Deutsche Reichstagsakten  ‹  Der Reichstag zu Worms 1509
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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Abteilungsleiters

Vorwort des Bearbeiters

Vorwort des Bearbeiters

Abkürzungen und Siglen

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

Quellen I. Kapitel Vorakten: Vorbereitung des Wormser Reichstages

  • 1. Kurfürsten- und Fürstentag zu Mainz
  • 2. Vorakten zu den Reichshilfeverhandlungen des Reichstages
  • 3. Angelegenheiten des Reichskammergerichts
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Organisatorische Vorbereitung des Reichstages
  • II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

    II. Kapitel Der Reichstag zu Worms

  • 1. Reichshilfe und Reformen
  • 2. Kaiserliche Reichsbelehnungen, Privilegienvergaben und Konfirmationen
  • 3. Streitfälle und Schiedsverfahren
  • 4. Angelegenheiten der Reichsstände
  • 5. Korrespondenzen, Weisungen und Berichte
  • 6. Chroniken, Aufzeichnungen und Verzeichnisse
  • III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

    III. Kapitel Nachakten: Vollzug der Reichstagsbeschlüsse und Folgen des Reichstages

  • 1. Reichshilfe gegen Venedig
  • 2. Reichskammergericht
  • 3. Reichsmünztag zu Frankfurt
  • 4. Der Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und Polen
  • 5. Angelegenheiten der Reichsstände
  • Chronologisches Aktenverzeichnis

    Chronologisches Aktenverzeichnis

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    «Nr. 482 Ausschreiben Ks. Maximilians wegen des Wormser Reichstages – Trient, 14./26. Juni 1509 »

    [1.] Gründung der Liga von Cambrai, päpstlicher Bannspruch gegen Venedig, Beantragung einer Reichshilfe auf dem Wormser Reichstag; [2.] Weigerung des Reichstages, Widerlegung des von den Ständen geltend gemachten Arguments ihrer finanziellen Überlastung; [3.] Begründung für die unterlassene Konsultation der Stände vor Abschluss des Vertrags von Cambrai und vor der Entscheidung über den Krieg gegen Venedig; [4.] Widerlegung des Arguments des zweifelhaften Nutzens der Liga von Cambrai für das Reich; [5.] Widerlegung des Arguments der Nutzlosigkeit früherer Reichshilfen; [6.] Widerlegung der Argumente einer möglichen Auslegung eines Reichshilfebeschlusses als Zustimmung zum Vertrag von Cambrai und der Unvereinbarkeit dieses Vertrages mit den Beschlüssen des Konstanzer Reichstages von 1507; [7.] Widerlegung des Arguments der fehlenden Verpflichtung der Reichsstände zur Bewilligung einer Reichshilfe ohne Möglichkeit zu ausreichender Beratung und angesichts einer für einen Kriegszug ungeeigneten Jahreszeit; [8.] Erwiderung auf die geäußerte Erwartung des Einverständnisses der ksl. Reichstagskommissare und des Ks. mit der Position der Stände; [9.] Erwiderung auf die geäußerte Erwartung des Einverständnisses Papst Julius’ II. mit der Position der Stände, Stellungnahme zum Vorschlag eines Kreuzzuges gegen die Türken, Aufforderung zur Leistung einer Reichshilfe gegen Venedig; [10.] Veröffentlichung des Ausschreibens zur Rechtfertigung der ksl. Position.

    I a. (Drucke I; Druck mit Zierinitiale; auf der letzten Seite handschriftl. Verm. amdip. und Siegel bzw. Siegelrest): Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 77–86 (präs. Frankfurt, 18.7.15091) = Textvorlage A. Berlin, GStA, OBA 19247, fol. 1–9. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 27–36. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 353–362 (Verm.: Verlesung vor dem Mühlhäuser Rat durch einen ksl. Boten am dinstag v[igili]a assumptionis [14.8.]). Straßburg, AV, AA 329, fol. 6–15. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 202–211 (mit Randvermm. Hd. J. J. Müller, die den Inhalt kennzeichnen). Wien, ÖNB, 28.O.29., pag.[1]–19. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22, unfol.2

    I b. (wie Drucke I, ohne Siegel und Kanzleivermerk): München, HStA, KÄA 3136, fol. 379–388 (unterhalb der Aufschrift gestrichen: H. Wolfgang von Ahaym). München, HStA, KÄA 3137, fol. 148–157.

    ŠI c. (Drucke II3; H. Höltzel, Nürnberg 1509; auf der Schlussseite gedruckter Verm. amdip.): München, BSB, Rar. 1589#Beibd. 11 [= Eur. 330–21], fol. 164–174 [auch Online-Ressource] = B. Berlin; GStB, Gv 4565. Göttingen, SUB, 8 Mulert 502 (2). Wolfenbüttel, HAB, H: YT 2.4º Helmst. (1). Worms, StdB, -Mag- W Gs 283.

    I d. (Drucke III4, auf der Schlussseite gedruckter Verm. amdip.): München, BSB, 4 Ded. 74 [= Eur. 330–19], unfol.[auch Online-Ressource] = C. Berlin, GStB, Flugschr. 1508–1, fol. 17–25. Wien, ÖNB, 43.V.75. [auch Online-Ressource].

    I e. (Drucke IV, Nürnberg 1509): München, BSB, Eur. 330–20, unfol.[auch Online-Ressource] = D.

    I f. (Drucke V, Martin Landsberg, Leipzig 1509): Berlin, GStB, Gv 4564.

    II. (Abschriften): Bamberg, StA, GHAP 5977, unfol. (Überschr. wie Aufschr. A; Verm. am Textende: Gebt dem schreiber eynmal das glaß und etwas darinnen.). München, HStA, K.blau 270/2, fol. 5–20’ (Aufschr.: Was auf dem Reichs tag jungst zu Wormbs durch ksl. Mt. rete und die curfursten, fursten und stende des Reychs anno etc. nono [gehandelt wurde]. Ausschreiben röm. ksl. Mt. wider die curfursten, fursten und stende des Reychs. Verm. am Textende: amdip.). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 77’–58’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt).

    III. (nur Resolution an die Reichsstände vom 14.6.5; Kop.): Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 186–195’ (koll. Kop.) = E. Würzburg, StA, WRTA 3, fol. 295, 296–296’, 298–298’, 304–304’, 299–302’, 297–297’, 303–303’, 305–305’ (in falscher Reihenfolge abgelegt; Aufschr.: Ksl. Mt. gegenantwort uf der reichsstende entschuldigung, als von wegen Ks. Maximilians ein hilfe begert, 1509. Dorsalverm.: Antwurt von wegen ksl. Mt. uf der stend letzt antwort zu Wormbs.) = F. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 59–70’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Abschrift) = [G]. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 185–194 (Überschr.: Ksl. Mt. ausschreyben gehabter handlung auf dem richstag zu Wurms.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 56–66. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 67, 68–78 (irreführende spätere Aufschr.: Der stende antwort und bedenken uf ksl. Mt. furbringen wegen einer stadtlichen hulfe und aufbringung krigsvolkes, und Šwarumb sie nicht darein willigen könden. 1509.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol.

    Edition: Goldast, Reichshändel, S. 400–407; Ders., Reichshandlung, S. 84–92; Lünig, Reichs-Archiv II (Part. gener. cont. I), S. 292–299 (jew. Druck); Fugger/Birken, Spiegel der Ehren, S. 1254–1256 (sinngemäße Wiedergabe).

    [1.] /77/ [Aufschrift:] abForm vnd wesen, sumarie begriffen, der handlung zwischen Roͤmischer Kayserlicher mayestat etc., vnnserm allergnedigisten herrn, durch jrer Kayserlichen mayestat verordent raͤte vnd den Churfürsten, fürsten vnnd Stenden des heiligen reichs auf dem ietzuerschinen reichstag, zuͦ Wormbs gehalten–a.

    /78/ WJr, Maximilian, von gots gnaden Erwelter Roͤmischer Kayser, zuͦallennzeiten merer des reichs, in Germanien, zuͦ hungern, Dalmacien, Croacien etc. kunig, Ertzhertzog zuͦ Osterreich, hertzog zuͦ Burgundi, zuͦ Brabant vnd phaltzgrafe etc. Embieten allen vnd yegclichen vnsern vnd des heiligen reichs, auch gemainer tewtschen nacion verwandten, vndertanen vnd getrewen, in wass wirden, stats oder wesens die sein, den ditz vnnser schreiben zuͦlesen oder zuͦhoͤrn fuͦrkompt, vnnser gnad vnd alles guͦet. Jr muͦgt nu wissen oder vernemen, was gstalt wir, als wir ietz iüngst in vnsern niderburgundischen landen gewest sein, mit vnserm heiligen vatter, dem Babst, auch vnsern lieben pruedern vnd oͤheimen, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon zuͦ ern, notturfft vnnd wolfart gemainer cristenheit, des heiligen reichs vnd tewtscher Nacion loblich verstentnuss, ainigung, puͦndtnuss vnd vertrag erlangt, aufgericht vnd beslossen haben wider die Uenediger6, als die der heiligen roͤmischen kirchen etlich jr land, Stett vnd gueter gewaltigclich eintzogen vnd lang vorgehalten, auch vnsern heiligen vater, den Babst, auf das Er soͤlh der kirchen guͦeter an Sy erfordert, weyter zuͦbetrueben vnd zuͦbenoͤtigen vnderstanden vnd sich sunst mit vil landen, uns, dem heiligen reich, auch den cronen Franckreich, Arragon vnd andern rechtlich zuͦgehoͤrend, gereichert vnd in soͤlh macht, gewaltig, hohmuetig regiment gesetzt haben, das zuͦ besorgen gewest, wo nit durch obberrürt ainigung vnd vertrag darein gesehen, wer der cristenlichen regierung, so von dem allmechtigen ordenlich gesetzt vnd Šfürsehen ist, jrrung, zerruttung, smach und beswaͤrd zuͦgewarten gewesst vnd darauf gestanden, das die Uenediger als ain gewaltig comun noch weyter gegryffen vnd zuͦletst das reich, wie vor zeiten die Roͤmer getan haben, in jr herschen vnd gebiet pracht hetten.

    Auf soͤlhs vnd sonnderlich, vmb den rawb, auch die vngehorsam vnnd verhandlung, so die venediger an der heiligen roͤmischen kirchen begangen haben, hat Sy vnser heiliger vater, der Babst, nit vnbillich in swaͤrn Ban erkannt vnd publiciert7, darauf vns als der heiligen roͤmischen kirchen aduocaten, darzuͦ /78’/ vnnser lieb prueder, die künig von Franckreich vnnd Arragon, zuͦ hilff, scherm vnnd rettung erfordert vnnd ersuecht. Das haben wir angesehen vnd zuͦ hertzen genomen, vns aus vnnsern niderlannden herauff gen wormbs zuͦ vnsern lieben Neuen vnd oheimen, den churfursten, fürsten vnnd stennden des reichs, auff berürten tag, souil jr damals gegenwurtig gewest sein, gefuegt, jnen die obangetzaigt loblich verstentnuss, ainigung vnd vertrag erzelt vnnd furgehalten, jrer hilff, rat vnd beystands, darumb Sy auch von vnnserm heiligen vatter, dem Babst, durch seiner heiligkeit breue [Nr. 272] hoh ermant vnnd ersuecht sein, begert, darauff vnnser raͤte soͤlh vnnser begern zuͦuerfolgen vnd zuͦ solicitiern bey jnen gelassen vnnd unns zuͦ den sachen fürderlich herein gefuegt, ungetzweyfelter hoffnung, das an der versamblung des reichs hilff nit manngl erschinen sein soͤlt–b.

    [2.] cUersammlung: Aber auff obertzelt loͤblich verstentnuss, ainigung vnd vertrag, auch vnser gnedig ansuechen vnd begern vnd vnsers heiligen vaters, des Babsts, eruordern hat vns die versamblung des reichs jr hilff vnd beystand zutuͦn gewaͤgert vnd abgeslagen durch nachuolgend hanndlung vnd vbung gegen vnsern verordenten raͤten zuͦ wormbs. Nemlich haben vnser lieb Neuen, oͤheimen, churfürsten, fürsten vnnd stend auf ain erste vnnd vor gegeben jr antwurt [Nr. 275], die hie zuͦertzellen on not ist, repetiert vnd angetzaigt etlich vrsachen, dero eine sein sol–c djr vnuermoͤgenlicheit, die Sy beswaͤrts gemuets antzaigen, offennlich vor augen stee vnnd der vnnseree raͤte selbs guͦet wissen tragen soͤllen, darumb Sy sich nit klain tuͦn verwundern, das von vnsern raͤten sich soͤlher jrer warer, gegrundter anntwort befrembdt vnnd beswaͤrt werde; wann offennlich vnd vnuerporgen sey, was mercklichs lassts, beswaͤrung vnd costens das heilig reich in kuͦrtzuergangen jarn bey vnnsern zeiten durch vilfaltig reichstaͤg mit zerung, nachraisen, krieg vnd hilff erlitten hab, daraus vnd Šanndern vrsachenf die stend vnd die jrn in jrn camern vnd seckeln dermassen erschepfft vnd entploͤst sein, das nu zuͦrzeit nit mer /79/ also zuͦhelffen in jrm vermoͤgen stee, wie dann die vorig jr anntwort zuͦerkennen geb–d.

