Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Vorbemerkung

Als Textvorlage dient das kursächsische Protokoll, da es die Verhandlungen im Kurfürstenrat am genauesten für den gesamten Zeitraum des RT mit sehr detaillierten Einzelvoten umfassend und sorgfältig aufzeichnet. Aufgrund der ausführlicheren Wiedergabe der Voten und des gesamten Verhandlungsgangs sowohl in der eigenen Kurie als auch bei den Relationen mit FR und SR wird es als Kernpunkt der Edition1der Kurmainzer Mitschrift vorgezogen, die zudem keine besonderen Spezifika eines Direktoralprotokolls ausweist, die die Heranziehung als Vorlage rechtfertigen würden. Lediglich die Eröffnung des RT und einige Tage, an denen keine Verhandlungen in den Kurien stattfanden, sondern anderweitige Vorgänge wie die Übergabe von Resolutionen protokolliert werden, fehlen in Kursachsen. Für diese dient Kurmainz als Vorlage2. Ansonsten werden das Mainzer Protokoll und die Kurpfälzer Mitschrift gemäß den Editionsrichtlinien der „Reichsversammlungen“3im Variantenapparat berücksichtigt und ausgewertet, falls sie Ergänzungen oder Abweichungen gegenüber der Textvorlage enthalten. Da diese drei Mitschriften die Gesamtdokumentation der kfl. Verhandlungen beim RT 1594 umfassend gewährleisten, wird die Kurbrandenburger Protokollierung nur ganz ausgewählt für die Kollationierung berücksichtigt. Die Protokolle von Kurtrier und Kurköln4konnten nicht aufgefunden werden5. Für alle im Folgenden dokumentierten Sitzungen, die im Stückkopf keinen Nachweis der Vorlage enthalten, wird Kursachsen grundgelegt, andernfalls ist die Verwendung von Kurmainz jeweils angegeben. Das Sitzungsdatum wird nach dem reformierten Kalender genannt, das Datum nach dem alten Kalender, maßgeblich auch für die kursächsische Mitschrift als Textvorlage, in Klammern angefügt.

Nachweise der Protokolle: Kursachsen6: Reinschr., wohl als bearbeitete Abschrift mit sehr wenigen Korrekturen, die offensichtliche Schreibfehler beheben. Votenprotokoll für den gesamten Tagungszeitraum des KR vom 6. 6. (27. 5.) bis 19. 8. (9. 8.), beinhaltend auch die Sitzungen des Redaktionsausschusses für den RAb, verfasst vom Protokollanten Johann Meißner.

Kurmainz7: Votenprotokoll, eigenhd. verfasst von Sekretär Peter Kraich8als Or.-Reinschr. mit wenigen Korrekturen, umfassend den gesamten RT von der Eröffnung am 2. 6. bis zur Verlesung des RAb am 19. 8., beinhaltend auch die Sitzungen des Redaktionsausschusses für den RAb. Die Mitschrift setzt bereits vor der Verhandlungsaufnahme ein mit Hinweisen auf das RT-Ausschreiben für 17. 4., die vorzeitige Anreise der Mainzer Kanzlei nach Regensburg mit der Ankunft am 26. 4. sowie auf folgende Anmeldungen von Kff. und Ff. Bei der Verhandlungsunterbrechung am 15. 7./16. 7. wegen des Magdeburger Sessionsstreits verweist es für die diesbezüglichen Beratungen an den folgenden Tagen auf ein ‚Nebenprotokoll‘, das jedoch nicht aufgefunden werden konnte. Das vorliegende Nebenprotokoll zur Magdeburger Sessionsfrage (Kurmainz A9) beschränkt sich auf informelle Verhandlungen katholischer Stände vor der RT-Eröffnung vom 20.–24. 5. (Auswertung in Kap. G).

Kurpfalz10: Ein ebenfalls detailliertes Votenprotokoll, verfasst von mehreren Hdd. als Or.-Reinschrift ohne Korrekturen und mit Nummernverweisen am Rand auf die im Protokoll angesprochenen Akten, umfassend den gesamten Verhandlungszeitraum im KR vom 6. 6. (27. 5.) bis zur Verlesung des RAb am 19. 8. (9. 8.), beinhaltend auch die Sitzungen des Redaktionsausschusses für den RAb. Die Autobiografie des als Kurpfälzer Rat anwesenden Fabian von Dohna enthält für den RT neben Angaben zur An- und Abreise nur den Vermerk: Was „daselbsten gehandelt worden, findet man in mein Protocol“11.

Kurbrandenburg A12: Die von Sekretär Andreas Lindholz angefertigte, offiziöse Mitschrift für Kurbrandenburg. Reinschr. (als Abschrift), teils verfasst in der 1. Person, beginnend mit knappen Hinweisen auf das Ausschreiben des RT, die Benennung der Kurbrandenburger Gesandten, deren Ankunft in Regensburg und wenige informelle Gespräche mit Verordneten anderer Stände vor der RT-Eröffnung, die sodann ebenfalls kurz geschildert wird. Die Verhandlungen im KR werden vom 6. 6. (27. 5.) bis zur Verlesung des RAb am 19. 8. (9. 8.) in Votenform dokumentiert, allerdings wesentlich weniger genau als in den Mitschriften für Sachsen, Pfalz und Mainz.

Kurbrandenburg13: Das eigenhd. von Kanzler Dr. Karl Barth verfasste Protokoll (Rapular mit Korrekturen) enthält im Gegensatz zu den bisher vorgestellten Mitschriften über den KR hinaus 1) interne Beratungen nur der Kurbrandenburger Gesandten unter sich, 2) deren informelle Gespräche mit Gesandten anderer Stände und mit ksl. Räten, 3) Verhandlungen ausgewählter protestantischer Stände sowie 4) im protestantischen Plenum und 5) die Sitzungen des KR. Letztere zeichnet es für den gesamten Verhandlungszeitraum (6. 6. {27. 5.} bis 19. 8. {9. 8.}; ansonsten beginnen die Einträge am 1. 5. {21. 4.}) mit den Einzelstimmen auf, wobei das eigene Kurbrandenburger Votum jeweils fehlt.

Die sehr gute Protokollierung der Verhandlungen im KR wird ergänzt von der kfl. Reichstagskorrespondenz, also den Berichten der Gesandten und den Weisungen der Kff., falls diese nicht persönlich in Regensburg weilten.

Die kursächsischen Berichte gehen sehr detailliert auf die jeweils aktuellen Sitzungen des KR ein, indem sie viele Voten ausführlich referieren und damit an vielen Stellen den Charakter eines Votenprotokolls tragen. Die Berichterstattung erfolgt weitgehend neutral und ohne Kommentierung der Voten. Der Berichtszeitraum ist wegen der zeitweiligen Anwesenheit Kuradministrator Friedrich Wilhelms zweigeteilt: Er reicht zunächst vor dessen Anreise nach Regensburg vom 3. 5. (23. 4.) bis 18. 5. (8. 5.), sodann nach dessen Abreise vom 21. 7. (11. 7.) bis 24. 8. (14. 8.). Ebenso verhält es sich mit den Weisungen des Kuradministrators (zunächst 9. 5. {29. 4.} bis 19. 5. {9. 5.}, sodann 2. 8. {23. 7.} bis 24. 8. {14. 8.})14. Die Berichte der Kurpfälzer Gesandten referieren für den KR ebenfalls viele Voten, wenngleich knapper als im Protokoll, und informieren Kf. Friedrich IV. in sachlicher Form ohne Kommentare über den dortigen Verhandlungsgang. Auch für die protestantischen Religionsberatungen geben sie vielfach die Voten der führenden und summarisch die Position der nachstimmenden Stände wieder. Insgesamt handelt es sich um ergiebige Berichte insbesondere auch für die informellen Unterredungen neben den offiziellen Verhandlungen. Der Berichtszeitraum reicht vom 25. 4. (15. 4.) nur bis 5. 8. (26. 7.), die Überlieferung endet damit vorzeitig noch vor dem Abschluss des RT. Zwar erfolgte die Unterrichtung des Kf. geschlossen meist in jeweils nur einem aktuellen Bericht für mehrere Themenbereiche, jedoch wurde die Ablage relativ streng thematisch geordnet mit der Folge, dass die einzelnen Berichte aufgeteilt wurden und Bestandteile davon separiert in verschiedenen Faszikeln zu finden sind15. Die Kurbrandenburger Reichstagskorrespondenz schildert die Debatten beim RT insgesamt ebenfalls genau, wenngleich sie für den KR nicht immer und für die protestantischen Verhandlungen kaum Voten referiert, sondern das Beratungsergebnis zusammenfasst. Sehr ergiebig sind die Berichte für informelle Unterredungen insbesondere zu den Religionsgravamina und zur Magdeburger Sessionsproblematik mit diesbezüglichen Hintergrundinformationen. Die Unterrichtung des Kf. erfolgte thematisch gegliedert, indem mehrere Berichte gleichen Datums geschickt wurden. So berichteten die Gesandten am 8. 6. (29. 5.) separat über die Verhandlungen im KR einerseits sowie über informelle Unterredungen zur Magdeburger Session und zu den Gravamina andererseits. Für den 27. 7. (17. 7.) liegen vier Berichte vor: 1) Verhandlungen im KR zum 1. HA (Türkenhilfe); 2) Verhandlungen mit ksl. Räten und im Religionskonvent zur Magdeburger Session; 3) Verhandlungsstand zu den protestantischen Gravamina; 4) Verhandlungen im KR zum 2. HA (Landfriede und Niederlande). Insgesamt enthält der Band1637 Berichte im Zeitraum vom 4. 5. (24. 4.) bis 17. 8. (7. 8.) 1594 und einen Nachtrag vom 28. 2. (18. 2.) 1595. Die 15 überlieferten Weisungen des Kf. datieren vom 4. 5. (24. 4.) bis 14. 8. (4. 8.) 1594. Für Kurmainz liegen aufgrund der persönlichen Teilnahme Kf. Wolfgangs nur ein Bericht von Kanzler Philipp Wolf von Rosenbach an den Kf. und dessen Antwort vor17. Für die Kff. von Trier und Köln, die ebenfalls persönlich anwesend waren, sind keine Korrespondenzen überliefert.

Das Protokoll des ksl. Geheimen Rates als Gegenstück zu den reichsständischen Mitschriften ist für den RT 1594 lediglich für dessen Vorbereitung sowie für die erste Verhandlungsphase bis Ende Juni überliefert18, es fehlt also für den Großteil der Beratungen. Allerdings lassen die wenigen Einträge während der Hauptverhandlungen bis 26. 6. erkennen, dass das Protokoll kaum weiterführende Informationen über die schriftlichen ksl. Erklärungen hinaus enthielt, weil lediglich die Übergabe der reichsständischen Resolutionen und in sehr knapper Form der diesbezügliche Beschluss des Geheimen Rates verzeichnet werden, ohne auf Einzelheiten der Beratungen einzugehen. Etwas ergiebiger sind die Einträge für die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung des RT am ksl. Hof, die im Rahmen der Einleitung an entsprechender Stelle berücksichtigt werden.

