Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «Nr. 262 Pfalz-Simmerner Reichstagsprotokoll des Johann von Eltz – Worms 22. Mai-5. Juni 1509 »

    [1.] Relation zwischen Kurfürstenrat und Fürstenrat am 22. Mai: Beschluss über die Bildung eines interkurialen Ausschusses zur Beratung über die ksl. Reichstagsinstruktionen; [2.] Übergabe von Schriftstücken durch die ksl. Kommissare; [3.] Relation des Großen Ausschusses im Reichsrat am 25. Mai; [4.] Unterredung zwischen Pfalz-Simmern, Pfalz-Zweibrücken und Bayern wegen Sessionsfragen; [5.] Nachforschungen Philipp Aberlins und Johanns von Eltz bezüglich des Sessionrechts der Pfalz und Bayerns; [6.] Unterredung der beiden Gesandten mit Kf. Ludwig von der Pfalz wegen des Sessionsstreits; [7.] Begründung Dietrichs von Plieningen für den Vorsitz Bayerns vor Pfalz-Zweibrücken und Pfalz-Simmern; [8.] Scheitern einer Vermittlung Bf. Lorenz’ von Würzburg im Sessionsstreit zwischen Bayern und Pfalz, Vermittlungsverhandlungen der Kff. zwischen Bayern, Pfalz und Sachsen; [9.] Verschiebung der Reichstagsverhandlungen über die Venedighilfe, Involvierung der ksl. Kommissare in den wittelsbachischen Sessionsstreit; [10.] Vermittlungsvorschlag Kf. Friedrichs von Sachsen im Sessionsstreit zwischen Sachsen, Bayern und Pfalz; [11.] Sessionsstreit Pfalz-Zweibrückens und Pfalz-Simmerns mit Brandenburg-Ansbach am 28. Mai; [12.] Vermittlungsverhandlungen der ksl. Kommissare in diesem Konflikt; [13.] Supplikation HM Friedrichs von Sachsen an die Reichsstände um Unterstützung gegen Polen; [14.] Resolution der Reichsstände zu den ksl. Reichstagsinstruktionen; [15.] Replik der Kommissare an die Reichsstände, Verhandlungen zwischen Kommissaren und Reichsständen am 31. Mai; [16.] Supplikation Kf. Ludwigs von der Pfalz und Pfgf. Friedrichs an die Reichsstände wegen ihrer Reichsbelehnung; [17.] Protest Württembergs, Bayerns und Hessens hinsichtlich der kurpfälzischen Belehnung; [18.] Beauftragung des ständischen Ausschusses mit Beratungen darüber und zur Erstellung der Duplik an die Kommissare; [19.] Relation des Ausschusses und Beratungen der Reichsstände über die Duplik am 2. Juni, Übergabe an die Kommissare am 3. Juni; [20.] Anberaumung von Beratungen über die Antwort an HM Friedrich von Sachsen, ŠVortrag des ksl. Gesandten Ernst von Welden bezüglich der Jubelablassgelder im Reich, Beauftragung eines Ausschusses mit der Erstellung der Antwort an den Hochmeister; [21.] Übergabe der Triplik der ksl. Kommissare an die Reichsstände am 5. Juni.

    München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 9–16’ (Teil A), 17–19’ (Teil B), 20–22’, 23–24’ (Teil C), 34 (Teil D), 34–34’ (Teil E), 35–35’ (Teil F), 35’–49 (Teil G) (Kop., Aufschr.: Handelunge uf dem Richs tage zu Worms anno XVCIX nach den Ostern ungeverlich ergangen. – Notaverm. von anderer Hd.: Hierin findt man kein ordnung deß fursitzens halb, sonder dz die chur- und Ff., christliche und weltliche, durcheinander gestanden und geratschlagt haben.) = Textvorlage A. München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 25–31’ (Abschrift von A, ohne inserierte Aktenstücke) = B.1

    [1.] /10–16’/ [Wiedergabe von Nrr. 265, 266, 268, 318].

    /17/ Item uf dinstag nach exaudi [22.5.] zu zwolf uwern nach mittage syn die stende uf das raithuß berufen worden und erschein [Ebf. Uriel von] Menz, [Ebf. Philipp von] Coln, [Ebf. Jakob von] Trier und [Kf. Friedrich von] Saxen eygener person und der andern botschaft, [Bf. Lorenz von] Wurzburg, Kolenberga, pfalzgrave Frederich, pfalzgrave Johans [von Simmern] und [Hg. Ulrich von] Wirtenberg in eygener person und ander botschaft.

    Und syn in keyner ordenunge gesessen, sonder durcheinander und gestanden geistlich und weltlichen durcheynander.

    Item syn die churfursten sunderlich abgangen. Und nach irem bedacht haben die chur[fur]sten nach dem bischof von Wirzburg geschickt und ime gesagt, den andern stenden furzuhalten, das sy dry wollen schicken zu ine, ir meynunge zu vernemen, wes sy sych bedacht haben. Daruf ist Wirzburg, Babenberg und Wirtenberg zu in zu geen verordent worden. Die syn widerkommen und durch den bischof von Wirzburg riden [= reden] lassen, das die churfursten bedacht haben und gern forderlich von dysem tag zu kommen geneigt, das doch nit die hohen, trefflichen puncten, so jungst in der instruction [Nrr. 266, 268] furgeben, erlyden mogen, sonder mit der zyt bedacht syn wollen. Darumb ire gutbedunken, das sie die iren uber solich puncten verorden wollen, eyn raitslag uf yeden zu machen, das die ander stende darzu acht verorden sollen. Und so der begriffen und furgelesen werde, alsdan eyns iglichen meynunge daruf auch zu horen.

    Soliche syn also geordent worden.

    [2.] Und alßbalde quamen keyserlichen rete und brachten fur eyn missiven [Nr. 399], von ksl. Mt. an die ksl. rete ußgangen, wie der koning von Frankrich Šksl. Mt. geschrieben hette, uf den vierzen[ten] dag des monats Mey eyn schlag mit den Venedigern getan und eyn heybtman mit etlichen vielenb gefangen und uf vierdusent erslagen. Het ksl. Mt. botschaf[t], der auch by solicher slag gewesen, geschrieben, und das uf zwolfdusent /17’/ erslagen und gefangen weren, und der Venediger XX-dusent gewesen, der Frankßen [!] ewenich mehe.

    Daruf zwene briefe [Nr. 272] an die churfursten, eynen an die geistlichen, den andern an die weltlichen, von der babstlichen heiligkeit ußgangen.

    Darnach eyn libel gedruckt2 den churfursten ubergeben uf witer [= wieder] zusteln, das zu besichtigen. Dan iß solt gedruckt werden, von den Venedigen ußgangen.

    Darnach eyn ksl. missive [Nr. 394] von dem jubelgelde, des die stende solten uber solich mandat begriffen und ußgeen lassen.

    [3.] Item uf fritag [25.5.] nach myttage zu zwolf uwern syn die stende berufen worden, zu horen, was der ußschuß bedacht syhe und uf die puncten der instruction verfasset haben. Und als sie nit uf alle etwas begriffen, haben die churfursten solichs eroffnet und dem ußschuße bevolhen, uf die anderc abe zu bedenken und etwas verfassen. Und die stende also abegetreten.

    [4.] Und nachdem docter Philips [Aberlin3] und ich [= Johann von Eltz] in obgemelter handelunge vernomen und gesehen haben, das herzog Wylhelms rete von Beyern sych umb den vorseße mit herzog Jorgen von Saxen botschaften geirret haben, syn wir beyde zu den beyerschen gegangen und ine gesagt, wie das wyr von unsern gnedigen hern, herzog Alexanders und herzog Johanßen, zu dem Richs dage verordent und die obgemelt irrunge verstanden. Nu haben wyr den bevelhe, sihen auch selbs der meynunge, was den fursten von Beiern ire session, stand und gerechtigkeit zu behalten und niemants darzuschen komen lassen und in dem bysyte stehen, solichs helfen hanthaben. Auch daby angezeigt, das den beyden fursten, irstlich herzog Alexander /18/ und darnach herzog Johanns, als den, die elter syhen dan herzog Wylhelm, nach gebruch und herkommen der herzogen in Beiern der vorsehß gebure.

