere neque placiturum unquam illum librum, quem vocat insulsum, per imperatoriam maiestatem exhibitum, in quo, ut ait, tot errores et vitia deprehenderit, quem et eodem Šsuo scripto nullis rationibus additis censoria nota damnat et indignum iudicat, ut a catholicis recipiatur, quem etiam, ut est imperatoriae maiestati post habitum colloquium redditus, se vidisse pernegat. Affingit quoque nescimus quam scripturam, quae se inscio simul cum libro imperatoriae maiestati fuerit oblata. Ad haec audivimus eum in singulos etiam articulos tam conciliatos quam non conciliatos mordaces censuras consarcinasse, quibus nihil aliud sit annixus, quam ut, si posset, astrueret, nihil esse in toto libro, ut Caesari redditus est, quod non sit vel supervacaneum vel erroneum vel nullius ad componendas has religionis discordias momenti.

    Et ut haec febricitans forsan impetu magis animi quam certo iudicio effuderit, comperimus tamen illum hac sua suggestione evicisse, ut inprimis sui illustrissimi principes bavari et per hos plerique alii ad sic, ut ille vellet, sentiendum sint persuasi et non persuasi tantum, quod ad se attinet, sed etiam huc adducti, ut caesareae quoque maiestati haec, quae Eccius effutivit, quam maxime approbata velint.

    Sed hoc uno nos foelices iudicamus, quod vos rebus omnibus adfuistis spectatores, quod nihil in hac tota causa vobis insciis actum sit, quinimo nihil pene vobis non mandantibus. Si privato consilio, ambitione seu ullo affectu permoti nos in hanc provinciam ingessissemus, si non in totum, quod imperatoria maiestas praescripsit, fideliter essemus insequuti, si is liber, quem imperatoria maiestas obtulit (non a nobis profectus), cum Eccio totus praelectus non fuisset, si idem a summae autoritatis viris (quibus non immerito imperatoria maiestas simul cum amplissimis ordinibus in his saltem, quae inter nos colloquutores conventa sunt, plurimum detulerit), priusquam colloquium iniremus, comprobatus non fuisset, denique si non ipse Eccius tam diu nobis in colloquio collega assedisset et maximam illam libri partem, quae eo praesente excussa est, in his, quae utrinque concordata sunt, ut sana et catholica non sua voce tantum, sed partim etiam scripturae suae testimonio recepisset, haberet forsan, quod illustrissimae, illustribus et magnificis dominationibus vestris praetexeret, ne eum plane calumniari existimarent.

    Nunc autem cum illae sciant, quo consilio nos adhibiti, qua diligentia liber et per quos ante colloquium excussus, qua ratione colloquium coeptum et assidente multo tempore Eccio gestum fuerit, non est cur metuamus cum vobis ullum fucum facere posse. Imo vestrae illutrissima, illustres et magnificae dominationes, non nos tantum sumus, quae, si Ecciana persuasio obtineat, in gravem suspitionem sui muneris sibi commissi non satis fideliter acti adducantur, quo scilicet tanto tempore collationis de religione assederint et tamen de his, quae deprehendit Eccius tam obfutura et religioni et imperio, sacratissimum Caesarem non in tempore admonuerint et suam maiestatem ac omnes simul ordines cum tanta suarum rerum iactura in hoc articulo tam diu remoratae sint.

    Sed gratia Deo! Illustrissima, illustres et magnificae dominationes vestrae hanc habent apud imperatoriam maiestatem inviolabilem fidem, hanc obtinent apud totum orbem suae virtutis et integritatis laudem, ut nemo dubitet, quin Švobis potius quam uni Eccio in hac re fides adhibenda sit, praesertim quod vos ad colloquium istud non obiter accessistis, quod, quae ultro citroque disputata sunt, non per transitum (ut dici solet), sed attentis animis, idque ex imperatorio mandato vobis facto excepistis et memoria, non dubium est, recte et bene tenetis. Gratia item Deo, quod illustrissima, illustres et magnificae dominationes vestrae viderunt Eccium colloquio et excussioni libri usque ad articuluim de eucharistia nobiscum interesse, quod audiverunt eum omnia, quae eo usque conciliata sunt, sua voce nobiscum approbare. Gratia denique Deo, quod et ipsius Eccii manus apud nos est, qua [sic!] testatum reddere possumus toti orbi ipsum non in quovis, sed in articulo omnium maximo, qui iustificationis est, eam sententiam, quam liber Caesari oblatus complectitur, libenter approbasse, ne dicamus, quod ipse solus primus autor fuerit, quoa articulo, qui de eadem re in libro per Caesarem collocutoribus exhibito copiosior erat, expuncto, macrior iste et qui maiori explicatione, quod inter colloquendum testati sumus, indiget, sit substitutus.

    Porro, qua specie, quo gestu, quibus affectibus colloquium istud peractum sit, et num ludentes an serio contulerimus, num invicem libenter cesserimus, quum ad morbum usque a quibusdam nobis laboratum sit, et vos optime scitis et actio ipsa satis declarat. Atque utinam a principibus et proceribus illis, apud quos Ecciana persuasio nimis cito, praepropere obtinuit, nostro labore in ipsorum gratiam insumpto tantum meriti essemus, ut nos prius de conciliatis articulis audissent, praesertim quod de his rationem reddere semper fuimus parati, quam eos et damnassent et per Caesarem damnandos et supprimendos suo scripto, quod Caesari maiestati offerre decreverunt, iudicassent. Sed non gravate hanc mercedem laboris et officii nostri, quam habemus cum omnibus bonis, qui rei publicae labanti bene et ex animo consultum volunt, communem referimus, a Deo optimo maximo aliam exspectaturi, si tamen illustrissima, illustres et magnificae dominationes vestrae famam et opinionem nostram ab iniqua ista calumnia vindicare non detrectent. Detrectare vero non possunt, nisi suscepti officii (praesides enim et testes totius actionis nostrae constituti sunt) immemores esse velint, et nostrae praesenti necessitati, ad quam Caesaris et illarum autoritate sumus adacti subvenire nolint. Scimus christiani hominis esse iniurias iniuste illatas patienter ferre, sed interim scimus crudelis hominis esse suam famam negligere, maxime cum hinc veritati periculum et infirmioribus scandalum imminet.

    Quamobrem illustrissimam, illustres et magnificas dominationes vestras per Deum optimum maximum, cuius negotium vobis praesentibus et iubentibus egimus et peractum Eccio, priusquam liber Caesari redderetur, renunciavimus, oramus et petimus, ut pro suo officio, quo perfuncti sunt, soli veritati testimonium perhibere, et inprimis augustissimo Caesari, deinde reverendissimo legato, ad haec reverendissimis et illustrissimis electoribus, denique caeteris principi Šbus, praelatis et proceribus, apud quos omnium gravissime sumus traducti, scripto vestro significare velitis, quo consilio huic actioni per Caesarem adhibiti fuerimus, qua fide et diligentia in mandato negocio versati simus, breviter ut, quid vos de tota nostra actione sentiatis, publice testari dignemini, quo hoc vestro testimonio, omni prorsus exceptione maiore, opinionem nostram laesam apud omnes in integrum restituere, et calumniam, qua immerentes impetiti sumus, depellere, ac perpetua et irrefragabili testificatione fidem et innocentiam nostram toti orbi comprobare possimus. Fecerint eo illustrissima, illustres et magnificae dominationes vestrae rem se longe dignissimam et nobis plane necessariam perpetua observantia et obsequio erga eas pensandam2.

    «Nr.128 Aufzeichnung zur Meinungsbildung im kaiserlichen Rat nach der Eingabe der altgläubigen Stände vom 5. Juli 1541 – Regensburg, 1541 Juli [6/7] »

    Madrid, Real Biblioteca, Fasz. Mss. 2232, fol. 85r–85v (Konz.).

    Après avoir examiné la responce [écrite] baillée par les estatz catholicques [Nr. 125] et aussi les première et seconde proposicions touchant l’affaire de la foy il semble, que combien que ladite responce soit générale et par laquelle ilz demandent que après la chose [consultée] par l’empereur et le légat elle leur soit de rechief remonstrer, touteffois ladite responce se peult justiffier pour austant que par lesdites propositions l’affaire se doit communiquer avec le légat et tant plus ayant regard à la matière, qu’est [theologale?] et de conscience et consistant au [jugement] de l’église.

    Et pourtant le tout pesé a semblé que l’on pourroit respondre et proposer aux catholicques que combien que sadite M eust espéré d’eulx responce plus certaine en ceste matière, actendu, qu’ilz ont eu copie tous de ce qu’a esté fait en la collocucion et depuis délayé si longuement leurdite responce, que touteffois sadite M avoiant que [... ... ... ...?] à la responce–a pour riens délaisser de[tout?] ce qu’elle pourra tant au bien de l’affaire que pour satiffier ausdits estatz en communiquera très volentiers leur chose avec le légat et cependant requiert sadite M lesdits estatz vouloir diligemment entendre aux moyens avec lesquelz l’on pourra faire la commune paix comme point principal de ceste diètte et auquel tous lesdits estatz persistent.

    ŠAussi sera requis de demander la responce des protestans touchant le livre, afin que avec lesdites deux responces l’on puisse plus certaynement demander l’advis dudit légat.

    Et a l’on considéré que l’on tient que pour certain, que ledit légat[sy aussi la ...?] [se aymeit?] bien la responce des catholicques et l’ont treuvé bonne et davantaige, qu’ilz ne seront d’advis ny consentiront, que ledit livre se apprenne en tout ny en partie, puisque ainsi est et que il soit impossible sans long temps de décerner les articles, que l’on pourrait accéder, des autres et ceulx que l’on devroit suspandre et [encores?] que l’on [se tiendroit?] des nouveaux différends avec les estatz tant catholicques que protestans b[et?] que un [terrible?] [avènemens?] [en doit?]–b par adventure l’on se tiendroit après en confusion. cIl seroit scrupuleux d’y recès [faire?] ordonner sans le [...?] du pape [ou dudit légat]–c. Le mieulx [sera] de soy attaicher à la responce dudit légat et, puisque il ne vouldroie tiendre bon ny consentir en que dessus regardé, de faire le départ de ceste diètte et remectant la [discution] dudit livre au premier concille général ou nacional ou que autrement il y soit légitimement pourveu, en persistant envers les protestans de non plus prescher ny faire contre ce qu’ilz ont accédé, et que l’on traicte ladite paix et l’observance de la justice.

    En persistant aussi denvers ledit légat touchant la réformacion suyvant ce que l’on l’en a continuelment et justamment requis.

    Quant à l’autre point touchant l’ayde hâtive monseigneur le duc parlera au marquis de Brandenburg afin de tenir main envers les autres électeurs, qu’ilz apprennent la paix pour le terme de six mois. Et aussi entendra l’on du roy, comment il en aura fait avec les ducz de Baiyern. Et semblablement mondit sieur le duc parlera avec Monsr de Lundden qui que l’on a entendu doit bailler quelque money pour amener les deniers de l’ayde hâtive, dont sadite M impériale a tenu excuse [...?] les grandes charges, qu’elle a, que l’on a desià remonstré ausdits estatz et oultre ce que elle fait ayde au roy en luy envoyant [capitaine] et gens italiens.

    «Nr.129 Kaiserliche Resolution zur Stellungnahme der altgläubigen Kurfürsten und Fürsten zum Kolloquiumsergebnis – Regensburg, 1541 Juli 7 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 290r–290v (Kop.).

    B  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 84r–85v (Kop.); AV fol. 84r: Actum Regennspurg, den 7. Julii anno 1541; DV fol. 85v: Ksl. Mt. antwurt auf der Kff., Ff. und stände, auch der abwesenden potschaften und gesandten junstz furbringen in der religionsachen. Actum Regenspurg, den 7. Julii anno 41.

    C  koll. München HStA, Kasten blau 271/1, fol. 115r–115v (Kop.); AV fol. 115r: 7. tag Julij.

    ŠD  koll. Duisburg LAV NRW R, Jülich-Berg II 2271, fol. 367r–367v (Kop.); ÜS fol. 367r: Röm. ksl. Mt. antwort uff der Kff., Ff. und stende bit, das buch der sechs colloquenten neben und mit päpstlicher Hlt. legaten zu communiciern und resolvieren. Gelesen am 7. Julij.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 200 , S. 573;Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. III, Nr.123, S. 389–390;Walch, Bd. 17, Nr. 1382, Sp. 691–692;Corp. Reform. IV, Nr. 2294, Sp. 465–466.

    Die röm. ksl. Mt. hat der Kff., Ff. und stende und der abwesenden potschaft und gesandten antwort [Nr. 125], belangend die religionsach und das buech, so inen zugestelt und abschrift davon mitgethailt und gegeben worden, vernomen. Und hette in sonderhait gern gesehen, ist auch der gnedigen entlichen zuversicht und hofnung gewest, dieweil gemaine stende das gemelt buech zu bewegen und examiniern nun ain guete, geraume zeit bey handen gehabt, sy wurden irer Mt. ir guetbedunkhen und wolmaynung etwas grundtlicher und außtrucklicher angetzaigt und mitgetailt haben. Diewiel sy aber auf solcher irer gegeben antwort entlich bleiben und beharren, damit an irer Mt. kain mangel erschiene noch ichts underlassen werde, das irer Mt. in disem fal ze thun gepurt und thunlich sein mag, so bewilligt ir Mt., die sach an bäbstlicher Hlt. legaten gelangen zu lassen und ime dieselb zu communiciern und sein guetbedunkhen darauf zu vernemen1.

    Und ist daneben irer Mt. freundtlich, gnedig synnen und begern, auf das die ubrig zeit dises reichstags, so nun etlich monat gewert hat, hinfuro, sovil immer möglich, fruchtbarlich angelegt und nit vergebenlich verschleissen werde, das Kff., Ff. und stende mitlerzeit auf weg und mittel gedenkhen wellen, die sy zu furderung und erhaltung gemaines fridens und rechtens im hl. reiche fur guet und furtreglich ansehen, und irer Mt. hierauf ir rathlich bedenkhen treulich mittaylen, damit diser punct, so vast der hochwichtigisten und notwendigisten ainer, darumb diser reichstag furgenomen und angesetzt ist, und von gemainen stenden selbs allerseitz am maisten gesuecht und begert wirdet, fur die handt genomen, beratschlagt und erledigt werden möge.

    «Nr. Š130 Reformadmonitio Kard. Contarinis an die in Regensburg anwesenden Bischöfe – Regensburg, 1541 Juli 7/81 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 309v–310v (Kop.).

    B  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 138, fol. 6r–8v und 10r (Kop.); AS fol. 6r: Copei des bepstlichen legaten meinung auf die religionhandlung.

    C  koll. Berlin GStAPK, I. HA Rep. 13 Nr.4–5a Fasz. 9, fol. 43r–44r (Kop.); ÜS fol. 43r: Deliberatio apostolici legati de reformatione.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 207 , S. 602–605;Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. IV, Nr.1, S. 5–7;Walch, Bd. 17, Nr. 1387, Sp. 734–736;Corp. Reform. IV, Nr. 2304, Sp. 506–509 (unter dem irrigen Datum: 1541 Juli 12).

    Cum heri reverendissimae et illustrissimae d[ominationes] v[estrae] frequentes ad nos venissent ac nos quaedam illis exposuissemus, quae nobis ad reformationem christianam facere inprimis videbantur, petierunt illae, ut ea, quae a nobis dicta fuerunt, scriptis mandare eorumque exemplar reverendissimis et illustrissimis dominis suis tradere vellemus, ut ea commodius videre et perpendere possent. Quare nos, ut eis satisfaceremus, quod heri dixisse nobis visi sumus, hic [quam] potuimus breviter scripsimus.

    Illud primum quod in domino hortamur et monemus reverendissimas et illustrissimas d[ominationes] v[estras] pertinet ad uniuscuiusque nostrum vitam et vivendi rationem, in qua danda est omnis opera, ut Deo optimo placeamus et fideles dispensatores inveniamur ac legitimi dominici gregis pastores. Vitabimus ergo primum scandalum omne, ne scilicet populus possit vel leviter suspicari esse nos ullis voluptatibus addictos aut avariciae aut ambitioni. Vitandus est etiam luxus omnis in epulis, in domus apparatu, vestibus caeterisque omnibus, quae solent laicos et universum populum multum scandalizare.

    Secundum pertinet ad familiam, ex cuius moribus, si christiani et boni fuerint, populus aedificatur, si vero mali fuerint, multum offenditur et facile coniectura[m]facit morum episcopi ex moribus familiae. Idcirco, ut copiose admonet Bernardus in libro de consideratione Eugenium pontificem maximum, maxima est adhibenda cura praelato cuicunque in comparanda sibi honesta familia et in servanda ab omni malaalabe et suspicione, imo instituendab, ut ex familiarium nostrorum conversatione populus instruatur et aedificetur.

    Tertium pertinet ad curam gregis nobis commissi, ad quam maxime putamus pertinere, ut episcopi habitent in locis frequentioribus suarum dioces[i]um, Šubi facile cavere poterunt et praevidere, si quid labis huius, quae grassatur per Germaniam, obrepserit et confestim in tempore remedium adhiberec.

    Proderit etiam habere fidos exploratores in locis aliis, ubi episcopi non habitant, ut per eosdcertiores fieri possint, si qua fraude adversarius noster eos tentaverit, ac confestim queant providere et mederi. Visitare etiam dioceses frequenter multum proderit, quo more uti solent imperatores in urbibus obsessis et oppugnatis ab hostibus, curare etiam, ut cultus divinus vigeat in ecclesiis nostris et beneficia a nobis conferantur viris probis et idoneis.

    Quartum pertinet ad dispensationem facultatum et reddituum episcopalium, ex qua magna comparatur invidia apud populum, si viderit episcopum sumptus magnos facere in luxu et apparatu domus et familiae, pauperes vero negligi. Ideo vitandi sunt omnes sumptus huiusmodi et pauperes quam maxime fovendi sunt in eorumque necessitatibus maxima utendum est largitate. Hac enim ratione et Deum faciemus nobis propitium (nam foeneratur domino, qui miseretur pauperis, ut inquit Salomon) et populum nobis benevolum. Maximi momenti est haec facultatum nostrarum dispensatio.

    Quintum pertinet ad disciplinam et institutionem populi. Comparandi sunt contionatores seu praedicatores virie probi et docti, qui possint verbo et exemplo docere bonos mores et orthodoxam doctrinam, qui non sint contentiosi neque insectatores adversariorum, adeo ut [non]f videantur eosg odisse, sed potius amare et optare eis bona ac praesertim eorum salutem, nam acris insectatio eos irritat et magis pertinaces facit neque aedificat populum.

    Sextum pertinet ad institutionem iuventutis in litteris et disciplinis, qua in re videmus protestantes nihil praetermittere, sed omnem lapidem movere, ut in suis gymnasiis habeant viros doctos et illustres, quorum fama invitatur iuventus Germanica et praesertim nobiles ad eorum gymnasia, ubi imbuunturh simul cum litteris etiam doctrina protestantium, qua corrumpuntur ipsi ac deinde per omnem Germaniam dispersi alios quoque inficiunt. Idcirco danda est omnis opera, ut apud catholicos instituantur scholae et gymnasia, conducantur doctores catholici vere docti in bonis litteris et disciplinis, qui sint celebres, ut eorum fama alliciatur iuventus et nobiles ad nostra gymnasia ibiquei bonis litteris et orthodoxa doctrina imbuantur. Ab episcopis etiam admoneantur parentes, ne velint liberos suos institui in gymnasiis, in quibus orthodoxa doctrinaj nonk viget, praesertim cum habuerint scholas orthodoxas paratas.

    ŠHaec voluimus d[ominationibus] v[estris] reverendissimis et illustrissimis proponere, ut capita[quaedam] generalia, quibus multa particularial addi possunt pro cuiusque prudentia, ut pareamus sanctissimo nostro domino pontifici maximo, [qui] nobis mandavit, ut eas hortaremur ad christianam reformationem, simulque ut fungeremur officio personae, quam gerimus, legati inquam sedis apostolicae, ad quam pertinet cura omnium ecclesiarum, ac etiam ut satisfaceremus charitati fraternae et illi necessitudini, quam compluribusm de causis sentimus nobis esse cum hac nobilissima et inclita vestra natione2.

    «Nr.131 Stellungnahme Pfgf. Ottheinrichs von Pfalz-Neuburg zu Religion, Friede und Recht sowie zum Sessionsstreit1 – Regensburg, 1541 Juli 7 »

    München HStA, Kasten blau 271/1, fol. 116r–116v (Konz.); AV fol. 116r: Actum den 7. Julij.

    ŠDer durchleuchtig, hochgeborn furst, Hg. Ottheinrich in Beirn etc. ist durch seiner fstl. Gn. verordneten, so angestern von seiner Gn. wegen im reichßrath geseßen, bericht, das von der churfursten und der abwesenden bottschaften wegen angepracht sey, nemblich, dhweil ksl. Mt. vor etlichen tagen an gemaine reichsstend genedigst begert hett, die artikel, darumb diser reichstag ausgeschriben wer, zu beratschlagen, hetten ire kfl. Gn. und der abwesenden bottschaften bedacht, ob gueth wer, adamit verlierung der zeit verhuett wurd–a, das der artikel, wie frid und recht im hl. reich möcht erhalten werden, furhandt genommen und, nachdem zu besorgen, der stritt, so sich zwischen etlich stenden der seßion halb erhielt, möcht an ainhelliger beratschlagung aller stend verhinderung gebern, das di ksl. Mt. underthenigst ersuecht, solh irrung durch ainen entschid hinzelegen oder in ander weg dahin ze richten, das dardurch besorgte verhinderung abgestellt wurd, mit dem anhang, das ire kfl. Gn. und der abwesenden bottschaften in der fursten und stend verner bedenkhen gestellt haben, ob diselben fur ratsamer und peßer achten wollten, ain andern artikel als der beharlichen hilf, pollicei und muntz halb erstlich mit rath zu erwegen.

    Solh furhalten, nachdem daßelb [zu] vernerem bedenkhen gezogen, hat sein fstl. Gn. mit vleis erwegen und helt gentzlich dafur, das diser zeit nit wol muglich sei, di weg, dardurch frid und recht im reich mögen erhalten werden, zu finden, es sey dann zuvor der zwispalt in sachen, die religion betreffent, gentzlich Šhingelegt und zu treglicher vergleichung pracht oder doch zum wenigsten buff ain khunftig general- oder nacionalconcili oder ein zeit, der man sich vergleichen mocht-b, dergestalt eingestellt, das ain jeder stand wißen mag, weß er sich zu dem andern mittlerweil versehen soll, angesehen, das solher zwispalt und anders nichs dy recht und ainig hauptursach ist alles mißverstands cund zertrennung–c, so sich bisher zwischen den glidern deß hl. reichs zugetragen, aus dem volgends diser abfall an friden und gleichmeßigen rechten erwachsen ist. Und sehe demnach sein fstl. Gn. uff verpeßerung nit fur unzimblich an, das di ksl. Mt. neben erinnerung erzellter ursachen mit dem underthenigsten ersuecht wurd, sich uff das ehest, als es ir Mt. gelegenhait erleiden möcht, sambt bebstlicher Hlt. legaten der religion halb ainer resolucion zu entschließen und, wo es ir Mt. nit beschwerlich, neben solher resolucion chur- und fursten, auch gemainen stenden etliche weg gnediklich anzezeigen, wie und welhergestalt ir Mt. vermainet, das furhin frid und recht sollt oder möcht bestendiklich erhalten werden, mit dem underthenigsten erbieten, das alsdann chur- und fursten, auch gemaine stend sich wollten aller gebur undertheniklich befleißen und erzaigen.

    Daneben will aber seinen fstl. Gn. nit mißfallen, das ir Mt. auch der [irrung] halb, so sich von der seßion wegen zwischen etlichen stenden erhalten, undertheniklich ersuecht werd, derselben uff das furderlichst abzehelfen. [Wan] solhs nit gescheh, wurden solh irrungen an beschließlicher dberatschlagung und–d handlung diser und anderer artikhel, so dem reich beschwerlich obligen, edarzue auch der eilenden hilf halb, die gleichwol sein fstl. Gn. fur ir person ze laisten urbitig ist–e, nit kleine verhinderung gebern. Wan nun bede obgemelte puncten verricht und erlediget sein, [helt] sein fstl. Gn. gentzlich dafur, es möchten di andern artikel aus dem, so zu vorgehaltnen reichstegen fretlich bedacht und–f beratschlagt ist, gdurch ainen ausschuß, deß man sich alsdann zu vergleichen hett–g, leichtlich hon sonder langen verzug–h zu guetem endt abgehandelt werden2.

    «Nr. Š132 Resolution Pfgf. Ottheinrichs von Pfalz-Neuburg zu Religion, Friede und Recht – [Regensburg], 1541 Juli 8 »

    München HStA, Kasten blau 271/1, unfol. Bl. (Konz.)1; DV v. a. Hd.: Den 8. tag Julij 1541.

    aUff der churfursten und der abwesenden bottschaften jungsts anpringen–a.

    Wiewol der durchleuchtig furst [Hg.] Ottheinrich von [Bayern] etc. dafur gehalten und noch, es sei nit wol muglich, von erhaltung fridens [und] rechtens im hl. reiche beschlieslich und bestendiklich zu ratschlagen, es were dan der zwispalt in religionsachen zu leidelicher vergleichung pracht, jedoch dhweil [uff] ksl. Mt., unsers allergnedigsten hern, anmueten chur- und fursten fur guth angesehen, furhandt zu nemen, hat sein fstl. Gn. demselben mit muglichem vleis nachge[dacht] und helt dafur, wan di stritig religionsach in allen puncten verglichen, das der [weg zu] erhaltung fridens und rechtens leichtlich zu finden sein wirdt. Sollth aber bder bisher gewert–b mißverstand [nit] [hin]gelegt und zu treglicher ainikhait gepracht werden mogen, wie gleichwol [...?]  alsdan wais sein fstl. Gn. diser zeit khainen andern weg zu erdenkhen, dan ob [ainem] jeden die unerledigten glaubensartikel, wie si in der relacion von beiden [seiten] bedacht, bis uff ain general- oder nacionalconili oder zeit, des[sen man] sich vergleichen möcht, cuff den nurmbergischen fridstand–c freigelassen wurde. Und dhweil Šdi protestirenden sider in zeit desselben fridstands etwa vil dprophan- und weltlich hendel–d dafur achten wollen, als ob sy dem anhengig und demnach fur das kayserliche chamergericht nit gehorig sein sollen, wurt [...?] vonnoten, guete und underschidliche erleutterung ze thun, uff was sachen und wie weit sich der fridstand erstrekhen soll, damit jeder reichstand wiß, in welhen fellen er sich gegen inen des gemainen rechtens an dem kayserlichen chamergericht hab zu geprauchen und zu be[...?].

    eEs seh auch sein fstl. Gn. fur guth und furdersam an, das zu dem selben, wie auch zu erledigung der supplication [...?] furgenomen und erwellt werde–e.

    «Nr.133 Gutachten Kard. Contarinis zum Regensburger Buch und zum Kolloquiumsergebnis – Regensburg, 1541 Juli 101 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 309r (Kop.).

    B  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 138, fol. 9r (Kop.).

    C  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/06, Instruction auf den gegen Regensburg angesetzten Reichstag und andere [...], fol. 38v–39r (Kop.).

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 208 , S. 605–606;Walch, Bd. 17, Nr. 1386, Sp. 733–734 (dt. Übersetzung, unter dem irrigen Datum: 1541 Juli 12);Corp. Reform. IV, Nr. 2303, Sp. 506 (unter dem irrigen Datum: 1541 Juli 12).

    Nos, Gaspar, miseratione divina tituli sancti Apolinaris sanctae Romanae ecclesiae presbyter cardinalis, Contarenus, sanctissmi domini nostri papae et sanctae sedis apostolicae in partibus Germaniae de latere legatus, requisiti a caesarea maiestate suo ac reverendissimorum et illustrissimorum principum sacri Romani imperii nomine, quid nobis videatur de his, quae in negotio religionis tractata sunt inter collocutores catholicorum et protestantium a caesarea sua maiestate deputatorum et scriptis mandata in quodam libro exhibito eis a praefata maiestate cum quibusdam apostillis utriusque partis nec non in quibusdam quinternionibus protestantium, dicimus, quod omnibus bene discussis et consideratis nobis videtur, cum protestantes in nonnullis articulis discedant a communi consensu ecclesiae catholicae, in quibus tamen non desperamus aliquando ipsos quoque Deo bene iuvante nobiscum consensuros, nihil amplius esse de reliquis omnibus statuendum, sed remittenda esse summo pontifici et apostolicae sedi, Šqui vel in concilio generali, cuius celebratio non multo post fiet2, vel modo alio magis oportuno, si res ita exegerit, ea poterit iuxta catholicam veritatem diffinire nec non habita rerum et temporum ratione statuere, quae videbuntur fore expedientia rei publicae Christianae et huic inclitae nationi Germanicae3.

    «Nr.134 Votum des Deutschmeisters Walther von Cronberg zu Friede und Recht – Regensburg, 1541 Juli 11 »

    A  Wien DOZA, Abt. Preußen 410/2, fol. 182r–183v; AS fol. 182r: Bedencken, was von dem hern administratorn und teutschmeistern uff der ksl. und kgl. Mtt. schriftlich furhalten furnemlich wegen suspension der acht und proceß am kayserlichen camergericht und furgeschlagen friedenstandt per [...] dominum administratorem am reichstag zu Regenspurg furgetragen, den 11. Julij anno 1541.

    B  koll. Wien DOZA, Abt. Preußen 396/2, fol. 354r–356v (Reinkonz.); ÜS: Bedencken, was meinem gnedigsten herrn uff das gesterig romisch keyserlich und koniglich schriftlich furhalten zu rathen und zu schliessen seya.

    ŠDen furgeschlagen friedstand und die suspension der acht und proceß am cammergericht betreffend:

    Daß sich die fursten und ständ des reichs nach gestalt des hagenauischen abschids, auch geschehens ausschreibens zu disem reichstag und bisalher aller geübter handlung eins solchen begerns nit getrost und das sein fstl. Gn. ihren rath dahin gestelt hett, daß die ksl. Mt. solchs alles mit bester [messigkeit] bund underthenigster bescheidenheit–b wurde erinnert und nach längs bericht, was die vorbeschehen fridständ, zu Nürnberg und Frankfurth gemacht, guts geborn und zu was nach[theyl] sie den rathsluthen seither hetten gereicht und sonderlich zu [entzugkc] etlicher furstenthum und anderer rechten und gerechtigkeiten und was weitter daraus erfolgt und [warum] fursten und ständen, darein zu gehehlen, mercklich beschwerlich und, [daß] ksl. Mt. zu beten sein solt, solchen fürschlag [gnedigst] fallen zu lassen und nachmals ihr gmüt der religion halben sambt dem legaten zu eroffnen und ferrer der hohen notturft nach d[in allen] puncten, im ausschreiben des reichstags begriffen, allerley unrats dardurch zu verhuoten–d, furzuschreitten.

    Wo aber das bey ksl. Mt. je nit zu erheben und von andern fursten und ständen, ihr Mt. begern ezu bewilligen–e, wurde fur [gut] bedacht, daß sein fstl. Gn., soviel die processen so der gwaltiger eingriff halben allgereydt gegen den protestirenden churfursten, fursten und ständen zu disem reichstag erfordert und beschr[ieben] werden fam keyserlichen cammergericht hett eingestellt–f, wiewol nit ohne geringe beschwerung, ksl. Mt. zu schuldiger gehorsam ihrethalben hette bewilliget, doch daß in solchem friedstand clar und lauther versehen, daß niemandt der alten religion weder an derselben noch ihren haben und guthern, renthen und gerechtigkeiten in kein weis noch weg, in was schein auch das furgenohmen werden mocht, hiezwischen betrübt, gehindert, geirret, betrangt, ubergriffen, vergewaltigt noch beschädigt, sonder allerdings dabey gelassen und versichert wurde, gdaß auch solcher friedstand dem ausgpurgischen abschied und anhangender verbündung, so hernachmahls jungst zu Hagenau erindert, in allweg unschädlich blieb–g.