Nr. 2 Juni 2 (Mai 23), Donnerstag

Nr. 3 Juni 6 (Mai 27), Montag

Nr. 4 Juni 8 (Mai 29), Mittwoch

Nr. 5 Juni 10 (Mai 31), Freitag

Nr. 6 Juni 11 (Juni 1), Samstag

Nr. 7 Juni 13 (Juni 3), Montag

Nr. 8 Juni 14 (Juni 4), Dienstag

Nr. 9 Juni 15 (Juni 5), Mittwoch

Nr. 10 Juni 16 (Juni 6), Donnerstag

Nr. 11 Juni 17 (Juni 7), Freitag

Nr. 12 Juni 18 (Juni 8), Samstag

Nr. 13 Juni 20 (Juni 10), Montag

Nr. 14 Juni 21 (Juni 11), Dienstag

Nr. 15 Juni 22 (Juni 12), Mittwoch

Nr. 16 Juni 23 (Juni 13), Donnerstag

Nr. 17 Juni 25 (Juni 15), Samstag

Nr. 18 Juni 27 (Juni 17), Montag

Nr. 19 Juni 28 (Juni 18), Dienstag

Nr. 20 Juni 30 (Juni 20), Donnerstag

Nr. 21 Juli 1 (Juni 21), Freitag

Nr. 22 Juli 4 (Juni 24), Montag

Nr. 23 Juli 5 (Juni 25), Dienstag

Nr. 24 Juli 6 (Juni 26), Mittwoch

Nr. 25 Juli 7 (Juni 27), Donnerstag

Nr. 26 Juli 8 (Juni 28), Freitag

Nr. 27 Juli 9 (Juni 29), Samstag

Nr. 28 Juli 11 (Juli 1), Montag

Nr. 29 Juli 13 (Juli 3), Mittwoch

Nr. 30 Juli 14 (Juli 4), Donnerstag

Nr. 31 Juli 15 (Juli 5), Freitag

Nr. 32 Juli 16 (Juli 6), Samstag

Nr. 33 Juli 22 (Juli 12), Freitag

Nr. 34 Juli 23 (Juli 13), Samstag

Nr. 35 Juli 25 (Juli 15), Montag

Nr. 36 Juli 26 (Juli 16), Dienstag

Nr. 37 Juli 27 (Juli 17), Mittwoch

Nr. 38 Juli 28 (Juli 18), Donnerstag

Nr. 39 Juli 29 (Juli 19), Freitag

Nr. 40 Juli 30 (Juli 20), Samstag

Nr. 41 Juli 31 (Juli 21), Sonntag

Nr. 42 August 1 (Juli 22), Montag

Nr. 43 August 2 (Juli 23), Dienstag

Nr. 44 August 3 (Juli 24), Mittwoch

Nr. 45 August 4 (Juli 25), Donnerstag

Nr. 46 August 5 (Juli 26), Freitag

Nr. 47 August 9 (Juli 30), Dienstag

Nr. 48 August 10 (Juli 31), Mittwoch

Nr. 49 August 11 (August 1), Donnerstag

Nr. 50 August 12 (August 2), Freitag

Nr. 51 August 13 (August 3), Samstag

Nr. 52 August 16 (August 6), Dienstag

Nr. 53 August 17 (August 7), Mittwoch

Nr. 54 August 19 (August 9), Freitag

Anmerkungen

1
 Vgl. Angermeier, Reichstagsakten, 44 f.; zur Entwicklung und Bedeutung der RT-Protokollierung allgemein: Cohn, Protocols; zur Ausdifferenzierung der Protokollführung in der 2. Jahrhunderthälfte: Heil, Verschriftlichung, 72.
2
 Tage: 2. 6. (RT-Eröffnung), 9. 7. und 31. 7. (Übergabe von Resolutionen), 15. 7. und 16. 7. (Audienzanfrage, Belehnung des Kf. von Köln und Beratungsaufschub); zudem wird die Verlesung des RAb am 19. 8. Kurmainz entnommen.
3
 Lanzinner, RTA RV 1570, 85–89; zur Klassifizierung der Aufzeichnungen als Voten-, Verlaufs-, Beschluss-, Berichtsprotokoll: 91 f.
4
 Das Tagebuch des Kurkölner Rates Kaspar von Fürstenberg enthält für die Verhandlungen des KR nur sehr knappe Einträge, die entweder lediglich festhalten, dass eine Sitzung stattfand, oder stichpunktartig das Beratungsthema nennen, ohne auf Einzelheiten einzugehen (Bruns, Tagebücher, hier 563–570 passim).
5
 Die Anfertigung von Protokollen auch für Trier und Köln belegt eine Liste aller Protokollanten, die der Kurpfälzer Mitschrift vorangestellt ist (HStA München, K. blau 112/5 III Fasz. 1, vor fol. 1): Mainz: Peter Kraich. Trier: Matthias Hoffmann. Köln: Johann Adam Senheim. Pfalz: Hans Franz Hückel. Sachsen: Johann Meißner. Brandenburg: Andreas Lindholz.
6
 HStA Dresden, GA Loc. 10204/1, fol. 1–571’. Überschr.: Prothocoll, so uff dem Reichs tage zu Regenspurgk anno 1594 gehalten worden.
7
 HHStA Wien, MEA RTA 90 Fasz. 3, zunächst fol. 1–43, dem folgt [Foliierungsfehler] eine neuerlich mit fol. 14 beginnende Zählung, reichend bis fol. 41 [in der Edition bezeichnet als fol. 14a, 15a usw.], sodann unfoliiert (insgesamt ca. 150 fol., eng beschrieben). Überschr.: Reichßtags prothocoll de anno 1594 zu Regenspurg.Ein Auszug aus Kurmainz, der nur den Zeitraum vor der RT-Eröffnung vom 28. 4. bis 6. 6. umfasst, ist in StA Würzburg, MRA 80, fol. 6–15, überliefert (Abschrift wohl aus dem 17. Jahrhundert).
8
 Vgl. dessen Einleitung auf fol. 1: In nomine sanctae et individuae trinitatis amen. Incipit protocollum mei, Petri Kraychii, consiliarii et secretarii moguntini, actorum in comitiis Sacri Romani Imperii ad diem 17. Aprilis Ratisbonae a domino Rudolpho II., romanorum imperatore, indictis.
9
 HHStA Wien, MEA RTA 90 Fasz. 3, unfol. Überschr.: Neben protocoll uff gehaltenem reichstag zu Regenspurg 1594.
10
 HStA München, K. blau 112/5 III Fasz. 1, fol. 1–269’.
11
 Krollmann, Selbstbiographie, 89; das Protokoll wurde nicht ermittelt. Zu Dohna: Dohna, Dohnas I, 204–226.
12
 GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Yy Fasz. 2, fol. 1–248’. Überschr.: Prothocoll ergangenen handlungen uf den den 7. Aprilis[17. 4.] anno 94 zu Regenspurgk angestalten reichstagk, durch Andreaßen Lindtholtzen, churfurstlichen brandenburgischen secretarien, gehalten.
13
 GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Yy Fasz. 1, fol. 1–584. Überschr. (fol. 1): Dr. Carll Barths, neumerckischen cantzlers, prothocol zu dem reichstage zu Regenspurg anno 94, von dem 21. Aprilis[1. 5.] biß auf den 9. Augusti[19. 8.] anno 94. Gehett vornemlich auff die gravamina, so die stende, augspurgischer confession verwandt, zuubergeben haben, undt auff die session sache, ihm ahnfangs, auch hernacher auff die Reichs- und andere sachen, so fuhrgefallen sein. Nota: Mein votum habe ich nicht prothocolliren konnen, daß muß auß der instruction und inn andern prothocollis genohmen werden.
14
 Orr. der Berichte und Weisungen (für Letztere zusätzlich auch die Konzz.) bis 19. 5. (9. 5.): HStA Dresden, GA Loc. 10202/5, fol. 73–188a’ passim. Berichte und Weisungen im Orr. ab 21. 7. (11. 7.): Ebd., Loc. 10203/1, fol. 4–207’. Konzz. der Berichte: Ebd., Loc. 10204/2, fol. 1–223. Überschr.: Concepta derer von den ufm reichstag zu Regenspurg anwesenden rätten abgelassenen underthänigsten relationen. Anno 1594.
15
 A) HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. passim: Berichte und Weisungen oder Bestandteile davon zu allgemeinen Themen und zu den HAA des RT, überliefert im Or. Die Konzz. für diese Korrespondenz liegen ebd., K. schwarz 16700, fol. 73–202. B) HStA München, K. blau 114/2 I Fasz. 1, fol. 29–155’: Weisungen und Berichte zu den protestantischen Religionsverhandlungen, mit 1 Ausnahme jeweils im Konz. Diese Konzz. wurden wohl von den in K. schwarz 16700 abgelegten Stücken abgetrennt und hier abgelegt. Die Korrespondenz zum Thema Religion ist demnach nur im Konz. überliefert, und sie endet für die Berichte bereits Ende Juni, während die Weisungen bis Ende Juli reichen. Daneben finden sich vereinzelte Berichte und Weisungen in: Ebd., K. blau 95/4 II, 112/5, 112/5 II, 113/1–2.
16
 Berichte im Or. geschlossen überliefert in GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 1–283’; anschließend folgen die Weisungen Kf. Johann Georgs: fol. 286–486’ (mit zahlreichen Beilagen). Überschr. des Bandes: Acta comitiorum Ratisbonae anno 1594 celebratorum. Volumen IIII. Relationes, resolutiones und prothocolla.Vermerk: Weill es gar zu ungefuge, sein die prothocolla hernach sonderlich gebunden in V. volumine. Überschr. zu den Weisungen (fol. 286): 15 resolutiones und bevehlch des churfursten zu Brandenburgk, unsers gnedigsten hern, nach Regenspurgk bey wehrendem Reichs tage anno 1594 ergangen.Vgl. auch Notizen der Gesandten mit sehr knappen Einträgen als Stichpunkte für die Berichte: Ebd., I. HA GR Rep. 52 Nr. 11, fol. 95–151’. Or.-Aufzeichnung.
17
 HHStA Wien, MEA RTA 92, fol. 1a-1f’.
18
 HHStA Wien, RHR-Protokolle 68: Geheimratsprotokoll für das gesamte Jahr 1593 (Inhalte zur Einberufung und Vorbereitung des RT. Überschr.: Protocollum secreti imperatoris consilii 1593.). Ebd., RHR-Protokolle 70b: Geheimratsprotokoll für die erste Jahreshälfte 1594 (nur 29 fol. Überschr.: Protocollum secreti imperatoris consilii 1594.). Zeitraum 2. 1.–26. 6. 1594; verfasst von mehreren Hdd., überwiegend von Andreas Hannewald (vgl. Gross, Geschichte, 375).
1
 Auftrag Kuradministrator Friedrich Wilhelms von Sachsen als Reichserzmarschall an Reichserbmarschall A. von Pappenheim (Regensburg, 1. 6. {22. 5.} 1594), den Ständen für 2. 6., 7 Uhr, in das ksl. Quartier anzusagen, da Ks. den RT eröffnen wolle (StA Nürnberg, Hft. Pappenheim REMA Akten 144, unfol. Kop.). Dabei liegt ein Zettel mit Ständen, die nicht einzuberufen sind: Für Walkenried haben sich sowohl Braunschweig-[Wolfenbüttel] als auch Schwarzburg angemeldet. Die Kgn. von Dänemark hat nicht eine session.Bremen, Osnabrück, Lübeck, Verden [gestrichen: Halberstadt] sind nicht zu berufen (ebd., unfol.). Vgl. eine teils abweichende Notiz in den kursächsischen Akten: /42’/ Bei der ansage ist dieser scrupulus furgefallen:1) Braunschweig-[Wolfenbüttel] und Schwarzburg werden wegen der Doppelanmeldung für Walkenried tanquam in re litigosa ubergangen.2) Bremen, Osnabrück, Lübeck und Verden lassen sich vom gleichen Gesandten vertreten. Da dieser keine Vollmacht übergeben hat [vgl. dagegen Einleitung, Kap. 4.2.4], /43/ die seßion auch streitig, so seindt sie nicht erfordert worden.3) Hg. Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel hat in eine Vollmacht das stifft Halberstadt und furstenthumb Braunschweig setzen laßen.Die Mainzer Kanzlei hat darauf verzeichnet, das sie angenommen in quantum et quatenus.Die Kgn.-Witwe von Dänemark hat als Hgn. von Holstein in Vormundschaft Dr. Siebrandt geschickt. Diesem ist angesagt worden, aber hat er keine seßion gehalten(HStA Dresden, GA Loc. 10202/6, fol. 42–43’, hier 42’ f. Kop.). Gemäß Bericht der Braunschweig-Wolfenbütteler Gesandten an Hg. Heinrich Julius vom 4. 6. (25. 5.) 1594 ist die Einberufung zur RT-Eröffnung /294/ gantz unversehens geschehen, also das es etlichen kaum ein oder zwey stunde[!] vorher, etlichen gar nicht angezeiget(NLA Wolfenbüttel, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 41/1, fol. 294–296a, hier 294. Or.).
2
 Vgl. zum Folgenden die oben inserierte, genauere Beschreibung durch Reichsherold Peter Fleischmann.
3
 Fleischmann, Beschreibung [C2, C3, D, D2, E]. Überschr.: Beschreibung, wie es zu Regenspurg den andern Junii (als die ksl. Mt. den Chur- vnd Fursten die Proposition thun lassen) so wol in der Kirchen als auff dem Rathause ergangen.Die Beschreibung wird oben ins Protokoll inseriert, um den Anmerkungsapparat zu entlasten. Wohl Abschrift davon: ÖNB Wien, Cod. 9330, fol. 78–83. Von Fleischmann übernommene Beschreibung: Gumpelzhaimer, Geschichte, 1002–1005; Khevenhiller, Annales IV, 1205–1210; Häberlin XVIII, 167–175. Weitere Darstellungen der RT-Eröffnung (Auswahl; dazu auch Schilderung in den Gesandtenberichten): Beschreibung aus der ksl. Überlieferung: HHStA Wien, RK RTA 64, fol. 242–249’ (Kop. Dorsv.: Relation aller ceremonien unnd geschichten von ihr ksl. Mt. ankunft geen Regenspurg den 18. Maii 1594 biß den 2. Junii, wie die ksl. Reichs tags proposition vorgetragen worden etc.). Kursächsische Aufzeichnung: HStA Dresden, GA Loc. 10202/6, fol. 49–52 (Überschr.: Process bei der kayserlichen proposition, uf dem reichstage zu Regensburg den 23. Maii[2. 6.] anno 94 gehalten.). Aufzeichnung aus der Überlieferung Pfalz-Zweibrückens: StA Nürnberg, ARTA 60, fol. 296–299’ (Kop. Überschr.: Kurtzer bericht, wie es den 23. Maii[2. 6.] vor, bey unnd nach dem actu propositionis uffm reichstagh zu Regenspurgh gehaltenn worden, anno 94.). Aufzeichnungen aus der Überlieferung des Reichserbmarschalls: StA Nürnberg, Hft. Pappenheim REMA Akten 146, unfol. (Überschr.: Zusammenkunfft ksl. Mt., chur-, fursten und ständte zur proposition ufm Reichs tag zue Regenspurg anno 1594.); ebd., REMA Akten 147, unfol. (Überschr.: Beschreibung, wie es auf dem reichstag anno 1594 mit der session[bei der RT-Eröffnung] ist gehaltten worden.). Schilderung durch die Kurpfälzer Gesandten als Beilage zum Bericht vom 2. 6. (23. 5.) 1594: HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Beschreibung im Diarium Gf. Philipp Ludwigs II. von Hanau-Münzenberg: StA Marburg, 81 Nr. A/47/8, hier fol. 48 f. (vgl. Müller-Ludolph, Philipp Ludwig, 90–92; Rauch, Bildungsreisen, 16); zeitgenössische Chronistik: Aitzing, Annalis, 88–92. Allgemein zur RT-Eröffnung im 16. Jahrhundert: Aulinger, Bild, 202–209; zur Bedeutung des Zeremoniells: Stollberg-Rilinger, Symbolik, 87 f.
4
 Gemäß der kursächsischen Aufzeichnung (wie Anm. 3, hier fol. 49 f.) zogen Kuradministrator Friedrich Wilhelm von Sachsen, Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg, Hg. Johann Casimir von Sachsen-Coburg und F. Christian von Anhalt zusammen mit ihrem Hofstaat gemeinsam vom kursächsischen Quartier zum Bischofshof. Die sie begleitenden Gff., Hh. und Räte warteten dort im ksl. Vorgemach auf, während die Ff. von Hofmarschall Trautson ins Gemach des Ks. geführt wurden. Nach ihnen erschienen dort die Kff. von Mainz, Köln und Trier, der Ebf. von Salzburg, der Bf. von Würzburg und andere Ff., die alle von Trautson ins ksl. Gemach geleitet wurden. Dort hat der Kuradministrator von Sachsen als Reichserzmarschall /49’/ das bloße schwerdt, welches in der ksl. Mt. gemach sonnderlich von ihrer Mt. dartzu verordent gewesen, zu sich genommen und als administrator des ertzmarschalchsambts ihrer Mt. furgetragen.
5
 Vgl. die Verzeichnisse der vom Ks. angeforderten Hh. und Landleute aus dem Kgr. Böhmen, dem Fst. Schweidnitz-Jauer, der Lausitz sowie dem Vogtland: Fleischmann, Beschreibung [M3, N].
6
 Vgl. genauer in der Beschreibung aus der ksl. Überlieferung (wie Anm. 3, hier fol. 243): Übergabe an Joachim von Pappenheim, den Sohn des Reichserbmarschalls Alexander von Pappenheim.
7
 Vgl. in der Beschreibung aus der ksl. Überlieferung (wie Anm. 3, hier fol. 243’): Der Ks. reitet auf einem sehr zierlichen spanischen schwartzen gaull vom tuemb[Dom] an durch die wallerstrassen[Wahlenstraße] für die neue pfarkirchen[Neupfarrkirche].
8
 Beschreibung der Zugfolge vom Dom zum Rathaus auch in Vorzeichnuss(1594).
9
 Vgl. genauer in der kursächsischen Aufzeichnung (wie Anm. 3, hier fol. 50 f.): An der Spitze Reichsprofos Johann Hainzel mit 2 Trabanten, die kursächsischen Trabanten, der kursächsische Hofmarschall mit den Junkern in 33 Gliedern, die Pfalz-Neuburger Junker, Reichserbmarschall Alexander von Pappenheim mit den ksl. Edelknaben, Junker von Hessen, Braunschweig-Lüneburg, Anhalt, Sachsen-Coburg sowie anderen Kff. und Ff., die den Ks. begleitenden Hh. und Adeligen, die kursächsischen Räte, Gff. und Hh.
10
 Vgl. in der Beschreibung aus der ksl. Überlieferung (wie Anm. 3, hier fol. 244’): Neben dem Ks. gehen Obersthofmeister Wolfgang Rumpf und Oberststallmeister Gf. [Albrecht] von Fürstenberg sowie weitere Räte und Kämmerer. Zu beiden Seiten warten 200 Hartschiere und Trabanten als ksl. Leibgarde auf.
11
 Vgl. ergänzend im Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 23. 6. (13. 6.) 1594: Vor dem Rathaus ist auf beiden Straßenseiten /120/ von trabanten und hartschirern, welche alle gelb und weiß gekleidet gewesen und schwartze mentel, mit geel[!] und weisem sammat vorbremet[= Randbesatz], gehabt, eine gaße gehalten worden. Alß man auf das palatium kommen, ist ein hoher stuel, fast eines mannes höher alß der churfursten banck, aufgerichtet und mit guldenem stuck bekleidet gewesen, darauf sich ihr Mt. gesetzet(GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 113–122’, hier 120. Or.; präs. Cölln/Spree, 30. 6. {20. 6.}).
12
 Vgl. die Beschreibung der Kleidung des Ks. in einer kursächsischen Aufzeichnung: ascherfarb seiden atlas zerstochen spanische hosen und wammes mit solchen strümpffen und weißen schuen; ein klein gülden ketlein; ein schwartz seidenmäntlein mit zweien guldtnen posamentbortten, fingerbreit vorbrehmet; ein gefalten schwartz sammet barethlein mit einer schwartzen und weißen strausfeder, die schnure von rubin und einer schönen medeien[Kleinod mit Figuren: Grimm, Wörterbuch XII, 1838] (HStA Dresden, GA Loc. 10202/6, fol. 55).
13
Vgl. in der Beschreibung aus der ksl. Überlieferung (wie Anm. 3, hier fol. 246’): Unterhalb des ksl. Throns zur rechten Seite steht der Obersthofmeister [Rumpf], der einen langen schwartzen stab von ebano, oben und unden mit goltt beschlagen,in der Hand hält; nur linken Seite steht der Obersthofmarschall [Trautson].
14
 Vgl. auch skizzierte Schemata der Sessionsordnung: HStA Dresden, GA Loc. 10202/6, fol. 54 (Skizze des Rates Gerstenberger); NLA Hannover, Cal. Br. 11 Nr. 194/I, fol. 19.
15
 Vgl. oben im Protokoll (Kurmainz, fol. 13) sowie in Augsburg, unfol [Nr. 55].
16
 Nr. 1. Gemäß Fleischmann, Beschreibung, dauerte die Verlesung fast eine Stunde.
17
 Vgl. dazu in der Beschreibung aus der ksl. Überlieferung (wie Anm. 3, hier fol. 247’): Während des Vortrags der Antwort hat ire Mt. von dero kayserlichen stuel mit abnembung ieres parets sich erhebt.
18
 Vgl. das FR-Protokoll [Nr. 55] sowie Wiedergabe der Antwort bei Fleischmann, Beschreibung: Die Reichsstände haben der Proposition den Friedbruch des Türken und dessen Einfall in die ksl. Lande vernommen. Sie danken dem Ks. für seinen Einsatz und versichern: Was Sie zu erhaltung vnd mehrung ihrer ksl. Mt. Hoheit, ksl. Reputation vnd Autoritet, pflantzung vnnd mehrung des Heyligen Roͤm. Reichs, fuͤrnemblich auch derselben betrangten Koͤnigreich Hungern vnd Erblanden wider diesen Tyrannischen Erbfeindt, dem Tuͤrcken, mit ihrer Huͤlff vnd Rath immermehr einrathen vnd helffen moͤgen, das Sie darzu vngespartes fleiß Allervnterthaͤnigst vnd gantz bereytwillig erfunden werden wollen.Bitten um Abschrift der Proposition und sagen deren Beratung zu. Abschließende Rede des Ks. persönlich [wird im FR-Protokoll (Nr. 55) unmittelbar nach der Verlesung der Proposition verzeichnet]: Dankt für das Erbieten und zweifelt nicht, die Reichsstände werden die proponierten Punkte, insbesondere die Türkenhilfe also schleunig, ja trewhertzig befuͤrdern vnd sich deßwegen also vereinigen vnd vergleichen, wie es dieser Sachen an eylender fortsetzung die eusseriste noth erfordert, dann je lenger verzug diser Kriegs expedition vnd Huͤlffleistung grosse Gefahr vnd Schaden auff sich tregt; vnd sich in solchem allen also trewhertzig, guthwillig vnd gehorsamblich erzeigen, auch mit ihrem trewen Rath vnd Huͤlffe in allen des Heyligen Roͤmischen Reichs Hochobligenden proponirten Sachen dahin schliessen vnd bedencken helffen, wie etwa diesen, insonderheit dem Tuͤrckischen grossen Gewaldt zubegegnen, damit solches zu Gottes Ehr vnd vieler armen Christen Seelen Heyl, Schutz, Sicherheit, Nutz vnd Wolfarth gelangenmöge und sie sich nicht mit unnötigen Unkosten länger am RT aufhalten müssen. Sagt Übergabe und Abschrift der Proposition zu. Der Ks. erhebt sich von seinem Thron und wird abschließend von den Reichsständen in der vorherigen Zugfolge zurück in den Bischofshof geleitet. Ergänzend in der kursächsischen Aufzeichnung (wie Anm. 3, hier fol. 52): Der Kuradministrator von Sachsen hat wieder das Reichsschwert vor dem Ks. geführt und es bis in dessen gemach vorgetragen, auch an den ortt, do es sein f. Gn. genommen, wiederumb hingelegt.
19
 Auch die Ansagezettel des Reichserbmarschalls für die Sitzungen der Kurien verfasste die Mainzer Kanzlei. Vgl. deren Sammlung (56 Ansagezettel von der Proposition bis zur Verlesung des RAb): StA Nürnberg, Hft. Pappenheim REMA Akten 144, unfol.
20
 Vgl. Vollmacht Kuradministrator Friedrich Wilhelms von Sachsen (Regensburg, 2. 6. {23. 5.} 1594), ausgestellt für die Kanzleischreiber Georg Bodecker und David Lotter zur Abschrift der Proposition und aller sonstigen Akten (HStA Dresden, GA Loc. 10202/6, fol. 45. Kop.). Weitere Vollmachten bei Nr. 55, Nr. 102.
a
 herkommen] Kurmainz (fol. 15’) zusätzlich: Werdt Meintz daßelb zuobservirn wissen.
1
 Im Protokoll werden als weitere anwesende Gesandte neben Bock genannt: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Dr. Gerstenberger, Ponickau, Wolfersdorf, Ende, Dr. Mosbach, Dr. Badehorn.
b
 FR] Kurmainz (fol. 16) differenzierter: Österreich und Salzburg als Vertretern des FR.
2
 Vgl. Augsburg, unfol. [Nr. 56].
c
 zugleich tractirt worden] Kurmainz (fol. 16) deutlicher: ein auschuß zu desto mehrer befurderung der sachengemacht worden sei.
3
 = Syndikus Dr. Johann Diemar.
d
 berichtet] Kurmainz (fol. 16) differenzierter: Bericht zur Forderung von KR und FR, SR möge zur Anhörung von deren Beschluss einen Ausschuss abordnen.
e
 gethan] Kurpfalz (fol. 2’) zusätzlich: dz sie[die Mainzer Vertreter] zu inen[SR] komen. SR hat deshalb bedenckhens gehabt, zu in herab zugehen, zu inen undt furstenraths ußschuß.
4
 Vgl. dazu auch das SR-Protokoll: Ulm, fol. 25 f. [Nr. 103].
f
 Regensburg] Kurmainz (fol. 16) zusätzlich: vor dem Sitzungszimmer des SR.
g
 worden] Kurmainz (fol. 16’) zusätzlich: Beschluss zum Vortrag des SR: Weß sich stettrath ferner werde vernemmen lassen, stünde zuerwartten. Da sonnsten in wichtigen sachen zureferirn, soltte eß bey dem altten herkommen gelassen werden, in praesentia omnium zureferirn und correferirn. Kurpfalz (fol. 3) deutlicher: Bekanntgabe von Beschlüssen an SR nur in praeparatoriisdurch dorthin abgeordnete Vertreter des KR. Da aber wichtiger sachen, sol mans beim herkomen lassen, nemblich in diesen rath fursten- undt stedtrath erfordern, referirn und correferirn.
h
–h der … eingetretten] Kurmainz (fol. 16’) deutlicher: daß eß so gar ohnbreuchlich nitt gewesen, ein gemeinen auschuß zumachen.
5