    Kayserlich Maiestat: Soͤlh der stennd antzaigen jrs vnuermuͦgens haben wir jnen jüngst durch vnnser raͤte in schrifft [Nr. 276] ablegenn vnnd widerreden lassen, desgeleichen wir hiemit noch tuͤn vnnd repetiern, nemlich, das soͤlh anntwort vnd entschuldigung nit stat noch grund haben mag, auch etwas schimpflich zuͦhoͤrn ist; dann wir vnnd menigclich wissen vnnd erkennen jr vermuͦgen beyleuffig so wol als Sy selbs; wo das nit wer vnd wir jr vnuermügen im grund so gross, als Sy es fürgeben, wessten, wolten wir Sy vngern ansuechen; aber jr vermügen ist vonn gnaden gots noch so gross vnnd weyt, das Sy vns, dem heiligen reich vnnd jnen selbs zuͦ ern vnd wolfart mit ainer angeslagen hilff, die yegclichen stand in sonnderheit wenig beswaͤrt vnd doch ain treffennliche antzal pringen mag, wol erschiessen vnnd dannocht in jrn stennden vnerarmet pleiben vnd besteen mügen. Sy ermessen pillich das mitleyden vnnd darstrecken, so wir die zeit vnnserer regierung bisher dem reich vnnd tewtscher Nacion zuͦerlanngen das, so ietzo hoffenlichg vor augen ist, gethan, vnser erblannd vnd leut damit vertiefft vnnd verkuͦmbert haben; wo wir nu derselben nit souil gehabt, wie das reich von der stennd iaͤrlichen stewrn vnd andern anslegen vnd darstrecken, bißher beschehen, gegen den mercklichen, vilfaltigen anfechtungen, so jm zuͦ gestannden sein, gehanndthabt vnnd behalten werden mugen het, ist jnen vnnd menigclich wol zuͦrechnen. Es muesst desshalben zuͦgedenncken sein, wo wir mit tod abgiengen, der allmechtig well vnns lanng fristen, das die churfürsten, fuͦrsten vnnd stennd das römischh kayserthuͦmb, dieweil das so hohen costen bedarff vnd ainem kayser so slechte hilff dauon beschicht, nit erhalten, sonnder jrer armuͦet halben dauon steen moͤchten, das doch zuerparmen wer. Wol moͤgen wir achten, wann Sy jrn fuͦrstenthuͦmben, Stifften, Staͤten, Camerni, Comunen vnd vnderthanen kain beswaͤr noch abpruch antuͦen, sonder allain gedencken wellen, dieselben zuͦreichern vnd schaͤtz zuͦsameln, das Sy vileicht nit vbrigs haben moͤchten. Sy sein aber vns vnnd dem heiligen reich auch hoh gesworn vnd verpflicht, wie Sy all selbs wissen; so Sy dieselben pflicht erwegen, finden Sy villeicht schuldig zuͦ sein, vnns vnnd dem /79’/ reich zuͦ handhabung, ern vnd wolfart auch mitzuͦtailn, ob schon soͤlhs mit jrm nachtail vnd vber wol vermügen beschehen solt, darfür wir es doch noch nit achten. Das sich nu die Stend beswaͤrn der vil reichstaͤg, so die zeit vnserer regierung gehalten, vnd der grossen mue, costen vnd zerung, so darauf geloffen sein, mugen die stennd vnd menigclich erkennen, dz dem heiligen reich vnd teütscher nacion vor vnserer regierung nye souil anfechtung, widerwaͤrtigkeit vnd sorgfeltigkeit begegnet sein Šals bey vnsern zeiten; darumb ist daruor des reichs versamblung nit so oft not gewesst; aber auf die menigfaͤltig anfechtung, beswaͤrd vnd sorgen, so dem reich vnd den teütschen bißher von vil nacion begegnet sein, haben wir getan, als vns von ambts wegen geburt vnd als der dem reich nichtz verabsawmen wellen hat; vnd darumb die stend so offt versameln muͤssen. Es ist wol vor jarn also gehaltenj, so dem reich ichtz obgelegen vnd not gewesst, das ain roͤmischer kayser oder künig die stend gesondert schriftlich ersuͦcht, darauf Sy sich dann gehorsam erzaigt; so aber wir das vnderstanden, haben wir befunden, das ye ainer auf den andern gewaͤgert vnnd damit wenig gehorsam erlangt; darumb hat not getan, Sy zuͦ den reychstaͤgen gemainlich zuͦuersameln; ob Sy darauf costen, zerung vnd muͦe von des reichs wegen geliten, deßgleichen vnd vil mer haben wir auch getan; wir lassen vns aber des nit dawrn, dann wir gedencken, das wir anhaim auch nit sonnder [= ohne] muͦe vnd costen leben mügen hetten.

    [3.] kUersamlung: Uerner ermessen die stend–k, als ob Sy diser hilff zutuen nit schuldig seyen, aus vorangetzaigten vnd nachfolgenden vrsachen, dero die erst sein sol, das vnser lainigung, vertraͤg, krieg vnd fürnemen on mjr rat, wissen vnd willen–m fürgenomen vnd aufgericht, wie dann notturfft des heiligen reichs in soͤlhen grossen, swaͤrn vnd dapffern sachen hoͤhlich tat erfordern, auch also im heiligen reich, wo jrer hilff begert, loblich herkomen vnd gepraucht sey–l.

    Kayserlich Maiestat: Darauf ist vnser antwort: Wir haben ain vertrag, ainigung vnd verstentnuss mit Baͤbstlicher heiligkeit, auch vnsern lieben pruͤedern, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon, gehandlt vnd aufgericht, vnser gewissen vnd phlichten gemaͤss, dem heiligen /80/ reich, tewtscher nacion vnd gemainer cristenheit zuͦ nutz, ern, lob vnd wolfart, das wir menigclich zuͦ erkennen geben. Aber gelegenheit der sachen hatt kainen verzug oder aufschub erleyden mügen; solten wir nu der stend rats vnnd willens gephlegen, so muesten wir zuͦuor ainen reichstag beschriben, jrn rat ersuͦecht vnnd dann erst zuͦ der handlung der verainigung gegriffen haben, das noch auff hewtigen tag nit beschehen sein moͤcht, dardurch der loblich, nutzlich vertrag vnnd ainigung gehinndert vnd zuͦ rugk gestelt vnd die gegenwürtige vnser eerliche, aufnemliche vnnd sighaffte fürnemen nit beschehen waͤrn. Deßhalben mainen wir, es sey nit not gewesst, hetten auch vnsern phlichten nit gnuͦg getan, die sachen auf Sy in soͤlh harr vnd versaumnuss zuͦstellen, Sonnderlich, so wir bedencken, das auf etlichen vergangen reichs tagen durch vns, auch churfürsten, fuͦrsten vnnd stend bedacht worden ist, ainigkeit mit Franckreich zuͦsuͦechen, nemlich wider die Uenediger vnd vnglaubigen; so wir nu die loblich erlangt haben, so wil vns das in args gemessen werden, daraus abtzuͦnemen ist, als ob die stend Švileicht suechen, zwischen vns vnd jr selbs zwittrecht zuͦerwecken, dardurch das reich in zerrüttung gefuͦrt werden moͤcht; vnnd erscheint sich, das die vrsach jrs abschlagens der hilff sey nit jr vnuermügen, sonnder allain ain vnwillen, den jnen ettlich fürnemen, vmb das wir jrs rats nit gephlegen haben, das dann aus vorberürten vrsachen kain wegs fuͦeg noch stat gehabt hat.

    [4.] Uersammlungn: Zuͦm anndern vermainen die stend, der hilff nit schuldig zuͦsein, vmb das Sy onit wissen moͤgen, was nutz oder schadens, vortails oder nachtails dem heiligen reich aus soͤlhen ainigungen vnd vertregen entsteen müg, dess Sy doch pillich, dieweil jrer hilff begert wirdt, mitwissens emphangen hetten–o.

    Kayserlich Maiestat: Unnser antwortp: Guͦet ist zuͦuernemen vnd zuͦwissen vnd wellen aber den Stenden selbs vnd menigclich zuͦerkennen geben, das die verainigung vnnd tractat in allem jnnhalt dem heiligen reich, tewtscher nacion vnnd gemainer cristenheit in kainen /80’/ weg nachtailig noch abpruͦchig, sonnder mer hohloblich, erlich vnd aufnemlich sey. So mag nit wol dargethan werden, als ob die Stend soͤlher verainigung vnnd vertrag als gar nit wissen tragen; wir sein doch darumb nechst an vnnserm herauf ziehen zuͦ inen gen wormbs komen, haben jnen soͤlhen vertrag offennlich vnnd in gehaim clar angetzaigt vnd darjnn garq nichtz verhalten, den Sy jnen auch desselben mals wolgefallen lassenn, nichtz darein noch darwider geredt vnd sich etlich gegen vns trostlich mercken lassen, als werd auff soͤlhen vertrag an der stend hilff zuͦ disen loblichen, erlichen fuͦrnemen nit manngl sein. Es ist scheinparlich zuͦmerckenn, das der allmechtig von hymel soͤlh ainigung vnnd vertrag geschickt hat vnnd jm die wol gefallen lasst; das ertzaigt Er mit dem, das Er der Baͤbstlichen heiligkeit, auch vns vnd vnsern pruͤedern, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon, so wunderparlich, vnnatürlich sig, gnad vnd glück in so kurtzer zeit zuͦ eroberung nach aller der Uenediger lannd verlyhen hat; warumb wellen jnen dann die stennd des reychs dieselb ainigung vnd vertrag nit auchr gefallen lassen?

    [5.] Uersammlung: Zuͦm dritten besorgen die Stend, swie aus vor beschehen hilfen sich ertzaigt haben sol, wo vnns die begert hilff von jnen zuͦ tuͦn müglich, das dannocht wir vnd das heilig reich ee vnd mer in vertieffung vnd vnrat wann in erhebungt oder aufnemen dardurch gelait oder gefüert werden moͤchten; dann wiewol die jüngsten zwo hilff gehaltner reichstaͤg zuͦ Coͤln vnd Costenntz vber wol vermügen der stennd bewilligtu, so sey doch vns vnnd dem heiligen Šreych kain nutz, sonnder alain nachtail, schimpff vnnd schad deshalb erwachsen vnd komen. Sy geschweigen darbey annderer grosser hilff, daruor geschehen, das alles die stend nit vnbillich hohlich beswaͤr vnd in betrachten beweg–s.

    Kayserlich Maiestat: Darauff ist vnnser anntwort: Nyemand mag vns mit grund beschuldigen, das wir die zeit vnnserer regierung das reich in ainich vertieffung vnd vnrat gefüert; dann was wir bisher gross /81/ (das reych betreffennd) gehanndlt, haben wir altzeit mit der stennd rat getan vnd darumb souil versamblung, der Sy sich oben beswaͤrn, haltenn muͤessen. Das aber auff die hilff von Coͤlln vnd Costenntz, auch ander vorgehalten reichstaͤg, wenig fruchtpars, sonnder nachtail, schimpf vnnd schaden erwachsen sein sol, Wissen wir nit sonndern nachtail vnd schaden dem reich beschehen, aber wol vns vnd vnsern erblannden. Der schimpf (ob ainicher daraus entstanden waͤr) sol pillich nit vns, sonder ee den stennden zuͦegemessen werden; dann Sy haben schimpflich dartzuͦ getan vnd sein des vrsach jrer lanngsamen, vnvolkomen hilff halben vnnd nit wir, dann wir alltzeit vnnser leib, leben, camerguͦet, lannd vnd leuͦt zuͦ den sachen dargetan, so Sy des merern tails anhaim pliben sein; vnd so ye der puncten, daz auff die ergangen hilff gehaltner reichstag vnns vnd dem heiligen reich kain nutz erwachsen sey, angeruert wirdt, dess haben wir vnns pillicher dann die stennd zuͦbeswaͤrn; dann Sy vnns alweg durch jr bewilligen vnd zuͦesagen der hilffen zuͦ vnnsern fürnemen vnnd darauf in grossen costen vnnd darlegen gelait vnnd dann jr hilff, uͤber das die wenig vnnd gering gewesst ist, dannocht so lanngsam, sewmig, vnuolkomen vnnd vnordenlich gehalten vnd geraicht, das damit nichtz fruchtpars ausgericht werden mügen vnd vnns geursacht vnd gepracht hat in verschwenndung vnsers camerguͦets, versawmnuss vnd verwarlosung vnnserer lannd vnd leuͦt, auch vmb annders, so vns zuͦgestanden sein soͤlt vnd moͤcht, als hungern, Britani [= Bretagne], Mayland, gantz jtalien etc., das alles wir mit gnaden des allmechtigen, wo Sy jr tapffer hilff zuͦ rechter zeit vnd volkomen dartzuͦ gethan hetten, auf des heiligen reichs oder vnser erblich oder erheyrat gerechtigkeiten erobert vnnd behalten vnnd also dem heiligen reich vnd tewtscher nacion anhengig gemacht haben woͤlten, wie wir vns dess auf allenv reichstagen gnaͤdigclich vnd getrewlich erpoten haben. Und darumb, wo Sy vnns vnnd dem heiligen reych noch nit trostlicher, ordenlicher hilff tüen wolten dann bisher, waͤr waͤger [= besser], Sy der zuͦerlassen dann die antzuͦnemen. /81’/ Wo aber die Stennd vileicht gedaͤchten vnd vermainten, als ob jr bißher getan hilffen vns vnd vnnsern hewsern oͤsterreych vnnd Burgundi zuͦ statten vnd guͦetem komen vnd beschehen waͤrn, So geben wir jnen zuͦermessen, das die genannten vnserw hewser oͤsterreich vnnd Burgundi sluͤssel vnd clausen des heiligen reichs vnd tewtscher nacion sein gegen allen anfechtern vnd widerwaͤrtigen, glaubigen vnnd vngelaubigen; vnnd was denselben hewsern hilff vnnd fürdrung beschehen, wer doch dem heiligen reich Švnd tewtscher nacion getan; dann so dieselben hewser oͤsterreich vnnd Burgundi in bestand vnnd wesen vor jrn anstoͤssern vnnd widerwaͤrtigen gehandthabt sein, so ist das reych dardurch behalten. Wann Sy aber (daruor der allmechtig sein well) verlassen vnnd vom reich getrennt werden soͤlten, waͤr zuͦebesorgen, das das reych vnd die tewtschen von frembden nacion vberfals, beschwaͤrung vnd ellends, das ietzo nymandt gedenncken will, gewarten muͤesten. Zuͦsampt dem, so haben dieselben hewser oͤsterreich vnnd Burgundi dannocht allweg gegen den anfechtern vnnd widerwaͤrtigen gar vil mer lasst, mitleyden, costen vnd darlegen weder annder Stend des reichs getragen vnd getan, alles dem heiligen reich vnd tewtscher nacion zuͦ aufenthalt vnd guͦetem.

