Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Regensburg 1541
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

I. Organisation, Vorbereitung und Eröffnung des Regensburger Reichstages

I. Organisation, Vorbereitung und Eröffnung des Regensburger Reichstages

  • Nr.1 Ausschreiben Karls V. an Kf. Albrecht von Mainz – Brüssel, 1540 September 14
  • Nr.2 Kämmerer und Rat von Regensburg an Karl V. – Regensburg, 1540 Dezember 11
  • Nr. 3 Ausschreiben Frankfurts zum Städtetag in Regensburg – Frankfurt, 1540 Dezember 21
  • Nr.4 Kaiserliches Geleit für die protestantischen Stände – 1541 Januar
  • Nr.4a Kaiserliches Geleit für Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen zum Regensburger Reichstag – Luxemburg, 1541 Januar 3
  • Nr.4b Eingabe der protestantischen Gesandten an Granvelle – Worms, 1541 Januar 13
  • Nr.4c Kaiserliches Geleit für die protestantischen Stände zum Regensburger Reichstag in der Fassung der in Worms vertretenen protestantischen Gesandten – o. Ort, [1541 Januar 13]
  • Nr.4d Kaiserliches Geleit für Kf. Johann Friedrich von Sachsen, Lgf. Philipp von Hessen und ihre Religionsverwandten zum Regensburger Reichstag – Speyer, 1541 Januar 26
  • Nr. 4e Stellungnahme von protestantischer Seite zum kaiserlichen Geleit vom 26. Januar 1541 – o. Ort, [1541 nach Januar 26]
  • Nr. 5 Akten zur Verwaltung des Erbmarschallamtes
  • Nr.5a Wolf von Pappenheim und seine Brüder und Vettern an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – o. Ort, 1541 Januar 7
  • Nr.5b Sixtus Sommer an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – o. Ort, 1541 Februar 2
  • Nr. 5c Sixtus Sommer an Kg. Ferdinand – o. Ort, 1541 Februar 10
  • Nr.5d Wolf von Pappenheim an Karl V. – o. Ort, o. Datum [1541]
  • Nr.5e Wolf von Pappenheim, seine Brüder und Vettern an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – o. Ort, 1541 September 1
  • Nr.6 Karl V. an Granvelle – Saarburg, 1541 Januar 15
  • Nr.7 Naumburger Abschied des Schmalkaldischen Bundes – Naumburg, 1541 Januar 16
  • Nr. 8 Bericht über die Beendigung des Wormser Kolloquiums – [Worms, 1541 Januar 18]
  • Nr. 9 Wormser Abschied – Worms, [1541 Januar 18]
  • Nr.10 Abschied der Gesandten der protestantischen Stände – Worms, 1541 Januar 18
  • Nr.11 Karl V. an Kf. Albrecht von Mainz – Speyer, 1541 Januar 19/31
  • Nr. 12 Gutachten für die kaiserliche Regierung zur Vorbereitung des Regensburger Reichstages – o. Ort, [1541 vor Januar 28]
  • Nr. 13 Kaiserliche Gnadenerklärung für Lgf. Philipp von Hessen – Speyer, 1541 Januar 24
  • Nr. 14 Kaiserliches Mandat über die Suspension der anhängigen Kammergerichtsprozesse in Religionssachen und der Achtexekution gegen Goslar und Minden – Speyer, 1541 Januar 28
  • Nr.15 Intervention Karls V. im Konflikt zwischen Hg. Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel und der Stadt Braunschweig – Heidelberg, 1541 Februar 6
  • Nr.15a Instruktion Karls V. für Christoph Kegel zu einer Werbung bei Hg. Heinrich – Heidelberg, 1541 Februar 6
  • Nr.15b Karl V. an Hg. Heinrich – Heidelberg, 1541 Februar 6
  • Nr.15c Statthalter und Räte zu Wolfenbüttel an Karl V. – [Wolfenbüttel], 1541 Februar 19
  • Nr.16 Karl V. an Ebf. Ernst von Salzburg – Regensburg, 1541 März 1
  • Nr.17 Vortrag Hg. Wilhelms IV. von Bayern vor dem Kaiser – [Regensburg, 1541 März 2]
  • Nr. 18 Protokollarische Aufzeichnung zur Audienz für die bayerischen Herzöge bei Karl V. – Regensburg, [1541 März 2]
  • Nr.19 Memoire Kg. Ferdinands zur Festlegung des Beratungsprogramms für den Regensburger Reichstag – Wien, 1541 März 3
  • Nr.20 Entwurf Kg. Ferdinands für das Beratungsprogramm und die Proposition zum Regensburger Reichstag – o. Datum [1541 vor März 6]
  • Nr.21 Vorschlag Kg. Ferdinands zur Ergänzung des Beratungsprogramms für den Regensburger Reichstag – o. Datum, [1541 vor März 6]
  • Nr.22 Memoire Kg. Ferdinands für Karl V. zur Vorbereitung des Regensburger Reichstages – o. Ort, [1541 nach März 6]
  • Nr.23 Kaiserliche Verordnung über den Lebensmittelverkauf während des Regensburger Reichstages – Regensburg, 1541 März 10
  • Nr.24 Erlass über die Sicherung der öffentlichen Ordnung, die Gastronomie und den Handel in Regensburg für die Zeit des Reichstages – Regensburg, 1541 März 10
  • Nr.25 Bayerische Eingabe an Kard. Contarini gegen die kaiserliche Kolloquiumspolitik – [Regensburg, 1541 März 29]
  • Nr. 26 Weisungen des Kaisers an Pfgf. Friedrich – Regensburg, [1541 Ende März]
  • Nr.27 Gutachten zur Vorbereitung der Proposition – Regensburg, o. Datum [März/April Anfang]
  • Nr.28 Bayerische Eingabe an den Kaiser und Kard. Contarini – [Regensburg], 1541 April 2
  • Nr.29 Proposition Karls V. zum Regensburger Reichstag – Regensburg, 1541 April 5
  • Nr. 30 Entwurf für die kaiserliche Proposition zum Regensburger Reichstag – Regensburg, o. Datum
  • Nr.31 Entwurf für die kaiserliche Proposition – Regensburg, o. Datum
  • Nr.32 Entwurf für die kaiserliche Proposition – Regensburg, o. Datum
  • Nr. 33 Rechtfertigungsschrift Karls V. zur Widerlegung reichsinterner Kritik an seiner Regierungsführung – [Regensburg, 1541 nach April 5]
  • II. Instruktionen und Vollmachten

    II. Instruktionen und Vollmachten

  • II,1 Instruktionen
  • II,2 Vollmachten
  • III. Protokolle und Tagebücher

    III. Protokolle und Tagebücher

  • III,1 Protokolle und protokollarische Berichte
  • III,2 Tagebücher
  • IV. Die Verhandlungen über Religion, Friede und Recht

    IV. Die Verhandlungen über Religion, Friede und Recht

  • IV,1 Von der Proposition bis zum Ende des Religionskolloquiums
  • IV,2 Vom Ende des Kolloquiums bis zum Reichsabschied
  • V. Die Verhandlungen über die Türkenhilfe

    V. Die Verhandlungen über die Türkenhilfe

  • V,1 Die Verhandlungen der altgläubigen Kurfürsten und Fürsten und der protestantischen Stände mit Kaiser und König über die TürkenhilfechV1
  • V,2 Die Verhandlungen der altgläubigen Reichsstädte über die Türkenhilfe und ihr Konflikt mit den altgläubigen Ständen über ihre Session und Stimmführung
  • V,3 Bestallungsmodalitäten für das Führungspersonal zur eilenden Türkenhilfe
  • VI. Akten zum Konflikt zwischen Karl V. und Hg. Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg um das Herzogtum Geldern

    VI. Akten zum Konflikt zwischen Karl V. und Hg. Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg um das Herzogtum Geldern

  • Nr.222 Karl V. an Hg. Wilhelm V. von Jülich – Speyer, 1541 Januar 24
  • Nr. 223 Karl V. an die Stände von Geldern und Zutphen – Speyer, 1541 Januar 22
  • Nr.224 Erklärung Hg. Wilhelms V. von Jülich zum Zitationsschreiben Karls V. vom 24. Januar 1541 – Regensburg, 1541 März 29
  • Nr. 225 Eingabe der Gesandten Hg. Wilhelms V. von Jülich an Pfgf. Friedrich – Regensburg, 1541 Mai 10
  • Nr.226 Entschuldigung Hg. Wilhelms V. von Jülich für sein Fernbleiben vom Reichstag – Regensburg, [1541 Juni]
  • Nr.227 Bericht über den Vortrag des Kaisers über die Geldernfrage vor dem Plenum des Reichstages – Regensburg, 1541 Juli 3
  • Nr.228 Eingabe der Gesandten Hg. Wilhelms V. von Jülich an die Reichsstände – Regensburg, [1541 nach Juli 3]
  • Nr. 229 Protokoll zur Audienz Pfgf. Friedrichs für die Gesandten der Stände von Geldern und Zutphen – Regensburg, 1541 Juli 7
  • Nr. 230 Bericht über den Vortrag der Supplikation Hg. Wilhelms V. von Jülich im Kurfürstenrat, im Fürstenrat und vor den Gesandten der altgläubigen Reichsstädte sowie vor den protestantischen Reichsständen – Regensburg, 1541 Juli 15
  • Nr.231 Eingabe der Gesandten Hg. Wilhelms V. von Jülich an die Reichsstände – Regensburg, 1541 Juli 15
  • Nr. 232 Protokoll der Verhandlungen über die Geldernfrage auf dem Reichstag – Regensburg, 1541 Juli 19–25
  • Nr.233 Supplikation der Reichsstände an den Kaiser wegen des Konflikts um Geldern – Regensburg, [1541 Juli 21]
  • Nr. 234 Memorial für die Beantwortung der Supplikation der Reichsstände zugunsten Hg. Wilhelms V. von Jülich – [Regensburg, 1541]
  • Nr.235 Eingabe der Gesandten Hg. Wilhelms V. von Jülich an die Reichsstände – Regensburg, 1541 Juli 25
  • VII. Sessionsstreitigkeiten

    VII. Sessionsstreitigkeiten

  • Nr.236 Akten zum Sessionsstreit zwischen den Gesandten des Bf. Franz von Münster, Osnabrück und Minden und dem Gesandten des Hochstifts Freising
  • Nr.236a Supplikation der Gesandten des Bf. Franz von Münster, Osnabrück und Minden an Kaiser und Reichsstände – Regensburg, o. Datum
  • Nr.236b Supplikation der Gesandten des Bf. Franz von Münster, Osnabrück und Minden an die Reichsstände – Regensburg, o. Datum
  • Nr.236c Gegendarstellung des Gesandten des Hochstifts Freising – Regensburg, o. Datum
  • Nr.236d Erläuterung zum Sessionsanspruch Bf. Heinrichs III. von Freising – o. Ort, o. Datum
  • Nr.236e Gegendarstellung der Gesandten des Bf. Franz von Münster, Osnabrück und Minden – Regensburg, o. Datum
  • Nr.236f Erläuterung zum Sessionsstreit zwischen dem Bf. Franz von Münster, Osnabrück und Minden und dem Bf. Heinrich III. von Freising – o. Ort, o. Datum
  • Nr.237 Kaiserliches Dekret für den Ebf. Ernst von Salzburg wegen der Session – Regensburg, 1541 April 3
  • Nr. 238 Notariatsinstrument des Notars Georg Marperger über die Protestation der Gesandten Bf. Konrads IV. von Würzburg in Sachen Session – Regensburg, 1541 April 9
  • Nr.239 Bericht über die Verhandlungen der Schiedskommission zum Sessionsstreit zwischen verschiedenen Ständen – Regensburg, 1541 Juni 24
  • Nr.240 Schiedsspruch der Reichsstädte im Sessionsstreit zwischen den Städten Aachen und Köln – Regensburg, 1541 Juli 18
  • Nr.241 Eingabe der Gesandten Hg. Heinrichs und Hg. Johann Ernsts von Sachsen an den Kaiser – Regensburg, 1541 Juli 22
  • Nr.242 Supplikation der Wetterauer Grafen an den Kaiser – o. Ort, o. Datum
  • Nr.243 Eingabe Bgf. Heinrichs von Plauen an den Kaiser – Regensburg, o. Datum
  • VIII. Supplikationen

    VIII. Supplikationen

  • VIII,1 Beschwerden der schmalkaldischen Verbündeten über die jurisdiktionelle Praxis des Reichskammergerichts
  • VIII,2 Konflikte zwischen den schmalkaldischen Verbündeten und ihrem Anhang mit Hg. Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel
  • VIII,3 Intervention einiger Fürsten zugunsten Hg. Wilhelms von Braunschweig-Wolfenbüttel
  • VIII,4 Die Bemühungen Bf. Valentins von Hildesheim um die Restitution seines Hochstifts und die Abwehr gewalttätiger Übergriffe
  • VIII,5 Auseinandersetzungen um die Reichsstandschaft geistlicher Stände
  • VIII,6 Die Auseinandersetzungen um die Reichsstandschaft der Stadt Mühlhausen in Thüringen
  • VIII,7 Das Hilfsgesuch Hg. Karls III. von Savoyen
  • VIII,8 Die Bemühungen um Aufhebung bzw. Suspension der Reichsacht gegen Hg. Albrecht von Preußen
  • VIII,9 Eingaben des Reichskammergerichts an Kaiser und Reichsstände
  • VIII,10 Anträge auf Ringerung der Reichsanschläge
  • VIII,11 Religions- und kirchenpolitische Konflikte
  • VIII,12 Rechtliche Differenzen und jurisdiktionelle Probleme
  • VIII,13 Münze
  • VIII,14 Sonderrechte und Privilegien
  • VIII,15 Ausstehende Besoldungen
  • VIII,16 Kriminalfälle und Schuldsachen
  • VIII,17 Varia
  • IX. Varia

    X. Korrespondenzen

    X. Korrespondenzen

  • Nr.401 Kg. Ferdinand an Karl V. – Hagenau, 1540 Juli 29
  • Nr. 402 Karl V. an Kg. Ferdinand – Den Haag, 1540 August 10
  • Nr. 403 Karl V. an Kg. Ferdinand – Utrecht, 1540 August 19
  • Nr.404 Karl V. an Kg. Ferdinand – Brüssel, 1540 September 2
  • Nr. 405 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wiener Neustadt, 1540 September 6
  • Nr.406 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wiener Neustadt, 1540 September 13
  • Nr.407 Karl V. an Kg. Ferdinand – Brüssel, 1540 Oktober 3
  • Nr. 408 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wiener Neustadt, 1540 Oktober 18
  • Nr.409 Cornelius Schepper an Granvelle – Brüssel, 1540 Oktober 26
  • Nr.410 Bericht über die Ausführungen Sieberts von Löwenberg gegenüber Cornelius Schepper – [Brüssel, 1540 Ende Oktober]
  • Nr.411 Antwort Karls V. auf die Werbung des hessischen Gesandten Siebert von Löwenberg – o. Ort, 1540 Oktober 28
  • Nr. 412 Abt Gerwig von Weingarten an [Abt Wolfgang von Kempten] – o. Ort, 1540 Oktober 29
  • Nr. 413 N. N. an Jakob Sturm und Mathis Pfarrer – o. Ort, [1540 nach November 6]
  • Nr.414 Bf. Sigismund von Merseburg an Karl V. – Merseburg, 1540 November 16
  • Nr.415 Die kursächsischen Räte an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Worms, 1540 November 14
  • Nr.416 Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen an Karl V. – o. Ort, 1540 November 23
  • Nr.417 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Zapfenburg, 1540 November 28
  • Nr.418 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wiener Neustadt, 1540 Dezember
  • Nr.419 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Zapfenburg, 1540 Dezember 2
  • Nr.420 Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Hg. Heinrich von Sachsen an den Kaiser – o. Ort, 1540 Dezember 3
  • Nr. 421 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Wolf von Pappenheim – Torgau, 1540 Dezember 6
  • Nr. 422 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Torgau, 1540 Dezember 6
  • Nr.423 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Hans von Dolzig und Franz Burchard – Weidenhain, 1540 Dezember 10
  • Nr.424 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Torgau, 1540 Dezember 12
  • Nr.425 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Lochau, 1540 Dezember 15
  • Nr. 426 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Friedewald, 1540 Dezember 17
  • Nr. 427 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Gregor Brück – Lochau, 1540 Dezember 21
  • Nr.428 Hans von Dolzig und Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Worms, 1540 Dezember 23
  • Nr.429 Hans von Dolzig an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Worms, 1540 Dezember 24
  • Nr.430 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1540 Dezember 27
  • Nr.431 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1540 Dezember 28
  • Nr.432 Hans von Pack und Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1540 Dezember 31
  • Nr.433 Die kursächsischen Gesandten an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1541 Januar 4
  • Nr.434 Die kursächsischen Gesandten an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1541 Januar 4
  • Nr.435 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1541 Januar 4
  • Nr.436 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Worms, 1541 Januar 4
  • Nr. 437 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an seine Gesandten in Naumburg – Torgau, 1541 Januar 7
  • Nr.438 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an seine Gesandten in Naumburg – Torgau, 1541 Januar 9
  • Nr.439 Die kursächsischen Gesandten an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1541 Januar 9
  • Nr.440 Hans von Pack und Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Naumburg, 1541 Januar 9
  • Nr.441 Martin Bucer an [Kf. Joachim II. von Brandenburg] – Worms, 1541 Januar 10
  • Nr. 442 Granvelle an Karl V. – [Worms, 1541 Januar 10]
  • Nr. 443 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an seine Gesandten in Naumburg – o. Ort, 1541 Januar 10
  • Nr.444 Granvelle an Karl V. – [Worms, 1541 Januar 11]
  • Nr. 445 Bgm. und Rat von Goslar [an die Gesandten der Reichsstädte auf dem Städtetag in Regensburg] – Goslar, 1541 Januar 12
  • Nr. 446 Granvelle an Karl V. – [Worms, 1541 Januar 14]
  • Nr.447 Hans von Dolzig und Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Worms, 1541 Januar 14
  • Nr.448 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an seine Gesandten in Naumburg – Torgau, 1541 Januar 14
  • Nr.449 Gf. Friedrich von Löwenstein und H. zu Scharfeneck an Karl V. – Löwenstein, 1541 Januar 14
  • Nr. 450 Bericht über die Verhandlungen mit den Stimmständen des Schmalkaldischen Bundes und den übrigen Verbündeten über die Frage eines Bündnisses mit Frankreich auf dem Naumburger Bundestag – o. Ort, [1541 nach Januar 14]
  • Nr. 451 Kg. Christian III. von Dänemark an seine Gesandten zum Regensburger Reichstag – Kloster Sorø, 1541 Januar 20
  • Nr. 452 Karl V. an Kg. Ferdinand – Speyer, 1541 Januar 22
  • Nr.453 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wittenberg, 1541 Januar 23
  • Nr. 454 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wittenberg, 1541 Januar 25
  • Nr.455 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an seine Gesandten in Worms – Lochau, 1541 Januar [26]
  • Nr.456 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Hg. Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg – Lochau, 1541 Januar 28
  • Nr.457 Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen an Mgf. Georg von Brandenburg-Ansbach und Mgf. Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach, mut. mut. an Bgm. und Rat von Nürnberg – o. Ort, 1541 Januar 29
  • Nr.458 Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen an Mgf. Johann von Brandenburg-Küstrin – o. Ort, 1541 Januar 29
  • Nr. 459 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Marburg, 1541 Januar 29
  • Nr.460 Karl V. an Kgn. Maria – Speyer, 1541 Januar 31
  • Nr.461 Lgf. Philipp von Hessen an Granvelle – Marburg, 1541 Februar 1
  • Nr. 462 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wiener Neustadt, 1541 Februar 1
  • Nr. 463 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Marburg, 1541 Februar 2
  • Nr. 464 Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 Februar 3
  • Nr.465 Christoph von Kreytzen an Hg. Albrecht von Preußen – Nürnberg, 1541 Februar 4/17
  • Nr.466 Morelet an Lgf. Philipp von Hessen – Straßburg, 1541 Februar 4
  • Nr.467 Morelet an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Straßburg, 1541 Februar 4
  • Nr.468 Kf. Joachim II. von Brandenburg an Luther – Cölln an der Spree, 1541 Februar 4
  • Nr.469 Hg. Ludwig X. von Bayern an Hg. Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel – Landshut, 1541 Februar 5
  • Nr.470 Christoph von Taubenheim an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Februar 6
  • Nr. 471 Granvelle an Lgf. Philipp von Hessen – Heidelberg, 1541 Februar 7
  • Nr.472 Lgf. Philipp von Hessen an Granvelle – o. Ort, [1541 Februar 7]
  • Nr.473 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Marburg, 1541 Februar 7
  • Nr. 474 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Torgau, 1541 Februar 7
  • Nr.475 Christoph von Kreytzen an Hg. Albrecht von Preußen – Ansbach, 1541 Februar 9
  • Nr.476 Lgf. Philipp von Hessen an Morelet – Marburg, 1541 Februar 11
  • Nr.477 Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Februar 13
  • Nr. 478 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Hg. Philipp I. von Pommern-Wolgast – Wittenberg, 1541 Februar 14
  • Nr. 479 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Wittenberg, 1541 Februar 15
  • Nr.480 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wolkersdorf, 1541 Februar 16
  • Nr. 481 Lgf. Philipp von Hessen an Granvelle – Marburg, 1541 Februar 18
  • Nr. 482 Karl V. an Kgn. Maria – Nürnberg, 1541 Februar 19
  • Nr.483 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Morelet – Torgau, 1541 Februar 21
  • Nr.484 Luther an Kf. Joachim II. von Brandenburg – [Wittenberg], 1541 Februar 21
  • Nr.485 Kf. Joachim II. von Brandenburg an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Cölln an der Spree, 1541 Februar 22
  • Nr. 486 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Marburg, 1541 Februar 23
  • Nr.487 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Torgau, 1541 Februar 23
  • Nr. 488 Hieronymus Boner an Bgm. und Rat von Colmar – Regensburg, 1541 Februar 23/24
  • Nr.489 Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Februar 24
  • Nr. 490 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wien, 1541 Februar 25
  • Nr. 491 Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Februar 26
  • Nr.492 Kf. Joachim II. von Brandenburg an Lgf. Philipp von Hessen – Cölln an der Spree, 1541 Februar 26
  • Nr. 493 Lgf. Philipp von Hessen an Granvelle – Marburg, 1541 Februar 27
  • Nr. 494 Karl V. an Kg. Ferdinand – Regensburg, 1541 Februar 28
  • Nr. 495 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Februar 28
  • Nr.496 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Marburg, 1541 Februar 28
  • Nr. 497 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Luther, Justus Jonas, Johannes Bugenhagen, Caspar Cruciger und Melanchthon – o. Ort, [1541 Februar/Anfang März]
  • Nr. 498 Bf. Wilhelm III. von Straßburg an Karl V. – Rufach, 1541 März 2
  • Nr. 499 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 März 3
  • Nr. 500 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Torgau, 1541 März 3
  • Nr. 501 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wien, 1541 März 4
  • Nr. 502 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 März 5
  • Nr. 503 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wien, 1541 März 6
  • Nr. 504 Die Geheimen von Augsburg an die Augsburger Reichstagsgesandten – Augsburg, 1541 März 7
  • Nr. 505 Lgf. Philipp von Hessen an Granvelle – Marburg, 1541 März 9/10
  • Nr. 506 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 März 10
  • Nr. 507 Bgm. und Rat von Nürnberg an Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 März 11
  • Nr. 508 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann – Eilenburg, 1541 März 11
  • Nr.509 Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 März 12
  • Nr.510 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wittenberg, 1541 März 12
  • Nr. 511 Konrad Hel an Georg Herwart – Regensburg, 1541 März 12
  • Nr.512 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Ziegenhain, 1541 März 12
  • Nr.513 Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 März 13
  • Nr.514 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 März 15
  • Nr. 515 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 März 15
  • Nr. 516 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann – Torgau, 1541 März 16
  • Nr.517 Christoph von Taubenheim und Eberhard von der Thann an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 März 16
  • Nr.518 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Gregor Brück – Torgau, 1541 März 16
  • Nr.519 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Fulda, 1541 März 17
  • Nr.520 Bf. Wilhelm III. von Straßburg an Karl V. – Rufach, 1541 März 18
  • Nr.521 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 März 18
  • Nr.522 Bf. Konrad IV. von Würzburg an die Würzburger Reichstagsgesandten – Würzburg, 1541 März 19
  • Nr.523 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Torgau, 1541 März 21
  • Nr.524 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 März 22
  • Nr.525 Christoph Zwicker an Bgm. und Rat von Memmingen – Regensburg, 1541 März 22
  • Nr.526 Johann von Niedbruck an Bgm. und Rat von Metz – Regensburg, 1541 März 22
  • Nr.527 Wolfgang Rehlinger an Georg Herwart – Regensburg, 1541 März 23
  • Nr. 528 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 März 24
  • Nr.529 Abt Johann III. von Fulda an Pfgf. Friedrich – Fulda, 1541 März 25
  • Nr.530 Karl V. an Kg. Ferdinand – Regensburg, 1541 März 25
  • Nr.531 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Nürnberg, 1541 März 25
  • Nr.532 Charles Boisot und Gerhard Veltwyck an Kgn. Maria – Regensburg, 1541 März 26
  • Nr.533 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen – Regensburg, 1541 März 27/29
  • Nr. 534 Christoph Zwicker an Bgm. und Rat von Memmingen – Regensburg, 1541 März 28
  • Nr.535 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 März 28
  • Nr. 536 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 März 29
  • Nr.537 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 März 29
  • Nr.538 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 März [30]
  • Nr.539 Wolfgang Rehlinger an Georg Herwart – Regensburg, 1541 März 30
  • Nr. 540 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 März 30
  • Nr.541 Karl V. an Kf. Ludwig V. von der Pfalz – Regensburg, 1541 März 31
  • Nr. 542 Karl V. an den Gf. Wilhelm von Nassau-Dillenburg, mut. mut. an Gf. Wilhelm II. von Neuenahr – Regensburg, 1541 April 2
  • Nr.543 Hieronymus Boner an Bgm. und Rat von Colmar – Regensburg, 1541 April 2
  • Nr.544 Christoph Zwicker an Bgm. und Rat von Memmingen – Regensburg, 1541 April 2
  • Nr.545 Bf. Konrad IV. von Würzburg an die Würzburger Reichstagsgesandten – Würzburg, 1541 April 2
  • Nr. 546 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 April 3
  • Nr.547 F. Wolfgang von Anhalt, Hans von Dolzig, Hans von Pack und Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 April 3
  • Nr. 548 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 April 3
  • Nr.549 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 April 3
  • Nr.550 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Gregor Brück – Torgau, 1541 April 5
  • Nr.551 Hg. Heinrich von Sachsen an [die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten] – Dresden, 1541 April 5
  • Nr. 552 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 April 6
  • Nr.553 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Torgau, 1541 April [6?]
  • Nr.554 Hg. Heinrich von Sachsen an die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten – Dresden, 1541 April 6
  • Nr. 555 Die Älteren von Nürnberg an Clemens Volkamer – [Nürnberg], 1541 April 6
  • Nr.556 Kf. Johann Friedrich [und Hg. Johann Ernst von Sachsen] an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 April 7
  • Nr. 557 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 April 7
  • Nr. 558 Bgm. und Rat von Minden an Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen – Minden, 1541 April 8
  • Nr. 559 Christoph Zwicker an Bgm. und Rat von Memmingen – Regensburg, 1541 April 9
  • Nr.560 Bgm. und Rat von Bremen an Karl V. – Bremen, 1541 April 9
  • Nr.561 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 April 9
  • Nr. 562 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 April 11
  • Nr. 563 Die Würzburger Reichstagsgesandten an Bf. Konrad IV. – Regensburg, 1541 April 11
  • Nr.564 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Sebald Haller – Nürnberg, 1541 April 11
  • Nr.565 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 April 11
  • Nr.566 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 April 12
  • Nr. 567 Jakob Sturm an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 April 13
  • Nr.568 Bernhard Göler und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 April 13
  • Nr. 569 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 April 14
  • Nr.570 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 April 14
  • Nr.571 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an F. Wolfgang von Anhalt, Hans von Dolzig, Hans von Pack und Franz Burchard – Wittenberg, 1541 April 14
  • Nr.572 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 April 14
  • Nr.573 Die Geheimen von Augsburg an die Augsburger Reichstagsgesandten – Augsburg, 1541 April 14
  • Nr. 574 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 April 15
  • Nr.575 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 April 15
  • Nr.576 Christoph von Kreytzen an Hg. Albrecht von Preußen – Regensburg, 1541 April 15
  • Nr.577 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Pfgf. Friedrich – Torgau, 1541 April 15
  • Nr. 578 Georg Kron und Johann Machtolf an Bgm. und Rat von Esslingen – Regensburg, 1541 April 16
  • Nr.579 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 April 17
  • Nr. 580 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 April 19
  • Nr.581 Charles Boisot an Kgn. Maria – Regensburg, 1541 April 19
  • Nr. 582 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 April 19
  • Nr.583 Peter Bellinghausen und Goswin von Lomersheim an Bgm. und Rat von Köln – Regensburg, 1541 April 20
  • Nr. 584 Johann von Niedbruck an Bgm. und Rat von Metz – Regensburg, 1541 April 20
  • Nr. 585 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 April 21
  • Nr. 586 Johann von Glauburg an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 April 21
  • Nr.587 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 April 21
  • Nr.588 Hans Wörlin an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 April 21
  • Nr. 589 Johann Knebel von Katzenelnbogen an Gf. Wilhelm von Nassau-Dillenburg – Regensburg, 1541 April 21
  • Nr.590 Bgm. und Rat von Nördlingen an Hans Wörlin – [Nördlingen, 1541 April 22]
  • Nr. 591 Johann Walter an Johann Nordeck – Regensburg, 1541 April 22
  • Nr.592 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 April 22
  • Nr. 593 Antonius Corvinus an Johann Nordeck – Regensburg, [1541 April 22]
  • Nr. 594 Die Würzburger Reichstagsgesandten an Bf. Konrad IV. – Regensburg, 1541 April 22
  • Nr.595 Sebald Haller an Bgm. und Rat von Nürnberg – Regensburg, 1541 April 23
  • Nr.596 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Torgau, 1541 April 23
  • Nr.597 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 April 24
  • Nr.598 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 April 24
  • Nr. 599 Hieronymus Boner an Bgm. und Rat von Colmar – [Regensburg], 1541 April 25
  • Nr.600 Wolfgang Rehlinger an Georg Herwart – Regensburg, 1541 April 25
  • Nr.601 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 April 25
  • Nr. 602 Bgm. und Rat von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – Nürnberg, 1541 April 25
  • Nr.603 Kf. Joachim II. von Brandenburg an den Gesandten des französischen Königs – Regensburg, 1541 April 25
  • Nr.604 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 April 26
  • Nr.605 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 April 26
  • Nr. 606 Hans Wörlin an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 April 26
  • Nr. 607 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 April 28
  • Nr.608 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 April 29
  • Nr.609 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 April 29
  • Nr. 610 Granvelle an Kgn. Maria – Regensburg, 1541 April 26/Mai 1
  • Nr.611 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Mai 2
  • Nr. 612 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an den Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 Mai 2
  • Nr.613 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 2
  • Nr. 614 Kg. Ferdinand an Bf. Christoph von Brixen, Frh. Wilhelm von Waldburg und Hans Ungnad – Wien, 1541 Mai 3
  • Nr. 615 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Mai 4
  • Nr.616 Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 4
  • Nr.617 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Buchholz, 1541 Mai 5
  • Nr.618 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 5
  • Nr.619 Franz Burchard an Gregor Brück – Regensburg, 1541 Mai 5
  • Nr. 620 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Buchholz, 1541 Mai 6
  • Nr.621 Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 6
  • Nr.622 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 6
  • Nr.623 Hans Wörlin an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 [Mai 7]
  • Nr.624 Hans von Dolzig an Hans von Ponickau – Regensburg, 1541 Mai 7/11
  • Nr. 625 Hieronymus Boner an den Rat von Colmar – Regensburg, 1541 Mai 8
  • Nr.626 Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller an die Älteren von Nürnberg – Regensburg, 1541 Mai 8
  • Nr.627 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Mai 9
  • Nr. 628 Wolfgang Musculus an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Mai 9
  • Nr.629 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an [Luther und Johannes Bugenhagen] – [Schneeberg, 1541 Mai 9]
  • Nr.630 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Schneeberg, 1541 Mai 10
  • Nr. 631 Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 10
  • Nr.632 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 10
  • Nr.633 Bernhard Göler und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Mai 10
  • Nr.634 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Mai 10
  • Nr.635 Luther und Johannes Bugenhagen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – [Wittenberg, 1541 Mai 10/11]
  • Nr. 636 Kg. Ferdinand an die ungarischen Gesandten in Regensburg, Frankopan und Nádasdy – Wien, 1541 Mai 11
  • Nr. 637 Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 11
  • Nr.638 Johann Knebel von Katzenelnbogen an [...?] – Regensburg, 1541 Mai 11
  • Nr. 639 Nikolaus Holstein an Hg. Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg – Regensburg, 1541 Mai [12]
  • Nr.640 Johann von Vlatten an die Räte Hg. Wilhelms V. von Jülich-Kleve-Berg – Regensburg, 1541 Mai 12
  • Nr.641 Bgm. und Rat von Goslar an Johann Hardt und Berthold Achtermann – Goslar, 1541 Mai 13
  • Nr.642 Konrad Hel an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 13
  • Nr.643 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Schneeberg, 1541 Mai 13
  • Nr.644 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Schneeberg, 1541 Mai 13
  • Nr.645 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Mai 13
  • Nr.646 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 14
  • Nr.647 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Mai 14
  • Nr.648 Hans von Dolzig an Hans von Ponickau – o. Ort, [1541 Mai 14]
  • Nr.649 Bgm. und Rat von Überlingen an Caspar Klöckler – [Überlingen], 1541 Mai 14
  • Nr. 650 Christoph von Kreytzen an Hg. Albrecht von Preußen – Regensburg, 1541 Mai 14/15/16
  • Nr.651 Bernhard Göler und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Mai 15
  • Nr. 652 Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 15
  • Nr.653 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Schneeberg, 1541 Mai 15
  • Nr.654 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 Mai 16
  • Nr.655 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – [Regensburg], 1541 Mai 16
  • Nr. 656 Kg. Ferdinand an die ungarischen Gesandten in Regensburg, Frankopan, Batthyány und Nádasdy – Wien, 1541 Mai 17
  • Nr.657 Bgm. und Rat von Straßburg an Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim – [Straßburg], 1541 Mai 17
  • Nr.658 Johann Machtolf, Reichstagsgesandter Esslingens, an [Simon] Engelhardt, Advokat und Prokurator am Reichskammergericht – [Regensburg], 1541 Mai 17
  • Nr.659 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Mai 18
  • Nr.660 Johann Hardt und Berthold Achtermann an Bgm. und Rat von Goslar – Regensburg, 1541 Mai 18
  • Nr. 661 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 19
  • Nr. 662 Hans von Dolzig und Hans von Pack an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Mai 19
  • Nr.663 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Eibenstock, 1541 Mai 19
  • Nr.664 Die Älteren von Nürnberg an Clemens Volkamer und Hieronymus Baumgartner – [Nürnberg], 1541 Mai 20
  • Nr. 665 Christoph Welsinger an Bf. Wilhelm III. von Straßburg – Regensburg, 1541 Mai 20/21
  • Nr.666 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – [Regensburg, 1541 Mai 21]
  • Nr.667 Franz Burchard an Gregor Brück – Regensburg, 1541 Mai 21
  • Nr.668 Hans von Pack an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Mai 21
  • Nr.669 Heinrich Truchsess von Wetzhausen und Georg Farner an Bf. Konrad IV. von Würzburg – Regensburg, 1541 Mai 21
  • Nr. 670 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Schneeberg, 1541 Mai 22
  • Nr.671 Louis de Praet an Kgn. Maria – Regensburg, 1541 Mai 22/23
  • Nr.672 Hg. Ulrich von Württemberg an Klaus von Grafeneck und Philipp Lang – Herrenberg, 1541 Mai 23
  • Nr.673 Die schmalkaldischen Verbündeten an Kg. Franz I. von Frankreich – Regensburg, 1541 Mai 23
  • Nr.674 Bgm. und Rat von Konstanz an Konrad Zwick – [Konstanz], 1541 Mai 23
  • Nr.675 Franz Burchard an Gregor Brück – Regensburg, 1541 Mai 24
  • Nr.676 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Hieronymus Baumgartner – [Nürnberg], 1541 Mai 24
  • Nr.677 Johann Hardt und Berthold Achtermann an Bgm. und Rat von Goslar – Regensburg, 1541 Mai 24
  • Nr. 678 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Mai 25
  • Nr.679 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Mai 26
  • Nr.680 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 26
  • Nr.681 [Franz Burchard] an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Mai 26
  • Nr.682 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Mai 26
  • Nr.683 Franz Burchard an Gregor Brück – Regensburg, 1541 Mai 26
  • Nr.684 Hans von Dolzig an Hans von Ponickau – Regensburg, 1541 Mai 27
  • Nr.685 Hans Wörlin an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Mai 27
  • Nr. 686 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Mai 28
  • Nr.687 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Zwickau, 1541 Mai 28
  • Nr.688 Ebf. Ernst von Salzburg an Bf. Wolfgang I. von Passau – Regensburg, 1541 Mai 28
  • Nr. 689 Simprecht Hoser an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Mai 28
  • Nr.690 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Mai 28
  • Nr. 691 Klaus von Grafeneck und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Mai 29
  • Nr.692 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Mai 29
  • Nr.693 Bgm. und Rat von Goslar an Johann Hardt und Berthold Achtermann – Goslar, 1541 Mai 29
  • Nr.694 Christoph Welsinger an Bf. Wilhelm III. von Straßburg – Regensburg, 1541 Mai 30
  • Nr.695 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Bgm. und Rat von Augsburg – [Regensburg], 1541 Mai 30
  • Nr. 696 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 Mai 30
  • Nr.697 Die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten an Hg. Heinrich – Regensburg, 1541 Mai 31
  • Nr. 698 Johann von Vlatten an Hg. Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg – Regensburg, 1541 Mai 31
  • Nr.699 Johann Knebel von Katzenelnbogen an Gf. Wilhelm von Nassau-Dillenburg – Regensburg, 1541 Mai 31
  • Nr. 700 Hans von Pack an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 1
  • Nr.701 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 Juni 1
  • Nr. 702 Bgm. und Rat von Konstanz an Konrad Zwick – [Konstanz], 1541 Juni 1
  • Nr.703 Wolfgang Rehlinger an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Juni 1
  • Nr.704 Johann Gogreve an Johann von Vlatten – o. Ort, [1541 Juni 1/2]
  • Nr.705 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juni 2
  • Nr.706 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Mildenfurth, 1541 Juni 2
  • Nr.707 Hans von Dolzig an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 2
  • Nr.708 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Juni 2
  • Nr. 709 Die ungarischen Gesandten in Regensburg, Frankopan, Batthyány und Nádasdy, an Kg. Ferdinand – Regensburg, 1541 Juni 2
  • Nr.710 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 3
  • Nr.711 [Franz Burchard] an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 4
  • Nr.712 Hans von Dolzig an [Hans von Ponickau] – Regensburg, 1541 Juni 4
  • Nr.713 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 3
  • Nr.714 Johann Hardt und Berthold Achtermann an Bgm. und Rat von Goslar – Regensburg, 1541 Juni 4
  • Nr.715 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 5
  • Nr.716 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juni 7
  • Nr.717 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Pfgf. Friedrich – Torgau, 1541 Juni 7
  • Nr.718 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Torgau, 1541 Juni 7
  • Nr.719 Klaus von Grafeneck und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juni 7
  • Nr.720 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juni 7
  • Nr.721 Hg. Heinrich von Sachsen an die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten – Dresden, 1541 Juni 7
  • Nr.722 Daniel Stibar und Heinrich Truchsess von Wetzhausen an Bf. Konrad IV. von Würzburg – Regensburg, 1541 Juni 7/8
  • Nr.723 Kf. Johann Friedrich [und Hg. Johann Ernst von Sachsen] an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juni 8
  • Nr.724 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Hans von Dolzig – Torgau, 1541 Juni 8
  • Nr.725 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Weidenhain, 1541 Juni 9
  • Nr.726 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 9
  • Nr.727 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Juni 9
  • Nr.728 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 9
  • Nr.729 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juni 9/10
  • Nr. 730 Goswin von Lomersheim und Peter Bellinghausen an Bgm. und Rat von Köln – Regensburg, 1541 Juni 10
  • Nr.731 Christoph Welsinger an Bf. Wilhelm III. von Straßburg – Regensburg, 1541 Juni 10
  • Nr. 732 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Erasmus Ebner – Nürnberg, 1541 Juni 10
  • Nr. 733 Klaus von Grafeneck und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juni 10
  • Nr. 734 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wittenberg, 1541 Juni 10
  • Nr.735 Johann Hardt und Berthold Achtermann an Bgm. und Rat von Goslar – Regensburg, 1541 Juni 11
  • Nr.736 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Juni 11
  • Nr. 737 Christoph von Kreytzen an Hg. Albrecht von Preußen – Regensburg, 1541 Juni 11/13
  • Nr. 738 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Erasmus Ebner – Nürnberg, 1541 Juni 13
  • Nr.739 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 13
  • Nr. 740 Bericht Hans von Dolzigs über seine Verhandlung mit Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juni 13
  • Nr. 741 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Hans von Pack – Wittenberg, 1541 Juni 13
  • Nr. 742 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Wittenberg, 1541 Juni 14
  • Nr.743 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Wittenberg, 1541 Juni 14
  • Nr.744 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Erasmus Ebner – Nürnberg, 1541 Juni 14
  • Nr.745 Bgm. und Rat von Frankfurt an Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb – Frankfurt, 1541 Juni 14
  • Nr. 746 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 Juni 15
  • Nr.747 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juni 15
  • Nr. 748 Granvelle an Kgn. Maria – Regensburg, 1541 Juni 15
  • Nr. 749 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 16
  • Nr.750 Die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten an Hg. Heinrich – Regensburg, 1541 Juni 16
  • Nr.751 Nikolaus Holstein an Hg. Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg – Regensburg, 1541 Juni 16
  • Nr.752 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 16
  • Nr.753 Hg. Ulrich von Württemberg an Klaus von Grafeneck und Philipp Lang – Nürtingen, 1541 Juni 17
  • Nr.754 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an den Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 Juni 17
  • Nr. 755 Hans von Dolzig, Hans von Pack und Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 18/[23]
  • Nr.756 [Franz Burchard] an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 18
  • Nr.757 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Erasmus Ebner – Nürnberg, 1541 Juni 18
  • Nr.758 Jakob Ehinger an Bgm. und Rat von Heilbronn – Regensburg, 1541 Juni 18
  • Nr. 759 Hieronymus Boner an Bgm. und Rat von Colmar – Regensburg, 1541 Juni 18
  • Nr.760 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Juni 18
  • Nr.761 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 19
  • Nr.762 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 20
  • Nr. 763 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 20
  • Nr.764 Johann Feige an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juni 20
  • Nr.765 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 20
  • Nr.766 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 21
  • Nr.767 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juni 21
  • Nr.768 Lgf. Philipp von Hessen an Johann Feige – Meiningen, 1541 Juni 21
  • Nr.769 [Johann Feige] an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juni 21
  • Nr. 770 Johann von Vlatten an Hg. Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg – Regensburg, 1541 Juni 21
  • Nr.771 Klaus von Grafeneck und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juni 21
  • Nr. 772 Kf. Joachim II. von Brandenburg an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juni 22
  • Nr.773 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 22
  • Nr. 774 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juni 22
  • Nr.775 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 22
  • Nr. 776 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juni 23
  • Nr.777 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 Juni 23
  • Nr.778 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Erasmus Ebner – Nürnberg, 1541 Juni 23
  • Nr. 779 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juni 24
  • Nr.780 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 Juni 25
  • Nr.781 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 Juni 25
  • Nr.782 Der Rat von Augsburg an Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel – Augsburg, 1541 Juni 25
  • Nr. 783 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juni 26
  • Nr.784 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an F. Wolfgang von Anhalt, Hans von Dolzig, Hans von Pack und Franz Burchard – Torgau, 1541 Juni 26
  • Nr.785 Hg. Heinrich von Sachsen an die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten – Dresden, 1541 Juni 26
  • Nr. 786 Bgm. und Rat von Frankfurt an Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb – Frankfurt, 1541 Juni 26
  • Nr.787 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juni 26
  • Nr.788 Lgf. Philipp von Hessen an Johann Feige – Friedewald, 1541 Juni 27
  • Nr. 789 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 27
  • Nr.790 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 27
  • Nr.791 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juni 28
  • Nr. 792 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Torgau, 1541 Juni 28
  • Nr.793 Die Würzburger Reichstagsgesandten an Bf. Konrad IV. – Regensburg, 1541 Juni 28
  • Nr.794 Jodocus Hoetfilter an Kard. Farnese – Regensburg, 1541 Juni 28
  • Nr.795 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr.796 Johann Feige an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr. 797 Lgf. Philipp von Hessen an Johann Feige, Alexander von der Thann, Johann Keudel und Sebastian Aitinger in Regensburg – Battenberg, 1541 Juni 29
  • Nr.798 Christoph Welsinger an Bf. Wilhelm III. von Straßburg – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr.799 Nikolaus Holstein an Hg. Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr.800 Klaus von Grafeneck und Philipp Lang an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr.801 Propst Johann Astmann und Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr.802 Karl V. an Bgm. und Rat von Lübeck – Regensburg, 1541 Juni 29
  • Nr.803 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juni 30
  • Nr.804 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wittenberg, 1541 Juni 30
  • Nr.805 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juni 30
  • Nr.806 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 Juni 30
  • Nr.807 Bgm. und Rat von Nördlingen an Wolfgang Vogelmann – [Nördlingen], 1541 Juni 30
  • Nr.808 Jakob Ehinger an Bgm. und Rat von Heilbronn – Regensburg, 1541 Juni 30/Juli 1
  • Nr.809 Hgn. Elisabeth von Braunschweig-Calenberg an den Kaiser – o. Ort, [1541 Ende Juni/Juli]
  • Nr. 810 Goswin von Lomersheim und Peter Bellinghausen an Bgm. und Rat von Köln – Regensburg, 1541 Juli 1
  • Nr.811 Hans von Dolzig an Hans von Ponickau – Regensburg, 1541 Juli 1
  • Nr.812 Die Würzburger Reichstagsgesandten an Bf. Konrad IV. – Regensburg, 1541 Juli 1/4
  • Nr.813 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 2
  • Nr.814 Bericht Wolfgang Vogelmanns über die Beratungen der protestantischen Stände über das Kolloquiumsergebnis – [Regensburg, 1541 Juli 2]
  • Nr. 815 Kf. Johann Friedrich [und Hg. Johann Ernst von Sachsen] an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juli 3
  • Nr.816 Bericht Hans von Dolzigs über seine Verhandlungen mit Hans Hofmann – Regensburg, [1541 Juli 3]
  • Nr.817 Gregor Brück an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Wittenberg, 1541 Juli 3
  • Nr.818 Christoph Welsinger an Bf. Wilhelm III. von Straßburg – Regensburg, 1541 Juli 3
  • Nr. 819 Bgm. und Rat von Nürnberg an Clemens Volkamer und Erasmus Ebner – Nürnberg, 1541 Juli 3
  • Nr. 820 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 Juli 3
  • Nr.821 Kf. Johann Friedrich [und Hg. Johann Ernst von Sachsen] an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juli 4
  • Nr.822 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – [Regensburg], 1541 Juli 4/6
  • Nr.823 Klaus von Grafeneck an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juli 4
  • Nr.824 Hg. Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg an Nikolaus Holstein – Celle, 1541 Juli 4
  • Nr.825 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 4
  • Nr.826 Konrad Metsch an Mgf. Johann von Brandenburg-Küstrin – Regensburg, 1541 Juli 4
  • Nr. 827 Gerwig Blarer, Abt von Weingarten, an Hans von Hinwil – Regensburg, 1541 Juli 4
  • Nr. 828 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr.829 Sebastian Aitinger an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr.830 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr. 831 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr.832 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr. 833 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr.834 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, [1541 Juli 5]
  • Nr.835 Johann Hardt und Berthold Achtermann an Bgm. und Rat von Goslar – Regensburg, 1541 Juli 5
  • Nr.836 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juli 6
  • Nr.837 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 6
  • Nr. 838 Johannes Gropper an den Klerus von Köln – Regensburg, 1541 Juli 6
  • Nr.839 Bgm. und Rat von Nördlingen an Wolfgang Vogelmann – [Nördlingen], 1541 Juli 6
  • Nr.840 Die hessischen Reichstagsgesandten an [Lgf. Philipp] – Regensburg, 1541 Juli [7]
  • Nr.841 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 7
  • Nr.842 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 8
  • Nr.843 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juli 8
  • Nr.844 Die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten an Hg. Heinrich – Regensburg, 1541 Juli 8
  • Nr.845 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Claudius Peutinger an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 9
  • Nr. 846 Klaus von Grafeneck an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juli 9
  • Nr. 847 Hg. Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg an Nikolaus Holstein – Celle, 1541 Juli 9
  • Nr.848 Wolfgang Rehlinger an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Juli 9
  • Nr. 849 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Hans von Dolzig, Hans von Pack und Franz Burchard – Torgau, 1541 Juli 10
  • Nr.850 Hieronymus Boner an Bgm. und Rat von Colmar – Regensburg, 1541 Juli 10
  • Nr.851 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juli 10
  • Nr.852 Georg Herwart und Mang Seitz an die Augsburger Reichstagsgesandten – Augsburg, 1541 Juli 10
  • Nr. 853 Bgm. und Rat von Nördlingen an Wolfgang Vogelmann – [Nördlingen], 1541 Juli 10
  • Nr.854 Bgm. und Rat von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – Nürnberg, 1541 Juli 11
  • Nr.855 Goswin von Lomersheim und Peter Bellinghausen an Bgm. und Rat von Köln – Regensburg, 1541 Juli 11
  • Nr.856 Lgf. Philipp von Hessen an Johann Feige, Alexander von der Thann, Johann Keudel und Sebastian Aitinger – Kassel, 1541 Juli 12
  • Nr.857 Hg. Ulrich von Württemberg an Klaus von Grafeneck und Christoph von Venningen – Nürtingen, 1541 Juli 12
  • Nr.858 Bgm. und Rat von Augsburg an die Augsburger Reichstagsgesandten – Augsburg, 1541 Juli 12
  • Nr.859 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Claudius Peutinger an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 12
  • Nr. 860 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 13
  • Nr.861 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juli 13
  • Nr.862 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Torgau, 1541 Juli 13
  • Nr.863 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Lgf. Philipp von Hessen – Torgau, 1541 Juli 13
  • Nr.864 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juli 13
  • Nr.865 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Georg Herwart und Mang Seitz – Regensburg, 1541 Juli 13
  • Nr.866 Kf. Johann Friedrich [und Hg. Johann Ernst von Sachsen] an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juli 14
  • Nr.867 Franz Burchard an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juli 14
  • Nr.868 Lgf. Philipp von Hessen an Johann Feige – Ritte, 1541 Juli 14
  • Nr.869 Die hessischen Reichstagsgesandten an Lgf. Philipp – Regensburg, 1541 Juli 14
  • Nr.870 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 14
  • Nr.871 Johann Hardt und Berthold Achtermann an Bgm. und Rat von Goslar – Regensburg, 1541 Juli 14
  • Nr.872 Bgm. und Rat von Augsburg an die Augsburger Reichstagsgesandten – Augsburg, 1541 Juli 14
  • Nr.873 Bgm. und Rat von Speyer an Friedrich Meurer und Adam von Berstein – Speyer, 1541 Juli 14
  • Nr.874 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Weidenhain, 1541 Juli 15
  • Nr.875 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Claudius Peutinger an Bgm. und Rat von Augsburg – Regenspurg, 1541 Juli 15
  • Nr. 876 Karl V. an Kgn. Maria – Regensburg, 1541 Juli 16
  • Nr.877 Lgf. Philipp von Hessen an die hessischen Reichstagsgesandten – Ritte, 1541 Juli 16
  • Nr.878 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 16
  • Nr.879 Die Älteren von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Juli 16
  • Nr. 880 Jakob Ehinger an Bgm. und Rat von Heilbronn – Regensburg, 1541 Juli 16
  • Nr. 881 Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Juli 17
  • Nr.882 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Juli 17
  • Nr.883 Hg. Heinrich von Sachsen an die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten – Dresden, 1541 Juli 18
  • Nr.884 Konrad Zwick an Bgm. und Rat von Konstanz – Regensburg, 1541 Juli 19
  • Nr.885 Jakob Sturm und Batt von Duntzenheim an Bgm. und Rat von Straßburg – Regensburg, 1541 Juli 19
  • Nr. 886 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 19/20
  • Nr. 887 Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 20
  • Nr.888 Bgm. und Rat von Nördlingen an Wolf Graf und Wolfgang Vogelmann – [Nördlingen], 1541 Juli 20
  • Nr.889 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Claudius Peutinger an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 20
  • Nr.890 Bgm. und Rat von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Juli 20
  • Nr.891 Bgm. und Rat von Speyer an Friedrich Meurer und Adam von Berstein – [Speyer], 1541 Juli 20
  • Nr.892 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Claudius Peutinger an die Geheimen von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 21
  • Nr.893 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Herzberg, 1541 Juli 22
  • Nr. 894 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an Franz Burchard – Herzberg, 1541 Juli 22
  • Nr.895 Die Würzburger Reichstagsgesandten an Bf. Konrad IV. – Regensburg, 1541 Juli 22
  • Nr.896 Wolfgang Rehlinger an Georg Herwart – Regensburg, 1541 Juli 22
  • Nr.897 Christoph Welsinger an Bf. Wilhelm III. von Straßburg – Regensburg, 1541 Juli 23
  • Nr.898 Die Älteren von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Juli 23
  • Nr. 899 Bgm. und Rat von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Juli 23
  • Nr.900 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Kartause Eppenberg, 1541 Juli 23
  • Nr.901 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 24
  • Nr.902 Johann von Glauburg und Hieronymus zum Lamb an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juli 24
  • Nr.903 Johann von Glauburg an Bgm. und Rat von Frankfurt – Regensburg, 1541 Juli 24
  • Nr.904 Bgm. und Rat von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Juli 24
  • Nr.905 Die Würzburger Reichstagsgesandten an Bf. Konrad IV. – Regensburg, 1541 Juli 24
  • Nr.906 Wolfgang Rehlinger, Simprecht Hoser und Konrad Hel an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 24
  • Nr. 907 Bgm. und Rat von Goslar an Johann Hardt und Berthold Achtermann – Goslar, 1541 Juli 25
  • Nr. 908 Klaus von Grafeneck und Christoph von Venningen an Hg. Ulrich von Württemberg – Regensburg, 1541 Juli 25
  • Nr.909 Die herzoglich-sächsischen Reichstagsgesandten an Hg. Heinrich – Regensburg, 1541 Juli 25
  • Nr.910 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Liebenwerda, 1541 Juli 26
  • Nr. 911 Johann Marquardt an Mgf. Ernst I. von Baden-Durlach – Regensburg, 1541 Juli 26
  • Nr. 912 Hg. Ulrich von Württemberg an Klaus von Grafeneck und Christoph von Venningen – Urach, 1541 Juli 26
  • Nr. 913 Bgm. und Rat von Nürnberg an Hieronymus Baumgartner und Sebald Haller – [Nürnberg], 1541 Juli 26
  • Nr.914 Wolfgang Rehlinger und Simprecht Hoser an Bgm. und Rat von Augsburg – Regensburg, 1541 Juli 26
  • Nr. 915 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Liebenwerda, 1541 Juli 27
  • Nr. 916 Aufzeichnung Franz Burchards über die Audienz bei Hg. Wilhelm IV. von Bayern am 27. Juli 1541 – [Regensburg, 1541 Juli ca. 27]
  • Nr.917 Wolf Graf und Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 27
  • Nr.918 Wolf Graf und Wolfgang Vogelmann an Bgm. und Rat von Nördlingen – Regensburg, 1541 Juli 28
  • Nr.919 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 Juli 29
  • Nr.920 Johann Feige an Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juli 29
  • Nr.921 Bgm. und Rat von Nördlingen an Wolf Graf und Wolfgang Vogelmann – [Nördlingen], 1541 Juli 30
  • Nr.922 Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen an die sächsischen Reichstagsgesandten – Torgau, 1541 Juli 31
  • Nr.923 Die sächsischen Reichstagsgesandten an Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst – Regensburg, 1541 August 1
  • Nr.924 Bericht über die Schlussverhandlungen auf dem Regensburger Reichstag für Kf. Johann Friedrich und Hg. Johann Ernst von Sachsen – o. Ort, [1541 nach August 1]
  • Nr.925 Siebert von Löwenberg an Cornelius Schepper – Regensburg, [1541] August 2
  • Nr.926 Johann Feige an Lgf. Philipp von Hessen – Bamberg, 1541 August 5
  • Nr. 927 Karl V. an Kg. Ferdinand – Innsbruck, 1541 August 6
  • Nr. 928 Johann Feige an Lgf. Philipp von Hessen – Neustadt vor der Rhön, 1541 August 7
  • Nr.929 Bgm. und Rat von Nördlingen an Bgm. und Rat von Giengen – [Nördlingen], 1541 August 9
  • Nr. 930 Lgf. Philipp von Hessen an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – Zapfenburg, 1541 August 13
  • Nr. 931 Kg. Ferdinand an Karl V. – Wiener Neustadt, 1541 August 14
  • Nr.932 Kf. Albrecht von Mainz an Karl V. – Aschaffenburg, 1541 August 16
  • Nr. 933 Johann Weißenfelder an Kf. Albrecht von Mainz – Landshut, 1541 August 21
  • Nr. 934 Bgm. und Rat von Speyer an Bgm. und Rat von Köln – [Speyer], 1541 August 25
  • Nr.935 Bgm. und Rat von Frankfurt an Kf. Albrecht von Mainz – Frankfurt, 1541 August 25
  • Nr. 936 Wolf von Pappenheim, seine Brüder und Vettern an Kf. Johann Friedrich von Sachsen – o. Ort, 1541 September 1
  • Nr.937 Bgm. und Rat von Frankfurt an Kf. Albrecht von Mainz – [Frankfurt], 1541 September 6
  • Nr. 938 [Gereon Sailer] an [Lgf. Philipp von Hessen] – o. Ort, [1541 September 8]
  • Nr. 939 Kard. Contarini an Kf. Albrecht von Mainz – Lucca, 1541 September 19
  • Nr.940 Karl V. an Kgn. Maria – La Spezia, 1541 September 23
  • XI. Urkunden und Akten zur Schlussphase des Reichstages

    XI. Urkunden und Akten zur Schlussphase des Reichstages

  • XI,1 Der Reichsabschied vom 29. Juli 1541
  • XI,2 Die Deklarationen Karls V. zum Regensburger Reichsabschied für die Konfessionsparteien
  • XI,3 Protestationen und Vorbehaltserklärungen
  • XI,4 Nebenabschiede
  • Register der Personen- und Ortsnamen

    Register der Personen- und Ortsnamen

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    « ŠVIII. Supplikationen  »

    «VIII,1 Beschwerden der schmalkaldischen Verbündeten über die jurisdiktionelle Praxis des Reichskammergerichts  »

    «Nr.244 Supplikation der schmalkaldischen Verbündeten an den Kaiser – Regensburg, 1541 April 2/31 »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 391 Nr. 148 Bd. 1, fol. 132r–139v (Kop.); DV v. a. Hd. fol. 139v: Copei, was in aller ainungsverwanten stende nahmen etzlicher irer beschwerung halben an ksl. Mt. gelangt. 1541.

    B  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/05, Reichstagshandlung zu Regensburg 1541, fol. 35r–42r (Kop.).

    C  koll. Stuttgart HStA, A 262 Bü. 12, fol. 15r–26r (Kop.); AS fol. 15r: Supplication der protestierenden und ainungsverwandten stend, der röm. ksl. Mt. etlicher irer beswerung und sonderlich der statt Goßlar und Braunsweig halben ubergeben etc.; AV v. a. Hd. fol. 15r: [Samstag] post Letare, 2. Aprilis 1541.

    D  koll. Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 627r–632r (Kop.).

    Nachdeme euere ksl. Mt. auf underthenig bitten und anhalten der Kff. und Ff. zue Sachssenn und Hessenn etc. vor sich und ire mitverwanthen gegen diesem von euerer ksl. Mt. angesatztem reichstag an euerer Mt. camergericht in allen und jeden religionnsachen oder, die denselbigen anhengig und dorauß fliessendt, darinnen bißanher gemelt camergericht wieder den nurmbergischen friedstandt, auch euerer ksl. Mt. jussionn und bevelh vermeintlich procedirt, einen genedigsten stilstandt verfugt, auch der von Mindenn und Goßlar achten gnedigst suspendirt, desgleichen Hg. Heinrichenn von Braunschweig gegen der stadt Braunschweig, die er mit der that und gewalt in viel wege beschwert, in ruhe zu stehen, und sonderlich der stat Goßlar halben gemeltem hertzogen solche suspensionn der acht insinuirt und von euerer ksl. Mt., sie mit der that in keinen weg zu belestigen, gnedigst bevohlen etc., alles nach inhalt solcher euerer ksl. Mt. gnedigsten suspensionn, mandaten und bevehlen, des sich dann hochgemelte chur- und fursten sampt iren religionßverwanthen zum underthenigsten bedancken mit underthenigstem erbiethen, solchs umb euere ksl. Mt. in aller underthenigkeith zu verdienen.

    ŠSo hetten sich ire kfl. und fstl. Gn. und die andern gentzlich versehen und getröstet, es solte solchem euerer ksl. Mt. gebotenem stilstandt und gescheener suspensionn der processen und achten von camerrichter und beisitzern, auch von Hg. Heinrichen euerer ksl. Mt. bevohlenem friedgeboth gegen gemelten beiden steten gehorsamet worden seyn, in betrachtung euerer ksl. Mt. gnedigsten verschaffung und ernstem bevelh und auch, damit alle vorstehende sach auf diesem angesatzten reichstagk desto baß zue lob des almechtigen, des hl. reichs deutzscher nationn und allem fridlichen wesen zue wolfart und guthem zu beratschlagung und handlung furgenohmen werden möchten. Sie wissen aber euerer ksl. Mt. in underthenigkeit nicht unangetzeigt zu lassen:

    Erstlich, das euerer ksl. Mt. camergericht noch fort und fort in sachen, darinnen der stilstandt verfugt, zu procedirn, ungeachtet solcher euerer ksl. Mt. verschaffung und genedigster suspensionn, sich anmassen, dann doselbst sieder euerer ksl. Mt. abreisens von Speier in sachen, die von Eßlingen und den Pautzenn belangendt, vermeinlich procedirt worden.

    Zum andern hat gemelt camergericht wieder die von Lindau in pur religionsachen sieder dem auch verfahren.

    Zum dritten ist denen von Straßburgk am [12.]a tag Marcij ein citation zukhomen, darinnen sie, auf eynen bestimpten tagk zu erscheinen, in sachen die carthauß, doselbst in irer oberkeit und gebieth gelegen, belangendt, citirt und erfordert2.

    ŠSo ist auch dem Kf. zue Sachssenn unlangst ein citationn vom camergericht zukhomen, derhalben euerer ksl. Mt. durch seiner kfl. Gn. gesanthen und rethe alhie underthenigst bericht und antzeig gescheen. Und wirdet man berichtet, daß sich die am camergericht sollen vernehmen lassen, daß sie, auf solch euerer ksl. Mt. gnedigste suspension nicht stiltzustehen, bedacht sein. Wo nhun euere ksl. Mt. solchs also befunden, so hetten sie leichtlich zu ermessen, daß diese stende nicht one merkliche ursachen in viel wege von gemeltem camergericht sich hievor geclagt haben.

    Nhun haben euere ksl. Mt. allergnedigst zu ermessen, wie gantz beschwerlich hochgemelten chur- und fursten zue Sachssenn und Hessenn etc. sampt iren mitverwanthen solches sein wölte, daß sie uber und wider euerer ksl. Mt. gnedigste verschaffung, stilstandt und suspensionn mit solchen vermeinten processen in diesem werendem reichstag belestigt und beschwerth, und wie genießlich sie euerer ksl. Mt. gnedigsten, gegebnen geleiten zue diesem reichstag sein möchten, do sie mitlerzeit mit solchem procedirn also bedranget und villeicht mit der acht ereilet werden sollten.

    Und dieweil gemelt camergericht izt in gegenwertigkeit euerer ksl. Mt. sich solchs ungehorsams gegen denen Kff., Ff. und stenden dieses theils dergestalt wieder euerer ksl. Mt. bevelh und verschaffung anmassen, so haben euere ksl. Mt. gnedigst zu erachten, was sie sich abwesenß euerer ksl. Mt. understehen durfen und daß ir furnehmen und meynung dohin gericht, wie sie zu unruhe ursachen geben und alle fridliche handlung verhindern möchten, das sie dann itziger zeit mit dem werck euerer ksl. Mt. gnedigsten suspensionn zuentgegen, auch derselbigen reputationn zu verkleynung wol beweisen.

    Dieweil sich dann gemelte Kff., Ff. und stende gentzlich versehen und getrösten, euere ksl. Mt., die werden ob irer gnedigsten, bewilligten und gegebnen suspensionn und verschaffung solchs procedirens halben am camergericht Šernstlich halten, wie auch euer ksl. Mt. gemuth dohin gericht auß etzlicher euerer ksl. Mt. selbst gescheenen antzeig undertheinigst vermerckt worden, so ist an euere ksl. Mt. in nhamen und von wegen der Kff., Ff. und stende der augspurgischen confessionn verwanthen unser underthenigste bith, euere ksl. Mt. wölten bey gemeltem camergericht ernstlich verfugen und schaffen, daß nochmalß derselbigen bevelh und suspensionn allen vorstehenden sachen und handlung alhie, wie sonder zweifel euerer ksl. Mt. selbst gnedigst ermessen und bedencken, zue gutem gehorsamet, daß auch euere ksl. Mt. von camerrichter und beisitzer certification, euerer Mt. bevelh und suspensionn zu gehorsamen, fordern und begern und dieselbige den stenden gnedigst zustellen lassen wölten, damit sie gewieß sein möchten, daß euerer ksl. Mt. bevelh von ihnen gelebt und nachgesatzt wurde. Dann sonsten wissen sie ihnen auß berurten ursachen schwerlich zu vertrauen. Solchs werden ire kfl. und fstl. Gn. und derselbigen mitverwanthen in aller underthenigkeit verdienen.

    Zum andern, allergnedigster keiser und her, wissen euerer ksl. Mt. wir auch in underthenigkeit nicht unvermelt zu lassen, daß die beide stedt Goßlar und Braunschwig sich vor wenig tagen durch ir schreiben an hochgedachte chur- und fursten zue Sachsenn und Hessen etc. beclagt, wie daß ihnen euerer ksl. Mt. suspension der acht und gebothener fridstandt gegen Hg. Heinrichenn von Braunschwig wenig furtreglich. Dann sovil Goßlar belanget, habe er, Hg. Heinrich, ihnen bißanher die wege und strassen also versperret und geschlossen, daß ihnen kein prophiant, auch nicht das geringst an vhie, butter, gesaltzen fischen und anderm möge zugefurt werden, sondern lest dieselbigen allenthalben in seinem furstenthumb aufhalten und umbtreiben, welche ire beschwerung auf Mitwochen nach Reminiscere [1541 März 16] noch nicht erledigt gewesen inhalts ires schreibenß und beclagenß. Und ist zu vermuthen, daß sie villeicht noch auf diese stunde dorinnen haften. Dieweil sie von gemeltem Hg. Heinrichenn nach insinuirung euerer ksl. Mt. mandat mehr, dann zuvor je gescheen, beschwert, bedrangt und beengstiget worden sein sollen.

    Nhun haben euere ksl. Mt. allergnedigst zu erachten, daß dieses nicht ein geringe beschwerung ist, so denen von Goßlar disfalß durch Hg. Heinrichenn uber solche euerer ksl. Mt. gnedigste suspensionn begegnet, und werden also von Hg. Heinrichenn durch diesen weg mehr geengstiget und beschwert, dann wann er ein offentlichen krig wieder sie furgenohmen und sie belegert hette, dieweil er alß ir gegentheil in solchem vhal keynen uncosten aufwenden noch einiger gefhar gewertig sein durf und den von Goßlar die defension benohmen, zudem, daß der von Braunschweig, das closter Reifenbergk, dem stift Hildeßheim zustendig, nicht fern von Goßlar gelegen, welches er itzt innehat oder occupirt, zu bauen und zu befestigen, vorgenohmen, auch reuter und knecht dorein gelegt haben solle, dorauß die von Goßlar teglich uberfalß und gewalts gewertig sein mussen, nicht weniger dann so er sie mit offentlichem kriege angriffe etc. Wie nhun von Hg. Heinrichenn euerer ksl. Mt. verschaffung Šgelebt und nachkohmen, das haben euere ksl. Mt. gnedigst zu ermessen. Dann op er gleich mit hereskraft oder gewalt wieder sie nicht zeucht, so ist doch die versperrung des zugangs allerley prophianden und noturft nicht minder dan gewalt zu achten.

    Desgleichen haben sich die von Braunschwig beclagt, opwol ire arme leut zue Amplebenn, welche Hg. Heinrich uber 16 wochen in gefencknuß enthalten, wiederumb loßgelassen, so weren sie doch darumb, daß sie die jerlichen zinß ihnen und nicht nach Wolfenbuttel bracht, ein jeder von einer hufen landes umb acht gulden geschatzt und von Hg. Heinrichs heimgelassenen dienern mit zinsen und dinsten an den apt zu Ritterhausenn und compter [= Komtur] zue Luckelheim vermeinlichb gewiesen worden, welches ihnen dann nicht wenig beschwerlich, daß sie ires eigenthumbs zue Amplebenn, den sie vor 100 und etzlichen jharn mit gutem tittel an sich bracht und besessen, dermassen mit solcher geschwindigkeith solten privirt und entsetzt werden. Und op sie wol Hg. Heinrichs diener und verwanthe defensive eingetzogen, so hetten sie doch euerer ksl. Mt. zue underthenigsten gehorsam dieselbigen auf einen alten urfrieden one entgeltnuß wiederumb loßgegeben, unangesehen, daß ire arme leut zue Ampleben, mit denen der anfangk gemacht worden, noch mit ihnen in berurter beschwerung hafteten.

    Zudeme, daß sie in befhar und sorgung stehen musten, er wurde euerer ksl. Mt. gnedigst gegeben geleith und sicherheit zue diesem angesatzten reichstagk an iren burgermeistern, ratsfreunden, secretarien und dienern, welche er vermeinlich an ungeburenden gerichten des furstenthumbs hette verfesten oder echtigen lassen, nicht verschonen und, sich villeicht mit dem schein der vermeinten verfestung oder acht disfalß zu schutzen, furhaben. Dieweil sie aber, gemelte ire burgermeister, ratsfreunde, secretarien und diener in iren furfallenden sachen, sonderlich auch zue diesem angesatzten reichstagk zu verschicken und zu gebrauchen, nicht umbgehen möchten, wolte ihnen zum höchsten beschwerlich sein, dieser fhar von Hg. Heinrichenn zu gewarthen3.

    Nachdeme aber die stende dieses theilß in underthenigkeit nicht zweifeln, euere ksl. Mt. sey des genedigsten gemuts und meynung, daß gegen beiden itz gemelten steten Goßlar und Braunschwig mit aller unpillichen trancksal und beschwerung vermuge derselben gnedigsten suspensionn und bevelh gentzlich stillergestanden, damit nicht ursachen zue unruhe oder einichen tatlichen handlung gegeben, sonder alle die, so von euer ksl. Mt. anher auf diesen Šangesatzten reichstagk erfordert und mit genedigstem geleith vorsehen, sich desselbigen sicher freuen, unbeschwert und unbedranget bleiben und also die vorstehenden sachen alhie Got zu lob und gemeyner wolfart des reichs deutzscher nationn mit frieden und sicherheit beratschlagt und gehandelt werden muge, so ist ir underthenigst verhoffen, euer ksl. Mt. werden sich der gemelten beschwerung halben, so den beiden steten Goßlar und Braunschwig uber euerer ksl. Mt. suspensionn und verschaffung begegnen, mit geburlichem und ernstlichem einsehen und verfugen zu erzeigen wissen, damit die gemelten beide stedt desselbigen mit dem werck genißlichen entpfinden, denen von Goßlar die strassen und paß zu erholung noturftiger prophiant nicht versperret pleiben noch sunsten sie mit der that beschwert, auch das closter Reiffenbergk nicht weiter gebaut oder befestiget und die reuter und knecht, so dorinnen gelegen, op sie noch dorinnen weren, heraußgeschafft, desgleichen, daß denen von Braunschwig Hg. Heinrichs vermeinte verfestung oder echtigung irer burgermeister, ratsfreunden, secretarien und andern zue keinem nachteil oder fhar gereichen, auch irer inhabenden gerechtigkeit und possessionn des dorfs Amplebenn nyt mit der that entsatzt werden, sonder daß sie gleich andern iren burgern und verwanthen euerer ksl. Mt. sicherung und geleits vehig und genißlich sein möchten, darumb auch diese stende allenthalben zum underthenigsten bitten.

    Und damit euere ksl. Mt. der ding, wie es umb solche beschwerung gewanth und ob Hg. Heinrich von Braunschwig, wie er sich gegen euerer ksl. Mt. in jungster ubergebenen supplicationn [Nr. 247] mit wenigem grunt ruhmet, mehr ursach zu clagen habe dann die gemelten beide stete, denen er auflegt, alß solten sie teglich mit viel hundert starck auß der stadt ihme in das sein fallen, auch daß die von Braunschweig in kriegsrustung stehen und etzliche zue roß und fuß in die stadt bracht und gelegt haben solten, gruntlichen und waren bericht genedigst entpfahen, auch sich dorauf zu ertzeigen haben muge, so wirdet ferner underthenigst gebethen, euere ksl. Mt. wöllen etzliche unverdechtige commissarien von hinnen zue gemelten beiden steten schicken und verordnen, sich doselbst der ding gelegenheit zu erkundigen und euerer ksl. Mt. warhaftigen, gruntlichen bericht furtzuwenden, und in sonderheit, daß auch dieselbigen euer ksl. Mt. verordenten commissarien diejhenigen, so von beider dieser stet wegen anher sollen geschickt werden, durch des von Braunschwigs und andere furstenthumb und landt von wegen euerer ksl. Mt. vergleiten und sicher durchbringen mugen, dieweil sie in solcher fhar und besorgung stehen und one das anher nicht wol sicher kohmen möchten, in betrachtung, wie es Dr. Delingßhaußen gegangen4, welcher euerer ksl. Mt. geleit bey sich gehabt. Dann gemelter beider stete hochste noturft erfordert, alhie uff diesem angesatzten reichstagk zu erscheinen und euerer ksl. Mt. ire hohe beschwerung und drancksal wieder Hg. Heinrichenn von Braunschweig Šmit grunt und bestant underthenigst zu clagen und umb allergnedigst und geburlich einsehen zu erhaltung friden und ruhe zum underthenigsten zu biethen5.

    Und dieweil auch Hg. Heinrich von Braunschweig die churfursten, fursten, stende und stete obgemelt von wegen irer christlichen religionn in seinem außgegangenen schmehbuch wieder den Kf. zue Sachsenn und Lgf. zue Hessenn zum hochsten unpillicherweise lestert und schmehet und alß aufrurisch antzeigt, wie er dann auch in seiner vermeinten verantworthung gegen den von Goßlar, so er alhie euerer ksl. Mt. ubergeben [Nr. 247], ire vereynung eyn conspirationn nennen thut mit andern beschwerlichen ufflagen und sonderlich, alß solt ir entlich gemuth, wie die erfarung gebe, dohin gericht seyn, daß sie euerer ksl. Mt. und des reichs reputationn, ehre, ordnung und gesetz gentzlich und gar vornichten und umbstossen wölten, alles mit ungrunt und unwarheit, so bitten sie underthenigst, euere ksl. Mt. die wölten solcher seiner erdichten und unerfuntlichen uflage und lesterung kein stadt noch glauben geben noch sich dardurch zue einiger ungenaden bewegen lassen, ungetzweiffelt, euere ksl. Mt. die werden clerlich befinden, auch bereitan befunden und vermerckt haben, daß Hg. Heinrichenn so vil an der religion nit gelegen, sonder vielmehr euere ksl. Mt. gegen diesen stenden zu vorbittern und also unruhe in deutzscher nationn zu erwecken und zu erregen, welches der almechtig gnediglich wenden wölle. Dann daß gemelte churfursten, fursten, stende und stete die sachen der christlichen religionn und gotlichen, warhaftigen worts recht und christlich meynen, das haben euere ksl. Mt. auß mehrmalß gescheenen anzeig, bericht und handlung gnedigst vormerckt und befunden, werden es auch mit Gottes hulf forder anders nicht vermercken oder befinden, dann daß ir entlich gemut und meynung zue Gottes lob, erweiterung seines gotlichen worts, rechtschafner christlicher eynigkeith und zue allem pillichen gehorsam gegen euere ksl. Mt., auch zu erhaltung friden und ruhe im hl. reich zum hochsten geneigt, darumb ihnen alles das wiederige gemelter Hg. Heinrich mit ungrunt zumist.

    Und dieweil die stende Hg. Heinrichs gemuth also, wie oblaut, vermercken, so wissen euerer ksl. Mt. wir ferner in underthenigkeith nicht unangetzeigt zu lassen, daß gemelter von Braunschweig, wie man glaublich bericht, Dr. Heltenn anher sol haben erfordern lassen, villeicht der meynung, daß er ihnen in die vorstehende handlung und sachen dieses reichstags schieben muge. Nhun ist es viel leuthen bewust, daß gemelter Heldt viel zanck und wiederwillen under etzlichen stenden des reichs verursacht, allerley practiken getrieben und gesucht, die zue unruhe ursach geben möchten und verschiener zeit den nurmbergischen fridtstandt zue Schmalkaldenn mit seiner interpretationn mehr zerruttet dan gefurdert, daß also auß berurten und andern ursachen , die man wol antzuzeigen Šwuste und itzt euere ksl. Mt. darmit underthenigst zu verschonen bedacht, wenig vertrauen zu haben, do er in solche vorstehende handlung und beratschlagung geschoben wurde, daß die zu gutem, fridlichen und fruchtbaren ende gedeyen solten6.

    Neben dem aber hat sich Dr. Braun, welcher auf dem verschienen tag zue Wormbß in die handlung durch etzliche eingeschoben, in viel wege wieder diese stende daselbst und sunsten, friden und einigkeit zu verhindern, gantz verdechtig ertzeigt, welches unsers versehenß euere ksl. Mt. werden bericht entpfangen haben oder nochmalß sich gnedigst zu erkundigen wissen7. Alß haben euere ksl. Mt. gnedigst zu ermessen, dieweil es dieser beiden personen halb inmassen, wie gemelt, geschaffen und gestalt, also daß sie mehr zu verhinderung dann zu forderung christlicher eynigkeith, friden und ruhe geneigt, daß sie zue vorhabender handlung wenig dinstlich. Und ist derhalben in nahmen und von wegen vorgemelter churfursten, fursten, stende und stete unser underthenigst bit, euere ksl. Mt. wölten gnedigst darvor seyn, daß mehr genante Dr. Heldt und Braun alß zum höchsten verdechtige personen nicht möchten in die vorstehenden, gemeinen religionn- oder frideshandlung durch jemants eingedrungen und furgesatzt werden, in gnedigster betrachtung ermelter ursachen und, damit desto fruchtbarlicher zue lob des almechtigen, christlicher einigkeit, friden, ruhe und aller wolfarth des reichs alle sachen möchten furgenohmen, beratschlagt und gehandelt werden, dartzu sich dann diese stende mermalß underthenigst erbothen und nochmalß in aller underthenigkeit gegen euere ksl. Mt. thun erbiethen. Daß auch euere ksl. Mt. diese underthenigste anzeig nicht anderß dann irer hohen, unvermeidlichen nodturft nach allen furstehenden sachen zum besten von ihnen gemeint genedigst vermercken wölten, das seindt umb euere ksl. Mt. alß unsern allergnedigsten kaiser und hern gemelte churfursten, fursten, stende und stete in aller underthenigkeit und gehorsam zu verdienen underthenigst erbotig, schuldig und ganz willig etc., euer ksl. Mt. genedigste antworth hierauf underthenigst bittendt.

    Actum Regenspurgk, Sonnabent nach Letare anno etc. 41.

    «Nr.245 Hg. Ulrich von Württemberg an die Mitglieder des Schmalkaldischen Bundes in Regensburg – Calw, 1541 Mai 18 »

    Stuttgart, HStA, A 262 Bü. 11, unfol. (Kop.); DV: Copy an den Lgf. zu Hessen, F. Wolffgangen zu Anhallt und der andern abwesenden chur- und fursten, auch graven, stett und stende der ewangelichen vereyn rätte, bottschaften und gesanten jetzo zu Regenspurg versampt.

    ŠWiewol wir dem hochgebornen fursten, H. Johanns Fridrichenn Hg. zu Sachssenn, Lgf. in Thuringenn, Mgf. zu Meyssenn und burggraven zu Magdennburg, des hl. röm. reichs ertzmarschalcken und Kf. etc., unserm freuntlichen, lieben oheimen, jetzo in einer missive freuntlich zugeschriben und ermeldt haben, was uns fur beschwerden wider recht und billicheit durch den keiserlichen cammerrichter und bysitzer nun ein lange zeit her begegnet und ufferlegt worden sind, und in sonderheit in der purgationsach in beiden Cristoffs von Veningen und Cristoff von Lanndenbergs handlungen wir die fursorg getragen, das wir von gedachtem cammergericht uberylt werden möchten etc.1, hieruber so wissen wir euern L. und euch freuntlicher meynung und unser nottdurft nach nit zu verhalten, das wir in jetz angezogner purgationsachen unsern anwald, ratt und lieben getreuen Eberharten von Karpffen mit gnugsamem gewalt abgevertigt und uff den 27. tag Apprilis jungstverschinen alda zu Speyr gehabt mit bevelhe und gewalt, uff die vermeinte des keiserlichen viscals ubergeben artickel durch mittel des eyds zu antwurten vermög der ordnung: ‚ich glaub, war sein oder nit‘, da abermals gedacht cammergericht wider recht und alle billicheit uns beschwert und ungleiche burde uffgelegt in dem, das cammerrichter und bysitzer unserm anwald den eyd ufferlegt und den keiserlichen viscal, der dann, seine artickel wider uns auch by geschwornem eyd vermög der recht inzulegen, angehalten worden sein solt uff unsers anwalds begern, desselbigen eyds erlassen haben.

    Am andern, wiewol die röm. ksl. Mt., unser allergnedigster herr, Cristoff von Veningen der acht erledigt und absolviert, auch den camerrichtern sampt dem fiscal gnedigst schryben lassen, gegen ime, von Veningen, auch andern, so seinethalben uff den landfriden sich zu purgiern, furgenomen, nit verner zu procediern, wie dann die copyen sollicher keiserlichen bevelhe von unsernwegen gerichtlich ingelegt, aber das cammergericht nichtdestoweniger zu verachtung der ksl. Mt. bevelh wider uns fortgefaren und nit stillsteen wöllen, daruff dann gevolgt, das gedachter unser anwald den ufferlegten eyd gethon und zu Gott dem allmechtigen, das er zu den artickeln, durch den fiscal in gemelten purgationsachen wider uns ingebracht, vermittelst diser wort, das er glaub, dieselbigen war oder nit war sein, antwurten wöll, geschworn, aber der fiscal, daran kein benuegen haben wöllen, sonder begert, das unser gemelter anwaldt den eyd vermög der ordnung erstatten, nemlich und nit allein zu Gott, sonder auch zu den heilligen a(als ime Gott helf und die heiligen)–a schweren soll, wölliches sich dann, wie billich und unser religion vermag, ze thun, unser anwaldt gewidert und gemeint, mit Gottes zeugknus dem eid gnug gethan Šhaben, daruff der fiscal die sach zu des richters erkanntnus gestellt, demnach uff Frytag, den 6. tag May, durch das camergericht publiciert und bescheid gegeben ist, das der eyd, durch unsern gesanten jungster audientz erstattet, nit angenomen, sonder erkennt, wa er denselbigen in gewonlicher form nit erstatten wurde, das alßdann uff des fiscals begern ferer ergeen soll, was recht ist, wie dann eure L. und ir uß bygethonem recess zu vernemen haben.

    Dieweil nun hierin wir mit sonderm uffsatz durch das camergericht uberylt werden wöllen und dann gemelten eyd mit gutter gewissen von unsernwegen nit thun lassen mögen, dann dardurch stunden wir unser gethanen protestation und recusation aller religionsachen halber, vor dem cammergericht verschiner zeit beschehen, ab. Auch were söllichs wider aller unser religionsverwanten churfursten, fursten, hern, stend und stett confession und appologien, darin dann ußtruckenlich bekennt, das die anrueffung der heilligen wider Gott und den verdienst Cristi. Nun werden aber in des cammergerichts eid die heilligen nebend Gott gesetzt, als ob nit gnug were, wann von unsernwegen by Gott geschworn, sonder muesten zu Gottes volkomenheit und mererm glauben die heilligen auch genennet und angerueft werden, das doch wider die erst tafel Mosi, den glauben in Cristum, unsern heren, und in dem rechten nit also versehen, und wurdet einem Juden in des reichs ordnung nit wytter, dann by Gott seinen eid zu erstatten, ufferlegt, und in söllichem fal ein Jud vil bas dann ein fromer crist bedacht, hierus dann volgt, das dise purgationsach von wegen angezogenen eids in ein lutter, pur religionsach verwendet wirdt, und indem das cammergericht wider der ksl. Mt. jungst gegebenen fridstand, darin mit ußtruckten worten verbotten, das sie in der religion und daruß fliessenden sachen jetzt werenden reichstags und, bis ein anders gemacht, kein neuerung furnemen söllen, fursätzlich handlet und damit nit allein uns, sonder auch eure L., euch und andere unser eynungsverwante stend beschweren thund, so ist dem allem nach an eure L. und euch unser gantz freuntlichs bitten und gnedigs begern, die wöllen dise beschwerden fur sich selbs erwegen als die, so wider das cristenlich und freuntlich gesprech jetzt zu Regennspurg durch das cammergericht furgenomen und unser religon nachteilig, und by der röm. ksl. Mt., unserm allergnedigsten herren, mit vleiss anhalten helfen, das ir Mt. gegen ernentem cammergericht diser unser beschwerden halber ein ernstlich insehens haben und zu abschaffung diser neuerung ernstlichen und furderlichen bevelhe thun, die gentzlich cassiern und undergryffen wölle, dann wir uns sunst hierin keines göttlichen, cristenlichen und keiserlichen rechtens nye geweigert, uns aller billicheit beflissen, auch demselbigen als ein gehorsamer furst des reichs irer Mt. zu underthenigstem gefallen und gehorsam zu geleben geneigt. Ob aber irer Mt. bevelhe by dem cammergericht nicht wurcken oder ir Mt., gedachten bevelh ze thun, weigern wurd und wir mitlerzeit, so wir by den heilligen nit schweren lassen wurden, durch das cammergericht wider uns uff die acht procediert und wir in noch mergklicher beschwerden gefüert werden wolten, Šeuer L. und ir wollen dise sachen als pur religionsachen erkennen, annemen und dann berattschlagen und handlen, wie denen begegnet und wir vor fererm nachteil und schaden verhuet werden mögen2.

    Datum Calw, den 18. tag May anno 41.

    «Nr.246 Eingabe der schmalkaldischen Verbündeten an Karl V. zugunsten Hg. Ulrichs von Württemberg in seinem Konflikt mit dem Kammergericht – Regensburg, 1541 Mai 301 »

    A  Wien HHStA, RK RTA 7, unfol. (Kop.).

    ŠB  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 391 Nr. 148 Bd. 2, fol. 1r–4v (Kop.); DV fol. 4v: Copei der supplication, damit die stende der cristlichen ainung an ksl. Mt. Hg. Ulrichs von Wirttennberg halben gelangt, 1541 Regennspurg.

    C  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/04, Regenspurgischen Reichstags, Religion und andere Händel vermöge einer hierbey [...] Anno 1539–1547, fol. 485r–487r (Kop.); AS fol. 484r: Uberantwort röm. ksl. Mt., den 30. Maij.

    D  koll. Stuttgart HStA, A 262 Bü. 12, fol. 95r–100v (Kop.); AS fol. 95r: Suplication an die röm. ksl. Mt. und durch die augspurgischen confession und ainungsverwandten stende etc. ainer aidtslaistung halben, so meinem gnedigen hern Hg. Ulrichen etc. wider sein gewissen vom camergericht auferlegt, ubergeben worden.