 Vgl. Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 8. 6. (29. 5.) 1594: In der Umfrage erbitten Pfalz und Brandenburg einen Beratungsaufschub von 2 Tagen, Köln dagegen von 1 Tag. /70’/ Die ursach, warumb wir zwene tage begehret, ist die gewesen, das wier mit den gravaminibus noch zur zeit nicht haben können gefast werden, dieweil wir Sachssen gerne darbey behalten, derselbe[Kuradministrator Friedrich Wilhelm] aber oder die rethe dartzu ehe nicht, dann nechst vorschienenen sontag […] kommen seindt[vgl. Nr. 185] (GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 69–74’, hier 70’. Or.; präs. Cölln/Spree, 12. 6. {2. 6.}).
i
 übermorgen] Kurmainz (fol. 17’) zusätzlich: Vereinbarung, dass inmittelst die hauptsach ein yeclicher zu berathschlagung zu ziehen, damitt ein yeder desto gefaßter erscheinen moge.
1
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Dr. Gerstenberger, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Ende, Dr. Badehorn.
2
 Wohl Bezugnahme auf die Teilnahme von Gesandten der Kurpfalz für Pfalz-Lautern, des Kuradministrators von Sachsen für Sachsen-Weimar und des Kf. von Köln für Freising, Münster, Lüttich und Hildesheim im FR.
a
 bedencken] Kurmainz (fol. 18) differenzierter: [1586] ein abschiedt uffgericht, aber ettlich bedenckhen darüber gefallen.
3
 Vgl. die Proposition [Nr. 1], fol. 39 f.
4
 Bezugnahme auf die Dubia des RKG, mit Schreiben vom 26. 4. 1594 an Kurmainz überschickt [Nr. 303].
b
–b Wofern … hoffnung] Kurmainz (fol. 18) anders: Da kein fridt in Niderlandt gemacht, schwerlich alhie ein gleicheit werde zubefinden sein. Kurpfalz (fol. 6) anders: Da Coln nicht kondt muntz edict nachgehen, da nicht westphalisch undt burgundisch kreiß anders dazu thun.
5
 Wie Anm. 3.
c
 beschrieben] Kurmainz (fol. 18) zusätzlich: da sie dubia und gravamina, so sie nitt resolvirn könten, sonder vor ire Mt. und gemeine stende gehörig.
d
 anno 86] Kurmainz (fol. 18) abweichend [und korrekt]: anno 87. Kurpfalz (fol. 6) abweichend [und falsch]: anno 78.
6
 Vgl. Anm. 9 bei Nr. 39.
7
 Vgl. Anm. 7 bei Nr. 40.
e
 zuberathschlagen] Kurpfalz (fol. 6) zusätzlich: Aber praeparatoria kondt man machen undt Meintz horen, was[zum Justizpunkt] einkommen.
f
–f köntten … abwartten] Kurmainz (fol. 18) deutlicher: Kurpfalz kann neben dem Ausschuss nicht parallel KR und Supplikationsrat beschicken.
8
 Vgl. Anm. 16 bei Nr. 308.
9
 Wie sich Burgund auf die ungenügende Beachtung der RMO im Reich berief (vgl. Anm. 7 bei Nr. 88), so stützte sich der Niederrheinisch-Westfälische Kreis unter Verweis auf die engen territorialen und wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem Burgundischen Kreis seinerseits auf dessen ordnungswidrige Prägepraxis, um den Vollzug der RMO auszusetzen: Die Münzwerte waren gegenüber der RMO vielfach übersteigert, der vorgeschriebene Umtausch minderwertiger fremder Sorten wurde abgelehnt, weil dies wegen der Masse der aus Burgund einfließenden, zu hoch bewerteten Münzen unmöglich schien. Zwar ordnete der Kreis im Vollzug des DAb 1571 eine Valvierung und Reduktion der übersteigerten Münzwerte an, doch musste man diese 1574 wieder zurücknehmen, weil sie im Handel nicht durchsetzbar war und Burgund die Münzwerte neuerlich erhöht hatte. Vgl. Bergerhausen, Exclusis, 195–201 (mit Korrekturen an Lennartz, Probationstage, 7–14); Benecke, Circle, 141–143; zusammenfassend: Dotzauer, Reichskreise, 306 f. Zu weiteren Reduktionsbestrebungen vgl. Anm. 34 bei Nr. 39. Zur Prägepraxis der einzelnen Kreismünzstände anhand der Akten der Probationstage: Lennartz, Probationstage, 21–81 passim.
10
 Nr. 308 mit Beilagen.
g
–g das … werden] Kurmainz (fol. 18) deutlicher: hauptsachlich punctum iustitiae im auschuß zu tractiren, sonnder allein in praeparatoriis, ob cammergerichts personen zuerfordern.
h
 sollen] Kurmainz (fol. 18’) zusätzlich als weiteres Argument: Eß sey aber in propositione noch ein anderer punct, deme weniger nitt alß andern nachzudenckhen, sonderlich mitt deß niderlendischen westphelischen kreis beschwerung[Nr. 469].
i
–i Do … machen] Kurmainz (fol. 18’) abweichend: Weil er aber auch nit im auschuß zutractiren, sonnder in dem ordinari rath.
j
 zueußern] Kurmainz (fol. 19) deutlicher: zu entschlagen.
k
 Domalß] Kurmainz (fol. 19) eindeutig: vom RT 1576 aus im Anschluss an dessen Beratungen.
11
 Bezugnahme auf das Schreiben der Reichsstände an Kg. Philipp II. von Spanien vom 8. 10. 1576, das zwar Lizenten und Akzisen sowie die Sperrung des Rheins mit Fischnetzen, daneben aber auch Landfriedensbrüche der Regierung in Brüssel sowie Plünderungen und Übergriffe der Söldner ansprach (Druck: Gross/Lacroix, Urkunden II, Nr. 683 S. 301–304. Vgl. Arndt, Reich, 60 f.).
12
 Supplikation des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises, der Mainzer Kanzlei übergeben am 6. 6. [Nr. 467].
l
–l durch … musterplätz] Kurmainz (fol. 19’) deutlicher: von beeden krigenden teilen in Niderlandt. Kurpfalz (fol. 9) abweichend: durch die bede, Franckreich undt niderlendisch krieg.
13
 Kf. Ernst hatte am 7. 6. mit seinen Räten festgelegt, quid votandum in primo puncto propositionis(Bruns, Tagebücher, 563).
m
 begegnet sey] Kurmainz (fol. 20) deutlicher: ein offnen krieg füren müssen.
14
 Vgl. die ausführliche Darstellung zum Kölner Krieg seit dem Regierungsantritt Kf. Ernsts: Lossen, Krieg II, 299–540, 578–635. Zu den Auswirkungen namentlich auf die Bevölkerung im Erzstift: Becker, Alltag, 133–135; zur Entwicklung der desolaten Finanzlage: Ruëtz, Finanzzustände (1584–1587); Unkel, Finanzlage (Aufbringung der Gelder für Kreditrückzahlungen; von Nuntius Frangipani initiierte Finanzreformbestrebungen seit 1589). Allgemeine „Kriegsdrangsale“ im Erzstift und in der Stadt Köln: Ennen, Geschichte V, 168–191.
15
 = Äcker.
16
 = 2. HA (Landfriede und Niederlande).
n
 zu ruhe gestellet] Kurmainz (fol. 20) deutlicher: die niderlendische kriegsleüfft zu ruhen gesteltt und abgeschafft.
17
 Vgl. Einleitung, Kap. 2.3.
18
 Wohl Bezugnahme auf das Erbieten des Ks. im Schlussabsatz der Proposition [Nr. 1, fol. 42’], sich auch künftig für das Reich und dessen Stände zu engagieren.
19
 Wie Anm. 17.
o
 schaden genommen] Kurpfalz (fol. 10’) differenzierter: der Wein ist abermal erfroren.
p
 stets wehrende hülff] Kurmainz (fol. 21) deutlicher: ein immerwehrendt praesidium.
20
 Vgl. die Proposition [Nr. 1], fol. 33.
q
 nicht zuerhaltten] Kurmainz (fol. 21) differenzierter: die underthanen würden eß auch nitt laisten, mehrerteils darwider privilegirt.
r
 Anno 1495] Kurpfalz (fol. 11) abweichend und falsch: anno 1492.
21
 Vgl. ausführlich zur Beratung und Beschlussfassung des Gemeinen Pfennigs beim RT 1495: Schmid, Pfennig, 142–289; zur Verordnung reichsständischer Schatzmeister (Reichsschatzmeister) für die Verwahrung und Verwaltung der Steuer: Ebd., 269–283. Zusammenfassend und auswertend: Lanzinner, Pfennig, 273–279.
22
 So nicht explizit in der Beschlussfassung des RT 1500 enthalten: Der RAb (§ 8) bemängelt die ausbleibende Erlegung des Gemeinen Pfennigs von 1495 durch viele Reichsstände und stellt in das Ermessen des Reichsregiments, über Maßnahmen zur Einbringung zu befinden (Neue Sammlung II, 67). Daneben beschloss der RT für die Türkenabwehr eine Kombination von Matrikel und allgemeiner Steuer: Größere Pfarrgemeinden hatten je einen Fußknecht zu finanzieren, dagegen sollten Ff., Gff. und Hh. anteilig Reiter unterhalten (Beschluss des RT 1500, enthalten in der Reichsregimentsordnung vom 2. 7. 1500, §§ 24–42: Neue Sammlung II, 60–62). Vgl. Lanzinner, Pfennig, 279, 281; Schmid, Reichssteuern, 162 mit Anm. 55; Rauscher, Ständen, 82.
23
 =Tataren.
24
 Sultan Murad III. und Großwesir Sinan Pascha hatten Krimkhan Ghazi II. Giray schon im August 1593 aufgefordert, mit einem Heer nach Ungarn zur Verstärkung der osmanischen Truppen zu kommen. Die geplante Marschroute der Tataren (Verzögerung des Aufbruchs bis Juni 1594) führte durch das südöstliche Polen und Siebenbürgen. Als sie Ende Juni polnisches Gebiet erreichten, verhielt sich Kanzler Zamoyski zunächst passiv, nachdem Verhandlungen im Frühjahr um eine Durchzugserlaubnis ergebnislos geblieben waren, drohte sodann dem Khan zwar mit 50 000 bereitstehenden Soldaten, konnte den Durchmarsch letztlich aber nicht verhindern (Arens, Einflußnahme, 21; Durchzug als „unathorized [!] march“, verbunden mit vielen Verwüstungen: Kołodziejczyk, Khanate, 111; Lit.). Zur umstrittenen Rolle des polnischen Kanzlers Zamoyski beim Durchzug – ob absichtlich geduldet oder aufgrund zu geringer Streifkräfte nicht zu verhindern: Kortepeter, Imperialism, 136–141; Niederkorn, Mächte, 477.
25
 Vgl. das später übergebene Memoriale bei den Supplikationen [Nr. 434].
26
 Bitte um eine Geldhilfe auf der Grundlage des Gemeinen Pfennigs [Nr. 1, fol. 33 f.].
27
 = Römermonate gemäß der Reichsmatrikel.
28
 Vgl. Anm. 10 bei Nr. 5.
a
 lassen] Kurmainz (fol. 22) zusätzlich: in der er wegen der unmittelbaren Gefahr die sofortige Aufbringung mehrerer 100 000 fl. als Darlehen fordert.
1
 Nr. 263.
2
 Vgl. Kursachsen, fol. 20’ f. [Nr. 4].
b
 hievoriges andeutten] Kurpfalz (fol. 13) deutlicher: Gesuch des Ks. vor dem RT.
c
–c inmaßen … zubetzalen] Kurpfalz (fol. 13) deutlicher: Kf. hat Ks. zu dessen Anfrage vor dem RT um Kredit geraten, falls Ks. dies bei Reichs stetten wurde suchen, dz stende uff reichstag sich daruber erkleren und nicht zuwider sein lassen wurden, dz wider erstattet würde. Were nochmalß ir Mt. anzudeuten, bei stetten summa uffzubringen. Da andere andern bedenckhens, wöllens anhören.
d
 Nebenproposition] Kurmainz (fol. 22) zusätzlich: Sey ein gleichmessigs hievor bey Pfaltz gesucht, aber uff stett verwiesen.
3
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Dr. Gerstenberger, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Ende, Dr. Badehorn.
e
–e ist … werden] Kurpfalz (fol. 14) anders: Es ist bisher nicht gebräuchlich gewesen, solch suchen in pleno senatuvorzubringen, sonder hab ire Mt. sonst gelegenheitt gesucht, geltt uff borg uffzubringen.
4
 = die Hauptforderung des Ks. beim 1. HA.
f
 obersäxische] Kurpfalz (fol. 14’) anders: ober- und nidersechsisch. Kurmainz (fol. 22’): sechsisch.
5
 Vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
g
–g Weil … dinstlich] Kurmainz (fol. 23) anders: Haltten aber wol dafür, da yetzo einem werckh könte geholffen werden, so ettwa hernach durch versaumbte occasion nitt wider zubringen.
6
 Votum Kursachsens am 8. 6.: Kursachsen, fol. 24’–25’ [Nr. 4]. Proposition [Nr. 1], fol. 33 f.
h
 bis anno 42] Kurmainz (fol. 23) deutlicher: sonderlich anno 42 und 44.
7
 Vgl. unten, Anm. 10.
i
 gehaltten] Kurmainz (fol. 23) zusätzlich: Moderation und exemptiones werden gemeinlich uff ein seitt gesetzt.
j
 geben] Kurmainz (fol. 23) zusätzlich: welches andere stende, so nitt beschwert, schwerlich uff sich laden werden, waß die beschwerde nitt erlegen können.
8
 Vgl. Anm. 9 sowie Nr. 4 mit Anm. q.
9
 = die Minderjährigkeit der Pflegsöhne Kuradministrator Friedrich Wilhelms von Sachsen.
k
–k Anno … worden] Kurpfalz (fol. 15’) anders: Finden kheinen andern modum collectandi anno 1495, 1511, 18, 32, 44 etc., alß uff gemeinen pfennig gerichtet. Kurmainz (fol. 23’): alß 1495, item anno 32, 42, 44 daruff gerichtet.
10
 Gute Darstellung der Verabschiedungen Gemeiner Pfennige im Zeitraum bis 1551 bei Lanzinner, Pfennig, bes. 264–304 (auch zum Folgenden). Demnach erfolgten Bewilligungen nur bei den RTT 1495, 1512, 1542 und 1544 (Forschungsstand und Klarstellung anderslautender Aussagen: Ebd., 264–268). Im Einzelnen: Beschluss beim RT 1495 vgl. Anm. 21 bei Nr. 4. Beschluss beim RT 1512 neben einer Matrikelsteuer (RAb/Reichsordnung 1512, §§ 13–18: Seyboth, RTA MR XI, Nr. 1011 S. 1352–1356. Vgl. Schmidt, Städtetag, 348 f.). Beschluss zur Finanzierung eines Reichsheers gegen die Türken beim RT Speyer 1542 mit Vorgaben für Steuersätze und Einbringung (RAb, §§ 50–127: Schweinzer-Burian, RTA JR XII, Nr. 285 S. 1182–1200. Vgl. Lanzinner, Friedenssicherung, 485 f.; Blaich, Bedeutung, 90 f.; Rauscher, Ständen, 83 f.). Beschluss beim RT 1544 für einen Offensivkrieg gegen die Türken mit Übernahme der Modalitäten von 1542 (RAb, §§ 26–69: Eltz, RTA JR XV, Nr. 565 S. 2253–2266; zur Debatte vgl. Anm. 12 bei Nr. 6). Weitere oben genannte RTT: Steuerbeschluss des RT 1500 vgl. Anm. 22 bei Nr. 4. Beim RT 1518 wurde der Gemeine Pfennig erwogen, aber nicht verabschiedet (RAb, §§ 2–5: Neue Sammlung II, 170). Der RT 1532 gab eine 1530 beschlossene Truppenhilfe auf Grundlage der Reichsmatrikel frei (RAb 1532 [§ 7]: Aulinger, RTA JR X, Nr. 303 S. 1060 f. Vgl. Rauscher, Ständen, 94). [1540 fand kein RT statt]. Der RT 1541 beschloss eine Matrikelsteuer (RAb, § 44: Luttenberger/Neerfeld, RTA JR XI, Nr. 941 S. 3614 f.), ebenso der RT 1543, wobei der Gemeine Pfennig im Umlageverfahren auf die Untertanen erwähnt wird (RAb, §§ 7, 19–30: Neue Sammlung II, 484, 486–489). Der RT 1550/51 beschloss lediglich die Wiederauflage des 1544 verabschiedeten Gemeinen Pfennigs (RAb, §§ 102–104: Eltz, RTA JR XIX, Nr. 305 S. 1604 f. Vgl. unten, Anm. 14). Vgl. zur Debatte um beide Steuerformen in der 1. Jahrhunderthälfte: Schmid, Reichssteuern; Debatte am Ende des 15. Jahrhunderts: Schmid, Anfang. Analyse der Diskussion auf den RTT seit 1576: Schulze, Reichstage. Zum Widerstand gegen den Gemeinen Pfennig zusammenfassend: Rauscher, Ständen, 90–93; Blaich, Bedeutung, 82–87.
11
 Aussage nicht korrekt: Nach dem Gemeinen Pfennig 1544 kehrte man 1556/57 zur Matrikelsteuer zurück (Rauscher, Kaiser, 54 f.) und behielt diese auf den folgenden RTT bei (vgl. dazu unten, Anm. 23, 24).
12
 Die Kurpfälzer Gesandten hatten bereits vor der Verhandlungsaufnahme im Bericht an den Kf. vom 4. 6. (25. 5.) 1594 im Zusammenhang mit ihrem Kommentar zur ksl. Proposition (vgl. Nr. 1, Anm. 36) befürchtet, dass einige geistliche Stände allein uß dem fundamentfür den Gemeinen Pfennig votieren werden, weiln sie neben iren besondern landen auch viel einkommen unnd güter unnder den weltlichenn ligen haben, damit sie also denselbenn, die außmercker zu belegen, die gelegenheit abstrickenn möchtenn; in maßen es dann Gülch mit dem ertzstifft Cöln, auch euer kfl. Gn. mit den cleriseien Maintz, Wormbß, Speyr, teutschmeister, auch anndern zuthun(HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.; präs. Heidelberg, 7. 6. {28. 5.}).
l
 können] Kurmainz (fol. 23’) zusätzlich: Necessitas bring legem mitt sich, und könn darwider niemandts privilegirt sein.
13
 Vgl. oben, Anm. 10.
m
–m wegen … zubefinden] Kurpfalz (fol. 16’) eindeutig: etwas zufinden, so gemeinem pfennig ehnlich.
14
 Zu den RAbb vgl. oben, Anm. 10. Der Gemeine Pfennig des Speyerer RT 1542 wurde vielerorts zu spät oder gar nicht erhoben, der Ertrag stand weit hinter den Erwartungen zurück. Zu Problemen beim Einzug vgl. die Verhandlungen des folgenden Nürnberger RT im Sommer 1542: Schweinzer-Burian, RTA JR XIII, 67–69, 85 f. (Einleitung); Verhandlungen des Kgs. mit den Kreisen um die Erlegung mit Auflistung der geleisteten und ausständigen Beiträge: Nr. 100–106 S. 590–616; Maßnahmen im RAb, §§ 7, 13–15, 25–30 (ebd., Nr. 198 S. 887–889, 892–894). Zu den Ausständen vgl. auch Lanzinner, Friedenssicherung, 486; Lanzinner, Pfennig, 290 f. Beim Einzug des Gemeinen Pfennigs von 1544 ergaben sich noch größere Probleme als 1542, u. a. verursacht durch den Schmalkaldischen Krieg. Da trotz entsprechender Vorgaben im RAb 1548 (§§ 46 f., 103: Machoczek, RTA JR XVIII, Nr. 372b S. 2666, 2684) Einzahlungen ausblieben, legte der RT 1550/51 die Steuer von 1544 mit festen Abgabeterminen neu auf (RAb 1551, §§ 102–104: Eltz, RTA JR XIX, Nr. 305 S. 1605). Am 4. 8. 1552 folgte ein Mandat Ks. Karls V., das die zügige Erlegung anmahnte (Neue Sammlung II, 639–641). Erst im Anschluss daran gingen größere Summen ein. Vgl. Rauscher, Ständen, 86–89; Lanzinner, Friedenssicherung, 487 f.; Lanzinner, Pfennig, 267 f., 301 f.
n
–n der … etc.] Kurmainz (fol. 23’) deutlicher: die matricul alß ein fundament der collecten uffgerichtet, so man den romzug genent, wan ein könig über leng[!] ziehen. Daruff man seitthero gangen, gemehret und gemindert.
15
 Wormser Matrikel 1521, bewilligt als Militärhilfe (4000 Reiter und 20 000 Fußknechte) für den geplanten Zug Ks. Karls V. zur Kaiserkrönung nach Rom. Vgl. Rauscher, Ständen, 93 f. (Lit.); Schulze, Kampf, 139 f.; Edition der Matrikel: Wrede, RTA JR II, Nr. 56 S. 424–443.
16
 Vgl. die Nachweise für den RT 1576 in Anm. 23.
o
–o Die … gerehdet] Kurmainz (fol. 23’) differenzierter: Ob wol caesar denselben[den Gemeinen Pfennig in der Proposition] vor den bequemlichsten gehalten, so wisse man, /24/ waß hier in diesem rath geredet, daß eß nitt ex debito, sonder mittleidenlich geschehe: Würde daß ansehen bey der posteritet haben, alß daß man eß aus schuldigkeit gethan hette.
17
 Bezugnahme auf RAb 1544, § 69. Vgl. unten, Anm. 31.
p
–p Die … endtstanden] Kurmainz (fol. 24) differenzierter: Reichs anschlag ettwas ohngewiß, so wiß man doch wol, wie eß damit geschaffen und wa daß jenig hinkommen, so eim andern standt abgangen und moderation begerett. Und ob wol exemption halb allerhandt in camera eingefiert, so könten sie doch nit sehen, wie denselben nit könte durch ein anders praejudicirt werden.
18
 5. HA der Proposition [Nr. 1, fol. 40’ f.].
19
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 33’ f., fol. 35’ f.
q
 ertzeigen] Kurmainz (fol. 24) zusätzlich: Concludiren also uff den romzug.
20
 Vgl. 4. Umfrage am 8. 6.: Anordnung 1495, Rücknahme 1500 (Kursachsen, fol. 24’ f. [Nr. 4]).
21
 Vgl. oben, Anm. 15.
r
 worden] Kurmainz (fol. 24) zusätzlich: so sey man doch yetzo in richtigmachung derselben.
22
 Vgl. dagegen die Nachweise zur direkten Besteuerung der Untertanen für Türkenhilfen bei Schirmer, Staatsfinanzen, 237–240, 249–251 (albertinisches Sachsen 1529), 367 f. (ernestinisches Sachsen 1529), 413–415 (1542 in beiden Sachsen). Beim Landtag in Torgau 1595 waren die Landstände bereit, wegen der Türkengefahr auch künftig eine direkte Steuer zu erlegen, doch beschloss der Landtag keine explizite Türkensteuer, sondern eine Verlängerung der 1594 ausgelaufenen Land- und Tranksteuer, um mit deren Erträgen die Türkenhilfe des RT 1594 zu entrichten (ebd., 746 f.; zu den „Transferleistungen“ Kursachsens an das Reich in den 1590er Jahren: Ebd., 785–787). Vgl. daneben Schirmer, Finanzen, 182: Überweisungen des kursächsischen Obersteuerkollegiums zu den Türkenhilfen 1570 und 1582 an das Reich: „All dieses Geld, für das eigentlich die Rentkammer hätte aufkommen müssen, stammte aus Steuereinnahmen oder aus kontrahierten Anleihen“. Dagegen bei Schulze, Reich, 253, Anm. 107, Verweis auf die Behauptung Kf. Friedrichs des Weisen 1523, er habe bisher alle Reichssteuern aus der Kammer bezahlt.
s
–s Die … werden] Kurmainz (fol. 24’) knapper und zusätzlich: Ein romzug thue ir Mt. 60 oder ettlich und 70 tausent gülden, würde auch richtiger zugehn. Item gemeiner pfennig wirdt neue register und ein gros ohnrichtigkeit gebern. Restanten deß gemeinen pfennigs seyen höher, alß die bezall seyen. Kurpfalz (fol. 18) anders: Mit der Matrikel erhält der Ks. 20 000 man und 2000[!] zu roß […], da mans dem monat nach rechnete.
23
 1566 befürworteten Kurbrandenburg und Kurtrier den vom Ks. nicht proponierten Gemeinen Pfennig, während Kursachsen ihn ablehnte (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 9 S. 233 f.; Nr. 31 S. 331; vgl. Lanzinner, Projekte, 373 f.). Beim RT 1570 wurde er im KR nicht thematisiert (Votum Kursachsens explizit für die Reichsmatrikel: Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 37 S. 254). Ablehnung 1576 durch Kf. August mittels Gesandtschaft an Ks. Maximilian II. vor dem RT (Lanzinner, Projekte, 376 f.) und gegenüber einer Gesandtschaft des Ks. an ihn während des RT (Lanzinner, Friedenssicherung, 501 f.). Verhandlungen des RT 1576 mit Voten für und gegen den Gemeinen Pfennig bzw. die Reichsmatrikel: Lanzinner, Pfennig, 307–310; Lanzinner, Friedenssicherung, 476–480, 491–499; Heil, Reichspolitik, 524–526, 542–547. Schwerpunkt auf Beratungen und Gutachten führender ksl. Räte 1576 zum Gemeinen Pfennig: Lanzinner, Projekte, 375–393; Jerše, Schutz, 79–106 (mit Referaten der ksl. Verhandlungen sowie der Verhandlungsakten). Ablehnung durch Kursachsen beim RT 1582: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 6 S. 271 f.
t
 römertzuge] Kurpfalz (fol. 14) differenzierter: römerzug, wie der anno 21 bedacht.
u
 werden] Kurmainz (fol. 24’) zusätzlich: Ob wol fiscalische proceß waß gemach gehen: In gemeinem pfennig hett man kein ordinarium remedium executionis wie in dem romzug.
24
 Vgl. RAb 1544, §§ 5 f., mit Reichshilfe gegen die Türken und Frankreich auf Grundlage der Reichsmatrikel (Eltz, RTA JR XV, Nr. 565 S. 2247 f.), bewilligt in Kombination mit dem Gemeinen Pfennig (vgl. oben, Anm. 10, und Anm. 12 bei Nr. 6). Matrikelbasierte Steuer im RAb 1566, § 39 (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1526 f.); im RAb 1570, § 28 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1216 f.); im RAb 1576, §§ 7 f. (Neue Sammlung III, 354 f.); im RAb 1582, §§ 6–8 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1412 f.). Vgl. zur Debatte um die Matrikel, deren Mängel und Korrektur: Lanzinner, Friedenssicherung, 393–400; Rauscher, Ständen, 94–97. Zusammenfassung der Verhandlungen um die Matrikelsteuer auf den RTT bis 1582 bei Heischmann, Anfänge, 55–96; guter Überblick zu den Reichstürkenhilfen im 16. Jahrhundert: Liepold, Erbfeind, 168–183; Koller, Studien, 299–312 (Matrikelsteuern); 1. Jahrhunderthälfte: Steglich, Reichstürkenhilfe.
v
 mittell] Kurmainz (fol. 24’) zusätzlich: Der weg des romzugs darff keiner verfassung mehr, sonder wiß ein yeder, waß er thon solle. Bey inen wehre[!] eß ein ohngewonlich ansehens haben, da den underthanen ein anders zugemuttet.
