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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «Nr. Š268 Zweite Instruktion Ks. Maximilians für seine Stellvertreter auf dem Reichstag (den Reichsständen vorgelegte Fassung, Auszüge aus Nr. 267) – Mindelheim, 8. Mai 15091 »

    [1.] Vortrag der ersten ksl. Instruktion an die Reichsstände; [2.] unverzügliche Leistung der zu bewilligenden Reichshilfe, Stellung ständischer Befehlshaber und Offiziere; [3.] Aufforderung an abwesende Stände zur Teilnahme am Reichstag; [4.] Mitteilung an die Reichsstädte über den Sold der Reiter; [5.] Bereitstellung von Trosspferden für die Kürassiere; [6.] Aufforderung an Kff. und Ff. zur unverzüglichen Bereitstellung der Hilfe und zur Entsendung von Reiterkontingenten anstelle von Fußtruppen; [7.] Entsendung von Fußtruppen durch die mindermächtigen Stände; [8.] Dauer der Reichshilfe; [9.] Beratungen über Reformmaßnahmen beim Reichskammergericht und beim Landfrieden; [10.] Beratungen über das Münzwesen; [11.] Beratung über eine Supplikation Bf. Jakobs von Cambrai; [12.] Auszahlung der im Reich eingesammelten Jubelablassgelder an Ks. Maximilian; [13.] Einsetzung eines Reichskommissars zur Unterstützung des ksl. Kammerprokuratorfiskals; [14.] Verbot von Nachlässen an der künftigen Reichshilfe zugunsten einzelner Stände; [15.] Schlussfloskel, Datum.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 76–78’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 158’–160’ (Kop., Überschr.: Hernach volgt ein ander keyserlich instruction etc.) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 93–98’ [= Nr. 267] = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 106–110’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = D. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. (Kop.). Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 141–144’ (Kop.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 27–30’ (Kop., durch Archivarsverm. irrtümlich auf den 18.5. datiert). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 14–16 (Kop.). Esslingen, StdA, F 283 RTA Worms 1509, fol. 6’–10 (Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (Kop.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 21–25’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop.). Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop.). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 307’–311 (wie D). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 13’–15, 16–16’ (dem Pfalz-Simmerner RT-Protokoll [Nr. 262] inserierte Kop.). München, HStA, KÄA 3136, fol. 398–401 (Kop.). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 25’–30’ (wie D). Ravensburg, StdA, RA, Bü. 9 b/1, unfol. (Kop.). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 114–109 (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 6–7’ (Kop., irrtümlich datiert auf den 18.5.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 13–15 (wie D).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 962, S. 758–761.

    Š[1.] /76/ Anfenglich inen allen unsern gnedigen willen, gnade und alles gut zu sagen.

    Furter sollen sie die ursachen und bewegung, derhalben wir diesen Reichß tag furgenomen, wie wir dann das etlichen churfursten, furstena und stenden des Reichß, so uf den XXIItentag Aprilis nest vergangen bei uns zu Wormß gewest, desselben tagß anzaigen und furbringen lassen, von wegen der andern stende, so vormals dabei nit gewest noch die gehort haben, widerumb erneuen und furtragen, inhalt einer besondern instruction [Nr. 266], solchen unsern furtrag von wort zu wort inhaltend, mitsambt unserer ksl. declaration und addition, unß mitlerzeit furgefallen und mit der verzaichnus etzlicher buchstaben dabei gesetzt.

    [2.] Sie sollen auch uf unser gescheenb begeren bei den stenden der hilf halb umb furderlich, fruchtbarlich antwort mit gutem vleiß anhalten. Und so solich hilf, alß wir unß versehen, zugesagt und verwilligt wurd, das dann ein jeder vonc den stenden des Reichs darob sei und ernstlichen verfuge, damit sein volk unverzogenlich anzihe und zu unß in unsern feltleger, oder wo wir alsdann sein werden, komen und keyner uf den andern weyger. Daß auch von den stenden zwen oberst heuptlut, eyner uber die reysigen und der ander uber das fußvolk verordent. Daß auch darzu die fursten einen, die von den prelaten einen, die von den graven und freiherrn einen und die von den steten einen heuptman haben und bestellen, die alle den vorgemelten zwaien obersten heubtluten gewertig sein sollen, damit durch die menig der heubtlut vil unformlicher und ungeschickte handlung verhutet werde.