    Uns haben des hochgebornen und durchleuchtigen fursten und herrn, H. Ulrichs, Hg. zu Wurtembergs und Teckhs, Gf. zu Mumppelgarts etc., unsers frundtlichen, lieben vetters, gevatters, öheims und gnedigen herrn gesandte räthe, so jetzt alhie seien, neben anderm bericht und angezaigt, das euer ksl. Mt. camerprocuratorfiscal deren camergericht vermainterweis furgebracht und geclagt, als sollte Hg. Ulrich sich Cristoves von Lanndennbergs und Cristoves von Veningens handlungen argwönig, verdächtig und also thailhaftig gemacht haben, daruber angerueft, ime ladung zu erkennen, welhes er auf sein ungegrundt, vermaint furgeben und clag erlangt, auch etlich artickel, darmit er den angezogen verdacht understanden außzufiern, ubergeben, sein L. und fstl. Gn., durch mittel des aidts darauf zu antworten, anzuhalten, gebetten.

    Nachdem dann sein L. und fstl. Gn. von weilundt romischen kaisern und kunigen, eurer ksl. Mt. loblichen vorfarn, höchlich gefreiet, daz ir L. und fstl. Gn. in erster instantz, umb was sachen das sein möcht, in dhain gericht geladen, sonder vor seinen L. und fstl. Gn. räthen furgenomen soll werden, haben ir L. und fstl. Gn. sich derselben freihaiten beholfen und sich fur die räthe zu weisen begert, volgendts angezaigt, welchermassen euer ksl. Mt. den von Veningen der achte erlediget, camerrichter und dem fiscaln gnedigist schreiben und bevelhn lassen, gegen dem von Veningen, auch andern, so, seinethalben sich zu purgieren, furgehaischen, nit ferner zu procediern, darzu vermög des landtfridens caution von dem fiscal gevordert und ursachen furgebracht, warumb sein L. und fstl. Gn. diser handlungen halben nit verdacht und diser rechtvertigung billich erlassen sollt worden sein, so haben doch sollich irer L. und fstl. Gn. gegrundt, rechtmessig und billich einreden, behelf und beger bei den camerrichtern nichts mögen wurcken, sonder sie hetten dieselbigen alle und jede zuruckhgestellt, auch zu verachtung eurer ksl. Mt. gegeben absolution und bevelh furgeschritten und erkennt, das ir L. und fstl. Gn., anzogner einreden und behelf unangesehen, auf des fiscalls artickl in beeden gemelten purgationsachen bei dem aide antworten sollte, des sich sein L. und fstl. Gn. nit versehen. Jedoch, dieweil ir L. und fstl. Gn. sich beeder sachen halben unschuldig gewisst, hetten sie ir antwort und unschuld bei iren furstlichen eeren und wurdin, auch treuen und glauben erhalten wellen, wie dann je und allwegen bei vilen chur- und fursten Šim reich der brauch gewesen und, was sie auch also zugesagt, dem ist geglaubt und seien weitter zu dhainen phlichten oder aide getrungen worden, aber die camerrichter und beisitzer solhs auch nit angenomen und ir L. und fstl. Gn. bei dem aide antworten sollen.

    Darauf hetten ir L. und fstl. Gn. Eberhart von Karpffen an das camergericht gevertigt mit bevelh, daz er auf des fiscalls artickel (welche er, fiscal, unangesehen, daz es begert, nit beim aide ubergeben) antworten und den aide erstatten sollt. Eberhart von Karpffen hette auch den auferlegten aide gethon und zu Gott dem almechtigen, das er zu den artickeln des fiscalls vermittels diser wort, das er glaub dieselbigen war sein oder nit, antworten welle, geschworn, aber der fiscal daran dhain benuegen gehabt und begert, der von Karpffen wellte den aide vermög der ordnung erstatten, nämlich nit allain zu Gott, sonder auch zu den heilligen, als im Gott helf und heilligen, schweren, welches er zu thon sich gewaigert und verhofft, er habe mit Gottes zeugnus dem aide gnug gethon, daran aber fiscal nit zufriden gewesen, disen stritt zu des richters erkantnus gesetzt, welche [sic!] erkennt, das der aide, durch den von Karpffen erstattet, nit angenomen und, wo er denselben in gewonlicher form nit erstatten wurde, das alßdann auf des fiscalls beger verner ergeen solle, was recht ist.

    Ob dann gleich am camergericht der brauch gewesen, den aide also zu stellen, so möchte doch derselbig brauch wider daz wort Gottes nit statthaben, so were auch sollicher aide wider Gottes wort und seiner L. und fstl. Gn. gewissen, dann, so in des camergerichts aide die heilligen neben Gott gesetzt, were das als vil, als ob nit gnug, das bei Gott geschworn, sonder muessten zu Gottes volkomenhait und mererm glauben, auch zu erfullung aines rechten aidts seine creaturen als die heilligen auch genennt und zu dem verdienst Cristi als helfer angerueft werden, welches wider das erst gebott Gottes und den glauben in Cristum unsern herrn, auch im rechten nit also, das es nöttig, versehen were, daraus nichts anders zu nemen, wann daß bemelte camerrichter und beisitzer aus sonderm aufsatz sein L. und fstl. Gn. hiemit understienden zu ubereilen, weitter, dann sein gewissen und glaubensbekanntnus vermöchten, zu tringen, welchs die reichsordnung doch auch den Juden zu thon nit auferlegt, das auch in vilen fällen in ertaillung des aidts diser anhang von heilligen von eurer ksl. Mt. außgelassen und niemandts wider sein gewissen darmit beladen worden, mit angehengtem bitt und ersuchen, daz wir solhs bei eurer ksl. Mt. anbringen, umb gnedigste abschaffung underthenigist anhalten wollten.

    So wir dann aus dem allen befunden, daz eurer ksl. Mt. gnedigiste absolution und bevelh des Veningers halben geben, nichts wurcken und vilgemelt camergericht in diser und lanndenbergischenn purgationsachen gegen seiner L. und fstl. Gn. vast geschwindt gehandelt, wa auch des fiscalls beger und ir erkanntnus sein furgang haben sollt, sovil dise aidtslaistung betrifft, wider unser cristenlich religion, daz wort Gottes, seiner L. und fstl. Gn. gewissen, auch eurer ksl. Mt. gnedigste, gegeben suspension were, so haben wir nit könden Šumbgeen, sonder solhs eurer ksl. Mt. underthenigist sollen anzaigen2. Und ist hierauf an euer ksl. Mt. unser underthenigist bitt, die welle daz alles zu hertzen fieren, ain ernstlichs einsehens haben und solch des camergerichts und fiscalls furhaben undergreiffen, ernstlich und furderlich abschaffen, cassiern und des von Veningen sach bei eurer ksl. Mt. gnedigister absolution und beschehen bevelh, auch bei Gott geschwornen aide in Lanndenbergers sach beleiben und auch dise stende hinfurter disfalls nicht beschwern zu lassen. Was dann sein L. und fstl. Gn. sonst, von rechts und billichait wegen zu thon, schuldig, das werden sein L. und fstl. Gn. nit waigern. Und welle euer ksl. Mt. sich hierin gnedigist beweisen, wie unser underthenigist zuversicht und hoffnung ist3.

    « ŠVIII,2 Konflikte zwischen den schmalkaldischen Verbündeten und ihrem Anhang mit Hg. Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel  »

    « VIII,2a Die Städte Goslar und Braunschweig im Konflikt mit Hg. Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel  »

    «Nr.247 Stellungnahme Hg. Heinrichs zu den Beschwerden und Aktivitäten der Städte Goslar und Braunschweig – Regensburg, [1541 März 12]1 »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. E 136, fol. 142r–146v (Kop.); DV fol. 146v: Copei der schrift, so Hg. Heinrich von Braunschweig ksl. Mt. der von Goßlar und Braunschwig halben ubergeben, 1541, Regennspurg.

    B  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 391 Nr. 148 Bd. 1, fol. 104r–107v (Kop.); AV v. a. Hd. fol. 107v: Hg. Hainrichs zu Braunschweig etc. entschuldigung, das sieder der suspendirten acht er wieder die zu Goßlar nihe in einige krigsrußtung kommen sey etc. Und zaigt an, in was unrechtmessigem furnehmen sein gegenteil wieder ihn stehe etc.

    Mir hat von wegen eurer ksl. Mt. derselbigen rath Dr. Navis angetzeigt, wie daß die protestirenden sich gegen euer ksl. Mt. beclagen solten, daß ich wieder eurer ksl. Mt. suspension oder anstellung, die sie sollen von wegen der goßlarischen acht gethann haben, gegen die echter von Goßlar mit gewalt vortfaren solt. Und darumb theten genediglich gesinnen, daß ich darmit piß nach diesem reichstagk mit weiterer antzeige in ruhe stehen solte etc. Nhun weiß ich eurer ksl. Mt. meyner hohen nodturft nach nicht zu verhalten, daß ich itzunder durch meyne heimgelassene rethe angelanget bin worden, daß die echter von Goßlar reuter und knecht angenohmen, sich mit aller kriegsubung, prophandt, comeat und munition gegen mir schicken und rusten, auch teglich in viel hundert starck herrauß in mein furstenthumb, geholtze, welde und forste mit gewalt fallen, dieselbigen nach allem irem lust und gefallen verhauen und verwusten, etliche meyne underthane gegriffen, gefangen und daß dieselbigen gefangene eines theilß noch von ihnen enthalten werden, daß auch meyne ungetreue underthanen meyner stadt Braunschwig in vorhaben und arbeit stehen, etliche 100 pferde und 1.000 knecht wieder mich und die meynen und zue sterckung der echter von Goßlar zu versamlen und antzunehmen, auch sich mit der wagenburgk, geschutz, sturmleitern, munition und aller nodturft zum krige gerust machen, die meinen ampt[en], dienern und andern den eingangk meyner stadt Braunschwig verpoten etc. Aber euer ksl. Mt. Šwissen sich mit gnaden zu erinnern, alß dieselbige durch den gedachten Dr. Nauenn an mich gnediglich begeren lassen, daß ich bey meynen heimgelassenen bevelhabern und verwanthen verfugen wölte, daß die echter von Goßlar diesen gegenwertigen reichstagk vor mir und den meynen sicherlich besuchen und beschicken möchten, daß euer ksl. Mt. ich solchs zue underthenigen ehren und gefallen mit geburlicher vorbehaltung laut meiner deßhalben ubergebner antwortschrift underthenig bewilligt und nachgegeben2, dergestalt auch, biß sie ire sicherheit und gewarsam wiederumb erreichen, welches ich also meynen heimgelassenen rethen zu thun bevolhen. Und dann auch in eyner sundern supplicationschrift habe eurer ksl. Mt. ich mit grunde und warheith angetzeigt und noch anzeigen thun, daß ich nie in einiger kriegsrustung sinther der gesprochnen und verkundigten acht wieder die von Goßlar gestanden, auch in diesem heutigen tag nicht stehe, welches alles eurer ksl. Mt. ich allein zu ehrn und umb dieses reichstags willen underlassen, wiewol ich dennoch, durch verleihung gotlicher hulf und one ruhm solche echter under meynen gewalt zu bringen, vertrauet hette. Also wölte mir mit grundt und warheit besser, wieder die echter zu clagen, geburen, dann daß sie mich gegen eurer ksl. Mt. auß keynem bestandt und gantz vermeinter, beschonlicher weise thun beclagen, die auch auß vormelter antzeige sich eines gewalts wieder mich gantz nicht zu beschweren haben, dorauf eurer ksl. Mt. ich dann gesinnen zum ersten habe.

    Zudeme, so ist die sach weder der gegentheiln vermeinten religion anhengig noch dorauß fliessendt, sonder, alß jegentheiln und ich meynes eingelosten Ramerßpergks welde und gehultze halben gegeneinander in kriegsubung gestanden, haben sie mir auß solchem unwillen und keiner nodturft iren frevel, mutwillen und fridbruchigen gemute nach meine closter Gorgenbergk, Peterßbergk, Heilliggrab und andere ann [= ohne] einige erhebliche ursachen mit hereskraft belegert und letzlich in den gantzen grundt abgeprennet, auch dem gegentheil nicht benugig gewesen, sonder daruber meyne arbeiter und schmeltzer in den hutten jhemerlich auf die schmeltzofen geworfen, verbrennet und sunsten eines theils sunst erwurget und umbgebracht, alles in meynem furstenthumb, gericht und obrigkeith, das alles und dorauf meyne ervolgte klage gescheen ist, ehe dann die vormeinte protestirende je einige buntnuß oder conspiration aufgericht und lange vor dem augspurgischen reichstagk. Es ist auch nicht gehört worden, daß sich die widertheilen dagegen mit irer vermeynten religionn haben beschutzen wöllen. Allein dieweil gegentheiln mit urtheil und recht in die acht erkant und denunciirt worden seyn, so understehen sie sich mit zuthun irer vermeinten conspirationsverwanthen, wieder eurer ksl. Mt. reputation, recht, des reichs ordnung und den außgekundigten landtfriden solchen losen und verwar [= fürwahr] gantz ungotlichen und unerbarlichen behelf zu geprauchen und dorauß ein religionnsachen zu machen und mit der Šmindischen zu vergleichen, welches doch, wie angetzeigt, im grundt nicht ist nach [= noch] seyn kann.

    Derwegen so mögen wieder [= weder] die von Goßlar nach die protestirende dorauß einige ursach ires vertzugsa schepfen und haben die protestirende, den echtern von Goßlar, welche die suspension wieder mich auch nit furtragen kann, in dieser sachen auß gescheener antzeige beyzupflichten, kein fug noch recht, sie wölten dann euer ksl. Mt. und des reichs reputationn, ehr, ordnung und gesatz gentzlich und gar vornichten und umbstossen, dahin dann, wie die erfarung gibt, ir entlich gemuth gericht ist. Dieweil dann euer ksl. Mt. an mich gnediglich thun gesynnen und begern, daß ich diesen werenden reichstag uber unverfang meynes erlangten rechtens mit der gewalt jegen die echter von Goßlar in ruhe stehen sol, so haben euer ksl. Mt. albereit gnedigst vernohmen, daß ich bißher keynen – eurer ksl. Mt. zue sondern ehren – gewalt wieder die echter von Goßlar gebrauchen wöllen, und bin, des noch euer ksl. Mt. diese zeit uber zue underthenigem gefallen zu thun, erbutigk, doch mit vorbehalt, daß ich darmit weder in die suspensionn bewilligt noch etwas mich an meynen erlangten rechten wil vertziehen haben, welches ich mich gegen euer ksl. Mt. zum herlichsten itzunder thu bedingen, und in deme, auch daß die echter von Goßlar sich ires gewalts in meynem furstenthumb (wie berurt) enthalten, die gefangenen wiederumb ledig lassen, von irer munitionn, prophantsbereitung und vorhabender rustung, dergleichen auch die von Braunschweig, meine ungetreue underthane, von irem thatlichen furnehmen, dorinnen sie dieser zeith gegen mir und den meynen sein, abstehen, gestatten, darvon auch ksl. Mt. klerlich verstehen, wie gehorsamlich die von Braunschwig und den eingangk der meynen in die stat Braunschweigk eurer ksl. Mt. ausgangen penalmandat halten und was mir, darwider zu thun, auch erlaubt sein wil. Solten aber die gegentheiln solche ertzelte, thatliche handlung wieder mich und die meynen nit abstellen wöllen, sondern, sich also gegen mir zu rusten, furtfaren wurden, so wil ich nicht erachten, daß es eurer ksl. Mt. wille, gemuth oder meynung sey, daß ich meynen wiedertheilen den vortheil gunen, iren gewalt und unpillichen handlungen mir zue mercklichem, unuberwintlichem schaden, verderbe zusehen und daß die echter von Goßlar der sequestern geldt angriffen, sich damit gegen mir und den meynen gerust zu machen, und ich nichts darwider thun solt, damit gleichheit auf beiden theiln gehalten werde, sonder mehr, daß ich mich dargegen aufhalten und euer ksl. Mt. mich alß ein romischer keyser und ein haupt der christlichen nurnbergischen buntnuß nit verlassen, daß auch solche noturftigliche gegenwer eurer ksl. Mt. nit zuentgegen sein werde, dorauß mir sunsten eyn unwiderbrenglicher schade, merckliche, groß beschwernus ervolgen wölte, in dem vhal euer ksl. Mt. ich in aller underthenigkeit itzo angeruffen haben wil und zweiffel gar nicht, euer ksl. Mt. werde mir und sunderlich auf ditz mein underthenig, milt erbieten, welches ich meynen heimgelassenen rethen Šund bevelhabern angetzeigter gestalt zu leisten auch bevelen wil, beystendig und behulflich. Und bit gantz undertheniglich, euer ksl. Mt. wölle hirinnen ir reputation, meine gelegenheit und gestalt der sachen genedigst selbst behertzigen und bedencken der jegenteiln von Goßlar grossen vortheil, daß sie, mich mit der sequesterei alß meynem eigenem gelde zu vergewaltigen, understehen, und in was mutwilligen, unrechtmessigem furnehmen sie gegen mir sein, und daß euer ksl. Mt. mein gnedigster her keyser sein und pleiben und auch mir vermöge derhalben meyner ersten supplicationschrift verholfen sein wölle, alß ich mich zue euer ksl. Mt. gewißlich thu vertrösten, und daß euer ksl. Mt. die suspension oder anstellung der acht gnediglich wiederumb werden aufhebenb und revocirn lassen3. Bin ich umb euere ksl. Mt., dere mich undertheniglich thun bevehlen Šund zue gehorsam schuldigk erkenne, meynes hochsten vermugenß ungesparts leibs und guts stets zu verdienen willig4.

    «Nr.248 Supplikation der schmalkaldischen Verbündeten an den Kaiser – Regensburg, 1541 April 9 »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. E 136, fol. 247r–249v (Kop.); DV fol. 249v: Copei supplication gemeiner vereinigten stende in den sachen Goßlar und Braunschwig, der röm. ksl. Mt. Sonnabent nach Judica [1541 April 9] ubergeben. 1541.

    B  koll. Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 633r–633v (Kop.).

    C  koll. Frankfurt ISG, Reichssachen II Nr.909, fol. 28r–29r (Kop.); ÜS fol. 28r: Supplicatio gemeyner vereynigter steendt in den sachen Goßlar und Braunschweig, 9. Aprilis röm. ksl. Mt. ubergeben.

    Wiewolh das eur ksl. Mt. wir mit so manichfaltigem ansuchen nicht gern beschwern, so werden wir doch durch daß vilfeltig anregen, clagen und anruffen der stett Goßlar und Braunschwig dermassen geursacht, daß wir, solch ansuchen bei eurer ksl. Mt. undertheniglich zu thun, nicht konnen oder mogen umbgeen. Dan wiewolh euer ksl. Mt. auß sonderlichem, hohem, cristlichem bedencken als ein loblicher kaiser, gutiger vatter deß vatterlands, in deutscher nation der schwebenden, irrigen religionsach halben vergleichung und also bestendigen frid und ainigkeit zu machen und aufzurichten, deßhalben allerlei schwere reise, muhe und arbeit auf sich genohmen und zu forderung desselbigen dem keyserlichen chammergericht in allen und iden religion- und darauß fliessenden sachen stilstandt gebotten, auch die goßlarischenn und mindischenn achten, damit dieselbigen stedt nach unserm bedencken unrechtmessigerweiß beschwert worden seint, suspendirt und Hg. Heinrichen, sovil die von Goßlar antrifft, solcher suspension zu gehorsamen, bevolhen, auf daß euer ksl. Mt. solche ire furgenohmene cristliche handlung auf diesem reichstag sovil bequemer und baß verhandeln möchten, so haben wir doch am jungsten eur ksl. Mt. ein supplicationschrift [Nr. 244] ubergeben, in welcher wir auf ansuchen der von Goßlar eur ksl. Mt. underthenigst angetzeigt, welchergestalt Hg. Heinrich obgemelt solchen keiserlichen bevelchen nicht gehorsamet oder statgibet, darauf wir noch eur ksl. Mt. gnedigster antwort undertheniglich thun erwarten. Weren Šauch wolh geneigt, euer ksl. Mt., mit so vil gescheften beladen, mit weiterm ansuchen zu verschonen. Damit aber doch euer ksl. Mt. aigentlich spuren, daß Hg. Heinrich den keiserlichen geboten zuwiderlebt, so haben die von Goßlar uns vilfeltig geschrieben, daß inen Hg. Heinrichs dienner ane zweivel auß seinem bevelh kein prophiant oder ichts anders zugeen lassen, die straß verhindern, ire zins und gult, so die burger in seinem furstenthumb haben, eintzufordern und ime zuzeeigen, understeen und andere ding furnehmen in meinung, sie gar zu grundt und boden zu verterben, außzuhungern und zu seinem willen zu dringen, unangesehen aller eurer ksl. Mt. suspension, geboth oder verboth, eurer ksl. Mt. nicht zu geringer verachtung, inmassen euer ksl. Mt. aus beiligendem außzug gnedigst zu vernemen haben1.

    Ist demnach unser underthenigste bit, euer ksl. Mt. wollen hirauf nochmals in ansehung in der andern supplication ertzelten ursachen ernstlich verfugen und verschaffen, daß gemelter Hg. Heinrich alle und ide strassen eroffene, denen von Goßlar frei zu- und abfhur nach irer notturft gestatt, denselbigen auch ire zins und gult nicht entziehe, sie mit iren welden, huttenwerck, bergkwergk und andern iren inhabenden gutern bei iren besess, recht und gerechtigkeit bleiben lasse, sonder sich der suspension in allen und iden irer wirckung gentzlich und creftiglich halte und umb die uberfharung und eingriff in stehender suspension inen geburlichen abtrag und vergleichung thue2.

    Zum andern, allergnedigster herr, so langet uns glaublich an, daß in eurer ksl. Mt. nider und andern umbligenden landen sich etliche gewerb und anleuffe von knechten ereugen sollen3. Wiewol wir nun noch zur zeit nicht wissen mugen, Šwer solche knecht versamelt oder wartzu die gebraucht werden sollen, so mussen wir doch besorgen, daß villeicht solche versamlung darumb angericht möcht werden, damit so vil minder stende von diesem tailh alhie ankommen und etliche andere fursten und stende, so hie seint, abtzuziehen bewogen werden möchten. Bitten derhalben underthenigst, euer ksl. Mt. wolle allen sachen zum besten gnedigst verfugen, damit umb solche gewerb, weme die zusteen und wartzu die gebraucht werden sollen, erkundung geschee und, ob euer ksl. Mt. deßhalben zeitung zukomen weren oder wurden, alßdann das gnedigst einsehen thun, damit solch gewerb, ob etwas furhanden were oder sein wurde, gnedigst abgeschafft werde und nicht ursach sei, das etzliche außbleiben und etzliche von stenden dieser religion, so alhie seint, abreitten musten, sich in dem allen allergnedigst ertzeigen.

    «Nr.249 Supplikation der Stadt Goslar an den Kaiser – Regensburg, [1541 April 30]1 »

    A  Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/04, Regenspurgischen Reichstags, Religion und andere Händel vermöge einer hierbey [...] Anno 1539–1547, fol. 330r–345v (Kop.); AS fol. 330r: Der stad Goßlar sachen; AV fol. 331r: Supplicatio an die röm. ksl. Mt. der stadt Goslar jegen und widder Hg. Heinrichen von Braunschweich, dorin vormeld und angezogen wird, uß was grunden und ursachen die achturtheil und die, so vor den probst und convent zu Gorgenberg widder bemeldt stadt ahn dem keyserlichen chamergericht vermeindtlich und widder alle recht und pillichkait gefhelt und usgesprochen, zu cassirn und abzuthun oder jhe zum wenigisten die von Goslar darwidder zu restituiren sein.

    B  koll. Stuttgart HStA, A 262 Bü. 12, fol. 147r–164v (Kop.).

    C  koll. Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 612r–625r (Kop.).

    ŠD  koll. Hannover NLA, Celle 1 Nr. 20IV, fol. 697r–709v (Kop.); DV v. a. Hd. fol. 709v: Supplicatio senatus et civitatis Goslariensis ad caesaream maiestatem pro cassatione suorum banni etc.

    Eueren röm. ksl. Mt. brengen wir, burgermeister und radt der stadt Goslar, durch unseren hiezu gevolmechtigten anwald underthenigist fhur diese unsere hochst anligende noth und beschwerung neben warhaftigen bericht der gantzen sachen, daraus euere ksl. Mt. gnedigst zu befinden, mit was fug und grundt wir und auch die gemeine stadt Goslar von euerer ksl. Mt. chamerrichtern und beisitzeren uff anclage Hg. Heinrichs von Braunschweig und Luneburg von wegen eins vormeinthen angezogenen fridbruchs in euerer ksl. Mt. und des hl. reichs acht gesprochen und denunciirt, wie auch uber das durch gemeldt chamergericht vor convent und kloster zum Georgenberg und widder uns, die zu restituiren, auch inen derhalben alle und ide erlitten und zugefugte scheden, dazu auch die gerichtscosten auf rechtlich messigung auszurichten, zu vorgnugen und zu bezalen, erkandt worden, undertheniglich bittende, solch unsere hochst anligende noth neben diesem unserm, auch us der ergangenen gerichtsacten waren bericht gnedigist zu horen. Dan euere ksl. Mt. werden daraus mit grunde und warheit befinden, auch von allen unpartheiischen anders nicht berichta werden sollen, dan das wir durch berumpt urtheil widder recht und zum hochsten vorletzt und beschweret worden seind und das vormuge aller recht solche beide urtheil als nichtig unpillich und craftlos zu cassiren und uffzuheben sein odder jhe zum wenigisten wir darwidder durch euere ksl. Mt. restituirt werden sollen.

    Darneben werden euere ksl. Mt. clerlichen vormercken und sehen, das unser widdersacher, Hg. Heinrich von Braunschweig und Luneburg, etzliche lange jhar in mancherlei wege mit grosser, unerhorten geschwindigkait und gewaldt umbgangen und des furnehemens gewesen und noch, uns von Goslar umb unser hutt und bergwergk selbstgewaltigen zu brengen, auch der stadt Goslar mechtig zu werden und die mit iren eigen, von romischen kaisern, kunigen und anderen im hl. reich wolhergebrachten gehultzen, thalen, bergen, hutt und bergwergken ahn sich zu reissen und euerer ksl. Mt. und den romischen kaysern abzuzwacken und unther seinen gewaldt zu brengen, das dann die lebendige und auch erweiste, manigfaltige, selbgewaltige thaten in den gerichtsacten und sonst clar anzeigen, selbst reden und ercleren2.

    Dan erstlich als wir und gemeine stadt Goslar vorruckter zeit und vor vielen jaren den zehenden, nemlich den 13. kubbel und das gericht uff dem Ramsperge Švon dem Hg. zu Braunschweig pfandtsweise innegehapt, hat sich Hg. Heinrich von Braunschweig einer ablosunge solchs gerichts und zehendes angemast. Wiewol nuhn in solcher widderlosunge die irrung der margk sielbers halber furgefallen, das mahn wegen der langen zeit den werdt derselbigen nicht gewust, und wir gute ursach, der und anderer ursachen halben uns zu widderen odder jhe zum wenigisten dieselbige so lang uffzuhalten, byß der werdt der margk silbers liquidirt were worden, gehabt, so haben wir doch umb fridelebens willen die abelosung gestattet.

    Als aber die abelosunge beschehen, hat seyn fstl. Wd. nit alleine den zehendten des Ramespergs, sondern auch die gericht und vorkauf, daneben auch das gantze bergwergk, schmeltzhutten und alle welde, so wir vor vielen jaren von romischen kaysern und kunigen und anderen bekhomen, erkauft, ahn uns bracht und sonst unsern vorfaren und der stadt vor und nach der pfandtschaft zugestanden hat, auch in solch pfandtschaft zihen und uns dorahn nichts gestehen wollen. Derohalben wir mit seiner fstl. Wd. in irrung khomen und hat der hertzog solche ding, der wir ihme nicht gestanden, auch in der vorschreibunge nicht befunden sein, nicht mit recht suchen wollen, wie ihme gepurt hette und ehr schuldig gewesen were, sondern, sein furnemen fur und fur mit eigener selbst gewaldt und thadlichen eingriffen gegen uns zu erlangen und auszufuren, understanden, solchs auch also mit der thadt in das wergk bracht. Widder solch thadlich furnemen haben wir bei der kayserlichen regirung ein gemein penalmandat, darinne dem hertzogen gebotten worden, die von Goslar und die iren ahn iren rechten, gerechtigkaiten, hergeprachten possession und dergleichen nicht zu turbiren, zu vorgewaltigen noch zu beschedigen, sondern sie bei dem allen geruehelich pleiben zu lassen, usbracht.

    Volgends sein bei dem kayserlichen chamergericht zwey ander mandata usbracht, uns, die von Goslar, wasser und strassen, auch unsere forst und gewelde geruehelich pleibenb zu lassen, und neben solchen mandaten ein citation super l. diffamari von wegen des vorkaufs und der welde, wo sein fstl. Wd., uns derohalben zu besprechen, vormeinet, solchs ahm chamergericht vorzunehemen. Seine fstl. Wd. seindt aber ungeacht solcher mandata uff irem furhaben beharret und einen gewaldt uber den andern, dan durch sich selbst, dan durch die diener und vorwanthen, etwa auch durch frembde geubt und gebraucht. Und damit seine fstl. Wd. solch gewaltige thaten unther dem schein des rechten beschonet, hat er einen vermeinthen richter uff den Ramsperg geordenet und vor demselbigen die bergk- und hutteherren bey uns vorheischet und uber rechtmessige, vorgewanthe exceptionschrift procediren, iren eins teyls in die vorfestunge vorcleren, die ubrigen irer bergteil und hutten pravirenc lassen, alles de facto. Von welchen vormeinthen urtheilen wir und unser burger als die dadurch zum hochsten vorletzt neben anzihung der nichtigkait appellirt und daruff ladunge, Šinhibitiones und compulsoriales erlangt, exequirt und also die sachen iuxta l. diffamari vormals affectirt, volgendes durch beschehene appellation anhengig gemacht worden. Uber das alles und also lite et appellatione pendente hat seine fstl. Wd. die hutten und bergteil sampt unseren aigen kholen eingenohmen, allen vorrath, so die hutten- und bergkherren vorlassen, daselbst mit unserm eigen kholen, holtz und schmeltzgezeug vorschmeltzen, hinfuren, auch ire, der hutteherren, arbeither, soviele ihme nicht arbeithen wollen, auch ire diener ahn irer fhur abtreiben und zwingen lassen, das ertz in seinen gewaldt zu furen.

    Vor, in und neben diesem allem seindt die ausgangen und vorkundthen mandata, inhibitiones und ladungen gerichtlich reproducirt, daruff gehandelt und mit recht furgefaren worden. Daneben haben wir, wiewol wir grosser ursach gehabt, die gegenwehr fur die handt zu nehemen, zu noch mehrem glimpf nit underlassen, in solchem die kayserliche regirung ferner anzuruffen, und dahin bewegt, das die etzliche regimentsherren gleichwol uff unseren costen von Regenspurg aus abgevertiget. Und wiewol nuhn die vorordenthen sich in der sach etwas hochd bemuhet, so haben sie doch bei dem hertzogen nichts erlangen mugen, wiewol auch in irem abreithene vorabscheidet, das mahn sich aller thadtlichen handelunge soll enthalten, so ist doch der hertzog uff seinem furnehmen beharret, einen gewaldt uber den anderen widder uns und die unsern furgenohmen, geubt, auch furnehmen und uben lassen und in deme etwa viel reuther, fuesvolck, auch seines eigen landtvolcks, dieselbigen in das closter Reiffenbergk, nechst ahn Goslar gelegen, und die umbligenden dorfern daselbst gelegt, uns und die unseren fur und fur vorgewaltigen, schlagen und hinfuren, unsere getreide vor der stadt zertretten, vorderben und schleiffen, auch die landwehre zerhauen und zum zweiten mahl vorbrennen lassen, zuedeme auch sich und die seinen in berurtem closter Reiffenbergk mit stacketen, wellen, auch geschutz und aller krigsrustung, schauffelen, hacken und anderem grabzeuge dermassen vorwaren und vorsehen lassen, das solchem ansehen nach nichts hat anders mogen gedacht werden, dan das ehr willens were, die stad zu belageren und, soviel ahn ihme, zu eroberen.

    Wiewol nuhn auch solch rustunge, sovehr die angezaigtermahssen uns und den unseren zue nachteil furgenohmen, wie dan ahm tage, ahn allen vorzug ihme bei des landfriedens, auch anderen schweren penen, straffen und bhussen abzustellen gebotten, auch solch mandat ahm 21. Julij anno etc. 27 verkundt worden, so hat seine fstl. Wd. doch solche rustunge nit abgestelt, sonderen jhe lenger jhe mehr uns und die unseren beschedigen und vorgeweltigen lassen und in deme sich mit seinerf krigsrustunge dem closter Sanct Gorgenbergk, in unser landwehr und hardt ahm stadtgraben gelegen, genahet, ahne zweiffel Šihm willen, dasselbige zu eroberen und daraus die stadt, uns und unsere burger und inwoner noch mehr zu beschedigen und zuletzt gar zu vorterbeng.

    Als nuhn wir gesehen, das weder mandata, inhibitiones, litispendentz und kayserlicher regirung gesanthen abschiedt nicht helfen wollen, haben wir aus schuldiger pflicht, damit wir ksl. Mt. und dem hl. reich vorwandt, gemeine stadt, uns und die unseren vor solchem gewaldt zu beschirmen und den, soviel muglich, abzutreiben, uns zum theil auch mit krigsleuthen vorsehen und daruff uff einen benenthen tagk, als seine fstl. Wd. uns unsere landtwehr vorbrandt und ehr und die seinen sich in den rauch hinther das closter Gorgenbergk begeben und auch wir dafur mehr dan einsh von dem probst daselbst und anderen gewarnet worden, das der hertzog willens, das closter einzunehemen, inen ihm solchem vorhindert und das closter eingenohmen, alleine der meinung, uns vor ferner gewaltsam und andringendem uberfalh, so vohr augen, zu vorhuten, ahne allen befelich, dasselbig wedder abzubrechen noch zu vorbrennen.

    Uff so angezogene und vor gewaltsame und, das mahn auch teglichs gesehen, das der hertzog der hutte- und bergkherren vorrath uff den hutten mit gewald schmeltzen und hinfuren, auch, was in die stadt durch die burger zu furen, understanden, abwenden und nehemen lassen, ist gevolgt:

    Erstlich, als der hertzog die landwehr zum andern mahl abbrennen lassen und ihm rauch sich mit seiner krigsrustunge hinther das kloster gemacht, das das krigsvolck, so ihn der staidt [sic!] gewesen, mit etzlichen burgern zu vorhinderen, das der hertzog nicht in das closter kheme, sich aus der stadt erhebt und ini das closter gemacht, solcher nodtwendiger und keiner anderen gestalt abgebrochen und gebrandt worden, gleichwol ohne befhel eins radts. Und darnach, das etzliche aus der stadt sich zu iren hutten gethan, in meynung und willen, das ire zu beschutzen. Und als sich die arbeither einem solchen widdersetzt und mit gluendem ertz unther sie geschuttet, mag die handelung des umbringens und vorwundunge etzlicher personen, deren sich der hertzog auch beklagt, in der gegenwehr gevolgt sein. Daraus hat seine fstl. Wd. uns und wir seine fstl. Wd. widerumb super fractaj pace uff einen tag, nehmlich den 15k. Nouembris anno etc. 27, ahn dem kayserlichen chamergericht vorgenohmen.

    Nuhn, allergnedigster herr und kayser, clerlich und unwydersprechlich solch obangezeigte, rechtmessigel ursachen, warumb die vormeint achturtheil in causa fractae pacis und auch die, so vor den probst und convent zum Georgenberg widder Goslar gesprochen, als nichtig, recht- und craftlos zu cassiren odder wie die stadt Goslar jhe zum wenigisten von euerer ksl. Mt. allergnedigist dorwidder zu restituiren seye, sagen wir, das sich anfenglich ex actis erfinden soll, das Šder hertzog widder die von Goslar muff den keiserlichen landfriden geclagt hab, derhalben, das etzlich vil des rats von Goslar verwanten etzlicher kurchen und clostern, in seinem furstentumb gelegen, nemlich den Jorgennberg, zum heilligen grabe und den Petersbergk uberfallen, geplundert, abgethonn und zum teil ausbrannd, auch etzlicher arbeiter uf den schmeltzhutten entleibt, etzlich schwerlich verwunt haben solten. Nun hat dem hertzogen, zu fundiren sein intention, das die von Goßlarr durch solch thaten die peen des landfriden verwurgk [sic!] haben, zweierlei zu beweisen gepurt:

    Erstlich, das sollich thaten durch die von Goßlarr einhellige und mit verainigtem rath beschehen sein, dann die recht sagen quod civitas tunc ex delicto obligetur quando omnes de civitate communicato consilio et praehabita collegiali deliberatione deliquerunt, ista est theorica [sic!]Bari quam omnes sequuntur in l. aut facta § fi. ff. de, p[ro] qua allegat. l. semper § 2 ff. quod vi aut clam.

    Zum andern, das solliche angezogene tathen vorsetzlich aus bosem, geverlichem gemut und betrug beschehen sein, dann die peen des landfridens wie auch andere ubelthaten, so die leibstraffen uff inen tragen, erfordert, in irer vorwirckung expressum et verum dolumn dann die recht sagen quod poena sine fraude esse non possit quod usque ideo verum est ut quaelibet causa etiam colerata [sic!] imo iniusta a dolo & consequenter a poena excuset sive enim iustis ait lex sive iniustis rationibus dum tamen sine calliditate quis peccaverit sine dolo malo esse.

    Dise beide wesenliche stuckh, in den fridbruch gehorig, gleichfals sein selbst positionallarticul, daruff die anclage gegrundt, hat der hertzog nicht bewisen, auch zu ewigen tagen wider Goßlarr nicht beweisen wurdet. Dann obwoll er weis, das die clöster abgethann und zum teil ausgebranndt, auch etzlich arbeiter entleibt und etzlich verwunt, so ist doch noch nicht erweist, das solliches durch die von Goßlarr communicato consilio et dolo malo beschehen sein, sonder die ding sein durch sonder personen zur recuperationn irer entwerter habe und gutero und abwendunge unnerhortz, untreglichs gewalts, auch zu vorkomen die eusserste vorstehende farr und sorge des entlichen verderbens an leib und gut, darinp sie und die gemeine stat desmals durch die thadlich handelunge des hertzogen gesatzt waren, defensive furgenomen worden, one das das auch dieselbige sondere personen die peen des landfridens verwurckt hetten. Dann als der hertzog, nachdem er die burger zu Goßlarr irer bergk- und huttenwerck–m, auch irer silber, ertz, blei, kholen und allen anderen vorrathen, so sie uff solchen iren hutten gehapt, gewaltiglichen endsatzt und das closter Reiffenbergk widder kayserliche mandata in aemulationem et excidium urbis Goslariensis mit wellen, graben, stacketen, schantzkorben, reuthern, fuesvolck, geschutz und andren attalereien und munition bevestiget und also aus einem Šcloster ein raubhaus uffgericht und die burger vor augen gesehen, das der hertzog die landwehr zum andern mahl ausgebrandt und geschleift und von dem Reiffenbergk mit seiner krigsvolck und rustunge im anzug war, den Gorgenbergk, so der stadt Goslare solchem des hertzogen furnehmen nach gantz sorglich und schedlich gewesen gelegen, inzunehemen, mogen etzliche arbeither, gemeine burger und krigsleuthe, doch ohne befehl eines erbaren rads iusto dolore et timore instantis periculi permoti und also aus unvormeidlicher not, fhar und sorge ires vaterlandes, gemeiner stadt vorderben, umbkhomens, auch zu errettung ires leibs und guts den Gorgenbergk eingenohmen und gebrand, dan, wo der hertzog den Gorgenbergk erobert, were die stadt als gut als vorloren gewesen. Us welchem allen jhe clerlich erscheindt, obgleich die burger, inwoner und knechte solchs gethan, das doch solche thadt gemeiner stadt, sonderlich burgermeistern und radt als dem magistratui nicht zugerechnet werden mag. Erscheindt auch weither, das die burger, so solchs gethan, nicht dolo malo, sondern zu irer und gemeiner stadt nodtwendiger defension und errettung geubet, das ihnen auch solchs ihm rechten zugelassen und erleubt und derohalben kein peen oder straff ihm rechten vorwirckt haben. Und ob gleich ein erbar radt doryn vorwilliget hette, mocht doch dasselbige von wegen solcher vorwilligung, so ihn gleichnus dolo malo nit beschehen were, fridbruchig nicht geachtet werden.

    Omnia siquidem iura imo ipsa constitutio generalis pacis permittunt cuilibet se et sua impune tueri et vim vi repellere absque eo quod violento et spoliatori aliqua actio competere possit, iuris enim naturalis est defensio non solum hominibus, sed etiam brutis permissaq. Quin imo quilibetr potest auctoritate et permissu iuris pro defensione sua vel recuperatione rerum suarum in incontinenti, hoc est quam primum fieri potest, secundum necessaria praeparamenta colligere milites, convocare amicos et propulsares iniuriam censeturque a iure defensio, cum aggressus semper praesumatur ad suam defensionem id, quod facit, facere. Neque sola defensio, sed etiam praeventiot, antequam quis offendatur, a iure conceditur. Nemo enim exspectare tenetur, quod offendatur, porro cum aliter se quis commode tueri non potest, licet illi tertium etiam innocentem et non offendentem pro sua defensione offendere per l. si quis fumo ff. ad l. aquil. § fe. ubi textus clare decidit, quod a damno excusetur, qui incendii arcendi gratia, ne ad aedes suas incendium perveniat, iusto terrore et metu aedes vicini destruxit et intercidit sive ignis perveniat ad domum suam sive non. Et adducitur per textum generalis ratio, quod verisimile est imminens damnum, quod iuste timeturu. Quemadmodum Bal. illum textum generaliter sumat et ex eo notat, dum dicit, quod quis possit destruere alienum, ne destruatur suum. Cum Šhoc videaturv magis causa defensionis quam offensionis factum et ex verisimili et iusto metu imminentis periculi sine ullo damno, iniuria et pena. Praeterea quando periculum est in mora, tunc l[egem] vel statutum impune contemniw potest, quia melius est in tempore occurrere periculo quam post laesionem remedium quaerere.

    Es erscheindt auch hieraus, dieweil der hertzog, wie gemeldt, die von Goslar irer bergk- und huttenwergk gewaltiglichen endsetzt und dan den von Goslar die recuperation solcher entwerter posession, habe und guethere im rechten, wie gemeldt, erleubt, das alle schaden und entleibung der arbeither, so aus solcher erleubter recuperation ervolgt, ihme, dem hertzogen, als dem anfenger und vorursacher zuzemessen sein3. Derhalben so sollen auch von rechts wegen die von Goslar dem probst und convent zum Gorgenberg nicht dermassen, wie beschehen, sondern der hertzog zur erstattung costen, schaden und aller interesse condemnirt worden sein. Und dieweil solche recuperation im rechten erleubt, so hat den arbeithern nicht geburt, sich mit gewaldt widder solch recuperation zu setzen. Quia ubi a iure permissa est offensio, ibi non est licita defensio. Et ubi lex vel statutum concedit alicui aliquid faciendi facultatem, si ex actu taliter permisso sequitur homicidium vel aliud delictum, tale homicidium vel delictum erit impunibile. Und entschuldigt die arbeither nicht der befelich und gehais des hertzogen, dan die recht sagen, das der bevehl den mandatarium in malefitzsachen nicht endschuldige. Sie solten solchen bevehl nicht angenohmen haben, dieweil sie verisimiliter gewust, das der hertzog denen von Goslar die bergk- und huttenwergk mit lauteren gewaldt genohmen hatte. Solchs war und ist bei iderman des orts notorium und landtruchtig gewesen.

    Zum andern seindt die von Goslar auch in dem hochlichen beschweret und vorletzt worden, das widder sie in dieser und anderen sachen, zuvorh und ehe sie als die spoliirten uff des chamergerichts urtheil, anno etc. 28 den 15. des Maj geoffnet, wirglich restituirt, volfaren und gesprochen ist worden, dan die recht sagen, quod spoliatus ante omnia restitui debeat et quod in spoliatum non plene restitutum nulla sententia etiam in criminalibus ferri possit. Und lauthed des chamergerichts urtheil wie volget: Dan zwischen itz gemelten partheien beider furbracht attentaten clage, die einweisung und vorfestunge ahm 29. Januarij in diesem, dergleichen den puncten der neuen petition, ahm 21. Octobris im 27. jare einkhomen, belangen, ist noch allem furbrengen zu recht erkandt, das durch angezogene entsetzunge, einweisunge und vorfestunge alles widder recht in hangender rechtvertigung und gethaner appellation beschehen, innovirt Šund attentirt und die dorumb abzuschaffen und zu revociren sein, als wir sie auch hiemit abschaffen und revociren, darzu die vorfestunge in vorigen standt und gedachten radt, hutt- und bergkherren in den gebrauch und bosess irer hutten, gruben, bergktheil, schmeltzens und vorkaufs allermassen, wie sie solchs vor der endsetzunge, innovation und attentirung ingehabt, gebraucht und besessen haben, setzen und restituiren als mit erstattung gerichts-, erlitten costen und schadens sampt allen endpfangen und uffgehaben nutzungen. Doch soll gedachtem hertzog sein furderung und gerechtigkait, so ehr in petitorio zu haben vormeint, hiemit unbenohmen, sondern vorbehalten sein. Und ob alhie gesagt wolt werden, das solch urtheil possessorii durch euere ksl. Mt. uff jungst gehaltenem reichstage suspendirt und uffgehoben worden were, sol sich doch nicht erfinden, das wir oder die unsern, so desmals uff bestimptem reichstage von uns vorordenet, in solch suspension oder aufhebunge gewilligt, sondern offendlich darwidder protestirt haben laut der notelen, so zu endt dieser supplication ist angeheft worden4.

    Zum dritten, das die von Goslar widder Hg. Heinrichen auch uff den landfrieden geclagt und iglicher theil seine und der seinen erlittene iniurien prosequirt und also ire klage beiderseits zugleich gerichtlich furbracht und mutuae accusationes gewesen sein, derowegen solten sie auch nach besage gemeiner recht in allewege miteinander und zugleich ausgefurt und rechtlich endscheiden sein worden. Solchs ist jhe offenbarens rechten, welches niemandt verneinen magk. Dieweil aber solchs nit beschehen, so soll von gemeins rechtenx wegen die acht ire wirckung nicht haben, bissolang uff dero von Goslar accusationy auch gesprochen wurde, damit in dem falle keinem theil praeiudicium geschehen mocht, inmassen dan alhir das grossist praeiudicium ist als ehren, leibs und guts vorlust. Dan also sagt das recht, si apud eundem iudicem petamus et iudex me priorem tibi condemnavit, quo magis tu prior me condemnatum habeas, quoniam secundum sacras constitutiones iudicatum a mez petere non possis, priusquam de mea petitione quoque iudicetur. Daraus jhe clar erscheindt, das in zweierlei weise die stadt Goslar vorletzt worden ist, die eine, das beider theil clagen zugleich nicht geendet worden und gegen Hg. Heinrichen, irem reaccusatore, ehren, leibs und guts in faren stehen mussen, wie auch des hertzogen sache gefurdert und dero von Goslar vorschoben. Das befindet sich aus dem protocoll der acten.

    ŠZum vierthen, das, wiewol von wegen Goslar ein fast noturftiges begeren des augenscheins halber beschehen und uff solche petition beschlossen, so hat doch das chamergericht uff solch petition nichts erkant, sondern hat in der heuptsache, ohne das das durch Goslar diffinitive beschlossen, und ungeachtet, das in denselbigen acten etzliche zeugensagen, in anderen klagen einbracht, repetirt sein worden, welche zeugensagen noch zum mehrem theil nicht eroffenet gewesen, vielweniger durch das chamergericht gelesen und bewogen, die vormeindt endeachturteil gesprochen, do inen doch von rechts wegen gepurt hat, mit solcher vormeinther urtheil, bissolang in dero von Goslar sachen auch beschlossen were worden, stillzustehen oder den partheien zu beschlissen uffgelegt oder aber jhe zum wenigisten fur sich selbst ex officio zu beschliessen, welches alles von inen vorblieben. Ob dan denen von Goslar wolt zugelegt werden, das sie sich selbst hetten uffgehalten in deme, das sie in 15 monaten nichts gehandelt, so wirdet sich aus dem protocoll clerlichen erfinden, das der hertzog 20 monat, do ehr zu handelen schuldig gewesen, stillgestanden, das auch ime uber solche 20 monat, ungeachtet dero von Goslar vleissig anruffend, noch funf monat als vormige des richtlichen protocoli, doruff sich die von Goslar referiren, zugelassen und vorgonnet, welchs jhe das chamergericht billich bedacht und ihn deme beiderseits gleicheit gehalten haben solt. Und erscheind aus diesem clerlich, das die von Goslar eben aus der ursach, das ire advocaten und procuratores in der sachen nicht procedirt und unvleissig gewesen sein sollen, vormuge aller recht in integrum restituirt werden sollen. Dan es wer die laesio offenbar und die ursach der restitution pillich und rechtmessig, zuvorderst, dieweyl die von Goslar sich in dieser sachen ires grossen schadens ahn denen, so yre sachen hetten furdern sollen, nicht erholen mugen.

    Zum funften, das ihm hl. röm. reich bisanher also gehalten und in vielen kurtzen und langen jaren gebraucht worden, das viel hohes und nideriges standes, kunftigen schaden und vorderben zu vorkhomen, kirchen, clostere und andere gebeu, so inen sorglich und beschwerlich gewesen und daraus sie sich kunftiges schadens zu befaren gehabt, niedergelegt und abgebrochen haben, ohne das das wedder die odder etzliche derselbigen durch das kayserliche chamergericht procedirt were worden. Derowegen solten jhe die von Goslar die ersten nicht gewesen, die da widder solchen alten, herprachten gebrauch im hl. reich, auch furgewandthe babstliche und dero ordinarien indulta in die acht gesprochen weren worden. Consuetudo enim etiam mala, quae tolerata est, excusat delinquentem a poena, gl. est ad hoc ordinaria in c. denique 4. dist. et in c. sane ex. de tempo. appella. Nec est delictum nec delicti qualitas quod publica consuetudo permittit Bal. in l. quid sit fugitivus § apud Labeonem ff. de edi. edict.

    Zum sechsten, das die von Goslar jhe und alle wege des erbietens gewesen und noch, ob sie jhemandt in abwendunge solcher irer hochbeschwerlichen noth, sorge und fhar und anligend civiliter beschwert oder nochteil zugefugt hetten, sie weren geistlich oder weltlich, das sie sich mit denselbigen nach aller Šerbar und pillickait wolten vorgleichen, wie sie dan auch wirgklich erzeigt in deme, das sie sich mit vielen derselbigen vortragen haben, ohne das das sie es aus oberzelten ursachen schuldig gewesen weren. Daraus jhe zu vormercken, das die closter nicht zu vordrus und has der religion, wie denen von Goslar zur unschuld uffgelegt wirdet, sondern zu errettung irer leibe, guter und gemeiner stadt durch etzliche sondere personen abgethan und zum theil ausgebrandt, doch ohne befelich des radts.

    Zum siebenden ist offenthliches rechten, das ein gemein stadt und universitas criminaliter nicht mag gestraft werden, sondern soll die peinliche straff in ein burgerliche gewandelt werden. Dan sonst wurden viel unschuldiger leute widder alle gothliche, naturliche, gemeine, beschriebene rechte gestraft, wiewol mahn darmit nicht gestanden haben will, das die von Goslar delinquirt oder etwas widder den landfriden gehandelt haben. Im fall aber solch vermeint, nichtig achturtheil widder die stad Goslar, wie nicht ist, bestendig und sie, die stadt, derohalben uberfals, ja endlicher zersteurunge und ausreutung gewertig sein solte, wes wolt doch zuletzst der schaden anderst sein dan des reichs und also euerer ksl. Mt., zufurderst der ort, dan euere ksl. Mt. ausserhalb der stadt Lubeck und Goslar keine mehr im gantzen land zu Sachsen haben.

    Zum letzsten, weyl Hg. Heinrich seine klage uff ein vormeint interesse, das ehr sich von wegen des eroberten stift Hildesheim vormeindlich undernomen und angemast, gegrundt hat und aber durch bapstliche, rechtliche urtheil, den 27. Augusti dieses nechst vorschienen 40. jares vor der vormeinthen achturtheil geoffenet, ausfundig und notorium worden ist, das ehr, der hertzog, kein interesse ahn solchem stift, vyl weniger den angezogenen clostern und kirchen jhe gehabt5, wie auch solchs die belehenung itzigen Bf. zu Hyldesheim und seiner fstl. Gn. vorfaren, von euerer ksl. Mt. aus gegrunthen, bestendigen ursachen gevolgt, offendlich erweisen. So volgt, das ehr von wegen solchs angemasten interesse kein klage im rechten gehabt und das ihme die exceptio: tuaaa non interest, tu sine actione experiris, widderstehen. Dan wie hat ehr von wegen des vormeinthen interesse, das bei ihme inhalt kayserlicher belehenung und bapstlicher urtheil nie gewesen, auch sonst in ansehung der recht nicht hat sein konnen, widder die von Goslar klagen mugen?

    abAus disem und andern ursachen mer, in actis deduciert, erscheint clerlich, das die von Goßlar durch die vermeint achturteil zum hochsten verletzt, beschwerdt und, wie davon geredt wil werden, nit gnugsam defendirt sein worden. ŠUnd dieweil Goßlar ein reichstat und dem hl. reich one mittel zustendig und also ain glidmas des hl. reichs ist und im rechten einen minderjärigen und der kurchen vergleicht wurd und derohalben von rechts und pilligkeit wegen widder sollich lesion aus erzelten ursachen billich restituirt werden soll, dem allem nach, so ist an euere ksl. Mt. als unsern ainichen, rechten herren und schutzer und zur dero Mt. wir nach Got alle unsere ainiche zuflucht haben und sollichs pillich geniessen sollen, unser underthenigst bitte, euere ksl. Mt. wollen in disen obvermelten beschwerden sich unser allergnedigst als ain gutiger keiser erbarmen und aus den angezaigten, gegrundten ursachen, sonderlich, das dieselbig widder recht, unserthalber und gemeiner stat als eins communsac unverschult, die auch also vermuge der recht und euerer ksl. Mt. und des hl. reichs ordenung, sonderlich erst nach den 13 jaren, in wilchen vil unschuldiger menschen erst geporenad und unmildiglich zur straff leibs und guts verdampt, nit hat mugen noch sollen in die acht, zuvorab one euerer ksl. Mt. sondern bevell oder vorwissen erclert werden, obgemelt als craftlos oder nichtig gnedigst cassiren und sonderlich auch umb des willen, das usser solchem im hl. reiche vil unrats entpörung, blutvergissung, krig und andere unzalbere beschwernussen ervolgen mugen, aus ksl. Mt. machtvolkomenheit gar ußheben [sic!], und die sachen den durchleuchßigsten, hochgebornen Kff. Pfaltz und Branndennburg, unsern gnedigsten herren, anstat euerer ksl. Mt. von neuem zu hören, uff die vorgeubten acten oder, das noch furbracht werden möcht, den rechten und pillicheit nach endliche erkantnus zu thun und also obgeschriebenen beschwernussen zu begegnen, wie dann euere ksl. Mt. solches vermuge gotliches und aller recht und pillicheit gnedigst thun mugen und sollen, in sonderheit aber auch in erwegung, das wir arme uff euerer ksl. Mt. ernstlichs ansuchen und begerendem bevell nach, uff ergangenem reichstage zu Augsburg–ab geschehen, von unseren erlangten rechten, das wir doch zu thun nicht schuldig gewest, itzlicher massen, mit hinderlegung des vorkaufs bishier ein gute zeit umb forcht willen gedraueter peen zu weichen, gedrungen worden, wiewol wir darwider zu unser noturft heftig protestiren lassen und uns des zum hochsten beschweret haben, aber alles in hoffnung, mit der zeit bei euerer ksl. Mt. gnade und enderung zu erlangen nach gelegenheit der sachen und noturft des hl. röm. reichs.

    Im fall aber, do euere ksl. Mt. dieser zeit einig bedencken hette, obgemelte urtheil nicht also abzuschaffen, wie wir dan hoffen beschehen werde, so bitten wir doch euere ksl. Mt. wollen aus oberzelten ursachen und hochsten beschwernussen uns zum wenigsten in integrum restituiren und die sache daruff hochgedachten beiden churfursten, wie obstehet, befelen und in deme oder sunst durch andere fugliche wege widder obvermelte, vermeinte urtheil und acht aus euerer ksl. Mt. miltigkeit und volkomenheit uns also gnedigist vorhelfen, damit Šwir doch bei euerer ksl. Mt. als ein armes, underthaniges glidt vor endlichem vorderben und austilgung, auch vor unrechtem gewaldt pleiben mugen6.

    «Nr.250 Supplikation der Vertreter der Stadt Braunschweig, Bleikhard Sindringer und Dietrich Preuß, an den Kaiser – Regensburg, 1541 Mai 10 »

    Hannover NLA, Celle 1 Nr. 20 II, fol. 300r–312v (Kop.); DV v. a. Hd. fol. 312v: Copia einer schrift deren von Braunschweig, ksl. Mt. uff insinuirt penallmandat ubergeben dinxtags nach Jubilate anno etc. 41.

    Es ist ainem erbarn rath der stadt Braunschweigk ein mandat, von eur ksl. Mt. ausgangen und am datum haltende Brussel in Brabant, den 28. tag des monats Octobris des verruckten 40. jhars, allererst den 16. Martij negstvorschienen zukomen und auf mas, wie hernacher gehort werden sol, verkundigt worden.

    Wiewol nhun gedachter rath der stadt Braunschweigh unterthenigst und willig geneigt gewese, ihre pottschaften von iren rathsfreunden und dienern stadtlich anheer zu schicken und solchs mandats halben euerer ksl. Mt. bestendigen und noturftigen kegenbericht vorwenden zu lassen, so hat es doch gemelter rath von wegen der unsicherhait, so ihnen von Hg. Hainrichen von Braunschweigk aine lange zeit anheer begegnet, auch darumb nit thun konden, das Hg. Hainrich etzliche der stadt Braunsweig vornembste rathshern und Šdiener durch zuvor im reich teutzscher nation unerhorte proceß, welche er in ainem seiner ampt und baurngericht hat furgenhommen, nichtigligh verfesten und verechtigen lassen, also das dieselben sein unsicher sein musten, wor [sic!] solche nichtige acht nicht aufgehoben oder abgeschaffet muchte werden, wan gleich die andern mengel der unsicherhait auf bequeme wege gericht weren oder wurden. Weil sie aber derselben personen und diener bei der handlung alhie zu Regensburg als die der sachen vornemlig bericht hetten, bedurftig und gleichwol zu ihrer stadt behuf und noturft eins theils vor andern vorordenen musten, hat gemelter rath bisheer zu irer noturft und so stadtlich, alse sie sonsten gern gethan, nicht schicken konden.

    Aber eur ksl. Mt. zu underthenigstem gehorsam und damit euere ksl. Mt. gnedigst vormercken mugen, das der rath zu Braunschweigh nichts hohers begert, dan mit irem mitlandsfursten in frieden und ruhe zu sitzen, soviel mit Got und gewissen beschehen khan, so hat vielgedachter rath von irentwegen uns zwene, nemlig Bleickhart Sindringer der rechten Dr. und Ditrichen Preutzen aldesten secretarien mit gnugsamen mandat, welchs wir zu jeder zeit vortzuleggen erpotig, auch darvon glaubhafte copeien mit ubergeben, abgefertigt, gewalt und bevelch gegeben, auf berurte euerer ksl. Mt. ausgangen mandat alhier zu Regensburgh zu erscheinen und vielgedachter unserer befelchgeber noturft underthenigst vortzutragen.

    Und erstlig, so ist berurt euer ksl. Mt. mandat und ladung nit rechtmessig an unsere principaln und obern gelanget, dan es hat mit demselbigen die gelegenhait, das sich den eilften tagh Martij negstvorschienen etzliche in den thoren der stadt Braunschweig angeben, als ob sie von eur ksl. Mt. brief hetten an den rath zu Braunschweigk, und, als sie darauf eingelassen und fur den radt kohmen, ist es Hg. Hainrichs von Braunschweigs cantzelschreiber einer mit zween knechten gewest, welcher dan vorgeben, als solte ain kaiserlicher bothe bei dem amptman zu Gandershaim brief vor dreien oder vier wochen gelassen haben und das Hg. Hainrichs rehte darunther gegenwurtig mandat befunden und ehr durch die rethe darmit an den radt zu Braunschweigh geschigkt. Was nhun dies fur ain schein und suchen gewest, wie lange und geferlich auch darmit vortzogen, das haben euere ksl. Mt. gnedigst zu ermessen.

    Dieweil dan bei euerer ksl. Mt. potten dem radt der stadt Braunschweig gedacht mandat nicht verkundigt, auch nicht dargethan, das aus befelch euerer ksl. Mt. inen durch ihren widdersachern, den Hg. von Braunschweig, oder seine rethe solche mandata hetten mugen verkundigt werden, so were wol bemelter rath nicht schuldig gewest, darauf zu schicken, hat es aber aus underthenigkait, wie oben gehort, nicht unterlassen, sonder diß euerer ksl. Mt. darumb underthenigst wollen antzeigen lassen, das solchs sonder zweifel vom kegenteil darumb beschehen, das unsere principaln darauf nit schigken solten und Hg. Hainrich deste mher ursachen zu schepfen, gemelte unsere principaln als die ungehorsamen zu beschuldigen und mit ungrundt in den angegebnen sachen zu vorunglimpfen, und das auch gedachter von Braunschweigk nichtdestoweiniger Šeinen erbarn rath und gemeine stadt Braunschweig uberweldigen und beschedingen muchte.

    Und nachdem aus berurtem mandat erscheinet, das Hg. Hainrich von Braunschweigh der angeber gewesen, dan er je unser principal widdersacher ist, widderwertiglich und feindtlig widder sie und die ihren in mancherleie wege gehandelt, derhalben dan ime der naturlichen vernunft nha [sic!], auch vermuge aller beschriebner recht in deme kein glaube zu geben, so ist unser unterthenigst zuvorsicht, eur ksl. Mt. werden unsern gegrundten kegenbericht gnedigst horen oder einnhemen und berurte unsere principaln nit beunrechtigen lassen, sondern dem rechten und warhait statgeben, draus vilgedachte unsere principaln verhoffen, euere ksl. Mt. werden gnedigst befinden, das berurt euerer ksl. Mt. mandat durch Hg. Hainrichen von Braunschweigh auf sein geferligen und ungenugsamen bericht nichtiglichen ausbracht, auch mher dan geferligh etzliche viel wochen verhalten wurden.

    Und zum anfang ist je im lanth zu Sachsen, Braunschweigh und der landtart kuntlich und offenbar, das Hg. Heinrich derjenig ist, der sich aller geschwinden, thetlichen handlungen bevleissigt, auch mit der that beweiset noch darf ehr von fridtlichem wesen und grossem gehorsam vorgeben, dan es hat uffgemelter hertzoge einem burgermaister und secretario unvorursacht das furstenthumb vorboten und darnach des gemelten Hg. von Braunschweigh voigt zu Wulffenbuttel, Balthasar von Stechau, etzlige burgermaistere und burger von Braunschweigh, auch etzliche des raths menner im dorf Amplebe und Luder des raths voigt on alle bestendige ursachen mit ainem geschrei auß dem furstenthumb echten und vorvhesten und folgents vier menner zu Amplebe, die dem rathe von Braunschweigh on alle mittel zustehen, von ihrem acker fangen und gebunden nha Wulffenbuttel in schwere gefengknuß fueren und bringen lassen. Er hat auch darnach im dorf Goltdalem ein furmeint gerichte hegen und etzlige burgermaister, ratshern und secretarien, burgere und verwanthe diener des raths zu Braunschweig mit einer veste beschreien und aus dem furstenthumb echten und vorvhesten lassen. Es hat auch Hg. Hainrich von Braunschweigh dem rathe, burgern, einwonern, auch den armen sichenheusern zu Braunschweigh ihre stadtliche jerliche gulden, zinse und einkomen vorenthalten, die brucken, so sie uber vorjerte zeit gebraucht, abgeworfen und ihren armen underthanen im gericht Asseburg in die 1.200 hemel und schaf geweldiglichen entdrieben und nhemen und in sunderheit vier irer burgermaister und einem secretarien in seiner fstl. Gn. offentlichem, unbestendigem ausschreiben sie an glimpf und ehren schmehen, iniuriiren, auch sunst in andere und mancherleie wege und mit grosser geschwindigkait uberweltigen und beschwern lassen, understehet sich auch unwillen und zweipart in der stadt antzurichten und burgerliche ainigkait zu zereissen.

    Das aber unsere principaln dem hertzogen etliche der seinen haben widderfangen lassen, ist zu ihrer kegenwhere und zu rettung irer gefangnen untersassen beschehen, die dan auch so beschwerlich nicht gesessen nach gehalten worden, Šdenen man auch bier und wein hat zubringen lassen, wie sie auch selbst sagen mussen.

    Aber mit des raths armen leuthen und gefangnen ist zu Wulffenbuttel geschwinde und vast unmenschligh umbgangen, die mhan in enge thorn in den unflath geworfen, lange zeit und etzliche monat fast uberainander liegen und ahn irer gesuntheit verterben lassen. Es hat auch Hg. Hainrich die unschuldigen, gefangnen bauren on alle ursachen zum tote verurteln und auf die fhem und gerichtsstedt, da man die hat entleiben sollen, fhueren lassen und zuletzt, als die armen, unschuldigen, verurthailten leuthe den thot vor augen gesehen, seint sie durch Thonies von Sampleben, des hertzogen amptman, alles auf ainen gesuchten schein lois [sic!] gebetten und widder in das gefengknuß gefhurt, beschatzet und zuletzt, wiewol ahn irer gesunthait vortorben, ausgelassen wurden.

    Uber das hat Hg. Hainrich denen von Braunschweigh einen kemmerer des raths und einen secretarien mit einem reittenden diener in ihren gescheften fangen und, wie oben berhurt, in das schwere gefengnus setzen lassen und bald darnach abermhals zwene burger fangen, auch zwen muntzgesellen hart fur dem thor schlahen, verwunden, bestricken und gegen Wulffenbeutel einnhemen lassen, die auch zu Wulfenbutel in der herberge eingehalten, bissolange der camerer und secretarius auß dem gefengknuß kohmen.

    So hat auch gemelter hertzog hin und her auf die von Braunschweigh, auch in ihre lantwhere streiffen und reithen lassen und die keiserfreihe, gemeine landtstrasse inen unsicher gemacht.

    Es ist in der gutlichen handlunge vor der stadt Braunschweig, darvon in kaiserlichem mandat meldunge geschicht, einem burger der stadt Braunschweigh ain pferdt bey dem dorfe Sickte genhomen und noch ain ander burger im dorfe Wendessem gefangen, nach Wulfenbuttel bracht und vor des hertzogen hauße zur Steinbruck noch andere dere von Braunschweig burgere und burgerin angehalten, auch zum theil etzliche tage aufgehalten und auf ein widderinheischen loßgelassen.

    So hat auch Hg. Heinrich nach dato euerer ksl. Mt. ausgebrachten mandats denen von Braunschweigk etzliche burger, so von Magdeburgh widder nach haus gereiset, durch seinen amptman Ditrich von Taubenhaim mit wagen und pferden etzliche tage zu Lutter anhalten und auf widdereinfordern losgeben lassen.

    Und balt darnach hat derselbe amptman aus bevelch des fursten vier der von Braunschweigk burger wagen, dero drei mit der von Braunschweigh und der ain mit brehmer gutern beladen gewesen und auf den neuen jarmarckt jegen Leiptzigk haben fharen wollen, zu Lutter angehalten und der von Braunschweigh guther ablegen lassen, das die nit in den margkt zu Leiptzigk gekhomen, und hat folgends die wagen mit den pferden auf ain widdereinheischen fharn lassen.

    Daran vielgedachter Hg. Hainrich nicht besettigt gewest, sonder balt darnach durch seinen zolner zu Linden denen von Braunschweig etzliche kupfer und Šhering anhalten und ableggen, dergleichen durch seinen amptman Tonies von Samplebe nach Valentini negestvorgangen dem rathe von Braunschweigh etzliche faß Eimbecks bier zu Gandershaim uftreiben lassen. Und haben die burgere zu Braunschweigh andere strassen nach den merckten mit schaden suchen mussen. Es seint auch folgents etzliche burger, so nach Goslar fahren wollen, zu Wolffenbuthel und dan etzliche zur Leuenburgh mit pferden und wagen angehalten und dero von Braunschweigk leuthe im dorf Reuning in ihrer landtwhere von dem voigte zu Wolfenbutel gen Stockheim gefurdert wurden, darumb, das sie lange zuvor ein kint deutsch und eine vorstorbene frau ane vigilien und zelemessen [= Seelmessen] hetten tauffen und begraben lassen, sie drumb zu straffen.

    Es seint auch des raths unthersassen zu Amplebe nach uberantwortung euerer ksl. Mt. mandats durch den vogt zu Wolfenbutel gefordert worden, den rest des unbillichen, aufgelegten und abgedrungen strafgelts ghen Wolfenbuttel zu bringen. So ist auch dem rathe von Braunschweigh nach uberantwortung berhurts mandats ire wagen, der in irem keller hat wollen goslerisch bier holen, zu Wulfenbuthel wider zuruckegetrieben.

    Und werden nicht allene [sic!] denen von Braunschweigh und den armen sichenheusern ihre zehenden, gulte, zinse und renthe von dem hertzogen geweldigligh furenthalten, sonder unsere principal erfarn auch mit warheit, das vast die halbe gulte und zinse etzlicher irer belehenten geistlichen und gostheusern in stehender hemung von den wulfenbuttelschen sollen aingefurdert worden sein. So ist es offentligen am tagh, das Hg. Hainrich den von Braunschweigk meier ire hofe und guter zum hohisten beschatzt und also ihnen ihre gehempte, statliche gulte, rente und zinse seinen aignen gegebnen briefen und siegeln zuwidder gantz ungewisse und zunicht machet.

    Hieraus hat die ksl. Mt. und ain jeder unpartheischer leichtligh abzunhemen, das Hg. Hainrich von Braunschweigk von ersten angefangen unsere principal, die von Braunschweigk, widder sein und seiner vorfarn gegebene briefe und siegeln, auch allem rechten zuwidder thetlichen zu uberweldigen und zu beschweren, das auch in manicherlaye weise geschwinde getrieben und noch heutigs tags verfolget und allein zum schein euerer ksl. Mt. mandat im geringsten folge geleistet als nemlig, das die gefanghnen pauren, doch nit gar unentgelten, losgegeben, lest aber berurte unsere principal, die von Braunschweigk, noch heutigs tages im grosten und nachteiligsten zum hohisten uberweltigen, bescheidingen und beschweren, die ingenhomene und aufgehabene renthe, zins und gulten, dergleichen den armen leuthen im gericht Asseburch die angezogne 1.200 widder recht und alle billichait entwante hemel vorenthalten noch darf ehr gleichwol sagen, das ehr eur ksl. Mt. gehorsam sey. Unde befindet sich im grunde, das ehr thedtlig und selbwaltiglich handelt, das ehr doch unsern principaln gerne wolte aufleggen, sie auch bey euerer ksl. Mt., wiewol mit ungrunde, angeben und auf solchen ungrundt bisher die mandat bei eur ksl. Mt. abreptive und nichtiglichen ausbracht. Es hat sich auch der rath zu Braunsweigk Šin der gutligen handlunge keines trotzes vernhemen laßen, sonder sich zu furstlichen, gegebnen briefen und siegeln getzogen, das sie und die iren darwidder uberweldigt, beschedigt, opprimiert und beschwert wurden. Und wiewol euerer ksl. Mt. wir von wegen unser principal derhalben schreiben viel in spetie und underschiedtlich wusten antzutzaigen, so haben wir doch euere ksl. Mt. dieser zeit damit nicht beladen, sonder allein etzliche euerer ksl. Mt. underthenigst berichten wollen, auf das euere ksl. Mt. offentligh sehen und spuren mag, wie feintlig Hg. Heinrich bisanher gelebt und sich euerer ksl. Mt. mandaten gemes ertzaigt und verhalten habe.

    Und alsdan unsern principaln, dem rath von Braunschweigk, durch euere ksl. Mt. geboten wurden, auch bei ainer namhaftigen peen, wiewol ungehorter sachen und sonder zweifel auf ungestumbe anhalten des kegenthails, euerer ksl. Mt. in 30 tagen antzutzaigen, das gmelte unsere principaln demselben euerer ksl. Mt. gebotten nachkomen wollen, ob nhun berurte unsere principaln in dem durch das kegentheilh vast ubereilt, so thun wir doch in nhamen wie oben euerer ksl. Mt. diese unterthenigste antzaigung.

    Und soviel den ersten punct, nemligh mit krieglichen und thetlichen handlungen und vornhemen gegen Hg. Hainrichen von Braunschweigh und die seinen stillerzustehen, anlanget, seint wir nit in abreden, das unsere principaln widder obberurte und andere Hg. Hainrichs von Braunschweighs thetlige handlungen und beschwerungen bei iren ainungsvorwanten stenden zu erleubter, geburlicher gegenwehr, aufhaltung und entsetzung des gewalts und unrechtens umb hulf angesucht, bei denen sie auch gnedige und gunstige erbietung auf den fhal der nothwendigen kegenwher befunden. Es ist aber die hulf, so die ainigungsvorwandten denen von Braunschweigh zu ihrer rettung und kegenwher zu leisten schuldig, bisanher euerer ksl. Mt. zu gehorsam angestellet und mit bewilligung gemelts raths von Braunschweig aufgetzogen und nit hohers dan friede und ruhe gesucht worden, wiewol berhurten unsern principaln solcher aufzueg nit unbillich beschwerlich gewest, dieweil sie gleichwol bisher ires ungnedigen mitlandesfursten und der seinen bedrangnus, ungeachtet euerer ksl. Mt. gescheften und friedegebotten, fur und fur, auch noch zum theil auf den heutigen tagh haben mussen zu merglichem irem und der ihren schaden erdulden. Derhalben wir dan auch von gemelten unsern principaln bevelch, euerer ksl. Mt. in dem iren underthenigsten gehorsam antzutzeigen und erbietung zu thun, das sie sich zu irer defension mit hulf oder folge noch zur zeit nit wollen beladen noch ire ainungsvorwandten derwegen bemuehen. Da aber Hg. Hainrich von Braunschweigk von seinen selbweldigen, thetliche handlungen und beschwerungen nit wirdet abstehen, so wollen sich berurte unsere principaln underthenigst versehen, euere ksl. Mt. werden sie derohalben ihrer unvormeitlichen noturft nach nit vordencken. Sonsten wolten sie viel lieber mit Hg. Hainrichen von Braunschweigh als irem mitlandesfursten in gutem friede sitzen und sich aller gebur undertheniglich verhalten, sofern inen auch hinwidder gegebne brief und siegel gehalten werden.

    ŠAber den andern punct die versperrung der beiden stiftkirchen Sancti Blasij und Ciriaci seins weiters inhalts betreffendt, thun wir diesen underthenigsten bericht, das nicht ane, gemelte unsere principaln haben neben etzlichen ihren gnedigen fursten und hern von Braunschweig und Luneburgh etc. als den mitpatronen die gaistlichen in ermelten baiden kirchen freuntlich beschicken und ansagen lassen, die gotloesen messen und ceremonien abzuthun und ferner nit zu halten, darauf dan die gaistlichen die kirchen zugethan und sich selbst auß der stadt begeben, auch wie mhan sagt, von Hg. Hainrichen darauß gefurdert. Inen ist aber in der stadt kein gwalt noch ledt [sic!] widderfharen. So seint auch gedachte unsere principaln derhalben Hg. Hainrichen keiner zusage gestendigh, inmassen er die euerer ksl. Mt. angeben dorfen.

    Und wiewol vielgedachte unsere principaln, der rath zu Braunschweigh, euerer ksl. Mt. als irem gnedigsten hern in dem und sonsten zu gehorsamen gantz willig, erkennen sichs auch schuldigh, so hat es doch darumb diese gelegenhait, das, was disfals von inen beschehen, hat irer gewissen halben nicht mugen untherlassen blieben. Zudeme so wissen euere ksl. Mt., das die stadt Braunschweigk in dem nurnbergischen rechtstilstandt namhaftig mitbegriffen. So seint sie auch der stende disses thails ainungh und confession verwhant. Dweil dan euere ksl. Mt. diesen reichstagh nit am weinigsten darumb angesetzet, nemligh den zweispalt der religion halben zu cristlicher vergleichunge zue fuern, auch friden und ruhe im reich zu pflantzen, so ist unser underthenigste bit, euer ksl. Mt. wolle gemelte unsere principaln, die von Braunschweigh, des nurnbergischen rechtsstilstants, in sonderhait euerer ksl. Mt. in allen religionsachen gewilligter suspension geniessen und diese sachen bei der andern ihrer ainungsvorwanthen durch sonderlige, widdrige rechtfertigung ungetrennet bleiben lassen, dan was ainhelliglich der religion halben beschlossen und auf diesem reichstage vorgleichen wirdet, das sollen und wollen berurte unsere principaln, die von Braunschweigh, gleich den andern ihren ainungsvorwanthen willig und underthenigst auch verfolgen.

    Dan solte daruber Hg. Hainrich in solchen sachen, die religion offentlig belangende, verstattet und nachgehangen werden, auf das vermainte mandat zu procediren, so hetten eur ksl. Mt. gnedigst zu bedencken, dieweil diß vor ain religionsachen allen ainungsvorwanthen stenden gemain und daran gelegen sein wil, das sich fursten, rethe und bottschaften der christlichen verainigung kegen euere ksl. Mt. ihrer aller noturft auch ferrer undertenigst wurden mussen vernhemen lassen.

    Was aber das pletzlein anlanget, welchs unsere principaln zu gemeiner stadt gebeu haben ziehen lassen, hat es die gelegenheit, das die geschwinden leufte, so ein zeit lang verhanden gewest, und sonderlig, das etzliche jhar heer unvorsehens in den stiften Munster, Brehmen und Luneburg sich knechte und kriegsfolgk vergaddert und allerleye anschlege vorgenhomen, gemelte unsere principaln, den rath zu Braunschweig, geursacht, ainen wal zu schutten, und haben dartzu ain klein pletzlein an etzlichen gerten auf Sanct Ciriacus bergk zu ihrem Šgebeu ziehen mussen, inen umb gelt oder ander landt solch pletzlein zukomen zu lassen, welchs sie auch, dieweil es geringschetzigh und nit viel uber 100 goltgulden wirdig, ane alle schaden wol hetten thun mugen. Und seint alweg erbottigh gewest und noch, inen geburliche erstattung mit gelt oder landt darumb zu thun. Und dieweil dan solchs in diesen geschwinden leuften umb gemeines nutzes willen beschehen und in keinen weg hat geraten mugen werden, wir uns auch von wegen unser principaln noch ainsten und zum uberflus erbieten, die pletzlein besichtigen zu lassen und die estimation ahn gelt oder landt den geistligen uff Sanct Ciriacus bergk zu gelten und zu vorgleichen, so seint wir der unterthenigsten zuvorsicht, dieselben gaistlichen sein schuldig, darumb geburliche estimation zu nhemen oder aufs weinigst sich kegen bestimpten unsern principaln lauts euerer ksl. Mt. mandats an geburligem rechten settigen und benugen zu lassen. So seint auch unsere principaln nicht bedacht, denselben geistlichen ethwas ahn ihren hoffen oder gerten widder recht oder billichait eintzutziehen oder sie zu vorgeweltigen.

    Unsere principaln, der rath zu Braunschweigk, hat auch ire gefangne euerer ksl. Mt. zu underthenigstem gehorsam on alle entgeltnus loßgegeben und gezelet, des zu ihren aignen bekenthnußen getzogen, daraus euere ksl. Mt. ferner gnedichst abzunhemen, das vielberhurte unsere principaln euerer ksl. Mt. geboten in allen den puncten und artickeln, darinnen sie mit Got und gewissen pariren kundte, und, soviel bei inen gewest, wircklige folge geleistet und denselbten untherthenigst nachkomen.

    Es befunden auch hinwidder gemelte unsere principaln, das Hg. Hainrichen von Braunschweigh bei keiner namhaften peen mandirt worden, auch kein zeit bestimmet antzutzeigen, euerer ksl. Mt. geboten zu gehorsamen. So seint auch noch heutiges tages unser principaln arme untersassen zu Ampleben in vorberurthen beschwerungen. Sie befinden auch nit, das inen die angezogne, des von Braunschweigs vermeinte und nichtige echtigung oder fhestungh irer person abgeschaffet. Und obwol die arrestirung der gehembten gulten, renthe und zinß eroffnet, so seint sie doch zum thail in stehender arrest ghen Wolffenbuttel ingemhant und sunst ungewisse gemacht und also das ihnen noch ir zehenden, renthe und gulte zum teil vorenthalten und nicht verraichet werden. Dieweil aber solche hemmung an ir selbst im rechten vorboten, die sache on alle vorgehnde rechtligh erkenthnus mit der execution furzunhemen, so bitten wir in nhamen wie oben underthenigst, euere ksl. Mt. wollen berurte verfestungh gemelter unser principaln person bei Hg. Hainrichen von Braunschweigk gentzligh abschaffen, auch vielgedachten von Braunschweigk dohin halten und weisen lassen, unserer principaln arme leuthe zu Ampleben ferrer unbeschatzet zu lassen und, was ihnen albereit abgedrungen, widerumb zu erstatten, ihre derwegen erlittene, grosse scheden an den ungewissen gemachten ihren zehenden, gulten, renten und zinsen zu erleggen, dergleichen die gegen Wolffenbuttel eingenhummene gulte, renthe und zins, auch die 1.200 entwanthe hemel der leuthen im gericht Asseburgk widderzugeben odder zu bezalen, die abgeworfen Šbrucken widder zu machen und sie ferrer widder recht, brief und siegel nit zu beschweren.

    Das seint wir umb euere ksl. Mt. in hohister unterthenigkait zu vordienen gantz willigh und berait. Bitten auch underthenigst, ob sich gemelter Hg. Hainrich von Braunschweigk understehen wolte, euerer ksl. Mt. ethwas anders widder unsere principaln einzubilden, demselbigen uns unerhort kein stadt noch glauben geben, sonder zuvor unsern bestendigen gegenbericht auch vernhemen und gnedigst anhoren. Seint wir des underthenigsten erbietens, zu idero zeit euerer ksl. Mt. den underthenigsten und warhaftigen bericht furzuwenden, daraus unser principaln bestant und warheit und irs kegenthails ungrunt hinwidder sol vermergkt werden1.

    «Nr.251 Supplikation der Stadt Goslar an die schmalkaldischen Verbündeten – Regensburg, o. Datum »

    Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 372 Nr. 142, fol. 111r–111v und fol. 116r–116v (Kop.); DV v. a. Hd. fol. 116v: Der von Goslar gesanten supplication irer herrn und obern beschwerungen halben der erkannten und ergangen acht, 1541 zu Regennspurg ubergeben.

    Der Kf. von Sachsen, der Lgf. von Hessen und die schmalkaldischen Verbündeten haben mit der Stadt Goslar ihrer vielfaltigen hochsten clagen und beschwerungn halben alle zeit bißher barmherziges, christliches Mitleid gehabt. Danken im Namen Goslars dafür. Aber dennoch den gemelten unsern herren von Goslar bisanhero nie gedeien wollen, das ire sachen vor religionsachen erkant und angenohmen hetten mogen werden, sondern sie sein alle zeit mit guthen worten woll getrost und von einer zusamenkunft zue der andern darmit uffgezogen worden, mit demselbigen sie dan geduldiglichn gelitten. Nuhn wollen sie sich dennoch nit abschrecken lassen und umb anehemung irer sachen vor religionsachen bei eueren fstl. Gn., Gn. und G. undertheniglich, dienstlich, auch hochsten fleiß abermals angesucht und gebethen haben, in trostlicher und hoffenlicher zuversicht, euere fstl. Gn., Gn. und G. werden den handel in itzigen beschwerlichen, geferlichen und gantz besorglichen zeithen und leuften noch tieffer und mehr, alß zubevohr beschehen, gnediglich und gunstiglichen erwegen und die anehemung ferner nit aufschurtzen, sondern die einmahl alhie uff diesem reichstage zur Regenspurgk furgengich sein lassen und also auß ursachen, so hie beneben schrieftlichen ubergeben werden, der von Goslar vor religionsachen anehemen und erkennen. Die Stadt Goslar und sie, die Gesandten, wollen dies alle Zeit mit allen ihren Kräften verdienen, alß sie und wir unß aus verwantnuß, auch dinstparkeit halben dorzue mehr dan schuldig erkennen.

    Š[Beilage:] Gründe für die Anerkennung des Goslarer Konflikts als Religionssache

    Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 372 Nr. 142, fol. 112r–115r (Kop.); ÜS fol. 112r: Ursachen, warumb der stadt Goslar beschwerung und sachen vor religionsachen zu erkennen sein, auch davohr pillich gehalten, geacht und angenohmen werden sollen.

    Als Goslar noch nicht protestantisch und Mitglied des Schmalkaldischen Bundes war, hatte es wohlgesinnte Richter am Kammergericht, hat auch mehrere günstige Urteile und Mandate erlangt, so dass Hg. Heinrich sich über das Kammergericht beklagt hat. Nach dem Konfessionswechsel Goslars und seinem Beitritt zum Schmalkaldischen Bund waren Kammerrichter und Beisitzer der Stadt stets feindlich gesinnt und haben Hg. Heinrichs Interessen gefördert.

    Religiöse Gründe erklären auch, dass Hg. Heinrich auf dem Augsburger Reichstag 1530 ein Sequester erlangen konnte und damit die Exekution zugunsten Goslars ergangener Urteile zum Nachteil der Stadt aufgeschoben wurde. Auch wird in den anhängigen Purgationssachen gegen Hg. Heinrich und in Sachen Landfriedensbruch die Prozessführung vom Kammergericht aus religiösen Gründen zum Nachteil der Stadt und zum Vorteil Hg. Heinrichs gestaltet. Aus religiösen Gründen wurde Goslar auch in die Acht erklärt, damit die Stadt die noch anhängenden Prozesse gegen Hg. Heinrich in Purgationssachen und in puncto fractae pacisnicht weiter verfolgen kann.

    Goslar ist vom Kammergericht verurteilt, den Konvent des Klosters Georgenberg zu restituieren. Dies bedeutet Wiedereinführung der altkirchlichen Zeremonien, die dem Bekenntnis zum wahren Glauben zuwiderliefe. Wenn Goslar gegen die Acht Widerstand leistet und Hg. Heinrich die Stadt in die Hand bekommt, wäre dies verhängnisvoll, nicht nur für Leib, Leben, Hab und Gut der Bürger, sondern auch für ihr Seelenheil. Goslar müsste dann von der göttlichen Wahrheit abfallen, auch das teuflische Papsttum wiedereinführen. Goslar könnte zudem für Hg. Heinrich eine gute Plattform für Übergriffe gegen andere protestantische Stände abgeben. Der Verlust Goslars würde allen Evangelischen zum Nachteil gereichen. Dass Goslar wegen der Religion verfolgt wird, belegt im Übrigen auch die am Ketzerrecht orientierte Argumentation Hg. Heinrichs von Braunschweig am Kammergericht in der Purgationssache.

    Die Verfassung des Schmalkaldischen Bundes definiert die Bündnispflicht auch für die Fälle, in denen Stände zum Schein wegen profaner Dinge, in Wahrheit aber wegen der Religion beschwert werden. Dieser Artikel muß auf die goslarische Angelegenheit angewandt werden. Wenn man die Exekution der Acht gegen Goslar tatenlos zulässt, wird dies die Gegenseite ermutigen, Gleiches mit Kammergerichtsverfahren auch gegen andere Stände zu versuchen, welches dan viel stende, wo nit zum abfall von dem wort Gottes und der gotthlichen warheit bewegen, doch in allerhochst beschwernuß und gefarlicheit fhuren wurde, das dan pillich beizeithen zu vorkhomen. Außerdem hat der Kaiser durch seine Suspension der ŠKammergerichtsprozesse und der ergangenen Achturteile die goslarische Angelegenheit bereits als Religionssache anerkannt.

    Aus all den genanten Gründen ist die goslarische Angelegenheit als Religionssache anzuerkennen und darf man Goslar nicht im Stich lassen1.

    «Nr.252 Protokoll der Beratungen der schmalkaldischen Verbündeten über den Fall Goslar – [Regensburg], o. Datum »

    Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3.

    Kf. zu Sachsen: [Schleuß?] uff den artickel der scheinsachen in der aynung, zudem, so Goßlar erclert, wurden sy von der religion wegen ganz und gar gedrungen, aus denen ursachen und sonderlich, weil Goßlar diße sachen umb des has willen der religion be[ge]gnet, schleußen sy, das Goßlar vermog der aynung mit rat, hilf nit solt verlasen werden.

    Lunenburg: Sovil er den grundt ansicht, so sey es ain prophansachen, wen aber denen von Goßlar von wegen, das sie sich in diße verstentnus begeben, diße beschwerung begegnen aund ire sachen vor demselben, ee sy zu dißer verstentnus komen, in besserm stand geweßt–a, und sy zu demselben auch zu besorgen, bwo die restitution beschehen solt, das sy wider ir gewisen zu dem uncristlichen [vurnemen?] gedrungen werden–b, das sy wo sy solten hingezogen werden, von der religion [...?] möchten, so schleuß er cund sonderlich uß [kraft?] des artickels in der aynung, umb die scheinsachen [begrifen?]–c, das Goßlar mit hilf, rat und beistandt nit zu verlasen wer.

