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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «Nr. Š15 Zweite Instruktion Ks. Maximilians für Gesandte zum Mainzer Tag – Linz/Rhein, 7. Mai 1508 »

    [1.] Bevorstehender Abzug der Reichskontingente aus Italien, Überforderung der österreichischen Erblande; [2.] Finanzierung der benötigten Truppen durch Anleihen bei Lgf. Wilhelm II. von Hessen und Bf. Lorenz von Würzburg sowie [3.] durch eine Anleihe bei den Handelsgesellschaften in den Hansestädten; [4.] Beitrag Ks. Maximilians; [5.] Begründung für das Fernbleiben Ks. Maximilians vom Mainzer Tag, Aufforderung zur Benennung eines Tagungsortes für weitere Beratungen, Fortsetzung der Verhandlungen bis zur Bewilligung der Anleihe.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 282–284’ (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 22–25 (Kop.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 122–124 (Kop.) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 481–486 (Kop.).

    [1.] /282/ Maximilian, von Gottes gnaden e[rwählter] romischer kayser.

    Instruction, waz der erwirdig Matheus bischof zu Gurk, unser furst, und die wolgebornen, ersamen, andechtig und gelert und unser lieb, getreuw Adolf grave zu Nassauw, her zu Wiesbaden, doctor Erasme Dopler, probst zu sant Sebolt zu Nuremberg, Balthasar Wolff von Wolfstal, unser camermeister und des Richs pfleger zu Werd und Wyssenburg, und doctor Ulrich von Schellenberg, unser rete, mit unsern lieben neven und oheimen, den churfursten, fursten und stenden des Heiligen Richs, so ytzo zu Meynz versamelt sint, handeln und außrichten sollen.

    Am ersten sollen sie iren liebden zu erkennen geben, daz uns ytzo unser rete, die den krieg in unser graveschaft Tyrol gegen den Venedigern handeln, mit außgetruckten worten geschrieben und angezeigt haben1, dwil die zwen monat, die des Richs geraisigen und fußknecht, so bij inen sin, noch zu dienen gehabt2, in kurzen tagen außgen und verschynen, so werden sie ab und herauß ziehen. Dan sie vermogen dieselben noch die, so sie daneben in unserm sold haben, solchs wyter nit zu underhalten, nachdem alle monat ob vierzigtausent gulden auf sie laufen. Und wo solicher abzüg beschee, so müssen, wollen und werden sich unser lantleut der graveschaft Tyrol von stund darauf an die Franzosen und Venediger wider daz Heilig Rich auß eynem unwillen, daz sie also vom Rich und den Teutschen verlassen wurden, in ewig zit setzen und ergeben. Dan wiewol dieselben lantleut auf iren eigen costen und solde zehentausent mann gegen den Venedigern und Franzosen halten, on die, so sunst mit iren lyben an den grenizen teglichs gegen den fynden in gegenwere sin, daz sich auch auf etlich tausent man streckt, so sij doch daz alles zu wenig gegen der grossen heresmacht, so die fynt hinder iren clausen und befestigung gegen inen ligen haben, deßhalben solicher ir widerstant alleyn nichts erspriessen mög.

    / Š282’/ Neben den werden wir abermals wol so vil volks und soldner haben auß unsern nidernosterrychischen landen bij unserm oheim herzog Erichen von Braunswig wider die Venediger, so mit herescraft in unsern furstentumen Crain, Ysterrich [= Istrien] und Carst ligen, darin sie uns all schloß und stett abgewonnen haben, daz auch alles auf [unsere] und unserer landleuta costen get. Wo nun dieselben auch verlassen, wurden sie sich glicherwise wie die graveschaft Tyrol clagen und sich an die Franzosen und Venediger setzen und geben.