    [3.] /76’/ Und ob etzliche fursten oder stended nit erschienen weren, so sollen unser rete und die stende dieselben ernstlichen beschreiben, furderlichen zu komen oder auß ehaften verhinderung ire treffenlich, volmechtige potschaften mit gnugsamlichem gewalt zu schicken, on wider hindersichpringen zu handeln und entlichen zu besliessen. Und daß nichtdestmynder die andern, so gegenwertig sein, mitlerzeit handeln und zu der sachen greifen, damit die zeit nit vergebenlich verleuf.

    [4.] Auch sollen sie den geschickten potschaften von den steten anzaigen, wie unß glaublich angelangt, daß sie die reysigen, so sie zu solchem anslag bestellen und vermeynen zu gebrauchen, den monat uf ein pferd XII gulden und etlichen mer geben sollen2, daß unß an unserm furnemen einen bosen eingang und merklich beswerung pringt. Und darumb von unsern wegen inen ernstlichen zu sagen, daß sie derselben reysigen keinem mer dan X gulden reinisch fur kost und schaden fur seinen solt bestymmen und geben. Wo sie aber die fur solch Šgelt nicht bekomen mochten, daß sie unß daß furderlichen anzaigen. Wollen wir inen, sovil sie der reysigen notturftig sein, umb X gulden vorberurter massen bestellen und unter ir heubtlut verordnen, damit sie wissen, daß sie ire anzal alzeit haben.

    [5.] Item sollen sie den stenden anzaigen und zu erkennen geben, nachdem in den anslegen, uf vorigene reichstegen gemacht, als sie wissen, nymant kein troßpferd zugegeben oder angesetzt, so wer solchß nach unserm bedenken nit wenig ursach gewest, /77/ daß kain oder gar wenig kurisser geschickt worden. Darumb were unser begere, solchs itzo zu bedenken und zu verkumen und zu diesem anslag ordnung furzunemen, damit etliche kurisser verordent werden und ire rustung und notturft mit inen bringen mögen.

    [6.] fUnd den gemelten curfursten und fursten daneben in sonderhait anzaigen, so uf itzigem tag zu Wormbß durch sie und andere stende, daselbs versamelt, des Reichs hilf, alß wir uns ungezwivelt verhoffen, zugesagt, daß ir iglicher die anzale, so ime ufgelegt werde, furderlich und wolgerust schicken und daß ir keiner uf den andern verziehen noch weygern wolle, daß sie auch kein fußvolk, sunder dafur reysige schicken, nemlich fur funf fußknecht zwene reysigen.

    [7.] Desgleichen sollen sie an allen curfursten und fursten begeren, daß sie fur ir ufgelegte anzal des fußvolks itzberurter massen reysig schicken. Aber die von prelaten, graven und steten sollen ir ufgelegte anzal deß fußvolks schicken, und nemlich tüglich und geschickte ingesessen burger–f.

    [8.] Item, daß deß Reichs hilf, so itzo angesetzt oder bewilligt, uf ein jare gestellt werde.

    [9.] Auch sollen die gedachten unser rete mit den stenden deß Reichs von den mengeln und gebrechen, auch umb besser underhaltung unserß ksl. camergerichts handeln und reformation ton, damit daß nit mit jungen, ungeübten personen, wie die vergangen zeit bescheen, sunder dapfern, wolgelerten, erfaren beisitzern besetzt, auch die /77’/ unformlich, ungeschickt handlung, so am selben camergericht und seiner canzlei, alß unß oftmals glauplich angelangt, bishere geübt sein, gewendet und daß gemelt camergericht in ein loblich, ufrichtig wesen pracht und statlich gehalten, auch die execution uf gehabte urtel furderlichen volzogen werden. Desgleichen von wegen fridens im Reich und bestendiger, dapferer hanthabung desselben mit inen zu handeln.