    Daruf die beierschen und sunderlich docter [Dietrich] Blynnyger geantwort: Sie haben den bevelhe, den vorsehß nehst nach den fursten zu haben und niemants davon dringen zu lassen. Es gebure auch irem hern als den, der das furstentum zu Beiern numehr alleyn inhait, und lyhe nit an dem, ob er jung oder alt syhe. Auch daby geredt, die beide hern, herzog Alexander und herzog Johans, mogen sych herzogen in Beiern schriben, sie haben aber nichts dahe, sie haben gra[f]schaften etc.

    ŠDagegen myr beide ime auch unser meynunge zu erkennen geben haben und under anderm, daß es ane noit syhe, die fromen fursten dermaisse zu verachten, dan sie syhen des gebludes, stammes und namens des huße zu Beiern; und myr werden uns mit den worten nit abwisen lassen, sonder beyden iren gnaden als rechten gebornen herzogen in Beiern ire herkommen, gebruch und gerechtikeit understene zu hanthaben und darin niemants nichts nachlaissen. Und uf das mahel nit wyter mit inen gehandelt.

    [5.] Haben uns doch nit desteminder erkundet, wie iß uf andern Richs tagen damit gehalten und, wie hernach folgt, bericht worden:

    Item sagt myn gnediger here, herzog Friederich, wust nit anders, dan das der eldest furesehß, er were oben oder hie unden mit der lantschaft versehen. Und were myn gnediger her hie, so erkent syn gnade, das er, herzog Alexander, uber ime sehß.

    /18’/ Item Diether von Dalburg sagt, ddas die gehörnten die kure erpten vor den geflugelten–d.4

    Item Wigand von Dienheym sagt, do keyßer Frederich mit pfalzgrave Frederichen in irrunge gestanden, das zu Regenspurg uf den dag herzog Ludwig, myns gnedigen hern, herzog Alexanders, vater als eyn pfalzgrave und beyerscher furst in maiestat sehß, den appel5 als nehster dem churfurst[ent]umb in der hand gehabt und allen andern herzogen in Beiern vorgesessen und -gestanden6.

    Item ich, Johan von Eltz, hab auch gesehen im torner zu Heydelberg7, das herzog Jorge von Beiern uf der schauwe syn helm uber herzog Casper8 und neben mym hern pfalzgraven Philipßen hab stellen lassen; das dan die von den vier landen9, die zu der teilunge der helme gegeben waren, geacht, nit Šsyn sull. Und haben herzog Caspers helm uber herzog Jurgen helm gesetzt, wiewol herzog Jorge elter was. Das ich auch den geschickten in arguments wyß furgehalten habe.

    [6.] Item uf samstag, den heyligen pfingstabent [26.5.], umb eyn uwer nach mittage ist die versamelunge wider in den rat verbot, weß sych der ußschuß bedacht, zu horen. Also haben der docter [Philipp Aberlin] und ich uns zuvor zu deme pfalzgraven [Kf. Ludwig] gefugt und iren gnaden vorgehalten, weß uns in der sach begegent, und umb rait gebeten als diejenen, die iß in kunftigen zyten och betreffen werde. Haben ire gnaden geantwort, sy syhen jung und in der sachen nit erfaren, aber er habs darfur, das der aldest herzog in Beiern und ire geschickten botschaften den fursehs haben. Doch wollen syhe witer rait darin haben und iren gnaden meynung zu erkennen geben. /19/ Als auch gescheen und daby blieben ist. Haben myr ire gnaden gebeten, uns etlich rete zuzugeben, mit uns davon zu handeln. Daruf ist uns geantwort, ire gnaden stehen noch nit also wol mit herzog Wylhelm, das sie gern vyl handels mit den reten haben.

    [7.] Item docter [Dietrich] Blininger hait auch davon disputert, wiewol das herzog Ott [von Pfalz-Mosbach] seliger uf Richs dagen uber herzog Albrecht gesessen syhe, moge uß der ursachen gescheen syn, das er auch lantschaft in Beiern gehabt, das dan duß [!] pfalzgraven dyser zyt haben. Uß welichen argument abezunemen, das syhe die beyde fursten, herzog Alexander und herzog Johanßen, der lantschaft halber in der session gern absundern wulten, das wyr keynswegs haben willen zulassen.

    [8.] Und so myr solichs vermerkt haben, dem bischof von Wyrzburg den handel zu erkennen geben, syn gnaden gebeten, mit den beierschen zu reden, von irer meynunge abezusteen. Dan wir kunten es10 von unser gnedigen hern wegen nit liden oder nachlassen. Des sych syn gnade gewilligt, auch fliß angekert. Und so er by den beyerschen nichts hait mogen erlangen, den handel an die churfursten bracht. Dieselbigen haben beiersche, uns und Saxen vor sych gefordert und under anderm vorgeslagen, so mir uns der session nit gutlich vertragen mogen, das dan die geschickten zu allen deylen nit sytzen und by der verhandlungef steen bliben ader aber abtreten. So sol man unß, weß gehandelt werde, in schriften ubergeben, unser meynunge auch darin zu vernemen.

    In demselbigen haben sych Saxen under anderm heren lassen, sie wyssen, das herzog Alexander als dem eldesten herzogen in Beiern der furseße zustee. Wullen /19’/ auch darin nit tragen; und sie one noit, zu stene [= stehen] oder abzutreten, uß der ursachen, das herzog Albrecht von Saxen seliger nach dem eldesten beierschen fursten die session uf den Richs dagen gehabt byß an ende Šsyns lebens. Das wulten sie irem hern, herzog Jorgen, auch nit ubergeben. Aber herzog Wylhelms von Beyers rete syn uf irer meynunge blieben.

    Dargegen von wegen unser gnedigen hern, herzog Alexander und herzog Johanßen, geret, dwil die saxischen herzog Alexander den furseße zuliessen, het es dermaß keyn irrunge mehe. Das aber herzog Wylhelms von Beierns botschaft uber herzog Alexanders botschaft sitzen wulten, er were jung ader alt, ist nit also herkommen, auch beyden unsern gnedigen hern nit lidlich. Das der seß oder stand nit darnach gegeben, das eyner richer ader armer ader in Beierlande mehe lantschaft hette dan der ander, sonder der geburt und dem alter nach, alß sych dan erfynde, das die beide fursten geborn herzogen in Beiern syn und beider elter dan herzog Wilhelm. Darumb syhe der geschickten botschaften ane noit, zu stehen ader abezutreten. So in aber ire session von wegen irer hern an enden, sych geburt, nit werden mucht, wolten sihe mit wissen abscheyden.

    [9.] Daruf bedachten sych die churfursten und liessen den bischof von Wirzburg in gegenwirdikeit der stende, die doch in keyner ordenunge gesessen, sunder gestanden, uß bevelhe der kurfursten furhalten, das die churfursten der irrunge halbe der ußschuß ratslag dyser zyt zu veruffnen verhalten, doch solt eyn iglicher uf den pfingstag [27.5.] zu dryen uwern eyn schriber in Menzer canzly haben, den /23 [!]/ raitslag abezuschriben und sych daruf zu bedenken byß uf den mandag [28.5.] zu eyner uwern, wider uf dem huße zu syn. Ire gnaden wullen auch ksl. Mt. reten die obgenanten irrunge, session betreffen, zu erkennen geben, das sie darin handeln, damit des Rychs sachen dardurch nit verhyndert werden. Das auch also gescheen und uf den heyligen pfinstag zu drien uwern vor ksl. Mt. rete verbot.

    /20–22’/ [Wiedergabe von Nr. 275/II].