    [2.] Nun wolten wir understen, tragen auch des keynen zwivel, wo wir ytzo denselben unsern beiden heeren uber und neben des Schwebischen Punds hilf, die wir by demselben zu underhaltung der Eidgenossen ersucht haben [Nrr. 5; 10, Anm. 8], mit hunderttausent gulden helfen mogen, daz wir sie und des Richs volk noch zwen monat im velde und an den grenizen behalten wolten, so lang, biß inen wyter hilf beschee oder ein lydeliche rachtigung gemacht wurd.

    Nun ist ye diser zit solich summa gelts aufzupringen allein in unserm vermogen nit, dann wir bißher von des Richs wegen unser land und leut den merern teil aufs hochst versetzt, verpfent und außgemergelt haben.

    Und dwil ir lieb ungezwivelt wissen, daz wylend unser lieber her und vater, der romisch keyser, loblicher gedechtnuß, und nachmals wir unserm fursten, dem bischof zu Wurzburg, und sinem stift mit dem gulden zoll3, der bißher ob zweymal hunderttausent gulden rinsch ertragen hat, deßglichen wir auf dem nestgehalten richstag zu Coln unserm fursten, dem lantgraven zu Hessen, mit eynem nuwen zoll4, der jerlichen vil tausent gulden /283/ ertregt, bund darzu mit belehenung der graveschaft Katzenelnpogen, die wir ime, wiewol er darzu nit ein lehenserbe in abstygender lini ist, geliehen5–b, die auch etlich hunderttausentc gulden wert ist, auch sin abwexelte und ubergestellte regalia von sinem vettern [Lgf. Wilhelm d. J.], dem letsten, der on erben abgangen ist6, und davon er uns die annata zu bezaln schuldig gewesen were, die wir ime auch auß gnaden nachgelassen haben: Bedunkt uns ye pillich sin, daz sie uns und Šdem Rich ein sundern dinst darumb tun und zuvor ytzt in des Richs noten, die demselben diser zit obligen, mer dan ye gehort ist.

    Und wir haben deßhalben furgenomen, von beiden unsern fursten von Wirzburg und Hessen, nemlich ir yedem funfundzwenzigtausent gulden rinsch zu entlehen, in der gestalt, daz sie uns solich funfzigtausent gulden von stund par lyhen auf die versicherung, zu wissen, daz wir mitsampt den kurfursten, fursten und stenden, auch iren botschaften, so ytzt zu Meynz sin, inen versprechen und des gnugsam verschrybung geben, daz wir inen solich anlehen von der hilf oder den anschlegen, so am nesten im Rich bescheen, widerumb bezalen wollen.

    Und sollen daruf unser rete an die gemelten kurfursten, fursten und stende mit allem flys und ernst begern, daz von stund yeder kurfurst und, welicher personlich nit da ist, desselben potschaft eynen von iren und der andern fursten und stende wegen mit dem obgenannten doctor Ulrichen von Schellenberg zu den angezeigten unsern fursten von Wirzburg und Hessen schicken, mit bevelhe, daz sie mit und neben denselben unsern reten daz berurt anlehen an ir lieb ernstlich begern, mit erzelung der ursachen, so sie darzu bewegen sollen, wie vorstet. /283’/ Und daz sich auch ir lieben durch dieselben ir geschickten anbieten und bewilligen, daz sie neben uns inen die verschrybungd auf des Richs nestkunftig hilf außrichten und widerumb zu irer bezalung verhelfen wollen.

    So wollen wir uns darauf gegen denselben kurfursten und iren botschaften, auch andern des Richs stenden zu Meynz gnugsamlich verschryben, daz wir von der nechsten Rychs hilf solich anlehen widerumb bezalen und verfolgen lassen wollen.

    Wo aber unser furst von Wirzburg itzt zu Meynz wer, soll diße meynung daselbst mit ime gehandelt werden.7

    Wo aber ir beider lieb diser zit nit so vil pars gelts hetten, soll von uns, auch den kurfursten, fursten und stenden an sie begert werden, etwaz in iren landen zu versetzen, damit sie uns daz gemelt anlehen tün mogen. Und soll alßdan unser aller verschrybung darauf gestellt werden, daz wir inen solich ir verpfendung von der berurten Rychs hilf widerumb on schaden ledigen und losen wellen.

