Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «Nr. 271 Reichstagsinstruktion Ks. Maximilians für Johann Storch – Mindelheim, 21. Mai 1509 »

    [1.] Verhandlungen wegen des Klosters Reichenau; [2.] Streit zwischen der Stadt Landau und Bf. Philipp von Speyer; [3.] Belehnung Gf. Dietrichs von Manderscheid mit Reckheim; [4.] unterbliebene Übersendung des ksl. Siegelstempels an Ebf. Uriel von Mainz; [5.] Übernahme des Kammerrichteramtes durch Gf. Adolf von Nassau; [6.] Annahme Dr. Ludwig Reynolts als Beisitzer am Reichskammergericht; [7.] Entschuldigung für das Fernbleiben Gf. Eitelfriedrichs von Zollern, Sigmunds von Rorbach und Konrad Stürtzels vom Reichstag; [8.] Grußbotschaft an verspätete Reichstagsteilnehmer; [9.] vorzeitige Auszahlung der Frankfurter Stadtsteuer; [10.] Konflikt zwischen Hans Landschad und der Stadt Worms; [11.] Konflikt zwischen Bf. Philipp von Speyer und Eck von Reischach; [12.] Angelegenheiten der Stadt Regensburg; [13.] Vorgehen gegen die Befehder der Stadt Rothenburg/Tauber; [14.] Supplikation des Hans von Landau; [15.] künftiger Standort des Reichskammergerichts; [16.] Session Wilhelms von Roggendorf als Vertreter Österreichs auf dem Reichstag; [17.] Titulaturstreit der Stadt Köln mit Ebf. Philipp; [18.] weitere Streitsachen zur Erledigung durch die Reichstagskommissare; [19.] Reiterdienst Gf. Johanns von Isenburg; [20.] Fiskalprozess gegen den Propst zu Berchtesgaden; [21.] Reichsacht gegen Venedig; [22.] Forderung Hans Burgauers gegen Appenzell; [23.] Aufforderung an Hg. Ulrich von Württemberg zur persönlichen Teilnahme am Wormser Reichstag; [24.] Befehl an Ludwig Vergenhans zum Erscheinen auf dem Reichstag; [25.] Streit zwischen Philipp Forstmeister und Frowin von Hutten; [26.] Schlussformel, Datum; [27.] Aufforderung an die Reichsstände zur Leistung der Romzughilfe in Form von Reitertruppen oder durch Anwerbung böhmischer Söldner.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 103–107 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A.

    /103/ Maximilian, e[rwählter] von Gots genaden romischer keyser etc.

    Instruction, was unser rate und des Reichs liber, getreuer Johann Storch bey den erwirdigen, hochgebornen, wolgebornen, edlen, ersamen unsern lieben neven, oheymen, andechtigen und des Reichs getreuen churfursten, fursten und stenden des Heyligen Reichs, yezo auf dem Reichs tag zu Wormbs versamlet, Šauch in sonderheyt bey unsern keyserlichen reten und comissarien, so wir dahyn verordent haben, reden, handeln und werben sol.

    Anfenglich inen allen samentlich und sonderlich unsern genedigen willlen und alles gut zu sagen.

    [1.] Und den gemelten unsern verordenten reten furzubringen, sy alle ader ir etliche aus inen mogen, als wir nit zweifeln, gut wissen haben, wie das loplich gotzshaus in der Reychenau, so eyn gefurst und der mechtigisten gotzheuser eyns im Heiligen Reich gewest, in so merklich verderben, abnemen und verödung kommen, das aus grossem armut und unvermogen etliche zeyt nit mere dann zwen conventualbruder1 daryn gewest, dy dann nach abgang des nechsten abts [Martin von Weißenburg], als sy einen andern abt zu erwelen furgenomen gehabt, aus mangel, das ir zu solicher wal zu wenig gewest, dy ebt zu Kembten, zu sant Blasy und zu Petershausen, ires ordens, darzu erfordert2, die mit inen eynen aus denselben zweien, nemlich den von Knoringen, zu eynem abt erwelt, der darauf jezo zu Ulm3 bey uns erschynen, sich als gehorsamer des Heiligen Reichs gefurster prelat und caplan unterteniglich angezaigt und in bey der beschehen election genediglichen zu handhaben diemutiglichen angerufen, mit erbietung, wo wir der administracion oder regirung halben an seyner person eynigen mysfallen, zweifel ader mangel hetten, das er eynen administrator, so /103’/ wir nach unserm gefallen ime zuordnen wurden, leiden und gedulden wolt. Aber der bischofe von Costenze were damals auch daselbst bey uns erschinen und uns angezeigt, wie dy babstlich heilickeyt aus beweglichen ursachen das gemelt gotzßhaus seynem stift Costenze incorporirt hett, inhalt der bullen4, ime deßhalbe gegeben, und uns darauf nach inhalt solicher bullen, der wir hiemit abschrift schicken, umb eynsatzung treffenlich angelangt.