    [10.] /23/ In mitler zeyt ist allerley zuschen herzog Wylhelms rete und uns underrede gescheen. Doch zulest hait herzog Frederich von Saxen, churfurst, in der sachen gutlich zu handeln begert, das synen gnaden, mit der wist gescheen11, zugelassen. Haben syn gnade uns eyn meynunge [Nr. 320] furgeslagen, wie hernach folgt. Darin haben wyr uns bedacht, auch rait gehabt, und ich [= Johann von Eltz] in sonderheit myns gnedigsten hern von Trier. Und so die andere beyerschen solichen furslag angenommen, das myrs dan nit abslugen uß meyncherley ursachen, und sonderlich, das ksl. Mt. und des heyligen Richs sachen dardurch nit ufgehalten. Item, das ksl. Mt. durch unser wederwirdickeit und hynwekriten nit zu ungnaden wider unsere gnedigen hern bewegt wurde. Und demnach die abrede angenommen. Syn auch von allen teiln vor ksl. Mt. rete gegangen, in soliche abrede zu erkennen geben, doch mit vorbeheltnis iglichem hern syner gerechtikeit.

    [11.] Item uf mandag nach pfingsten [28.5.] zu eyner uwern waren die stende wider uf das [Rat-]huß verbot. Und als eyn iglicher zu sitzen gefordert wart, versagen wir uns keyner irrunge, sunder lut der abrede zu sytzen gemeynt. ŠUnd warten, byß das die weltliche und geistlich fursten gesassen. Indeß was marggrave Friederichs von Brandenburgs raite hynder uns /23’/ dargeschligen und hait sych zunehst by die saxischen gesatzt. Han myr an ine begert ufzusteen, dan die stat sie unser nach lude der abrede. Hait er geantwort, er syhe uf ander Richs dage zu Costenz nehst by den saxischen gesessen.12 Haben myr ime gesagt, myr [ge]stene ime nit, das ime uber den herzogen in Beiern oder syn botschaften zu sitzen gebure. Dan das die Saxen ist [= jetzt] zuschen den beierschen fursten sitzen, geschee nit uß gerechtikeit, sonder uß eyner undertane13 das mal. Er hett uns auch billich solich syn furnemen, so er die irrunge zuschen beierschen und Saxen gehoret, eruffnet. Und so er sych nit hait daran wollen keren, auch alle botschaft gesessen, syn wyr umbgekert und zur stoben ußgangen und mit dem undermarschalk [Friedrich Beyer] gerit: Wol er uns seß geben an enden, unsern gnedigen hern gebure, sy[n] myr willig, dazubliben und helfen handeln. Moge es aber nit syn, wollen wir mit wissen abscheiden. Wir haben auch solichs an ksl. Mt. rete bracht, die uns beide partien den andern morgen [29.5.] vor sych bescheiden.

    [12.] Und uns furgehalten, wie das sych die brandenburgschen vermessen, das sie zu Costens uber docter [Jakob] Merswyn, der von herzog Alexanders wegen dahe gewesen, gesessen haben, wiewol derselbig protestert hait, in die session nit zu behelen [= einzuwilligen], und doch gescheen lassen. Darumb der rete gutbedunken, das myr eynen seß umb den andern halten, doch iglichem hern unabbruchlich syns herkommen und gerechtikeit.

    Haben myr geantwort, myr haben uß guter /24/ meynunge, damit durch uns nichts verhyndert, den Saxen dyßmale mit demselben gedinge den vorseß zugelassen. Solten nu die brandenburgischen auch dahyn komen, die iß [= dessen] doch gar keyn stat oder fug haben, so wolten die ander fursten, als Julig und nach dem andern, die ire session nach dem brandenbur[g]schen haben, derglichen auch furnemen und uns nit wichen. So musten unser hern zulehst hynder den ofen14. Syhe uns gar nit lidlich, den mittel von unsern gnedigen hern anzunemen. Myr wurden auch by iren gnaden deßhalb keyn dank, sunder ungnade erlangen. Aber ob das eyn mittel were, das ksl. Mt. rete mitsampt den churfursten mit den andern stenden abridt, so die churfursten ire session, deßglichen die fursten, die zugegen weren, genomen, das dan all geschickte botschaften keyn session hielten, sonder, wo iglicher seße, syn meynunge zu erkennen gebe, mit furbeheltnis iglichem fursten an session, vorstant und anderm, wie das herbracht und geubt were, unabbruchig; und das zu andern gelegenen zyten davon entlich gehandelt werde. Muchten ire gnaden und wyrden, ob iß gut were, bedenken.

    ŠDaruf haben ksl. Mt. rete an uns beide teile begert, den dinstag [29.5.] zu morgen nit in den rait zu gen, so doch das male nit wyter dahe zu handeln syhe, dan den15 hohenmeister von Pruyßen zu horen. Das auch also von uns beiden teiln gescheen. Und uf den dynstag nach mittage ist man wider uf das huß verbot. Dahe syn docter Philips [Aberlin] und ich [= Johann von Eltz] hyngangen. Und ist der brandenbur[g]schen nit kommen. Also haben wyr unser session ingenommen /24’/ und uns des nach lude der abrede, solange der Richs tag gewert, gebrucht.

    [13.] Item hait der hochmeister16 von Pruyßen den stenden in clage [Nr. 297] vorbracht, das die crone zu Polen in manichfaldiger wyße mit uberdringen, abnemen und anders gegen den orden gebrucht und sych in dem keyns rechten oder billicheit wider an die babstliche heylikeit, ksl. Mt., auch alle anstoißende fursten, fur die sych der orden geboten, nit willen annemen und in synem furnemen beharret. Demnach ksl. Mt. rete, churfursten, fursten und stende des Rychs angerufen, umb rait und hylf gebeten etc.

    [14.] Item uf dieselbige zyt ist ksl. Mt. reten geantwort uf die furbracht instruction [Nrr. 266, 268], in gegenwirdikeit churfursten, fursten und geschickte botschaften verliesen und daby uf ire begere derselbigen antwort eyn copie gegeben, wie man die auch hernach fyndt [Nr. 275/I]. Daruf sie bedacht genommen biß uf den dornstag [31.5.] nehst darnach und damit begert, das sych niemans von hynnen tue, dan sie haben witer werbunge uß bevelhe ksl. Mt.

    [15.] /34 [!]/ Item uf gemeltem dornstag nach mittag haben die ksl. Mt. rete ire antwort auch schriftlich vorgelacht [= vorgelegt] und die durch [Johann] Storcken lesen laissen, dan der versamelunge eyn copie gegeben, wie die auch hernach folgt [Nr. 276]. Daruf17 sich churfursten, fursten und ander stende bedacht. Und nachdem darin nit witer, dan die hilf betreffen, gemelt, vor gut angesehen und mit ksl. Mt. reten laissen reden, so die instruction, von ine erstlich furbracht, auch der stende antwort von frieden, camergericht, munz und anders anzeige, davon ire antwort keyn meldung tet, ob ine von demselbigen witer zu underreden oder daby zu laissen gemeynt syhen.

    Daruf antwort gefallen, nachdem der artikel, die hilf betreffen, der großt und ksl. Mt. am selbigen zum hochsteng gelegen, so wollen sie den laissen furgen. Und so darin beslossen, hwellen sie auch–h von den andern, in der instruction angezeugt, helfen handeln; und nit alleyn von denselbigen, sonder von vil mehe artikeln, die Storck itzt von ksl. Mt. bracht habe.

    /34–34’/ [Wiedergabe von Nr. 276].

    Š[16.] /35/ Item haben beide myn gnedigsten und gnedigen herrn pfalzgrave [Kf. Ludwig und Pfgf. Friedrich] vor deß Richs versamelunge durch Johan von Morßheymi anbrengen laissen, wie das ire gnaden itzunt hie zu Worms ksl. Mt. ansuchung getan, ire gnaden mit iren friheiten [und] regalien, sovil ime sampt und in sonderheit zusteet18, zu lihen gebeten. Daruf ire gnaden in gegenwurdigkeit der churfursten Menz, Collen und Trier, auch anderer geschickten gnedige antwort gefallen, das ire maiestat solich ansuchen und erbieten nit zu mißfallen, sonder zu gefallen haben und wullenj vor abescheiden des Richs dag davon handeln und mit gnediger antwort begegen laissen. Demnach churfursten, fursten, auch die geschickten botschaften und ander stende des Richs gebeten, lut eyner begriffen supplication [Nr. 314] eyn vorbit an ksl. Mt. von des Richs stende ußgeen lassen.