    Aber soviel solch fürschlag die acht berürt, daß sein fstl. Gn. in [hoffnung?], dieweil er allein zwischen chur-, fursten und stenden des reichs der alten und neuen religion beschehen, hdaß ksl. Mt. gemuth gar nit wer–h, daß die begert suspension der acht auch uf die acht, so sein fstl. Gn. wider den abgefallen hohmeister Mgf. Albrechten, der sich nennt Hg. in Preussen, ineben andern [ange Šsehen], daß er sich weder ksl. Mt. und dem hl. reich unterwurflich erkannt noch offentlich in der gmelten protestanten were–i und uff die landschaft daselbst alles am kayserlichen cammergericht erlangt und publiciert, solte erstrecken und daß dieselbig demnach um mehrer gewissigkeit willen, wo es zu angezeigter anstellung der achten wurde gelangen, jin underthenigkeit gebetten, die genant preussischen acht–j mit [nahmhaftigen] worthen auszunehmen.

    kWo esl aber auch dafur verstanden werden solt, daß sein fstl. Gn. aus ursachen jüngst gehaltens reichstags alhie ksl. Mt. und allen stenden offentlich uf ebenmessig ansuchen fürbracht und so des jezigen polnischen orators und des abgefallen hochmeisters vergleitte geschickten abermahls anzunehmen anlangen wurde, ihr zu extendiren und zu erweithern fürzubringen, vorbehalten hette, gar nit zu thun. Es stunde auch–k dasselbig ohn ihrs capitels bewilligung nit in der macht, woltens aber ksl. Mt. je hierüber haben, das müst ihr fstl. G. Gotm und ihr Mt. als ihr und des teutschen ordens oberster vogt, schuzer, schirmer und urhab befehlen und heimgeben, sie vertrauen aber Gott und ihrer Mt. nach herkommen der sachen und furnemblich in dero kurzlich ubergeben supplication eingefurth ein bessers.

    nZum dritten anrurendt erlegung und uffbringung des gelts zu der eylenden turckenhilf: Weren dieselben erbietig zu thun, wie sie achten, und ir angeburnus in monatsfrist des nechsten nach ir heimkunft von diesem reichstag zu erlegen und des uffbringens halben stellt es sein fstl. Gn. den fursten und stenden heim und, was das mehrer bewilligt, davon begerten sie sich nit zu sondern.

    Zum vierden belangendt die ringerung.

    Das sein fstl. Gn. das beschehen keyserlich, gnedigst erbieten von wegen der landtcomenthur der balley Elsas, Osterreich, Etsch und Coblentz, zum hochmeisterthumb gehorig und warlich der reichshilfen halben hoch ubersetzt weren und dannocht nit darbei gelassen, sonder mit hilf und steur von andern auch [...?] beschwerdt wurden, in aller underthenigkeit dangkbarlich anzenemen sey.

    Und ferrer inhalts halben berurter keyserlichen und koniglichen schriftlichen furhalten, das es ire fstl. Gn. darbey bleiben und wolgefallen liessen.

    Durch mein gnedigsten herrn im reich furtragen am aylften Julij anno etc. 41–n.

    «Nr. Š135 Vorlage des Kaisers zur Vorbereitung des Reichsabschieds – Regensburg, 1541 Juli 12 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 304r–307r (Kop.).

    B  koll. Wien HHStA, RK RTA 6, unfol. (Konz.)a.

    C  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 90r- 93v (Kop.); AV fol. 50r: 12. Julij anno etc. 41; DV fol. 93v: Der ksl. Mt. andere schriften, den ständen ubergeben, darauf ir Mt. irn abschied ze stellen vorhabens.

    D  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 138, fol. 94r–98r (Kop.); AS fol. 94r: Ksl. Mt. vorhalten den stenden des reichs den 12. Julij thun lassen, mit antzeig etzlicher artickel zum abschied dienlich. 1541. Regenspurg, 12. Julij1.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 216 , S. 657–660;Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. III, Nr.124, S. 390–393;Walch, Bd. 17, Nr. 1385, Sp. 730–733;Corp. Reform. IV, Nr. 2305, Sp. 509–51.

    Die röm. ksl. Mt., unser allergnedigister herre, hat auf der Kff., Ff. und stenden und der abwesenden gesandten und botschaften rathlich bedenckhen von wegen der religionsachen alle handlung, so die verordenten collocutores miteinander gepflegt, der bäbstlichen Hlt. legaten communiciert, sein guetbedunckhen darauf zu vernemen, auch demselben legaten diese sach, deßgleichen die reformation, damit dieselb furderlich, wie dann sölchs die hohe notdurft erfordert und auf hievor gehalten reichstägen zu mermallen begert, furgenomen werden mocht, mit sonderm, hohen vleyss bevolhen, auf welche baide puncten der obgemelt bäbstlicher Hlt. legat seine antwordt gegeben, wie die stende hiebey aus zwayen schriften, die er irer Mt. zugestellt, haben zu vernemen.

    Dieweil dann ir Mt. in dieser religionsach allen möglichen vleyss furgewendt und nit ermessen kann, das auf disem reichstag ichts weitters gehandelt möge werden, und sonderlich in betrachtung der obgemelten bäbstlichen Hlt. legaten schriften und dieweil man dieser handlung halben nhu mer ein lange zeit hie gewest und gleichwol uber die vielfeltige muhe und arbait, so ir Mt. hierin furgewendt, nichts weitters hat mögen außgericht werden, dieweil auch unsers hailigen glaubens erbfeindt, der Turckh, in trefflicher rustung und übung steet, die christenhait zu wasser und zu landt gewaltigclich anzugreiffen und zu beschedigen, so acht ir Mt. vonnöten sein, das zum furderlichisten zu endtlichem beschluß und abschied dieser reichshandlung geschritten und von wegen der religionsach, auch von frieden und recht im hl. reiche und, wie dieselben volnzogen und gehandthabt, deßgleichen von der eylenden und beharrlichen hilf wider den Turcken beschlußlich gehandelt werde und ir ksl., Šauch die röm. kgl. Mt. und gemaine stende und ain yeder seines thails hierin seinb vermögen furwende, dem verfolger gemainer christenheit mit stattlichem widerstandt zu begegnen. Und wiewol ir Mt. gern gesehen und von den stenden vernomen hette die wege und mittel, die sy zu frid und recht und handthabung desselben fur guet und dienlich angesehen, wie dann ir Mt. vor etlichen tagen von inen freuntlich und gnedigclich begert, aber gleichwol bißhere kain antwordt empfangen hat, nichtsdestominder, dieweil die höchst not vorhanden ist, damit sich dann ir Mt. dem Turcken zu widerstandt und abbruch in gegenrustung schicken und gefasst machen möge, so hat dieselb fur guet angesehen, den stenden diese nachvolgende maynung als zu dem abschied dises reichstags dienlich furzeschlagen:

    Nemblich in ansehung der vielfeltigen muhe und arbait, so in der religionsach nhun ein lange zeit here furgewendt, und, damit dieselb nit von neuem in strittigkait gezogen, auch ferrern unrath zu verhuetten und zu furkumen, und damit so vil desto weniger zwispalts gelassen, auch hinfuro mit hilf des almechtigen zu entlicher vergleichung der ubrigen strittigen artickel desto leichter geschritten werden mög, ob fur guet angesehen werde (doch des augspurgischen abschieds unbegeben), die puncten, der sich die colloquenten baiderseits verglichen haben, also fur guet zu halten und es dabey beleiben zu lassen, zum wenigsten biß auf das nechstkunftig gemain concili, dem die entliche erörterung dieser und der andern puncten vorbehalten sein solle (dieweil der bäbstlichen Hlt. legat das auch selbs fur guet ansiecht), sofer das gemain concili furderlich gehalten wirdet, wie dan desselben legaten schriften mitbringen und er des vergwisset, oder so lang, das sonst durch gepurliche wege mit bewilligung und vergleichung der stende andere ordnung und fursehung beschiecht und aufgericht wirdet2.

    Ob auch fur guet angesehen, im fhal, so das concilium nit furderlich gehalten und in das werckh gepracht werden solt, wie dann solches die notdurft der Šreligionsach zum höchsten erfordert, das alsdann ain ander gemaine reichsversamblung beschrieben wurde, von wegen der religionsachen ferrer handlung furzunemen und die zu gepurlicher endtschaft zu furdern und zu bringen, daran ir Mt. ires thails auch nichts erwinden lassen wolt. Und ist der maynung, aufs furderlichist, so immer muglich, mit verleihung des almechtigen sich widerumb in das hl. reich teutscher nation zu verfuegen und in allem dermassen zu erzaigen und zu beweisen, wie ainem christenlichen kayser gepurdt und wol ansteet. Und ist auch bedacht, sich yetzo furderlich zu bäbstlicher Hlt. zu verfuegen und von derselben aigentlich zu vernemen, was des concili halben zu verhoffen sey3.

    Es sollten auch mittlerzeit alle truckh, neue puecher und schriften, die religion belangendt, deßgleichen alle schmechschriften, es sey von wegen der religion oder anderer sachen halben, zu trucken oder außgeen zu lassen, bey schweren peenen verpotten werden.

    Das auch mittlerzeit der nurmbergisch fridstandt steet und vest gehalten wurde und ain standt gegen dem andern thattlicherweiße nichts furnemen noch den andern des seinen entsetzenc oder beschweren und ksl. Mt. yetzo alsbaldt von wegen des mißverstandts und beschwerung, so in demselben friedstandt eingerisen, wie nach gestalt und gelegenhait der sachen und des zwispalts, der sich zwischen den stenden erhelt, fur leidlich angesehen wurde, declarieren sollt, mit vorbehaltung weitterer erclerung, die ir ksl. und die röm. kgl. Mtt. oder irer ainer, so im hl. reiche teutscher nation gegenwurtig sein wurde, kunftigclich auch zu thuen haben sollten, auch des augspurgischen abschiedts unbegeben.

    dItem, das das kayserlich chamergericht bey seiner auctoritet, gewalt und jurisdiction, wie solchs hievor mit rath und zuthuen gemainer stende veror Šdent und aufgericht ist, beleiben und dabey gehandthabt, auch dem von allen stenden gehorsam geleist werden soll. Und ist daneben irer Mt. begeren, das gemaine stende versehung thuen wellen, dieweil ir ksl. Mt. dasselb chamergericht nun ein lange zeit here auf iren aigen costen underhalten hat und demselben noch etlich quartal an seiner erdienten besöldung hinderstellig sein, damit dasselb chamergericht sölcher hindterstelligen besöldung auf ir, der stende, costen und darlegen entricht und kunftigclich gleichermassen underhalten werde, in ansehung, das ir Mt. dasselb eine guete zeit here allain mit schwerem costen, wie obsteet, underhalten hat–d. Und ob die stende fur guet ansehen, das die visitation des gemelten chamergerichts beschehe, so möchte dieselb furgenomen werden nach ordnung, so hievor derhalben gemacht und aufgericht ist.

    Irer Mt. freuntlich, gnedig begeren ist auch nochmals an gemaine stende, das sy die eylende hilf on weittern aufschub völligclich laisten wellen in ansehung der hohen notdurft und das von der beharrlichen hilf furderlich gehandelt und beschlossen werde, damit weitter verderblichere schad und nachtail, der sonst dem hl. reiche teutscher nation erfolgen möchte, dardurch verhuet und verkhomen werde.

    Das auch gemaine stende nachgedencken wellen, was der muntz und anderer puncten halben, im außschreiben ditz reichstags vermeldt, ze thuen und furzunemen sey.

    Und ist hierauf irer Mt. freuntlich, gnedig synnen und begeren, das Kff., Ff. und stende wellen in allen vorgemelten puncten one underloß handlen, dieselben aufs vleissigist erwegen und erledigen, damit man furderlich zu endtlichem beschluß und resolution des abschiedts komen mog, in ansehung obgemelter ursachen und, das solchs die notdurft zum höchsten erfordert4.

    «Nr. Š136 Stellungnahme der protestantischen Stände zum Ergebnis des Kolloquiums Teil I – Regensburg, [1541 Juli 12]1 »

    A  Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); AS: Unser der augspurgischen confession und religionsverwanten stendt antwurt, röm. ksl. Mt. uff irer Mt. ubergeben buch, darus in dem colloquio alhie zu Regenspurg disputiert, gegeben den 13. Julii anno etc. 41. Zu diser antwort gehörn die nachgemelten drey stück: 1. etliche artickel, so in den verglichnen puncten in margine verzaichent sein; 2. die abüsüs Buceri mit daran gehengter reformation; 3. Philipi abusus latine und teutsch gestellt.

    ŠB  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 138, fol. 114r–119r (Kop.); AV v. a. Hd. fol. 114r: Die religionsverwandten stendte ubergeben uff das buch von der strittigen religion ihr bedencken und erbitten sich, ihrer kirchenlahr ferner grund und ursachen anzuzaigen etc.

    C  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/05, Reichstagshandlung zu Regensburg 1541, fol. 166r–171v (Kop.); ÜS fol. 166r:Der protestirenden stende bedencken aufs buch.

    D  koll. Berlin GStAPK, I. HA Rep. 13 Nr.4–5a Fasz. 9, fol. 70r–73r (Kop.); ÜS fol. 70r: Der protestierenden antwort auf das buch und den handel.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 210 , S. 608–613;Corp. Reform. IV, Nr. 2302, Sp. 491–497.

    Nachdem euer ksl. Mt. gnedigclich bevolhen, das buch, so den colloquenten furgelegt als ein weg und mittel, dye streittigen religionsachen zu vergleichen oder zu messigen, zu besehen und zu erwegen und ir ksl. Mt. widerumb unser bedenckhen uff die verglichen und unverglichen artickhel sambt den misbreuchen, wiea die in besserunge zu bringen sein solten, antzutzeigen, haben wir von den unsern, so zum coloquio verordtnet gewesen, bericht genommen, was im coloquio gehandlet, verglichen oder streittig plieben, und daneben das buch hören lessen und bewogen. Und haben nit zweifel, euer ksl. Mt. hab gemelt buch gnedigister wolmeinung lassen furlegen, wie zu merckhen, das darin messigung etlicher misbreuch gesucht und, so der jegentheil nicht zu hart sein wolte, das es ein anfang dadurch zur einigkeit sein mecht. Derhalben wir euer ksl. Mt. in underthenigkheit danckh sagen, das sie dise religionsachen, wie sich in der kirchen geburt, durch freuntliche, christliche gesprech zu handlen, furgenohmen, und bitten, Gott wolle solchs furnemen zu ausbreittung der warheit und heilsamer lehr genedigclich leiten.

    Das aber die streitigen artickhel nicht alle verglichen, ist one zweifel dise ursach, das seer schwer ist, alte und lang hergeprachte misbreuch abtzuschaffen, wöliche zum theil von wegen der gewonheit und autoritet der alten, zum theil auß andern ursachen erhalten werden. Dann dises ist offentlich und nicht zu verneinen, das viel misbreuch vor etlich hundert jarn in die kirchen eingeschlichen und das christenliche lehr vertunckhlet und vermischt worden, zum theil auß unverstand der lehrerb, wolicher auß unfleyß der regenten oder, das vor zeyten die studia verloschen gewesen von wegen der grossen verwustungen, herkhommen, zum theil auch, das umb des grossen genieß willen unrechte gottesdienst uffgericht. Dise lange hergeprachte und eingewortzelte irthumb werden nuhn fur ein loblich prauch gehalten und also genennt, so doch Gott derwegen sein wort alß ein liecht in dise finsternus geben, das wir nicht von ime durch menschlichen wahnc oder prauch abgefurt werden sollen. Und ist solch Šliecht seins worts viel hoher und grosser zu achten, dann alle gewonheit. Es ist aber offentlich, das auch, bösse und streffliche gewonheit zu endern und in besserung zu bringen, gantz schwer ist. Nachdem aber euer ksl. Mt. bevolhen, unser bedenckhen antzutzeigen, mogen wir mit warheit sagen, das wir der einigkheit, sofern soliche mit gotlicher warheidt gmacht wurde, zum hochsten begirig seindt, haben auch nit zweivel, euer ksl. Mt. alß ein gotfurchtiger und loblicher kaiser begeren selb, das die warheit, die in der kirchen leuchten soll, allen dingen furgetzogen soll werden.

    Und nachdem wir verstehen, das im buch etliche artickel durch die verordenten zum colloquio abgeredt zur vergleichung, etlich aber angefochten, haben wir dieselbigen, so zur vergleichung abgeredt sein sollen, mit vleis bewogen, alßda sindt vom freien willen und erbsunde, von gerechtigkeit vor Got, von guter zucht und etlichen andern. Wiewoll nu etlich puncten lenger erclerung bedurfen, die ernach kurtzlich gemeldet werden, gleichwoll, so man nit gefarlich, sondern nach gutem und erbarm verstand richten will und etlich puncten ercleret werden, wollen wir der collocutorn meynung darin nicht straffen und wunschen, daß die reine leher von der gnadt Christi und gerechtigkeit des glaubens in kirchen allenthalben ausgebreittet werde, welche lahr im buch im artickel von der justification etwas kurtz begriffen ist. Derwegen so man einikeit der kirchen, auch dder seelen–d hail suchen will, were gut, das weitter erclerung gesche, das nicht die engen und zweiffelhaftigen rede neue getzenck erwecketen, dann wir verstehen bemelte articul also, wie die sach an ir selb in unser confession und apologia begriffen und erclert, dann wir uns gern eroffenen, was wir im grundt halten. Achten auch, das nicht loblich oder nutzlich sey, den kirchen zweivelhaftige reden furzugeben, die ide part zu irem vortheil deuten und ziehen mochte. Darumb wir uns befliessen, das unser lehr, welche one zweiffel ist die einhellige meynung und lher der heiligen catholicken [sic!] kirchen Gottes, nach der lenge ercleret worden. Und so man einickeidt machen wurde, bitten wir, das bemelte artickel von solchen wichtigen sachen im ausschreiben nach noitturft gehandelet werden, wie wir vernomen, das solchs auch die hern collocuttores des andern theils, H. Julius Pflug etc. und Gropperus, gebeten und angeregt.

    Daruber hangen noch etliche streitige sachen, die unvergliechen, davon die unsern etlich artickel ubergeben, wilche, dweil sie war sind und gantz gelind gestellet, hoffen wir, sie sollen auch dem anderen theil anemlich sein. Dann wir nicht zweiffeln, so sie ans liecht komen, werden verstendige und guthertzige leut allenthalben dieselbigen nicht unbillichen mogen. Dann obgleich das buch, die misbreuch zu messigen, etlich puncten auch in disen unverglichen articuln linder furgibt, so ist doch vonnoten, dieweil die mispreuch so hoch gewachsen, dieselbigen im grunt herter anzufechten. Und wiewoll wir auch an linderung und messigung gefallen haben, wie wir dieses mit warheit vor Got sagen mogen, haben auch vleiß gethan, die streitige sachen zu messigen, so ist doch in der Škirchen zu mercken, wie ferne solche messigung gehen soll. Unde dises hat sich viel in der kirchen zugetragen, das nicht allein die gewaltigen regenten und weltweisen, sondern auch die prediger und gelerten haben messigung und linderung gesucht nach menschlicher vernunft, dadurch die kirch von reinickeitf des evangelii und von rechter anruffung abgefurdt worden.

    Viel haben von Augustino gehalten, er sey zu hart gwesen in der lahr von wercken vorg der gnad, haben derhalben ein linderunge gesucht, welche, ob sie woll nit gantz pelagianisch, hat sie doch die gnad verdunckelt. Vill haben hvor zeiten–h die rede Pauli, so er spricht ‚Durch glauben werden wir gerecht‘ nicht fur eigentlich und recht, sondern fur ein weitleuftige, frembde rede gehalten und sich doran gestossen und gescheuet, wie noch vill davon richten, haben derhalben nach menschlicher vernunft bequeme deutung gesucht, dadurch die recht stimme des evangeli und der trost der gwissen untertruckt worden. Die schrift sagt oft, es sey nur ein genugthuung fur die sunde: der dot Christi. Daneben haben etlich gleichwoll ein messigung gefunden, menschliche gnugthuung auch zu erhalten. Nichts ist schoner und loblicheri dann gute ordenunge in der regirung, mit diesem schonen schein haben die bepst ihre weltliche hoheheit, die Christus inen verboten, sehr geschmuckt.

    Wiewoll nu moß und mittel in allen sachen nach gelegenheit zu loben, wie die gelerten geschriben, das alle kunst und tugenden furnemlich dahin gericht sint, moß und mittel in idem werck zu halten, so soll doch in der kirchen zu solchem mittel oder messigung das wort Gottes die regel sein und nicht menschliche weißheit, wie Paulus spricht, das wir uns huten sollen, das wir nit durch scharpfe und schone gedancken menschlicher weißheit betrogen werden. Die unsern haben selb diese streitige religionsachen gelindert und gemessigt, doch also nach Gottes wort und der ersten apostolischen kirchen gewisse und bewerte zeugnis. Derwegen halten wir di artickel, so von den unsern uberanthwort, fur gelind und recht, lassen es dabei beleiben und bitten, euer ksl. Mt. wolle solichs gnedigclich vernemen. Erstlich derhalben, dieweil diese sachen Gottes ehre und die renigkeit [sic!] des evangelii belanget, geburt uns nit, unrechte gottesdienst und unrechte lehre zu bestettigen. So wir nuhn die lehr im buch vom heiligendienst und etlichen andern, das ohne Gottes wort eingerissen, annehmen, were soliche unser bewilligung ein bestettigung vieler misbreuch.

    Zum andern, nachdem unser und unser kirchen gewissen in disen stuckhen nuh also underricht sind laut unser confession, geburt uns nicht, wider gewissen zu antwurten oder zu urtheilen.

    ŠZum dritten, dise sachen belangen die kirchen in andern landen und in khunftig bey den nachkhommen, dann, so wir die misbreuch, weliche zuvor von uns gestrafft, jetzund widerumb lobten, wurde dises unser zeugnus zu bestettigung unrechter lehr und der vervolgung wider fromen leuth auch bei den nachkhumen angetzogen werden. Wie hoch wurde die kirch beschwert, so man den generalconcilien dieses einreumet, das khein feel an inen zu finden oder zu straffen. In concilio zu Wien2 in Franckhreich ist in der clementinaj pastoralis gesetzt, der bapst sey herr des romischen reichs und soliche oberkheit sey ime von Christo gegeben. Was von diser rede zu halten, ist leichtlich zu verstehen. Und ist dabei zu merckhen, nachdem bapst und bischoff mer zu thun gehapt mit ir weltlichen regierung dann mit der lehr und kirchenversorgung, welicher unrath gevolget.

    Zum vierdten, so wir unsere kirchen zu bestetigung der misbreuch widerumb zuruckhziehen wellen, wievil fromer hertzen wurden wir in unseren landen, stetten und ein jeder hausvatter bey seinen christlichen weib und kindern betruben und verwirren, wöliche uns mit disen worten Pauli anclagen und straffen wurden: ‚Warumb wolt ir uns von der gnad Christi zu einer andern lehr furren‘. Wurden uns also wie die Galatas achten, so von der renigkheit des evangelii gewichen wahren.

    Auß disen groswichtigen ursachen wissen wir nicht, von der meinung der artickhel, durch die unsern ubergeben, abzustehen, und erbietten uns, ursach antzutzeigen und dieselbigen artickhel, darin vil groswichtiger sachen, der kirchen notig, zu erklern. Dieweil diese sachen belangen Gottes ehre, deß evangelii reinickheit, gemeiner kirchen notturft, vieler seelen sorgk, heil in unsern kirchen und unser gewissen, bitten wir euer ksl. Mt. in aller underthenigkheit, sie wölle dise unser einfeltige entschuldigung genedigclich annemen und scheuenl mso viel der–m kirchen, woliche mit dem blut des sons Gottes erlöset und mit dem heiligen geist geheiliget und in christelicher zucht angericht sind, und wolle unsern widesachern [sic!] nit glauben geben, die vil unwarheit wider unsere kirchen zu verunglimpfung und beschwerung ertichten.

    Domit aber menigclich wisse, was in allen artickeln in unsern kirchen gehalten, gelert und glaubet wirt, zeigen wir abermahl ahn, das wir die confession, zu Augspurg eurer ksl. Mt. uberanthwort, sambt angehengter apologia, die wir nit anders dann fur erclerung der confession anziehen, halten, zweifln auch nit, dieselbige lehr sey die einhellige meinunge der catholischen kirchen Christi, die in der propheten und apostel schriften gefast und gewisse zeugnus hat der ersten apostolischen kirchen und der gelertisten vetter. Und in disem glauben und Šerkhantnus Christi wollen wir alle zeit Gott anruffen und mit seiner catholicken [sic!] kirchen preysen. Erbiethen uns auch, wie zuvorn mehrmals beschehen, soliche lehre unser kirchen, wann es noth sein wirdet, ferner zu erclern und derselbigen grundt und ursach antzutzeigen.

    Als wir aber die verglichen artickhel bewegen und unsere predicanten, sovil alhie sind, datzu getzogen, haben wir ihnen bevolhen, etlich puncten zu vertzeichnen, wie die hernach volgendten, achten auch verstendige leuth werden daran nicht beschwerung haben. Dann sie bringen nit neue fragen, sonder sind allein nerclerungen, die–n an ihnen selb den kirchen nutzlich. Und forderet unser notturft, dise puncten zu melden, underthenigclich bittend, euer ksl. Mt. wollen dieselben auch gnedig vernehmeno.

    «Nr.137 Stellungnahme der protestantischen Stände zum Regensburger Buch und zum Ergebnis des Kolloquiums Teil II: Erläuterung zu den verglichenen Artikeln – Regensburg, [1541 Juli 12]1 »

    A  Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Reinkonz.); ÜS: Etlich Puncten, so in den verglichen artickeln im buch in margine vertzeichnet oder ubergangen sind; DV. v. a. Hd.: Etliche püncten, so in den verglichnen artickeln im buch in margine verzaichent oder ubergeben sein.

    B  koll. Berlin GStAPK, I. HA Rep. 13 Nr.4–5a Fasz. 9, fol. 73r–79r (Kop.); ÜS fol. 73r: Etlich puncten, so in den verglichenen artikeln im buch in margine verzaichnet oder ubergangen sindt.

    C  koll. Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 333r–339v (Kop.); ÜS fol. 333r: Etlich puncten, so in den verglichnen artickeln im buch in margine verzaichnet oder ubergangen sindt.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 211 , S. 613–623;Corp. Reform. IV, Nr. 2302, Sp. 497–505.

    Wir haben von disem buch nit gefahrlich richten wöllen, sundern viel stuckh, die zu kurtz und tunckhel geredt, zum besten verstanden. Wo aber zweifelhaftige reden weitter uneinigkheit geberen möchten, ist nottig und löblichaerklerung zuthun.

    ŠIm artickhel vom freyen willen sind in margine etlich wort datzu geschriben vom angefangen gehorsam, denn es ist etwan ein unrechte meinung eingerissen, das der neugeporn mensch in disem leben Gottes gesetz gnug thun möge. Nun ist vonnotten, das in der kirchen dises clar gelert werden, das in disem leben und schwacheit der menschlichen natur auch der neugeporn Gottes gesetz nit genug thun khunde, sondern sey gerecht, das ist Gott gefellig, umb des mittlers Christi willen durch den glauben. Darumb wer gut, das nit allein die anotation in margine angenomen, sonder auch etwa sunst clar ausgetruckht wurde, das der neugeporn mensch Gottes gesetz nit genug thut, wie wir hernach weiter erinnern wölen.

    Auch wer nützlich, das man hie strafft die meinung vom verdienst vorb der gnaden, dardurch die lehr von vergebung der sunden durch glauben unverdienst [sic!]c sehr vertunckhlet wurdet; denn, wiewol Gott auch in denen, so nicht neugeborn, fordert eusserliche gehorsam und straffet eusserlichen ungehorsam mit zeitlichem und ewigen straffen, so ist doch nicht zu halden, das solicher eusserlicher gehorsam in denselbigen, so nicht neugeporn, vergebung der sunden verdiene de congruo, wie sy es nennen. Das menschlich hertz vor der gnad ist eindtweder sicher undt achten Gottd nicht oder ist in schreckhen vor Gottes zorn und fleuhet Gott wie Saul oder Judas. Dann aber khan das hertz Gott lieben, so es durch glauben getrost worden, und die barmhertzigkheit erkhennen und fulet [sic!]. Darumb solden da etliche monichlehr gestrafft werden, die gesagt, man khund Gott lieben, item, Gottes gesetz thun, sovil das werckh an ihm selb belangt, auch vor der gnad. Und wir verstehen das buch also, das dise meinung darin gestrafft wurden, haben aber soliches gemeldet, das wir unsern verstandt clar austruckhen, ernach zanckh zu verhutten.

    Im artickhel von der erbsundt bei disen worten ‚es pleibt materiale peccati, das ist die bossen neigung ein schwere kranckheit‘ etc., sol dazugesetzt werden ‚ein untugendt wider Gottes gesetz‘, wie solichs zu Wormbse gewiliget. Denn auch das buch soliches materiale nit wil fur gering geachtet haben, wie es dann ein grosser ungehorsam ist wider Gottes gesetz, wie soliches in den beleibenden gebrechen zu merckhen, das das menschlich hertz nit gnugsam brint in Gottes lieb, das forcht und glaub schwach seind etc.

    Auch bekhennt das buch, das gemelte schwacheit fur und fur bösen fruchten bringen, dagegen die heiligen durch glauben vergebeung [sic!] bitten und widerstandt thun sollen. Im artickhel von der justification haben etlich dise wort ‚durch thetigen glauben‘ also fubel gedheutet–f, als wölt der artickhl sagen ‚durch wurckhenden glauben‘, gdas ist durch glauben–g sambt den werckhen Šsindt wir gerecht, denn etzliche des gegenteil halten also, Pauli meinung sey, der glaub sey ein vorbereittung, das man hdarnach durch–h liebe und andere werckh gerecht, das ist Gott angenem sey, nicht durch glauben umb Christi willen. Wo nun der artickhel also verkhert wurde, muesten wir dargegen reden. Denn da die unsern gesagt ‚durch lebendigen und tadtlichem glauben‘ haben sie wöllen antzeigen, das man glauben nicht alleini vom erkhantnus der historien versteen soll, wie die auch in gottlosen ist, sondern von vertrauen, das die barmhertzigkheit ergreift, umb Christi willen verheissen, und die erschrockhen gewissenj trostet. In disem verstandt ist geredt von kreftigem glauben, nemlich, der am [sic!] sich selbs ein ernstliche, creftig bewegung ist, macht lebendig und weiset das hertz, das es trost und freud an Christo sucht, wie in gestalten artickhel volget und der prophet spricht: ‚Der gerecht lebet seines glaubens‘. Darumb zanckh zu verhutten, ist eintweder das wort ‚thetig‘ auszulassen oder dise erclerung daranzuhengenk.