    [10.] Und alß uf vergangen Reichß tegen der munz halben vil gehandelt, aber nichts entlichs beslossen oder volzogen ist3, daß durch die stende des Reichs itzo Šdeshalb weiter gehandelt und ein entlicher beslus gemacht werde, damit sich die fursten, stet und ander oberkait darnach wissen zu halten.

    [11.] Item uf des bischofs von Camerach ubergeben supplication [Nr. 318] der stende meynung und willen zu vernemen.

    [12.] Wiewol unser heiliger vater, der babst, unß verschiener zeit bewilligt, zugelassen und bevolhen hat, daß wir daß jubelgelt, so deß nestvergangen jubeljarß im Heiligen Reich gefallen und noch nit erhebt oder empfangen ist, erfordern, einnemen und zu unsern handen und gewalt pringen solten, unß auch deß nachvolgend an allermeniglich irer heiligkeit bullen und brief zugesandt4, wie dan gemeyne versamlung deß Heiligen Reichs uf jungst gehaltem reichstag zu Costnitz unß auch bewilligt5, so haben doch etliche stende des Reichs von fürsten, prelaten, steten und andern unß uf unser begeren und ansynnen daß jubelgelt, so noch bei inen ligt, bishere verhalten und nit volgen lassen wollen. /78/ Darumb sollen die gemelten unser rete solchß den stenden deß Reichß, so itzo zu Wormbs sein, anzaigen und ernstlichen begeren, unß uf ir vorgescheen bewilligung notturftig gemeyne offen mandatbrif und gescheft ang alle diejenen, so vorberürt jubeltgelt noch hinder ine ligen haben, in der besten form zu geben und ernstlichen zu bevelhen und zu verschaffen, unß oder den unsern, die deshalben bevelhe haben werden, solche jubelgelt on weiter weygern, verzug und seumnus zu uberantworten, sich auch daran die ordnung, durch wylant den cardinal zu Gurk und des Reichs rat zu Nurnberg gemacht6, noch einich ander tractat, verschreibunge oder gescheft nicht verhindern oder irren zu lassen, damit wir solchß zu unsern furnemen, deß wir itzo in ubung sein, prauchen mogen.

    [13.] Item will unß gut und not bedunken, daß ein solicitator durch daß ganz Reich verordent, der im Heiligen Reich zu unser und des Reichs notturft Šhin und wider zihe, sich aller mißhandlung, exceß und strafparerhuberfarung eygentlich erkündt und dieselben unserm camerprocuratorfiscal anzaig, damit er furter, wie sich nach rechtlicher ordnung gebüren wurd, darin handeln moge.

    [14.] Und alß in dem abschied, uf dem jungstgehalten reichstag zu Costenz gemacht, ein sonder artikel gesetzt, daß nymants sich desselben zu entledigen ichts erlangen oder suchen sol etc.7, daß aber nit gehalten oder volzogen worden ist, sollen unsere rete an die stend mit ernstem vleiß begeren, daß sie den gemelten artikel fur sich nemen, den ermessen und mit dem besten vleiß und hochster verbindung darob sein und verfügen wollen, damit dergleichen practica, /78’/ so durch vil ungestyme und behende anlangen gemeltß anslags halben zu Costenz bei unß geubt ist, vermitten und der itzig anslag strackß und on alle geverde volzogen werde.

    [15.] Wie dann die gedachten unser rete alle obgemelte artikel und geschefte unser gelegenhait und notturft nach, auch unß und dem Heiligen Reich zu ere, nutz und wolfart wol wissend mit besserni, geschicklichen worten und fügen anzubringen. Daran tun sie unser ernstliche meynung. Geben zu Mundelnheym am achtenden tag des monats May Ao. Domini etc. im neunden, unserß Reichß, deß Romischen im XXIIIIten jare.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/dok268/pages