    [17.] Item in dem herzog Ulrich von Wurtenburg in eigener persone, deßglichen auch herzog Wilhelms von Beyern und landgrafenk zu Hessen geschickten ufgestanden und gesagt, sie haben dochl gehort, was beide pfalzgraven gebeten und begert. Aber nachdem sie uß gehorsam ksl. Mt. den handel und ufrure zwischen den beyerschen hern verwant und der bond von Swabenm von ksl. Mt. eyn verschribunge habe, darin sich ire [Mt.] verpflicht, der partie ire friheiten, gerechtigkeiten und regalien nit zu lihen, es sy dan, das eyn iglicher, der sach verwant, ganz geracht19 und, wes sich darin begeben, genzlich verziegen und ubergeben20; das auch ksl. Mt. uf nehstem dag zu Costens, das dermaiß von wegen der pfalzgraven gescheen, gleublich zugesagt21, sich der und nit anders zu halten, deß habe sin gnade, auch die geschickten den churfursten, fursten Šund andern der versamelung, davon wissens zu haben, nit wollen verhalten und sich in irer vorbit darnach zu richten haben.

    [18.] Item haben die versamlung in der sach raitzuslagen den ußschussen bevolhen, uf die ksl. Mt. rete auch eyn replik zu begrifen, dezglichen uf der pfalzgravischen und ander fursten begeren.

    [19.] /35’/ Itemn uf samstag nach phingsten [2.6.] zu morgen umb acht uren sin die stende weder erfordert worden und erschien uf dem raithuße. Hait man zu ersten gelesen und horen laissen der vom usschuße begriffe und meynunge [Nr. 278], nemlich eyn replik uf ksl. Mt. rete widerrede oder replik. Und daruf zu besliessen eyn bedacht genommen biß nach mittage zu zweyen uren, ob die also gegeben werden oder nit.

    Item nach mittage zu zweyen uren sin die stende weder versamelt erschienen, haben die stende deß ußschutz begriffe der replik geendert an etlichen puncten und darzu gesatzt etliche ursachen, warumb die stende deß Heiligen Richs solich hilf ksl. Mt. zu tun nit schuldig syn und bescheiden uf morgen, sondags trinitatis [3.6.], zu sieben uren in der me[n]zischen canzly zu erschyn, die ursachen und replik abzuschriben und nach mittage des sondags zu zwolf uren den ksl. reten dieselbige replik zu geben. Also auch gescheen, owie hernach folgt–o, und die ksl. rete bedacht daruf genommen, wider zu dupleren uf nehst dinstag nach trinitatis [5.6.]. [/35’–37’/ Wiedergabe von Nr. 279].

    [20.] /38/ Wurde auch beslossen, uf morgen, montags [4.6.], zu sieben uren uf dem raithuß wider zu erschynen und von des hoemeysters wegen von Pruissen, antwort zu geben, sich zu besprechen.

    Auch eyn ksl. Mt. sonderlich botschaft, er Ernste von Welen genant, werbung und instruction [Nr. 269] in schriften inlegt uf den montag zu morgen, uf die meynung luten, das babstlich heiligkeit den Fugkerp von Außpurg gewalt geben habe, das jubelgelt ufzuheben und inzunemen und der ksl. Mt. geschr[ieben], ime darzu behilflich zu syn, das syn Mt. den Richs stenden bevolhen, an die, solich gelt inhaben, mandat mit hohen penen zuzuschicken etc.

    Ist daruf beslossen von stenden des Richs, das sie is by getaner antwort [Nr. 275, Pkt. 9] bliben laissen, so uf den puncten der instruction, ksl. Mt. uberschickt, gegeben ist.

    Uf des hoemeistersq beger, hilf, rait und bystant zu tun weder den konig von Boland, der in dringen woill, im tribut zu geben, in zu eynem hern anzunemen und zu erkennen und nit ksl. Mt. oder das Heilig Riche, ist zu disem maile beslossen und etlich darzu verordent, eyn antwort daruf zu begrifen, die darnach den stenden vorzuhalten und ksl. Mt. reten und mit den eyn meynung zu beslissen.

    Š[21.] Item, als die stende uf dinstag nach trinitatis [5.6.]22 weder zusamenberufen syn wurden, zu zwolf uren uf dem raithuß zu erschynenr, haben ksl. Mt. rete antwort geben, wie hernach folgt: /38’–49/ [Wiedergabe von Nrr. 280–283, 269, 284, 411, 404, 410, 287–292, 297f.].

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/dok262/pages

    Anmerkungen

    1
     Die mit der Vorlage weitgehend übereinstimmenden Passagen des Pfalz-Zweibrückener Protokolls [Nr. 263] werden im Folgenden als Kollationsexemplar C berücksichtigt.
    2
     Es handelte sich um die Bannbulle Papst Julius’ II. gegen Venedig vom 27.4. [Nachweise siehe Nr. 261, S. 387, Anm. 11].
    3
     Vgl. Drüll, Gelehrtenlexikon, S. 453 (s.v. Philipp von Ladenburg); Eid, Staatsdienst, S. 179.
    4
     Bezieht sich auf die Helmzier der pfälzischen (blau-silbern gewecktes Paar Büffelhörner) und bayerischen Wittelsbacher (geschleppter und gerauteter Flug). Vgl. Drös, Wappenbuch, S. 378f.; Peter/Smasal, Wappen der Wittelsbacher [http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/wittelsbach.htm (23.11.2015)].
    5
     Der goldene Reichsapfel war das Amtszeichen für die Erztruchsessenwürde.
    6
     Gemeint ist der Regensburger RT von 1471. Vgl. Wolff, RTA-ÄR XXII/2, S. 595, 600f.
    7
     Gemeint ist das Turnier der „Vier Lande“ (Schwaben, Franken, Rheinland und Bayern) im August 1481. Vgl. dazu Rixner, Turnierbuch, fol. 322’–344’; Stamm, Turnierbuch, S. 154–167; Christ, Familienbuch, S. 366–384; Niehoff, Herzog, bes. S. 56ff.
    8
     In den Turnierbüchern von Rixner(ebd.), Eyb (bearb. v. Stamm, ebd.) und Eptingen (bearb. v. Christ, ebd.) wird die Anwesenheit Pfgf. Kaspars nicht erwähnt. Laut den Nachweisen bei Pöschko(Turniere, S. 251, 381) nahmen Hg. Georg von Niederbayern und Pfgf. Kaspar von Zweibrücken an keinem der Vier-Lande-Turniere zwischen 1479 und 1489 gemeinsam teil. Eltz konnte Hg. Georg nur 1481 beim Turnier in Heidelberg, Pfgf. Kaspar dagegen erst 1487 in Worms begegnet sein (ebd., S. 284).
    9
     Gemeint sind die von den vier „Ländern“ Schwaben, Franken, Rheinland und Bayern eingesetzten, unter anderem mit der Helmschau und der Aufteilung der Teilnehmer in zwei Parteien beauftragten Turnierrichter. Vgl. Paravicini, Kultur, S. 98.
    10
    In der Vorlage irrtümlich: uns.
    11
    Gemeint ist: mit Vorwissen der Parteien.
    12
    Demnach handelt es sich bei dem brandenburgischen Gesandten um den Kanzler Mgf. Friedrichs, Theobald von Heimkofen (Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 538).
    13
    Schreibfehler; richtig: Unterteiding (= Übereinkunft, Schlichtung; Grimm, Deutsches Wörterbuch XI/3, Sp. 1860; Baufeld, Wörterbuch, S. 49, s.v. teidingen).
    14
    In der Vorlage irrtümlich: oben.
    15
    In der Vorlage irrtümlich: die.
    16
    In der Vorlage irrtümlich: hofmeister.
    17
    In der Vorlage irrtümlich: Daruß.
    18
    Ludwig und sein Bruder Friedrich hatten sich am 26.5.1508 vertraglich für die Dauer von neun Jahren über die gemeinsame Regierung des väterlichen Erbes – als ein herr zue bleiben– geeinigt. Die Kurwürde sollte dem älteren Ludwig zustehen (spätere Kop. Heidelberg, freytag nach cantate; HStA München, PNU, Landesteilungen und Einungen, Nr. 804). Vgl. Baar-Cantoni, Religionspolitik, S. 17f.
    19
    rachten: schlichten, beilegen, einen Vergleich herbeiführen (Deutsches Rechtswörterbuch X, Sp. 1549).
    20
    Gemeint sind die Verschreibungen Kg. Maximilians für Hg. Ulrich von Württemberg vom 1.8. (Druck: Besold, Documenta, S. 850–856; Steinhofer, Ehre III, S. 862–872. Regest: Wiesflecker, Regesten IV/1, Nr. 19016, S. 549; Heil, RTA-MR VIII/1, S. 542 Anm. 4. Vgl. Stälin, Geschichte IV, S. 65) und für Lgf. Wilhelm von Hessen vom 23.8.1504 (Regest: Heil, RTA-MR VIII/1, S. 792 Anm. 6; Demandt, Regesten II, Nr. 1110, S. 430f.; Wiesflecker, Regesten IV/1, Nr. 19089, S. 562f.).
    21
    Vgl. das Schreiben Kg. Maximilians an Lgf. Wilhelm von Hessen vom 11.6.1507 (Regest: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 431, S. 716).
    22
     An diesem Tag legte Johann von Eltz vor dem RKG Protest über den Vorbehalt seiner Appellation von einem Urteil des Trierer Hofgerichts ein und beantragte ein Inhibitionsmandat (Appellationsinstrument, Kop., mit Nachweis über Unterz. A. Dietrich, Protonotar am RKG; LHA Koblenz, Best. 56, Nr. 668/II, fol. XCI’-XCII). Das Hofgericht hatte Eltz aufgrund einer Klage der Brüder Konrad und Adam Beyer von Boppard zur Zahlung von 6000 fl. Schadenersatz verurteilt (ebd.).