    Pomern: Das sich die bede fursten, namblich Hg. Philips und Hg. Barnym, ainer instruction verglichen, darinen der von Goßlar sach auch gedacht, namlich dieselbe fur aine prophansach zu achten. Obwol nu mein gnediger herr, Hg. Philips, uß dißen den [vernomen?] ursachen wol bedacht were, diße sachen neben andern stenden dohin zu erkennen, das sy in diße verstentnis [gehoren], so werde er doch durch die verglichen instruction daran verhindert, also das er es dißer zeit dabei beleiben laß. Seine fstl. Gn. mogen aber fur ir person wol leiden, das hierinen nach ordnung der aynung furgangen und, was [von?]  Šdem merteil geschlosen, des werden sich sein vetter und er der gepur zu halten wissend.

    Wurtenperge: Wo Goßlar solt gedrungen werden, die closter, sover sy in irer oberkeit gelegen, zu restituiren, und sy also von der religion fzu den uncristlichen [ceremonien?]–f gedrungen werden, das sy alsdan mit rat und hilf nit solten verlasen werden, und die sachen, [das berkwerch] belangendt, achten sein fstl. Gn., die sollen fur ain prophansach und das darinnen nit solt erkennt werden.

    Hessen vor Wirtenperg: Von wegen unsers gnedigen fursten und hern sagen Alexander von der Thann, oberamptman, und ich, der canzler, uff unsern empfangen bericht, den wir von seinen fstl. Gn. haben, in aller masen wie die sachssischen churfurstlichen sich haben vernemen lassen, und mogen, das diße sach, die gesprochen acht und ufgelegte restitution des closters zum Georgenberg in die beschirmung dißer verstentnus gehor inhalt des artickels in solcher verstentnus ver[leipt], und solt davor billich angnomen werden

    Straßburg: In dißer sach, sovil die acht belangen, halten es seine hern dafur, das inen unrecht geschehe, [weil?] diße große, verderpliche, hohe straf der acht umb ir [verwirckung?] [...?] nit solt erkant sein worden, wo nit die ungunst der angenomen religion und verstentnus uf inen beruhet wer, oder zum wenigsten die beeden clagen und [... ...?] des h[erzogs] und Goßlars miteinander zum endt außgesprochen. Derhalben so acht er von wegen seiner hern, das die von Goßlars in dißer sachen vermog des artickels der scheinsachen von den verainigten stenden nit zu verlasen sein, doch dergestalt, dieweil dise vereinigung allein uf der defension und gegenwer [...], das sy auch anderer gestalt nit furgenomen werden sol. Zudem, ob sich zutruge, das die von Goßlar der zwaier sachen halb, damit sy in die acht gesprochen, zu solchem vertrag, gden sy auch in allweg inhalt der verstentnus suchen sollen–g, komen mochten, den die stendt fur billich achten, das sy darinen zu volgen schuldig sein solen. Und in der andern sach der [...?] [gefangen?] [...?] dem [closter?] zu St. Georgenberg betreffend, dieweil in derselben urtel die [ceremonien?] und anders mher außgetruckt, auch die von Goßlar dergleichen [ceremonien?] heutigs tags noch in irer stat haben und gestaten, so kann er von seiner hern wegen noch zur zeit dieselb restitution fur kaine religionsach erkennen, dann, obwol die von Goßlar uß furcht des uberzugs genugsam ursach gehapt, das [closter?] Šabzuprechen, so acht erh doch, das sy, dem propst des schadens halb zimbliche und biliche vergleichung zu thun, von rechts wegen sich nit sperren möchten.

    Augspurg: In dem, das der stat Goßlar uf anhalten Hg. Hainrichs von Brunschwig an dem keyserlichen camergericht die acht uferlegt, darinen sy uber und wider recht beschwert und nit allain als ain glid und [commun?] des hl. reichs wider bemelte recht vom hl. reich hgedrungen und in frembde gewalt ergeben–h und [...?], sonder auch dißer religion widerwertigen handt und dessen zu besorgen von unser religion gedrungen, denen doch zuletzt und im selben fall wurde und mueß geholfen werden, dergleichen, was das closter und ufrichtung desselben laut der urtel, am camergericht ergangen, betrifft, auch das die papstlichen ceremonien am selben ort wider angestelt werden solten, so ist ursach sollicher beschwerdeni. Widerrechtlicher beschwerdt uß abgunst dißer stendt religion mer dan uß corrumption, feintschaft oder anderm nach gelegenheit etlicher hendel, so sich an bemeltem camergericht ain zeit her begeben, bei seinen hern zu vermueten. Und damit in oberzelten felhen und dem, was Goßlar wider recht, haß der religion und dißer stendt und, sie in das papstum wider zu tringen, begegnet sein soll und ist, darinen sollen sy vermog der verstentnus mit rat und hilf, doch uf maß der verfassung, nit verlasen werden.

    Ulm: Das seine hern je und allweg dahin geacht, nachdem sy der von Goßlar sach gehort, und nemblich jezt uf das lezt in der ergangen achturtel, das inen dieselb wider recht und alle billichait und allain uß dem, uß has der religion und umb der religion, ervolgt sei, doher sy auch geacht, das des tails stende mit rat, hilf und beistand nit solen verlasen werden. Sie haben si[ch] auch in demselben ires gemuets uf dem tag zu [E?]ßlingen bei der andern stet botschaften vernemen lasen und uns derhalben bevelh geben, diser sachen halb neben und mit andern stym- oder aynungsverwanten stenden der von Goßlar halb uff weiter ir anbringen der handlung solen helfen schliesen [...?] oder mit den stymen, das sie sich in demselben, was also entschlosen, von gemeinen stenden nit sondern wölen. Und demnach und sie die handlung jezt abermalen eingenomen und gehort haben, so konden sy nit anders erkennen, dan das dise beschwerlich achturtel uß abgunst unser religion, der die von Goßlar auch sein, ervolgt sei, uß der ursach inhalt und vermog der verfassung von gemeinen stenden bilich nit solen verlasen werden, doch defensive und dergestalt und maß, wie vor herinnen darin gehört ist, als das man alle mitl und weg suchen, dadurch ain vertrag ervolgen mög.

    Premen: Dieweil die stat Goßlar durch das camergericht in die kaißerliche acht gesprochen wider alle recht und billicheit und sy nit anderst erachten mogen, dann das soliche beschwernus inen uß has der religion begegnet sei, und nachdem vast ain ding ist, ob imands unser aynungsverwanten mit ofentlicher, Štatlicher gewalt oder sonst under dem schein des rechtens beschweret werde, achten es seine hern dafur, das in disem falh die von Goßlar mit rat, hilf und beistandt nit zu verlasen sein.

    Hamburg: Hat sein stym und votum in schrift dem sesischen canzler ubergeben1.

    Magdeburg: jHat sich uff dem tag zu der Newmburg vernemen lasen, das diße sachen in die verstentnus gehort und das sy kinhalt der aynung mit rat und hilf–k nit solt verlasen werden–j. Und dieweil Bronschwig und Magdeburg der stymmen halb noch unverglichen, so hat der gesant von Bronschwig angezeigt, das solchs magdeburgisch votum seiner hern und obern gemuet und mainung auch sei2.

    «Nr. Š253 Supplikation der Gesandten der Stadt Goslar an den Kaiser – Regensburg, 1541 Juli 8 »

    Frankfurt ISG, Reichssachen II Nr.909, fol. 71r–73r (Kop.); ÜS fol. 71r: Volgt dero von Goslar supplication, die sie mit nechst hievor geschriebener der protestiren[den] stend antwort dem Kf. zu Brandenburg ubergeben haben1.

    Euer ksl. Mt. kunnen wir abermals unser antringender, unvermeidlicher notturft noch allerunderthenigst nit pergen, das uber alle gewaltsame und thetliche handlung, so unsern hern und obern von Hg. Heinrichen von Braunschweig under dem schein einer vermeinten, nichtigen acht in noch werender und schwebender euer ksl. Mt. suspension und gebotnem fridtstand, der er kheinswegs parirt hat noch zu parirn gedenckt, unbillicherweiß sein zugefugt, auch, als wir in glaubliche erfarnus khumen, diß begegnet, das er, Hg. Heinrich, unsern gnedigsten hern, den Ebf. zu Meintz und Magdeburg, churfursten, uff seinen zu milten und furtheilhaftigen bericht dohin vermegt, das sein kfl. Gn. den iren bevelch gethan und verschafft, das auß iren kfl. Gn. beyden styfften Magdeburg und Halberstatt weder korn, gedreyt noch einich andere notturfft denen von Goßlar zugepracht wirdt.

    Weither so reythen und gehen zu roß und fuß des Hg. von Braunschweigs diener und verwanthe hin und wider uff des hl. reichs freyen strassen, versperren und verhindern dieselben mit grossem, ernstlichen gewalt dermassen und so geschwindt, das von niemandt einicherley korn, gedreyt proviandt oder andere notturft denen von Goßlar von frembten orthen, auch auß seyner fstl. Wd. furstenthumb und dem styft Hyldesheim kan oder mag zugebracht werden.

    Und uber das hat gmelter Hg. Heinrich von Braunschweig neulicher tag denen von Leypsig ein gebot gethan und verschafft, das sie denen von Goßlar solch suma gelts, als sie inen vor ir verkauften pley zu lyffern und die von Goßlar zu hinderlegen und in irer statt biß zu entlicher erorterung derhalben schwebent irrung zu verwaren, auch zu sequestrirn schuldig, auf ir geschehen anforderung inen nit hat volgen noch sie des vergnugt megen werden, dem kayserlichen Šabschidt, so derwegen von irer ksl. Mt. zu Augspurg ist uffgericht und, bey peen der acht, auch 1.000 marck lottigs golts zu halten, mandirt worden, zuentgegen.

    Weither so procedirt auch wider die von Goßlar eurer ksl. Mt. cammergericht auf Hg. Heinrich von Braunschweig, auch probsts und convents zum Georgenberg ongestim anhalten und begern onverhindert euerer ksl. Mt. suspension und friedesgebot, gleich ob die suspension und fridstant nicht ergangen were, dan in sachen der vermeinten, nichtigen acht hat des Hg. Heinrich von Braunschweig anwalt jungst am dritten Junij an euerer ksl. Mt. cammergericht umb einsatzung in alle und jede unser hern gutter, so in einer ubergebner schrift stuckweyß verzaichnet gewesen, gebetten, welche auch ist angenhomen worden. Aber dem goßlarischen procuratorn hat uff sein begern und anhalten davon khein copey mogen gegeben werden, und ist im, die rechtmessig defension darentgegen zu gebrauchen und zu exercirn, abgeschlagen.

    Gleichergestalt wurt wider die von Goßlar, unsere hern und obern, doselbst an ksl. Mt. cammergericht in sachen der vermeinten erlitnen scheden, costen und uffgewenthen expensen probsts und convents zum Georgenberg procedirt und alles, das die gedechten von Goßlar in berurten und andern sachen zu irer notturft lassen furwenden, bitten und suchen, das wirt inen verhindert und abgeschlagen mit anhengen, das die von Goßlar als erclerte achter nicht sollen defendirt, sonder rechtloß gehalten werden, des uff die gerichtshendel und prothocoll gezogen.

    Furter haben etzliche Hg. Heinrichs von Braunschweigs diener und angehorige etzliche burger auß Goßlar uff des reichs freyen strassen verhalten, sie angeritten und ubel, auch erbermblich geschlagen und verwundt und darvon einen mit einem leth oder buchsen durch sein haupt zu todt erschossen, inen mit den pferden zur erden gefellet, die augen auß dem haupt, auch das gantz angesicht jemerlich zurtretten und also beßlichen ermordet und umbbracht und alles gelt, so er bey sich gehapt, raublich entwert und spoliirt.

    Noch weither ist die warheit, das des Hg. von Braunschweig diener haben hin und wider zu ross und zu fuß uff des hl. reichs strassen reitten, auch hart vor die stat Goßlar vor ire zingelen und thor, und vorgeweltigen der von Goßlar inwoner und burger. Dieselben diener haben auch angefangen, der stadt und burger gedreyt und groß, so im felt stehet und wechst, mit iren pferten zu ertretten und zu verschleyffen und also zu depopulirn und zu verderben.

    Deß herzogen amptleuth und diener lassen sich auch offentlich horen und vernhemen, das sie alle jerliche fallende zinß an gelt und fruchten, auch korn und getreidt etc., denen von Goßlar zustendig, an waß orthen und stedten sie das verkhemen mogen, den von Goßlar zu entpfahen oder inzufhuren nicht gestatten, sonder uff ires gnedigen fursten, Hg. Heinrichs von Braunschweig, schlossen brengen und fhuren lassen wollen.

    Der Hg. von Braunschweig hat auch kurtzverschiener tag allen seinen bauren und hindersessen bey straff leybs und guts gebieten und ansagen lassen, sich mit iren wehren, buchsen, hacken und spiß gefast zu machen und in rustung zu Šsteen, das sie zu tag und zu nacht, wen sie gefordert werden, mit irer munition folgen megen.

    Auch wirt jetz von Hg. Heinrichen und den seinen allerley feindtschafft eyd noch dem andern uff die von Goßlar inen uber den halß angestiftet, den feind[en] sicherheit, velich peß und durchschleyffung zu seinem fstl. Wd. furstenthumb, gebiet und oberkeit gestattet und vergunstiget.

    Daruß dan clerlich zu spuren, das Hg. Heinrich von Braunschweig unuffhorlich noch unserer hern entlichen verderben trachtet, bemelt camergericht auch unverhindert berurter euerer ksl. Mt. suspension uff sie tringent und, sie in noch tiefferen schaden, fhar, angst, noth, in entlich außreittung zu setzen, understeen wirdt.

    Dhieweil doch gedachter Hg. Heinrich von Braunschweig euerer ksl. Mt. suspension und gebotnem fridstant kheinswegs gehorsamet hat noch zu parirn bedacht ist, derhalben ist an euere röm. ksl. Mt. unser underthenigst flelich bit, ersuchen und anruffen, das euere ksl. Mt. wollen sich der elenden, vertrangten und beschwerten leuthen von Goßlar als euerer ksl. Mt. und des hl. reichs glidt und underthanen allergnedigst erbarmen lassen und auß angeborner kayserlichen tugend, gute, gerechtigkeit und miltigkeit mit ernst einsehens thun und verschaffen, das sie von irer ontreglichen, onmenschlichen, großen beschwerung zu handthabung friedens und eynigkeit, auch irer ksl. Mt. selbst reputation und preeminentz doch forderlich mogen erlest, auch durch Hg. Heinrichen ermelter euerer ksl. Mt. suspension und fridstandt baß, dan bißher beschehen, gelebt und gehorsamet werden. Das wurt Got der almechtig zweyffelßfrey gegen euere ksl. Mt. reichlich onbelont nit lassen2. So erkennen sich gnante unsere Šhern und obern von Goßlar, auch wir, solchs mit leyb, gut und plut in aller underthenigkeit zu jeder zeit zu verdienen, mehr dan schuldig, euere ksl. Mt. in diesem allem uffs underthenigst anruffent3.

    «Nr.254 Zusammenfassung der Supplikation der Stadt Goslar und Gutachten des Supplikationsausschusses – Regensburg, o. Datum »

    Wien HHStA, RK RTA 7, unfol. (Reinkonz.); ÜS: Supplicatio der stat Goßlar.

    Burgermeister und rath zu Goßlar haben ksl. Mt. supplicirt, wie Hg. Heinrich von Braunschweig verruckter zeith widder gemeine recht und keiserliche constitution und außgekhundte landtfriden ir hutten und bergkwerckh uf dem Ramersberg sambt irem silber, blei, ertzstolen, holtz und allem vorrath uf den hutten mit der that gewaltiglich ingenomen und entsetzt, sie auch ein urtheil am chammergericht erhalten, das ir widdertheil sy in vorigen gebrauch und besitz der hutten sambt erlitten costn und schedn restituiern soll. Wiewoll sie uf sollich urtheil executorial erlangt, taxation der gerichtlichen expenß erhalten und der entwerten gutter, auch costen und scheden halb zu recht beschlossen, so hob doch das chammergericht uf ungestum anhalten und ungnugsam bericht des Hg. von Braunschweigs uf jungst gehalten reichstag zu Augspurg inen, den hertzogen, zu dem petitorio gelassen. Dergleichen hetten di ksl. Mt. den vorkauf der metallen wider ergangen urtheil, eher und zuvor sie als di spoliirten wurcklich restituiert worden, sequestriert und gemeingelegt, welliche zulassung in petitorio, suspension und daruf gevolgte sequestration ire gesandte damals nit anderst dann auß forcht der cominierten acht uf vorgeend protestacion, von den erkhannten und bewilligten urtheil restitucionis nit abzuweichen. Wann Šdann solliche suspension der ergangen und bewilligten urtheil, auch bescheene sequestration widder recht und ksl. Mt. und des reichs ordnung, auch den hessischen und der stat ufgerichten vertregen zuwider, betten sie gantz undertheniglich, di ksl. Mt. wollen sollich beschwerlich suspension ergangner urtheil in possessorio, dergleichen das berumbt sequestrum in ansehung, daß sollich suspension und sequestrum inen zu ewigem, unwidderbringlichem schaden gereicht und an sich selbst widder recht sei, allergnedigist abschaffen und inen zu wurcklichen execution ires erlangten rechten allergnedigist verhelfen. Ob innen zu gruntlicher und wurcklicher vollziehung sollicher urtheil etwas im rechten geburen wolt, darzu wollen sy sich undertheniglich erbotten haben.

    Das auch di ksl. Mt. in alweg bei irer Mt. camergericht gnediglich verschaffen und versehen thun wolten, das ane lengern verzug in andern schwebenden sachen widder Braunschweig zu recht procediert und nach herbrachtem des cammergerichts gebrauch volnfaren werde, sonderlich in causa purgationis, und daß di zeugen ad perpetuam rei memoriam, derwegen si oftermals bei ksl. Mt. undertheniglichist angesucht, furderlich abgehort und darin comissarien verordent werden mugen, dann sie grosse vorsorg tragen, dieweil sich dieselbige sach so lang verzeucht, daß di zeugen mochten mitlerzeith abgeen, wie etliche schon verschiden, und inen der personen halb di probation abgestrickt wurde. Und diweil etlich zeugen des hertzogen lehenman und etliche, wie sie glaublich bericht, mit sondern eiden verstrickt sein, von disen artikeln, davon di purgationartikel melden, nichts zu sagen, betten si di ksl. Mt. in aller underthenigkeit, den hertzogen dahin zu vermugen und durch rechtlich mittel anzuhalten, sollich zeugen sambtlich und sonderlich irer eid und pflicht, di lehenman zu diser zeugknus, di andern aber gentzlich erledigen und sie derselbigen loßgeben wolle, und in dem allem als ein loblicher keiser und das lebendig recht selber mit gnaden erzeigen. Das umb euer ksl. Mt. wollen sie in aller underthenigkeit und gehorsame verdienen.

    Ist fur gut angesehen, das Kff., Ff. und stendt di ksl. Mt. zum underthenigisten ersuchten, das ir Mt. di acta in sachen des landtfridens, hinc inde zwischen dem Hg. von Braunschweig und Goßlar an dem camergericht sich erhalten, beide zu remidiren, den sindicatoribus (di auch revisores sein werden) gnedigst remittieren und denselben bevelhen, auch alle andere handlung zwischen jetz gemelten partheien biß zu endt der revision sambt der goßlarischen acht suspendirn wollt.

    « ŠVIII,2b Klage der schmalkaldischen Verbündeten über die Mordbrenner »

    «Nr.255 Supplikation der schmalkaldischen Verbündeten an den Kaiser in Sachen Mordbrenner1 – Regensburg, 1541 Mai 13 »

    A  Wien HHStA, RK RTA 7, unfol. (Kop.).

    B  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/04, Regenspurgischen Reichstags, Religion und andere Händel vermöge einer hierbey [...] Anno 1539–1547, fol. 451–465v (Kop.); AS fol. 451r: Uberantwort röm. ksl. Mt. Freitag nach Jubilate, den 13. Maij.

    C  koll. Stuttgart HStA, A 262 Bü. 12, fol. 55r–77r (Kop.); AS fol. 55r: Der augspurgischen confession verwandten stend etc. schriftliche vermeldung und anzaig, der röm. ksl. Mt. etc. wider Hg. Hainrichen von Braunsweig, seine diener und mitverwandtn des mordtbrennens halben ubergeben.

    ŠD  koll. Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 564r–577r (Kop.)2.

    Eur ksl. Mt. wissen sich gnedigst zu erinnern, welchergestalt des vergangenen jhars daß erschrecklich, unchristlich und zuvor im reich deutscher nation unerhort mortbrennen gewaltiglich eingerissen, vast den grossern tailh deutsches landes und zuforderst unser des churfursten, fursten und andern der religion und ainungsverwanten stenden furstenthumb, landen und gebietten durchbrochen und dermassen uberhant genomen, daß etzliche vil grosse und kleine steet, flecken und dorfer gentzlich und zu grunt, etzliche aber zum teilh erbermlich abgebrannt und (welches leider noch so vil mer zu erbarmen) vil armer, unschuldiger leute, man und weibspersonnen, auch kleine kinder grausamlich durch solchen mortbrandt umbkhomen und ermordet sein, wie euer ksl. Mt. nachvolgends ferner bericht werden soll.

    Nachdeme aber auß verleihung gotlicher gnaden solcher ubelthetter und mortbrenner hin und wider etwa vilh uff frischer thate und sonsten begriffen, gefenglich eingetzogen und umb ire grausame, teufelische mißhandlung und mortbrennen, wie pillich, gestrafft worden, auch noch eines teils ungestraffta gefengklich enthalten werden, hat sich aus derselben mortbrenner urgichten und aussagen in vil wege befunden, daß sie zu solcher erschrecklicher unthatten und mortbrennen durch gelt erkauft und zuwegen gebracht worden seint, darauß dan nicht allein den chur- und fursten und unser religion und ainigungsverwanten stenden, nachdeme wir und sie sampt unsern underthannen am meisten darmit beschwert und angegriffen seint, sondern auch meniglich ehrliebenden im reich deutscher nation zu allerley nachdencken ursach gegeben, von whannen, woher und durch wenne solche unchristlich, erkauft mortbrennen hergeflosßen, bestelt, zugericht und so vil statlichs gelts dartzu außgelegt, verhaischen und gegeben worden, wie dan auch nicht unpillich, sonder die hochste notturft erfordern thut, zuforderst, weil daraus ein augenscheinlich, offentlich und gantz greiflich verterbung gantzes deutschen landes erfolgen wolt, dem allen mit vleissiger erkundung und erforschung nachzutrachten.

    Und obwol vil der gerechtfertigten mortbrenner allein ausgesagt und bekennet, daß sie zum mortbrennen mit gelt erkauft, aber den rechten hauptfurer, aufwickler und besteller eigentlich nit antzeigen konnen, so hat sich doch ausß viler anderer mortbrenner, so zum teilh gerechtfertigt und noch zum teilh gefengklich enthalten werden, urgicht und bekentnussen nuemer so vil befunden, daß man allerlei antzaigung, indicia und argwonn hat, woher und durch wene berurt mortbrennen zum teilh angestiftet, bestalt und mit gelt erkauft und verlegt worden sein möchten. Und dieweil diß ein solch ding ist, daran gantzer deutschen nation mercklich und viel gelegen, so haben wir zu unser und der Šunsern hochste notturft und auß hertzlichem, mitleidendem gemuet, so wir zu unserm vatterlandt deutscher nation pillich haben und tragen, nicht umbgeen können, davon eurer ksl. Mt. bericht, wie der allenthalben an uns gelangt und wir der ding in erfharung kommen, vorzuwenden und umb geburlichs einsehen zu bietten.

    So haben wir auch nachfolgende erkundung und erforschung nit allein bei denen mortbrennern, so in unsern furstenthumben, landen und gebietten eingetzogen, gerechtfertigt und zum teilh noch gefengklich enthalten werden, genohmen, sondern auch auß vieler mortbrenner, welche hin und wider in andern furstenthumben, herschaften und oberkeiten gefengklich enthalten, gerechtfertigt und zum tailh noch sitzen und gefengklich enthalten werden, urgichten, bekentnussen und aussagen, in gutlicher und peinlicher frage beschehen und von etzlichen guthertzigen leuten, so daß undergeen deutscher nation auch nicht gerne sehen, uns zugeschickt worden, mit der offentlichen protestation, daß wir solchen bericht allein auß unvermeidlicher notturft und zu errettung des vatterlandes und niemandes, er sei hoches oder nidern standes, zu verdrieß, zu beschwerung oder iniurien gethan haben wollen, daß auch unser gemuet, wilh und meinung nie gewesen und noch nicht sey, in diesem handel jemandes etwas, des wir, auß merklichen, rechtmessigen ursachen und verdacht zu thun, nicht befugt weren, zutzumessen, davon wir abermals protestirn.

    Damit aber euer ksl. Mt. mit allen urgichten, die nach der lenge zu verlesen, nicht durfen bemuhet werden, so haben wir aus denselben volgenden außzug, sovil in dieser sach dienstlich sein mochte, machen lassen und sein erbutig im falh der notturft der urgichten, sovil der hie sein, copeien furzulegen, so mag euer ksl. Mt. die uberigen leichtlich uberkommen.

    Und erstlich so hat Mertin Gotschalck, zu Boventzen under dem H. von Pleß wonhaftig, bekannt und außgesagt, er habe sein geselschaft des mortbrennens halben im braunschweigischen lande gemacht, auch des orts gelt darauf entpfangen.

    Dergleichen besaget Bode Begckmannß, ein sonnen [sic!] kremer, under dem H. von Pleß zu Boventzen wonhaftig, eß habe inen einer mit nhamen Faye zu Gunterßheim, im lande zu Braunschweig gelegen, angesprochen und funf gulden gelobt, so er Boventzen anlegte und außbrennete. Und so er solchs außgericht, solte er von obgedachtem Faye, seinem annehmer, in einem dorf, Stockeim genant, solch gelt entpfangen. Meldet darbei ferner, daß gemelter sein hauptman Faye 54 mortbrenner angenomen, die stette Gottingen, Northeim und sonsten allenthalben antzulegen.

    Hannß Kesehagen, im gericht Hardenberg wonhaftig, hat außgesagt, daß ime ein hauptman Fridrich Thebuerß des brandes, so itzo geschicht, zwischen Stain und Angerstein begegnet und angesprochen, wan er auch brennen wolte und Obern-Billinghausen anlegen, solte er ein gut dranckgelt krigen, und das er auch darauf zusage gethan, gelt entpfangen und den hauptman gefragt, ob irer auch mer angenomen, whelcher ‚jha‘ gesagt und das ir wolh 350 angenomen Šund bestelt und daß er darauf zu Boventzen Bernnt Luticken scheurn angesteckt und derwegen sein besoldung auf den Sontag Maria Himelfart [1540 August 15] im Dieffentalh entpfangen soll. Item, dieser Hanns Kesehagen bekennt weiter, daß ime berurter hauptmann gesagt, daß er allen denen, so bestelt, uff daß hochst verbotten, im stift Meintz und Hg. Heinrichs von Braunschwigs land nit zu brennen, dan man soll die evangelischen fursten und stende brennen, wann solchs ergangen, solte ein zug beschehen und die lande eingenomen werden.

    Johann Eierkuch, im gericht zu Hardenberg wonhaftig, bekennet, daß er von Hannsen Kesehagen im Arbercke ein gulden entpfangen habe, darvor Angerstein, steet dem H. von Pleß zu, anzulegen und das darbei und uber gewest Heinrich Strauche, Hans von Lindau, Hannß Kesehagen, Hanß Eseltreiber, Heinrich Schroder und ein ider ein gulden entpfangen und wan der brant beschehen, solte ein ider funf gulden zu besoldung entpfangen und er, Hanns Eierkuch, von Hansen Eseltreiber seinen teilh bekomen. Item, daß er mit Hansen von Lindau, Hansen von Hardenberg scheurn im vorwergk anstecken wolle. Diese obgenante mortbrenner, nemlich Mertin Gotschalckh und Bode Begkmanns, haben Boventzen den flecken angelegt und 91 beu daselbst abgebrannt. Und ist Kesehagen zu dem feur gelauffen, alß wolt er leschen, und bulfer in daß feuer geworfen.

    Heinrich Strauch, under dem von Hardenberg wonhaftig, bekennet, daß er und Hannß Eseltreiber insampt einen gulden von einem hauptman zu Bischhausen vor dem kruge entpfangen, dafur daß dorf Ober-Billingshausen antzulegen. Item, wan der brant von inen beschehen, so sollen sie gelt und weiter belohnung im Tieffentalh entpfangen, das sie auch Hannsen von Hardenberg die scheurn im vorwergk anstecken und dafur zwen gulden zu belohnung von obgedachtem hauptmann, welcher sie zu Bischhausen angenomen, entpfangen solten und daß derselbig hauptman einen grahen rock, grahen hut und ein rothen parth gehapt.

    Hans von Lindau, under dem von Hardenberg, bekent, daß er sich zu Bischhausen mit einem hauptman, so ein grahen rock, grahen hut und rothen barth gehapt, deß mortbrennens halben vertragen und darauf von gemeltem hauptman einen talher entpfangen, mit weiter vermeldung, wan er Billingshausen und Spadenberg anlegt, das er alßdan in die rode bei der Dycke komen und do zehen gulden zu seiner besoldung entpfahen solt.

    Hans Schroder im gericht zu Dassel, Hg. Erichen selligen zustendig, bekent, Gert, der zolner zu Huckelheim, habe inen oftmals angesprochen und gesagt, er wuste wolh eine gute beuth, wan er, Hannß Schroder, ime helfen wolte, solt ein ider wolh 40 gulden krigen und verdiennen. Und alß er nun, solchs zu thun, gewilligt, habe gemelter zolner ine und Jacob Witten, ein burger zu Northeim, in das zohlhauß zu komen, bescheiden, daselbst sei ein vierschutziger kerl, einen schwartzen parth habent, Jobst genannt, zu inen komen und inen, Hannsen Schroder, angesprochen, daß er wolte Northeim, Stockheim und Weltze im gericht Grubenhagen anlegen und außbrennen helfen, und alß er ‚jhar‘ [sic!]  Šdartzu gesagt, hab gemelter Jost, der annehmer, ime funf gulden auf die handt gegeben, darvon er Jacob Witten zwene gulden, ime solche sachen außzurichten helfen, geben. Und Jacob Witte solte wider auf das zolhauß kommen und noch funf gulden entpfangen, daß auch darauf Gese, des zolners weibe, ime, Hannsen Schroder, zwo lunten oder zuntstrick behendet. Als auch hernachen am tag Galli [Oktober 16] Jacob Witte zu ime, Hannsen Schroder, zu Huckelheim vor dem thor komen, hab er ime solche zwo lunten und strick, damit Northeim antzulegen, gegeben und sich miteinander vereinigt, auf nechstem Sontag in den Dorssethalh zu komen und sich weiter zu verainigen. Daß auch berurts zolners weib alßdann wider zu inen komen und mer lunten bringen solte. Und wan solchs alles beschehen, so wolte ir hauptman Jobst wider auf daß zolhaus komen und ir iden nach solcher begangenen that acht gulden geben und daß sie darauf einen dritten, Prickelkenn genant, solche that außrichten zu helfen, angenohmen, Jacob Witte demselben einen gulden und er einen halben gulden gegeben und das solchs alles vorm thor zu Huckelheim beschehen. Item, bekennt weiter, daß er gemelten hauptman und zolner gefragt, wer doch solch gelt außgebe und was die ursach sei, daß man die steet und dorfer so verbrennen soll, darauf sie beide geantwort, Hg. Heinrich von Braunschweig, der habe sie außgeschickt, solchen brandt umb der evangelischen sachen außzurichten. Item, sagt, Gerth, der zolner, acht gulden, etzliche dieses brandes halben abtzufertigen, gegeben und, ime noch 30 zu geben, zugesagt. Item, berurter zolner hette ferner gesagt, sobald er sein zeug vom zolhauß weggebracht, so wolle er den H. von Pleß außbrennen. Item, weiter bekennt, er wisse drei, die auf den H. von Pleß, inen zu tode zu schiessen, geen, einer heiß Hannß Bauernfeint, sei ehrmals Hg. Heinrichs von Braunschwig holtzforster gewesen, der ander Georg Queck und der dritte Cuntz Kolbrun und dieselben seien abgefertigt von Hg. Heinrichen von Braunschwig und es sei einem itzlichen ein neu feuerrhor auf die handt und zwenne taller gegeben und, wan sie solchs außgericht, solte ein itzlicher 40 taller krigen und solte inen ir leben lang die kost bestelt werden. Und do er gefragt, warvon er solchs wisse, hat er gesagt, alß daß letzte feuer zu Boventzen gewest, do seint derselbigen gesellen zwenne, alß Hannß Bauerfeint und Cuntz Colbrun, auf daß zolhauß komen und antzeigt, daß sie vor Boventzen gewesen und hetten gewartet, ob der H. von Pleß mitb zum feuer rennen wolte, so wolten sie inen erschossen haben. Er sey aber nit kommen, csonder Hering, des H. von Pleß dienner, mit einem knecht gerehnnet komen–c. Do haben sie, Hanns Bauerfeint und Cuntz, helfen leschen und vil pulfer mit eingestreuet. Und dieser Hanns Schroder hat hirbei weitter bericht gethann, dieweil sie von den sachen also geredt, sei ein briff komen von der Stauffenburg in Hg. Heinrichs namen an den zolner, also lautend: Wann di obgenanten drei zu ime kemen, daß er inen essen und trincken geben Šsoll und, wo ime daß felet, soll der zolner zu Stauffenburg gelts gnug holen. Und alß er gefragt, wo sich diese drei pflegen zu enthalten, hat er geantwort: zu Amelßbornns oder zum Furstenbergk, alles in Hg. Heinrichs land. Item, dieser mortbrenner bekennet noch weiter, das gemelter zolner zwene glesener angenohmen und bestalt, Cassel außzubrehnnen, und daß noch zwenne zu Lotrunck seint mit nhamen Hans Lange und Curt Behm, wonhaftig im gericht zu Dassel und Moringen, welche uff den H. von Pleß und die von Northeim angenohmen, ire underthannen und burger zu mortbrennen.

    Andres Birbercks, im gericht Dassel under Hg. Erichen seligen wonhaftig, hat außgesagt, daß er von Jacob Wittenn in beisein Hannsen Schrotters angesprochen, Northeim helfen außzubrehnnen, auch von ime einen margengroschen und von Hannsen Schrotter einen halben gulden darauf entpfangen. Do er auch befragt, ob er nicht wisse, wer die hauptleut außgeschickt und inen daß gelt gebe, darauff er geantwort, alß er von Jacob Witten und Hannsen Schrotter angenomen, haben sie ime gesagt, Hg. Heinrich von Braunschwig lege daß gelt auß. So haben auch gedachter Hannß Schrotter und Andres Birberck solchs alles, wie gehort, ungepeiniget frei und ungetzwungen zu underschiedlichen zeiten und, do keiner vom andern nichts gewust, bekannt und außgesagt. Diese obgenante mortbrenner seint durch den H. von Pleß gerechtfertigt worden und uff solch irer aussag biß in ir end beharret und darauf gestorben.

    Hanns Eseltreiber, des H. von Pleß diener, under deme er auch noch gefencklich enthalten wirdet, hat under anderm bekannt: Alß er von Gottingenn gangen, sei einer zu ime an den holen weg uber dem Arbich kommen, welcher einen grauen rockh, einen grahen hut und einen rothen parth gehapt und ime angetzeigt, daß er alß ein hauptman etzliche, alß nemlich Hansen Kesehagen, Eierkuchen, Heinrichen Strauch und andere, wie auß derselbigen aigenen aussage, dieser des Esseltreibers urgicht gleichformig, zu befinden, zu Bißchhausen angenohmen, die gantze herschaft Pleeß antzulegen und außzubrennen. So er dartzu helfen, wolte er inen auch annehmen, und ime darauf ein gulden von alten thornussen auf di handt gegeben. Und der hauptman, so mit ime geredt, habe seinen hinderhalt von Hg. Heinrichen von Braunschwig, der werde inen so starck, alß er selbs wolle, machen. Welcher hertzog inen auch dieses itzigen brandes halben außgeschickt und ime das gelt, welches er Hansen und andern gegeben, behendigen lassen. Hat auch weiter außgesagt, daß ime sein hauptmann N. von Asse gesagt, das der hauptleut sechs seint, die da reitten, welche dann gleich wie er abgefertigt. Und es habe der bapst etzlich vilh kronen zu diesem itzigen mortbrennen außgelegt. Da werde Hg. Heinrich von Braunschwig so vil zuthun und außlegen, uff die evangelischen fursten und stende zu mortbrennen.

    Heinrich Teichd, Clausen von Manndeßloy voigt, vormalß burger zu Einbeck, bekennet, daß er umb Egidii des verschiennen 40. jhars [1540 Septem Šber 1] durch Curth Goterdes, so hievor zu Berßdorf im gericht zum Lauenstein gewonnhet und daselbst ein kruger gewest, nun aber zu Brunckensen, Cristoff Prießberg zustendig, sich entheldet, uff die meinung angesprochen worden, er wuste wolh ein guten vorschlag beim junckher, darauf er gesagt, waß das were, habe Goterde geantwortet, er habe von Cristoffen Prießberg und Cristoffenn von Opurg gehort, so man zuwegen bringen konnte, etzliche stette umbzubringen, die umbherliegen, alß Einbeck, Gottingen, Northeim, Goßlar, Braunschwig und uff der rhei her, do wolten sie etzliche tausent gulden anlegen, und, wohe er solchs wolt zu voltziehen helfen, so were Cristoff Prießberg itzo nicht zu haus, solte aber wolh bescheiden werden. Aber Cristoff von Oburgk solte ime darfur vergewissung thun, so er ime nit glauben wollte, und alß er bei ime zu Oburg gewest, hette er ime die meinung auch also entdeckt. Weiter bekennet Heinrich Teich, alß er Clausen von Mandelßlo, seinen junckhern, darumb angesprochen und sich mit ime des beratschlagt, hette Clauß ime geantwort, er solte zu Cristoffen von Oburg geen oder reiten, der solte ime der sachen wol weiter bescheid geben. Mit Cristoffen Prießberg stunde er nicht wol. Alß er auch zu genanntem von Oburg kommen, di sach mit ime geredt und gefragt, wer die anrichter und hauptleute der ding weren, habe Oburg etzliche genant und, daß Hg. Heinrich von Braunschwig auch darmit sei. Bekennet auch weiter, alß er gefragt, was er darvon krigen solte, hab ime Cristoff von Oburg 800 fl. gelobt und darauf 50 fl. gegeben, auch, berurt gelt bei einer feldtgefengknus ime zu geben, zugesagt. Und berichtet ferner, daß er alßbald davon zehen gulden Heinrichen Opperman und abermalß zehen gulden dem muller, so ein fiedel oder geigen zur hochen Bocken hat gegeben, solchs alles zu volbringen helfen. Weiter auf befragung, warumb doch solchs beschehe, hat Deich geantwort, diß alles sei darumb furgenohmen, die evangelischen stedte zu verderben. Dergestalt habe in Cristoff von Oburgk bericht und, alß er hernacher zu Bruckensen bei Christof Prießberg gewest und bei ime uff einem zaun gesessen, haben sie undereinander auch also von der sachen geredt.

    Dieser Heinrich Teich ist uff solch sein bekenntnus zu Einbeck neben andern seinen dartzu erkauften diennern gericht worden. Dann es ist die stat Einbeck, so vormalß ein ansehenlich, gute, vermugliche stat gewesen, durch dieselben dermassen außgebrannt, daß nicht ein einiger bau von behausung oder kirchen in der gantzen stat uberblieben. Und daß zum hochsten erbarmlich und erschrecklich ist, so seint in solchem brant uber die 350 virthalbhundert armer menschen, jung und alt, gantz erbarmlicherweiß verbrannt, umbkomen und tod blieben, wie man davon warhaftigen bericht zu thun weiß.

    Gercke, etwan zolner zu Huckelheim, bekennt, das ein langer man, kein part und ein schart in der nasen habendt, zu ime komen, der sich Nickel genant und ime, Gercken, funf gulden geben und gesagt, daß er dafur wolte etzliche krigen, die da brennen, dieselbigen dieses itzigen mortbrennens halben außzuschicken. Darauf er Hannsen Schröder angesprochen, habe auch seinem weib zwo lunten gegeben, die Jacob Witten zu bringen, damit Northeim antzulegen. Sagt weiter, Šer habe seinen annehmer gefragt, wo solch gelt herkhome und wer doch die herrn seint, die solchs außgeben. Darauf antwort gefallen, Hg. Heinrich von Braunschwig und etzliche hetten sich zusamengelobt, solchen mortbrannt außzurichten umb der evangelischen sach willen. Bericht auch ferner, daß ime sein annehmer gesagt, daß er, Gercke, sampt seiner geselschaft uff alle di evangelischen stende brennen solten, dann es uff dieselbigen zugericht, und daß sie sunderlich uff Hg. Phillipsenn von Braunschwig und H. Dietrichenn von Pleß und di von Northeim brennen solten, dann das weren stoltze herrn, die must man ein wenig zeemen.

    Gese, des zolners weib bekennt, daß einer genannt Ludicke und Gercke, ir man, haben zwen lunten gemacht und ir bevolhen, die Jacob Witten, Northeim damit antzulegen, zu brengen, welchs sie dann also gethan. Sagt weiter, daß obgedachter Ludickehe, so die lunten machen helfen, hab iren mann zum mortbrennen angenohmen und ime funf gulden auf die handt geben. Dieser Gercke und Gese, sein eheweib, seint zu Duderstat im stift Meintz eingetzogen und daselbst uff ire urgicht ire verdiente straff entpfangen.

    Joachim Dornn bekennt, ir kuntschafter habe gesagt, sie solten keines schonen, allein der dorfer und closter, so dem Hg. von Braunschwig gehorten, und diese kuntschaft solt man finden uff dem hoffen, dem von Braunschwig gehorig.

    Michel Reichlingk zu Ußlacht, under Hg. Erich seligen geborn, bekennth, daß er von einem, der sich Lucaß vom Bodensehe genant, wonhaftig uffm Zellerfelt, Hg. Heinrich zustendig, und sey daselbst ein bierschenck, angesprochen und befragt worden, ob er auch zu Cassel bekannt und alß er ‚jha‘ geantwort, hette Lucaß angefangen und zu ime gesprochen, wan er ime folgen wolt, so wolte er in reich machen, und hette weiter gesagt, er were ein geselh, der gelts gnug, und neme allenthalben knecht und leuth an, die uff Cassel brennen solten. Und wiewol er, Michel, sich erstlich geweret, so hette er sich doch letzlich uberreden lassen, gelt genohmen und mit gedachtem Lucaß nach dem Zellerfelt getzogen, eines anschlags mit ime verglichen, wie sie Cassel abbrennen wolten. Gemelter Lucas hette sich auch weiter vernehmen lassen, wann Cassel abgebrannt, so wolte er einem itzlichen uff dem Plumenberg, uber Munden gelegen, oder in sein, Michels, hauß zu Verlehausen 500 fl. geben. Und solchs habe er also angenohmen, sei auch darauf mit ime uff daß Zellerfelt getzogen und, alß er mit ime dohin komen, habe er andere knecht mer daselbst funden, als nemlich einen, heiß Lips, wohne uffm Zellerfelt, sei ein steiger uffm bergkwergk daselbst, und einen knecht, heiß Merten, wohne zu Lause under denen von Adelepschen, und sonst ein ander, haiß Jacob, sei Hg. Heinrichs berckmeister, wohne auch uffm Zellerfelt daselbst, habe auch gedachter Lucaß Jacopen, als der umb solchen gantzen handel mitwissens gehabt, waß er sich mit ime, Micheln, Cassel halben außzubrennen, uff dem wege verglichen, auch angetzeigt und ertzelt und gesagt: ‚Ich habe Micheln und Mertin vom Lause itzlichem einen gulden uff die handt gegeben‘. Darauf Jacob, der berckmeister, geantwort: ‚Daß ist gut. Ich laß mir solchs wolhgefallen‘. Und weren daruber Šguts muts und guter ding gewest. Hat auch weiter bekannt, gemelter Lucaß sei ein bierschenck und ein steiger uffm Zellerfelt und Jacob, der berckmeister, seien diejenigen, so die knecht annehmen und daß gelt außgeben. Dieser sitzt noch zu Cassel gefengklich.

    Heinrich Kneiff zu Tanngermunde, under dem Kf. zu Branndenburg gefengklich eingetzogen, sagt, er sei im vergangen sommer zu Scheinigen, Hg. Heinrichenn zustendig, gewest. Do weren ir zwene zu ime komen, einer seins handtwergs meister Gert, solh zu Osterwig im landt zu Braunschwig wohnen, der ander einen rothen parth gehapt. Alß hat Gert angefangen, ob er nicht wolt gelt verdiennen, es were gelt vorhanden, so er wolte helfen, daß man etzliche gesellen mochte bekommen, stette außzubrennen. Ime hetten auch die zwene, so inen angenomen, 20 fl. gegeben und gesagt, sobaldt er etwaß hirinnen geschafft, so solt er zu Wolffenbuttel oder zu Reiffenberg 100 thaler entpfangen. Item, bekennt, daß er den marckmeister zu Garleben, Symon Fincken, 20 fl. vor seinem hauß zu Garleben in einem pappir gegeben und sich mit ime vereiniget, das er leute solt erkauffen und zuwegen bringen, die stedte und dorfer verprennten, welchs der marckmeister angenohmen.

    Mathes Furst sagt, der besteller hab ime gesagt, Hg. Heinrich von Braunschwig ließ diese bestellung thun.

    Peter Frobel sagt, es habe ein goltschmid in einer zech berichtet, daß ime ein guter freunt einen brif zugeschickt, darinnen stunde geschrieben, das der bapst mit Hg. Heinrichen von Braunschwig solche bestallung thetten und daß gelt außgeben liessen.

    Bartholomeus Bhune zu Grunau, Aßmusen Spigel zustendig, peinlich verhört, bekennt, daß einer Gregor Gurtler genant, ein kramer, bei seinem vatter gewest und hette gesagt, Hg. Hanns zu Sachssen etc. hette dem Hg. von Braunschwig funf dienner abfangen lassen, darumb solte er in des Hg. von Sachssen etc. landt brehnnen, und hette zwolf taler darauf entpfangen.

    Gregor Oltzschen zu Rochlitz im land zu Meissen ingetzogen und verhört, sagt, es sei von Byrchicht gesagt, sie sollen in Hg. Heinrichs von Braunschwig nahmen brehnnen.

    Symon Finck, margkmeister zu Garleben, zu Tanngermund verhort, hat bekannt, daß ime Georg Gunter 100 fl. an allerlei muntz in der Lirmenischen haus zu Garleben in einem leynenbeutel zugestelt, leuten zu geben, die sich zu dem brehnnen wolten gebrauchen lassen. Und soll derselbe Gunter ein meilh wegs von Wolffennbutel wohnnen. Auch ferner gesagt, wann es ruchtig wurde, daß sie mit diesem handel umbgiengen, daß sie derhalben unsicher sein musten, solten sie nach Wolffenbutel fliehen, do solten sie wolh sicher sein. Sagt auch weiter, war sein, daß Georg Gunter inen bericht, daß der großvoigt zu Wolffennbutel solch gelt alles außgebe. Item, sagt weiter, daß sein besteller zu ime gesagt, so er gesellen angenohmen und etwas außgericht hette, daß er alßdann solte gegen Wolffenbutel komen, do wurde er sicher und frei sein. Item, sagt, daß der hauptman zu Wolffenbutel auf dem schloß, der großvoigt Šgenant wirdet, Georgen Guntern und die andern dartzu erkauft hat. Man wirdet auch sonst berichtet, daß derselbe Georg Gunter ein einspeniger bei Hg. Heinrich gewest sei, in kurtz reich worden, den grossen voigt zu Wolffennbutel zu gefattern gebetten haben.

    Steffan Sießman zu Heringen, under den Gff. von Stolberg und Schwartzberg ingetzogen und verhort, berichtet, seine besteller hetten vom großvoigt von Wolffenbutel geredt, daß derselb auch in irem bunt sein solte.

    Clement Teuffel von Glogau uß der Schlesien, zu Dessau eingetzogen und noch gefengklich enthalten, sagt, das er von Bastian von Kemberg gehort, daß Hanns von Lubeckh gelt außgebe und habe das gelt von dem Hg. von Braunschwig entpfangen, daß er damit gesellen zu brennen bestellen solte umb des evangelii willen. Hat auch weiter gesagt, daß es groß hansen sein sollen, die das gelt von wegen des Hg. von Braunschwig außgeben. Item, es habe einer, Kunste gnant, zu Ermßleben wonhaftig, gelt geben, Gutterboch und die Zan antzulegen. Item, daß seiner besteller einer zu ime gesagt, wan er angelegt und gebrant hette, so solte er gelt zu Wolffenbutel entpfahen und haben. Hat auch ferner bekannth, daß er vor 16 oder 18 wochen ungeverlich zu Wolffenbutel gewesen und hette gelt wollen holen, aber der oberst oder voigt daselbst habe zu ime gesagt, wann er gebrannt und schaden gethan hette, so wolt er ime gelt geben.

    Hanns Hencke, zu Northeim eingetzogen und verhört, bekennt, daß er nahe bei Einbeck von Dietrichen Eseltreiber angesprochen, Northeim außzubrennen, und darauf von Dickhauten zehen lunthenf und zehen gulden, Northeim antzulegen, entpfangen, habe ime auch noch 30 fl., wenn die that beschehen, zu geben zugesagt.

    Dickhaut, auch zu Northeim peinlich verhort, sagt, daß er zu Hannsen Henncken komen und ime zehn gulden und zehn lunten, Northeim außzubrennen, gegeben. Daß er auch hinwider solch gelt von Jacob Opperman entpfangen habe, daß auch einer, Hanns Dorneman gnant von Gottingen, gelt zu brennen außgeben.

    Hennig Plechmacher, zu Northeim verhort, sagt, daß er von Dickhauten dritthalben gulden und funf lunten, darmit antzulegen, entpfangen.

    Jacob Opperman, zu Northeim ingetzogen und verhört, bekennt, das er von Hanns Dorneman nit weit von Gottingen, Northeim außzubrennen, bestelt, habe, ime auch dafur 45 fl. zu geben, zugesagt und alßbald die helft betzalt, davon er Dickhauten zehn gulden und zehen lunthen und darnach funf gulden und funf lunthen, Northeim außzubrennen, gegeben.

    Donat Pusch sagt, es habe einer, Gregor von Froburg genant, ime und seinen gesellen ungeverlich zehen taller muntz zu Mucheln in spitalh bracht und gesagt, er hette es von Hg. Heinrichen von Braunschwig entpfangen, daß solt Šer inen geben, denen von der Naumburg mit feur schaden zu thun, wie sie sich dann auch alle verwilligt, zur Naumburg zu brennen.

    Caspar Boger bekennt, daß einer, Hanns vom Harte, jhenseit Dreileben zu ime komen und gesagt, wann er, mit feur einlegen gelt zu verdiennen, geneigt, so wolte ers ime verschaffen, ime auch zehen gulden gelobt und vier gulden uff die hant geben und ferner gesagt, er sei des Hg. von Braunschwig dienner und wann er, Caspar, feur angelegt, solte er sich gegen Obsfeldt verfugen, alda am marck finden lassen, wolte ime zehen gulden ausrichten.

    Meister Gerhart Redder sagt, er sei im gvor [sic!] sommer–g zu Scheinigen gewest und Heinrichen Knip daselbst funden und der amptmann zu Schenungen solh Heinrichen Knippen gelt zu brennen gegeben haben. Es soll auch gemelter Heinrich Knip Georgenn gelt, Gommern antzulegen, gegeben haben. Item, Heinrich Knip habe daß gelt im keller zu Schenungen entpfangen und wisse nicht anders dan von dem amptman daselbst und sei einer darbei gewest im schwartzen rockh mit gelbem gefuttert und in einem rotlichen ziegenpart. Hat auch ferner gesagt, es hab einer ein roten zigenpart gehabt, der Knip daß gelt gegeben, und soll solchs der amptman von Scheynyngen gewesen sein, stee Hg. Heinrichen von Braunschwig zu und sey noch ein edelman, zu Lutter wonhaftig, darbei gewest. Item, daß gelt, so Knip entpfangen, seint erstlich 40 und zum andern 50 fl. gewesen, die ime der amptman von Schenungen in beisein eines edelmans, der [sic!] er nit kennth, im keller gegeben und sei solchs auf dem tisch, der im winckel steet, geschehen. Item, der amptman zu Wolffenbutel soll auch ein tailh alß 30 fl. außgeben haben, davon er, Gerhart, funf gulden bekomen. Dieser mortbrenner berichtet weiter, er habe von Heinrichen Teichenn (so zu Einbeck gerichtet worden) auch zehen gulden bekomen und daß gelt, so Teich außgeben, solh er in nhamen Hg. Heinrichs von Braunschwig entpfangen haben.

    Item, Bastian Schweinschneider, so itzo zu Goßlar gefengklich enthalten wirdet, sei mit ime in dem bunth des mortbrennens, habe so vil alß er entpfangen und soll ein capeitener dieser sachen sein. Es habe auch Bastian, der Schweinschneider, gesagt, dieser handel sey ime zu Wolffenbutel angetzeigt und habe der großvoigt daselbst daß gelt außgeben, wie er, Gerharten, von Bastian und Schwartz Veitenn bericht. Item, ein hirt von der hohen muhl habe Einbeck angelegt und sei von Teichenn bestelt. Item, Bastian obgemelt hab inen, Gerharten, gegen Scheinungen bestellet zu Knippen, daselbst sie auch zusammenkhemen. Item, zwischen Schladen und Hornborch liege ein wustung, zum teilh widererbauet, do sei er, Gerhart, mit Bastian gewesen und seint Bastian und Schwartz Veit hauptleut und haben ime ides tags ein halbe goßlarische marck, alß acht margengroschen, versprochen, die grosse steet Magdeburg, Soldtwedel, Northausenn und andere evangelische steet zu suchen und außzubrennen. Sagt ferner, es habe innen Bastian beschaiden, daß ein pfaff aus dem braunschweigi Šschen lande auch gelt außgegeben von wegen vorgedachts hertzogen und solle sollichs der grosse voigt zu Wolffennbutel auch gethann haben. Ferner sagt er, daß etzliche fursten mit den steeten zusammenwölten. Do nun die grossen ausgebrannt, konnten sie mit den andern desterbaß ubereinkomen und soll Hg. Heinrich der eine sein. Item, sagt weiter, der großvoigt zu Wolffenbutel hab Bastian bestelt und habe Bastian die bestellung aldo zu Wolffennbuttel, alß er daselbst geschnitten, angenohmen, wie ime solchs Schwartz Veit gesagt.

    Mertin Kirche hat außgesagt, daß er sampt Clauß Schmeling zu Badebornn jenseits Quedelnburg und Steffan von Hildeßheim alle drei vor Margarethe [Juli 13] zu Samptleben bei Luter im land zu Braunschwig zusamengewest, zwene tag daselbst plieben und haben da von allen sachen des brands geredt und sonderlichen von Einbeck, das auch Steffan ein zeitlang zu Samptleben gewonth. Bekennet auch, daß ime Claus Schmeling zu Badeborn zehen gulden, Northausen zu brennen, zugesagt und, wann die that beschehen, solte er widerkommen, wolte er ime noch 20 fl. geben.

    Diese obgeschriebene zwene mortbrenner, nemlich Mertin Kirche und Steffann von Hildeßheim, seint zu Northausenn gericht worden, dieweil sie offentlich bekannt, daß sie daselbst zu Northausenn feuer ingelegt, dadurch dann der virte und beste teilh derselbigen stat außgebrannt worden ist. Aber Claus Schmeling ist noch vorfluchtig.

    So werden auch euer ksl. Mt. dergleichen bekentnusßen und urgichten bei dem Ebf. zu Meintz und Magdeburg etc., auch denen von Northausen, Northeim und andern mer leichtlich zu erlangen haben. In gleichem bitten wir, euer ksl. Mt. wollen bei dem marggraffen churfursten sich dieser ding allergnedigst erkundigen, dan euer ksl. Mt. werden bei demselbigen unsers versehens von diesen dingen fernern und gruntlichern bericht entpfangen.

    Aus vorgemelten urgichten und bekentnussen haben euer röm. ksl. Mt. erstlich gnedigst abtzunehmen, daß alle obbemelte böse, streffliche unthatten, auch uncristlichh und erschrecklich mortbrennen und so vil armer, verbrannter, unschuldiger menschen todt in und ausser Hg. Heinrichs von Braunschwig landen herkommen, geflossen, auch des orts durch eins teils seine amptleute, underthannen und dienner bestellet, angerichtet und versoldet sein sollen, auch eins teils durch seine underthannen mit dem werck volnbracht worden.

    Zum andern, daß auch vom gemeltem, unmenschlichem mortbrennen, morden, bestellung, anschiftung und verlegung derselbten wider Hg. Heinrichs eins teils amptleute, underthannen, dienner und verwanten ein offentlich geschrei, rede und sage ist und fast durch daß gantze romische reich bestendiglich erschollen, wie er dann selbst in einem ausschreiben, wider den Kf. zu Sachssenn beschehen, gestendig, alß sei er und die seinen solcher bestellung und anschiftung berurts unmenschlichen mortbrennens in reden.

    ŠZum dritten, obwol Hg. Heinrich obgemelt solche offentliche rede und sage von den seinen gehort, daß er gleichwolh dartzu nichts gethann, vorgenommen noch wider gemelte seine amptleute, dienner und verwanten inquirirt, darauß sein misfallen hette mugen vermarckt und gespurt worden sein, sonder heldet solche so weit beruchtigte anschifter, besteller und verleger in seinem dienst, vorschueb und beschirmung und, wie man sagt, understeet er, sie dartzu zu vertheidingen und unschuldig zu machen.

    Zum virten, so sein die besagte personnen, seine amptleute, dienner und verwanten bei vielen in dem verdacht und also bekannt, daß man sich des besagten mortbrennens anschyftung und bestellung derselbten leichtlich bei inen zu vermueten, dann, mit waßi thatten der grosse voigt zu Wolffennbutel, der amptman zur Stauffennburg und andere ein zeitlang umbgangen und wie beruchtigt sie viller bosen thatten seint, daß ist vielen leuten kundig.

    So weiß man auch wol, wie Cristoff von Oburg gegen dem ainen Rauschennblat, so mit Hg. Heinrichen in unwillen gestanden, gehandelt, und wirdetj daruber zu Wolffenbutel enthalten und dergestalt, do er von seinem vetterlichen erbe nit mit zweien oder dreien kloppern zu reittenk, itzo bißweilen mit zehen, bißweilen mit 15 und 20 pferden reitet und, do er zuvor in stetten und dorfer gelegen, itzo sich allein zu Wolffennbutel entheldet, zu waß sachen ist leichtlich zu erachten. Und daß mer ist, so sagt man, gemelter Oburgk soll sich itzo dreulicher worth vernehmen lassen, keiner andern ursachen halben, dann daß die von Einbeck Heinrich Teichs urgicht nicht von sich geben, auch inen als ein besagten besteller sampt etzlichen andern nicht entschuldigen wollen. Die goßlarischen purgationartikel zaigen auch an, mit waß bosen, beschwerlichen unthaten gemelter großvoigt zu Wolffennbutel und andere ein zeitlang verleumpt geweßen sein und noch. So ist auch war, daß gemelter großvoigt und andere zu der purgation rechtlich durch euer ksl. Mt. chammergericht erfordert, sich bißanher solcher grausamen unthatten nit benohmen haben. So zweiveln wir auch gar nit, euer ksl. Mt. seien dergleichen unthatten von etzlichen Hg. Heinrichs diennern durch den itzigen Bf. von Hildeßheim, auch mit waß sorglichen, beschwerlichen und unchristlichen practicken sie sich wider gemelten bischof haben eingelassen, was auch genannter bischof wider derselbten unpillich furnehmen an euer ksl. Mt. camergericht im rechten bewiesen und außgefurt hat, berichtet worden.

    Und damit euer ksl. Mt. und meniglichen noch clerlicher befunden, daß etzliche Hg. Heinrichs diener mit allerlei grausamen unthatten beruchtigt, so wollen wir eurer ksl. Mt. hiemit zwo urgichten zweier ubelthetter, so in haften mein Lgf. Phillipsenn zu Hessenn etc. noch enthalten werden, underthenigst Šhiemit antzeigen, mit underthenigster bit, euer ksl. Mt. wollen unbeschwert sein, dieselbigen auch zu verlesen.

    Und erstlich so bekent Cristoff Lauter, vergangener herbsts anno 40 haben ime die nachgemelten personnen, mit nhamen Hanns Heintz von Lannegsen, Fridich Groß von Leiningen, Hanns Heise von Osfelt und Johan Huttennschreiber 20 fl. verheischen, darauf er 20 margengroschen entpfangen, Hannsenn Koch umbzubringen, und solchs sei geschehen in berurts Huttenschreibers behausung. Es were auch darauf sein gemuet gewest, wo er ine hette mogen betreffen, daß er solchs wolte volstreckt haben, were auch darauf ausgangen. Ferner bekennt er, es habe ime ein burger von Badenwerderl, Herman Gerris genant, zehen gulden und sechs eln tuchs verheischen, Lucaß Hopffenkamp zu erschiessen. Und vor solch gelt und tuch haben Bartholomeus, der amptmann zu Furstenberg, und Cunradt, amptman zu Wickensen, burge und gut sein wollen. Ime sei auch auferlegt worden, die handlung in geheim zu behalten. Sagt auch, alß er in vergangenen Pfingsten wider bei Hannsen Heisen gewest, hette er inen angesprochen, ob er nichtß ausgericht, waß er fur ein kerlh were, mit dieser weitern antzeig, das er die sachen nochmaln volstrecken wolte und, wann er die sachen außgericht, solte er zur Stauffennburg kommen, do wurde inen sein herr wol verteidingen und ime das porthampt geben.

    Bekennt weiter, daß er auf mmich, Lgf. Phillipsenn, mich–m zu erschiessen, bestalt und daß ime dafur 40 fl. von wegen Hg. Heinrichs sollen gegeben werden. Und dafur haben Hanns Fridrich und Thomaß Heintz burgschaft versprochen mit weiterer vermeldung, in der vergangenen schweinjagt were Hg. Heinrich bei ime gewest, nahen bei einem dorf Aßfeldt vor dem Hartz bei einer schmeltzhuten und hette inen mit diesen worten angeredt: ‚Bißtu der man auß dem land zu Hessen? Warumb bistu darauß kommen? Bistu der mann, der auf den landtgraffen und Hannsen Koch ist abgericht, wie mich Hanns Heise berichtet?‘ Darauf er geantwort: ‚Jha‘. Dargegen ime Hg. Heinrich mit der handt auf die schuldern geklopft und gesagt, er solte sehen, daß er die sachen außrichtet und er solte umbs gelt nicht sorgen, seine dienner solten ime gelts gnug geben.

    Georg Franck sagt, er sei erstn bei Fridrich Schroder komen zu Lutter, ligt ein meil wegs auf jhenset Sessenn, der habe ime gesagt, daß er vom amptman zur Stauffennburg bevelch hette, etzliche zu bestellen, auf den landgraffen zu geen, inen umbzubringen und zu erschiessen. Daß habe er, Jorg, verwilligt, das er neben andern auf micho gangen. Item, er sei mit seinen gesellen gegen Gitteldep auf den Neuen Schadenn gangen und berurter amptman sampt Šdem statschreiberq aufm Neuen Schaden im krug zu inen kommen und der amptman die zech betzalt vor itzlichen drei mathier. Item, berichtet weiter, daß er und seine gesellen vier feuerror und drei spieß gehabt, als sie auf den landgraffen gangen, und Fridrich Schroder habe daß gelt gehabt, die spieß betzalt, nemlich vir gulden habe Fridrich bei sich gehabt, die habe ime der amptman deß abents vor dem kruge zu Gittelder geben und gesagt, daß der berurt amptman ime das gelt von seines gnedigen herrn wegen, Hg. Heinrichs, gebe. Meldet auch noch weiter, er habe sechs gesellen, heisse einer Fridrich Schroder, Andres, ein koler, Heinrich Koch, Heinrich Lorentz, Heinrich Thomas und Lips, ein mollerknecht, dieselbigen seien vom amptmann zur Stauffennburg und Conradten, dem forster, bestelt, auf den Lgf. zu Hessenn zu geen und seine fstl. Gn. zu erschiessen und einem itzlichen zehen gulden zu verhaischen.

    Zum funften erscheint auß vorgemelten urgichten, das berurt unmenschlich und uncristlich mortbrennen durch die thetter unangericht und unbestellet nit beschehen, auch nicht geringe leut sein mussen, die so vil geldes und grosse sumen zu bestellung und anschiftung des besagten mortbrennens außgelegt und versprochen, auch noch teglich versprechen, wie dann auch beraitan der thetter an vilen orten zu heften bracht und, wie oben erholt, von underschiedlichen bestellungen meldung gethan.

    Zum sechsten befindet sich darauß, daß so vil ubelthetter und mortbrenner, so an underschiedlichen orten und stellen eingetzogen und nit beieinander gesessen, daß man gedencken konte, sie hetten, semptlich auf imands solche anschiftung und bestellung zu legen, sich verainiget und fast alle auf Hg. Heinrichs benannte amptleute, undersassen und dienner die bestellung und verlegung solches mortbrennens aussagen und bekennen und also in irer urgicht gleichformig und concordes sein.

    Zum siebenden, nachdeme offentlich am tag und unlaugbar, daß Hg. Heinrich von Braunschwig diesem teilh und der religion ainungsverwanten stenden widerwertiger ist, so ist leichtlich zu vermuten, daß die besagte seine amptleute, underthanne und diener derselben neigung auch gewest und seint und sich darumb so vil leichter zu anschiftung, bestellung und verlegung berurts mordtbrennens vermugen lassen.

    Und dieweil dann solche mortbrenner nit allein sich zu solcher unchristlichen, unerhorter ubelthatten haben bestellen lassen, sondern auch solche graussame ubelthat in daß werck getzogen, vil treffliche stet, flecken und dorfer außgebrannt und darunter etzliche vill hundert arme menschen vom leben zum tode bracht, so sollen solche grausame unthatten nit allein euer ksl. Mt., sondern alle menschen zu mitleiden und geburlicher verfolgung und straff bewegen, und zuforderst, dieweil diese stende und ire underthannen noch teglich in sorgen Šsteen mussen, daß es jhe lenger jhe mer zu verwustung irer steet, marckt und dorfer, auch vieler leut verderben gereichen muste, wo dem nicht fruchtbarer noch anderst begegent werden kan, dan das die anschifter oder die, so die ubeltetter dartzu bewegen, bestellen und anhalten, erforschet, erkannt und zu verdienter straff gebracht werden. So ist unser, der fursten, so gegenwertig, auch der abwesenden churfursten, fursten und der andern stende gesanten, rethe und potschaften underthenigste bit und suchung, euer ksl. Mt. wollen in diesen hochstreflichen sachen und hendeln ein kaiserlich und ernstes einsehen haben und bei Hg. Heinrich von Braunschwig die ernste verfugung thun lassen, seine vermerte und argwonige amptleute und dienner, als nemlich den großvoigt zu Wolffennbuttel, den amptman zur Stauffenburg und Scheiningen, Georgenn Gunter, dergleichen Cristoffenn von Oburg und andere besagte gefengklich annehmen und in eurer ksl. Mt. handen stellen oder an andere unverdechtige ort, da dieses teils stende und andere gegen dieselbige geburlichs rechten bekommen mögen, antworten lassen und im falh, daß Hg. Heinrich von Braunschwig solchs in wegerung steen wolte, auß keyserlicher macht und gewalt in ansehung solcher hochstreflicher und zuvor im reich deutscher nation unerhorter hendel und thatten alß der oberste vogt und keiser selbst verschaffen und bevelhen lassen, wie dann euer ksl. Mt., daß nach gelegenem falh zu recht und aller pillicheit zu thun, befugt. Dann obwolh Hg. Heinrich sagen möchte, er wolte dieses teils stenden und meniglich gegen seinen amptleuten, underthannen und diennern geburlichs rechtens verstatten, so haben doch eur ksl. Mt. aus hochem, keyserlichem verstandt gnedigst zu erwegen, weil Hg. Heinrich diß teils widerwertiger und derhalben und sonst mercklich verdacht ist, waß gleichmessigen rechtens diesem teil wider dieselbigen bei Hg. Heinrichen zu gewarten, darumb auch euer ksl. Mt. in diesen sachen nach gelegenheit und allen umbstenden derselbten pillich richter sein und pleiben. Eur ksl. Mt. wollen sich hierinnen auß keyserlichem gemuet und alß die sonder zweivel auß angeborner, keyserlicher tugent, milde und gute solchen bosen und hochstreflichen thaten, welche zu verderbung des gantzen deutschen landes entlichen gereichen wolten, zuwider sein, auch damit solch ubel andern zu abscheu hertiglich gestraft, so gnedigst ertzeigen und befinden lassen3.

    «Nr. Š256 Gegendarstellung Hg. Heinrichs d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel in Sachen Mordbrenner – Regensburg, [1541 Juni 27]1 »

    A  Wien HHStA, RK RA i. g. 13c/Konv. 3 (Kop.); DV: Bericht Hg. Heinrichs von Braunschweig, der röm. ksl. Mt. ubergeben uff der protestierenden stende supplication, die mordprenner belangenden.

    B  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/04, Regenspurgischen Reichstags, Religion und andere Händel vermöge einer hierbey [...] Anno 1539–1547, fol. 276r–284v (Kop.); AV v. a. Hd. fol. 276r: Hg. Heinrichs von Braunschweigk vorantwortung der mordbrenner halben, 29. Junij.

    C  koll. Stuttgart HStA, A 262 Bü. 12, fol. 79r–94r (Kop.); AS fol. 79r: Supplication und verantwortung Hg. Hainrichs zu Braunsweig etc. der mordtbrenner halben etc.

    Euer ksl. Mt. haben mir ein vermeinte, unbestendige, unwarhaftige denunciation und accusationschrift, welche die vermeinte supplicanten, di Kff., Ff., stend und stedt, der augspurgischen confession verwant, so jegenwertig und der abwesenden gesanten, räth und botschaften, alhie zu Regespurg [sic!] disser zeit versamlet, des mortbrants halber, so sich im reich teutscher nationn ein zeit her begeben, wider mich und etzliche meine amptleut, verwante und diener mit inserirtem austzug etzlicher vermeinten, nichtigen, erdichten, unwarhaftigen und unrechtmessigen urgichten eurer ksl. Mt. gantz unbillicherweis ubergeben, gnedigst zustellen lassen, des jegen euer ksl. Mt. ich mich in aller underthenigkait dinstlichs vleis thun bedancken und bin es ungesparts leibs und guts zu verdinen willig.

    Und wiewoll die vermeinten supplicanten wider mich nichts beschlieslichs gepetten, sonder das ich die benannte meine amptleut und diener auß der ubeltheter unerwissener und unwargemacht[er]a besagung gefenglich annemen und in eurer ksl. Mt. handt oder an andere unverdechtige orter, do sie gegen denselben meinen ampten und verwanten geburlichs rechten bekommen mochten, stellen und antwortenb solt, so vermeinen sie mich doch nit allein, sonder auch di bäpstliche Hlt. mit den unwarhaftigen urgichten vor einen hauptman, anrichter und stifter des mortbrandts bei eurer ksl. Mt., wiewoll gantz böslich, felslich und unwarhaftiglich, aus geschepftem, neidigem, gehessigem gemuet anzugeben, in ungnad zu pringen und zu verunglimpfen, dann es soll (wie Šich im grundt und warheit weiß) nymermehr mogen warhaftiglich und mit bestandt uff mich erwiesen werden. Zweifel auch nit, euer ksl. Mt. haben mich in dissen ehren erkannt, das mir solche boese, schwere, schmeliche und unnerfuntliche zulag durch die vermeinten religionsverwanten wider Got, ehr und recht und mehr dann gantz unrecht zugemessen. Schemen sich auch nit, vermessentlich von sich zu schreiben, das ich ir widerwertiger und derhalben und sonst mercklich verdacht sein söll, so doch di warheit, das ich mit den religionsverwanten ausserhalb des von Sachsen und Hessen in ungutem nichts zu thun gehabt. Kann auch keines verdachts gestendig sein, welchen di vermeinten denuncianten und accusanten wider mich bisher nit erwissen und, ob Got will, auch hinfuro nicht erweissen sollen, das ich mich nit unbillich verhofft, sye solten mich mit solcher grausamen, unerfuntlichen ufflag bei eurer ksl. Mt. und sonst verschont haben.

    Und ob dem, das sie der bapstlichen Hlt. selbst nit verschonet, haben euer ksl. Mt. ir unwarhaftigs, erdicht und unnerfuntlich anpringen desdo leichsamer abtzunemen und desdo weniger derselben glauben zu geben, wie auch von rechts wegen euer ksl. Mt. nit thun soll. Derhalben will ich solche schwere, graußame, unerfuntliche zulag, domit sie, mich bei eurer ksl. Mt. zu vermeren und bei menniglich hohes und nidern standts zu schmehen, zu iniuriren und zu beligen, understheen, zu hertzen und gemuet gefurt und dann mich zum hochsten vor eurer ksl. Mt. beklagt und beschwert, auch dofur gnungsam char [= Ersatz], wandel [= Bußgeld] und abtrag in underthenigkeit gebetten haben. Und so disse meine warhaftige antwurt allein zur rettung meiner ehren notturft durch mich vorgenommen, so beding ich hiermit offentlich, das ich dordurch nymants geschmehet oder iniuryrt haben will.

    Aber es sich an dem landgraven und seinesgleichen nicht zu verwundern, das er mich und meine underthanen, verwante und diener mit solche geferlichen, ungewissen und sorglichen dingen beschweren und angeben darf, so er wol aus dergleichen geferlichen, unredlichen und gnungsamenc grunden und anzeigungen andere stend in Dr. Bockenn sach auch beschwert und sich gleichwol hernochmals befunden, das er denselben gewalt und unrecht gethan2, als er dann mir sampt seinend mitverwanten mit disser schwerlichen und unerfuntlichen uflag nicht weniger unrecht thuet. Und wan mich schon und meine amptleut das recht nit schutzten [sic!] und di unschult entschuldigte, (dan es wissen euer ksl. Mt. auß hochstem verstandt, wie es ein gefarlich, betruglich, sorglich und felend ding umb die peinliche verhor ist, das vill menschen solcher des leibs plodigkeit sein, das sie lieber alles wider ir gewissen und warheit bekennen, Šdan das sie pein leiden wollen, als villeicht sich mit den armen, gerechfertigten leuten auch zugetragen haben mag, die ab dem straff haben leiden mussen, das di vermeinten supplicanten ires abtrunnigen lebens halber verdint und sonst von Got uber sie verhenck worden ist, als die von Eimbeck selbst gestanden und gestheen mussen), so konnen dannoch euer ksl. Mt. auß der armen leut gezwungene bekentnus, di sie sollen gethan haben, nit befinden, das euer ksl. Mt. auß verleumdnus, gerucht, geschrey oder auch redlichen, gnungsamen antzeigungen, vermutungen und arquanungen der vermeinten denunctianten und accusanten stadt noch auch den vermeinten bekentnussen glauben zu geben hetten.

    Dann erstlich, das di peinlichen verhort, wie sich zu rech [sic!] geburt, solten furgenommen worden sein, befindet sich auß dem ubergebnen austzug der vermeinten urgichten gar nit, wie auch die supplicanten nymer werden mit warheit tharthun mogen. Wie sie auch di armen, gepeinigte leut wider recht in sonderheit uff mich und meine verwanten gefragt, ist unverporgen und kunt in notdurftigem fhall erwiesen werden, wan es gleich der von Sachsen noch eins in seiner lesterschrift, jungst wider mich ausgangen, hetten verneinen dorfen. Und ob di armen, gepeinigten und gerechtfertigte leud solchs, wie die widersacher angeben, bekannt, ist noch unerwisen, das ich den vermeinten austzugen keinen glauben zu geben weiß. Und wan es schon dermassen wehr (doch der warheit zu nachteil nicht gestanden), so sagen doch dieselben armen leud nichts gewisses und sein inen auch widerrig und von personen und sachen, das offentlich unerfuntlich und erdicht ist, aussagen.

    Dann obwoll Martinn Gotschalck sagen mag, das er des mortbrandts halber in dem braunschweigischen land geselschaft gemacht und des orts gelt darauf entpfangen, so sagt er doch nit, wo, an welchem ort und von wem, das euer ksl. Mt. demselben glauben konten.

    Der ander, Bode Beckmans, sagt, wie das er von einem voge [sic!] gnannt zu Gontersheim, welches dorf im land zu Braunschweig gelegen, bestelt worden sey, und ist doch das berurt dorf meines wissens in meinem furstenthumb nit gelegen und niemants weiß, wer der voge ist, wo und unter wem sich derselbig enthelt. Befindt sich auch nit, das solchs derselbig gesagt, man solt in dem stift Meintz und meinem furstenthumb nit brennen. Das es aber in dem stift Meintz, Magdeburg, Halberstadt, auch in meinem land an etzlichen orten geprunnen, ist offentlich am tag und unverneinlich.

    Und obschonn Eierkug sich uff Kesenhagen und Kesenhagen sich einen ungewissen heuptmann oder besteller referiren thun, so kan es doch kein vermutung oder antzeig, die erheblich wer, wider mich machen, das solcher unbekannter heuptman von mir wer bestelt worden, als es dann die lauter erstunckne unwarheit ist. Ich und meine diener und verwanten haben mit dem H. von Bloß nie ichts in ungutem zu thun gehabt. So ist Hanns von Hardenberck der alten, waren, christlichen religion anhengig, das die vermutung wider mich, auch die meine nicht sein kann. Und ist gantz ein doctor-bockischer fund und Šfurgeben, das man die evangelische stend brennen und, so das gescheen, ein zug vorgenommen werden solt.

    Henrich Strauch bekennt, das er und Hanns Eseltreiber insampt einen gulden von einem heuptmann, den er doch nit nennet, zu Bischausen entpfangen, und Eierkuch hat hieoben gesagt von Hannsenn Kesenhafenn, das derselbig Henrichen Strauchenn einen gulden gegeben, sein inen also widerig. Joachim Dornn, Henrich Knauff, Steffann Güsman und Clement Deuffell reden dergleichen von unbenenten kontschaftern und bestellern. Hanns von Lindau redet auch von dem unbenanten heuptman zu Bischausenn, der doch noch sage Eierkuchens gelt von Kesenhagen entpfangen hat.

    Hanns Schroder hat außgesagt, wie er von Gerardt dem zoller zu Zuckelheim angesprochen und in das zollhauß bescheiden worden sey, doselbst er von einem, Jost gnant, der ein schwartzen bart gehabt, gelt entpfangen. Gerardt Zoller aber sagt, wie im ein langer mann, der kein bart gehabt, der sich Nickell genant, funf gulden geben, darauf er Hansenn Schroder angesprochen. Und das zollnersweip bekent, das einer, Ludecke gnant, iren man zu einem mortprenner angenomen. Sein also inen widerig und discordes. Wer auch der lang man und wem er zustendig und wo er wonhaftig, wirt nit angetzeigt. Auch sagt Hanns Schroder, das Gerardt in bericht haben soll, wie mein amptman zur Stauffenburg ime, Gerarden, acht gulden, des mortbrants halben etzliche domit außtzufertigen, gegeben. Und Gerard bekent doch solchs selbst in seiner urgicht nit. Und das auch Schroder von Gerarden verstanden, wie ich ine und einen, Jost gnant, ausgefertiget, bekent der zoller selbst auch nit in seiner urgicht, also das der Schroder solchs uber den zolner ubel erdichtet hat, als sich auch in warheit nymermehr wirt befinden. Wo und an welchem ort ich sie auch ausgefertiget habe und durch wen es geschenn, wirt nicht vermeldet.

    Mit meinem vettern, Hg. Philipsenn, hab ich je nichts anders dan in freuntlichem, gutem, vetterlichem willen zu thun gehabt und noch, weiß auch, das sein L. mich wol entschuldiget halten. Und ist verwar ein schone ursach, die Hans Schroder soll angetzeigt haben, das ich trei uff den von Bloß umbtzupringen ausgefertigt, dann dero zwen hetten angetzaigt, wie sie uff den von Bles gewarten, wan er khommen, wolte sie inen erschossen haben, so sie doch darneben nit vermeldet, das sie des von mir bevelch gehabt. Woher hat es dann der Schroder wissen mogen? Der gedocht zolner hat von keinem brief, der von mir an inen gekhommen, bekannt, darumb dem Schroder des briefs halber auch nit glaube zu geben. Es ist auch an im selbs erstuncken und erdicht, das sich auch die drei in meinem closter Amelunxborn oder zum Furstenberck enthalten solten. Ist gleichergestalt die unwarheit und nit erfuntlich, auch sagt der zolner von den zweien glesnern uberall nichts. Der Birbeck referirt sich uff Jacob Wittenn und befindet sich nit, das derselb gesagt, auch gantz unerwiesen ist, wie das ich das gelt ausgelegt, thut demselben also gewalt und unrecht. Und dann auch referirt er sich uff den zolner, der von einem langen, unbekannten und ungewissen man gesagt haben soll. Deren nechste beide aussage sey gleich ane peinigung, als ich Šnit gesthee, gescheen oder nit, so ist doch ir aussag, wie angetzeigt, ungewiß, unerheblich und auch erdicht. Und hett dem von Bleß wol angestanden, wo er mich im verdacht gehabt, das er solches zuvor mir angetzeigt, ehe dan ich und die meine also unerfuntlicherweiß bei eurer ksl. Mt. weren vermert worden, und solten dieselben so lang behalten und nit rechtfertigen haben lassen, die dan sondern allen zweifel wol anderst wurden bekannt haben, wo sie uff freien fueß weren gelassen worden.

    Hanns Eselltreiber redet auch von dem ungenanten und unbekanten heuptman zu Bischausen und, wie er auch von einem andern heuptman N. von Asse, wilcher dergleichen unbekant ist, vernomen, das bapstlich Hlt. vil cronen zu mortprennen ausgelegt, welches auch ein unglaublich ding ist. Ich weis auch von keiner verstentnus, die bapstliche Hlt. solcher bose, grausame sachen halber mit mir eingangen wehr. Aber dieweil ir Hlt. die christliche buntnus angenommen, zu erhaltung derselbigen gelt erlegt, so muessen die widersacher unter dem namen der mortprenner solch unerfuntlich ding furgeben.

    Hennrich Duck, dem die von Eimbeck gewalt und unrecht gethon, soll sich uff Chunraten Gotardes, Clausenn von Mandelslo und Christoffenn von Obeck in seiner vermeinten aussag getzogen haben. Das aber deren einer solt Duckenn bestellt und angenommen haben, wirt sich meines erachtens gewislich nit erfinden, wie es sich denn bishero noch nit erfunden hat.

    Das auch Wriesberck sich eines solchen furnemens solt haben vernemen lassen, gestheen weder er noch Godert und werden sich die gedochten zwen vom adel als Oberck und Wriesberck des vor euer ksl. Mt. woll verantworten und auf derselben erfordern gutwilliglich auch one geleid erscheinen, welches auch Cloise von Mandelslo, wo derselbig im leben, zu thun erbutig gewest wer. Und wie vermogen die vermessne denuncianten und accusanten solchs eurer ksl. Mt. anpringen, so doch die warheit, das di von Eimbeck mich darumb nie beschuldiget, auch Christoffell von Oberck in meiner und viler vom adel gegenwirtikeit gnugsamlich entschuldigt gnomen haben. Und ist eben disser Hennrich Dick, dem Got gnad, in seiner bekenntnus nit gepliben, sonder es alles widerruffen und den tot darauf genommen, was er gesagt, das doran kein war wort und das es auß marter gescheen wer.

    Michell Beuchling sagt von einem Lucas Bodensehe, Lipsen, der ein steige, und beide uff dem Zeckerfeld wonen, und einem, Jacob gnannt, der mein berckmeister sein soll. Nhun wonen dergleichen leud unter mir nit. Und ist auch erdicht, das ich einen bergmeister, Jacob gnant, habe, sonder mein berckmeister, welchen ich etzliche jar her gehabt, Wolff Seidell genannt und je und albege auch noch fur einen frommen gehalten worden ist und noch darfur gehalten wirt.

    Hennrich Knauf redet von meinster Jerot, der zu Osterwick in dem land zu Braunschweig wonen soll. Und Osterwick ligt doch im stift Halberstadt und dann auch von einem unbenanten, der ein rotten bart haben soll, redet aber Šnit, wen er zu Wolffenbuttell oder Reiffenburgk ansprechen und wer im gelt geben solt.

    Peter Fröwell sagt von trunckenen sachen und eines frumbden brief, nennet auch den goltschmid nit, zeicht auch nit an, woher es mocht war sein, das die babstliche Hlt. und ich solche bestellung mochten gethan haben.

    Bartholomeus Bonne sagt nit, das Griller von mir oder den meinen bestelt worden sey. So hab ich mich einiges abgegriffen diners jegen Sachsenn nicht beclagt. Greger Altzsen redet von horen sagen. Symen Finck referirt sich auf einen, Gunter gnandt, der ein meil wegs von meinem hofflager Wulffenbutell wonen soll. Und die vermessne denuncianten berichten doneben gantz unbeschembt, das derselbig bei mir ein einspenniger gewest, in kurtzen jaren reich worden sey und der meinen vogt zu Wolffenbutell zu gevattern gepetten haben soll, welches alles offentlich erdicht, denn ich bei zeit meines regirens, auch darfur nit einigen diener disses nhamens in meinem dinst gehabt, des namens wonet auch in meinem furstenthumb nit. Die leut mussen sich zu schemen gar uffgehort heben.

    Deuffel sagt, wie er gehort von Bastian von Kemberck, das Hanns von Lubeck das gelt ausgeben und das er das gelt von mir entpfangen, und dem zuwider sagt er, wie er vor 16 oder 17 wochen zu Wolffenbutell gewesen und gelt holen wollen und was mein vogt im zur antwurt gegeben. Das ist aber mein vogt gar nicht gestendig und sagt auch von niemants anderst, den er doselbst kennet oder angesprochen hetten. Auch mag ein solcher ubertheter [sic!] kein indicium wider in machen, auch das Bastian von Kemberck (wer der auch ist) solches gesagt, ist unerwissen und nit befuntlich.

    Hans Heinck referirt sich uff Dikhaut, dergleichen auch Hennig Blechmachere und Dikhaut auf Opfermann und derselbig auf Dornenman. Das aber derselbig Dorneman der besteller gewest und von wem derselbig bevelch und gelt entpfangen, ist nit kuntbar. Ich und die meine haben auch mit Northeim in ungutem nichts zu thun, und ist nit glaublich, das es von uns hergeflossen und willens gewesen sein solte, Hg. Erichen seligen, auch seinen nachgelassnen erben, unsern vettern, an Northeim, doran mir die samethand gepurt, schaden zu thun.

    Busch sagt von Jorgen von Straburgkf, welchen ich ebenso wenig als die andern gekant, das derselbig gesagt, wie er [zehn] daler von mir entpfangen. Und ist nit erwiessen, das es derselbig gsagt. Er wurd es auch sonst gedicht haben. Dergleichen zeugt sich Chaspar Boger auch uff einen andern. Meister Gerhart redet auch von einem andern und zweifentlich, er wisse nit anderst denn der amptman zu Schoningen soll Knippenn das gelt geben haben. Item, derselbig soll der amptman zu Schoningen gewest sein. Redet auch von einem unbekanten edelman und einem in einem schwartzen rockh, mag nichts Šgewiß antzeigen. Dergleichen redet er auch zweifentlich von dem amptman zu Wulffenbuttell, was auch disser Gerchart von Deichell sagt, ist weiterer verantwortung, als hieoben davon angetzeigt, nit vonnoten.

    Was Bastian Schwemschneider und Schwartz Feid mogen gesagt haben oder nit, ist nit offenbar und sonder zweiffel, wo derselbig Bastiaan uff freien fues gestellt, er wirt solchs oder dergleichen nit sagen. Und wirt sich dessen und anders mein vogt gegen euer ksl. Mt. sonder tzweifel bestendiglich selbst zu verantworten wissen.

    Des hirten halber, der Eimbeck auß bestellung Deichenn angelegt haben soll, bedorf es keiner mehrer antwort. Wer der pfaf sei, wirt nicht ausgesagt. Und redt auch von dem vogt zu Wulffenbuttell dubitative, dergleichen gibt er nit ursach, wie er wiß, das etzliche fursten mit den steten haben zusamen wollen.

    Was Schwartzfeid sagt oder nit, ist nit offenbar. Mertin Kerch zeigt nit an, von wem Clauß Schmeling und andere bestelt worden sein etc.