    Anmerkungen

    1
     Anfertigung des Auszugs von Nr. 267 durch die ksl. Kommissare am 14./15.5. [Nrr. 398, Pkt. 1; 448, Pkt. 3]; Vortrag und Übergabe an die Reichsstände am 16.5. [Nrr. 259, Pkt. 10; 261, Pkt. 7; 398, Pkt. 1].
    2
     Vgl. Heil, RTA-MR IX/1, S. 527f. Anm. 6.
    3
     Vgl. die Beratungen und Beschlüsse zum Münzwesen auf den RTT in Worms 1495 (Angermeier, RTA-MR V/1, Nrr. 464f., S. 583–587; Nr. 1593, S. 1144 [§ 7]; Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 27f.; Wiesflecker, Regesten I, Nrr. 2194, 2196), Lindau 1496/97 (Gollwitzer, RTA-MR VI, S. 202, 205–208, 230, 246–250, 254, 285–287, 294–296, 299f., 330, 345–347; Wiesflecker, Regesten II, Nrr. 7564, 7566, 7573, 7576, 7829, 7836, 7861, 7863, 7894), Freiburg 1497/98 (Gollwitzer, RTA-MR VI, S. 733–735; Wiesflecker, Regesten II, Nr. 8812), Augsburg 1500 (Schmauss/Senckenberg, ebd., S. 77f., Art. XXII; Wiesflecker, Regesten III/2, Nr. 14407, § 22), Köln 1505 (Heil, RTA-MR VIII/1, Nrr. 349 [Pkt. K-N], 350 [Pkt. K-N], 353 [App. e]; /2, Nr. 825 [Pkt. 3]) und Konstanz 1507 (Heil, RTA-MR IX/1, Nrr. 176 [Pkt. 3], 183 [Pkt. 9], 190 [Pkt. 7], 191 [Pkt. 7], 193 [Pkt. 7], 194 [Pkt. K], 196 [Pkt. K], 203 [Pkt. 7], 204 [Pkt. 3], 205 [Pkt. I], 206 [Pkt. I]).
    4
     Vgl. Heil, RTA-MR VIII/1, S. 923 Anm. 2.
    5
     Kg. Maximilian hatte die Reichsstände auf dem Konstanzer RT zweimal zur Ausstellung von Mahnschreiben aufgefordert (Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 200, S. 415 [fol. 535]; Nr. 202, S. 418, Pkt. 2). Ein diesbezüglicher Beschluss ist jedoch nicht nachweisbar. Auch im Konstanzer RAb (ebd., Nr. 268, S. 524–549) verlautet davon nichts.
    6
     Vertrag zwischen dem Nürnberger Reichsregiment und dem Kardinallegaten Raimund Peraudi vom 11.9.1501 (Druck: Schmauss/Senckenberg, Sammlung II, S. 97–99). Vgl. Kraus, Reichsregiment, S. 149–151; Schmid, Legat, S. 77–80.
    7
     Konstanzer RAb vom 26.7.1507, § 11 (Druck: Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 268, S. 529).

    Anmerkungen

    a
     fursten] Ergänzung gemäß C. Fehlt in A/B/D.
    b
     gescheen] In C: vorbescheen. B/D wie A.
    c
     von] Korrektur gemäß C. In A/B/D irrtümlich: an.
    d
     stende] In C danach: noch. B/D wie A.
    e
     vorigen] In B-D: vor gehalten.
    f
    –f Und … burger] Fehlt in C.
    g
     an] Korrektur gemäß B-D. In A irrtümlich: und.
    h
     strafparer] Korrektur gemäß B-D. In A Schreibfehler: straßparg.
    i
     bessern] In B-D: besten.

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    «Nr. Š268 Zweite Instruktion Ks. Maximilians für seine Stellvertreter auf dem Reichstag (den Reichsständen vorgelegte Fassung, Auszüge aus Nr. 267) – Mindelheim, 8. Mai 15091 »