25
 Beschluss des RT 1500, enthalten in der Reichsregimentsordnung vom 2. 7. 1500, §§ 24–27 (Neue Sammlung II, 60 f.). Vgl. Lanzinner, Pfennig, 281.
w
 nachdencken] Kurmainz (fol. 24’) zusätzlich: da difficultates der matricul bevor.
26
 Vgl. erläuternd den Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 13. 6. (3. 6.) 1594: Haben zunächst ihrer Instruktion gemäß die Hilfe mit Truppen angeregt und dann /89/ auch den vierdten wegk, ob mann zugleich mitt gelde oder volcke zu helffenn fur gutt achttenn woltte, angedeutet(GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 83–92’, hier 89. Or.; präs. Waldheim/Sachsen, 19. 6. {9. 6.}).
27
 Vgl. oben, Anm. 10.
28
 Zu den Verhandlungen 1576 vgl. oben, Anm. 23. Verhandlungen des KR beim RT 1582: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 6 S. 270–273 (nur Kurtrier und Kurköln für den Gemeinen Pfennig, ansonsten Bevorzugung der Reichsmatrikel). Vgl. Lanzinner, Pfennig, 310.
x
 geferlich] Kurmainz (fol. 25) differenzierter: gefehrlich,[weil] ratione conscientiae viel periuria ervolgen.
29
 Vgl. oben, Anm. 10.
30
 Zu den RAbb mit Gemeinen Pfennigen vgl. oben, Anm. 10; zu den Problemen bei der Erlegung: Anm. 14.
31
 Vgl. RAb 1544, § 69: Anlage des Gemeinen Pfennigs wird aufgrund der Umstände dißmal fürgenommenund soll hinfüro gemeynen stenden […] an iren oberkeyten, jurisdiction, rechten, gerechtigkeyten und altem herkommen unnachtheylig und unabbrüchlich sein(Eltz, RTA JR XV, Nr. 565 S. 2266). Entsprechender Passus im RAb 1542, § 126, jedoch ohne Formulierung „uff dißmal“(Schweinzer-Burian, RTA JR XII, Nr. 285 S. 1200); diese findet sich lediglich im Zusammenhang mit der Besteuerung der Untertanen (§ 53: Ebd., Nr. 285 S. 1182 f.).
y
–y Würde … thuen] Kurpfalz (fol. 19’) deutlicher zur Ablehnung: Da man nun jetzo auch in solchen difficulteten stecken solte, sehens nicht, wie man dazu konde gelangen.
32
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 33’ [oder doch aines andern … unnd entschliessen].
33
 Vgl. dazu die Beratung des FR: Österreich, fol. 12–13’ [Nr. 57].
34
 Vgl. Nr. 308 mit Beilagen.
1
 Votum in der 2. Umfrage am 10. 6.: Kursachsen, fol. 38’–41 [Nr. 5].
2
 Vgl. Anm. 10 bei Nr. 5.
3
 RAb 1544 enthält keine diesbezügliche explizite Formulierung, jedoch RAb 1542. Vgl. unten, Anm. 12.
a
 moderation lauff mit ein] Kurmainz (fol. 26) deutlicher: der moderation halb zimliche clagen bevor.
4
 Vgl. Anm. 23, 28 bei Nr. 5.
5
 Vgl. Anm. 31 bei Nr. 5.
b
–b das … sey] Kurmainz (fol. 26’) anders: Revers binde allein ire Mt., und sey den stenden ohnbenommen, uff ein oder den andern weg ire consilia anzurichten.
6
 = nördlichen.
7
 Votum Sachsen in der 2. Umfrage am 10. 6.: Kursachsen, fol. 36’–38’ [Nr. 5].
c
 welche] Kurmainz (fol. 26’) zusätzlich: im Zusammenhang mit den niderlendischen ohnruhen.
8
 Anforderung von dessen Steuerbeitrag im Votum Brandenburgs am 10. 6.: Kursachsen, fol. 40 [Nr. 5].
9
 Votum Brandenburg am 10. 6.: Kursachsen, fol. 40’ [Nr. 5].
10
 Bezugnahme auf die Schlussaussage im Kurpfälzer Votum am 10. 6.: Kursachsen, fol. 36’ [Nr. 5].
d
–d Hetten … antzutziehen] Kurmainz (fol. 26’) deutlicher: Müß man mehr uff der underthanen wolfarth sehen.
11
 Nur dieses folgende Kölner Votum ist abschriftlich (ohne Angabe der Provenienz) in den ksl. Akten überliefert: HHStA Wien, RK RTA 64, fol. 477–481’ (Kop. Dorsv.: Secundum votum serenissimi principis electoris coloniensis circa primum caput propositionis sacrae caesareae maiestatis. 11. Junii 94.). Ergänzungen daraus werden im textkritischen Apparat berücksichtigt.
e
 Ungern] Abschrift des Votums (vgl. Anm. 11, hier fol. 477’) zusätzlich: sampt dern ksl. Mt. osterreichischen erblandenn.
f
 mittel] Kurmainz (fol. 27) zusätzlich: damitt ein widerstandt zu laisten.
g
 Anno 41] Kurmainz (fol. 27) abweichend: Anno 44. Kurpfalz (fol. 24’) abweichend: Anno 41 und 42.Abschrift des Votums (vgl. Anm. 11, hier fol. 478’): in den RAbb 1541 und 1544 im Zusammenhang mit der turggischen expedition.
12
 Vgl. RAb 1542, § 50: Reichsstände haben sich fur den fueglichsten und billichsten wege gefallen lassen,dass der Gemeine Pfennig als Steuergrundlage dient (Schweinzer-Burian, RTA JR XII, Nr. 285 S. 1182). Zur Beratung 1542 um die Steuerform vgl. ebd., Nr. 61 S. 487 f.; Nr. 62 S. 494–498; Nr. 66 S. 515–520; Nr. 87 S. 613–618. Vgl. auch Lanzinner, Pfennig, 287–290. Debatte beim RT 1544 um Gemeinen Pfennig oder Matrikel mit zuletzt sehr knapper Mehrheit für Ersteren: Ebd., 293–300 (mit Auswertung der Gutachten bei Eltz, RTA JR XV, Nr. 174–193 S. 1226–1318). Analyse der kfl. Gutachten pro und contra Gemeiner Pfennig: Eltz, Gutachten, bes. 277–296, mit Korrekturen an Schulze, Reichstage, 47–49, und Schmidt, Städtetag, 397–402.
13
 Zur Erlegung des Gemeinen Pfennigs vgl. Anm. 14 bei Nr. 5.
h
–h Anno … bewilliget] Abschrift des Votums (vgl. Anm. 11, hier fol. 478’) anders und differenzierter: Kf. entnimmt den RAbb, dz anno 51, alß der turgk in Siebenburgen hab falln willen[!], das der halber theill des gemeinen pfennigs bewilliget und denselben in gar kurtzer zeitt beizutreiben sei versprochen wurden.
14
 Zu den Verabschiedungen 1542, 1544 und 1551 vgl. Anm. 10 bei Nr. 5; zum Steuersatz unten, Anm. 19.
i
–i Wann … geschehen] Kurmainz (fol. 27) deutlicher: Da aber derselb nit solt erlegt oder practicirt worden sein.
j
 möchte] Kurmainz (fol. 27’) zusätzlich: Da der turckh soltt oberhandt behalten, wurdt eß umb daß gantze werckh und patrimonium zuthun sein, welches wol in acht und consideration zuhaben.
k
 sey vorherget] Kurpfalz (fol. 25) differenzierter: in solch unvermogen gestelt, dz underthanen land verlassen und ungebaut liege.
15
 = die Kurkölner Festung Rheinberg, 1590 von spanischen Truppen eingenommen (Petri, Zeitalter, 86).
16
 Bezugnahme auf den Kölner Krieg ab 1583.
l
 ist] Kurmainz (fol. 27’) zusätzlich: Da aber die beschwerung von dem stifft Cöln abgeschafft und frid erlangt, wollen sich in andere weg gern vergleichen.
17
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Dr. Gerstenberger, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Ende, Dr. Badehorn.
18
 = der vormundschaftlichen Regierung in Kursachsen.
m
–m durffen … contribuiren] Kurmainz (fol. 28) eindeutig: werde verschonett in collectis.
19
 Hier wohl Bezugnahme auf den Steuersatz des Gemeinen Pfennigs 1542: Besteuerung von Vermögen ab 100 fl. mit ½ fl. (0,5%) und ab 1000 fl. mit 5 fl. (0,5%) im 1. Jahr sowie im folgenden Jahr je nach Bedarf in ganzer oder halber Höhe; bei Vermögen unter 100 fl. je 20 fl. eine Abgabe von 6 kr.; bei Vermögen unter 20 fl. eine Kopfsteuer von 4 kr. (RAb 1542, §§ 51 f.: Schweinzer-Burian, RTA JR XII, Nr. 285 S. 1182; vgl. Rauscher, Ständen, 84). Dagegen Steuersatz des Gemeinen Pfennigs 1495: Für Personen mit einem Vermögen unter 500 fl. 2,5 kr. (1/24 fl.), ab 500 fl. 30 Kreuzer (0,5 fl.), ab 1000 fl. 1 fl. oder mehr (Schmid, Pfennig, 206; zur Debatte um den Steuerfuß beim RT 1495: Ebd., 188–217. Vgl. Lanzinner, Pfennig, 274; Rauscher, Ständen, 81).
20
 Bezugnahme auf den Beschluss des RT 1500 (vgl. Anm. 22 bei Nr. 4).
21
 Vgl. Anm. 31 bei Nr. 5.
n
 antzustellen] Kurmainz (fol. 28) zusätzlich: indem die hern auß der cammer und die underthanen daß ire thun.
22
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 33’ [oder doch aines andern … unnd entschliessen].
23
 = die Unterstützung des Ks. verzögert werden.
24
 Der RT 1566 bewilligte eine eilende und eine beharrliche Hilfe von jeweils 24 Römermonaten, insgesamt also nicht 60, sondern 48 Römermonate (RAb 1566, §§ 36, 39: Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1525–1527. Zur konkreten Höhe: Ebd., Nr.199 S. 775; Nr. 201 S. 804, 809; Nr. 202 S. 811, 816). Zur Einordnung der Steuerhöhe vgl. Lanzinner, Friedenssicherung, 464–473; Lanzinner/Heil, Reichstag, 609 f.; Rauscher, Kaiser, 58–63. Zum Türkenkrieg 1566 vgl. Anm. 36 bei Nr. 11.
25
 Bezugnahme auf das Kölner Votum (vgl. oben, fol. 48’ f.).
o
 werden] Kurmainz (fol. 29) zusätzlich: und sehen ungern, dz differentia vota soltten referirt werden.
p
 werde] Kurmainz (fol. 29) zusätzlich: verbunden mit der Bitte, bey inen die sachen zumoderirn. Kurpfalz (fol. 28) deutlicher: ob ringerung und milterung möchte geschehen.
26
 Betonung des Beharrens von Trier und Köln auf einer Hilfe für die vom niederländischen Krieg betroffenen Stände als Vorbedingung für den Anschluss an die Mehrheit beim 1. HA (Türkenhilfe) bei Stieve, Politik I, 214 f. mit Anm. 1 (mit Auszügen aus den Voten).
27
 Dies wurde in den bisherigen Verhandlungen des KR nicht angesprochen.
q
 wollen] Kurpfalz (fol. 28’) zusätzlich: Erwarten demnach, der Ks. werde verfugung thun, dz sie wider vermögen nicht beschwerdt werden.
28
 Gegen Ende des RT rechtfertigte sich Kf. Ernst gegenüber dem Kölner Domkapitel, er habe seit seiner Ankunft beim RT im KR sowie persönlich beim Ks., dessen Räten und bei Kff. und Ff. versucht, wegen der Notlage des Erzstifts den Erlass der Restanten und die Befreiung von der neuen Türkenhilfe zu erreichen. Er hatte zwar keine schriftliche Erklärung des Ks. erhalten, hoffte aber, dieser werde die verarmten Untertanen nicht unverhältnismäßig belasten. Zugleich befahl er dem Domkapitel jedoch, in Anbetracht der Türkengefahr und der deshalb beim RT beschlossenen Hilfe unverzüglich den Landtag einzuberufen, um dort zu beraten, wie der /859/ ksl. Mt. bey jetzigen iren und der gantzen christenheitt obliegenden eußeristen nöthen gepurlichs begnugen und satisfaction beschehen möge(Schreiben an das Domkapitel; Regensburg, 17. 8. 1594: HASt Köln, Domstift Akten A 334, pag. 857–864, hier 857–860. Or.). Der ksl. Sekretär Barvitius berichtete am 24. 6. 1594 an Hg. Wilhelm V. von Bayern, er habe Kf. Ernst beim Ks. /14’/ zu weg helffen bringen, daß irer kfl. Gn. die luttigische und stabloische restanten nachgelaßen und, was Freisingen bar hatt wellen erlegen, geschenckt solle werden; sed haec secreto fiunt(HStA München, K. schwarz 10255, fol. 14–15’, hier 14’. Or.).
r
 der gelegenheit] Kurmainz (fol. 29’) deutlicher: dieser differentz.
s
 ursachen] Kurpfalz (fol. 29) zusätzlich: Trier und Köln können ire notturfft ad partem irer Mt. fürbringen.
29
 Beratung des KR zur Türkenhilfe am 9. 4. 1566 mit der Feststellung der Verbindlichkeit von Mehrheitsbeschlüssen bei Reichssteuern gegen Pfalz und Brandenburg: Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 19 S. 273–276.
t
 ungelegenheit vorursachet] Kurmainz (fol. 29’) deutlicher und zusätzlich: ein disturbiam in dem furstenrath geben. In contribution sachen gehe man gleichwol nitt allweg uff maiora.
30
 Vgl. dazu das nachfolgende Memoriale der Kff. von Trier und Köln an KR wegen einer Interzession beim Ks. um Steuererleichterung [Nr. 449].
31
 Vgl. Votum in der 2. Umfrage.
u
 werden] Kurmainz (fol. 30) zusätzlich: Stellen Trier und Cöln frey, wie sie ir notturfft furbringen wollen.
1
 In der Textvorlage verschrieben: Montag, den 2. Junii.In Kurmainz (fol. 30) falsche Monatsangabe: Maii.
2
 Nr. 479.
3
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Dr. Gerstenberger, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Ende, Dr. Badehorn.
a
 schluß] Kurpfalz (fol. 30’) deutlicher: nur den Mehrheitsbeschluss.
4
 = der aktuelle strategische Vorteil im Türkenkrieg.
b
 bedencken] Kurmainz (fol. 30’) deutlicher: den Beschluss, dz man uff römerzug verfahren wölle.
c
–c was … wehre] Kurmainz (fol. 30’) deutlicher: den Beschluss, caesari zuhelffen und uff den römerzug zu procedirn.
d
–d FR … hette] Kurmainz (fol. 30’) differenzierter: FR wird referiert, daß man in primo puncto propositionis so weitt fertig, daß man verglichen, der ksl. Mt. helff zu laisten und quo modo [Kurpfalz (fol. 31’) eindeutig: nemblich romzug]. Da nun der fürstenrath so weitt auch fertig, ob wol ander in der proposition anhangende puncten dabey nit erledigt, woll man sich der relation und /31/ correlation mitt inen vergleichen.
5
 Vgl. zum Vorbringen und zur Antwort des FR-Ausschusses auch Bayern, fol. 42’ f. [Nr. 58].
e
–e welchergestaltt … beratschlagett] Kurmainz (fol. 31) anders: wie hoch und viel man gemeinet, caesari zulaisten.
1
 Nebenproposition: Nr. 263.
2
 Verschrieben für „Romzug“.
a
–a weil … herkommen] Kurpfalz (fol. 36’) anders: weil nicht alle drein[in die Reichsmatrikel als Besteuerungsgrundlage] consentirt.
3
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Dr. Gerstenberger, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Ende, Dr. Badehorn.
b
 gewesen] Kurmainz (fol. 34’) zusätzlich: sonder waß referirt, geschehe alß durch ein gemeinen beschluß zureferirn.
c
 Korrektur] Kurpfalz (fol. 37’) differenzierter: Korrigiert werden folgende Passagen: Kontribution als mitleidenliche, freiwillige hilff neben andern potentaten, damit der last nicht allein uff dem Reich liege.Beim Gemeinen Pfennig wird gestrichen, er sei ein „ungewonlich werckh“; dafur zusetzen: „Lange zeit nicht gebraucht worden.“
d
–d inmaßen … mögen] Kurmainz (fol. 35) differenzierter: wann in dem chur- und fürstenrath ettwa ungleiche bedenckhen, daß „per maiora“ referirt worden, wie anno 70, 76 und 82. Kurpfalz (fol. 37’) zusätzlich: auch bei den relationen im furstenrath etwan mundtlich anregung bescheen, dz per maiora dahin geschlossen.
4
 Vgl. das Memoriale an KR um diese Interzession bei den Supplikationen [Nr. 449].
e
 Pfaltz] Kurmainz (fol. 35) zusätzlich: „Per maiora“ sey nitt herkommen.
f
–f und … gleicheit] Kurmainz (fol. 35) differenzierter: Werde aber bey andern stenden ein selzam ansehens haben, da dißfals ein ohngleicheit gesucht werden soltt.
g
 FR] Kurpfalz (fol. 38) differenzierter: FR und SR.
a
 mitgeteilt] Kurmainz (fol. 37) differenzierter: Mitteilung an Mainz und Pfalz als Verordnete des KR.
1
 Vgl. die Beratungen im FR dazu sowie zum 1. HA (Türkenhilfe) am 14. 6.: Bayern, fol. 47–58’ [Nr. 59].
2
 Nr. 303.
3
 Nr. 308 mit Beilagen.
4
 Unklare Bezugnahme.
b
 festgelegt] Kurpfalz (fol. 38’) zusätzlich: Beschluss im KR, dass Mainz und Pfalz dies SR mitteilen.
c
 Fürstenrat] Kurmainz (fol. 37’) differenzierter zur Besetzung für FR: Ebf. von Salzburg, Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg, Johann Casimir von Sachsen, Lgf. von Leuchtenberg persönlich; Gesandte der anderen FR-Stände, dabei für Burgund: Charles Philippe de Croÿ, Marquis d’Havré.
5
 Der Inhalt der Proposition wird in der Textvorlage nochmals ausführlich referiert.
6
 Vgl. die Proposition [Nr. 1], fol. 33.
7
 Bezugnahme wohl auf die zuvor im KR angesprochenen Verhandlungen beim RT 1576 (vgl. Anm. 23 bei Nr. 5). Debatte im KR beim RT 1582 mit Ablehnung des Gemeinen Pfennigs: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 6 S. 269–276.
8
 Nr. 263.
d
 wieder ablegen] Kurmainz (fol. 37’) differenzierter: an dieser hilff[= der Hilfe beim 1. HA] abrichten.
e
 resolviret] Kurmainz (fol. 37’) differenzierter: durch das mehr dahin resolvirt.
9
 Vgl. Bayern, fol. 64’–66 [Nr. 60].
10
 Vgl. ergänzend den Bericht Hg. Maximilians von Bayern an Hg. Wilhelm V. vom 16. 6. 1594: Als die gemeinsame Sitzung bereits beendet war, hat sich der Ebf. von Salzburg unterstanden, bei den persönlich anwesenden Kff. und Ff. die abweichenden Beschlüsse von KR und FR /215’/ dahin außzulegen, als ob die vast ainig oder doch zu concordirn seien, weill beede räth der mainung, das ir Mt. auf das Reich oder dessen contributiones aufnemmen solle.Der dazu gebetene bayerische Oberstkanzler [von Hörwarth] negiert dieses Einvernehmen, indem KR dem Ks. überlässt, nur für sich Geld auf die künftige Steuer aufzunehmen, während FR eine feste Summe zusagt. Auf weitere Gegenreden hin fragt der Kanzler nach, ob KR /216/ dahin gehe, das ir Mt., sovill ir Mt. wöllen, auf das Reich und dessen contributiones aufnemmen, allso das man es widerumb entrichten solle?Letztlich verblieb es dabei, dem Ks. beide Beschlüsse vorzubringen (HStA München, KÄA 3232, fol. 213–217’, hier 215’ f. Or.; präs. 19. 6. Druck: Aretin, Geschichte I, 494–497).
a
–a der … entspricht] Kurmainz (fol. 39’) differenzierter mit Wiedergabe des Referats: Demnach nun erwogen, das imperator hohe ursachen, hulf zubegern, gehabt, hette chur- und furstenrath wegen irer Mt. gespurter wolmainung geschlossen, das imperatori nit allain danck zusagen, sonder auch zu bitten, iro die wolfarth gemainen vatterlandts khunfftig noch verrer angelegen sein zulassen, damit turcae[!] sein barbarisch vorhaben gebrochen. /40/ Weil man sich aber der gebettenen hulflaistung halben der unterthanen eusseristen unvermögens erindert, und wol zuwunschen, das geubrigt bleiben könten, hetten yedoch chur- und fursten in erwegung der vorstehenden eusseristen gefahr, gebrochenen fridtstandts und greulichen turckischen wüetens sich erclert und entschloßen, eine freywillige hulf fur dißmal nit zuverweigern; der hofnung, imperator wurde dero erpieten nach außlendische potentaten zu gleichmessiger mitleidentlicher hulf ersuechen unnd anlangen. Was gestalt aber solche zulaisten: Ob wol imperator uf den gemainen pfennig ginge, yedoch dieweil der gemain pfennig fur ongepreuchlich und ain neuerlich, onmüglich werckh geachtet worden were [Kurpfalz (fol. 44’) zusätzlich: weil es nicht möglich sei, denselben einzubringen; wie man spürte, solch mittel nicht alle mal effectuirt worden sei], auch ains thails daruf mit bevelch nit instruirt und one das imperator selbst praecise uf solchem begern nit beharren thetten, hette man furs bequemlichist geachtet, beim römerzug oder anschlag zu bleiben. Die difficultates, so man der matricul halber erregt, wurden sich beim gemainen pfennig auch finden und ereugen. Es were auch sonderlich geschloßen, imperatorem zubitten, der beschwerung, so sich zwischen stenden erhebten, abzuhelffen.
1
 Vgl. Kursachsen, fol. 78–81’ [Nr. 9].
b
–b aber … worden] Kurmainz (fol. 40) und Kurpfalz (fol. 45) abweichend: FR beharrt auf der Ausweisung der Summe, KR lehnt dies weiterhin ab.
2
 Vgl. auch die nachfolgende schriftliche Fassung der Resolution: Nr. 266.
3
 Gravamina beim RT 1582: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 247 S. 939–943 (sowie die Folgeakten bis Nr. 270).
c
 nicht absondern] Kurmainz (fol. 40’) eindeutig: von deß churfurstenraths bedencken nit absondern.
1
 Nr. 266.
2
 = die Nebenproposition [Nr. 263].
3
 Vgl. dazu die Billigung als Resolution nur des KR bereits am 14. 6.: Kursachsen, fol. 72–76’ [Nr. 8]. Vgl. die Ausfertigung als Antwort zur Nebenproposition [Nr. 264].
a
–a Die … abtzusondern] Kurmainz (fol. 42) anders: Weil stättrath ir gesterig bedencken geendert, doch in der substantz irer gesterigen erclerung nit zuwider, achten sy, es bleib bey begriffenem concept etc.
4
 = zur Einbringung der Steuer unter Strafandrohungen. Vgl. die genannten RAbb zum Verfahren gegen Säumige: RAb 1570, §§ 31–34 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1217 f.); RAb 1576, §§ 16–19 (Neue Sammlung III, 356 f.); RAb 1582, §§ 15–18 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1415 f.).
5
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 34 f. [Unnd nachdem ir ksl. Mt. nit …].
b
 zuvormögen] Kurpfalz (fol. 47) zusätzlich: dz sie sich gebrauchen lassen contra turcam sine sumptibus.
c
 zuleisten] Kurmainz (fol. 42’) zusätzlich: Ergo geursacht, neben Cöln imperatorem anzulangen, milde zuerzaigen.
6
 Bezugnahme auf das Votum Triers für den Gemeinen Pfennig, zuletzt am 11. 6.: Kursachsen, fol. 45–47’ [Nr. 6].
7
 Vgl. Kursachsen, fol. 21–22, 49’ f. [Nr. 4, Nr. 6].
8
 = in den RAbb der letzten RTT.
d
–d weil … inneheltt] Kurmainz (fol. 43) deutlicher: auch andere puncten propositionis in acht zu nemen.
9
 Vgl. dazu den Kommentar der Kurpfälzer Gesandten im Bericht vom 4. 6. (25. 5.) 1594 als Anmerkung zur Proposition [Nr. 1, Anm. 36] sowie die Weisung Kf. Friedrichs IV. vom 9. 6. 1594 (30. 5.; Heidelberg): Erwartet nicht, dass ein Stand des Reichs zulässt, sich auß seiner löblichen uralten freyheit inn ein solche hochbeschwerliche knechtische servitut der gestaltt bringen zu laßen, daß man nach dem exempel anderer ohngemittelter erblande zu allen zeitten sich schetzen laßen unndt eben das leisten müße, was man vorschlüge, sondern leben vielmehr der hoffnung, es soll die freyheit zur schuldigkeit der posteritet erhaltten unndt betrachtet werden, wie unsere vorfharen sich gegen mechtigen regenten eines solchen jochs löblich entschütten können. Das dannoch wir nicht wenigers zuthun schuldig seyen, bevorab weil gleichwol noch nicht vernommen worden, das der türck sich des Reichs teutscher nation feindt erkleret, sondern allein mitt dem königreich Hungern unndt den jenigen, welche solche cron an sich gebracht unndt allein genießen, vornemblich zu thun. Daher zwar billich were, das der stände des Reichs, die durch erlangung derselben cron nicht gebeßert sein, verschonet unndt ihnen inn ihren selbsten obligenden beschwerungengeholfen würde (HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.; präs. 12. 6. {2. 6.}). Wenig später folgte die Vorgabe, bezüglich der Steuerhöhe vorerst auf der Vorgabe der Instruktion zu beharren (Weisung vom 12. 6. {2. 6.} 1594; Heidelberg: Ebd., unfol. Or.; präs. 16. 6. {6. 6.}).
10
 Vgl. Vortrag für SR im RR am 16. 6. (Kursachsen, fol. 89 [Nr. 10]) sowie die Resolution des SR [Nr. 266].
e
 vor 18 jahren] Kurpfalz (fol. 49) eindeutig: beim RT 1576.
11
 In Kurmainz (fol. 43’) als erläuternder Randvermerk: Teutschorden.
12