    Wiewol nuhn euer ksl. Mt. one disse meine kurtze, warhaftige und bestendige erclerung selbst auß hochstem verstand leichtsam ermessen mogen, das di vermeinte, inserirte urgicht nit dermassen geschaffen sein, das dorauß euer ksl. Mt. ainigen arquon, gerucht und besen leimut erschopfen mogen, das sie pillich der armen, gerechtfertigten und noch eingetzognen leuthen vermeinte bekentnissen wider andere glauben noch auch der widersachern petition stadtgeben sollen. Dannocht hab ich, solches eurer ksl. Mt. zu einem bericht der sachen antzutzeigen, nit umgehen konne und des euer ksl. Mt. vermercken mochte, mit was unbestendigem kinderdinck disse leuthe umbgehen, dan es ist lauther ungereumbt dingk.

    Und so die widersacher selbst versteehn, das sie mit der vermeinten, nichtigen, unwarhaftigen urgichten nit bestheen konnten, so rucken sie andere behelf herfur und sagen erstlich, wie wider mein amptleut, underthane, diener und verwante von dem mortprennen, morden und anstiftung derselben ein offentlich geschrey, rede und sag sey und wie ich dan selbst in einem schreiben wider den von Sachsen gestendig sein soll, das bin ich nit gestendig und die meine werden des gemeinen geruchts wider sie vill weniger bekennig sein. Dann das die widersacher mich und die meine als vor mortprenner (wiewoll wider Got, ehr und recht) ausgeschrien und vermehret, des mag mich und die meine nicht beruchtigen, infamirn oder verleumen, dann wie offentbar und sie selbst zu verstheen geben, so sein sie meine und der meinen widerwertige feind, adversarii und, die sich von unserm waren, alten, christlichen glauben abgeworfen, heretici und eigensinnige, die mich und die meine nit accusirn, denunciirn, beruchtigen noch infamirn konnen, zu recht getzogen. Und dorumb, was sie eurer ksl. Mt. also falschlich wider mich und die meine anpracht und suggerirt, ist nicht auß einiger erbarmbtnus oder mitleidung, die sie gegen teutscher nation tragen, sonder auß lauterm neid, has, vorteiligem gemut und rachgirigkeit, mich und die meine gentzlich zu sturtzen, gescheen. Et sic typo malitiae et non iustitiae zelo ducti huiusmodi vestrae imperatoriae maiestatis suggesserunt.

    ŠIch hab auch in meinem schreiben wider den von Sachsenn nichts anders gesagt, dann das er und andere mir gern zulegen wolten, das ich des mortprennens ein besteller, und das mich anlange, wie ehr und der landgraf die armen leuth uff mich und di meine heftiglichg peinigen solten. Das ich aber und die meine solten von glaubwirdigen, unpartheyschen leuthen und, die eines guten leumets, beschraydtet worden sein, wirt sich nirgents dorauß befinden, also das bei denselben mein und der meinen gerucht unverletzt ist. Sie haben auch die verleumung noch nit erwiessen weder mit den vermeinten urgichten noch sonst, auch nymer wie recht (ob Got will) erweisen sollen.

    An dem andern, das meine diener und verwanten, der vogt zu Wulffenbuttell und Oberck, dermassen verdocht und bekant sein sollen, das man bei inen sich des mortbrants bestellung leichtlich zu vermuten, gestehen dieselben gar nit. Und das der großvogt, auch der amptman zu Stauffenburgk mit boesen thaten solten umbgangen sein und mit vilen boesen thaten beruchtigt werden, auch das Oberck wider einen Rauschenplatt anderst als redlich und ehrlich solt gehandelt haben, das alles ist durch die vermessne und unwarhaftige angeber in den heutigen tag nit erwiessen, die ich doch nit anderst als ehrliche vom adel und aufrichtige gesellen erken. Mit Rauschenplatt hab ich in ungnaden nichts zu thun gehabt, weis auch mit im disse stund in ungnaden nichts zu thun, wie er es auch von mir sonder tzweiffel nicht sagen wirt.

    Mit wievill cloppern der von Oberck zu reitten pflegt, weis ich nit. Er ist sich auch bei mir zu Wolffenbuttell anders als im dinst nit enthalten, reit ab und zu. Wie reich er von seinem vetterlichen erb sein mag, ist mir verborgen. Aber das weiß ich woll, das er mit rittermessigen thaten in kriegsubung, wie einem ehrlichen vom adel getzimbt, nit ein wenigs erworben hadt. In steten stets zu leigen und das erworben gut zu vernichten, ist nit ratsam. Die leut wissen nit, was sie zu verdrieß andern, die inen nit anhengig sein wollen, herfursuchen sollen, dann solche vermeinte, unwarhaftigen antzug gescheenn von inen zu keiner notdurft. Ob sich der von Oberck auch traulicher wort soll haben vernemen lassen, ist mir unbewust. Er wirt darvon wol antwort zu geben wissen.

    Mein vogt hat sich wider Goslar im recht am cammergericht eingelassen und ist ime noch nichts auferlegt, ist auch nit condemnirt worden und gestheet den widertheiln derhalben keiner verleumnus. Andere unsere diener wider den Bf. von Hildesheim haben sich wie recht eingelassen, gethon, was sich gepurt. Und nit vernommen, das der bischof etwas wider sie erhalten, sonder ich zweifel wenig, sie werden dem bischoff one alle beschwerr im recht obligen und obsigen. So haben auch dieselbig hiermit nichts zu thun. Ist alles ser genau gesucht.

    Auch so ist versehens rechtens, wo ein ubeltheter uf einen andern bekennt, das der richter demselben nicht glauben geben soll. De reatu proprio confitentis periculosa confessio non est adversus quemlibet admittenda. So sollen auch Šgnungsame antzeigung mit zweien guten zeugen bewissen werden, als die widersacher nit gethonn, auch nit thun werden.

    Und dormit will ich auch uf die vermeinte, unwarhaftige und erstunckne urgicht, die der landgraf wider mich und etzliche meine diener von wegen sein und Hansen Kochs inseriren lassen, geantwort haben. Meine diener werden sich des auch wol redlich zu verantworten wissen. Und sag, das es lauter erstuncken, das ich ymants, dem landgraven oder Hansenn Kochenn umbtzupringen, bestellen lassen. Weis auch, das es mit warheit nit mag dargethonn werden. Christoffell Luther hab ich mit wissen nit gesehen. Was solt ich inen den angeredt haben. Dergleichen ist mir ebensowenig von Jorgen Franckenn bewust, wie ich solchs alles mehrmallsh zu einem mal offentlich verantwort. Ich weis auch, wo solche gesellen uff freien fussen in jegenwertigkeit mein und der meinen stunden, das sie es numer [= nimmer] sagen wurden, als dann sie auch mit warheit nit reden kunden. Und das solche eingetzogne mich und die meine nicht beruchtigen kunnen, ist hieoben gnuegsam dargethon worden. Was thut es auch zu gegenwertiger sach des mortbrens [sic!] halben, allein mich und di meine zu verunglimpfen. Ich erpeut mich auch, wo er, mich dorumb zu versprechen, bedenckt, ime vor euer ksl. Mt. des rechte nit vortzusein, so werden meine diener im das recht auch nicht weigern. Das alles ich auch vor erdicht halten will, solang er esi uff mich wie recht erweiset. Auß dem allen nuhn euer ksl. Mt. gnedigst zu ermessen haben, wie boeslich, felschlich und unwarhaftigklich ich und di meine bey eurer ksl. Mt. und sonst in menniglich eingetragen, vermert und verungelimpft werde, welches wie schwerlich es mir und den meinen fallen wolt, wo mir [sic!] nit gepurlich hulf und ein gnedigs einsehens von eurer ksl. Mt. bekommen mag, das sich doch ich und die meine gein euer ksl. Mt. nit vertrosten wollen, geben ich eurer ksl. Mt. selbst gnedigst zu bedencken.

    An dem andernj auch, das mit ungrunt gesagt wirt, das alles mortprennen in und auß meinen landen herkhomme, geflossen und eines theils von meinen dienern bestelt, versoldet, auch ein thails durch meine underthane volnpracht sey worden, und auß allen urgichten hab ich nit einen menschen, der unter mir gesessen, das derselbig gemortprennet, und dan das ich nit ursach gehabt, wider meine amptleut, diener und verwante zu inquirirn. Und obschon erscheinen mocht (doch der warheit zuentgegen nit gestanden), das ane anstifter und geringe personn das mortprennen nit gescheen sein must, darumb volget nit, das es ich oder die meine bestelt und das die meine derhalben angenommen werden sollen.

    Zum vierten, das di ubeltheter discordes, widerich, zweifelich und ungewislich, unglaublich reden und sagen und das derohalben der richter denselben gar keinen beifall thun kann.

    ŠZum funften, wann schon meine amptleut, diener und unterthane, der widdertheiln glaubens nit sein, die sich doch sonst frumblich, redlich und aufrichtiglich je und albeg gehalten, darvor sie auch sollen gehalten werden, bisk das das widerich uff sie nit erwissen wirt, und auch nit gut wer, das iderman wie die vermeinte accusanten und denuncianten von der kirchen abfallen must, wol darumb zu vermuten sein, des sie sich musten zu der bestellung des mortbrants halben geprauchen lassen, das acht ich dofur gar nit.

    Und seitemall dan die vermeinten supplicanten, accusanten und denuncianten mich und di meine also wider Got, ehr und recht an gerucht, nhamen und leumut des mortprants halber schwerlich angegriffen, auch Sachsen und Hessenn mich des offenlich, wiewoll wider warheit, in iren unbestendigen und unwarhaftigen letzten lestertrucken, auch andere dohin vermogkt als Martinum Luther, das er wider mich ein boes, unerlich und unwarhaftigs schandgedicht ausgehen lassen, betzuchtiget und obwol sie sich auch unterstanden, vill uff mich und di meine mit den urgichten zu uberweisen, und doch der beweisung niderfellig worden sein, so bit ich in aller underthenigkeit, euer ksl. Mt. geruhe allergnedigst, die gelenhait [sic!] disser sachen zu behertzigen, wie schwerlich mir und den meinen solche schmach zu tulden sein will, und wolle gnedigst verfugen, das von den widertheiln mir und den meinen gnungsame erstattung, kor und wandelung unserer ehr noturft widerfaren moge, das sie auch in peen und straff genomen werden, in welche sie mich und die meine zu pringen unterstanden.

    Und ob mir, weiter zu verantworten und mehr zu recht zu thun, gepuren wurd, will ich mit begebung disses vorbescheids, der gulden bullen und aller guthaten, die mir auch sonst gepuren mochten, den widertheiln zu antwort stehen und, das sich dieselbigen irs geleits auch vertzeihen. Wer dann schuldig befunden, das derselbig ann [= ohne] alle barmhertzigkeit gestrafft werde. Bin es auch, wo es mir wirt zuerkant, mit der hant zu verteidigen erputig. Und disse meine antwort will ich nit weiter gethonn haben, dan sovill ich schuldig, und in notturftigem fhall mir disse schrift zu bessern, zu extendirn und zu corrigirn vorbehalten haben, dweil mir vor wenigen tagen der widertheil vermeinte denunciation und accusationschrift uberantwort worden ist, von dem ich offentlich protestir.

    Und mehr auch erscheinet, das euer ksl. Mt. der gegentheiln petitionn von rechts wegen nit statgeben sollen oder mogen, und bin auch des erbietens, unangesehen alles darthuns, wo es darfur erkant wirt, den widersachern jegen meinen ampten [sic!], dienern, verwanten und underthanen alles rechten zu gestatten, des sich die widdertheiln nit haben zu beschweren, das ich ir widerwertiger sein soll, dann dorauß mogen sie kein glaubensachen mit pillicheit machen. So Šgesthee ich inen auch gantz kaines verdochts, dorin ich sein soll. Euer ksl. Mt. geruhe, sich hierin gnedigst zu beweisen3.

    «Nr.257 Stellungnahme der schmalkaldischen Verbündeten zur Verteidigungsschrift Hg. Heinrichs in Sachen Mordbrenner1 – Regensburg, 1541 Juli 29 »

    A  Wien HHStA, RK RTA 7, unfol. (Kop.); AV v. a. Hd.: praesentatum 29. Julii 1541 in negotio incendario; US: Rethe und bodschaften der augspurgischen confession vorwanten stende.

    B  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 323 Nr. 132 Bd. 2, fol. 101r–121r (Reinkonz.); AS v. 4. Hd. fol. 101r: Anderweit schrift an ksl. Mt. auf Hg. Heinrichs von Braunschwig verantwortung der mortbrehnner halben, 1541, Regennspurg.

    C  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 323 Nr. 132 Bd. 2, fol. 87r–100r (Kop.); AS v. a. Hd. fol. 87: Anderweith schrieft, so röm. ksl. Mt. von churfurst, fursten und stenden der christenlichen relligion jungst ufm reichstag zu Regenspurg gegen Hg. Heinrichs von Braunschweig, der sich den Jungern nennet, vormeinten verantwortung des unmenschlichen, eingerissenen mortbrennens halben weiter ubergeben ist worden, 1541; US fol. 100r: Churfurst, fursten und stende der christlichen ainungsverwanten, so gegenwertig, und der abwesenden rethe, gesanten und potschaften, itzt zu Regenspurg.

    Eur ksl. Mt. werden sich gnedigst zu erinnern wissen, aus was dringenden, notwendigen, pillichen und rechtmessigen ursachen wir verschienner zeit des unmenschlichen, eingerissenen mortbrennens, auch derselben besteller und anschifter halben eur ksl. Mt. underthenigst bericht und antzeig gethan. Hetten uns auch averhofft, alß wir dann noch hoffen–a, eur ksl. Mt. wurden sich darauf unserer rechtmessigen, beschehenen bitt nach in ansehung wichtigkeit und groß des ubels und unthatten mit gnedigstem einsehen und geburlicher verschaffung allergnedigst ertzaigt haben. So vermercken wir doch, das Hg. Heinrich von Braunschwig sich daruber understanden, seiner so weit beruchtigtenb amptleute und diener anzunehmen, dieselben als unschuldig zu vertaidingen, auch in den eur ksl. Mt. ubergebenen urgichten zu grubeln und die alß uncreftig zu bereden, wie er dann derwegen ein langwirige, gantz ungegrunte schrift, mit vielen bosen, ertichten, schmelichen worten gespickt, an euer ksl. Mt. hat außgeen und euer Šksl. Mt. uns die forder allergnedigst zustellen lassen, des wir uns auch gegen eur ksl. Mt. in hochster underthenigkeit thun bedancken.

    Nun hetten wir woll leiden konnen, Hg. Heinrich von Braunschwig hette sich gemelter seiner amptleute und dienner bößen thatten, die zu schmucken und der gerechtfertigten mortbrenner, auch sovil deren noch ungerechtfertigt gefengklich sitzen und verwart seint, bekenntnussen, aussag und urgichten durch vil ungereimpte weg zu benichtigen enthalten, dann zudeme, daß solchs ungereimpterc weiß und allein mit plossen worten von ime beschehen, so ist leichtlich zu erachten, zu waß verdacht und argwan er dadurch eur ksl. Mt., uns und sonsten meniglichen unpartheischen ursach gibt und gegeben hat. Und ist eben whar, daß wir noch zur zeit bei euer ksl. Mt. wider Hg. Heinrichen nichts gebetten, sonder unser bit und suchung dohin gestalt, dieweil Hg. Heinrichs ampleut und dienner, als nhemlich der amptman zu Wolffenbutel, Stauffennburg und Schweinigen, George Gunter, Cristoff von Oburg und andere mer durch so vil mortbrenner, welche eins teils gericht und uff irer besagung gestorbend, auch eines teils noch sitzen und, waß sie einmalh bekannt, nochmals gesteen werden, besagt und beruchtiget, eur ksl. Mt. wolten bei Hg. Heinrichenn die ernste verfugung thun lassen, berurte seine ampleut und diener gefengklich antzunehmen, in eurer ksl. Mt. handen oder an andere unverdechtige ort, da wir und andere gegen dieselben geburlichs rechtens bekommen möchten, zu stellen, und im falh der wegerung aus keyserlicher macht und gewalt selbst verschaffen und bevelhen lassen. Und dieser unser underthenigsten bit und suchung haben wir darneben unsers verhoffens eurer ksl. Mt. rechtmessige, gegrunte und erhebliche ursachen dargethan und furgewendet.

    Dan weil so vil mortbrenner nicht allein in unsern, sondern auch in andern furstenthumben, herschaften und oberkeitten gefengklich eingetzogen, gerechtfertigt und zum tailh noch gefengklich enthalten werden, vhast zugleich uff berurte Hg. Heinrichs amptleute und dienner stymmen und, das sie des angetzogenen erbermlichen mortbrennenß everleger und besteller gewesen sein sollen–e, bekennen, so haben wir je deme wol glauben zustellen oder uffs wenigst aus solcher einhelliger besagungf argkwann und verdacht schöpfen mogen, daß es nicht gar nichts oder ein vergeblich ding und bekenntnus sein muste, und das wir dannocht darauß im rechten grunt so vil fugs gehapt und noch haben, zu bitten und zu suchen, die an so vil orten besagte und beruchtigte amptleute und dienner, damit gegen dieselbigen geburlichs rechtens zu bekhomen, gzu eurer ksl. Mt. handen und rechtfertigung–g gefengklich annehmen zu lassen.

    ŠWir haben auch niemands ichtwas zu verdrieß, beschwerung oder iniurien aufgelegt, wie wir dann auch derwegen offentlich protestirt, sonder allein eur ksl. Mt. pro informatione die urgichten und bekenntnussen der mortbrenner, so in unsern furstenthumben und gebieten gerechtfertigt und zum tailh noch sitzen, auch so hin und wider in andern furstenthumben, herschaften und oberkaitten gerechtfertigt worden und zum tailh noch biß uff diesen heutigen tagk gefengklich enthalten werden, underthenigst furgelegt und zugestelt, sich daraus des grunts unsers ansuchens zu erkundigen.

    Und dieweil dann das mortbrennen so unmenschlich eingerissen und noch teglichs uberhandt nymet, daraus nichts anders dan entlicher verderbe deutsches landes zu gewarten, wir auch und hunserer herrn und oberkeit–h underthannen am meisten damit beschwert und angegriffen werden, so haben wir jhe aus hertzlichem, mitleidendem gemuet, so wir zu unserm vatterland deutscher nation, auch zu unser und der unserni dringenden und unvermeidlichen notturft pillich tragenj, nit umbgeen sollen noch mögen, die ding in allermassen, wie wir deren in erfharung komen und uns zum tailh von andern herrschaften und oberkeiten zugeschickt worden, an euer ksl. Mt. als das oberst haupt underthenigst gelangen zu lassen, und stellen in keinen zweivel, euer ksl. Mt. und alle unpartheischen werden uns des zur pillicheit nicht verdencken. Da auch Hg. Heinrich den undergang und das verderben deutsch landes so ungern sehe kals wir–k, so solte er zu verhutung allerlei verdachts vilmer neben uns oder vor sich selbst gegen seine so weit vermerte, besagte und beruchtigte amptleute und dienner, damit die warheit erkundet und solche unchristliche mortbrenner gestrafft werden mochten, zu geburlicher rechtfertigung trachtenl.

    So haben wir auch eurer ksl. Mt. der urgichten warhaftige copeien, wie die der mortbrenner halben, so bei uns und in andern furstenthumben und oberkeiten gerechtfertigt und zum tailh noch gefengklichen enthalten werden, an uns kommen, underthenigst zugestelt und daran nichts verandert, wissen auch die im falh mder notturft–m, wie geburlich und recht, zu stercken, daraus euer ksl. Mt. allergnedigst werden abtzunehmen haben, ob die ubergebene urgichten nichtig, erdicht, unwarhaftig und unrechtmessig seien oder nichtn. Das aber etzliche mortbrenner in gutlicher und peinlicher frage außgesagt und Šberichtet, der bapst und Hg. Heinrich solten das gelt auslegeno, daß haben wir nicht erdichten konnen, auch davon nicht mer gewust, dann so vil wir aus solchen aussagen, urgichten und bekenntnussen vermerckt und befunden. So haben wir an berurten urgichten nichts verandern sollen noch wollen, und mag Hg. Heinrich solche auflage gegen den mortbrennern, die inen und den bapst besagt, ausfhuren. Derwegen so thut uns auch Hg. Heinrich mit hochster unwarheit ufflegen, alß ob wir inen bei eurer ksl. Mt. boßlich, felschlich und unwarhaftiglich aus geschopftem, neidigem, hessigem gemuet angegeben und zu verunglimpfen understanden, dieweil wir die ding wider erger noch besser gemacht, dan der gerechtfertigten mortbrenner und derjhenigen, so noch sitzen und gefengklich enthalten werden, urgichten und bekenntnussen mitbringen. Es wirdet sich aber aus verleihung gotlicher gnaden, wer die hauptsacher, anrichter und stifter sein, mit der zeit woll finden und außweisen.

    Wir haben auch Hg. Heinrichen wider got, ehr und recht nichts zugemessen, wie er seiner gewonnheit nach mit unwarheit redet, sonder schlechts und einfeltig der gefangen und zum tailh gerechtfertigten mortbrenner urgicht und bekenntnus eurer ksl. Mt. zum treulichsten vorgelegt, daraus euer ksl. Mt., wie weit ein ider des mortbrennens verdacht aber [= oder] nicht, wolh werden zu schliessen haben. Dann das wir inen als unsern widerwertigen angegeben und benannt, des haben wir aus seinenp gegen etzlichen unsers tails religionsverwanten stenden in vil weg gepflogen handlung gute und bestendige ursach gehapt und noch. So erscheinet auch nuemer, weil er, seiner besagten und beruchtigten dienner und amptleute so weit vermerte unthatten selbst zu schutzen und zu vertaidingen, uff sich genohmen, der verdacht, warumb er unß gegen dieselben zum richter unleidlich, so vil clerer. Das er aber ausserhalb Sachssenn und Hessen mit den religionsverwanten nichts in ungutem will zu thun gehapt haben, das mage qer seine thättliche–q handlungen, ein zeit her und sonderlich in stehender eurer ksl. Mt. suspension gegen die stedt Braunschweig und Goßlar geubt, besagen lassen. So ist es vilenr im reich deutscher nation wissentlich und haben eur ksl. Mt. sonder zweivel derwegen albereit durch ire in sonderheit dartzu verordente comissarien guten, bestendigen und notturftigen bericht entpfangens.

    So steeth auch das ermessen und richten nit bei Hg. Heinrichen, sonder bei eur ksl. Mt., allen ehrliebenden und unpartheischen, ob wir die besagte Hg. Heinrichs amptleute und dienner mit gefherlichen und ungewissen dingen Šbeschwert und angeben haben oder nicht. Wir stellen aber in keinen zweivel, ein ider verstendiger, da ime so manichfaltiger, an underschiedlichen orten und stellen eingetzogener mortbrenner gleichformige urgichten und bekenntnussen vor augen khomen, werde daraus eben die vermutung, argwann und verdacht nehmen, welchen wir in gleichnus geschefft [sic!] haben.

    Das aber der landgrave und seinesgleichen Hg. Heinrichenn und seine underthannen, auch andere stende mit gefherlichen, ungewissen, sorglichen und unredlichen dingen beschwert haben solt, daran redet Hg. Heinrich ane zweivel seinen willen, wirdet es mit grunt und bestant nit ausfhuren mugen, tsonder der landgrave wirdet dartzu ane zweivel geburliche und ehrliche antwort wol zu geben wissen. Zudeme, so ist solchs aus seiner L. und fstl. Gn. ausschreiben, auch, wie sein fstl. Gn. sich mermals hat vernehmen lassen, in den handlung vor den beiden Kff. Trier und Pfaltz als underhendlern, auch vielen chur- und fursten und sonderlich den buntsgesanten zu Wormbs aufm tag gnugsam [ver]antwortet und angezeigt, daß seine fstl. Gn. in Dr. Packs handlung ime nicht allein geglaubt, sondern vilen andern antzeigungen, so darneben gewesen sein–t. Dan obwol gesagt wirdet, daß es mit peinlichen fragen ein gefherlich und sorglich ding sei, so ist doch nicht glaublich, daß so vil mortbrenner und ubelthetter, so mer dann an einem orth zu heften bracht, die auch nit beieinander gewesen noch einander gekant haben, daß man gedencken konnte, sie hetten sich semptlich, auf imandes solche anstiftung und bestellung zu legen, verainigt und darzu von underschiedlichen bestellungen meldung gethann, in iren aussagen und urgichten also einstymmig und concordes sein solten, uquestioni enim non semper nec tum cumque fidem adhibendam constitutionibus declaratur–u, zudeme das auch ein grosser tailh der benannten mortbrenner ane alle peinliche frage in der gut ire bekenntnus gethann und den andern gleichformige aussage von sich verlautten lassen.

    Und obwolh Hg. Heinrich furgibet, die gerechtfertigte mortbrenner haben unsers abtrunigen lebens halben ire straff leiden mussen und das Got solchs uber uns verhenget, so konnen wir doch nicht glauben, das er bei unserm hergot im rath gesessen, do solche urteil uber uns gangen, hette sich auch pillich, Got in sein gericht zu greiffen, enthalten. Aber hinwider, do einer die gedancken fasset, dieweil Hg. Heinrich sich so sehr engstiget und bevleissiget, seine besagte und beruchtigte amptleute und dienner des bestelten und versolten [= besoldeten] mortbrennens zu entschuldigen, vso solte ime pillich unbeschwerlich sein, dieselbigen unser bit nach in eurer ksl. Mt. handt zu stellen, ire schulde und unschuldt vermoge der recht außzusteen–v. So seint wir auch der hoffnung, ŠGot der almechtig werde solch unerbar, unchristlich mortbrehnnen uneroffentw nicht hingeen lassen und die rhuten, damit er uns Hg. Heinrichs meinung nach straffet, zurbrechen und kurtzlich in das feuerx werfen.

    Das auch aus den vorgelegten urgichten wider Hg. Heinrichs amptleute und dienner gnugsame indition, argwann und vermutung des beruchtigten und an so vil orten begangenen mortbrants zu befinden, das wollen wir uns euer ksl. Mt. und alle unpartheischen besagen lassen. Dann, wan bereit die ubergebene inditia, wann ein ides in sonderheit vorgenohmen und examinirt, zu dem gefengklichen einziehen oder peinlichen fragen nicht gnugsam, dannocht da so vil indicia und so vil mortbrenner gleichformige aussage und bekenntnus zusamenkhommen, so mussen sie gewißlich etwas wircken und zu deme, daß wir bei eurer ksl. Mt. underthenigst gebetten, gnugsam sein, zuforderst, dieweil gemelte, besagte Hg. Heinrichs amptleute und dienner etliche sonsten und anedas eines boßen geruchts, wie solchs am tag und die goßlarischenn purgationartickel, auch die thatten, gegen dem Bf. von Hildeßheim geubt, gnugsam yzu erkennen–y geben.

    Das aber die peinliche verhör wider die thetter, wie sich zu recht geburet, nicht solte furgenohmen worden sein, daß wirdet sich, ob Got wilh, wann gemelte Hg. Heinrichs amptleute und dienner zu gefengknus bracht und wir gegen dieselbigen zunser vorigen bith nach gleichmessig und unpartheisch recht erlangen und bekhomen mogen, vill anderst befinden–z. Wollen auch uff den falh, die urgichten in rechter und bestendiger forme wol furzubringen, wissen. Dann das wir in unser nechster ubergebener supplication eurer ksl. Mt. allein einen außzug zustellen und uberantworten lassen, daß ist auß den ursachen, darbei angehangen, und, damit euer ksl. Mt. mit langem verleßen nit dorften bemuhet werden, beschehen.

    So ist es auch aaane allen grunt-aa, das die gefangene in sonderheit auf Hg. Heinrichenn und seine verwante solten befragt worden sein, dan daß widerspilh soll sich mit warheit, do wir gegen die besagten recht bekommen mogen, auß gemelter armen menschen aussage und bekenntnus und sonsten wol erfinden. Und darumb so ist unß wenig daran gelegen, wie vil glaubens Hg. Heinrich den ubergebenen außzugen zu geben weiß oder nicht, dann wir inen disfals zu keinem richter gesatzt noch leiden konnen.

    Und wiewol Hg. Heinrich sich understeet, die urgichten in vilh wege zu taddeln, zu benichtigen, der mortbrenner urgichten und bekenntnussen uncreftig zu bereden, so hette er doch pillich bedencken sollen, dieweil er gegen seine besagte amptleute und dienner gerne richters stat halten wolte, wie ime, solchs zu thun, hat geburn mögen. Wir sind aber nit bedacht, uns derwegen mit Hg. ŠHeinrichenn in einiche disputacion einzulassen oder zu begeben, sondern da Hg. Heinrichs beruchtigte und angegebene ambtleute und dienere zu euer ksl. Mt. handen oder sonsten an die orth gestellet, da wir und andere gleichmessig und unparteilich recht gegen sie erlangen und bekommen mugen, so wollen wir, die vorgelegten urgichten und bekantnussen dermassen zu stergken und Hg. Heinrichs itzigab ungegrundte glosirung also abzuleinen, wissen, daraus euer ksl. Mt. und menniglich befinden sollen, das wir zu der gefengklichen eintzihung berurter Hg. Heinrichs ambtleute und diener genugsame indicia, argwann, auch enthebliche ursachen gehabt, darauf ferner zu beschehen, was recht istac. Dann obwoll nit alle mordbrenner zugleich auf die angegebene Hg. Heinrichs ambtleute und diener stimmen, so ist doch aus derselben aussage so vil zu befinden, das vhast alle schiftung, bestellung und vorlegung angetzeigts mordbrennens in und ausser Hg. Heinrichs landen oder jhe nit weit darvon beschehen, zudeme, das gleichwoll der andern mordbrenner so vill seind, welche die bestellung und vorlegung berurts mordbrennens auf gemelte Hg. Heinrichs ambtleute und diener besagen, das ein ider unparteyscher daraus genugsame indicien, argwan und vermutung zu schepfen, das sie billich gefengklich eingetzogen und auf bemelte urgichten ferner wider sie wie geburlich vorfharn werde. So haben wir die dorfer und mordbrenner oder derselbten besteller, auch wo die besessen und angenhomen, nit anders tauffen oder benennen konten, dan wie sie durch die rechtfertigten mordbrenner und diejhenigen, so noch sitzen und gefengklich enthalten werden, angegeben, besagt und benent worden. Und erscheinen gleichwoll aus vilgemelter mordbrenner urgichten und aussagen so vill gleichstimmiger und concordierender bekentnussen, daraus euer ksl. Mt. und meniglich unparteisch wider gemelts Hg. Heinrichs ambtleute und dienere genugsamer argwan und indicien nit allein zu gefengklichem eintzihen, sondern auch zu peinlicher frage zu befinden haben. Darumb Hg. Heinrich von unnodten gewest, sich so mergklich zu engstigen, wie er die furbrachten urgichten widerwertig, ungewis und nichtig bereden mogead.

    Und ist weder ein pockischer noch stirischer funde oder furgeben, das man die ewangelische stende brennen und, so das geschehen, ein tzug vorgenhomen werden soll, sonder aedurch viel mordbrenner also bekant, welche-ae darauf bis in iren tod vorharret und bestanden, und etliche, so noch gefengklich enthalten, Šaussagen und bekennen, afderwegen unserm oheim und gnedigen hern, dem landgraffen, noch uns gar nichts auftzulegen ist-af. So gibt uns auch wenig zu schaffen, wivil gelds der babst zu Hg. Heinrichs angegebener, vormeinter christlichen bundnus erlegt haben solle. Das aber etliche mordbrenner aussagen, das der babst und andere cronen zum mordbrennen ausgelegt, das haben wir unther nhamen der mordbrenner nit unerfintlich vorgegeben, wie uns Hg. Heinrich mit unwarheit zumisset, sonder schlechts und einfeltig der mordbrenner urgichten und bekentnussen eurer ksl. Mt. underthenigst vorgelegt. Darumb so muge es Hg. Heinrichag gegen den besagernah verantworten und ausfhuren.

    Das aber die von Einbeck Heinrichen Digken gewalt und unrecht gethan und das er alles widderruffen, wirdet sich aiane zweiffel-ai mit grund nit erfinden, ajist auch nicht glaublich, das die von Einbeck, so sie solchs vornhomen, wider denselbigen dermassen procediren lassen hetten-aj und, da sich euer ksl. Mt. desselbten aussagen und bekentnussen und, warauf er vorharret, bey denen von Einbeck erkunden werden, wirdet das widerspiell leichtlich zu vormergken sein. So glauben wir auch nicht, das die von Einbeck imands aus den besagten entschuldigt hetten. Des sein wir aber woll bericht worden, das Hg. Heinrich ungeferlich mit 80 pferden vor Einbeck furubergetzogenak und einen burgermeister vor das thor fordern lassen, ime angetzeigt, er horte, das die gefangene etliche der seinen besagen theten, und mit vilen bedraulichen worten und geberden wissen wollen, was er darvon sagte. Darauf der arme, erschrogkene mhan mochte gesagt haben, er wuste niemands nichts auftzulegen. Haist nun dis ein entschuldigungal, das stellen wir in eurer ksl. Mt. gnedigst bedengkenam.

    Das wir auch Hg. Heinrichenn und die seinen fur mordbrenner wider Gott, ehr und recht solten ausgeschrien haben, daran thut er uns seiner gewanheit nach ungutlich, wirdet es auch mit bestandt und warheit nit beybringen mugenan. Und hat die meynung nit gehabt, da wir von dem gemeynen, offentlichen Šgeschrey, so wider die besagte Hg. Heinrichs ambtleute, underthane und diener im reich deutzscher nacion erschollen, vormeldung gethan, das wir darumb von den urgichten abgewichen, sonder zu mherer stergkung angetzogen, und haist, ubi singula non prosunt, multa collecta juvant. Und wenn bereit der Kf. zu Sachssenn etc. in seinem ausschreyben von solchem offentlichen geschrey keine erwenung gethan, so were es doch ane das so haimlich nicht, die kinder auf der gassen davon zu reden.

    Das aber Hg. Hainrich seiner gewanlichen unart nach uns vor seine widerwertige feindt und als die, so sich von dem waren, alten, christlichen glauben abgeworfen, hereticos, eigensinnige und, die inen nicht infamirn, denunctiirn oder beruchtigen konten, angibt, daran thut er uns ungutlich. aoEs ist auch noch nicht erwisen noch, wie sich geburt, erkennet und ane allen zweiffel nymmermher bewisen noch erkant werden, so wirdet er-ao selbst vor einen abtrunnigen ketzer und verfolger der waren und rechten, christlichen kirchenap, bis solang er gemelte seine unwarhaftige betzichtigung und ertichtung wider uns ausfhure, aqgeachtet und gehalten werden-aq.

    So mogen wir auch noch in warheit sagen, das wir euer ksl. Mt. der dinge halben felschlich nicht suggerirt, sonder schlechts und treulich aus hertzlichem, mitleidendem gemut so viler armer, verbrandter und ermordter leute und in befharung des undergangs deutzscher nacion euer ksl. Mt. die urgichten etzlicher mordbrenner underthenigst zugestellet, dann euer ksl. Mt. als ein loblicher und hochvorstendiger, gutyger und milder kaiser haben leichtlich zu erachten, da solchem unchristlichem und unmenschlichem mordbrennen durch geburliche wege und straff nit begegentar, sonder weiter einreissen wurdeas, das es nicht allein zu vorderb deutzscher nacion, sonder auch zerruttung vieler obirkeit Šund zu entlicher bewegung des gemainen mannes gereichen wolte, darumb wir auch in keinen zweiffel stellen, euer ksl. Mt. werden die dinge weiter, dan Hg. Heinrich mit vordegkten und vorblenten worten [euerer] ksl. Mt. gerne einbilden wollte, allergnedigst bedengken und ahn geburlicher volstregkung nit mangel sein lassen.

    Das aber der Kf. zu Sachssen und Lgf. zu Hessen imandes auf Hg. Heinrichen und die seinen solten hertiglich haben peinigen lassen, das wirdet von ime erticht und mit warheit nit mugen darbracht werden und befindet sich aus dem einhalt der ubergebenen urgichten, das die meisten mordbrenner, so Hg. Heinrichs ambtleute und diener besaget, nicht under dem churfursten oder Lgf. zu Hessen gefengklich gesessen oder befragt worden, sonder under andern herschaften als Maintz etc., Brandenburgk etc. und andern orten.

    Wie weith und hoch auch Hg. Heinrichs zu Wolffenbuttell und andere seine besagte ambtleute und dienere des besagten mordbrennens und anderer thaten vordechtig und beruchtigt, das ist aus der vorbrachten mordbrenner aussage, den goslarischen purgacionartickel und aus gemeinem gerucht leichtlich zu vormercken und sol sich noch weiter ausweisen und befinden, wan uns und andern gegen dieselbten unserer vorigen beschehenen bit nach geburlichs und unparteisch rechtens vorstatet wirdet. Das aber die von Goslar noch zur zeit auf ire ubergebene purgacionartigkel am chammergericht nichts erhalten, das ist nicht seiner ambtleut und diener frumkeit schult atund bisher der von Goslar hochste clage gewesen, und het man der reichsordnung nach procedirt, so were es nicht vonnodten zu clagen, sondern itzt in einem andern stande-at.

    Das aber Hg. Heinrich weiter vorgibt, wann ein ubeltheter uff einen bekant, das der richter demselben nicht glauben geben soll, das auch genugsame antzeigungen mit zweien guten zeugen bewisen werden sollen, solchs auhat als obgemelt seinen vorstand-au. Dann obwoll im rechten ein regel sein magk, das den mishendlern, so auf andere bekant, nit alwegen glauben zu geben, so hat doch solche regel viel abfelle, in welchen der mishendler besagung stadthat und dem glauben gegeben wirdet, als nemlich mit mordern und in denen fellen, da gemeines landes wolfart angelegen. Auch wo mishandlung sein, die einer allein nicht ausrichten, sondern geselschaft haben muß, in denen velhen, wo die mishendler auf ire gesellen und mithelfer bekennen und sonsten etwa vormutung zu solchen bekentnussen vorhanden, so ist es ein genugsam indicien nicht allein zu gefengklichem eintzihen, sondern auch zu peinlicher frage. Und dieweil dann die angetzogene mordbrenner mit mordbrennen und solchen hendlen umbgangen, daran gemeines landes wolfart gelegen, auch ane besteller, anschifter und mithelfer nicht haben konden ausgericht werden, so wirdet sich Hg. Heinrich von Braunschweig nun selbst zu entschlissen haben, Šob den besagern wider seine ambtleute und diener glauben zu geben sey oder nicht.

    avDie urgichten aber, so der landgraffe antzeigen lassen hat, dienen dartzu, das sie seine diener in andern sachen mher vordechtig machen, zu dem ende sein sie auch einbracht und das mhan daraus erkennen muge, was fur ein regiment des orts sey-av.

    Aus deme allem haben euer ksl. Mt. allergnedigst abtzunhemen, das wir Hg. Heinrichen und die besagte seine ambtleute und diener bey euer ksl. Mt. wider boslich, felschlich noch unwarhaftiglich eingetragen, vormheret oder vorungelimpft, wie uns Hg. Heinrich selbst boslich und felschlich andichtet, sonder auf genugsame, vorgewandte indicien, argwhann und vordacht, dann da seind viel mordbrenner, die albereit gericht und ire straff entpfangen, die auf gemelten iren urgichten und bekentnussen bis in iren tod vorharret und bestanden. So werden ir auch noch ein grosser teil gefengklichen enthalten, die es Hg. Heinrichs besagten ambtleuten und dienern woll gegenwertiglich und under die augen sagen werden. So haben wir uns auch in unser ersten beschehenen antzeige auf andere urgichten, aussagen und bekentnus beruffen, welche euer ksl. Mt. bey den Kff. Meintz etc. und Brandenburgk etc., auch bey denen von Northausen, Northeim, Einbeck und andern mher leichtlich werden zu erlangen haben, dawider der hertzog nit wirdet sagen konnen, das an denselbten orten imandes auf inen oder seine besagte ambtleute und diener in sonderheit befraget oder gepeiniget worden sey. Da auch uns und andern wider berurte Hg. Heinrichs ambtleute und diener unparteylichs rechtens vorstatet, soll sich woll erfinden, wer schuldig oder unschuldigk zur pilligkeit angegeben und vormheret oder nicht. So seind wir auch einem idern derwegen zu recht genugsam besessen. So lassen wir auch der mordbrenner urgichten, die wir euer ksl. Mt. underthenigst vorgetragen, und anderer mordbrenner bekentnus, davon oben vormeldung beschehen, besagen, woher und aus welchem landt alles mordbrennen angestiftet, bestellet und vorsoldet wirdet.

    Was glaubens auch Hg. Heinrichs diener seind, gibt uns wenig zu schaffen, allein das wir inen awwarhaftige reue-aw und buß und einen guten, christlichen glauben wunschen. Aber von irer fromkeit haben wir sonsten nit viel gehort und lassen die gerechtfertigten mordbrenner und, so noch gerechtfertigt werden sollen, auch die goslarische purgacionartigkel solches alles besagen.

    Uns wirdet auch durch Hg. Heinrichen mit ungrund zugemessen, das wir inen und die seinen wider Gott, ehr und recht an gerucht, nhamen und leumut angegriffen und, das wir der beweisung niderfellig worden sein, so wir doch disfals nichts gethan, gehandelt noch vorgenomen, dann was uns die kayserliche und andere beschriebene recht, so in hochster erbarkait ergrundet, Šselbst leren. Der sich aber ordentlichs rechts gebraucht, dem mag mit grund und warheit nit aufgelegt werden, das er darmit imands wider Got, ehre oder recht beschwere. Und wie haben wir einicher beweisung Hg. Heinrichs berumen nach niderfellig werden können, dieweil uns noch zur zeit uber die vorgelegte urgichten keine andere vonnodten gewesen, uns auch keine aufgelegt worden. Da uns aber kegen bemelten Hg. Heirnichs ambtleuten und dienern geburlichs und unparteylichs rechtens vorstatet, soll sich woll erfinden, wie es umb die beweisung gelegen. Darumb es auch noch viel zu zeitlich von uns erstatung, kar[= Ersatz], wandel [= Bußgeld] und abtragk zu fordern. Hg. Heinrich eilet zu seher zur krippen, stehet villeicht in sorgen, da uns wider seyne besagte ambtleute und diener geburlichs rechtens vorstatet oder euer ksl. Mt. wurden ex officio auf die ubergebene urgichten procedirn, das alsdan gemelten seinen ambtleuten und dienern mher straff dann abtragk zu gewarten. Das sich aber Hg. Heinrich am ende seiner schrieft mit vielen prechtigen, pochenden worten, auch mit aufsagung seins glaits zur antwort zu stehen, sich erbiten thut, were ime ane nodt gewest, dieweil wir inen noch zur zeit nicht beclagt, dan da wir inen zu beclagen willens sein werden, wollen wir, geburliche wege zu treffen, wissen. Solte er auch alle seine handlungen und beclagungen mit der hand hinausfhuren, wurde er nit wenig zu schaffen haben.

    Derhalben so gelangt nochmals an euer ksl. Mt. unsere underthenigste bit, euer ksl. Mt. wollen, ungeachtet Hg. Heinrichs undinstlichs geschwetzes und untzeitigs vortheidings, die ernste vorfugung thun lassen, damit die besagte Hg. Heinrichs ambtleute und diener lauts unser negsten bit gefengklichen angenhomen, in euer ksl. Mt. handen oder andere unvordechtige ort gestalt, wir und andere gegen dieselbige geburlichs rechtens bekommen mugen oder wider dieselben aus kayserlicher macht, damit dem so weit eingerissenen, unchristlichem mordbrennen mochte gesteuret und geweret werden, selbst procedirn und vorfharn lassen, dann das wir wider die besagte ambtleute und diener vor Hg. Heinrichen, der sich durch seinen gethanen, vormeinten gegenbericht albereit zum part gemacht neben andern vordechtigkeiten, recht suchen und gewarten solten, were uns nicht gelegen, konten uns des auch nicht schuldig achten und bey euer ksl. Mt. nit zu vordengken. Euer ksl. Mt. wollen hirinnen ir kaiserlich ambt scheinen lassen. Das wirdet Got dem almechtigen ein gefellig, beheglich und deutzscher nacion ein nutze und bequeme werck sein. So seind wir, es umb euere ksl. Mt. in hochster underthenigkeit zu vordienen, gantz willig bereit und thun uns euerer ksl. Mt. himit underthenigst bevelhen.

    « ŠVIII,2c Auseinandersetzung zwischen Hg. Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel einerseits und Lgf. Philipp von Hessen und Kf. Johann Friedrich von Sachsen andererseits »

    «Nr.258 Eingabe Hg. Heinrichs an den Kaiser contra Kf. Johann Friedrich von Sachsen und Lgf. Philipp von Hessen – Regensburg, 1541 Juni 10 »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. E 137, fol. 140r–141v (Kop.); AV fol. 141v: Furtrag, supplication, bit und erbiettung, so der durchleuchtig, hochgeborne furst und herr, H. Heinrich der junger Hg. zu Braunschwig und Luneburg etc. vor der röm. ksl. Mt. in beisein vieler Kff., Ff. und stende des hl. reichs zu Regennspurg uff gehaltem reichstag am zehenden tag Junij anno etc. 41 wider beider chur- und fursten Sachssenn und Hessen gethann und ubergeben hat. Copei der schrift, damit Hg. Heinrich von Braunschwig an ksl. Mt. gelangt, wider Sachsen und Hessen, 1541.

    B  koll. Stuttgart HStA, A 262 Bü. 12, fol. 166r–168v (Kop.); AS fol. 166r: Furtrag, suplication, bit und erbiettung, so Hg. Hainrich von Braunsweig vor der röm. ksl. Mt. und etlichen stendn des reichs wider beede chur- und furstn Sachssen und Hessen gethon und ubergeben hat; AV v. a. Hd. fol. 166r: Ligt auch ein abschrift bey Braunschweig lit. A.

    C  koll. Konstanz StadtA, G 19 (Reformationsakten), fol. 580r–581v (Kop.); AV fol. 581v gleichlautend wie in A, mit dem Zusatz: Am vierdten tag darnach ist der landtgraf vom reichstage hinweggetzogen und hat kein antwort hierauf gethan.

    D  koll. Straßburg AM, AA 496a, fol. 181r–183v (Kop.); DV fol. 183v gleichlautend wie AV in C einschl. des unter C angeführten Zusatzes; außerdem ebd. AV v. a. Hd.: Suplication und furtrag, Hg. Heinrichen von Brunßweig ubergeben und gethan zu Regenspurg.

    Druck: Hortleder, Der Römischen Kaiser- und Königlichen Majesteten, [...] Handlungen und Außschreiben von Rechtmässigkeit, Anfang, Fort- und endlichen Außgang deß Teutschen Kriegs [...] vom Jahr 1546 biß auf das Jahr 1558, [...] Gotha 1645, 4. Buch, Nr. XXXII, S. 1632–1633.

    Eur ksl. Mt. haben auß meinem mermals an eur ksl. Mt. beschehen muntlichen und schriftlichen, underthenigsten anbringen gnediglich vernohmen, wie gar an [= ohne] allen grundt und wider die warheit mich der Kf. zu Sachssen und Lgf. zu Hessenn in vil wege zu schmehen understanden und manichfaltiglich an meinen ehren antasten, auch mich dohin verursacht und gedrungen, daß ich nicht umbgeen mugen, zu meiner warhaftigen entschuldigung etliche schrift in druck außgeen zu lassen, daß ich, wann ich nicht so gar uberflussig darzu benottigt, dem furstlichen nhamen zu ehren vil lieber umbgangen haben wolt. Und wiewol ich mich auf eur ksl. Mt. gnedigst an mich beschehen gesynnen alhie alles gegen- und widerwertigen schreibens enthalten, so wirdet doch von gemelten meinen widerwertigen, ungeacht, das sie in euerer ksl. Mt. glayt alhie seint, nichts underlassen, sonder understeen sich unaufhorlich, Šmich bei eur ksl. Mt. und offentlich mit aller unwarheit noch hocher zu schmehen und unehrliche sachen aufzulegen, die sie sich auch wider mich zu erweisen und briff und sigel derhalben furtzulegen vilfeltiglich, wiewol ane grundt, berhumen und vernehmen lassen, das irem habenden glait, auch euerer ksl. Mt. verordnung und bevelch großlichen zuwider und mir zum hochsten beschwerlich, mit stilschweigen zu gedulden. Kan auch meiner ehren notturft nach nicht underlassen bei euerer ksl. Mt. mich des in aller underthenigkeit zu beclagen. Und dieweil ich verhoff, euere ksl. Mt., auch alle Kff., Ff. und stende des hl. reichs haben mich in den ehren erkannth und in meinem ausschreiben befunden, daß mir die schmelichen zulage durch gedachte meine widersacher wider Got, ehr und recht mit geschepftem neid, hessigem gemut und aller unwarheit, auch mer dan gantz unrecht beschehen, will ich dieselben hiemit wider erholen, euere ksl. Mt. in aller underthenigkeit bittend, sie wollen sich zu keinen ungnaden gegen mir bewegen lassen, der widdersacher ausschreiben und anbringen, sovil zu verletzung meiner ehren und guten geruchts verstanden werden mag, keinen glauben geben, sonder fur ein falsch gedicht und die lauter unwarheit, wie es an im selbst ist, halten und an dem, so ich hievor dargegen geschrieben, auch ob itziger meiner entschuldigung keinen zweivel tragen und haben. Dann ich wil mit hulf des almechtigen, daß alles, alß einem ehrlichen, fromen fursten zusteet, vor eur ksl. Mt., auch Kff., Ff. und stenden des reichs verantworten, vertheidigen und mit ehren erhalten.

    Damit aber eur ksl. Mt. noch imandes anders nicht gedechten, das ich der handlung scheuch truge oder willens were, die in vertzug oder lengere disputation zu bringen, so bin ich urbuttig (wann euere ksl. Mt. mergedachte meine widersacher vermugen, daß die euerer ksl. Mt. itzt habent glait von sich thun und desselben begeben, auch wie ich frei ane gleit steen, zu solcher notturft ich mich eur ksl. Mt. vorbeschieds, der gulden bulla und aller guthat, die mir sonst geburn mochten, wilh begeben haben), auf itzigem reichstag ane einichen vertzug inena zur antwort zu steen, alle rechtliche und gutliche verhör, handlung, erkenntnus und derselben execution zu gedulden oder mit meiner handt, wie sich geburt, außzutragen, wie ich mich dan versehe, euere ksl. Mt. dieselbig meine widersacher und, daß sie ire vermeinte beclagung thun, auch die angetzogen briff und sigel furlegen und wie recht gegen mir alles irem berhuemen nach volfharn, vermogen wolten. Und bin gantz trostlicher, underthenigster hoffnung, euere ksl. Mt. noch imandes anders werden uber diß mein ehrlich, rechtmessig und uberflussig erbieten meinen widersachern mit irem unwarhaftigem schmehen und schenden weiter kein gehor geben, sonder solchen iren unverschempten mutwillen abstellen und die handlung wie vorgemelt erledigen und zum außtrag komen lassen. Daß umb euere ksl. Mt. in aller underthenigkeit zu verdiennen, will ich ungespart meines leibs und vermugens alle tzeit willig sein, euerer ksl. Mt. mich darauf underthenigst bevelhendt.

    «Nr. Š259 Eingabe Lgf. Philipps von Hessen an den Kaiser – Regensburg, [1541 nach Juli 15]1 »

    Marburg StA, PA 578, fol. 153r–159v (Kop.)2.

    Druck: Hortleder, Der Römischen Kaiser- und Königlichen Majesteten [...] Handlungen und Außschreiben von Rechtmässigkeit, Anfang, Fort- und endlichen Außgang deß Teutschen Kriegs [...] vom Jahr 1546 biß auf das Jahr 1558 [...] Gotha 1645, 4. Buch, Nr. XXXIV, S. 1637–1639.

    Wenige Tage nach seiner Ankunft auf dem Reichstag hat der Kaiser verfügt, dass er und Hg. Heinrich von Braunschweig während des Reichstages keine Streitschriften gegeneinander publizieren sollen, und ihm mitgeteilt, dass Hg. Heinrich darin eingewilligt habe. Er hat trotz all seiner ungelegenhait und beweglichen ursachen dem Folge geleistet. Hg. Heinrich aber hat seine Zusage gebrochen, indem er böswilligerweise eine gedruckte Schrift hat verbreiten lassen. Mit seiner Verhaltensweise bestätigt Hg. Heinrich die Vorwürfe, die er, der Landgraf, ihm zur Verteidigung seiner Ehre in seinen gedruckten Schriften gemacht hat, und verstößt unter Missachtung des Kaisers gegen den von diesem verfügten Stillstand. Er hat sich damit straffällig gemacht. Hofft, dass der Kaiser Hg. Heinrich entsprechend behandelt.

    Hg. Heinrich hat ihn durch seine Publikation gezwungen, sich öffentlich zu rechtfertigen. Zweifelt nicht, dass der Kaiser seine Reaktion versteht. Hg. Heinrich bezieht sich auf seine am 10. Juni in Regensburg übergebene Supplikation gegen ihn und den Kf. von Sachsen und fügt dem hinzu, er, der Landgraf, sei vier Tage später, ohne dazu Stellung zu nehmen, abgereist. Mit dieser Bemerkung will Hg. Heinrich den Anschein erwecken, als sei er zur Gegendarstellung nicht imstande gewesen und seien deshalb seine Vorwürfe gegen Hg. Heinrich widerlegt. In Wahrheit hat er es nicht daran fehlen lassen, diese Vorwürfe zu begründen. Kurz nach seiner Ankunft in Regensburg hat er den Kaiser entsprechend unterrichtet und sich erboten, die nötigen Beweise zu liefern. Er hat dem hinzugefügt, der Kaiser könne auch aus seinen bisherigen Druckschriften die Untaten Hg. Heinrichs entnehmen. Das übrige könne er ebenfalls glaubhaft dartun. Wenn der Kaiser eine Untersuchungskommission einsetze und deren Bericht erhalte, werde er daraus ersehen, was Hg. Heinrich für ein Mann sei.

    ŠDer Kaiser hat dies alles zur Kenntnis genommen und ihn gebeten, während des Reichstages keine neue Druckschrift ausgehen zu lassen und ihm das weitere Verfahren anheimzustellen. Während des Reichstages hat er Pfgf. Friedrich, de Praet, Naves und Gerhard [Veltwyck] gebeten, die Angelegenheit beim Kaiser zu fördern, und zahlreiche schriftliche Beweisstücke übergeben lassen. Einen Tag vor seiner Abreise von Regensburg, bei seinem Abschied vom Kaiser, hat er diesen nochmals um Einsetzung einer Untersuchungskommission gebeten. Damals hat der Kaiser eine Eingabe Hg. Heinrichs erwähnt, die er ihm, dem Landgrafen, zustellen wolle und bei seiner Urteilsbildung berücksichtigen müsse. Diese Schrift ist ihm vom Kaiser weder vor noch nach seiner Abreise, sondern vielmehr von anderem Ort zugegangen. Selbst wenn sie ihm kurz vor seiner Abreise übermittelt worden wäre, wäre er ihretwegen nicht länger in Regensburg geblieben. Während des Kolloquiums wäre für eine gründliche Untersuchung auf der Grundlage der dazu nötigen schriftlichen Beweisstücke, Kundschaften und Zeugenaussagen viel Zeit gewesen. Ist wie stets bisher auf die Beweisführung in einer Untersuchung gründlich vorbereitet. Hat darum auch fleißig gebeten.

    Der Kaiser wird sich erinnern, dass er, als Hg. Heinrich den Kaiser beim Vortrag der ungarischen und österreichischen Gesandten ansprach, angefragt hat, ob Hg. Heinrich etwas gegen ihn gesagt habe. Dies hat der Kaiser verneint und mitgeteilt, Hg. Heinrich habe in seinen eigenen Angelegenheiten um Audienz nachgesucht. Als er sah, dass zu einer Untersuchung keine Zeit mehr blieb, hat er um die Verordnung von Kommissaren gebeten, in willen und fursatz, zu bequemer zeit die sachen furzunemen und zu fruchtbarem ende zu pringen. Bittet noch darum. Ist zu gründlicher Beweisführung vorbereitet. Will sich auch dem persönlichen Verhör des Kaisers stellen. Man wird dann befinden, dass er aus Regensburg nicht abgereist ist, um sich der Untersuchung zu entziehen. Will nicht böse Scheltworte gebrauchen, sondern seine Aussagen über Hg. Heinrich überzeugend beweisen3.

    Hg. Heinrich kann die ihn zwingend überführenden Beweise, was Ottenstein, Petershagen, Württemberg, Hg. Wilhelm von Braunschweig4und die tote Jungfrau5betrifft, mit Ehren nicht widerlegen. Ist hierin keinen weiteren Beweis schuldig. Um den Handel mit Dr. Dellinghausen und andere Vorgänge zu klären6, hat er den oben genannten Weg für am besten gehalten. Findet in Hg. Heinrichs Druckschrift kein Erbieten zu konkreter Beweisführung. Hg. Heinrich ist auch bisher jeden Beweis für seine Behauptungen über ihn, den Landgrafen, schuldig geblieben. Wird auch keine Beweise beibringen können. Dass auf seiner Seite die Beweiserhebung ergiebig sein wird, belegen seine Vorbereitungen und sein Gesuch um Verordnung von Kommissaren. Wenn dies gewünscht wird und zeitlich möglich Šist, ist er bereit, seine Räte noch in Regensburg seine Beweise vortragen zu lassen. Behält sich aber vor, dass auch seine Zeugen verhört werden. Wenn jetzt nicht so vorgegangen werden kann, so will er, was ihm möglich ist, nicht unterlassen, so dass man seine Ehrenhaftigkeit erkennen kann. Weiß Kf. Johann Friedrich von Sachsen gleicher Meinung.

    Bittet, die jüngsten Verleumdungen Hg. Heinrichs über ihn und den Kf. von Sachsen nicht zu glauben. Seine Abreise aus Regensburg war unumgänglich notwendig. Der Kaiser ist über die Ursachen ohne Zweifel informiert. Ist der festen Hoffnung, dass Kaiser, König und Stände mit seiner Erklärung zufrieden sein werden. Dankt Gott dafür, dass ihm sein Leben lang etwas Ähnliches wie von Hg. Heinrich mit waigerung des handgebens von einem ehrbaren Menschen noch nicht widerfahren ist7. Beteuert nochmals, dass er nicht aus dem von Hg. Heinrich suggerierten, sondern aus einem dringenden Grund, den er selbst dem Kaiser dargelegt hat, aus Regensburg abgereist ist8.

    «Nr.260 Kf. Johann Friedrich von Sachsen an den Kaiser – Herzberg, 1541 Juli 24 »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 391 Nr. 148 Bd. 2, fol. 116r–122v (Kop.); DV v. a. Hd. fol. 122v: Copei, was der Kf. zu Sachsen etc. ksl. Mt. wegen Hg. Hainrichs zu Braunschweig hochstrefflich schandschreiben und schmehlich zulag etc. geantwortet etc.

    B  koll. Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 225 Nr. 102 Bd. 2, fol. 49r–57v (Kop.); ÜS fol. 49r: Belangendt Hg. Heinrichen von Braunschweig1.

    Druck: Hortleder, Der Römischen Kaiser- und Königlichen Majesteten, [...] Handlungen und Außschreiben von Rechtmässigkeit, Anfang, Fort- und endlichen Außgang deß Teutschen Kriegs [...] vom Jahr 1546 biß auf das Jahr 1558, [...] Gotha 1645, 4. Buch, XXXIII. Kap., S. 1633–1636.

    Der hochgeborne mein lieber oheim, F. Wolf von Anhalt, und meine rethe, die ich zu eur ksl. Mt. reichstag gegen Regennsburgk vorordent, haben mir copei einera schrift [Nr. 258] zugeschickt, welche Hg. Heinrich von Braunschweigk, der sich den jungern nennet, euerer ksl. Mt. wider den hochgebornen fursten, H. Philipsenn Lgf. zu Hessen, meinen freuntlichen, lieben vettern und brudern, und mich ubergeben sol haben. Und wiewol die signatur euer ksl. Mt. cantzlei Šmeldet, das die den zehenden tag bJulij–b uberreicht, so ist mir doch diec etwas langsam hernach zukommen, sunst wolt ich mit meiner antwurt nicht vortzogen haben. So ist mir auch kurtz darnach ein abdruck derselben des von Braunschweigs schriftd, daran vorne seine wappen stehen, zugeschickt worden, daraus euere ksl. Mt. gnedigst haben zu vormercken, wie gehorsamlich der von Braunschweigk euerer ksl. Mt. befelh und begerung wider den landtgraven und mich (sich alles widerwertigen schreibens zu enthalten) gelebt hat, edieweil derselbe abdruck aus keiner anderen ursachen dann allein dem landtgraven und mir zu weitterm, hohen schmach und vorcleinerung gefertiget und ausgeschickt ist–e, inmassen er dan, in gleichnus desselben euer ksl. Mt. befelhs unangesehen, balt noch dem anfange vorberurts reichstages seine gedruckte schandbucher wider den landtgraven und mich durch seine darzu vorordente rethe Kff., Ff. und stenden one scheu hat uberantworten, auch sunst andern außteilen lassen, nicht zu kleiner vorachtung euerer ksl. Mt., welche ime darinnen zu vorschonen und anzusehen billich geburt hette, dieweil jha ein ider an dem ort, do euere ksl. Mt. als das haupt aller weltlichen justitz, gerechtickeit und schirms personlich gegenwertigk und sunderlich uf euerer ksl. Mt. reichstagk sich keiner tetlichen vorletzung an ehren ader gut solt zu befaren haben.

    Das ich nun meine warhaftige vorantwortung euerer ksl. Mt., auch vorberurten Kff., Ff. und stenden und sunsten habe widerumb uberantworten, auch ausschicken lassen2, solchs hab ich zu rettung meiner ehren als der gedrungen[e] aus unvormeidlicher notturft, wie euere ksl. Mt. gnedigst zu ermessen, mit keinem fugk umbgehen konnen. Euere ksl. Mt. werden mich auch darumb nicht vordencken noch solchs zu ungutem oder vor ein gleitrur deuten, wie der von Braunschweigk aus parteyschem und neidthaftigem gemutf mir gerne auflegen tette gund darzu–g, als solt ich ine neben dem landtgraven vorursacht und gedr[ungen] haben, das er nicht het umbgehen mugen, zu seiner entschuldigung vorberurte zu Regensburg ausgesprengte und andere seine vorige schmach- und schandtschrift ausgehen zu lassen. Dan domit euere ksl. Mt. glaublich befinden, das er der warheit daran groblich gespart, Šsundern sich unvorschempt, auch des furstlichen namens unverschont ann [= ohne] allen grundt und billige, vornunftige ursachen zu mir genotiget und mich zu gegenschrift und rettung meiner ehren groblich gedrungen, so bit ich undertenigst, euere ksl. Mt. wollen sich nicht beschweren, die beivorwarten des von Braunschweigs schmachmissivenh, die er erstlich an und wider mich allein getani, und, was ich ime darauf geantwurt, zu lesen horen. Daraus werden euere ksl. Mt. jden anfangk und–j grundt und inen in offentlicher unwarheit befinden und, kdar er sich zu mir genottiget, ich auch–k kein lust gehabt, mich mit ime in weitleuftigel schriften zu begeben, wu er nur sein unruiges gemut het ersettigen und zu berurten seinen schmehelichen und vordrißlichen missiven underlassen konnen, m–mich doruber weitter bei den hochgebornen fursten, den churfursten Pfaltz und Brandennburgk und Hg. Ludwig zu Beyernn, meinen lieben vettern und oheimen, semptlich und sunderlich mit ungrundt antzutragen und zu beschweren und, daran abermals unersettigetm, copeyen hin und wider davon außzubreitten, dem landtgraven und mir zu sunderlichemn hoen, schmach und vorkleinerung.

    Dieweil ich mich dann sunsten auf keine briffo meins erinnerns in meinen ehrenrettungen, wider den von Braunschweig furtzubringen, getzogen, so were ime ane not gewesen, auf die furlegung gegen mir pmei[ns] teils–p dergestalt, wie er getann, mitzudringen. Dann er ist der vorlist wol, wie ine menniglicher kennet, qdas er nicht uber alle seine hendel brive und sigil vorfertigen lest, dieselbe seine hendel damit zu belegen. Was aber der landtgraff sich erbotten, vor briff wider ine vorzulegen, nach denselbigen–q solt er ime billich nicht sehr vorlangen lassen, dann euere ksl. Mt. werden bei seiner L. gewislich daran keinen mangel spuren, sundern sein L. dormit gefast und ungescheuet befindenr. Und bin derhalben der untertenigsten hoffnung zu euerer ksl. Mt., die werden sich gegen dem von Braunschweig als einem offentlichen, unleuckbarn, auch uberweisten schmachtichter und als den, welcher diese unruige ding wider mich durch sein landtfridbruchig gleitwegern  uber vorsehung gotlicher, naturlicher Šund aller beschriebenen recht anfencklich vorursacht, mit ernstlicher straff anne solche weitleuftickeit, so der von Braunschweig mehr zu blosser eusserlichen beschonung dann aus einiger wol vortrauenden, gerumbten unschuldt furwendet, also erzeigen, uff das es ime hinfurder ein abscheu und andern ein exempel sey und sich daran stossen.

    Ich het auch leiden mugen, wie anne zweivel mein vetter und bruder, der landtgraff, das er sich gegen euerer ksl. Mt. erclert hette, wie und womit er von uns beiden in euerer ksl. Mt. gleit zu Regennsburgk unnaufhorlich weitter dann, wie obstehet, mit unsern doselbst uberantworten ehrenrettungen und defensiffschriften solt beschwert worden sein. Dann were solche erclerung von ime geschehen, so solt mirs an aufrichtiger vorantwortung tdeshalben auch–t kein mangel gewest sein.

    So wissen euere ksl. Mt. sich gnedigst zu erinnern, das ich derselben zu anfangk irer Mt. reichstags underteniglichu hab antzeigen lassen, als gelangte mich glaublich an, das der von Braunschweigk seiner schandtbucher vil gegen Regensburg geschickt, die er doselbst wider den landtgraven und mich solt ausbreiten wollen. Wo nun dasselbige geschehen und ime darinnen zugesehen solt werden, so wolt meine hohe notturft widerumb sein, wie euere ksl. Mt. selbst kunten erachten, meine warhaftige vorantwortung des orts und sunst dowider auch ausgehen zu lassen, derhalben sich der von Braunschwig billich solt enthalten haben, dem landtgraven und mir gegen euerer ksl. Mt. das aufzulegen, dorume er selbst und am hochsten schuldig.

    Wolt auch gnanter von Braunschweigk unser, der churfursten, fursten, stende und stedte der augsburgischen confession ainungsvorwanten, supplication, die euerer ksl. Mt. des unmenschlichen, teuflischen und hochstrefflichen mordtbrennens halben zu Regennsburgk unlangst ubergeben, gemeint haben, dorinnen nach ertzelung vieler gestrafften mordtbrenner urgichten euere ksl. Mt. untertenigst ersucht und angelangt worden, ein keiserlich und ernstes einsehen zu haben und bei Hg. Heinrichen von Braunschweig ernste vorsorgev zu thun, seine vormerte, argwenige wund besagte–w amtleut und dinerx gefenglich antzunemen und in euerer ksl. Mt. handen zu stellen oder an andere unverdechtige orte, do wir dieses teils stende gegen dieselben geburlich recht bekommen mochten, antwurten zu lassen etc., so ist solche suplication keiner andern gestalt dann aus hoher dringender not und euerer ksl. Mt. als nach Got der hochsten obrickeit ubergeben, wie euere ksl. Mt., auch menniglich leichtlich Šerachten konnen, dieweil das ergangenne mordtbrennen leider vor augen und heutzutage unaufhorlich volstrackt wirdet und wutet.

    Wolte nun der von Braunschweig wol und recht thun und unvordechtig handeln, so were ime bei euerer ksl. Mt. und idermann anne zweivel viel rumlicher, diweil ime euere ksl. Mt. berurte supplication haben zustellen lassen, das er vorgemelter unser dieses teils billichen und rechtmessigen bit mit eintzihung derselbigeny seiner ambtleute und diner stadtgebe und sie in euerer ksl. Mt. hande stellet, dann das er zunser dieses teils bit–z mit obberurten seinen blossen scheinerbieten, auch andern seinen gegen euere ksl. Mt. getanen, ungegrundten furwendungen nur vormeint weitleuftig zu machen.

    Nachdemaa der hochbeschwerliche schade und desselben tegliche vorstehende fhar zu unserm, dieses teils, und unser armen, christlichen undertanen und also nicht des wenigsten teils des hl. reichs deutzscher nationn vorterben dermassen vorhanden ist und noch leider vor augen stehet, das euere ksl. Mt. anne zweivel als ein loblicher keiser mehr dohin tracht und die wege an die handt zu nemen gneigt sein werden, domit solchem unmenschlichemab ubel uffs forderlichst anne weitleuftickeit, wie sich zu recht in solchen acgeschwindesten, sorglichen-ac fellen geburt, grundtlichen gesteuert, der ursprungk desselben erforschet, auch die anschifter, heler, beveler und tetter ernstlich gestrafft werden, dann das euere ksl. Mt. hirinnen vil vorfluchtiges disputirens, redens und arguirens vorstatten werden, inmassen Scipio Affricatius [sic!] vormuge der romischen historien zu dem Cevola sagte: ‚Consul, dum iuris ordinem exacte sequ[itur]‘ etc. Dann ehr [= ehe] mit langwirigen disputation die sachen uff einen weg bracht wurden, so were der schade schon weitter (wo im Got nit selbst werete) beschehen und, obgleich viel straffens darnach furgewandt wolt werden, so wer er doch unherwiderbringlich. Darzu konnen euere ksl. Mt. selbst gnedigst erachten, das admir und meinen-ad vorwandten, wie auch einem iden unser und der unsern schade billich wehtut, auch hoch und schmertzlich zu gemut gehet. Was nun solcher billicher schmertz fur ein trefflich, beschwerlich wesen im reich aeentlich und-ae letzlich kunt erwecken, ist wol zu gedencken.

    So ist auch under diesem euerer ksl. Mt. reichstage mit vorberurtem mordtbrennen nit gefeyert worden. Dann, was etzliche neulich ergriffenaf menschen ausgesagt und des bestellens halben bekannt, das sol zu seiner zeit auch an tag kommen, agzudem, das-ag meine mitverwandten und ich uns neben dem Šaugensichtigen schein und den urgichten der gerechtfertigten allerlei vordechtigs nachdenckens nitah entschlagen konnen, ai[so?] durch euere ksl. Mt. und einen iden unschwer zu vornemen-ai. Dann wie bitter feindt und widerwertig man uns dieses teils ist, zeigen des von Braunschweiges schandtschriften und derjenigen, die ime dorinnen vorwandt sein mugen, clar und gnugsam an. Man schilt uns dorinnen felschlich und unchristlich ‚ketzer‘, domit manaj so viel zu vorstehen gibtak, das keine durchechtigung und verfolgung, die man uns und den unsern heimlich und offentlich zuschieben mocht, zuvil oder unrecht sey. Wo auch auf vorberurte des landtgraven, auch meiner und unser beider mitvorwandten suchung, des von Braunschweigs benante amptleute und diner einzutzihen, durch euere ksl. Mt. vorschafft undal unser undertenigsten suchung und bit stadtgegeben wirdet, so trage ich keinen zweivel, es sol der ding gelegenheit balt weiter an tag brechen und sich darausam befinden, was alsdann euerer ksl. Mt. hoch keiserlichem ampt, weitter anund an allen vortzug furtzunehmen, zustehen wil und sich des armen, christlichen volcks und der unschuldigen jugent, auch witwen und weisen erbarmen. Dann sunst ist in solchen beschwerlichen hendeln leichtlich nein zu sagen. Solchs wirdet auch euerer ksl. Mt. bei Got und aller welt zu hohem keiserlichen ruhm und zu aller keiserlichen wolfart ane zweivel gereichen. Doch wil ich mich durch diese meine antzeigung von den andern meinen mitvorwandten nicht gesundert haben, indeme das sie und ich, wider die vormeinte Hg. Heinrichs von Braunschweigk euerer ksl. Mt. ubergebenne antwurt, das mordtbrennen belangendt [Nr. 256], an euere ksl. Mt. weiter zu gelangen, uns voreinigen werden, untertenigster zuvorsicht, euere ksl. Mt. werden sich darauf und diese meine untertenigste, rechtmessige bitt gnedigst ertzeigen.

    ŠWil dann der von Braunschweigk oftberurt sein hochbrechtig scheinerbieten und auf die ausschreiben, die er wider mich und ich hinwider zu rettung meiner ehren mit warheit wider inen getan, gemeint haben, so weis ich ime beclagtes stadt, wie er vorteilhaftig angibt, mitnichten einzureumen-an. Dann er hat mich unwarhaftiglich, selbtettig ane gericht und recht betzigen und ausgeschrieben, als ob ich unvorwart meiner ehren meine reuter auf ine vorordent in meynung, inen und die seinen an leib, ehr und gut zu beschedigen, aohat auch jhe zun zeitten darangehengt ‚umbzubringen‘ etc.-ao Darauf hab ich mich dermassen vorantwortet, das es mir bei euerer ksl. Mt. und menniglich meins vorhoffens unvorweislichen. Weis und vormeint nun der von Braunschweigk sein unwarhaftiges getichte und, was er wider mich in berurten seinen schandtschriften felschlich angeregt, auch daran gehengt und eingefurt, warzumachen, so neme er an beclegers stadt, wie ime geburt, und lasse sich des vornemen. Und wo das beschiett, so sol durch gotliche vorleihung von mir die antwurt ferner gefallen, daraus euere ksl. Mt. und menniglich befinden sollen, das ich ime, ab Got wil, umb keinen fus brait in allem deme, apdas gotlich und erlich und ich zu recht schuldig ader mir mit recht auferlegt mocht werden-ap, entweichen wil und darzu ann alles gleit, sovil ihn und alle seine vormeinte, unwarhaftige, ertichte ansprachen und anclagen mugen treffen etc. Dann euere ksl. Mt. wissen sich gnediglich zu erinnern, obwolaq der landtgraff und ich unsers selbst und unser religions- und ainungsvorwandten, auch unser theologen, rethe, diner und botschaften halben zu und von dem itzigen reichstage zu Regennsburg umb gleit angesucht, das solchs scheu und forcht halben des von Braunschweigs vormeinten und auf sein L. und mich wider Got, ehr und recht felschlich ertichtette anclagen und forderungen gar nicht, sundern der ursachen halben beschehen ist, die an euere ksl. Mt. vor berurtem reichstage wir beide untertenigst gelangt und euerer ksl. Mt. unvorborgen sein, derhalben der von Braunschweigk des prengigen ansuchen bei euerer ksl. Mt., das ich gemelt geleit seiner ertichten sachen halben von mir thun solt etc., weniger dann gar nicht bedurft hette, dieweil ich mich gotlob keiner beschwerlichen und zu welt rechtigen, strefflichen handlungen schuldig noch zu besorgen weis, arinmassen auch dem von Braunschweigk-ar, seine ertichtungen auf mich zu bringen und weißlich zu machen, sein leben lang unmuglich sein sol. Aber wunderbarlich wil gleichwol zu vornemen sein, wie der von Braunschweig sich numer wirt understehen asund schicken-as wollen, zu der bann des rechten zu kommen, dieweil er wider alle rechtvorsehung und vorordnung, dieselbige bann hivor Šhindangesetzt und den weg des hochstrefflichen schandtschreibens nicht mit geringer vorachtung euerer ksl. Mt. darfur an die handt genommen.

    Und schlislich, aldieweil der von Braunschweig clegers stadt nicht annemen noch seine schandtgetichte und schmeliche zulagen, damit er mich wider Got, eher und recht anne allen grundt der warheit allein aus gefastem has und angeborner untugent, auch unchristlichen, giftigen unart beschwert und ausgeschrihen hat, wie recht nicht ausgefurt, so wollen euere ksl. Mt. uff vorberurt mein erbieten gnantem von Braunschweigk wider mich kein stadt noch glauben geben, sundern seine schreiben vor falsche, unwarhaftige, leichtfertige getichte, wie es auch an im selbst sein, und anders nit halten und sich gegen ime mit dem ernst, wie ich droben auch gemeldet, erzeigen, domit er und menniglicher scheu entpfahe, dergleichen vorunruigung gegen dem landtgraven und mir, auch unser mitvorwandten als erlibenden churfurst, fursten und stenden des reichs hinfurder zu erwecken und zu understehen, und mein allergnedigster her und keiser in dem allem sein. Solchs umb euere ksl. Mt. bin ich meins hochsten vormugens in aller undertenickeit zu verdinen bereit und altzeit willig3. Datum atHertzbergk, den 24. tag des monats Julij anno domini 1541-at.

    « ŠVIII,2d Klage der Verwandten Evas von Trott gegen Hg. Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel  »

    «Nr.261 Eingabe von Adam von Trott, Hermann von Hundelshausen, Adam d. J. von Trott und Hans Kadel zu Schwebde an den Kaiser – Regensburg, [1541 Mai 13]1 »

    A  Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/04, Regenspurgischen Reichstags, Religion und andere Händel vermöge einer hierbey [...]. Anno 1539–1547, fol. 447r–450v (Kop.).

    B  koll. Augsburg StadtA, Lit. 1541, unfol. (Kop.)2.

    Wiewol wir wissen, das euere röm. ksl. Mt. diesen reichstag von wegen notwendiger obligen und sachen gemeiner christenheit und gantzer deutschen nacion angestelt und euere ksl. Mt. mit verlassung irer hispanischen reich und grosser beschwerung anher sich vorfuget und dorumb mit andern beifelligen sachen von uns und andern billich verschont werden solten, wie wir auch euere ksl. Mt. mit diesem vordrißlichen handel ungern beladen oder bemuhen oder denselben vor euerer ksl. Mt. gehör bringen wolten, wo unser und unsers gantzen geschlechts ehrena notdurft solchs nicht erfordert und wir also bedranglich darzu vorursacht wurden, derwegen auch unsere underthenigste zuvorsicht, euere ksl. Mt. in bedencken desselben und dieses uberlaufs gnedigst entschuldigt nehmen und diese unsere beschwerde gnedigst horen werden. Wollen auch, soviel moglich, in dieser schrift unnottige wort meyden, euere ksl. Mt. damit unnotturftiger weiß nicht aufhalten. Und bezeugen uns hirmit fur euerer ksl. Mt. underthenigst, das unser gemut und meinung nicht ist, hiemit unser angeborne schwester und freundin, Hg. Heinrich den jungern zu Braunschwig ader sunst jemands anders wider recht zu schmehen, sunder aus rechtmessigen schmertzen unser, unserer stemme und geschlechte, auch gemeiner erbarckeit notdurft anzuzaigen, wie dan ehrlichen gebornen, redlichen leuten vom adel wol ansteht und geburet.

    Und anfenglich haben unsere eltern und vorfahren unsers geschlechts (ane ruhm zu schreyben) sich gegen irer obrickeit, auch menniglichen dermassen mit underthenigen, gehorsamen, treuen und willigen dinsten, wie inen das aufferlegt worden und sie irer pflicht, verwantnus ader zusag nach schuldig gewest, dermassen verhalten als ehrliebenden riettermessigen vom adel geburet und wol ansteht. Sol auch, ob Got will, kein anders noch unerbars uber sie ader Šuns mit gutem bestand erwiesen ader dargethan werden. So haben sich auch, ane ruhm zu sagen, frauen und jungfrauen unsers geschlechts von vielen hundert jaren her dermassen gehalten, das sie unter die ehrlichsten, besten geschlecht nicht allein im land zu Hessen, sunder in andern landen weit und brait vorhairet worden und an denen orten tugentlich und erbarlich gelebt haben, wie dan auch dieser hernach gemelten junckfrauen von etlichen mit den ehrlichsten im land zu Braunschweigk begegnet were, wo sie in diesen unfahl nicht bracht wehre. In sunderheit aber haben Hg. Heinrichen dem jungern dieser junckfrauen, davon gemeldet wirdet, vater bruder lange zeit gedient, das der hertzogk ime zu etlichen malen ‚vater‘ geschrieben, item, irer mutter bruder dergleichen lange zeit gedienet, ir bruder umb seiner errettung willen uber seinem leib todt blieben, item, ein ehrlicher man, mit ir von vater und mutter geschwister kind, in seinem dienst vor Grunaw todt blieben und andere mehr, derselben junckfrauen zum allernegsten verwant, gedient und vor andern mit zusetzung leibs und vermugens viel treuwilliger dienst geleistet, dafur inen auch wol andere belohnung geburen und widerfahren sold, dan vielleicht gescheen. Wiewol aber viel gnediger vortrostung und zusagung von im muntlich beschehen, auch in schriftlicher urkund sein eigen handschrift vorhanden, ist doch das widerspiel, als hernach gemelt, dorauf erfolget.

    Dann, allergnedigster kaiser und herr, uf solch gehabte kuntschaft, zusag und vortrostung, auch geleiste, underthenige, treue dinst etlicher unser freund, auch auf das vortrauen, so sie uf sein erbietten zu im gehabt, haben sie vor etlicher zeit unsere freundin, ein junckfrau, in sein furstlich frauenzymmer gethan, dieselbig zun ehren zu ziehen und zu fordern, welche ein jungs, zuchtiges und von iren eltern ein wolgezogenes meidlein gewest. Darauf ehr sich auch hoch erboten, dieselbig jungfrau umb irer freundtschaft willen mit sundern gnaden zu aller erbarkeit zu furdern, welchs, da es bescheen, ime auch ane sein zusag und erbietten wol loblich und furstlich angestanden were und geburet hette. Da aber dieselbig jungfrau ein zeit lang in seinem frauenzimmer gewest und indes ir von gleichmessigen des adels, rittermessigen und ehrlichen gesellen heirathandlungen furgestanden, so hat er sie doch also ein gute zeit im frauenzymer behalten, bissolang das allerley gerucht an uns, die freundschaft, gelangt, derhalben etliche unser freuntschaft inen angeredt und ine des bosen geruchts, so an sie gelangt, berichtet und erzehlung gethan, mit erinnerung geleister, treuer dinstbarkeit, die einer andern belohnung wirdigk weren, und undertheniger bith, er wolte unserm geschlecht kein unehr ader vorkleinerung aufthun. Hat er damals mit solchen hohen worten und schwuren sein unschuld dergestalt furgewant und beteuert, das sie im glauben gegeben und unserm nahmen und geschlecht zu ehren die sach in ruhe gestelt, in hofnung, er solt in betrachtung seiner zusag und des erschollen ungeruchts der gutten, armen, im auf trauen und glauben zugestelten junckfrauen zu ehren vor andern geholfen haben. Es ist aber nicht gescheen, sunder sie ist also ein kurtze zeit gehen [sic!] blieben und hat die durchleuchtigk furstin und frau, frau N. geborne von ŠWirtembergk, Hgn. zu Braunschwigk etc., sein gemahl, geschrieben, das sie, junckfrau, vorstorben sein solle, aber gleichwol dabey nicht angezeigt, an was kranckheit ader wer dabey gewesen ader wie es zugangen sey, und daneben etliche geringschetzige, tegliche kleider uberschickt und als der knecht, der solchen briff bracht, hat ehr sich mit dem gaul stracks umbgeworfen, davon geritten und weiter kein wort geredt, also das man sich bey demselben knecht nichts hat erkunden mugen.

    Wiewol nun weiland der vater und wir an solchen kurtzen abschied der jungen, gesunden jungfrauen nicht geringen zweiffel getragen, so haben wir es doch dabei mussen lassen. Nun hat sichs sider der zeit im reich und sunderlich der ort landes ein gemurmel begeben von einer mit vigilien und seelmessen begangnen, lebendigen junckfrauen, derwegen wir zum teil vleissigk darnach gefragt und vernumen, das zu Gandersheim ein bare ader verschlossen kast begraben, auch ein mensch, ob sie verstorben were, mit vigilien und seelmessen besungen und begangen were, haben aber keinen menschen weder von frauen odder mannes geschlecht, reichen odder armen, frauen odder junckfrauen nie erfaren mugen, der bey irer kranckheit odder sterben gewesen ader der iren corper tod gesehen hette, und gleichwol also vorlieb nehmen mussen, bissolang das das gerucht je lenger je grosser worden ist, das die junckfrau noch leben, zur Stauffenburgk heimlich vorholen sitzen und etlicher kinder mutter sein solle, wie itzt zu mehrung desselben geruchts unser gnedigster und gnediger herrn, der Kf. zu Sachssen und Lgf. zu Hessen etc., auch andere personen gedachten Hg. Heinrichen den jungern zu Braunschweig etc. derselben untat in offentlichem druck bezichtiget, der auch von im anher unverantwort geblieben und nicht mit einigem bestendigen grund abgelehnet worden, wie dan euere ksl. Mt. aus denselben ausgangen drucken ferner, klerer und grundlicher nachrichtung derer ding allergnedigst zu befinden. Dan wiewol er solchs geruchts halben vast hart und zu grossen unehren angezogen wirdt, so macht er doch ein gespot darauß, zeigt aber doch nichts schließlichs an, als das die jungfrau an dem orth in des und des beiwesen gestorben, von dem ader dem todt gesehen und christlich und ehrlich begraben worden sei, welchs je vonnothen gewest were, auch seiner ehren notturft und der sachen gelegenheit zum hochsten erfordert hetten. Dan ein solch namhaftig, frembde mensch solte je ane wartung, rath und beistand erbar frauen und junckfrauen nicht kranck gelegen, viel weniger an [= ohne] dieselben vorstorben seyn. Ob sie dann gleich geheling vorstorben were, so solte je der todte corpor gesehen und also begraben worden sein. Zudem gibt uns mehr sterckung, das der junckfrauen eltern und freunden allein geringe, tegliche kleider, davon die biemsal abgeschnitten, zugeschickt, aber ringe, kethen, kleinoth, damasken, sameth und andere dergleichen guthe kleider, so sie als ein geschmuckte hoffjunckfrau gehabt, verhalten worden sein.

    Dieweil nun, allergnedigster herr, wir diesen handel so verdechtig vermercken und befinden, so wil nach vermug der keyserlichen recht uns, darzu lenger, damit wir als die vorheler solcher unthat nicht geachtet, zu vorschweigen, nicht Šgeburen, uff das wir darfor nicht angesehen werden, als ob wir als die freund, denen, solcher argwan an geburlichen orten anzuzeigen, zustehet, dasjhene nicht theten, das wir von ehren und rechts wegen schuldigk weren und gemeine erbarckeit erfordert. Darumb so zeigen wir solchs euerer ksl. Mt. als dem brun aller menschlichen gerechtigkeit und handhaber und furderer adels, ehren und erbarkeit mit grosser beschwerung an, uffs allerunderthenigst bittend, euere ksl. Mt. wolle diese tadt gnediglich zu hertzen fuhren, so dem also, wie oben vermeldet, wie hoch auch solch laster im rechten andern zu einem exempel strefflich were, nemlich, das Hg. Heinrich der junger in dem fahl wider ehr, gutte sitten, trauen und glauben gehandelt und die junckfrau, so ihm in ehren, trauen und glauben, zu zucht und erbarkeit ziehen zu lassen, vertrauet were, selbst geschwecht hette, item, das er solche ane wissen und willen ihrer eltern vorborgen und verholen enthalten, also die hochsten laster begangen, darzu mit solchem schein, vigilien und seelmessen Gottes ehre und maiestet schwerlich vorletzt hette, und darin als ein ehrlicher, loblicher keiser ir keiserlich ampt erzeigen, Hg. Heinrichen diese ding dermassen furhalten und, dieweil es offenbar und war ist, auch durch inen bekanth werden muß, das ehr die gemelten junckfrau in seyn frauenzymmer entpfangen hat, sie darin etliche zeit als ein junck, starck mensch gelebt hat und demnoch die vormuttung aller recht ist, das sie noch uf diesen tag lebe, daran ernstlich seyn und verschaffen, das ehr uns als iren nechsten freunden solch mensch wider zustelle ader sie offentlich und frei irer notdurft nach gehen, stehen, leben und handeln lasse, damit ire freunde und sie nach gestalt irer sachen und gerechtigkeit ire notdurft in dem fahl handeln und furnehmen mugen und uns an der zu erkunden, dieweil sie dannoch ein lange zeit vorborgen, ob ein notzwang an ir begunst [sic!] und, damit es an uns nicht gelangen konth, deshalben von gedachtem Hg. Heinrich dem jungern, das seine unfursichtige mieshandlung nicht an tag bracht, verhalten were worden.