    Anmerkungen

    a
     Kolenberg] In C richtig: [Bf. Georg von] Babenberg. – Falls es sich nicht einfach um einen Schreibfehler handelt, kann mit Kolenbergnur irrtümlich Hg. Erich von Braunschweig-Calenberg gemeint sein, der zu diesem Zeitpunkt schon wieder aus Worms abgereist war [Nr. 477, S. 701, Anm. 10].
    b
     vielen] Korrektur gemäß C. In A/B irrtümlich: zaln.
    c
     ander] In C danach: auch.
    d
    –d das ... geflugelten] In C Randverm.: N[ota] B[ene].
    e
     dem] In B richtig: den. – Gemeint ist demnach neben Kf. Ludwig auch Pfgf. Friedrich. Vgl. auch Nr. 263 [Pkt. 6].
    f
     verhandlunge] In B: versamelung.
    g
     zum hochsten] In C: an dem grosten.
    h
     wellen … auch] Ergänzung gemäß C. Fehlt irrtümlich in A/B.
    i
     Morßheym] In C danach: iren gnedigen [Schreibfehler; richtig: gnaden] hofmaister.
    j
     wullen] Ergänzung gemäß B/C. Fehlt in A.
    k
     landgrafen] Berichtigung gemäß B/C. In A irrtümlich graven.
    l
     doch] In B/C: dahe/da.
    m
     Swaben] In C Schreibfehler: sterben.
    n
     Item] In C: Darnach.
    o
    –o wie ... folgt] Einfügung am Rand. Fehlt in C.
    p
     Fugker] Korrektur gemäß C. In A/B irrtümlich: Junkern.
    q
     hoemeisters] Korrektur gemäß B/C. In A irrtümlich: hoifmeisters.
    r
     erschynen] C bricht an dieser Stelle ab.

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    «Nr. 262 Pfalz-Simmerner Reichstagsprotokoll des Johann von Eltz – Worms 22. Mai-5. Juni 1509 »

    [1.] Relation zwischen Kurfürstenrat und Fürstenrat am 22. Mai: Beschluss über die Bildung eines interkurialen Ausschusses zur Beratung über die ksl. Reichstagsinstruktionen; [2.] Übergabe von Schriftstücken durch die ksl. Kommissare; [3.] Relation des Großen Ausschusses im Reichsrat am 25. Mai; [4.] Unterredung zwischen Pfalz-Simmern, Pfalz-Zweibrücken und Bayern wegen Sessionsfragen; [5.] Nachforschungen Philipp Aberlins und Johanns von Eltz bezüglich des Sessionrechts der Pfalz und Bayerns; [6.] Unterredung der beiden Gesandten mit Kf. Ludwig von der Pfalz wegen des Sessionsstreits; [7.] Begründung Dietrichs von Plieningen für den Vorsitz Bayerns vor Pfalz-Zweibrücken und Pfalz-Simmern; [8.] Scheitern einer Vermittlung Bf. Lorenz’ von Würzburg im Sessionsstreit zwischen Bayern und Pfalz, Vermittlungsverhandlungen der Kff. zwischen Bayern, Pfalz und Sachsen; [9.] Verschiebung der Reichstagsverhandlungen über die Venedighilfe, Involvierung der ksl. Kommissare in den wittelsbachischen Sessionsstreit; [10.] Vermittlungsvorschlag Kf. Friedrichs von Sachsen im Sessionsstreit zwischen Sachsen, Bayern und Pfalz; [11.] Sessionsstreit Pfalz-Zweibrückens und Pfalz-Simmerns mit Brandenburg-Ansbach am 28. Mai; [12.] Vermittlungsverhandlungen der ksl. Kommissare in diesem Konflikt; [13.] Supplikation HM Friedrichs von Sachsen an die Reichsstände um Unterstützung gegen Polen; [14.] Resolution der Reichsstände zu den ksl. Reichstagsinstruktionen; [15.] Replik der Kommissare an die Reichsstände, Verhandlungen zwischen Kommissaren und Reichsständen am 31. Mai; [16.] Supplikation Kf. Ludwigs von der Pfalz und Pfgf. Friedrichs an die Reichsstände wegen ihrer Reichsbelehnung; [17.] Protest Württembergs, Bayerns und Hessens hinsichtlich der kurpfälzischen Belehnung; [18.] Beauftragung des ständischen Ausschusses mit Beratungen darüber und zur Erstellung der Duplik an die Kommissare; [19.] Relation des Ausschusses und Beratungen der Reichsstände über die Duplik am 2. Juni, Übergabe an die Kommissare am 3. Juni; [20.] Anberaumung von Beratungen über die Antwort an HM Friedrich von Sachsen, ŠVortrag des ksl. Gesandten Ernst von Welden bezüglich der Jubelablassgelder im Reich, Beauftragung eines Ausschusses mit der Erstellung der Antwort an den Hochmeister; [21.] Übergabe der Triplik der ksl. Kommissare an die Reichsstände am 5. Juni.

    München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 9–16’ (Teil A), 17–19’ (Teil B), 20–22’, 23–24’ (Teil C), 34 (Teil D), 34–34’ (Teil E), 35–35’ (Teil F), 35’–49 (Teil G) (Kop., Aufschr.: Handelunge uf dem Richs tage zu Worms anno XVCIX nach den Ostern ungeverlich ergangen. – Notaverm. von anderer Hd.: Hierin findt man kein ordnung deß fursitzens halb, sonder dz die chur- und Ff., christliche und weltliche, durcheinander gestanden und geratschlagt haben.) = Textvorlage A. München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 25–31’ (Abschrift von A, ohne inserierte Aktenstücke) = B.1

    [1.] /10–16’/ [Wiedergabe von Nrr. 265, 266, 268, 318].

    /17/ Item uf dinstag nach exaudi [22.5.] zu zwolf uwern nach mittage syn die stende uf das raithuß berufen worden und erschein [Ebf. Uriel von] Menz, [Ebf. Philipp von] Coln, [Ebf. Jakob von] Trier und [Kf. Friedrich von] Saxen eygener person und der andern botschaft, [Bf. Lorenz von] Wurzburg, Kolenberga, pfalzgrave Frederich, pfalzgrave Johans [von Simmern] und [Hg. Ulrich von] Wirtenberg in eygener person und ander botschaft.