    Denn das wir von disem puncten sorgfeltig sind, hat auch dise tag ursach geben, das ein buchlin alhie wider uns ausgangen nach dem coloquio, woliches buchlin unser lehr von der justification offentlich verworfen, die doch die ware stymme ist des evangelii, und hat dagegen gesatzt, allein durch liebe sind wir Gott angehnem, das wer nit anders denn nit umb Christi willen, sonder von wegen eignerl tugenden sind wir Gott angenehm. Auch werden in bemeltem, getruckhtem buchlin etlich mer irrthumb verneuet. Wo nuhn uf dem ander teil vil harter köpf ire vorige irrthumb also erhalten wollen, wie khan einigkheit zu hofen sein. Im andern teil der justification ist nunm die lehr von gutten werckhen weitter zu erkleren, denn als droben im buch gesagt ‚in heiligen sind sunden in disem leben‘, und ist zu melden, das die heiligen in disem leben Gottes gesetz nimer genug thun. So fragt das hertz, wie es Gott gefallen khan, so doch sunden noch da sein und dem gesetz nit gnug geschehen. Dise frag ligt am hertzen und ist gehandtlet von etlichen vättern Bassilio, Jheronimo, Augustino und Bhernardo. Hie muß man die hoffhart und heuchelerey straffen, woliche die leher vom glauben ann Christum nit verstehet, sihet sich selber an und hat ein verwunderung und gefallen an eigner tugent und meinet, eigne renickheito und volkhomenheit sey der verdienst des pewigen lebens–p, so doch der psalm spricht: ‚Vor dir ist khein mensch gerecht‘, item, ‚so du unsere sunden wilt merckhen, wer khan besteen‘, item, ‚dir bin ich nur ein sunder, das du in Šdeinen reden mogest gerechtq preiset werden und sig behaltest, so man dich richtet‘.

    Dagegen sollen die fromen und forchtsamenr getrost werden, das sy gewiß schliessen sollen, erstlich die person gefal Gott durch glauben umb Christi willen, nicht darumb, das sy dem gesetz gnug thun. Darnoch gefal auch Gott der angefangen gehorsam, wolicher volgen muß, so wir unser unvolkhomenheit mit bereuung erkhennen und glauben, das doch der gehorsam Gott gefall umb des mittlers Christi willen, wolicher unser opfer fur den vatter bringt als geistlich opfer laut der wort Petri: ‚Opfern geistliche opfer, die sGott gefellig–s sein durch Christum Jhesum‘.

    Sie sollen auch vertrauen, das ihne nicht darumb, das sie dem gesetz genug gethon, sonder umb Christi willen, dieweil sie durch glauben gerecht undt erben sindt, gewislich das ewig leben geben wurdt, wie geschriben stet: ‚Dises ist der will desu vatters, das alle, so an den son glauben, das ewig leben haben‘. Und dieweil in disem leben auch in den heilgen sundt beleiben, ist not, im artickhel underschid zu setzen, durch wöliche sundt man die gnad nicht verliere und woliche sundt gnad und heiligen geist auschutten. Diser punct ist auß vilen wuchtigen ursachen datzu zu setzen, denn daraus lernetv man, das glaub nit allein heist erkhantnus der historien, sondern vertrauen auf barmhertzigkheit, verheissung umb Christi willen, wöliches vertrauen nit sten khan neben bösem gewissen. Auch lernetw man, das diejhenigen, so furtfarn in sunden wider gewissen, Gott nit anruffen khönnen, denn man khan Gott nit anruffen on vertrauen auf den mittler Christum. Auch lehrnetx man, das diser glaub oder vertrauen und heiliger geist nicht ist ihn dennen, soy wider gewissen sundigen. Wir achten auch, die herrn colloquutores des andern teils und andern verstendigen und gottforchtige werden mit fleißz fur gutt ansehen, das dises dem artickhel addiert werde.

    Under dem titel von zeichen der kirckhen [sic!], nemlich vom wort, ist dabey in margine gesetzt bey den worten ‚dises groß hauß hat verheissenaa der gegenwertigkheit des heiligen geists‘. An disem ort haben die unsern gemeldt, das soliche verheissung gehör auf die frommen oder ausserwöllten, nit auf den gottlosen haufen, auf wölichen gehörn die bedrauungen. Darumb seind die wort ‚das groß hauß‘ an disem orth auszulassen, den man soll dise meinung Šnit bestettigen, das der gottloß hauf nit irren khan. Darumb das die kirch soliche verheysunge haben, so doch Paulus spricht: ‚Nit all auß Israhel seindt Israhel‘. Darumb wer auch bequemer im titel von der kirchen fur die ersten wort ‚die kirch ist ein versamlung‘ etc. also zu setzen: ‚die sichtbar kirch ist ein versamlung‘.

    Aber hernach under dem titel von der kirchen herschung etc. bedunckht uns, das bandt der lieb werde von menschensatzungen verstanden, darumb die unseren ein gegenartickhel uberantwurt, den unser kirchen haben christlichen und grossen ursachen gehapt, etlich menschensatzungen abtzuthun, wolichen in unrechten gottesdiensten verkhert gewesen, denn dise lehr Christi muß in der kirchen erhalden werden: ‚Vergeblich ehren si mich mit menschengepotten‘.

    Weitter woliche das bandt der liebe zerreissen, beweiset die that. Bapst und etliche bischoff todten die unsern und hetzen die grossen herrn wider uns. Darnach rhuemen sy sich, sy halten das bandt der lieb, wir aber brechens domit, das mir etliche menschensatzungen abgethon, so doch eben dises gehort zum bandt der lieb, das man nitab die gewissen zun menschensatzungen dryngen soll.

    Under dem titel von bus nach dem faal lassen wir uns den artickhel gefalln. Dieweil aber von der beicht und gnugthung ernach artickhel von den unseren ubergeben, ist davon hie meldung zu thun, das wir uns nit selb widerwertig sindt. Dartzu ‚tödtung des alden Adams‘ heist ‚wirckhung des heiligen geists in warhaftig angst‘, wie man siehet, das die ware kirch allerlei bedrubnus fur und fur leidet. Aber die ertzelung der sunden und gnugthung synd eusserliche weiß, von menschen erfunden, und syndt vil misbreuch datzukhumen. Am selben ort wurd Paulus angetzogen, die gnugthuungen zu bestettigen, Corinther 2 und 7, so doch Paulus redet von ordenlicher straff, im evangelio gepotten, nemlich vom bann. Diser spruch dient nicht zu den yetzigen gnugthuungen.

    Under dem titel der sacramenten sagt das buch recht, das sacrament nicht allein gnad bedeuten, sondern auch heiligen. Datzu pitten wir antzuhengen, das die, so zu vernunftigen jarn khumen, schuldig syndt, die sacrament mit glauben zu empfahen, ‚wolicher vertrauet auf die verheissung‘ etc. Darumb uns die sacrament geben sindt, das sie auch dennen, so zu vernunftigen jorn khomen, nicht nutzlich sindt on ein gutte bewegungac des empfahenden, wie etlich davon geredt haben.

    Von der ordination loben wir der ersten kirchen gewonheit, das die ordinanden erstlich verhört worden, underweisen und darnach durch offenliche zeugnus etlicher, so die kirchen regirtenad, zum ampt zugelassen, wie jetzundt dise weiß in unsern kirchen gehalten wurd. Wo nun die reformation in das werckh bracht wurde, ist zu wunschen, das die bischoff sych mit diser grossen arbeit beladen, die der kirchen hoch vonnotten ist. Wir vernemen auch, das Šdie unsern mit claren worten also die ordination den bischoffen geben, so die reformation in das werckh bracht wurde.

    Und wiewol die unsern auß hoffnung der einigkheit von der confirmation und ölung nitae gestritten, so ist doch dises zu erinnern: Dieweil das buch sprycht: ‚Sacrament heist ein gewiß zeichen gottlicher gnad‘, so rehumbt [sic!] sich dise reden nicht zu disen ceremonien, die man yetzund nennt confirmation und ölung, davon khein gepott und kheine verheissung geben. Der gegenteil weiß wol, wie dise ceremonien in den kirchen bliben von den hohen gaben, so die aposteln und andere gehapt, denn die aposteln erstlich alsoaf offenliche gaben des heiligen geists den andern mitteilten. Item, wie vor zeiten die propheten also ernach haben die aposteln und vil andere den kranckhen geholfen durch gebet und artzeney. Daher khumen disen ceremonien und sind besondere gaben gewest, nit jedermans werckh wie sacrament.

    Wir wolten gern, das man den catechismum in den kirchen anrichtet, wie das buch meldet, und das nach der verhör und bekhantnus der lehr die kirchen ein ernstlich gepet sprech fur die jungen leuth. Dises gebet, glauben wir, sey nicht vergeblich. Uns misfelt auch nit die ceremonien, dobei die handt aufzulegen und soliches wurt in etlichen unsern kirchen also gehalten. Dergleichen bitt man auch fur die krancken, und ist nit zweifel, viln wurdt das leben durch der frommen gebet erhalten. Aber die weise zu salben, thut nichts dartzu, hat auch nit verheissungen der gnaden. Das auch in gedachtem artickhel diejhenigen verdampt werden, so sich von der kirchen besundern, redet der artickhel von denen, so sich von diser kirchen, woliche rechte lehr behelt, absondern. Also bekhenen wir auch, das man sich von solichem nit absondern sol. Aber dabey ist nott antzutzeigen, das recht, sich absundern von denjhenigen, so unrechte lehr schutzen und unschuldige leuth von wegen bekhantnus rechter lehr todtenag, von wolichen Paulus sprucht‚ so jemand ein ander evangelium leret, der sey verbandt, wie dises exempel antzeiget, so im buch gemeldet, den offentlich ist, das Elias und, die seine lehr angenomen, seindt von der abgotterey Baal abgesundert gewesen, ahwie der text clar beweiset. Darauß volget, das sie auch abgesondert gewesen-ah von den priestern Achab. Dises ist one zweifel bekhant bei allen verstendigen und fordert unser notturft, soliches zu melden, so man uns die sonderung furwurftai, das wir unsere kirchen selb nicht verdammen, woliche gewislich syndt gelider ajder kirchen-aj Gottes, dieweil darinak reine lehr des evangeliums gepredigt wurdt, dardurch der heilig geist wurckht und Šneben warem brauch der sacramenten in rechtenal glauben Gott, der vatter amunsers hern-am Jhesu Christi, angeruffen wurd.

    Wir sind so hart und grob nit, das uns nit zu hertzen gehet, so man uns sunderung schuld gibt oder so wir selbs die uneinigkheit ansehen und bedrachten, wie grosser unrath auß uneinigkheit volget. Wolden auch geren einigkheit mit unserm todt erkhaufen, haben uns derhalben so oft zu rechten gerichten und warer vergleichung erpotten. Es seindt aber unsere kirchen erstlich durch bäpstlich bullen und ernach durch vervolgung von den bischoffen verstossen wie offentlich, das etlich der unsern diser lehr halben umbracht. Darauß ist abtzunemen, wer diser spaltung halben billichen zu beschuldigen.

    Das buch verdampt auch diejhenigen, so das bandt der lieb zerreissen, woliches wir verstehen gehorsam, den man die rechten predig schuldig ist, und reichung der sacrament und der jurisdiction, im evangelio gebotten, halden auch also, das man dem dienst des evangelii gehorsam schuldig ist. Die herlickeit der hohen sacramenten wirdt vertunckhlet, so man diser geringer ceremonien in gleichem namen und gleicher definition dem volckh furstellet. Dartzu baide ceremonien haben jetzundt vill grösser misbreuch, welche nit zu verschweigen seind.

    Under dem titel von der zuchtan ist mit wenig worten angehengt von den bischoffen teutscher nation, das sie regalien und weltliche regierunge haben etc. Wir haben uns so oft und clar vernemen lassen, warauf wir arbaiten, nemlich, das die kirchen Got zu lob und den selen zur selickheit rechte und christenliche lehr haben, und vermanen alle fromen, das sie helfen, das evangelium zu erhalten und tzu pflantzen, wie Christus gebotten: ‚Domit wirdet mein himlischer vatter geeret, das ir vil frucht bringet und pflantzt meine lehr‘ao. Hie wirdt gemeldet, das Gott dises werckh für die höchst ehre helt und vleis, das evangelium zu erhalden und auszubraiten, furdere. Dises ist unser furnemen und arbait und hindern wir die bischoff nicht daran, das sie in guttern und weltlicher regierunge, von kaysern und fürsten gegeben, sitzen. Doch bitten wir tzu bedenckhen, welcher schaden in der kirchen auß der bäpst und bischoff grossem reichthumb und weltlicher regierunge gevolget, denn, dieweil sie mit weltlicher regierunge und krieg zu thun genug haben, haben sy derap lehr nit gewartet. Also sindt auch die stift verendert, weliche am ersten lobliche schulen gewessen, und ist da erhalten die erste lehr, geben aqvon den ersten bischoffen, welche diear lehr-ar von den apostelen und andern bewerten lehrern empfangen hatten. Jetzundt ruemen sie die ordenlich successio hoch, so sie doch Šso vil hundert jar nit geacht haben, was der ersten lehr gewesen sey. Die alten vätter haben die ordenliche successio gros geacht, nicht allein zu bestetigunge bischofflicheras gewalt, sondern vilmer derhalben, das der apostel lehr die tzeit vleisig erhalden ward von einem uff den andern. Aber dise gantze forma der alden kirchen ist nun durch die grosse reichtumb und weltliche regierunge der bapst und bischoffen verendert und ist darauß blintheit und krieg gevolgt.

    Dise misbreuch konnen wir nit loben und dieweil wir sehen, das die fromen pfarher hunger leiden und an vilen orten die kirchenat ledig stehen one pfarhern auß mangel der underhaltunge, item, das wenig leuth studiern, dieweil die schulmeister und arme schuler keine hulf haben, ist uns nit zu verargen, das wir der kirchen jamer und elendt beclagen und trauren und wunscheten, wie es recht und bilich ist, das etwas von solichen grossen guttern zu rechtem nutz der kirchen, das ist zu erhaltunge des ampts, das evangelium recht zu predigen, und der studium [sic!] und schulen gewendet wird. Jetzund geht der herr Christus umbher und bit, das man der kirchen helfen sol, das das evangelium erhalten werde, und clagt, das er hunger und turst leid. Was wollen nun dem hern Christo antwurten diejhenigen, so die kirchengutter inhaben und den pfarhern und schulen nit hilf thun wöllen, wann er inen furwerfen wierdet: ‚Ich hab hunger gehabt und ir habt mich nit gespeiset. Ich hab durst geliten und ir habt mir nit tzu trynckhen geben‘. Darumb ist tzu wunschen, das den pfarhern und schulen, aus den kirchenguttern hilf geschee.

    Weiter das hernach im buch gemeldet wirt, das die ordenlich wal der bischoff, pfarrer und aller kirchenpersone widerumb ufgericht werde. Item, das alle stende also reformiert werden, das ein jeder sein ampt recht und mit fleis ausrichte. Dises gefelt uns wol, und bitten unsern herrn Jhesum Christum, der das haupt ist der kirchen Gottes, wie er sy mit wunderbarlichem rath und macht alltzeit regiert und wider uffgericht hat, das er sie itzunt auch also reformiern, regiern und erhalden wölle2. Amen.

    «Nr. Š138 Entwurf der protestantischen Stände für einen dauerhaften Religionsfrieden – Regensburg, 1541 Juli 14 »

    «Nr.138a Vorschlag Lgf. Philipps von Hessen für die Lösung des Friedensproblems – [Regensburg], o. Datum »

    Marburg StA, PA 576, fol. 74r–75v (Reinkonz.); ÜS fol. 74r: Articul zum eusserlichen friden. Unser von Gots gnaden Philipsn Lgf. zu Hessen etc. bedencken uff articul zu einem eusserlichen friden.

    Nachdem sich der zwispolt zwuschen unsern und jens tails religionsverwanten vil erregt von wegen der geistlichen guter und ausgedrettenen ordenspersonen, so were furs erste gut, das mans dahin richtete, das einem iden stift, prelatur, closter, pfarhea und kirchen etc. seine renthe, pöcht, zins, gulte etc., Gott geb, die stift, prelaturen, pfarhen, closter, kirchen etc. weren auch, was glaubens di wollen, oder di renth, zins, gulte etc. gefillen, wo sie wolten, gutlich gereicht, gegeben und gevolgt lassen wurden. In sonderheit aber solte den hohen furstlichen stiften ir renth, zins, gulte etc., di gevallen gleich in der evangelischen gepite oder nit, unverhindert und unbeintraget volgen, bdoch also, wo sie pfarren oder ministeria der kirchen in den landen und gepieten zu bestellen hetten, daß sie dieselbigen von den kirchenguttern, zu solichen pfarren und stiften gehorig, ane absentzgefelle bestelleten und di religion in dem lande halten liessen, so das landt hette–b.

    Wurden auch etzlich ordenspersonen aus den clostern, so unter den gepiten unserer religionsverwanten legen, gehen und unsere religion schon nit annehmen, das alsdan nichtsde[st]mynder die herrn und obern derselbigen closter inen, den ausgedrettenen personen, aus den clostern, darin sie gewesen, ein zimliche unterhaltung ir leben lang reichten und geben, doch das solche unterhaltung nach abgang solcher personen wider an das closter, darus die gegeben wurde, fallen.

    Man soll auch dahin bearbeiten, in wilchen reich- oder andern stetten di pfarher, prediger, schulmeister und andere kirchendiner, auch di hospitalen mit unterhaltung noch nit gnugsam versehen weren, das dan inen di geistlichen ider statt zimliche unterhaltung machen, also wurde so vil mer frids und guts, freuntlichs willens zwuschen den stetten, kirchendinern, gemeinem manne und den cgeistlichen gepflanzet und–c erhalten. In gleichnus solten di weltlichen chur- und fursten, graven und herrn, auch stende in iren landen di kirchenguter verwalten und davon universiteten, hospitalen, kirchen und schuldiener reichlich und wol versehen.

    ŠDarneben must auch das chamergericht reformirt, diese personen, so itzo dran sytzen, sonderliche aber so uns, disem teil, also heftig zuwider und verdechtig sein, abgesetzt, andere unparteische, erber leut an ir stett geordnt, ein neuer chamerrichter gesezt und kein assessor, der wer gleich diser oder jener religion, dvon wegen seiner religion–d ausgeschlossen werden.

    Wurden nun diese articul also sich zu einem eusserlichen friden anschicken und eingegangen und man wolte wider uff di zu Franckkfurd furgewesene disputation der weithern einnemung halben kommen, nemlich, das wir nimants weithers in unser puntnus einnemen solten, wilchs unsere mitstend villeicht nicht gern bewilligen wolten, so wehr unser meinung, wan der frid sonst uff di gesezte articul volgen wölte, das man dan das weither eynnehmen faren lisse, dweil man doch sich[t], das dijenign, so weiter ingnomen werden, nicht vil mehr zu unser puntnus thun oder tragen, dan das sie nur di zale mehren helfen, edoch also, daß der gegenteil dergleichen thet–e. Darzu so mussen auch diejenigen, wilche unsern glauben annemen wollen, nit allein uff di puntnus, sondern vil mer uff Got und seinen arm sehen und desfals thun, wie der Kf. zu Sachssn, wir und andere in der erstet auch gethan haben.

    Im fall aber, so unsere zugeeinigten stend di abschneidung der weitheren einnemung nit wolten bewilligen, fals wir sorg tragen–f, und der eusserlich frid wolte sich daruber stossen, gso must man auf andere weg gedengken, wie man solicher sach rath finde–g,1.

    «Nr. Š138b Präambel [zu dem Entwurf für einen dauerhaften Religionsfrieden] – [Regensburg], o. Datum »

    Marburg StA, PA 576, fol. 40r–41v (Reinkonz.).

    Dieweil die röm. ksl. Mt., wie uß irer Mt. proposition zu befinden, zu furderung frid, rhu und einigkeit im reich gnedigclich aund gutwilligklich vermerckt wurdet–a, so sein die stend der augspurgischen confession und religion nicht weniger begirig, zu allem dem ires underthenigen vermögens zu verhelfen, dardurch die stend des reichs der religion halber zu unfriden und unrhu nicht kemen, sonder alles mißvertrauen under inen hinweggenomen wurd. Nun ist aber irer ksl. Mt. ungezweifelt gnedigklich bewüßt, in was gefarb die vorgemelten stend des wormbischen edicts und augspurgischen abschids halb csteen und gesetzt sein und wölhermassen sie ire beschwerungen derowegen–c uff etlichen gehaltnen reichstägen furgewandt, namblich, daß dir leer–d durch dieselben edict und abschid everdampt, sy auch–e us dem friden in unfriden gesetzt und in die höchsten peen der recht declarirt, auch fur ofentlichef feindt der kirchen geacht und gehalten wurden. Do nun das bemelt edict und abschidt sollten in wurckung und kreften bleiben, so mussten dise stend fur und fur in der gefahr und sorg steen, das man dieselben edict und abschid gegen inen gnach ersehung der löf und gelegenhait–g exequiern und in vollnziehung bringen möcht. hUnd ob gleich solche execution bis daher verpliben, so möcht sy villeicht von wegen damaln schwebender leuft und ungelegenheit der zeit underlassen worden sein–h. Nachdem nun hieraus gros mißvertrauen iund allerlay weiterung entsteet und verursacht wurdet–i, so will jzu erhaltung fridens, ruwe und ainigkait im reich not sein–j, das sollich misvertrauen und zweifel hinweggenomen, welchs durch den weg beschehen mag, so man diser sorg und fahr des wormbischen edicts und augspurgischen abschids entladen und absein mochte und kein theil damit gebunden wurd. Dan alledieweil der ein theil der reichsstend durch offenbare edict und reichsabschid declarirt Šund erclert wurde, als ob alle peen der rechten gegen inen statthett, so kan bestendiger frid wurckliche statt nit finden. Darumb so muß sollich wormbisch edict und augspurgisch abschid cassiert, auch alle gevahr mit denselben also hinweggenomen werden, das sich diser theil der augspurgischen confession und religion gantz nichtzit zu besorgen oder zu befahren, der ander theil sich auch derselben edict und abschid nicht behelfen möchte. Darus wurde nun verhoffenlich das misvertrauen zwischen den stenden des reichs fallen kund dodurch fridt und rue sovil dest mer bestendig beleiben–k

    Und wie sich nun lder augspurgischen confession verwante stend vor den stenden der andern religion–l von wegen vorgemelts edicts und abschids nichts zu befahren haben sollte[n], also und in gleichem fallh hinwiderumb sollen sich auch die stend der andern religion vor der augspurgischen confession und religionsverwandten weder mit der that oder dem rechten nichtzit zu besorgen haben. Das auch kein standt umb des willen, das er diser oder der andern stend religion were oder wurde, mbeschwert oder angefochten werde–m, sonder solle die religion nzu gleich–n allen stenden freysein. Doch so soll kein reichsstand den andern hinfortero zu seiner religion dringen noch ime seine underthanen abpracticiren oder in schutz und schirm nemen.

    Und nachdem under den stenden des reichs ein vollkomenlicher und bestendiger friden nicht besteen oder gemacht werden mag, man werde dann zuvor in den nottwendigen hauptpuncten der religion verglichen, so sein die stend der augspurgischen confession und religion allwegen urpüttig geweßt und noch, zu denselben wegen zu verhelfen und ires theils daran nichts erwinden zu lassen. Derhalben so wollten sie von solchen mitteln und wegen gern horen reden. Dieweil aber solche vergleichung in diser eyl und itzige zeit, wie die notturft ervordert, nicht wol beschehen oder furgenomen werden mag, so beten sy ir ksl. Mt. underthenigclich, ir ksl. Mt. wollte uff dise mittel1.

    «Nr.138c Entwurf für einen dauerhaften Religionsfrieden (Erstfassung) – [Regensburg], 1541 Juni 1 »

    A  Berlin GStAPK, I. HA Rep. 10 Nr. B 2 Fasz. B, fol. 5r–10r (Kop.); AS fol. 5r: Artickel, zum eusserlichen friden bedacht, actum in Regenspurg 1. Junij anno etc. 41;ÜS fol. 6: Artickel, zum eusserlichen friden dinlich.

    ŠB  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 140, fol. 348r–353v (Kop.); DV fol. 353v: Artickel, warauf ein eusserlicher frid zu richten. 1541. Die uberschickte copei ist durch meinen gnedigen herrn zu Anhalt und die andern herrn rethe bedacht, alhie zu behalten und diese gegen derselbigen collationirte copei meinem gnedigen hern wider zuzuschicken.

    Erstlich solten die artickel, so alhie itzo durch ksl. Mt. und andre Kff., Ff. und stende verglichen werden mochten, fur verglichen gehalten werden.

    Und auf das dieselbige vergleichunge auch creftiglich in das werck bracht werden moge, so solte ir ksl. Mt. die reformation des geistlichen standts in allen gliddern aufs allerforderlichts [sic!] noch irem besten vermugen furnemen und noch ausweisung der hailigen schrift und dero gleichstimmenden alten canones zu grundt ausfuren, dann one dieselbige kann oder mag diese furgenomne vergleichunge nicht bestehen oder auch ervolgen in keinen weg.

    Der uberigen artickel halben, so unverglichen pliben, solt es ein ide obrigkeit in iren gepiethen halten, wie sie meinte, das sie solchs gegen Got verantworten mochte, und kein reichstand den andern reichstand, es wer geistlich oder weltlich, mitlerzeit diesses fridens anfechten, wie er es mit ceremonien, kirchenordnungen, kirchengutern, cloistergutern und dergleichen dingen in seinem gepiete hielte und mit dissen worten der nurmbergisch fridstand erclert werden. Und domit sich mit solchen obgemelten gutern, so zu kirchen und cloistern gehoren, weyther irrunge nicht begeben mugen, so solten die geistlichen underthanen oder einwoner under einen jeden oberkeit sich halten noch der ordnung des landts oder stadt, darunter oder darin sie begriffen sein, dann on das mochte solcher frid auch nicht bestehen. Wo er aber solchs nicht thun wolte, der oberkeit oder stadt unbenommen sein, mit solchen kirchen- oder cloistergutern bestellung noch irem gewissen und noch irer ordnung der religion zu machen.

    Hinwider solte auch die obrigkeit, es seien fursten, graven, herrn, edlen, stedt oder, was namen die hetten, die cloister, stift, andere geistlichen underthanen oder verwanten, so nit seelsorg und ministeria der kirchen furnemlich tragen und doch der religion, im land oder stedt ublich, sich gleichmessig hielten, nicht dringen austzuzihen, sonder sie bey yrem standt, hab und guet pleiben lassen, es geschee dann mit gutem willen, doch also, das die predigen, schulen und kirchendinst, so inen zu bestellen geburt, noch gestalt der religionn, so im land oder stadt ist, von dem einkhommen einer yden pfar oder lehens oder, wo das mangelte, von andern des geistlichen standts gutern und einkhommen des orts noturftiglich bestelt werden. Also geburen auch solchen stiften, cloistern oder gotsheusern etc. bestellung der incorporirten oder habenden pfarren, da man die guter, darzu von alter gehorig, nicht weis, dweil die teglichen accedentia gefallen sein.

    Und domit der kirchen und cloister oder dergleichen gutter halben, so zu geistlichem stand verordnet sein, zwischen den reichstenden unter sich nit weither irrunge entstheen und die alten ausgeleschet werden, so solte einem Šiden stift, prelatur, cloister, spital, gotshaus und kirchen zins, renthe, gutter, in andern landen, gepieten oder oberkeit gelegen und fellig, in sein stift, cloister, prelatur oder haus gutlich, unweigerlich volgen und von dem andern stande oder oberkeit dartzu treulich geholfen werden, unangesehen, was religion solch stift, prelatur, cloister, spittal, haus oder kirch were.

    Im fhall aber, da ein stift, prelatur, cloister, spietal, haus oder kirche zinse, gult, gutter, herlicheit oder oberkeit, nutzung oder gefelle in einem andern lande hette, darin die andere religion ublich were, und im selbigen land pfarren, seelsorge, kirchendinste und dergleichen sachen von alters oder lange tzeit her tzu bestellen gehabt oder incorporirt hette, so solten gleichwoll durch die obbemelten stieft, prelatur, cloister, spital, haus oder kirchen dieselbigen kirchendinst, ceremonien, predig, selsorge und andere dinst bestellet und versehen werden noch der form und wais, die im selbigen land, do die zins und gulte gefallen und die gutter gelegen sein, ublich. Doch sollen auch dieselbigen auswendigen stiefte, prelatur, cloister, spital, haus oder kirchen andere oder mer ministeria ausserhalb dero, die inen von alter oder lange zeit gepurt haben zu bestellen oder incorporirt gewesen weren, nicht getrungen sein. Und domit solche versehung und bestellunge so vill bequemer bescheen muge, so solten hinfuro von pfarren, der kirchen auf beiden seiten gehorig, kein absenz genumen werden.

    Und als sich in den freien reichs- und denen stetten, so ir aigne jurisdiction und obrigkait und den furstlichen oder geistlichen oberkaiten dermassen, das sie mit inen tzu schaffen und zu gepieten haben, nicht underworfen sein, umb di bestellunge der kirchendinst von kirchen- oder geistlichen gutern, zinsen und gulden zu underhalten, auch umb das unordentlich leben der gaistlichen personen, daryna umb ceremonien und kirchenubung allerlei irrunge zugetragen haben, so soll es hinfuro aldieweil und solange die obgemelte reformation ins werck nicht pracht wirdet, also gehalten werden, das die stiefte, prelatur, cloister und gotsheuser, so den steten nicht an mittel, sondern dem reich oder andern fursten und hern underworfen sein, sich mit den ceremonien, gesengen und kirchenpreuchen den steten, darin sie wonen, umb vermeidung willen zweierlei gottsdinst, der sich beiainander nicht dulden mag, auch zancks und unwillens gleichmessig halten. Ob auch hiebevor dieselbigen stift, prelatur, cloister, gotsheuser, kirchen etc. pfarren, ministeria, schulen und dergleichen kirchenempter oder -dinst in irer bestellunge und versehunge gehabt hetten, dieselbigen sollen sie hinfuro mit der un[t]erhaltung versehen und bestellen und des iren so vill dartzu folgen lassen, domit solchs bequemlich muge gescheen, doch das albege die religion an den ortern gleichmessig gehalten wirde. Das ubrig aber mugen dieselbigen stift, prelaturn, gotsheuser, kirchen etc. noch irer noturft geprauchen, unverhindert derselbigen stedte.

    Welche stette aber mit solchen iren stieften verstand oder vertrege der ceremonien oder anders halben gemacht hetten oder nochmals mit gutem Šwillen machen wurden oder di andern ceremonien bisher in solchen hohen stiften geduldet hetten, dieselbigen stet sollen die bis zu weiter reformation und vergleichung gedulden. Doch sovill das untzuchtig leben der geistlichen antrifft, obb darin mangel erfunden wurde, das solchs steen solt zu underricht und zimlicher straff derselben stedt. Im fhall aber, do es die geistliche oberkeit vertzuge und nicht thun wurde, angesehen, das di jurisdiction in solchen stedten inen, den steten, zustheet. Aber andere understiften, cloister und dergleichen gotsheuser, so den steten in burgrechte, schirm, pflege oder verwaltung oder zeitlichen dingen underworfen gewesen sein, dieselbigen sollen in versehung und verordnunge gemelter stete inmassen wie andere cloister und kirchen under ander fursten und hern pleiben.

    Ingleichnus sollen die weltlichen chur- und fursten, graven hern und stende in iren landen erledigten kirchen- und cloistergutter nach irem gewissen verwalten und davon hospitalia, universiteten, ministeria der kirchen, schulen- und kirchendiener underhalten und darauf ye so vill wenden, domit die dinge alle ehrlich, zemlich und noturftiglich versehen seien und werden.