    [6.] Uersammlungx: Auf die vierd vrsach, derhalben die Stend vns vnd dem reich nit vermainen zuͦhelffen, nemlich also lautend: yWo jnen die begert hilff moͤglich vnnd Sy die taͤtten, das soͤlhs angesehen vnnd geacht werden moͤcht, als ob Sy in die angetzaigten (doch jnen vnwissend) vertraͤg vnd wie die geschehen, ob Sy gleych dem reich nachtailig waͤrn, gewilligt vnd gehollen hetten. Zuͦsampt dem, das soͤlhs der handlung nechstgehalten reichstags, die mit hoher vernunfft vnd betrachtung bewegen worden, nit gemaͤss, das sich Churfürsten vnnd ander stend getrewlicher maynung erpotten gehabt, Jr treffenlich potschafft zuͦ dem künig zuͦ Franckreich zuͦschicken, mit demselben des hertzogthuͦmbs Maylandt vnnd annderer sachen halben, das heilig reych vnnd die cron Franckreych betreffend, zuͦhanndlen vnd vnrat zuͦ fürkomen, mit hohem erpieten der stennd, wo sich /82/ derselb künig nit gleicher ding gegen vns weisen lassen wolt etc., das jnen aber von vns desselben mals abgeschlagen vnnd nit verfolgt sein sol, nit on nachtail vnnd beswaͤrung des reichs, als die stennd besorgen–y.

    Kayserlich Maiestat: Wir haben in ainem artickel oben ertzelt, das die ainigung vnd vertrag in kainem innhalt dem heiligen reich nachteilig noch abpruchig; dann wir sein alzeit des guͦeten gemuͦets, dem heiligen reich so vngern etwas zuͦuerliern oder zu vertaͤdingen8, als Sy es sehen mügen; so aber die ainigung vnnd vertrag dem heiligen reich vnd tewtscher nacion zuͦ hohen ern, lob, aufnemen, rue vnd frid raichet, darzuͦ istz der stennd bewilligungaa nit not gewest, sonder wir haben des als regierender roͤmischer Kayser nach schickung des allmechtigen, auch hohem rat vnd erwegen vnd dem heiligen reich, tewtscher Nacion vnnd gemainer cristenheit zuͦ guͦet aus vnns selbs wol fuͦeg vnd macht gehabt; wo jnen dann die stennd solchs nit lieb sein lassen wolten, moͤcht jnen darumb vbel gesprochen werden in ansehung jrer phlicht vnd ayd, die Sy wol weisen, was Sy vns vnd dem heiligen reich goͤnnen vnd Šschuldig sein sollen. Mayland halben haben wir den stenden nechst durch vnsere raͤte vnser antwort vnd maynung [Nr. 411, Pkt. 5] fürhalten lassen, desgleichen wir hiemit noch tüen, das wir anders nit darjnn gehandelt dann wie auf vergangen reichstaͤgen die stend vnd sonderlich churfuͦrsten vnd fürsten geraten haben, nemlich solcher gestalt, das wir vnns befleyssen solten, mit Franckreich in ainigkait zuͦkomen, sonder wider Uenedig, vnnd jn darauf mit Mayland zuͦbelehnen; dann ain künig von Franckreich stüende ainem roͤmischen kayser oder künig für ain lehensman des heiligen reichs pas an dann ain aigner hertzog zuͦ Maylannd.9 Solher jrer maynung vnd ratsleg von vorigen reichstagenn sein wir noch wol ingedenck; haben darfür gehabt, was jnen desselben mals gefallen, es hett ietzo auch nit waͤgerung bey jnen gehabt; wo wir aber gesorgt, das Sy auf jedem reichstag ainer sonndern vnd andern maynung sein wolten oder das gelegenheit der sachen souil pitt vnd aufschub erleiden mügen, hetten wir wol bedacht, Sy vor zuersuechen; vnd also haben wir dem reich mit Mayland nichtz vertaͤdingt, es ist gleich so wol lehen /82’/ als vor; vnnd wo wir vnserm pruͦeder [Kg. Ludwig] von Franckreich die belehnung nit getan, so her ers dannocht gehabt; vnnd wer zuͦbesorgen, vnns vnnd dem reich swaͤr gelegen, jn dauon zuͦdringen, dann wir haben das lanng versüecht vnnd angefochten, vnser leib vnnd guͦet daran strecken wellen, wie menigclich gemerckt vnd gesehen. Es hat aber bey den stennden jrer hilff vnd zuͦethuͦens halben nye sein mügen, sonder Sy haben sich alweg mercken lassen, das jnen Mayland lieber der gstalt in des künigs zuͦ Franckreich hand sey dann in weylennt hertzog Ludwigs [Sforza], darauf Sy mercklichen costen dasselb zuͦerobern darlegen müessten; vnd vnns also vnnser ansynnen vnd fürnemen Mayland halben doch auf zwayen reichstaͤgen gestracks abgeslagen.10 Demnach wellen wir darfuͦr achten, das wir mit dem wenigen vnnd mindern als alain mit der belehnung Mayland dem heiligen reich vnnd teutscher nacion ain merers aufgericht vnd gestifft haben, das ist die loblich ainigkeit vnnd vertrag, daraus dem reich, tewtscher nacion vnd gemainer cristenheit, ob got wil, aufnemen, handthab, frid vnd ruͦe gedeyhen sol, als sich dann noch bißher in voltziehung soͤlher ainigkeit vnd vertrag troͤstlich erscheint in dem, das wir nuab alles das, vns von der ŠUenediger land vnd gepieten in soͤlhem vertrag zuͦepartheyt11, das doch ain maͤchtig ding ist, nach ganntz erobert vnd in vnnser gewalt vnnd gehorsam pracht haben.12 Dergleichen glücks, sigs vnd aufnemens wir vns hinfür zuͦ dem almaͤchtigen wol getroͤsten. Das wir aber zuͦ Costentz abgeslagen haben sollen, ain potschaft in Franckreich zuͦschicken, dess gesteen wir nit in der gestalt; wir gedencken wol, das davon gehandelt worden, und ist der Stennd maynung gewest, ein slechte vnd geringe potschaft zuͦuertigen13; das moͤgen wir wol widerredt haben vnd pillich in bedacht, das vnns, den Stenden vnd gantzer tewtschen nacion gross vnansehen, smach vnnd verklainerung daraus erwachsen waͤr, aber ain maͤchtige, raͤtliche potschaft abtzuͦfertigen haben wir nye gehindert, sonnder mer gefuͦrdert vnd solicitiert, sein auch darauf willig gewest, vnsernn gepuͤrenden costen dartzuͦlegen. Darjnn sich aber die Stennd des costenns beswaͤrt vnd also die potschaft zuͦfertigen ersitzen lassen haben.

    [7.] /83/ Versammlungac: Für die funft vrsach melden die Stend, als ob Sy vnns vnd dem reich zuͦhelffen nit schuldig sein, nemlich, addas bisher nye mer im reich gehoͤrt, das ain soͤlh treffenlich eylend vnd stuͦmpf14 hilf zuͦuor vnberatslagt, auch zuͦ vngelegner zeit zuͦschicken gefordert oder begert sey–ad.

    Kayserlich Maiestat: Gegen demselben bedunckt vnns, dise hilff soͤlt die zeither, so die Stennd bey ainander versamblt gewesst, wol beratslagt vnd nu in kürtz auftzuͦpringen muͤgen sein. Uns ist die verainigung vnd vertrag auch so gaͤhs [= plötzlich, überraschend] zuͦegestanden, das vnns vnnd dem reich, auchae vnsern gegenwürtigen fürnemen, wie obsteet, ainichen aufschub darjn zuͦ tuͦn nit nuͦtz, darumb auch not gewesst ist, die hilff gaͤh zuͦuordern vnnd auftzuͤpringen; dann dise vnnser fürnemen haben eroͤffnung vnd auspraituͦng lanng vor der tat nit leiden muͤgen, sonnder ist das gewinlichist gewesst, die Uenediger vnuersehen zuͦvbereiln; dann solten vnser fürnemen lanng daruor vmbgetrochen worden vnd an die veind gelangt sein, waͤr vnns vnnd dem heiligen reich beswaͤrdt vnd sorg vnd den Uenedigern kundtschaft, sterckung, schicklicheit vnd hoffnung darauf gestanden, das Sy nit (also zuͦschaͤtzen) auf ain tag zuͦ grund gangen waͤrn, wie dann in den weg beschehen ist; vnns hat auch gepuͦrt, kurtz nach vnserm lieben pruͦeder von Franckreich vnd neben Švnserm heiligen vatter, dem Babst, antzuͦgreifen, in ansehung vnnd crafft der verainigung vnnd vertrag, darein wir alain Sy bewegt vnnd pracht15, haben aber darbey wol bedacht, das der Stennd kriegsvolckh, so Sy vns bewilligen wuͦrden, villeicht nit so leidlich waͤrn, in die hitz zuͦtziehen, als die vnnsernaf; vnd darumb ietzo den vortzug mit vnnsern leuten getan, sein dess auch noch in staͤter vbung vnd merer rüstung, Auf das, so sich die stennd ainer tapfern, trostlichen hilff entsliessen würden, das jrn leuten die herbst zeit zuͦ statten komen moͤcht. So wissen wir kain füegclicher zeit durch das jar zuͦ kriegen dann die Suͦmer zeit, darumb on not von den stennden zuͤ vrsach genomen wirdet, als soͤllen wir die hilff zuͦ eilend, stümpf vnd vngelegner zeit erfordert haben.

    [8.] /83’/ Uersammlungag: Darnach melden die Stendt in jrer antwort, das ahaus angetzaigten vnd andern vrsachen, der auch wol mer zuͦertzellen wern, jr vertrawen vnd hoffen sey, das sich soͤlcher jrer gegeben notturftigen, waren antwort weder vnser räte noch iemands anderer mit pillicheit zuͦbefrembden oder zuͦbeswaͤrn haben sol etc.–ah

    Kayserlich Maiestat: Darzuͦ sagen wir, wo die Stend dergleichen vrsachen noch mer dartaͤten, westen wir die in hofnung mit guͦetem gründt wie die obgeschriben zuͦuerantworten vnd zuͦ widerlegen; das aber wir vnd meniglich, der lieb, naygung vnd gehorsam zuͦ vns tregt, soͤlcher abslegigen anntwort nit klain, sonnder hoh befrembden, beswaͤrn vnd behertzigen haben, das ist menigclich zuerkennen pillich, in ansehuͦng, das Sy vnns, das heilig reich vnd tewtsche nacion in disen loblichen, erlichen, aüfnemlichen vnd hoffennlichen fuͤrnemen, dergleichen in menschen gedaͤchtnus nye vorhannden gewest sein, also zuͦuerlassen vermainen.

    [Uersammlungai:] Wir mercken verrer aus der Stennd antwort vnnd schrifft, ajwo wir in soͤlhem vnnserm swaͤrn fürnemen jrs rats gepraucht, wie jm reich herkomen, die nottuͦrft erfordert vnnd pillich beschehen wer, was Sy vnns dann geraten hetten, darinn wolten Sy sich als die getrewen vnd gehorsamen on zweyfel mer, wann wolak jr vermuͤgen gewesst, ertzaigt vnd gehalten haben–aj.

    Kayserlich Maiestat: Soͤlhs bedunckt vnns gleich ain widerwaͤrtigs sein, dann jr erste vnd principal vrsach gewest ist jr vermaint vnuermoͤgen, vnnd hie melden Sy, wo wir jrs rats gephlegen, was Sy vnns dan geraten, darinn wolten Sy sich vber jr vermuͤgen ertzaigt haben; das gibt vns ain antzaigen ains vnwillens Švon etlichen, die den vrsachen, welhen vnwillen wir doch vmb dieselben noch annder nit verschuldt, sonder vnns mit vnserm leib vnd guͦt, auch erblannden vnd leüten in des heiligen reichs obligen zuͦvil dartzuͦ gemüet vnnd beswaͤrt haben; wo nuͦ soͤlher vnwillen dem heiligen reich nit zuͦ nachtail kaͤm, waͤr vnns der auch dest ringer zuͦ tragen.

    [9.] /84/ Uersammlungal: Zuͦ letst ertzellen die stend, amSy zweyfeln nit, wo die Baͤbstlich heiligkeit herkomen vnd gelegenheit der stennd vndan tewtscher nacion, wie zuͦm tail obangezaigt, auch wie vnnd zuͦ welcher zeit dise sachen an die stend gelangt sein, bericht werde oder wuͦrde, jr Baͤbstlich heiligkeit wurde der gegeben antwort kain misfallen tragen, sonder der stend gelegenheit vnd notturft in solchem gnedigclich bedencken–am; aowo auch wider die vnglaubigen oder türgken mit ainer stattlichen expedicion oder zug solt gehandelt werden, als dann notturft der selben sachen wol taͤt erfordern, oder so die Baͤbstlich heiligkeit oder cristenlich kirch von iemand beschwaͤrt oder benoͤtigt waͤr oder wurd, so wolt sich zuͦm vorderisten nach ermessung der stennd in solcher swaͤrn, grossen sach gepürn, das zuͦuor vil cristenlicher gezüng vnnd gewalte zuͦsamen erfordert, mit jr aller rat von sachen der notturft zuuor gehandelt, wie vnd welcher mass solcher zug vnd handlung zum pessten vnd geschicktisten solt vnd moͤcht fuͦrgenomen werden, damit die hilff in solchem allenthalben auf müglich zeit gleichmaͤssig vnd auf alle stend vnd glider, hoch vnd nider, aufgetailt vnd nit allain auf den gehorsamen klainen tail des reichs gelegt, auch zuͦuor cruciat16 vnd anders gegeben wurd, wie dann vormals in solchen faͤllen mer gebraucht vnd geuͦbt sey; darinn wurden sich alle stennd des reichs on zweyfel als from, cristglaubig glider gegen der heiligkeit vnd dem cristenlichen glauben nach jrm vermügen zuͦ aller gehorsam erzaigen; der maynung wellen sich auch die churfuͦrsten mitsampt gemainen stenden auf die Babstlichen ausgangen breuiaap vnd anders, derohalb fürgehalten, verantwort haben–ao. aqDarumb vnd aus angezaigten vrsachen die stend des reichs auf jrer gegeben anntwort besteen etc.–aq