 Auf der Grundlage mehrerer Gutachten des Lazarus von Schwendi (vgl. dazu: Jerše, Schutz, 112–123; Nicklas, Macht und Einheit, 162–164) brachte Ks. Maximilian II. beim RT 1576 das Projekt zur Verwendung des Deutschen Ordens für die Grenzsicherung erst vor, nachdem die Steuerzusage der Reichsstände weitgehend gesichert war. Diese prorogierten das Projekt an den RDT 1577. Bis dahin sollte der Ks. mit dem Johanniter- und dem Deutschen Orden sowie mit ausländischen Potentaten wegen der Heranziehung der dortigen Ritterorden verhandeln (RAb 1576, §§ 29–33: Neue Sammlung III, 358). Beim RDT 1577 lehnten die Gesandten des Deutschen Ordens das Vorhaben indirekt ab, indem sie die Zusage an nicht erfüllbare Bedingungen wie die Restitution aller verlorenen Ordensgebiete einschließlich Preußens und Livlands knüpften. Die Reichsstände wiesen den Plan wieder an bilaterale Verhandlungen zwischen Ks. und Deutschmeister zurück. Da die ksl. Zusagen an den Orden wie die Herausgabe beschlagnahmter Ordensgüter oder Verhandlungen mit Kg. Philipp von Spanien wegen der Einkünfte der Balleien in den Niederlanden nicht ansatzweise verwirklicht werden konnten, ließ man die Frage noch vor dem RDT 1578 auf sich beruhen. Vgl. Erben, Frage, 522–536; Zwiedineck-Südenhorst, Versuch; Heil, Reichspolitik, 579–581. Guter Überblick zu den Translationsprojekten: Noflatscher, Glaube, 9–31.
f
 bestendiger friede] Kurpfalz (fol. 49) zusätzlich: wie ihn andere nationesabgeschlossen haben.
13
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 23’ ff.
14
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage (protokolliert bei 1. Umfrage, fol. 92’) neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Dr. Gerstenberger, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Ende, Dr. Badehorn.
15
 Vgl. Beilage B zur Proposition [Nr. 262].
16
 Bezugnahme auf die Mainzer Proposition für diese Umfrage (oben, fol. 93’).
17
 = 8. 9. 1594 und 5. 3. (23. 2.) 1595.
18
 Vgl. zuletzt im RAb 1582 (wie Anm. 4).
g
–g Es … besten] Kurmainz (fol. 14a) deutlicher: Strafe ist nun mehr aber umb sovil zuscherpfen, weil[die Hilfe] nit imperatori, sonder gantzer christenhait zum pesten komme.
19
 = Almosen.
20
 Vgl. Anm. 13.
21
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 33’ f. [Es hielten ir ksl. Mt. auch …].
22
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 34’ [Damit aber diß werck …].
h
 commendatores] Kurmainz (fol. 14a’) anders: comptores.
23
 Wohl Komture der Ritterorden.
i
 zuermanen] Kurmainz (fol. 14a’) zusätzlich: Item wie mit anticipirten geldern zuhalten. Stellen zubedencken, ob nit deren puncten auch zugedenckhen.
24
 Vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
25
 = Tataren.
26
 Vgl. zum Durchzug der Tataren durch Polen ab Ende Juni 1594: Anm. 24 bei Nr. 4.
27
 Das Votum beruhte auf einer früheren Weisung Kf. Johann Georgs an die Gesandten: Kf. hört aus Polen, /296/ das der turcke die tartaren concitiret unndt die durch Polen gerne herauß wolten, doch die cron unndt der groß cantzler solche zuruck haltenn, auch auf des turckischenn sulthans schickungen unnd schreibenn sich gesuchter massenn wilfärig nicht erkleret./296 f./ Sollen dies bei den Beratungen zur Türkenhilfe vorbringen und fordern, dass Kg. bzw. Kanzler und Stände in Polen ersucht werden, /296’/ der gantzen christenheit zue guetem ihnen nachmals zu wiederstehenn(Cölln/Spree, 23. 5. {13. 5.} 1594: GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 293–296’, 309’, hier 296 f. Or.; präs. 31. 5. {21. 5.}).
28
 Bezugnahme auf die protestantischen Gravamina, vorgelegt zuletzt 1590 (vgl. Anm. 21 bei Nr. 161, Abschnitt B, sowie Nr. 390).
j
–j das … hülffe] Kurmainz (fol. 14a’) anders: das unterthanen hoher nit belegt werden, als imperatori gelifert.
29
 Vgl. Kursachsen, fol. 57, 58’ [Nr. 6].
30
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 31’ f. [So ersuechen dem allem …].
k
–k und … werden] Kurmainz (fol. 16a) deutlicher: darumb es dero [ksl. Mt.] frey zu lassen unnd zu vertrauen.
31
 Unklare Bezugnahme: Bis hierhin wurde lediglich das Konz. für die Antwort zur Nebenproposition [Nr. 264] gebilligt, das diesen Punkt aber nicht anspricht.
32
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 34’ [Damit aber diß werck …].
33
 Vgl. zu den Einnahmen der Reichspfennigmeister an der Steuer von 1582 die Angaben bei Rauscher, Ständen, 329–331 (mit Tab. 92). Gesamtertrag der Steuer ca. 2,5 Mio. fl.; Bemühungen des Ks. um Einbringung der Restanten, die mit 1 361 040 fl. beziffert wurden (ebd., 329, Anm. 71. Vgl. auch Rauscher, Kaiser, 76–81). Als ein Beispiel für viele um die Einforderung von Restanten vgl. die umfangreiche Korrespondenz 1590–1593 wegen der Steuerrückstände des Hst. Freising (ksl. Schreiben an den Bf., Korrespondenz des Bf. mit dem Domkapitel, dem Fiskal am RKG und Reichspfennigmeister Geizkofler): HStA München, Hst. Freising K. blau 220/6, unfol. Laut Schreiben des Ks. an Kanzler und Räte in Freising vom 27. 6. 1592 (Prag) betrug der Steuerrückstand 24 744 fl. (ebd., unfol. Or.).
34
 = die Stände an der Westgrenze des Reichs infolge der Kriege in Frankreich und in den Niederlanden.
35
 = dem 2. HA (Landfriede) der Proposition.
36
 Zum Türkenfeldzug Ks. Maximilians II. 1566, bei dem trotz des Einsatzes eines Heers von über 60 000 Mann die wichtigen Festungen Gyula und Szigetvár verloren gingen, vgl. die Schilderung bei Wertheimer, Geschichte; Richtigstellungen dazu bei Lanzinner/Heil, Reichstag, 607 f. mit Anm. 12. Daneben: Schönherr, Kaiser; Fessler, Geschichte III, 594–601; Huber, Geschichte IV, 252–263; Jorga, Geschichte III, 58–62. Zusammenfassend: Majoros/Rill, Reich, 244–246; Pálffy, Regionalmacht, 12 f. Im Vorfeld des Feldzugs wurden für ein Heer von 120 000 Mann ca. 10 Mio. fl. pro Jahr kalkuliert; mit den Kosten für Artillerie, Donauflotte, Verwaltung etc. veranschlagte man insgesamt 11,6 Mio. fl. pro Jahr (Rauscher, Ständen, 72).
37
 Vgl. Anm. 24 bei Nr. 6.
38
 Vgl. dazu das nachfolgende Memoriale der Kff. von Trier und Köln an KR wegen einer Interzession beim Ks. um Steuererleichterung [Nr. 449].
39
= in die Antwort zum 1. HA an den Ks.
40
 Synonym für Ernte, besonders die Weinlese (Grimm, Wörterbuch X, 1067).
41
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 24–25’ [Unnd damit … servitut enthalten.].
42
 = Walachei.
43
 Vgl. Anm. 12 bei Nr. 66.
l
–l Das … zuvordencken] Kurmainz (fol. 16a’) knapper und deutlicher: Ergo ir Mt. solches, sowol als ob defensive oder offensive gegen dem turcken zu handeln, haimzustellen.
44
 Vgl. oben, Anm. 7.
45
 = die Rückerstattung der vom Ks. antizipierten Gelder, zu leisten aus dieser Gesamtsumme.
46
 = die Festlegungen bezüglich Freiwilligkeit und Zweckgebundenheit der Hilfe.
47
 Etwaige Hilfe des Reichs gegen die Tataren bzw. gegen die Truppeneinfälle an der Westgrenze.
48
 Dazu in Kurmainz (fol. 17a’) der Randvermerk: Regalia.Bezugnahme auf die bisher unterbliebene Belehnung Kf. Friedrichs IV. Vgl. das spätere Kurpfälzer Memoriale bei den Supplikationen [Nr. 478].
49
 Vgl. Votum in der 2. Umfrage.
50
 Vgl. Anm. 24 bei Nr. 4.
51
 Wohl Bezugnahme auf die von Mainz für diese Beratung proponierten Punkte.
52
 Bezugnahme auf die unmittelbar zuvor angesprochene Verzögerung der Belehnung.
m
–m Uff … werden] Kurmainz (fol. 18a) deutlicher: Könte etwa hernacher salva honore et reputatione Imperii ain fridtstandt erhandlet werden, das möchten ire Mt. thun. Solte dan uf den fall nit haltens hernacher etwas uf der grenitz angewendt werden muessen, were doch leidlicher als bey offenem krieg.
n
 Das] Kurmainz (fol. 18a) zusätzlich vor dem Folgenden: Ire beschwerden [Kurpfalz (fol. 55) deutlicher: wegen der Bedrohung durch die Tataren] erholen sy.
53
 RAb 1576, § 26 (Neue Sammlung III, 357) verwies die Kontrollfrage an den RDT 1577. Dort verzichteten die Stände auf die Kontrollmöglichkeit, da sie eine dauerhafte Involvierung in die Türkenabwehr bedeutet hätte (Heil, Reichspolitik, 580; zum Verzicht auf die Kontrolle seit 1570: Lanzinner, Friedenssicherung, 482 f.). Debatte beim RT 1582: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 8 S. 279; Nr. 67 S. 458 f.; zum Verzicht: Nr. 165 S. 691 f.
o
 uberschicken] Kurmainz (fol. 18a) zusätzlich: Mercatenter offtmals böse wahren unnd proviandt beygeschafft etc.
54
 Vgl. Anm. 24 bei Nr. 6.
55
 RT 1576 mit der Bewilligung von 60 Römermonaten (RAb 1576, § 7: Neue Sammlung III, 354 f.); RT 1582 mit der Bewilligung von 40 Römermonaten (RAb 1582, § 6: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1412 f.). Vgl. zur Einordnung: Lanzinner, Friedenssicherung, 464–473; Schulze, Reich, 78–81.
56
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 35’ f. [Es können aber … betzahlt werden kondten.].
57
 Erneut Bezugnahme auf die verzögerte Belehnung.
p
 nicht zuerkleren] Kurmainz (fol. 19a) eindeutig: uf kain summen zuercleren.
58
 Vgl. die Voten von Trier und Brandenburg in der 3. Umfrage.
59
 Vgl. Anm. 24 bei Nr. 6.
60
 Die Kurie steuerte 50 000 Kronen, Kg. Philipp II. von Spanien 200 000 Kronen bei. Aus Frankreich brachte Hg. Henri I. von Guise 100 Reiter mit, aus Italien der Hg. von Ferrara 800 Reiter. Der Hg. von Toskana schickte 3000 Fußknechte, der Hg. von Savoyen je 200 Reiter und Fußknechte (Huber, Geschichte IV, 256 f.).
61
 Zur erbländischen Hilfe sowie zum Beitrag der Länder der böhmischen Krone 1566 vgl. die Angaben bei Huber, Geschichte IV, 255–257; teils revidiert und konkretisiert bei Rauscher, Ständen, 278–306 passim.
q
 praesidia] Kurmainz (fol. 19a) eindeutig: die besatzung in Ungarn.
62
 Vgl. dagegen das Votum in der 3. Umfrage ohnehin für 25 Monate eilende Hilfe.
r
–r Die … werden] Kurmainz (fol. 19a) eindeutig: Vor erledigung der gravaminum, wie angezaigt, werde man nit wol zur bewilligung komen können.
s
–s mit … außkheme] Kurmainz (fol. 19a) differenzierter: Mit eilender hulf terminos zu halten Nativitatis Mariae unnd Laetare, in 2 jarn zuentrichten; die uberige 20 monat auch in 2 jahrn.
63
 = 8. 9. 1594.
t
 vor diser zeit] Kurmainz (fol. 19a’) eindeutig: anno 66.
64
 Vgl. oben, Anm. 55.
a
 Mainz] Kurpfalz (fol. 57) differenzierter: Mainzer Kanzler.
1
 8. 9. 1594.
2
 5. 3. (23. 2.) 1595.
b
 vergleichen] Kurmainz (fol. 20a) zusätzlich: Uff vier jhar lang helff zuregulirn.
3
 RAb 1576, §§ 7 f. (Erlegungstermine), § 10 (Friedenswahrung im Reich), §§ 11–15 (Besteuerung der Untertanen), §§ 16–19(Verfahren gegen säumige Stände), §§ 20–24 (Steuerleistung für eximierte Stände, der Hansestädte, der Reichsritterschaft und der Eidgenossenschaft), § 25 (Doppelbesteuerung von Reichsständen), § 26 (reichsständische Steuerkontrolle), § 27 (Einsatz der Steuer nur im Türkenkrieg): Neue Sammlung III, 354–358. Entsprechende Bestimmungen im RAb 1582, §§ 6–25: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1412–1417.
c
 erfolge] Kurmainz (fol. 20a) zusätzlich: Mitt beharrlicher hilff: Uff 3 jhar zuerlegen.
4
 Bezugnahme auf die ausstehende Belehnung. Vgl. das Memoriale bei den Supplikationen [Nr. 478].
5
 = die Antwort zum 1. HA und nachfolgend der Abschied des RT.
6
 Vgl. Anm. 24 bei Nr. 6.
7
 = zum Feilschen.
d
 deß mechtigen] Kurmainz (fol. 20a’) deutlicher: der ubrigen 10 monat halb auch erclern.
e
–e Und … sollen] Kurmainz (fol. 20a’) anders: In diesem churfursten rath sey man ohngleiches vermögen, darumb der geringer nit so hoch alß der vermüglichst zutringen seye.
8
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Dr. Gerstenberger, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Ende, Dr. Badehorn.
f
–f Des … einig] Kurmainz (fol. 20a’) deutlicher: Diß soll ein freywillige helff sein per status.
9
 = mit Worten streiten, disputieren, schwatzen (Grimm, Wörterbuch XXX, 1557 f.).
g
 schließen müßen] Kurmainz (fol. 20a’) deutlicher: deß jenig thon, waß die nott erfordern werde.
10
 Rückbezug auf das Pfälzer Votum. Vgl. Anm. 24 bei Nr. 6.
11
 Vgl. Anm. 61 bei Nr. 11.
h
 Domalß] Kurpfalz (fol. 59’) eindeutig: Anno 66.
i
 Zuvorn] Kurmainz (fol. 21a) eindeutig: Anno 82.
12
 Vgl. dagegen RAb 1582, verlesen am 20. 9., mit (§ 6) erstem Erlegungstermin Laetare [20. 3.] 1583 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1412).
13
 Vgl. am Beispiel des RAb 1582, §§ 12–14 (Maßnahmen gegen säumige Untertanen), §§ 15–18 (fiskalische Prozesse gegen säumige Reichsstände): Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1414–1416. Vgl. auch oben, Anm. 3.
14
 = fiskalische Prozesse.
j
 sein anliegen furbringe] Kurmainz (fol. 21a) deutlicher: sich nit pure zuercleren, dan da inen, wozu sie fug, begegnett.
k
 bleiben] Kurmainz (fol. 21a) zusätzlich: si non per totum, doch zum halben teil.
l
–l In … sein] Kurmainz (fol. 21a) anders: Dann da viel restanten verpleiben, /21a’/ werden die gehorsamen daruber beschwerett. Kurpfalz (fol. 60’) zusätzlich: Geringer stende weren auch in acht zunemen, und da hilff hoch gespant werden wolte, were es bei underthanen unmuglich sein.
m
–m Die … werden] Kurmainz (fol. 21a’) anders: Da aber den sachen in ander weg nachzudencken, weß anno 66 furgangen, wie Sachsen angereget: Hab caesar sich erbotten, andere potentaten und benachbarte auch zuersuchen. Waß anno 82 bewilligt, sey erlegett, uber sieben jhar ein einstandt gehabt. Wurde ein praeiuditium geben, da man uff ein beharrlichs andeuttete; wirdt letzlich ex necessitate legis ein stettig contribution sein. Kurpfalz (fol. 60’): Weren wol die ursachen, so furbracht, warumb so hoch zusteigen, nicht unerheblich. Aber obwol anno 66 mehrers bewilligt worden sein mög und obwol anno 82 her kheine steuer bewilligt, were doch danochst dieselb angelegt und hernacher erlegt worden.
15
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 35 f. [Was dann über diß …].
16
 Die auf 5 Jahre veranschlagte Türkenhilfe von 1582 endete 1587 (RAb 1582, § 6: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1412 f.).
n
 sie] Kurmainz (fol. 21a’) eindeutig: daß kriegsvolckhin Ungarn.
17
 Hilfsbitte Ehg. Karls II. von Innerösterreich vom 6. 7. 1582 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 190 S. 760–765); unterstützende Eingabe der Gesandten der innerösterreichischen Landstände (ebd., Nr.192 S. 767–769). Die Bitte wurde an die Gesamtbewilligung für den Ks. verwiesen (ebd., Nr.165 S. 692; Nr. 167 S. 698). Vgl. Jerše, Schutz, 193 f.
18
 Zu den Steuermodalitäten in den RAbb 1576 und 1582 vgl. oben, Anm. 3. Vgl. im RAb 1566, §§ 39–55 (Erlegungstermine, Besteuerung der Untertanen, Vorgehen gegen säumige Stände, Steuerleistung für eximierte Stände, Beitrag der Reichsritterschaft und der Hansestädte, Bestellung der Kriegsämter und reichsständische Steuerkontrolle), §§ 62 f., 71 (Hilfe des Auslands, Friedenswahrung im Reich, Doppelbesteuerung von Reichsständen): Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1527–1535.
19
 = 5. 3. (23. 2.) und 8. 9. 1595.
o
 Pfalz] Kurmainz (fol. 22a) zusätzlich vor dem Folgenden: Extrahierung der Nebenpunkte aus früheren RAbb durch die Mainzer Kanzlei; posten könn man zu- oder abthun. Sonsten sey in nechster relation angehengt, daß caesar alß ein gerechter kaiser den beschwerdten stenden helffen werde. Ergo sie anregung thun müssen.
20
 Vgl. dazu das nachfolgend vorgelegte Memoriale der Kurpfälzer Gesandten [Nr. 478].
p
 wehre] Kurmainz (fol. 22a’) zusätzlich: sie belassen es aber beim Laetare [1595].
21
 Vgl. Nr. 478.
22
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 36 f. [Alß dann auch aufm …].
q
–q Der … sein] Kurmainz (fol. 22a’) deutlicher: Würde bey diesem rath allerhandt praeiudicium gebern [Kurpfalz (fol. 63): Es wäre für KR verkleinerlich], da fursten- und stettrath[auf] ein neher ziel gehn werde.
r
 zuvor] Kurmainz (fol. 22a’) zusätzlich und deutlicher: Deshalb wie Sachsen [für Nativitatis Mariae 1594].
s
–s Es … vorursachet] Kurpfalz (fol. 63’) differenzierter: Wissen, warum der Ks. disen puncten an stende gelangen lassen, dieweil solche bestallungen vil unrichtigkeiten verursachten. Bedenckhen aber, dz man nicht wisse, wz fur eigentliche gravamina dieser bestallungen halben ksl. Mt. haben möchte.
23
 Bezugnahme auf die Debatte um die Volljährigkeit mit 18 oder 25 Jahren im Kurpfälzer Administrationsstreit Kf. Friedrichs mit Pfgf. Reichard von Simmern (1592–1594). Vgl. Anm. 21 bei Nr. 59.
24
 Vgl. die Ausführungen zur Genese der Reichskriegsordnung 1570, entstanden „unter Federführung von Lazarus von Schwendi“: Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 565 S. 1134–1142, Zitat 1135. Reiterbestallung als Teil der Reichskriegsordnung: Ebd., Nr. 566, Art. I–CXI S. 1145–1173. Stellungnahme des Ks. und Replik der Reichsstände zum Entwurf der Kriegsordnung: Ebd., Nr. 336 f. S. 761–763.
t
 gemes] Kurmainz (fol. 23a) zusätzlich: wüsten eß nitt zuverbessern.
25
 Zur Reiterbestallung im Obersächsischen Kreis im Vollzug des Abschieds beim Probationstag vom 13. 10. 1593 vgl. die Aktennachweise in Einleitung, Kap. 2.2, mit Anm. 123–127.
u
 wollen] Kurmainz (fol. 23a) zusätzlich: Bestallungen seyen so hoch gestigen, dz uff ein 1000 fl. 60 000[!] fl. monatlich lauffen.
v
–v sinthemal … blieben] Kurmainz (fol. 23a’) deutlicher: hatten sonnst kein leütt uffbringen können.
26
 Vgl. dagegen die spätere Aufnahme in die Antwort zum 1. HA (Türkenhilfe): Nr. 249, fol. 498 f. [Was die bey diesem …].
a
–a Sie … vor] Kurmainz (fol. 24a) differenzierter zum mündlichen Vortrag: Da der türkische Erbfeind seine Macht weiter ausbaut, östereichische landt, so immediate dem Reich zugethan,angreift und es nunmehr zum offenen Krieg gekommen ist, ihre Lande aber aufgrund der Erschöpfung den Widerstand nicht mehr aufrechterhalten können, erbitten sie die Unterstützung der Reichsstände, wie dies ihre schriftliche Werbung genauer darlegt. Kurpfalz (fol. 65) zum Vortrag: Den Inhalt hab ich wegen leiser red nicht vernemen khönnen.
1
 Vgl. Nr. 281 mit Anm. 3.
2
 Nr. 264.
3
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 33’ [Daneben mögen ir … unnd verordnen.]; fol. 34 f. [Unnd nachdem ir ksl.].
4
 Vgl. RAb 1566, §§ 52–55 (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1530 f.).
5
 Vgl. dagegen die Festlegung im RAb 1582, § 6: Erlegung in grober, gangbarer güldenen oder silbern Reichs Müntz (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1412); identische Formulierung im RAb 1576, § 7 (Neue Sammlung III, 355).
b
 werden] Kurmainz (fol. 24a’) zusätzlich: dann ettliche obrigkeit der collection gegen ettlichen, under andern begutet, herbracht.
c
 blieben] Kurmainz (fol. 24a’) zusätzlich: Hilff nergent anderst zu wenden, dan wohin sie gehörig.
6
 = zur Kontrolle der Steuerverwendung.
7
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Dr. Gerstenberger, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Ende, Dr. Badehorn.
8
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 33’ f. [Es hielten ir ksl. Mt. auch fur christlich …].
d
–d Bisher … laden] Kurmainz (fol. 24a’) differenzierter: Ob wol /25a/ Sachsen kein mangel an irer Mt., so lauffen doch allerhandt mitt under, daß die jenigen deßen nitt geniessen, so ir leib und blut darstreckhen. Erblanden bezalen ire leutt selbst, haben aigene zallmeister. Sey gleichwol nit gemeint, bezahlung uff sich zuladen, were aber wol davon zu reden, wie demselben ein weg zufinden.
9
 = durch die Verordnung von Zahlmeistern für die Kontrolle der Steuerverwendung.
e
–e Sey … worden] Kurpfalz (fol. 66’) deutlicher: Wiß khein andern weg alß fiscalische process sub poena dupli. Damit aber hierin gleicheit gehalten wurde, were fiscal zuerinnern, kheinen vor dem andern zubeschweren.
10
 Vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
11
 Vgl. RAb Speyer 1542, §§ 22 f.: Einsetzung Kf. Joachims II. als oberster Feldhauptmann und Zuordnung von 10 Kriegsräten aus 10 Reichskreisen (Schweinzer-Burian, RTA JR XII, Nr. 285 S. 1176 f.). Vgl. zu den benannten Kriegsräten: Liepold, Erbfeind, 238 f., sowie Anhang Nr. 6.3 S. 431; im Zusammenhang mit dem weiteren Führungspersonal: Ebd., 240–252.
f
 sein] Kurmainz (fol. 25a) zusätzlich: Da eß aber gar caesari heimbzustellen, soll ir nitt zuwider sein.
12
 Minderbewilligung von 40, bedingter Anschluss an 50 Römermonate (Kursachsen, fol. 120 [Nr. 12]).
13
 Vgl. das Vorbringen am 17. 6.: Kursachsen, fol. 101 f. [Nr. 11].
14
 = Tataren.
g
–g Der … geschehen] Kurmainz (fol. 25a’) deutlicher: Der zwang sey zu eng eingezogen, soltt wie[anno] 86[!] gelassen werden, dann da eß freywillig, soll kein zwang sein.
15
 RAb 1576, §§ 16–18: Fiskalische Prozesse mit Androhung der Reichsacht oder alternativ Verhängung einer Geldstrafe (Neue Sammlung III, 356 f.).
16
 Vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
h
 Konz.] Kurmainz (fol. 25a’) zusätzlich: Waß per Sachsen und Brandenburg angeregt: Da davon weitter zureden, wollens auch thon.
i
 im RR anzuhören] Kurpfalz (fol. 68) zusätzlich: Weil sie in der für 9 Uhr geplanten Audienz im KR ihre Werbung nicht vortragen können, weren nicht gefaßt.
j
 erinnerung] Kurmainz (fol. 26a) differenzierter: Erinnerung, Opferkästen vor den kirchen uffzurichten.
k
–k das … umbgegangen] Kurpfalz (fol. 68’) deutlicher: dass die bezalung kriegsvolck möge ervolgen.
17
 Bezugnahme wohl auf die in den am 18. 3. 1558 erneuerten Kurverein (zeitgenössisch auch als ‚Erbverbrüderung‘ bezeichnet) integrierte Beistandsverpflichtung (§ 9): Leeb, RTA RV 1558/59, Nr.47 S. 454–465, hier 462 f. Vgl. Gotthard, Säulen, 42–47.
18