    Und ob sich dann zutruge, das cloister oder stieft, wie die geheissen werden, in solchen steten oder iren bendenc gelegen, deren sich fursten oder bischoff underzihen wolten und also umb das zeitlich dominium, wem das zustunde, irrunge wehren, so soll es mit der religion inmassen, wie obgemelt, gehalten werden. Aber umb die zeitliche versehunge derselbigen cloister oder stieft, an welchen ort di gehorten, sollen die irrunge bis zu einer volkhommen reformation suspendirt werden. Oder do solichs durch die partheien bequemlich nicht gescheen mochte, alsdenn commissarien darzu verordent werden, welche die sachen horten und disser ordnung gemes hinzulegen understunden oder weither suspendirten, inmassen obgemelt ist.

    Es sollen auch die ordenspersonen beiderlei geschlecht, so sich in ehlichen stand begeben haben oder auß dem orden gegangen sein, derhalben an iren vetterlichen, mutterlichen oder propern, eigen erkauften oder andern guttern nicht beschwert oder betrangt werden, mit oder an [= ohne] recht, in keine weiße, desgleichen auch iren kindern vetterliche und mutterliche und ander erbschaft und proper, eigen guter nicht enzogen werden oder, das ein iglich oberkeit macht hett, noch gelegenheit der lande ordnung zu machen, was sie haben solten, darzu die exception gegen disses thails stenden, das sie excommunicati, heretici oder dergleichen abtrunnige sein, in einigem gerichte nicht furgeworfen mogen werden.

    Und demnoch so solte am camergericht oder andern gerichten, hoich oder nidderich, kein proceß in obgemelten und dergleichen sachen umbd entsetzung willen geistlicher guter von wegen der religion, als obgemelt, gescheen oder Šzugelassen werden, gleich so wenig umb abstellunge willen ceremonien und kirchenbreuch furgefarn noch von neuem proceß zugelassen werden, außgescheiden, do ein reichstand clagte, das seine cloister, stiefte oder underthanen, in seinem lande gesessen, vom andern reichstande wider disse artickel in desselbigen oberkeit mit der thoit [= Tat] an zeitlichen landen, leuthen oder andern guttern beschwert oder vorgewaltigt wurden, so sie die kirchendinst und ministeria am selbigen ort inmassen, wie obgemelt, rechtschaffen bestellet hetten, und anders nicht.

    Und domit solchs alles also fridlich gehalten mug werden, so muste disses camergericht, weil es ganz parteisch, gar verurlaubt, die ordnung, zu Augspurg und Regenspurg vormals gemacht, auch di besondern eid und pflicht abgethann und andere personen, unangesehen, was glaubens die seien, di erbar, frum und gelert weren, an underschied angenommen werden, dan disse personen des cammergerichts, so itzo daran, sein den protestirenden stenden dermassen verdechtig, das sie auch in schlegten [sic!], zeitlichen sachen ire erkentnus keinswegs erleiden mugen.

    Und demnach so musten die ergangen achte wider die stat Myndenn gefallen sein und abgethoin und die clagen und sachen, darumb der zanck gewesen ist, noch disser form und maß gerichtet werden.

    Desgleichen solt und must die goslarische acht nicht allein suspendirt pleiben, sonder gantzlich aufgehaben werden und di sachen zwischen den partheien dem kunftigen, reformirten camergericht, von neuem in noturftigen puncten gnugsamlich zu verhoren und dermassen zu revidirn und judicirn, bevolhen werden, das eins thails clagen mit des andern theils forderunge in causis fractae pacis noch vermuge der rechten zu gleichen ausgefurt werden, doch also, das die von Goslar an irem rechten und gerechtigkeit des possessorii halber, vormals erlangt, und, was dem anhangt, unverletzt, sonder inen frey seye, desselbigen zu irer noturft des rechten beide in causis fractae pacis und auch in petitorio zu geprauchen, in allermaß solchs di rechte zulassen und recht ist. Das auch di von Goslar in irem beses [= Besitz] an bergwerck, huttenwerck, furkauf, holzern und andern iren besessnen gutern ruhig pleiben mogen biß zu austrag der sachen.

    Disser frid soll also steen fur und fur ewiglich bis zu volkhomner vergleichunge der religionsachen, dordurch andas [= ohnedies] gemeiner frid und recht gewirkt wirdet.

    Und domit die wurzel disses misverstandts ausgereuttet werde, so solt ir ksl. Mt. alle jar einen synodum in teutscher nation von wegen der irrigen puncten halten und understheen lassen, dieselbigen zu vergleichen, doch das tzuvor die obgemelte christliche reformation des geistlichen standts noch der gotlichen schrift und den alten, gleichmessigen canonibus vorgehe. Dan on das kann oder mag ir Mt. zu solcher christlichen vergleichung der unverglichnen uberigen articuln nicht kommen, auß vielen ursachen und besorgnussen, so in disser grossene sachen fursteen.

    «Nr. Š138d Entwurf für einen dauerhaften Religionsfrieden (Erste Korrekturstufe)1 – Regensburg, o. Datum »

    Marburg StA, PA 576, fol. 78r–84r (Reinkonz.); ÜS fol. 78r: Articul, zum eusserlichen frieden dienlich.

    Erstlich solten die articul, so alhie itzo durch ksl. Mt. und andere Kff., Ff. und stende verglichen werden mochten, fur verglichen gehalten werden.

    Und auf das dieselbige vergleichunge auch creftiglich in das werck bracht werden mocht, so solte ir ksl. Mt. die reformation des geistlichen standts in allen gliddern aufs allerforderlichts [sic!] nach irem besten vermugen und nach ausweisung der heiligen schrift und dero gleichstimmenden alten canones afurnemen und-a ausfuren, dann one dieselbige kann oder magk disse vorgenommene vergleichunge nicht bescheen oder auch ervolgen in keinen wegk.

    Aberb der uberigen articul halben, so unverglichen plieben, solt es ein ide obrigkeit in iren gepiethen halten, wie sie meinte, das ces der heiligen schrift gemes und-c sie solchs gegen Got verantworthen möchte, und kein reichstand den andern reichstandt, er were geistlich oder weltlich, mitlerzeit disses fridens anfechten, wie er es mit ceremonien, kirchenordnungen, dadministration der kirchen- und-d cloistergutern und derogleichen dingen in seinem gebiete hielte und mit dissen worten der nurmbergisch fridstand erclert werden.

    Und domit sich mit solchen obgemelten guttern, so zu kirchen und cloistern gehoren, weither irrunge nicht begeben mugen, so solten die geistlichen underthanen oder einwoner under einer yden oberkeit sich halten noch der ordnung ederselbigen oberkeit-e, darunter ader darin sie begriffen seinf.

    Hinwider solte auch die obrigkeit, es seien fursten, graven, herrn, edlen, stedt oder, was namen di hetten, die cloister, stieft, andere geistlichen underthanen ader verwanten, so nit seelsorg und ministeria der kirchen furnemlich tragen und doch der religion, gin derselbigen oberkeit-g ublich, sich gleichmessig hielten, nicht tringen austzutzihen, sonder sie bei irerh hab und gut pleiben lasseni, doch also, das die predigen, schulen und kirchendinste, so inen zu Šbestellen geburten, noch gestalt der religion, so jin derselbigen oberkeit-j ist, von dem einkhommen einer iden pfar oder lehens oder, wo das mangelte, von andern kiren geistlichen guttern-kund einkommen des orts noturftiglich bestelt werden. Also geburen auch solchen stiften, clostern oder gotsheusern etc. versehungl der incorporirten oder habenden pfarren, da man die guter, doryn von alter gehorig, nicht weis, dweil di teglichen adcedentia gefallen sein.

    Und domit der kirchen und cloister ader dergleichen gudter halben, so zu geistlichem stand verordnet sein, zwischen den reichstenden under sich nit weither irrunge entstheen und di alten ausgeleschet werden, so solte einem iden stift, prelatur, cloister, spital, gotshauß und kirchen zins, renthe, gudter, in andern landen, gepiethen oder oberkeit gelegen und fellig, in sein stift, cloister, prelatur oder haus gutlich, unweigerlich volgen und von dem andern stande oder oberkeit dazu treulich geholfen werden, unangesehen, was religion solch stift, prelatur, cloister, spitall, haus oder kirche were.

    Im fall aber da ein stieft, prelatur, cloister, spietall, hauß ader kirche zinse, gult, gutter, herlicheit ader oberkeit, nutzung ader gefelle in ainem andern lande hette, darin di andere religion ublich were, und im selbigen lande pfarren, seelsorge, kirchendinste und dergleichen sachen von alters oder langer zeit her zu bestellen gehabt oder incorporirt hette, so solten gleichwoll durch di obbemelten stieft, prelatur, cloister, spitall, haus oder kirche dieselbigen kirchendienst, ceremonien, predig, seelsorge und andere dinst bestellet und versehen werden noch der form und weise, die im selbigen lande, da di zins und gulte gefallen und die guter gelegen sein, ublich. Doch sollen auch dieselbigen auswendigen stifte, prelatur, closter, spitall, haus oder kirche andere oder mer ministeria ausserhalb dero, die inen von alter oder langer zeit geburt haben zu bestellen oder incorporirt gewesen weren, nicht getrungen sein. Und domit solche versehunge und bestellunge so vill bequemer bescheen muge, so solten hinfuro von pfarren oder kirchen, auf beiden seiten gehorig, kain absentz genommen werden.

    Und als sich in den freien reichs- und denen stetten, so ire aygne jurisdiction und obrigkeit und den furstlichen oder geistlichen obrigkeiten dermassen, das sie mit inen zu schaffen und zu gepieten haben, nicht underworfen sein, umb di bestellunge der kirchendinste, von kirchen- ader geistlichen gutern, zinsen und gulten zu underhalten, auch umb das unordentlich leben der geistlichen personen, dartzu umb ceremonien und kirchenubunge allerlei irrunge zugetragen haben, so sol es hinfuro, aldiewil und solange die obgemelte reformation ins werck nicht pracht wirdet, also gehalten werden, das die stifte, prelatur, cloister und gotsheuser, so den stedten nicht an [= ohne] mittel, sondern dem reich oder andern fursten und herrn underworfen sein, sich mit den ceremonien, Šgesengen und kirchenpreuchen den stedten, darin sie wonen, umb vermeidung willen zweierlei gotsdinst, der sich beieinander nicht dulden magk, auch zancks und unwillens gleichmessig halten. Ob auch hiebevor dieselbigen stift, prelatur, cloister, gotsheuser, kirchen etc. pfarren, ministeria, schulen und dergleichen kirchenempter oder -dienst in irer bestellunge und versehunge gehabt hetten, dieselbigen sollen sie hinfuro mit der underhaltung versehen und bestellen und des iren so vill dortzu volgen lassen, domit solchs bequemlich muge gescheen, doch das albeg die religion an den orten gleichmessig gehalten werde. Das uberig aber mugen dieselbigen stift, prelatur, gotsheuser, kirchen etc. nach irer noturft mchristlich und den alten canonibus gemes-m gebrauchenn.

    Welche stedte aber mit solchen stieften verstand oder vertrege der ceremonien oder anders halben gemacht hetten ader nochmals mit gutem willen machen wurdeno, dieselbigen sollen biß zu weither reformation und vergleichunge pdabei pleyben und das sich soliche geistliche mitlerweil eines erbarn, unergerlichen lebens halten-p.

    Aber andere understiefte, cloister und dergleichen gotsheuser, so den stedten in burgrechten, schirm, pflege oder verwaltung oder zeitlichen dingen underworfen gewesen sein, dieselbigen sollen in versehunge und verordnunge gemelter stedte inmassen wie andere cloister und kirchen under andern fursten, herrn qund oberkeyten-q pleiben.

    In gleichnus2 sollen die weltlichen chur- und fursten, graven, hern, stetr und stende in iren landen erleddigte kirchen- und cloistergutter szu underhaltung Šund aufrichtigung-s hospitalia, universiteten, ministerien der kirchen, schulen, tmilten und andern gemeinnutzigen sachen verwenden, damit-t die dinge alle christlichu, ehrlich, zemlich und noturftiglich versehen seien und werden, vdoch unbegeben dero zeitlichen dinstparkeit und gerechtigkeit, so di oberkeit des orts von alter daran gehabt hat-v.

    Und ob sich dan zutruge, das cloister oder stieft, wie die geheissen werden, in solchen oberkeitenw gelegen, dero sich fursten oder bischoff xdes zeitlichen dominii halben in des andern oberkeyt-x underzihen wolten und also darumby, wem das zustunde, irrunge wehren, so sol es gleichwolz mit der religion inmassen, wie obgemelt, gehalten werdenaa.

    Es sollen auch die ordens- abund andere geistliche mans- und weibspersonen-ab, so sich in ehlichen standt begeben haben oder auß dem orden gegangen sein, deshalben an iren vetterlichen, mutterlichen oder eigen erkauften oder andern guttern nicht beschwert ader betrangt werden, mit oder an [= ohne] recht, in keine weise, desgleichen auch iren kyndern vetterliche und mutterliche und ander erbschaft und proper, eigen guter nicht entzogen werden, acsonder sollen als andre eheliche kinder ehrlich und aller wolthat der rechten vehig sein, doch vorbehalten gescheener vertzigk-ac, dartzu die exception gegen disses teils stenden, als ob sie excommunicati, heretici oder dergleichen abtrunnige sein sollen, in einigem gerichte nicht furgeworfen mogen werden.

    Und demnach so solte am camergericht oder andern gerichten, hoch oder niderig, kein proces in obgemelten und dergleichen sachen umb entsetzung willen geistlicher guter von wegen der religion, als obgemelt, gescheen oder zugelassen werden, gleich so wenig umb abstellunge willen ceremonien und kirchenbreuchen furgefaren noch von neuem proces gestattetad werden, ausgescheiden, da ein reichsstandt clagte, das seine cloister, stiefte oder underthanen, Šin seinem lande aegelegen und gesessen-ae, vom andern reichstande wider disse articul in desselbigen oberkeit mit der that an zeitlichen landen, leuthen oder andern gudtern beschwert ader vergewaltigt wurden, so sie die kirchendienste und ministeria am selbigen ort inmassen, wie obgemelt, rechtschaffen bestellet hetten, und anders nicht.

    afNachdem das itzig cammergericht diesem teil zum hochsten argwenig und durch di beschene, notturftig recusation mer erhitzt worden ist, also daß auch dieser teil in schlechten, zeitlichen sachen sich ires erkenthnus zum hochsten beschwert, so muste dasselb reformirt und mit unverdechtigen personen besetzt werden-af, die ordnunge zu Auspurgk und Regenspurgk, auch di besondern eid und plicht [sic!], agdaselbst gemacht, sovil di religion belangt-ag, abgethann und die personen, unangesehen, ahwilchs teils religion-ah di seien, so erbar, frum und gelert weren, on underschied angenommen, aiauch die personen, von den churfursten und gezirgken verordent, dermassen, wie bisher gescheen, der religion halben nicht verworfen-ai werdenaj.

    Und demnach so müsten die achte akund processen-ak, wider diese stend ergangen, aufgehoben und abgethan sein und die clagen und sachen, darumb der zanck gewesen ist, nach herin gemelter form und maß gerichtet werden.

    Desgleichen solt und must die goslarische acht alaus furbrachten ursachen in der supplication, der ksl. Mt. zuvor und auch alhie uberanthwortet-al, nicht allein suspendirt pleiben, sonder gentzlich aufgehoben werden und di sachen zwischen den partheien dem kunftigen reformirten chammergericht von neuenam gnugsamlich zu verhorenan, zu revidirn und judiciren bevolhen werdenao.

    ŠDisser fried soll also steen fur und fur ewiglich bis zu volkomner vergleichunge der religionsachen, dardurch andas [= ohnedies] gemeiner frid und recht gewirkt wirdet.

    Und domit die wurzel diesses misverstant ausgereuttet werde, so apmochte ire ksl. Mt. ye tzu zeiten uber wenig jar-ap einen synodum in teutscher nation von wegen der irrigen puncten aqin der religion-aq halten und understehen lassen, dieselbigen zu vergleichen, doch das zuvor die obgemelte christliche reformation des geistlichen standts nach der gotlichen schrift und den alten, gleichmessigen canonibus vorgehe, dan one das kann oder mag ire Mt. zu solcher christlichen vergleichung der unverglichnen uberigen articuln nicht kommen, auß vielen ursachen und besorgnussen, so in disser grossen sachen fursteen.

    «Nr.138e Entwurf für einen dauerhaften Religionsfrieden (Endfassung) – [Regensburg, 1541 Juli 14]1 »

    A  Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); ÜS: Articul, zum eusserlichen frieden dienlich.

    B  koll. Marburg StA, PA 576, fol. 129r–133r (Reinkonz.); ÜS fol. 129: Articul zum eusserlichen frieden dienlich2.

    C  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 138, fol. 190r–196v (Kop.); AS fol. 190r: Artickel, warauf der eusserlich frid zu richten. 1541. Regennspurg.

    D  koll. Berlin GStAPK, I. HA Rep. 13 Nr.4–5a Fasz. 9, fol. 80r–83v (Kop.); ÜS fol. 80r: Articl, zum eusserlichen friden dienlich; AV fol. 80r marg.: Actum [1.?] Junij.

    E  koll. Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 203r–207v (Kop. m. Korr.).

    1. Erstlich sollen die artickel ader religion-a, so alhie itzo durch ksl. Mt. und andere Kff., Ff. und stende verglichen werden mochten, fur verglichen gehalten werden etc.

    Š2. Undb auf das dieselbige vergleichunge auch creftiglich in das werk pracht werden mocht, so solte ire ksl. Mt. die reformation des geistlichn standts in allen glidern aufs allerfurderlichst nach irem pesten vermugen und nach ußweisunge der hailigen schrift und dero gleichstimenden, alten canones furnemen und ausfhuren, dan ohn dieselbige kan oder magk diese vorgenomene vergleichunge nicht bescheen oder auch ervolgenc.

    3. dUnd nachdem das christlich volck gemeinlich das hochwirdig sacrament in beider gestalt nach der einsatzunge unsers herren Jhesu Christi zu entpfahen hoch begirig ist, dergleichen auch die armen priester der verpotten ehe halben grosse beschwerunge tragen, so sullten dieselbigen baide stuck itzt alsbaldt menigklichem freigelassen werden, allerlei unrichtigkeit dadurch zu verhutten-d.

    4. Aber der andern ubrigen artickel halben, so unverglichen plieben, solte es ein jede oberkeit in iren gepiethen halten, ewie das der hailigen schrift gemeß und sie solches gegen Got verantwurten wullten-e und kein reichstandt den andern reichstandt, er were geistlich oder weltlich, mitlerzeit dieses friedens anfechten, wie er es mit ceremonien, kirchenordnungen, administration der kirchen- und cloistergutere und dergleichen dingen in seinem gebiethe hielte und mit diesen worten der nurnbergisch fridstandt erclert werden. Und domit sich mit solchen obgemelten gutern, so zu kirchen und clöstern gehoren, weitere irrung nicht begeben, so sollten die gaistlichen underthanen oder einwöner under einer jeden oberkeit sich halten nach der ordnung derselben oberkeit, darunder oder darin sie gesessen sein.

    5. Hinwidder solte auch die oberkeit, es seien fursten, graven, hern, edeln, stedt oder, was namen die hetten, die closter, stifte, fandere geistlichen-f underthanen oder verwanten, so nit seelsorge und ministeria der kirchen furnemlich tragen und doch der religion, in derselbigen oberkait ublich, sich gleichmessig hielten, nicht tringen außzuziehen, sonder sie bei irer habe und gut pleiben lassen, doch also, das die predigen, schulen und kirchendienste, so inen zu bestellen geburdten, nach gestalt der religion, so in derselbigen oberkeit ist, von dem inkomen einer jeden pfarr oder lehens oder, wo das mangelte, von andern iren geistlichen gutern und einkomen des orts noturftiglich bestelt werden. Also geburen auch solchen stiften, cloistern und heuserng die versehunge der incorporirten ader habenden pfarren, do man die gutere, dazu von alter gehorig, nicht weiß, dweil die teglichen accedentia gefallen sein etc.

    Š6. Und damit der kirchen und cloister oder dergleichen gutere halbenh zwischen den reichstenden unter sich nit weiter irrunge entsteen und die alten ußgeleschet werden, so solte einem jeden stift, prelatur, cloister, spital, haußi und kirchen zinße, renthe, guter, in andern landen, gepiethen oder oberkeit gelegen und fellig, jan das ort, da derselbig stift, cloister, prelatur oder hauß gelegen-j, gutlich, unwaigerlich volgen und von dem andern stande oder oberkeit darzu treulich geholfen werden, unangesehen, was religion solh stift, prelatur, cloister, spitall, haus oder kirchen were.

    7. Im fall aber, da ein stift, prelatur, cloister, spital, haus oder kirche zinse, gulte, gutere, herlichait ader oberkeit, nutzung oder gefelle in einem andern lande, koberkeit ader gepiete-k hette, darin die andere religion ublich were, und im selbigen lande, loberkeit oder gepiethe-l pfarren, seelsorge, kirchendienste und dergleichen sachen von alters oder langer zeit here zu bestellen gehabt oder incorporirt hette, so sollten gleichwoll durch die obbemelten stift, prelatur, cloister, spitall, haus ader kirche dieselbigen kirchendienste, ceremonien, predig, seelsorge und andere mempter und-m diensten nach der form und weise, die im selbigen lande, ooberkeit und gepiete-o, da die zinse und gulte gefallen und die gutere gelegen sein, ublich, pauf derselben oberkeit erfordern bestellet und versehen oder underhaltunge zu solcher versehunge geben werden-p. Doch sollen auch dieselbigen außwendigen stifte, prelatur, closter, spitall, haus oder kirche andere oder mehr ministeria ausserhalb dero, die inen von alter oder lange zeit geburdt haben zu bestellen oder incorporirt gewesen weren, nicht getrungen sein. Und damit solche versehunge und bestellunge so vill bequemer beschehen mugen, so sullten hinfuro von pfarren ader kirchen, auf beiden seiten gehorig, kein absentz genomen werden. etc.

    8. Und als sich in den freien reichs- qund handtstetten-q [= Hansestädten], auch denen stetten, so ire eigene jurisdiction und oberkeit und den furstlichen oder geistlichen oberkeiten dermassen, das sie mit inen zu schaffen und zu gepieten haben, nicht underworfen sein, umb die bestellung der kirchendienste, von kirchen oder geistlichen gutern zinsen und gulten zu underhalten, auch umb das unordentlich leben der geistlichen personen , darzu umb ceremoni Šen und kirchenubunge allerlei irrunge zugetragen haben, so soll es hinfuro, alledweil und solange die obgemelte reformation ins werck nit pracht wirdet, also gehalten werden, das die stifte, prelatur, cloister rheuser und kirchen-r, so den stetten sin der weltlicheit-s nicht ohn mittel, sonder dem reich oder andern fursten und herrn underworfen sein, sich mit den ceremonien, gesengen und kirchenpreuchen den stetten, darin sie wonen, umb vermeidunge willen zweierlei gottesdinste, der sich beieinander nicht wollt dulden mag, auch zancks und unwillens, usovill moglich-u, gleichmessig halten. Ob auch hiebevor dieselbigen stifte, prelatur, cloister, heuserv, kirchen etc. pfarren, ministeria, schulen und dergleichen kirchenempter oder dienste in irer bestellunge und versehunge gehabt hetten, dieselbigen sollen sie hinfuro mit der underhaltung versehen und bestehlen [= bestellen] und des iren so vil darzu volgen lassen, damit solchs bequemlich muge gescheen, doch das allewege die religion an den orten gleichmessig gehalten werde. Das uberig aber mugen dieselbigen stift, prelaturn, heuserw, kirchen etc. nach irer noturft christlich und den alten canonibus gemees xmit erbarem, zuchtigem leben-x gebrauchen etc.y

    9. Aber andere understifte, cloister und dergleichen zheuser und kirchen-z, so den stetten in burgrechtn, schirm, pflege oder verwaltunge oder zeitllichen dingen underworfen gewesen aaoder noch-aa sein, dieselbigen sollen in versehung und verordnung gemelter stette inmassen wie andere cloister und kirchen under andern fursten, hern abund oberkeiten-ab pleiben etc.

    10. Ingleichnus sollenac chur- und fursten, graven, herrn, stette und stende in iren landen, adoberkeit und gepiete-ad erledigte kirchen- und cloistergutere zu underhaltunge und aufrichtung hospitalien, universiteten, ministerien der kirchen, schulen, milten und andern gemeinennutzigen sachen verwenden, damit die dinge alle christlich, ehrlich, zimlich und noturftiglich versehen seien Šund werden, doch unbegeben dero zeitlichen dinstbarkeit und gerechtigkeit, so aedes orts-ae oberkeit von alter daran gehabt und herpracht etc.3

    11. Und ob sich dan zutruge, das closter oder stifte, wie die gehaissen werden, in solchen oberkeiten gelegen, dero sich fursten oder bischof des zeitlichen dominii halben in des andern oberkeit underziehen wullen und also darumb, weme das zustunde, irrunge wehren, so soll es gleichwoll mit der religion inmassen, wie obgemelt, gehalten werden etc.

    12. Es sollen auch die ordens- und andere geistliche mans- und weibspersonen, so sich in ehelichen standt begeben afhetten ader wurden-af oder auß den orden agkomen weren oder wurden-ag, deshalben an iren vatterlichen, mutterlichen oder eigen erkhauften ader andern gutern, ahzinsen und gulten-ah nicht beschwert oder bedrangt werden, mit oder ohn recht, in keine weise; deßgleichen auch iren kindern vatterliche und mutterliche und ander erbschaft und eigen gutere nicht entzogen werden, sonder sollen als andere eeliche kinder ehelich und aller wolldhat der rechten vheig sein, doch furbehalten und aiunvergriflich zuvor-ai bescheener verzigk ajoder anderer habender vertregen-aj, darzu die exception gegen dieses teils stenden, als ob sie excommunicati, heretici oder dergleichen abtrinnige sein sollen, in einigem gerichte nicht furgeworfen mugen werden etc.

    13. Und demnach so solte am camergericht oder andern gerichten, hoch oder niderig, in obgemelten und dergleichen sachen umb entsetzung willen geistlicher gutere, von wegen der religion, als obgemelt, gescheen, akkein proces-ak zugelassen, gleich so wenig umb abstellung willen ceremonien und kirchenpreuch furgefharen noch von neuem proces gestattet werden, außgescheiden, da ein reichsstandt clagte, das seine cloister, stifte oder underthanen, in seinem lande gelegen oderal gesessen, vom andern reichstandt widder diese artickel in desselbigen oberkeit mit der dhat an zeitlichen landen, leuthen oder andern gutern beschwert oder vergewaltigt wurden, so sie die kirchendinste, ministeria amund empter-am am selbigen ort inmassen, wie obgemelt, rechtschaffnen bestellt hetten, und anders nicht.

    Š14. Und nachdem das itzige camergericht diesem teil zum hochsten argwonig und durch die bescheen, noturftig recusation mehr erhizt worden ist, also das auch dieser teil inan zeitlichen sachen ires erkentnus zum hochsten beschwert, so musste dasselb reformirt, mit unverdechtigen personen besezt, die ordnung zu Augspurgk und Regenspurgk, auch die besondern eide und pflicht daselbst aound hievor-ao gemacht, sovil die religion belangt, abgethan und die personen, unangesehen, wilchs teils religion die seien, so erbar, frum und gelert weren, ohn underschied angenomen, auch die personen, von den churfursten und gezircken verordnet, dermassen, wie bißhier gescheen, der religion halben nicht verworfen werden etc.

    15. Und demnach so mussten die achte und processen, widder apdiese [sic!] teil [sic!] stende und alle derselbigen religion verwanten-ap ergangen, aufgehaben, gefallenaq und abgethan sein und die clagen und sachen, darumb der zanck gewesen ist, noch hierin gemelter form und maß gerichtet werden. etc.

    16. Desgleichen solt und musst die goslarisch acht aus furbrachten ursachen in der supplication, der ksl. Mt. zuvor und auch alhie uberantwurtet, nicht allein suspendirt pleiben, sonder genzlich aufgehaben werden und die sachen zwischen den partheien dem khunftigen, reformirten chamergericht von neuem genugsamlichar zu verhoren, zu revidiren und judiciren bevolhen werden.

    17. asZwischen ksl. und kgl. Mtt., Kff., Ff., stenden des reichs, auch sehe- und handtstetten und allen andern beiderseits religionsverwanten soll dieser frid also biß zu volkomener vergleichung der religionsachen, dardurch ohn das gemeiner fride und recht gewirckt wirdet, fur und fur stehen und gehalten werden, die auch alle in diesen friden gezogen und darin begriffen sollen sein. Und auf solchen frieden solt nicht allein der augspurgisch abschidt, sonder auch das wormisch edict und alle andere dergleichen außgangen abschiedt, mandata oder jussion, wie die gescheen, ergangen oder außbracht weren, die solcher fridtshandlung zuentgegen und -widder oder derselbigen nachtailig und abbruchig sein mochte, genzlich abgethan und aufgehebt oder zum wenigsten mit allen wircklichen effecten suspendirt sein und werden-as.

    Š18. Und damit die wurzel dieses missverstandts außgereutet werde, so möcht ire ksl. Mt. jhe zun zeiten uber wenig jar einen synodum in deutscher nation von wegen der irrigen puncten in der religion halten und understeen lassen, dieselbigen zu vergleichen, atdoch das zuvor die obgemelte, christliche reformation des gaistlichen standts nach der gotlichen schrift und den alten, gleichmessigen canonibus vorgehe, dan ohn das kan-at oder mag ire Mt. zu solcher christlichen vergleichung der unverglichnen, ubrigen articuln nicht wollau komen, auß vielen ursachen und besorgnussen, so in dieser grossen sachen fursteen etc.

    «Nr.139 Fürstenratsvotum Pfgf. Ottheinrichs von Pfalz-Neuburg – Regensburg, 1541 Juli 14 »

    München HStA, Kasten blau 271/1, fol. 158r–159r (Kop.); AV v. a. Hd. fol. 158r: 14. Julij im rath verlesen.

    Auf röm. ksl. Mt., unsers allergnedigisten herrn, nechstbeschehen, schriftlich furhalten [Nr. 135] lesst ime der durchleuchtig furst, Hg. Otthainrich in nider und obern Bairn etc., ir ksl. Mt. bedengken in den ersten zwayen punctn, die religionsach und den fridstand belangend, nit mißfalln, in bedengkung, das dise ir ksl. Mt. wolmaynung seiner fstl. Gn. vorigem, ubergebnem gutbedungken vast gleichformig gestellt ist, der ungezweifltn zuversicht, dieweil sich daraus befindt, das ir Mt. zu gemainem friden im hl. reich gnedigiste naigung tregt, derselben irer Mt. werde zu merer erhaltung und bestendiger furderung solhs fridens nit zuwider sein, die erboten declaration alsbald ze thun, damit sich die stend darin zu ersehen und ir bedengken oder notdurft darauf auch anzezaigen haben.

    Zum andern sicht sein fstl. Gn. fur ratsam und gut an, das von erhaltung wegen des camergerichts etliche personen verordnt werden, mit bevelh, die bedengken vorgehaltner reichstäg fur hand ze nemen, das best darauf ze ratslagen und in schriften zu verfassn, des versehens, es soll weg gefunden werden, dardurch dasselb camergericht on der reichsstend sondere beswerung ze underhalten sein mög.

    Zum dritn last im sein fstl. Gn. nit allain, die eylend turgkenhilf ze laisten, sonder dabey gefalln, das alsbald auch durch die verordntn von beharrlicher turgkenhilf wegen die altn ratsleg fur hand genomen, gemainer christenhait unvermeidenliche not und notdurft zum fleissigsten bedacht und in schriften ubergeben, damit furter das best von ksl. Mt. und den stenden mög beslossen werden.