    Dyeweil nun das bemelt gotzhaus dem Heiligen Reich on mittel zugehorig, auch uns, dem Reiche und unserm hauß Osterreich, wo das in der Eidgenossen oder ander hend kommen und gewendet werden solt, als sy selbst zu ermessen hetten, merklicher unrat, nachteil und unwiderbringlicher schad daraus erwachsen und also vil und merklichs daran gelegen, seyen wir dardurch bewegt worden, den handel yn weiter betrachtung zu stellen, auch mit und nach rat der yzigen versamblung zu Wormbs darin zu handeln und deßhalbe bede vorgemelt parteien mit allen iren gerechtikeyten, und was zu der sachen dient, fur dy geŠdacht versamblung beschiden [Nr. 120]. Darumb sey unser ernstlicher befelch, das sy solchs derselben vorsambnung von unsern wegen anzaigen und mitsampt inen bede parteien in irm furtrag nach aller notturft verhoren und mit gutem fleis und dapferkeyt beratslagen und erwegen wöllen, was daryn fur uns und das Heilig Reiche das best, nutzist und fruchtbarlichst seyhe. Und sol der gemelt Storch disen handel emsiglich sollicitirn, das der nach notturft beratschlagt und uns der verfast ratschlag furderliche zugeschickt werde.

    [2.] Weiter sol er inen sagen, das sy dy irrung, zwuschen unserm fursten, dem bischofe von Speier, und der stat /104/ Landaue schwebend5, verhorn und dy gutlich hynzulegen, auch yn sonderheyt von demselben von Speier glaubwirdig copey von der pfandverschreibung uber Landaue sagend6, der wir aus beweglichen ursachen notturftig seyn, zu erlangen allen fleis ankeren sollen.

    [3.] Und als wir durch unsern neven und churfursten, den erzbischove zu Collen, von wegen deß von Manderscheids umb verleyhung eynes lehens angesucht seyn, sol er in sagen, unser bevel seyhe, das sy im solichs lehen an unser stat zu seynen rechten nach irem rait verleihen, geburlich briefe daruber geben. Doch das sy im nach irem gutbedunken zu entlicher ausfurung der rechtfertigung, die im solichs lehens halben zu tun geburn wil, ein nemlich zeit bestymmen, solich sache und rechtfertigung in derselben zeyt auszufuren.7

    [4.] Er sol auch unserm neven und churfursten, dem erzbischof zu Meynze, zu erkennen geben, wiewol unser liber, getreuer Ziprian von Serentyn im von unsern wegen angesagt, das wir seiner liebe ein katschett [= Siegelstempel] zuschicken wolten, so bedunk doch solichs on not, dieweil wir ym geschriben und befolhen haben, die brief mit seiner aigen hand zu verzeichenen und zu Šunderschreiben [Nr. 342]. Deshalb wir das katschett zu uberschicken diser zeyt underlassen haben.

    [5.] Und als grave Adolfe von Nassaue sich vormals gegen uns bewilligt hat, soferre unser keyserlich camergericht zu Worms ader Frankfurt gehalten werde, das er das camerrichterampt umb dy besoldung, wie er vormals gehabt, nemlich XVC gulden, annemen und uns nit weiter ader hoher steigern wolle, sol er [= Storch] unsern reten sagen, mit im [= Gf. Adolf] von unsern wegen deshalbe mit fleis zu handeln und in zu bewegen, solich ampt umb dy bestymbten besoldung anzunemen und sich des /104’/ nit zu wegern, ime auch, so er das annymbt, notturftig verschreibung zu verfertigen.

    [6.] Und das sy bey den gedachten stenden fleis haben, damit doctor Reynolt zu Feldkirch, der vormals fur eyn beysitzer desselben camergerichts angesehen und furgenommen gewest yst8, an eines der abgestanden statt zu beysitzer aufgenommen werde.

    [7.] Das sy auch bey denselben stenden grave Eitel Friderichen von Zollern, Sigmunden von Rorbach und doctor Sturzeln, die wir zu yne fur unser rete ernennt und verordent gehebt, irer merklichen krankheyt halben nit haben komen mogen, entschuldigen.9

    [8.] Und den bischoven von Wurzburg, Bamberg und andern fursten, so nach unserm abschid dahyn kommen weren oder wurden, irer gehorsam genedigen dank zu sagen und an sy zu begern, das sy in den obligenden hendeln uns und dem Heiligen Reiche zugut das best und nutzist furzunemen verhelfen wolten.

    [9.] Ob auch Georgen Mospache, unserm secretarien, dy statsteuer zu Frankfurt nit verfolgt were, sol er yn sagen, ym daryn furderliche und hilflich zu seyn, mit den von Frankfurt geschickten zu Wormbs deshalbe ernstlich zu handeln oder dem rat zu Frankfurt ernstlichen zu schreiben, solich steuer unverzogenlich zu bezalen, angesehen, was daran gelegen seihe.

    [10.] Auch das sy dy irrung zwuschen Hansen Landschaden und der stat Wormbs zu gleicher weis wie dy, so sich zwuschen den Dalbergern und denselben von Wormbs helt, derhalbe wir yn vormals befelich getan hetten [Nr. 267, Pkt. 16], notturftiglich verhoren und umb verhutung weiter aufrur allen fleys ankeren, dyselben gutlichen zu vertragen und dem Landschaden zeitlich darzu verkunden.

    [11.] /105/ Desgleichen dy irrung zwuschen dem bischof von Speier und Eck von Reischach gutlich zu verhoren und nach billickeyt zu entscheyden, damit deshalbe kunftig aufruren verhuet werden.