 Erbeinung Sachsen – Böhmen mit gegenseitiger Beistandspflicht: Ott, Präzedenz, 291–296, (Erneuerung und Inhalt 1557), 484–486, 491–497, 535–540 (Liste der wettinischen Erbeinungen; demnach Erneuerung mit Böhmen zuletzt 1557, 1571, 1579, 1587). Erbeinung Brandenburg – Böhmen: Müller, Freundschaft, 100–109 (Entwicklung im Spätmittelalter), 129–139 (Erneuerungen), 289–303 (Auflistung der brandenburgischen Erbeinungen insgesamt; mit Böhmen: 289–291; vgl. dazu: Haug-Moritz, Frieden, 4 f., Anm. 7). Zur Erbeinung Sachsens mit Brandenburg (und Hessen): Haug-Moritz, Frieden, 8–30, zur Beistandspflicht bes. 24–29 (Lit.). Konkreter als beim oben angesprochenen, etwaigen Tatareneinfall wurde die Beistandsverpflichtung vom Ks. unter Berufung auf die Erbeinungen mit Böhmen noch während des RT 1594 beansprucht: Am 2. 8. 1594 forderte er Kursachsen und Kurbrandenburg auf, sich wegen der Türkengefahr zum Zuzug nach Böhmen gemäß der Erbeinung gefasst zu machen (HStA Dresden, GA Loc. 8024/2, fol. 1–3. Or. GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 11 Nr. 349, unfol. Or.). Unterstützt wurde die Aufforderung durch ein Hilfegesuch der böhmischen Landoffiziere in Prag (vgl. Ott, Präzedenz, 486). Kursachsen versuchte, die Leistung der Erbeinungshilfe durch Verhandlungen mit dem Ks. in Regensburg und eine Gesandtschaft nach Prag zu umgehen. Letztlich wurde sie nicht aktiviert, weil sich mit dem beginnenden Winter die Gefahrenlage entspannte (vgl. Ott, Präzedenz, 486–491). Vgl. die umfangreiche Quellenüberlieferung (Schwerpunkt Korrespondenzen) zur Anforderung der Erbeinungshilfe 1594: HStA Dresden, GA Loc. 8024/2, (August/September 1594), Loc. 8024/3 (August 1594 bis 1595), Loc. 8024/4 (August/September 1594). GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 11 Nr. 349 (dichte Überlieferung 1594–1596), I. HA GR Rep. 41 Nr. 183 (Schwerpunkt August 1594, auch Folgeakten). StA Coburg, LA B 494, LA B 495 (Korrespondenzen 1594/95 und Akten zur Aufmahnung der Hilfe).
l
 etc.] Kurmainz (fol. 26a) zusätzlich: auch einigung mit Poln.
19
 Vgl. Anm. 53 bei Nr. 11.
m
 revidiert] Kurmainz (fol. 26a’) zusätzlich: Übergabe der Replik des Ks. zur Nebenproposition [Nr. 265.]
1
 So die Angabe der Textvorlage. Fabian von Dohna gehörte der Kurpfälzer RT-Vertretung an.
2
 Nr. 265.
a
 Replik] Kurmainz (fol. 27a) zusätzlich vor dem Folgenden: Caesar assumir, dz sie macht haben, ein summa geltts uffzunemen. Kurpfalz (fol. 69’) zusätzlich: allein dz erinnerung bei stenden, so vermüglich, nicht verbleibe.
3
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Ende, Dr. Badehorn.
4
 Vgl. Beratung im KR am 10. 6.: Kursachsen, fol. 29’–33’ [Nr. 5]; Korrelation mit FR am 15. 6.: Kursachsen, fol. 83–84 [Nr. 9].
5
 Bezugnahme auf den Kölner Krieg. Vgl. Anm. 14 bei Nr. 4.
6
 Vgl. zur Entwicklung der Tributpflichtigkeit der Walachei und des Fst. Moldau sowie deren Status gegenüber dem Osmanischen Reich generell: Panaite, Status (Lit.). Daneben: Sugar, Europe 121–126; Schilling, Konfessionalisierung und Staatsinteressen, 379 f.; Niederkorn, Mächte, 41 f. („osmanische Vasallenstaaten“). Zur völkerrechtlichen Stellung des Fst. Siebenbürgen gegenüber dem Osmanischen Reich: Volkmer, Siebenbürgen, 496–509 (Lit.).
b
 und andere] Kurmainz (fol. 27a) eindeutig: Lottringen.
c
–c Mit … mittleiden] Kurmainz (fol. 27a) abweichend: Achten, gleicheit zu haltten. Kurpfalz (fol. 70’) wie Textvorlage: Hab man mit beschwerdten mittleiden und were derwegen underschied zuhalten.
d
–d Es … werck] Kurpfalz (fol. 70’) differenzierter: Würde ein selzam ansehen haben, dz man die /71/ gehorsamen allein solte trucken und gegen den anndern still zustehen. Vermeinen, gleicheit zuhalten sein, und doch penen zu hoch nicht spannen, dieweil es auß freiem willen und nicht ex debito et necessitate geschehe.
7
 Vgl. Anm. 15 bei Nr. 13.
8
 Vgl. RAb 1576, § 19 (Neue Sammlung III, 357); RAb 1582, § 18 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1416).
e
 vorgleichen] Kurmainz (fol. 27a’) zusätzlich: Restanten halb auch indifferens, ob eß drin zulaßen oder herauß zuthun etc. Sonnsten pleib eß bey dem concept.
9
 Nr. 265.
10
 Nr. 281.
f
–f Audienz … vortragen] Kurmainz (fol. 27a’) differenzierter: Im RR erscheinen 3 Gesandte, für die von Herberstein vorträgt.
11
 Vgl. unten, Anm. 20.
12
 Nr. 282.
g
 Anhörung] Kurmainz (fol. 27a’) zusätzlich vor dem Folgenden: Einleitender Vortrag der Gesandten: Steiermark, Kärnten und Krain /28a/ hetten sich alzeit erfreuet, dz sie in schutz und schirm deß Reichs kommen, bey dem sie yederzeit ire beschwerden hetten mögen anbringen, auch helffen dahero erlangett; erkennens und rümens vor Gott und der weltt. Eß sey aber deß turckhen grimmigs einbrechen dermassen eingerissen, daß sie mit entgegensetzung schier nitt mehr helff wisten, stünde inen auch noch auß, waß inen zugeteilt[von der 1582 bewilligten Türkensteuer]; inmittelst haue der turckh die christen nider, baue neue vestung, verhör und verderb dagegen christliche lande, wie beylage, in propositione sub A bezeichnet[Nr. 261], ferner außweisett. Weil dann dieser reichstag zu helff und rettung außgeschrieben, dahero landtschafft verursachett, sie anhero abzufertigen, sich schutz und schirms bey den Reichs stenden zuerholen, bey dieser höchsten türckhen not irer eingedenckh zusein. Und ob wol franzosische und niderlendische kriegsembörung den stenden deß Reichs noch beschwerlich uff dem halß, bitten sie doch umb Gottes und der christlichen lieb willen, irer not zugedenckhen und inen die helffliche handt zubietten, damit dieses feuer nitt weitter ins hauß schlag. Seye landtschafft ein solchs mit leib, gut und blut eüssersten vermögens zuverdienen geflißen.Näheres führt die schriftliche Werbung aus.
13
 Vgl. die einleitende Rede (Anm. g), vorgetragen von Frh. Siegmund Friedrich von Herberstein, im Wortlaut: StLA Graz, Laa. A. A. III, LH 42, fol. 205’–213’ (Kop.); danach referiert bei Schollich, Verhandlungen, 97–100. Die Reichstagsrede und deren Überlieferung als „ein Rarissimum innerhalb des Reichstagsgeschehens“: Jerše, Reichstagsoratorik, 105 f., Zitat 106; zur Rede in der Audienz vgl. ebd., 127 f.
14
 Vgl. eine schriftliche Fassung der Antwort: StLA Graz, Laa. A. A. IV, K. 10 H. 17, unfol. (Kop.) sowie StLA Graz, Laa. A. A. III, LH 42, fol. 214 f. (Kop.); wörtlich bei Schollich, Verhandlungen, 101. Werbung und mündliche Beantwortung knapp auch bei Loserth, Innerösterreich, 134.
15
 Vgl. Kursachsen, fol. 78–82’ [KR und FR am 15. 6.: Nr. 9]; fol. 88–89 [RR am 16. 6.: Nr. 10].
16
 = 5. 3. (23. 2.) und 8. 9.
17
 Vgl. zu dieser und den folgenden Festlegungen ausführlich die Antwort der Reichsstände mit der dortigen Kommentierung: Nr. 249, fol. 494–497 [Demnach sollen die underthanen … wurdet nichts ermangeln].
h
 furgenommen wirdt] Kurmainz (fol. 28a’) deutlicher: in diesem Zeitraum continuirtwird.
18
 = 24. 6.
i
–i und … fristen] Kurmainz (fol. 28a’) abweichend [und falsch]: und also Johannis Evangelistae diß jhars und Johannis Baptistae deß andern jhars.
19
 Hier Bezugnahme auf Anleihen des Ks. bei einzelnen Ständen und Privatpersonen ohne explizite Deklarierung als Antizipation auf die künftige Steuer.
20
 Vgl. Vollmacht Ehg. Maximilians als Regent Innerösterreichs (Wiener Neustadt, 20. 3. 1594) an die Reichsstände insgesamt: Die von den Gesandten beim RT erbetene Hilfe ist in Anbetracht der Bedrohung auch des Reichs unabdingbar. Bittet, die Gesandten anzuhören, die bedrängten Lande zu unterstützen und die eigenen RT-Verordneten anzuweisen, das Anliegen zu befördern (HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 202–203’. Or.; präs. Regensburg, 21. 6.; kopiert am 22. 6. HStA Dresden, GA Loc. 10202/6, fol. 191 f., 196 f. HStA München, Hst. Freising K. blau 221/4, fol. 72–73’. StA Nürnberg, ARTA 59, fol. 195–196’. LAV NRW R, JB II 2344, fol. 292–292’. Kopp.). Das Schreiben war daneben gleichlautend zum einen an die Kurien (an KR: HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 257–258’. Or.; präs. 23. 6. Übergabe der Schreiben für FR und SR vgl. Schollich, Verhandlungen, 102) und zum anderen an einzelne Reichsstände gerichtet. Die Übergabe durch die innerösterreichischen Gesandten erfolgte in den folgenden Tagen in Privataudienzen (vgl. Loserth, Tagebuch, 49–53, 56 f.; Schollich, Verhandlungen, 102–105; Loserth, Innerösterreich, 134 f.; Loserth, Steiermark, 168 f.). Nachweise (Auswahl): HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 204–205’ (Or. an Kf. Wolfgang von Mainz; präs. 22. 6.). LAV NRW R, Kurköln VI Nr. 205, fol. 40–41’ (Or. an Kf. Ernst von Köln). HStA Dresden, GA Loc. 10202/6, fol. 114–115’ (Or. an Kuradministrator Friedrich Wilhelm von Sachsen; präs. 23. 6. {13. 6.}). GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Vv, fol. 133–134’ (Or. an Kf. Johann Georg von Brandenburg; präs. 27. 6. {17. 6.}). StA Coburg, LA B 503, fol. 2–3’ (Or. an Hg. Johann Casimir von Sachsen-Coburg; präs. 26. 6. {16. 6.}). StA Nürnberg, ARTA 60, fol. 398–399’ (Or. an Mgf. Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach; präs. 26. 6. {16. 6.}). NLA Wolfenbüttel, 1 Alt 1 A Fb. 1 Nr. 41/1, fol. 70–71’ (Or. an Hg. Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel; danach referiert bei Häberlin XVIII, 79 f.). ISG Frankfurt, RTA 86, fol. 39 f., 42 f. (Or. an Stadt Frankfurt; präs. 27. 6. {17. 6.}). Weitere Schreiben Ehg. Maximilians (Wiener Neustadt, 31. 3. 1594) A) an ausgewählte Reichsstände mit der Bitte, das Anliegen der Gesandtschaft zu unterstützen (HStA München, K. blau 274/9, fol. 151–152’. Or. an Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg; präs. 25. 6. {15. 6.}. StA Coburg, LA B 503, fol. 5–7’. Or. an Hg. Johann Casimir von Sachsen-Coburg; präs. 26. 6. {16. 6.}); B) an Gesandte von Reichsständen und an einzelne reichsständische Funktionsträger mit der Bitte, die Werbung bei ihren Herren zu befördern (HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 210–212’. Or. an die Kurmainzer Gesandten; fol. 216–218’. Or. an den Mainzer Kanzler; präs. jeweils 22. 6. Vgl. Loserth, Innerösterreich, 131).
21
 Vgl. 3 Vollmachten und Bittschreiben der Landstände der Hgtt. Steiermark, Kärnten und Krain (jeweils Graz, Klagenfurt, Laibach, 1. 11. 1593): A) An die Reichsstände insgesamt: Verweis auf die sich zuspitzende Türkengefahr seit 1591, die dazu geführt hat, dass ihre Lande dem Feind zum Opfer fallen, falls man ihnen nicht /275/ mit ergäbigen beharrlichen, auch eillenden hilfenbeisteht. Da die Hgtt. im Schutz und Schirm des Reichs stehen, dessen christliche glaubensgenossen unnd löblicher teutscher sprach und sittensind, werden sie umso mehr veranlasst, ihre Gesandten zum RT abzuordnen, um von den Reichsständen eine ersprießliche eilende und beharrliche stattliche hilfenzu erbitten. B) An einzelne Kff., Ff. und Reichsstände: Verweis auf die Gesandtschaft zum RT mit der Bitte um Reichshilfe. Die Gesandten erhalten den Auftrag, dem Kf. [F., Stand] die Notlage der Lande /207’/ auch vorheer privatimdarzulegen. Bitten, die Gesandten anzuhören und die Bewilligung der Reichshilfe so zu unterstützen, wie es die offenkundige Notlage erfordert. C) An die Gesandten der einzelnen Reichsstände: Bitten, die Werbung bei ihren Herren und anderweitig nach allen Möglichkeiten zu befördern. Nachweise (Auswahl): HHStA Wien, MEA RTA 91 [Textvorlage], A) fol. 274–278’ (Or. mit 45 aufgedr. Siegeln; präs. 21. 6., kopiert am 23. 6.); B) fol. 207–209’ (Or. an Kf. Wolfgang von Mainz mit 45 aufgedr. Siegeln; präs. 22. 6.); C) fol. 213–214’ (Or. an die Kurmainzer Gesandten mit 45 aufgedr. Siegeln; präs. 22. 6.). HStA Dresden, GA Loc. 10202/6, A) fol. 193–195’ (Kop.); B) fol. 118–120’ (Or. an Kuradministrator Friedrich Wilhelm von Sachsen); C) fol. 116 f., 121 f. (Or. an die kursächsischen Gesandten). GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Vv, A) fol. 143–146’ (Kop.); B) fol. 138–140’ (Or. an Kf. Johann Georg; präs. [den Gesandten] 27. 6. {17. 6.}); C) fol. 135–136’ (Or. an die Kurbrandenburger Gesandten). StA Würzburg, WRTA 85, unfol. A) (Kop.); B) (Or. an Bf. Julius von Würzburg); C) (Or. an dessen Gesandte). LAV NRW R, JB II 2344, A) fol. 293–295 (Kop.); B) fol. 397–399, 402’ (Or. an Hg. Johann Wilhelm von Jülich; präs. Düsseldorf, 16. 7.); C) fol. 400–401’ (Or. an die Jülicher Gesandten; präs. Regensburg, 23. 6.). Vollmachten auch in StLA Graz, Laa. A. A. III, LH 42, fol. 75–84’; dabei eine Liste der Stände und Städte, an die Einzelvollmachten übergeben werden sollten (fol. 85–88).
22
 Nr. 282.
1
 Nr. 263, 264.
2
 Gemeint: Verrechnung der Antizipationen mit der neuen Steuer ohne zusätzliche Hilfe für die Rückerstattung.
3
 = Weihnachten 1594.
a
 sollen] Kurpfalz (fol. 76’) zusätzlich: Wurde sich furstenrhat in demselben desto leichter vergleichen khonnen, dieweil furstenrhat selbst nicht eins.
4
 Der Kölner Nuntius Frangipani betonte im Bericht (Regensburg, 23. 6. 1594) an Minuccio Minucci{das Engagement und die Bedeutung Kf. Ernsts von Köln für die Bewilligung von 64 Römermonaten im KR (
b
 Johannis Baptistae] Kurmainz (fol. 30a) abweichend und korrekt: Nativitatis Christi.
5
 = wie Beschluss des FR.
6
 Vgl. Kursachsen, fol. 116–117’ [Nr. 12]. Bereits vor der Sitzung des KR hatten um 6 Uhr die ksl. Räte von Hornstein und Freymon die Kurpfälzer Gesandten aufgesucht, um sie wie auch andere Reichsstände (vgl. Anm. 17 bei Nr. 57; Anm. 9 bei Nr. 103) im Auftrag des Ks. wegen der bevorstehenden Beschlussfassung zum 1. HA zu bitten, dafür einzutreten, dass irer Mt. mit einer ersprießlichen unnd ergeblichen hülff dermassen an die handt gegangen würde, damit sie das angefangen werck inn Ungern und Crabaten gemeiner christenheit zu gutem fortfuhren und den turcken vor weiterm einbrechen abhalten könte.Die Kurpfälzer Gesandten rechtfertigten ihr bisheriges Votum mit der Notlage der Lande und Untertanen des Kf., wie sie auch Köln und Trier vorgebracht haben. Der Kf. wolle nicht mehr zusagen, als er faktisch leisten könne. Die ksl. Räte betonten dazu, das Vorbringen des Ks. erfolge nicht aus mißtrauengegen sie, die Gesandten, sondern allein darumben, weiln die nott groß und man in diesem puncten villeicht baldt schliessen wurde.Vizekanzler Culmann fragte anschließend bei Freymon wegen der noch immer ausstehenden Erklärung des Ks. zur Belehnung Kf. Friedrichs nach. Freymon entschuldigte dies mit den vielfältigen Obliegenheiten des Ks., stellte aber eine baldige Resolution in Aussicht (Bericht der Kurpfälzer Gesandten an den Kf. vom 24. 6. {14. 6.} 1594: HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.; präs. Heidelberg, 27. 6. {17. 6.}).
c
 gehen] Kurpfalz (fol. 77) zusätzlich: Zahltermine: Beharren auf dem Beschluss des KR.
7
 Vgl. Kursachsen, fol. 135’, fol. 143 f. [Nr. 13, 14].
d
 knechte noth leiden] Kurmainz (fol. 30a) deutlicher: knecht nit bezahlett.
8
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Dr. Gerstenberger, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Ende, Dr. Badehorn.
e
 reutterbestallung] Kurmainz (fol. 30a) eindeutig: An der 1570 verabschiedeten Ordnung.
9
 In Kurpfalz (fol. 77’) an dieser Stelle als Randvermerk: Der Kf. von Mainz ist interim abgangen.
f
 möge] Kurpfalz (fol. 77’) zusätzlich: damit sie kriegsman zu gutem kome.
g
–g Die … geleistet] Kurpfalz (fol. 77’) deutlicher: Einvernehmen, die aktuelle Antizipation, die der Ks. jetzt uffbringen wölle, dz solche in jetzige steuer soll gezogen werden.Davon abzugrenzen sind die schon vor dem RT aufgenommenen Darlehen.
10
 Vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
11
 Vgl. Kursachsen, fol. 120 [Nr. 12].
12
 Vgl. Anm. 5 bei Nr. 13.
h
 leutten] Kurmainz (fol. 30a’) zusätzlich: so nitt stende deß Reichs.
i
 seindt] Kurmainz (fol. 31a) zusätzlich: In grober Reichs müntz soltt auch pleiben.
j
 1) Sey] Kurmainz (fol. 31a) deutlicher: [1)] Uffgenommen geltt[sei].
k
 attentiren] Kurmainz (fol. 31a’) zusätzlich: nitt der meinung, kupffer müntz zuerlegen, sonnder an guetter müntz, eiusdem valoris wie angeregt.
l
–l Do … Cöln] Kurmainz (fol. 31a’) anders: Da ir Mt. dabey ferner zuerinnern, wollens gern sehen.
13
 = Betrug bei der Musterung durch Eintrag falscher oder erfundener Namen; „Blindnamenschreiber“ (vgl. Grimm, Wörterbuch II, 121, 126).
14
 Bewilligung von 20 Römermonaten beharrlicher Hilfe in der Antwort der Reichsstände (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 165 S. 689); Forderung von 60 Römermonaten in der Replik des Ks. (ebd., Nr.166 S. 695); Erhöhung zunächst auf 32, dann auf 40 Römermonate in der Duplik und Quadruplik der Stände (ebd., Nr.167 S. 698; Nr. 169 S. 703).
m
–m solche … zuvorwenden] Kurmainz (fol. 32a) deutlicher: dz durch ine das geltt in Ungern geliffert, item das kriegsvolckh bezalt werde.
15
 = 5. 3. (23. 2.) und 8. 9.
16
 Bezugnahme auf private Darlehen an den Ks.
1
 = stattgeben, bewilligen (Zusage von 50 Römermonaten).
2
 = 8. 9. bzw. 25. 12. 1594.
a
 zu anticipiren] Kurmainz (fol. 32a’) eindeutig: zuerlegen.
3
 Gemäß Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 23. 6. (13. 6.) 1594 fand eine regelrechte Umfrage statt, in der Trier, Köln, Sachsen und Mainz mit ihrer Mehrheit 64 Römermonate trotz des Anschlusses des FR an KR mit 50 Römermonaten bestätigten, während Pfalz und Brandenburg /105’/ bey den 50 verblieben. Welchs unsers erachtens nichtt hette seinn sollen, dann die deliberatio erstlichenn in eventum, wo der fursten rath mitt unns nichtt einigk wehre, ergangenn. Kombtt dieses daher, das Sachssenn vonn hinnen eilett(GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 99–110’, hier 105’. Or.; präs. Cölln/Spree, 30. 6. {20. 6.}).
4
 Vgl. Nr. 281, 282.
5
 = 5. 3. (23. 2.) und 8. 9. 1595.
6
 Vgl. Anm. 5 bei Nr. 13.
7
 Vgl. Würzburg A, fol. 48’–53 [Nr. 67].
b
 Anschließend] Kurpfalz (fol. 83) deutlicher: Nach einer halben Stunde.
8
 = 25. 12. 1594 und 24. 6. 1595.
c
 neher zusammen] Kurmainz (fol. 33a’) eindeutig: neher herbey.
9
 Vgl. Kursachsen, fol. 147’–150 [Nr. 14].
10
 Vgl. die schriftliche Fassung: Nr. 267.
11
 Nr. 266.
d
 ersucht worden] Kurmainz (fol. 34a) differenzierter: ersucht worden, der stende beschwerden im besten in acht zu haben.
12
 Fragliche Bezugnahme auf die hier beratene Antwort zum 1. HA. Vorher war dem Ks. noch keine diesbezügliche Bitte übergeben worden.
13
 Vgl. das Memoriale mit der folgenden Beratung bei den Supplikationen [Nr. 449].
e
 Notlage] Kurmainz (fol. 35a) zusätzlich: Danach Beendigung der Sitzung bis auf weitere Ansage, die wegen des morgigen Feiertags Johann Baptist noch nicht terminiert wird. [Der Ansagezettel für den Reichserbmarschall wurde am 24. 6. für 25. 6., 7 Uhr morgens, ausgestellt (ebd., fol. 35a)]. Bis dahin soll Mainz die Antwort der Reichsstände zum 1. HA (Türkenhilfe) konzipieren.
a
 solte] Kurpfalz (fol. 87’) zusätzlich: Erachten auch nötig zuerinnern, der österreichischen lande zugedenckhen, das solche ir gepur auch geben.
1
 Vgl. Kursachsen, fol. 116–117’ [Nr. 12].
2
 Vgl. Nr. 267.
b
 geschehen] Kurmainz (fol. 35a’) zusätzlich: nämlich Bewilligung mit der Bedingung, wofer man zuverhoffen, dz den beschwerungen abzuhelffen.
3
 Vgl. die Ständeantwort [Nr. 249], fol. 493 f. [Darbey und neben bitten … erlangen mögen.].
4
 = 10. 8. und 1. 11. 1594.
5
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Dr. Gerstenberger, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Ende, Dr. Badehorn.
c
 wurde aber geschehen] Kurmainz (fol. 35a’) differenzierter: Werde ein grosse confusion geben und erstaigerung der müntz; mögte ein yeder kauffman nach seinem willen staigern.
6
 Vgl. RMO 1559, §§ 145–156 (Leeb, RTA RV 1558/59, Nr.804 S. 1978–1980).
d
–d Wiewohl … worden] Kurmainz (fol. 35a’) abweichend: Sey gleichwol sonst nitt breüchlich, in relationem zusetzen. Kurpfalz (fol. 88’) zusätzlich: sonnder hette jeder alzeit ksl. Mt. notturfft selbst furbracht.
7
 Bezugnahme wohl auf das erste Mainzer Konz. für die Resolution des KR: Kursachsen, fol. 131–139 [Nr. 13].
8
 = Walachen und Tataren.
e
 koßacken] Kurmainz (fol. 35a’) anders: Kosaken und auch moldawier.
9
 Bezugnahme auf die Doppelbesteuerung von Reichsständen.
f
 möchten] Kurmainz (fol. 35a’) zusätzlich: Item der supplicirenden stenden Österreich, Steir, Kernten[Nr. 281, 282] und anderer /36a/ bey dieser relation auch zugedenckhen.
10
 Vgl. Kursachsen, fol. 159 [Nr. 15].
11
 Vgl. neben der Debatte im FR um die dortigen Mehrheiten (Leeb, RTA RV 1582, 1521, Register, „Reichstagsverfahren, Fürstenrat, Mehrheitsfindung“) und neben der grundsätzlichen Frage der Anschlusspflicht des SR (ebd., 1516) die diesbezüglichen Aussagen von Pfalz und Brandenburg im KR (ebd., Nr. 20 S. 318 f.; Nr. 26 S. 337 mit Anm. 1).
g
–g zu … möchten] Kurmainz (fol. 36a) deutlicher: dz sie einem andern volgen müsten. Kurpfalz (fol. 89) zusätzlich: welchs jetzo mit scherpffung der peenen mehr ervolgen würde.
12
 Vgl. Anm. 11.
h
–h solte … sein] Kurmainz (fol. 36a) anders: Potentaten, tartarn betreffend: Da eß in relatione verpleibe, mögt außkommen. Soltt mundtlich vorgebracht werden.
13
 RMO 1559: Leeb, RTA RV 1558/59, Nr.804 S. 1953–1988.
14
 Vgl. die Ausfertigung der Ständeantwort zum 1. HA [Nr. 249].
i
 seindt] Kurmainz (fol. 36a) zusätzlich: Kurfürstenrat (ohne Trier und Köln). Beratung des Konz. für die Interzession des KR beim Ks. um Steuererleichterung für die Kff. von Trier und Köln. [Vgl. bei Nr. 449.]
1
 Nr. 249.
2
 Nr. 282; Nr. 492.
3
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage (fol. 185) neben dem Kuradministrator anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Dr. Gerstenberger, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Dr. Badehorn.