    Zum letsten will im sein fstl. Gn. auch nit mißfallen lassn, das der uberigen articl im ausschreiben diß reichstags vermeldet und sonderlich der muntz halb Šdie notdurft furgenomen und on all verziehen darin beslieslich gehandlt werd, angesehen des beswerlichen und verderblichen nachtails, so teutscher nacion bisher aus unordnung der muntz erstanden ist, ungezweiflt, es soll in denselben weg auch dasjhenig gefunden werden, das gemainem nutz zu gutem khumen mög.

    «Nr.140 Stellungnahme der protestantischen Stände zur kaiserlichen Vorlage vom 12. Juli 1541 – Regensburg, 1541 Juli 14 »

    A  Wien HHStA, RK RTA 6, unfol. (Kop.); AS: Der protestirenden antwort uff ksl. Mt. ubergebenen artikeln 12. Julij, den abschid belangen, praes[entatum] 14. Julij.

    B  koll. Wien HHStA, RA i. g. 13c/Konv. 2, fol. 59r–69v (Kop.); AS fol. 58r: Unser der augspurgischen confession und religion verwandten antwort, röm. ksl. Mt. uff irer Mt. beschehen furschlag uff die mitel des abschids, wie derselb furzunemen sey, gegeben.

    C  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. E 138, fol. 151r–156v (Kop.); AS fol. 151r: Copei der religionsverwanten stende antwort und gutbeduncken auf ksl. Mt. furhaltung und furgeschlagene artickel, warauf der abschied zu richten, 1541. Uberantwort Pfgf. Fridrichen Dornnstag, den 14. Julij, zu Regenspurg.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 218 , S. 667–669;Walch, Bd. 17, Nr. 1391, Sp. 742–746;Corp. Reform. IV, Nr. 2309, Sp. 516–520.

    Der röm. ksl. Mt., unsers allergnedigsten herrn, muntlichen geschehen furtrag, dardurch ire Mt. Kff., Ff. und stend des reichs ires abraisens halb vermeldung thun lassen, auch folgends die geschehene schriftliche antzaige[Nr. 135], darinnen ir ksl. Mt. etzlich puncten und artickel als zum abschied dieses reichstags dinstlich furgeschlagen, haben Kf., Ff. und stende, der augspurgischen confession verwant, gegenwertig und der abwesenden rethe potschaften und gesanten sampt irer ksl. Mt. erbietten und begern underthenigst angehort und vernohmen. Und thun sich erstlich gegen irer ksl. Mt. ires gnedigsten vleiß und muhe, so sie von wegen der streittigen religion, dieselbig cristlich zu vergleichen und ein cristliche reformation der kirchen zu erlangen, angewent, in aller underthenigkeit bedancken.

    Zweiveln auch nicht, ire ksl. Mt. werden nhuemer auß gemelter stende undertheniger antwort, so sie irer ksl. Mt. der gepflogenen religionshandlung halben vorgestern undertheniglich zustellen lassen, gnedigst vernohmen haben, daß sie zu cristlicher concordia, darinnen das gotlich wort und die warheit erhalten und ein christliche reformation der kirchen, die ire ksl. Mt. selbst hoch vonnothen bedencken, ins werckh gebracht werden mocht, gantz geneigt. Und dieweil sie dann inen die verglichen artickel in rechtem, christlichem verstandt inhalts derselbigen irer ubergeben antwort  [Nr. 136, Nr. 137] und schriften haben gefallen lassen, so beruhen sie noch darauf und bitten underthenigst ire Šksl. Mt., die wolten dieselbigen also zu einem christlichen, guten anfang der concordia ins werckh richten und bringen lassen, der hoffnung, der almechtig werde gnad verleihen, daß dardurch die warheit weitter außgebrait und dester baß der weg zu einer christlichen reformation der kirchen gemacht werden muge. So haben auch ire ksl. Mt. dieser stende gemueth und erbieten der unverglichen artickel halben uß gemelter antwort und schriften auch gnedigst vernohmen.

    Darneben aber wollen sie zum underthenigsten gebeten haben ire ksl. Mt., die wolten den augspurgischen abschied alß zu solcher concordia undinstlich, auch etzlichen verglichenen artickeln zuentgegen, gnedigst aufheben oder je zum wenigsten suspendirn und anstellen. Dann ire ksl. Mt. haben gnedigst zu bedencken, do gemelter abschid in wirden und kreften sein und pleiben solt, daß es der verhofften vergleichung der religion, cristlicher reformation der kirchen, auch gemeinem frid gantz verhinderlich sein wolte und dieselbigen beide nit beieinander steen mugen.

    Ferner alß ire ksl. Mt. der stende bedencken begern, ob sie im vhal, so daß concilium nit forderlich gehalten und ins werckh bracht werden solt, eine gemeine reichsversamlung widerumb zu beschreiben und die religionsachen zu ferner handlung zu nehmen und zu geburlicher entschaft zu fordern und zu bringen etc. Was nun daß concilium belanget, wissen sich diese stende irer hiezuvor vorgewenten appellation, protestation und erbiettens undertheniglich zu erinnern, seint auch nichts hohers begirig, dan daß ein rechtschaffen, frei, cristlich concilium in deutscher nation vorgenohmen und gehalten werden mocht, darinnen die streittige religion nach dem wort Gottes geortert und ein cristliche reformation unda abstellung der eingewachsenen mißbreuch erfolgen muge. Daß sie aber ein solch concilium, darinnen der bapst oder die seinen alß dieser verwanten stende hochster widerpart, von der religionsach zu richten und urteiln, sich anmassen wolte, willigen solten, des haben sie pillich bedencken und gegrunte, stadtliche und erhebliche ursachen, wie die hietzuvor zum teilh in irer recusation des angesatzten concilii zu Mantua vorgewant, darauf sie sich auch nochmals referirt und getzogen haben wollen, underthenigst bittend, ire ksl. Mt. wolte solchs nicht anders dann irer hohen, unvermeidlichen notturft nach gnedigst und im besten vermercken. Stellen aber zu irer ksl. Mt. gnedigstem gefallen und bedencken, ob dieselbig im falh, daß ein solch cristlich, frei concilium in deutscher nation zu halten nicht zu erlangen, der religion, auch cristlicher reformation halben durch ein ander gemeine reichsversamblung ferner handlung vornehmen wolten, dann sie zu ider zeit erbutig, wie sie sich des auch mermals vernehmen lassen, irer cristlichen confession und kirchenlehr gnugsam grunt und ursach antzutzaigen und derselbigen rechenschaft zu geben.

    Nachdeme auch ire ksl. Mt. vermelden, daß mitlerzeit aller truck, neue bucher und schriften, die religion belangend, desgleichen alle schmehebucher Šetc. bei schwerer peen zu trucken oder außzugeen, verboten werden sollen. Sovil nun die religion belangen thut, waß cristlich und der hailigen schrift gemeß, mugen diese stend nicht bedencken, daß, solchs zu trucken oder außgeen zu lassen, pillich verbotten oder verhindert werden solt, derwegen sie auch auf solchen faalh underthenigst davor gebetten haben wolten, wissen auch solchs nicht zu bewilligen.

    Was aber die schmebucher betreffen mocht, seint sie nicht gemeint, dieselbigen fur sich außgeen zu lassen oder, sovil an inen, andern zu verstatten, aber gleichwol so wollen sie inen, waß zu rettung irer ehren notturft, do andere schmeschriften wider jhemants dieses teils außgeen lassen hetten oder nochmals wurde, inen auch nicht begeben haben, wie dann auch solche ehrenrettung und verantwortung kein schmebucher konnen genant werden.

    Den nurmbergischen frid belangend, wolten diese stende nichts liebers, dann daß derselbig stett und vest gehalten wurde. Dieweil aber derselbig in ein mißverstandt getzogen und zerruttet wirdet, so wil zu erhaltung friden und rhue zum hochsten vonnoten sein, daß solcher mißverstandt vor allen dingen hinwegkgenomen und nach art zu Nurmberg deßmals gehabter handlung itzt alhie erclert werde. Und dieweil dann die ksl. Mt. hiezuvor der stende bedencken eines bestendigen fridens halben begert, so weren sie wolh undertheniglich geneigt gewesen, dasselb ir ksl. Mt. zeitlicher zu vermelden und antzuzeigen. Dieweil aber etzliche andere sachen zu beratschlagen mit eingefallen, hat man sich deßhalben nicht ehr mugen entschliessen und vernehmen lassen, mit underthenigster bith, die ksl. Mt. wolte solchs vertzugs kein ungnedigs misfallen haben. Und damit nun obgemelter fridstandt dester vhester und steeter gehalten und der eingefallen mißverstandt abgeschnitten werden möcht, so thun gemelte stende hieneben ir underthenig bedencken deshalben irer ksl. Mt. ubergeben und zustellen [Nr. 138e], des verhoffens, ire ksl. Mt. werde darauß finden und vermercken, daß nichts anders, dan waß demselbigen friden gemeß und nach gestalt der sachen darzu dinstlich sein mag, begert und gesucht wirdet, und wollen abermals, wie obgemelt, auch in dem hiebei ubergebenen, schriftlichen bedencken angeregt wirdet, underthenigst erinnert haben, das der augspurgisch abschied diesem friden zugut aufgehoben oder zum wenigsten suspendirt werde.

    Dan sovil das chammergericht betreffen thut, wolten diese stende auch gerne, daß solchs der gelegenheit were, daß es bei pillicher auctoritet, gewalt und jurißdiction pleiben, darbei gehandthapt, auch demselbigen von allen stenden gehorsam geleist werden möcht, bedencken auch, dieweil dieses das hochst gericht der ksl. Mt. und reichs ist, das es pillich also bestelt, besetzt und verordnet werden soll, damit es auch solche auctoritet, gewalt und jurisdiction haben, die man zu forderung und handthabung rechtens und pillicheit gebrauchen möchte. Aber welchergestalt itziger zeit gemelt chammergericht mit vielen partheischen, affectionirten, auch zum teilh unerfharnen, jungen leuten besetzt, ist am tag und unverborgen, dann ob auch gleich von churfursten Šund kraisen, dieser religion verwanten, mermals gelerte, verstendige, untadelhaftige personnen der reichsordnung nach geschickt und verordent worden, so hat man doch dieselbigen one alle pilliche ursachen reiicirt und verworfen und andere, so den presentirten an lehr, geschickligkeit, verstandt etc. nicht zu vergleichen gewesen, one vorwissen und willen derselben churfursten und betzircken aufgenohmen, allein derhalben, damit gemelte beisitzer niemands bei sich leiden oder haben dorften, dann allein diejhenigen, die ires fuges und diesen stenden zum hochsten widerig weren, wie sie dann auch nicht allein in religion-, sondern prophansachen diese stende wider recht und pillickeit zum hochsten beschwert, daß sich also diese stende keines gleichen noch rechten bei denselben partheischen beisitzern zu vermuten oder zu verhoffen haben mogen. Und derwegen so bitten sie nochmals, wie hietzuvor mermals geschehen und hieneben in den fridsartickeln auch gemelt ist, daß die ksl. Mt. zu erhaltung friden, rhue und rechtens im reich deutscher nation daß einsehen haben wolte, daß gemelt chammergericht also reformirt und mit fromen, erbarn, gelerten, unverdechtigen personnen durch ire ksl. Mt., churfursten und die geordenten kreiß besetzt werden möcht, damit auch diese stende sich eines gleichmessigen rechten im reich wie pillich zu getrosten. Und auf solchen falh seint sie erbutig, neben andern Kff., Ff. und stenden des reichs ires teils an pillicher underhaltung des chammergerichts nicht mangel sein zu lassen.

    Damit aber die ksl. Mt. in ware und gruntliche erkundung, wie es itziger zeit umb obgemelts chamergerichts verdechtige handlung gelegen, und zu rechtmessiger reformation und besetzung desselbigen dester baß kommen mocht, so ist dieser stende underthenigst bedencken und bith, die ksl. Mt. wolten durch etzliche beiderseitz verordente comissarien wider solche verdechtige personnen zum allerforderlichsten inquirirn lassen, alß seint diese stende erbutig, ksl. Mt. oder denselben verordenten comissarien etzliche ire beschwerung, die inen von denselben wider recht und pillicheit ires ermessens uffgedrungen, zutzustellen, damit man sich in dem und anderm des grunts und der warheit zu erkundigen und nach befindung pillich einsehen, verordnung und besetzung solchs chammergerichts erfolgen muge, dann ane das ist nicht zu verhoffen, daß einicher frid im reich deutscher nation besteen muge.

    Es seint auch diese stende geneigt, auf der ksl. Mt. furgeschlagen mittel durch den Kf. zu Branndenburg irem vorigen erbieten nach der eillenden turckenhulf halben sich geburlich zu ertzeigen, das irenthalben kein mangel sol befunden werden. Wan auch Kff., Ff. und stende des andern teils die beratschlagung von der beharlichen hulf vornehmen werden, soll es an dießen stenden, soferne man bestendigen friden und gleichmessig recht im reich erlangen und haben mag, alßdan auch nicht erwinden.

    ŠDesgleichen, waß auch die muntz und andere puncten, in der ksl. Mt. ausschreiben vermeldet, belanget, vorzunehmen, bseint sie auch urbutig und willig–b.

    Welches obgemelte stende der röm. ksl. Mt. auf ir nechst geschehene antzeige und begern hinwider underthenigster wolmeinung fur ir bedencken nicht haben unvermeldet lassen wollen und thun sich irer ksl. Mt. underthenig bevelhen.

    «Nr.141 Gutachten Martin Bucers über die Missbräuche und die Reform des weltlichen und geistlichen Standes – Regensburg, [1541 Juli 14]1 »

    A  Wien HHStA, RK RTA 6, unfol. (Kop.); AS v. a. Hd.: De abusibus reformandis a protestantibus praes[entatum], 14. Juli 1541.

    B  koll. Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); DV: Verzaichnus der mißbreuch, auch der reformation des geistlichen und weltlichen standes, röm. ksl. Mt. uff disem reichstag zu Reggenspurg ubergeben, durch Martinum Bucerum gestellt.

    C  koll. Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 189r–201v (Kop.); AS v. d. Hd. Konrad Zwicks fol. 189r: Antwurt der protestierenden uff die mißbruch und reformation.

    D  koll. Hannover NLA, Celle 1 Nr. 20 III, fol. 532r–543v (Kop.); DV v. a. Hd. fol. 543v: Reformation der misbreuch, in die kirchen eingerissen, ubergeben der ksl. Mt. durch die protestirenden, 13. Iulij.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 213 , S. 630–6432;Augustijn, Martin Bucers Deutsche Schriften, Bd. 9,2, S. 59–993;Walch, Bd. 17, Nr. 1384, Sp. 707–719.

    Nachdem auch euer ksl. Mt. etc. verner gnediglichst begert, das Kff., Ff. und stendt ir räthlich bedencken auch underthenigst anzaigen wöllen, wellichermassen weg furzunemen, damit die beschwerlichen mißbreuch, so allenthalben im gaistlichen und weltlichen stand eingerissen, widerumb abgestellet und in ain christlich reformation und besserung pracht werden mögen, wie dann sollichs Šdie hohe nodturft auch erhaischte etc., so ist unser underthenigklich bedencken, sovil erstlich die reformation des weltlichen stands belangt, das die vorigen abschid der policei wider alle unzucht des lebens, pracht der klaider, wucher, monopolien und anders, so zu Augspurg gemacht, widerumb fur die hand genomen, auch alhie die uberigen artickel, in eurer ksl. Mt. ausschreiben dises reichstags und in derselbigen ersten furtrag gemeldet, beradtschlagt und in das werck gebracht werden solten, dann dardurch wurde sonder zweivel der weltlich stand zu guter reformation brocht und den mißpreuchen gesteuret werden.

    Sovil aber des gaistlichen stands reformation belangt, haben wir unsern gelerten der hailigen schrift, die jetziger zeit alhie seindt, bevolhen, ain ungevorlich bedencken zu stellen, wie geschehen, welches wir eurer ksl. Mt. auf derselben, auch unser und des andern thails stende verner bedencken hiemit undertheniglich ubergeben.

    aDer gelerten bedencken verbesserung der mißpreuch belangen–a.

    Zum ersten, weil die forcht Gottes der anfang ist aller weißhait und hayls und in warem glauben an Christum alle gerechtigkait und guts steht, das vor allem verschafft und angericht wurde, die raine lehr des hailigen evangelii allenthalben im reich getreulich und einhellig zu predigen und derselbigen nach auch die hailigen sacramenten und alle andere kirchenubung zu raichen und zu halten, und das der anfang dessen damit gemacht wurde, das alle stende des reichs die artickel unserer hailigen religion, deren man sich vergleichen wurdt, derselben vergleichung nach annemen und bey den iren verschaffen, das in allen kirchen die predigen, auch ausspendung der hailigen sacramenten und alle kirchendienst und gescheft denselben verglichenen artickeln gemes beschehen, dargereicht, verrichtet und gehalten wurden. Dann solten die so schwere mißbreuch an lehr, sacramenten und gantzem gottesdienst nit vor allem abgestellet und zur besserung pracht werden, so plibe die hailige religion unrain und zwiträchtig und möchten uberal kain sachen, weyl man in mißverstandt und spaltung der religion verharte, zu recht und in guten, hailsamen standt bracht noch das erschrockenlich verderben, so in vil weg vor augen ist und auf die theutsche nation tringet, abgewendt werden.

    Zum andern, weyl aber weder lehre bnoch die hailige sacrament–b und ceremonien oder christliche zucht in der kirchen wider recht angestellet, ausgespendet und verrichtet werden mögen, wo die kirchen nit ire taugliche und gethreue diener und fursteher haben, so wurt vonnödten sein, das den gemainden Christi allenthalben ir recht an der wahl oder zum wenigsten der zeugnus und examen irer diener und fursteher vermög der hailigen geschrift und alten canonum und legum wider zugestellet und kainen kirchen ainigec diener oder fursteher aufgetrungen werden, wer joch [sic!] das ius nominandi, praesentandi Šund ordinandi zu haben vermaint (an denen doch nyemand ichtzit wider recht abgeprochen werden solle), die nit laut der canonum gewöhlet, examiniert und von dem glaubigen volck und oberkaiten in den kirchen, wellichen sie furstehn sollen, beweret und billich anzunemen sein werden, wie dis auch der artickel von der kirchen zucht im buch, von der ksl. Mt. uberantwort, fordert. Darzu ist offenbar, das dißd die alten canones und leges der allergottseligsten kaysern als ain ungezweivelte ordnung gottlichs rechtens zum ernstlichsten gepieten, wie dann auch das kein vernunft nach pillichait zugipt, wie papst Leo zeuget, das diejhenigen, so in den kirchen allen sollen furgesetzt sein, nit auch von allen begert und bewert seyen.

    So hat man auch mit zu vil schwerem und unwiderbringlichem schaden der kirchen nun lang gesehen, wie so gar unhailige und befleckte, auch zu allem kirchendienst untuchtige leut von den weichbischöven geweyhet und den kirchen aufgeladen seindt, nachdem die gläubigen gemainden und deren oberkaiten zuwider den gottlichen rechten und canonibus von wahl und bewerung der kirchendiener und fursteher abgetriben worden seindt. Also ist auch seer verhinderlich in theutschen landen, das der bischovelichen ämbter so wenig und die kirchen, so solliche von alter här haben, ainander also weith entlegen seindt und nit alle stett, die etwas volckreich seindt, ire aigne bischöve, als das die canones fordern, haben, damit jedem bischove nit mehr kirchen bevolhen wurden, dann er wol versehen und järlich doch ainmal durch sich selbs, als das die canones gebieten, one nachtailige versaumnus seiner furnemen kirchen besuchen möchte.

    Damit dann die kirchen an nodtwendiger sorg und versehung nit sollichen mangel, wie nun so lang geschehen, leiden müssen, so fordert auch dis die nodturft, das allen stetten, die etwas am volck reich seindt, solliche diener und pfarrer gesetzt werden, welchen die gantze seelsorge und hirtendienst vertraut werden mög, damit sie die kirchen, bey denen sy iren sitz haben, und den nachgelegnen mit besuchen und allen andern diensten der seelsorge nach nodturft versorgen und sie in götlicheme thun erhalten köndten. Derhalben dahin mit ernst zu trachten und arbaiten sein wurdet, das die weiß und mas, auch abthailung und ordnung der seelsorge und versehung der kirchen nach gelegenhait der landtsart wider aufgericht und gehalten werde, wie dasselbig die alten canones den dorfpriestern, landt und stett, bischöven und metropolitanen furschreiben, auflegen, abthailen, messigen und aufainander richten; dann das die bistumben bey uns so weithen becirck haben, ist an der aufsehung fund besuchung–f der pfarren seer verhinderlich und kompt daher, dasg die bistumben erstlich durch den Bonifacium und andere liebe vätter zum thail fundiert, zum thail Šwider aufgericht worden, der kirchen, die jeder bischof zu versorgen hatte, gar wenig gewesen seindt. Demnach sich aber die kirchen gemehret, seindt dieweil die bischove in die höve und weltliche gescheft gerathen und haben wie in anderm also auch in disem der canonum und ires ambts wenig geacht noch ausgewartet, wie das die historien und viler hailigen vätter clagschriften bezeugen. Verner als nyemanden möglich ist, baide das kirchen- und ausser, politisch regiment recht zu versorgen, darumb dann die alte canones und leges den clericen, zuvorderst aber den bischoven und priestern mit so grossem ernst verbieten, sich mit ainichem weltlichen gescheft zu beladen, so wurdt auch dises den kirchen vonnödten sein, das die weltlich und politische regierung und die seelsorg und kirchendienst an personen gesondert und zu jedem ambt aigne personen verordnet werden, wie das die canones und leges so ernstlich fordern.

    Und demnach diejhenigen, so in theutscher nation den bischovelichen namen tragen, nun so lange zeit fur sich selb gemainlich weithers nicht versehen und verrichten dann das ausser, politisch regiment der landt und leuten, so zu den bistumben kommen seindt, iren auch wenig dahin gezogen und so bericht seindt, das sie die bischoveliche seelsorge mit predigen, sacrament handeln und raichen, die christliche kirchenzucht gegen den clericen und dem volck, wie das ainem bischove zusteht, uben, durch sich selbs recht versehen und verrichten möchten, so wußten wir kainen fueglichern, auch den stenden in gemain und besonders leidlichern und den kirchen, wie jetzt alle sachen stehn, furträglichern weg, dann das denen, so jetzunder die eussere regierung der landen und leuten, so zu den kirchen kommen seindt, verwalten und zu sollicher vergwaltigung [sic!] pflegen gewöhlet und eingesetzt zu werden, solliche regierung allermassen und gestalt, wie sie dieselbige diser zeit bekommen und haben, zu bekommen und zu verwalten, gelassen wurde, aber das daneben den kirchen baide, die jetzunder bischovelichen sitz und ämpter haben und die solliche vermög der canonum haben sollten, taugliche fursteher und superattendentes mit bewilligung der oberkait und volcks, wie oben gemeldt, hin und wider in den landen und stetten gewöhlet, geordnet und gesetzt wurden, welliche die obere seelsorg und gantzes hirtenambt mit lehren, sacrament raichen, kirchenzucht üben und die nechst gelegne kirchen besuchen, durch sich selbst vermög der hailigen schrift und canonibus getreulich verrichten und gäntzlich laisten, welche auch alle zu den synoden sambt ainem oder zwayen iren priestern beruffen und in denselbigen hire schließstymmen–h und, das war kirchengericht zu besserung aller mängel, die an lehre oder leben jederzeit einreissen, wie das die canones den synodis bevelhen, zu halten, macht und recht haben solten.

    Und damit die jetzigen bischöve, so die landt und leut, die zun kirch kommen seindt, regiern, den kirchen auch iren dienst zu besserung laisten möchten, were billich, das dieselbigen, denen, die die seelsorge versehen, besondern schutz und schürm hielten, sie beforderten, die synoden und visitationen und andere Šnodtwendige dienst der kirchen desto fruchtbarer zu halten und zu verrichten, item, hülfen, das die stiftungen fur die durftigen und, was denselben in der kirchen zugut gegeben und geordnet worden und noch täglich wurt, wol erhalten und den durftigen zur hilf und gemainer kirchen zu besserung gepraucht und ausgespendet wurde. Desgleichen, was zu eusserer zucht, erbarkait, frid und ruhe dienen möchte, das sollte inen auch vor andern fursten und obern angelegen sein. Doch solte hierin die mas gehalten werden, das denen, die die seelsorge und den hirtendienst durch sich selbs verrichten sollen, ire ambt und dienst in synoden, visitationen, gaistlicher jurisdiction und allem andern, das diser dienst ervordert, durch diser jetziger bischöve zusehen, obhalten, schutzen und befordern mitnichten eingezogen, verletzt oder verhindert werde, also auch, das den weltlichen oberkaiten jeder orten das aufsehen, handthaben, straffen und anders, so denselbigen in den kirchensachen, personen, diensten und guetern von göttlichen rechten, den alten canonibus und legibus zusteht und bevolhen ist, hiedurch unbenomen und ungerugti, frey und gantz pleibe und gelassen werde. Hiemit plibe alles, sovil das zeitlich belangt, in dem stand und wesen, wie es jetzund ist, und wurde nyemandt an ainichen wurden, hochaiten oder nutzungen, die er jetzt hat oder nach einprachten rechten oder gepreuchen bekommen mög, etwas abgebrochen oder endtzogen, allain den lieben kirchen Christi wurde ir gepurend und nodtwendiger dienst und versehung, dessen sy bißhär so jämmerlich und verderblich beraubet gewesen, wider, wie recht und zum höchsten vonnodten ist, bestellet und angericht, welches baide, die in sollichen bischovenlichen furstenthumben jetzo seindt oder nach geubtem prauch hernaher darein gewölet und verordnet werden mögen, je lieber sehen und darzu getreulich helfen sollen, weyl sy damit dem allmechtigen iren dienst und den hailigen kirchen ire verpflichte treu laisten und dardurch Gottes und der frommen menschen huld, gute, froliche gewissen und irs standts rechte sicherung und befestigung erlangen mögen, dann das sy under dem namen der kirchendiener die kirchen mit so vil untauglichen und schädlichen personen beschwern, auf die doch vil mehr zeitlichs guts jetzo gewendet wurdet, dann die rechtj, waren taugliche diener bedorfen wurden, und dardurch Gottes schweristen zorn und aller gottseligen unwillen wider sich immer mehr erwecken und stercken und sich deshalb in die größte unsicherhait und gefahr setzen.

    Der namen und tittel halben und, was, die furstliche und andere oberkait zu ziern und ansehenlich zu machen und gepurende gehorsame der underthanen zu befestigen, dienen mag, des wurde man sich auch leichtlich vergleichen könden, damit ain jeder, sein ambt recht und seligklich zu versehen, befordert und nyemand mit unmöglichen glubden und unträglichen lästen beschwerd wurde.

    ŠNun aber ist nit gnug, das man recht taugliche und, die kirchen zu erbauen, geschickte männer rechter weis und gestalt, wie das das gesetz Gottes und die alten canones fordern, wöhle, examiniere, bewere, einsetze und inen die seelsorge und gantzen hirtendienst der ordnung, massen und abthailung, wie das den kirchen aufbäulich und es die canones gebiethen, auflege und zu verrichten in allen kirchenhändlen und -geschäften volkommen befelhe, sie auch derhalben von allen weltlichen gescheften freyhe und durch die kirch und der oberkaiten gewalt treulich schutze und zu irem dienst zum besserlichsten außzurichten befordere, sonder auch vonnödten ist, das man inen alles das vergönne und gebe, das sie ir besonder leben und wesen christlich und unsträflich, auch one sorgsamkeit leiplicher narung fueren und den gemainden ain guts furbilde tragen mögen.

    Derhalben, weil man mit zuviel schwerer ergernus und verderben der kirchen erfaren, das nit jedem gegeben, ausser der ee rainiglich zu leben, auch lengest sihet und greift, das Gott sein wort will gehalten haben, es ist nit gut, das der mensch allain seige und ain jeder hab sein weib, ain jede iren mann, unzucht zu vermeiden, so wurdts warlich nit mögen one verderblichen nachteil der kirchen länger aufgezogen werden mögen, den dienern der kirchen die hailige ee freyzumachen, damit jeder, demnach er von Gott begabet, sein leben anstellen möge, das er den kirchen one laster und ergernuß mit gutem gewissen dienen köndte, und sollen ja gering geacht werden in dem die neuen canones, die doch dem gottlichen rechten nicht gemes seindtk, nachdem man nun zuvil lange zeit die eltern und apostolischen canones, ja das gepott Gottes selb, so gantz grob ubersehen hat, mit gedulden im dienst der kirchen, die sich aufs abscheulichest mit allerlay unzucht offentlich besudelt haben, mit welchen die christen nit allain in hailigen ceremonien, sonder auch nicht im leiplichen thun ainiche gemainschaft haben, sonder sie als die verbanten und von aller christen gesellschaft verstossen halten solten.

    Und hierzu soll uns auch diss treiben, das man nun auch täglich erferet, wo man die hailige ee den kirchendienern nit zulassen will, nit allain nit besonders geschickte, sonder uberal kein diener der kirchen wurt bekomen mögen, dann wer etwas gewissens hat und sich zu warem coelibat nit begabet befindt, der wurt sich in die gefahr des unehelichen stands nit begeben, obgleich alles anders im kirchendienst so gepessert wurde, das denselbigen ain jeder mit gutem gewissen auf sich nemmen kondte.

    Wie aber die hailige ee, den kirchendienern, damit sie in christlicher zucht leben und inen selbs und andern kain ergernus geben, unverpotten sein soll, also sollen inen auch alle gescheft und leichtfertigkait, so diesem hailigen dienst nit anstehn und derhalben von den canonibus verpotten seindt, mitnichten zugelassen werden, als alle zeitliche kaufmanschätz, alles unordenlich zechen, jagen, ungepurlich spielen und, was das anhalten an guten übungen als studiern, Šlehren, ermanen, straffen und exempel der buß und aller erbarkeit furtragen in ainigen weg verletzen oder verhindern mag.

    Und damit die kirchendiener und fursteher sich aller anderer geschäften frey und allain irs diensts halten und demselbigen in allem allain obligen mögen, müssen inen auch ire narung zur nodturft desto milter bestellet und doch alle ursachen und anlass alles schandtlichen und ungaistlichen gewinns abgeschnitten und benohmen werden. Und mit sonderm ernst werden wider das gift der symonei die furgesetzten der kirchen und auch die gemainen, weltlichen oberkhaiten, wie es dann crimen publicum ist, wachen und einsehen muessen, damit gäntzlich gehalten werde, das der herr sagt: ‚Vergebens habt irs empfangen, vergebens solt irs geben‘. Derwegen die ernsten gesetz und straffen wider dise verderbliche sucht der symonei, die wir in den canonibus und legibus haben, muessen mit allen treuen wider in haltung pracht und nyemandt zugelassen werden, umb ainigen dienst, ambt oder wahl und einsetzung in die hailigen ämbter ichtzit gelt oder geltswerdt oder ainigen dienst oder zeitliche vergleichung, wie die erdacht werden mag, zu geben oder zu nemen, bey verlust aller kirchendiensten und ämbtern und darzu bey den gesetzten straffen. Darumb in kainen weg länger zu gedulden, das die anaten oder ainig ander gelt umb confirmationen, transactionen, dispensationen und, was der römischen vinantzen seindt, gohn Rom aus theutschen landen gegeben werde. Es werden auch auf das alles gottloß gesuchen und sacrilegien gäntzlich vermitten pleiben, die alten canones wider in iren werdt und kraft gepracht werden muessen, welliche verpieten, das jemandt, wer der seige, zum kirchendienst und genieß von jemandem geweyhet oder verordnet werde, wo er nit zu aignem dienst vermög der canonum recht erwöhlet und also eingesetzt werde, das er sollichen dienst wurcklich verrichte, das auch nyemandt mehr dann zu ainem dienst geordnet, auch von kirchenguetern nyemandt mehr, dann sein gethreuer vleis, den er in seinem dienst beweiset, erfordere, gegeben werde. Es wurdt auch vonnödten sein, das die dienst der kirchen in besoldung und aller wurdel underschaiden und gehalten werden, wie das das götlich gesatz und die alten canones verordnet haben, das nemblich die, so am wort, sacramenten und kirchenzucht iren dienst laisten, denen, die in unnödtigen ämbtern dienen, aller ding furgesetzt werden.