    Kayserlich Maiestat: Hierauf vnd auch fur das letst achten wir, die Babstlich heiligkeit hab herkomen vnd gelegenheit des reichs vnnd der stend gnuͦgsam kundschafft, vnd wer vnsers bedunckens nach so guͦet, jr heiligkeit vnd menigclich wessten nit souil darumb; was gefallens aber jr heiligkeit ab der stend Šhandlung tragen, wirdet jnen jr heiligkeit vngetzweifelt wol zuͦuersteen geben; was auch sunst in tewtschen landen vnd durch die gantz cristenheit von den jhen, die villeicht ains andern gemuets sein, darzuͦ geredt, wirdet Sy on zweyfel auch furkomen. Als aber die stend vnderricht tuen /84’/ [von] ordnung vnd wesen des zuͦgs wider die türgken oder vnglaubigen, auch zuͦ hilff Baͤbstlicher heiligkeit vnd der kirchen, So soͤllen die Stennd wissen, das ditz vnser mitsambt Baͤbstlicher heiligkeit, auch der künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon verstenntnuss vnnd fuͦrnemen nit angefangen sein, alain die Uenediger (vmb jr lanngher pracht veraͤchtlich, gewaltig, vngoͤttlich herschen, auch vmb das Sy der heiligen kirchen das jr gewaltigclich entwert vnd vorgehalten, Sich darzuͦ dem cristenlichen wesen in etlich ander weg vngemaͤss gehalten vnd vnderstanden haben, der Baͤbstlichen heiligkeit vnnd kirchen weyter widerwaͤrtigkeit vnd trangar aufzuͦtun) zuͦstraffen, sonder auch auf die vnglaubigen zuͦ ziehen; als wir dann hewtigs tags willenns sein, so wir nu mitsampt Baͤbstlicher heiligkeit vnd den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon den Uenedigern das lannd nach alles bis an die Statt Uenedig mit gottes hilff abgewunnen haben, vnns auf das wasser zuͦbegebenn vnnd zuͦ vndersteen, die vbrig jr macht, damit wir all künftiger aufruͦer vnd beswaͤr von jnen vberhaben vnd gesichert sein, auch niderzülegen, zu tewtscher nacion in vnser gehorsam zuͦpringen vnd fuͦrter wider die vnglaubigen zuͦtziehen; wir kuͦnden auch nit gedencken, das soͤlhs bißher ye füegclicher vnd schicklicher gewesst sey vnd sich hinfuͦr nymmer dergstalt begeben noch reymen moͤcht, dann so wir ietzo mit Baͤbstlicher heiligkeit vnnd vorgenannten vnnsern lieben pruedern in verstentnuss vnd ainigkeit sein. Wir, dieselben vier, als die maysten der cristenheit haben dise fürnemen gnuͦgsamlich bedacht vnd erwegen, auch nit für not geacht, weiter gezuͦng zuͦsamen zuͦfordern, aus vrsach, das soͤlhs lange weyl, mercklichen costen vnnd versawmnuss gepert het; damit wellen wir dargetan haben, das dise furnemen nit alain wider die Uenediger, sonder auch die vnglaubigen gnuͦgsamlich beratslagt vnd nit not noch guͦet gewest, annder oder mer getzung zuͦsamen zuͦ pringen, dieweil doch dieselben vnd, zuͦschaͤtzen, die gantz cristenheit alle vns viern verwandt sein; darumb auch wir vier durch vnser potschaften die andern dannocht ersuͤecht haben.17 Dann solten die sachen dergstalt, wie die Stennd vor jn haben, fürgenomen, die cristenheit moͤcht nymer mer wider die vnglaubigen aufpracht werden; darbey wellen wir der Stend maynung, als ob Sy auf die Baͤbstliche Breuia entschuldigt sein, widerlegt /85/ vnd vnnserm heiligen vatter, dem Babst (ob Sy seiner heiligkeit gnuͦg oder nit getan) haimgesetzt vnd befolhen haben; wir besorgen Švnd gedencken aber, die Stennd werden klainen danck bey seiner heiligkeit erlangen, dann Er jr vnuermügen vnd entschuldigen gleich so für ungegruͤndt als wir erkennen vnnd annemen wirdet.

    Dem allem nach ermanen wir die Churfursten, Fürsten vnd Stennd vnser vnnd des heiligen reichs aufs ernstlichist vnd hoͤst, so wir Sy alsas jr erwelter roͤmischer kayser zuͦmanen haben, das Sy vnangesehen der obertzelten vnnd aller annderer vermainter vrsachen vnnd aüstzüg die cristenlich kirchen in krafft Baͤbstlicher heiligkeit erfordrung, aüch das heilig reich vnnd tewtsche nacion jrn phlichten vnd ayden nach kains wegs verlassen, sonnder sich denselben zuͦ hilff vnnd beystand vnd zuͦ ausfuerung des gegenwurtigen goͤttlichen taͤglichenat sigs nochmals ainer tapfern, troͤstlichen, ordenlichen antzal kriegsvolck entsliessen, die auch aufs eilendist, so muglich ist, berait machen vnd zuͦ vns vertigen; des wellen wir vns noch gnedigclich vnnd freuntlich zuͦ jnen getroͤsten vnd versehen. Geben auin vnser Statt–au Triennt am viertzehennden tag des Monats Junii Anno etc. nono, avUnsers reichs, des Römischen im vierundzwainzigisten jarn–av.

    [10.] /85’/ awDJser obgeschriben vnserer schrift antwort vnd ansuͦechen haben die churfürsten, fürsten vnd stend des reichs, vber das Sy durch vnsere raͤte zuͦ wormbs hoch vnd streng darumb ermant vnd ersuͦecht worden sein, nit erwart, sonder sich auf jr obbegriffen maynung vnd dartuen, vnsern raͤten in schrifft vberantwort, vor vnd ee jnen auch obertzelt vnser verantworten vnd ansuechen zuͦekumen ist, erhebt, den reichstag geendet vnd auf jrer maynung wie vor beharret.

    Dieweil wir nu bedencken, das menigclich, so villeicht der handlungen nit wissen tragen, befrembden moͤcht, was doch die vrsach, derohalben vns, dem heiligen reich vnd tewtscher nacion von der versamblung des reichs die hilff vnd beystand vertzigen vnd abgeschlagen waͤrn, Ermessen auch, das vngezweyfelt dieselben vrsachen den churfürsten, fürsten vnnd stenden zuͦ fueg vnd vnschuld vneroffnet vnd vnberedt nit pleiben, daraus dann vns (wo wir vnser gegrundte antwort entschuldigung weise obgeschribner massen dagegen nit dartaͤten vnd erlauten liessen) vnglimpfen vnd schuld zuegelegt werden moͤcht, So haben wir vnserer eern halben fur not geacht, Euch allen vnd ieden insonderheit gestalt, schicklicheit vnd wesen vnserer, auch der churfürsten, fürsten vnd stend des reichs obbegriffen handlung hiemit zuͦ offenbarn, Ob aus dem, das Sy zuͦuor der Baͤbstlichen heiligkeit vnd nachuolgend vnns vnnd dem heiligen reich jr hilff vnd beystand zuͦ disen vnsern loblichen, goͤtlichen fürnemen nit bewisen hetten, dem heiligen reich vnd tewtscher nacion ainich beswaͤrd zuestuend vnnd erwuechse, das der allmechtig vorhueten welle, als auch wir Šmit darstrecken vnnsers leibs vnnd guͦets zuͦ furkomen alltzeit begierigs hertzens willig gewesst vnd noch sein, damit doch wir entschuldigt seyen. Dann aus berurten der versamblung verziehen, waͤgern vnd abslagen muͦgen wir vns mit vnsern hewsern Osterreich vnd Burgundi zuͦ dem reich vnd tewtscher nacion hinfur wenig hilff, trossts vnd beystands versehen, dieselben vnser hewser zuͦ behalten vnnd zuhandthaben gegen vnd vor vnsern durchaͤchtern vnd widerwaͤrtigen, glaubigen vnd vnglaubigen, vor denen wir vnd die genanten vnsere hewser nu ob dreyssig jarn her dem heiligen reich zuͦ behuet vnnd guͦetem herten, swaͤrn last, anfechtung vnd krieg gelitten vnd ge- /86/ tragen haben, dergleichen vnns noch hewtigs tags obgelegen vnnd hinfür staͤtigs zuͦgewarten sein.

    Wir hetten doch gehofft vnnd getrawt, die versammlung solt bedacht vnd mitleyden gehabt haben vnserer mercklichen verluͦesst, so vnns ietz ain jar verganngen vmb des reichs vnd tewtscher nacion fürgenomner eer vnd wolfart willen begegnet, die vnd noch vil maͤchtigers vnd merers, dartzuͦ vns diser zeit mit sig, gnad vnnd glück des allmaͤchtigen widerkert ist. So muͦessen wir abnemen, als ob vnnser verluesst vnnd smach vnnd herwider vnser sig vnnd gluͤck bey jnen gleichmaͤssig bewegen vnnd geacht werd.

    Das muͦess aber kuͦmen vnnd entspringen aus etlichen, die vns miszgoͤnnen, zuͦ denen wir vnns doch jn ansehung vnserer gnaden, freuntschaft vnnd guͦettaͤt, der wir vnns gegen jnen befleyssen vnnd ertzaigt, kains vbels versehen haben.

    Begern demnach an euch all vnnd jegclich innsonderheit, dise vnnser vnnderricht vnnd dartuͦen entschuldigung weise fuͦr war vnd gegrundt antzuͦnemen vnd zuͦerkennen, vnns auch damit guͦetlich entschuldigt zuͦhaben; vnnd ob jemand aus jm selbs oder aus vnwissen oder ungegründtem erfarn ichtz dawider zuͦreden vnd antzuͦzaigen vermaint, so sein wir berait vnnd begirig, dem- oder denselben altzeit klarer bericht vnd gnugsam verstand zuͦgeben, das dise sach, als sich ietzo erscheint, lanngher durch vnnser miszgoͤnner auf vnns (zerrüttung im heiligen reich zuͦbewegen) bedacht und furgenomen ist; das wolten wir euch nit verhalten. Geben vnd gefertigt in vorgenanter vnserer Statt Triennt Am sechundtzwaintzigisten tag des Monetz Junij Anno etc. im Newnten, Unserer Reiche, des Roͤmi[s]chen im vierundzwaintzigisten vnd des Hungerischen im zwaintzigisten jarn–aw.

    Faksimiles der Druckfassung der Edition.

    ser/rta1509/dok482/pages

    Anmerkungen

    1
     Der Frankfurter Rat beschloss am 19.7. (feria quinta post Margrete)zu dem am Vortag eingegangenen ksl. Ausschreiben: Ine der ratßlagung bedenken(ISG Frankfurt, BMB 1509, fol. 29’).
    2
     Stolberg-Wernigerode/Mülverstedt(Regesta, Nr. 2764, S. 915) weisen ein weiteres Exemplar in der Überlieferung der Gff. von Stolberg nach.
    3
     Der Druck enthält neben dem vorliegenden ksl. Ausschreiben außerdem den fiktiven Absagebrief der Reichsstände an Venedig [Nr. 274] und ein päpstliches Breve vom 10.4.1509 an Ks. Maximilian [Nr. 272, S. 444, Anm. 8].
    4
     Das gedruckte Libell (Wolfgang Huber, Nürnberg 1509) enthält neben dem vorliegenden ksl. Ausschreiben als abschließendem fünftem Stück außerdem (1.) die Aufzeichnung über einen fiktiven Vortrag venezianischer Gesandter an Ks. Maximilian in Memmingen am 30.12.1508, (2.) dessen Erwiderung darauf (vgl. dazu Tischer, Wandel, S. 20f.; Dies., Öffentlichkeit, S. 109f.), (3.) das päpstliche Breve vom 10.4.1509 an den Ks.[Nr. 272, S. 444, Anm. 8] und (4.) die päpstliche Bannbulle gegen Venedig vom 27.4.1509 [Nachweise siehe Nr. 261, S. 387, Anm. 11].
    5
     Den ksl. RT-Kommissaren in Worms am 21.6. zugestellt [Nr. 486]. – Die im Text wiederkehrende Wendung „die stende und meniglich“ weist darauf hin, dass die Resolution von vornherein auf ihre Bekanntmachung auch außerhalb des Kreises der RT-Teilnehmer angelegt war.
    6
     Bündnisvertrag von Cambrai, 10.12.1508 [Nachweise siehe Nr. 52, S. 199, Anm. 2].
    7
     Päpstliche Bulle vom 27.4.1509 [Nachweise siehe Nr. 261, S. 387, Anm. 11].
    8
     = hier: (der Gegenseite) vertraglich zugestehen, Verzicht leisten. Vgl. Grimm, Deutsches Wörterbuch XII/1, Sp. 1876 (d).
    9
     Die Stände zeigten sich auf dem Augsburger RT (1500) und dem Nürnberger Reichsregimentstag (1501) gegenüber den Bemühungen Kg. Ludwigs von Frankreich um eine Belehnung mit Mailand kompromissbereit und favorisierten eine Verhandlungslösung. Hingegen beschieden sie in Augsburg die Anträge Kg. Maximilians auf eine Reichshilfe zur Rückeroberung des Herzogtums abschlägig (Wiesflecker, Maximilian II, S. 366f., 369, 371, 374; ebd. III, S. 8–10; Kraus, Reichsregiment, S. 139–147; Schröcker, Unio, S. 297–301, 312–318, 387f.).
    10
    Gemeint sind die RTT von Freiburg 1497/98 [Nr. 411, S. 606, Anm. 3] und Augsburg 1500 [siehe vorige Anm.].
    11
    Zu den gemäß Vertrag von Cambrai für Ks. Maximilian vorgesehenen territorialen Erwerbungen vgl. Nr. 404, S. 596f., Anm. 3.
    12
    Venedig hatte nach der Niederlage von Agnadello Verona, Vicenza, Padua, Görz, Triest und Feltre kampflos preisgegeben (Wenko, Kaiser, S. 35, 46f.; Wiesflecker, Maximilian IV, S. 47; Hollegger, Maximilian, S. 196).
    13
    Das trifft nicht zu. Vielmehr trat Kg. Maximilian für eine kleine und rangniedrige Gesandtschaft ein (Heil, RTA-MR IX/1, Nr. 191, S. 395f., Pkt. 5; Nr. 206, S. 425, Pkt. H).
    14
    = hier: plötzlich, unerwartet (Grimm, Deutsches Wörterbuch X/4, Sp. 444 [3c]).
    15
    Dies trifft so nicht zu. Bekanntlich hatte auf habsburgischer Seite Ehgin. Margarethe gegen den anfänglichen Widerstand ihres Vaters die Initiative zu einem Ausgleich mit Frankreich ergriffen. Vgl. Wiesflecker, Maximilian IV, S. 25f.
    16
    = Abgabe an die Kirche (für den Kreuzzug) (Anderson/Goebel/Reichmann, Frühneuhochdeutsches Wörterbuch VIII, Sp. 1716).
    17
    So forderten Anfang Mai 1509 Gesandte des Papstes, Ks. Maximilians und Kg. Ludwigs von Frankreich Kg. Wladislaw von Ungarn-Böhmen zum Eintritt in ihr Bündnis gegen Venedig auf, allerdings vergeblich (Palacky, Geschichte V/2, S. 174). In der ersten Jahreshälfte wurden nicht weniger als drei ksl. Gesandtschaften beim ungarischen Kg. vorstellig (Fraknói, Ungarn, S. 4; Wenko, Maximilian, S. 108).