    Und syn in keyner ordenunge gesessen, sonder durcheinander und gestanden geistlich und weltlichen durcheynander.

    Item syn die churfursten sunderlich abgangen. Und nach irem bedacht haben die chur[fur]sten nach dem bischof von Wirzburg geschickt und ime gesagt, den andern stenden furzuhalten, das sy dry wollen schicken zu ine, ir meynunge zu vernemen, wes sy sych bedacht haben. Daruf ist Wirzburg, Babenberg und Wirtenberg zu in zu geen verordent worden. Die syn widerkommen und durch den bischof von Wirzburg riden [= reden] lassen, das die churfursten bedacht haben und gern forderlich von dysem tag zu kommen geneigt, das doch nit die hohen, trefflichen puncten, so jungst in der instruction [Nrr. 266, 268] furgeben, erlyden mogen, sonder mit der zyt bedacht syn wollen. Darumb ire gutbedunken, das sie die iren uber solich puncten verorden wollen, eyn raitslag uf yeden zu machen, das die ander stende darzu acht verorden sollen. Und so der begriffen und furgelesen werde, alsdan eyns iglichen meynunge daruf auch zu horen.

    Soliche syn also geordent worden.

    [2.] Und alßbalde quamen keyserlichen rete und brachten fur eyn missiven [Nr. 399], von ksl. Mt. an die ksl. rete ußgangen, wie der koning von Frankrich Šksl. Mt. geschrieben hette, uf den vierzen[ten] dag des monats Mey eyn schlag mit den Venedigern getan und eyn heybtman mit etlichen vielenb gefangen und uf vierdusent erslagen. Het ksl. Mt. botschaf[t], der auch by solicher slag gewesen, geschrieben, und das uf zwolfdusent /17’/ erslagen und gefangen weren, und der Venediger XX-dusent gewesen, der Frankßen [!] ewenich mehe.

    Daruf zwene briefe [Nr. 272] an die churfursten, eynen an die geistlichen, den andern an die weltlichen, von der babstlichen heiligkeit ußgangen.

    Darnach eyn libel gedruckt2 den churfursten ubergeben uf witer [= wieder] zusteln, das zu besichtigen. Dan iß solt gedruckt werden, von den Venedigen ußgangen.

    Darnach eyn ksl. missive [Nr. 394] von dem jubelgelde, des die stende solten uber solich mandat begriffen und ußgeen lassen.

    [3.] Item uf fritag [25.5.] nach myttage zu zwolf uwern syn die stende berufen worden, zu horen, was der ußschuß bedacht syhe und uf die puncten der instruction verfasset haben. Und als sie nit uf alle etwas begriffen, haben die churfursten solichs eroffnet und dem ußschuße bevolhen, uf die anderc abe zu bedenken und etwas verfassen. Und die stende also abegetreten.

    [4.] Und nachdem docter Philips [Aberlin3] und ich [= Johann von Eltz] in obgemelter handelunge vernomen und gesehen haben, das herzog Wylhelms rete von Beyern sych umb den vorseße mit herzog Jorgen von Saxen botschaften geirret haben, syn wir beyde zu den beyerschen gegangen und ine gesagt, wie das wyr von unsern gnedigen hern, herzog Alexanders und herzog Johanßen, zu dem Richs dage verordent und die obgemelt irrunge verstanden. Nu haben wyr den bevelhe, sihen auch selbs der meynunge, was den fursten von Beiern ire session, stand und gerechtigkeit zu behalten und niemants darzuschen komen lassen und in dem bysyte stehen, solichs helfen hanthaben. Auch daby angezeigt, das den beyden fursten, irstlich herzog Alexander /18/ und darnach herzog Johanns, als den, die elter syhen dan herzog Wylhelm, nach gebruch und herkommen der herzogen in Beiern der vorsehß gebure.

    Daruf die beierschen und sunderlich docter [Dietrich] Blynnyger geantwort: Sie haben den bevelhe, den vorsehß nehst nach den fursten zu haben und niemants davon dringen zu lassen. Es gebure auch irem hern als den, der das furstentum zu Beiern numehr alleyn inhait, und lyhe nit an dem, ob er jung oder alt syhe. Auch daby geredt, die beide hern, herzog Alexander und herzog Johans, mogen sych herzogen in Beiern schriben, sie haben aber nichts dahe, sie haben gra[f]schaften etc.

    ŠDagegen myr beide ime auch unser meynunge zu erkennen geben haben und under anderm, daß es ane noit syhe, die fromen fursten dermaisse zu verachten, dan sie syhen des gebludes, stammes und namens des huße zu Beiern; und myr werden uns mit den worten nit abwisen lassen, sonder beyden iren gnaden als rechten gebornen herzogen in Beiern ire herkommen, gebruch und gerechtikeit understene zu hanthaben und darin niemants nichts nachlaissen. Und uf das mahel nit wyter mit inen gehandelt.

    [5.] Haben uns doch nit desteminder erkundet, wie iß uf andern Richs tagen damit gehalten und, wie hernach folgt, bericht worden:

    Item sagt myn gnediger here, herzog Friederich, wust nit anders, dan das der eldest furesehß, er were oben oder hie unden mit der lantschaft versehen. Und were myn gnediger her hie, so erkent syn gnade, das er, herzog Alexander, uber ime sehß.

    /18’/ Item Diether von Dalburg sagt, ddas die gehörnten die kure erpten vor den geflugelten–d.4

    Item Wigand von Dienheym sagt, do keyßer Frederich mit pfalzgrave Frederichen in irrunge gestanden, das zu Regenspurg uf den dag herzog Ludwig, myns gnedigen hern, herzog Alexanders, vater als eyn pfalzgrave und beyerscher furst in maiestat sehß, den appel5 als nehster dem churfurst[ent]umb in der hand gehabt und allen andern herzogen in Beiern vorgesessen und -gestanden6.

    Item ich, Johan von Eltz, hab auch gesehen im torner zu Heydelberg7, das herzog Jorge von Beiern uf der schauwe syn helm uber herzog Casper8 und neben mym hern pfalzgraven Philipßen hab stellen lassen; das dan die von den vier landen9, die zu der teilunge der helme gegeben waren, geacht, nit Šsyn sull. Und haben herzog Caspers helm uber herzog Jurgen helm gesetzt, wiewol herzog Jorge elter was. Das ich auch den geschickten in arguments wyß furgehalten habe.

    [6.] Item uf samstag, den heyligen pfingstabent [26.5.], umb eyn uwer nach mittage ist die versamelunge wider in den rat verbot, weß sych der ußschuß bedacht, zu horen. Also haben der docter [Philipp Aberlin] und ich uns zuvor zu deme pfalzgraven [Kf. Ludwig] gefugt und iren gnaden vorgehalten, weß uns in der sach begegent, und umb rait gebeten als diejenen, die iß in kunftigen zyten och betreffen werde. Haben ire gnaden geantwort, sy syhen jung und in der sachen nit erfaren, aber er habs darfur, das der aldest herzog in Beiern und ire geschickten botschaften den fursehs haben. Doch wollen syhe witer rait darin haben und iren gnaden meynung zu erkennen geben. /19/ Als auch gescheen und daby blieben ist. Haben myr ire gnaden gebeten, uns etlich rete zuzugeben, mit uns davon zu handeln. Daruf ist uns geantwort, ire gnaden stehen noch nit also wol mit herzog Wylhelm, das sie gern vyl handels mit den reten haben.

    [7.] Item docter [Dietrich] Blininger hait auch davon disputert, wiewol das herzog Ott [von Pfalz-Mosbach] seliger uf Richs dagen uber herzog Albrecht gesessen syhe, moge uß der ursachen gescheen syn, das er auch lantschaft in Beiern gehabt, das dan duß [!] pfalzgraven dyser zyt haben. Uß welichen argument abezunemen, das syhe die beyde fursten, herzog Alexander und herzog Johanßen, der lantschaft halber in der session gern absundern wulten, das wyr keynswegs haben willen zulassen.