    Dis alles fordern an den furstehern und dienern der kirchen die apostelischen und alle alte canones zum ernstlichsten. Derhalben dweil je den kirchen von den mißbreuchen und zu warer, christlicher reformation nymmermehr geholfen werden möge, sie seyen dann mit recht tauglichen, fromen, bewerten dienern bestellet und versehen, so erhaischt die höchste nodt, das in allen erzelten stucken und aigentschaften der kirchendiener ain stattlich und furderlich einsehen und besserung furgenomen werde. So viel vom kirchendienst.

    Nun von kirchenguetern.

    ŠAls die christlich liebe und gemainschaft fordert, das die, so den gemainden Christi an dem wort Gottes und der seelsorge getreulich dienen, zur nodturft versehen, das auch zu sollichem dienst desto mehr taugliche leut aufgezogen und geübt und nyemand von der gantzen gemaind Christi mangel gelassen werde, so hat auch dise liebe und gemainschaft von anfangm der kirchen geschaffet, das die gläubigen ire opfer dem herrn fur die armen reichlich aufgeopfert, hernaher auch die christliche kayser und fursten die kirchen zu sollichem werck gar reichlichn begabet haben, welche begabung mit der zeit aus vilerlay ursachen mercklich gemehret undo gewachsen seindt. Von brauch nun und ausspendung sollicher gueter haben die alten canones dise ordnung furgeschriben, das alle dise gueter in vier thail sollen gethailet werden und ain thail dem bischove, damit er die pilger und andere durftigen desto baß aufnemen und ergetzen mögen, der ander thail den andern clericen, under sie nach jedes vleis und arbait im dienst der kirchen auszuthailen, der dritte zu erhaltung der tempel und eusser instrumenten der religion, der vierdte thail, under die armen und durftigen, baide haimisch und frembd, zu thailen, gegeben werden solle. Und uber diß alles fordern die canones, das die bischöve und kirchendiener alles, das sie von kirchenguetern nit zu der nodturft irs diensts bedörfen, auch under die durftigen ausspenden sollen und, was sie von sollichen guetern uber ire nodturft behalten oder auf andere sachen wenden, das sollichs ain gewisses sacrilegium seie. Und uber dise gueter und deren ausspendung seindt von anfang der kirchen gesetzt worden, die man hat genennet diacon, subdiacon und oeconomen. Uber dise versehung der armen seindt auch vil reicher stiftungen in sonderhait fur die waysen, witwen, schwache und alte leut und allerlay nodturft der armen, auch collegia fur die, so man zum kirchendienst hat aufziehen sollen, aufgericht und herrlich begabet und zu ausspendung sollicher gueter, besondere clericen geordnet worden, als die spitaler des hailigen gaists etc. und, die man canonicen gehaissen, das ist geregulierte clericen, die beyainander in christlicher zucht und gemainschaft gelebt haben, und vil andere anfengklichs gewesen seindt.

    Nun ists aber längest dahin gerathen, das nit allain der ordenliche vierdte thail von den alten, gemainen kirchenguetern, als die erstliche begabungen der kirchen seindt, under die armen und studierende jugent, die man zum kirchendienst aufziehen solte, nit ausgespendet und angelegt wurdet, sonder das man auch vil der spital und collegien canonicorum gueter, die man allain fur die durftigen und jugendt, so man zu kirchendienern hat sollen aufziehen und uben, gestift hat, mit allen kirchenguetern (ain wenig zu den kirchenbeuen außgenomen) in pfrunden abgethailet hat und am maisten fur den allerundersten und unnodtwendigsten kirchendienst (als das singen und lesen ist), zu welchem dienst die canones gepieten, allain die jungen knaben, lectores und Šsubdiacon zu gebrauchen, dann den priestern und diaconen verbieten sie, disem dienst obzuligen, sonder fordern, das die priester der predige gottlichs worts und die diacon der ausspendung der almusen und baide samptlich der kirchen gericht und seelsorge außwarten sollen. Wes dann nun der mehrer thail, so dise pfrunden diser zeit niessen, leben und der kirchen dienen, ligt am tag. Und ists laider dahin kommen, das auf die, so den rechten und nodtwendigsten kirchendienst als die seelsorge versehen sollen, das allerwenigst gewendt wurdt, ja, das zu sollichem dienst von alten reichlich verordnet gewesen, ist durch incorporationen der pfarren und andere geschwindigkeit, auch zun pfrunden deren, die den kirchen aintweders gar nichts oder allain am gesang dienen, abzogen und ausgethailet worden, und auf die, so man zum kirchendienst solt aufziehen, wurdet gar nichts gewandt, ja auch, das zun schulen geordnet gewesen, haben dise leut auch an sich gezogen, also das man auch die schulmaister nit mehr erhaltet, als es von alten geordnet, man geschweige der schuler. Daher aber ists komen, das man nyerget recht gelerte und zu der seelsorge taugliche diener finden kan und diser zeit in vilen landen merckliche vil pfarren gar unversehen pleiben und auf die andern den mehrer thail solche leut gesetzt werden, die zu kainem dienst in der welt weniger taugen.

    Nun erkhennens aber alle alte canones und lieben vätter ain gros sacrilegium, wann von den kirchenguetern pdie nodturft–p der waren, christlichen religion und der gläubigen in gemain und besonders nit versehen wurt. Jetzundt aber schreyen die gaistlichen, es seien sacrilegien und kirchenräub, wo man etwas der kirchengueter von so offenbarem, schwerem mißprauch wider auf iren rechten prauch als an den dienst der seelsorge, schulen und durftige wenden und anlegen will. Und ist hiehär bey vilen die größte ursach des jetzigen, so geferlichen zwitrachts, so im hl. reich schwebet, derhalben auch die höchste nodt, frid und ruhe im hl. reich zu erhalten, erhaischt, in diser sachen christliche besserung furzunemen, die man also anfahen möcht, das man erstlich von den so reichen kirchen und clöstergütern doch die pfarren und schulen zur nodturft versehe, des man sich auf billiche, erbare mas leicht vergleichen köndte. Und demnach die personen absturben, die jederman baide irer geschicklichait und auch ires diensts halben als unnutz und den kirchen mehr beschwerlich dann dienstlich erkhennet werden, das alsdann auch stipendia fur die, so zum rechten, nötigen kirchendienst aufzuziehen, die letst nodturft erhaischt, und auch fur die durftigen ain gepurender thail von disen guetern verordnet wurde.

    Nun das auch die christliche zucht des gemainen volcks, welche auch aufs geferlichest verfallen ist, wider aufzurichten, wurdt vonnödten sein, das uber die gemaine predigen und vermanungen, so nach Gottes wort aufs treulichst geschehen muessen, der cathechismus mit der juget [sic!] gantz vleissig und ernstlich wider allenthalben getriben werde und das die jungen, wann sie unsers Šchristlichen glaubens qso vil undterrichtet seindt, irs glaubens–q bekändtnuß selbs offentlich in der kirchen thuen und sich damit in gehorsame der kirchen begeben und also die rechte confirmation, von deren auch das buch meldet, empfahen, damit sy in christlicher zucht desto baß mögen erhalten und täglich gebessert, auch, so jemand wider abtretten wolt, durch christliche straf und bann vor dem fal verhuet oder zur buß wider aufgericht und also ain hailsame scheuhe gegen dem argen in der gantzen mennige desto baß erhalten und gefurdert werden möchten. Also wurdt man auch den christlichen bann wider nach Gottes wort in sein rechten prauch richten müssen, damit der wider die offenbaren lastern hailsamlich gepraucht und nit, schulden einzuziehen, und zu andern weltlichen dingen oder gegen den lastern allain umb zeitlichs genieß willen und nit, die laster abzutreiben, wie in den vermainten sendtenr beschehen, mißpraucht werde, dazu man wol fuegliche und gewißlich besserliche weg finden wurde, wo die gemainden Gottes in gesunder lehr und rechtem prauch der sacramenten wider recht verainigt und mit tauglichen, vleissigen dienern und furstehern bestellet und versehen sein und der cathechismus treulich getriben wurde.

    Damit auch in disem und allem, das zu christlicher reformation erfordert wurdt, thädtliche besserung erlanget unds ins werck bracht und erhalten werde, wurdet vonnödten sein, das den ordenlichen oberkaiten ir treues zusehen und anhalten in dem allem, wie das die novellae christlich verordnen, aufgelegt und befolhen werde, welche auch darzu verhelfen sollen, das den offentlichen, abgöttischen mißpreuchen, die auch im buch zum thail vermeldet seindt, gewöhret und nyemand die wusten, verderblichen ergernussen der kirchen gestattet werde.

    Wa nun der allmechtig Gott sein gottlich gnad uns verleihen wölte, das auf erzelte weiß dem waren wort Gottes und den alten canonibus, so aus dem wort Gottes gezogen seindt, wider mochte stattgegeben und denselbigen nach die schwere mißpreuch, so im gaistlichen stand und gantzen volck Christi eingerissen und also geferlich uberhandt genommen haben, abgestellt und zu besserung bracht wurden, so were sonder zweivel allen sachen geholfen und schon ain christliche, bestendige reformation der kirchen erlanget, das der herr Christus bey uns regiern und alles guts an seel und leib reichlich verleyhen und alle gfar und schaden getreulich abwenden wurde.

    Dweil aber solliche gantze reformation ins werck on ain nationalversamblung nit wurdt zu pringen sein, so möcht doch diser anfang alsbald wurcklich gemacht werden:

    Erstlich, das verordnet wurde, das die christliche lehre vermöge der artickel, so verglichen werden, alsbald allenthalben im reich gefueret und treulich Šgetriben und die sacrament und andere ceremonien denselben artickeln am gemässesten, sovil in jeder kirchen mit besserung geschehen köndt, geraicht und geübt wurden, und das in den unverglichnen artickeln jeder stand alles, so gemeß den verglichnen artickeln, halten solte, als auch ain jeder mit warer besserung des christlichen volcks vermöchte. Doch dweil das volck nunmehr der einsatzung Christi, welchermassen das sacrament baiderlay gestalt zu raichen sey, allenthalben bericht, das dann, dasselbig also zu empfahen, auch menigclich freygelassen wurde.

    Zum andern, das jeder oberkait und kirchen auch macht und bevelch gegeben wurde, zu sehen nach recht treulichen und bewerten pfarhern und andern kirchendienern und dieselbigen in iren kirchen anzustellen, die in lehre und andern kirchendiensten auf jetzt erzelte massen sich aufs gethreulichst bewisen. Das auch die oberkaiten hierin von menigklichem befordert und von nyemanden betruebt wurden, es were dann, das jemand den verglichnen artickeln etwas zuwider lehret oder handlete oder seins lebens halb im kirchendienst nit zu gedulden were.

    Zum dritten, das sich die stende auch der leiplichen versehung fur solliche diener und die schulen, sovil jetzt im anfang geschehen möcht, verglichen.

    Zum vierdten, damit unordenlicher zugriff und alle unbilliche neuerung desto weniger zu befahren, möcht ain dapfer, unpartheysch chamergericht mit bewilligung baider thail geordnet werden, das, wo sich etwas spän oder irrung ob disem anfang der reformation zutragen wolte, endtschaid und urthail geben möchte.

    Nun hiegegen und zuwider der gantzen reformation wurt furgeworfen, es möge theutscher nation nit gepurn, etwas in der religion one die andern christlichen nationen zu endern, und, wo man das thun wölte, mächte man ain schweres schisma und ungleichait mit ander nationent. Aber da ist zu bedencken, das allen christen vonnödten ist, alle bekandtliche mißpreuch, sobald sie die erkhennen, abzustellen und christliche reformation anzunemen in allem, das man weißt, vom herrn in seiner schrift gebotten sein, und, wer mit sollicher bekandtnus zum ersten begabet wurdt, solle den andern ain exempel der besserung furtragen. Diss machet auch kein schisma oder abscheuliche ungleichait an dem leib Christi, der kirchen, sonder ist ain seliger und loblicher anfang der raynigung und gesundthait etlicher glider, die alsbald den andern, gleiche raynigung und gesundthait zu erlangen, desto bas dienen mögen. So hat mans auch gnug erfaren, das der allmechtig Gott die, welchen er sein wort und willen gnediglich eröffnet hat, darbey erhaltet und inen verleyhet, das sy eher die welt lassen, dann von christlicher reformation abzustohn. Wo man dann die christliche reformation nit in gemain furdern wolte, so wurde mit schweristem zorn Gottes ain war, abscheulich spaltung bey uns selbs in deutscher nation zu unserm endtlichen verderben erhalten und dannocht die ausser ungleichait Šgegen andern nationen auch bleiben und dieselbigen auch so vil mehr geergert und an christlicher reformation verhindert werden. Derwegen sollen wir mehr auf Gottes gepott und die alten canones sehen und denen gehorchen, welliche jeder kirch, provintz und nation gebieten, was unrechts in kirchen eingerissen, alsbald man das erkhennet, abzustellen und derhalben auch ire provincialia und nationalia concilia zu halten und in dem kain kirch, provintz oder nation auf die andern harren, so etwan nit gleichen verstandt haben oder aus andern ursachen nach der reformation nit trachten.

    So vil von besserung der mißpreuchen in den gaistlichen standt und religionsachen eingerissen4.

    «Nr.142 Denkschrift [Melanchthons] über die Reform der Kirche – Regensburg, [1541 Juli 14]1 »

    A  Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); DV: Bedencken von der reformation der kirchen.

    B  koll. Berlin GStAPK, I. HA Rep. 13 Nr.4–5a Fasz. 9, fol. 84r–93r (Kop.); ÜS fol. 84r: Der protestirenden stende bedenckhen von der reformation der kirchen; AV fol. 84r: 17. Julij.

    C  koll. Hannover NLA, Celle 1 Nr. 20IV, fol. 658r–669r (Kop.).

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 215 , S. 648–6572;Walch, Bd. 17, Nr. 1384, Sp. 719–730;Corp. Reform. IV, Nr. 2317, Sp. 541–552 (lat. Fassung);Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 214, S. 643–648 (lat. Fassung).

    Bedencken von der reformation der kirchen.

    Dweil in der christlichen kirchen die notigsta, vornembst und erste sorg sein soll, das das heilig evangelium recht, clar und rein den leuthen furgetragen werde, wer ser nutzlich, das eine gemeine, ordentliche, richtige summa der christlichsten und notigsten lähr als ein catechismus gestellet wurde, von Gott, von den dreien personen eines gotlichen wesens, von der schepfung, von erbsunde, von Christo und also furt von den volgenden artickeln des glaubens. In disser summa wer nutzlich, die verglichen artickl mit tzu setzen. Dadurch Šwurden vill leith christlich und seliglich underricht und wurde einigkeit der kirchen under sich also selbst volgen.

    Auch ist mit ernst zu verschaffen und darob tzu halten, das an Sontagen und andern vesten die predig nicht underlassen werde und sollen die bevelhaber uber die kirchen anhalten, das die pfarrer recht und christlich lher predigen und materien, die dem volck zur seligkeit, zu rechtem gottesdienst und rechter anruffung dinlich und nutzlich seint, und von solchen sachen, davon nach gelegenheit der tzeit das volck bericht dorf. Und alle tzeit sol zu end der predig angehenget werden ein vermanung tzur bueß mit einer gemeinen absolutionn fur diejenigen, so sich bessern und in gottesforcht und glauben wachsen, item, ein gemein gebet furb gegenwirtige noturft.

    Und nochdem der ersten kirchen gewonheit, die kinder den cathechismum zu leren, fast an allen ortern gantz verloschen und abgangen, so ist der ersten stuck eins, tzur reformation notig, den cathechismum widerumb fur die kirchenc antzurichten, derhalben zu ordnen, das alle wochen der pfarrer oder diacon zwo oder trey stund den kindern, etwas auß dem cathechismo zu lernen, ordentlich und einfeltig furgeben und sie verhor nocheinander den glauben, tzehen gepott, vater unser, die lhär vom glauben, dardurch wir gerecht und Got gefellig werden, von sacramenten, von der bueß und guten wercken, von gedult in allerlei leiden und kreutz. Billich soll die kintheit bedacht werden als der besser und reiner theil in der kirchen und Gottes volck. Darumb sol man sie vleissig underweisen, besonder dweil auch disser groß und merglichd nutz darbey ist, das jung gewonnt alt gethann, wie man spricht, wenn das hertz, so es zart und rein, zur religion und gottesforcht getzogen, volget auch hernach im alter grosser lieb und reverentz zu Gottes wort und allen tugenten. Dartzu, was man jung lernt und einbildet, davon kan man hernach vill eigentlicher und gewisser richten und reden, dann was man erst im alter zu lernen anfecht. Uber diß alles ist offentlicht, das Got ernstlich und oft gepotten, das man die kinder sein heiliges wort lehren soll.

    Dweil auch die ceremonien in kirchen dartzu dienen sollen, die jugent zu erinnern und zu erkentnis Gottes tzu tzihen und zu gewonen, so soll durch die bevelchhaber uber die kirchen einsehen gescheen, das solche ehrlichee und ernstliche ceremonien erhalten werden und dargegen die spotlichen abgethann, als bilder umbhertragen und, wie an etzlichen orten die weiß ist, des vier starcker man an einem kreutz tzu tragen haben. Also seint auch die bilder von unwarhaftigen historien in der kirchen oder, dartzu man leuft und do hulf sucht, abtzuschaffen etc. Solcher misbreuch besserung solt in idem bisthumb etliche christlichen und verstendigen regenten bevolhen werden. Dartzu gehoren nu Šduchtige pfarrer, predicanten und ander kirchendiener. Das man aber nicht duchtige personen hat in kirchenemptern, kompt furnemlich auß zweien ursachen. Die eine ist, das di herrn, so ius patronatus oder die collation haben, auß gunst oder umb genieß willen oder andern untzimlichen ursachen unduchtige person presentirn. Die ander ursach ist, das die bischoff ane underschied aller priester und ane rechte verhör und ane underweisung zuelissen und ordiniren, dann dweil sie wenig sorg haben fur der leut seligkeit und heil, achten sie nit, ob die pfarrer gelert oder ungelert seindt, halten keine visitation, lassen sie nicht underweisen, fragen nicht nach der seelsorg, sonder haltens fur fremde sachen. Dissen ursachen zu begegnen, ist erstlich von der collation zu reden, wie die prebenden zu leihen. In stiften wer gut, das ordentliche woll [= Wahl] laut der canonum, canonica electio, widerumb angericht und gehalten wurde, das man auch nicht zuließ, durch den bapstlichen monath oder andere practicken, wie die mogen namen haben, ungelerte person und an sitten strefflich eintzudringen.

    Weiter die pfarrer belangend, domit nyemant sein ius patronatus genommen werde, so sollen di patroni dennocht auch zeugnis von der kirchen horen, ob die person, so zur pfar antzunemen, ein christlichen verstand haben und guter sitten seyen. Und soll die kirch macht haben, ein unrechten lehrer oder, der in untzucht lebet, zu verwerfen oder die sachen an den bischoff oder die rechtenf bevelhhaber uber die kirchen gelangen zu lassen.

    Die bischoff oder bevelchhaber sollen keinen ordiniren ane zu gewissen kirchendienst, wie solchs in dem concilion zu Calcedon beschlossen, und sollen nicht mussige pastorg sein, allein dartzu ordinirt, das sie ir narung mit meßlesen suchen, wie es ser gemein ist. Man soll auch keinen ane vleissige verhör ordiniren. Dartzu vonnoten, das in idem bisthumb etzliche ehrliche, gelerte und erfarne menner verordnet werden, die ordinanden zu verhören, welche nimandt zur ordination zulassen sollen, er bring dan zeugnus von seiner vocation zu gewissem ampt und von seinen sitten. Darnach sol man noch der lhär fragen, was sein verstandt und glaub sey in allen heuptartickln der christlichen religionn. Ist einer gantz ungelert, so sol man nicht zulassen zur ordination, sonder sollen den patronen angetzeigt werden, einen andern duchtigen zu suchen. Hat aber einer zimlichen verstand und ist hoffnung zu im tzu haben, das er vleiß thun und furdern werde, so sol man in einen monat oder zwen aufhalten undh ein examinatorn zuorden, der inen treulich underweiß, dann die examinatores sollen nicht allein da sitzen, einen auf ein mall ane besonder arbeit zu verhören, sonder sollen auch die geringern underweisen und oft verhoren.

    ŠDie bischoff und bevelhhaber sollen auch disses also bestellen, das die armen ordinanden die tzeit underhaltung haben und mit etlichen notigen buchern versorgt werden. Und ob sich die bischoff disses kostes beschwern wolten, sollen sie gedencken, des keine loblicher und gotgefelliger eleemosynen sein, denn der armen priesteri studia zu wolfart der kirchen und seelen seligkeit fordern, das auch inen zu solchen eleemosynen diesse grosse kirchenguter geben sein. Darumb sollen sie den armen ordinanden herberg und verstendige leut, sie zu underweisen, verordenen.

    Das auch die pfarner und andere kirchendiener, priester und diaconi Got mit gutem gewissen und rechtem glauben anruffen mögen, sollen das gesetz und alle pflicht, dardurch den pastorn die ehe verbotten, abgethan werden und soll zugelassen werden, erliche menner, so in der ehe leben, zu priestern tzu welen und zu ordiniren, auch denen, so ledig gewelet und priester ordinirt, hernach ehelich zu werden, dann so disses nit zugelassen wirt, ists vor augen, das an vilen orten die pfarkirchen wust und ane seelsorg pleiben mussen, wie man weis, das itzund auß disser ursach vill kirchen, besonder in der bischoff landen, ledig stheen. Derhalb soll pillich disses menschlich verbott und unrecht gesetz der grossen noturft der kirchen und des notigen amptsj weichen, welches nit kann erhalten werden, so disses eheverbott nit abgethann wirt, dardurch die gotsforchtigen vom ampt abgehalten werden. Es ist ane zweifel allen guthertzigen schrecklich zu gedencken, welche mennig so vill hundert jar in ewige verdamnus durch disses gesatz gefallen. Darumb obgleich der eheloß stand villeicht zu erhaltung der guter bequemer ist, so soll man doch den rechten gotsdinst, der seelen heil und offentlich exempel hoher achten. Die armen priester, so sie also in bosen gewissen pleiben, konnen sie Got nicht anruffen und fallen in ewige zorn und straff und schaden andern leuthen mit dem ergernuß. Wann die hohen heupter und regenten mit so wichtigen ursachen sich nicht bewegen lassen, sondern pleiben so hart und verhindern in priestern rechte anruffung Gottes und haben nit mitleiden an irem ewigen verderben, so ist warlich die kirch in schwerer gefencknus. Darumb bitten wir, dieses eheverbott abtzuthun.

    In allen landen ist disses ein gemeiner misbrauch, der Got hoch ertzornet, das vil leuth, die in offentlichen sunden leben, die absolution und sacrament entpfahen ane ernstliche reue und besserung, wiewoll sie umb der gewonheit willen zur beicht khommen und stellen sich andechtig, so sie doch wissentlich boesen fursatz und willen behalten. Disser offentlich misbrauch wirt doher besterckt, das die bischoff in vilen hundert jarn die kirchengericht nit ernstlich gehalten, wie wir hernach sagen wollen. Doch soll den pfarhern bevolhen werden, die sacrament mit geburlicher fursichtigkeit zu reichen und niemant absolvirn, der nicht besserung seines lebens zugesagt. Und so es inen moglich, Šsollen sie die ungehorsamen, welche in offentlicher schand beharren, dem verordenten kirchengericht oder sonst der oberkeit antzeigen. Die pfarhern sollen jerlich einmal ir volck, besondern die ungelerten und ungeubten, verhorn vom glauben und soll solchs in der kirchen gescheen. Disses kann auch niemants weigern, dan wir sint alle schuldig, unsern glauben zu bekennen, besondern bei christlichen gelerten und getreuen seelsorgern, wan sie solchs von ampts wegen von uns fordern. Do soll auch der pfarner idem noch gelegenheit seines alters und standts vernunftiglich und ernstlich vermanen, sich geburlich zu halten, und die ungelerten underweisen vom glauben, sitten und sacramenten.

    Domit auch das volck mit gutem gewissen und guter zuversicht zu Gott das sacrament des leibs und bluets entpfahen kan, solt billich den gewissen derjenigen geholfen werden, welche der ersten kirchen brauch wissen, des man dem volck das gantz sacrament gereicht, und begern, sich demselbigen gemees tzu halten. Disse regel solt hie pillich bedacht werden, das niemant in boessem gewissen Got anruffen kann, dann es ist fluchtig vor Gott und lest sich Christum nicht zu im fhuren. Domit nu Gott moge gehort werden kund der seelen heil gefordert werde–k, so seint alle regenten schuldig, zum hochsten zu verhuten, das rechte gewissen nicht verwundet werden. Disses sacrament ist dartzu verordnet, glauben zu erwecken und trost tzu pringen und uns zu dancksagung tzu vermanen. Wo nu das gewissen verwunt pleibt, kan es den trost nicht annemen, kan auch nicht dancksagen. Disse heimliche wunden der gewissen solten furnemlich die regenten der kirchen kennen und verstehen. Darumb solt das unrecht verbott des kilchs abgethonn werden.

    Der allergrossest und gemeinstl misbrauch ist, das kein kirchengericht von der lhar und von den sitten der priester und des volcks gehalten wirt. Die bäpst haben in vill hundert jar kein concilium umb der lhar willen gehalten, lassens auch itzund nit zu rechter, pillicher verhor khommen. Die bischoff haben officialn in steten sitzen, ehesachen zu verhoren und uff etzliche geringe ceremonien tzu sehen. Disse officialn sindt ungelerte, leichtfertige leuth, suchen allein gelt und versthen ir eigen ampt nicht, konnens auch nicht ausrichten.

    Wir konnen der kirchen elend ane schmertzen nicht gedencken. Teutsche nation hat vill, die den bischofflichen nhamen und titel tragen, aber keinen bischoff haben wir, des [sic!] das ampt ausrichtet. Dann nochdem vier stuck sindt des bischofflichen ampts, nemlich das erst leren und die andern lehrer underweisen und leithen, das ander priester ordiniren und die ordinanden vleissig verhoren, das drit kirchengericht haltn, das viert die kirchen visitirn und aufsehen, das sie recht bestelt und regirt werden, so behalten unsere bischoff in Deutschland von dissem allen nur ein schatten und blosse ceremonien des einigen stucks, nemlich der ordinationn, welche sie halten one notige verhör und underweisung, und seint darneben weltliche fursten, welches doch wir Šnit weren. Domit aber dennocht die kirchen versorgt werden, ist not, uff weg zu bedencken, das etzliche unverhinderte personen, sich ernstlich der kirchen regirung annemen. Und wie droben gesagt, das in idem bisthumb etzliche gewisse, gelerte, ehrliche personn zu der ordination und verhör der ordinanden zu bestellen, also solten dieselben oder etlich mehr personen zum kirchengericht und visitation verordnet sein, das also das bischofflich ampt ein rechten verweser hett, nemlich ein furnemen, gelerten, vleissigen regenten oder disse antzall der richter als verwalter, denn der kirchen hohe notturft ist, die ordination mit solchem ernst halten, das dobei die ordinanden vleissig verhort und underwisen werden und das es nicht allein ein blosse ceremonia sey.

    Weither ist not, das man hab kirchengericht von der lhär und solche vorgenger, darnach sich die andern lehrer richten und form und weiß zu lehren von inen nemen. Man bedarf auch das gericht zu den ehesachen und erhaltung eines ernstlichen, christlichen banns. Dissen bischofflichen verwalter oder disses kirchengerichts soll der herr, so den bischofflichen titel furet, schutzen und hanthaben. Wann nu die stift gottsforchtige, gelerte, verstendige und geubte canonicos hetten, so wer das bequembts, auß denselben solche richter zu machen. Doch solten etzliche ehrliche und gelerte leyen zu inen gewelet werden und noch grosse der bisthumb solten der gericht mehr oder weniger sein, doch uber andern einsm das furnembst, mit furtrefflichen leuthen bestelt, das als stathalter des bischoffs zu halten und des bischoffs ampt mit ernst furen. Zu solchem gerycht musten besoldungen auß etzlichen prebenden oder stiften verordnet werden, auch sindt die reichen cloister zu solchen rechten kirchennoturft furnemlich antzuwenden, dann, solche grosse mennich unnutzer leuth in stiften und cloistern mit nachteil anderer notiger kirchendinst zu erhalten, ist unbillich und widder gotlich recht und widder di alten und gemeiner concilien canones.

    Menniglich weiß, das bei den officialn leicht tzu keuffen ist. Sie nemen gelt und gestatten ehebruch und anders untugent. Disse grosse leichtfertigkeit gebt ursach zu sundigen. Darumb ist not, des ein rechter ernst ertzeigt werde in kirchengerichten und in geburlichen straffen. Und ist ehrlich, disses zu erhalten. Weltlichn oberkeiten soll ir ampt mito ernst ausrichten und, wie sie procedirt in peinlichen sachen widder die leyen in dipstaln, dotschlag, eebruch, also gleicherweise soll sie, di priester zu straffen, macht haben und straffen, so solcher mishandlung uberwisen werden als ehebruch und ander untzucht, dipstals, dotschlags etc. Und soll die weltlich oberkeit vleissig vermanet werden, in irem ampt nicht faul zu sein, dann dissem standt ist von Got bevolhen, zucht zu erhalten und zu schutzen, wie Paulus spricht, oberkeit soll gutt werck ehren und den bosen schrecklich sein.

    ŠNu ist nicht ein geringe ursach vieler untugent dieses, das die official die straff des ehebruchs zu sich getzogen und also ursach geben, das weltliche oberkheit nichts dartzu gethon. Dagegen aber soll weltliche oberkheit wissen, das ir Gott bevolhen, alle untugent und schandt mit leiblicher straff zu wehren. Darin soll sie rechten vleis, ernst und eifer ertzeigen.

    Daneben sol aber das kirchengericht auch sein ampt ausrichten. Und dieweil an vielen orten weltliche oberkheit auß alter und böser gewonheit loß ist in straff des ehebruchs, so solen die pfarner und das kirchengericht dester mer vleis und ernst ertzeigen in irem ampt und bevelch. Der pfarner soll diejhenigen, so in offentlichen sunden ligen, zu bösserung vermanen als ehebrecher, offentliche verechter christlicher religion, die Gott unehren mit fluchen und andere [sic!] dergleichen. So nun ein solicher nit bösserung anfahet, soll in der pfarner dem kirchengericht antzeigen. Dieselbigen sollen craft ires ampts die sach erkunden und den schuldigen verbannen und dieses ir urtheil der weltlichen oberkheit antzeigen.