    Anmerkungen

    a
    –a Form ... gehalten] In C: Dye handellunge zwyschen vnnserm allergnedigisten herren, dem kayser Maximiliano, und den Fuͤrsten vnnd Stendten des hayligen Roͤmyschen reychs, so yetzt auff dem negstuerschynen Reychßtage zu Worms gehandelt ist worden.
    b
    –b Form ... soͤlt] In E-G: Auf die ander und repetiert antwurt [Nr. 279], so churfursten, fursten und stende des Reichs, auf dem tag zu Wormbs versamelt, romischer keyserlicher maiestat verordenten reten an ir Mt. stat irer Mt. begerten und ersuchten hilf halben in schrift gegeben haben, nachdem ksl. Mt. dieselb antwurt vor den horenden in etlichem inhalt zu unglimpfen gemessen werden mocht, ist irer Mt. und deß Heyligen Reichs notturft nach verantwurtung, weiter unterricht und ansuchen, wie hernach volgt.
    c
    –c Uersammlung ... sol] In E-G: Stende: Erstlich, als die stende in irer schrift erzelen, wie sie nechst auf ksl. Mt. begerte hilf nach irer gelegenhait und notdurft ain antwurt geben, der ursach eine, nemblich.
    d
    –d jr … geb] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 2].
    e
     vnnsere] In E-G: der ksl. Mt.– In der Resolution vom 14.6. als selbständigem Stück steht der Ks. anders als in den Druckfassungen durchgehend in der dritten Person. Diese Textabweichung wird einschließlich ihrer grammatikalischen Konsequenzen bei der weiteren Kollationierung nicht mehr berücksichtigt.
    f
     vrsachen] In E-G: zugefalnem unrat, zum teil in neher antwurt angezaigt.
    g
     hoffenlich] In B-D: offenlich. E-G wie A.
    h
     römisch] Fehlt in E-G.
    i
     Camern] Fehlt in E-G.
    j
     also gehalten] In E-G: der gebrauch gewest.
    k
    –k Uersamlung ... stend] In E-G: Stende: Zum andern, auf das die stende ermessen.
    l
    –l ainigung … sey] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.1.].
    m
    –m jr ... willen] In E-G: on rate, wissen und willen churfursten, fursten und andere stende deß Heyligen Reichs.
    n
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    o
    –o nit … hetten] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.2.].
    p
     Unnser antwort] Fehlt in E-G.
    q
     gar] Fehlt in B/C. D-G wie A.
    r
     auch] In E/F danach: also. In G irrtümlich: also auch.
    s
    –s wie … beweg] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.3.].
    t
     erhebung] In E-G: erhohung.
    u
     bewilligt] In E-G danach: etwas weit uber ain merklich summa gelts, so darauf ergangen, im anschlag getroffen.
    v
     allen] In E-G: etlichen.
    w
     vnser] Fehlt in E-G.
    x
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    y
    –y Wo … besorgen] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.4.].
    z
     darzuͦ ist] In E-G: wiewol dann.
    aa
     bewilligung] In E-G danach: darein.
    ab
     nu] Fehlt in E-G.
    ac
     Versammlung] In E-G: Stende.
    ad
    –ad das … sey] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 3.5.].
    ae
     auch] In B/C irrtümlich: nach. E-G wie A.
    af
     die vnnsern] In E-G: ir Mt. volk.
    ag
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    ah
    –ah aus … etc.] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 4 – Darumb … haben sol.].
    ai
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    aj
    –aj wo … haben] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 4 – Het aber … gehalten haben.].
    ak
     wol] In B/C: wo. E-G wie A.
    al
     Uersammlung] In E-G: Stende.
    am
    –am Sy … bedencken] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 4 – Dy stend … gnediglich bedenken.].
    an
     vnd] In E-G danach: sachen.
    ao
    –ao wo … haben] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 5].
    ap
     breuia] In C danach: oder schrifften.
    aq
    –aq Darumb … etc.] Wiedergabe von Nr. 279 [Pkt. 6 – Darumb … bestehn].
    ar
     trang] In E/F: droung. G wie A.
    as
     Sy als] Fehlt in B/C.
    at
     taͤglichen] Fehlt in E-G.
    au
    –au in ... Statt] In E-G: zu.
    av
    –av Unsers ... jarn] Fehlt in E-G.
    aw
    –aw DJser ... jarn] Fehlt in E-G.

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    «Nr. 482 Ausschreiben Ks. Maximilians wegen des Wormser Reichstages – Trient, 14./26. Juni 1509 »

    [1.] Gründung der Liga von Cambrai, päpstlicher Bannspruch gegen Venedig, Beantragung einer Reichshilfe auf dem Wormser Reichstag; [2.] Weigerung des Reichstages, Widerlegung des von den Ständen geltend gemachten Arguments ihrer finanziellen Überlastung; [3.] Begründung für die unterlassene Konsultation der Stände vor Abschluss des Vertrags von Cambrai und vor der Entscheidung über den Krieg gegen Venedig; [4.] Widerlegung des Arguments des zweifelhaften Nutzens der Liga von Cambrai für das Reich; [5.] Widerlegung des Arguments der Nutzlosigkeit früherer Reichshilfen; [6.] Widerlegung der Argumente einer möglichen Auslegung eines Reichshilfebeschlusses als Zustimmung zum Vertrag von Cambrai und der Unvereinbarkeit dieses Vertrages mit den Beschlüssen des Konstanzer Reichstages von 1507; [7.] Widerlegung des Arguments der fehlenden Verpflichtung der Reichsstände zur Bewilligung einer Reichshilfe ohne Möglichkeit zu ausreichender Beratung und angesichts einer für einen Kriegszug ungeeigneten Jahreszeit; [8.] Erwiderung auf die geäußerte Erwartung des Einverständnisses der ksl. Reichstagskommissare und des Ks. mit der Position der Stände; [9.] Erwiderung auf die geäußerte Erwartung des Einverständnisses Papst Julius’ II. mit der Position der Stände, Stellungnahme zum Vorschlag eines Kreuzzuges gegen die Türken, Aufforderung zur Leistung einer Reichshilfe gegen Venedig; [10.] Veröffentlichung des Ausschreibens zur Rechtfertigung der ksl. Position.

    I a. (Drucke I; Druck mit Zierinitiale; auf der letzten Seite handschriftl. Verm. amdip. und Siegel bzw. Siegelrest): Frankfurt, ISG, RTA 24, fol. 77–86 (präs. Frankfurt, 18.7.15091) = Textvorlage A. Berlin, GStA, OBA 19247, fol. 1–9. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 27–36. Memmingen, StdA, A Bd. 292, unfol. Mühlhausen, StdA, 10/C 1–8, Nr. 1, fol. 353–362 (Verm.: Verlesung vor dem Mühlhäuser Rat durch einen ksl. Boten am dinstag v[igili]a assumptionis [14.8.]). Straßburg, AV, AA 329, fol. 6–15. Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 202–211 (mit Randvermm. Hd. J. J. Müller, die den Inhalt kennzeichnen). Wien, ÖNB, 28.O.29., pag.[1]–19. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IVa, 22, unfol.2

    I b. (wie Drucke I, ohne Siegel und Kanzleivermerk): München, HStA, KÄA 3136, fol. 379–388 (unterhalb der Aufschrift gestrichen: H. Wolfgang von Ahaym). München, HStA, KÄA 3137, fol. 148–157.

    ŠI c. (Drucke II3; H. Höltzel, Nürnberg 1509; auf der Schlussseite gedruckter Verm. amdip.): München, BSB, Rar. 1589#Beibd. 11 [= Eur. 330–21], fol. 164–174 [auch Online-Ressource] = B. Berlin; GStB, Gv 4565. Göttingen, SUB, 8 Mulert 502 (2). Wolfenbüttel, HAB, H: YT 2.4º Helmst. (1). Worms, StdB, -Mag- W Gs 283.

    I d. (Drucke III4, auf der Schlussseite gedruckter Verm. amdip.): München, BSB, 4 Ded. 74 [= Eur. 330–19], unfol.[auch Online-Ressource] = C. Berlin, GStB, Flugschr. 1508–1, fol. 17–25. Wien, ÖNB, 43.V.75. [auch Online-Ressource].

    I e. (Drucke IV, Nürnberg 1509): München, BSB, Eur. 330–20, unfol.[auch Online-Ressource] = D.

    I f. (Drucke V, Martin Landsberg, Leipzig 1509): Berlin, GStB, Gv 4564.

    II. (Abschriften): Bamberg, StA, GHAP 5977, unfol. (Überschr. wie Aufschr. A; Verm. am Textende: Gebt dem schreiber eynmal das glaß und etwas darinnen.). München, HStA, K.blau 270/2, fol. 5–20’ (Aufschr.: Was auf dem Reichs tag jungst zu Wormbs durch ksl. Mt. rete und die curfursten, fursten und stende des Reychs anno etc. nono [gehandelt wurde]. Ausschreiben röm. ksl. Mt. wider die curfursten, fursten und stende des Reychs. Verm. am Textende: amdip.). Stuttgart, HStA, A 262, Bd. 4, fol. 77’–58’ (Abschrift von 1564, in falscher Reihenfolge abgelegt).

    III. (nur Resolution an die Reichsstände vom 14.6.5; Kop.): Weimar, HStA, EGA, Reg. E, Nr. 56, fol. 186–195’ (koll. Kop.) = E. Würzburg, StA, WRTA 3, fol. 295, 296–296’, 298–298’, 304–304’, 299–302’, 297–297’, 303–303’, 305–305’ (in falscher Reihenfolge abgelegt; Aufschr.: Ksl. Mt. gegenantwort uf der reichsstende entschuldigung, als von wegen Ks. Maximilians ein hilfe begert, 1509. Dorsalverm.: Antwurt von wegen ksl. Mt. uf der stend letzt antwort zu Wormbs.) = F. Wiesbaden, HStA, Abt. 131, IV a, Nr. 22a, fol. 59–70’ (dem ksl. RT-Protokoll [Nr. 259] inserierte Abschrift) = [G]. Bamberg, StA, Hst. Bamberg, Geheime Kanzlei, Nr. 6, fol. 185–194 (Überschr.: Ksl. Mt. ausschreyben gehabter handlung auf dem richstag zu Wurms.). Berlin, GStA, I. HA, Repos. 10, Nr. ♃♆, Fasz. 2N, fol. 56–66. Dresden, HStA, Geheimer Rat, Loc. 10180/23, fol. 67, 68–78 (irreführende spätere Aufschr.: Der stende antwort und bedenken uf ksl. Mt. furbringen wegen einer stadtlichen hulfe und aufbringung krigsvolkes, und Šwarumb sie nicht darein willigen könden. 1509.). Karlsruhe, GLA, Abt. 98 a, Nr. 930, unfol.

    Edition: Goldast, Reichshändel, S. 400–407; Ders., Reichshandlung, S. 84–92; Lünig, Reichs-Archiv II (Part. gener. cont. I), S. 292–299 (jew. Druck); Fugger/Birken, Spiegel der Ehren, S. 1254–1256 (sinngemäße Wiedergabe).

    [1.] /77/ [Aufschrift:] abForm vnd wesen, sumarie begriffen, der handlung zwischen Roͤmischer Kayserlicher mayestat etc., vnnserm allergnedigisten herrn, durch jrer Kayserlichen mayestat verordent raͤte vnd den Churfürsten, fürsten vnnd Stenden des heiligen reichs auf dem ietzuerschinen reichstag, zuͦ Wormbs gehalten–a.

    /78/ WJr, Maximilian, von gots gnaden Erwelter Roͤmischer Kayser, zuͦallennzeiten merer des reichs, in Germanien, zuͦ hungern, Dalmacien, Croacien etc. kunig, Ertzhertzog zuͦ Osterreich, hertzog zuͦ Burgundi, zuͦ Brabant vnd phaltzgrafe etc. Embieten allen vnd yegclichen vnsern vnd des heiligen reichs, auch gemainer tewtschen nacion verwandten, vndertanen vnd getrewen, in wass wirden, stats oder wesens die sein, den ditz vnnser schreiben zuͦlesen oder zuͦhoͤrn fuͦrkompt, vnnser gnad vnd alles guͦet. Jr muͦgt nu wissen oder vernemen, was gstalt wir, als wir ietz iüngst in vnsern niderburgundischen landen gewest sein, mit vnserm heiligen vatter, dem Babst, auch vnsern lieben pruedern vnd oͤheimen, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon zuͦ ern, notturfft vnnd wolfart gemainer cristenheit, des heiligen reichs vnd tewtscher Nacion loblich verstentnuss, ainigung, puͦndtnuss vnd vertrag erlangt, aufgericht vnd beslossen haben wider die Uenediger6, als die der heiligen roͤmischen kirchen etlich jr land, Stett vnd gueter gewaltigclich eintzogen vnd lang vorgehalten, auch vnsern heiligen vater, den Babst, auf das Er soͤlh der kirchen guͦeter an Sy erfordert, weyter zuͦbetrueben vnd zuͦbenoͤtigen vnderstanden vnd sich sunst mit vil landen, uns, dem heiligen reich, auch den cronen Franckreich, Arragon vnd andern rechtlich zuͦgehoͤrend, gereichert vnd in soͤlh macht, gewaltig, hohmuetig regiment gesetzt haben, das zuͦ besorgen gewest, wo nit durch obberrürt ainigung vnd vertrag darein gesehen, wer der cristenlichen regierung, so von dem allmechtigen ordenlich gesetzt vnd Šfürsehen ist, jrrung, zerruttung, smach und beswaͤrd zuͦgewarten gewesst vnd darauf gestanden, das die Uenediger als ain gewaltig comun noch weyter gegryffen vnd zuͦletst das reich, wie vor zeiten die Roͤmer getan haben, in jr herschen vnd gebiet pracht hetten.