    [1.] Vortrag der ersten ksl. Instruktion an die Reichsstände; [2.] unverzügliche Leistung der zu bewilligenden Reichshilfe, Stellung ständischer Befehlshaber und Offiziere; [3.] Aufforderung an abwesende Stände zur Teilnahme am Reichstag; [4.] Mitteilung an die Reichsstädte über den Sold der Reiter; [5.] Bereitstellung von Trosspferden für die Kürassiere; [6.] Aufforderung an Kff. und Ff. zur unverzüglichen Bereitstellung der Hilfe und zur Entsendung von Reiterkontingenten anstelle von Fußtruppen; [7.] Entsendung von Fußtruppen durch die mindermächtigen Stände; [8.] Dauer der Reichshilfe; [9.] Beratungen über Reformmaßnahmen beim Reichskammergericht und beim Landfrieden; [10.] Beratungen über das Münzwesen; [11.] Beratung über eine Supplikation Bf. Jakobs von Cambrai; [12.] Auszahlung der im Reich eingesammelten Jubelablassgelder an Ks. Maximilian; [13.] Einsetzung eines Reichskommissars zur Unterstützung des ksl. Kammerprokuratorfiskals; [14.] Verbot von Nachlässen an der künftigen Reichshilfe zugunsten einzelner Stände; [15.] Schlussfloskel, Datum.

    Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 76–78’ (Kop.) = Textvorlage A. Würzburg, StA, WRTA 5, fol. 158’–160’ (Kop., Überschr.: Hernach volgt ein ander keyserlich instruction etc.) = B. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 93–98’ [= Nr. 267] = C. Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 106–110’ (dem reichsstädtischen RT-Protokoll [Nr. 260] inserierte Kop.) = D. Augsburg, StA, Rst. Nördlingen, Mü. Best. 29, unfol. (Kop.). Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 141–144’ (Kop.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 27–30’ (Kop., durch Archivarsverm. irrtümlich auf den 18.5. datiert). Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 14–16 (Kop.). Esslingen, StdA, F 283 RTA Worms 1509, fol. 6’–10 (Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 50, Nr. 7, unfol. (dem mgfl. badischen RT-Protokoll [Nr. 261] inserierte Kop.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol. (Kop.). Lübeck, StdA, RTA, Vol. II, Fasz. 4, fol. 21–25’ (wie D). Marburg, StA, Best. 2, Nr. 119, unfol. (Kop.). Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. (Kop.). Mühlhausen, StdA, 10 B 1–8, Nr. 1, fol. 307’–311 (wie D). München, HStA, K.blau 103/4b, fol. 13’–15, 16–16’ (dem Pfalz-Simmerner RT-Protokoll [Nr. 262] inserierte Kop.). München, HStA, KÄA 3136, fol. 398–401 (Kop.). Nordhausen, StdA, R, Ac 1, fol. 25’–30’ (wie D). Ravensburg, StdA, RA, Bü. 9 b/1, unfol. (Kop.). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 114–109 (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt). Wien, HHStA, AUR [Est. Salzburg] 1509, fol. 6–7’ (Kop., irrtümlich datiert auf den 18.5.). Wolfenbüttel, StA, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 2, fol. 13–15 (wie D).

    Druck: Janssen, Reichscorrespondenz II, Nr. 962, S. 758–761.

    Š[1.] /76/ Anfenglich inen allen unsern gnedigen willen, gnade und alles gut zu sagen.

    Furter sollen sie die ursachen und bewegung, derhalben wir diesen Reichß tag furgenomen, wie wir dann das etlichen churfursten, furstena und stenden des Reichß, so uf den XXIItentag Aprilis nest vergangen bei uns zu Wormß gewest, desselben tagß anzaigen und furbringen lassen, von wegen der andern stende, so vormals dabei nit gewest noch die gehort haben, widerumb erneuen und furtragen, inhalt einer besondern instruction [Nr. 266], solchen unsern furtrag von wort zu wort inhaltend, mitsambt unserer ksl. declaration und addition, unß mitlerzeit furgefallen und mit der verzaichnus etzlicher buchstaben dabei gesetzt.