a
 Entsprechende Bekanntgabe] Kurmainz (fol. 37a’) differenzierter: Bekanntgabe der morgigen Beratungsaufnahme zum 2. HA. Bis dahin Vorlage der Werbung für die Landstände der Hgtt. Steiermark, Kärnten und Krain sowie der sächsischen Supplikation.
4
 Nr. 283.
5
 Gemeint. Die allgemeine Beratung zur Türkenhilfe für den Ks.
b
 worden] Kurmainz (fol. 38a) zusätzlich zur Begründung: Falls man einem yeclichen ansuchenden soltt helff laisten, würde man sich in ein schweren laborint einfüren.
6
 Vgl. am Beispiel des RT 1582: Werbungen Ehg. Karls II. und der innerösterreichischen Landstände (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 190 S. 760–765, Nr. 192 S. 767–769). Beratungen im Zusammenhang mit dem 1. HA (ebd., Nr. 6 S. 272–276, Nr. 9 S. 281 f., Nr. 10 S. 282 f., Nr. 13 S. 291, Nr. 18 S. 312–315, Nr. 20 S. 318 f., Nr. 25 S. 335 f., Nr. 63 S. 450–454, Nr. 74 S. 473–475, Nr. 80 S. 497–499). Beantwortung der Werbung in der Antwort zur Türkenhilfe (ebd., Nr. 165 S. 692).
7
 Vgl. RAb 1576, § 28 (Neue Sammlung III, 358).
8
 Vgl. Leeb, RTA RV 1582, Nr. 190 S. 760–765 mit Anm. 6.
9
 Vgl. Antwort der Reichsstände zum 1. HA (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 165 S. 692) sowie RAb 1582, § 26 (ebd., Nr. 457 S. 1417 f.).
10
 = Ehg. Karl.
11
 Vgl. Anm. 17, 18 bei Nr. 282.
c
–c kein … möge] Kurmainz (fol. 38a) deutlicher: alß ob man ex debito schuldig wehre, dergleichen clagen anzunemmen.
12
 = in der Antwort zur Werbung.
d
 1582] Kurmainz (fol. 40a) zusätzlich: [Weitere Beratung ohne Teilnahme der Pfälzer Gesandten.] Verlesung des Kurpfälzer Memoriale [Nr. 478] zur Belehnung. [Beratung vgl. beim Memoriale.]
a
 Köln] Kurpfalz (fol. 94) abweichend: Für Köln sind zunächst Gesandte anwesend, der Kf. persönlich erscheint aber bereits während der Mainzer Proposition.
b
 eine supplicationübergeben] Kurmainz (fol. 40a’) deutlicher: in einer designationWege vorgeschlagen, wie demselben ohnwesen in Niderlanden zuhelffen.
1
 Nr. 290.
2
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 39 [auch anfurtters obverstandener … befurdert werden moge].
3
 RT 1576 zur Friedensvermittlung: Schreiben der Reichsstände an Kg. Philipp II. von Spanien vom 8. 10. 1576 (Arndt, Reich, 60 f. Druck: Gross/Lacroix, Urkunden II, Nr. 683 S. 301–304) sowie Bitte an den Ks., die in Aussicht genommene Gesandtschaft nach Spanien zu befördern (Moritz, Wahl, 429 f.). Beschluss des RDT 1577: Fortsetzung der ksl. Friedensbemühungen sowie Mahnschreiben an beide Kriegsparteien (Heil, Reichspolitik, 587 f.; Fröschl, Frieden, 167). Kurfürstentag, sodann RDT 1578: Anheimstellung der Friedensvermittlung allein an den Ks. (ebd., 184 f., 187 f.; Heil, Reichspolitik, 599–601; Arndt, Reich, 62. Vgl. Antwort des RDT zur Werbung der Generalstaaten: Gross/Lacroix, Urkunden II, Nr. 714 S. 350 f.). Beim RT 1582 lehnten die Reichsstände eine weitere Friedensinitiative ab (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 173 S. 709 f. Vgl. Fröschl, Frieden, 273; Arndt, Reich, 73–75), ebenso beim RDT 1586 (Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 16 c S. 741; Nr. 16 d S. 748, 751; Nr. 16 e S. 757). Zu den Verhandlungen des RDT 1590 vgl. Anm. 28 bei Nr. 30.
4
 Zu den reichsgesetzlichen Vorgaben seit 1555 vgl. Anm. 48 bei Nr. 1. Zur Landfriedensdebatte seit Ks. Friedrich III. bis 1555: Angermeier, Reichsreform, 113–124, 150–199 passim, 209–215, 243–248, 291–305, 313–329; Verhandlungen auf den RTT 1493–1519: Heil, Friedensproblematik, bes. 41–76.
c
 allerlei vorsehung gethan] Kurpfalz (fol. 95) differenzierter: wie es zuhalten mit annemmung volcks, caution.
5
 Vgl. Anm. 48 bei Nr. 1.
6
 Vgl. auch die spätere schriftliche Vorlage [Nr. 448].
7
 Vgl. zu den Aktivitäten Gf. Adolfs von Neuenahr im Kölner Krieg als Befehlshaber der Truppen des abgesetzten Kf. Gebhard Truchsess und als Statthalter von Geldern (1584) mit Unterstützung aus den Niederlanden: Pirenne, Geschichte, 270–273; Arndt, Reich, 106 f.; Becker, Alltag, 126–133. Einzelheiten zu den Kriegszügen im niederländischen Dienst: Lossen, Krieg II, 604–614, 618 f., 630. Vgl. auch die Ausführungen in der Supplikation [Nr. 448] mit weiteren Hinweisen.
8
 Zu den seit 1590 verstärkten Einfällen von Truppen der Vereinigten Provinzen in den Niederrheinisch-Westfälischen Kreis vgl. knapp Arndt, Reich, 108 f. Beispiele für Schäden durch spanische Söldner im Hgt. Jülich-Berg: Goldschmidt, Raubzüge. Allgemein zur Belastung der Regionen am Niederrhein als „gewaltoffener Raum“: Bobak/Carl, Söldner, 171–176 (Lit.); Kriegsfolgen am Beispiel der Gft. Mark: Kloosterhuis, Orteren, 168–173, 200–210. Vgl. auch Supplikation und Gutachten des Kreises [Nr. 467; Nr. 290] sowie Akten und Abschiede der KTT zu dieser Thematik seit 1590 (LAV NRW R, NWKA IX/54, fol. 258–306’; NWKA IX/68 und IX/70 passim).
9
 Wohl Bezugnahme auf eine Werbung durch Gf. Georg Eberhard von Solms-Lich (1568–1602), der seit 1583 im niederländischen Kriegsdienst stand, 1587 das Oberkommando über die Truppen der Provinz Seeland erhielt und an zahlreichen Feldzügen gegen Spanien beteiligt war. Auch 1594 warb er ein neues Regiment an (vgl. Solms-Laubach, Geschichte, 192–200; ADBXXXIV, 579 f.).
10
 Olivier van den Tympel (de Tempel; ca. 1540–1603), Kriegsoberst im niederländischen und französischen Dienst gegen Spanien, warb Mitte 1591 im Jülicher Land 4000 Fußsoldaten und 600 leichte Reiter an, die mit den Truppen F. Christians von Anhalt dem Heer Heinrichs von Navarra in Frankreich zugeführt werden sollten. Die Söldner plünderten am 13. 7. 1591 die Abtei Kornelimünster, zogen weiter an die Mosel, besetzten dort einige Städte und griffen am 29./30. 7. Andernach an, konnten die Stadt aber nicht einnehmen (Schäfer, Überfall).
d
 Wörtlich alleine] Kurmainz (unfol. [das Protokoll ist nach fol. 41a’ nicht mehr foliiert]) differenzierter: da einer caution laistet und nit helten[!].
e
 Speier] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: und hernach.
11
 Vgl. Anm. 48 bei Nr. 1.
f
 nachgesetzt] Kurmainz (unfol.) deutlicher: one fernere scherpfungnachgesetzt.
12
 Vgl. oben, Anm. 3.
13
 Bezugnahme auf die Verwicklung Englands und Frankreichs in den niederländischen Krieg sowie wohl auf die offensive und erfolgreiche Kriegsführung der Generalstaaten seit 1590 (vgl. Anm. 41, 44 bei Nr. 34).
14
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Dr. Gerstenberger, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Dr. Badehorn.
g
 zubeschweren] Kurpfalz (fol. 97) zusätzlich: Da solchs geschehe, wurde dadurch dem 2. puncten an sich selbst geholffen sein.
h
–h Was … erinnern] Kurpfalz (fol. 97) differenzierter: Und wiß man, dz man etwan hievor unverrichter ding abziehen müssen.
i
 anno 76 und 82] Kurmainz (unfol.) zusätzlich und korrekt: anno 70, 76 und 82.
15
 Vgl. Anm. 48 bei Nr. 1.
j
 zugewartten] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Wann einem sein will nitt geschehe, schlage er sich zu einem oder dem andern teil.
k
 aus] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: falls die betrawungen solten effectuirt werden.
16
 Bezugnahme auf die Antwort der Generalstaaten vom 3. 10. (23. 9.) 1590 an die Verordneten des Kölner interzirkularen Tages vom Mai 1590 (vgl. Anm. 27 bei Nr. 30), die dem RDT 1590 vorgelegt wurde und im letzten Abschnitt die Forderung an das Reich enthielt, die der Witwe Gf. Adolfs von Neuenahr entzogenen Güter zu restituieren. Vgl. die Antwort mit Datum 23. 9. bei Meteren, Beschreibung, 671–676, hier 676; Regest mit Datum 25. 9.: Japikse, Resolutiën VII, (1590) Nr. 133 S. 126.
17
 Vgl. dazu das Kölner Memoriale gegen die brabantischen Prozesse [Nr. 467, Beilage C].
18
 Erneut Bezugnahme auf die Antwort der Generalstaaten vom 3. 10. (23. 9.) 1590 an die Verordneten des Kölner interzirkularen Tages vom Mai 1590. Zum Inhalt vgl. Anm. 27 bei Nr. 30.
l
 1589] Kurmainz (unfol.) abweichend: Beschlussfassung der Gesandtschaft im Jahr 1590.
m
 deren Reaktion] Kurmainz (unfol.) differenzierter: aber staden kein zulassen wöllen, sonnder ein schrifften übergeben. Darinn müsten sie sich zuvor ersehen.
19
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 38 f. [Als aber ir ksl. Mt. … antwortt erhalten mogen].
20
 Vgl. die später nachgereichte schriftliche Fassung des Berichts [Nr. 448].
21
 = Philipp II. von Spanien.
n
 zusein] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Beendigung der Sitzung und Vereinbarung der nächsten Zusammenkunft wegen des morgigen Feiertags Peter und Paul für übermorgen, 7 Uhr.
1
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Dr. Gerstenberger, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Dr. Badehorn.
2
 Vgl. Eintrag in Kurmainz, unfol., für 29. 6.: Ausfertigung eines Ansagezettels an FR und SR für 30. 6., 7 Uhr, in das Rathaus, sowie Bekanntgabe an die ungarischen Gesandten, zu diesem Zeitpunkt dort vor den Reichsständen zu erscheinen.
3
 Vgl. Anm. 2 bei Nr. 286.
4
 János Kutassy, Bf. von Raab [Győr], und János Joó de Kaszaháza, (von 1587–1603) kgl. Personalis, Präsident der kgl. Gerichtstafel und kgl. Rat (vgl. Pálffy, Kingdom, 251; Bagi, Gyűlés, 880 mit Anm. 50, 51).
a
–a trägt … vor] Kurmainz (unfol.) differenzierter und abweichend: Mündlicher Vortrag nicht der eigentlichen Werbung, sondern zunächst einer Vorrede dazu: A reliquiis ungarici regni allegati iussi sunt, salutare status, offitia offere, omnia foelicia precari et ingressum foelicem ad comitia, foeliciorem in progressu, foelicissimum in exitu.Schildern die erbarmungswürdige Lage des Kgr. Ungarn angesichts der türkischen Übermacht, gegen die man trotz des Einsatzes aller Kräfte der dortigen Stände und des Ks. als Kg. nicht bestehen kann, und erbitten deshalb Hilfe des Reichs. Wollen dazu eine schriftliche Werbung übergeben und bitten um deren Beantwortung.
5
 Nr. 286.
6
 In der Textvorlage korr. aus: Anton.
7
 Nr. 290.
8
 Vgl. KR am 28. 6. [Nr. 19].
9
 Vgl. erläuternd die schriftliche Fassung der Kurkölner Darstellung [Nr. 448].
10
 Die Kurpfälzer Gesandten hatten die Bentheimer Vertreter bereits im Anschluss an die Sitzung des KR am 28. 6. zu sich geladen und eine Erklärung insbesondere dazu gefordert /139’/ ob die repreßalien also samptlichen von den staden weren außgebracht worden.Die Bentheimer verwiesen auf einen Bericht des Gf. an Kf. Friedrich und ergänzten: Dass Gf. Adolf /140/ die repreßalien bei den staden gesucht habenn solte, das sei inen nicht wissendt, glaubens auch nicht(Bericht der Kurpfälzer Gesandten an den Kf. vom 1. 7. {21. 6.} 1594: HStA München, K. schwarz 16700, fol. 134–141, hier 139’ f. Konz.).
11
 = Magdalena von Bentheim, Schwester Gf. Adolfs von Neuenahr, verheiratet mit Gf. Arnold II. von Bentheim-Tecklenburg (vgl. Nr. 448 mit Anm. 5).
12
 = Pfgfn. Amalia, Witwe Kf. Friedrichs III. von der Pfalz und Schwester Gf. Adolfs von Neuenahr (vgl. Nr. 448 mit Anm. 5).
13
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Dr. Mosbach, Dr. Badehorn.
b
 uf einen bloßen schein] Kurmainz (unfol.) anders: in forma einer intercessio.
14
 Vgl. die Darlegung bei den Supplikationen [Nr. 448].
c
 anhört] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Da am Abend der Ks. den Ständeausschuss zur Entgegennahme seiner Replik zum 1. HA (Türkenhilfe) für kommenden Tag, 8 Uhr, zu sich bescheidet, fertigt Mainz einen Ansagezettel aus, mit dem die Verordneten von FR und SR aufgefordert werden, in der ksl. Herberge zu erscheinen. Die Kurien werden für 9 Uhr einberufen. Übergabe des Ansagezettels an die kursächsische Kanzlei.
a
 zwischen 8 und 9 Uhr] Kurpfalz (fol. 105) differenzierter: Zur Sitzung um 7 Uhr kommen Mainz, Trier und Köln persönlich sowie Gesandte von Pfalz und Brandenburg. Ist aber nichts furgenomen worden, weiln Sachsen nicht erschienen.Um 8 Uhr begeben sich die Kanzler von Mainz und Pfalz zum Ks., um die Replik zum 1. HA entgegenzunehmen. Um 8.30 Uhr erscheint der Administrator von Sachsen persönlich und erklärt, ihm sei erst für diese Zeit angesagt worden. /105’/ Um 9 Uhr kommen die Kanzler von Mainz und Pfalz in den KR zurück.
1
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Dr. Badehorn.
2
 Nr. 250.
b
 zuvordienen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Mainzer Kanzler rekapituliert den gestrigen Beschluss zum 2. HA (Landfriede und Niederlande), die Hauptfrage in Anwesenheit der Kff. persönlich zu beraten.
3
 Vgl. Anm. b.
1
 Nr. 250. Der Inhalt wird in obiger Mainzer Proposition nochmals in 12 Einzelpunkten referiert.
a
 hat] Kurmainz (unfol.) zusätzlich und anders: [obiger Punkt 2) dort noch bei 1), dafür Zahltermine als Punkt 2)] 3) Zugelassene Münzen für die Steuererlegung.
2
 Vgl. zuletzt Kursachsen, fol. 153’–167 passim [Nr. 15].
3
 Vgl. Weisung Kf. Friedrichs IV. vom 24. 6. 1594 (14. 6.; Heidelberg): Billigt die Bewilligung von 50 Römermonaten. Sollte die Zusage weiter erhöht werden, sollen sich die Gesandten dem gemäß ihrer Instruktion nicht anschließen (HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.; präs. 27. 6. {17. 6.}). In der Weisung vom 29. 6. 1594 (19. 6.; Heidelberg) kritisierte der Kf., dass die Steuer sehr rasch von 50 auf 64 Römermonate erhöht wurde, auch weil dies den Ks. veranlassen werde, eine noch höhere Forderung zu stellen. Er befahl den Gesandten, ohne weitere Weisung auf 50 Römermonaten zu beharren, insbesondere so lange der Ks. seine Belehnung [vgl. Nr. 478] problematisiere (ebd., unfol. Or.; präs. 3. 7. {23. 6.}).
b
 praeiudicium] Kurmainz (unfol.) deutlicher: praeiudicium ad posteritatem.
4
 = Zuordnung zu einer Beratungskommission für die Revision der Bestallungen.
5
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Dr. Badehorn.
6
 = Hgt. Sachsen-Weimar.
7
 Kf. Christian I. bestimmte seinen Schwiegervater, Kf. Johann Georg von Brandenburg, und Hg. Friedrich Wilhelm von Sachsen-Weimar zu Vormunden für seine Kinder, namentlich für Kurprinz Christian. Im Vertrag vom 14. 12. (4. 12.) 1591 (HStA Dresden, GA Loc. 10619/7, fol. 4–19’. Kop.) verglichen sich beide Ff. dahingehend, dass Friedrich Wilhelm als nächstem Agnaten die Administration der Lande übertragen wurde, Reskripte, Bestallungen und Lehnbriefe aber im Namen beider Vormunde ergingen. Auch behielt sich Kf. Johann Georg die Zustimmung bei wichtigen Reichs- und Landesangelegenheiten vor, wenngleich es Friedrich Wilhelm gelungen war, die meisten Kompetenzen für sich zu behaupten und der Kf. nur als „Mitvormund“ firmierte (Ott, Präzedenz, 460 f.; Schirmer, Staatsfinanzen, 725; Lit. Hinweise auf die Bedeutung der Vormundschaft auch bei Kusche, Friedrich Wilhelm I.). Vor Beginn der Beratung am 4. 7. hatte Kuradministrator Friedrich Wilhelm den Kurbrandenburger Gesandten mitgeteilt, er werde im Hinblick auf die Türkenhilfe wegen der gemeinsamen Vormundschaft W. Eilenbeck zu Kf. Johann Georg schicken. Eilenbeck soll /151/ den zustand der sachen be- /151’/ richten und derer guttachten erhohlen(Bericht der Gesandten an den Kf. vom 4. 7. {24. 6.} 1594: GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 151–158’, hier 151 f. Or.; präs. Sonnenburg, 15. 7. {5. 7.}). Zur Gesandtschaft vgl. Anm. 17 bei Nr. 211.
8
 Vgl. Kursachsen, fol. 24’–25’ [Nr. 4]; fol. 36’–38’ [Nr. 5]; fol. 50’–52’ [Nr. 6].
9
 = seorsum (abgesondert).
10
 = die Verhandlungen beim RT.
c
 zuerhaltten] Kurmainz (unfol.) zusätzlich und differenzierter: nämlich eintweder der stett meinung nach[10. 8. und 1. 11. 1594] oder uff dergleichen.
11
 Vgl. Anm. 24 bei Nr. 12.
12
 = Vorgaben für die Besoldung in den Bestallungen.
13
 Vgl. Kursachsen, fol. 113 f., 120, 159 [Nr. 11, 12, 15].
14
 Vgl. Nr. 390.
d
 sub conditione] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: wofer gravaminibus abgeholffen.
15
 Eine vorherige konditionierte Zusage von 60 Römermonaten durch Kurbrandenburg findet sich nicht im Protokoll: Zuletzt hatten die Gesandten noch bei der Verlesung des Konz. für die Antwort der Reichsstände am 25. 6. auf der Minderbewilligung von 50 Römermonaten bestanden (Kursachsen, fol. 180 f. [Nr. 17]). Vgl. auch den Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 4. 7. (wie Anm. 7, hier fol. 153): Haben in dieser Umfrage weisungsgemäß votiert, /153/ dz euer kfl. Gn. mit 40 monaten pure und darzu noch mit 20 sub conditione, wann den gravaminibus abgeholffen, zufrieden wehren. Und ob wir wohl der ubrigen 4 monat halben keinen gemeßenen und außtrucklichen befehlich hetten, so wehren wier doch der unterthenigsten zuvorsicht, euer kfl. Gn. wurden auch derwegen ir ksl. Mt. nicht aus handen gehen. Wier köntten aber gewiß nichts zusagen. Kf. Johann Georg hatte in der Weisung vom 13. 6. 1594 (3. 6.; Dresden) eine Obergrenze von 60 Römermonaten vorgegeben, doch sollten die Gesandten dabei andeuten, er werde sich gegenüber dem Ks. so verhalten, dass dieser /330/ mit uns woll friedlich sein werde. Dan do je ein mehrers sein solte, stehets in unser wilkuer, solches privatim allerwege zue bewilligen, unndt kan darkegenn erhalten werdenn, das ihre ksl. Mt. sich in unsernn sachenn auch ettwas gewiriger erzeige(ebd., fol. 327–331’, hier 330. Or.; präs. 19. 6. {9. 6.}).
16
 8. 9. 1594 und 5. 3. (23. 2.) 1595.
e
 anhengig] Kurmainz (unfol.) zusätzlich vor dem Folgenden: vermög caesaris andeüttung.[Vgl. Nr. 250, fol. 312: auch bey denen … gulden auflauffen.]
17
 Vgl. Nr. 250, fol. 313 f. [Dann inen, den sten- /313’/ den … verhindert worden were.].
18
 Vgl. Nr. 250, fol. 314’ [Daentgegen die Reichs contributiones ….].
19
 Bezugnahme auf die Forderung in der Replik, den ersten Zahltermin aus dem Kammergut vorzustrecken, falls die Erlegung durch die Untertanen wegen der knappen Frist nicht möglich sein sollte.
f
 zuerkleren] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Könte sein endschafft erlangen, wann die underthanen desto eher angeschlagen.
20
 Vgl. Kursachsen, fol. 180’ [Nr. 17].
21
 RAb 1582, §§ 15–18 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1415 f.).
g
 stellen sie es dahin] Kurpfalz (fol. 110’) abweichend: erklären sie, dass es kheins schärpffens bedörfft.
22
 Bezugnahme auf die Bestallung der 1200 Reiter des Obersächsischen Kreises im Vollzug des Abschieds beim Probationstag vom 13. 10. 1593 (vgl. Einleitung, Kap. 2.2). Bestallungsbrief Kuradministrator Friedrich Wilhelms von Sachsen und Kf. Johann Georgs von Brandenburg: GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 16 Nr. 12 Fasz. 4, unfol. Konzeptkop. (o. D.).
h
 zuerschwingen] Kurmainz (unfol.) deutlicher: bey den underthanen zuerheben.
i
 ettwas anders schlißen] Kurmainz (unfol.) deutlicher: uff ein anders und mehrers gehen.
23
 Vgl. Nr. 250, fol. 314’ [Unnd derhalb zum fall … zu sein erachtet.]; fol. 318 f. [Dann nit zu zweifeln … freundt machen werden.].
24
 Vgl. Nr. 281, 282, 286.
j
 zubewilligen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: und zugleich die helff uff 6 jhar zu continuiren.
25
 Vgl. erstmals am 8. 6.: Kursachsen, fol. 21–22 [Nr. 4]; sodann in den weiteren Beratungen u. a. am 17. 6.: Ebd., fol. 95 [Nr. 11]. Vgl. auch das diesbezügliche Memoriale zusammen mit Trier [Nr. 449].
26
 = durch die Verhandlungen beim RT.
27
 Vgl. Kursachsen, fol. 218 f. [Nr. 22].
28
 Vgl. Anm. 25.
29
 Bezugnahme auf Walachei, Moldau und wohl auch Siebenbürgen. Zu den Bündnisverhandlungen des Ks. mit diesen vgl. Anm. 12 bei Nr. 66. Zu deren Status gegenüber dem Osmanischen Reich vgl. Anm. 6 bei Nr. 14.
30
 Die Kurpfälzer Gesandten baten Kf. Friedrich im Hinblick auf die ksl. Replik wiederholt um Weisung, ob sie bei den zuletzt von ihnen zugesagten 50 Römermonaten verbleiben oder sich der Mehrheit in der Bewilligung von 60, 64 oder noch mehr Römermonaten anschließen sollten (u. a. Bericht vom 3. 7. {23. 6.} 1594: HStA München, K. schwarz 16700, fol. 142–143, hier 142. Konz. Bericht vom 5. 7. {25. 6.} 1594 mit Bekanntgabe der mehrheitlich inzwischen auf 80 Römermonate erhöhten Steuer: Ebd., K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.).
31
 Vgl. Votum Brandenburg in der 1. Umfrage.
32
 Vgl. Referat der Resolution des KR vor FR am 21. 6.: Kursachsen, fol. 147’ f. [Nr. 14]; Antwort der Reichsstände [Nr. 249], fol. 488’ [… ein mittleidentliche, freywillige, unverbundene hülff …] und passim.
k
 angedeuttet worden] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Es ist empfohlen worden, dz ir Mt. inducias suchen soltten, praesent[= den Türkentribut] zeittlich liffern.
33
 Vgl. die Verhandlungen im KR beim RT 1582 mit der entsprechenden Forderung: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 5 S. 263–269; Nr. 8 S. 278 (Votum Pfalz); Nr. 13 S. 290 (Resolution KR); Nr. 165 S. 689 (Antwort der Reichsstände zur Türkenhilfe).
34
 Gemeint: In dessen Funktion als Mitvormund in Kursachsen.
l
–l eilenden … monat] Kurmainz (unfol.) anders und wohl korrekt: eilenden hilff 25 monat, 35 monat in 3 jharn, die andere 20 in zweyen jharn.
35
 = als in der Antwort der Reichsstände.
36
 = die Türkennot in Ungarn.
37
 = 5. 3. (23. 2.) 1595.
38
 Vgl. Anm. 11 bei Nr. 17.
39
 Vgl. auch das Votum im Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 4. 7. (wie Anm. 7, hier fol. 156’): Da sie /156’/ gewiße nachrichtung hetten, dz so wohl im fursten raht alß hie Pfaltz und wier mit diesem hohen ahnschlag nicht wurden zufrieden sein oder denselbigen bewilligen.
m
 gemeiner contribution] Kurmainz (unfol.) eindeutig: ein leidlich, ainig contribution.
n