    Im fahl aber, so er sagen wurde ader wolte, das sie todt were und bemelte zeit, wie ire kleider iren eltern zugeschickt, vorschieden, damit dan wir deß ein wissen haben und irenthalben auch fur Got und der welt entschuldigt sein mochten, das alsdan euere ksl. Mt. dorzu unverdechtige commissarien vorordnen wolten, durch Hg. Heinrichen den jungern solchen todt, wie sich in recht geburet, zu beweysen, ungezweiffelter hoffnung, euere ksl. Mt. werde dieses unser unthertenigst bitten fur ehrlich und rechtmessig erkennen und, so ehr unschuldig und die junckfrau zu der zeit leiblich gestorben ist, er werde, solche beweisung zu thun, mit begier annehmen, uff das ehr damit solchs grossen, unchristlichen, unfurstlichen, unerbarn, schentlichen verdachts, uf inen gewachsen und erschollen, rechtlich entledigt muge werden, dann das erfordert sein und unsere hohe notturft. Im fahl aber, da Hg. Heinrich der junger die beweisung nicht thun wurde ader konte, als wir nicht wissen mugen, oder, so ehr die zu thun understehen, durch andere das widderwertigk bewiesen oder seyn beweisung unkreftig gemacht wurde, das dan euere ksl. Mt. in dafur Šachten und hilten, dafur in das keyserlich recht und die erbarkeit heldet, und, wie sich eynem romischen keiser geburet, auß keiserlichem ampt wider inen zu gepurlicher straff wircklich procediren wolten, uff das solche uberfahrung ungestrafft nicht bleiben mugen adder sunst dasjehne im selben geschehe, das sich von rechts wegen zu gescheen geburet.

    Wurde auch Hg. Heinrich der junger einich ander auszug, der uns zu vorantworten vonnotten were, furwenden, das dan euere ksl. Mt. umb Gottes und rechts willen uns dogegen gnediglichst horen und ungegrunten auszugen nicht statgeben, sunder dagegen bedencken, das unser anligen und schmertzen, durch verlust unser freundin vorursacht, unser suchen und bitt christlich, erbar und billich und, das dieser handel zum ende bracht werde, allen edeln, rittermessigen und erbarn leuten und gemeinem nutz zum hochsten vonnotten ist, sich darin keyserlich, ernstlich und unableßlich erzeigen etc. Daran thun ane zweyffel euere ksl. Mt. Gott dem allmechtigen ein besunder gefallen, auch allem adel und ehrlichen leutten besunder hohe, grosse gnad, zudem es der billickeit und rechten nach geschehen solte. So wollen wir es mit unsern herrn und freunden umb euere ksl. Mt. gantz unterthenigst vordienen. Befehlen uns derselben euerer ksl. Mt. in aller underthenigkeit3

    «Nr.262 Stellungnahme Hg. Heinrichs zur Supplikation der Verwandten Evas von Trott – Regensburg, o. Datum »

    Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 391 Nr. 148 Bd. 2, fol. 111r–115v (Kop.); DV fol. 115v: Hg. Heinrichs von Braunschweigs antwort uf der Drotten und irer mitverwanthen supplication, die junckfrau betreffend, ksl. Mt. ubergeben.

    Euer ksl. Mt. haben mir eine vermeinte, unbestendige und ungegrunte supplicationschrift, welche etliche vermeinte supplicanten und angemaste freunde eyner junckfrauen halben, die in meynem frauenzimmer gewesen sein sol, euer ksl. Mt. wieder mich ubergeben, gnedigst zustellen lassen, welcher zustellung gegen euer ksl. Mt. ich mich gantz undertheniglich thue bedancken und bin, es meynes besten vermugens zu verdienen, willig.

    Nhun kann ich nit unleichtsam ermessen, auß welcher meiner wiederwertigen bosen, neidigen und unehrlichen anstiften die vermeinten supplicanten sich bewegen lassen, daß sie unbedechtiglich wieder grunt und bestandt mich vor euer ksl. Mt. beschwert, seitmal diese der verwanten supplicanten unwarhaftige und unbestendige supplicationschrift sich eben uff solche unwarhaftige, unerheblichea antzeig und ursach grundet, deren sich der lantgraff erdichtiglich wieder mich in seiner nehern, unwarhaftigen schmachschrift gebraucht hat. ŠUnd auß solcher anstiftung werden euere ksl. [Mt.] desto leichtsamer der vermeinten supplicanten ungrunt irer unnotturftigen clagschrift, die sie meynen gegentheiln auß derselbigen bosem, neidigem und gehessigem anreitzen zu gefallen wieder mich angestelt, vermercken und, d[as] mir das und alles anders allein auß abgunstigem und neidigem gemuth zugeschoben wirdt, und zweiffel gar nicht, euer ksl. Mt. werden solche unerwiesene ding fur erdicht und die lauter unwarheit (wie es dann an ihme selbst ist) achten und sich gegen mir mit ungnaden nicht bewegen lassen.

    Ich möcht aber erleiden, wo mich die vermeinten, angemaste supplicanten zu besprechen gedechten, daß sie mich vor euer ksl. Mt. oder andern geburenden orthern, wie es sich nach rechtsordnung geburt, furnehmen und ire personn zue recht gnugsam legitimirten. Dann die supplicanten understeen sich, euere ksl. Mt. zu lernen, daß, [wo?] sie richter, selbs nicht theten, und wöllen ord[ine] praepostero den handel von der execution anheben, welche sich zue recht nicht gehört, ne fide iniur[ia]rum nascatur occasio unde iura nascantur, alß one mein erinnerung euere ksl. Mt. auß hohem verstandt sich selbst zu berichten wissen, daß sie allein mit irem unbillichen ansuchen vor euer ksl. Mt. mir den ungelimpf uftzulegen und sich volgents der handlung, wann sie wölten, entschlagen könthen. Es wolt mir aber dergestalt, ir böß und unwarhaftigs anbringen, daß sie wie recht zu vervolgen nicht gedencken, zu gedulden, schwerlich fallen und muste mich vor der gantzen welt und meniglich dessen beschweren. Aber ich zweiffel nicht, euere ksl. Mt. alß ein ehrn- und rechtliebender keiser werden darwieder ein geburlichs einsehen thun, damit zue einem exempel solche leichtvertigkeith, one beweisung andere zu beschweren, hinfuran vermitten und nit gestadt werden mög, dieweil der anclagendt nach sag der rechten, seine beclagung klerer alß das licht zu machen, schuldig ist. Darumb laß ich der angemasten supplicanten vermeinte protestationn, daß ir gemuth nit sey, mich wider recht zu beschweren, uf irem unwerth beruhen und wil alle und jede iniurien, die mir die vermeinten supplicanten in irer gedichten und ungegrunten, vermeinten supplicationn zugelegt, zue gemuth gefurt, auch mich vor euerer ksl. Mt., dieselben alle und jede zue gelegener zeit an geburenden stellen zue rechtvertigen und diese meine gegenantworth allein zue errettung meiner ehren noturft, niemants damit zu schmehen noch mich auch gegen die unlegitimirten supplicanten eintzulassen, herlich bedingt haben, von den [sic!] allen ich per expressum thue protestiren.

    Und wie sich die supplicanten, ire eltern, vorfharn, auch ires geschlechts frauen und junckfrauen mogen gehalten haben, thut mich wenig anfechten. Sie sein von mir wieder [= weder]gescholten noch sunst vercleinert worden. Es were auch den vermeinten supplicanten wol unnötig, daß sie mir schmelicherweiß furtzuwerfen vermeynen, alß daß ire freunde von mir irer getreuen dinst unbelonet blieben worden, so ich mich doch (one ruhm) jederzeit gegen sie anderst alß gnediglich nit bewiesen und, auch further zu thun, geneigt gewesen were, wo der almechtig ihnen das leben gegundt. Und muß der eyn vermeint Šsupplicant, der sich auß lauterm stoltz und gantz unerfintlicher weiß gegen mir ufleint, selbst bekennen, daß er so vil von dem, daß seyn vater von meynem hern vater seligen bekhomen, alß des andern seines vaterlichen erbs zu gewarten hat, welches ich doch demselben seinem ehrlichen vater zue keinem verdrieß wil geschrieben haben, daß mich die supplicanten pillich mit diesem antziehen verschonen und gedencken solten, daß sie der leut etwo zue zeiten auch bedurftig sein möchten.

    Daß ich aber eyn junckfrau, die in meynem frauenzimmer sol gewesen sein, (wie mir die supplicanten mit gesparter warheit zumessen) geunhert haben sol, bin ich keineswegs gestendig und sag (vor euer ksl. Mt. mit zuchten zu schreiben), daß sie mich mit dem allem ungutlich und bößlich andichten, alß ich dann auf solchs bestendiglich gegen meinen wiederwertigen, den Kf. zue Sachssenn und Lgf. zue Hessenn, verantwort und im vhal gegen sie noch weiter verantworten wil, daß meniglich befinden sol, daß mir von denselben gleich wie von diesen supplicanten gewalt und unrecht geschicht1. Und ap sie schon sagen, daß ich es gegen Sachssenn und Hessenn nicht verantwort, so betzeugen doch meine ausgedrungne, erretliche verantwortschriften klerlich den wiedersynn an, und daß ich auß solchem vermeinten antzug ein gespot soll gemacht haben. Wo ich das gethann, möcht ich doch desselben nicht zu verdencken seyn, dann wer wölt der wiedertheil an solchem thorlichen und unerfintlichen furgeben nit spotten. Sie understehen sich auch, die unerfintliche sache mit den vigilien und sehlmessen groß zu machen und zu aggravirn, und ist doch die unverneinliche warheit, daß die vermeinten supplicanten der lutherischen und verdampten secten anhengig, von vigilien und sehlmessen nichts halten, sonder dorauß ein gespöt machen und treiben, alß euere ksl. Mt. alhie auß der gepflogenen handlung in religionnsachen sonder zweifel ganz uberflussig verstanden. Und man möchte sich auch an disen leuthen nicht wenig verwundern ires manchfaltigen gemuts, dann zue irem vortheil wöllen sie sich der alten religionn, gegen andere dieselbig antzutziehen, gebrauchen und halten doch im grund nichts davon.

    Aber dieweil sie sich zue grundung irer vermeinten, unwarhaftigen und unerheblichen supplicationschrift meiner gegentheil schmeliche und erdichte außschreiben gebrauchen, damit dieselbige belieben und angenem halten, versehe ich mich, daß euere ksl. Mt. dieselben nicht weniger alß die autores libellorum famosorum selbst nach disponirung der rechten straffen söllen und werden, alß ich auch hiermit euer ksl. Mt. undertheniglich thu bitten und anruffen.

    Ich bin auch keiner notoriet, auch keines geruchtes den supplicanten gestendig, daß derhalben wieder mich ausgeschollen sein sol, haben es noch nit erwiesen, auch, wil Got, niemermehr beweisen söllen. Daß mich aber die wiedertheil, meine wiederwertige und abgunstige, die mir gehessig vheindt und nicht meines Šglaubenß seyn, auß lauterm geschepftem neidt und haß in iren schmeschriften wieder Goth, ehr und recht derhalben ausgeschrieben, das sol mir billich in allweg unpfentlich seyn und euere ksl. Mt. gegen mir nicht bewegen, zu recht getzogen.

    Und so euere ksl. Mt. solchem thetlichen anbringen, sonderlich in einer solchen sach, nit glauben geben, sonder daß der anclager sein anclagen mit glaubwirdigen getzeugen oder offentlichen und unzweiffenlichen documenten und klerer alß die sohnn an dem mittentag beweisen und ausfundig machen sol, daß doch bisher die supplicanten nicht gethan und nicht thun mögen. Und wie ich hieoben angetzeigt, daß man ab executione wieder rechtsordnung nit anfangen sol, und sonst auch gehöret bin, daß sie euerer ksl. Mt. unwarhaftige ding angebracht, auch nichts erheblichs noch bestendigs angetzeigt worden ist, daß euere ksl. Mt. geburen konth, ir ampt gegen mir zu gebrauchen, so stehe ich nit allein in dieser tröstlichen, unvertzweiffelten hoffnung gegen euere ksl. Mt., daß sie der wiedertheil böß und ungegrunth, unwarhaftig anbringen nit glauben noch stadtgeben, sonder auch sie umb ire leichtvertigkeit und unbillich schmehens andern zue einem exempel straffen werden. Und bin darneben des erbiethens, wann sie mich vor euerer ksl. Mt. oder sonst an geburenden örthen wie recht ancklagen wöllen und dartzue ire persone legitimiren und thun werden, daß zue einer solchen accusationn gehört, so wil ich jederzeit ihne zue rechtlicher antwort stehen und mir doch wieder mein geburende gegenwehr und reconvencionnklage, die ich haben mag, zu gebrauchen vorbehalten haben. Dann soll sich (ob Got wil) befinden, daß ich uf recht wege stehe und mich die vermeinte supplicanten auß neidigem, bösen, gehessigem anreitzen meyner wiederwertigen und auß keynem warhaftigen und bestendigen grunt unpillich und unrechtmessiglich vor euerer ksl. Mt. beschwert und verunglimpft haben, und byn dem rechten nach ungetzweiffelt, auch in ansehung, daß die supplicanten mir unpillichen gewalt thun, euer ksl. Mt. werden mich hieruber und wieder recht und pilligkeit uff solchs ir unrechtlich, unbestendig und unwarhaftigs anbringen nit beschweren lassen, sonder alß ein quellender brun der recht und gerechtigkeit mich der rechten und meyner unschult gnediglich geniessen lassen und sich in diesem allen gnediglich und geburlich gegen mir beweisen2.

    « ŠVIII,3 Intervention einiger Fürsten zugunsten Hg. Wilhelms von Braunschweig-Wolfenbüttel  »

    «Nr.263 Ausschussgutachten [von protestantischer Seite] zum Streit zwischen Hg. Heinrich und Hg. Wilhelm – Regensburg, o. Datum »

    A  Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/06, Instruction auf den gegen Regensburg angesetzten Reichstag und andere [...], fol. 229r–234v (Kop.); AS v. a. Hd. fol. 229r: Hg. Hainrichen und Hg. Wilhelm von Braunswig belangend.

    B  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/04, Regenspurgischen Reichstags, Religion und andere Händel vermöge einer hierbey [...] Anno 1539–1547, fol. 474r–477v (Kop.).

    Nach fleissiger erwegung zugestalter copeyen des vortrags, so etwan zwischen den durchleuchtigen, hochgebornen fursten und herrn, H. Heynrichen und H. Wilhelmen Hgg. zu Braunschweigk und Luneburgk, gebruder, aufgericht und volzogen, auch dorbey angehangnen fragen, nemlich, ob obgedachter unser gnediger herr Hg. Wilhelm zu recht befuget sein mocht, solchen vortragk umbzustossen und zu widdertreyben oder, do sein fstl. Gn. des im rechten bestendigen grund nicht haben konte, ob es alsdann fuglich, bequeme, ratsam und zu thun sein wolte, das sich chur- und fursten, Hg. Heinrichs bluts- und andere freund1, des annehmen und bey der röm. ksl. Mt., unserm allergnedigsten herrn, umb gnediges und geburlichs einsehens ansuchung thun und bitten solten.

    Hierauf wil dem vorordenten ausschus schwerfallen, ausserhalb ihrer bucher und in solcher eyl einen bestendigen rathschlage zu stellen und zu fassen, zuvorderst weil dis ein großwichtiger handel und in die scherf der recht lauffen wil. Aber vor ir einfalt haben sie, dis nachvolgend bedencken zusammenzuziehen und furder die chur- und fursten, auch derselben vorstendigere rethe weitter erwegen zu lassen, nit umbgehen wollen.

    Und erstlichen, so befinden sie aus berurten copeyen, das Hg. Wilhelm sich mit gedachtem seynem bruder aller irer angeerbten und erworbnen furstenthumben, landen und leuthen voreinigt, erblich und ewiglich vortragen, also das Hg. Heinrich und seiner fstl. Gn. leibs- und lehenserben solcher furstenthumb, lande und leuthe alleine regierende fursten und herrn sein, Hg. Wilhelm aber und seiner fstl. Gn. leibslehenserben nicht eher, dann wan Hg. Heinrich und seiner fstl. Gn. leibslehenserben alle mit todt abgangen, die anwartung haben und regirende fursten werden sollen, dargegen Hg. Wilhelm und seiner fstl. Gn. erben zu seiner fstl. Gn. und derselben abfertigung und underhaltung jerlich 2.000 fl. gereicht und gegeben werden sollen, wie dan auch seine fstl. Gn. darauf Hg. Heinrichen berurte land und leut ubergeben und zugestellet Šund sich daran alles regiments anforderung und gerechtigkeit vorziehen und, mit berurten 2.000 fl. jerlicher pension content und zufrieden zu sein, zugesagt und vorsprochen.

    Zum andern befinden sie aus berurten copeyen, das sich Hg. Wilhelm vorpflichtet, den aufgerichten vortragk, so oft es die notdurft erfordert und der fahl sich zutregt, von neues [sic!] widerumb zu bewilligen, zu vorneuern und zu bestettigen, und, so seiner fstl. Gn. teils doran mangel sein wurde, das Hg. Heinrich, die gemelte 2.000 fl. jerlicher pension zu geben und zu reichen, unvorbunden und gleichwol solcher vortragk bey kreften sein und bleyben soll.

    Zum dritten, das auch seine fstl. Gn. neben ihrem bruder, uber gemelten vortragk der röm. ksl. Mt. consens und vorwilligung auszubringen, zusage gethan, so soll auch, wie darneben berichtet wirdet, solcher consens bey ksl. Mt. albreit ausbracht und erlangt sein.

    Vor das vierde befindet sich, das Hg. Wilhelm, gemelten vertragk bey furstlichen wirden, ehren und handgebenden treuen an aydes stat stethe, veste und unvorbruchlich zu halten, zugesagt und, sich davon nicht absolviren zu lassen, vorpflichtet, auch allen privilegien, dispensation, indulten, erlaubnussen, statuten, satzungen, ordnungen, excepcion und einreden des gewalts, betrugs, hinterkommens und beneficii restitucionis in integrum abrenunciirt und vorzicht gethan.

    Zum funften, das auch vielgedachter vortragk mit vorwissen, willen und bewilligung der landschaft aufgericht und besigelt worden und das gemelte landschaft in worten der warheit gelobt, solche vortrege treulich zu halten und dem zuwidder keinen regirenden fursten aufzunehmen oder zu huldigen.

    Und zum letzten befindet sich aus dem nebenbericht, das Hg. Wilhelm noch aufrichtung und volziehung solchs vortrags etliche jar die zugesagte und vorsprochene 2.000 fl. aufgehoben und entpfangen.

    Derhalben so will Hg. Wilhelmen schwerfallen, widder solche zusage, bewilligung abrenunciacion, verzicht, sieglung und, was dem allen meher nachvolget, zu handeln, dan wiewol es war und leichtlich darzuthun, das hochgedachter Hg. Wilhelm in solchem vortragk gantz geferlichen und metu eingefurt und, da es allein in dem fahl blieben were, das seine fstl. Gn. solchs alles zu recht nach erlangter absolucion a juramento als nichtig, unkreftig und unbundigk bereden mochte, so wil doch seinen fstl. Gn. die erfolgete ratificationa in dem, das seine fstl. Gn. so viel jar hernacher auf solchen vertrag jerlich die 2.000 fl. eingenohmen, aufgehoben und entpfangen, vast im wege stehen, das seine fstl. Gn. mit gutem bestand zu hinterziehung berurts vortrags nicht kohmen moge, dieweyl solche ratificacion das ansehen haben wil, als ab dardurch die vorige geferde und forcht adder metus purgiret, gentzlich ufgehoben und erloschen.

    Darumb so wyl auch seinen fstl. Gn. keinesweges zu rathen sein, sich selbst und aigner person darwidder zu legen, einiche absolucion a juramento adder Šrestitucion widder gemelten vertrag zu bitten, dieweil, wie oben gehort, seine fstl. Gn. sich, nicht allein vor sich selbst dawidder nicht zu thun nach zu handlen, sonder auch niemands von seinetwegen zu vorstatten, vorschrieben.

    Nachdem auch aus zugestalter copeyen ein clausel befunden, wie es sich zutruge, das Hg. Heinrichs zugeteilte furstenthumb, lande und leuthe sich besseren, von schulden entledigt und mehren wurde, das es alßdan bey ime stehen solte, Hg. Wilhelmen und seiner fstl. Gn. erben die underhaltung zu bessern und zu mehren, und das darauf bey Hg. Heinrichen handlung vorzunehmen sein mochte. Dieweil aber am tage, das Hg. Heinrich die leute, welchen ehr in sonderheit vorpflicht und vorschrieben, kein zahlung thut, wie solchs seiner burgen leistung außweyset, so wirdet leichtlich zu erachten sein, das ehr, seinen bruder, Hg. Wilhelmen, aus gutwilligkeit und one einiche vorpflichtung etwas weyter und mehrers zu geben, sich schwerlich wirdet bereden lassen. Zudeme, das sich vielleicht auch niemands Hg. Wilhelmen teyles itziger zeit, mit Hg. Heinrichen in handlung einzulassen, werde vermugen lassen.

    Darumb so wirdet vor den dritten wegk als den fuglichsten und bequemsten bedacht, das sich chur- und fursten als Hg. Wilhelms bluts-und andere freund seiner fstl. Gn. so hoher beschwerung annehmen und vor sich der ksl. Mt. anzeige und bericht tethen, welchergestalt ihr freund, Hg. Wilhelm, durch Hg. Heinrichen, den bruder, in solchen vortrag eingefurt, ubervortailt und vorschwellet [sic!], und das die ksl. Mt. in dem aus kayserlicher macht und gewalt geburlichs einsehen thun und die dinge zu rechtmessiger, erbarer und geburlicher vergleichung wolte bringen lassen, in sonderlicher betrachtung, das es ein beschwerlichen eingangk und bose exempel im reich teutscher nation machen und einfuren wolte, da unther den furstlichen heusern, ein bruder den andern also durch bedrangnus vi, dolo et metu von seynem anererbten, veterlichen furstenthumben, landen und leuthen so geringschetzigk abzusondern, solte eingereumet und vorstatet werden, zudeme das es auch wenigk guttes, freuntliches willens anrichten, sondern villeicht allerley unlust und widderwillens mit der zeit geberen und anschiften wolte.

    Aber auf den fahl wil Hg. Wilhelms nottorft und gelegenheit mit vleis zu erwegen sein. Und erstlich, das sich ane zweyffel Hg. Hainrich understehen wirdet, bey seinen fstl. Gn. zu erkunden, auch des von seinen fstl. Gn. schriftlichen schein und kuntschaft zu haben, das seine fstl. Gn. des angezeigten vertrags allenthalben wol zufrieden und das seine fstl. Gn. die ksl. Mt. darfur bitten soll, nyemands von wegen seiner fstl. Gn. ansuchens und anhaltens derwegen, als ob seine fstl. Gn. durch gemelten vortrag ubereilet und vorkurtzet, stathzugeben, wie sich dann seine fstl. Gn. des auch also vorschrieben und vorpflichtet, berurten vortragk widder durch sich selbst anzufechten nach andern von seyner fstl. Gn. wegen zu vorstatten. Und do sich seine fstl. Gn. darauf nicht solte vornehmen lassen, das es Hg. Heinrich darfur wurde achten wollen, als ob es Hg. Wilhelms getriebe und anschiftung were.

    ŠZum andern, das Hg. Heinrich daraus wurde ursach nehmen wollen, Hg. Wilhelmen die angezeigte 2.000 fl. hinfurder nicht zu reichen, bis ehr expresse kegen der ksl. Mt. sich vornehmen liesse, berurten vertrag ane wegerung nachzusetzen und niemands, darwidder zu handlen, gestatten. Do auch die ksl. Mt., zuvor und eher ire ksl. Mt. solche dinge geendet und zu geburlicher vorgleichung brechte, aus deutzschen landen abreysen wurden, das Hg. Wilhelmen der einhalt an berurten 2.000 fl. begegnen und widderfahren mochte. Darmit Hg. Wilhelm hernacher nicht zu sagen, man hette inen bey ksl. Mt. in hoffnung, viel zu erlangen, eingefurt und nicht allein nichts erlangt, sonder auch umb das ubrig bracht, das seine fstl. Gn. sonsten hetten gewarten mogen2.

    «Nr.264 Supplikation Kf. Joachims II. von Brandenburg und anderer Fürsten1 an den Kaiser zugunsten Hg. Wilhelms – Regensburg, 1541 Mai 17 »

    A  Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/06, Instruction auf den gegen Regensburg angesetzten Reichstag und andere denselben belangende schriften, fol. 235r–239r (Kop.).

    B  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/04, Regenspurgischen Reichstags, Religion und andere Händel vermöge einer hierbey [...] Anno 1539–1547, fol. 474r–477v (Kop.); DV fol. 477v: Uberantwort röm. ksl. Mt. Dinstag nach Cantate, den 17. Maij.

    C  koll. Berlin GStAPK, I. HA Rep. 10 Nr. B 2 Fasz. K, fol. 1r–6v (Kop.); AV v. a. Hd. fol. 1r: Supplication etlicher churfursten an keyser contra Hg. Hainrich zu Brunschwig pro Hg. Wilhelm; DV fol. 6v:Supplication etlicher churfursten und fursten an ksl. Mt. contra Hg. Heinrichen zu Braunschweig vor Hg. Wilhelmen zu Regenspurg anno etc. 41.

    D  koll. Hannover NLA, Celle 1 Nr. 20II, fol. 329r–331v (Kop.); DV fol. 332v: Supplication der Kff., Ff. zu Sachsen, Brandenburg, zu Heßen, zu Pomern, der Ff. zu Sachsen, aller marggraven, dreier Ff. von Anholt und Hg. Albrechts tzu dem Grubenhagen etc. wider Hg. Heinrich den jungern tzu Braunschweig und Luneburg, seines bruders Hg. Wilhelms halber der ksl. Mt. uff gehaltenem reichstag tzu Regenspurgk anno etc. 41 uberantwort.

    Es hat verruckter jahren Hg. Heinrich von Braunschweigk und Luneburgk unsern lieben ohmen, schwager und vetter, H. Wilhelmen, auch Hg. zu Braunschweigk und Luneburgk, seynen leyblichen bruder, ane das das ehr, Hg. Hein Šrich, seines furnehmens einige rechtmessige, billiche ursach gehabt, mit der tad gefangen, auch bis in zwelf jar und acht wochen im schein, als solchs aus euerer ksl. Mt. befel ergangen und bescheen were, des, ob er sichs wol gegen aller welt gerumbt, wir im doch nicht glauben geben mogen, und so lang gefenglich enthalden, bis gedachter unser ohem, schwager und vetter, Hg. Wilhelm, aus furcht der gefengnus und fahr seines leibes sich nicht allein seines geburenden anteils der veterlichen, nachgelassenen land, leuthe, erbschaft und gerechtigkeit, sonder auch aller und jeder nebenfelle und succession, all dieweyl Hg. Heinrichen absteigende linien wehret, so im kunftiglichen ansterben mochten, an eides stadt vorziehen, abgesagt und renuncirt hat, alles vermug und inhalt einer vormeinten, gantz beschwerlichen, abgedrungenen abzicht und renunciacion, davon wir euerer ksl. Mt. hirmit glaubwirdig copien underthenigst ubergeben. Damit auch so viel mehr die erschopfte furcht in Hg. Wilhelmen gebildet, so haben seine fstl. Gn. mit irer eignen hand eine supplicacion und clagschrift an die ksl. Mt. aus irem gefengnus gefertigt, dorauf seinen fstl. Gn. mundliche antwort einbracht, dieweyl beide Hg. Erich milter gedencken und Hg. Heinrich von Braunschweigk umb ire Mt. so hoch vordint, wusten sich auch ire Mt. denen zuwider nicht einzulassen, welche antwort, wiewol ire kfl. und fstl. Gn. nie geglaubt, das sie von euerer ksl. Mt. gefallen, dem auch nicht stadgeben mogen, so hat sie doch deste mehr Hg. Wilhelmen in forcht gebracht, erschreckt und also dohin bewogen, das seine fstl. Gn. die obbenante, erzwungene renunciacion, wie sie freilich aus denen ursachen erdacht und auf die ban gebracht, wie auch alle seine herrn und freunde, so sich seinerhalben zu zeit seyner haft in handlung eingelassen, doch keine frucht erlangen mogen.

    Und dieweyl euere ksl. Mt., wie wir bericht werden, solche vermeinte renunciaciona, wie es euerer ksl. Mt. angegeben sein sol, uf beiderseits irer ansuchen, darvon doch Hg. Wilhelmen nicht einichen befehl gethan ader der wissenschaft gehabt und also die suchung von Hg. Heinrichen bey euerer ksl. Mt. in irer beider nahmen mit grossen listen geschehenb, confirmirt und bestettigt haben sollen, so ist doch ane zweifel solch euerer ksl. Mt. confirmacion durch gemeltes Hg. Heinrichs ungestume anhalten und mit vorschweigung der warheit und angeben desjenigen, so sich dermassen nicht erhalten, sub- et obiective und also nicht tuglich ausbracht. Denn wir setzen in keynen zweyffel, cwo euere ksl. Mt. dieser sachen, wie sie an ir selbst ist, bericht were worden–c, euere ksl. Mt. als der quellend brun der rechten hetten solcher gewaltsahmen und durch forcht abgedrungnen, unrechtmessigen abzicht und renunciacion in keynen wegk wider gemeyne und ire aigne recht confirmirt und bestetigt.

    Dieweil dan, allergnedigster keyser, solch Hg. Heynrichs widder seinen bruder geubte handlung wieder Gott, alle recht, ja auch naturlich recht und liebe, Šdie eyn bruder zum andern billich haben solt, keyserliche constitucion, auch euerer ksl. Mt. und des hl. reichs landfrieden und eines beschwerlichen, bosen exempels ist, dergleichen im reich deutscher nacion nye gehört, und dan obgemelt unser ohem, schwager und vetter von wegen der abgedrungenen pflicht noch zur zeit, solcher unpillichen gewalt und beschwerung zu beclagen, allerley bedencken haben mocht, so haben wir als die angeborne und verwanten freunde aus freuntlichem, schwegerlichen und vetterlichen mitleiden und erbarmung (da je gantz unbillich eyn bruder den andern zwelf jar lang so hortiglich [sic!] gefangen gehalten und inen nicht ledigk hat lassen wollen dan durch vorzeihung seynes veterlichen erbes aller anfelle) und dormit solche und dergleichen gewaltige tathen in deutscher nacion nicht weitter einreissen, sundern geburlicherweyse vervolgt wurden, nicht wollen nach sollen unterlassen, euerer ksl. Mt. von solcher unsers ohmen, schwagers und vettern gefengnus, bestrickung und hochster beschwerung underthenigste erinnerung und anzeigung zu thun, mit underthenigster byt, euere ksl. Mt. geruhen aus keyserlichem ampt und angeborner adenlichen tugent zu handhabung friedens und rechtens, auch aller erbarer und pillickeit von dieser Hg. Heinrichs gewaltbarer, fridbruchiger tath allergnedigst geburliche erkundigung und nachforschung der warheit und einsehen zu thun und solche gewaltsahme that rechtlicher weyse zu vorfolgen und derwegen gemelten Hg. Heinrichen und seinen bruder Hg. Wilhelmen fur euere ksl. Mt. in beysein unserer und anderer seiner herrn und freund allergnedigst vorfordern und benenten Hg. Heinrichen die ursachen solcher schweren gefengnus, so ehr gegen seinem bruder, Hg. Wilhelmen obgedacht, vorgenohmen, wie sich von rechts wegen geburet, erforschen, bewegen und urteylen und, da euere ksl. Mt. befinden wurden, das Hg. Heinrich, solcher schweren gefengnus gegen seinen bruder vorzunehmen, kein rechtmessige, billiche ursach gehabt, als wir nicht zweiffeln, euere ksl. Mt. werden kein gegrunthe, rechtmessige ursachen befinden, die dermassen gethan, das er derwegen ein solche lange, schwere gefengnus und sein veterlich erbe und andere angefelle vorwirckt hette, so bitten wir unterthenigst, euere ksl. Mt. wolle solchen gewalt und fridbruchige thaten nach ordnung der rechten und des hl. reichs satzungen verfolgen und bey gemeltem Hg. Heinrichen aus keyserlichem ampt allergnedigst vorfugen, das er vilgemeltem unserm ohmen aller und ider obligacion, aid, vorschreybung und vorpflichtung, die ehr, wie obgemelt, mit gewalt von ime Hg. Wilhelmen abgedrungen hat, erledigen und die relaxiren wolle.

    Und da er, Hg. Heinrich, solchs zu thun, sich wegern wurde, alsdan wollen euere ksl. Mt. aus keyserlichem ampt und gewalt solche abgedrungen obligacion vorschreybung, aid und pflicht allergnedigst cassiren, vornichtigen und abthun und gemelten unsern ohmen, schwager und vettern in vorigen stand und zu vorigem seynem rechten frey, ledigk und loß stellen. Denn wir seind des underthenigsten erbietens, Hg. Wilhelmen als unsern freund vor euerer ksl. Mt. und an allen geburenden orten und enden zu rechte und aller billickeit vorzustellen, des orts ehr eynem jeden geburlichs rechtens sein, zu antwort Šstehen und die eusserste scherf des rechtens gewarten, dulden und leiden soll. Wan ehr den nun also der scherf des rechtens nicht vorfluchtigk und wir nicht andersd dan recht, gerechtigkeyt, erbar- und billickeit suchen und ruffen, so seint wir auch hoffentlicher, trostlicher und unzweiffentlicher zuvorsicht, euere ksl. Mt. als darzu von Goth dem allmechtigen beruffen und geordente, hochste oberkeit, der vogt und ausquellender brun alles rechtens und gerechtigkeit, werden aus angeborner tugent, hochberumpter guthe und miligkeyt sich hirin in betrachtung, das kegen seyn L. wider Got, die natur und alle menschliche satzung eund ordnung und den aufgerichten–e landfrieden mit gewaltsahmer that unverschulter ursachen gefahren und dar derselb in zeit seyner besten jahren, dorin ehr euerer ksl. Mt. und dem reich hett dinstlich sein mogen, in solchen harten und schweren gefengnussen enthalten ist etc., allergnedigst erzeigen etc. Dieses wirdt Got der allmechtigk euerer ksl. Mt. als ein hohes, guttes werck reichlich belohnen. So seint wir, es auch umb dieselbe euere ksl. Mt. als unsern allergnedigsten herrn in aller underthenigkeit zu verdienen, geneigt. Bitten des euerer ksl. Mt. allergnedigsten beschied und antwort2.

    «Nr.265 Stellungnahme Hg. Heinrichs zur Supplikation einiger Fürsten zugunsten Hg. Wilhelms – Regensburg, o. Datum »

    Weimar HStA, EGA, Reg. E 138, fol. 305r–309v (Kop.); AS v. a. Hd. fol. 305r: Copei Hg. Heinrichs von Braunschweig antwort auf die supplication, die etzliche chur- und fursten seins brudern Hg. Wilhelms halben an die ksl. Mt. gethan. 1541.

    Eur ksl. Mt. haben mir ein vermeinte, ungegrunte und unbefugte clagschrift, die vor euere ksl. Mt. wider mich und vor meinen bruder, Hg. Wilhelmen, eines bruderlichen, aufgerichten, bewilligten und angenohmen vertrags halben von etzlichen churfursten und potschaften seiner L. berumpten, angebornen und verwanthen freunde einkohmen ist, gnedigst zustellen lassen, des gegen euer ksl. Mt. ich mich in aller underthenigkeit thue bedancken und bin, es umb dieselbig euere ksl. Mt. nach meynem höchsten vermugen zu verdienen, willig.

    Und erstlich wil ich mich durch diese mein bestendige, warhaftige schrift wieder die supplicanten keineswegs auß ursachen, wie die folgen wirth, eingelassen, an deme andern auch diejhenigen, die sich auf der andern ungestym anhalten und unrechten bescheenen bericht wieder iren willen der vermeinten Šsupplicationn underschreiben mussen, wie mir dann wol bewust und ich mich doch zue ihnen nit versehen, hirmit nit gemeint, sondern wol entschuldigt haben wil, des ich mich zierlich thue bedingen. Und wurde mich ob den gedachten churfursten und fursten botschaften nit wenig verwundern, daß sie ein solche vermeinte und unbestendige petitionn und bith, die weder zue recht noch zue erbarkeit bescheen kann, euer ksl. Mt. anstellen dorfen, wan ich nit wiste, daß es mer auß haß, abgunst und wiederwillen, welchen die underschiedlichen, gemeinte supplicanten wieder mich auch unverdinter sachen gefast, dann auß eynem guten, erheblichen, rechtmessigen, bestendigen grunth oder auch auß gerumptem, freuntlichem mitleiden und erbarmung bescheen were, seitemal mein bruder gegenwertig und sich dessen bißher wieder vor euerer ksl. Mt. noch mir je beschwert oder beclagt hat, wie auch sein L. mit ehren, fugen und bestand numermehr thun können, auch eines redlichen und aufrichtigen, furstlichen gemuts seyn, dann daß sich seyn L. wieder ehr darzu werden bewegen lassen, alß darmit die gemeinte auß den supplicanten, wie ich leichtlich abnehmen kann, umbgehen, so vil zu bewegen, daß dieselb gegen unß weder brief noch sigel, aidtsverschreibung, obligationn halten solt, und gerne zwischen seiner L. und mir nochmalß eynen unfreuntlichen und unbruderlichen willen erwecken wolten, welches denselbigen fridsamen fursten, alß sie sich schelten lassen, schimpflich nachtzureden stehet oder daß man das von ihnen ein wissenschaft tragen sol.

    Mit was fugen dieselben supplicanthen zu solcher unpillichen clagen kohmen mogen, die meyn bruder seiner selbst personn mit ehren, recht und pillichkeit nit thun konnt, mag ich bey mir gar nit bedencken. Dann daß ich mit furstlicher verwahrung oder gewalt berurte vertrege meynem bruder solte aufgedrungen haben, bin ich gar nit gestendig. Es wirth sich auch dermassen gar mitnicht befinden, dann die furstlich verwahrung, darvon ich nichts melden will, dieweil ich deren mit meynem bruder freuntlich vereynigt, und die vertreg uber die nachgelassene land und leuthe miteinander nichts zu thun, alß ich dann (wo es die noturft erfordern wirde) wol dartzuthun weiß. Daß aber auch die vertrege mit gutem willen, one bedrangcknuß und nach getreuem rath der gemeynen lantschaft des furstenthumbs Praunschweig aufgericht und daß meyn bruder sich auch solches vertrags halber mit ehren, bestandt und recht nit beclagen muge, das betzeuget derselbig vertragk bestendiglich mehr alß an eynem orth, dahin getzogen.

    Ich wil mich aber hierdurch mit den gemeinthen supplicanten, des ich mich, wie gehöret, thue herlich bedingen, nit eingelassen haben, dann daß ire personn dermassen solten qualificirt, legitimirt und geschaffen seyn, daß sie ein solche vermeinte, unrechtmessige, unbestendige bitte vor euerer ksl. Mt. in diesen sachen vor meynen bruder thun mögen, kann ich nit gestehen noch bey mir ermessen. Zudeme sie auch sonst keinen gewalt oder bevelh von meynem bruder furgebracht haben, daß es ihne hette getzimen mögen, und ich noch Šdorauß zu vernehmen, daß solches meynes bruders wil, meynung und gemut were, daß sie sich mit ehren ires unverursachten, unpillichen, ungegruntena clagens und suppliciren wol hetten enthalten mögen. Dann ist mein bruder mit mir vertragen und sich uber mich vor euerer ksl. Mt. in diese stunde nicht beclaget, was haben sie dann von seinetwegen und one seynen bevelh vor euer ksl. Mt. zu clagen und zu bitten?

    Der supplicanten vermeinte, nichtige und ungegrunte supplicationschrift dem rechten nach nit sollen oder mögen admittiren, zulassen, annehmen noch daß ich, darauf einige antwort zu thun, schuldig sey, wiewol one meynen weitern bericht euere ksl. Mt. albereit wol wissen, daß die gemeinten supplicanten mich in dieser sachen unpillicherweiß wieder Goth, ehr und recht beschweren, dann under andern, daß mein bruder, Hg. Wilhelm, kein ansuchung, sonder ich allein ausserhalb seinem bevelh umb die confirmationn oder bestettigung des mehr gemelten bruderlichen vertrags solte gethann haben, dorauß die vermeinten supplicanten gantz unpillich inferirn, daß dieselbig bestetigung durch mein ungestim anhalten mit verschweigung der warheit und darthuung der unwarheit sub- und obrepitive ausgebracht sein sol, damit thun sie mir lautern gewalt und unrecht und wil (op Got wil) vor einen solchen man nit erfunden werden, der euerer ksl. Mt. unwarhaftige ding suggerirn und furbrengen sol, wie die gemeinte supplicanten mir ungutlichen zumessen durfen. Dann daß mein bruder ebensowol alß ich euere ksl. Mt. umb die bestetigung ersucht, ist mit seiner eignen schrift, derhalben an euere ksl. Mt. ausgangen und die in derselben euerer ksl. Mt. cantzley zu befinden, gnugsamlich zu bescheinen. Und wo die vermeinte supplicanten den ubergebnen vertragk recht gelesen, wurden sie eyn artickel also lautend darin befinden: ‚So sollen und wollen wir beide (meynen bruder und mich zu verstehen) ksl. Mt., unsern allergnedigsten hern, undertheniglich ersuchen, alß wir auch hiemit gegenwertig aufs allerdinstlichs bitten, daß ir Mt. diesen vertragk confirmiren und ratificirn wöllen etc., welchen vertrag also mit unsern eygen jeden handt underschrieben, wie euerer ksl. Mt. zu bestetigen zugefertigt‘, auß welchem sich klerlich befindet, mit was ungrunt ich bey euer ksl. Mt. von den vermeinten supplicanten angetragen und verunglimpft werde und daß sie den vertragk wieder sich selbst ubergeben und denselben nit eigentlich werden gelesen und bewogen haben, alß ihne doch anderst angestanden were, wo sie jemants beclagen und beschweren wölten und eigent von mir irem verdienten lohn nach sehr wol, daß ich denselben vermeinten supplicanten ein außtrucklicher erinnerung thete, daß sie sich besser bedechten und die ding mit anderm vleiß, alß von ihne gescheen, ein andermal betrachteten.

    Sie legitimiren aber ire personn, so wil ich ihne uber diese meyne schrift dermassen (will Goth) begegenen, daß nyt allein euere ksl. Mt., die es onedas zuvor wol wissen, sonder eyn jeder ehrliebender spuren solle, daß ich diesen Šsachen fug und ihne ir anregen gar nit geburt und dann auch daß der bruderlich vertragk dem rechten und sonderlichen den usibus feudorum gleich und gemeß ist. Und op die gemeinte supplicanten des kein wissenschaft trugen oder tragen wolten, so wil ich solchs und alle angeregte grunde dermassen (wil Goth), wo sie sich legitimiren, mit bestandt ausfuren, daß weder euere ksl. Mt. noch jemants anders rechtverstendiger und ehrliebender an meynem rechten in diesen sachen einigen mangel spuren sollen. Thun also erstlich euere ksl. Mt., daß sie berurte bestitung [sic!] wieder ire eigen recht gethann, und an dem andern auch mir, daß ich wieder Goth, alle recht, bruderliche liebe, keiserliche constitution und des reichs landfriden gehandelt, ungutlich beschweren, darmit sie euer ksl. Mt. alß einen gerechten keiser pillich verschonen solten, und ich fur meyn personn sehr wol erleiden kunthe, daß sie mir zue weiterer errettung meyner ehren nit ursach geben, dann es ich umb ir etliche nit allein nit verdient, sonder mir auch sunst unleidlich sein wolte, und byn demnach gantz ungetzweiffelt, euer ksl. Mt. alß ein quellender brun der rechten und gerechtigkeit und eyn ehrnliebender keiser werden in alle wege irer gnedigsten und rechtmessigen bescheen bestetigung anhangen und sich auf daß unrechtmessig und ungegrunth anbringen der gemeinten supplicanten eins theilß wieder ir selbs eigen handlung nit bewegen lassen, sonder erachten, daß es jhe der erberkeit ungemeß, daß man willigklich eingegangen vereite [= beeidigte] und gelobte vertreg und versiglung nit halten solte. Zue was zerruttung vieler handlung der recht und auch weiterung solchs gereichen könthe, haben euer ksl. Mt. auß hochstem verstandt nicht unleichtsam zu ermessen und mit ernst von solchen bosen, neidigen und wiederrechtlichen und unpillichen suchen dieselben supplicanten abweisen.

    So sie aber je mit mir wölten zu thun haben und ire vermeinte clage wie recht furbrengen wurden, wil ich ihne zu jeder zeit in recht, auch jedermeniglich, der sich clagens anmast, antworten und (op Got wil) dermassen, daß sie andere doran nit viel gewinnen oder erhalten sollen. Und euer ksl. Mt. geruhen, sich hierin gegen mir gnedigst dem rechten, der pilligkeit und irer selbst bestetigung nach zu beweisen und zu behertzigen, auß was gesuchter zunötigung mir solchs unverschulter sachen wiederferet und daß die gemeinte supplicanten ires anbrengenß weder fug noch recht und mich pillich darmit solten verschonet haben1.

    « Nr. Š266 Entwurf für eine Stellungnahme [Kf. Joachims II. von Brandenburg und einiger Fürsten1] zur Antwort Hg. Heinrichs auf ihre Supplikation zugunsten Hg. Wilhelms – Regensburg, o. Datum. »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. E 138, fol. 294r–304r (Kop.); AS v. a. Hd. fol. 294r: Anderweit schrift an die ksl. Mt. in etzlicher chur- und fursten nhamen Hg. Wilhelms von Braunschwig halben. 1541. Regenspurg.

    B  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/04, Regenspurgischen Reichstags, Religion und andere Händel vermöge einer hierbey [...] Anno 1539–1547, fol. 435r–446v (Kop.); AV fol. 435r: Ist dermas nicht ausgangen, sondern geandert. Ich weis aber die anderung nicht.

    Es hat Hg. Heinrich von Braunschwieg auf unser euerer ksl. Mt. von wegen unsers lieben oheimen, schwagers und vetters, Hg. Wilhelm zu Braunschwieg etc. nech [sic!] uberantwurte supplicationschrieft [Nr. 264] ein vermeinten, gantz ungegrundten und schmelichen gegenbericht [Nr. 265] euerer ksl. Mt. in schrieften vortragen, davon euere ksl. Mt. uns copeien allergnedigste zustellen lassen, des wir uns auch kegen euere ksl. Mt. underthenigst bedancken. Nhun hetten wir uns solches des von Braunschwiegs unbefintlichen und schmelichen anziehens keinswegs versehen, zuvorderst der orter, da er uns zu hochsten unschulden auflegen und zumessen darf, als ob wir inen durch unsere uberantwurte supplication widder Got, eher und recht beschwerta, das auch unsere beschehene bit widder [= weder] zu recht nach zu erbarkeit stathaben kondte und das wir mher aus haß, abgunstb und widderwillen dan aus rechtmessigen grunden oder aus freuntlichem mitleiden und erbarmen seinem bruder, Hg. Wilhelm, widder ehre zu handlen, auch widder brief, siegel, aidt verschreibung nach obligation zu halten, bewegen und unfreuntlichen, unbruderlichen willen erwecken wolten, das auch etzliche aus uns, supplicanten, sich widder iren willen hetten untherschreiben mussen. Dann zudeme, das solchs uns von Hg. Heinrichen mit ungrundt, caus giftigem hertzen und, als der die warheit und, das seine hendel an tag komen, nit wol leiden kann–c, gantz unschuldiglich Šzugemessen, so solten wir je billich mit solcher schmelichen, ertichten auflage in ansehung furstlichen stands und nahmens, sonderlich aber euerer ksl. Mt. allergnedigsten beschreibens und vergleitens zu diesem reichstag verschonet plieben sein, wollen auch solch schmelich zumessen hierin zu gemuthe gezogen und, dunser ehren notturft dorgegen zu geburlicher zeit vorzuwenden, wissen–d. Stellen in keinen zweivel, euere ksl. Mt. werdene unnotturftigen anziehens selbst ein ungnedigs misfallen tragen.

    So mogen wir auch wol in warheit sagen und berichten, das uns widder neidt noch haß oder einiche andere ursachen, sonder allein freuntlichs, schwegerlichs und vetterlichs mitleiden zu unser underthenigsten anzeig und erinnerung, Hg. Wilhelms halben gegen euere ksl. Mt. beschehen, bewogen.

    Da auch Hg. Heinrich seiner ungleichmessigen fund unbruderlichen–f handlungen, gegen seinen bruder, Hg. Wilhelm, vorgenommen, guthen schein, wie er sich des vermessenlicheng ruemen thut, gehabt hette, was ist ime dan vonnothen gewesdt, davon schelt- und schmeliche wort one alle verursachung auszugiessen. Und ist keiner untherschrieben, er sei bei solcher handlung gewesen und habe, dieselbige auf die furbit vor Hg. Wilhelm zu thun, berathschlagen helfen. Das er aber weither vorwendet, als ob unser person noch zur zeit nicht genugsam legittimirt und das solch ansuchen uns, dieweil Hg. Wilhelm gegenwertig sei und ine nicht beclage noch mit ehren beclagen muege, nicht gebure etc., darauf euerer ksl. Mt. wir in aller underthenigkeit nicht pergen wollen, das nach vermuge der gemeinen rechte unser person zu solchem underthenigsten ansuchen, bitten und begern, bei euerer ksl. Mt. beschehen, genugsam legittimirt sein, dann es ist offenbar, das Hg. Heinrich seinen bruder, Hg. Wilhelmen, mit gewalt gefangen und bis ins 13. jar in schwerer gefencknis enthalten, hdadurch er den landfrieden geprochen, offentlichen gewalt geubt und die peen privati carceris, das ist laesae maiestatis verwirckt hat, soferne er nicht beweisen wirdet, das er solchs aus befelich euerer ksl. Mt. oder aus rechtmessigen ursachen gethan habe, inmassen er bisheer nicht bewiesen hat noch sich in dieser seiner vermeinten antwurt zu thun erbeut. Nhun seint aber die obgemelten crimina alle crimina publica, von welcher wegen nicht allein die freundtschaft, sonder auch sonst jederman clagen mocht, folget daraus, das wir solch–h beschehen underthenig ansuchen nicht unbillich gethan haben, sonderlich, dieweil wir befunden, das Hg. Wilhelm in dem angezognen vertrag iso hart verstrickt und verbunden worden ist, das er, vor sich selbst zu clagen, bedencken mochte haben, und derhalben vor ein teil cristlich lieb geachtet, Šime so ferne beizustehen und zu helfen, das er solchen schweren bandt und verpflichtung moge erledigt und, selbst zu clagen, one außzug gefreihet werden.

    Damit–i haben aber wir Hg. Wilhelmen nicht bewegen wollen, widder brief und siegel etc. zu handlen oder unfreuntlichen willen zu erwecken, sondern dieweil dis ein sache ist, daran den fursten teutscher nation und auch unserm freund, Hg. Wilhelmen, gelegen ist, haben wir eine bit gethan, die Hg. Wilhelm selbst zu thun aus billigkeit der rechte auch nicht benomhmen gewesen were oder noch nicht ist, dann es offenbar, was er sich verschrieben und verpflichtet hat, das er solchs metu carceris gethan hat und nicht einer schlechten forcht halben, sondern er hat bis ins 13. jar gesessen, schweren kerckner [sic!] one ursach gelitten und nicht eher ledig werden muegen, er habe dan den gemelten allerbeschwerlichsten vertrag eingangen und bewilligt. Ist auch zu solchem kerckner durch offenbare gewalt komen, in seinem mitaigenthumb und vetterlichen erbe mit angelegter gewaldt gefencklich angenommen und gesatzt worden. Dieweil dan alle recht sagen, das die dinge, so aus solchem trangsal, gewalt und forcht erzwungen werden, nicht kraft haben, so ist je war, das Hg. Wilhelm nach vermuge gemeiner recht unbenommen gewesen were, seine notturft selbst bei euerer ksl. Mt. zu suchen. Des ziehen wir uns auf die recht. Zudeme so hat auch uns solchs wol gebuert, dann solte das in deutscher nation aufkomen, das ein bruder mit dem andern das vetterliche erbteil dermassen teilen solte, das were ein uncristlicher, unerlicherj handel. Das hat uns zu solchem ansuchen bewegt.

    Soviel antrieft, das sich Hg. Heinrich vernehmen lasset, das solche vertrege mit gutem willen und wissen Hg. Wilhelms und des lands zu Braunschwieg aufgerichtet sein, wirdet sich solchs wol erfinden, so Hg. Wilhelm auf freie fueße gestelt wirdet und er zu den sachen selbst reden magk. Dann welcher mensch wurdt dergleichen vertrag nit wollen einreuhmen oder zugeben, mit deme solchergestalt gehandlet wurde. Derwegen kHg. Heinrich die ausflucht, das wir nicht zu clagen haben solten, nicht furtragen magk. Euere ksl. Mt. kan auch daraus seinen grundt wol vernehmen. Were auch ime viel erlicher und rhumblicher gewesen, auf die hauptsache, nemlichen, ob er aus bevelich euerer ksl. Mt. seinen bruder gefencklich angezogen, bis ins 13. jar gefencklich enthalten, aus forcht des gefencknis und fhar seines leibs von seinem vetterlichen erbe, landen und leuten abgedrungen, ursachen anzuzeigen, damit dannocht euere ksl. Mt. und wir andern, das er dermassen gegen seinen bruder nicht gehandelt, hetten mogen vernehmen. Das were ime erlicher gewesen, dan bose scheltwort auszugeben.

    Wir wissen seher wol, haben es auch in unser supplication euerer ksl. Mt. genugsam berichtet, das Hg. Heinrich durch einen vermeinten, abgedrungenenl  Švertrag gedachten seinen bruder von landen und leuthen ausgestossen. Das aber derselbig vertrag mit guetem willen, ane bedrangnus und nach getreuem rath der gemeinen landtschaft des furstenthumbs Braunschwieg aufgericht, wie Hg. Heinrich vorgiebt, das geburet ime, Hg. Heinrichen, zu rettung seiner ehren und glimpfs zu beweisen–k, ob gleich wir oder sonst niemandts clagen mochte, dieweil inen die that so hart anclagt und erwiesen ist, das er seinen bruder mit gewalt grieffen, gefencklich gelegt und gehalten, im gefencknis vertrag mit ime gemacht, welches je ding seint, zum hochsten verpothen, gueten sitten widderwertig, derwegen er, Hg. Heinrich, seine antwurt zu beweisen, schuldig ist. Dann einmal glauben wir war und wirdet es Hg. Heinrich aus gewissen nit leucknen mugen, das er Hg. Wilhelm ane vorwissen der landtschaft unverschulter sachen gefencklich annemen und die angezeigte zeit gefencklich enthalten habe. Mag aber hernacher der landtschaft diesen schein, als ob er des von euerer ksl. Mt. befelich hette, gemacht und vorgegeben haben, inmassen sich ane zweivel und mher erfinden wirdet, dann, das solche geschwinde befelich von euerer ksl. Mt. mit rechter wissen zu erlangen sein, mogen wir nit glauben.

    Zum andern, so ist auch war und landtruchtig, das Hg. Heinrich seinen bruder auf solche unbruderliche, gefenckliche annehmung in harter, schwerer gefencknis bis in das 13. jar nicht mit geringer far seins gesundts sitzen und doraus auf keines churfursten, fursten noch der landtschaft untherhandlung, bit und ansuchung wollen komen lassen, bis er sich durch den angezognen und im gefencknis abgedrungnen vertragk und zusage von landen und leuthen hat mussen ausschliessen und verstossen lassen. Aus dem haben euere ksl. Mt. und menniglich erliebends verstandts leichtlich zu ermessen, mit was gutem willen, auch wie freiwillig Hg. Wilhelm in solchen unrechtmessigen und unbruderlichen vertrag eingefurt worden und ob wir Hg. Wilhelm, unsern ohem, schwager und vetter, zuguete solchen vorteilhaftigen und leoninischenm vertrag oder teilung nicht mit mehrerm rechten und erbarkeit anfechten und unbundig achten mugen, dann er von Hg. Heinrichen verthedingt werden kan.

    Das aber Hg. Wilhelm den abgedrungnen und von ime erzwungnen vertrag noch zur zeit nicht anficht, das geschicht nicht aus gerechtigkeit, so Hg. Heinrich hat, sonder von wegen der harten verschreibung, so er uber sich hat geben mussen, und das vor besser angesehen worden, derwegen sich die freundt, dieweil die vorhanden und dortzue gutwillig seint, dan durch sich selbst restitution zu erlangen. Wue das nicht stathaben mochte, als es doch ungezweifelich hat, so wurde er noch, sein selbs notturft zu suchen, zeit genug haben. Aber euere ksl. Mt. geruhen allergnedigst, solche abgedrungne obligation, aidt und pflicht abzuschaffen und zu cassiren und obgemelten unsern ohemen, schwager und vetter in vorigen standt zu setzen, so wirdet sich offentlichen erfinden, ob er berurts erzwungnen vertrags billiche anfechtung habe oder nicht und wie hochlich er sich desselben beschweren werde. Dann Šdas Hg. Wilhelm obgemelt ebenso wol als Hg. Heinrich euere ksl. Mt. umb die bestettigung ersucht und das solchs mit seiner aignen handtschrieft, so in euerer ksl. Mt. cantzlei zu befinden sein solte, genugsamlich zu bescheinen, das seint wir unerweiset nicht gestendig. So weis sich auch Hg. Wilhelm des nicht zu erinnern. Und wan bereit Hg. Wilhelms handtschrieft der beschehenen ansuchung halben in euerer ksl. Mt. cantzlei zu befinden, als wir doch nicht glauben konden, also auch obgleich in dem vermeinten vertrag diese wort zu befinden ‚So sollen und wollen wir beide ksl. Mt. underthenigst ersuchen etc.‘, so were doch solchs alles ebenso woll als der nangezogne, von ime–n erzwungne vertrag zu rechte nichtig, unkreftig und Hg. Heinrich in deme gegen seinem bruder unbruderlich genug gehandelt, dann nach meinung der rechte, so hat die furcht, dorinne Hg. Wilhelm komen, alle dieweil Hg. Heinrich im leben ist, gestanden und hette mit alle denen thatten, so Hg. Wilhelm bisheer in zeit Hg. Heinrichso geubt, vorigen gewalt also kreftiglich nit mogen bewilligen, das ime, bei und nach Hg. Heinrichs leben dawidder rechtliche hulf bei euerer ksl. Mt. zu suchen, benommen sei.

    Es wirdet auch Hg. Heinrich mit bestande nicht außfueren konden, das der vermeinte, angezogne, unrechtmessige vertrag nach getreuem rathe der gemeinen landtschaften des furstenthumbs Braunschwieg aufgericht, dan das widderspiel wirdet offentlich geredt, das Hg. Heinrich solchen vertrag mit seinen rathgeben heimlich gestalt, begrieffen, folgendts den landtstenden vorgehalten und, das sie denselben siegeln wollten, ernstlich begert. Das auch wol etzliche aus den stenden, ob sie gleich den angezognen vertrag in der eyl nicht halb fassen oder verstehen konden, mitsiegeln mussen.

    So haben wir auch den angezognen vertragk zur notturft gelesen und bewogen und doraus Hg. Heinrichs widderrechtlich, unbruderlich und ungleichmessige handlung, gegen seinem blut und fleisch geubt, genugsam vermarckt und verstanden, dann, obwol Hg. Heinrich seinen bruder durch so langwirige, beschwerliche gefencknis zu berurtem vertrag und eidtlicher sterckung desselben listiglich gedrungen und eingefueret, so konden wir doch denselben widder zu recht noch einicher erbarkeitp vor genugsam oder erheblich ansehen. Dann euerer ksl. Mt. vorfarenq wolgeordente rechtliche satzung, welche in aller erbarkeit ergrundet, thun alle und jede vertrege, handlungen, obligation und zusagung, so mit gewalt, gefeirde oder forcht ausbracht und erzwungen, fur nichtig und unkreftig achten, welches auch so weith im rechten stathat, wan bereit mit gewalt, geferde oder forcht ausbrachte und erzwungne obligation und zusage aidtlich gestercket worden, das gleichwol die rvernunftige recht–r und Šerbarkeit solche aidtliche sterkung auch vor unbundigs halten und den wegk der absolution a iuramento erfunden, darmit also nach erlangter absolution nicht allein die erzwungne und abgedrungne obligation, zusage und verpflichtung, sondern auch dorauf erfolgte aidtliche sterkung gentzlich dornider fallen und unwircksam sein und dafur geachtet werden als auf disfals offentliche, ausgesatzte recht gezogen.

    Das aber solcher vertragk den lehenrechten nicht gemeß sei, des ziehen wir uns zu den lehenrechten und der landsgewonheit. Dann es ist offentlich, das solch furstenthumb Braunschwieg teilbar und mher dan einest verteilt worden ist. Zudeme so hat Hg. Wilhelm nicht allein auf braunschwiegische, sonder auch andere guter und angefelle verzeihen mussen. Dieweil dan offentlich und am tage Hg. Heinrich auch solchs nicht leucknen kan, das er seinem bruder, Hg. Wilhelm, mit gewalt und aus furcht des langwirigen und ewigen kerckers von seinen anererbten, vetterlichen furstenthumben, landen und leuthen widder Got, die natur tund recht–t ausgeschoben und mit gleicher erbarkeit die angezogne, aidtliche zusage von ime erzwungen, so stellen wir in euerer ksl. Mt. und meniglichs erliebends bedencken, was Hg. Heinrichsu benuhmeterv, ungutiger und unbruderlicher vertragk, auch desselben aidtliche sterckung zu recht und aller erbarkeit vor grundts, ansehens, bestandts und wirckung auf sich haben kann.

    Und do wir aus pflicht der natur und angeborner freuntschaft, aus freuntlichem, schwerlichem und vedterlichem mitleiden und erbarmungk gedachts unsers ohems, schwagers und vedters so gar ungleiche uberschnellung und hinterkommens euer ksl. Mt. als unser von Got hochsten oberkeit angezeigt, umb der dinge geburliche erkundung und einsehens zu haben, euerer ksl. Mt. ampt underthenigst angeruffen, das dormit von uns nichts anders, dann was dem rechten, der erbarkeit und billigkeit gemeß, beschehen, das wir auch desselbigen zu verhutung dergleichen kunftigen, unfreuntlichen, unrechtmessigen und unbruderlichen handlung in furstlichen heusern, und sonderlichen, darmit berurts unsers ohems, schwagers und vedters verkurtzung durch euere ksl. Mt. als dem brunnen aller equitet, warheit und erbarkeit zu billicher vergleichung bracht werden mochte, enthebliche, erbare und rechtmessige ursachen gehabt. Darumb uns auch von Hg. Heinrichen mit hochstem ungrunde aufferlegt worden, als wir mher aus haß, abgunst und widderwillen dan aus rechtmessigen grunden oder aus freuntlichem mitleiden und erbarmen zu unser supplication bewogen und, dieweil dan auch euere ksl. Mt. und derselben vorfarn im hl. reich bedechtige und erbare rechtssatzung solche und dergleichen unbruderliche, gewaltbare und durch gefencknis abgedrungne obligation, pflicht und zusage als die der erbarkeit und dem rechten zuwidder und ungemeß selbst vor nichtig Šund unbundig achten, auch darumb den wegk der cassation und vernichtigung heilsamlich erfunden und ausgesatzt, wie hat dan Hg. Heinrich so vermessenlich uns auflegen dorfen, das wir inen durch unsere uberantwurte supplication widder Got, eher und recht beschwert, das auch unser beschehne bit widder zu recht noch zu erbarkeit stathaben kondte. Do er sich auch im rechten besser umbgesehen, wurde er leichtlich das widderspiel befunden haben.

    So ist auch unser gemuete nie gewesen, sol auch, ob Got wil, ferne von uns sein, Hg. Wilhelm, widder ehre zu handlen, auch, rechtmessige, bestendige brief, siegel, aidt, verschreibung und obligation nicht zu halten, zu bewegen oder jemandts, widder seinen willen sich zu untherschreiben, bedrangen. Hg. Heinrich thut uns dasselbig auch mit unwarheitw zumessen. Aber des seint wir nicht in abreden, do wir vermarckt und verstanden, wie unbruderlich Hg. Heinrich mit berurtem seinem bruder umbgangen, ane billiche ursachen bis ins 13. jar gefencklich enthalten, durch far ewiger gefencknis, auch seines leibs und lebens von einem stadlichen furstenthumb mit einer jerlichen geringen partecken ausgeschoben, abgewiesen und zu verschweren gedrungen, und wir darneben bericht, das alle solche handlung, abgedrungne zusage, obligation und verziecht dem rechten aller erbarkeit zuwidder und ungemeß, das auch alle keiserliche und andere lobliche und erbare rechtsatzung solche gewaltbare, durch gefencknis und kerker abgedrungne zusage, obligation und aidtliche verzecht im grunde vor nichtig, unkreftig, unwircksam achten und derwegen nach erlangter absolution a iuramento die cassation und vernichtigung erfunden und ausgesatzt, so haben wir je auf vorgehende keiserliche recht, anleitung und verordenung mit hochster erbarkeit, darauf dan solche recht furnemlich gegrundet, unsere rechtmessige beschehene bit und suchung bei euerer ksl. Mt., quae est lex animata in terris, thun und vorwenden mogen. Uns ist auch, von unserm ohem, schwager und vedtern, Hg. Wilhelm, einich mandat zu haben oder derhalben widder Hg. Heinrichen sonderliche clage anzustellen, von unnothen gewesen, dieweil, wie erhort, das recht anedas den wegk zu solchen dingen verordenet und wir an dem genug gethan, das wir derwegen euere ksl. Mt. als unser von Got hochster oberkeit und als dem brunnen aller rechten erbarkeit und equitet keiserlich ampt implorirt und angeruffen habe. Wir stellen auch in keinen zweivel, euere ksl. Mt. werden unsere underthenigste, beschehene bit und ansuchung nicht allein vor erbar und rechtmessig erachten, sondern sich auch darauf mit billicher cassation solcher abgedrungner, unrechtmessiger zusage, obligation und verpflichtung, ferner verhor, handlung, billichem und gleichmessigem einsehen unser vorigen underthenigsten bit nach allergnedigst erzeigen und befinden lassen2.

    « ŠVIII,4 Die Bemühungen Bf. Valentins von Hildesheim um die Restitution seines Hochstifts und die Abwehr gewalttätiger Übergriffe  »

    «Nr.267 Supplikation Hg. Heinrichs d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel an den Kaiser in Sachen Stift Hildesheim – [Regensburg], o. Datum1 »

    A  Hannover NLA, Hild. 1, Nr. 783, fol. 34r–37v (Kop.); ÜS fol. 34r: Copia der nebensupplication Hg. Heynrichs, ksl. Mt. ubergeben.

    B  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 784, fol. 527r–531r (Kop.).

    Eur ksl. Mt. wiessen sich mit genaden zu erinnern, welchergestalt mein vetter seliger, Hg. Erich zu Braunschweig etc., und ich des verschienen 19. jars der wenigern zale one vorgehende verwarnung und einiche redtlichen ursachen und allein dem Kg. zu Franckreich zum besten und zu verhynderung euer ksl. Mt. wälle wider recht, die reichsordnung, constitution, reformation und den hochverpeenten, außgekundigten landfridden von bischoff und capitel zu Hildeshem mit einhelligem rathe und einem gewaltigen hörzug uberzogen und an landen und leutten mit brandt, name, raub, todschlag, zerstörung, blunderung und einnemung mercklich beschedigt, vergwaltigt, verletzt, das auch mein vetter seliger und brueder, Hg. Wilhelm, sambt vielen vom adel geschlagen, gefangen und in merckliche summen gulden geschätzt worden sein. Und da diese streitige kriegs- und landtfriedbrüchtige, geübte handlung von den bewilligten händlern vor eur ksl. Mt. auf dem gehaltenem reichstag zu Wormbs vermüge eines aufgerichten compromiß erwachsen und als damahls dieselben irrungen in der guette nit kunden vergliechen oder beigelegt werden, haben eur ksl. Mt. mit rath, wiessen und willen der gaystlichen und weltlichen churfursten, fursten und stende des hl. reichs ein decret in den berürten kriegsgebrechen promulgirn und ergeen lassen und bey peenen der acht beyden tayln, sich desselben zu halten, gebetten. Wiewol nun solch decret meynem gedachten vetter seligen und mir nit wenig beschwerlich gewesen, dannoch zu gehorsam eur ksl. Mt. ist es von meynem vettern und mir angenommen worden, welchem wir unsers theyls gehorsamlich nachgesetzt, der zuversicht, die gegentheyln sollten gleichergestalt auch gethan haben. So haben sie doch solch decret nit allein nit angenommen, sonder die gefangene uff das neu in schwere gefängnus gesetzt, geschätzt und die eingenommen heuser eur ksl. Mt. commissarien Oberweymarn nit einstellen wollen und in andere mehr beschwerliche wege darwider gehandelt, alles zu verachtung, zu vercleynerung und spott euer ksl. Mt., darauß dan eur ksl. Mt. verursacht und bewogen Šworden sein, zuvolge ihrem verkundigten decret die gegentheyln in eur ksl. Mt. und des hl. reichs acht zu sprechen, zu erkennen, zu declarirn und vor solche offenbarte, erkenthe, erclerte landtfridbrecher und ächter durch offene gebotsbrief denuncirn und offenbaren ze lassen, wider welche also geoffenbarte, erkanthe und erklerte ächter eur ksl. Mt. dem Kg. von Dennemark, genanten meynen vetter seligen und mir die execution gesprochner acht demandirt und bevolhen, dero wir uns auch zu gehorsam euer ksl. Mt. underfangen und etliche schloß, stett und dorffer von dem stieft Hildeshem eingenomen und erobert haben. Darauf mein vetter und ich erstlich mit dem capittel zu Hildeshem vermöge des quedlinburgischen vertrags, welchen die babstliche Hlt. und euer ksl. Mt. gnedigst bestettigt, vertragen, vereynigt, versönet und volgendts zu Augspurg durch eur ksl. Mt. mit den gedachten, eröberten hildeshemischen guettern vermöge erlangter lehenbrive gnedigst investirt und belehenet worden sein.

    Aber dys alles unbetrachtet, hat jetziger Bf. zu Hyldeshem meynem vettern seligen und mich uff ein vermeynt, nichtig spolium der berurten, eroberten hildensheymischen guetter halber vor der babstlichen Hlt. fürgenommen. Und wiewoll mein vetter seliger und ich darwider declinatorias fori oder abweychliche, rechtmessige und ergrundte exceptiones furgewendet, als das die guetter, daruber der streyt ist, eur ksl. Mt. und des reichs lehen und beyde theyl euer ksl. Mt. lehentrager wehren, und, wiewoll solchs warhe, dennocht so hat er vermittelst seinem gethanem ayde in seinen etlichen vermeynten gegebnen responsion verneynt, das die streyttige lehengüetter von euer ksl. Mt. und dem hl. reich herruerend und des reichs regalien weren, dardurch er sich derselbigen verlustig gemacht hette, wa ihme daran hette einiche gerechtigkeyt gebuert, wie ich dann auß oberzelten ursachen gar nit gestee noch gesteen kan.

    An dem andern, seyttemal des bischoffs und capittels zu Hyldeshem spoliirung und vergwaltige, friedbrüchtige entsetzung und beschedigung meyns vettern seligen und meyner landt und leutte (darauß sich dan dieser streyt geursacht und derselben vorgeenden, frydbrüchtigen, geubten handlung anhengig ist) vor euer ksl. Mt. als dem bequemen, ordentlichen richter introducirt und anhengig worden ist, so haben mein vetter und ich in solcher noch werender rechtsübung mit keynem rechten vor die babstliche Hlt. als eynem andern richter mögen gezogen werden, angesehen, das dardurch der babstlichen Hlt. jurisdiction, woe ihr Hlt. einiche gehabt, als ich nit gestendig bin, prevenirt und vorkomen worden were und das auch continentia causarum nit soll oder möge dividirt werden, des ich mich zu recht thue ziehen und eur ksl. Mt. auß hochstem verstandt selbst leichtsam zu ermessen haben.

    Zum dritten und zu verhynderung der litiscontestation, das die gegentheyl meynen vettern und mich, wie ich hieoben vermeldet, one einiche rechtliche ursache und vorgeende absagung spoliert, entsetzt und vergwaltigt, das mein vetter und ich (aus diesem und andern furbringen, das seine L. selige und ich die gegentheiln nit spoliirt, sonder allein meri executores gewesen und, was seine L. Šund ich gethan, das solchs auß eur ksl. Mt. geheyß nit one seiner L. und meyne grosse darlegung und costen gescheen und darumb woll entschuldigt weren, zu recht gezogen) verhofft hetten, wie dan nit unbillich, die babstliche Hlt. wurde diese sach nit angenommen, sonder vor eur ksl. Mt. remittirt haben, dahyn sie auch gehörig und billich solt remittirt worden sein. Aber unangesehen des und anders hat bäbstliche Hlt. mit dem collegio cardinalium erkanth sich vor einen bequemen und competenten judicem oder richter, wiewoll nichtiglich und auß keinem erheblichen grunde, dardurch mein vetter seliger und ich bewogen worden sein, von solcher vermeynten und nichtigen interlocutorien an die bäbstliche Hlt. und eur ksl. Mt. alternative zu appellirn, welche interponirte appellation mein vetter seliger und ich eur ksl. Mt. haben zuvertigen und insinuirn oder notificirn lassen.

    Ferner als der gegenteyl auf solchs vermelth nichtig, vermeynt, widerrechtlich beiurtheyl nit gefeyret, sein, meyns vettern seligen, und meyne gesetzte procuratores (doch zu keynem weyttern actum als zu der declination fori) und one meyns vettern und mein mandat oder bevelh zu abtreybung des gegentheils ungestüme und unrechtmessigs anhalten verursacht worden, etliche gegenwehrliche relevantes und erhebliche articul einzugeben von wegen meyns vettern und mein, welche auch angenomen, admittirt und zugelassen worden sein, darauf auch und auf einen jeden in sonderheit der gegentheyl vermyttelst seynem ayde geantwort und respondirt. Aber, da sie sich, dieselben zu beweysen, erbotten und umb remissoria angehalten, ist ihne die beweysung wider recht und alle erbarkeyt, das man die warheit nit hat erkunden, sonder die gegenwher abschneyden wollen, auch über erhaltung compulsorial abgestrickt worden. Und hat bäbstliche Hlt. darauf alsbald wider meynen vettern seligen (der domahls verstorben ist gewesen) unerfordert und ungeladen seinen erben und mich endtlich diffinirt und gesprochen, alles wider recht, nulliter und nichtiglich, von welcher vermeynten, nichtigen und unrechtmessigen urtheyl, das meyn vetter seliger und ich den gegentheyln restituirn sollen, hab ich mich von wegen mein selbst und meyns jungen vettern curatorio nomine als beschwert an bäbstliche Hlt. und eur ksl. Mt. alternative berueffen, wie ich solche appellation eur ksl. Mt. auch zugeschickt und notificirt hab. Aber bäbstliche Hlt. hat die appellation, so meins vettern seligen und meine procuratores interponirt, cum responsione appellatorum refutatoriorum auch abgeschlagen. Jedoch haben ihre Hlt. meynen gesandten Friedrichen Wedemeiger mundtlich angezeigt und verheyssen, die executorial eur ksl. Mt. mit aygner bottschaft zuzusenden und one eur ksl. Mt. vorwiessen in negocio executionis nichts zu handeln.

    Demnach sich dan diese ding nit anderst, als wie vermeldet ist, zugetragen, das wider meynen vetter seligen und mich also nichtiglich ist gesprochen worden und die guetter, dorumb der streyt ist, von eur ksl. Mt. und dem hl. reich zu lehen herrüren und ihn dieser sachen nyemandts anders als eur ksl. Mt. richter sein künden und mein vetter seliger und ich erstlich sambtlich und ich darnach von wegen mein und meynes jungen vettern von der vermeynten Šdiffinitiva an eur ksl. Mt. mich beruffen, als ich vernymme, das eur ksl. Mt., derselben stattzugeben, geneigt sey, des ich mich von wegen mein und meines jungen vettern zum hochsten in aller underthenigkeit thue bedancken, und dan auch mit den eröberten guettern von eur ksl. Mt. mein vetter seliger und ich gnedigst belehenet worden sein und solche eröberung auß sonderlichen eur ksl. Mt. bevelch, geheyß, gebott und mandat nit one grossen, dapfern costen und darlegung von meynem vettern seligen und mir bescheen ist, so wyll ich mir keynen zweyffel machen, eur ksl. Mt. aus allen angezeigten, bewegenden ursachen und als mein und meines jungen vettern ordentliche obrigkeit und lehenherre und in bedencken, wan es dermassen gelten sollte, das eur ksl. Mt. wenig gehorsams in dem reich erhalten kondten, werden mich und meynen jungen vettern bey eur ksl. Mt. ergangen decret, darauf ervolgter acht, eröberung und belehenung der guetter schützen, handthaben, vertheydingen und in solcher rechtmessigen, rechtfertigen sachen nit verlossen, und gelangt demnach an eur ksl. Mt. mein gantz underthenigst, vlheliche bitt von wegen mein und meynes vettern, sie wolle gnedigst geruhen, dem bischoff, mit der execution in ruhe zu steen, inhibirn zu lassen, dan mein vetter und ich des erbiettens sein, so er ihnen und mich nit unbesprochen lassen wyll, das mein vetter und ich vor eur ksl. Mt. ihme des rechten nit wollen fürsein, inmassen eur ksl. Mt. vor etlichen jaren statthalter und regiment in dem reiche nit nachhengen wöllen, das sie sich der sachen underfangen sollten, sonder das sie allein vor eur ksl. Mt. selbst person gehörig vermöge inligender copey, wie das alles der ksl. Mt. auch woll gewiest ist, und alles anders von eur ksl. Mt. bescheen moge, das meynem jungen vettern und mir hierin wider den bischof und die vermeynte execution dienstlich sein kan, und das mein junger vetter und ich in dem fhall, sich der bischof ungehorsamlich erweysen wurde, uns nochmals der gegeben execution, die mein vetter seliger und ich uns in dem von eur ksl. Mt. confirmirten quedlinburgischen vertrag auf solchen vhall außdrucklich vorbehalten haben, gebrauchen mögen und das eur ksl. Mt. mir und meynem vettern darzu gnedigst verholfen sein wollen.

    « Nr. Š268 Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim an den Kaiser, mut. mut. an Kg. Ferdinand1 – Regensburg, [1541 Ende Februar/Anfang März]2 »

    A  Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 786, fol. 26r–27r (Kop., lat.).

    B  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 786, fol. 24r–24v (Konz.).

    C  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 786, fol. 22r–22v (Reinkonz.); ÜS fol. 22r: Supplicatio ad cesarem et ad regem pro executione sentenciae.

    D  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 10v–12r (Kop.).

    Teilt in aller Untertänigkeit Folgendes mit: Nachdem die Hildesheimer Kirche in den vergangenen Jahren längere Zeit vakant war, wurde er, ohne dass er damit rechnete, gleichsam wie Aaron von Gott durch einhellige, kanonische Wahl berufen. Nach der päpstlichen Konfirmation und der ksl. Investitur, die ihm das Anrecht auf den Rückerwerb der Güter und Rechte der Hildesheimer Kirche verlieh, die von den Okkupatoren, den Hgg. Erich und Heinrich von Braunschweig, zurückzufordern waren, fühlte er sich durch seinen dem Papst und der Hildesheimer Kirche geleisteten Eid und aufgrund seiner Amtspflicht, auch gedrungen durch die hohe Verschuldung des Stifts, die 200.000 fl. weit übersteigt, und durch den extremen Mangel an Einkünften, von denen er seinen Unterhalt bestreiten könnte, um seinem Willen gemäß das Hochstift zu regieren und beim wahren Glauben zu erhalten, verpflichtet, den Prozess, den Papst Hadrian auf Drängen Bf. Johanns von Hildesheim wegen der geraubten Güter des Hochstifts an der römischen Kurie gegen die Hgg. Erich und Heinrich von Braunschweig eingeleitet hatte, fortzusetzen. Drei ganze Jahre lebte Šer ohne Unterbrechung in Rom, um den Prozess zu Ende zu führen. Nach langem, ununterbrochenem und nachdrücklichem Drängen hat Papst Paul III. auf der Basis seines nach gründlicher Beratung und mit dem Konsens des Kardinalskollegiums gefällten, rechtskräftigen Urteils durch Exekutorialbriefe die Restitution aller Güter und Rechte der Hildesheimer Kirche angeordnet und damit, soweit dies bei seiner Hlt. lag, das Hochstift wiederhergestellt.

    Aber da der Vollzug des päpstlichen Restitutionsurteils dem Kaiser als Advokat aller unterdrückten und beraubten Kirchen obliegt, übergibt er die päpstlichen Exekutorialbriefe zusammen mit kollationierten, beglaubigten Kopien und einem päpstlichen Mahnschreiben dem Kaiser mit der Bitte3, aufgrund seines ksl. Amtes und aus angeborener Milde und Frömmigkeit der Hildesheimer Kirche, die von seinem Vorgänger im Kaisertum, von Karl dem Großen, gegründet und reich ausgestattet, die schuldlos beraubt und gänzlich verheert wurde, kraft der Exekutorialbriefe und des Restitutionsurteils wieder zu ihren Gütern und Rechten zu verhelfen und die Exekution des Rechtsentscheids zu befehlen. Damit handelt der Kaiser im Einklang mit seiner Amtspflicht, mit dem Recht und der Gerechtigkeit, im Interesse der beraubten und unterdrückten Kirche von Hildesheim, nach dem Wunsch des Papstes, des Hl. Stuhles, ganz Deutschlands und aller, die sich das christliche Wesen angelegen sein lassen, schließlich auch in Erfüllung seiner Hoffnung, die er als der von Gott berufene Bischof von Hildesheim seit langem hegte. Devotionsformel4

    «Nr. Š269 Stellungnahme Hg. Heinrichs zur Forderung Bf. Valentins von Hildesheim nach Exekution des päpstlichen Urteils – Regensburg, [1541 vor März 25] »

    A  Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 13r–22r (Kop.); ÜS fol. 13r: Copey des hertzogen antwort auf die uberschickte handlung pro restitutione bonorum ecclesiae Hyldesheimensis.

    B  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 784, fol. 387r–398v (Kop.); DV fol. 398v: Presentatum Ratisponae nomine caesareae maiestatis per dominum Johannem Obernburghe, suae caesareae maiestatis secretarium michi Valentino episcopo hildesemensi una cum aliis adiunctis scripturis die 25. mensis Martij anno 1541.

    Euer ksl. Mt. haben mir der Bf. von Hildensheim supplicationschrieft an euer ksl. Mt. sampt copeien der vermeinten executorialbrief und der bäbstlicher Hlt. vorschrieft zustellen lassen, welcher zustellung ich mich dan in aller underthänigkeit gegen euer ksl. Mt. thue bedancken und byn, es umb dieselbig meynes hochsten vermugens stetts zu verdienen, willig.

    Und wiewoll ich nit zweyffel, euer ksl. Mt. haben albereyd auß meyner vorigen ubergebnen supplication so vill grundts und berichts in dieser sachen entpfangen, darauß euer ksl. Mt. nit unleychtsam schliessen und verstehen mögen, warumb euer ksl. Mt., der babstlichen Hlt. und des Bf. von Hildesheim petition stattzugeben, nit schuldig sein, als ich mich dann solcher angezeygten, ergründten und erheblichen ursachen und guetten, bestendigen, gethanen berichts halben desselbigen gewießlich thue getrösten, und das euer ksl. Mt. dem Bf. von Hyldesheym auf meines jungen vettern und mein bescheen erbietten werden inhibirn und, sich solicher inhibition gehorsamblich zu halten, underrichten lassen, als das er in negotio executionis in ruhe und abstehe, dann wolt oder gedächte er, sich dagegen aufzuleynen, oder sunst, wieder meynen jungen vettern und mich furtzefahren, understeen wurd, so würden wir beyde hochlich und nottdrenglich verursacht, welches wir auch keyneswegs umbgehen wuesten, das wir uns nachmahls gegen bischoff und capittel zu Hyldeshem der gegebnen executorial und bevolhener execution, so mein vetter seliger, Hg. Erich, und ich in dem quedlinburgischen vertrag, der erstlich durch euer ksl. ŠMt. und volgendts durch die bäbstlicher Hlt. selbst ist bestettigt worden, uns außdrüglich in solichen vhall vorbehalten haben, gebrauchen müssen, welchen euer ksl. Mt. bevelh wir nachmahls als verursacht und gedrungen getreulich und gehorsamblich, wie euer ksl. Mt. würglich befinden werden, auf beruerten vhall zu geleben und nachzukomen gedencken und entschlossen sein.

    Dann woe der bischoff, meinen jungen vettern Hg. Erichen und mich vor euer ksl. Mt. als dieses streyts den einigen, rechten riechter zu besprächen, vermeynet oder gedenckt, wollen mein junger vetter und ich ihme des rechten vor euer ksl. Mt. nit fursein, das es demnach unnöttig und uberflüssig sein möchte, euer ksl. Mt. mit mehren oder weittern bericht zu bemuhen. Aber dannoch zu hyndertreybung des Bf. von Hyldeshem vermeynte und unbestendige supplicationschrieft, die nichtige, erlangte executorialbrief und clare, deutliche antzeyge ze thun, warumb euer ksl. Mt. des Bf. von Hyldesheim petition nit statt geben sollen noch, solichs ze thun, nit schuldig sein und das durch die babstliche Hlt. (mit gebürlicher reverentz zu schreiben) in solicher sachen nichtiglich, praecipitanter, nulliter, wider recht und rechtsordnung gesprochen worden sey, so hab ich vor guett und rathsam angesehen und geacht, das ich diese meyne kurtze ergrünte, bestendige und erhebliche antwort euer ksl. Mt. auch thun und einbringen sollt mit gantz underthenigster biett, euer ksl. Mt. wollen, dieselbigen mit guetigen, milten und gnedigen gemüthe anzuhören, genedigst geruchen.

    Und erstlich, das sich der Bf. von Hildensheim in dem eingang seiner vermeynten und unbestendigen supplication ruhmet, wie er als Aaron on alle seine gedancken mit eynhelliger erwelung zu der kirchen zu Hildeshem sey berueffen worden, lasse ich diese seine heftige vergleychnis und berühmen uff seinem unwerth beruhen, dan ich weys, zu welchen er gesagt, kondten auch dieselbigen anzeigen, ehe er zu einem bischof gekoren worden, und darzu an den babstlichen hove zu Rom, er wüste und konthe diese streyttige sachen wider meynen vettern seligen und mich woll erhalten, und dergleichen weitter viel mehr, darauß dan der widerschein clerlich abzunemen, das alle seyne gedancken zu solchem episcopat gestanden und er lust getragen, sich in unrechtlich gezängk wider meynen vettern seligen und mich einzulassen, dannoch dorffe er itzund [khone?]sein, sich vor euer ksl. Mt. des widerigen, welchs ihme niemandts glauben kan, zu berühmen.

    An dem andern aber, das mein vetter seliger gedechtnus, Hg. Erich der elter, und ich die kierchen zu Hildeshem solten spoliirt und entsetzt haben, darauf sich itziger bischoff auch vermeintlich und one grund thut fundirn und gründen, das also gedachter meyn vetter seliger und ich der ererbten guetter von dem stieft Hildeshem nit one beider unser grösse darlegung, expenß und costen unrechtmessige besietzer und inhaber sein sollten, dargegen wiessen sich euer ksl. Mt. mit genaden wol zu entsynnen, welchermassen bischoff und capittel der kierchen zu Hildenshem des 19. jars der weniger zall in dem monat Junio, als man in erwelung eines romischen konigs gestanden, zu verhynderung euer Šksl. Mt. wahl und zu fürderung des Kg. von Franckreich mit zuthatt des Hg. von Lunenburg einen gewaltigen hauffen zu roß und fueß versamblet, damit sie erstlich den stift Minden, welchem damahls mein brueder seliger, Bf. Frantz, vorgewesen, und dernach meynem vetter seligen, Hg. Erichen, und mich mit einhelligem rathe one einiche vorgehende verwahrung ihrer ehren und one gegeben ursachen wider recht, die reichsordnung, constitution, reformation und außgekundigten, hochverpeenten landfrieden boßlich und proditorie uberzogen, den stift Minden, meines vettern seligen und meine land und leuth mit vielen unzalbarlichem brandt, nahme, raub, dotschlag, zerstörung, plünderung und eynnemung mercklich beschädiget, vergwaltiget, verletzt, auch viel stette, schlosser, flecken, dörffer, gottsheuser erobert, zerstört, verwüstet und mehr als veyntlicherweys damit gebareth. Und als mein vetter seliger und ich dargegen, wie wir dan schuldig gewesen, unser land und leuth von solichem frevel und unrechtmessigem gwalt erretten und beschirmen wolten, sein derselbig mein vetter seliger und mein brueder, Hg. Wilhelm, sambt vielen unser aller stattlichen vom adel in einer gehaltenen schlacht durch den leydigen unfhall nydergelegt, gefangen und umb ein merckliche summa gulden zusambt der blünderung an geld, gold, barschaft, wagen, pferden, munition, harnisch, credentz und silbergeschirr geschatzt und gerantzet worden, welches alles, dweyl es euer ksl. Mt. zuvorn mehr als zu einem mahl ist stuckweyß und nach der lengde angezeigt worden, so will ich jetzunder, darvon weitter erzelung ze thun, underlassen.