    Unser rete sollen auch unsern fursten von Wirzburg und Hessen ire byligend brief von unserm neven, dem erzbischove zu Coln, des anlehens halben an sie außgangen8, uberantworten.

    Š[3.] Ferner, nachdem uns etlich kaufleutgeselschaften im Schwebischen Pund ein anlehen getan haben9, sollen unser rete an kurfursten, fursten und stende begern, daz sie neben uns den geselschaften, so in den see- oder han- /284/ stetten sin, ernstlich schryben, uns funfundzweinzigtausent gulden rinsch darzulyhen auf der stett Coln, Frankfort, Lubeck, Spyer und Worms verschrybung und versicherung, und daz dieselben kurfursten, fursten und stende solichs mitsampt unsern reten itzt zu Meynz mit den geschickten, so von derselben stett wegen daselbst sin, handeln, darein zu verwilligen. So wollen wir daz bij den andern stetten, die ir botschaften nit zu Meinz haben, glicherwise tun, doch daz uns die versamlung ir brief an dieselben stett mitsampt den briefen, an die geselschaften lauten, furderlichen zuschicken und daneben verschrybung aufrichten, daz sie mitsampt uns dieselben funf stett solicher irer purgschaft oder verschrybung von der nesten hilf, so im Rich angesehen wirt, on allen schaden ledigen sollen.

    So wollen wir den kurfursten, fursten und stenden abermals verschribung geben, daz wir solich bezahlung von derselben hilf tun und verfolgen lassen wollen.

    [4.] Und damit die hunderttausent gulden gar aufbracht werden, so wollen wir noch ein oder zwey stuck in unsern erblanden versetzen umb funfundzwenzigtausent gulden und die auch zu den vorgemelten XXVMe gulden verorden, also daz mit solichen hunderttausent gulden des Richs, auch unser eigen soldner und darzu unser landschaften der graveschaft Tyrol und niderosterrichischen land im velde und an den grenizen gegen den fynden, wie vorstet, noch zwen oder dry monat underhalten und der vorangezeigt schwer, unuberwindlich abfall verhüet, so lang, biß der itzt nestkunftig Richs tag gehalten und beratschlagt und beschlossen werden mag, ob wir die kayserlich cron und Ytalien unser leptag verlassen oder wie wir und daz Rich den krieg wyter furen sollen.

    [5.] /284’/ Ferrer sollen uns unser rete abermals gegen den kurfursten, fursten und stenden entschuldigen, daz wir itzt nit gein Meynz zu inen komen, sunder herabgeruckt sin, auß den ursachen, wie wir inen nest durch unser rete haben erzeln lassen, und sunderlich, daz wir uns unsern Niderlanden der Franzosen und Arburgischen emborung10, deßglichen unserm oheim [Hg. Wilhelm] von ŠJulch des lands Geldern halben nehern müssen. Und darauf an sie begern, daz sie uns ylends berichten, weliche malstat inen gefalle, am oder by dem Rin in ein ander stat, da des Richs noitturften gehandelt werden sollen. So wollen wir uns mitsampt unserm neven, dem erzbischof zu Coln, auch daselbst hin zu inen fugen; und daz sie zu Meynz oder Frankfurt byeinander verharren so lang, biß daz gemelt anlehen gehandelt ist allein von den zweyen fursten und sich erst nachmals an daz ort, so sie uns itzgemeltermaßen anzaigen werden, fugen und in allweg zuvor zu Meynz oder Frankfurt nit verrugken.