    [2.] Sie sollen auch uf unser gescheenb begeren bei den stenden der hilf halb umb furderlich, fruchtbarlich antwort mit gutem vleiß anhalten. Und so solich hilf, alß wir unß versehen, zugesagt und verwilligt wurd, das dann ein jeder vonc den stenden des Reichs darob sei und ernstlichen verfuge, damit sein volk unverzogenlich anzihe und zu unß in unsern feltleger, oder wo wir alsdann sein werden, komen und keyner uf den andern weyger. Daß auch von den stenden zwen oberst heuptlut, eyner uber die reysigen und der ander uber das fußvolk verordent. Daß auch darzu die fursten einen, die von den prelaten einen, die von den graven und freiherrn einen und die von den steten einen heuptman haben und bestellen, die alle den vorgemelten zwaien obersten heubtluten gewertig sein sollen, damit durch die menig der heubtlut vil unformlicher und ungeschickte handlung verhutet werde.

    [3.] /76’/ Und ob etzliche fursten oder stended nit erschienen weren, so sollen unser rete und die stende dieselben ernstlichen beschreiben, furderlichen zu komen oder auß ehaften verhinderung ire treffenlich, volmechtige potschaften mit gnugsamlichem gewalt zu schicken, on wider hindersichpringen zu handeln und entlichen zu besliessen. Und daß nichtdestmynder die andern, so gegenwertig sein, mitlerzeit handeln und zu der sachen greifen, damit die zeit nit vergebenlich verleuf.

    [4.] Auch sollen sie den geschickten potschaften von den steten anzaigen, wie unß glaublich angelangt, daß sie die reysigen, so sie zu solchem anslag bestellen und vermeynen zu gebrauchen, den monat uf ein pferd XII gulden und etlichen mer geben sollen2, daß unß an unserm furnemen einen bosen eingang und merklich beswerung pringt. Und darumb von unsern wegen inen ernstlichen zu sagen, daß sie derselben reysigen keinem mer dan X gulden reinisch fur kost und schaden fur seinen solt bestymmen und geben. Wo sie aber die fur solch Šgelt nicht bekomen mochten, daß sie unß daß furderlichen anzaigen. Wollen wir inen, sovil sie der reysigen notturftig sein, umb X gulden vorberurter massen bestellen und unter ir heubtlut verordnen, damit sie wissen, daß sie ire anzal alzeit haben.

    [5.] Item sollen sie den stenden anzaigen und zu erkennen geben, nachdem in den anslegen, uf vorigene reichstegen gemacht, als sie wissen, nymant kein troßpferd zugegeben oder angesetzt, so wer solchß nach unserm bedenken nit wenig ursach gewest, /77/ daß kain oder gar wenig kurisser geschickt worden. Darumb were unser begere, solchs itzo zu bedenken und zu verkumen und zu diesem anslag ordnung furzunemen, damit etliche kurisser verordent werden und ire rustung und notturft mit inen bringen mögen.

    [6.] fUnd den gemelten curfursten und fursten daneben in sonderhait anzaigen, so uf itzigem tag zu Wormbß durch sie und andere stende, daselbs versamelt, des Reichs hilf, alß wir uns ungezwivelt verhoffen, zugesagt, daß ir iglicher die anzale, so ime ufgelegt werde, furderlich und wolgerust schicken und daß ir keiner uf den andern verziehen noch weygern wolle, daß sie auch kein fußvolk, sunder dafur reysige schicken, nemlich fur funf fußknecht zwene reysigen.

    [7.] Desgleichen sollen sie an allen curfursten und fursten begeren, daß sie fur ir ufgelegte anzal des fußvolks itzberurter massen reysig schicken. Aber die von prelaten, graven und steten sollen ir ufgelegte anzal deß fußvolks schicken, und nemlich tüglich und geschickte ingesessen burger–f.

    [8.] Item, daß deß Reichs hilf, so itzo angesetzt oder bewilligt, uf ein jare gestellt werde.

    [9.] Auch sollen die gedachten unser rete mit den stenden deß Reichs von den mengeln und gebrechen, auch umb besser underhaltung unserß ksl. camergerichts handeln und reformation ton, damit daß nit mit jungen, ungeübten personen, wie die vergangen zeit bescheen, sunder dapfern, wolgelerten, erfaren beisitzern besetzt, auch die /77’/ unformlich, ungeschickt handlung, so am selben camergericht und seiner canzlei, alß unß oftmals glauplich angelangt, bishere geübt sein, gewendet und daß gemelt camergericht in ein loblich, ufrichtig wesen pracht und statlich gehalten, auch die execution uf gehabte urtel furderlichen volzogen werden. Desgleichen von wegen fridens im Reich und bestendiger, dapferer hanthabung desselben mit inen zu handeln.