    Als aber darnach euer ksl. Mt. zu der wierden eines romischen königs gekomen und diese berurthe der gegentheyln friedbrüchliche kriegsübung und handlung vernomen, do haben euer ksl. Mt. beyde theil vermöge des colnischen reces, auf dem gehaltenem reichstag zu Wormbs vor derselbigen euer ksl. Mt. zu erscheynen, citirn und erfordern lassen und nach allem zu beyden theyllen furbringen und gnugsam entpfangen bericht mit rath, wiessen und willen der Kff., Ff. und anderer stenden des hl. röm. reichs, geystlichen und weltlichen, den drietten tag des monats Junij des 21. jars der weniger zall erkandth und decernirt, das beyde theyl bey privirung oder entsetzung ihrer regalien und lehen und bey vermeydung euer ksl. Mt. und des reichs acht und aberacht die schlosse, stette, flecken und guetter, so einer den andern abgewonnen und eingenommen, innerhalb eines monats den negsten in euer ksl. Mt. hand stellen, auch in derselben monadtsfrist alle gefangen, darunder mein brueder, Hg. Wilhelm, auch begrieffen sein sollt, von beiden teyllen und jeden in sonderheit betaget und nit weytter gemanet werden, auch alle ungebene schatzung anstehen sollten bys zu endtlichem außtrag der sachen. Diesem decret mein vetter seliger und ich (one rhum) zu gehorsam euer ksl. Mt. getreulich nachkomen sein, aber die gegentheiln haben sich demselben gantz verechtlich euer ksl. Mt. zu sonderm honn und vercleynerung widersetzt, die gefangen auf das neu in schwere gefangnus geworfen, gesaczt und sich, die heuser euer ksl. Mt. commissarien Obernweymar einzustellen, geweygert. Darumb euer ksl. Mt. bewogen worden, das sie im ende des monats Julij des 21. jhars der weniger zall die ungehorsame Šbischoff und capittel, ritterschaft und landtschaft des bistumbs Hildeshem als die in euerer ksl. Mt. und des hl. reichs acht und aberacht, auch privirung und entsetzung aller ihrer regalien und lehen gefallen, als erkanthe achter denuncirn, verkunden und offenbaren haben lassen und den Kg. in Dennemark, meynen vettern und mich zu executores verordnet, die wir auch als executores solche euer ksl. Mt. und des reichs acht gegen die achter auß euer ksl. Mt. bevelh exequirt und volnzogen haben.

    Dweyl der (wie erzelt) bischoff, capittel und ritterschaft und landtschaft des bistumbs Hildeshem durch euer ksl. Mt. auß obvermelten ursachen als erkanthe achter denunciert, verkundet und geoffenbart worden sein und das darauf euer ksl. Mt. meynem vettern seligen und mir nit allein, die execution und volnstreckung der berurten acht zu thun, bevolhen, deren mein vetter seliger und ich auch zu gehorsamen euer ksl. Mt. uns nit one sundere darlegung und grossen costen underfangen, sonder auch allen und jeden an- und umbliegenden stetten, das sie solchen erklerten und geoffenbarten ächtern keyne hylf thun oder leysten solten, wie es dan offenbar ist, bevolhen und mandirt, so wyll jhe darauß mit aller vernunft und guettem, bestendigen grunde, was mein vetter seliger und ich also wieder die genanthe ächter auß euer ksl. Mt. bevelh und geheyß als meri executores furgenomen und gethan, ervolgen, das es anderst als mit recht und allen fuegen gescheen, nit soll oder möge gedeutet werden und gantz für kein spolium zu halten sein, nam merus executor onus sibi iniunctum exequendo non dicitur committere spolium, zu recht gezogen.

    Und ob schon der Bf. von Hildeshem darwider sagen wolt, als sich dan solchs in seiner vermeynten unerheblichen und unergrundten apologia oder schutzrede befindet, das euer ksl. Mt. so auß guetten, zeitigem rathe cum causae cognitione und mit wiessen und willen der geystlichen und weltlichen Kff., Ff. und stenden des reichs mit der berurten erkandten acht nichtiglich solte gefaren und gehandelt haben, so mag es ihme doch nit furtragen, dan solichs noch unverwiesen und unauffundig gemacht worden ist, und, so nach außweysung der rechte in dubio oder in einem zweyvell vor des richters gesprochen urtheyl und sententz zu vermuthen ist, wievill mehr dann euer ksl. Mt. acht, das dieselbig, wie billich und recht gescheen sein, zu halten ist. Darauß dann mit bestand mag und soll gesagt werden, das euer ksl. Mt. bischoff, capittel und andere des stifts Hildeßhem nit spoliirt und das derhalben auch meynem vettern seligen und mir kein spolium imputiert oder uffgelegt werden kann. Das aber euer ksl. Mt. unzweyfelig nach recht und der warheitt gehandelt, wird nit allein auß derselben euer ksl. Mt. verbis narrativis, die sich auf euer ksl. Mt. eygen factum oder handlung grunden, deren sich euer ksl. Mt. in der executorialn und der investitur, die sie meinem vetter seligen und mir genedigst gegeben und darauf euer ksl. Mt. intent gestellt worden, gebrauchen, welchs dan nach sage der rechten ein gnugsame und volkomene beweysung ist, sonder auch ist an ihme selbst offenbar und notorium, das die gegentheiln euer ksl. Mt. ergangen Šdecret gar nit gelebt und darumb in die acht gefallen und als ächter declarirt und denuncirt worden sein.

    Am andern ist auch warh, das diese sach von wegen des friedbruchs und der unrechtmessigen kriegsfurung, die gegenteyln wider meinen vettern seligen und mich geübet, und des nham, raubs, brandts, blunderung und zerstörung halben in solchem verbotten, friedbrüchtigen krieg vor euer ksl. Mt. erwachsen und das von wegen der weltligkeit, regalien und feuda die gegenteyln eur ksl. Mt. jurisdiction und gerichtszwang underworfen. In temporalibus enim praecellit imperator. Item, ad imperatores pallatia pertinent, ad sacerdotes ecclesiae imperatori publicorum munerum ius commissum est. Darauß dann auch bestendiglich geschlossen werden soll, das euer ksl. Mt. in solchen sachen haben richten und den ungehorsamen solche straff von wegen der weltlichen regalien und lehen auflegen mogen. Und ob schon dargegen wolt gesagt werden, die gegentheiln weren nit gegenwürtig gewesen, als sie in die acht declarirt worden, so mochte es sie doch wenig fürtragen, cum in processu principis non requiratur citatio, zu recht gezogen. Das aber gegentheyln zugegen gewest, da sie in die acht gesprochen sein worden, thue ich mich auf euer ksl. Mt. und des reichs stende ergangen decret referirn und ziehen.

    Und dan auch, das des bischoffs myßhandlung billich der kierchen nit nachteylig oder schädlich sein solte etc., dan diese friedbrüchige kriegsübung und handlung ist mit eynhelligem rath bischoffs und capittels der kierchen zu Hildeshem furgenomen und volnbracht worden, und hat das capittel alle handlung beliebet, ratificirt und angenem gehalten, welche bischoff und capittel also sambtlich nach disponirung der rechten die kierchen representirn, und darumb so hat die kierch ihres lehens und feudi wol mögen und könden privirt und entsetzt werden, des ich mich auch zu recht thue ziehen. Das aber die guetter, darumb der streyt sich erhelt, je und alwegen von dem reich zu lehen gangen sein, bekennth der bischoff selbst in seiner vermeynten und unbestendigen apologia und jetziger, an euer ksl. Mt. außgangen supplicationschrieft, da er spricht, wie er nach erlangter confirmation oder bestettigung der election mit den regalien und weltlicheit von euer ksl. Mt. investirt und belehenet worden sey. Und das dieselbig vermeynte investitura feudalis sey, erscheint erstlich auß dem, das [er] euer ksl. Mt. darin ist bietten, das euer ksl. Mt. ihme seine und seines stifts Hildesheim regalien und weltlicheit mit allen und jeden namhaften herschaffen etc., den bann und gerechtigkeit, uber das bluet zu richten, und, denselben bann furbaß seinen vogten, richtern und amptleutten zu verleyhen, gnediglich zu leyhen geruchten. An dem andern auch, das in derselben vermeinten investitur euer ksl. Mt. melden, das er diese obberürte regalien, weltlicheit und lehen von euer ksl. Mt. und dem reich zu lehen haben, besitzen und gebrauchen möge, doch euer ksl. Mt. dem reich und sonst meniglich an seinem rechten unvergrieffen. Zu dem dritten auch, das darauf der Bf. von Hildenßhem gewonliche geluebde und ayde gethan, von solcher regalien, weltlicheit und lehenschaft wegen euer ksl. Mt. und dem reich Šgetreu, gehorsam, gewertig zu sein und davon zu dienen und ze thun, als das ein gaystlicher furst einem romischen kayser oder konig, seinem lehenherren, zu dienen pflichtig ist. Solchs aber unangesehen, als er uff etliche position und articul geantwort, hat er vermittelst seinem ayde verneynt, das solche strittige guetter von euer ksl. Mt. und dem reich zu lehen herrierendt, mit was ehren und gewissen, haben euer ksl. Mt. nit unleichtsam zu ermessen, also, wo er an solchen guettern einiche lehensgerechtigkeit gehabt hette (welche ich ihme für mich und meynen vettern, die wir darmit vorlängst von euer ksl. Mt. auf vorgehende indult und in gegenwurtigkeit Bf. Balthasars, Leuins von Veltem und anderer thumbherren one alle contradiction oder widersprechen gnedigst belehenet worden sein, nit gesthee), so hette er doch dieselbige gerechtigkeit dardurch verwurckt und verlorn, vasallus enim negans dominium feudi eo ipso cadit a iure feudi, zu recht gezogen.

    Das nun auch euer ksl. Mt. meynen vettern seligen und mich zu executorn deputirt und verordnet, wirdt mit der commission und investitur, die euer ksl. Mt. meynem vettern seligen und mir uber soliche guetter gegeben, – ich geschweig des sonderlichen bevelhs – auch beweisen, welche der bischoff seyner vermeynten apologia eingeleybt und inserirt hat, darin euer ksl. Mt. erzelen, wie sie meynem vettern seligen und mir, die volnstreckung und volnziehung des decrets und der acht wider den bischoff und Hg. Heinrichen den eltern wirglich zu thun, bevolhen hab. Und eben auch mit derselben investitur wird wahr gemacht, das mein vetter und ich dieselben guetter von euer ksl. Mt. und dem hl. reich zu lehen empfangen, getragen und also noch zu lehen tragen und haben. Und ist zudeme unvermeyntlich warh, das die eingenomen heuser, schlossen und stette mit allen ihren zugehörungen der zeytt, sie eyngenommen worden, und viel jar darvor etwan durch Bf. Johann und seine vorfaren mit einhelligem rath des capittels nit on bewegende ursachen et pluribus praecedentibus tractatibus vor ein grosse, dapfere und stattliche summen gulden verpfendet, verkouft, alienirt oder vereussert gewesen sein, also das in zeit der eynnemung schlosser, heuser, stätt und dörffer und darvor kein bischoff in gewehr oder possession derselbigen gewesen ist.

    Auß diesem allen dan erscheinet erstlich und ist wahr, das der bischoff meynem vettern seligen und mir mit bestand und grund kein spolium zumessen kan, und dan auch, das er meynen vettern und mich auf ein spolium mit recht nit hat fürnemen mögen, an dem andern, das diese streyttige guetter euer ksl. Mt. und des hl. reichs feuda, lehen und regalien seyn und dieser streyt umb diese feuda sich erhelt, zum dritten, das solche sache zuvorn vor euer ksl. Mt. zu Wormbs anhängig worden ist, und letzlich, das bischoff und capittel mit einhelligem rath communicato consilio meynen vetter seligen und mich, ehe dan die execution des decrets und banns wieder sie ergangen, mercklich vergwaltigt, spolirt, entsetzt, beraubt, beschedigt, offendirt und verletzt. Seyttemal nun, wie berürt, mein vetter seliger und ich kein spolium oder auch sacrilegium committirt oder begangen und euer ksl. Mt. nit weniger als der geistlich rychter Šsuper sacrilegio erkennen und regnoscirn mögen, und als ein dominus feudi oder lehenherr sowoll super spolio, possesorio als super dominio feudalis rei richter sein kan, also das die lehenträger den lehenhern super spolio zu ersuchen schuldig, alles zu recht gezogen. Und dan auch, das diese sache albereydt, wie angezeigt, vor euer ksl. Mt. in rechtvertigung erwachsen, darin auch euer ksl. Mt., wie obgemeldet, procedirt, das mein vetter seliger und ich darmit der bäbstlichen Hlt. gerichtszwang, woe ihr Hlt. einichen gezwang hette gebüren mögen (wie ich nit gestehe), vorkomen hetten, und wolten die continentiae causarum nit zu dividirn oder zu teyllen seyn. So hat diese sache mit keynen fuegen, auch nit under dem schein des sacrilegiumbs, vor die bäbstliche Hlt. komen mogen, an dem andern auch, dweyl mein vetter seliger und ich also, wie oben angezeygt, von bischoff und capittel mercklich entsetzt, vergwaltiget und spoliirt worden, das mein vetter seliger und ich, dem bischoff zu antworten, nit schuldig gewesen seyn, cum spoliatori spoliatus ante restitutionem non cogatur ullatenus respondere, zu recht gezogen. Und so auch bischoff und capittel in keyner gewerh gewesen, haben sie sich jhe einicher entsetzung nit beclagen konden.

    Wiewoll nun mein vetter seliger und ich durch unser gwalthaber solchs alles zu der declination fori fürwenden lassen und in arbeyth gestanden seyn, etliche unsere jura und gerechtigkeytten, darin bey meynem vettern und mir nyhe kein mangel erschyenen, gen Rom zu uberschicken, dannoch nichtdestoweniger und solchs alles unangesehen und vor eintragung unserer angezognen gerechtigkeitt, an welchen doch nye kein mangel oder saumnus bey meynem vettern und mir gewesen, haben die babstliche Hlt. also precipitanter, nulliter, de facto nichtiglich und widder recht nit one etlicher gunst, wie dan leichtlich abzunemen ist, sich in solicher sachen vor einen bequemen oder competenti iudice erkenth, welchs wie es sich auch reymen kan, mit dem, so in den executorialbriven narrirt und erzelt wird, wie das Hieronimi cardinalis de Ginutiis beder theillen informationes, acta, regestra und iura gesehen, gelesen und examinirt haben, ist nicht unleichtsam ob dieser meyner warhafftigen anzeyge abzunemen.

    Als sich nun mein vetter und ich solcher vermeinthen, nichtigen und widderrechtlichen beyurteyl nit wenig beschwert gefunden, haben wir uns davon, sobald wir derselben verstendiget und bericht worden seyn, an die bebstliche Hlt. und euer ksl. Mt. alternative berueffen, welcher appellation instrumentum mein vetter seliger und ich euer ksl. Mt. zugefertigt und darauf, wie sich gebuert, angehalten haben. Volgendts als der gegentheyl auf solchs vermeldet, nichtig, vermeint, widerrechtiglich beyurtheyl nit gefeyrett und meynes vettern seligen und meyne procuratores, doch one unser beyde mandat oder bevelch (dan wir dieselben zu keynem weyttern actum als der declination fori gesatzt), zu abtreybung des gegentheyls ungestume und unrechtmessig anhalten etliche gegenwehrliche relevantes und erhebliche articul im recht eingegeben, sein dieselben angenomen, admittirt und zugelassen worden, und hat gegentheil darauf vermittelst seinem ayde respondirt und geantwort. Do sich nun dieselben Šprocuratores zu der beweysung der eingebrachten articul erbotten und umb remissoria ad partes angehalten, ist ihne die beweysung wider recht und alle erbar- und billicheit gar auß keynem bestendigen grundt denegirt, geweygert und abgeschnitten worden, auß was bedencken ich anders nit erachten mag, dan das man, die warheit zu sehen, wenig lust getragen.

    Und ist demnach alsbald von der babstlichen Hlt. wider meynen vettern seligen und mich nit one etlicher gunst endtlich gesprochen und diffinirt worden, unangesehen auch, das mein vetter seliger derselbigen zeit des gesprochnen urtheils mit tod abgangen und verschieden was und das seiner L. nachgelassener erb, mein junger vetter, noch jemandts anders von seinetwegen citirt, geladen oder gefordert worden ist, gantz nulliter, nichtiglich und wider recht, von welcher vermeynten, unrechtmessigen, nichtigen endurtheyl ad superfluam cautelam ich auch von meiner selbs und meynes jungen vettern curatorio nomine an die babstlich Hlt. und euer ksl. Mt. alternative reclamirt, appellirt, protestirt und provocirt hab, dieselbig appellation, reclamation und protestation dann euer ksl. Mt. auch jetz zugefertigt und dorauf, wie sich gebüret, angehalten worden ist. Auß diesem grund ich nit gestehen kan, das die vermeynte gesprochen urtheyl a non iudice in einiche würgkung hat gehen konden. Welchergestalt aber die guetter von meynem vettern seligen und mir auß euer ksl. Mt. gehayß eingenomen und wir darmit von derselbigen euer ksl. Mt. belehenet worden sein, auch darauf vermoge des vertrags zu Quedlinburg durch underhandlung des metropolitani und anderer außgericht worden ist, (damahls dan das capittel die verwaltung der kierchen zu Hyldesheim gehabt), verglichen sein und das derselbig vertrag erstlich durch euer ksl. Mt. und volgendts durch bäbstliche Hlt. selbst bestettigt und confirmirt worden ist, bedarf weytter erklärung als gescheen gar nit. Dan, das euer ksl. Mt. meynem vettern seligen und mir erstlich indult gegeben und volgendts mit den streyttigen guettern in beysein Bf. Balthasars, Leuins von Velthem und anderer thumbherren one alle widerspräche uns belehenet haben, ist gantz offenbar und unverborgen.

    Seyttemal dann, wie berürt, meynem vettern und mir kein spolium, kein entsetzung, kein sacrilegium zugemessen werden kan mit einichen bestandt und euer ksl. Mt. der einige dieser sachen richter seyen aus allen und jeden obangezeygten grunden, die erstlich auch vor euer ksl. Mt. anhängig worden ist, und mein vetter seliger und ich der babstlichen Hlt. iurisdiction nye prorogirt, sonder allwegen uns auf euer ksl. Mt. erbotten, berueffen und appellirt und die babstliche Hlt. gantz nichtiglich in solche sache eingelassen und gehandelt haben, auch mein vetter seliger und ich mit diesen guettern, darumb sich der streyt erhelt, gnedigst als einem feudo imperii von euer ksl. Mt. belehenet worden sein und, was mein vetter seliger und ich gethan, das solchs auß sonderm euer ksl. Mt. als des lehenherrens mandat und bevelh gescheen, darbey auch euer ksl. Mt. gnedigst zu ermessen haben, das der vorig berürt Bf. Johan unverstorben, sonder noch im leben ist, das auch dieser ursach halben dem jetzigen bischoff kein cklag hat gebüren mögen, so sollen und wollen euer Šksl. Mt. des gegentheyls widerrechtlichen, unbillichen und nichtigen petition gar kein statt geben, wie dan von rechts wegen solchs vermeynt, nichtig und widerrechtlich gesprochen urtheil nit kan noch soll einicher execution oder volstreckung demandirt oder bevolhen werden. Das wyll ich mich zu euer ksl. Mt. gantz ungezweyvelt vertrösten. Und haben auch euer ksl. Mt. gnedigst abzunemen, das der babstlichen Hlt. mit keynem grund noch rechten hat gebüren künden, die durch meynen vettern und mich beschehen infeudationes zu revocirn und unsere underthanen von ihrem ayde zu absolvirn, wie euer ksl. Mt. dan solchs in den executorialbrieffen befunden, und das ihre Hlt. fürhat, eur ksl. Mt. und des reichs jurisdiction und lehen einzutziehen und zu schmelern und also seine sichel in eine frembde eern zu richten, und biett, wie vormahls in meyner ersten supplicationschrieft [Nr. 267] allenthalben gebetten worden ist, nemlich das eur ksl. Mt. gnedigst geruchen, dem gegentheil, das er in negocio executionis in ruhe stehe, inhiebiren zu lassen sub poena privationis etc. mit precavirung euer ksl. Mt. interesse und gravamina und, das auch, dweyll sich der bischoff solcher inhibition widersetz machen möcht, öffentlich den stenden des reichs, ihme wider meynen jungen vettern und mich kein hylf, beylegung oder fürderung ze thun, sub paena der acht mandirt, bevolhen und gebotten werde. Dan solt oder wollt der bischoff gegen meynem jungen vettern und mir furthfaren, so musten wir uns je der vorbehaltenen executorial gegen ihme und sein capittel gebrauchen, in solchem vhall dan mein vetter und ich nochmahls, euer ksl. Mt. bevelch gehorsamblich nachzukomen, gedencken und entschlossen sein.

    Und seittemahl dan, wie erzellt ist, bischoff und capittel zu Hildesheim meynem vettern seligen und mir grossen, verderblichen und unüberwindtlichen schaden zugefuegt, ehe dan wir dieselben widrumb auß euer ksl. Mt. [bevelh] angegrieffen, und also die belli motores, aggressores, spoliatores und incentiarii seyn, so wyll meins vettern und meyne unvermeydliche notturft erfordern, das wir ad perpetuam rei memoriam zu ewiger gedechtnus etliche kundtschaft furen, dweyl diejhenigen, so dieser ding wiessenschaft trag[en], schwach und mit alther beladen seyn, und anders furbringen lassen, damit meynem vettern und mir copia probationis nit möge auferirt oder benommen werden, derowegen sein hieneben verwarth etliche articul, im latein und teutzsch auff solchen gwalt, friedbruch und schaden gestellt1, die eur ksl. Mt. ich auch underthenigst thue uberantworthen mit gantz underthenigster biett, euer ksl. Mt. wollen, darauff commissarien zu geben, genedigst geruhen. Zu dieser notturft dann euer ksl. Mt. ich zu comissarien antzeyge die edlen und wolgebornen Gf. Wolffen von Stolberg und Gf. Georgen zu Mansfeld sambtlich und sonderlich, das dieselben die gegenzeugen, so mein vetter und ich zustellen werden, wie recht Šaufnemen und ihre ansage eigentlich aufschreyben und von den articuln dem widertheyl copei, darauf seine interrogatoria, ob er will, auch zu fertigen und zu ubergeben, zustellen, zu welcher verhöer ich auch für adjuncten notarien fur mich und meynen vettern Peter Hoxheimern und H. Tyll Soldervogt deputir und ernenne, und das sie zu beweysung solchs articulirten schadens, so der gwalt dargethan ist, von mir von wegen mein selbst und meynes jungen vettern als curatoris und unser underthanen, den auch der gwalt zugeschoben worden ist, den ayd oder iuramentum probationis nemen und alles das thun mögen und sollen, welchs sich eygnet und gebürt. Euer ksl. Mt. wolle sich hierin gantz gnedigst gegen meynem jungen vettern und mir beweysen. Das sein umb euer ksl. Mt. wir in aller underthäniger dienstbarkeit stets ungesparts leybs und guts zu verdienen wyllig2.

    «Nr.270 Stellungnahme Bf. Valentins von Hildesheim zur Antwort Hg. Heinrichs auf seine Supplikation – Regensburg, o. Datum »

    A  Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 38r–40v (Kop., lat.); ÜS fol. 38r: Copia replicae episcopi caesareae maiestati oblata.

    B  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 784, fol. 533r–536v (Kop.).

    ŠDankt dafür, dass ihm die auch im Namen Hg. Erichs von Braunschweig abgegebene Stellungnahme Hg. Heinrichs von Braunschweig zu den beim Hl. Stuhl erlangten, die okkupierten Güter des Hochstifts Hildesheim betreffenden Exekutorialbriefen, zu dem dem Kaiser zur Beförderung der Exekution übermittelten päpstlichen Breve und zu seiner dem Kaiser eingereichten Supplikation zugestellt wurde. Hat nach reiflicher Prüfung in diesen Schriften Hg. Heinrichs von Braunschweig nichts Neues finden können, was nicht bereits seit 20 Jahren vom Auditorium der Rota Romana, dann von den damit befassten Kardinälen, schließlich von Papst Paul III. zusammen mit dem Kardinalskollegium prozessual gründlichst diskutiert, geprüft und erörtert worden ist, wie sich aus den Akten, die mehr als 3.000 Blätter umfassen, und aus den von höchstqualifizierten Advokaten mündlich und schriftlich eingeholten Informationen sehr klar ergibt. Hg. Heinrich hält es nicht für unter seiner Würde, in seiner dem Kaiser eingereichten Antwort Papst Paul zu verunglimpfen, den aus dem sächsischen Herzogshaus stammenden Bf. Johann von Hildesheim des Majestätsverbrechens und des Verrats zu beschuldigen und alles zu tun, um die Ungnade des Kaisers gegen das elendiglich bedrückte und seiner Güter beraubte Hochstift Hildesheim zu erregen, im Vertrauen, durch seine Kunstgriffe in der Auseinandersetzung um die geraubten Güter der Hildesheimer Kirche für sich Boden gut zu machen.

    Aber nach ergangenem Restitutionsurteil ist es aufgrund der vorliegenden Exekutorialbriefe nur noch um den Vollzug der Exekution zu tun. Und damit dies geschehe, hat der Hl. Vater den Kaiser ermahnt, und auch er hat um der Not der beraubten Hildesheimer Kirche willen den Kaiser darum gebeten. Bittet erneut mit allem Nachdruck darum, dass der Kaiser, dem von Gott die Unversehrtheit aller Kirchen und deren Schutz und Verteidigung aufgetragen sind, sich unter Zurückweisung der Verleumdungen und Ausflüchte Hg. Heinrichs von Braunschweig aufgrund seiner Amtspflicht, auch aus angeborner Milde und Frömmigkeit, des Vollzugs der rechtskräftigen Exekutorialbriefe annehmen und den braunschweigischen Herzögen ernstlich befehlen möge, gemäß dem ergangenen Urteil alle der Hildesheimer Kirche entzogenen Güter und Rechte zu restituieren samt allen zwischenzeitlich eingezogenen Abgaben und Steuern, Schadensersatz zu leisten und alles zu vollziehen, was das kuriale Urteil und die Exekutorialbriefe enthalten. Über den durch ein rechtskräftiges Urteil abgeschlossenen Konflikt sich mit Hg. Heinrich oder irgendjemandem in fruchtlose Auseinandersetzungen einzulassen, ist er von Rechts wegen nicht verpflichtet. Aber nach Vollzug des Urteils und nicht früher wird er sich, wenn die Herzöge sonstige Forderungen gerichtlich gegen ihn geltend machen wollen, dem Rechtsverfahren vor dem zuständigen Gericht nicht entziehen. Bittet darum nochmals inständig, der Kaiser möge nicht zulassen, dass die Hildesheimer Kirche, die Gründung seiner Vorgänger, Karls des Großen und seines Sohnes Ludwig, entgegen dem ergangenen Urteil durch die Verleumdungen Hg. Heinrichs noch weiter behelligt und, wie dieser wünscht, vollständig vernichtet werde. Zu beachten ist auch, dass während der zwanzigjährigen Okkupation Tausende armer Untertanen, Laien und Kleriker, jämmerlich unterdrückt, durch übermäßige Besteuerung, durch ŠErpressung und Ausbeutung ohne Unterlass gequält und ins äußerste Elend getrieben wurden und dass ihnen, wenn dies nicht vor der Abreise des Kaisers aus dem Reich geschieht, keine Hilfe zuteil werden wird. Es besteht dann die Gefahr, dass diese Untertanen nicht nur vom Kaiser, sondern auch von der römischen Kirche und vom katholischen Glauben abfallen. Hat dies als Bischof von Hildesheim, dem die Fürsorge für die armen Unterdrückten von Gott anvertraut ist, zur Entlastung seines Gewissens nicht verschweigen können. Empfiehlt die Hildesheimer Kirche, ihre Untertanen und sich selbst dem ksl. Schutz1.

    [Beilage:] Liste der von den Hgg. Erich und Heinrich von Braunschweig okkupierten Burgen, Städte, Klöster, Dörfer und anderen Güter des Stifts Hildesheim (Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 41r–44r).

    « Nr. Š271 Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim an den Kaiser gegen Klaus Berner und dessen Komplizen – Regensburg, [1541 nach April 24/vor Mai 23]1 »

    Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 170v–173r (Kop.); ÜS fol. 170v: Copey der supplication H. Valentins Bf. contra Clauß Berner et consortes seu complices.

    Hat vor einigen Tagen dem Kaiser neben anderen Beschwerungen, die dem Stift Hildesheim aus den braunschweigischen Territorien, besonders aus Hg. Heinrichs Fürstentum täglich widerfahren, auch die Gewalttaten zur Kenntnis gebracht, die Klaus Berner gegen das Hochstift, das Domkapitel und die Stadt Hildesheim verübt hat. Letzte Weihnachten hat Berner Hildesheimer Kaufleute auf dem Rückweg vom Leipziger Markt ausgeraubt, bald danach einige Hildesheimer Bürger umgebracht bzw. verwundet. Nach seinen Gewalttaten hat er sich jederzeit auf braunschweigisches Territorium zurückgezogen und dort Unterschlupf gefunden, ohne dass die Herzöge, obwohl darum ersucht, gegen ihn einschritten. Hat auch bereits über die sonstigen gewalttätigen Übergriffe berichtet, die aus dem Fürstentum Braunschweig, besonders aus dem Gebiet Hg. Heinrichs gegen ihn und seine Untertanen erfolgen2. Wenn er der Übeltäter habhaft werden konnte und sie Hg. Heinrich zur Aburteilung überstellte, wurden trotz ergangener Kammergerichtsmandate keine rechtlichen Schritte unternommen, entgegen dem Landfrieden, zu Verachtung des Kammergerichts und zum Schaden seines Stiftes. Diese feindseligen Akte hören trotz der Anwesenheit des Kaisers im Reich und trotz der Versammlung der Reichsstände nicht auf, häufen sich vielmehr täglich. Am 24. April 1541 wurden die Wagen von Kaufleuten aus Hildesheim, Lübeck, Hannover und anderen Städten auf dem Rückweg von der Frankfurter Messe ausgeraubt. Die Täter kamen aus dem Fürstentum Braunschweig und zogen sich dorthin wieder unbehelligt zurück, ohne dass die dortige Obrigkeit, die darüber unterrichtet war, eingriff3.

    Weil sich solche Vorfälle auf Anstiftung oder zumindest mit Vorwissen Hg. Heinrichs von Braunschweig und seiner Leute ereignen und dabei beabsichtigt ist, ihn und seine Untertanen einzuschüchtern und die Stadt Hildesheim und die ganze Landschaft aufzuwiegeln, so dass, wenn der Kaiser nicht rechtzeitig dagegen vorgeht, ein gefährlicher Aufruhr zu befürchten ist, bittet er, zur Durchsetzung des Landfriedens und zum Schutz seiner Untertanen Klaus Berner und seinem Anhang Šunter Strafandrohung zu gebieten, alle friedbrüchigen Handlungen zu unterlassen, sich mit dem Rechtsweg zu begnügen und seine Untertanen nicht zu behelligen, und zugleich den Ständen und Städten der Region einzuschärfen, die Straftäter in keiner Weise zu begünstigen, sondern vielmehr zu verhaften und vor Gericht zu stellen. Für den Fall, dass Klaus Berner und sein Anhang dem ksl. Befehl nicht nachkommen sollten, möge der Kaiser erlauben, dass die Stadt Hildesheim und andere Angehörige des Hochstifts die Täter verfolgen und, wo immer sie diese finden, verhaften und bestrafen dürfen ohne Rücksicht auf die jeweilige Ortsobrigkeit. Denn wenn man die Verbrecher der jeweils zuständigen Obrigkeit ausliefert, ist – besonders im Fall Hg. Heinrichs von Braunschweig – zu befürchten, dass kein Prozess eingeleitet wird oder nur unter großen Kosten ein Verfahren zu erreichen ist. Dieses Mandat soll umgehend in der Hildesheimer Region durch einen ksl. Herold, für dessen Unterhalt er aufkommen will, publiziert werden4.

    «Nr.272 Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim an den Kaiser gegen Klaus Berner und seine Komplizen – Regensburg, [1541 nach Juni 9] »

    Hannover NLA, Hild. 1, Nr. 783, fol. 179r–183v (Kop.); ÜS fol. 179r: Copey der supplication H. Valentins Bf. an ksl. Mt. zu erledigung H. Wilkanß von Munchhausen und gestattung rechts, uber Berner mandat zu erkennen.

    Hat vor einigen Tagen sich durch eine Eingabe über die kriminellen Taten u. a. Klaus Berners und seines Anhangs beklagt [Nr. 271], die vom Territorium Hg. Heinrichs und Hg. Erichs von Braunschweig aus mit deren Duldung organisiert werden. Der Kaiser hat bereits auf seinen Antrag Pönalmandate bewilligt, die in der Zwischenzeit auch bereits in der Hildesheimer Region publiziert worden sind, um die dortigen Stände zu bewegen, die friedbrüchigen Umtriebe Klaus Berners und anderer Feinde des Stifts Hildesheim unterbinden zu helfen1. Dessen ungeachtet, hat Klaus Berner am 9. Juni 1541 mit 200 Reitern und einigen hundert Fußknechten, einer Truppe, die er aus eigenen Mitteln nicht aufgebracht haben kann, das dem Stift Hildesheim zustehende, aber von Hg. Erich von Braunschweig widerrechtlich okkupierte Schloss Grohnde überfallen und eingenommen, dabei den Hildesheimer Domherrn Wilken von Münchhausen, den er ohne Fug und Recht für seinen abgesagten Feind hält, verwundet und gefangen weggeführt und dessen Bruder und Inhaber des Schlosses Grohnde Ludolf von Münchhausen, obwohl er nicht Šsein Feind ist, ebenfalls gefangengenommen sowie dessen Haus geplündert und alle Wertsachen, 14 Pferde und alle Harnische geraubt. Und dies, obwohl kurz vorher in einer gütlichen Anhörung, die einige Adlige durchführten, seine Beschwerden gegen Wilken von Münchhausen, der sich wiederholt zu rechtlichem Austrag erboten hat, als unberechtigt zurückgewiesen wurden.

    Da gegenwärtig Hg. Erich von Braunschweig – allerdings zu Unrecht – die Obrigkeit über Schloss Grohnde beansprucht, durfte erwartet werden, dass er entsprechend dem Landfrieden und der Reichsordnung gegen Klaus Berner einschreite, zumal seine Mutter, Hgn. Elisabeth von Braunscheig, von den beiden Mitvormündern, Kf. Joachim von Brandenburg und Lgf. Philipp von Hessen, auf seine, Bf. Valentins, Veranlassung hin von Regensburg aus darauf hingewiesen worden ist, dass der Täter im braunschweigischen Territorium Unterschlupf finde.

    Geht davon aus, dass Hg. Heinrich von Braunschweig, Hg. Erich bzw. dessen Dienstleute um das Vorhaben Berners gewusst haben, da es ohne deren Vorwissen nicht hätte durchgeführt werden können. Die Hgg. von Braunschweig legen es offenbar darauf an, durch die Begünstigung solcher Friedbrüche die Untertanen zu verängstigen und gegen Bischof und Domkapitel aufzubringen, um nach deren Vertreibung das Hochstift einziehen zu können und damit dessen Namen auszulöschen. Zweifelt nicht daran, dass dies geschehen wird. Wenn auch andere von ihrentwegen ferrer beschedigt werden solltenund diese sich zu rechtmäßiger Gegenwehr entschließen, ist eine verhängnisvolle Ausweitung des Konflikts zu befürchten, dessen Beilegung sich dann sehr schwierig gestalten wird. Hat nicht unterlassen können, dies alles im Interesse seiner Untertanen und zur Vorbeugung gegen gefährliche Unruhen dem Kaiser mitzuteilen. Bittet den Kaiser, gegen vielbemelten Clausen Berner, friedbrechern, vagabundum, der kein eygen behausung hat und nyndert gewießlich zu finden oder antzutreffen, gleichsvhalls wider seinen anhang und gehülfen, auch die enthalter des gefangenen meins thumbhern, dweyl die noch zur zeit ungewieß,Pönalmandate zu erlassen mit dem Befehl, den Domherrn Wilken von Münchhausen und seinen Bruder Ludolf unter Erstattung ihrer Schäden freizugeben, damit entsprechend dem Landfrieden vorgegangen werden kann, weil solche vheindtliche handlung und fridbruch nit allein euerer ksl. Mt. außgekundigten landfridden und andern reichsordnungen und abschieden zuwider, dergleichen ungeachtet euerer ksl. Mt. gegenwürtigkeit im reich und versamblung gemeyner reichstend, sonder auch sonst unbillicher-, unbefüegter- und gar verwyßlicherweyß furgenommen und geübet wirdeth2.

    « Nr. Š273 Protokollarische Aufzeichnung zu den Verhandlungen Bf. Valentins von Hildesheim über die Exekution des päpstlichen Urteils – [Regensburg, 1541 Juni 10–13/14] »

    Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 71v–78r (Kop.).

    Und aber vielgedachter H. Valentin Bf. erzeltermassen bey ksl. und kgl. Mtt., auch Kff., Ff. und stenden umb execution angesucht und in hoffnung gewesen, dieselbig execution durch ksl. und kgl. Mtt. und stende beschafft worden sein sollte oder aber das gmeyne reichstend zu gmeyner berathschlagung des reichs sachen zusammen wurden, da er, der bischove, seine sachen und deshalb erlangte urtheyl und executorialbrieve und brevia apostolica praedicta an Kff., Ff. und gemeyne reichsstende in gmeynen reichsratth bringen und gelangen hett lassen mögen, und sich es aber doch auß allerhand verhynderungen zugetragen, das gemeyne stend nit zusammenkommen, derowegen vielgedachter H. Valentin Bf., bey der ksl. Mt. und derselbigen hoffräthen ferrer umb exequution ansuchen zu thun, verursacht. Und so er dasselbig oft und vielvaltig gethan und jederzeit uffschlegige, doch gnedigste und tröstliche antwort erlangt, hat er doch nichts würglichs oder endtlichs bekomen mögen.

    Als aber solcher verzug vielgedachtem H. Valentin Bf. zu lang und schwer fallen wollen und er derowegen bey hochgedachter ksl. Mt. und derselbigen hoffräthen weyttere, vleyssige und heftig ansuchen gethan, ist ihme zuletzt von wegen der ksl. Mt. durch den hochgebornen fursten H. Frydrichen, Pfgf. bey Reyn und Hg. in Bayern, und andere ksl. Mt. verordente hoffräthe in antwort worden, das ksl. Mt. entschlossen, die sachen der stryttigen religion, dorumb der reichstag fürnemblich außgeschrieben, mit ernst fürzunemen und zu verhandeln lassen, und derowegen, domit die daweniger verhyndert, so werhen ihre Mt., alle privatsachen aufzuschieben und dieselbigen bys nach geendeter religionsachen in rhue zu legen, bedacht, dorauf auch an gedachten H. Valentin Bf. begern lassen, er solcher vergleichung der religion auf diesem reichstag abwarten und mit seiner stieftssach in ruehe stehen wöllt und, so dieselbig religionsachen ihre endtschaft (wie man verhofft zu gescheen) erreichte, alsdan widrumb ansuchen ze thun, wolten ihre Mt. sich und, sovil ihr darin gebüeren wolt, allergnedigst beweysen und erzeygen.

    Diese antwort und antzeig des pfaltzgrafen etc. und der hoffräth, wiewoll sie dem bischoffe schwere gnug, so hat er doch wider dieselbig nit fechten konnen, sonder es also bleyben lassen, in hoffnung, die religionsachen bald geendt und ihme auch alsdan zur exequution on uffschieben geholfen werden sollt. Als sich aber die vergleichung der stryttigen religionsarticul verweyleth, der bischoffe auch verwarneth, den Hg. Heinrichen täglichs ein abzug vom reichstag und erlaubnus bey der ksl. Mt. solicitirn thett, und dan auch gesehen, den hochgebornen fürsten H. Philipsen Lgf. zu Hessen als vormundern des jungen Hg. Erichs allgereyd im uffbruch und abziehn sein, hat gedachter H. Valentin Bf., der angeregten vergleichung und bescheydts der ksl. rhete abzuwarten, ihme Šfür hochnachteylig geachtet und dorumb nit underlassen wollen noch konnen, deshalb die ksl. Mt. selb widerumb zu ersuchen. Derowegen er dan auch uff einen nemlichen tag als den Sonnabend, welcher da was der zehende tag mensis Junij1, sich ihrer Mt. antzeygen und gnedigste audientz bietten lassen, daruff ihme von ksl. Mt. cammerdiener, welcher solchs anbringen gethan, Adriano, auß bevelch ihrer Mt. angezeygt worden, das ihre Mt. dem Dr. Naves, ihrer Mt. rathe, derselbigen gemüthe ihme, dem bischoffen, zu eroffnen, bevelh geben und gethan, bey welchem er deshalb ansuchen thun möcht.

    Und so den gedachter H. Valentin Bf. auf solchen bescheid am volgenden Montag, der do was der zwelfte tag gedachts monadts Junij2, ihnen, Dr. Naves, persönlich besucht, gestalt, ab ihme ksl. Mt. gemüt zu vernemen, inmassen er deshalb von ksl. Mt. an ihne verwiesen, so hat doch domahls gemelter Dr. Naves, der ksl. Mt. gmüt und bevelh ihme, dem bischoffen, allein zu eröffnen, sich beschwerth und darumb an obgedachten Pfgf. Friderichen und andere ksl. Mt. hovräthe, welche zu derselbigen stund zesammenkomen würden, gewiesen. Darauf dan gedachter bischove mit ihme, dem Dr. Naves, zu gedachtem pfaltzgraven und hofräthen gezogen, doselbst denen angezeygt, welchermassen er, der bischoff, bey ksl. Mt. sich ansagen und umb audientz underthenig bietten lassen, deshalb ihme in antwort worden, er bey Dr. Naves dazugegen ihrer Mt. gemüt und bevelh finden solt, welchen er darumb ersucht, doch ihme den für sich selb und allein nit eröffnen wöllen, sonder an sie, die räthe dazugegen, gewiesen, darumb er alda erschienen und batth, sie wolten ihme, des sie in bevelh hetten, eröffnen, sich darnach zu gerichten. Darauf so bald sein, Hg. Fridrichs Pfgf., cantzler, Dr. Hartmund3, in gegenwürtigkeit gedachtes pfaltzgraven, Dr. Naves, Dr. Karoln und Ruprechts des secretarien4 angefangen, gesagt, es hett Pfgf. Fridrich sambt den verordenthen ksl. Mt. hoffräthen die ubergebne supplicationhandlung bericht und, weß des alles durch gedachten H. Valentin Bf. etc. in sachen spolii castrorum ecclesiae Hildeshemensis und zu gebettener restitution derselbigen der ksl. Mt. fürbracht, auß bevelh derselbigen ihrer Mt. verlesen, beradtschlacht und volgendts der röm. ksl. Mt. eroffnet und angezeygt. So hetten darauf ihre Mt. sich beduncken lassen und befunden, solche sach nit allein ihrer Mt., sonder gemeiner reichsstend sein, darumb so wehre ihr ksl. Mt. bedacht, solche sachen, so furderlich gescheen könth, an gemeyne reichsstende zu gelangen. Es liessen sich aber darneben ihre Mt. auch bedüncken, das man noch zur zeit bey ihrer Mt. zu fruhe umb execution ansuchte, ursachen, dweyl in executorialn- und urtheylbrieven namhaftige executores benenth und begrieffen und das man ad temporalem gladium nit nisi deficiente spirituali kommen könth, dasselbig hetten gedachter Pfgf. Friedrich Šund die räthe auß entpfangenem bevelch ksl. Mt. ihme, dem herrn bischoff, nit verhalten sollen.

    Hierauf gemelther bischoff ihnen, den keyserlichen rethen, hynwider angezeygt, das ihme nit zuwidder, die sachen an gmeyne stende gelangte, so dasselb fürderlich gescheen möcht, aber wolt ihnen nit verhalten, wie er in erfarung kommen, der herzog nochmals in embsiger arbeyth, vom reichstag abzuziehen, stehen sollt, on das von wegen des andern gegentheils Hg. Erichs die vormunder und nemlich der Lgf. zu Hessen algereyd im verrücken wehren und, so dan Hg. Heinrich auch verrücken sollt, würd er, H. Valentin Bf., darnach destermehr auch aufgehalten und verhyndert werden. Batth demnach, dweyl ksl. Mt. bedacht, die sachen an gemeyne stend zu gelangen, gutwillig befürdern helfen, solichs fürderlich geschee. Sovill aber belangt, das er zu frühe und ehe deficiente gladio spirituali ansuchen thun sollt, und das angehengte gnedigst erbietten ksl. Mt. nam er zu underthenigstem danck an, mit der antzeyg, das er ihnen, den kayserlichen räthen, zu bericht der sachen nit bergen wolt, das auf die erhaltene urteyl ihme, zwen wege die execution derselbigen und restitution seins stiefts guetter zu suchen, im rechten gegeben, gegönneth und geoffneth, der eyne wehr nach vermeldung der executorialn- und urteylbrieve auf die censuren und, so er denen weg gebrauchen wollen, hett er es thun mögen, auch ungezweyffelt dardurch so vil auf diesen tag befüegt haben wolt, das die gegenteylle in alle censuren erklert, auch brachium saeculare erhalten haben wolt, aber angesehen, dieser zeit viel nöttiger, die leuthe in die kierchen dan darauß zu verbannen, wie dan in solchem proceß der censuren gescheen muessen, one das dieselbigen censuren dieser zeit in keiner achtung, sonder vielmehr bey etlichen in geschrey gehalten und verschympft würden, in welchem vhall verachtung gaystlicher censuren dieselbigen auch nit gebraucht werden sollen, so hett er der und ander ursachen solichen weg fürzunemen underlassen.

    Der ander weg wehr via executiva, derohalb die babstliche Hlt. ihme an ksl. und kgl. Mtt., auch Kff., Ff. und gemeyne stende des hl. röm. reichs, so eben in dieser zeit in gemeyner reichsversamblung, zu handhabung frieden und rechts neben andern handlung zu pflegen, sein würden, fürschrieft oder vielmehr mandata und bevelbrieve, soliche gesprochne urtheyl zu wurglicher vollnziehung zu bringen, mitgeteylt hette, in bedencken, das dys der richtig weg und das babstliche Hlt. ksl. Mt. und dem reich von rechts und gewonheit wegen das zu befelhen hette. Also hat er und furnemlich, dweyl auch ksl. Mt. in ihrem ausschreyben, zu handhabung friedden und rechts handlung zu pflegen, gemeldet, solchen weg und viam executivam tanquam regiam viam et, ut executio brevi et regia manu fieret, für die hand genommen, ksl. und kgl. Mtt., Kff., Ff. und stend darmit ersucht, guetter zuversicht, sie allenthalb und in sonderheit ksl. Mt. als obrister vogt und advocatus der kierchen und aller rechtmessigen, wolgesprochnen urteyl im hl. reich gemeyner und obrister executor würden sich auf uberreichte brevia und mandata apostolica ihme zu seinem rechten und gebettener execution noch allergnedigst und fürderlich Šverhelfen. Bathe darauf mehrgedachter H. Valentin Bf., die kayserlichen verordente hoffräthe wolten mit dem gelangen an die stend wie ob, dergleichen diesen jetzangezeigten bericht, der execution halb gethan, an ksl. Mt. notturftig zu bringen, sich unbeschwerdt finden lassen. Darauf die kayserlichen verordente hoffräthe, ein solichs an ksl. Mt. zu bringen und mit vleys zu fürdern, zu und an sich genommen.

    Mittlerweyl und ehe und zuvor die sachen weder von ksl. Mt. oder auch dem bischoffe selbs an Kff., Ff. und gemeyne stende in gemeynen reichsrath gelangen mögen und mehrgedachter H. Valentin Bf. bey Dr. Naues als ksl. Mt. nehist Pfgf. Friederich fürnemlichsten rathen obberürter sach halb anregung gethan, ist derselbig Dr. Naues ihme, dem bischoff, mit nachvolgenden antworten und fragstücken nauseans negotium begegnet.

    Primo inquit stomacho quodam, quare papa non met suas exequeretur sententias, caesarem non teneri illi a se et sede sua apostolica latas sententias exequi.

    Ad haec per dominum episcopum ita fuit responsum: Papam omnium sententiarum a se et sede sua latarum exequutorem requirere caesarem, quod caesar illarum executor legitimus sit et existat, quodque eas exequi tanquam protector iuris et iusticiae et advocatus ecclesiarum teneatur. Nec unquam in Germania sententiam papae alias nisi per caesarem executam auditum esse. Et in eventum quo papa executionem suae sententiae saltem manu forti niteretur, quod per caesarem et status imperii in eo ferendus non veniret tanquam qui falcem suam mitteret in messem alienam et in loco ubi non haberet dominium temporale, quia nulla ea in re in imperio [coercitionem]a haberet.

    Secundo fuit per Naves quaesitum vel potius tumultuatum, an caesar ob negocium ecclesiae Hildesemensis et eius per episcopum petita restitutione deberet venire ad arma, conscribere exercitum et sic ob illud negocium in imperio tumultuari.

    Ad haec ex parte episcopi sic fuit replicatum: Se caesari legem, quomodo exequatur sententiam, non praescripturum. Multos autem esse modos exequendi, ex quibus procul dubio caesaream maiestatem commodiorem delecturum speraret. Interim tamen se non dubitare, quin si caesarea maiestas rem serio prout convenit apud adversam partem ageret illique vel sub poenis banni imperialis restitutionem etc. minitaret fore eam sententiam etiam sine armis et tumultu allegato executam iri.

    Tertio inquit Naves, an caesari non tantum supersit iurisdictionis et potestatis in imperio, ut insolentem et tumultuantem episcopum, cuius modi episcopus Ioannes praedecessor suus fuerit, corrigere possit.

    Cui episcopus sic respondit: In episcopum, praelatum seu personam ecclesiasticam neque caesari neque regi nec alicui ex statibus imperii saecularibus aliquam esse iurisdictionem, tantum abesse, quod etiam aliquem ex his privare Špossent. Iure autem similiter in consuetudinibus imperii cautum et provisum esse episcopum seu praelatum insolentem suo superiori denunciari debere. Quo denunciato, si a suo superiore non corrigatur vel corrigendus ad caesarem et status remittatur, tum demum iis ad correctionem aditum praeberi prout hoc iura et etiam consuetudines imperii praefata, etiam ipsiusmet Caroli caesaris etc. manifeste ostendunt. Item, quod etiam ita fuit observatum tempore Pii secundi pontificis Rhomani, qui archiepiscopum Moguntinum Dietherum de Isenberg tanquam inoboedientiam [pugnavit?] et deinde caesari depellendum episcopum realiter mandavit aliumque archiepiscopum Adolphum de Nassau ecclesiae Moguntinae praefecit. Interim tamen verum etiam esse, quod episcopus Ioannes ob allegatam suam insolentiam non modo non sit suo superiori aut sedi apostolicae denuntiatus, sed etiam contra ius, iuris ordinem, item, consuetudines imperii et etiam pacta iurata non vocatus, indefensus extra Germaniam et imperium et sic in loco deficientis iurisdictionis[praetense?] et minus legitime bannitus, unde consequenter banno nullo etiam secutam executionem banni fuisse et esse omni iure nullam liquidissime apparet.

    Utcunque tamen episcopus se non agere praedecessor suus episcopus Ioannes legitime vel minus bannitus sit, similiter an tale quid egerit vel non, cur merito banniri vel corrigi debuerit. Hoc solum se quaerere, ne ecclesia ob ipsius delictum patiatur. Et in hoc sibi sufficere, quod episcopus Ioannes recessit ab aula et ecclesiam Hildesemensem in manus Clementis papae septimi resignaverit. Praeterea similiter hoc sibi sufficere, quod animus caesaris non fuerit nec esse potuerit ecclesiam ipsam, sed solum deliquentem et insolentem episcopum punire, quandoquidem delictum praelati ecclesiam non officit. Et dum episcopus delinquens bonis et ecclesiae modo praefato cesserit, nihil superesse, quod ecclesiae impingatur, quo minus per vim et de facto ei ablata bona restitui sententiaque desuper lata executioni debeat mandari.

    Et quod animus caesaris ecclesiam salvam habere velle is fuerit vel ex eo liquet, quod postquam episcopus Ioannes ecclesiae cessit, quod tunc idem caesar eidem ecclesiae quondam Balthasarum suae maiestatis vicecancellarium tanquam ad reparandum illam ecclesiam et ad sublevandam eam ex oppressione vicinorum aliorumque damnorum idoneum per decanum et capitulum ecclesiae Hildesemensis, ad quos propterea plures gratiosas et seriosas litteras scripsit, in episcopum ecclesiae Hildesemensis praefici voluit ac rogavit et rogando eidem ecclesiae omne bonum, gratiam et tuitionem promisit. Et consequenter si ecclesia apud eandem suam maiestatem in indignationem caecidisse diceretur, de quo tamen nunquam constitit nec hodie constat, remisit. Hinc etiam Balthasari postulato solita regalia gratiose concessit et in persona eiusdem omnem indignationem, si qua ibi fuisset, remisit.

    Similiter defuncto hoc Balthasare nec adhuc ex neglegentia ipsius et interventu mortis relevata ecclesia, ut adhuc relevaretur, alium nimirum Ottonem ex comitibus de Schonenburg, maiestatis suae supremi camerarii Henrici comitis de Nassau ex sorore nepotem, simili modo ad hoc aptum eidem ecclesiae Špraefici voluit. Et dum is ad petitionem suae maiestatis postulatus extitisset et ob aetatem regimini in continenti praeesse non potuisset, caesar ipsemet tuitionem et relevationem in se susceperit eamque ob causam certos commissarios, qui ecclesiae causas et negocia pro eius utilitate tractarent, ordinavit et deputavit, prout de illis omnibus litterae caesareae maiestatis sigillatae, sanae, integrae et fide dignae ad manus sunt et ob oculos poni possunt. Ex his omnibus, inquit episcopus, facile liquet nihil obstare, quominus ecclesia Hildesemensis contra ius oppressa iuxta vim, continentiam et tenorem sententiae restitutoriae restitui non debeat.

    His responsis Naves contentus recessit.

    Und sichs aber in darnehist wenig volgenden tagen zugetragen, das gmeyne reichsstende ausserhalb den protestirenden in gemeynen reichsrath zusammenkommen, hat vielgedachter H. Valentin Bf., dweyl ksl. Mt. die sach an dieselbigen gelangen lassen wollen, auch nit underlassen, sein und seins stiefts notturft pro executione in schrieften in gemeynem reichsrath zu übergeben [Nr. 275] mit überreichung der originaln erhaltener urtheyl und executorialbrieven, auch der bäbstlichen furschrieften, gebetten, dieselbig in solchem gemeynem reichsrath catholicorum zu verlesen und ihme darauf zur execution neben der ksl. Mt. zu verhelfen.

    «Nr.274 Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim an den Kaiser – Regensburg, [1541 Juni 12/13]1 »

    A  Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 45r–47v (Kop.); ÜS fol. 45r: Copia der supplication an ksl. Mt. pro executione denuo oblata mit angehengten clagen gegen Hg. Heinrichen von wegen thätlicher beschwerung, dem bischof und stift Hildeshem in das vierdte jhar zugefueget.

    B  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 784, fol. 168r–170r (Kop.)

    C  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 784, fol. 281r–283v (Kop.).

    Eur ksl. Mt. hab ich, derselbigen eur ksl. Mt. underthenigster caplan und diener, verrückter tagen underthenigst zu erkennen geben, wie ich als ein erwelther und vom stuell zu Rhom bestettigter bischoff des stiefts Hildeshem von wegen desselben stiefts guetter, so durch die hochgeborne fursten, etwa Hg. Erich den eltern und Heinrich den jungern zu Braunschweig und Luneburg etc., demselbigen stieft wider recht abgedrungen und von denselbigen und ihren erben ungeverlich zweintzig jar here occupirt und noch thettlich und freventlich besessen werden, am hofe zu Rhom fur babstlicher Hlt. und dem stuell doselbst in rechtvertigung gestanden und daselbst mit hylf des almechtigen urtheyl und recht vermögend, das die ehrgedachte Ff. von Braunschweig den stift Hildeshem unbillicherweyse spoliert und darumb, denselbigen widerumb zu Šrestituirn, schuldig sein, erhalten, auch also das, wiewoll die gegentheille von solicher rechtmessiger urtheyl vermeyntlich appellirt, das doch ihnen dieselbig wie recht refutirt und als freventlich verworfen worden, und domit eur ksl. Mt. des alles glaubwirdige bericht und urkundt haben und entpfahen mochten, derselbigen eur ksl. Mt. die urtheyl und executorialbrieve under babstlicher Hlt. anhengender bleyender bullen und siegel, dergleichen derselbigen ihrer Hlt. an euer ksl. Mt. furschrieft anstatt mandati executivi umb verhelfung gebürlicher execution solicher urtheyl underthenigst uberreicht. Und dieselbig eur ksl. Mt. uff solich mein dargethane gerechtigkeit und erhalten urtheyl sich zu meynem rechten gnediglichst finden und erbotten, deßen derselbigen eur ksl. Mt. ich underthenigsten danck weys, doch gnedigst fur gutt und notwendig angesehen, dweyl Hg. Heinrich, der eine gegentheil, alhie zur stett, demselbigen meine supplication und gethane antzeyg, seinen bericht und antwort darauf zu vernehmen, zukomen mochte, des ich mich eur ksl. Mt. zu underthenigsten ehren und gehorsam nit widersetzen wollen und gerne gescheen lassen. Darauf Hg. Heinrich, gleichwoll nach geraumber zeit, euer ksl. Mt. weytleuftig, ungereumt, ungegrundt und nichts anders vermeldendt noch suchend, dan das ich die sach, so zuvor lang und stattlich gnug disputirt und zu recht entscheiden, von neuhem mit ihme disputirn und deßhalb uff etliche vermeynte articul mit ihme inlassen solt etc., beantwort. Welche vermeinte und unerhebliche antwort, so sie mir von eur ksl. Mt. gnediglichst zugestelt, ich underthenigst entpfangen und nach aller notturft vernomen.

    Dweyl ich aber befunden, sein, Hg. Heinrichen, gemüt nit sein, der erhaltenen urtheyl zu geleben und mich und meynen stieft zu restituirn, sonder vielmehr in ungereumbte, unbilliche rechtvertigung zu tziehen, und ich, ihme des noch zur zeit zu volgen, nit schuldig, hab eur ksl. Mt. ich underthenigst vermeldet [Nr. 270], das ich urtheil und recht erhalten, dieselbig in ihre craft und wirglicheit gangen, darauß zu tretten und weiter mit ihme deshalb zu rechtvertigen, ich in recht nit schuldig oder pflichtig, darumb auch, darvon zu tretten oder zu weichen, desto weniger und gar mitnichten bedacht, demnach eur ksl. Mt. underthenigst gebetten, dieselbig als ein von Gott verordenter obrister advocat, vogt, schutz und schirmer der kierchen und handthaber des rechten mir zu gepürlicher recuperation meins stiefts guetter vermöge erhaltener urteill gegen die widerteylle gnediglichst verhelfen wolte, mit dem angehengten erbietten, da ich inhalt der urteyl und wie recht restituirt und alsdann Hg. Heinrich oder sein anhang mich zuspruch nit zu erlassen gedächte, das ich alsdan ihme fur babstlicher Hlt., eur ksl. Mt. und an orthen und enden ich zu recht schuldig ordenlichs, geburlichs rechten nit fursein wollte.

    Allergnedigster kayser, dweyl diese meyne antwort dem rechten und aller billicheit gemeß, auch nichts billichers, dan das die wolgesprochne, rechtmessige urtheil ba[b]stlicher Hlt. und des stuells zu Rom, consistorialiter cum consensu omnium cardinalium gefellet, gebürlich und fürderlich vollenstreckt und exequirt werd, so steht zu eur ksl. Mt. noch und abermahls mein underthenigst, Švleyssigst und demütigst, vlehligs bietten, eur ksl. Mt. wollen gnediglichst erwegen, wie unbillicherweyß der arm stieft Hildeshem, welche ein fundation und stiftung Caroli Magni hochlöblicher gedechtnus, durch die obgerürte Ff. von Braunschweig so lang zeit seiner guetter entsetzt, beschwerth und in verdruck geradthen und das noch uff diese zeit nichts anders durch vielgemelthen Hg. Heinrich gesuecht wirdt, dan wie er das ubrig auch (welchs, dweyl dasselbig in ander leuth hand und durch meyne furfahren zum hochsten verpfendt, nit ein nhamen des ubrigen haben sollt) und also den stieft gantz und gahr ihme underwurfig machen möchte.

    Dergleichen wellen eur ksl. Mt. allergnedigst bedencken, wie mit grosser mühe und unkosten die sachen dahyn gearbeyth, das der almechtig sein gnad geben, diesselbig mit urteyll und recht entscheiden und fur mich und meynen armen stieft gefallen ist, darzu, wie hoch beschwerlich die armen des stifts underthanen, geistlich und weltlich, durch die gegenteylle jetzo occupierth, mit diensten und schatzungen taglichs und on underlaß beschwert, geschetzt und bys auf den grad außgesogen werden, auch also, das man- und weybscloster und stieft, die doch von kaysern und königen, auch im rechten solicher beschwerung gefreyet, damit sie die aufgelegte beschwerung und schatzung außrichten, ihrer kierchen, closter und stieft erbeigen, beweglich und unbewegliche guetter und, darauf sie fundirt und gestieft, verpfenden, verkeuffen, distrahirn und alienirn und also die lengde außgeschatzt und aller ihrer guetter entbloßt gar verlauffen muessen, wie sie dan algereid nach alienirthen guethern hungers und notturft halb verlauffen und außgetretten, welchs alles dem gegentheyl und sonderlich Hg. Heinrichen nichts zu schaffen gibt, sonder viel lieber sehen, hören und vernehmen wolt, das sie gereydt alle verlauffen und er die guetter alle allein haben mocht, darumb auch und von wegen solicher unmentschlichen und unchristlichen beschwerung die armen underthanen teglichs zu Gott in hymel schreyen und umb erledigung rueffen, und dem allem nach wellen eur ksl. Mt. als ein gnedigster, guettiger und mylther kayser, schutz und schiermer der verdrückten, haubt und liebhaber des rechten zu rettung der beschwerthen und zu steuer dem rechten allergnediglichst beschaffen und befuegen, die woll und rechtmessige, unverlegliche, gesprochne urtheyl wie recht und billich vollenzogen werd2.

    [Beilage:] Bericht Bf. Valentins von Hildesheim über seine mehrjährigen Auseinandersetzungen mit den Schikanen und feindseligen Aktionen Hg. Heinrichs von Braunschweig und seiner Helfershelfer, ebd. fol. 47v–62v3.

    « Nr. Š275 Supplikation Bf. Valentins von Hildesheim an die Reichsstände1 – Regensburg, 1541 Juni 142 »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. H pag. 385 Nr. 146 , unfol. (Kop.); DV v. verschiedenen Händen: Supplication des Bf. von Hildesheim contra Braunschwig von wegen Šdes stieft abgedrungenen schlossen, steten, flecken und dorfen. 1541. An die stende des reichs zu Regennspurg ubergeben.

    B  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 78r–82v (Kop.); ÜS fol. 78r: Copey der supplication H. Valentins Bf., den churfusten, fursten und gemeynen stenden in gemeynen reichsrath contra duces Brunsuicenses pro executione die 13. mensis Junij ubergeben.

    C  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 122r–126v (Kop.); ÜS fol. 122r: Copey eyner andern supplication pro restitutione, an Kff., Ff. und stende durch H. Valentin Bf. ubergeben mit angezeygter verzellung, weß thettlicher beschwerung ihme und seinem stieft von den Ff. von Braunschweig etliche zeyt here und noch teglichs begegenet und zugefuegt werden3; AV fol. 126v: Praesentata statibus imperii die 14. mensis Junij anno etc. 1541 per dominum Valentinum episcopum Hildesemensem.

    D  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 784, fol. 509r–511v (Kop.); AV fol. 509r: Supplicatio exhibita statibus imperii die 14. mensis Junij anno 41 Ratisponae.

    Euern kfl. und fstl. Gn., L. und G. fuegen wir underthenig und freundlich zu vernhemen, das demnach wir kurtzverschiener jharen durch ein ordenliche, rechtmessige whaall dem stift Hildeßheim zu einem bischove gewheleth, von der babstlichen Hlt., H. Paulo babst dem dritten, confirmiert und consecrierth und volgends von der röm. ksl. Mt., unserm allergnedigsten herren, unsere gewondliche regalia erlangt und in wesentliche und wirgliche possession gedachts stifts Hildeßheim gekhomen, haben wir gethanen unsern pflichten nach, darmit wir dem stull zu Rhom, ksl. Mt. und gedachtem unserm stift Hildeßheim verwendth und zugethan, nit umbgehen oder untherlassen sollen, das furtzunhemen, das zu gedachts stifts, welcher im grund durch die Ff. von Braunschweig, Hgg. Erich und Heinrichen gevettern, vortherbt und aller seiner guether, wenig ausgenhomen, entsetzt, dartzu auch in merglichen, grossen beschwerungen und ob die zweimahl 100.000 fl. schulden beladen, wolfhardten und uffkhomen dienstlich und noetig. Darumb und damit gedachter unser stift seines vortherbs errettet, zu den abgedrungenen und enthwerten guethern widerumb khomen und also auß den hohen und merglichen schulden, darin er begrieffen, erhebt werden mocht, haben wir uns zu der rechtvertigung, so solichs stifts entzogenen guether halb etwa bei zeitten loblicher gedechtnus H. Adrianj babsten durch den hochgebornen fursten H. Johansen Hg. zu Sachsen, Engern und Westphalen, etwo Bf. zu Hildesheim, unsern furfharn, zu Rhom angefangen, volgendt bei zeitten babsten Clementis und allerhand comissarien, auch loblicher und seliger gedechtnus, gerichtlich ventiliert und doch durch den unversehenlichen infall in Rhom und aandere ehafte–a vorhinderung un Šgeortert erliggen plibben, dieselbig widerumb wie recht zu prosequieren und zu vervolgenb, in den standt, in welchem sie der zeit befunden, durch hochgedachte bapstliche Hlt., H. Paulum den dritten, zuzulassen und deshalb commissarien zu vorordnen, gebetten.

    Daruff die babstliche Hlt. uns, wie gebetten, zu volnfhuerung solicher sachen in recht zugelassen, auch den hochwirdigsten H. Laurentium cardinalem Campegium loblicher und seliger gedechtnus zu commissarien geben und verordneth. Und wir demnach denselbigen comissarien cH. Laurentium cardinalem Campegium–c bekhomen, so haben wir nit untherlassen, in solicher sachen, wie sich das noch seiner ordenung dund zum rechten–d eigneth, furtzufharen und vleis furtzuwenden, die vorige geuebte gerichtshandlunge, acten, gefuerdthe kundschaften und, wes des alles zuvor bei zeitten Adrianj und Clementis etc. gehandlet, durch vorgemelten, unversehenlichen infall zu Rhom verstreueth, widerumb zusamenzupringen und darin, wie sich in recht eigneth, furzufharn, als wir dan auch soliche acta und handlung, so auß sonderlicher gnaden, hulf und vorsehung Gottes behalten, zusamenpracht und bekhomen und ferrers durch unsere volmechtige anwelde und bevelhaber, wie sich das in recht und nach seiner ordenung geeigneth, wider gedachte Hn. Erich und Heinrich Hgg. zu Braunschweig zu recuperation unsers stifts abgedrungenen und occupierthen guethern procediert und furtgefharn. Als aber auß schickung des almechtigen gedachter H. Laurentius cardinalis Campegius, commissarius, ehe erorterter und geendther sachen verstorben und die gegentheille, Ff. von Braunschweig und ihre bevelhaber zu Rhom, die sachen von nheuem dem auch hochwirdigsten H. Hieronimo de [Ginutijs] cardinaln4 durch die ehrgedachte, itzige babstliche Hlt. committieren und bevelhen lassen, so haben wir nit untherlassen, darin wie recht auch ferrer furtzufharen und zu procedieren.

    Und wiewhol sichs von rechts und billigkeit wegen wol geeigneth, die widertheile dem rechten seinen stracken und ongevherlichen gang gelassen, so haben sie doch zu ausflucht und verlengerung der sachen (wiewhol soliche ausfhlucht wider ihr gedencken und suchen derselbigen sach furderung und endschaft gewest), die jurisdiction babstlicher Hlt. disser sachen strittig zu machen, understanden und dorumb de competentia judicis und, ob babstlicher Hlt. disser sachen richter oder ob sie fur die röm. ksl. Mt. zu remittieren sein sollt, zu disputieren, und in sonderheit gebetten, babstliche Hlt. wollten in eigner person in consistorio secreto mit ihrer Hlt. cardineln solichen articul selb discutiieren [sic!] und erorthern.

    ŠUnd so wir dardurch nit anders vermercken konnen, dann das die gegentheille dem commissario, welcher doch uff ihr selb anhalten und bitt deputierte, in dissem articul remissionis nit gethreuen wollen und, das die bapstliche Hlt. selb personlich die sach an sich ziehen sollte, gearbeith, ist uns solichs ihr furhaben nit zuwider geweßt, sonder haben es gherne propter celeriorem expeditionem causae und, das wir der sachen dester eher abkhomen mochten, welchs ihr meinung nit gewest, geschehen lassen, doch herwiderumb und zu noch mehrer furderlicher expedition der sachen unser und unsers stifts notturft auch nit vergessen, sonder so bald bebstliche Hlt. underthenig gebetten, das, da ihre Hlt. mitsambt derselbigen cardineln daruff handlen wollten, ob die sach fur ihre Hlt. gehoren sollt oder nit, und den befunden, dieselbig sach an die röm. ksl. Mt. zu remittieren sein, das sie denn dahin remittiert und geweißt wurd, den wir, fur ihrer Mt. die sachen zu rechtvertigen, kheine scheu thruegen, who aber befunden, die sachn vor ihrer Hlt. von rechts wegen pleiben sollt, das alßdan ihre Hlt.f auch die heuptsach fur die hand und an sich nhemen und, die mitsambt ihrer Hlt. cardineln in ihrem consistorio secreto personlich zu erortern, gnediglich geruhten. Dasselbig ist uns auch als fhur billich angesehen zugelassen. Also haben daruff, in die kurtz zu vermelden, bobstliche Hlt. die sachen erstlich super remissione von beiden theillen nach aller notturft zu recht disputieren lassen, und ervolgt, das ihre Hlt. sambt derselbigen cardineln auß furbrachten berichten befunden, die sachen, in recht fhur ihre Hlt. gehorig, zu rechtvertigen sein und da pleiben sollt, und derohalben sich competentem judicem erkenneth.

    Und so wir demnach ihre Hlt. judicem und zu richtern erhalten, haben wir bey ihrer Hlt., auch in der heuptsachen, wie gemeldet, furtzufharn, angehalten. Und ist die sach ungevherlich ein gantz jhar in allen consistoriis ventiliert, disputiert, trutiniert und mit hohistem vleis und stadtlichem zeittigem bedencken zu grund erwegen. Und haben beschlieslich babstliche Hlt. nach erwegung aller furbrachten berichte, acten, gerichtshandlungen und gefuerdther kundschaften mitsambt aller ihrer Hlt. cardineln einmuettiglich gund einhelliglich–g consistorialiter vereinigt in recht befunden und beschlossen, unsern stift Hildeshem seiner guether unpilliche entsetzt und spoliiert, darumb auch denselbigen von rechts und aller billigkeit wegen zu restituiern sein. Daruff dan auch die babstliche Hlt. mit derselbigen cardinelen, in consistorio suo secreto consistorialiter versambleth, fur uns und unsern stift Hildeßheim sententiiert, geurtheilt und gesprochen, das die Ff. von Braunschweig, uns und unserm stift alle occupierthe stiftsschloß, stett, bürge, vlecken, kloster, dorf, mannschaft mit aller und jeder geistliche [sic!] und weltlicher obrigkeit mitsamt uffgehobner nutzung, item, den abgedrungenen steuren und schatzungen, dartzu scheden und interesse Šund uffgewendthe gerichtskosten zu restituieren, zu erlegen und zu erstatten, schuldig und pflichtig sein, wie dann ein solichs die deshalb eroffnethe urtheil nach der lengde mit sich bringt.

    Wiewhol nhu die gegentheille, Ff. von Braunschweig, von solicher rechtmessigen und wolgesprochen urtheil unther dem schein malae informationis und alsoh a papa tanquam male informato ad papam melius informandum appellierth, daruff babstliche Hlt. ihnen, den appellanten, terminum juris et infra quandocunque ad [respondendum]i de apostolis geben, volgend solichen termyn in etliche monadthe prorogierth, alles ad effectum, ob die gegentheille pro meliori informatione ihrem beruffen nach wes weither furtzubringen hetten, dasselbig thuen mochten, so ist doch durchj die gegentheille nichts furbracht, derowegen babstliche Hlt. uff unser anhalten ferrer, wie sich in recht gebuereth, furgefharn und den appellantibus apostolosk refutatorios geben, uns aber urtheil und executorialbrief sub plumbo wie recht mitgetheilt, die wir euer kfl. und fstl. Gn., L. und G.l zu verleßen uberreichen.

    Als wir demnach nhu unsers stifts abgedrungene guether und onbillicherweyße ingenhomene guether, so in das 20. jhar durch die Ff. von Braunschweig, wie obgeruerth, onpillicherweiß detiniert und occupierth und hoher und meher als ihr eigen furstenthumbs underthanen mit schatzungen, diensten und dergleichen beschwerth, itzu nit on grosse muhe, unkosten, schaden und arbeith, auch mit gefhar unsers leibs und aller wolfhardthen durch hulf und gnaden des almechtigen mit urtheil und recht, die auch in ihre kraft und wirglicheit gangen, erhalten, den gegentheillen aller behelf, dardurch sie sich bißdaher wider recht vermeintlich mit hohistem vleis zu schutzen und uffzuhalten, understanden, auch geschutzt, gewerdth und uffgehalten haben, gantz und zumahl abgeschnitten und ihnen min recht–m hinfhuro ein ewigs stillschweigen uffgelegt worden und die röm. ksl. Mt., unser allergnedigster herr, in gethanem auschreiben disses gegenwurtigen, gemeinen reichstags, auch in erstmhals ihrer Mt. furbrachter proposition und darin erwidderthem ausschreiben, neben der religionsachen unther anderm der fhurnhemlichsten ursachen, wie fridde, recht und ruhe im hl. reich gepflantzt, notturftige handlung zu pflegen, euer kfl. und fstl. Gn., L. und G. als gemeine stende ndes hl. röm. reichs–n alhie zu erscheinen, erforderth, dergestalt dan euer kfl. und fstl. Gn., L. und G. alhie erschienen, ungetzweivelther hoffenung, dasselbig alles zum besten zu verhandlen, nit untherlassen werden, odemnach und uff solichs gnedigs schreiben ksl. Mt. zu erhaltung Šrechts und auch, dweil es pillich, gesprochne urtheil, die in ihre kraft und wirglicheit ergangen, gehandthabt, exequiert und vollenstreckt werden–o, so ist zu euern kfl. und fstl. Gn., L. und G. als gemeinen stenden des hl. röm. reichs unser underthenig, dienstlich und freundlich bitten, euer kfl. und fstl. Gn., L. und G. wellen gnediglich und freundlich bedencken, wie unpillich so ein hochloblichs des hl. reichs und theutscher nation glidde, der stift Hildeßhem, seiner so treffenlichen guether an schlossen, stetten, bürgen, vlecken, clostern, dorfen, stadtlicher manschaften und aller obrigkeiten, geistlich und weltlich, soliche lange zeit entsetzt und spoliiert gewesen und noch, wie mit grosser muhe, arbeith, unkosten und darlegen wir die sachen so weith arbeithen und pringen muessen, das die zu recht ordenlich entscheiden und ihre rechtmessige endschaft gewhonnen und das nhu nichts billichers, dann das dieselbige rechtmessige, wollgesprochne urtheil wirglich vollenzogen und exequiert werd, und demnach gnediglich, freundlich und guthwillig als gemeine stend des hl. röm. reichs neben der röm. ksl. Mt., unserm allergnedigsten herren, die wir disser sachen allgereid gleichsfalls nach der lengde bericht und underthenigst ersucht, auch nit anders als der sachen zu unserm rechten pmit gnaden–p geneigt befunden, uns zu wirglicher recuperation, restitution und reintegration unsers stifts guether, die wir mit urtheil und recht, in ihre kraft, wie gemeldet, gangen, erhalten, verhelfen, wie dan die bapstliche Hlt. durch ihre sonderliche brieve und gnedige furschrift an euer kfl. und fstl. Gn., L. und G. als gemeine stende des reichs loco mandati executivi gnediglich und vetterlich thuedt begheren, die wir hiermit euer kfl. und fstl. Gn., L. und G. zu verlesen uberreichen, und darneben bedencken, wes churfursten, fursten, graven, herren und gemeiner ritterschaft an so hohen kayserlichen und kkoniglichen stiften und gottsheusern gelegen und, who disse urtheil zu wirglicher vollenstreckung nit khommen sollthe, was das fur ingang, nachtheil und schaden dem romischen reich, welchem auch dardurch ein furstenstand entzogen und als res mali exempli allerlei infhueren und geperen wurd. Euer kfl. und fstl. Gn., L. und G. wellen sich in dissem unbeschwerdt gegen uns und unsern stift finden und also gnediglich und freundlich erzeugen, als pillich in gleichem gherne und genhommen hetten und auch zu thuen schuldig und pflichtig sein. Dasselbig wollen wir uns zu euern kfl. und fstl. Gn., L. und G. als gemeinen stenden des hl. röm. reichs unabschlegig und on verzugk geschehen der billigkeit nach gentzlich vertrosten und versehen, denn on das gemelther stift in khein weg weither zu erhalten5.

    «Nr. Š276 Stellungnahme Bf. Valentins von Hildesheim gegen den Schutzanspruch Hg. Heinrichs d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel über Hochstift und Stadt Hildesheim – Regensburg, [1541 nach Juli 6]1 »

    Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 197v–202v (Kop.); ÜS fol. 197v: Copey der supplication und berichts H. Valentins Bf. zu Hildeshem wider ein angezognen schutz Hg. Heinrichs uber die stat Hildesheim, ksl. Mt. ubergeben, auch entschuldigung des kayserlichen herolden.

    ŠHat die ihm zugeleitete, an den Kaiser gerichtete Supplikation Hg. Heinrichs von Braunschweig samt dem beigefügten Brief der Stadt Hildesheim, der Klaus Berner und andere Gefangene betrifft2, zur Kenntnis genommen und festgestellt, dass sich Hg. Heinrich als ein berüembter schutzverwandter meiner und meyns stiefts stat Hildeshem ausgibt. Bestreitet nachdrücklich die Behauptung Hg. Heinrichs, dass Hochstift und Stadt Hildesheim seinem Schutz unterstünden. Hg. Heinrich kann diesen Anspruch auch nicht als Vormund des jungen Hg. Erich von Braunschweig geltend machen, weil er, Valentin, dessen Anspruch auf Schutzrechte bestreitet, außerdem auch weil Hg. Heinrichs Kompetenz als Vormund von den anderen Vormündern in Frage gestellt wird. Es handelt sich vielmehr um eine lauthere, scheinbarliche zunöttigung Hg. Heinrichs. Erinnert an die Bestimmung des Augsburger Reichsabschiedes, das kein furst oder stand dem andern die seinen wider seinen willen in schutz, schirm und vertheidigung bey peenen euerer Šksl. Mt. landfriedden nhemen solt. Aus der Supplikation Hg. Heinrichs kann der Kaiser entnehmen, wie dieser den auch von ihm bewilligten Augsburger Reichsabschied und das darin enthaltene Landfriedensgebot befolgt, on das euer ksl. Mt. dasselbig ungezweivelt auß allerhand handlung und klagen, euerer ksl. Mt. alhie auf diessem itzigen reichstag furbracht, gnugsam vernhomen haben,und wie er und seine Leute die Rechte und die Hoheit des Stifts Hildesheim durch allerlei Umtriebe zu unterminieren suchen, um die Stadt Hildesheim zum Aufstand gegen das Kapitel und den Bischof aufzuwiegeln und nach deren Vertreibung freie Hand zu haben.

    Zu diesem Zweck begünstigt Hg. Heinrich die Feinde des Hochstifts, indem er sie in seinem Territorium und Einflussbereich duldet und die meynen von denselbigen aus und wider in sein fürstenthumb mercklichen mit mordt, brand und nhamen beschedigen, fahen, greiffen, schlagen, erwürgen, das ihr nehmen und in seinem fürstenthumb verschlemmen und verzeren lassen, gleychvhals jetzo letzlich Clausen Berner, meyns stiefts muthwilligen fheind, offentlich durch sein furstenthumb und gebiette uff die meynen etwa mit zehen, etwa 20, 40, 50 und mehren pferden strayffen, erwürgen, greiffen, hynwegschleuffen, item, das ihr nhemen, zu mehrmahln wagen uffgehauen, in und durch sein fürstenthumb on allen widerstand, nachjagt, glockenschlag, geschrey und dergleichen notwendigs geparen handlen und seines gefallens durchpassiren lässt3. Darauß ervolgt und er, Hg. Heinrich, durch solche beschedigung Berners zuwegen bracht, das gmelte meyne burgerschaft in etliche 100 starck sich erhaben, für mein capittel mit grossem sturm und geschrey gelauffen, geschrien: ‚Ihr pfaffen, schafft uns fridden, oder wellen euch zum ding außjagen!‘, welchs alles der vermeinthen, jetzigen seiner supplication sehr ungleich und doch die warheit, an euerer ksl. Mt. cammergericht erwiessen, landtrüchtig und offenbar ist. Und wiewoll Hg. Heinrich ein solchs in seiner supplication verneinet und zu vermeinther becreftigung die missiven des radths meiner stadt Hildeshem mit ingelegt und übergeben, welche doch, dweyl die allein auß seinen zuvor ihnen zugeschickten schrieften und hoffantwort sein erbietten narriren, dem er doch zum wenigsten teil nachkommen und Clauß Berner seinethalb noch viel jhar sicher gewest sein mogen,so hat er, Valentin, auf seine mit brief und sieggelnbeglaubigte Darstellung des wahren Sachverhaltes hin vom Kaiser die erbetenen Mandate erhalten, um sie durch einen ksl. Herold publizieren zu lassen.

    Da Hg. Heinrich vorgibt, als solt ich auß neyd, haß und abgunst, ohn grund, fueg und ursachen bey euerer ksl. Mt. solchs mandat außbracht haben etc.,ist er bereit, gegebenenfalls noch während des Reichstages weiteres Beweismaterial, u. a. mit kundtschafte euerer ksl. Mt. cammergericht gerichtlichen gefuerthen und Šeroffnethen kayserlichen achtbrieven gegen sein Hg. Heinrichs underthanen, edel und unedel, als meyns stiefts Hildeshem beschediger und landfridbrecher, erhaltnen und außbrachten urgichten, darzu mit euerer ksl. Mt. gedachten camergerichts geschwornen botten relationen,vorzulegen, um die Rechtmäßigkeit seines Handelns und die Schuld Hg. Heinrichs und seiner Dienstleute zu beweisen und sein Verhalten gegenüber der Stadt Hildesheim zu rechtfertigen. Bittet, den Antrag Hg. Heinrichs, ihm im Interesse der Stadt Hildesheim gegen die Hgg. Franz und Ernst von Braunschweig, vermöge euerer ksl. Mt. peinlichen halsgerichtsordnung rechts zu gestatten,abzulehnen. In dieser Angelegenheit hat der Kaiser bereits ihm selbst Mandate zugesagt, die allerdings von der Kanzlei noch nicht ausgefertigt werden konnten. Bittet um Zustellung dieser Mandate, derowegen, Hg. Heinrich weitter mandaten mitzutheillen, unnötig, wie ich dan auch, euer ksl. Mt., ihme dergestalt als beruembten und vermeinthen schutzhern meiner stat einichs mandat mitzeteilen, sich weigern, uffhalten und nit thuen wollen, zum underthenigsten thue bietten.Im Übrigen hat Hg. Heinrich die ksl. Halsgerichtsordnung, obwohl er sie mit bewilligt und angenommen hat, entgegen seiner reichsfürstlichen Pflicht nie befolgt, wie sein Verhalten gegenüber den in seinem Territorium ergriffenen Missetätern Kurt Vernekall(Vornkahl) und Henning Bittendüeffell(Bietendüwel), Feinden des Stifts Hildesheim, belegt, was auch dem Kammergericht bekannt ist.

    Was den ksl. Herold betrifft, den er auf Wunsch der ksl. Räte meines hochsten vermügens mit knechten und pferden von hynnen auß abgefertigt und, in meinem stieft gleichermaß zu versehen, beschafft, in dem derselbig euer ksl. Mt. bevelh gelebt und den beschwerdten friedden zu schaffen zum getreulichsten gehandlet, durch Hg. Heinrichen bei euerer ksl. Mt. etc. unbillig angeben wirdet, kann er versichern, dass der Herold seinen Auftrag gewissenhaft ausgeführt hat, hat deßhalb auch von vieln fursten, graven, stetten und andern stattlich kundtschaft und zeugnus mit sich bracht, die euerer ksl. Mt. uff erfordern fürgelegt werden mögen.

    Und demnach der gemelthe euerer ksl. Mt. herold mit berurthen mandaten auch in die stett Braunschweig und Goßlar, daselbs verkhundung zu thun etc., khomen und dieselbigen ab ihme und auß angeregten euerer ksl. Mt. mandaten so viel befunden, das euer ksl. Mt., dem orth landts zu sonderlichen gnaden friedden zu beschaffen, den gmelten herolden abgefertigt, haben sie ihnen euerer ksl. Mt. zu underthenigsten ehren ehrlich entpfangen und gehalten, ihme volgendts anstatt euerer ksl. Mt. clagweyß angezeigt, weß ihnen täglicher beschwerung von Hg. Heinrichen und den seinen uber die durch euer ksl. Mt. gethane suspension der achte und sonst mit verlegung der strassen, erwurgung und thettlicher beschedigung der ihren, die ihnen uff die zeit eben kurtz zugestanden, und in andere unliderliche wege begegne, daruff gebetten, er, sovil ihme gebüren, guttwillig befürdern und helfen wolt, sie solcher beschwerung verhaben und geübrigt werden möchten. Hieruff er solchs bey Hg. Heinrichs bevelhabern und andern, euerer Mt. Šain seiner widerkunft–a desen underthenigsten bericht zu thun, sich erkundigen wolten, underfraget, aber daruff seyen ihme von denselben vast undienstliche antwort begegneth, also hab er darneben nit underlassen, ihnen zu sagen, sie wollten sich also halten, das sie deshalb, in euerer ksl. Mt. ungnad zu erwachsen, nit zu besorgen, und hierin nichts anders, als das ehrlich und euerer ksl. Mt. bevelh ihme uffgelegt, wie ich bericht, gehandlet.

    Und ob schon solich mandaten und handlung des herolden ihme, Hg. Heinrichen, und den seinen zuwidder, in bedencken, das er und dieselbigen meines stiefts stat und underthanen friedden, ruhe, einigkeit und wolfardten nit allein nicht gehrne sehe, sonder vielmehr zu verhindern, unrhue, widerwillen, feindtschaft und dergleichen zu stieften, oder, so er und sie darzu nit khommen, meins stiefts muthwilligen vheinden, auch durch euerer ksl. Mt. und derselbigen loblichen cammergerichts erclerten ächtern offentliche durchschleuf, enthaltung, schutz und fürderung gennet, leistet und gibt, so bin ich doch ungezweyvelt, euer ksl. Mt. werden gedachten Hg. Heinrichen seines beschwerlichen, muthwilligen fürhabens wider mich und die meyne nit gut sein oder gestatten, sonder vielmehr bey ihme und den seinen, solcher handlung enthalten mueß, gnediglichst und ernstlich beschaffen lassen. Und ist daruff zu euerer ksl. Mt. mein underthenigst bietten, euer ksl. Mt. bei gedachtem Hg. Heinrichen, er des vermeinthen schutz, darin er mein statt Hildeshem wider meinen wiessen und willen gezogen, desselbigen sich gentzlich und bey peen des landfriedden, euerer ksl. Mt. acht und aberacht, dem berurthen euerer ksl. Mt. augspurgischen decret und abschied verleybt, enthalten mueß, zu beschaffen allergnedigst geruhen, sich auch gegen gedachten herold, welcher mit obgerürthen euerer ksl. Mt. mandaten in meinem stieft viel frieddens und guths beschafft, uff milthes angeben des hertzogen zu keinen ungnaden bewegen lassen wollen4.

    « Nr. Š277 Protokollarische Aufzeichnung zu den Verhandlungen Bf. Valentins von Hildesheim über die Restitution seines Hochstifts – [Regensburg, 1541 Juli 28] »

    Hannover NLA, Hild. H 1, Nr. 783, fol. 108r–109v (Kop.).