    [8.] Und so myr solichs vermerkt haben, dem bischof von Wyrzburg den handel zu erkennen geben, syn gnaden gebeten, mit den beierschen zu reden, von irer meynunge abezusteen. Dan wir kunten es10 von unser gnedigen hern wegen nit liden oder nachlassen. Des sych syn gnade gewilligt, auch fliß angekert. Und so er by den beyerschen nichts hait mogen erlangen, den handel an die churfursten bracht. Dieselbigen haben beiersche, uns und Saxen vor sych gefordert und under anderm vorgeslagen, so mir uns der session nit gutlich vertragen mogen, das dan die geschickten zu allen deylen nit sytzen und by der verhandlungef steen bliben ader aber abtreten. So sol man unß, weß gehandelt werde, in schriften ubergeben, unser meynunge auch darin zu vernemen.

    In demselbigen haben sych Saxen under anderm heren lassen, sie wyssen, das herzog Alexander als dem eldesten herzogen in Beiern der furseße zustee. Wullen /19’/ auch darin nit tragen; und sie one noit, zu stene [= stehen] oder abzutreten, uß der ursachen, das herzog Albrecht von Saxen seliger nach dem eldesten beierschen fursten die session uf den Richs dagen gehabt byß an ende Šsyns lebens. Das wulten sie irem hern, herzog Jorgen, auch nit ubergeben. Aber herzog Wylhelms von Beyers rete syn uf irer meynunge blieben.

    Dargegen von wegen unser gnedigen hern, herzog Alexander und herzog Johanßen, geret, dwil die saxischen herzog Alexander den furseße zuliessen, het es dermaß keyn irrunge mehe. Das aber herzog Wylhelms von Beierns botschaft uber herzog Alexanders botschaft sitzen wulten, er were jung ader alt, ist nit also herkommen, auch beyden unsern gnedigen hern nit lidlich. Das der seß oder stand nit darnach gegeben, das eyner richer ader armer ader in Beierlande mehe lantschaft hette dan der ander, sonder der geburt und dem alter nach, alß sych dan erfynde, das die beide fursten geborn herzogen in Beiern syn und beider elter dan herzog Wilhelm. Darumb syhe der geschickten botschaften ane noit, zu stehen ader abezutreten. So in aber ire session von wegen irer hern an enden, sych geburt, nit werden mucht, wolten sihe mit wissen abscheyden.

    [9.] Daruf bedachten sych die churfursten und liessen den bischof von Wirzburg in gegenwirdikeit der stende, die doch in keyner ordenunge gesessen, sunder gestanden, uß bevelhe der kurfursten furhalten, das die churfursten der irrunge halbe der ußschuß ratslag dyser zyt zu veruffnen verhalten, doch solt eyn iglicher uf den pfingstag [27.5.] zu dryen uwern eyn schriber in Menzer canzly haben, den /23 [!]/ raitslag abezuschriben und sych daruf zu bedenken byß uf den mandag [28.5.] zu eyner uwern, wider uf dem huße zu syn. Ire gnaden wullen auch ksl. Mt. reten die obgenanten irrunge, session betreffen, zu erkennen geben, das sie darin handeln, damit des Rychs sachen dardurch nit verhyndert werden. Das auch also gescheen und uf den heyligen pfinstag zu drien uwern vor ksl. Mt. rete verbot.

    /20–22’/ [Wiedergabe von Nr. 275/II].

    [10.] /23/ In mitler zeyt ist allerley zuschen herzog Wylhelms rete und uns underrede gescheen. Doch zulest hait herzog Frederich von Saxen, churfurst, in der sachen gutlich zu handeln begert, das synen gnaden, mit der wist gescheen11, zugelassen. Haben syn gnade uns eyn meynunge [Nr. 320] furgeslagen, wie hernach folgt. Darin haben wyr uns bedacht, auch rait gehabt, und ich [= Johann von Eltz] in sonderheit myns gnedigsten hern von Trier. Und so die andere beyerschen solichen furslag angenommen, das myrs dan nit abslugen uß meyncherley ursachen, und sonderlich, das ksl. Mt. und des heyligen Richs sachen dardurch nit ufgehalten. Item, das ksl. Mt. durch unser wederwirdickeit und hynwekriten nit zu ungnaden wider unsere gnedigen hern bewegt wurde. Und demnach die abrede angenommen. Syn auch von allen teiln vor ksl. Mt. rete gegangen, in soliche abrede zu erkennen geben, doch mit vorbeheltnis iglichem hern syner gerechtikeit.

    [11.] Item uf mandag nach pfingsten [28.5.] zu eyner uwern waren die stende wider uf das [Rat-]huß verbot. Und als eyn iglicher zu sitzen gefordert wart, versagen wir uns keyner irrunge, sunder lut der abrede zu sytzen gemeynt. ŠUnd warten, byß das die weltliche und geistlich fursten gesassen. Indeß was marggrave Friederichs von Brandenburgs raite hynder uns /23’/ dargeschligen und hait sych zunehst by die saxischen gesatzt. Han myr an ine begert ufzusteen, dan die stat sie unser nach lude der abrede. Hait er geantwort, er syhe uf ander Richs dage zu Costenz nehst by den saxischen gesessen.12 Haben myr ime gesagt, myr [ge]stene ime nit, das ime uber den herzogen in Beiern oder syn botschaften zu sitzen gebure. Dan das die Saxen ist [= jetzt] zuschen den beierschen fursten sitzen, geschee nit uß gerechtikeit, sonder uß eyner undertane13 das mal. Er hett uns auch billich solich syn furnemen, so er die irrunge zuschen beierschen und Saxen gehoret, eruffnet. Und so er sych nit hait daran wollen keren, auch alle botschaft gesessen, syn wyr umbgekert und zur stoben ußgangen und mit dem undermarschalk [Friedrich Beyer] gerit: Wol er uns seß geben an enden, unsern gnedigen hern gebure, sy[n] myr willig, dazubliben und helfen handeln. Moge es aber nit syn, wollen wir mit wissen abscheiden. Wir haben auch solichs an ksl. Mt. rete bracht, die uns beide partien den andern morgen [29.5.] vor sych bescheiden.

    [12.] Und uns furgehalten, wie das sych die brandenburgschen vermessen, das sie zu Costens uber docter [Jakob] Merswyn, der von herzog Alexanders wegen dahe gewesen, gesessen haben, wiewol derselbig protestert hait, in die session nit zu behelen [= einzuwilligen], und doch gescheen lassen. Darumb der rete gutbedunken, das myr eynen seß umb den andern halten, doch iglichem hern unabbruchlich syns herkommen und gerechtikeit.

    Haben myr geantwort, myr haben uß guter /24/ meynunge, damit durch uns nichts verhyndert, den Saxen dyßmale mit demselben gedinge den vorseß zugelassen. Solten nu die brandenburgischen auch dahyn komen, die iß [= dessen] doch gar keyn stat oder fug haben, so wolten die ander fursten, als Julig und nach dem andern, die ire session nach dem brandenbur[g]schen haben, derglichen auch furnemen und uns nit wichen. So musten unser hern zulehst hynder den ofen14. Syhe uns gar nit lidlich, den mittel von unsern gnedigen hern anzunemen. Myr wurden auch by iren gnaden deßhalb keyn dank, sunder ungnade erlangen. Aber ob das eyn mittel were, das ksl. Mt. rete mitsampt den churfursten mit den andern stenden abridt, so die churfursten ire session, deßglichen die fursten, die zugegen weren, genomen, das dan all geschickte botschaften keyn session hielten, sonder, wo iglicher seße, syn meynunge zu erkennen gebe, mit furbeheltnis iglichem fursten an session, vorstant und anderm, wie das herbracht und geubt were, unabbruchig; und das zu andern gelegenen zyten davon entlich gehandelt werde. Muchten ire gnaden und wyrden, ob iß gut were, bedenken.

    ŠDaruf haben ksl. Mt. rete an uns beide teile begert, den dinstag [29.5.] zu morgen nit in den rait zu gen, so doch das male nit wyter dahe zu handeln syhe, dan den15 hohenmeister von Pruyßen zu horen. Das auch also von uns beiden teiln gescheen. Und uf den dynstag nach mittage ist man wider uf das huß verbot. Dahe syn docter Philips [Aberlin] und ich [= Johann von Eltz] hyngangen. Und ist der brandenbur[g]schen nit kommen. Also haben wyr unser session ingenommen /24’/ und uns des nach lude der abrede, solange der Richs tag gewert, gebrucht.