    Und waz unsern reten herinnen begeget, daz sollen sie uns bij tag und nacht berichten und ye so vil handeln, damit die kurfursten, fursten und stende nit verrugken, biß wir inen auf derselben unser rete unterricht wytern bescheit gegeben haben, daz wir auch alßdan von stund tun und sie nit lang aufhalten wollen. Geben zu Lyns, am siebenden tag des monats May Ao. etc. XVC und im achten, unsers Richs, des Romischen im XXIII. jarn.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/dok15/pages

    Anmerkungen

    1
     Das Schreiben liegt nicht vor.
    2
     Vgl. Nr. 4, S. 122, Anm. 4.
    3
     Weinzollprivileg Ks. Friedrichs III. für Bf. Rudolf von Würzburg und dessen Nachfolger vom 2.4.1468 (lat. Druck: Lünig, Reichs-Archiv VII (Part. Spec. Cont. I, 3. Forts.), Nr. CLXXXVI, S. 336f. Regest: Eibl, Urkunden, Nr. 152, S. 124f. Vgl. Merz, Fürst, S. 54f.).
    4
     Weinzollprivileg Kg. Maximilians für Lgf. Wilhelm II. von Hessen vom 24.6.1505 (Druck: Kleinschmid, Sammlung II, S. 352f.; Regest: Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 517, S. 839f.).
    5
     Lehenbrief Kg. Maximilians für die Lgff. Wilhelm II./III. vom 16.7.1495 (Druck: Lünig, Reichs-Archiv IX (Part. Spec. Cont. II, 1. Forts., 4. Abt., 8. Abs.), Nr. I, S. 767–769. Regest: Demandt, Regesten II/1, Nr. 1257, S. 495f.; Wiesflecker, Regesten I/1, Nr. 2118, S. 249).
    6
     Lehenbrief Kg. Maximilians für Lgf. Wilhelm II. von Hessen vom 31.7.1505 (Regest: Heil, RTA-MR VIII/1, Nr. 520, S. 840f.).
    7
     Bf. Lorenz erklärte am 14.5., dass er auf das für ihn unerwartete Anliegen erst nach seiner Heimreise entweder den Teilnehmern am Mainzer Tag oder dem Kf. von Mainz eine Antwort geben könne (Konz. act. Mainz, sontag jubilate; HStA München, K.blau 103/4a, fol. 274. Kop.; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 125’).
    8
     Ebf. Hermann bat Bf. Lorenz, die Anleihe in Anbetracht der Förderung des Hst. Würzburg durch Ks. Friedrich III. zu bewilligen (Or. Poppelsdorf, am sontage misericordia[7.5.]1508; Unterz. Ebf. Hermann von Köln; HStA München, K.blau 103/4a, fol. 289–289’. Kop.; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 124’). In einem zweiten Schreiben an Bf. Lorenz vom gleichen Tag eröffnete er allerdings, dass er diese Bitte auf Wunsch des Ks. ausgesprochen habe, und relativierte sie: Uwer liebe will doch wissen, sich irer gelegenheit nach zum besten zu halten(Or. mit eigh. Unterz., Postverm.: Manibus propriis; HStA München, K.blau 103/4a, fol. 288–288’. Kop.; StA Würzburg, WRTA 5, fol. 124’). Die entsprechenden Schreiben an Lgf. Wilhelm von Hessen liegen nicht vor.
    9
     Vgl. zur Zwangsanleihe bei oberdeutschen Handelsgesellschaften Heil, RTA-MR IX/2, Nrr. 864901, S. 1223–1253; Lutz, Peutinger, S. 70–77; Böhm, Reichsstadt, S. 46–49; Pölnitz, Fugger I, S. 183f.
    10
    Vgl. Nr. 10, S. 130, Anm. 4.

    Anmerkungen

    a
     landleut] In B: landschaft. C wie A.
    b
    –b und ... geliehen] In C Randverm.: Nota, Catzenelenbogen.
    c
     hunderttausent] In B: tausent. C wie A.
    d
     verschrybung] In B: versicherung. C wie A.
    e
     XXVM] In B: funfundsibenzigtausent.C wie A.