    [12.] Desgleichen dy mengel, gebrechen und irrung, dy stat Regenspurg antreffend, dy wir dann derhalben auf den reichstag geyn Wormbs vertagt haben [Nr. 176], mitsampt den stenden des Reichs notturftiglich zu verhoren, dareyn zu sehen und zu beratschlagen und alles das, sy fur uns und das Reich Švermeynen das best und nutzist zu seyn, furzunemen, damit dyselb statt nit yn abfal kommen, daran dann als eyner ortstat [= Grenzstadt] vil und merklichs gelegen ist.

    [13.] Gleicherweiß der stat von Rottenburg an der Tauber sachen auf unser ret schreiben, uns derhalb getan10, mit den stenden gutlichen zu handeln, damit solicher frevenlicher handel unverzoglichen gestraft werd. Dann uns diser zeyt, dyweil wir zu volzihung unsers furnemens yn ubung und dem zug seyn, darin personlich zu handeln ader dy acht zu sprechen nit gelegen seyn wil.

    [14.] Und yn deß armen Hans von Landaue sachen auf seyn ubergeben supplicacion, sovil dy billikeyt erleiden mag, zu handeln, damit ym fuglicher weis geholfen werden moge.

    [15.] Das sy auch auf ir schreiben [Nr. 390], uns von wegen der verendrung des camergerichts malstat getan, mit den gedachten stenden davon reden, iren rat und gutbedunken darin vernemen und furter darauf beschlissen sollen. Aber dweil vil muhe und uncostens auf das hyn- und widerzihen get, bedeucht uns das fuglichst, das es zu Wormbs gelassen, /105’/ so doch, als wir uns genzlichen versehen, die irrung zwuschen der geistlickeyt und der stat gruntliche vertragen wurd.

    [16.] Und das sy Wilhalmen von Rogendorfe, den wir fur eynen rade unsers hauß Osterreichs halben in dy versambnung verordent haben, derselben versambnung dermassen anzeigen, auch von unsern wegen darob seyn und ernstlichen anhalten sollen, damit im seyn geburlicher sitze und stand gegeben werd.11

    [17.] Als auch der rat zu Collen sich merklich beschwert, das der bischove zu Collen inen yn seinen brieven schreiben sol: Geben yn unser stat Collen etc., dieweil sy keynen andern hern ader oberkeyt dann romische keyser ader konig haben oder erkennen, sol er unsern reten sagen, das sy mit den stenden ausserhalbe des bischofs von Collen davon handeln, iren rait daryn vernemen und furter nach irem gutbedunken darin handeln sollen, doch nichts entlichs beschlissen, sonder der stende und iren raitschlag uns zuvor zuzuschicken.

    [18.] Der gemelt Storch sol auch unsern reten vorgemelt eygentlichen anzeigen, was im sonst von briefen ader suplicacion ubergeben oder von sachen befolen seyn, damit sy furderliche daryn handeln und dy parteien vertragen ader sunst zu austrag verteidingen und abfertigen mogen.

    [19.] Er sol auch grave Johann von Eysenberg unverzogliche zu erkennen geben, das er auf unser schreiben, wir seinem vater [Gf. Ludwig] getan haben12, Šsich mit XXV pherden rusten und bereytmachen wolle, wann wir im weiter schreyben, das er von stund an end [= an den Ort], er bescheiden /106/ wurd, zu uns gerust komme. Ob aber seyn vater ader er das abslagen und nit tun wolten ader wurden, das sol uns Storch furderlich zu erkennen geben, uns darnach wissen zu halten.

    [20.] Und unserm keyserlichem camerprocurator fiscal von unsern wegen ansagen und ernstlichen befelhen, das er auf seyn furgenommen handelung und ausgangen process wider bropst zu Bercholtßgaden weiter und mit allem fleis procedir und handel, damit dy sachen unverzogenliche geendt und er zu gehorsam bracht werde.13

    [21.] Auch besonder bey unserm keyserlichen camergericht mit fleys sollicitirn, damit dy acht wider dy Venediger furderlich gesprochen und erkennt und yn der allerbesten form nach gestalt der izigen leufe allenthalben durch das ganze Romische Reich verkundt und ernstlich executorial gegeben. Das uns auch derselben acht brieflich urkund zugeschickt werden, dieselben zu unser notturft zu gebrauchen. Und ob bemelt camergericht nit bald angefangen ader gehalten wurd, sol Storch unsern reten sagen, bey der versambnung fleis anzukern und zu handeln, damit sy auf vorgeschriben rechtsetze und handelung dy acht sprechen und process ausgeen lassen. Und ob dy stende des Reichs dy acht zu sprechen beschwerung haben wurden, sollen unser rete mitsampt den beysitzern, so furhanden wern, dy acht an unser stat sprechen und erclaren, deß wir inen hiemit unser volkommen gewalt und macht geben.

    [22.] Und als Hans Burgauer von Lyndaue verschiner zeit auf urtel und recht, durch weylend Hansen [!] Swendtner gegen den von Aperzell an bemeltem unserm /106’/ camergericht erlangt14, execution begert, dy aber der Eydgenossen und schwebender leufe halben bißhere angestelt worden und uns deshalbe von camerrichtern und beysitzern umb underrichtung, wie sy sich darin halten sollen, geschriben ist15, sol Storch unsern reten sagen, solichs der versambnung anzuzaigen und furter nach irem rate und bedenken daryn zu handeln.16

    Š[23.] Der gemelt Storch sol sich auch in seynem hynabereiten zu unserm swager und fursten herzog Ulrichen von Wirtenberg fugen, im auf ubergebung unser credenze ansagen, wie wir auf unser selbst handelung, mit ym gehabt, und unser jungst schreiben17, im des Reichs tags halben zu Worms getan, all instruction und befele [Nrr. 266f.] vor zehen tag unsern reten hynabgeschickt. Und dieweil uns, dem Heyligen Reich und teutscher nacion, als seyn liebe waist, vil und merklichs an den sachen gelegen, so sey abermals unser hoch und ernstlich begere, das er sich mit eyner geryngen anzal pferde in eigener person auf denselben Reichs tag fuge und mit andern stenden des Reichs das best und nutzist furzunemen und zu handeln verhelfen. Des wolten wir uns zu seyner liebe ungezweyfelt versehen.