    Auf soͤlhs vnd sonnderlich, vmb den rawb, auch die vngehorsam vnnd verhandlung, so die venediger an der heiligen roͤmischen kirchen begangen haben, hat Sy vnser heiliger vater, der Babst, nit vnbillich in swaͤrn Ban erkannt vnd publiciert7, darauf vns als der heiligen roͤmischen kirchen aduocaten, darzuͦ /78’/ vnnser lieb prueder, die künig von Franckreich vnnd Arragon, zuͦ hilff, scherm vnnd rettung erfordert vnnd ersuecht. Das haben wir angesehen vnd zuͦ hertzen genomen, vns aus vnnsern niderlannden herauff gen wormbs zuͦ vnsern lieben Neuen vnd oheimen, den churfursten, fürsten vnnd stennden des reichs, auff berürten tag, souil jr damals gegenwurtig gewest sein, gefuegt, jnen die obangetzaigt loblich verstentnuss, ainigung vnd vertrag erzelt vnnd furgehalten, jrer hilff, rat vnd beystands, darumb Sy auch von vnnserm heiligen vatter, dem Babst, durch seiner heiligkeit breue [Nr. 272] hoh ermant vnnd ersuecht sein, begert, darauff vnnser raͤte soͤlh vnnser begern zuͦuerfolgen vnd zuͦ solicitiern bey jnen gelassen vnnd unns zuͦ den sachen fürderlich herein gefuegt, ungetzweyfelter hoffnung, das an der versamblung des reichs hilff nit manngl erschinen sein soͤlt–b.

    [2.] cUersammlung: Aber auff obertzelt loͤblich verstentnuss, ainigung vnd vertrag, auch vnser gnedig ansuechen vnd begern vnd vnsers heiligen vaters, des Babsts, eruordern hat vns die versamblung des reichs jr hilff vnd beystand zutuͦn gewaͤgert vnd abgeslagen durch nachuolgend hanndlung vnd vbung gegen vnsern verordenten raͤten zuͦ wormbs. Nemlich haben vnser lieb Neuen, oͤheimen, churfürsten, fürsten vnnd stend auf ain erste vnnd vor gegeben jr antwurt [Nr. 275], die hie zuͦertzellen on not ist, repetiert vnd angetzaigt etlich vrsachen, dero eine sein sol–c djr vnuermoͤgenlicheit, die Sy beswaͤrts gemuets antzaigen, offennlich vor augen stee vnnd der vnnseree raͤte selbs guͦet wissen tragen soͤllen, darumb Sy sich nit klain tuͦn verwundern, das von vnsern raͤten sich soͤlher jrer warer, gegrundter anntwort befrembdt vnnd beswaͤrt werde; wann offennlich vnd vnuerporgen sey, was mercklichs lassts, beswaͤrung vnd costens das heilig reich in kuͦrtzuergangen jarn bey vnnsern zeiten durch vilfaltig reichstaͤg mit zerung, nachraisen, krieg vnd hilff erlitten hab, daraus vnd Šanndern vrsachenf die stend vnd die jrn in jrn camern vnd seckeln dermassen erschepfft vnd entploͤst sein, das nu zuͦrzeit nit mer /79/ also zuͦhelffen in jrm vermoͤgen stee, wie dann die vorig jr anntwort zuͦerkennen geb–d.

    Kayserlich Maiestat: Soͤlh der stennd antzaigen jrs vnuermuͦgens haben wir jnen jüngst durch vnnser raͤte in schrifft [Nr. 276] ablegenn vnnd widerreden lassen, desgeleichen wir hiemit noch tuͤn vnnd repetiern, nemlich, das soͤlh anntwort vnd entschuldigung nit stat noch grund haben mag, auch etwas schimpflich zuͦhoͤrn ist; dann wir vnnd menigclich wissen vnnd erkennen jr vermuͦgen beyleuffig so wol als Sy selbs; wo das nit wer vnd wir jr vnuermügen im grund so gross, als Sy es fürgeben, wessten, wolten wir Sy vngern ansuechen; aber jr vermügen ist vonn gnaden gots noch so gross vnnd weyt, das Sy vns, dem heiligen reich vnnd jnen selbs zuͦ ern vnd wolfart mit ainer angeslagen hilff, die yegclichen stand in sonnderheit wenig beswaͤrt vnd doch ain treffennliche antzal pringen mag, wol erschiessen vnnd dannocht in jrn stennden vnerarmet pleiben vnd besteen mügen. Sy ermessen pillich das mitleyden vnnd darstrecken, so wir die zeit vnnserer regierung bisher dem reich vnnd tewtscher Nacion zuͦerlanngen das, so ietzo hoffenlichg vor augen ist, gethan, vnser erblannd vnd leut damit vertiefft vnnd verkuͦmbert haben; wo wir nu derselben nit souil gehabt, wie das reich von der stennd iaͤrlichen stewrn vnd andern anslegen vnd darstrecken, bißher beschehen, gegen den mercklichen, vilfaltigen anfechtungen, so jm zuͦ gestannden sein, gehanndthabt vnnd behalten werden mugen het, ist jnen vnnd menigclich wol zuͦrechnen. Es muesst desshalben zuͦgedenncken sein, wo wir mit tod abgiengen, der allmechtig well vnns lanng fristen, das die churfürsten, fuͦrsten vnnd stennd das römischh kayserthuͦmb, dieweil das so hohen costen bedarff vnd ainem kayser so slechte hilff dauon beschicht, nit erhalten, sonnder jrer armuͦet halben dauon steen moͤchten, das doch zuerparmen wer. Wol moͤgen wir achten, wann Sy jrn fuͦrstenthuͦmben, Stifften, Staͤten, Camerni, Comunen vnd vnderthanen kain beswaͤr noch abpruch antuͦen, sonder allain gedencken wellen, dieselben zuͦreichern vnd schaͤtz zuͦsameln, das Sy vileicht nit vbrigs haben moͤchten. Sy sein aber vns vnnd dem heiligen reich auch hoh gesworn vnd verpflicht, wie Sy all selbs wissen; so Sy dieselben pflicht erwegen, finden Sy villeicht schuldig zuͦ sein, vnns vnnd dem /79’/ reich zuͦ handhabung, ern vnd wolfart auch mitzuͦtailn, ob schon soͤlhs mit jrm nachtail vnd vber wol vermügen beschehen solt, darfür wir es doch noch nit achten. Das sich nu die Stend beswaͤrn der vil reichstaͤg, so die zeit vnserer regierung gehalten, vnd der grossen mue, costen vnd zerung, so darauf geloffen sein, mugen die stennd vnd menigclich erkennen, dz dem heiligen reich vnd teütscher nacion vor vnserer regierung nye souil anfechtung, widerwaͤrtigkeit vnd sorgfeltigkeit begegnet sein Šals bey vnsern zeiten; darumb ist daruor des reichs versamblung nit so oft not gewesst; aber auf die menigfaͤltig anfechtung, beswaͤrd vnd sorgen, so dem reich vnd den teütschen bißher von vil nacion begegnet sein, haben wir getan, als vns von ambts wegen geburt vnd als der dem reich nichtz verabsawmen wellen hat; vnd darumb die stend so offt versameln muͤssen. Es ist wol vor jarn also gehaltenj, so dem reich ichtz obgelegen vnd not gewesst, das ain roͤmischer kayser oder künig die stend gesondert schriftlich ersuͦcht, darauf Sy sich dann gehorsam erzaigt; so aber wir das vnderstanden, haben wir befunden, das ye ainer auf den andern gewaͤgert vnnd damit wenig gehorsam erlangt; darumb hat not getan, Sy zuͦ den reychstaͤgen gemainlich zuͦuersameln; ob Sy darauf costen, zerung vnd muͦe von des reichs wegen geliten, deßgleichen vnd vil mer haben wir auch getan; wir lassen vns aber des nit dawrn, dann wir gedencken, das wir anhaim auch nit sonnder [= ohne] muͦe vnd costen leben mügen hetten.

    [3.] kUersamlung: Uerner ermessen die stend–k, als ob Sy diser hilff zutuen nit schuldig seyen, aus vorangetzaigten vnd nachfolgenden vrsachen, dero die erst sein sol, das vnser lainigung, vertraͤg, krieg vnd fürnemen on mjr rat, wissen vnd willen–m fürgenomen vnd aufgericht, wie dann notturfft des heiligen reichs in soͤlhen grossen, swaͤrn vnd dapffern sachen hoͤhlich tat erfordern, auch also im heiligen reich, wo jrer hilff begert, loblich herkomen vnd gepraucht sey–l.

    Kayserlich Maiestat: Darauf ist vnser antwort: Wir haben ain vertrag, ainigung vnd verstentnuss mit Baͤbstlicher heiligkeit, auch vnsern lieben pruͤedern, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon, gehandlt vnd aufgericht, vnser gewissen vnd phlichten gemaͤss, dem heiligen /80/ reich, tewtscher nacion vnd gemainer cristenheit zuͦ nutz, ern, lob vnd wolfart, das wir menigclich zuͦ erkennen geben. Aber gelegenheit der sachen hatt kainen verzug oder aufschub erleyden mügen; solten wir nu der stend rats vnnd willens gephlegen, so muesten wir zuͦuor ainen reichstag beschriben, jrn rat ersuͦecht vnnd dann erst zuͦ der handlung der verainigung gegriffen haben, das noch auff hewtigen tag nit beschehen sein moͤcht, dardurch der loblich, nutzlich vertrag vnnd ainigung gehinndert vnd zuͦ rugk gestelt vnd die gegenwürtige vnser eerliche, aufnemliche vnnd sighaffte fürnemen nit beschehen waͤrn. Deßhalben mainen wir, es sey nit not gewesst, hetten auch vnsern phlichten nit gnuͦg getan, die sachen auf Sy in soͤlh harr vnd versaumnuss zuͦstellen, Sonnderlich, so wir bedencken, das auf etlichen vergangen reichs tagen durch vns, auch churfürsten, fuͦrsten vnnd stend bedacht worden ist, ainigkeit mit Franckreich zuͦsuͦechen, nemlich wider die Uenediger vnd vnglaubigen; so wir nu die loblich erlangt haben, so wil vns das in args gemessen werden, daraus abtzuͦnemen ist, als ob die stend Švileicht suechen, zwischen vns vnd jr selbs zwittrecht zuͦerwecken, dardurch das reich in zerrüttung gefuͦrt werden moͤcht; vnnd erscheint sich, das die vrsach jrs abschlagens der hilff sey nit jr vnuermügen, sonnder allain ain vnwillen, den jnen ettlich fürnemen, vmb das wir jrs rats nit gephlegen haben, das dann aus vorberürten vrsachen kain wegs fuͦeg noch stat gehabt hat.

    [4.] Uersammlungn: Zuͦm anndern vermainen die stend, der hilff nit schuldig zuͦsein, vmb das Sy onit wissen moͤgen, was nutz oder schadens, vortails oder nachtails dem heiligen reich aus soͤlhen ainigungen vnd vertregen entsteen müg, dess Sy doch pillich, dieweil jrer hilff begert wirdt, mitwissens emphangen hetten–o.

    Kayserlich Maiestat: Unnser antwortp: Guͦet ist zuͦuernemen vnd zuͦwissen vnd wellen aber den Stenden selbs vnd menigclich zuͦerkennen geben, das die verainigung vnnd tractat in allem jnnhalt dem heiligen reich, tewtscher nacion vnnd gemainer cristenheit in kainen /80’/ weg nachtailig noch abpruͦchig, sonnder mer hohloblich, erlich vnd aufnemlich sey. So mag nit wol dargethan werden, als ob die Stend soͤlher verainigung vnnd vertrag als gar nit wissen tragen; wir sein doch darumb nechst an vnnserm herauf ziehen zuͦ inen gen wormbs komen, haben jnen soͤlhen vertrag offennlich vnnd in gehaim clar angetzaigt vnd darjnn garq nichtz verhalten, den Sy jnen auch desselben mals wolgefallen lassenn, nichtz darein noch darwider geredt vnd sich etlich gegen vns trostlich mercken lassen, als werd auff soͤlhen vertrag an der stend hilff zuͦ disen loblichen, erlichen fuͦrnemen nit manngl sein. Es ist scheinparlich zuͦmerckenn, das der allmechtig von hymel soͤlh ainigung vnnd vertrag geschickt hat vnnd jm die wol gefallen lasst; das ertzaigt Er mit dem, das Er der Baͤbstlichen heiligkeit, auch vns vnd vnsern pruͤedern, den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon, so wunderparlich, vnnatürlich sig, gnad vnd glück in so kurtzer zeit zuͦ eroberung nach aller der Uenediger lannd verlyhen hat; warumb wellen jnen dann die stennd des reychs dieselb ainigung vnd vertrag nit auchr gefallen lassen?

    [5.] Uersammlung: Zuͦm dritten besorgen die Stend, swie aus vor beschehen hilfen sich ertzaigt haben sol, wo vnns die begert hilff von jnen zuͦ tuͦn müglich, das dannocht wir vnd das heilig reich ee vnd mer in vertieffung vnd vnrat wann in erhebungt oder aufnemen dardurch gelait oder gefüert werden moͤchten; dann wiewol die jüngsten zwo hilff gehaltner reichstaͤg zuͦ Coͤln vnd Costenntz vber wol vermügen der stennd bewilligtu, so sey doch vns vnnd dem heiligen Šreych kain nutz, sonnder alain nachtail, schimpff vnnd schad deshalb erwachsen vnd komen. Sy geschweigen darbey annderer grosser hilff, daruor geschehen, das alles die stend nit vnbillich hohlich beswaͤr vnd in betrachten beweg–s.