    Und sollen diese gericht also bestelt sein mit einer bestimpten zal etlicher gelerter und gerechter menner, das nit jemandt auß haß oder anderer unbilicheit in beschwerunge gefiert werden. Es soll auch der pfarner nit allein one die richter oder one beisein etlicher ehrlicher mennern aus seiner kirchen jemant in den bann thun, denn kirchengericht heissen darumb also, das mehr leut denn ein person dabei sein sollen, wie auch Paulus bevolhen. Und dieweil die kirche scheuen hat vor aller tyranney, geburt sich in disen gerichten furnemlich tzu meiden, was zur tyranney geraten mocht.

    Dise richter sollen auch die kirchen zu gelegner zeit visitiern und besuchen und da sich erkunden von der pfarner und predicanten lehr, sollen muttwillige leut, die unrechte lehr ins volckh bringen, straffen und die unrechte lehr mit christlichen gründt verwerfen und verbietten. Sollen auch abgotterey und misbreuch, so furfallen, abthun alßp die götzen, datzu das volckh lauft etc. Sollen auch verschaffen, das die schulen recht bestellt und die jugent mit nutzlicher lehr und gutter ordnunge underwisen und in gütter zucht erhalden werde. Sollen auch fleiß thun, das man ein ufsehen habe uff die buchtruckher, denn mercklich daran gelegen, wöliche lehr und meynunge, die religion und sonst alles wesen belanget, den leuthen eingebildet wirdt durch schriften und bucher, die sie täglich und mit willen lesen. Und ist furnemlich zu verhueten, das man nit falsche lehr in der religion und schmeschriften trucken laß. Darumb soll die obrickeit in allen stetten ehrliche, gelerte, verstendige ufseher verordenen, an wolicher bewilligung nichts ans liecht bracht werde. Auch soll erkundung geschen von der pfarnern und der leyhen sitten. Und wo man befindet, das ein pfarner ein böse that begangen, soll ehr leiblichen straffen wie ein lay underworfen sein. Und bedenckhen wir, das derhalben dest weniger der priester umb ehebruch und ander unzucht zu verschönen, dieweil wir suchen Got zu Šlob und inen zur säligkheit, das inen der ehestandt nicht verbotten werde. Soll derwegen an ihnen untzucht mit leiblicher, harter straff gestrafft werden. Auch sollen die visitatores anhörn, wie es mit der kirchen einkhomen gehalden wirdt, und verschaffen, das den pfarnern und andern kirchendiennern und den schulmeistern ire besoldung treulich entricht werden.

    In schulen ist furnemlich der samen christlicher kirchen. Dartzu lerht man darin andere loblich kunsten, zu gutter regierung nutzlich. Und in suma, lobliche schuelen sindt der bronn alles sittigenq wesens in menschlichen leben und, so sye verfallen, muß grosse blindtheit volgen in der religion und andern nutzlichen kunsten, gesetzten und historien. Und volget ein grob, vihisch leben und wesen bey den leuthen. Darumb haben alle weyse regenten bedacht, das schulen zu erhalten und das sie ein gros liecht sindt des burgerlichen lebens.

    Vil mer soll man in der christenheit schuelen erhalden, das darin christliche lehr und andere kunsten fur und fur ausgebraittet werden, woliche die jugent anleiten, gottliche lehr ordenlich zu fassen, und sonst zu aller zucht und tugent dienlich seindt. Hierin soll uns auch bewegen die loblich gewonheit der kirchen Gottes von anfang her. Got hat bey dem tabernackhel, das er Moise zu bauen bevolhen, und darnach bey dem tempel ein grosse antzal leutten haben wollen, gleich ein schuel, da die jugent beyeinander hat studieren und Gottes gesetz, historien und andere nutzliche kunsten lernen mussen. Also ist Samuel in seiner jugent zum tabernackhel alß in ein universitet gesandt und ernach Elias, Eliseus, Johannis Baptista, Christus rhaben besondere schueler gehapt–r, dergleichen ernach die apostel, wie Ireneus schreybt von Johanne, das vil umb inen gewesen als schueler, die er underwisen, auch ausser der gemeinen predig. Von solicher gewonheit seint erstlich die stieft herkhomen und war sehr nutzlich, das soliche leut beyeinander waren, die zeugen sein konden, wöliche bucher von den aposteln entpfangen und was ir verstandt in hohen artickhlen gewesen. Von wegen diser ursach werden dieselbigen schueln und colegia oft angetzogen und wirdt dabei gepreiset die ordenlich succesio, davon man jetzundt vill redet, die gwalt dadurch zu bestettigen. Aber die alden haben sie groß geachtet derhalben, das dieselbigen versamlungen gewisse zeugen gewesen von buchern und der aposteln lehr und verstandt. Ernach aber alß die stift reich werden und die bischoff mit weltlicher regierung beladen worden, sind die studia bei innen gefallen und sint grosse krieg datzukomen und frembde volckher in Asien, Greciam und Italiam gefallen, das man auch sonst wenig studiert hat. Da seindt vil irthumb und superstitiones eingerissen. Ernach ist der monich theologia in die welt komen, die ist vermengt mit ungereumpter philosophia und heuchley. Disse theologia felt nun auch dahin.

    Darumb fordert die hohe notturft der christenheit, das die regenten ein insehen haben und verschaffen, daß widerumb in den schuelen und univer Šsiteten die christlich lehr rein und grundtlich gehandlet werde und das man die schuelen also bestelle und erhalt, das rechte, heilsame lehr bleiben und uf die nackomen [sic!] reichen moge. Und nachdem in idem landt vill pfarrkirchen sindt, ist not, arme schueler aus gestiftens elemosinen zu underhalten, wolichen ernach, so sie erwachsen und studirt haben, die pfaren zu bevelhen. Also hat mans in der kirchen vor tausent jarn gehalten mit uftziehung der armen schueler. Unser gegenthail clagt sehr uber uns, wir bleiben nicht bei alter gewonheit, so doch sie selb diejhenigen seindt, wöliche vil furnemer, alter ordenunge gebrochen haben, auch dieser nutzlichen weis der studia bey den kirchen zu uben, woliche von den propheten und aposteln herkhomen, gantz fallen lassen. Damit nun Gottes wort nicht verlesche, sollen alle regenten mit hohestem ernst verschaffen, das die schuelen recht bestellet und regiert werden, das man da zu den pfaren leuth auftziehe.

    Es bedurfen auch die universiteten zu diser zeyt zweyerley bösserung, nemblich in der lehr und sitten. Wie nu die lehr sein soll in theologia und andern kunsten, davon sollen die verstendigen und gelerten an jedem ort guete ordenunge machen, das die jugent nit allein zu weltlichen kunsten, sondern vor allen zu Gottes erkantnus und christlicher lehr gehalden werden. Item, das sie nutzliche kunsten lernen und rechte philosophi, nicht die unutze, verwickelt sophisterey, dadurch gutte ingenia verseumet, verwirret und verterbt werden. Doch, wie es mit den studien zu halden, ist an jedem ort durch die verstendigen zu ordenen.

    Aber die reformatio der zucht und sitten belangendt, kan man one hulf der oberkeit nicht fruchtbars außrichten, denn soll dem mutwillen im jungen volckh gesteuret werden, so muß es widerumb in ein forcht gebracht werden durch ernstliche straff, kerckher, steupen und dergleichen, den die jugent diser zeit ist so wild worden, das sie sich mit worten allein und gebotten allein nit wil regieren lassen. Darumb muß man uff ein andere weiß gedenckhen, das die jugent in ein eingetzogner, stiller, zichtiger wesen gebracht werde, das sie auch zu gottesforcht mit betten, predig hören und dergleichen christlichen ubungen gewehnet werde.

    Zu diesen dreyen, nemblich zu bestellung der pfarren, der gericht und schuelen bedarf man gestifter zins und einkhomen. Soliche hat man auch durch Gottest gab reichlich, so mans mitu recht anwenden will, denn diser weg ist leicht zu finden, das der adel in stiften das grosser theil des einkomens gebrauch und dennoch daneben noch etlich stieft und clöster zu bemelter bestellung gewandt werden, nemblich zu bösserung der pfarren, vzu underhaltung der personen-v, so zu den gerichten und visitation solten verordnet werden; item, zu den schulen, da man nit allein den regenten besoldung geben, sondern auch ein Šantzall armer knaben, so da in christenlicher lehr ufftzutziehen, erhalden muß. Zu dissem brauch solt man die reichen cloister wenden, darin itzund solche grosse menig mussiger und unnutzer leudt den pfarnen und armen schulern das brodt vor dem mundt hinwegnimpt, und wer besser, solch cloisterleben gantz abthun, denn das christenliche pfarner mit iren fromenw weib und kinder und vleissige schueller hunger leiden mussen oder die kirchen ledig und wuest sehenx one seelsorger oder die studia undergehen. Dieweil Christus sprycht: ‚Dem arbeiter geburt sein lon‘ und Paulus: ‚Kein kriegsman kan reisen one soldt‘, ist offentlich, das es Gottes gebott ist, zu der kirchen bestellung, lehren und schuelern besoldung und hilf nach gelegenheit zu verschaffen. Auß diser ursach haben christenliche konige und fursten den kirchen die grossen gutter zu solichem brauch geben. Nue ist unbilich, das unnutze person dieselbigen vertzeren und das nottige dienst unbestellet beleiben. Dises ist durch der hohen regenten radt und zuthun zu andern.

    Aber von der junckhfraucloster ist in alle wege gut, die schwache, weibliche natur von den gelobten ledig machen, denn die regenten sollen dise regel alle tzeit vor augen haben, das sie rechte gottesanruffung nicht verhindern sollen. Nun kan man Gott mit bosem gewissen nit anruffen, sollen auch die selen nicht von Gott in ewige verdamnus reissen. Dieweil dann sehr vill in solicher schwacheit bose gewissen haben, sollen billich die gelubden abgethon werden. Und solte doch den armen junckhfrauen vom adel von diser closter einkhomen geholfen werden, also das jerlich etlichen junckhfrauen ein gelt verordtnet wurde und die gutter derhalben treulich bestellet. Denn das in feldtclostern, in dorfern oder, do nicht vil leuth wonen, jungfrauen bleiben solten, ist nicht zu rathen. Wil man aber etlich junckhfraucloster in jungfrauschuelen verwandlen, das were in stetten zu thun, da ein ehrlich regiment ist und da erlichen, gottfurchtige matron die jugent regierten. Und were wol zu wunschen, das soliche ehrliche junckhfrauschuelen one gelubden angericht wurden, darin edle und andere junckhfrauen lesen lernten und in christenlicher lehr, christenlichen ubungen und zu gutten sitten uffgetzogen wurden. Und möchten gleichwol, so sie erwachsen, raußgehen und ehrlich und christenlich freien. Solche schulen weren ein nachvolgung der alden, loblichen gewonheyt, da bey dem tabernackhel und Gottes hauß zu Jerusalem ehrliche matron die jungen jungfrauen uftzogen und underwissen in Gottes dienst, wie die prophetiny Anna und Elisabet, die mutter Johannis Baptista, da gewesen, zu wolicher Maria, ir lehr zu horn, gekomen. Got, der vatter unsers herrn Christi, der im ein kirchen erwölet, darin er ewigclich gepreiset werde, wolle sie reinigen, regieren, mehren und schutzen. Amen.

    « Nr. Š143 Gegendarstellung der protestantischen Theologen zu Kard. Contarinis Stellungnahme zum Regensburger Buch und zum Kolloquiumsergebnis sowie zu seiner Reformadmonitio – Regensburg, [1541 Juli 14]1 »

    A  Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 78, fol. 123r–124r (Kop.); marg. AV fol. 123r:Responsio ad scriptum cardinalis Contareni, 15. Iulii anno 1541, Ratisbonae etc.

    B  koll. Hannover NLA, Celle 1 Nr. 20 II, fol. 255r–256r (Kop.); ÜS fol. 255r: Reprehensio ad scriptum publicatum a cardinale Contareno.

    C  koll. Stettin AP, AKS I/111, pag. 309–314 (Kop.); ÜS pag. 309: Responsio ad scriptum publicatum a cardinale Conthareno; AV pag. 309: 16. Julij.

    D  koll. Nürnberg StA, Ansbacher Religionsakten 23, fol. 249r–250r (Kop.); ÜS fol. 249r: Responsio ad scriptum publicatum a cardinale Contareno.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 219 , S. 671–673;Walch, Bd. 17, Nr. 1388, Sp. 736–738 (unter dem irrigen Datum: 1541 Juli 20);Corp. Reform. IV, Nr. 2324, Sp. 559–561 (unter dem irrigen Datum: 1541 Juli 20).

    Cum intellexissemus huic conventui interfuturum esse cardinalem Contarenum, bona in spe eramus authoritatem eum suam non solum ad concordiam constituendam, ased etiam ad veritatem propagandam–a atque illustrandam collaturum esse. Propria estb viri docti et sapientis haec animi magnitudo et libertas, ut, quod probat, praesertim in ecclesia proferri sinat, sed ipsius censura de libro et nostris articulis, quam legimus his diebus propositam, non respondet expectationi nostrae.

    Laedimur ab eo iniquo praeiudicio, cum quidem videat nos nihil absurde sentire, nihil profiteri, quod pugnetc cum sanis iudiciis piorum et doctorum in ecclesia Christi, imo locos aliquos doctrinae Christianae in nostris ecclesiis pie et utiliter illustratos esse, et tamen edidit censuram, in qua ait nos a communi consensu catholicae ecclesiae dissentire. Iubet etiam in altera pagella episcopos advigilare, ut genus doctrinae, quod profitemur, deleant. Haec cum publice proposita sint, dissimulari a nobis non poterant, ne tacite probare eius iudicium videremur. Ideo veniam nobis dari petimus, quod hanc responsionem vere et modeste scriptam iniustae ipsius censurae opponimus.

    Fatemur enim a nostris quosdam errores reprehensos esse late vagatos ante haec tempora in ecclesia. Sed iniuriam facit ecclesiae Christi, si quis eos errores vocat consensum catholicae ecclesiae. Persuasiones humanae sparsae in ecclesia Šcontra evangelium, etiamsi diuturnitas temporis magnorum hominum et multitudinis exempla autoritatem eis addiderunt, tamen non sunt ecclesiae catholicae consensus, qui consistit in propheticis et apostolicis scriptis et sententia per apostolos probatis testimoniis tradita. Hunc consensum nos amplectimur et defendimus nec ab eo unquamd discessurie sumus.

    Scit Contarenus, qui sint ecclesiae nervif, quanta coenae domini in missis prophanatio, quantum vitii in invocatione divorum, quanta labes in coelibatu Romano, quanta inscitia in populo, qui non recte docetur de poenitentia, de beneficiis Christi, de fide seu fiducia accipiente condonationem propter Christum. Videt non solum monasteria, sed ispos etiam canonum recentium libros plenos esse superstitionum. Videt theologiam monachorum dilutam esse et veteri in multis locis dissimilem. In his abusibus fatemur nos a multitudinis iudiciis dissentire, quae ne ipsum quidem probare arbitramur. Id autem non est discedere a consensu catholicae ecclesiae, quare id crimen obiicere nobis desinatg. Et quod addit in ea pagella non desperari concordiam, sciat nos non recepturosh errores, quos taxamus et quosi ipsi non solum decretis, sed nova asperitate, quae non decetj ecclesiam, defendunt.

    Constat enim multos honestos homines et quidem in his aliquot doctrina praestantes interfectos esse tantum propter piae doctrinae confessionem. Ac quid in altera pagella nunc quoque aitk Contarenus aliud, [quam] ut confirmet hanc saevitiam, cum iubet episcopos cavere, ne labes, quae grassatur per Germaniam, irrepat in dioceses, et praecipit, ut medicinam adhibeant. Quam? Usitatam videlicet: sectiones, usturas, neces. Haec remedia nova sunt ecclesiael et praesertim huic nationi parum apta, deinde non ab eo virom probanda, qui pacis et concordiae autor perhiberi vultn. Facile retinerent episcopi authoritatem, si emendatis quibusdam abusibus consulerent piorum conscientiis. Id saepe testati sumus et hanc ad concordiam viam esse iudicamus, praesertim in ecclesia, in qua lucere veritas debet et eminere gubernatorum mansuetudo.

    Haec eo recensuimus, ne dissimulatione nostra Contareni scripta probare videamur, et hortamur omnes, ne talibus praeiudiciis assentiantur, sed nostra dogmata conferant ad evangelium traditum in scriptis apostolicis et primae ecclesiae exempla.

    « Nr. Š144 Vorschläge für die abschließende Beschlussfassung des Regensburger Reichstages – [Regensburg, 1541 ca. Mitte Juli] »

    Rom AVat, Armadio LXIV, vol. 3, fol. 119r–121v (Kop.).

    Ausz.: NB I,7, Beilagen Nr. 3, S. 515–517.

    In causa religionis potest sacra caesarea et catholica Mtas propositum suum fundare, ut resolutio huius dietae concludatur, quatenus recessus Augustensis in pristino robore ac vigore permaneat, sicuti per electores, principes ac status Imperii conscriptus ac sigillatus, postea vero in novissimis Ratisponensibus comitiis1 approbatus, ratificatus ac superiori anno in congregatione Haganovensi praesente electore Coloniense ac Palatino atque aliis ecclesiasticis ac saecularibus principibus eorumque oratoribus repetitus et confirmatus, deinceps autem in colloquio Vormatiensi atque in praesenti dieta reservatus est, utque idem recessus a catholicis statibus eorumque subditis bona fide observetur, nam nisi id fieret, indubitata certe seditio ac deploranda Germanorum caedes esset subsecutura, Catholicorum etenim subditi omni procul dubio ab eorum superioritatibus deficerent, quibus Protestantes omne auxilium subministrarent. Atque haec unica est causa, cur ipsi antedictum Augustensem recessum labefactatum iri maxime cupiant, si quidem pro explorato habent multitudinem populi contra superiores arma capturam atque ad eos defecturam in communem tandem aeque ipsorum ac nostrorum omnium perniciem.

    Item, ne status catholici vel publice vel privatim perturbentur sive ab eiusdem recessus observatione vi detorqueantur, maxime videretur necessarium, ut caesarea Mtas eniteretur foedus catholicum, non offensive, sed defensive tantum, corroborare atque amplificare.

    Si autem omnes electores catholici atque alii principes tam ecclesiatici quam saeculares, atque ii praecipue, qui memoratum recessum approbarunt et in eo adhuc comprehensi sunt, ad dictum foedus ultro ineundum induci non possent, quod eo tunc cum Maguntino, Treverensi, Coloniensi, Bambergensi, Herbipolensi, Eistettensi atque Augustensi privatim tractetur, ut bonis aliquibus modis ac persuasionibus in praefatum foedus eliciantur, sin minus, quod tunc caesarea Mtas expresse praecipiat, quatenus pro conservatione Augustensis recessus per ipsos totiens approbati antedictum foedus ingrediantur, quemadmodum per divos olim Federicum ac Maximilianum Caesarem in casibus longe minoris importantiae ididem factum est atque a summo pontifice erga episcopos pro fide praesertim Jesus Christi, salvatoris nostri, retinenda iuremerito fieri potest.

    Quodsi antedicti electores atque episcopi dicerent se cum aliquibus Protestantibus haereditaria foedera sive intelligentias speciatim habere, hoc tamen huic negocio nequaquam obesse potest, stantibus etiam eiuscemodi privatis foederibus, quandoquidem verum est dignumque ac iustum, ut eiuscemodi pactiones contra summum pontificem atque imperatorem minime obligent nec Šullius omnino sint efficaciae. Ad hoc etiam quod causa haec immediate honorem summi Dei ac sacrosanctam fidem nostram concernit, in cuius praeudicium nemo Christi fidelium se obligare vel potest vel debet; unde eiusdem generis foedera prorsus irrita ac nullius momenti existerent. Proinde manifestum est ab antiquis scilicet temporibus in nostram usque aetatem morem hunc apud Germanos persancte esse observatum, quod in omnibus foederum pactionibus Romanus pontifex atque imperator verbis expressis excepti sunt, in cuius exemplum hoc in medium adduci potest, quod Saxoniae ac Brandeburgiae electoribus et landgravio Hassiae vetus quoddam foedus, quod fraternum vocant, intercedebat, in quo pontifex ac Caesar excepti erant, verum iniqua hac vigente temporis conditione mutuam quandam unionem nuper iniverunt in eaque expresse declararunt pontificem videlicet esse minime exceptum, alioquin vero, ut dicta unio in omnibus ac singulis articulis valida permanere deberet.

    Item, quod iudicium camerae pristino in statu permaneret una cum personis, quae illud hucusque administrarunt.

    Item, quoniam pluribus de causis caesareae Mtis ac Catholicorum mens ab omnis belli motu ac seditione hoc potissimum tempore est alienissima, consultum idcirco videtur quiete Germaniae, ut Mtas sua ex semetipsa pacificas inducias cum Protestantium parte conficere velit infrascriptis modis:

    Primo, quod iidem Protestantes ob causam religionis usque ad proximum universale concilium christianorum, quod brevi indici ac celebrari debeat, quod si forte celebrari non posset, saltem usque ad nationale concilium nullo quovis pacto offendi, armis invadi sive opprimi debeant.

    Secundo, ut induciae Nurembergae initae prorogentur ac denuo renoverentur, praecipue vero declaretur, quae nam causae vel religionis vel extra religionem intelligantur atque haec declaratio si omni ex parte in praesentiarum fieri non posset, quatenus eo tunc huiusce articuli diliquidatio caesareae Mti atque in eius absentia serenissimo Romanorum regi reservaretur.

    Tertio, ut Protestantes nihil extra viam iuris vel de facto adversus Catholicos seu ecclesiasticos sive seculares eorum bona attemptare neu quenquam ex ipsis Catholicis illorumne adhaerentibus ad se pertrahere vel recipere debeant.

    Quarto, ut Protestantes, maxime autem civitatum magistratus omnibus ecclesiasticis, qui ab eis discedere coacti sunt, quoscunque ipsorum redditus ac proventus, quotquot in Protestantium locis, oppidis ac dominiis existunt, libere ac citra omnem contradictionem sive impedimentum persolvi faciant. Qui si a Protestantibus retinerentur ut eo tunc Catholici possint illos hac de causa coram iudicio camerae convenire, quod plenam habere debeat facultatem de hoc libere ad diffinitive decernendi.

    Quinto, ut Protestantes eo interim ecclesias, cathedrales, monasteria, abbatias atque alia cuiuscunque generis templa nequaquam destrui vel desolari, verum omni ex parte illesa permittant.

    Sexto, quum nonnulli ecclesiastici ex Protestantium dictionibus discesserint, quidam vero ab eorum ordinariis ecclesiis atque ordinibus ad Protestantium Š[sic!] defecerint, quod propterea Protestantes occasione eiusdem generis apostatarum catholicis ecclesiasticis eorum proventus nullatenus retinere debeant. Verum ut iidem apostatae mediocriter ali possint, [ea?] propter debent episcopi, decani, praelati, capitula ac ministri ecclesiarum ac monasteriorum cum praefatis apostatis convenire quonam pacto mediocrem in modum durante tantum eorum vita interteneri valeant quodque ad conventionem hanc perficiendam a Catholicis ac Protestantibus pari utrinque numero personae deputentur, quae si rem componere non possent, eo tunc arbiter unus per ambas partes deligatur, cuius iudicio hinc inde stare teneantur. Sacra caesarea Mtas potest super huiusce articuli tenore firmiter persistere, quandoquidem hac de re inter se dissident Protestantes. Ad hoc etiam quod vigore Ratisponensis recessus atque a maiori parte Protestantium assensum est, ut unicuique restituatur quod suum est.

    Septimo, ut publica pax bona fide observetur, debent tam Catholici quam Protestantes in ipsorum iurisdictionibus expresse praecipere in effectuque efficere, ne in posterum libelli famosi atque aliae odiosae scripturae utrorumque religionem disputationes aut colloquia seu tale quidpiam concernentes ullibi locorum scribantur, imprimantur, legantur, vendantur, emantur aut alio quovismodo in lucem edantur sub gravi aliqua poena bonorum ac personarum, quandoquidem experientia satis superque edocuit, quantum erroris, incommodi, dissidii ac bellici motus ex pestiferis eiuscemodi scripturis hactenus exortum est atque in posterum exoriri posset.

    Octavo, cum acris contentio electori Saxoniae, duci Braunschwicensi et landgravio Hassiae intercedens multis ex causis facilem praebere possit occasionem magni belli excitandi, cui maior Germaniae pars immisceri posset, idcirco debet caesarea Mtas iis tribus principibus praecipere, ut unaquaeque pars ab eiuscemodi famosis detestandisque scripturis sive per se sive per alios edendi atque ab omni via facti utrinque penitus abstineat. Si quid autem actionis unus erga alium aut occasione huiuscemodi scripturarum aut quavis alia de causa habere praetendat, ut id coram caesarea Mte vel serenissimo Romanorum rege aut iudicio camerae de iure decidatur utque hoc suae Mti a praedictis tribus principibus vel verbo vel scripto promittatur.

    Videtur praeterea communi negocio maxime accommodatum, ut sacra caesarea Mtas super colloquentium scripturas ulterius non procedat, verum silentio pertransiens tantummodo pronunciari iubeat, quavis scilicet omni cura ac diligentia ob rem christianam cum Protestantibus componendam a Mte sua elaboratum sit, haudquaquam tamen concordari potuisse, quare Mtas sua cum catholicis electoribus, principibus et statibus concordaverit uti subsequitur. Porro, quod ad Protestantes attinet, infrascripto modo tractatum sit.

    «Nr. Š145 Zweite Erklärung Kard. Contarinis zum Kolloquiumsergebnis – Regensburg, [1541 Juli 16]1 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 330r; eighd. Unterschrift.

    B  koll. Berlin GStAPK, I. HA Rep. 10 Nr. B 2 Fasz. B, fol. 59r (Kop.); marg. AV fol. 59r: 18. Julij.

    C  koll. Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 351r–351v (Kop.).

    D  koll. Straßburg AM, AA 496, fol. 86r–86v (Kop.).

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 223 , S. 688;Walch, Bd. 17, Nr. 1389, Sp. 739 (dt. Übersetzung);Corp. Reform. IV, Nr. 2320, Sp. 554–555. [unter dem Datum: 1541 Juli 19];Quirini, Bd. III, S. XIX-XX.

    Nos Gaspar miseratione divina tituli sancti Apolinaris sanctae romanae ecclesiae presbiter cardinalis Contarenus, sanctissimi domini nostri papae et sanctae sedis apostolicae in partibus Germaniae de latere legatus, postquam scripturam [sic!]nostram [sic!]a, quam nuper in negotio religionis super tractatu colloquutorum a caesarea maiestate in eadem religionis causa deputatorum eidem caesareae maiestati obtulimus, variam a principus et statibus imperii interpretationem fieri intelleximus, quibusdam ita interpretantibus quasi quosdam articulos, bquos quidam–bconcordatos esse contendunt, acceptandosc et usque ad futurum concilium tollerandos et ab omnibus servandos esse voluerimusd, aliis contra putantibus nos totum hunc colloquutorum tractatum omniaque quae in ipso acta et quomodocunque disputata sunt, ad decisionem summi pontificis et apostolicae sedis in concilio generali etc. remisisse, nos, ne ulla in hac partee dubitatio relinquatur, sed ut mens et voluntas nostra clare intelligatur, sic mentem voluntatemque nostram declaramus nihil in hoc toto negotio per praedictam nostram scripturam quacunque ratione decidere, aut [quod] aliqui articuli praedicti tractatus acceptentur aut usque ad futurum concilium tolerentur vel serventur, diffinire voluisse sicut nec adhuc quidem decidimus aut diffinimus, sed tractatum praedictum totum omnesque eiusdem articulos summo pontifici et apostolicae sedi in concilio generali vel alio modo, ut in scriptura diximus etc., Šdiffiniendum2 remisimus, quemadmodum et adhuc remittimus, quam quidem sententiam nostram, ut antea caesareae maiestati ore declaravimus, ita nunc hoc scripto testamur et confirmamusf,3.

    «Nr.146 Stellungnahme der Kurfürstenratsmehrheit (Köln, Pfalz, Brandenburg) zur kaiserlichen Vorlage vom 12. Juli 1541 – Regensburg, 1541 Juli 171 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 319r–325r (Konz.).

    B  koll. Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); DV v. a. Hd.: Der churfursten antwort, den abschidt belangen. Praesentatum 17. Julij.

    C  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 106r–111v (Kop.); DV fol. 111v: Der churfursten und der abwesenden potschaften antwurt auf ksl. Mt. jungste schrift, in welher gemelt wirt, darauf den abschid ze stellen. Actum 16. Julij anno 41.

    D  koll. Duisburg LAV NRW R, Jülich-Berg II 2271, fol. 382r–386r (Kop.); AV fol. 382r: Gelesen am 16. Julij 1541.

    Druck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 220 , S. 674–678;Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. III, Nr.127, S. 395–399;Walch, Bd. 17, Nr. 1390, Sp. 740–741;Corp. Reform. IV, Nr. 2313, Sp. 524–526.

    ŠDer röm. ksl. Mt., unsers allergnedigsten herren, gnedigsten bericht [Nr. 135], welchergestalt ir ksl. Mt. uff underthenigst ansuchen und bit gemeiner stend dem bebstlichen legaten alle handlung der verordenten colloquutorn communicirt, sein gutbeduncken daruff zu vernemen, haben die churfursten und der abwesenden botschaften mit des bebstlichen legaten gegeben antwort [Nr. 133] neben anderm, so die ksl. Mt. gmeinen stenden gnediglich anzeigen lassen, zu dem abschidt ditz reichstags dinlich, in aller underthenigkeit angehort und wissen sich anfenglich wol zu erinnern, was getreuen, gnedigen und ungesparten fleys ir ksl. Mt. nun etlich jar her ußa keiserlichem, vatterlichem gemut, bauch gnediger lieb und zuneigung, so sie zu der teutschen nation tragen–b, zu mer malen und in vil weg furgewendt hat, den zwispalt unser heiligen relligion zu christenlicher einigkeit und vergleichung zu bringen und im hl. reich frid und ruhe zu pflantzen und zu erhalten, welchs gnedigen und getreuen fleys di churfursten und der abwesenden botschaften irer Mt. underthenigsten danck sagen, mit erbietung, umb ir ksl. Mt. allzeit undertheniglich zu verdienen.

    Und haben ferrer ir Mt. gnedige schrift ersehen, erwegen und beratschlagt und, was anfenglich der colloquenten handlung, der strittigen relligion halben gepflegen, betrifft, fur nutz und gut erwegen und inen gefallen lassen, die puncten und artickel, der sich bemelte colloquenten beiderseits verglichen haben, also fur gut zu halten und es dabei bleiben zu lassen bis zu einem gmeinen, freyen, christenlichen concilio oder einer nationalversamlung, ordenlicherweiß zu beruffen, oder, so dero keins zu erhalten, bis zu einem kunftigen reichstagc, der hoffnung, solhs soll zu verhuetung ferrern unrats und zwispaltsd, auch entlicher vergleichung eder obgemelten und ubrigen–e strittigen puncten dinlich und erschießlich sein2. Wo auch, derselben strittigen puncten noch etlich zu erledigen und zu vergleichen, hoffnung were, wolten die churfursten und der abwesenden botschaften die ksl. Mt. in aller underthenigkeit gebetten haben, in solhem gnedige mittel und weg auch zu suchen und furzunemen. Im fall aber, das solhs diser zeit nit moglich noch zu erheben, so bitten die churfursten und der abwesenden botschaften die ksl. Mt. abermals gehorsamlich, ir ksl. Mt. welle irem gnedigsten erbieten nach, des di churfursten und der abwesenden botschaften ir ksl. Mt. billich undertheniglich danckbar sein, mit der bebstlichen Hlt. handlen und getreues fleiß furdern, zu erorterung und vergleichung fder obgemelten und–f uberigen unerledigten puncten ein gmein, frei, christenlich Šconcilium an ein gelegen malstat in teutscher nation zum allerfurderlichsten außzuschreiben und unverzuglich zu halten, auch andre christenliche konig und potentaten zu ersuchen, uf solhem concilio durch sich selbs oder ander geschickte, erfarne, fromme und gelerte personen und theologen zu erscheineng.