    Auf welchs bedencken des ausschuß1, als sich Kff., Ff. und stend (catholici allein) am Donnerstag nach Jacobj [1541 Juli 28] auf vielvältigs bescheens solicitirn und anhalten H. Valentins Bf. zu Hildeshem sich auf fürbrachts bedencken des ausschus (doch on zuthuen und wiessen der protestirenden, als dan solchs nach herkomen des reichs billich gescheen sollen, derowegen in gemeinem reichsrathe auch nit geschlossen) verglichen, die ksl. Mt. zu bitten sein, sie, die sache in der güte durch sich oder ihrer Mt. verordente keyserlichen commissarien zu vergleichen und beizulegen, sich bevleyssigen Šoder, so die entstund, an das kayserliche camergericht pro exequutione remittirn und weysen wollten2, und solchs bedenken an ksl. Mt. gelangt, welche soliche remission im vhall der entstehenden gütte an das kayserliche cammergericht in causa principali verstanden haben und zur güte commissarios benennen wöllen, ist post multa, nachdem die sach und remission in zweyvelichen verstand von den kayserlichen hoveräthen und auch von den fursten catholicis und stenden (doch nit allen) gezogen werden wollen, ervolgt, das der bieschoff solche commission in der güte und remission zum rechten nit annemen konnen noch wollen.

    Und als durch den bieschoff bei obgemelten Kff., Ff. und stenden (catholicis) nit verblieben und angehalten worden, sich zu declariern, wie sie die remission gemeyneth, daruff die churfursten in ihrem rathe pro executione geschlossen, gleichsvhalls der ausschuß selbs sich also declarirt, doch in der catholicorum fürsten rathe propter tumultum imminentis Turcae et eam ob causam celerem et inopinatum discessum caesaris, ob sie die heubt- oder executionsach im vhall, die gute entstund, zu remittirn gemeynt wollen haben, nit geschlossen werden konnen, hat gedachter bieschoff sich in zweivelhaftigen labyrinthum nit setzen oder begeben wollen, auch nach gehabtem rathe etlicher hohens und nyder standts anzunemen widerratten und abgehalten worden und demnach, bey seinem rechten zu bleyben und demselbigen antzuhangen, ihme fürbehalten wollen, wie er dan ein solichs ihme für ksl. und kgl. Mtt., Kff., Ff. und stenden offentlich vorbehalten hat.

    Und darmit zu vernehmen, das bey etlichen kayserlichen räthen die meynung gewest, ihnen, den bischove, mit solicher remission auch in der heubtsachen in die weytte ze füren und nit pro executione, sonder in genere und also die geendete heubtsach disputirlich zu machen und inen ex certo in incertum zu setzen, so seind von dem munsenior de Granvella, ksl. Mt. hoffrath, als vielgemelter H. Valentin bieschoff die remission specificirt haben wollen, auf die exequution diese worth gefallen, quod caesar contentus sit dare commissarios ad concordandum et, si concordare nequiverint, quod causam remittere debeant ad iudicium chamerae imperialis et, quod dominus episcopus pro declaratione remissionis hoc verbum executionis apponi petiit, hat sich gedachter Granvella nit declarirn wöllen, sonder gesagt, quod caesar non esset aliter facturus3. Haec Šverba ubi audisset episcopus und, das sich Granvella nit hat wollen declarirn, hat er sich beduncken lassen, es nit für ihnen und seinen stieft Hildeshem sein wurd, sich in die gfhär zu begeben und sein geendete heubtsach und erhalten urtheyl widerumb und sonderlich vor weltlichen richtern und personen am kayserlichen cammergericht, die auch zum theyl bäbstlicher jurisdiction nit gestendig, auch babst nit babst sein lassen wöllen, in zweyvell ziehen ze lassen, darumb er dan auch, wie angezeigt, solche commission, vielweniger die remission dergstalt annemen wollen und derowegen dem Granvella widerumb angezeygt, so es nit specificirt ad exequutionem werden solt, das er es auch nit anzunemen gedächte, sonder wolt bey seinem rechten bleyben. His annuens Granvella abiit nunquam revisus.

    Und ist further in der hildesheimischen sach auf dem reichstag, als welcher sich auch domahls geendet, nichts weytters gehandelt worden. Doch ist hierbei zu mercken, das, als der bischoff mit hohem vleys bei ksl. und kgl. Mtt. auf das bedencken des ausschuß und der stende catholicorum pro commissione modo, quo supradictum est, und derwegen ihren ksl. und kgl. Mtt. memoriall und denckzettel ubergeben, auf welche doch gar nichts ervolgt, domit aber von solcher zettel wegen kunftig kein irrungen fürfallen mögen, so haben solche zettel von worten zu worten gelautet, wie volgt:

    Copey des begerten, aber nit gevolgten abschiedts in causa ecclesiae Hildesemensis: In negotio executionis sententiae restitutoriae per sanctissimum dominum nostrum Paulum papam III. consistorialiter pro ecclesia Hildesemensi latae deputentur commissarii per sacram caesaream maiestatem pro amicabili concordia inter Henricum et Ericum iuniorem seu tutores et curatores eiusdem, duces Brunsvicenses etc., ex una et Valentinum episcopum Hildesemensem partibus ex altera reverendissimus dominus Albertus cardinalis et archiepiscopus Moguntinus etc. princeps elector etc. et illustrissimus dominus Ludovicus palatinus Reni ex ducibus Bavariae etc. etiam princeps elector coniunctim, ut infra spatium quatuor mensium a data commissionis computando partes supradictas amicabiliter concordare procurent et, si illos concordare non poterunt, tunc ex commissione et nomine sacrae caesareae maiestatis negotium executionis dictae sententiae restitutoriae ad iudicium camerae imperialis pro effectuali executione remittant et remittere debeant et ut caesarea maiestas iudicio camerae suae etiam ex tunc seriose committat, ut in eventum etiam dictae remissionis negocii executionis huiusmodi celeriter ac citra ullam dilationem procedant4.

    ŠDweyl aber, wie ob und jetz nehist gemelt, drauf nichts ervolgt, derwegen auch gedachter H. Valentin Bf., bey seinem rechten zu bleyben, ihme fürbehalten, so konnen solche zettel nichts geben oder nehmen, quod est notandum.

    «Nr.278 Gegendarstellung Bf. Valentins von Hildesheim gegen die von Hg. Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel gegen Ende des Reichstages verbreitete Schrift – Regensburg, [1541 Juli 28/29]1 »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. E 138, fol. 61r–74r (Kop.); AS fol. 61r: Bericht H. Valentinj Bf. zu Hildeshaim uff das schreiben, durch Hg. Hainrichen zu Braun Šschweig etc., betreffend den stift Hildeshaim, under die steend des reichs alhir zu Regenspurg vor wenig tagen heimlich untersteckht.

    B  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/04, Regenspurgischen Reichstags, Religion und andere Händel vermöge einer hierbey [...] Anno 1539–1547, fol. 227r–238r (Kop.); AS fol. 227r gleichlautend wie in A.

    C  koll. Hannover NLA, Hild. 1 Nr. 783, fol. 94r–105v (Kop.); ÜS fol. 94r: Copey des berichts H. Valentins Bf. zu Hildesheim auf das heymlich understeckts schreyben Hg. Heynrichs, Kff., Ff. und stenden durch gedachten bieschoff ubergeben und offentlich verlesen.

    Der hochgeborn furst, H. Hainrich Hg. zu Braunschweigk und Luneburg etc. hat in nammen sein und seines jungen vetern Hg. Erichs yetz verflossen awenig tagen–a an villen eur kfl. Gn., L. und G. von wegen des, so ich bey der röm. ksl., auch kgl. Mt., meinen allergnedigsten herrn, auch eurn kfl. Gn., L. und G. sambt und sonderlich zu beschaffung und befuderung [sic!], gepuerlichen execution des wol gesprochenen urtail, in sachen meines stifts Hildeshaim und desselbigen entwerten guetter zu Rom erhalten, unterthenigste, unterthenig, fraintlich und vleissig gesuecht, ain vermaints schreiben haimlich, ime damit wider die helle warhait ain glimpf zu schepfen und eur kfl. Gn., L. und G. in sollicher meiner hellen und klaren sachen irrig zu machen, unterstecken und umbtragen lassen2.

    ŠUnd sichs aber je geaignet, da Hg. Hainrich dergestalt, wie beschehen, etwas wider mich und meine sachen zu verhinderung derselbigen gesuechten execution furbringen wellen, das er dasselbig an die orten es von alter und im reich herkhumen und nemlich dem Kf. zu Meintz als ertzcantzlern, damit dasselbig auch an mich, darnach zu gerichten, gelangen het mugen, wie dann ich ain sollichs auch gethan, uberraicht hette, darzu zeitlich und nit eben bis auf den abschid dises reichstags, so yetzo anstatt, verzogen. So doch meiner [sic!] der ksl. und kgl. Mt., auch eur kfl. Gn., L. und G. ubergebne supplicationen und handlung vorlangst und etlichen monaten uberraicht und ime, Hg. Hainrichen, darvon copeien zukhumen sein, wellichs aber, dieweil es nit beschehen, sonder haimlich und mein unwissend, darzu yetzo im endt und anstehenden abschid und verruckens, kann und mag ich nit anders bedencken, dan es studiose und mit vleis und der nemlichen ursachen beschehen, das ich kurtz halb der zeit zu kainer verantwurtung und notturftigem bericht kommen solt konnen. Demnach ich aber, wie berurt, durch Hg. Hainrichen in sollichen untersteckten schreiben zeit halb dermassen verschnellet und ubereilet und, das ich zu notturftiger beantwortung nit khumen kann, damit dannest durch ine mir nit zuegelegt, als ob ich sollich sein vermeints schreiben nit verlegen Škund, auch meiner gesuechten execution und anders handels seinem unbillichen vermelden nach chain fueg und darumb auch disemb unbeantwurt von hinnen verruckt sein, sagen mög, wie er dann dem hochgebornen fursten, H. Philipsen Lgf. zu Hessen etc., in ainem offenen truckh, als ob sein L. auf sein Hg. Hainrichs beruembten entschuldigung, vor vilen Kff., Ff. und steenden geschehen sein sol, (dero mir gleichwol kain wissen ist) von disem reichstag verruckt sey und die onverantwurt gelassen etc., auch gethan, zuegelegt, durch das gantz land zu Sachssen und sunst hin und wider publicieren lassen hat, so hab ich erzelter ursachen und nit, das ich die sachen von neuem mit ime disputiern wolle, sonder allein eur kfl. Gn., L. und G. als die durch beruerts, weitleufigs schreiben verfueret und irrig gemacht werden möchten, zu bericht nit umbgehen konnen, zu mein und meines stifts und verwandten notturft das beruerthe, sein vermeints schreiben kurtzlich zu beantworten, daraus eur kfl. Gn., L. und G. spuren und vernemmen sollen, das sein Hg. Hainrichs furgeben, in angeregtem schreiben verleibt, on grundt und unbestendig ist, mit der furbehaltung, dasselbig hiernachmals zu gelegner zeit clerlicher, dergleichen auch, wie er, Hg. Hainrich, mit mir und meinem stift und desselbigen armen leuten die zeit, ich des stifts bischoff gewesen, umbgangen und gehandlet und noch teglichs umbgehet und handlen lesset, stattlich, notturftig, bestendigklich nach der lang hervorzugeben.

    Und aber Hg. Hainrich gleich im eingang seines schreibens vermeintlich meldung thuet, als ob ich seinen vermeinten bericht, so er der ksl. Mt. uff meine ubergebne suplication gethan, unbeantwort gelassen, gleichsfals dweil ich uf meinem ersuechen zu befurderung der execution durch sein ableinen nit haften können, das ich, durch beschwerliche clagen mir ein anhang und beyfall zu machen und die leutte zu meiner erbarmus zu bewegen etc., unterstanden haben sollt, und darnechst uff ein vermeints, unpillichs und unbefuegt schmehen und iniurirn meines vorvaren Bf. Johans, meiner person und capitls zu Hildeshaim wider das kayserliche geleit alhie auf werendem reichstag schreitet, so hab ich anfengklichs sölliche zuegefuegte iniurien, sovill die mein person, capitl und verwandten betreffen, zu hertzen gefuerth und genommen, gestalt dieselbigen zu gelegner zeit wie recht zu prosequieren und zu vervolgen. Sovil sy aber meinen vorfaren Bf. Johann beruren, wirdet derselbig fur sich selbs seine notturft wol bedencken, one das er sich sollicher zulagen etwa zu Zerbst fur den dreien löblichen Kff. Maintz, Sachssen und Brandenburg volgents zu Cölln und Wurms, auch auf jungst gehaltenem reichstag alhie zu Regensburg fur der röm. ksl. Mt., auch Kff., Ff. und gemeinen stenden stattlich verantwortet und darauf entschuldigt genommen worden.

    Zu dem andern, das ich gedachts Hg. Heinrichs der ksl. Mt. gebne antwurt unbeantwort hingehen lassen haben solt, desfalls ziehe ich mich nit weitter denn eben uff die ksl. Mt. und derselbigen löbliche rethe, die deshalb, obs Šmuntlich und schriftlich unbeantwort gebliben oder nit, warhaftig anzeug thuen können. Zu dem dritten und letzlich, das ich, durch beschwerliche clagen die leuthe zu meiner erbarmus [sic!] zu bewegen, unterstanden haben sol, will ich aus mangel der zeit sollichs dißmals beruwen lassen und hiernachmals neben andern, dweil Hg. Hainrich dasselbig suecht und ye haben will, mit der hilf Gottes so darthuen, das eur kfl. Gn., L. und G. meiner armen unterthanen, die wider Gott und recht von ime, Hg. Hainrichen, und den seinen zum höchsten beschwert, von welcher erledigung wegen ich alle sachen biß daher gehandlet hab und noch, billich erbarmen und darumb auch zu gesuechter exequution da geneigter sein werden.

    Darauf nun und in die kurtz, sovil die haubtsach belangt, eur kfl. Gn., L. und G. zu berichten, das Hg. Heinrichs schreiben und furgeben on grunt sey, so befinden eur kfl. Gn., L. und G., das villgedachter Hg. Heinrich, seine sachen mit vier furnemlichen puncten, unbedacht dieselbigen und alle andere zu Rom, da sy zu verhinderung der urtheil und sonst gleichsfalls furgewendet, stattlich discutirt und als unerheblich zuruckhgelegt und verworfen worden, zu schmincken und dardurch die billich gesuechte execution meiner erhaltenen urtheil zu verhindern, understehet, und erstlich der vermeinten, nichtigen acht, am andern der angezogenen investitur, zu Augspurg beschehen sein soll, zum dritten eines angemasten vertrags zu Quedlinbburg und zum vierten ainer beruembtenc litis pendencien.

    Das aber die angezogne acht zu Gendt in Flandern auf ungestumigs anhalten der hertzogen und also ausserhalb dem reich vermeintlich ergangen, doch honore ac reverentia caesareae maiestatis semper salvis nichtig sey, ist in meiner apologien verschiner jaren auf ein famoß- und lesterlibell beider Hg. Erichs seliger gedechtnus und Hg. Heinrichs, wider mich ausgangen, gnugsam dargethan und sonderlich propter defectum iurisdictionis et citationis, dann ye war, das kein geistlich furst oder stand, ehe und zuvor derselbig seiner ordenlichen obrigkhait denunciert, in die acht erclert werden mög. Darzu so ist war, das der, welchen man in die acht thuen will, darzu citiert und geladen werden soll, welchs dann dis orts nit geschehen, sonder non denuntiatus, non citatus, indefensus et absens in die vermeinte acht erklert worden, daraus die nichtigkait der angezognen acht clerlich erscheinet, und das dergestalt erclerte echter als ungeacht und nit fur echter gehalten oder vervolgt werden söllen, ziehe ich mich uff gemeine beschriebne recht, darzu auf den kayserlichen landfriden und auch die kayserliche aufgerichte chamergerichtsordenung. Das aber vermeintlich angezogen wirdet, als solte in processu principis kein citation requiriert werden, ist falsch, contra clementinam pastoralis und wider alle beschribne recht. Und im fall die angezogne acht je kreftig sein solt, als sy doch nicht ist, hat sy doch nicht weiter dan allein auf sein Bf. Johanns person und nicht zu nachtail der kirchen gezogen werden möge, quia delictum prelati (si quod ibi Šfuisset) non afficit ecclesiam, zu recht gezogen. So demnach, wie erzellt, die acht nichtig, felt auch das, so Hg. Hainrich zu beschönung des spolii, invasionis et occupationis bonorum ecclesiae Hildesimensis vermaintlich vorwendet, als solt er tanquam verusd executor, sollichs zu thuen, macht gehabt haben, quia banno nullo existente etiam commissa executio et alia secuta tanquam accessoriume iniqua sunt, gleichsfals zu recht gezogen.

    Und ob durch meine widerwertige gesagt werden wolt, das durch yetz gemelt verlegen der nichtige acht die hochhait der ksl. Mt. angezogen werden solt, so ist wißlich und nit neu, das zum oftermal römische kayser und kunige und andere großmechtig fursten und herren ad importunam partium instantiam, iniquam suggestionem, obreptionem et surreptionem auch wider iren willen oder unbedechtig zu zeitten etwas nachgeben und auch von innen extorquiert und getrungen worden, wie dan gaistlichen und weltlichen, kayserliche, beschribne recht dasselbig ane vilen orten thon bezeugen und auch noch teglich an bepstlichen, kayserlichen und andern großmechtigen höven geschicht und doch uff gevolgten guten bericht, auch fur sich selbs sollichs als von in wider recht und ir gemuth ausbracht widerrueffen, revociert, vernichtet und retractiert haben, wellichergestalt und auch nit anderst mit vorbehalt der ksl. Mt., meines allergnedigsten herren, hochait, preeminentz, auctoritet und reputation und meinen schuldigen reverentz ich diß meines stifts notturft nach angezaigt hab wellen.

    Der ander punct, dessen sich Hg. Hainrich etc. zu behelfen untersteet, ist die vermainte investitur. Diser punct, dweil er gleichfals in obangeregter meiner apologien verlegt, darzu zu Rom auch stattlich disputiert und als unerheblich verworfen, hab ich nit notig geacht, dasselbig ditsfals alhie weitter dann zu erinnerung herfurzuziehen, und sonderlich, das Bf. Balthasar genannt Waltkirch sechs monat zuvor und ehe den hertzogen belehenet, unde ecclesiae fuit ius quaesitum, quod ius per praetensam secutam investituram eidem adimi non potuit, one das in der vermainten investitur ducum die ksl. Mt. ir selbs, dem röm. reich und auch menigklich sein recht vorbehelt und nit weitter, dann ire Mt. zu leihen recht, fueg und macht gehabt, gelauhen oder leihen wellen, daraus zu vernemen, dweil ksl. Mt. auf das importun und ungestimug anhalten der Ff. von Braunschweickh sy vermaintlich belehent, das doch irer Mt. gemuet nit gewest, die kirchen und stift Hildeshaim in iren rechten zu vernachtailigen oder Bf. Balthasar investitur zu verkurtzen, sonder die villmer vorbehalten, wie dann auch hernachmals ksl. Mt. gemuet in dem und andern aus stattlichen irer ksl. Mt. schriften clerlich angezaigt werden soll und mag. Und das Bf. Balthasar und andere der vermainten belehenung gegenwirtig gwest und geschehen haben lassen sollen, wirdet nit gestanden, ist unerwisen und uber das, so thuet es nicht zur sachen.

    ŠAm dritten wirdet zu behelf und beschonung durch Hg. Hainrichen ain vertrag, zu Quedlinburg aufgericht, furgewendet, mit anzaig, das der metropolitanus denselbigen helfen vorhandlen, bepstliche Hlt., dergleichen die röm. ksl. Mt. confirmirt haben sollen. Darauf gib eur kfl. Gn., L. und G. ich in kurtz disen bericht, das sollich beruembter vertrag zwischen dem thumbcapitl, chlerisei und statt Hildeshaim an einem und dem Hg. zu Braunschweickh anders tails aufgericht, darin chaines bischoves meldung geschicht, hangt auch kaines bischoves sigel daran und darumb ist es res inter alios acta etc., der meine vorfaren oder mich nit binden konnen und noch. Das aber angezaigt wirdet, als solt das capitl zu der zeit die verwaltung der kirchen gehabt haben, also das sy von wegen des bischoves und bischofflichen guetter concordieren und transigiern mugen etc., sollichs vorgeben ist falsch, ursachen, das Bf. Johan der zeit noch den stift nit resigniert, sonder bischoff und her des stifts und in wesendlichem regiment, wiewol abwesentlich, gewesen ist und fur und fur seine statthalter, regenten und rethe im stift Hildeshaim gehabt. Derhalb auch gedachts capitl von söllicher bischofflichen gueter wegen nichts handln oder concordieren können.

    Und gesetzt, doch ungestanden, das das capitl die verwaltungf des stifts Hildeshaim zu der zeit gehabt hetten, so ist doch war, das ing beruertem vertrag sy offentlich und mit hellen worten die rechtliche erforderung der bischofflichen, eingezognen gueter inen und der kirchen vorbehalten haben und allain, via facti wider die hertzogen nit zu handlen, sich begeben, auf denselbigen quedlinburgischen vertrag und desselbigen bepstliche confirmation gezogen. Und wiewol Hg. Hainrich söllichen vertrag mitsambt bepstlicher Hlt. und ksl. Mt. confirmation desselbigen oft und viel anzeucht, so ist doch die warheit, das er denselbigen bewilligten, besigelten, confirmierten und bestättigten vertrag nie gehalten, auch noch heutigs tags nicht helt, ob er gleich uber die vorigen angeregten confirmation, auch allen andern potentaten der christenhait confirmirt wer. Und das sollichs war sey, so befindet sich, das mein capitl und clerisey von des wegen, das er inne irer jerlicher renth, gult und einkhumen yetzo 20 jar her zu zeitten halb, zu zeitten den dritthail und zu zeitten gar und zummal wider den angeregten vertrag hinwegkhgenomen und nimbt etc., zu Rom in rechtvertigung gezogen, ongezweiffelt genugsam erwisen und demnach, ob Gott will, des orts in kurtz urthail und recht wider ine erhalten werden.

    Die vermainte litis pendencien, wölche der vierte vermainte behelf und ausflucht zu verhinderung der execution durch Hg. Hainrichen vorgeben wirdet, ist zu Rom zu verhinderung der urthail gleichsfals vorpracht, darauf disputiert und als nichtig und onbestendig verworfen worden, derwegen ich auch derselbigen angezogene litis pendentien mitnichte gestendig. Und damit eur kfl. Gn., L. und G. im grunt ersehen mögen, Hg. Hainrichs vorgeben ditzs vals auch Šnichtig und unbestendig sein, so ist war, das, als nach gehaltener veldschlacht, zu wellicher Bf. Johann wider seinen willen zu rettung seines stifts gerechtigkhait durch baide Hgg. Erich und Hainrichen zu Braunschweickh etc. getrungen, er, Bf. Johann, gesiget, baide Hgg. Erich und Wilhelmen sambt andern vilen vom adel und ritterschaft gefangen, das darnach uf volgendem reichstag zu Wurms die ksl. Mt. söliche kriegsubung in guetliche verhör genommen und zu vertragen unterstanden. Als aber irer Mt. die guete nicht ervolgt, haben ire Mt. ein decret eröffnet, die partheien zu allen thaillenh friden halten und die gefangen in irer Mt. handen in monatzfristi bey peen der acht stellen sollten, und als nach sollichen decret irer Mt. von reichstag und ehe ausgang des monats verruckt und iren weg in Flandern genommen und Bf. Johann sollichem decret gehorsamlich geleben wöllen, ist er doch, als solt er dem gemelten decret nit gelebt haben, umb den angezogen ungehorsam und chainer andern ursach halb ungefordert und ungehört in die vormainte acht auf ungestimichs anhalten und falschen bericht der hertzogen nichtigclich erclert und erkennt worden und die execution derselbigen vermainten acht gleichsfals vermaintlich bevolhen, auf welliche vermainte acht und bevolchne execution die gemelten hertzogen den stift aller seiner gueter, etlichen wenigen ausgenommen, spoliiert und entsetzt haben. Söllichs spolii und unpillicher entsetzung hat sich Bf. Johann volgentz zu Rom beclagt und die sachen vor bepstlicher Hlt. und dem stuel zu Rom in rechtvertigung gezogen, da sy vor vilen cardineln und richtern in die 20 jar geschweben und yetzo durch mich zu gepuerlicher endtschaft wie recht usserhalb der execution, die ich yetzo und bißdaher gesuecht, ausgefuert worden.

    Und dieweil demnach es zwaierlay, ja diverse und unterschidliche sachen sein, welliche aine tumultus bellorum und die kriegsubung, in wellicher die hertzogen vor ksl. Mt. cleger und Bf. Johann der beclagt gewest und durch irer Mt., wie gemeldet, zu Wurms in guettlicher verhör genommen, die ander aber causa spolii bonorum ecclesiae Hildesemiensis, in wellicher Bf. Johann cleger und die hertzogen beclagte zu Rom in rechtvertigung gezogen und dieselbig sach spolii castrorum etc. zu der zeit, als ksl. Mt. zu Wurms die kriegsubung in verhör genomen und das decret eröffnet etc., noch nit in esse oder rerum natura sein konnen, sunder allererst auf die darnach in Flandern vermaintlich ergangen acht gefolgt, welliche zeit ire ksl. Mt. auf der widerraiß in Hispanien und nicht im reich gewest, haben eur kfl. Gn., L. und G. leichtlich zu ersehen, mit was fuegen, grundt oder bestandt Hg. Hainrich die litis pendentien der sachen, die in zeitten des werendten reichstags und der ksl. Mt. gegenwurtigkait daselbst noch nit in esse, rerum natura oder vorhanden gewest, anziehen, vilweniger sich der zu verhinderung meiner gesuechten execution geprauchen oder behelfen möge.

    ŠAls aber verner neben obgeschriben allerlai ingefuert worden, die zum tail zu beschwerlicher verletzigung und bepstlicher Hlt., der hochwirdigsten cardinel und richtern zu Rom und auch meiner person geraichen, gleichsfals auch andere vermainten puncten und artickel, damit er, eur kfl. Gn., L. und G. zu blenden und irrig zu machen, understehet, welliches alles notturftig beizulegen ich dismal aus kurtz der zeit one not geacht. Damit aber nicht da weniger dasselbig summarie und, sovil zu diser zeit vonnötten, beantwurt wert, so will ich eur kfl. Gn., L. und G. hiemit zu bericht nit verhalten, das, sovill erstlich durch Hg. Hainrich angezogen wurdet, als sollt bepstliche Hlt. und die cardinel, auch der commissarius de Ginutijs3 nach gunst und unbesichtigter acten gehandlet und erkennet haben, söllichs unbefuegten angebens und verunglimpfens het sich Hg. Hainrich, als dem mitsambt seinen advocaten, procuratorn und sollicitatorn zu Rom ein sollichs vil anderst bewust, billich enthalten und irer Hlt. und irer, der cardinel, damit verschonnet. Hat sich aber dessen seinem prauch nach nit enthalten können.

    Zum andern das angezogen wirdet, er, Hg. Hainrich, artickl ubergeben, die zuegelassen und er sich zu beweisen erpoten, aber nit darzu gestattet werden welln etc., erhelt sich dermassen, das Hg. Hainrichj artickl, die zuvor zu vilen malen gerichtlich ubergeben und einpracht, doch nie bewisen, widerumb, die sachen dardurch lenger aufzuhalten, ubergeben und sich, die zu beweisen, erpoten, ist ine sölliche beweisung als calumniosa und frevenlich und auch, dweil solliche artickl allgereit zu etlichen malen einpracht, doch nie bewisen und, da sy gleich erwisen, dennest nicht relevantes oder furtreglich gewest, abgeschlagen und nit gestattet und ist hierin nichts anderst ad acta referendok als recht und billich gehandlet worden.

    Zum dritten wirdet angezogen, demnach Bf. Johann noch im leben, das mir, yetzigen bischove, gar chain action oder clag gebueren mögen. Demnach aber wislich, das Bf. Johann nach resigniertem stift in die hendt Clementisl, zu Bononien beschehen, desselbigen mitnichten verrer zu thuen, sonder, wie die recht sagen, respectu ecclesiae civiliter mortuus geacht, derhalben hat mir als volgendtem Bf. von Hildeshaim von wegen meines stifts entzognen guetter action und foderung wol gebuert, wie ich dann auch zu sollicher sachen prosecution mit recht zuegelassen, alles auf die rechte und acten gezogen.

    Am vierten wirdet angezogen, das meins stifts guetter, dorumb der streit ist, lehen sein sollen. Nimbt zu ainer vermainten beweisung die kayserlichen regalia, mir und meinem stift gnediglichst geben, fueret volgents daraus ein, das derwegen dise sach billicher vor ksl. Mt. als den stuel zu Rom gehörig, ich aber auf deshalb ubergebene artickl vermitlets [sic!] aids, gemelte meines Šstifts guetter lehen seien, wider er und mein gewissen verneinet haben solt. Arguirt mich also des meinaids, wie er dann, dasselbig aigner person und auch durch die seinen in die leute zu pilden und mich dermassen zu beschweren, understehet und bevleissiget. Dieweil aber sollich sein unbillich, muettwilligs und ungegrundts angeben nit zu geringer, sonder grosser verletzung meiner eren und gueten leymitz geraicht et crudelis est, qui famam suam negligit, hab ich solliche iniurien zu hertzen und gemuet gefuert in maynung, die wie recht zu prosequieren. Damit aber eur kfl. Gn., L. und G. die helle, offenware unwarhait bey im, Hg. Hainrichen, sein befinden, so gib ich denselbigen eur kfl. Gn., L. und G. disen warhaftigen bericht und sag, das ich nit gestendig, inmassen Hg. Hainrich anzeugt, die vernainung gethon, sonder diser gestalt, das ich glaub, das die regalia und, weß den anhangt, lehen sey, aber die gueter der kirchen aygenthumblich zustendig, konnen chain lehen genennt werden, ziech mich des auf die acten.

    Das aber, wie Hg. Hainrich einfuert, die sachen der ursachen, das des stifts guetter lehen vor die ksl. Mt. und nit den stuel zu Rom gehörig sein solten, bin ich ime chaineswegs gestendig, sondern ist war, quodm spolium bonorum ecclesiae etiam feudalium ratione sacrilegii et invasionis est causa mixti fori, in qua habet locum p[rae]vencio et papa praevenit. Das aber ksl. Mt., wie er meldet, papam prevenirtn haben sollt, bin ich nit gestendig, ist unerwisen und findet sich der grundt aus dem, so hie ob bei der vermainten angezogen litis pendencien gemeldet worden. Und wer demnach ich sollichs ertichtens bezeuhens von Hg. Hainrich billich verhaben bliben, dann ich solliche gebene antwurt mit gueten eeren und gewissen gethan hab und noch nit zu verendern wais, wirdet mir auch niemand anders als recht und bestendig beschehen zulegen werden noch mögen.

    Sovill nhun und zum funften die angeregte appellation von der interlocutorien de competentiao iudicis betrifft, hierauf gib eurn kfl. Gn., L. und G. in kurtz ich disen bericht, das Hg. Hainrich und seine procuratores den cardinal und comissarien H. Jheronimum de Ginucijs bey der bepstlichen Hlt. selb gebetten, erlangt und ausbracht, dadurch sy in die bepstliche jurisdiction consentiert und bewilligt. Zu dem andern haben sy, den articulum remissionis durch bepstliche Hlt. selb personlich zu entschaiden, gebetten, wie beschehen. Zum dritten, als bepstliche Hlt. nach notturftig disputierten sachen mit rath seiner Hlt. cardinel consistorialiter sich competentem iudicem erkenneten, haben die procuratores, so er zu Rom gehabt und presentes gewesen, davon nit appelliert, sonder dieselbig beiurtl in ire craft ergehen lassen. Das aber Hg. Hainrich hie aussen in partibus etliche monat darnach appelliert haben will, thuet nichts zun sachen, Šist auch bepstlicher Hlt. nit furkhumen, derhalben bepstliche Hlt. billich in der haubtsachen hat mögen furfaren.

    Zum sechsten die beruembten apellation a diffinitiva betreffend, hieherbei gib eur kfl. Gn., L. und G. ich disen bericht, das Hg. Hainrich seine procuratores in zeit gefellter urtail gegenwirtig gehabt, dieselbigen haben, wiewoll vermaintlich a papa male informato ad eundem melius informandum appelliert, demnach aber desselbigen uber vilfeltigen, erstreckten termin nichts pro meliore informatione und, das die hertzogen releviren hett mögen, furbracht oder furbringen konnen, ist innen wie recht die vermainten interponierte appellation als unzulessig durch bepstliche Hlt. verworfen und refutiert und mir darauf urtail und executorialbrief erkennt und zuegetailt worden, derwegen die beruembten appellation, durch Hg. Hainrichen in partibus vermaintlich interponiert, nichts zun sachen thuet, ime auch im rechten gar nit furtreglich sein khan oder mag.

    Und aber in sunderhaiten auch angezogen wirdet, als sollt Hg. Hainrich etc. kain volmacht oder mandaten apud acta weitter dann zu der declinatorien gehabt haben, darauf gib eurn kfl. Gn., L. und G. ich disen bericht und sag, das sich sollichs in der warhait vill anderst erhelt, dann seine procuratores mandatum und procuratorium ad totam causam principalem gerichtlich inpracht haben und, wan schon solliches nit weren, als es doch ist, so wer dannest die gefellten urtail, dieweil die parteien yederzeit citiert, nichtdesterweniger bestendig und kreftig, auf die acta und rechten gezogen.

    Letzlich nachdem auch durch Hg. Hainrichen unter andern angezogen wirdet, als solt Hg. Erich seliger gedechtnus ee eröffeneter urtail verstorben etc., haben eur kfl. Gn., L. und G. aus gezaigten meinen urtail und executorialbrieve gesehen und vernomen, das bepstliche Hlt. alle und yede defectus iuris et facti, ob der einige in diser sachen möchten angezaigt werden, suppliert und erfullet, darumb, ob dem gleich so were, nichtsdesterweniger die eröffnette urtail bestendig und kreftig.

    Es wirdet auch durch Hg. Hainrichen verner angezaigt, als solte die bevolhenen vormainte execution der nichtigen acht mit seinem und seines vettern grossen darlegen und uncosten (die er sich sunst in etliche 100.000 fl. ruembt) beschehen sein. Darauf gib eur kfl. Gn., L. und G. ich zu warem bericht, das das kayserliche decret und volgende nichtige acht und execution alle in dreien monaten nachainander auspracht und ausgericht, auch also, das auf die vermainte, unbilliche execucion, dieweil Bf. Johann der zeit werloß und sein kriegsvolgkh und rustung ksl. Mt. zu gehorsame beurlaubt und nidergelegt, nicht vil uber acht oder zehen tag gangen sein, dann sy meines stifts gueter an ainichen widerstandt eingenomen, darauß leichtlich zu vernemmen, ob so ein grosse uncosten, wie er ruhmt, in der geringen zeit und auf die onbilliche execution geen oder lauffen mögen.

    Sovill aber auch angezogen wirdet, als solt Bf. Johann, mein vorfar, zu der zeit er des stifts guetter durch die Ff. von Braunschweigkh entsetzt, derselbigen nit in possessione gewesen, sonder vilmer etlich vom adel impignoriert, alieniert Šund verkauft und derhalben tanquam non possessor des besitz nit spoliert oder ensetzt werden mögen etc., daraus volgen soll, das er die hertzogen super spolio mit recht nit hab vornemen mögen, hierauf gib eurn kfl. Gn., L. und G. ich disen bericht und sag, das ich nicht gestendig, das Bf. Johann und seine vorfaren die guetter, darumb sich der streit bißanher enthalten, dermassen, wie angeben wirt, verkauft oder alienirt haben. Aber nicht an [= ohne] sein mag, das Bf. Johann und seine vorfaren etliche schloß und guetter etlichen vom adel, in irem und der kirchen nammen zu verwalten, eingethon. Das sy aber derhalb in kainen besitz derselbigen schloß und gueter gewest sein solten, volgt gar nit aus ursachen, das dieselbigen inhaber und detentatores sollicher schloß und gueter, wie gemeldet, im nammen des bischoffs und der kirchen und nit ir selbs ingehabt, dem bischoff und der kirchen jerlichs ire unpflicht an diensten, steuren, volg und raiß und anders als dem herrenp der schloß und gueter thuen muessen, daraus zu vernemmen, das bischove und der stift sollicher guetter civilem und naturalem possessionem gehabt, dan Bf. Johann, seine vorfaren und stift haben yeder jar die detentatoren sollicher schloß und gueter abschaffen mugen, auch abgeschafft, also das die solliche gueter quodamodo precario ingehabt, darzu so seind die vom adel detentatores sollicher schloß und gueter respectu, intuitu et contemplatione episcopi et ecclesiae Hildesimiensis tanquam indubitati domini et possessores eorundem vertriben worden. Derwegen sy auch ires erlittens schaden und nachtails halben bey meinen vorfaren, mir und meinem stift erstattung und ergetzung gesuecht, zum tail bekumen, noch suechen und, den recursum bey mir und meinem stift zu haben, vorwenden. Darumb und dieweil auch war, quod is possidere dicitur cuius nomine possidetur, haben eur kfl. Gn., L. und G. leichtlich zu vernemmen, wie er, Hg. Hainrich, dits orts seines vorpringens befuegt.

    Dergleichen, so er auch vermeldet, sein vetter, Hg. Erich, und er durch Bf. Johann und stift vorhin spoliert, darumb billich ehe und zuvor auch zu restituieren sein solten etc., ist der bericht, das ich im, Hg. Hainrichen, oder seinem vettern sollichs vorbringen nit gestendig, dann auf disen tag und 20 jar her bey meinem stift nichts gewesen und noch, das im oder seinem vettern zukumen oder dessen er spoliirt sein mug. Darumb ist sein vorbringen diß orts gleich andern unbestendig, darzu auch unerwisen.

    Und nachdem sich dann sollichs alles erzelter und chainer andern gestalt im grundt erheldet und mein unterthenigst an die ksl. und kgl. Mt., dergleichen an eur kfl. Gn., L. und G. als gemaine stendt unterthenigstes, freuntlichs und guetlichs, von wegen der furderlichen execution meiner erhaltnen urtail halb beschehen ersuechen und anlangen, mit fueg, grundt, bestandt und gueten ursachen gethan, auch nit anders thuen sollen und mugen und Hg. Hainrichs yetziger dargegen haimlich untersteckts schreiben aus obangezaigten waren bericht und ursachen allenthalben nichtig, unbestendig und one grundt, so ist Šzu eurn kfl. Gn., L. und G. mein unterthenigst, freuntlich bitten, eur kfl. Gn., L. und G. wöllen dem obgemelten, unbestendigen, unterstecktem schreiben Hg. Hainrichs chain glauben geben noch im in ainigen weg in diser sachen beypflichtung thon, sonder vilmer mich gegen der röm. ksl. Mt., meinem allergnedigsten herren, aufs unterthenigst und vleissigst verbitten, dieselbig ire ksl. Mt. als ain von Gott geordneter obrister vogt, schutz, schirmen und advocat der kirchen, handhaber und executor des rechten und gesprochner urtail mir zu gebuerlicher, furderlicher execution meiner erhaltenen urtail allergenedigst und eur kfl. Gn., L. und G. als gemaine steend neben irer Mt. gnedig und fraintlich verhelfen, und zu furderung der execution bey hochgedachter ksl. Mt., dasselbig dem gegentail bey peenen irer ksl. Mt. und des hl. reichs acht und aberacht, mich und meinen stift wircklich realiter et cum effectu und furderlich mit erstattung aller und yeder expenß, unchosten, scheden, interesse, aufgehobne nutzung und schatzungen alles nach ausweisung erhaltener urthail und executorialbrieven restituiern und reintegriern mueß, zu gebieten, genedigclichst geruche, gnedigklich und fraintlich anhalten und befurdern und verner mich und meinen stift als ain glid des hl. reichs mit gunst, rath, hilf und furderung gnedigklich und fraintlich fortsetzen und nicht verlassen wollen. Dasselbig ist die billigkhait4.

    « ŠVIII,5 Auseinandersetzungen um die Reichsstandschaft geistlicher Stände  »

    « VIII,5a Der Konflikt um das Hochstift Meißen »

    «Nr.279 Supplikation Bf. Johanns VIII. von Meißen an die Reichsstände1 – Regensburg, [1541 April 23]2 »

    A  Wien HHStA, RK RTA 7, unfol. (Kop.).

    B  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08993/04, Acta Misnensia oder Acta des Reichsstandes halben [...] Sachsen [...] Meißen, fol. 57r–62r (Kop.); ÜS fol. 57r: Supplication an die reichsstende in bemelten sachen.

    Wiewol uns nicht tzweifelt, euer Gn., L. und ihr traget fur sich selbs gut wissen, welchergestalt wir und unser stift Meyssen nach weylandt Hg. Georgens zu Sachsen etc., loblicher und seliger gedechtnus, todlichen abgangk von den Kff. und Ff. zu Sachsen in viel wege beschwert, idoch und dieweil sich solche beschwerden jhe lenger jhe mher hauffen und bey hochgedachten Kff. und Ff. zu Sachsen kein ufheren sein wil, werden wir aus unvermeidlicher nott getrungen, euern Gn., L. und euch solche beschwerden und unser und unsers stift anliegen noch weiter antzutzeigen und derselben hulf und forderung zu abschaffung berurther beschwerden zu bitten.

    Und anfengklich, wiewol der stift Meissen, welcher von dem grossen Ks. Otto vor viel hundert jharen und nemlich im jhar, als man von der geburt Christi, unsers seligmachers, gezalt 948, fundirt und gestift, von vielen romischen kaysern und konigen mit furstlichen rechten, lehen, manschaften, eigenschaften, stetten, landen, leutten, bergkwerchen und andern furstlichen regalien und freyhaiten begnadet, wiewol auch dieselben kayser berurthen stift in ihren kayserlichen briefen ain furstenthumb und sonder glied und standt des hl. reichs und die bischofe ihre und des reichs fursten nennen, auch den bischofen ider zeit solchen stift und furstenthumb, regalien, weltlickait, sampt allen andern furstlichen rechten als des reichs lehen gnediglich verliehen und die bischofe dagegen den römischen kaysern, wie sich gebhurt, lehenspflicht gethan, inen und dem hl. reich treu und gehorsam tzu sein und vor naturliche Šerbhern tzu halten, tzugesagt, wiewol auch dieselben romischen kayser und konig nacheinander bis uf diese zeit den Bff. tzu Meissen solche ihre furstliche recht und freihait ernauet und confirmirt, wie dan die röm. kgl. Mt., unser allergenedigster her, uns als den itzigen regirenden bischofe uf unser underthenig ansuchen berurthen stift und furstenthumb mit allen seinen furstlichen regalien, rechten und freihaiten von wegen der röm. ksl. Mt., auch unsers allergnedigsten hern, gnediglich vorliehen und dieselben confirmirt und bestettigt, und dan auch die Bff. tzu Meissen als fursten und stende des hl. reichs durch die romischen kayser und konig oder derselben befhelhaber uf gemaine und sondere reichstage und versamlunge beruffen und beschrieben, auch tzu erhaltung des reichs regimenten, chamergerichts, hulf wider den Turcken und andern notturften fur iren gebhurenden teyl angelegt, auch ihre gebhurende anlag uf gebhurlich quittantz vor ire person erlegt und, so jhe tzu tzeitten die bischofe in solchen seumig gewesen, durch die kayserlichn fiscale tzu solcher erlegung durch sondere proceß angehalten worden, wie dan solchs alles durch die kayserliche begnadungs- und freihaits-, auch lehen- und bestettigungsbriefe, so dem stift Meissen von den romischen kaisern und konigen gegeben und dan auch die kayserlichen ausschreiben, quittungen, fiscalische proceß und andere gleichn schriften clerlich mit sich bringen, welche wir zur nodturft uflegen mogen, auch ufzulegen urbuttig sein, zudem das solches alles ane tzweifel euern Gn., L. und euch sonst kundt und offenbar ist und wol keiner ander beweysung bedarffe.

    Aber solchs alles unangesehen, haben hochgedachte Kff. und Ff. zu Sachsen neulicher weyle, uns und unsern stift von solchen furstlichen rechten und freyheiten mit gewalt tzu dringen und unsern stift der ksl. Mt. und dem reich, dem er ane mittel underworfen, zu enthziehen und dem haus Sachsen underwurfig zu machen, understanden und nemlich, als hochstgedachte röm. kgl. Mt. in verschinem 39. jhar von wegen der ksl. Mt. neben andern fursten und stenden auch uns uf den tage, ghen Wormbs angesetzt, gnediglich beschrieben und wir als ein gehorsamer furst unsern befhelhaber, solchen tagk zu besuchen und von unsertwegen tzu laisten, mit genugsamen befhelh und gewalt, wie sich geburt, abgefertiget und derselbig unser befhelhaber sich von unsertwegen angezeigt und unsern gebhurenden reichsstand und session eingenommen, haben die Kff. und Ff. zu Sachsen, gedachtem unserm befhelhaber durch viel ungestumb anhalten bey der ksl. Mt., auch eurer Gn. und L. ratth, bothschaften und gesanthen, uf solchen tag versamlet, aus solcher uns als eynem standt des reichs gebhurenden session zu dringen, understanden und, als sie es mit der that nicht zuwegen bringen kunden, dagegen etliche ungewonliche, unnotturftige protestationes gethan. Aber unangesehen solch der Kff. und Ff. zu Sachsen vermaint vornhemen und protestation, haben gedachte retthe, gesanthe und Šbottschaften, uf denselben tagk versamlet, unsern radt und gesanthen bey solcher session bleiben und derselben nicht entsetzen lassen wollen3.

    Und wiewol wir uns der pillickait nach versehen, hochgedachte Kff. und Ff. zu Sachsen solten uns daruber weither nicht beschwert haben, so hat uns doch solchs alles nicht helfen mogen, sonder haben sie die sachen noch strenger und ernstlicher furgenommen und erstlich an uns in etlichen iren schriften begert, das wir uns des furstenstands im hl. reich nicht gebrauchen, sonder aller ding enthalten und umb des willens, das wir durch unsern befhelhaber uf den tagk tzu Wormbs erschinnen und also der ksl. und kgl. Mt. gebhurliche gehorsam geleistet, mit inen vertragen und hinfuro dergleichen enthalten wolten.

    Und wiewol wir sie unser und unsers stiftes gerechtigkait mit guttem grundt berichtet und, uns daran unbetrubt und bey der gehorsam und pflicht, damit wir der ksl. Mt. und dem hl. reich vorwant sein, bleiben tzu lassen und mit forderung des abtrags unser zu verschonen, vleissig gebetten, so haben sie doch sich an und mit solchen allen nicht settigen lassen, sonder, desselben alles ungeacht, noch unsern vielfaltigen, uberflussigen erbiettungen und andern zwuschen uns gepflegten handlungen zulezt auch unsern thumbcapittel zu Meissen und unsern und unsers stifts underthanen und verwanten, geistlichen und weltlichen, die stras, wege und stege an allen orthen ihrer furstenthumben und landen nidergelegt und vorbotten laut eines ihres offenen, angeschlagenen schreibens, an gemelt unser capittel und underthonen und verwanten ausgangen4. Und do sie uf uns und die unsere mit gewaltiger gewapneter handt haben ausreitten, verhalten, etliche der unsern fangen, bestricken, einmhanen und tzu beschwerlichen unkosten bringen, auch die unsern durch ihr verhalten und verwarthen ihre ecker und felder nicht gebrauchen wollen lassen, so seint wir tzu aufhebung derselben schweren bedrengknus und eigengewaltiger handlunge, die unsern bey uns und unserm stift tzu erhalten, tzulezt dahin gedrungen, das wir inen Štzusagen müssen, wa hinfuro ain oder mher versamlungen der reichsstende von des hl. röm. reichs teutzscher nation beschrieben oder erfordert wurden, ob wir dan auch dartzu beschrieben und erfordert wurden, nicht tzu erscheinen noch durch die unsern ains reichstands antzumassen, sonder das wir inen solche beschreibungen und erforderungen furderlich antzeigung thun solten. Doch haben wir uns und unsern nachkomen in solchem vorbehalten, wa wir solcher sachen aller ader tzum teyl beschwerung hetten, uns solchs bey der ksl. Mt. tzu beclagen noch ferner besage derselben unser verschreibunge5. Und nochdem die ksl. Mt. uns uf diesen kegenwertigen reichstagk genediglich beschrieben, haben sie uber solchs alles tzum heftigisten bey ihrer ksl. Mt. umb abschaffung solcher unser person halben geschehen beruffung angehalten.

    Dieweil dan solch der Kff. und Ff. zu Sachsen handlungen und aufgerichter vertragk nicht allein an inen selbs nichtig und unbundig, auch uns an unsern furstlichen rechten, regalien und freihaiten zum hochsten verletzlich, sonder auch dem hl. reich an seiner gerechtigkait abbruchlich und dermassen geschaffen sein, das auch das hl. reich eines glids und furstenstands und der gebhurlichen gehorsam, die ein Bf. zu Meissen einem romischen kayser und dem hl. reich schuldig, gewaltiglich spoliirt und enthsatzt werden, so haben wir vermoge der pflicht, damit wir der ksl. Mt. und dem hl. reich tzugethan sein, vor derselben irer ksl. Mt. uns solcher gewaltsame von hochgedachten churfursten und fursten tzu beclagen, nicht underlassen sollen6, wie wir dan solch unser Šanligen irer ksl. Mt. in schriften undertheniglich zu erkennen geben und dieselb ire Mt. umb gnedigen hulf, schutz und schirm angeruffen. So haben wir auch vermoge berurther pflicht nicht umbgehen konnen, solchs alles euern Gn., L. und euch als mithgliedern des hl. reichs antzutzaigen und umb forderung bey der ksl. Mt. und gebhurlichen beystandt und hulf antzusuchen. Und ist dem allen nach an euer Gn., L. und euch unser freunthliche bitte und guthlich gesinnen, dieselb euer Gn., L. und ihr wollen die ksl. Mt., uns und unsern stift hierin mit gnedigster hulf zu erscheinen, undertheniglich bitten, auch fur sich selbs so vil handlen, das hochgedachte Kff. und Ff. zu Sachsen uns an unser session und reichsstand uff diesen und andern konftigen reichs- und versamlungstagen ungeirret, auch uns und unsern stift bey unsern furstlichen stand, regalien, rechten und freihaiten bleiben, unser person der abgedrungen vertrag und verschreibung, welche doch anedas an ihnen selbs von rechts wegen nichtig und unbundig sein, tzu erledigen und hinfuro uns, unsere nachkummen und stift und desselben underthanen und verwanthen mit solchen und dergleichen gewaltigen thatten unbeschwert tzu lassen, damit wir als ein gehorsamer furst bey unsern gebhurenden furstenstandt, rechten und freihaitn bleiben und der ksl. Mt. und dem heyligen reichs gebhurlichen gehorsam laisten mogen.

    «Nr. Š280 Supplikation Bf. Johanns VIII. von Meißen an den Kaiser1 – Regensburg, o. Datum »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. E 136, fol. 209r–216v (Kop.); AS fol. 209r: An die röm. ksl. Mt. des Bf. von Meissen beschwerde belangende.

    B  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08994/01, Der Bff. zu Meissen, Merseburg und Naumburg [...] angemaßte Session im Reich [...] auf den Reichstagen zu Speyer 1541–1547, fol. 21r–28v (Kop.).

    C  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08993/04, Acta Misnensia oder Acta des Reichsstandes halben [...] Sachsen [...] Meißen, fol. 45v–56v (Kop.); ÜS fol. 45v: Des Bf. zue Meissenn dritte supplication, an die ksl. Mt. anderer beschwerung halben uber die chur- und fursten zue Sachsenn etc. uff obberurtem reichstag ubergeben.

    Regest mit Ausz.: Gersdorf, Urkundenbuch Bd. III, unter Nr. 1423 , S. 364–366.

    Eurer ksl. Mt. habe ich in ainer andern schrift furbracht, welchergestalt die Kff. und Ff. tzu Sachsen, mich und mein stift Meissen umb den furstlichen standt, recht und gerechtigkaithen und freihaitten tzu bringen und derselben mit gewalt tzu entsetzen und also von eurer ksl. Mt. und des hl. reichs gehorsam abtzureissen und aynem furstenhaus underthenig tzu machen, understanden, wie dan euer ksl. Mt. solch mein klag und anligen aus berurther meyner eurer ksl. Mt. ubergeben schrift noch der leng gnedigst und wol haben vernhemen mugen2.

    Und wiewol ich andere meins stiefts beschwerden, so mir und meinen stift von hochgedachten Kff. und Ff. tzu Sachsen in viel wege tzugefuget werden, in gemelter meyner clage wol hett furbringen mogen, dieweil aber die austziehung meines stiefts von eurer ksl. Mt. und des reichs ordenlichen oberkhait und obedientz nicht allein mir, sonder auch eurer ksl. Mt. und dem hl. reich tzum hochsten beschwerlich und verletzlich ist und also mir meyner ehren und pflichten halben, damit ich eurer ksl. Mt. und dem hl. reich tzugethan, vor allen dingen gebhuren wollen, das ich dasselbig eurer ksl. Mt. tzum forderlichsten berichte und damit ich auch eurer ksl. Mt. uf einmalh nicht tzuvil bemuhete, hab ich gemelt beschwerde des reichstands halben eurer ksl. Mt. tzuforderst und in einer sondern schrift und dan die ubrigen mein und meynes stiftes beschwerden und anligen hernach und itzundt antzaigen wollen, abermals undertheniglich bittendt, euer ksl. Mt. geruchen, auch diß mein schreiben Šgnediglich antzunehmen und vetterlichen tzu behertzigen und mir und meyner kirchen und stift mit genediger hulf und beystandt tzu erscheinen.

    Und anfengklich und tzum ersten, wiewol mein stieft Meissen dem haus Sachsen in kein weis noch weg underworfen, sunder fur sich selbs von eurer ksl. Mt. als ein sonder gliedt des hl. reichs furstlichs recht, gerechtigkaithen, regalien und freyheitten, manschaften, land und leut, auch uber dieselben gebott und verbott und dan hohe und nidere gericht hat und die Bff. tzu Meissen als ein furst des hl. reichs dieselben alle von einem romischen kayser und dem hl. reich tzu lehen tragen, wie dan ich auch als itziger regirender bischof dieselben von eurer ksl. Mt. tzu lehen empfangen und derselben allen gnedige confirmation und bestettigung erlangt hab, inmassen ich solchs eurer ksl. Mt. in meyner hievor ubergeben supplication nach der leng bericht und angetzeigt hab, wiewol auch hochgedachte und bemelte Ff. von Sachsen vil gutter von mir und meynem stifte tzu lehen tragen, ich aber und mein stift denselben anders nicht dan allein mit schutz verwandt sein und dartzu mein stift Meyssen gleich wie andere bistumb in seinem district und gezirck alle geistliche und bischofliche oberkhait hat und vermog der heyligen canonen und kayserlicher rechte allein mir als eynen bischof und keyner weltlichen oberkhait, dieselben tzu verwalthen, tzuestehet, wie dan die bischofe von anbegin weilandt des grossen Ks. Otto stiftung und also, solangk das bistumb Meissen gewesen, solchs alles in geruwigen gebrauch und possession gewesen, idoch, solchs alles unangesehen, haben die Kff. und Ff. tzu Sachsen nach absterben weylandt Hg. Georgen, loblicher und seliger gedechtnus, sich understanden und sein noch in stetter ubung fur und fur, mich und mein stieft solcher gaistlicher und weltlicher oberkhaitten, herlichkaithen und freyhaitten mit gewalt on erlangt ainiches rechtens tzu enthsetzen.

    Dan anfengklich, soviel die geistliche oberkhait und jurisdiction belangt, sein tzuforderst durch ihr anrichtung und nachlassung allerley irriger und falscher lehr in meynen bistumb eingefurt und durch offen druck und ire predicanten ausgebreittet und dem gemeynen, ainfeltigen volck in ander viel wege eingebildet, wie es dan heuttigs tags dahin gelerth und gewiesen wirth3, als nemlich, das der glaub allein gerecht mache, das die gutten wergk nicht tzur seligkait dienen, das diejhenen, so das hochwirdig sacrament under einer gestalt nhemen, sundigen, derhalben ihn auch das begrebnus versaget wirdt, das der heyligen vetter und babsts satzungen nicht binden und, welche dieselben halten, nicht christen sein, das der heyligen anruffung abgotterey, das die furbittung fur die todten gaucklerey, das die heylige meß kein opfer, sonder abgotterey und vor Gott ain greuel sey.

    ŠUf solche maß lehren sie auch von ceremonien, sacramenten und kirchendiensten alle, der gemeinen kirchen ceremonien und gottesdinst als singen, leßen, bethen, fasten, feyren, underschiedung der speis und andere dergleichen kirchendinst, so auch von den aposteln her in der altgemeinen [sic!] kirchen gehalten, verwerfen sie. So haben sie die tauffe, wie sie von alther in der kirchen gehalten, verendert, auch die heylige fiermung, ölung und priesterweyhung4, welche sie ein gotzenschnur nennen, bey inen tzu gebrauchen verbotten. Von den hochwirdigen sacrament des leibs und bluts Christj leren sie, das es allein in der niessung und nicht lenger bleibe, derhalben sie auch nicht gedulden, dasselbig in den kirchen tzu behalten, und das fest des fronleichnams Christj nicht halten.

    So wollen sie auch wieder bapst noch bischof noch ander der kirchen oberkhaitten, personen und dienern ainichen gewalt gestatten, den babst nennen sie ein abgott, die bischofe sehelmorder, wie sie dan auch alle andere, so ihrer sect und leher nicht tzuhören noch volgen wollen, mit vielfaltigen schmahungen und iniurien an iren ehr und glimpfen tzum beschwerlichsten antasten. Dagegen aber machen und ordenen sie andere kirchendiener, die sie superattendenten und tzum theil auch bischof nennen, welche ihr leben lang kein priesterlich noch ander heylig weihung empfangen, und dieselben understehen sich, doch priester tzu weyhen, und halten darnach meß, dadurch erschrockentliche abgotterey und idolatria angericht und das volck, ain unconsecrirtes brot und wein antzubetten5, angewiesen wurdt, jha etliche lerntn [sic!] auch, das ein hausvatter diermena und sein hausgesindt communiciren muge.

    Uber das und damit die alten, wharen kirchendienst und diener abgethon und ihr abgottisch ordenung und andere vormainte kirchendiener an die stad gebracht werden6, haben hochgedachte Kff. und Ff. tzu Sachsen fast alle closter, gestifte und lehen, unangesehen, ab sie auch von romischen kaysern gestift und andern andechtigen, christglaubigen menschen den kirchen tzu den wahren, althergebrachten der altgemeinen [sic!] kirchen dinst gegeben, in ihr verwaltung getzogen, die priester und andere ordenliche, wahre kirchendiener, so in ihre ordenung nicht willigen wolten, irer lehen und pfrunden eigens gewalts enthsetzt, auch etliche ordensleut verjagt, etliche mit irer ordenung so hoch beschwert, das sie selbs ihre closter verlassen mussen, etlich der andern dermassen erschreckt, das die tzu irer enthaltung ethwas geringes genommen und, unangesehen, das sie es nicht macht gehabt, ire closter ubergeben haben. Dadurch dan die closter Šder personen beraubt und nachent veröhdet worden, tzudem, das auch die ubrigen personen, so noch in clostern sein, iren ordenshabit ablegen und die blatten verwachsen, auch ire geseng noch einsatzung irer regel und sonderlich das gebett und gesang von der heiligen gottesgebererin und andern gottesheyligen fallen lassen mussen7.

    Welche closterpersonen auch solcher irer ordenung nicht geleben, sunder bey der gemeinen kirchen bleiben und sich davon nicht dringen lassen wollen, die haben sie, mit allerlay drauung und gewalt davon tzu dringen, understanden. Als nemlich haben sie die eptischin tzum Heyligen Kreutz, under Meissen gelegen, mit gewalt aus dem closter genommen und tzu iren freunden gefurt. So hat Hg. Heinrich tzu Sachsen etc. den closterjungfrauen schreiben lassen, wo sie iren habit nicht ablegen und sich seiner ordenung gemeß halten, so werde ehr verbietten, das inen hinfuro kein tzins geraicht werden soll. Er hat auch denselben jungkfrauen neulich ire gemach mit gewalt erofnen, die schlussel nhemen und inen ein lutterischen verwalter einsetzen lassen. Uber das haben hochgedachte Kff. und Ff. tzu Sachsen ingemein verbotten, hinfuro nihemants mher in die closter eintzunhemen, auch kein obere person darin tzu whelen, und sie die regirung der closter an sich genummen.

    Daraus dan volget, das den clostern ire gutter mit gewalt enthwendet, die ware gottesdinst von tag tzu tag jhe mher geringert, jha gantz ausgeleschet und andere falsche, verfurerische leher, scismata und trennungen in der heyligen kirchen eingefurt, der verstorbnen christlichen kayser, konigen und ander christglaubigen letzter willen tzersteret, tzerruckt und tzerbrochen, die armen ires almusen, so sie bißher von stiften und clostern gehabt, beraubt worden und solchs alles on der bepstlichen Hlt. und eurer ksl. Mt. wissen und willen und tzu tzersterung aller christlichen ordenungen und der kirchen frayheit.

    Es folget auch ferner daraus, das ich als ein bischof meiner bischoflichen gerechtigkeit und einkummens und sonderlich des cathedratici, welchs das best und furnembst einkumen meines stift ist, enthsetzt und beraubt8, so ich doch dagegen in des reichs obligen mein gebhurende anlage hoher dan vor tzeitten tragen und laisten mus, das mir aber in diesem fhalh, so ich meiner und meynes stiftes gerechtigkeit beraubet und enthsetzt sein und bleiben solt, nicht muglich, leidlich noch treglich sein wurde.

    Ferner haben sie durch etlich ire vermainthe superattendenten gemacht, welche sich aller geistlichen jurisdiction, verwaltung der closter, gestift und verenderung der lehen und, derselben einkumens ires gefallens tzu ordenen, understehen, alles nicht allein meinem bistumb, sonder auch an dem orth, da ich von eurer ksl. Mt. und dem hl. reich lehenschaft habe, da auch mir als einem Šbischofe das ius patronatus, alle oberkeit, hocheit und gebottmessigkait allein tzustendig ist, tzu merglicher verletzung und nachteil.

    Es haben auch weitter gemelthe des churfusten und Hg. Heinrich tzu Sachsen vermeinte visitatores am 14. tagk des monats Julij des verschinnen 39. jhars die hern meines thumbcapittels tzu Meissen uf das schlos daselbst erfordert und mit sehr ernstem befhelh der fursten angetzeigt, das sie hinfurder alda in der thumbkirchen kein bebstliche messen mher in ewigkait halten, auch das grab Sankt Bennonis aldo in der kirchen abthun und sich mit iren ceremonien mit inen vorgleichen solthen9, und diese und andere artickel mher furgehalten. Und wiewol inen von den thumbdechant in seines und des thumbcapittels nhamen die anthwort gefallen, das sie sich in solchs nicht tzu geben wusten, sonder ir gemuth where, das sie bey dem gebrauch gemeiner, christlichen kirchen bleiben wolten, tzudem, das die visitation nicht inen, sonder mir als iren bischofe und ordinarien gebhurte, die ich mich auch in alle wege tzu thun erbotten, mith bitt, das sie in dem stift in betrachtung, das es ain keyserlicher stift, auch in eurer ksl. Mt. christliche bunthnus ufgenommen und das es wider eurer ksl. Mt. augspurgischen und andere abschiedt und mandata where, kain neuerung furnhemen noch machen wolten, so ist man doch, solchs ungeacht, desselben tages aus sondern befelh der fursten in die thumbkirchen daselbs mit gewapneter, gewerter, gewaltiger handt bey nechtlicher weyle gefallen und alda das wolgetzirt grab des heyligen Bf. Bennen sampt den altar tzu kleynen stucken tzerschlagen und uf den grundt abgebrochen, ein hultzen bildt des heyligen Bennonis enthaubt und tzu sondern gespot in das schlos fur die kirchen gesatzt, die fursten alda daruber jubilirt und des alles ein sonders wolgefallen getragen10. Noch solchen allen ist auch den thumbdechant mit grossen ernst und vermeydung ungnaden und straf gebotten und befholen worden, das man im thum nicht mher nach gemeynem der kirchen gebrauch singen, lesen noch meß halten solte, wie dan solche gotliche empter nach uf heuttigen tagk tzu halten verbotten und dagegen lutterische gesang und predig eingefurt und gehalten werden, alles tzu ausleschung der waren gottesdinst, so bißher tagk und nacht tzu der ehr des almechtigen und schuldiger dancksagung fur sein gotliche gaben und wolthat geschehen sein.

    Daraus volget dan, das ich meiner bischoflichen cathedralhkirchen gentzlich entsetzt und beraubet11, also das ich darinnen wider einiche empter halten noch ordenung machen, gebietten noch verbietten darfe. Desgleichen werden meine gehorsame priester12, so sich noch alda mit grossen beschwerden erhalten, durch die scißmatischen prediger mit vielen schelt- und schmeheworthen angegriffen und spotlich uberfaren, auch uber solchs durch die amptleut daselbst fur Šweltlich gericht gewaltiglich getzogen, auch etlich irer heuser tzu den geistlichen lehen gehorig, dergleichen der teglichenb distribution spoliirt und in vil ander weg dermassen bedrangt, das sie in das elend tziehen und ihr eigen kirchen verlassen mussen. Und damit auch die wurtzel aller wharen kirchendinst und diener ausgereuttet, werden wider canonicat noch vicarien mher tugentlichen und gemeiner kirchen anhengig und verwandten personen verliehen, daraus dan jhe von nott wegen volgt, das tzuletzt kein thumbcapittel noch einiche election sein wurdet und also der bischofliche stull evacuirt, die so alt, löbliche, kayserliche stiftung abgethan und in prophanissimos, jha impios usus in der Hgg. tzu Sachsen und also in der weltlichen hendt gar kumen mus.

    Tzum andern understehen sich die Kff. und Ff. tzu Sachsen, mich und mein stift auch meiner weltlichen oberkhait tzu enthsetzen, dan welchergestalt sie mir und meinen stift an meinen furstlichen rechten, regalien und freihaitten eintragk gethan und noch teglich thun, das haben euer ksl. Mt. aus meiner hievor derselben irer Mt. ubergeben supplication und andern bericht, so eurer ksl. Mt. ich davor unthertheniglich gethan, und sonderlich auch aus der vergewaltigung, die sie mir alhie uf diesen reichstagk in eurer ksl. Mt. und der stende des hl. reichs gegenwertigkhait tzufuegen, gnediglich tzu vornhemen. Darauf ich mich itzundt umb kurtz willen widerumb getzogen haben wil.

    Uber solches hat der Kf. tzu Sachsen meinen armen leutten, umb die stadt Wurtzen gelegen, daruber ich von eurer ksl. Mt. und den hl. reich die lehen und gebottmessigkait, auch alle nidere und obere gericht hab, gebotten, das sie mir kaine tzins, dinst noch gehorsam geben noch laisten, sunder sich seiner gebott halten solten, und das keyner andern meynung, dan das er, mich dadurch dahin tzu dringen, understehet, das ich sein underthan und undtersaß sein sol. So understehet sich Hg. Heinrich auch, meine leutte tzu pfenden an den orthern, da mir die oberkeit tzustendig. Und wiewol ich den Kf. tzu Sachsen, davon abetzustehen, gebetten, so hat doch solch mein bitt nicht stadt funden noch haben wollen, sunder er hat mir daruber mein tzins und gult verhalten lassen, alles wider mein und meynes stiftes offenbare gerechtigkait, auch uber das, das die Kff. und Ff. tzu Sachsen mich undc meinen stift nicht allein fur sich dermassen nith vergewaltigen, sonder mit allen treuen vor fremben gewalt schutzen und schirmen solten, darumb sie dan von dem stifte stett, schlosser, vil dorfer und grosse geholtze uberkummen und noch uf heuttigen tagk, vom stift tzu lehen tzu empfahen und dagegen, dem stift getreulich tzu schutzen und tzu schirmen und dan andere lehenpflicht tzu laisten, schuldig sein13.

    Hieneben wil eure ksl. Mt. ich in aller underthenigkait auch nicht verhalten, als Hg. Heinrich tzu Sachsen die stett, schlosser, dorfer, gehultz, so von mir und meynem stift tzu lehen gehen, durch seine geschickten bey mir suchen Šlassen14, das ich in ansehung obertzelter vergewaltigung und sonderlich, das er mich meiner geistlichen jurisdiction und freyhait, auch der cathedralhkirchen entsetzt, mich auch wider des hl. reichs ordenung befhedet, ime dieselben ahne vorwissen eurer ksl. Mt. tzu leyhen, nicht gewust, und habe solchs an euer ksl. Mt. underthenigst hiebevorn gelangen lassen, mir ist aber derhalben bißher von derselben eurer ksl. Mt. noch keine anthwurt worden.

    Und aus solchen allen haben euer ksl. Mt. gnedigst tzu vernhemen, in wieviel weg ich und mein stift bißher von den Kff. und Ff., den Hgg. tzu Sachsen, wider eurer ksl. Mt. und des hl. reichs ordenung, landtfrieden, mandaten und fridestandt belestiget und beschwert worden und das an dem allen bey inen noch kein ufhoren sein wil.

    Und wiewol ich und mein capittel als eurer ksl. Mt. ufgerichter, christlicher bunthnus verwant und noch bey loblicher, seliger gedechtnus Hg. Georgens tzu Sachsen etc. leben uf irer Gn. anhalden darein kommen, auch alle gebhurende bißanher darlegunge gethan15, mich berurther meiner und meines capittels beschwerunge bey meinem gnedigen hern, Hg. Hainrichen von Braunschweigk etc., als der sechsischen provintz obersten haubtman dieser bunthnus beclagt, so ist doch bißanher vermoge derselben keyne einsehunge gescheen.

    Dem allen nach ist mein ainige tzuflucht tzu eurer ksl. Mt. als meiner ainigen, naturlichen und von Got verordenten oberkheit und allergnedigsten hern mit underthenigen bitte, euer ksl. Mt. geruche, solche beschwerden von mir als iren gehorsamen, gedrangthen underthan in genedigen willen uftzunhemen und dieselben gnediglich und vetterlich tzu behertzigen und darinnen billiche christenliche verfugung tzu thun, auch mit besonderm, christenlichen ernst darob tzu sein, das des almechtigen ehre und gotlicher dinst gemheret, die heiligen sacrament und ceremonien christlicher kirchen erhalten und der mißverstandt der gotlichen schrift tzu Gottes lob und der kirchen ruhe und aynigkait gewandt werde und das die geistlichkhait nicht also verdruckt, injuriirt noch ausgetilget, besonder bey iren stiften clostern, profession, habit, kleydung und freyhaitten bleiben und weitter ordensleut tzu erhaltung der closter eingenommen und mit weltlichen, lutterischen vorstehern, visitatorn und sequestratorn verschonet mochten werden und das auch die stift, closter und andere geistliche lehen, so algereit in weltliche hand, gebiette und gebrauch kommen, widerumb den geistlichen mit irer tzugehorunge, privilegien, freihaitten und verwaltung derselben eingereumbt und verliehen werden, und auch in sonderhait mit oben gedachten fursten mit besonderm ernst tzu verschaffen, das mir mein cathedralhkirchen tzu Meissen und mein geistliche jurisdiction uber mein bistumb widerumb tzugestelt und mir vorstatt werde, dieselb tzu den ehren Gottes und nach ordenung der recht als ein ordinarius gebrauchen moge, auch mich und die Šmeinen geistlichs und weltlichs stands in den gottesdinst, noch verordenunge christlicher kirchen herbracht, unvorhindert tzu lassen und das ich und meine geistliche bey iren tzinsen, einkummen, gerechtigkaitten, freihaitten und allen andern tzugehorungen geruiglichen verbleiben, dan ane das wirth man nicht gehorsame priester an die ort, da noch itzo gottesdinst ist, haben mogen16.

    Dergleichen auch mit vielgenanthen fursten mit tapfern ernst tzu verfuegen, das sie sich der gebottmessigkait in meinen und meines stiftes guttern in geistlichen und welthlichen sachen gentzlichen enthalten und mich in meynen gebietten, hochaiten, freyhaitten und regalien nicht vorunruigen, turbiren noch ainigen einhalt thun, besonder mich bey gehorsam eurer ksl. Mt. und des hl. reichs bleiben lassen, auch besonder dem Kf. tzu Sachsen tzu befhelen, das er meinen leutten nicht wolt gebietten und sie daruber mit gewalt auch nicht schutzen, mir das meyne als tzinse und gehorsam nicht tzu geben noch tzu laisten, und dieselben also undter seine gebottmessigkhait, wie sie dan undter denselben nicht sein, tzu tziehen, und mir auch so gnedig tzu erscheinen und gnediglich tzu eroffnen, wes ich mich gegen Hg. Heinrich der lehenschaft halben verhalten solt, daran eurer ksl. Mt. ich gnedigen gefallen und meynes stiftes besten thun magk. Und dieweil durch oben berurts vorhaben meine underthan vom adel, stetten, dorfern fast tzu ungehorsam erwegkt, das euer ksl. Mt. auch unbeschwert wollen sein, durch ein offentlichs, ernstlichs mandat denselben tzu gebietten, das sie sich meines gebots und gehorsams verhalten wollen und sollen und nicht der Ff. tzu Sachsen, wo solches anders von inen gehalten, das sie derwegen gewisser straf gewertig sein sollen.

    Wil mich auch tzu eurer ksl. Mt. in aller underthenigkhait vertrosten, das dieselb gnedigs einsehen und erkenthnus thun werden, damit ich und mein stift bey eurer ksl. Mt. und dem hl. reich, wie es dan von anfang bißher gewesen, bleiben mogen und in allen denjhenigen, so ich berechtet und von eurer ksl. Mt. und dem hl. reich belehnet, begnadet und befreihet bin, vor ubrigen gewalt der Ff. tzu Sachsen als ein gehorsamer underthan eurer ksl. Mt. und ein gliedt des hl. reichs geschutzt und gehandthabet werde17, in gantz trostlicher tzuversicht, euer ksl. Mt. werde sich in solchen nothwendigen beschwerungen genediglichen ertzaigen und mir als einen gehorsamen underthan und, dero sich noch bey leben hochloblicher und seliger gedechtnus Hg. Georg tzu Sachsen mit seinem stift und capittel in eurer ksl. Mt. christlichs gebunthnus gegeben18, tzum forderlichsten retthig, hulflich und beistendig erscheinen, uf das solchen unbillichen furnhemen und gewaltiger verenderung mochte gesteuret und nicht alles verhangen und nachgelassen werden19.

    «Nr. Š281 Kf. Johann Friedrich an Hg. Heinrich von Sachsen – Torgau, 1541 April 18 »

    Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08993/05, Gebrechen zwischen [...] Sachsen [...] Meißen 1540–1542, fol. 226r–228v (Ausf.); DV v. a. Hd. fol. 228v: Bischove belangent.

    Welcher mas eur L. und wir auf röm. ksl. Mt., unsers allergnedigsten hern, schreiben und begern dem Bf. zu Meissenn erlaubt haben, den itzigen reichstag zu Regennsburgk zu besuchen, solchs werden sich euere L. ane zweivel nach woll zu erinnern wissen. Domit sich aber gedachter, auch die andern bischove des hauses zu Sachssenn auf gemelten [sic!] reichstag wider herkommen und zu nachtail des hauses zu Sachssen gerechtickait nicht reichsstand und session understehen und anmassen mugen, so haben wir unserm ohmen F. Wolffenn von Anhalt und den andern unsern rethen, die wir auf den reichstag gefertigt, bevelh gegeben, was sie sich mit euerer L. rethen zu vorhinderung gemelter bischove furnemens vorgleichen und furder halten und erzaigen solten. Seine ŠGesandten haben ihm mitgeteilt, dass Hg. Heinrichs Gesandte ebenfalls angewiesen sind, dafür zu sorgen, dass das Haus Sachsen in seinen Rechten nicht beeinträchtigt wird. Dankt Hg. Heinrich für diesen Befehl. Zweifelt nicht, dass ihre Gesandten befehlsgemäß keine Konzessionen zum Nachteil des Hauses Sachsen machen werden.

    Hat von einem Kammergerichtsboten jetzt zwei ksl. Schreiben erhalten, das eine ist ein neuerliches Ladungsschreiben zum Reichstag, das nur an ihn adressiert ist. Das andere ist an ihn und Hg. Heinrich gerichtet und enthält das Angebot des Kaisers, in der Irrung zwischen dem Haus Sachsen und den Bischöfen zu vermitteln. Schickt von letzterem Schreiben beiliegend Kopie. Hg. Heinrich sieht, was dem Haus Sachsen zu Nachteil praktiziert wird. Da das erwähnte ksl. Schreiben bald nach der ihnen zugegangenen Antwort des Kaisers ausgefertigt ist, müssen die Bischöfe am ksl. Hof einen Gönner und Förderer haben.

    Hat seinen Räten in Regensburg befohlen, wenn ihnen die ksl. Vermittlung angetragen wird, zusammen mit Hg. Heinrichs Räten zu erklären, sie hätten diesbezüglich keinen Befehl, wollten aber das Angebot ihren Herren mitteilen. Hofft, dass Hg. Heinrich mit solcher Anweisung einverstanden ist.

    Soviel aber die angebotene underhandlung betrifft, dorinnen haben wir nach gestalt und gelegenhait der sachen allerlai bedencken, dan wir besorgen, dieselbig underhandlung werde dohin gemaint sein, nemlich, das man uns baiden die hende will binden, domit es die bischoffe in iren stiften und mit iren leutten der religion halben ane eintrag unser, der fursten, ires gefallens solten zu machen haben, welchs aber euerer L. und uns zum hochsten wolt beschwerlich und vil besser sein, solche handlung mochte, sovil es muglich, aufgetzogen werden1.

    ŠDa er und Hg. Heinrich in dieser Sache ihren Gesandten definitive Antwort werden geben müssen, bittet er um Hg. Heinrichs Gutachten. Wird dann Stellung nehmen und alles tun, was die Rechte des Hauses Sachsen sichert. Schlägt vor, ihre Gesandten, die sie auf künftigem Tag zu Leipzig haben werden, vorläufige Vereinbarungen in dieser Angelegenheit treffen zu lassen2. Datum Torgau, Monntags nachm heiligen Ostertag anno etc. 41.

    «Nr. Š282 Simon Pistoris und Ludwig Fachs an Hg. Heinrich von Sachsen – Leipzig, 1541 Mai 26 »

    Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08993/05, Gebrechen zwischen [...] Sachsen [...] Meißen [...] 1540–1542, fol. 223r–224v (Ausf.).

    Die beide doctores Lossel und Camitzs haben uns die nottel, wie in des churfursten und euerer fstl. Gn. und Hg. Johans Ernsts nahemen der ksl. Mt. uf der bischoffe clageschrift solt bericht zu thun sein, angezaigt, doryn wir ezliche, wiewol wenig artikel und worte finden, die unsers bedenckens zu weit gehen wollen. Dan das mus man gestehn, das die bischoffe in allen des reychs anlagen und anschlegen seint angeschlagen worden, das sie auch ire anlage geraycht und gegeben. So wissen wir auch nicht, das der stifte dinste in der fursten dinste geschlagen und das sich die bischoffe mit der hulfe an die fursten gehalten. Das wissen wir aber wol, wan gemain noth der lande zue schutz und zu befridung vorfelt, das die bischoffe mit iren stiften mit dem lande leiden mussen. Also auch die negst turckensteur haben die bischoffe mitangelegt und Merseburg hat sie hieher gesazt, wiewol das stift die schlussel dorzue hat. Aber Meisen hot sie nicht von sich geben wollen.

    Daruber haben wir etliche worte understrichen und schicken die nottel eueren fstl. Gn. hyrbei zue und stellen in euerer fstl. Gn. bedencken, ob sie die understrichene worte herauslassen wollen. Dan solte etwas hynneinbracht werden, das sich anders befinde, das wolte in anderm, do man grundt hat als mit der session, beschickunge und stande im reichsradt, allerley nachdenkens machen, das es besser were, man uberginge die steur, dinste, anschlege etc. und liese die in irem werte.

    Was aber die appellacion belanget, wissen wir etliche felle, das von deme Bf. zue Merseburg als in den nechsten 15 jhare zweymalh an das cammergerichte appellirt und das Hg. George loblicher gedechtnus die eine appellacion nicht wolte annehemen. Dan es wart von deme parthe gesucht, ob er an seine fstl. Gn. appelliren mochte. Zum andern ist eyn zanck gewest zwischen deme stifte Naumburg und deme Ebf. zue Magdeburg der appellacion halber, das der erzbischof haben wolt, man solte an inen appelliren. Und ist ein vortrag durch Hg. Georgen gemacht, das man in weltlichen sachen ans reich appeliren sol von deme Bf. zuer Naumburg. Dorumb wil der artikel auch ferlich seyn, aber gleichwol haben wir inen stehn lassen, weil er im beschluß wol gestelt.

    Wan auch ein bischof hat erwehlet werden sollen, wissen wir nicht, das solchs mit vorwissen hette gescheen mussen, sondern das wissen wir, das die erwehleten bischoffe zue iren schutzfursten kommen oder geschickt und sich in genedigen schutz zu nehemen gebeten haben, ehe dan sie die administracion angenohemen1. [...]. Datum Leipzk, Dornstags Ascensionis domini anno 41.

    «Nr. Š283 Supplikation Bf. Johanns VIII. von Meißen an den Kaiser – Regensburg, o. Datum »

    A  Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08993/04, Acta Misnensia oder Acta des Reichsstandes halben [...] Sachsen [...] Meißen, fol. 39v–45r (Kop.); AV fol. 39v: Anno 41 zu Regensburg.

    B  Rom AVat, Armadio LXIV, vol. 9, fol. 301r–304r (lat. Übersetzung, Kop.).

    Regest mit Ausz.: Gersdorf, Urkundenbuch, Bd. III, unter Nr. 1423, S. 363.

    Nachdem ich im anfang dieses reichstages euerer ksl. Mt. etliche beschwerden, so mir und meinem stift von den durchleuchtigen, hochgebornen fürsten und herren, H. Johann Fridrichenn Kf., H. Heinrich und H. Johanß Ernstenn Hgg. zcu Sachßenn in viel wege bißher begegnet und noch teglich zugefügt werden, in zweien schriften underschiedlich furgebracht, wiewol ich bißher für und fuer uf euerer ksl. Mt. gnedigste hülf und bescheids gewarthet und mich underthenigst getrostet, mir solt dieselb von euerer ksl. Mt. vorlangst wiederfahren sein, so werde ich doch bericht, daß solches bißher allein dorumb vorblieben, daß hochgedachte Kff. und Ff. zcu Sachßenn uf berurte meine ubergebene supplicationschriften, so ihnen alßbalt von euerer ksl. Mt. räthen zuegestelt, auch oftermal umb andtwort angehalten, noch khein andtwort geben haben sollen. Wiewol ich nun ihrer Gn. andtwort gar kheine scheue trage, so ist mir doch zum hogsten beschwerlich, daß ich allein under dem schein und auß der ursach, daß sie nit andtwort geben, aufgehalten1.

    ŠDann anfenglich ist je offenbahr und in meiner ersten supplication genugsam dargethan, daß mir alß einem Bf. tzue Meißenn der furstenstandt und session im reich tzuegehort, wie dann euerer ksl. Mt. vorfahren die Bff. tzue Meißenn uf alle reichstage erfodert und mit des reichs anschlegen gleich den anderen stenden des reichs belegt sein worden. Darauf sich dann meine vorfahren gehorsamblich erzeigt, das ihre erlegt und dorauf von des hl. reichs darzue verordenten einnehmern quittirt sein worden. Zudeme daß im reichsabschiede, welchen euere ksl. Mt. tzue Wormbß anno 1521 selber gegeben hat, der Bf. von Meißenn under den stenden des sechsischen kreyß namhaftig gesatzt und außgedruckt wirdet. Auch hat mein vorfahrer im 1522. jahr seinen geschickten einen von Werther zue Nurnberg alß seinen vollmechtigen gehabt, do dann auch des Kf. tzue Sachßenn geschickter und Hg. Georg tzue Sachßenn seeliger gedechtnuß personlich gewesen, wie dann auß demselbigen abschiede klerlich zu ersehen. Und dann zueletzt auch ich alß iziger regirender Bf. tzue Meißenn durch die röm. ksl. [sic!] Mt., meinen allergnedigsten herren, uf den tag, anno etc. 39 gen Wormbß außgeschrieben, erfodert, aldo ich auch durch meinen gesandten bey den reichstenden, die mich des nicht haben entsetzen laßen wollen, erhalten hab, wie ich dann solches alles izt und von stund an mit keyserlichen und khoniglichen begnadungsbriefe, außschreiben, fiscalische quittungen, proceß und andere dergleichen schriften tzur notturft genugsam beweißen khan. Dieweil ich dann solcher meiner gerechtigkheith billich nicht entsatzt werden soll und dann euere ksl. Mt. mich uf dießen gegenwertigen reichstag wie ander keyser und khonige meine vorfahren genedigst auch beschrieben und ich dorauf alß ein gehorsamer furst und gliedt des reichs erschienen, so ist es billich, daß ich meine seßion und standt alß ein furst des reichs haben und durch bloß wiedersprechen der Kff. und Ff. tzue Sachßenn daran nicht vorhindert noch betruebt werden soll.

    Weil deme also und mir daneben tzum högsten beschwerlich ist, alhier mit schwerer unkost zue liegen und meinen gebuhrenden reichstandt nit tzue haben und doch, der Kff., Ff. tzue Sachßenn aufgetzogenen andtwort in diesem falle tzu erwarten, nit vonnothen, in ansehung, daß ich billich bey meiner gerechtigkeit, der mich die stende tzue Wurmbß nicht haben wollen entsetzen laßen, bleibe und dabey von euerer ksl. Mt. geschutzt und gehandthabt werde, alß gelangt abermalß an euere ksl. Mt. meine underthenigste bitte, die geruhen Šauf meine gethane supplicationschrift mir tzum foderligsten mit gnediger hulf tzu erscheinen und meinen gebührenden fürstenstandt und session in des hl. reichs rath gnedigst eintzuegeben und, was bißher durch die Kff. und Ff. tzue Sachßenn dagegen vorgenohmmen, tzue cassiren und abtzuethuen2.

    Soviel aber die anderen meine beschwerden, welche ich hiebevorn euerer ksl. Mt. auch vorgebracht habe, belangendt, die will ich hiemit auch erholt haben und in sonderheit, was die thumkirchen tzue Meißen, auch derselben clerisey betrifft. Dann wiewol dieselbe kirche nicht mit geringen befreiungen von gemeinen rechten dann andere kirchen begnadet, dobey sie dann ihn vortzeiten die Mgff. tzue Meißenn alß die schutzfursten und folgendt ihre nachkhommenden, die Hgg. zue Sachßenn, treulich gehandhabet haben, wie dann weilandt Hg. Georg zue Sachßenn hochloblicher gedechtnuß biß an sein ende auch gethan und die tzue mehrer sterckung ihres schutzes in euerer ksl. Mt. jungsten zue Nurnberg aufgerichten bundt gebracht hat, zuedeme daß diese kirche gleich anderen kirchen deutscher nation in euerer ksl. Mt. gnedigsten schutz und schirm vermöge des augspurgischen abschiedes gewesen und noch ist. Aber des alles ungeachtet ist Hg. Heinrich tzue Sachßenn uf anleitung etlicher des stifts und gemeiner clerisei wiederwertigen tzuegefahren und hat den gewonlichen gottesdienst in der kirchen tzue Meißenn abgestalt, prediger seines gefallens darein verordnet, andere ceremonien und gesenge, welche dem gemeinen gebrauch der christlichen kirchen ungemeß, aufrichten und die kirche mit seinen vormeinten visitatorn beladen laßen und, do etzliche gehorsame vicarien und persohnen der kirchen in derselbige visitatorn ordnunge und ungereumbte neuerunge nicht haben willigen noch sich der genandten visitation anhengen wollen, alß hat er ihnen ihr teglich gefell vorenthalten und sie suspendiren laßen, alles mit gewalt und unrecht, auch tzue abbruch meiner kirchen tzue Meissen. Dann wue solche vorgewaltigung nit solt abgestalt werden, muste das feine, alte, frey und kayserliche stift, darauß etwan die herlichen landt Meißenn und Laußnitz tzue christlichen glauben gebracht sein, zue scheittern gehen.

    Uber das understehet sich hochgedachter herzog der visitation in der nonnen- und monchen clostere, welche doch ohne mittel mir alß einem Bf. tzue Meißen tzuestehen, verhindert sie an ihrem wolhergebrachten und christlichen gottesdienste, lest sie dringen, die kappen abtzuelegen, will nicht nachlaßen, daß anstadt der abgestorbenen ander an ihre stadt aufgenohmmen werden, nicht zue geringer schmelerung des geistlichen standes und gottesdiensts. So hat er auch durch seine angegebene visitatorn mir meine jurisdiction im lande tzue Meißenn fast eingetzogen und nach derselbigen gefallen in die kirchen hin und wieder ordenen und neuerung anrichten laßen, mit was beschwerungen und nachteil meines stifts mag euere ksl. Mt. leicht auß högstem verstandt ermeßen. Der Kf. aber tzue Sachßenn sambt seinem brueder understehet sich in meines Šstifts regalien, furstliche obrigkheit, welches doch hiebevorn unerhört und dem schutz, dem [sic!] sein Gn. mir und meinem stift auf mein ansuchen mittheilen soll, nicht allein ungemeß, sonder auch zuewieder, dann er hat vergangener weile etzlichen meinen underthanen im ampt Wurtzenn, welches meinem stift ohne mittel tzuestehet und von euerer ksl. Mt. und dem hl. reiche zue lehen gehet, verbotten, mir tzinße tzue reichen und frohnen tzue thuen, nicht zu geringen meinen schaden und nachteil.