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    «Nr. Š15 Zweite Instruktion Ks. Maximilians für Gesandte zum Mainzer Tag – Linz/Rhein, 7. Mai 1508 »

    [1.] Bevorstehender Abzug der Reichskontingente aus Italien, Überforderung der österreichischen Erblande; [2.] Finanzierung der benötigten Truppen durch Anleihen bei Lgf. Wilhelm II. von Hessen und Bf. Lorenz von Würzburg sowie [3.] durch eine Anleihe bei den Handelsgesellschaften in den Hansestädten; [4.] Beitrag Ks. Maximilians; [5.] Begründung für das Fernbleiben Ks. Maximilians vom Mainzer Tag, Aufforderung zur Benennung eines Tagungsortes für weitere Beratungen, Fortsetzung der Verhandlungen bis zur Bewilligung der Anleihe.

    München, HStA, K.blau 103/4a, fol. 282–284’ (Kop.) = Textvorlage A. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 55, fol. 22–25 (Kop.) = B. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 122–124 (Kop.) = C. Duisburg, NRW LA, JB II, Nr. 2268, fol. 481–486 (Kop.).

    [1.] /282/ Maximilian, von Gottes gnaden e[rwählter] romischer kayser.

    Instruction, waz der erwirdig Matheus bischof zu Gurk, unser furst, und die wolgebornen, ersamen, andechtig und gelert und unser lieb, getreuw Adolf grave zu Nassauw, her zu Wiesbaden, doctor Erasme Dopler, probst zu sant Sebolt zu Nuremberg, Balthasar Wolff von Wolfstal, unser camermeister und des Richs pfleger zu Werd und Wyssenburg, und doctor Ulrich von Schellenberg, unser rete, mit unsern lieben neven und oheimen, den churfursten, fursten und stenden des Heiligen Richs, so ytzo zu Meynz versamelt sint, handeln und außrichten sollen.

    Am ersten sollen sie iren liebden zu erkennen geben, daz uns ytzo unser rete, die den krieg in unser graveschaft Tyrol gegen den Venedigern handeln, mit außgetruckten worten geschrieben und angezeigt haben1, dwil die zwen monat, die des Richs geraisigen und fußknecht, so bij inen sin, noch zu dienen gehabt2, in kurzen tagen außgen und verschynen, so werden sie ab und herauß ziehen. Dan sie vermogen dieselben noch die, so sie daneben in unserm sold haben, solchs wyter nit zu underhalten, nachdem alle monat ob vierzigtausent gulden auf sie laufen. Und wo solicher abzüg beschee, so müssen, wollen und werden sich unser lantleut der graveschaft Tyrol von stund darauf an die Franzosen und Venediger wider daz Heilig Rich auß eynem unwillen, daz sie also vom Rich und den Teutschen verlassen wurden, in ewig zit setzen und ergeben. Dan wiewol dieselben lantleut auf iren eigen costen und solde zehentausent mann gegen den Venedigern und Franzosen halten, on die, so sunst mit iren lyben an den grenizen teglichs gegen den fynden in gegenwere sin, daz sich auch auf etlich tausent man streckt, so sij doch daz alles zu wenig gegen der grossen heresmacht, so die fynt hinder iren clausen und befestigung gegen inen ligen haben, deßhalben solicher ir widerstant alleyn nichts erspriessen mög.

    / Š282’/ Neben den werden wir abermals wol so vil volks und soldner haben auß unsern nidernosterrychischen landen bij unserm oheim herzog Erichen von Braunswig wider die Venediger, so mit herescraft in unsern furstentumen Crain, Ysterrich [= Istrien] und Carst ligen, darin sie uns all schloß und stett abgewonnen haben, daz auch alles auf [unsere] und unserer landleuta costen get. Wo nun dieselben auch verlassen, wurden sie sich glicherwise wie die graveschaft Tyrol clagen und sich an die Franzosen und Venediger setzen und geben.

    [2.] Nun wolten wir understen, tragen auch des keynen zwivel, wo wir ytzo denselben unsern beiden heeren uber und neben des Schwebischen Punds hilf, die wir by demselben zu underhaltung der Eidgenossen ersucht haben [Nrr. 5; 10, Anm. 8], mit hunderttausent gulden helfen mogen, daz wir sie und des Richs volk noch zwen monat im velde und an den grenizen behalten wolten, so lang, biß inen wyter hilf beschee oder ein lydeliche rachtigung gemacht wurd.