    [24.] Desgleichen sol er doctor Ludwigen Fergenhansen auf ubergebung unser credenze von unsern wegen sagen und befelen, sich unverzoglich dahyn zu fugen, by unsern reten daselbst zu seyn und mit in helfen zu handeln.

    [25.] Er sol auch unsern reten sagen, Philipsen Forstmeister gegen Frowin von Hutten und seynen zugewenten fur sy zu vertagen, irer irrung zu verhorn und fleis /107/ anzukeren, sy derselben gutlich zu vertragen; wo das nit volgen wolt, eyns entlichen austrags zu verfassen.

    [26.] Und yn allen vor geschriben sachen guten, furderlichen fleis ankeren, als wir uns des zu yn genzlichen verlassen. Daran beschicht unser ernstliche meynung. Geben zu Mundlheym am XXI. tag des monats May anno etc. im neunten, unsers Reichs, des Romischen im XXIIII. jarn.

    [27.] Es soll auch Storche unsern reten sagen, wo uns dy hilfe durch dy stend des Reichs, als wir uns genzlich versehen, zugesagt wurde, daz sy alsdann bey denselben stenden mit allem fleys handeln, damit sy uns fur das fusvolk, so iglichem aufgelegt wurde, und sunderlich dy stett geraysigen schicken wollen. Dann wir itzt mit gutem fusvolk uberhauft und genugsamlich versehen seyn.

    Wo sy aber des beschwerung haben und je ir angesetzt fusvolk schicken wolten, das sy alsdann solichs fusvolk zu Behaym bestellen wolten, da sy des umb zymlich besoldung taugenlich und recht geschickt gnug finden werden.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/dok271/pages

    Anmerkungen

    1
     Es handelte sich um Januarius von Reischach und den späteren Abt Markus von Knöringen (Kreutzer, Glanz, S. 481; Baier, Reform, S. 231).
    2
     Vgl. zu den Teilnehmern an der Wahl am 24.11.1508 Kreutzer, Glanz, S. 345 Anm. 469.
    3
     Das Treffen muss laut dem Itinerar von Wenko(Kaiser, S. 269) am 3./4.5. stattgefunden haben.
    4
     Inkorporationsbulle Papst Julius’ II. vom 22.9.1508 (lat. Or. Perg. m. Bleibulle; GLA Karlsruhe, Abt. 5, Konv. 492, Nr. 12810) bzw. in modifizierter Fassung vom 24.11.1508 (lat. Or. Perg. m. Bleibulle; ebd., Nr. 12821). Vgl. Kreutzer, Glanz, S. 345; Baier, Reform, S. 231.
    5
     Vgl. Nr. 123. Noch am 3.5. hatte der Ks. seinem Landvogt im Elsass, Kaspar von Mörsberg, befohlen, die Rechte und Freiheiten der Stadt gegen jedwede Übergriffe zu schützen (Lünig, Reichsarchiv XIII (Part. Spec. Cont. IV, 1. Teil, 27. Abs.), S. 1282; Toifl, Friede, S. 199; Wenko, Kaiser, S. 243).
    6
     Pfandverschreibung Kg. Ludwigs IV. für Bf. Emich von Speyer über Landau vom 24.6.1324 (Druck: Birnbaum, Geschichte, Nr. XXII, S. 477f. Regest: Wetzel, Urkunden, Nr. 58, S. 24). Ks. Maximilian löste Landau durch Entrichtung der Pfandsumme in Höhe von 5000 Pfd. Hellern am 19.4.1511 aus. Vgl. Lehmann, Urkundliche Geschichte der freien Reichsstadt Landau, S. 37f.; Brenner, Pfandschaft, bes. S. 32–54; Hess, Reichsstadt, S. 117–119; Toifl, Friede, S. 200.
    7
     Gf. Dietrich von Manderscheid wurde 1509 für seine Frau Margaretha von Sombreff-Kerpen mit Schloss und Hft. Reckheim belehnt (Neu, Geschichte, S. 108). Allerdings hatte Ks. Maximilian bereits am 12.9.1508 Robert von der Marck als Vormund der Brüder Eberhard und Johann von Pyrmont mit dem nach dem Tod Friedrichs von Sombreff (1504) heimgefallenen Reichslehen belehnt (Renger, Inventar, Nr. 993, S. 410). Zuvor hatte der Ks. noch seinen obersten Feldzeugmeister Adrian von Brempt damit investiert. Brempt verzichtete am 11.4.1509 gegenüber Marck gegen eine Entschädigung vertraglich auf seine Ansprüche (ebd., Nrr. 998f., S. 411f.). In einem von Ebf. Jakob von Trier am 17.12.1509 vermittelten Vertrag gaben auch Gf. Dietrich und seine Frau zugunsten der Hh. von Pyrmont ihren Anspruch bzgl. Reckheims auf (ebd., Nr. 1000, S. 412f.).
    8
     Vgl. Nr. 303, S. 500, Anm. 11.
    9
     Vgl. Nr. 381.
    10
    Liegt nicht vor.
    11
     Die Vertretung Österreichs im Fürstenrat unterblieb. Vgl. Nr. 410.
    12
    Laut dem Schreiben hatte der Ks. in Worms mit Gf. Johann über einen Reiterdienst mit 25 Pferden auf dem bevorstehenden Feldzug gegen Venedig verhandeln lassen, der jedoch ohne Einwilligung seines Vaters keine Zusage machen wollte. Gf. Ludwig sollte seinen Sohn veranlassen, das Dienstverhältnis anzunehmen und sein Kontingent unverzüglich auszurüsten. Maximilian garantierte eine dem Gf. angemessene Soldzahlung. Außerdem sollten die Kosten mit dem Anteil Gf. Ludwigs an der auf dem RT zu bewilligenden Hilfe verrechnet werden (Konz. mit ex.-Verm.; TLA Innsbruck, Maximiliana I/44/6, fol. 38. Das von anderer Hd. ergänzte Datum: Kaufbeuren, 2.5.1509, ist nicht korrekt. An diesem Tag hielt sich der Ks. in Göppingen auf, in Kaufbeuren traf er erst am 11.5. ein. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass er die Kanzlei vorausgeschickt hätte.).
    13
    Es ging um den immer noch ausstehenden Anteil Berchtesgadens an der auf dem Konstanzer RT bewilligten Romzughilfe. Vgl. Heil, RTA-MR IX/2, S. 1261 Anm. 45; Brugger/Dopsch/Kramml, Geschichte I, S. 535 (Kramml).
    14
    Das RKG hatte Appenzell am 6.4.1498 aufgefordert, dem 1490 von dort nach Lindau geflohenen früheren Landammann Hermann Schwendiner sein Vermögen in Höhe von 1500 fl. herauszugeben (Seiler/Barth, Urtheil I, S. 96f. Regest: Gollwitzer, RTA-MR VI, S. 623. Vgl. ebd., S. 147 Anm. 52).
    15
    Liegt nicht vor.
    16
     Über Beratungen auf dem Wormser RT liegen keine Unterlagen vor. Jedoch forderten die 1510 in Augsburg versammelten Stände den Abt [Franz Gaisberger] und die Stadt St. Gallen zur Vermittlung zwischen Burgauer und Appenzell auf. Die Eidgenossenschaft warnte Ks. und Reichsstände allerdings vor einem weiteren Engagement in dieser Angelegenheit und hielt St. Gallen dazu an, nichts zu unternehmen (Eidgenössische Abschiede III/2, Nr. 361, S. 491, Pkt. q).
    17
    Liegt nicht vor. Vgl. jedoch Nr. 161.