    So hat er auch meine catholische prister und seelsorger auß denselbigen ampten vorjagen und andere mir und gemeiner christlichen kirchen wiederwertige an ihre stadt eindringen laßen, welches alles zue abbruch euerer ksl. Mt. und des reichs gerechtigkeit an dem orthe und tzue schmelerung meiner und des stifts tzue Meißenn privilegien und jurisdiction gereichen will.

    Auß diesen allen, welches an ihm selber offenbahr, auch von meinen gnedigen herrn, den Kff. und Ff. tzue Sachßen nicht khan noch mag mit einigem grunde oder schein vorneint werden, haben euere ksl. Mt. aus hogstem verstande leicht abtzuenehmen, in was treffentlicher beschwerung mein armes stift, ich und desselbigen clerisey stehen. Und nachdem ich nach Gott, unsern hern, bey niemandes zue dießer tzeit auf erdtboden trost, hülf, handthabung und gnedigst forderung in diesen geschwinden und sorglichen leuften zue suchen weiß, dann eben bey euerer ksl. Mt. alß bei meinem einigen natürlichen herren und gemeinen advocaten der christlichen kirchen, muß euer ksl. Mt. ich auß erforderung meiner pflichte abermalß ersuchen und anruefen und bitte demnach underthenigst, euere ksl. Mt. geruehen hoggemelte meine gnedige herren, die Kff. und Ff. tzue Sachßenn, tzue vermügen oder mit ihnen tzue schaffen, von ihrem gewaltsamen beginnen abetzuestehen und daß der Kf. tzue Sachßen die verboth im ambt Wurtzenn, welche seine ambtmann oder schoßer tzue Grim gethann, laße aufheben und dero sich hinfurter enthalte, auch niemandts anders zue thuen gestatte, daß er sich auch enthalte, in religionsachen dohin und an andere orter meines bistumbß zue gebieten oder zue ordenen.

    Desgleichen, daß Hg. Heinrich abstehe von seiner vorgenohmmenen visitation und sich kheiner obrigkheit uber die clerisey zue Meißenn, auch niemandts, sich dero von seiner Gn. wegen anzumaßen, gestatte, und laße meine clerisey tzue Meißenn mit ihrem gottesdienst hinfurder fur sich gebahren, wie sie mit Gott und christlicher weiß wol zue thuen weiß, sie auch mit nichts beschwere oder beschweren laßen, welches wieder ihre gewißen, eydt und gehorsam sey, das er auch darob sey, daß der prediger, welcher durch seiner Gn. visitatores dohin gesatzt, auß der thumkirchen doselbst geschafft werde und laße die vorgenohmmene seiner visitatorn suspension und verboth des teglichen gefells halber, so der clerisey zuestehet, aufheben und abtuen, daß er auch mit seiner visitation der closter verschone und das fallen laße, welches seiner Gn. visitatores albereit geordent haben und daß er in summa mir alß einem bischoffe in meine geistliche und weltliche gerechtigkheit nicht einhalt thue oder sonst jemandts zue thuen verstatte, sondern daß die Kff. und Ff. zue Sachßenn allerseits mich, Šmein stift und deßelbigen geistliche und weltliche underthanen schutzen und handthaben, inmaßen sich nach art und eigenschaft eines rechtmeßigen schutzes eigent und geburet, domit ich meinem bischofflichen ambt, an dem ich je nicht gerne seumen wolt, nachkhummen und sambt meiner clerisey Gott loben, ehren und dienen, auch mein bevohlen volck dermaßen weiden möge, wie solches meine christliche pflicht erfordern, und daß ich doneben euerer ksl. Mt. alß meinem allergnedigsten herren dasjenige underthenigst leisten möge, welches mir alß einem stande und fursten des hl. reichs nach alten herkhommen und gewonheit auß gehorsam gebuhren will3. Das alles hab ich auß dringender noth und meinen pflichten nach an euere ksl. Mt. abermalß underthenigst mußen gelangen laßen und were es doch lieber der dienstlichen neigung nach, so ich sonsten tzum hauße zue Sachßenn trage, ubrig geweßen. Bevehle mich hierneben sambt meiner clerisey und verwandten euerer ksl. Mt. ufs underthenigst, die wolle sich uber mein armes stift und mich erbarmen und sich gegen mir mit gnedigster hülf erzeigen, wie ich mich dann ditz zum högsten vertrostea,4.

    «Nr. Š284 Eingabe Kf. Johann Friedrichs, Hg. Johann Ernsts und Hg. Heinrichs von Sachsen an den Kaiser – o. Ort, 1541 Juli 17 »

    A  Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 10183/04, Regenspurgischen Reichstags, Religion und andere Händel vermöge einer hierbey [...] Anno 1539–1547, fol. 163r–173v (Kop.).

    B  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08993/03, Reichsstand der Bff. von Meißen, Merseburg und Naumburg [...] 1512–1549, fol. 164r–177v (Reinkonz.); fol. 177r Datumszeile: Datum Montags nach Margarethe [1541 Juli 18], v. a. Hd. korr. aus: Datum Sontags nach Margarethe.

    C  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08994/01, Der Bff. zu Meissen, Merseburg und Naumburg [...] angemaßte Session im Reich [...] auf den Reichstagen zu Speyer 1541–1547, fol. 54r–62v (Reinschrift); fol. 62v: Datumszeile: Datum Dinstags nach Corporis Christi, den 21. Junij anno etc. 41.

    D  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08994/01, Der Bff. zu Meissen, Merseburg und Naumburg [...] angemaßte Session im Reich [...] auf den Reichstagen zu Speyer [...] 1541–1547, fol. 107r–116v (Reinkonz.); fol. 116r–116v Datumszeile: Datum Sonabents, den neunden des monats July anno etc. 41; DV v. a. Hd. fol. 116v: Nota: Dasjhenige, so understrichen, ist alles bliben stehen, weil man sich mit dem churfursten und seinem bruder der anthwurt vorglichen.

    E  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08994/01, Der Bff. zu Meissen, Merseburg und Naumburg [...] angemaßte Session im Reich [...] auf den Reichstagen zu Speyer 1541–1547, fol. 118r–131v (Reinkonz.); fol. 130v Datumszeile: ursprünglich wie in C; erste Korrekturstufe: Datum [Sonabents]Visitationis Marie, den andern Julij anno domini 1541; letzte Korrektur v. a. Hd. in: Datum Sontag nach Margarethe, den 17. Julij im 41.

    Regest mit Ausz.: Gersdorf, Urkundenbuch Bd. III, Nr.1426, S. 366–369.

    Die hoch- und wolgeborne Hn. Wolfgangk F. zu Anhalt etc., unser liber oheim und vetter, und Hans Heinrich Gf. und H. zu Schwartzburg etc., auch unsere beyderseits rethe, so wier auf itzigem euerer ksl. Mt. reichstag gegen Regenspurg verordent, haben uns die vermessen clageschriften der bischoffe, nemlich zu Meissen und Merßeburg, zugeschigt, damit sie an eure ksl. Mt. als der Bf. von Meissen uber uns beyde als die landesfursten und erbschutzfursten undt der Bf. zu Merßeburg uber mich, Heinrichenn Hg. zu Sachssen, als den landesfursten undt erbschutzfursten beschwerlichen gelanget und aus euer ksl. Mt. gnedigstem bephelich gnanten unserm oheim, vetter und rethen ubergeben seind worden, euere ksl. Mt. darauf bericht zu thun etc., welchs wier gegen euer Šksl. Mt. undertheniglichen bedancken undt wehren in underthenigkeit gantz willig gewest, euer ksl. Mt. ethwas eher darauf widerumb zu schreyben, so hat doch unsere nothdurft erfordert, sölche schriften zu berathschlagena.

    Thuen darauf euer ksl. Mt. folgende underthenigste, warhaftige antzeigungb und anfenglich, nachdem in allen beschribenen rechten vorsehen und vorordent, das ein yder, wes standes er sey, durch den andern an seiner hergebrachten posses und gewher sal unbetrubet und unverunruigt pleiben, so hetten wier uns weniger dan gar nicht zu gedachten beyden bischoffen vorsehen, das sie sich solten underwunden haben, uns und das haus zu Sachssen dermassen mit neuerung an unser und gemeltes hauses zu Sachssen hergebrachter posses zu verunruigen und zu turbiren, auch uns dartzu so ungegrunt gegen euer ksl. Mt. zu vorkleinen uber und wider das, das ihre vorfahren und sie uber menschengedencken sich yhe und alle wege an unsere voreltern und forfahren, cdie landesfursten und–c erbliche schutzfursten, gehalten und diselbigen alle wege darfur erkant, sich auch an das reich als reichsstende nicht getzogen, sundern bey den dlandesfursten und–d erbschutzfursten mit wissentlichem gedulden euere ksl. Mt. vorfahren, römischen kaysern undt königen, uber menschengedencken bliben sein, das sölch heerkommen in allen rechten einer außdruglichen, vorbrifften und vorsigelten kayserlichen concession und privilegirung gleich mus geacht werden.

    So haben auch diselbigen bischoffe die landthege, wan sie von unsern vorfahren und uns den elandesfursten und–e erbschutzfursten beschriben, gleich andern des landes prelaten und landstenden ersucht, auch darauf gleich andern futter undt mhal von uns und unsern vorfahren genommen, aldo von des landes obligen rathschlagen undt beschlissen helfen, auch, was beschlossen, in ihren Šstiften ausgeschriben, auch der fursten landesordnung angenommen und volntzogen. Dartzu haben auch unsere eldern und vorfahren, fweil die drey stifte mit unsern landen umbkrayst, zum theyl darinne gelegen, denselben anhengig und in ihrer L. erbschutz gewesen–f, in der väterlichen theilung ydes stift, welches furstlichen theyls sich halden sölde, klerlich ausgedrugt und vorsehen, des sich auch die bischoffe gehalten haben, wider ditz alles sich berurthe beyde bischoffe vorgemelter vorunruigung vor zweyen jharen dardurch understanden, das sie, wie sie selbst bekennig, ihren vormeinthen bepheelhaber auf den tag gegen Wormbs, so der thurckenhulf halben dahin bestimpt, vorordent und demselben befehlen [sic!], gleich andern des reichs fursten reichsstand und session von yhrentwegen aldo antzunehmen, zu halten und stimme zu haben, do yhnen doch selbst und dem gantzen reich vorberurt, widerwertig herkommen wol bewust ist, welchs sie nicht vorneynen mugen, das dergleichen von yhren vorfahren und ihnen in menschengedencken nicht geschehen gnoch dermassen herkommen und gestatet ist–g.

    Und ob sie sölchs vorneinen wolten, als wier uns nicht vorsehen, so können wier leyden, das eure ksl. Mt. alle die abschide lassen durchsehen und lesen, die auf reichs- und andern vorsamlungstegen in menschengedencken gemacht und aufgericht worden, deren auch viel im druck ausgangen seind, so werden eure ksl. Mt. nicht befinden, das die bischoffe des hauses zu Sachssen ader yhre botschaften gleich andern reichsfursten ader stenden und zuförderst fur sich selbst darinnen benant, da doch sunsten alle andere des reichs bischoffe, auch schlechte epte, so dem reich ahne mittel underworfen, und derselben gesanthen nhamen darinnen befunden werde. Und ist nicht vermutlich noch der vornunft nach glaublich, das es ihre vorfahren so lange wurden underlassen und gar keynen reichstag besucht oder beschigt noch sich reichsstandes underzogen haben, wo es die meinung bey ihnen gehapt hette, das sie sich fur reichsfursten und stende mit session undt stimme zu halten, auch bey ihnen es dafur zu achten gewust hette, das es die landesfursten, unsere voreltern, wurde haben gedulden mussen. Hirzu wollen wier uns auch auf alle unvordechtige Kff., Ff. und stende des reichs getzogen haben, die ahne zweyfel neben disem nit anders sagen werden, dan das sie nit wissen, auch von ihren vorfahren und anherren nye gehort haben, das einiger bischoff, es sey Meissenn, Naumburck ader Merßeburck yemals in menschengedencken ader innerhalb verwerther zeit reichsstandt, session und stimmen auf reichsthegen gehapt ader anders darauf gespurt wehren. So jhe einer yemals darauf kommen, dan als rethe der khur- und fursten zu Sachssen, wie dan neulich auf jungst vor disem zu Regenspurg gehaltenem reichstage der Bf. zu Meissen, H. Johans von Schleinitz seliger, zu Regenspurck perßönlich gewest, sich aber als eynen fursten des reichs nie angeben, viel weniger standt in des reichs vorsamlung gehalten. Ferrer zihen Šwier uns auch auf das gemeine geruchte, so uber das ganze reich alle wegen gewest und ist, das gemelte drey hbischoffe fur des hauses zu Sachssen bischoffe geacht, gehalten und geschatzt seind wurden–h.

    Derhalben werden euere ksl. Mt. ahne zweifel als ein hochvorstendiger kayser selbst gnedigst ermessen, das wier berurthe bischoffe nicht unbillich solcher yhrer geubten, unrechtlichen vorunruigung und beschickung halben des tages zu Wormbs angesprochen und sie desselben erinnert, auch abtrag derwegen begert, wie wier dan auch mit dem Bf. von Meissen als der uns vermöge unserer veterlichen teylung beiderseits zustehet, selbst eigener perßon hivon geredt, nachdem unsere schreyben bey ihme nicht frucht gewirckt haben. Hetten uns vorsehen, er wurde seinen geubten unfug darauf erkant, sich auch gegen uns guthwillig erzeigt und vornhemen haben lassen, damit es keines weithern nachdenckens bedurft, ihre zu Wormbs geubte vorunruigung dardurch abzuwenden und die bis auf uns hergebrachte gewehr und possession zu vertheidingen, auf das uns diselbige kunftiger zeit zu keinem nachteil noch einfurung gereichen möchte, und ahne das ein yder auch weniger standes, dan wier seindt, in allen rechten befugt ist, seine gewher mit der gegenschanz zimlicher maß, die auch alhier von uns gotlob nicht uberschritten, ausserhalb rechtens zu retten, achten wier ane noth sein, euer ksl. Mt. weitleuftig zu erinnern, nachdem sölchs in des hl. reichs landfriden ausdruglich vorsehen und nachgelassen, auch im reich gemeinlich also gehalten undt herkommen ist, derhalben sich vorbenanthe beyde bischoffe billich hetten sollen scheuen und enthalten, sölche ungegrunthe, beschwerliche schriften an euer ksl. Mt. wider uns als ilandesfursten und–i erbschutzfursten zu uberreichen, und sunderlich hette vom Bf. zu Merßenburck vorbleiben söllen, berurthe unsere befugte und im rechten zugelassene, messige handlung also mit wissentlichem ungrunde auszustrecken, wie er in seiner schrift thut, das es menniglich dafur gehalten sölte haben, der Bf. von Meissen wurde seines bistumb von uns genzlich spolirt sein wurden, so sie doch beyde das werck des widerigen offentlich bezeuget, als nemlich, das wier nicht mehr begert haben dan eine cassation und vernichtigung ihrer turbation, daran wier auch entlich zufriden gewest sein.

    Dan hetten wier ihre und der stifte gutter ader geldes begert ader ethwas anders gegen ihnen gemeindt dan die blosse handhabung berurter unser posses und gerechtikeit, so wurden wier uns, wie euere ksl. Mt. gnedigst zu erachten, mit sölcher schlechten caution, jdarinnen den bischoffen nicht abgeschnitten, wo sie derhalben beschwerung hetten, es an euere ksl. Mt. gelangen zu lassen–j, nicht haben settigen nach abweisen lassen. So weis ich, Hg. Heinrich, mich auch gar nicht zu erinnern, das ich den Bf. von Meissen bephedet, wie er euer ksl. Mt. mit ungrunde vorbringet, das ich yme aber aus gedachten ursachen Šdie sicherung der landstrassen an den orthen, da mier diselben zustehen, nicht gunnen wollen, ist zu erhaltung des hauses zu Sachssen gerechtikeit und also aus nothdurft gescheen und mag daraus keine fehde angetzogen werden. Dan wher mein gemuthe gewesen, inen zu befeden, so wurde er dasselbe dergestaldt, wie in feden zu gescheen pflegt, vormarckt haben. Und wiwol unsere hohe nothdurft erfordert hette, unsere landschaften derwegen zu beschreiben und auf solche der bischoffen geschwinde schriften und anzihen, auchk furgenommene neuerunge, so uns und ihnen selbst untreglich, ihren rath zu hören, denh sie uns ane zweifel undertheniglich mitzutheilen nit wurden underlassen haben mit erbittunge, im fal der nothdurft bey uns als biderleuthe hirinnen zu thun, lso hat es doch in sölcher eyle nicht bescheen können, weil wier euer ksl. Mt. mit disem unserm bericht nicht haben lange vorzihen wollen–l.

    Wir können es aber gleichwol nit umbgehen, sonder mussen uns sulchs ihres mutwilligen verunglimpfens, auch stolzes frevels, auch unbillichen neuerung und vornhemens beclagen, dan das ihre sinne undt gedancken dahin gericht sein, wo sie durch euer ksl. Mt. nicht davon gewisen solten werden, das sie uns mals die landesfursten und erbschutzfursten–m, auch unsere land und leuthe ahne alle göttliche, eherliche ader rechtmessige ursach gerne in beschwerung wolten fuhren, auch uns zu foriger vorunruigung unsers erbschutz zu entsetzen, ist hiraus wol abtzunhemen, das sie sich wider uns und die unsern in die nurmbergische bundnis wollen begeben und darauf meinen des Kf. zu Sachssen etc. widerwertigen, nemlich Hg. Heinrich von Braunschwig als berurther bunthnis haupleut einem umb hilfe und schutz angesucht haben, daraus ye keyn anders wie berurt von uns nund unsern landschaften–n vermuttet kann werden, dan dieweil wier des von Braunschwigk vornhemen nicht hetten dulden können, als wier auch nit schuldig gewest, und derhalben, die chur- und fursten der erbeinung, auch die stende der christlichen religion vorwanthnus und andere unsere herren und freunde hinwider umb hulf zu unser defension antzusuchen, nicht hetten umbgehen können, so ist wohl abtzunhemen, das sölchs ahne merckliche beschwerung und unrath nicht wurde abgangen sein, ob wier es auch aus viel berurthen ihren clageschriften nit befunden, so hetten wier uns sölcher ungebur und geferlichen nachstellung zu gedachten bischoffen ßo genzlich nicht versehen können. Und wollen gleich setzen, das es weiland unser vetter und bruder, Hg. George zu Sachssen, wie sie schreyben, gefördert ound auf seiner L. anhalden und mitbewilligen bescheen wehre–o, so ist aber gleichwol an dem, wo es ahne seyner L. mitbewilligung und förderung gewest, so wurden Šsie, sich in sölche frembde bundnis zu undergeben, haben underlassen mussen. Diweil aber nhun seyne L. ahne menliche leybeslehenserben verstorben und angetzeigte seine mitbewilligung vorloschen, zudem das bey seiner L. leben der Bf. von Meissen seiner L. nicht alleine, sunder uns, dem churfursten und Hg. Johanß Ernsten zu Sachssen, wie obgemelt, mitte zugestanden, so solten sich vielgemelthe bischoffe seind unsers vettern undt brudern absterben weiter vor nurmbergischen bundsvorwanthen als uns itzigen plandesfursten und–p erbschutzfursten und unsern landen zuwider billich widerumb endteussert haben. Wo sies auch nicht thun, so mussen wier sie hinwider vor die halden, so uns qals den landesfursten–q und erbschutzfursten und unsern landen, leuthen, auch underthanen zu unserm, auch ihrem schaden, soviel an ihnen, gerne beschwerungen zuzihen und zu voriger vorunruigung unser auch offenbare und kunthliche erbschutzgerechtikeiten entzihen und entwenden wolten.

    Es haben andere furstenthumb im reich auch bischoffe under sich und, ob sie wol auch, wie sich bemelte bischoffe ruhmen, etzliche gerechtikeiten under dem nhamen regalien vom reich empfahen und dem reich derwegen pflicht thun, so halten sie sich doch in andrem gegen ihren landesfurstenr als getreue und fromme landesverwanthen und seind denselben mit rath, hulf, dienste, auch andrem getreulich verwanth, achten sich auch darumb vor keine reichsfursten noch stende, inmassen dergleichen des hauses zu Sachssen bischoffe bis auf die itzigen uber menschengedencken gutwillig und getreulich auch gethan, des sie dann bey unsern voreldern in viel wege sampt ihren leuthen genossen. Dan sie haben whol undt weißlich betrachtet, welchergestalt sie mit ihren ampten und leuthen in unsern landen sitzen wurden, wo sie sich wider sdie landesfursten und–s erbschuzfursten entpöreten und widerwertig ertzeigten.

    Das aber vielgenanthe bischoffe sagen, wie sie thun, sie wheren euer ksl. Mt. und dem reich mit pflichten verwanth und, diweil sie die kgl. Mt. gegen Wormbs beschriben und erfordert, so hette ihnen nicht anders gepuren wollen, dan an ihre stadt zu schicken und zu gehorsamen, so solten sie tvon wegen des hauses zu Sachssen die uber menschengedencken hergebrachte gerechtikeiten und–t habende ruigliche gewehre und, wie weit sich derhalben berurthe ihre pflichte erstrecken möchte, darneben auch betrachtet haben. Ihre vorfahren, so zu Meissen und Merßenburck vor ihne bischoffe gewest, werdenu so wenig als sie wider yhre pflicht haben handeln wollen, aber dannoch haben sie sich sölcher Šneuerung nicht understanden, sundern seind bey vden landesfursten und–v erbschutzfursten bliben, wie weit sich auch die wircklikeit ihrer gerumbten regalien, dartzu sie dem reich mit keiner andern dan lehenspflicht verwant, erstrecken thut und ihnen fur uns, den landesfursten, gestanden wirdet, ist ihnen selbist unverborgen.

    So haben wier auch dem Bf. von Meissen, als wier selbst, wie obstehet, mit yhme geredt, hievon genugliche anzeigung und berichtung thun lassen. Es seind wol grafen, epte, auch leuthe vom adel, die vom reich in gleichnis mit regalien begnadet und dem reich derhalben pflicht thun, ader [sic!] darumb seind sie keine reichsstende. Sölchs wirdet ihnen auch von ihren landesfursten nicht nachgegeben. Uber das mugen wier auch wol ahnzeigen, das kein bischoff in obgenanten des hauses zu Sachssen dreyen stiftenw unersucht xdes landsfursten und–x schutzfursten die administration und regirung der stifte ahngenommen, inmassen auch uns und andern fursten in gleichnis wolte schwer sein, einen widerwertigen, verdrislichen bischoff yim kreiß ader zirck seiner lande–y zu haben, daraus euer ksl. Mt. so viel mher genedigst können vorstehen, das es viel ein andere gelegenheit mit gemelten bischoffen hat, dan sie sich ruhmen und anmassen dörfen.

    Das sie auch schreiben, man appellire von ihnen in weltlichen sachen an ksl. Mt., seind wier den bischoffen ihres angebens dermassen nicht gestendig und, wiwol derhalben weiter bericht zu thun where, so kunthe doch söllichs appellirens halben ans reich nicht erfolgen, das darumb obberurthe des hauß zu Sachssen herkommen gerechtikeiten, auch derselben posses und gewher dadurch muste aufgehaben sein und eben als wenig, als die auch durch kgl. Mt. und euer ksl. Mt. selbst beschreyben zzu dem tage gegen Wormbs und itzigen reichsthage–z nicht hette können geschwecht noch aufgehaben werden. Wo auch euere ksl. Mt. des reichs register lassen besichtigen, wieviel bischoffe, auch epte und andere prelaten, item grafen und herren, auch leuthe vom adel zu reichstegen erfordert und beschriben, so werden sie wol befinden, welche darauf erschinen seind ader nicht, darumb unser wegerung, das wier berurthe bischoffe nicht reichsstendeaa sein lassen, kein neuikeit. Hetten sie auch kgl. Mt. auf ihre beschreybung gegen Wormbs bericht gethan, wies ihrer vorfahren und ihrenthalben mit dem hause zu Sachssen herkommen ader uns auf ihr anzeige sölchen bericht thun lassen, so wurden sie ebensowohl als yhre vorfahren darbey bliben, auch daruber nicht beschwerdt, sundern durch uns als abdie landesfursten-ab und erbschutzfursten des wol enthnomen wurden sein. Diweil Šsies aber hinter unsac, wie leichtlich zu erachten, practicirt ader durch unsere misgunstige practiciren lassen, so haben sie sich sölchs unbillichen, affectirten gehorsams ahne zweyfel gerne und gutwillig beladen, des sie wol hetten uberig sein können, dan es seind wol andere wissentliche reichsstende zu berurthem tage gegen Worms unerfordert bliben, wie man weys, darumb an ihrem nicht-erscheinen auch wenig wurde gelegen gewest sein.

    Und wiwol uns der Bf. von Meissen in vorgangenen winter zu erkennen gegeben, das er durch euer ksl. Mt. zu dem itzigen reichstage gegen Regenspurck in gleichnis beschriben, inmassen mir, Hg. Heinrichen, der Bf. zu Merßeburck auch zu wissen gethan1, so tragen doch euer ksl. Mt. in gnedigem gedechtnis, welchergestalt euer ksl. Mt. wier semptlich geschriben und gebethen, sölche erforderung gnedigst als das [sic!] hauß zu Sachsen herkommen zuwider abtzuschaffen2, darauf uns euer ksl. Mt. gnedigst beanthwurt, das sölche ihrer Mt. erfordrung darumb bescheen where, diweil von der religion zu Regenspurck weiter gehandelt solt werden, und derhalben gnedigst begert, das wier uns gemelter bischoffe erscheinen nit wolten zuwider sein lassen, mit gnedigster vortröstung, das es uns und dem hause zu Sachssen gar ahne nachteil sein, des uns auch vonad euer ksl. Mt. ein reverß gnedigst aufgericht werden solt3. Hetten uns derhalben zu dem bischoffe sovil weniger versehen, das sie uber berurthe eure ksl. Mt. schriftliche, genedigste messigung ihrer erforderung, derer wier auch underthenigst und gerne euer ksl. Mt. zu ehren, doch sunder nachteil des hauses zu Sachssen stadtgegeben4, unsae als afdie landesfursten und-af erbschutzfursten und advocaten an unsern ehren, fug und glimpf und doch mit offentlichem umbstandeag angerurt, ihnen auch reichsstandt mit ihren schriften zuwider berurter euer ksl. Mt. anthwurt und messigung zutzihen understanden solten haben.

    Hirumb und dem allem nach ist an euere ksl. Mt. unser underthenigst ansuchen, euere ksl. Mt. wolten vilberurter bischoffe schrift und anbringen wider uns nit stadtgeben noch ihnen zusehen, das sie mit irer angemasten neuerung uns und das hauß zu Sachssen uber vorberurt euerer ksl. Mt. gnediges zuschreiben dergestalt weiter solten verunruigen, sundern euere ksl. Mt. wollen Šsie an uns und, sich des ahngemasten reichsstandes, auch der nurmbergischen buntnis zu entschlagen, weißen, ihnen auch, sich dergleichen ungepurlichen furnhemens forthmher enteussern und ihrer caucion brief und sigeln zu geleben und dem festiglichen nachzukommen, mit ernst undersagen lassen.

    Hirtzu wollen auch euere ksl. Mt. weiter ihres fiscals am cammergericht derhalben vorgenommene vermeinte und nichtige proceß, so der Bf. zu Meissen geursacht und zuwegen bracht, bey einer ansehenlichen peen gnedigst abschaffen. Dann ich, Hg. Heinrich, ye nicht pillich an zweyen orthen in einer sachen und auf ein mhal sollen beclagt werden, so achte ich mich auch, an beyden örten zu anthwurten, nicht schuldig. Auch wissen euere ksl. Mt. selbst als ein hochverstendiger kayser bas dan die bischofe davon schreiben, ahdas unser vornhemen, darzu sie uns durch ihr thetlich verunruigung gedrungen, ihnen wider ihre vorgemelte brief undt sigel keynen behelf zu rechte geben mag noch gesagt werden-ah, das solche ihre brife und caution mit gewalt und forchte unrechtiglich und nichtiglich erdrungen5, diweil sie sich damit zu keiner unpflicht verschriben haben und, do darauf die bischoffe ihre unrechtlicheai verunruigung abstellen, sich auch, wie sie schuldig, als christliche, rechtschaffene und wilferige bischoffe und prelaten sampt ihren capitteln und geistlichen werden hinfort befinden lassen und halten, so söllen sie sich des landes- und erbschuzes also undt dergestalt genißlich empfinden, das sie sich unsernthalben mit pillikeit nicht söllen zu beschweren haben.

    Wo sie aber auf ihren irthumben wurden verharren und das christliche, arme volck, ihre arme underthanen, uns weither ansuchen, yhnen zu christlichen predigern, damit sie Gottes wort hören und die sacrament nach götlicher einsetzung bekommen und empfahen mugen, gnedige furderung zu thun, welchs der Bf. zu Meissen uns fur eingriff in seyne weltliche jurisdictionaj deuthen und auflegen wil, so werden sie uns akals die landsfursten und erbschutzfursten-ak nicht verdencken konnen, ab wir ihre abgötherey, mißbreuche und greuliche irtumb, die sie bißher mit frefel haben erhalten wollen, auf berurt der leuth hochflelich anruffen und christlich ermahnen, niderlegen und abthun undt dagegen die warheit Gottes, auch christliche cerimonien unsern furstlichen pflichten nach gegen Got aufrichten mussen, dann euere ksl. Mt. kunnen selbst gnedigst gedencken, wie uns ungleiche undt ungötliche religion in unsern Šlanden leidtlich sein wolte, nachdem nit alleine unser allerseits underthane zu zwitracht, auch in andern unrichtikeiten dardurch oft verursacht, sundern welchs auch das allerbeschwerlichste, das die leuthe under unserm landesschuz ihrer selikeit beraubt werden solten. alUnd dieweil der Bf. von Meissen uns und unsern theologen und predigern in seinen schriften vermeint, ertichtiglichen irtumb auftzulegen, so zweifeln wier nicht, euere ksl. Mt. haben seinen ungrundt aus unser und unser mitverwanten augspurgischen confession und apologien, auch aus der itzt zu Regenspurck gepflogenem gespreche handlung und, was die nidergesatzten unsers theils theologen vor stadtliche grunde der heiligen schrift darinnen gefureth, bereitahn genugsam vermargt, das ahne noth, euere ksl. Mt. mit weyter ausfuhrung derwegen zu beschweren. Hetten auch vielgemelte bischoffe unser confession undt apologi, auch andere unsere theologen stadtliche schrifte gelesen und sich damit, wie ihnen als bischoffen wol zugestanden und geburt hat, fleissig bekommert, so wurden sie sich ihres ungeschigten vorgebens in dem auch wol enthalten haben. Wo sie auch hiruber vormeinen, das einicher artickel unser confession und apologien solte irrig sein, so mugen wier leiden, das sie die ursachen des vormeinten irtumbs schriftlich ubergeben und den unsern zugestalt werden, so sal ihnen an redelicher veranthwurtung mit grundt der heiligen schrift weiter kein mangel sein-al.

    Wyer vermercken auch wol, das dem Bf. von Meissen an dem anruffen deram heiligen anin sunderheit fast-an gelegen, dan was man in der kirchen zu Meissen in meynem, Hg. Heinrichs, schlosse, daselbst gelegen, etzliche viel jhar here fur ein treffliche, erschreckliche abgötterey eines bischofs halben, den man Benno genanth, gefureth und angericht, davon er in seiner clageschrift selbst meldet, welchen Benno sein vorfahr durch den bapst canonisiren lassen zu verfurung unserer und anderer oberkeitten christlichen underthanen umb merglichs nutz undt inganges willen, welchen die bischoffe und sein capittel zu Meissen fur undt auch nach berurthem vermeintenao canonisiren erlangt, weiß der bischoff whol, ist auch landruchtig, das entlich nicht hette verpleiben konnen, Got wurde derselben merglichen abgötherey halben, wo sie lenger gestanden und Šgelitten, landt und leuthe ernstlichen gestrafft haben, wie er auch die welt von anfang bishiher umb abgötherey willen alwegen hertiglich und ernstlich gestrafft hat. Wo uns auch genanter bischoff ursach geben wirdet, euerer ksl. Mt. von sölcher undt andern seynen und seyner geistlichen verfuhrungen weithern bericht zu thun, so sal daran kein mangel sein, sunder die gelegenheit nothdurftiglich ferner erclert werden.

    apSo ist auch in sunderheit ertichtet, das der Bf. von Meissen euer ksl. Mt. anzeiget-ap, wie ezliche prediger unserer lande zulassen theten, das ein haußvater seyne diner undt haußgesindt selbst communicirte, so er es doch dergestalt nimmermehr wirdet kunnen whar machen. Das wirdet aber, wie wier wissen, von unsern predigern fleissigk gelehrt, das ein itzlicher haußvater verpflicht sey, seyne kinder und hausgesinde zu Gottes forcht zu halten und sie des cathecismi wol zu underrichten, welchs aber genanter von Meissen verschweigt und auf ein ander geferliche weiße angibt undt deutet. Aber wie droben vermeldet, so söllen gedachte bischoffe, ab Got wil, nimmermher auf uns weiß[en] noch whar machen, das wier semptlich ader sunderlich ihrer und der ihren halben anders gehandelt dann als christliche, eherlibende chur- undt fursten und uns whol gefugt hat, auch gegen Got und euer ksl. Mt. underthenigst vertrauen zu veranthworten.

    Diesen unsern underthenigsten bericht wollen euere ksl. Mt. von uns gnedigst undt zu unser, auch unser landschaft hohe nothdurft, auch nicht anders vermercken6 und uns, auch das hauß zu Sachssenaq bey lanck hergebrachter obrikeit, gerechtikeit und derselben posses und gewehr gnedigst und kayserlich schutzen und hanthaben7.

    Datumar Sontag nach Margarete, den 17. Julij anno domini im 1541.

    « Nr. Š285 Gegendarstellung Bf. Johanns VIII. von Meißen zur Stellungnahme des Kf. und der Hgg. von Sachsen zu seiner Supplikation – Regensburg, [1541 Ende Juli] »

    Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08993/04, Acta Misnensia oder Acta des Reichsstandes halben [...] Sachsen [...] Meißen, fol. 77v–85v (Kop.); ÜS fol. 77v: Des Bf. zue Meissenn ausfurung wieder die chur- und fursten zue Sachssen des reichstandes, auch anderer beschwerung halben.

    Regest mit Ausz.: Gersdorf, Urkundenbuch Bd. III, Nr.1427, S. 370–371.

    Wiewol ich mich meiner und meines vortruckten stifts hogsten notturft nach undertheniglich getrostet, mir solt uf meine notwendige clage, so ich euer ksl. Mt., auch Kff., Ff. und gemeinen stenden des hl. reichs nicht lang nach dem anfang dieses reichstages in zweien underschiedtlichen schriften furbracht, in bedenckung, daß dieselben auch vor gueter zeit von euerer ksl. Mt. denselben stenden, darauf zue deliberirn, zuegestellt, vorlengst gnedigste hulf wiederfahren sein; wiewol ich mich auch gentzlichen vorsehen, ich solt in so klarer, offenbahrer sach uf der Kff. und Ff. zue Sachßenn rathe angebotten antwort nicht so lang ufgezogen worden sein, wie ich dann des euerer ksl. Mt. in einer andern meiner schrift [Nr. 283] auch guete, gegrundte ursachen angezeigt habe oder, so je derselben antwort zu erwarten, daß dieselb zue rechter zeit gegeben hett werden sollen, so doch, solches unangesehen, die sachen dohin gespielt wurden, daß dieselbig antwort allererst itzt und zueletzt, alß ich uf berurte meine supplication und clagschriften von Kff., Ff. und stenden bescheidts gewartet, von den sechsischen rathen uberandtwortet worden, ohne zweifel allein der meinung, mich zue ubereilen und daß ich mich mit gegenbericht nicht gefast machen Šoder die sachen also uf diesen reichßtag aus mangels meines berichts fur sie und wieder mich oder gar unentscheiden anhangen bliebe.

    Wiewol ich nun, meine notturft furzuebringen, wol lenger zeit und bedachts notturftig, so will ich doch, soviel in so kurzer zeit hat geschehen mogen, uf berurte, vermainte der Kff. [sic!] zue Sachßen antwort, darzue sie nach uberantwortung gedachter meiner clagen bey 13 wochen gehabt, mein weithen [sic!] bericht geben und mich undertheniglich getrösten, euere ksl. Mt. sei der sachen aus vorigen meinen clagen so grundtlich und wol bericht und mein und meines stiftes gerechtigkheit und der wiedertheil ungeburlich furnehmen fur sich selbs so lautter und offenbar, wo auch dieser mein weiter bericht nicht geschehe, euere ksl. Mt. wurde dannoch mich alß euerer ksl. Mt. und des reichs getreuen, gehorsamen geistlichen fursten mit geburlicher, notturftiger hulf nicht verlaßen und mich von den [sic!] hl. reich abtziehen laßen.

    Und anfenglich soviel den furstenstandt, auch furstlich regalien, freiheiten, recht und gerechtigkheiten mein und meines stiftes belanget, möcht ich es wol bey dem grundlichen, unwiedertreiblichen bericht meiner vorigen clagschriften bleiben laßen. Aber solches noch lauterer antzuezeigen und warzumachen, hat es diese gestalt: Und nemblich und zum ersten ist das stift Meißenn von dem großen Ks. Ottone dem ersten gestift und von denselben, auch andern romischen keysern und khonigen mit furstlichen regalien wie andere fursten des hl. reichs begnadet. Es ist auch von denselben romischen keysern und königen ein Bf. zue Meißenn ein furst und gliedt des hl. röm. reichs genanndt und gehalten worden, wie das auß den lehenbriefen, mit A bezeichnet1, zue befinden ist. Solches wirt auch durch die schrift, so Hg. Fridrich zue Sachßenn Kf. an meinen vorfahren Bf. Salhaußenn nach todtlichen abgang des Ks. Maximilianj geschrieben, mit C bezeichnet2, bekreftiget. So haben auch die Bff. zue Meißenn kein andern lehenßherren dann einen romischen keyser, wie sie dann auch ihre lehen und regalien alle zeit von romischen keysern und khönigen entpfangen, auch denselben gewonliche pflicht darauf gethan und geschworen, ihnen und dem hl. reiche getreue und gehorsam zue sein und ksl. Mt. fur ihren naturlichen erbherren zue halten, wie dann auß den lehenbriefen, mit A, B, C, D vorzeichnet, darzue auch die Bff. zue Meißenn des reichs fursten außtruckentlich genandt werden, zu vormercken, auß welchen lautter und unwiedersprechlich die proprietet und hauptgerechtigkheit des furstenstandes Šund nahmenß, auch furstlicher regalien, recht, gerechtigkeit und freiheiten bewiesen wurdt.

    So sein auch die Bff. zue Meißenn je und allewege in geruiger possession und gewehr solches furstenstandes, nahmenß, recht, gerechtigkeitten, regalien und freiheitten geweßen biß uf die zeit dieses gewaltigen eingriffs der Kff. und Ff. zue Sachßenn, und nemblich sein die Bff. zue Meißenn uf die reichs- und andere gemeine und sondere reichsversamblungtag von romischen keysern und khonigen, ich auch alß itzt regierender Bf. tzue Meißenn von euerer ksl. Mt., auch von der kgl. Mt. anstadt und von wegen euerer ksl. Mt. erfodert, die obliegen des reichs neben andern stenden zue beratschlagen, wie dann solches die copei der außschreiben mit F betzeichnet lautter mitbringen3.

    Uf solche außchreiben sein auch die Bff. zue Meißen als die gehorsame fursten durch sich selbst oder ihre befehlhaber erschienen, nemblich ist weilandt Bf. Johans uf den reichstag, zue Nurennbergk anno 22 gehalten, da der Kf. zue Sachßenn seine gesandten gehabt und weilandt Hg. Georg von Sachsenn loblicher gedechtnuß personlich gewest, durch sein volmechtigen, einen von Werthern, erschienen, wie auß desselben abschiede, mit R bezeichnet, zu ersehen4. Desgleichen wurdt der Bf. zue Meißenn auch in dem abschiede des reichstages, zu Wormbß anno im 21. gehalten, uf welchen die regierenden Kff. und Ff. tzue Sachßen personlich gewesen, befunden. Also hat auch mein gesandter und volmechtiger auf dem gehaltenen tag zue Wormbß anno 39 mit bewilligung der churfursten und fursten gesandten, rethen und potschaften, so uf denselben tag erschienen, session erhalten. So seindt die Bff. zue Meißenn auch je und allewege in die anschlege des reichs gezogen, haben dieselbigen getragen und bezalt, wie auß den quittungen, mit J, K, L vorzeichnet5, zue befinden und itzundt auch die Kff. und Ff. zue Sachßenn selbs bekhennen in deme, daß sie sich erbietten, hinfuro solche anlag für mich zue bezalen, welches dann abermalß ein lauter antzeigung gibt, daß diß ihr vornehmen nichts anders, dann eine neuerung ist, auß welchem allen lautter dargethan wirdet, daß ich und mein stift des furstenstandes und nahmenß, auch furstlicher regalien, freiheiten, rechten und gerechtigkheiten nicht allein in proprietate gegrundet, sonder auch des alles im ruigen gewehr und possession je und allewegen biß auf diesen der Kff. und Ff. zue Sachßenn gewaltigen eingriff gewesen sein. Und auß solchem allem erscheinet nun lautter, daß Kff. und Ff. zue Sachßenn in deme, Šdo sie sich auf die abschiede, gemein gerucht und dergleichen ziehen, zu weit und sich zue milde haben berichten laßen.

    Dan anfengklich und in sonderheit alß die Kff. und Ff. zue Sachßenn sich einen possession anmaßen, als solten die Bff. zue Meißenn sich je und allewege an die Kff. und Ff. zue Sachßenn als die landeßfursten und erbschutzfursten mit wißen und gedult euerer ksl. Mt. und derselbigen vorfahrn, romischen kaysern und khönigen, gehalten und dieselbigen allewege darfuer erkhanndt haben, sich auch an das reich alß reichstende nicht gezogen, das wirt gar nicht gestanden, hat khein grundt und ist das wiederspiel hievor lautter dargethan und bewiesen. Dann dieweil die Bff. zue Meißen alß fursten des reichs mit furstlichen regalien und freiheitten von dem römischen keyser und khonig begnadet, auch jederzeit von denselben ihr und des hl. reichs fursten genennet, uf die reichstege beschrieben und sich, wie oben angezeigt, gehorsamlich dorauf bewiesen, daß euere ksl. Mt. und ihre vorfahren daran kheinen mangel gehabt, wie khan dan dobei geschehen, daß die Bff. zue Meißenn sich an das reich alß reichstende nicht gezogen, und vielweniger, daß solches mit gedulden der röm. ksl. und kgl. Mt. geschehen. Zudeme so konten sie euerer ksl. Mt. nicht zuemeßen, daß sie dorein gewilligt, daß ich vom reich an das hauß zue Sachßen gezogen solte werden. Dann das wiederspiel befindet sich auß dem befehl, den euere ksl. Mt. ihrem keyserlichen fiscal am cammergericht gethan, darinnen sie dann ihrem fiscali befohlen, daß er von wegen des gewaltigen eingriffs, so die Kff. und Ff. zue Sachßenn mir alß euerer ksl. Mt. und des reichs fursten an meinem furstenstandt gethan, wieder dieselbigen an euerer ksl. Mt. cammergericht zu erhaltung meiner und meines stifts furstlichen gerechtigkeit procediren und mich alß ein fursten des reichs von denselben nicht abdringen laßen soll. Wie khonnen dann die Kff. und Ff. zue Sachßenn euerer ksl. Mt. in diesem fall einig gedulden zuemeßen oder mit diesem ihrem furbringen vorkhommen?

    Desgleichen wirt ihnen nicht gestanden, daß sie des stiftes Meißenn landes- und erbschutzfursten seint. Dann daß die Kff. und Ff. zue Sachßenn den stift Meißenn schutzen sollen, das geschiet billich, dieweil sie so viel stedte, schloßer und gueter vom stifte Meißenn zue lehen haben. So volget auch nicht, die Kff. und Ff. zue Sachßenn seindt schutzherren des stifts Meisen, darumb seindt sie erbschutzherren. Dann es ist zu beweißen, daß der schutz des stiftes Meißen von einem keyßer der khron Behem befohlen ist worden. Dorumb ist es ein neuerung, daß sich die itzigen Kff. und Ff. zue Sachßenn erbschutzhern nennen, des sich ihre vorfahren nie underzogen, sondern sich allein schutzhern genanndt haben. Gesetzt aber, doch kheinesweges gestanden, daß sie erbschutzhern weren, so volgt doch darauß nicht, daß dorumb die Bff. zue Meißenn nicht solten den furstenstandt im hl. reich nicht haben aber [= oder] daß die Kff. und Ff. zue Sachßenn in possess sein, daß die Bff. zue Meißenn sich nicht an das reich, sonder allein an sie gehalten. So mag sie auch nicht vortragen, daß alß die vormeinlich furgeben, daß die ŠBff. zue Meißen von den Kff. und Ff. zue Sachßenn neben andern ihres landes praelaten und landtstenden uf lanttage erfodert, von des landes obliegen rathschlagen und zue schließen helfen und, was beschloßen, in ihrem stift außgeschrieben und der fursten landesordenung volzogen. Dann wiewol die Bff. zue Meißenn je beweilen auf solche landtag erschienen und den fursten ihren freundtlichen rath mitgetheilt, so ist doch solches nicht geschehen, daß sie sich dardurch alß landtseßen, als landtspraelaten erkanndt, sonder auß gueten, freundtlichen, nachbarlichen willen. Daß sie aber mit der landtschaft beschloßen oder, derselbigen beschluß nachzuekhommen, bewilliget, das wirt ohn allen grundt angezeigt und gar nicht gestanden, sondern ist von den bischoffen allewege angezeigt, was sie guetes zue rathen wusten, wolten sie gerne thuen, aber, einigen schluß vor sich zue bewilligen, khonten sie nicht thuen, dann sie dem hl. reich allein zuegethan weren, wie dann solches dermaßen uf negstem landtage zue Kempnitz und anderen vorigen tagen geschehen und allen landstenden wol bewust ist.

    Es wirt sich auch nimer befinden, daß die Bff. zue Meißenn einiche der fursten ordnunge dergestalt, alß solten sie oder ihre underthanen dadurch gebunden werden mogen, angenommen. Wol mag sein, daß die bischoffe je zue zeitten, so sie die ordenung der fursten dermaßen erbar und nutz befunden, die auch ihrn underthanen ersprießlich und zue gueter regierung nutzlich sein mocht, daß sie ihr ordenung derselbigen auch gemeß gemacht und in ihrer regirung nicht alß der Kff. und Ff. zue Sachßenn, sondern alß ihr eigen ordenung gehalten haben. Desgleichen khan der Kff. und Ff. zue Sachßenn erbtheilung mir oder meinem stifte kein nachteil gebehren. Dann ob gleich solche erbtheilung mir oder meinem stifte etwas nachteilig in sich begriffe, so were es doch eine sache under andern gehandelt, die mich oder mein stift nicht zue binden hett. Und dieweil ich dann in meinen kortzen klagen, auch izundt mehr dann uberflußig dargethan und bewiesen, daß ich meines furstenstandes und aller furstlichen recht, gerechtigkheiten und freiheiten in allen rechten quoad proprietatem et possessionem notorie gegrundt bin, so volget, daß die Kff. und Ff. zue Sachßenn mich an meinem furstenstandt wieder recht und billigkheit betrueben, mich und meine underthanen dorob unbillich befehdet, vergewaltiget, auch den vertrag unbillich abgedrungen. Das sie auch in dem allem solchen gewalt uf ein gegenwehr außlegen, ist wieder alle recht, denn einen andern von seiner offenbahren gerechtigkheit und ruiger gewehr und possess derselbigen dringen und zue volfuhrung solches gewalts ihme und seinen underthanen die wege und straßen vorbieten, das seine aufzuehalten, die underthanen fahen und bestrickhen, dieselbigen im feltbau zue hindern und davon abtreiben, das alles und dergleichen wirt in kheinen rechten vor eine gegenwehr, sonder mehr vor eine fehde gehalten und ist solches wieder mich und mein stift geschehen.

    Und alß sie dann ferner furgeben, alß solte ich sie dardurch, daß ich mich in euerer ksl. Mt. und anderer churfursten und fursten christlich gebundtnuß Šgegeben, gerne in beschwerung fuhren wollen, daran geschieht mir unrecht, dann, was ich hierinnen furgenohmmen und gethann, ist auf ansuchen weiland Hg. Georgenn loblicher gedechtnuß und auß gueter, christlicher, auch auß euerer ksl. Mt. wolbewusten ursachen geschehen. Und dieweil euere ksl. Mt. dieses bundes heubt ist, mag solcher verdacht gar khein stathaben. Es ist auch hierauß sonderlich abtzuenehmen, daß hochgedachtes Hg. Georgenn christlicher gedechtnuß willen nicht gewesen, mich von meinem furstenstande zue dringen, sondern daß er mich vor einen fursten erkhennet, dann so ich mich alleine an das hauß zue Sachßenn hett halten sollen, was were meiner bewilligung zue solcher bundtnuß not geweßen? Sonder hett er die bundtnuß vor sich und one mich annehmen und, was dieselbe außweiset, leisten mögen wie izundt die Kff. und Ff. zue Sachßen mich gerne mit den reichsanschlegen vortretten wolten. Dieweil dann hochgedachter Hg. Georg sich in annehmung berurter bundtnuß, mich zu vortretten, nicht understanden, sondern mich neben ihme alß einen mitfursten khommen laßen, so erscheint abermals, daß jezundt die Kff. und Ff. zue Sachßen nicht allein mich solcher bundtnuß halben unbillicherweiße anziehen, sonder auch wieder ihrer der Ff. zue Sachßenn vorige eigene handlunge wieder mich und mein stift neuerunge suchen. Soviel aber die christliche bundtnuß an ihr selbst belanget, hetten sich die Kff. und Ff. zue Sachßenn gleich so wenig von mir alß euerer ksl. Mt. selbs, die auch dorinnen begriffen, zue beclagen.

    Und dieweil dann allergnedigster keyßer und herr auß meinen hievor ubergebenen schriften, auch durch diesen itzigen bericht die clage und beschwerung, so mir und meinem stift von den Kff. und Ff. zue Sachßenn in viel wege zuegefuget sein, mehr dann gnug dargethan und bewießen, auch, was dogegen in berurter, vormeinter der wiedertheil andtwort eingefuhrt, mit guetem grunde abgelehnet, so gelanget nochmalß an euere ksl. Mt. mein underthenigst bitte, mich bei meinen regalien, privilegien, freiheiten und furstenstandt des reichs bleiben zue laßen, auch den nichtigen, abgedrungenen vertrag zue nichtigen, cassiren und gentzlichen abezuethuen und mich alß euerer ksl. Mt. und des hl. reichs gliedt und fursten bey geburlichen gehorsamen desselben zue handthaben, schutzen und schirmen und sonst mit gnedigster hulf zu erscheinen, wie in meinen vorigen schriften und klagen gebeten ist, domit mir in meinem stift von den Kff. und Ff. zue Sachßenn in geistlichen und weltlichen sachen khein einhalt hinfurt geschehe und die vorgenohmenen eingriff abgestalt werden, unangesehen, was sie itzundt abermalß in berurter ihrer antwort treulicher- und erschrecklicherweise furbrengen, uf daß ich euerer ksl. Mt. und dem hl. röm. reich geburlichen gehorsam erzeigen und in geistlichen sachen alßo ein bischoff mich dermaßen beweisen möge, wie ichs gegen Gott, meinem hern, und meiner ordentlicher obrikheit zu vorantworten getraue6.

    «Nr. Š286 Dekret Karls V. zur Reichsstandschaft Bf. Johanns VIII. von Meißen1 – Regensburg, 1541 Juli 26 »

    A  Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08993/03, Reichsstand der Bff. von Meißen, Merseburg und Naumburg [...] Anno 1512–1549, fol. 199r–201v (Kop.); DV v. a. Hd. fol. 201v: Meissen. Der bischoffe decret zu Regenspurg gegeben im 41.; AV v. 3. Hd. fol. 201v: Ks. Carls des funften decret Bf. Johansenn zu Meisenn geben, darinnen ihre ksl. Mt. den Kf. zu Sachsen gebeut, den Bf. zu Meißenn bey der session seines furstenstandes, auch aller und jeder furstlichen rechtens, gerechtikeiten, regalien undt freyheitten ungeirret bleiben zu lassen. 1541.

    B  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08994/01, Der Bff. zu Meissen, Merseburg und Naumburg [...] angemaßte Session im Reich [...] auf den Reichstagen zu Speyer 1541–1547, fol. 194r–196r (Kop.); AV v. a. Hd. fol. 194r: Diese copei hat H. Julius Bf. zu Meisen uf deme langen reichstage zu Augsburg anno 47 des Kf. zu Sachsen reten zugestelt.

    C  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08993/04, Acta Misnensia oder Acta des Reichsstandes halben [...] Sachsen [...] Meißen, fol. 131r–134r (Kop.); ÜS fol. 131r: Caesareae maiestatis decretum.

    Regest mit Ausz.: Gersdorf, Urkundenbuch Bd. III, Nr.1430, S. 373.

    Wyr Karl der funft von Gottes gnaden röm. Ks., zu allen zeyten mehrer der reychs etc. bekennen offentlich mith dyesem brive und thun kundt allermennigklich, nachdem uns der erwyrdig Johannes Bf. zu Meyssenn, unser furst und lyeber andechtiger, auf dyesem unserm reychstage mith klage antzeigen und furbringen lassen, wyewol der styft Meyssen, welcher von unsern vorfarn am hl. reych, dem grossen Ks. Oytenn [sic!] fundirt und gestift, auch von vylen romischen keysern und konigen mith furstlichen rechten, lehen, manschaften, eigenschaften, stedten, landen, leuthen, berckwergen und andern furstlichen regalien und freyheyten begnadet, wyewol auch dyeselben keyser berurther styft Meyssen in yhren keyserlichen briven ein furstenthumb und sonder gliedt und standt des reichs und dye byschove yhre und des reichs nennen, auch den byschoven yderzeyth solchen styeft und furstenthumb, regalien und weldtlickeyth Šsampt allen andern furstlichen rechten als des reychs lehen gnedigst vorlyhen und dye byschove dagegen dehn romischen keysern, wye sich geburth, lehenspflicht gethan, yhnen und dem hl. reych getreu und gehorsam zu seyn und vor yhren naturlichen erbherren zu halten, zugesaget, wyewol dyeselben romischen keyser und konig nacheinander bisa uff dyese zeyth den Bff. zu Meyssen solche yhr furstlich recht und freyheith erneuert und confirmireth, wye dann in unserm namen und von unserthwegen unser freundlicher, lieber bruder, der romisch konigk, seiner A. auf derselben underthenigst ansuchen berurten styft und furstenthumb mith allen seynen furstlichen regalien, rechten und freyheyten gnedigst vorlyehen und dieselben confirmirt und bestettigt und dann auch sein A. und derselben vorfaren, dye Bff. zu Meyssen, als fursten und stende des hl. reichs durch die romischen keyser und konig ader derselben befelhaber yderzeith uff gemeyn und sondere reychstage und vorsamlungen beruffen und beschryben, sie auch derselben abschyde gehorsamlich angenohmen und yhre geburende anlage erlegt, so hetten doch, solchs alles unangesehen, die Kff. und Ff. zu Sachsen, sein A. und derselben styft von solchen furstlichen rechten und freyheiten mit gewalt zu dringen und derselben styft uns und dem reiche, dem ehr ahne mittel underworfen, zu endtzihen und dem haus Sachsen underwerfick zu machen, understanden und in sonderheyth sein A., als sie sich solchs ires furstlichen standes uff dem tage zu Wurmbs, im 39. jhar gehalten, gebrauchen wollen, an sein A. erstlich schriftlich begert, sich des furstenstandes im reych nicht zu gebrauchen, sonder sich des aller ding zu endthalden, und umb des wyllen, das sein A. durch yhren befelhaber auf gemelten tagk zu Wormbs erschyenen und uns also geburlich und schuldige gehorsam geleystet, mith yhnen zu vortragen, auch weyter sein A., tumbcapittel zu Meyssenn, auch derselben underthanen und vorwanten, geystlichen und weldlichen, die strasse, wege und stege irer furstenthumb nydergelegt und vorbothen und sein A. tzuletztb, doch ane seiner A. tumbcapyttel bewylligung zu einem unrechtmessigen vortrage durch forcht gedrungen und genöttiget. Doch hette seine A. in solchem yhr und iren nachkomen vorbehalten, sich solcher beschwernis bey uns als romischen keyser zu beklagen mit underthenigster, demutigister bytte, das wyr gedachten Kff. und Ff. zu Sachsen, sein A. an derselben session und reychstandt auf dyesen und ander kunftigen reychstagen und vorsamlungen ungeirreth, auch bey furstlichen standt, regalien, rechten und freyheiten bleyben zu lassen, auch seiner A. person des abgedrungen vortrags und vorschreybung zu erledigen und hinfur sein A. und derselben nachkomen, styft und underthanen mith solchen und dergleichen gewaldigen thatten unbeschweret zu lassen, gebithen, auch den abgedrungen vortragk abschaffen und vornichten, bey derselben furstlichen rechten, regalien und freyheiten gnedigklich zu handthaben, schutzen und schirmen und davon nicht dringen lassen wolten.

    ŠAuf solche seiner A. klage und vorbringen, auch gedachter Hgg. zu Sachsen etc. darauf gegeben anthwordt, dye wir wolc erwegen, haben wyr als romischer keyser, dem aus aufferlegtem keyserlichen ampt, einsehens zu thun und niemand wider recht beschweren ader bekummern zu lassen, geburth, mith rath unser und des reichs Kff., Ff. und stenden dyesen bescheydt und decreth gegeben. Geben auch dye hiemith aus romisch keyserlicher machtvolkomenheith wyssentlich in kraft di[eses] briffs, nemlichen das gedachte Hgg. und haus Sachsenn sein A. und derselben stift Meyssenn bey der possession yhres furstenstandes, auch der furstlichen rechten, gerechtickeiten, regalien und freyheytten bey dem reich, auch des reichs anschlegen ungeirret bleyben lassen sollen. Und befelen darauf allen und yeden Kff., Ff. und stenden des reichs und in sonderheith gedachten Kff. und Ff. zu Sachsen hyemith von romisch keyserlicher macht ernstlichen gebietend und wollen, das sie gedachten Bf. zu Meyssen hinfur bey der posses seyneß furstenstandes, auch allerd und yeder furstlichen rechten, gerechtickeiten, regalien und freyheiten und derselben posses bey dem reych ungeirreth und unbetrubet bleyben lassen und sich hyrauf nicht ungehorsamlich noch anders halten und beweysen als lieb eynem yeden sey, unser und des reichs schwere ungenadt zu vormeyden. Wo aber gedachte Kf. und Ff. zu Sachsenn dessen beschwerung tragen wurden, so sollen sie die sache an unserm keyserlichen kamergericht ausfuren und rechtlich erörthern, mith urkundt dyeses brives, mith unserm keyserlichen, anhangenden insigel besigelt2.

    ŠGeben in unser und des reychs stadt Regenspurck am 26. tag des monaths Julij nach Cristi unsers lieben hern geburth 1541.

    «Nr.287 Karl V. an Hg. Heinrich von Sachsen – Regensburg, 1541 Juli 25 »

    Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08994/01, Der Bff. zu Meissen, Merseburg und Naumburg [...] angemaßte Session im Reich [...] auf den Reichstagen zu Speyer 1541–1547, fol. 149r–150v (Ausf.); DV v. a. Hd. fol. 150v: Ksl. Mt. schreibet dem Bf. zu Meissen in seinen regalien keine irrung zu thun.

    Druck: Gersdorf, Urkundenbuch Bd. III, Nr.1428, S. 371–372.

    Wir werden bericht, wie dein L. sich understeen soll, in des Bf. zu Meissen aigenthumb gebottmessigkait in gaistlichen und weltlichen sachen zu uben, dardurch der bischove in seinen gerechtigkeiten, hochaiten und jurißdiciton und seine gaistlichen beschweret, derselben etlichen, sonderlich die sich des bischofs gehorsams halten, irer lehen, zins und anders zustands entsetzt, dartzu auch, das die gaistlichen lehen in stetten und dorfern fast außgedilget und nicht verlihen werden, auch dein L. dem bischove und capitel zu Meissen den gottesdienst, wie er vor alters gehalten, an irer cathedrallkirchen verbieten, dem bischof auch seine jurißdiction einziehen. Auch sollen die gaistlichen personen bemelter kirchen durch die deinen fur weltliche gericht gezogen werden und, wolche sich deiner neuen ordnung nicht verhalten, ire zugeng aufgezogen werden, dardurch der stift in kurtz in verderben und abfal kumen wurde.

    Und dieweil uns dann geburt, den Bf. zu Meissen bei seinen regalien, die er vom reich zu lehen, sambt seiner clerisey und underthanen gleich andern unsern und des reichs underthanen schutzen und handthaben, deßhalben wir gentzlichen gemaint sein, ine, bischove, und sein gaistlichait dermassen nit beschweren zu lassen, und emphelhen deiner L. hiemit ernstlich und wollen, das du den Bf. zu Meissen in seiner jurißdiction, gerechtigkeiten, hochaiten, freihaiten unbetruebt lassest und dich in des bischofs aigenthumb aller gebotmessigkait und ordnung in gaistlichen und weltlichen sachen enthaltest, auch verfuegest, das den gaistlichen, so dem bischove gehorsam, ire zinß und zugeng nicht vorgehalten noch entzogen werde, auch dieselben mitnicht beschwerest oder beschweren lassest, das wider ire gewissen und gehorsam sey, auch darob seiest, das die gaistlichen lehen und closter nicht also verwust, sonder gestattest, das personen darein genommen, iren habit tragen und regel halten mugen, dartzu dem bischove und capitel zu Meissen ire cathedralkirchen widerumb Šzustellest und sie an irer jurißdiction, gerechtigkeiten, freiheiten und ordnung nicht betruebest noch verhinderest, damit das der gottesdienst mit predigen, singen und meßhalten nach ordnung cristlicher kirchen wie zuvor bestalt und wideraufgericht moge werden, und sich sonst allenthalben der billichait hierinnen erzaigest, als wir uns dann des zu deiner L. versehen. Wo aber dein L. sich in solchem anderst halten und erzaigen wurden, uns, wie dein L. ermessen mag, als ain romischer kayser und beschirmer der kirchen geburen, damit der gedacht bischoff und sein gaistlichait bey iren regalien, privilegien, jurißdiction und hochaiten beleiben und darwider nit gedrungen, belaidiget oder beschwert werden, und dein L. wolle sich hierin dermassen halten, als wir uns zu derselben versehen. Daran thut dein L. unser maynung und gefallen1. Geben in unser und des reichs stat Regennspurg am 25. tag des monats Jullij anno etc. 41.

    « ŠVIII,5b Der Konflikt um das Hochstift Merseburg »

    «Nr.288 Supplikation Bf. Sigismunds von Merseburg an den Kaiser – Regensburg, o Datum1 »

    A  Weimar HStA, EGA, Reg. E 136, fol. 227r–231v (Kop.); AS fol. 227r: An ksl. Mt. supplicatio episcopi Merseburgensis; DV v. a. Hd. fol. 231v: Merßburgs contra Hg. Heinrichen zu Sachssen; DV ebd. v. 3. Hd.: Detur consiliariis ducis Saxoniae in consilio imperiali 5. Maij 1541.

    B  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08994/01, Der Bff. zu Meissen, Merseburg und Naumburg [...] angemaßte Session im Reich [...] auf den Reichstagen zu Speyer 1541–1547, fol. 3r–6v (Kop.); DV v. a. Hd. fol. 6v: Bf. von Merßbergs supplication uber meinen gnedigen herrn.

    C  koll. Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08993/05, Gebrechen zwischen [...] Sachsen [...] Meißen 1540–1542, fol. 270r–273r (Kop.).

    Eurn ksl. Mt. ist ane zweifel unvorborgen, das nach todtlichem abgange etwan des durchlauchtigen, hochgebornen fursten Hg. Georgen zu Sachsen loblicher und seliger gedechtnus etc. derselben eurer ksl. Mt. underthenigstem caplan, mir, Sigismunden Bf. zu Merseburgh, von dem auch hochgebornen fursten H. Heinrichen Hg. zue Sachsen etzliche drangsal und beschwerungen zuegemessen seint, dadurch ich in meynem stiefte wenig gehorsames in der christlichen religion habe, auf das allerunderthenigst bittend, euer ksl. Mt. wollen aufs gnedigste geruchen, volgender gestalt die beschwerungen zu vornhemen2.

    Nachdem anfenglich der stift Merseburch ungeferlich bey 600 jarn von den loblichen romischen kaysern Otten, auch Heinrichen dem heiligen statlich gefundirt, dotirt und restaurirt und furder durch die andern hochloblichsten romischen kaysern und konigen als ein furstenthumb des hl. röm. reichs mit privilegien und regalien aufs gnedigste begabt und begnadt wurden ist, es seint auch die Bff. zue Merseburg mit den regalien als des reichs fursten belehnt wurden, ksl. und kgl. Mtt. geburliche pflicht gethan, das im fall der notturft mit siegelen und briefen wol zu bekreftigen, und seindt auch die bischove von eurer ksl. Mt. und der vorfarn und des hl. röm. reichs stenden in des reichs obligenden und anschlegen bishero vor des reichs fursten und standt gehalten wurden, zu reichstagen gefurdert und beschrieben, die auch zu zeiten Šbeschickt und sonsten des reichs abschiede aufs underthenigst angenommen, vorfolgt, auflage und anlage selbst gehorsamlich erlegt und bezcalt, turcken- und ander steur, als fursten und standt des reichs geburt, entrichtet und alles dasjhenige, so einem geistlichen als des reichs fursten und standt zustendig, ane mennichlichs vorhindern in obersten und nidersten fellen mit aller hocheit geruchlich geubt und gebraucht und, so von den bischoven ader bevhelhabern in weltlicher sachen geappellirt wurden, ist solchs alleine an eurer ksl. Mt., der loblichen vorfarn und cammergericht geappellirt wurden und mag mit warheit nicht anderst gesagt werden. Und dan ich, Sigismundus, Bf. zu Mersburg, als ein furst und standt des hl. röm. reichs habe von der hochloblicher [sic!] röm. kgl. Mt. onstadt eurer ksl. Mt. mein stift, furstliche regalien und hocheit mit allen umbstenden in lehen erlangt und bekommen, auch widderumb als furst und standt des hl. reichs eurer ksl. Mt. mein eide und pflicht gethan habe und mein stift mit allen den regalien und hocheit, wie die vor alters herkommen, ungeschmelert in geruchlicher possession und besitz erlangt und noch habe, solte derhalben von wegen meiner regalien und stande durch nyemands geirret, betrubt ader angefochten werden.

    So dan auch in etzlichen jarn here in der christlichen religion zweitracht erstanden und euer ksl. Mt., fridt und einickeit zu erhalten, ein christlich defensive gebuntnuß aufs allergnedigste aufgericht haben, dorinnen ich als ein furst des reichs und eurer ksl. Mt. underthenigster caplan mit wissen und willen meines capittels ane idermans inrede genommen und kommen bin, auch desselbigen bunds anlage treulich entricht habe, so nuhe mein stift zu Merseburgh dem hause zu Sachsen solte hinderzogen sein, das doch nicht zu glauben ist, dem romischen reiche seinen standt abezuziehen, also hette hochberumbter loblicher gedechtnuß Hg. George zu Sachsen als schutzherre des keineswegs ingereumet und, yme der handel woll bewust, mich abgeweiset und hinder sich gezogen hette.

    Und so nachmaln die röm. kgl. Mt. mich als einen Bf. zu Merseburg, umb widderstandt gegen dem Turcken zu beratschlagen, uffs gnedigste gegen Wormbs erfordert haben und ich als ein gehorsame eurer ksl., auch kgl. Mtt. und des hl. röm. reichs durch meinen anwald erschienen bin und mein anwalt in stande gesessen ist, dawidder dan hochgedachts Hg. Heinrichs geschickten unbillicherweise geprotestirt haben, aber des hl. röm. reichs stende, die diese protestation woll vorstanden, haben meinen geschickten seinen geburlichen standt und session bleiben lassen. Aber dem zcuewidder hat Hg. Heinrich zu Sachsen mich umb abetracht und, von dem reichsstande abzustehen, angelangt, mechtig gedrauet und bedrungen mit erinnerung gleicher verursachung, widder den Bf. zu Meissen dargeflossen vormerckt, ich solt, mein begynnen bey yme abzutragen, nicht geeusert haben, als dan die briefe weiter vormelden3, weil Šdan, allergnedigster kayser, des Bf. zu Meissen drangsall und uberfallung mher dan ruchtig und offenbar, auch bey vhielen dafur gehalten wurden, der Bf. zu Meissen wurde seines stifts entsetzt und spoliirt werden, solchs dan mir mechtig zu hertzen gegangen, weil ich dan in den geschwinden leuften keinen ratth zu widerstandt gewust, dorumb in mechtigen, grossen forcht gefallen bin, das ich einem solchem mechtigem fursten in meinem und meiner kirchen guthem rechte nicht widderstehen kondte noch vermochte. Also, allergnedigster kayser, durch solchen drangsal, zwangk und forcht, weyl euer ksl. Mt. nicht im reiche vor augen gewest und zu der zeit Gottes des almechtigen und eurer ksl. Mt. forcht und gehorsam wenig angesehen wurden, bin ich ane meines capittels wissen und willen von meiner und meiner kirchen gerechtigkeit und des hl. reichs stande abgedrungen, zu vorschmelerung und abebruch des hl. röm. reichs in einen unbillichen und unrechtmessigen vortrag genotigt, das ich doch meinen pflichten nach, woe mirs mogclich gewest, vhil lieber underlassen hette4, doch mit diesem vorbehalt, das ich mich des drangsals und vortrags gentzlich ader zum teyle kegen eurer ksl. Mt. beclagen moge und des außtrags zu gewarten. Weyl dan, allergnedigster kayser, dieser abgedrungene vortrag dem bischove und kirchen angezeigter pflicht zu nach und beschwerlich, auch eurer ksl. Mt. und dem hl. röm. reiche nachteilich und abbruchlich, also will eurer ksl. Mt. unvormeidtlicher notturft nach meinethalben der handel nicht vorschweigen bleiben, besonder hirmit aufs underthenigst clageweiß derselben eurer ksl. Mt. furzubrengen, mit gnedigster und gutigister annhemung underthenigst gebeten haben.

    Weyl dan euer ksl. Mt. auf itzigen reichstag mich ernstlich beschrieben haben und, woe ich vormogens, personlich, sonsten durch meinen geschickten underthenigsten gehorsam in vorhaben zu leisten, ßo solchs dem hertzogen vormeldet wurden5, hat ehr mir, in religionssachen alleine den reichstag zu Šbesuchen, vorgunstiget, doch des hauses zu Sachsen gerechtigkeit unschedelich und, das ich mich in des reichs hulfe und anderer sachen nicht inlassen solte6. Diese neuerung und vorgunstigung ist mir als einem Bf. zu Merseburgh mher dan beschwerlich, also schlecht widder recht und guthem grunde mich widder meine pflicht dem hl. röm. reiche, darunder ich mit steur, anlage, hulfe und standt bishero gewest bin, abdringen zu lassen. Auch ich und mein capittel von wegen des stifts Merseburg wissen von keiner oberickeit oder gerechtigkeit des hauses zu Sachsen, besonder das der stift alleine eurer ksl. Mt. und dem reiche underworfen ist, solchs auch von der zceit der fundation biß auf diese eurer ksl. Mt. hochlobliche regirung nye anderst angemast ader gestattet wurden ist7.

    Derhalben an euer ksl. Mt. (weil ich mich uffs forderlichste, so ich gesuntheit wegen mag, mich anher zu begeben willens und bereit meynen anwalden mitlerweile mit volstendigem mandat abegefertigt8) mein allerunderthenigste Šbitt, euer ksl. Mt. wollen furder des hertzogen tatlich vornhemen, gewalt und unbilliche vorhinderunge dem stifte zu Merseburgh zu ebigen [sic!] schaden und vorterben, auch eurer ksl. Mt. selbst und dem hl. röm. reiche zu vorschmelerung, abebruch und nachteil nicht gestatten ader zulassen, besonder das gegenteil auß kayserlicher, großmechtiger hocheit, der christlichen kirchen schirmerampts und gutigkeit halben von oben angezeigten, unbillichen wegen und vornhemen aufs allergnedigste abweisen, darzu dem widderteyl statlich inhibiren und vorbott thuen lassen, auch den nichtigen, unrechtlichen, abgedrungen vortragk gentzlich widderumb abschaffen, nichtigen und todten, mir und die zceit meines abwesens meinem anwalden den geburlichen standt nicht weiter beunruigen, besonder unvorhindert und geruchlichen zulassen, haben und halten, uffs gnedigste schutzen und hanthaben lassen. Euer ksl. Mt. wollen sich hirinne als der gutigste kayser meins, vordruckten und gedrungen bischofs, underthenigster bitt uffs allergnedigst geruchen9.

    «Nr.289 Zusammenfassung der Supplikation Bf. Sigismunds von Merseburg1 und Gutachten des Ausschusses dazu – Regensburg, o. Datum »

    A  Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08993/04, Acta Misnensia oder Acta des Reichsstandes halben [...] Sachsen [...] Meißen, fol. 134v–136r (Kop.); ÜS fol. 134v: Supplication des Bf. zue Merseburgk etc.

    B  koll. Merseburg DomstiftsA, V, III, 24, fol. 13r–14r (Kop.); ÜS fol. 13r: Supplication des Bf. zu Merseburgk.

    Der hochwirdige furst und herr, der Bf. zue Merseburgk hat eueren kfl., fstl. Gn. und G. supplicirende furbracht, wiewol der stift Merseburg vor und vor viel hundert jahren her von romischen keysern stadtlichen gefundirt und als Šein furstenthumb des hl. reichs mit privilegien und regalien ufs gnedigst begabet und begnadet, wie dann auch die Bff. zue Merseburgk jederzeit alß des reichs fursten mit regalien sambt allen andern furstlichen rechten belehnet worden weren, zuedeme daß die bischoffe in des reichs obliegen und anschlegen bißher vor des reichs fursten und standt gehalten worden, zu reichstagen beschrieben, dieselben ersucht, die reichsabschiede underthenigst angenohmmen, uf- und anlage erlegt und bezalt und sonst alles, so einem geistlichen des reichs fursten und stand zuestendig, ohne vorhinderung in allen fellen mit aller hoheit geubt und gebraucht hetten, aber, des alles unangesehen, so wolt das hauß Sachßen den stift Merseburg hinderziehen und von dem reich zue sich abdringen.

    Darauf hat Hg. Heinrich von Sachßenn den bischoff umb abtrag und, von dem reichsstandte abezuestehen, angelangt und bedrauet, also wer der bischoff durch drancksaal und forcht, doch ohn sein thumcapittel wißens und willen zu einem unbillichen, unrechtmeßigen vertrag genottigt mit vorbehalt, daß sich des vortrages halben bei ksl. Mt. beclagen möcht. Dieweil aber genandter vortrag dem stift Merseburgk und desselben gerechtigkheit zum högsten zuwieder, auch dem reich zue abbruch reichen wolt, so were des bischoffs freundtlich, vleißig bitt, euere kfl., fstl. Gn. und G. wolten Hg. Heinrichs zue Sachßenn thetlichs vornehmen gnedig und freundtlich beherzigen, die ksl. Mt. underthenigst bitten, daß ihre Mt. wolten gedachts herzogen gewalt und vorhinderung nicht gestatten oder zuelaßen, dazue dem wiedertheil mandiren, auch den abgedrungenen vertrag abschaffen und nichtigen, ihnen alß des reichs standts gnedigst schutzen und handthaben laßen.

    Ausschus: Die zum auschus verordente bedenckhen, daß euere kfl., fstl. Gn. und G. wolten ksl. Mt. bitten, daß ihre Mt. dem hauße zue Sachßenn vorfuget, den Bf. und stift Merseburg bei seiner possession und gerechtigkheit bei dem reich und des reichs anschlegen bleiben zue laßen und, so das hauß Sachßenn deßen beschwerung tragen wurde, solt Sachßen die sache am keyserlichen kammergericht zue rechter örterung außfuhren.

    Auß deme, so ferner beide chur- und fursten zue Sachßenn, auch der Bf. von Merseburgk einbracht hat, ist erfunden, daß die Bff. zue Merseburgk in der possession der entpfangenen regalien gewest und noch und daß sie zue des reichs anschlegen gezogen worden. Derhalben lest nochmals der ausschuß bei dem vorigen bedencken bleiben.

    «Nr.290 Kaiserliches Dekret über die Reichsstandschaft Bf. Sigismunds von Merseburg – Regensburg, 1541 Juli 24 »

    A  Dresden HStA, 10024 GA, Loc. 08994/01, Der Bff. zu Meissen, Merseburg und Naumburg [...] angemaßte Session im Reich [...] auf den Reichstagen zu Speyer 1541–1547, fol. 198r–200r (Kop.).

    B  koll. Magdeburg LASA, Rep. A 1 Nr.193, fol. 1r–3v (vidimierte Kop.).

    ŠWir Carl der funfte von Gottes gnaden röm. Ks. [...] Gf. zu Habspurgk, Flandern und Tyrol etc. bekennen öffentlich mit diesen briefe und thuen kunt allermenniglich: Nachdem uns der ehrwirdige Sigismundus Bf. zu Merseburgk, unser furst und lieber andechtiger, auf diesen unsern reichstagk anzeigen und vorbringen lassen, wiewol der stift Merseburgk, welches ungefehrlich bey 600 jaren von unsern vorfahren am hl. reiche den römischen keysern Otten, auch Heinrichen dem heiligen stattlich fundirt, dotiret und restauriret, auch von vielen römischen keysern und kunigen als ain furstentumb des hl. röm. reichs mit furstlichen privilegien und regalien begnadet, wiewol auch die Bff. zue Merseburgk mit sölchen regalien als des reichs fursten belehnet, auch den römischen keysern und kunigen geburliche lehenpflicht gethan und also von den römischen keysern und konigen und des hl. reichs stenden je und alleweg fur des reichs fursten und stende gehalten, zu den reichstegen beschrieben und erforderdt, des reichs abschiede unterthenlichen [sic!] angenommen, ire gepürliche anlage erlegt und bezalet und alles das, so einen geistlichen des reichs fursten undt standt zustendig, geubt undt gebraucht, wie den sein A. als ein furst und standt des reichs in unsern nahmen und von unserntwegen von unsern freundtlichen, lieben bruder, dem romischen kunig, solchen ihren stieft sampt desselben furstlichen regalien, rechten undt gerechtigkeiten zu lehen entpfangen und als ein furst des reichs gepurliche pflicht gethan und also dem stieft Mersenburgk und desselben furstlichen regalien in gewer und possession erlanget und noch innehat, so hetten doch, solches alles ungeacht, die Kff. und Ff. zu Sachsen, seiner A. und derselben stieft von sölchen furstlichen freiheiten und rechten mit gewalt zu dringen, understanden undt in sonderheit der hochgeborne Heinrich Hg. zu Sachsen, Lgf. in Duringen undt Mgf. zue Meissen, unser lieber oheim und furst, sein A., als sie sich auf vergangen tag, ihn [sic!] 39. jahr zu Wormbs gehalten, solches furstlichen stants gebrauchen wollen, von demselben abzusteen, schrieftlich angelanget undt zuletzt auch durch allerley beschwerliche bethreuung, doch ohn seiner A. thumbcapittels bewilligung, auch thrangsal undt forcht zu einen unbilligen, unrechtmessigen vertrage nit allein zu seiner A. stiftes, sonder auch des reichs nachteil benöttiget, doch mit der vorbehaltnus, das seine A. sich solcher beschwernis bey uns als romischen keiser beklagen möchte, mit unterthenigster, demutiger bitte, das wier gedachten Hg. Heinrichen zu Sachsen, von solchen eigengewaltigen fuhrnemen und verhinderung abzustehen, gepieten, auch den abgedrungenen vertragk gnediglich abschaffen und vernichten, auch seine A. ahn solchen furstlichen stant weitter nit betruben lassen, sondern bey derselben furstlichen rechten, gerechtigkeiten undt freiheitten gnediglich hanthaben, schutzen und schirmen und darvon mit gewalt nit dringen lassen wollten.

    Auf solche seiner A. clag und vorbringen, auch gedachter Hgg. zu Sacsen [sic!] gegenantwordt, die wier mit vleis wol erwogen, haben wier als romischer keiser, dem unsers auferlegten keyserlichen ambt, einsehens zu thun und niemant wieder recht beschweren oder bekummern zu lassen, gepurt, mit raht unser und Šdes reichs Kff., Ff. und stenden des reichs disen bescheit und decret gegeben. Geben den auch hiemit aus romisch keyserlicher machtvollkommenheit wissentlich in craft dieses brieves, nemlich daß gedachter Hg. Heinrich und daß haus zu Sachsen sein A. undt derselben stift Mersenburgk bey der possession ires furstenstants, auch der furstlichen rechten, gerechtigkeitten, regalien und freiheitten bey dem reich, auch des reichs anschlegen ungeirret bleiben lassen sollen.

    Und bevelhen dorauf allen und jeden Kff., Ff. und stenden des reichs und in sonderheit gedachten Hgg. zu Sachsen hiermit von römischer keiserlicher macht ernstlich, gepieten und wollen, das sie gedachten Bf. zu Mersenburgk hinfuro bey der posses seines furstenstants, auh [sic!] aller und iglicher furstlichen rechten, gerechtigkeitten und freyheitten und derselben possession bey dem reihe [sic!] ungeirret und unbetruebet beleiben lassen und sich hierauf nicht ungehorsamlich noch anders halten und beweisen, als lieb sey einen jeden, unser und des reihs schwere ungenad zu vormeiden. Wo aber gedahte Hgg. zu Sachsen dessen beschwerung tragen wurden, so sollen sie die sach an unser keiserlichen cammergericht ausfuhren und rechtlichen erörtern. [...]1. Gegeben in unser und des hl. reihs statt Regenspurgk am 24. tagk des monats Julij nach Christj gepurde 1541, unser keiserthumbs im 21. und unserer reiche im 26. jaren2.

    « ŠVIII,6 Die Auseinandersetzungen um die Reichsstandschaft der Stadt Mühlhausen in Thüringen  »

    «Nr.291 Supplikation der Stadt Mühlhausen in Thüringen an den Kaiser – Regensburg, o. Datum »

    Weimar HStA, EGA, Reg. E 138, fol. 197r–202v und fol. 204v (Kop.); AS v. 3. Hd. fol. 197r: Mulhausenn bittet, sich plenarie in alle ihre wirden und ehren zu restituiren, item, deß ungewönlichen aids und pflicht relaxirt und davon absolvirt werden; DV fol. 204v: Copei der supplication, der ksl. Mt. in der von Mulhaussenn nhamen ubergeben, 1541, Regenspurgk1.

    Dieweil je naturlich, auch menschlicher vernunft gemes und billich ist, das diejenen in iren anliegenden hochsten nothen und zuegefugten, zwungenlichs gewalts der ort und enden umb gnedigst hulf und erledigung ansuchen, da vor den gedrangten trostliche und ware hulf nie versagt noch verzigen worden ist, hierauf, allergnedigster keyser, geruche euere ksl. Mt., euerer Mt. und des hl. reichs stadt Mulhausen der ubeln, begegneten (nit mit kleinem abnehmen euerer Mt. hoheit und des hl. reichs wolfart, ehre und rumh) und zugefuegten beschwerung und hochsten darob erliedenen, verderblichen schadens gemelt euerer ksl. Mt. und des hl. reichs stadt deren loblichen oberkeit in gnaden zu entpfahen und hochstes anliegen als ein milter, gerechter keisser und mehrer des reichs allergnedigst zu vernehmen. Und dem ist kurzlich also:

    Allergnedigster keiser! Euer ksl. Mt. haben sich allergnedigst wol zu erinnern des leidigen, erlittenen unfals und erbermlichen, bisheer zugefugten schadens, der euerer ksl. Mt. und des reichs stadt Mulhausen, dordurch sie hochschmertzlich in die hende des churfursten und itzundt Hg. Heinrichen von Sachssen etc., dem Lgf. zu Hessenn kommen und nhun bisanhere des verschienen 25. jars in der stadt Mulhausen etlicher rechten und gerechtigkeiten inhalt und vermug weilandt hochloblichster gedechtnis gnedigster gegebener und habender, auch durch euere ksl. Mt. confirmirter koniglichen und keyserlichen privilegien und freiheiten dem hl. reich zu hochstem abfall entzogen, in besetzung Šburgermeister- und rathambter, der stadt zugehorig, gewaltiglich underfangen, mit neuen gelubden und aidespflichten verstricket, also das burgermeister und rath, ane ir kfl. und fstl. Gn. bestettigung zu regiren, kein macht haben und in suma das regument der keiserlichen, koniglichen, unverserthen freiheiten, domit ein lobliche des reichs stadt Mulhausen gnedigst begabt, doraus abgedrungen.

    Hochermelte chur- und fursten von Sachssen und Hessen haben auch nit underlassen, sonder das schultessenampt aldo sampt allen fallenden renten an pfennig und korngulten federfrei [sic!] auf dem lande des mulhausischen gerichts eingezogen und sonst auch des pfandtschilling an den dorfern der vogteien genant mit gebot und verpoten (dartzue sie dan sonderliche, verpflichte diener in irer kfl. und fstl. Gn. bestellung haben) und darzue, was auf dem landt des mulhausischen gerichts euerer ksl. Mt., dem hl. reich, denen von Mulhausen aigen zugehorig, alles zu irem nutz genomhmen, des merem und weithers di von Mulhausen eines erbarn, loblichen magistrat doselbst, jerlichen iren kfl. und fstl. Gn. 900 fl. zu erbschirmgelt zu geben, so auch von inen eins teils anher entpfangen, gedrungen. Nichtsdesteweniger, so oft iren kfl. und fstl. Gn. geliebt oder ires angebens vonnothen sein solt, haben sie inen ofnung, hulf und folge der stadt Mulhausen vorbehalten. Und ist uber das alles ausgabe auf der stadt Mulhausen plieben, welche sich thut in die 2.400 fl. erstrecken uber di einnahme in euerer ksl. Mt. und des hl. reichs pflicht und hulfe etc. Aus deme nhun beinahe ewigs verderben erfolget, wo es furder stan pleiben solt. etc., mit dieser sonderlicher, aufferlegten conditionirter burden, so und wan ein rath der stadt Mulhausen der fallenden jerlichen zins und renten an den dorfern (dero in zal 18 seindt one die wustenunge), dergleichen die voigteien widderhaben wolten, das sie vor 80.000 fl. zu losen schuldig und nichtdesterweniger alle andere zwungenliche, eingedrungne beschwerungen, last und verderblicher, nachteiliger, zuegefugter schade ob dem rath und gemeiner stadt Mulhausen stan plieben, ungeachtet, das durch ir kfl. und fstl. Gn. beschenen zufal der loblichen stadt Mulhausen und aus gedrungnem, nachstelligem not alle ir farent an gold, gelt und getreide, auch was an wein, bier, pferdt, rustungen, buchsen, gros und klein geschutz, in summa der artolorey gehorig, gewaltiglich entwendet, etliche viel wolhabende, statliche, erbare burger gefangen, hinweg aus der stadt erbermlich geschleift, geschetzt, zum teil elendiglich in der hart gehaltenen gefencknis gestorben und, wie menniglich im reich offenbarlich leidigen wissens, viel ubermenschliche, erbermliche, thetliche handlung verbracht, welches nach lenge zu erzelen, die kurtze nit gedulden magk, aber gleichwol aus grosser miterbermde schmertzlich zu horn were. Zudeme, das widder kfl. Gn. oder Lgf. zu Hessen durch die von Mulhausen nie in einichen wegk leidigs zugefugt, ja kein han [sic!] nit geschehen, sonder je und alwegen geburlicher, undertheniger ehererpietung mit allem gueten erzeigt, zum allerwenigsten nie ursach zu einicher ungnad geben, das also mit euerer ksl. Mt. und des hl. reichs stadt leidig mit gewalt umbgangen sein soll etc.

    ŠUnd kan und mag je daneben euerer ksl. Mt. in aller underthenigkeit unangezeigt noch stilschweigendt nit umbgangen werden, zudeme, das im gantzen lande doselbst wißlich ist, das ir kfl. und fstl. Gn. bei einem rath zu Mulhausen, auch dere rethe durch die dartzue verordente und gesandten begerlich ansuchung thun und derhalben nit underlassen, der neuen religion sampt den ceremonien, inmassen nhun itzundt in iren kfl. und fstl. Gn.