    [10.] Und alß uf vergangen Reichß tegen der munz halben vil gehandelt, aber nichts entlichs beslossen oder volzogen ist3, daß durch die stende des Reichs itzo Šdeshalb weiter gehandelt und ein entlicher beslus gemacht werde, damit sich die fursten, stet und ander oberkait darnach wissen zu halten.

    [11.] Item uf des bischofs von Camerach ubergeben supplication [Nr. 318] der stende meynung und willen zu vernemen.

    [12.] Wiewol unser heiliger vater, der babst, unß verschiener zeit bewilligt, zugelassen und bevolhen hat, daß wir daß jubelgelt, so deß nestvergangen jubeljarß im Heiligen Reich gefallen und noch nit erhebt oder empfangen ist, erfordern, einnemen und zu unsern handen und gewalt pringen solten, unß auch deß nachvolgend an allermeniglich irer heiligkeit bullen und brief zugesandt4, wie dan gemeyne versamlung deß Heiligen Reichs uf jungst gehaltem reichstag zu Costnitz unß auch bewilligt5, so haben doch etliche stende des Reichs von fürsten, prelaten, steten und andern unß uf unser begeren und ansynnen daß jubelgelt, so noch bei inen ligt, bishere verhalten und nit volgen lassen wollen. /78/ Darumb sollen die gemelten unser rete solchß den stenden deß Reichß, so itzo zu Wormbs sein, anzaigen und ernstlichen begeren, unß uf ir vorgescheen bewilligung notturftig gemeyne offen mandatbrif und gescheft ang alle diejenen, so vorberürt jubeltgelt noch hinder ine ligen haben, in der besten form zu geben und ernstlichen zu bevelhen und zu verschaffen, unß oder den unsern, die deshalben bevelhe haben werden, solche jubelgelt on weiter weygern, verzug und seumnus zu uberantworten, sich auch daran die ordnung, durch wylant den cardinal zu Gurk und des Reichs rat zu Nurnberg gemacht6, noch einich ander tractat, verschreibunge oder gescheft nicht verhindern oder irren zu lassen, damit wir solchß zu unsern furnemen, deß wir itzo in ubung sein, prauchen mogen.

    [13.] Item will unß gut und not bedunken, daß ein solicitator durch daß ganz Reich verordent, der im Heiligen Reich zu unser und des Reichs notturft Šhin und wider zihe, sich aller mißhandlung, exceß und strafparerhuberfarung eygentlich erkündt und dieselben unserm camerprocuratorfiscal anzaig, damit er furter, wie sich nach rechtlicher ordnung gebüren wurd, darin handeln moge.

    [14.] Und alß in dem abschied, uf dem jungstgehalten reichstag zu Costenz gemacht, ein sonder artikel gesetzt, daß nymants sich desselben zu entledigen ichts erlangen oder suchen sol etc.7, daß aber nit gehalten oder volzogen worden ist, sollen unsere rete an die stend mit ernstem vleiß begeren, daß sie den gemelten artikel fur sich nemen, den ermessen und mit dem besten vleiß und hochster verbindung darob sein und verfügen wollen, damit dergleichen practica, /78’/ so durch vil ungestyme und behende anlangen gemeltß anslags halben zu Costenz bei unß geubt ist, vermitten und der itzig anslag strackß und on alle geverde volzogen werde.

    [15.] Wie dann die gedachten unser rete alle obgemelte artikel und geschefte unser gelegenhait und notturft nach, auch unß und dem Heiligen Reich zu ere, nutz und wolfart wol wissend mit besserni, geschicklichen worten und fügen anzubringen. Daran tun sie unser ernstliche meynung. Geben zu Mundelnheym am achtenden tag des monats May Ao. Domini etc. im neunden, unserß Reichß, deß Romischen im XXIIIIten jare.