    Nun ist ye diser zit solich summa gelts aufzupringen allein in unserm vermogen nit, dann wir bißher von des Richs wegen unser land und leut den merern teil aufs hochst versetzt, verpfent und außgemergelt haben.

    Und dwil ir lieb ungezwivelt wissen, daz wylend unser lieber her und vater, der romisch keyser, loblicher gedechtnuß, und nachmals wir unserm fursten, dem bischof zu Wurzburg, und sinem stift mit dem gulden zoll3, der bißher ob zweymal hunderttausent gulden rinsch ertragen hat, deßglichen wir auf dem nestgehalten richstag zu Coln unserm fursten, dem lantgraven zu Hessen, mit eynem nuwen zoll4, der jerlichen vil tausent gulden /283/ ertregt, bund darzu mit belehenung der graveschaft Katzenelnpogen, die wir ime, wiewol er darzu nit ein lehenserbe in abstygender lini ist, geliehen5–b, die auch etlich hunderttausentc gulden wert ist, auch sin abwexelte und ubergestellte regalia von sinem vettern [Lgf. Wilhelm d. J.], dem letsten, der on erben abgangen ist6, und davon er uns die annata zu bezaln schuldig gewesen were, die wir ime auch auß gnaden nachgelassen haben: Bedunkt uns ye pillich sin, daz sie uns und Šdem Rich ein sundern dinst darumb tun und zuvor ytzt in des Richs noten, die demselben diser zit obligen, mer dan ye gehort ist.

    Und wir haben deßhalben furgenomen, von beiden unsern fursten von Wirzburg und Hessen, nemlich ir yedem funfundzwenzigtausent gulden rinsch zu entlehen, in der gestalt, daz sie uns solich funfzigtausent gulden von stund par lyhen auf die versicherung, zu wissen, daz wir mitsampt den kurfursten, fursten und stenden, auch iren botschaften, so ytzt zu Meynz sin, inen versprechen und des gnugsam verschrybung geben, daz wir inen solich anlehen von der hilf oder den anschlegen, so am nesten im Rich bescheen, widerumb bezalen wollen.

    Und sollen daruf unser rete an die gemelten kurfursten, fursten und stende mit allem flys und ernst begern, daz von stund yeder kurfurst und, welicher personlich nit da ist, desselben potschaft eynen von iren und der andern fursten und stende wegen mit dem obgenannten doctor Ulrichen von Schellenberg zu den angezeigten unsern fursten von Wirzburg und Hessen schicken, mit bevelhe, daz sie mit und neben denselben unsern reten daz berurt anlehen an ir lieb ernstlich begern, mit erzelung der ursachen, so sie darzu bewegen sollen, wie vorstet. /283’/ Und daz sich auch ir lieben durch dieselben ir geschickten anbieten und bewilligen, daz sie neben uns inen die verschrybungd auf des Richs nestkunftig hilf außrichten und widerumb zu irer bezalung verhelfen wollen.

    So wollen wir uns darauf gegen denselben kurfursten und iren botschaften, auch andern des Richs stenden zu Meynz gnugsamlich verschryben, daz wir von der nechsten Rychs hilf solich anlehen widerumb bezalen und verfolgen lassen wollen.

    Wo aber unser furst von Wirzburg itzt zu Meynz wer, soll diße meynung daselbst mit ime gehandelt werden.7

    Wo aber ir beider lieb diser zit nit so vil pars gelts hetten, soll von uns, auch den kurfursten, fursten und stenden an sie begert werden, etwaz in iren landen zu versetzen, damit sie uns daz gemelt anlehen tün mogen. Und soll alßdan unser aller verschrybung darauf gestellt werden, daz wir inen solich ir verpfendung von der berurten Rychs hilf widerumb on schaden ledigen und losen wellen.