    Anmerkungen

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    «Nr. 271 Reichstagsinstruktion Ks. Maximilians für Johann Storch – Mindelheim, 21. Mai 1509 »

    [1.] Verhandlungen wegen des Klosters Reichenau; [2.] Streit zwischen der Stadt Landau und Bf. Philipp von Speyer; [3.] Belehnung Gf. Dietrichs von Manderscheid mit Reckheim; [4.] unterbliebene Übersendung des ksl. Siegelstempels an Ebf. Uriel von Mainz; [5.] Übernahme des Kammerrichteramtes durch Gf. Adolf von Nassau; [6.] Annahme Dr. Ludwig Reynolts als Beisitzer am Reichskammergericht; [7.] Entschuldigung für das Fernbleiben Gf. Eitelfriedrichs von Zollern, Sigmunds von Rorbach und Konrad Stürtzels vom Reichstag; [8.] Grußbotschaft an verspätete Reichstagsteilnehmer; [9.] vorzeitige Auszahlung der Frankfurter Stadtsteuer; [10.] Konflikt zwischen Hans Landschad und der Stadt Worms; [11.] Konflikt zwischen Bf. Philipp von Speyer und Eck von Reischach; [12.] Angelegenheiten der Stadt Regensburg; [13.] Vorgehen gegen die Befehder der Stadt Rothenburg/Tauber; [14.] Supplikation des Hans von Landau; [15.] künftiger Standort des Reichskammergerichts; [16.] Session Wilhelms von Roggendorf als Vertreter Österreichs auf dem Reichstag; [17.] Titulaturstreit der Stadt Köln mit Ebf. Philipp; [18.] weitere Streitsachen zur Erledigung durch die Reichstagskommissare; [19.] Reiterdienst Gf. Johanns von Isenburg; [20.] Fiskalprozess gegen den Propst zu Berchtesgaden; [21.] Reichsacht gegen Venedig; [22.] Forderung Hans Burgauers gegen Appenzell; [23.] Aufforderung an Hg. Ulrich von Württemberg zur persönlichen Teilnahme am Wormser Reichstag; [24.] Befehl an Ludwig Vergenhans zum Erscheinen auf dem Reichstag; [25.] Streit zwischen Philipp Forstmeister und Frowin von Hutten; [26.] Schlussformel, Datum; [27.] Aufforderung an die Reichsstände zur Leistung der Romzughilfe in Form von Reitertruppen oder durch Anwerbung böhmischer Söldner.

    Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 103–107 (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Kop., imit. Vermm. prps./amdip. und Gegenz. Serntein) = Textvorlage A.

    /103/ Maximilian, e[rwählter] von Gots genaden romischer keyser etc.

    Instruction, was unser rate und des Reichs liber, getreuer Johann Storch bey den erwirdigen, hochgebornen, wolgebornen, edlen, ersamen unsern lieben neven, oheymen, andechtigen und des Reichs getreuen churfursten, fursten und stenden des Heyligen Reichs, yezo auf dem Reichs tag zu Wormbs versamlet, Šauch in sonderheyt bey unsern keyserlichen reten und comissarien, so wir dahyn verordent haben, reden, handeln und werben sol.

    Anfenglich inen allen samentlich und sonderlich unsern genedigen willlen und alles gut zu sagen.

    [1.] Und den gemelten unsern verordenten reten furzubringen, sy alle ader ir etliche aus inen mogen, als wir nit zweifeln, gut wissen haben, wie das loplich gotzshaus in der Reychenau, so eyn gefurst und der mechtigisten gotzheuser eyns im Heiligen Reich gewest, in so merklich verderben, abnemen und verödung kommen, das aus grossem armut und unvermogen etliche zeyt nit mere dann zwen conventualbruder1 daryn gewest, dy dann nach abgang des nechsten abts [Martin von Weißenburg], als sy einen andern abt zu erwelen furgenomen gehabt, aus mangel, das ir zu solicher wal zu wenig gewest, dy ebt zu Kembten, zu sant Blasy und zu Petershausen, ires ordens, darzu erfordert2, die mit inen eynen aus denselben zweien, nemlich den von Knoringen, zu eynem abt erwelt, der darauf jezo zu Ulm3 bey uns erschynen, sich als gehorsamer des Heiligen Reichs gefurster prelat und caplan unterteniglich angezaigt und in bey der beschehen election genediglichen zu handhaben diemutiglichen angerufen, mit erbietung, wo wir der administracion oder regirung halben an seyner person eynigen mysfallen, zweifel ader mangel hetten, das er eynen administrator, so /103’/ wir nach unserm gefallen ime zuordnen wurden, leiden und gedulden wolt. Aber der bischofe von Costenze were damals auch daselbst bey uns erschinen und uns angezeigt, wie dy babstlich heilickeyt aus beweglichen ursachen das gemelt gotzßhaus seynem stift Costenze incorporirt hett, inhalt der bullen4, ime deßhalbe gegeben, und uns darauf nach inhalt solicher bullen, der wir hiemit abschrift schicken, umb eynsatzung treffenlich angelangt.

    Dyeweil nun das bemelt gotzhaus dem Heiligen Reich on mittel zugehorig, auch uns, dem Reiche und unserm hauß Osterreich, wo das in der Eidgenossen oder ander hend kommen und gewendet werden solt, als sy selbst zu ermessen hetten, merklicher unrat, nachteil und unwiderbringlicher schad daraus erwachsen und also vil und merklichs daran gelegen, seyen wir dardurch bewegt worden, den handel yn weiter betrachtung zu stellen, auch mit und nach rat der yzigen versamblung zu Wormbs darin zu handeln und deßhalbe bede vorgemelt parteien mit allen iren gerechtikeyten, und was zu der sachen dient, fur dy geŠdacht versamblung beschiden [Nr. 120]. Darumb sey unser ernstlicher befelch, das sy solchs derselben vorsambnung von unsern wegen anzaigen und mitsampt inen bede parteien in irm furtrag nach aller notturft verhoren und mit gutem fleis und dapferkeyt beratslagen und erwegen wöllen, was daryn fur uns und das Heilig Reiche das best, nutzist und fruchtbarlichst seyhe. Und sol der gemelt Storch disen handel emsiglich sollicitirn, das der nach notturft beratschlagt und uns der verfast ratschlag furderliche zugeschickt werde.

    [2.] Weiter sol er inen sagen, das sy dy irrung, zwuschen unserm fursten, dem bischofe von Speier, und der stat /104/ Landaue schwebend5, verhorn und dy gutlich hynzulegen, auch yn sonderheyt von demselben von Speier glaubwirdig copey von der pfandverschreibung uber Landaue sagend6, der wir aus beweglichen ursachen notturftig seyn, zu erlangen allen fleis ankeren sollen.

    [3.] Und als wir durch unsern neven und churfursten, den erzbischove zu Collen, von wegen deß von Manderscheids umb verleyhung eynes lehens angesucht seyn, sol er in sagen, unser bevel seyhe, das sy im solichs lehen an unser stat zu seynen rechten nach irem rait verleihen, geburlich briefe daruber geben. Doch das sy im nach irem gutbedunken zu entlicher ausfurung der rechtfertigung, die im solichs lehens halben zu tun geburn wil, ein nemlich zeit bestymmen, solich sache und rechtfertigung in derselben zeyt auszufuren.7

    [4.] Er sol auch unserm neven und churfursten, dem erzbischof zu Meynze, zu erkennen geben, wiewol unser liber, getreuer Ziprian von Serentyn im von unsern wegen angesagt, das wir seiner liebe ein katschett [= Siegelstempel] zuschicken wolten, so bedunk doch solichs on not, dieweil wir ym geschriben und befolhen haben, die brief mit seiner aigen hand zu verzeichenen und zu Šunderschreiben [Nr. 342]. Deshalb wir das katschett zu uberschicken diser zeyt underlassen haben.