    [13.] Item hait der hochmeister16 von Pruyßen den stenden in clage [Nr. 297] vorbracht, das die crone zu Polen in manichfaldiger wyße mit uberdringen, abnemen und anders gegen den orden gebrucht und sych in dem keyns rechten oder billicheit wider an die babstliche heylikeit, ksl. Mt., auch alle anstoißende fursten, fur die sych der orden geboten, nit willen annemen und in synem furnemen beharret. Demnach ksl. Mt. rete, churfursten, fursten und stende des Rychs angerufen, umb rait und hylf gebeten etc.

    [14.] Item uf dieselbige zyt ist ksl. Mt. reten geantwort uf die furbracht instruction [Nrr. 266, 268], in gegenwirdikeit churfursten, fursten und geschickte botschaften verliesen und daby uf ire begere derselbigen antwort eyn copie gegeben, wie man die auch hernach fyndt [Nr. 275/I]. Daruf sie bedacht genommen biß uf den dornstag [31.5.] nehst darnach und damit begert, das sych niemans von hynnen tue, dan sie haben witer werbunge uß bevelhe ksl. Mt.

    [15.] /34 [!]/ Item uf gemeltem dornstag nach mittag haben die ksl. Mt. rete ire antwort auch schriftlich vorgelacht [= vorgelegt] und die durch [Johann] Storcken lesen laissen, dan der versamelunge eyn copie gegeben, wie die auch hernach folgt [Nr. 276]. Daruf17 sich churfursten, fursten und ander stende bedacht. Und nachdem darin nit witer, dan die hilf betreffen, gemelt, vor gut angesehen und mit ksl. Mt. reten laissen reden, so die instruction, von ine erstlich furbracht, auch der stende antwort von frieden, camergericht, munz und anders anzeige, davon ire antwort keyn meldung tet, ob ine von demselbigen witer zu underreden oder daby zu laissen gemeynt syhen.

    Daruf antwort gefallen, nachdem der artikel, die hilf betreffen, der großt und ksl. Mt. am selbigen zum hochsteng gelegen, so wollen sie den laissen furgen. Und so darin beslossen, hwellen sie auch–h von den andern, in der instruction angezeugt, helfen handeln; und nit alleyn von denselbigen, sonder von vil mehe artikeln, die Storck itzt von ksl. Mt. bracht habe.

    /34–34’/ [Wiedergabe von Nr. 276].

    Š[16.] /35/ Item haben beide myn gnedigsten und gnedigen herrn pfalzgrave [Kf. Ludwig und Pfgf. Friedrich] vor deß Richs versamelunge durch Johan von Morßheymi anbrengen laissen, wie das ire gnaden itzunt hie zu Worms ksl. Mt. ansuchung getan, ire gnaden mit iren friheiten [und] regalien, sovil ime sampt und in sonderheit zusteet18, zu lihen gebeten. Daruf ire gnaden in gegenwurdigkeit der churfursten Menz, Collen und Trier, auch anderer geschickten gnedige antwort gefallen, das ire maiestat solich ansuchen und erbieten nit zu mißfallen, sonder zu gefallen haben und wullenj vor abescheiden des Richs dag davon handeln und mit gnediger antwort begegen laissen. Demnach churfursten, fursten, auch die geschickten botschaften und ander stende des Richs gebeten, lut eyner begriffen supplication [Nr. 314] eyn vorbit an ksl. Mt. von des Richs stende ußgeen lassen.

    [17.] Item in dem herzog Ulrich von Wurtenburg in eigener persone, deßglichen auch herzog Wilhelms von Beyern und landgrafenk zu Hessen geschickten ufgestanden und gesagt, sie haben dochl gehort, was beide pfalzgraven gebeten und begert. Aber nachdem sie uß gehorsam ksl. Mt. den handel und ufrure zwischen den beyerschen hern verwant und der bond von Swabenm von ksl. Mt. eyn verschribunge habe, darin sich ire [Mt.] verpflicht, der partie ire friheiten, gerechtigkeiten und regalien nit zu lihen, es sy dan, das eyn iglicher, der sach verwant, ganz geracht19 und, wes sich darin begeben, genzlich verziegen und ubergeben20; das auch ksl. Mt. uf nehstem dag zu Costens, das dermaiß von wegen der pfalzgraven gescheen, gleublich zugesagt21, sich der und nit anders zu halten, deß habe sin gnade, auch die geschickten den churfursten, fursten Šund andern der versamelung, davon wissens zu haben, nit wollen verhalten und sich in irer vorbit darnach zu richten haben.

    [18.] Item haben die versamlung in der sach raitzuslagen den ußschussen bevolhen, uf die ksl. Mt. rete auch eyn replik zu begrifen, dezglichen uf der pfalzgravischen und ander fursten begeren.

    [19.] /35’/ Itemn uf samstag nach phingsten [2.6.] zu morgen umb acht uren sin die stende weder erfordert worden und erschien uf dem raithuße. Hait man zu ersten gelesen und horen laissen der vom usschuße begriffe und meynunge [Nr. 278], nemlich eyn replik uf ksl. Mt. rete widerrede oder replik. Und daruf zu besliessen eyn bedacht genommen biß nach mittage zu zweyen uren, ob die also gegeben werden oder nit.

    Item nach mittage zu zweyen uren sin die stende weder versamelt erschienen, haben die stende deß ußschutz begriffe der replik geendert an etlichen puncten und darzu gesatzt etliche ursachen, warumb die stende deß Heiligen Richs solich hilf ksl. Mt. zu tun nit schuldig syn und bescheiden uf morgen, sondags trinitatis [3.6.], zu sieben uren in der me[n]zischen canzly zu erschyn, die ursachen und replik abzuschriben und nach mittage des sondags zu zwolf uren den ksl. reten dieselbige replik zu geben. Also auch gescheen, owie hernach folgt–o, und die ksl. rete bedacht daruf genommen, wider zu dupleren uf nehst dinstag nach trinitatis [5.6.]. [/35’–37’/ Wiedergabe von Nr. 279].

    [20.] /38/ Wurde auch beslossen, uf morgen, montags [4.6.], zu sieben uren uf dem raithuß wider zu erschynen und von des hoemeysters wegen von Pruissen, antwort zu geben, sich zu besprechen.

    Auch eyn ksl. Mt. sonderlich botschaft, er Ernste von Welen genant, werbung und instruction [Nr. 269] in schriften inlegt uf den montag zu morgen, uf die meynung luten, das babstlich heiligkeit den Fugkerp von Außpurg gewalt geben habe, das jubelgelt ufzuheben und inzunemen und der ksl. Mt. geschr[ieben], ime darzu behilflich zu syn, das syn Mt. den Richs stenden bevolhen, an die, solich gelt inhaben, mandat mit hohen penen zuzuschicken etc.

    Ist daruf beslossen von stenden des Richs, das sie is by getaner antwort [Nr. 275, Pkt. 9] bliben laissen, so uf den puncten der instruction, ksl. Mt. uberschickt, gegeben ist.

    Uf des hoemeistersq beger, hilf, rait und bystant zu tun weder den konig von Boland, der in dringen woill, im tribut zu geben, in zu eynem hern anzunemen und zu erkennen und nit ksl. Mt. oder das Heilig Riche, ist zu disem maile beslossen und etlich darzu verordent, eyn antwort daruf zu begrifen, die darnach den stenden vorzuhalten und ksl. Mt. reten und mit den eyn meynung zu beslissen.

    Š[21.] Item, als die stende uf dinstag nach trinitatis [5.6.]22 weder zusamenberufen syn wurden, zu zwolf uren uf dem raithuß zu erschynenr, haben ksl. Mt. rete antwort geben, wie hernach folgt: /38’–49/ [Wiedergabe von Nrr. 280–283, 269, 284, 411, 404, 410, 287–292, 297f.].