    Kayserlich Maiestat: Darauff ist vnnser anntwort: Nyemand mag vns mit grund beschuldigen, das wir die zeit vnnserer regierung das reich in ainich vertieffung vnd vnrat gefüert; dann was wir bisher gross /81/ (das reych betreffennd) gehanndlt, haben wir altzeit mit der stennd rat getan vnd darumb souil versamblung, der Sy sich oben beswaͤrn, haltenn muͤessen. Das aber auff die hilff von Coͤlln vnd Costenntz, auch ander vorgehalten reichstaͤg, wenig fruchtpars, sonnder nachtail, schimpf vnnd schaden erwachsen sein sol, Wissen wir nit sonndern nachtail vnd schaden dem reich beschehen, aber wol vns vnd vnsern erblannden. Der schimpf (ob ainicher daraus entstanden waͤr) sol pillich nit vns, sonder ee den stennden zuͦegemessen werden; dann Sy haben schimpflich dartzuͦ getan vnd sein des vrsach jrer lanngsamen, vnvolkomen hilff halben vnnd nit wir, dann wir alltzeit vnnser leib, leben, camerguͦet, lannd vnd leuͦt zuͦ den sachen dargetan, so Sy des merern tails anhaim pliben sein; vnd so ye der puncten, daz auff die ergangen hilff gehaltner reichstag vnns vnd dem heiligen reich kain nutz erwachsen sey, angeruert wirdt, dess haben wir vnns pillicher dann die stennd zuͦbeswaͤrn; dann Sy vnns alweg durch jr bewilligen vnd zuͦesagen der hilffen zuͦ vnnsern fürnemen vnnd darauf in grossen costen vnnd darlegen gelait vnnd dann jr hilff, uͤber das die wenig vnnd gering gewesst ist, dannocht so lanngsam, sewmig, vnuolkomen vnnd vnordenlich gehalten vnd geraicht, das damit nichtz fruchtpars ausgericht werden mügen vnd vnns geursacht vnd gepracht hat in verschwenndung vnsers camerguͦets, versawmnuss vnd verwarlosung vnnserer lannd vnd leuͦt, auch vmb annders, so vns zuͦgestanden sein soͤlt vnd moͤcht, als hungern, Britani [= Bretagne], Mayland, gantz jtalien etc., das alles wir mit gnaden des allmechtigen, wo Sy jr tapffer hilff zuͦ rechter zeit vnd volkomen dartzuͦ gethan hetten, auf des heiligen reichs oder vnser erblich oder erheyrat gerechtigkeiten erobert vnnd behalten vnnd also dem heiligen reich vnd tewtscher nacion anhengig gemacht haben woͤlten, wie wir vns dess auf allenv reichstagen gnaͤdigclich vnd getrewlich erpoten haben. Und darumb, wo Sy vnns vnnd dem heiligen reych noch nit trostlicher, ordenlicher hilff tüen wolten dann bisher, waͤr waͤger [= besser], Sy der zuͦerlassen dann die antzuͦnemen. /81’/ Wo aber die Stennd vileicht gedaͤchten vnd vermainten, als ob jr bißher getan hilffen vns vnd vnnsern hewsern oͤsterreych vnnd Burgundi zuͦ statten vnd guͦetem komen vnd beschehen waͤrn, So geben wir jnen zuͦermessen, das die genannten vnserw hewser oͤsterreich vnnd Burgundi sluͤssel vnd clausen des heiligen reichs vnd tewtscher nacion sein gegen allen anfechtern vnd widerwaͤrtigen, glaubigen vnnd vngelaubigen; vnnd was denselben hewsern hilff vnnd fürdrung beschehen, wer doch dem heiligen reich Švnd tewtscher nacion getan; dann so dieselben hewser oͤsterreich vnnd Burgundi in bestand vnnd wesen vor jrn anstoͤssern vnnd widerwaͤrtigen gehandthabt sein, so ist das reych dardurch behalten. Wann Sy aber (daruor der allmechtig sein well) verlassen vnnd vom reich getrennt werden soͤlten, waͤr zuͦebesorgen, das das reych vnd die tewtschen von frembden nacion vberfals, beschwaͤrung vnd ellends, das ietzo nymandt gedenncken will, gewarten muͤesten. Zuͦsampt dem, so haben dieselben hewser oͤsterreich vnnd Burgundi dannocht allweg gegen den anfechtern vnnd widerwaͤrtigen gar vil mer lasst, mitleyden, costen vnd darlegen weder annder Stend des reichs getragen vnd getan, alles dem heiligen reich vnd tewtscher nacion zuͦ aufenthalt vnd guͦetem.

    [6.] Uersammlungx: Auf die vierd vrsach, derhalben die Stend vns vnd dem reich nit vermainen zuͦhelffen, nemlich also lautend: yWo jnen die begert hilff moͤglich vnnd Sy die taͤtten, das soͤlhs angesehen vnnd geacht werden moͤcht, als ob Sy in die angetzaigten (doch jnen vnwissend) vertraͤg vnd wie die geschehen, ob Sy gleych dem reich nachtailig waͤrn, gewilligt vnd gehollen hetten. Zuͦsampt dem, das soͤlhs der handlung nechstgehalten reichstags, die mit hoher vernunfft vnd betrachtung bewegen worden, nit gemaͤss, das sich Churfürsten vnnd ander stend getrewlicher maynung erpotten gehabt, Jr treffenlich potschafft zuͦ dem künig zuͦ Franckreich zuͦschicken, mit demselben des hertzogthuͦmbs Maylandt vnnd annderer sachen halben, das heilig reych vnnd die cron Franckreych betreffend, zuͦhanndlen vnd vnrat zuͦ fürkomen, mit hohem erpieten der stennd, wo sich /82/ derselb künig nit gleicher ding gegen vns weisen lassen wolt etc., das jnen aber von vns desselben mals abgeschlagen vnnd nit verfolgt sein sol, nit on nachtail vnnd beswaͤrung des reichs, als die stennd besorgen–y.

    Kayserlich Maiestat: Wir haben in ainem artickel oben ertzelt, das die ainigung vnd vertrag in kainem innhalt dem heiligen reich nachteilig noch abpruchig; dann wir sein alzeit des guͦeten gemuͦets, dem heiligen reich so vngern etwas zuͦuerliern oder zu vertaͤdingen8, als Sy es sehen mügen; so aber die ainigung vnnd vertrag dem heiligen reich vnd tewtscher nacion zuͦ hohen ern, lob, aufnemen, rue vnd frid raichet, darzuͦ istz der stennd bewilligungaa nit not gewest, sonder wir haben des als regierender roͤmischer Kayser nach schickung des allmechtigen, auch hohem rat vnd erwegen vnd dem heiligen reich, tewtscher Nacion vnnd gemainer cristenheit zuͦ guͦet aus vnns selbs wol fuͦeg vnd macht gehabt; wo jnen dann die stennd solchs nit lieb sein lassen wolten, moͤcht jnen darumb vbel gesprochen werden in ansehung jrer phlicht vnd ayd, die Sy wol weisen, was Sy vns vnd dem heiligen reich goͤnnen vnd Šschuldig sein sollen. Mayland halben haben wir den stenden nechst durch vnsere raͤte vnser antwort vnd maynung [Nr. 411, Pkt. 5] fürhalten lassen, desgleichen wir hiemit noch tüen, das wir anders nit darjnn gehandelt dann wie auf vergangen reichstaͤgen die stend vnd sonderlich churfuͦrsten vnd fürsten geraten haben, nemlich solcher gestalt, das wir vnns befleyssen solten, mit Franckreich in ainigkait zuͦkomen, sonder wider Uenedig, vnnd jn darauf mit Mayland zuͦbelehnen; dann ain künig von Franckreich stüende ainem roͤmischen kayser oder künig für ain lehensman des heiligen reichs pas an dann ain aigner hertzog zuͦ Maylannd.9 Solher jrer maynung vnd ratsleg von vorigen reichstagenn sein wir noch wol ingedenck; haben darfür gehabt, was jnen desselben mals gefallen, es hett ietzo auch nit waͤgerung bey jnen gehabt; wo wir aber gesorgt, das Sy auf jedem reichstag ainer sonndern vnd andern maynung sein wolten oder das gelegenheit der sachen souil pitt vnd aufschub erleiden mügen, hetten wir wol bedacht, Sy vor zuersuechen; vnd also haben wir dem reich mit Mayland nichtz vertaͤdingt, es ist gleich so wol lehen /82’/ als vor; vnnd wo wir vnserm pruͦeder [Kg. Ludwig] von Franckreich die belehnung nit getan, so her ers dannocht gehabt; vnnd wer zuͦbesorgen, vnns vnnd dem reich swaͤr gelegen, jn dauon zuͦdringen, dann wir haben das lanng versüecht vnnd angefochten, vnser leib vnnd guͦet daran strecken wellen, wie menigclich gemerckt vnd gesehen. Es hat aber bey den stennden jrer hilff vnd zuͦethuͦens halben nye sein mügen, sonder Sy haben sich alweg mercken lassen, das jnen Mayland lieber der gstalt in des künigs zuͦ Franckreich hand sey dann in weylennt hertzog Ludwigs [Sforza], darauf Sy mercklichen costen dasselb zuͦerobern darlegen müessten; vnd vnns also vnnser ansynnen vnd fürnemen Mayland halben doch auf zwayen reichstaͤgen gestracks abgeslagen.10 Demnach wellen wir darfuͦr achten, das wir mit dem wenigen vnnd mindern als alain mit der belehnung Mayland dem heiligen reich vnnd teutscher nacion ain merers aufgericht vnd gestifft haben, das ist die loblich ainigkeit vnnd vertrag, daraus dem reich, tewtscher nacion vnd gemainer cristenheit, ob got wil, aufnemen, handthab, frid vnd ruͦe gedeyhen sol, als sich dann noch bißher in voltziehung soͤlher ainigkeit vnd vertrag troͤstlich erscheint in dem, das wir nuab alles das, vns von der ŠUenediger land vnd gepieten in soͤlhem vertrag zuͦepartheyt11, das doch ain maͤchtig ding ist, nach ganntz erobert vnd in vnnser gewalt vnnd gehorsam pracht haben.12 Dergleichen glücks, sigs vnd aufnemens wir vns hinfür zuͦ dem almaͤchtigen wol getroͤsten. Das wir aber zuͦ Costentz abgeslagen haben sollen, ain potschaft in Franckreich zuͦschicken, dess gesteen wir nit in der gestalt; wir gedencken wol, das davon gehandelt worden, und ist der Stennd maynung gewest, ein slechte vnd geringe potschaft zuͦuertigen13; das moͤgen wir wol widerredt haben vnd pillich in bedacht, das vnns, den Stenden vnd gantzer tewtschen nacion gross vnansehen, smach vnnd verklainerung daraus erwachsen waͤr, aber ain maͤchtige, raͤtliche potschaft abtzuͦfertigen haben wir nye gehindert, sonnder mer gefuͦrdert vnd solicitiert, sein auch darauf willig gewest, vnsernn gepuͤrenden costen dartzuͦlegen. Darjnn sich aber die Stennd des costenns beswaͤrt vnd also die potschaft zuͦfertigen ersitzen lassen haben.

    [7.] /83/ Versammlungac: Für die funft vrsach melden die Stend, als ob Sy vnns vnd dem reich zuͦhelffen nit schuldig sein, nemlich, addas bisher nye mer im reich gehoͤrt, das ain soͤlh treffenlich eylend vnd stuͦmpf14 hilf zuͦuor vnberatslagt, auch zuͦ vngelegner zeit zuͦschicken gefordert oder begert sey–ad.

    Kayserlich Maiestat: Gegen demselben bedunckt vnns, dise hilff soͤlt die zeither, so die Stennd bey ainander versamblt gewesst, wol beratslagt vnd nu in kürtz auftzuͦpringen muͤgen sein. Uns ist die verainigung vnd vertrag auch so gaͤhs [= plötzlich, überraschend] zuͦegestanden, das vnns vnnd dem reich, auchae vnsern gegenwürtigen fürnemen, wie obsteet, ainichen aufschub darjn zuͦ tuͦn nit nuͦtz, darumb auch not gewesst ist, die hilff gaͤh zuͦuordern vnnd auftzuͤpringen; dann dise vnnser fürnemen haben eroͤffnung vnd auspraituͦng lanng vor der tat nit leiden muͤgen, sonnder ist das gewinlichist gewesst, die Uenediger vnuersehen zuͦvbereiln; dann solten vnser fürnemen lanng daruor vmbgetrochen worden vnd an die veind gelangt sein, waͤr vnns vnnd dem heiligen reich beswaͤrdt vnd sorg vnd den Uenedigern kundtschaft, sterckung, schicklicheit vnd hoffnung darauf gestanden, das Sy nit (also zuͦschaͤtzen) auf ain tag zuͦ grund gangen waͤrn, wie dann in den weg beschehen ist; vnns hat auch gepuͦrt, kurtz nach vnserm lieben pruͦeder von Franckreich vnd neben Švnserm heiligen vatter, dem Babst, antzuͦgreifen, in ansehung vnnd crafft der verainigung vnnd vertrag, darein wir alain Sy bewegt vnnd pracht15, haben aber darbey wol bedacht, das der Stennd kriegsvolckh, so Sy vns bewilligen wuͦrden, villeicht nit so leidlich waͤrn, in die hitz zuͦtziehen, als die vnnsernaf; vnd darumb ietzo den vortzug mit vnnsern leuten getan, sein dess auch noch in staͤter vbung vnd merer rüstung, Auf das, so sich die stennd ainer tapfern, trostlichen hilff entsliessen würden, das jrn leuten die herbst zeit zuͦ statten komen moͤcht. So wissen wir kain füegclicher zeit durch das jar zuͦ kriegen dann die Suͦmer zeit, darumb on not von den stennden zuͤ vrsach genomen wirdet, als soͤllen wir die hilff zuͦ eilend, stümpf vnd vngelegner zeit erfordert haben.

    [8.] /83’/ Uersammlungag: Darnach melden die Stendt in jrer antwort, das ahaus angetzaigten vnd andern vrsachen, der auch wol mer zuͦertzellen wern, jr vertrawen vnd hoffen sey, das sich soͤlcher jrer gegeben notturftigen, waren antwort weder vnser räte noch iemands anderer mit pillicheit zuͦbefrembden oder zuͦbeswaͤrn haben sol etc.–ah

    Kayserlich Maiestat: Darzuͦ sagen wir, wo die Stend dergleichen vrsachen noch mer dartaͤten, westen wir die in hofnung mit guͦetem gründt wie die obgeschriben zuͦuerantworten vnd zuͦ widerlegen; das aber wir vnd meniglich, der lieb, naygung vnd gehorsam zuͦ vns tregt, soͤlcher abslegigen anntwort nit klain, sonnder hoh befrembden, beswaͤrn vnd behertzigen haben, das ist menigclich zuerkennen pillich, in ansehuͦng, das Sy vnns, das heilig reich vnd tewtsche nacion in disen loblichen, erlichen, aüfnemlichen vnd hoffennlichen fuͤrnemen, dergleichen in menschen gedaͤchtnus nye vorhannden gewest sein, also zuͦuerlassen vermainen.