    [5.] Und als grave Adolfe von Nassaue sich vormals gegen uns bewilligt hat, soferre unser keyserlich camergericht zu Worms ader Frankfurt gehalten werde, das er das camerrichterampt umb dy besoldung, wie er vormals gehabt, nemlich XVC gulden, annemen und uns nit weiter ader hoher steigern wolle, sol er [= Storch] unsern reten sagen, mit im [= Gf. Adolf] von unsern wegen deshalbe mit fleis zu handeln und in zu bewegen, solich ampt umb dy bestymbten besoldung anzunemen und sich des /104’/ nit zu wegern, ime auch, so er das annymbt, notturftig verschreibung zu verfertigen.

    [6.] Und das sy bey den gedachten stenden fleis haben, damit doctor Reynolt zu Feldkirch, der vormals fur eyn beysitzer desselben camergerichts angesehen und furgenommen gewest yst8, an eines der abgestanden statt zu beysitzer aufgenommen werde.

    [7.] Das sy auch bey denselben stenden grave Eitel Friderichen von Zollern, Sigmunden von Rorbach und doctor Sturzeln, die wir zu yne fur unser rete ernennt und verordent gehebt, irer merklichen krankheyt halben nit haben komen mogen, entschuldigen.9

    [8.] Und den bischoven von Wurzburg, Bamberg und andern fursten, so nach unserm abschid dahyn kommen weren oder wurden, irer gehorsam genedigen dank zu sagen und an sy zu begern, das sy in den obligenden hendeln uns und dem Heiligen Reiche zugut das best und nutzist furzunemen verhelfen wolten.

    [9.] Ob auch Georgen Mospache, unserm secretarien, dy statsteuer zu Frankfurt nit verfolgt were, sol er yn sagen, ym daryn furderliche und hilflich zu seyn, mit den von Frankfurt geschickten zu Wormbs deshalbe ernstlich zu handeln oder dem rat zu Frankfurt ernstlichen zu schreiben, solich steuer unverzogenlich zu bezalen, angesehen, was daran gelegen seihe.

    [10.] Auch das sy dy irrung zwuschen Hansen Landschaden und der stat Wormbs zu gleicher weis wie dy, so sich zwuschen den Dalbergern und denselben von Wormbs helt, derhalbe wir yn vormals befelich getan hetten [Nr. 267, Pkt. 16], notturftiglich verhoren und umb verhutung weiter aufrur allen fleys ankeren, dyselben gutlichen zu vertragen und dem Landschaden zeitlich darzu verkunden.

    [11.] /105/ Desgleichen dy irrung zwuschen dem bischof von Speier und Eck von Reischach gutlich zu verhoren und nach billickeyt zu entscheyden, damit deshalbe kunftig aufruren verhuet werden.

    [12.] Desgleichen dy mengel, gebrechen und irrung, dy stat Regenspurg antreffend, dy wir dann derhalben auf den reichstag geyn Wormbs vertagt haben [Nr. 176], mitsampt den stenden des Reichs notturftiglich zu verhoren, dareyn zu sehen und zu beratschlagen und alles das, sy fur uns und das Reich Švermeynen das best und nutzist zu seyn, furzunemen, damit dyselb statt nit yn abfal kommen, daran dann als eyner ortstat [= Grenzstadt] vil und merklichs gelegen ist.

    [13.] Gleicherweiß der stat von Rottenburg an der Tauber sachen auf unser ret schreiben, uns derhalb getan10, mit den stenden gutlichen zu handeln, damit solicher frevenlicher handel unverzoglichen gestraft werd. Dann uns diser zeyt, dyweil wir zu volzihung unsers furnemens yn ubung und dem zug seyn, darin personlich zu handeln ader dy acht zu sprechen nit gelegen seyn wil.

    [14.] Und yn deß armen Hans von Landaue sachen auf seyn ubergeben supplicacion, sovil dy billikeyt erleiden mag, zu handeln, damit ym fuglicher weis geholfen werden moge.

    [15.] Das sy auch auf ir schreiben [Nr. 390], uns von wegen der verendrung des camergerichts malstat getan, mit den gedachten stenden davon reden, iren rat und gutbedunken darin vernemen und furter darauf beschlissen sollen. Aber dweil vil muhe und uncostens auf das hyn- und widerzihen get, bedeucht uns das fuglichst, das es zu Wormbs gelassen, /105’/ so doch, als wir uns genzlichen versehen, die irrung zwuschen der geistlickeyt und der stat gruntliche vertragen wurd.

    [16.] Und das sy Wilhalmen von Rogendorfe, den wir fur eynen rade unsers hauß Osterreichs halben in dy versambnung verordent haben, derselben versambnung dermassen anzeigen, auch von unsern wegen darob seyn und ernstlichen anhalten sollen, damit im seyn geburlicher sitze und stand gegeben werd.11

    [17.] Als auch der rat zu Collen sich merklich beschwert, das der bischove zu Collen inen yn seinen brieven schreiben sol: Geben yn unser stat Collen etc., dieweil sy keynen andern hern ader oberkeyt dann romische keyser ader konig haben oder erkennen, sol er unsern reten sagen, das sy mit den stenden ausserhalbe des bischofs von Collen davon handeln, iren rait daryn vernemen und furter nach irem gutbedunken darin handeln sollen, doch nichts entlichs beschlissen, sonder der stende und iren raitschlag uns zuvor zuzuschicken.