    Wo aber sollich concilium uß ehaften verhinderungen sein furgang nit erreichen mocht, welhs sich die churfursten und der abwesenden botschaften uff der röm. ksl. Mt., auch des bebstlichen legaten gnedigst vertrostung keinswegs, sonder vil mer versehen wellen, es werde zu erhaltung desselben durch ir ksl. Mt. aller moglicher fleiß furgewendt, daran dann di churfursten und der abwesenden botschaften nit zweiveln, alsdan mit der bepstlichen Hlt. zu handlen und zu furdern, der teutschen nation zu ruhe, wolfart und gutem ein nationalversamblung, ordenlicherweiß zu beruffen, zu bewilligen und furzunemen undh irer Hlt. legaten darzu gnediglich abzufertigen und zu schicken, damit in desselben gegenwertigkeit desto fruchtbarlicher gehandelt werden mag.

    Aber im fall, das solhe nationalversamblung auch nit zu erhalten were, das sich di churfursten und der abwesenden botschaften gar nit getrosten, so bitten sie die ksl. Mt. in aller underthenigkeit, ir ksl. Mt. wellen disen hochbeschwerlichen last teutscher nation zu gnedigem gemut furen und sich alsdan zum allerfurderlichsten widerumb in das hl. reich teutscher nation verfugen, einen gmeinen reichstag unverzuglich an gelegen malstat außschreiben, denselben eigner person besuchen und dem getreuen fleiß, so ir ksl. Mt. diser nation zu wolfart und gutem bisher gepraucht haben, gnediglich anhangen und mit rat Kff., Ff. und gmeiner stendt gnedige mittel und weg suchen und furnemen, damit der zwispalt unser heiligen relligion zuletzt zu christenlicher einigkeit und vergleichung gelangen und im hl. reich ruhe, friden und einigkeit gepflantzt und erhalten werden mocht, wie sich di churfursten und der abwesenden botschaften das und vil merer gnaden zu der ksl. Mt. undertheniglich versehen.

    Und wiewol di churfursten und der abwesenden botschaften uff der ksl. Mt. gnedigs begern den puncten fridens und rechtens vor etlichen tagen fur di handt genomen und beratschlagt, auch zum teil damit fertig gewest, so haben doch ir ksl. Mt. uß jungster antwort [Nr. 195], ir ksl. Mt. der ylenden turckenhilf halben gegeben, gnediglich vernomen, was ursachen ir Mt. solher ratschlag bisher nit eroffnet ist, ungezweivelt, ir ksl. Mt. werde di churfursten und der abwesenden botschaften gnediglich entschuldigt haben. Thun aber ir Mt. ir getreu wolmeynung und bedencken solher puncten halben hiebeneben in underthenigkeit schriftlich ubergeben [Nr. 147] iund bitten demnach in Šaller underthenigkeit, ir ksl. Mt. wollen sollichs besichtigen, disem und andern obligen des hl. reichs gnediglich außwarten und sich daruff mit gmeinen stenden vergleichen–i.

    Das ir ksl. Mt. gnediglich geneigt ist, ernstlich insehens zu haben, das mitlerweil alle neue bucher und schriften, die relligion belangend, desgleichen alle schmeheschriften, es sey der relligion oder anders halben, nit getruckt noch feilgehabt werden sollen, daran thun ir ksl. Mt. ein notwendig, gut, christenlich werck, welhs zu verhuetung vil unrats, widerwillen und ander weiterung dinlich ist. Und bitten di churfursten und der abwesenden botschaften undertheniglich, ir ksl. Mt. wellen sollichs bei schweren peenen und nemlich einer leibstraff ernstlich verbieten, welhe nit allein der auctor oder tichter, sonder auch der trucker und, wer solhe schriften und bucher kauft und verkauft, verwirckt haben, der auch nimands erlassen werden soll.

    Und nachdem zwischen etlichen hohen stenden im hl. reich etliche schriften hin und wider außgangen sein, daraus allerhandt unruhe zu besorgen, so bitten di churfursten und der abwesenden botschaften, ir ksl. Mt. wollen gnediglich insehens haben, damit solhe stendt zu hinlegung und erorterung irs mißverstands komen, damit jsolhe schriften hinfur furkomen und–j ruhe und frieden im hl. reich erhalten werden mocht.

    Den nurmbergischen fridstandt betreffendt, achten die churfursten und der abwesenden botschaften fur notwendigk, das durch die ksl. Mt. gnedige fursehung geschee, das ein yder bei seinen llanden, leuten–l, renten, zinsen, gulten und andern gutern, nichts außgenomen, geruiglich bleiben, di gebrauchen und niessen mog, unverhindert des andern teils, welhe ein yder dem andern auch ungehindert und ungespert volgen lassen soll. Darzu das keiner des andern stet oder underthanen der relligion moder anderer sachen–m halben an sich ziehen, annemen noch dieselben wider andernn schutzen, schirmen noch vertheidingen sollt in keinen wego, wie di ksl. Mt., solhem allem sonder zweivel gnedige und notwendige fursehung zu thun, fur sich selbs geneigt sein wurdet. Und dieweil bisher auß dem nurmbergischen fridtstandt allerhandt mißverstandt ervolgt und in zweivel gezogen, welhs relligionsachen seyn, so bedancken sich di churfursten und der abwesenden botschaften undertheniglich, das ir ksl. Mt., sich in solhem zu declariren, gnediglich geneigt ist, bitten auch ir Mt. gehorsamlich, sie wollen dem auch furderlich volziehung thun. Und das ir ksl. ŠMt. ir selbs undp irem brueder, dem röm. konig, oder ir einem, so im hl. reich teutscher nation gegenwurtig ist, weiter erclerung zu thun, vorbehalten, doch unbegeben des augspurgischen abschids, das lassen inen di churfursten und der abwesenden botschaften wolgefallen, achten auch solhs der kunftigen fell halben, darin zweivel entsteen mocht, fur nutz und notwendig.

    Was das keiserliche camergericht betrifft, achtenq di churfursten und der abwesenden botschaften rfur notwendig–r, das bemelt camergericht bei seiner auctoritet, gwalt und jurisdiction, wie solhs hievor mit rat und zuthuen gmeiner stendt verordent und uffgericht ist, bleiben und dabei gehandthabt, auch dem von allen stenden gehorsam geleist werden soll. Und wiewol den churfursten und der abwesenden botschaften uß beweglichen ursachen etwas beschwerlich, sich in die underhaltung gedachts camergerichts inzulassen, so wellen sie doch irer Mt. zu underthenigstem gefallen bewilligen, bemelt camergericht ssechs jar lang di nechsten–s zum halben teil zu underhalten, tdoch das die protestirenden vermocht werden, ir gepur zu erhaltung solhs halben teils auch zu erlegen, das auch gedachtem camergericht–t sein freyer, stracker laufu gelassen werde, wie sollichs des hl. reichs ordnung außweist und vermag, darzu, das in dem abschidt ditz reichstags ein jerliche visitation gedachts camergerichts verordent und darin die personen und zeit, durch welhe und wan solhe jerliche visitation gescheen soll, außgetruckt und benent werden, damit die mengel, so an den personen und an verhinderung des rechtlichen proceß sein mochten, durch der visitator fleissig, gepurlich inquisition notturftiglich erkhundigt und gmeinen stenden des hl. reichs zu nutz und wolfart abgestellt werden mogen. Darzu, das die verhinderung des sindicats, welhe bisanher furgefallen, erledigt und also fursehung geschee, damit sich ein yder desselben zu seiner notturft frei und unverhindert zu geprauchen hab, wie solhs uff hievor gehaltnem reichstag alhie auch fur gut angesehen worden ist. Aber den andern teil der underhaltung des keiserlichen camergerichts, desgleichen der camergerichtspersonen ausstendige besoldung etlicher quartal belangendt, bitten di churfursten und der abwesenden botschaften undertheniglich, ir ksl. Mt. wollen gmeine stendt damit nit beschweren, sonder diß ir underthenigst, gutwillig erbieten von inen gnediglich annemen, vdi underhaltung zum halben teil uff sich nemen und, den alten außstand gnediglich zu bezalen, verschaffen–v, in ansehung, das sie diser zeit mit andern obligen des hl. reichs beladen sein.

    Der eilenden turckenhilf halben haben die stendt ir ksl. Mt. ir meynung und bedencken vor wenig tagen undertheniglich eroffnet, der hoffnung, ir ksl. ŠMt. soll des gnediglich zufriden und gesettigt, so sein sie auch urbutig und in arbeit, di beharrliche hilf zu beratschlagen und zu bedencken und, so schirst sie entschlossen, der röm. ksl. Mt. iren ratschlag undertheniglich zu eroffnen und anzuzeigen.

    Was die montz und ringerung der anschleg belangt, achten di churfursten und der abwesenden botschaften, das solhe beide puncten nit fuglicher zu erledigen dann vermog des augspurgischen und regenspurgischen abschids uff einem sondern tag, des man sich ytzo alhie, gein Speir furzunemen, vergleichen und deshalben in dem abschid ditz tags versehung thun mocht, doch das di ksl. Mt. darzu ir statliche und ansehenliche commissare mit bevelh und gwalt gnediglich verordnen, desgleichen von irer Mt. nider erblandt wegen wetliche muntzverstendigen-w auch schicken, sich mit gmeinen stenden einer gleichmessigen montz zu vergleichen, wie ir ksl. Mt. solhs in jungstem regenspurgischem abschidt gnediglich bewilligt hat. Das haben di churfursten und der abwesenden botschaften der ksl. Mt. in underthenigster gehorsam anzaigen wellen, sich damit irer Mt. bevelhendt3.

    « Nr. Š147 Stellungnahme der Kurfürstenratsmehrheit1 (Köln, Pfalz, Brandenburg) zu Friede und Recht – Regensburg, 1541 Juli 172 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 326r–329r (Reinkonz.).

    B  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 112r–115v (Kop.); DV fol. 115v: Der Kff. und der abwesenden potschaften andere antwurt auf ksl. Mt. begerh ze raten, wie im reich frid und recht zu erhalten sei. Actum 16. Julij anno etc. 41.

    C  koll. München HStA, Kasten blau 271/1, fol. 174r–177r (Kop.); ÜS fol. 93v: Auch dabey die churfursten und der abwesenden potschaften den 16. Julij zwo schriftn ksl. Mt. auch uberantwort, die erst also lauttend mit 28 und di ander mit 29.

    D  koll. Duisburg LAV NRW R, Jülich-Berg II 2271, fol. 386v–388v (Kop.); AV fol. 386v: 16. Julij 1541 perlectum.

    Als die röm. ksl. Mt., unser allergnedigster her, in irer ksl. Mt. gnedigen proposition ditz reichstags volgendts durch Pfgf. Friderichen und zuletzt in schriften an Kff., Ff. und stend des hl. reichs und der abwesenden botschaften gnediglich begert hat, uff mittel und weg zu gedencken, wie im hl. reich fried und recht zu erhalten, und irer Mt. in solchem ir rathlich bedencken treulich anzuzeigen, damit dieser punct, so der hochwichtigsten und nottigsten einer wer, beratschlagt und erledigt werden mocht etc., haben die churfursten und der abwesenden botschaften der ksl. Mt. zu underthenigster gehorsam denselben fur die handt genomen, irs besten verstandts bedacht und erwegen und wissen sich undertheniglich zu erinnern, welchergestalt ir röm. ksl. Mt. in ingang irer regierung uff irem ersten reichstag, zu Wormbs gehalten, mit statlichem, zeitigem rath und bewilligung Kff., Ff. und gemeiner stendt, welche damals nit in geringer zall personlich zugegen gewest, einen gemeinen landfriden uffgerichtet, im hl. reich verkundt und zu halten vestiglich gebotten, wie auch ir ksl. Mt. damals zu furderung eins gleichmessigen rechten ein ordnung des keyserlichen camergerichts mit rath und zuthun gemelter stendt furgenomen, welche camergerichtsordnung auch volgendts von einem reichstag zu dem andern gebessert und geendert.

    Und wiewol die churfursten und der abwesenden botschaften bey inen darfur achten, das der aufgericht landfridt statlich und wol bedacht und, wo derselb seins inhalts volzogen, das er zu erhaltung gemeins fridens nit wol zu verbessern, wo auch vermog des camergerichts ordnung procedirt und gehandelt werden mocht, das sich daran ein jeder billich settigen lassen soll und wurd, so finden doch die churfursten und der abwesenden botschaften, das der gemein friden im Šhl. reich, aauch das keiserliche camergericht in vil weg verletzt und verhindert–a sein mocht, zudem das keyserliche camergericht, wie churfursten und der abwesenden botschaften anlangt, mit erfaren und gelerten personen vermog der ordnung so statlich nit versehen, wie solchs die hocheit ditz gerichts und gemeiner stend unvermeidlich notturft erfordert. Uber sollichs sollen auch an den gerichtlichen processen und furderung des rechten allerhandt mangel erschiennen, wie dan deshalben mer dan in einem weg clagen vor augen sein und angezaigt werden mogen.

    Dieweil nun die churfursten und der abwesenden botschaften bey inen wol ermessen mogen, wo die strittig religionsachen entlich verglichen, das dardurch fried und recht im hl. reich wieder in ordenlich wesen bracht und desto statlicher erhalten werden mocht, so bitten die churfursten und der abwesenden botschaften die ksl. Mt. in aller underthenigkheit, sie wollen uff mittel und weg gnediglich gedencken, welchergestalt solliche streittige relligionsachen entlich erortert und verglichen, auch die mißbreuch, so in der kirchen befunden werden mochten, geendert, gebessert und abgestelt werden mogen. So sein die churfursten und der abwesenden botschaften der guetten hoffnung, solchs soll nit allein zu erhaltung fridens und rechtens dienlich sein, sonder auch under gemeinen stenden einigkheit und guetten willen gepern.

    Wo dan mangel an des camergerichts personen, auch ainich verhinderung ordenlichs rechten und beschwerung der partheyen mit grundt erfunden, die kondten durch ein gepurliche, notwendige reformation und ordenliche visitation, durch ksl. Mt. und gemeine stend nach aller notturft zu verordnen und furzunemen, abgeschafft und also gleiche bund gut ordnung erhalten werden. Darzu zweiveln die churfursten und der abwesenden botschaften gar nit, die ksl. Mt. werd zu erhaltung fridens und rechtens stattliche und billiche execution und volstreckung, an welcher bißher der mangel gewest sein mag, gnediglich verfuegen und handhaben, auch dem ccamergericht und–c rechten sein freyen, stracken lauf lassen dergestalt, das niemandts ursach hab, sich einichs mangels fridens und rechtens im hl. reich zu beclagen.

    Die churfursten und der abwesenden botschaften achten auch fur notwendig zu bedencken und zu ratschlagen, wie das sindicat3, uff jungstem reichstag alhie beschlossen, welchs aber auß beweglichen ursachen zu keiner wurkung nie gelangt, in ordnung und wesen gebracht und erhalten werde, damit diejhenigen, so von dem keyserlichen camergericht beschwert zu sein vermeinen, sich desselben frey und unverhindert geprauchen mogen.

    ŠWo aber, die streittig relligionsachen uber furgewendten fleiß nit zu entlicher vergleichung zu bringen oder etlich puncten derselben zu erorterung eins generalconcilii oder nationalversamlung zu stellen, furfallen wurde, so bedencken die churfursten und der abwesenden botschaften vonnotten, das nichtsdestoweniger die unvermeidlich notturft erforder, im hl. reich frid und recht zu erhalten und zu handhaben, dergestalt, das ein jeder vermog des keyserlichen außgekundten landfriden bey dem seinen frey, unbeschwert und unbetrangt bleiben, auch gegen dem andern nach außweisung der camergerichtsordnung gepurlich, ordenlich recht und desselben execution und volstreckung erlangen mog.

    Wo dan die obgemelten mengel des keyserlichen camergerichts geendert und gebessert, dem rechten sein freyer, stracker lauf gelassen, auch der außgekundt landfriden und andere des hl. reichs ordnungen durch die ksl. Mt. gnediglich gehandthabt und dem rechten sein gepurliche execution verschafft wurde, wie sonder zweivel ir Mt. zu solchem allem gnediglich genaigt, so achten die churfursten und der abwesenden botschaften, es solt sich ein jeder an solchem frieden und rechten billich settigen und benuegen lassen. Daneben wollen sich churfursten und der abwesenden botschaften zu der ksl. Mt. undertheniglich versehen, ir Mt. werd der restitution halben auch so gnedig insehens haben, damit derselbigen abgeholfen und frid und recht im hl. reich erhalten werde. Des haben die churfursten und der abwesenden botschaften der ksl. Mt. uff ir gnedigs begern in undertheniger gehorsam nit verhalten wollen.

    «Nr.148 Minderheitsvotum der Kurfürsten von Mainz und Trier zur kaiserlichen Vorlage vom 12. Juli 1541 – Regensburg, [1541 Juli 17]1 »

    A  Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 333r–335r (Kop.).

    B  koll. Rom AVat, Armadio LXIV vol. 8, fol. 134r–136r (Kop.).

    Druck: Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. III, Nr.128, S. 399–401.

    Wiewol der röm. ksl. Mt., unserm allergnedigsten hern, uff ir Mt. jungste ubergeben schrift und gnedigen furschlag, auch der babstlichen Hlt. legaten resolution hieneben von wegen der churfursten ein schriftlich antwort und bedencken, so durch den merer theil beschlossen [Nr. 146], zugestelt worden, jedoch werden der Kard. und Ebf. zu Maintz etc. und des Ebf. zu Trier etc. gesandten rethe und botschaften getrungen, uber den puncten, belangend die artickel, so durch die verordneten colloquenten verglichen sein sollen, yr bedencken und notturft der ksl. Mt. in sonderheit underthenigst furzupringen, Šnamlich, das sie, die puncten, deren sich die colloquenten verglichen haben, also fur gut ze halten und es darbey bleiben zu lassen, zum wenigsten biß uff das nechstkunftig gemein concilium, nit willigen noch annemen kunden, dan erstlich befinden sie nit auß des bebstlichen legaten ubergebenen resolution, das er solcher artickel eynen oder mehr beliebt oder becreftiget, besunder sie alle der babstlichen Hlt., in einem gemeinen concilio oder durch andere gelegne weg zu erortern, heimgestelt habe. So vernemen sie auch auß ir ksl. Mt. ubergebnen schrift gar nit, das dieselbige ir ksl. Mt., solich angezogen, verglichene puncten fur guet zu halten, entschlossen seye. Darzu wissen sie sich auch selbst wol zu erinnern, das inen, in solchen unsers heiligen glaubens und religionssachen one der babstlichen Hlt., der ksl. Mt. und anderer christenlichen nationen bewilligung und zuthuen ainicherley von neuem zu willigen, setzen oder anzunemen, gantz beschwerlich sein und das sollich ir annemung und guethaltung in dem fall, das in den gedachten artickeln ichts irrigs und ungerechts oder der christenlichen kirchen lere und loblichem gebrauch ungemeß begriffen were, ein gar vergeblich, nichtige annemung und guthaltung sein wurde. Und sie seyen auch allberait von iren theologis und gelerten bericht worden und befinden es zum theil selbß, das der colloquenten schriften etlich unnottwendige und nit strittige artickel und dan etliche wort wieder den geprauch der christlichen kirchen und der heiligen vetter und (das noch meher ist) auch etzliche irrig und unzulessige lere und meinungen in sich halten, darumb auch under inen, den colloquenten, wol einer zu befinden, der solicher vergleichung nit gestendig, und ein anderer, der gleichwol anzeigt, etlich vil artickel verglichen sein, doch darbey auch bekent, das dieselben eim andern one bericht aines auß den verordenten colloquenten recht und, wie sie von den colloquutorn gemeint worden, zu versteen unmuglich seyen. Des alles halben wissen noch mogen bemelte der Kard. und Ebf. zu Meintz und des Ebf. zu Trier gesandten rethe solich angezogene, verglichene artickel, inmassen die gestelt, nit annemen, wie sie dan hieruber offentlich protestirt haben und, sollichs alles hiemit ir röm. ksl. Mt. underthenigster, getreuer wolmeinung anzuzeigen, irer unvermeidtlichen notturft nach nit underlassen kunden.

    Zum andern gibt der röm. ksl. Mt. obbemelter Kard. und Ebf. zu Meintz etc. auch underthenigst zu vernemen, das im fall, do ir ksl. Mt. den nurmbergische fridstandt wiederumb erstrecken wolte, gemeiner gehorsamen stend hohe notturft erforderte, das derselbig fridstandt mit der erclerung, maß und geding aufgericht wurde, wie deshalb in der fursten und stenden und der abwesenden botschaften hieneben ubergebenen, schriftlichen antwort nach der leng angezeigt und außgefurt wurdt, mit welchen er das auch einig ist.

    Alsdan aber neben obberurter der churfursten schriftlichen antwort in namen der churfursten und der abwesenden botschaften irer ksl. Mt. auch ein andere schrift, frid und recht betreffend, ubergeben ist [Nr. 147], darin an den orten, Šdaa des camergerichts ordnung gedacht wurdet, mit dem merern nit erhalten werden wollen, das zugleich auch des hl. reichs abschieden und gemeiner rechten daselbst meldung beschehe, dergleichen hat auch das meher nit zulassen wollen, das die ursachen der verletzung des landfridens und verhinderung des gestracken lauf des camergerichts in solcher schrift außgedruckt wurden, nemlich also, das der landtfrid von wegen der streittigen religion und auß andern ursachen in vil weg verletzt und demselben zuwiedergehandelt und das dem keyserlichen camergericht sein freyer stracker lauf verhindert ist. Und zum dritten hat auch das merer theil die ksl. Mt. bey dem puncten, da von vergleichung der religionsach und abschaffung der mißbreuch gesetzt und gebetten wurdt, nit alsobaldt auch undertheniglich ansuchen wollen, das dieselben uff mittel und weg gnediglich gedencken wolten, wie die entsetzten irer guetter wiederumb restituirt oder geburliche, rechtlichen außtrag irer forderung erlangen mogen. Hierumb und, damit nun bemelter Kard. und Ebf. zu Meintz etc. und obgedachts Ebf. zu Trier gesandten rethe von des hl. reichs abschieden und in sonderheit von dem, so jungst zu Augspurg uffgericht ist worden, nit abgefurt wurden und ir ksl. Mt. die ursachen des verletzten landfridens und verhinderts rechtens undertheniglich angezeigt und das diejhenigen, so des iren wieder recht entsetzt worden, desto furderlicher wiederumb restituirt werden mochten, so haben sie auch soliche schrift dieser mengel halben und one sollich ir erclärung nit annemen wollen, besunder sich auch irer meinung und willens gnugsam erclert und, dieselben ferner irer ksl. Mt. in underthenigkheit zu eroffnen, vorbehalten, wie sie dan hiemit auch undertheniglich thun und ir ksl. Mt. underthenigst bitten, die geruhe, solich ir erclerung und gethane protestationen zu keinen ungnaden und nit anderer gestalt, dan irer notturft nach beschehen sein, zu vermercken und demnach ir allergnedigster keyser und her zu sein und zu pleiben.

    «Nr.149 Stellungnahme der Fürstenratsmehrheit zur kaiserlichen Vorlage vom 12. Juli – Regensburg, 1541 Juli 171 »

    A  Wien HHStA, RK RTA 6, unfol. (Kop.); DV: Der catholischen fursten antwort, den abscheidt belangen, praes[entatum] 17. Julii.

    B  koll. Wien HHStA, MEA RTA 7 Konv. II, fol. 312r–316r (Kop.).

    ŠC  koll. Duisburg LAV NRW R, Jülich-Berg II 2271, fol. 389r–393v (Kop.); AV fol. 389r: 16. Julij 1541.

    D  koll. München HStA, KBÄA 3153, fol. 100r–105v (Reinkonz.); AV fol. 100r: Ubergeben, den 15. Julii anno 41; DV fol. 105v: Der christlichen fursten und stände antwurt auf ksl. Mt. jungste schrift, in welher gemelt wirt, darauf den abschied ze stellen. Actum, den 15. Julii anno 412; v. a. Hd.: Diese schrift ist mit 12 signiert, vleissiger abgeschriben, aber zum tail nit gleicha.

    E  koll. München HStA, KBÄA 3153 fol. 134r–140v (Reinkonz.)b; AV fol. 134r: Ubergeben oder glesen vor den stenden der alten religion, den 14. Julii anno 413.

    ŠDruck: Ganzer/Zur Mühlen, Akten, Bd. 3,2, Nr. 221, S. 679–6864;Pfeilschifter, Acta reformationis catholicae, Bd. III, Nr.127, S. 395–399;Walch, Bd. 17, Nr. 1392, Sp. 746–749;Corp. Reform. IV, Nr. 2314, Sp. 526–529.

    Die christnlichen fursten und stände haben sich in der röm. ksl. Mt. jungst ubergeben schriften und gnedigistem guetbedunckhen, auch in des bäbstlichen legaten resolution, sovil kurtze der zeit erleiden hat mugen, ersehen und mögen sich wol erindern, das ksl. Mt. hievor auf etlichn reichstägen und yetzt alhie grosse arbait, mue und fleis furgewendet hat, die religionsachen und den erhebten myßverstandt in unserm heiligen, christenlichen glauben widerumb in ainigkhait ze bringen und ain cristenliche reformation furzenemen, deshalben die cristnlichen fursten und stände irer ksl. Mt. undterthenigisten danckh sagen. Dieweil auch ir ksl. Mt. sich vernemen haben lassen, in etlichen wenigen tagen alhie zu verruckhen, will von unnöten sein, das die ständt ir ksl. Mt. mit uberflussigen schriften, disputacionen und reden beladen oder ir ksl. Mt., auch sich selbs lang aufhalten, sonder cristlich und entlich zu der sachen zu greiffen und dergestalt, das die ksl. Mt. bei besliessung diser sachen sein und behalten werden mug, des auch ir Mt. zum underthenigisten ersuecht und gepetten werden sollec.

    Und auf irer ksl. Mt. schriften zu antwurten, befynden erstlich die stände, das in teutschen, auch andern nationen und also zu reden in gmainer cristnhait etlich vil myßpreuch, secten, ketzereien und spaltungen sich dermassen zugetragen und einge rissen sein, das die one ain gmain concilli nit ausgereut noch gepessert werden mugen, das auch den cristnlichen ständen nit geburn will, ainiche änderungd in der religion, ceremonien und gepreuchen, so etlich vil hundert jar bishere herpracht oder in den concillien geordnet und aufgesetzt sein, zu bewilligen oder zuezelassen. Dieweil dann bäbstliche Hlt. sich durch Širer Hlt. legatten erpeut, ain concilli in kurtz ze halten, und die ksl. Mt. willens ist, in aigner person mit bäbstlicher Hlt. deßhalben ze handlen, des sich gmaine cristnliche stände gegen bäbstlicher Hlt. und ksl. Mt. ires vätterlichen und allergnedigisten erpietens underthenigist bedanckhen, mit allem ernst anrueffendt und bittendt, das eir bäbstlich Hlt.–e sölch erbietn und bewilligen aines cristnlichen, gmainenf concilli, zum allerfurderlichisten es muglich und menschlich sein mag, in das werckh ziehen und das concilli an ainem gelegen ort und malstat teutscher nation on alle verhindernus halten und damit die verlust manicher cristnlicher selen verhuetten welle, und, obgleich durch andere weltliche geschäft und verhindernus die mächtigen, christnlichen potentaten, in aignen personen auf dem concilli zu erscheinen, verhindert, das dannoch nichtsdesterweniger das concilli seinen furgangkh haben und bäbstlich Hlt. dieselben cristnlichen potentaten, so in aignen personen nit erscheinen wollten oder wurden, zum höchsten ersuechen und ermanen welle, an irer stat und in irem namen ire gelerte, frume und geschickhte bevelchhaber und commissarios mit volmechtigem gwalt zu verordnen und zu schickhen, damit doch ainmal die cristnhait in ain cristnlich wesen und leben gebracht, die irrungen ausgereut und abgestellt und dardurch der zorn und straff Gottes von uns abgewendet wurde. Wo aber sölchs und aing generalconcilli ye nit erhalten, welches sich gmaine stände auf das erpieten der bäbstlichen Hlt. und ksl. Mt. cristnlich gemuet und vleis khainswegs versehen mugen, das dann die ksl. Mt. bei bäbstlicher Hlt. so vil erhalten well, das in teutscher nation ain nationalconcilli ausgeschriben und gehalten werden muge, und, wo diser wege durch bäbstlicher Hlt. und ksl. Mt. auch nit fur guet angesehen werden wollte, das alsdann ksl. Mt. irem gnedigisten erbieten nach sich zum allerfurderlichisten in das reich teutscher nation verfuegen, die gemainen reichsstände ervordern und abermalls versuechen welle, die irrtungen und mißverstandt in pesser wesen zu bringen und cristnlichh zu erörtern; dann ausserhalb diser wege wierdet teutscher nation, so ye lenger ye mer sich in irs [sic!] selbs tailt und zertrendt, ere, lob und reichthumb nit besteen mugen und dergleichen abfal und verderben wirdet auch von dann in andere nation raichen.

    Zum andern sein gemaine cristnliche stände entslossen, mit hilf und gnad des allmechtigen bei unser alten, waren religion und glauben, wie derselb in den heiligen evangelien, concillien, satzungen und ordnungen gmainer cristnlichn kirchen, lern der heiligen vätter, auch von zeit der apostl auf und dise zeit ervolgt ist, deßgleichen bei den abschiden, mandatn und ordnungen durch die ksl. Mt. und gemaine stände des reichs und sonderlich bei dem abschide, auf jungstem reichstage zu Augspurg angenomen, zugesagt und bewilligt, bestän Šdigclich bleiben und verharrni, wöllen sich auch getröstn und versehen, das alle andere stände, so sich zu Augspurg in denselben recess eingelassen, besiglt und undterschriben, auch der ksl. Mt. hilf zugesagt, nachmalls alhie zu Regenspurg widerumb ratificirt und jungst zum dritten mal zu Hagenaw durch Kff., Ff.j, so in aignen personen gewesen und den augspurgischen recess widerumb bewilligt und zu halten zugesagt, auch erpotten haben, wo wider denselben augspurgischen abschide gehandlt werden wollte, von ainer defension zu reden und sich einzelassen, kwie die abschide und schriften, daselbs ergangen, mitbringen–k, und zum maysten, dieweil ksl. Mt. auf denselben tägen allen, auch hie in irer ersten proposicion und yetzt in irer Mt. abschidlichem guetbeduncken vorbehalten hat, lwerden von obberurten abschiden nit abweichen–l.

    Zum dritten, als die röm. ksl. Mt. gnediger mainung furslecht, das in ansehung der vilfeltigen mue und arbait die puncten, der sich die colloquenten verglichen, also bis auf ain concilli und entliche erörterung fur guet gehalten werden sollten etc., darinnen ist der stande bedenckhen, das sölchs khainswegs zu bewilligen noch ratsam sey aus nachvolgenden ursachen: Erstlich, so sein in der schriften durch die colloquentn etliche articl gestellt, so von unnöten, uberflussig und hievor in khainem strit gewest noch yetzt sein, als nämblich der erst, ander, der dritt und viert, deshalb von unnöten, das man sich derselben vergleich, so ist auch die viert articl von der erbsyndt nit hie, sonder zu