    [Uersammlungai:] Wir mercken verrer aus der Stennd antwort vnnd schrifft, ajwo wir in soͤlhem vnnserm swaͤrn fürnemen jrs rats gepraucht, wie jm reich herkomen, die nottuͦrft erfordert vnnd pillich beschehen wer, was Sy vnns dann geraten hetten, darinn wolten Sy sich als die getrewen vnd gehorsamen on zweyfel mer, wann wolak jr vermuͤgen gewesst, ertzaigt vnd gehalten haben–aj.

    Kayserlich Maiestat: Soͤlhs bedunckt vnns gleich ain widerwaͤrtigs sein, dann jr erste vnd principal vrsach gewest ist jr vermaint vnuermoͤgen, vnnd hie melden Sy, wo wir jrs rats gephlegen, was Sy vnns dan geraten, darinn wolten Sy sich vber jr vermuͤgen ertzaigt haben; das gibt vns ain antzaigen ains vnwillens Švon etlichen, die den vrsachen, welhen vnwillen wir doch vmb dieselben noch annder nit verschuldt, sonder vnns mit vnserm leib vnd guͦt, auch erblannden vnd leüten in des heiligen reichs obligen zuͦvil dartzuͦ gemüet vnnd beswaͤrt haben; wo nuͦ soͤlher vnwillen dem heiligen reich nit zuͦ nachtail kaͤm, waͤr vnns der auch dest ringer zuͦ tragen.

    [9.] /84/ Uersammlungal: Zuͦ letst ertzellen die stend, amSy zweyfeln nit, wo die Baͤbstlich heiligkeit herkomen vnd gelegenheit der stennd vndan tewtscher nacion, wie zuͦm tail obangezaigt, auch wie vnnd zuͦ welcher zeit dise sachen an die stend gelangt sein, bericht werde oder wuͦrde, jr Baͤbstlich heiligkeit wurde der gegeben antwort kain misfallen tragen, sonder der stend gelegenheit vnd notturft in solchem gnedigclich bedencken–am; aowo auch wider die vnglaubigen oder türgken mit ainer stattlichen expedicion oder zug solt gehandelt werden, als dann notturft der selben sachen wol taͤt erfordern, oder so die Baͤbstlich heiligkeit oder cristenlich kirch von iemand beschwaͤrt oder benoͤtigt waͤr oder wurd, so wolt sich zuͦm vorderisten nach ermessung der stennd in solcher swaͤrn, grossen sach gepürn, das zuͦuor vil cristenlicher gezüng vnnd gewalte zuͦsamen erfordert, mit jr aller rat von sachen der notturft zuuor gehandelt, wie vnd welcher mass solcher zug vnd handlung zum pessten vnd geschicktisten solt vnd moͤcht fuͦrgenomen werden, damit die hilff in solchem allenthalben auf müglich zeit gleichmaͤssig vnd auf alle stend vnd glider, hoch vnd nider, aufgetailt vnd nit allain auf den gehorsamen klainen tail des reichs gelegt, auch zuͦuor cruciat16 vnd anders gegeben wurd, wie dann vormals in solchen faͤllen mer gebraucht vnd geuͦbt sey; darinn wurden sich alle stennd des reichs on zweyfel als from, cristglaubig glider gegen der heiligkeit vnd dem cristenlichen glauben nach jrm vermügen zuͦ aller gehorsam erzaigen; der maynung wellen sich auch die churfuͦrsten mitsampt gemainen stenden auf die Babstlichen ausgangen breuiaap vnd anders, derohalb fürgehalten, verantwort haben–ao. aqDarumb vnd aus angezaigten vrsachen die stend des reichs auf jrer gegeben anntwort besteen etc.–aq

    Kayserlich Maiestat: Hierauf vnd auch fur das letst achten wir, die Babstlich heiligkeit hab herkomen vnd gelegenheit des reichs vnnd der stend gnuͦgsam kundschafft, vnd wer vnsers bedunckens nach so guͦet, jr heiligkeit vnd menigclich wessten nit souil darumb; was gefallens aber jr heiligkeit ab der stend Šhandlung tragen, wirdet jnen jr heiligkeit vngetzweifelt wol zuͦuersteen geben; was auch sunst in tewtschen landen vnd durch die gantz cristenheit von den jhen, die villeicht ains andern gemuets sein, darzuͦ geredt, wirdet Sy on zweyfel auch furkomen. Als aber die stend vnderricht tuen /84’/ [von] ordnung vnd wesen des zuͦgs wider die türgken oder vnglaubigen, auch zuͦ hilff Baͤbstlicher heiligkeit vnd der kirchen, So soͤllen die Stennd wissen, das ditz vnser mitsambt Baͤbstlicher heiligkeit, auch der künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon verstenntnuss vnnd fuͦrnemen nit angefangen sein, alain die Uenediger (vmb jr lanngher pracht veraͤchtlich, gewaltig, vngoͤttlich herschen, auch vmb das Sy der heiligen kirchen das jr gewaltigclich entwert vnd vorgehalten, Sich darzuͦ dem cristenlichen wesen in etlich ander weg vngemaͤss gehalten vnd vnderstanden haben, der Baͤbstlichen heiligkeit vnnd kirchen weyter widerwaͤrtigkeit vnd trangar aufzuͦtun) zuͦstraffen, sonder auch auf die vnglaubigen zuͦ ziehen; als wir dann hewtigs tags willenns sein, so wir nu mitsampt Baͤbstlicher heiligkeit vnd den künigen zuͦ Franckreich vnd Arragon den Uenedigern das lannd nach alles bis an die Statt Uenedig mit gottes hilff abgewunnen haben, vnns auf das wasser zuͦbegebenn vnnd zuͦ vndersteen, die vbrig jr macht, damit wir all künftiger aufruͦer vnd beswaͤr von jnen vberhaben vnd gesichert sein, auch niderzülegen, zu tewtscher nacion in vnser gehorsam zuͦpringen vnd fuͦrter wider die vnglaubigen zuͦtziehen; wir kuͦnden auch nit gedencken, das soͤlhs bißher ye füegclicher vnd schicklicher gewesst sey vnd sich hinfuͦr nymmer dergstalt begeben noch reymen moͤcht, dann so wir ietzo mit Baͤbstlicher heiligkeit vnnd vorgenannten vnnsern lieben pruedern in verstentnuss vnd ainigkeit sein. Wir, dieselben vier, als die maysten der cristenheit haben dise fürnemen gnuͦgsamlich bedacht vnd erwegen, auch nit für not geacht, weiter gezuͦng zuͦsamen zuͦfordern, aus vrsach, das soͤlhs lange weyl, mercklichen costen vnnd versawmnuss gepert het; damit wellen wir dargetan haben, das dise furnemen nit alain wider die Uenediger, sonder auch die vnglaubigen gnuͦgsamlich beratslagt vnd nit not noch guͦet gewest, annder oder mer getzung zuͦsamen zuͦ pringen, dieweil doch dieselben vnd, zuͦschaͤtzen, die gantz cristenheit alle vns viern verwandt sein; darumb auch wir vier durch vnser potschaften die andern dannocht ersuͤecht haben.17 Dann solten die sachen dergstalt, wie die Stennd vor jn haben, fürgenomen, die cristenheit moͤcht nymer mer wider die vnglaubigen aufpracht werden; darbey wellen wir der Stend maynung, als ob Sy auf die Baͤbstliche Breuia entschuldigt sein, widerlegt /85/ vnd vnnserm heiligen vatter, dem Babst (ob Sy seiner heiligkeit gnuͦg oder nit getan) haimgesetzt vnd befolhen haben; wir besorgen Švnd gedencken aber, die Stennd werden klainen danck bey seiner heiligkeit erlangen, dann Er jr vnuermügen vnd entschuldigen gleich so für ungegruͤndt als wir erkennen vnnd annemen wirdet.

    Dem allem nach ermanen wir die Churfursten, Fürsten vnd Stennd vnser vnnd des heiligen reichs aufs ernstlichist vnd hoͤst, so wir Sy alsas jr erwelter roͤmischer kayser zuͦmanen haben, das Sy vnangesehen der obertzelten vnnd aller annderer vermainter vrsachen vnnd aüstzüg die cristenlich kirchen in krafft Baͤbstlicher heiligkeit erfordrung, aüch das heilig reich vnnd tewtsche nacion jrn phlichten vnd ayden nach kains wegs verlassen, sonnder sich denselben zuͦ hilff vnnd beystand vnd zuͦ ausfuerung des gegenwurtigen goͤttlichen taͤglichenat sigs nochmals ainer tapfern, troͤstlichen, ordenlichen antzal kriegsvolck entsliessen, die auch aufs eilendist, so muglich ist, berait machen vnd zuͦ vns vertigen; des wellen wir vns noch gnedigclich vnnd freuntlich zuͦ jnen getroͤsten vnd versehen. Geben auin vnser Statt–au Triennt am viertzehennden tag des Monats Junii Anno etc. nono, avUnsers reichs, des Römischen im vierundzwainzigisten jarn–av.

    [10.] /85’/ awDJser obgeschriben vnserer schrift antwort vnd ansuͦechen haben die churfürsten, fürsten vnd stend des reichs, vber das Sy durch vnsere raͤte zuͦ wormbs hoch vnd streng darumb ermant vnd ersuͦecht worden sein, nit erwart, sonder sich auf jr obbegriffen maynung vnd dartuen, vnsern raͤten in schrifft vberantwort, vor vnd ee jnen auch obertzelt vnser verantworten vnd ansuechen zuͦekumen ist, erhebt, den reichstag geendet vnd auf jrer maynung wie vor beharret.

    Dieweil wir nu bedencken, das menigclich, so villeicht der handlungen nit wissen tragen, befrembden moͤcht, was doch die vrsach, derohalben vns, dem heiligen reich vnd tewtscher nacion von der versamblung des reichs die hilff vnd beystand vertzigen vnd abgeschlagen waͤrn, Ermessen auch, das vngezweyfelt dieselben vrsachen den churfürsten, fürsten vnnd stenden zuͦ fueg vnd vnschuld vneroffnet vnd vnberedt nit pleiben, daraus dann vns (wo wir vnser gegrundte antwort entschuldigung weise obgeschribner massen dagegen nit dartaͤten vnd erlauten liessen) vnglimpfen vnd schuld zuegelegt werden moͤcht, So haben wir vnserer eern halben fur not geacht, Euch allen vnd ieden insonderheit gestalt, schicklicheit vnd wesen vnserer, auch der churfürsten, fürsten vnd stend des reichs obbegriffen handlung hiemit zuͦ offenbarn, Ob aus dem, das Sy zuͦuor der Baͤbstlichen heiligkeit vnd nachuolgend vnns vnnd dem heiligen reich jr hilff vnd beystand zuͦ disen vnsern loblichen, goͤtlichen fürnemen nit bewisen hetten, dem heiligen reich vnd tewtscher nacion ainich beswaͤrd zuestuend vnnd erwuechse, das der allmechtig vorhueten welle, als auch wir Šmit darstrecken vnnsers leibs vnnd guͦets zuͦ furkomen alltzeit begierigs hertzens willig gewesst vnd noch sein, damit doch wir entschuldigt seyen. Dann aus berurten der versamblung verziehen, waͤgern vnd abslagen muͦgen wir vns mit vnsern hewsern Osterreich vnd Burgundi zuͦ dem reich vnd tewtscher nacion hinfur wenig hilff, trossts vnd beystands versehen, dieselben vnser hewser zuͦ behalten vnnd zuhandthaben gegen vnd vor vnsern durchaͤchtern vnd widerwaͤrtigen, glaubigen vnd vnglaubigen, vor denen wir vnd die genanten vnsere hewser nu ob dreyssig jarn her dem heiligen reich zuͦ behuet vnnd guͦetem herten, swaͤrn last, anfechtung vnd krieg gelitten vnd ge- /86/ tragen haben, dergleichen vnns noch hewtigs tags obgelegen vnnd hinfür staͤtigs zuͦgewarten sein.

    Wir hetten doch gehofft vnnd getrawt, die versammlung solt bedacht vnd mitleyden gehabt haben vnserer mercklichen verluͦesst, so vnns ietz ain jar verganngen vmb des reichs vnd tewtscher nacion fürgenomner eer vnd wolfart willen begegnet, die vnd noch vil maͤchtigers vnd merers, dartzuͦ vns diser zeit mit sig, gnad vnnd glück des allmaͤchtigen widerkert ist. So muͦessen wir abnemen, als ob vnnser verluesst vnnd smach vnnd herwider vnser sig vnnd gluͤck bey jnen gleichmaͤssig bewegen vnnd geacht werd.

    Das muͦess aber kuͦmen vnnd entspringen aus etlichen, die vns miszgoͤnnen, zuͦ denen wir vnns doch jn ansehung vnserer gnaden, freuntschaft vnnd guͦettaͤt, der wir vnns gegen jnen befleyssen vnnd ertzaigt, kains vbels versehen haben.

    Begern demnach an euch all vnnd jegclich innsonderheit, dise vnnser vnnderricht vnnd dartuͦen entschuldigung weise fuͦr war vnd gegrundt antzuͦnemen vnd zuͦerkennen, vnns auch damit guͦetlich entschuldigt zuͦhaben; vnnd ob jemand aus jm selbs oder aus vnwissen oder ungegründtem erfarn ichtz dawider zuͦreden vnd antzuͦzaigen vermaint, so sein wir berait vnnd begirig, dem- oder denselben altzeit klarer bericht vnd gnugsam verstand zuͦgeben, das dise sach, als sich ietzo erscheint, lanngher durch vnnser miszgoͤnner auf vnns (zerrüttung im heiligen reich zuͦbewegen) bedacht und furgenomen ist; das wolten wir euch nit verhalten. Geben vnd gefertigt in vorgenanter vnserer Statt Triennt Am sechundtzwaintzigisten tag des Monetz Junij Anno etc. im Newnten, Unserer Reiche, des Roͤmi[s]chen im vierundzwaintzigisten vnd des Hungerischen im zwaintzigisten jarn–aw.