    [18.] Der gemelt Storch sol auch unsern reten vorgemelt eygentlichen anzeigen, was im sonst von briefen ader suplicacion ubergeben oder von sachen befolen seyn, damit sy furderliche daryn handeln und dy parteien vertragen ader sunst zu austrag verteidingen und abfertigen mogen.

    [19.] Er sol auch grave Johann von Eysenberg unverzogliche zu erkennen geben, das er auf unser schreiben, wir seinem vater [Gf. Ludwig] getan haben12, Šsich mit XXV pherden rusten und bereytmachen wolle, wann wir im weiter schreyben, das er von stund an end [= an den Ort], er bescheiden /106/ wurd, zu uns gerust komme. Ob aber seyn vater ader er das abslagen und nit tun wolten ader wurden, das sol uns Storch furderlich zu erkennen geben, uns darnach wissen zu halten.

    [20.] Und unserm keyserlichem camerprocurator fiscal von unsern wegen ansagen und ernstlichen befelhen, das er auf seyn furgenommen handelung und ausgangen process wider bropst zu Bercholtßgaden weiter und mit allem fleis procedir und handel, damit dy sachen unverzogenliche geendt und er zu gehorsam bracht werde.13

    [21.] Auch besonder bey unserm keyserlichen camergericht mit fleys sollicitirn, damit dy acht wider dy Venediger furderlich gesprochen und erkennt und yn der allerbesten form nach gestalt der izigen leufe allenthalben durch das ganze Romische Reich verkundt und ernstlich executorial gegeben. Das uns auch derselben acht brieflich urkund zugeschickt werden, dieselben zu unser notturft zu gebrauchen. Und ob bemelt camergericht nit bald angefangen ader gehalten wurd, sol Storch unsern reten sagen, bey der versambnung fleis anzukern und zu handeln, damit sy auf vorgeschriben rechtsetze und handelung dy acht sprechen und process ausgeen lassen. Und ob dy stende des Reichs dy acht zu sprechen beschwerung haben wurden, sollen unser rete mitsampt den beysitzern, so furhanden wern, dy acht an unser stat sprechen und erclaren, deß wir inen hiemit unser volkommen gewalt und macht geben.

    [22.] Und als Hans Burgauer von Lyndaue verschiner zeit auf urtel und recht, durch weylend Hansen [!] Swendtner gegen den von Aperzell an bemeltem unserm /106’/ camergericht erlangt14, execution begert, dy aber der Eydgenossen und schwebender leufe halben bißhere angestelt worden und uns deshalbe von camerrichtern und beysitzern umb underrichtung, wie sy sich darin halten sollen, geschriben ist15, sol Storch unsern reten sagen, solichs der versambnung anzuzaigen und furter nach irem rate und bedenken daryn zu handeln.16

    Š[23.] Der gemelt Storch sol sich auch in seynem hynabereiten zu unserm swager und fursten herzog Ulrichen von Wirtenberg fugen, im auf ubergebung unser credenze ansagen, wie wir auf unser selbst handelung, mit ym gehabt, und unser jungst schreiben17, im des Reichs tags halben zu Worms getan, all instruction und befele [Nrr. 266f.] vor zehen tag unsern reten hynabgeschickt. Und dieweil uns, dem Heyligen Reich und teutscher nacion, als seyn liebe waist, vil und merklichs an den sachen gelegen, so sey abermals unser hoch und ernstlich begere, das er sich mit eyner geryngen anzal pferde in eigener person auf denselben Reichs tag fuge und mit andern stenden des Reichs das best und nutzist furzunemen und zu handeln verhelfen. Des wolten wir uns zu seyner liebe ungezweyfelt versehen.

    [24.] Desgleichen sol er doctor Ludwigen Fergenhansen auf ubergebung unser credenze von unsern wegen sagen und befelen, sich unverzoglich dahyn zu fugen, by unsern reten daselbst zu seyn und mit in helfen zu handeln.

    [25.] Er sol auch unsern reten sagen, Philipsen Forstmeister gegen Frowin von Hutten und seynen zugewenten fur sy zu vertagen, irer irrung zu verhorn und fleis /107/ anzukeren, sy derselben gutlich zu vertragen; wo das nit volgen wolt, eyns entlichen austrags zu verfassen.

    [26.] Und yn allen vor geschriben sachen guten, furderlichen fleis ankeren, als wir uns des zu yn genzlichen verlassen. Daran beschicht unser ernstliche meynung. Geben zu Mundlheym am XXI. tag des monats May anno etc. im neunten, unsers Reichs, des Romischen im XXIIII. jarn.

    [27.] Es soll auch Storche unsern reten sagen, wo uns dy hilfe durch dy stend des Reichs, als wir uns genzlich versehen, zugesagt wurde, daz sy alsdann bey denselben stenden mit allem fleys handeln, damit sy uns fur das fusvolk, so iglichem aufgelegt wurde, und sunderlich dy stett geraysigen schicken wollen. Dann wir itzt mit gutem fusvolk uberhauft und genugsamlich versehen seyn.

    Wo sy aber des beschwerung haben und je ir angesetzt fusvolk schicken wolten, das sy alsdann solichs fusvolk zu Behaym bestellen wolten, da sy des umb zymlich besoldung taugenlich und recht geschickt gnug finden werden.