    Unser rete sollen auch unsern fursten von Wirzburg und Hessen ire byligend brief von unserm neven, dem erzbischove zu Coln, des anlehens halben an sie außgangen8, uberantworten.

    Š[3.] Ferner, nachdem uns etlich kaufleutgeselschaften im Schwebischen Pund ein anlehen getan haben9, sollen unser rete an kurfursten, fursten und stende begern, daz sie neben uns den geselschaften, so in den see- oder han- /284/ stetten sin, ernstlich schryben, uns funfundzweinzigtausent gulden rinsch darzulyhen auf der stett Coln, Frankfort, Lubeck, Spyer und Worms verschrybung und versicherung, und daz dieselben kurfursten, fursten und stende solichs mitsampt unsern reten itzt zu Meynz mit den geschickten, so von derselben stett wegen daselbst sin, handeln, darein zu verwilligen. So wollen wir daz bij den andern stetten, die ir botschaften nit zu Meinz haben, glicherwise tun, doch daz uns die versamlung ir brief an dieselben stett mitsampt den briefen, an die geselschaften lauten, furderlichen zuschicken und daneben verschrybung aufrichten, daz sie mitsampt uns dieselben funf stett solicher irer purgschaft oder verschrybung von der nesten hilf, so im Rich angesehen wirt, on allen schaden ledigen sollen.

    So wollen wir den kurfursten, fursten und stenden abermals verschribung geben, daz wir solich bezahlung von derselben hilf tun und verfolgen lassen wollen.

    [4.] Und damit die hunderttausent gulden gar aufbracht werden, so wollen wir noch ein oder zwey stuck in unsern erblanden versetzen umb funfundzwenzigtausent gulden und die auch zu den vorgemelten XXVMe gulden verorden, also daz mit solichen hunderttausent gulden des Richs, auch unser eigen soldner und darzu unser landschaften der graveschaft Tyrol und niderosterrichischen land im velde und an den grenizen gegen den fynden, wie vorstet, noch zwen oder dry monat underhalten und der vorangezeigt schwer, unuberwindlich abfall verhüet, so lang, biß der itzt nestkunftig Richs tag gehalten und beratschlagt und beschlossen werden mag, ob wir die kayserlich cron und Ytalien unser leptag verlassen oder wie wir und daz Rich den krieg wyter furen sollen.

    [5.] /284’/ Ferrer sollen uns unser rete abermals gegen den kurfursten, fursten und stenden entschuldigen, daz wir itzt nit gein Meynz zu inen komen, sunder herabgeruckt sin, auß den ursachen, wie wir inen nest durch unser rete haben erzeln lassen, und sunderlich, daz wir uns unsern Niderlanden der Franzosen und Arburgischen emborung10, deßglichen unserm oheim [Hg. Wilhelm] von ŠJulch des lands Geldern halben nehern müssen. Und darauf an sie begern, daz sie uns ylends berichten, weliche malstat inen gefalle, am oder by dem Rin in ein ander stat, da des Richs noitturften gehandelt werden sollen. So wollen wir uns mitsampt unserm neven, dem erzbischof zu Coln, auch daselbst hin zu inen fugen; und daz sie zu Meynz oder Frankfurt byeinander verharren so lang, biß daz gemelt anlehen gehandelt ist allein von den zweyen fursten und sich erst nachmals an daz ort, so sie uns itzgemeltermaßen anzaigen werden, fugen und in allweg zuvor zu Meynz oder Frankfurt nit verrugken.

    Und waz unsern reten herinnen begeget, daz sollen sie uns bij tag und nacht berichten und ye so vil handeln, damit die kurfursten, fursten und stende nit verrugken, biß wir inen auf derselben unser rete unterricht wytern bescheit gegeben haben, daz wir auch alßdan von stund tun und sie nit lang aufhalten wollen. Geben zu Lyns, am siebenden tag des monats May Ao. etc. XVC und im achten, unsers Richs, des Romischen im XXIII. jarn.