–n Dem … lernen] Kurmainz (unfol.) eindeutig: mögte außkommen und den betrangten christen zum beschwerlichsten fallen, da eß under die turckhen kommen und also ein armers[!] den benachbarten ervolgt.
40
 Vgl. Votum Sachsen in der 2. Umfrage.
41
 = 25. 12. 1594 und 24. 6. 1595.
o
 jahren] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: die 64 in vier jhar, die 16 in zwey jhar.
1
 Vgl. die schriftliche Fassung des Konz. mit eingetragenen Korrekturen: HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 351–353’. Zum Inhalt vgl. den Vortrag des KR-Beschlusses im Korreferat mit FR am 6. 7.: Kursachsen, fol. 244–245’ [Nr. 24].
2
 Vgl. Nr. 281, 282, 286.
a
–a Dieweil … geholffen] Kurpfalz (fol. 115’) abweichend: Dieweil furs erste mal nie kheinem keiser sovil bewilligt worden: Da were „dz erste mal“ außzulassen und simpliciter zu setzen.
3
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Dr. Badehorn.
4
 Gemeint: Dem Ks. keinen Anlass für eine „Triplik“ zur hier beratenen Duplik zu geben.
5
 Vgl. dazu und zum weiteren Verlauf den Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 9. 7. (29. 6.) 1594: Da ihre Forderung, die Bewilligung als Beschluss nur der Mehrheit des KR zu deklarieren, trotz weiterer Einwände mit dem Argument abgelehnt wurde, /166/ dieses wehre dem herkommen nicht gemeß, und hette man niemals maiora referiret,mussten sie das eusserste mittelhandhaben und erklären, in diesem Fall könnten sie an der Korrelation zur Duplik mit FR und SR nicht teilnehmen, sondern sie wollten davon abtreten und bey den relationibus nicht bleiben, oder dah wier darbey sein solten, musten wier de nostro dispensu eine protestation ubergeben, damit wier propter praesentiam et taciturnitatem nicht pro consentientibus geachtet wurden und hernach /166’/ euer kfl. Gn. zu der darlegung der achtzig monath gedrungen wurden.Da keine Reaktion darauf erfolgte, bekräftigten sie dies im Anschluss an die Sitzung gegenüber dem Mainzer Kanzler nochmals und forderten, die sachen in acht zunehmen und der gestalt zu dirigiren, damit es des abtrits und der distraction nicht bedurffe./166’ f./ Nachmittags um 14 Uhr ließ der Kuradministrator von Sachsen ihnen im Anschluss an sein Gespräch mit dem Kf. von Trier beim Mittagsmahl mitteilen, der Kf. und er könnten /167/ nicht befinden, wie wier mit unserm furhaben zuvorfahren oder das zuvorandtworten hetten, dann es ein gantz neu und unerhörtes wergk. Köntten auch nicht glauben, das bey euer kfl. Gn. wier es zuvorandtworten hetten. Darumb solten wier uns und zuforderst gemeine sachen in beßere acht nehmen und die distraction und andere mehr inconvenientia, alß dz diese separatio offenbahr, menniglichen und dem feinde kundt, die ksl. Mt., alle churfursten und andere stende befrembden wurde,unterlassen. Zur Absicherung der Minderbewilligung reiche aus, dass in den prothocollen unser votum und dissensus bliebe und daher euer kfl. Gn. gnugsamb vorsehen wehren./167 f./ Dagegen beharrten sie darauf, dass ihre stillschweigende Anwesenheit bei der Korrelation /167’/ pro consensu wurde ahngetzogen werden.Kritisierten den Verhandlungsgang beim 1. HA, bei dem man sie mit dem Mehrheitsvotum auf diese Bewilligung verpflichten wolle. Kursachsen habe mehrfach versichert, sie wolten uber die 64 monath nicht gehen, auch in der ersten umbfrage, uns desto beßer dartzu zu locken, darbey beharret[vgl. Nr. 22], aber doch folgendts noch 16 monat dartzu bewilligt. Darumb wier nicht wusten, was wier uns zuvorsehen hetten, und wurden nottwendig, auf unsere schantze zu sehen, gedrungen./167’ f./ Dabei verblieb es zunächst. Anschließend kam der Kurpfälzer Vizekanzler Culmann zu ihnen und teilte mit, der Kf. von Mainz habe ihn auffordern lassen, sie wegen der nochmals erläuterten Konsequenzen /168/ von dem unwege abzumahnen.Dagegen habe ihm [sein Mitgesandter] Fabian von Dohna aufgetragen, ihnen dies nur mitzuteilen mit der Empfehlung, dz wier, unsern dissens zu bescheinigen, aus den prothocollen glaubwirdige kundtschafft nehmen. Darauf auch von uns ist furgeschlagen, man soltte /168’/ diesen punct eine zeit lang ersitzen laßen und in den andern fortfahren, biß von euer kfl. Gn. wier resolution erlangen köntten. Sie, die pfeltzischen, haben sich damals vornehmen laßen, wo wir abtreten oder protestiren wurden, das sie es auch also halten wolten.Doch haben sie dies am folgenden Tag widerrufen unter dem Vorwand, sie hetten sich zu besorgen, wo sie von der session blieben, das ein ander, pfaltzgraf Reicharts gesandten ahndeutende, dieselbe einnehmen möchte. Darumb es dann unsers ermeßens wohl keine gefahr wurde gehabt haben(GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 165–176’, hier 166–168’. Or.; präs. Zehden, 18. 7. {8. 7.}). Vgl. auch die Separatberatung bei Nr. 24.
b
 zur Beantwortung] Kurmainz (unfol.) abweichend: zur Wendung an den Ks. wegen der Beantwortung.
6
 Nr. 282.
7
 = bezüglich der Deklaration zur Steuerhöhe beim 1. HA.
8
 Vgl. KR am 28. 6. und 30. 6.: Kursachsen, fol. 201–204’ [Nr. 19]; fol. 207’–211’ [Nr. 20].
9
 Vgl. die Eingabe und die hier folgende Beratung bei den Supplikationen [Nr. 448].
10
 Vgl. Proposition [Nr. 1] (2. HA) sowie Nr. 290.
11
 = besonders RAbb 1555, 1570, 1576 und 1582. Vgl. Anm. 48 bei Nr. 1.
12
 Vgl. Nr. 290, fol. 269’ f. [Dabei nottig zuversehen … abgewiesen worden.].
13
 Gemeint: Feststellung und Darlegung der Kreisständen seitens der werbenden Kriegsobersten verursachten Schäden und Unkosten durch die Kreisobersten und Zugeordneten (RAb 1570, § 14: Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1211; zuletzt wiederholt im RAb 1582, § 38: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1422).
c
–c Und … werden] Kurmainz (unfol.) eindeutig: Deme zuvorkommen, geben sie[zu] bedenckhen, dz dem beschedigten allein iuramentum uffgelegt werde, quod per se iuris.
14
 Vgl. RKGO, Zweiter Teil, IX, bes. § 5; X, §§ 1, 2 (Laufs. RKGO, 183–188).
d
 iuramentum] Kurmainz (unfol.) deutlicher: iuramentum laesae partis.
15
 = im Gutachten des Westfälischen Kreises (wie Anm. 12 und Folgeabsatz): „singuli in solidum“.
16
 = in der EO.
e
 erinnerung geschehe] Kurmainz (unfol.) deutlicher: nämlich zur Haftung singuli in solidum.
17
 = ‚bis so lange’.
18
 Bezugnahme auf die konkretisierte Kautionsleistung gemäß RAb 1570 und deren Wiederholung in den RAbb 1576 und 1582. Nachweise in Anm. 7 bei Nr. 255.
19
 Vgl. Nr. 290, fol. 270[Hieruber auch nicht undienlich … zu verleihen.].
20
 RAb 1570, §§ 12, 14 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1211); zuletzt wiederholt im RAb 1582, §§ 37 f. (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1421 f.).
21
 Gemeint wohl: Verbesserung.
f
–f das … soltte] Kurmainz (unfol.) deutlicher: dz, da einen contra reichsordnung schaden thue, die erkundigung von kreis obristen zu werckh gesteltt[und], sive citatus sive non, on einig proceß der schaden erstattet werde.
22
 = den Beschädigten.
23
 = die Kriegsobersten (nicht die Kreisobersten).
24
 = verantwortlich sein.
g
–g das … obersten] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Derwegen patenten eher nitt zugestatten, eß were dann auch caution dabey gelaistett, und nitt allein der obrist […].
25
 = indem sie vor der Musterung entlaufen.
26
 Vgl. Kursachsen, fol. 195 f. [Nr. 19].
27
 Nachweis der verschärften Bestimmungen für Söldnerwerbungen im RAb 1570 und der Wiederholungen in den RAbb 1576 und 1582 in Anm. 48 bei Nr. 1.
h
–h wollen … ertzeigen] Kurmainz (unfol.) deutlicher und zusätzlich: sich zu einem yeden vernemmen laßen. Konte man sehen, waran der mangel.
i
–i Und … contribuiren] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Und billich dahin zu sehen, damit die armen underthanen, von denen man die Reichs helff haben müß, vor verderblichem schaden verhüttett pleiben.
28
 Fortsetzung dieser Beratungen jedoch erst am 11. 7. (Kursachsen, fol. 273’ [Nr. 28]).
1
 Bereits zuvor um 6 Uhr hatten die ksl. Räte von Hornstein und Freymon die Kurbrandenburger Gesandten aufgesucht und sie namens des Ks. /330/ vormahnett, daß wihr die gemeine sachen der contribution der christenheitt und dem vaterlandt zum besten woltte[n] befordern helffen und die zu einem solchen ergeblichen mittell zu fordern, wie ihrer ksl. Mt. vortrau[en] allergnedigst zu unnß stunde und dem wergk nottwendigk und guth wehre./330 f./ Antwort der Gesandten: Haben den diesbezüglichen Befehl des Kf. bereits in ihren Voten vorgebracht. /330’/ Dahe wihr auch kunfftigk bey den sachen ettwaß mehr thun konten oder weittern bevehl erlangen, soltte ahn weitterm unsern aller gehorsamsten zusetzen[?] kein mangel oder abgangk erscheinen(Kurbrandenburg, fol. 330 f.). Ebenfalls am Morgen des 6. 7. brachten von Hornstein und Freymon im Hinblick auf die Beschlussfassung zum 1. HA eine entsprechende Anmahnung namens des Ks. auch den Kurpfälzer Gesandten vor. Deren Antwort: Kf. Friedrich hat sich an der Gefahrenlage 1566 orientiert und sie für 40 Römermonate instruiert, sich sodann aber der Zusage von 50 Römermonaten angeschlossen. Versichern, dass der Kf. alles tun wolle, um die Gefahr abzuwenden, faktisch aber nicht mehr leisten könne. Auch will er dem Ks. nichts zusagen, was er anschließend nicht aufbringen kann. Replik der ksl. Räte: Die aktuelle Lage ist nicht mit 1566 vergleichbar: Höhere Ausgaben für die Söldner, größeres Angriffspotential der Türken nach dem Friedensschluss mit Persien, voraussichtlich längere Dauer des Kriegs (Bericht der Kurpfälzer Gesandten an den Kf. vom 6. 7. {26. 6.} 1594: HStA München, K. schwarz 16700, fol. 157–158’. Konz.).
2
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Dr. Badehorn.
a
 Separatberatung] Kurpfalz (fol. 120’) zu Zeitpunkt und Dauer: von 7 uhr biß nach neunen.
3
 Kursachsen (fol. 243) hält dazu nur fest, die persönlich anwesenden Kff. und der Administrator von Kursachsen seien mit den Brandenburger Gesandten und einigen Räten zu einer Separatverhandlung in die neben stube gangen; nach 9 uhr wieder herauskommen.AuchKurmainz (unfol.) protokolliert lediglich, dass vor dem Zusammentritt des KR in einer Separatverhandlung mit den Brandenburger Gesandten lange tractirtwird. Kurpfalz (fol. 121–122) enthält die Sondersitzung als eingeschobenen Protokollnachtrag, beruhend auf einer Mitteilung des Mainzer Kanzlers.
4
 Zwischen fol. 331’ und 333’ liegt ein Aktenstück.
5
 Vgl. Kursachsen, fol. 233’ [Nr. 23].
6
 Die Beratung fand unmittelbar vor Beginn dieser Sondersitzung noch ohne die Brandenburger Gesandten statt, die erst anschließend vorgeladen wurden (Bericht der Kurpfälzer Gesandten an den Kf. vom 6. 7. {26. 6.} 1594: HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.; präs. Heidelberg, 9. 7. {29. 6.}).
7
 Kuradministrator Friedrich Wilhelm von Sachsen wird als „f. Gn.“ tituliert.
8
 Vgl. Kursachsen, fol. 55 f., 56’ f. [Nr. 6]; fol. 72’–76’ [Nr. 8].
b
 eroffenen] Kurpfalz (fol. 121) zusätzlich: So möchten sie[die Kurbrandenburger] auch darüber es ksl. Mt. fürbringen, also das sie gegen irem hern für ire person genugsam verwahrt weren.
9
 Bezugnahme auf die Bitte von Trier und Köln. Vgl. neben den Verhandlungen im KR deren Memoriale [Nr. 449].
10
 Vgl. die Andeutung des Anschlusses an 64 Römermonate am 4. 7.: Kursachsen, fol. 221’ f. [Nr. 22].
11
 Vgl. Schlaich, Mehrheitsabstimmung; in Steuerfragen Mehrheitsbeschluss verpflichtend für die Minderheit, jedoch seit 1582 Infragestellung durch protestantische, später auch durch katholische Stände (311 f., 329–337); keine Mehrheitsentscheidung in Glaubensfragen (312–315, 329 f.). Vgl. auch Gotthard, Religionsfrieden, 438–446; Schulze, Decision, bes. 49–53; zu „Türkensteuern und Majoritätsprinzip“ umfassend Schulze, Reich, 155–178; Schulze, Concordia, 59–68.
12
 Protest des SR gegen die Türkenhilfe im RAb 1582: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 268, 269 S. 1015–1019.
c
 protestiren] Kurpfalz (fol. 121’ f.) zusätzlich: Haben von Hornstein und dem ksl. Vizekanzler bei deren Vorsprache [vgl. Anm. 1] ihren Auftrag erläutert, befürchten aber, der Ks. werde auf dem Mehrheitsbeschluss bestehen.
d
 KR] Kurpfalz (fol. 122) zusätzlich: Beschluss gemäß Votum Trier: Die Brandenburger Gesandten können im KR protestiren und nichts weniger ire notturfft ksl. Mt. fürbringen, auch ein testimonium ex protocollo extracts weiß nemmen.
13
 = die Brandenburger Gesandten.
e
 geschehen] Kurpfalz (fol. 122) zusätzlich: Weren doch salva protestatione zufriden, wann ein aequipollens der relation inserirt würde etc.
14
 In Kurbrandenburg (fol. 338’ f.) folgt der Hinweis, dass er, Dr. Barth [Verfasser des Protokolls], Sekretär Andreas Lindholz unmittelbar anschließend einen entsprechenden Kurbrandenburger Protest für die nachfolgende Vorlage diktierte.
15
 =in der vorausgehenden Separatverhandlung.
16
 = der Resolution des KR für die Duplik zum 1. HA (Türkenhilfe).
17
 Zur Haltung von Kurpfalz bei diesen Verhandlungen vgl. den Bericht der Kurpfälzer Gesandten an den Kf. vom 6. 7. (wie Anm. 6): Haben dabei stets betont, dz wir mit den brandenburgischen in einem spittal kranck legen unnd weniger bewilligt hetten dan sie. Wie sich nun dieselben mit ufstehen im raht oder in andere weg verhallten würde[n], deme müßten wir uns gleichförmig erzeigen.Da aber der Zusatz in die Relation inseriert wird, haben wirs auch dabei bewenden laßen.
18
 Für Brandenburg waren gemäß Eintrag in der Textvorlage anwesend: von Stolberg, Dr. Barth, von der Marwitz.
f
–f Dieweil … worden] In der Textvorlage nachträgliche Hinzufügung. Fehlt in Kurmainz und Kurpfalz.
19
 Vgl. die Formulierung in der späteren Ausfertigung der Duplik [Nr. 251], fol. 29’ [Daruber gleichwol … nit endtschliessen können].
20
 Nr. 250.
21
 Vgl. die unmittelbar vorausgehenden Verhandlungen mit Brandenburg.
22
 = 5. 3. (23. 2.) und 8. 9. 1595.
23
 = reichsständischer Verordneter in eine Kommission zusammen mit ksl. Räten für die Revision.
24
 Nr. 282.
25
 = eilende Hilfe.
g
 das concept abtzuleinen] In der Textvorlage nachträgliche Hinzufügung am Rand.
h
–h sol … zupflegen] Kurmainz (unfol.) eindeutig: soll nit in die anlag kommen und vermeintt sein, sonnder der ksl. Mt. volkommenlich die helff zulaisten. Item waß ein yeder alberait außgelegt, auch nit zudefalciren, sonder zu irer Mt. zu stellen, mitt den stenden deßwegen selbst zuhandlen; daß versehens, sie, wa nitt alle, doch die meiste sich aller gebür erzeigen werden.
26
 = abziehen.
27
 = der Antwort zum 1. HA [Nr. 249].
28
 = 8. 9. 1594 und 5. 3. (23. 2.) 1595.
29
 = 27. 12. 1594 und 24. 6. 1595.
30
 Vgl. Antwort zum 1. HA [Nr. 249], fol. 490: Laurentii (10. 8.) und Allerheiligen (1. 11.) 1594.
31
 = die Gravamina der Reichsstände.
32
 Reichskriegsordnung 1570, Art. I–CXI (Reiterbestallung), Art. CXXXXII–CCXV (Fußknechte): Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 566 S. 1145–1173, 1182–1197.
33
 Zur Beratung des FR vgl. Österreich, fol. 46–48 [Nr. 76].
34
 = dessen Beschluss stattzugeben.
i
 Nativitatis Christi] Kurmainz (unfol.) abweichend: Johannis Evangelistae. Kurpfalz (fol. 125’) wie Textvorlage.
35
 = 25. 12. 1594 und 24. 6. 1595.
36
 =5. 3. (23. 2.) und 8. 9. 1595.
37
 Bezugnahme auf Hg. Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar, der als Administrator von Kursachsen am KR teilnahm.
j
 bevorstehen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Churfürstenrath vergleicht sich in denen puncten, da man einig. In den übrigen lassen sie eß bey voriger irer relation.
1
 Vgl. bei den Supplikationen [Nr. 448].
a
 Beschluss von KR und FR] Kurmainz (unfol.) differenzierter mit nochmaligem Referat [vgl. dazu die Duplik: Nr. 251]: Erhöhung der Bewilligung von 64 auf 80 Römermonate, wovon KR 64 Monate, beginnend 1595, in 4 Jahren und die restlichen 16 Monate anschließend an 4 folgenden Terminen in 2 Jahren erlegen will. Dagegen will FR im ersten Jahr 20 Römermonate als eilende Hilfe und die gesamten 80 Monate in 6 Jahren erlegen. Die vom Ks. aufgenommenen Darlehen bei Privatpersonen und Städten will KR aus dieser Steuer zurückerstatten. FR lehnt dies ab, um die Hilfe ungeschmälert zur Verfügung zu stellen. Mit Reichsständen, die Geld vorgestreckt haben, soll Ks. direkt verhandeln. KR beharrt auf der Erlegung der Steuer mit guter Reichsmünze, FR schließt sich nur an, falls auch Groschen und Halbbatzen möglich sind. Erste Zahltermine: KR beharrt auf Laetare und Nativitatis Mariae [5. 3. und 8. 9.] 1595, FR fordert frühere Erlegung spätestens zu Johann Evangelist [27. 12.] 1594 und Johann Baptist [24. 6.] 1595.
2
 Gemäß Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 9. 7. (29. 6.) 1594 haben sie festgestellt, dass im hier verlesenen Konz. /172/ die obgesetzte clausula von mangel befehls[vgl. Kursachsen, fol. 243–244 (Nr. 24)] wiederumb ist außgelaßen gewesen; deßen wier uns beschweret. Und ist nachmals mit beteurlichen bericht, es wehre aus vorgeßen geschehen, wieder dartzu gesetzet, und wirdt nuhn darin vorbleiben(GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 165–176’, hier 172. Or.; präs. Zehden, 18. 7. {8. 7.}).
b
 SR] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: anhand der schriftlichen Fassung verlesen von Regensburg.
3
 Vgl. die schriftliche Fassung: Nr. 271.
4
 = 10. 8. und 1. 11. 1594.
5
 Nr. 383.
6
 = das Endurteil vom 27. 8. 1593 im Konflikt mit dem katholischen Exilregiment. Vgl. Anm. 9 bei Nr. 380.
7
 Bezugnahme wohl auf eine Werbung des Städtetags 1593 beim Kf. zur causa Aachen. Vgl. Instruktion des Städtetags für die Werbung bei den protestantischen Kff. und weiteren Ff. (Ulm, 11. 9. {1. 9.} 1593: StadtA Ulm, A 580, Prod. 82. ISG Frankfurt, Reichssachen II 1361, fol. 73–79’. HStA Stuttgart, A 152 Bü. 5, unfol. Kopp.). Später wandte sich der Aachener Rat am 2. 12. (22. 11.) 1593 an den Kf. (und weitere protestantische Stände): Trotz vieler Interzessionen mit der Bitte an den Ks., die Exekution des Endurteils einzustellen, erging am 6. 10. 1593 das ksl. Exekutorialmandat (vgl. Anm. 2 bei Nr. 377) mit dem Befehl, das Endurteil unter Androhung der Reichsacht zu vollziehen. Wollen dagegen auf der Appellation beharren und bitten, sie beim Ks. gegen die Erklärung in die Reichsacht zu unterstützen (HStA Stuttgart, A 152 Bü. 5, unfol. Kop. an Kurpfalz; HStA Dresden, GA Loc. 10148/4, fol. 18–20a’. Or. an Kursachsen; StA Marburg, 4f Nr. 14, unfol.; ebd., 4f Nr. 27, unfol. Orr. an Lgff. Moritz und Ludwig von Hessen; ISG Frankfurt, Reichssachen II 1361, fol. 13–16’. Or. an Frankfurt). Kf. Friedrich veranlasste daraufhin bei Joachim Friedrich von Magdeburg und Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach und diese sodann bei Friedrich von Württemberg Interzessionen von deren Verordneten, die sich in einer anderen Angelegenheit am ksl. Hof aufhielten (Schreiben des Kf. vom 2. 12. {22.11.} 1593: HStA Stuttgart, A 152 Bü. 5, unfol. Kop.; Schreiben beider Ff. an den Hg. vom 13. 12. {3.12.} 1593: Ebd., unfol. Or.). Später richtete Kf. Friedrich in Verbindung mit einem eigenen Schreiben an den Ks. wegen aktueller Söldnereinlagerungen bei Aachen die Bitte auch an Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg (Kf. an Ks.; o. O., 8. 1. 1594 {29. 12. 1593}: HStA München, K. blau 333/13, fol. 11–12’. Kop.; Kf. an Pfgf., 7. 1. 1594 {28. 12. 1593}: Ebd., fol. 10 f., 13 f., Or.). Zur damit angestoßenen Interzession beim Ks. am 24. 1. 1594 vgl. Anm. 9 bei Nr. 382.
8
 Bezugnahme wohl auf die Supplikation an die Kff. [Nr. 381] mit der im Folgenden angesprochenen Deduktion zu den Aachener Gravamina [Nr. 380] als Beilage.
c
 zubeschweren] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: damitt sie nit ursach haben, uff andere weg zugedenckhen.
9
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Badehorn.
10
 Zu den Interzessionen vgl. Anm. 9 bei Nr. 382.
11
 Vgl. Hansen, Kriegsdrangsale, 75–79; Schmitz, Verfassung, 98 f., 159 f.; Kirchner, Katholiken, 121 f., 153; Arndt, Reich, 197 f.
12
 Mit der Übertragung der Kommission an die Kff. von Trier und Sachsen am 22. 10. 1583 entsprach der Ks. der Forderung der protestantischen Reichsstände beim RT 1582 (vgl. Anm. 7 bei Nr. 50) nach einer paritätisch besetzten Vermittlung. Gleichwohl zielte der Kommissionsauftrag auf keinen Vergleich mit einer Anerkennung des protestantischen Stadtregiments ab, sondern auf die Rekatholisierung des Rates und die Sicherung der Rechte Jülichs, Lüttichs und Burgunds in der Stadt (Schmitz, Verfassung, 123–127; Kirchner, Katholiken, 141 f.). Da bei den kommissarischen Verhandlungen vom 23. 2.–7. 4. 1584 der amtierende Rat auf dem Recht, als Reichsstand politische und konfessionelle Änderungen vorzunehmen, beharrte und sich gegen die Eingriffe der benachbarten Ff. verwehrte, kam es auch aufgrund der abweichenden Zielrichtung der subdelegierten Kommissare nur zu einem aufschiebenden Abschied (Schmitz, Verfassung, 127–129). Der Pazifikationsrezess vom 7. 4./28. 3. 1584 (Druck: Meyer, Geschichten, 488–491) überließ die grundlegenden Probleme der Entscheidung des Ks. und behielt den benachbarten Ff. ihre Rechte ohne genauere Festlegung vor. Im stadtinternen Konflikt sah er die Rückkehr der Katholiken aus dem Exil und deren Wiederaufnahme in das Schöffengericht vor, während die Zulassung zum Rat nicht erwähnt wurde. Der amtierende Rat konnte sein Beharren auf der Ausübung der CA unter Berufung auf den Religionsfrieden im Rezess manifestieren, die Entscheidung dazu und zur Besetzung des Rates sollte der Ks. treffen (Schmitz, Verfassung, 129–133; Kirchner, Katholiken, 142–146; Molitor, Reformation, 194 f.).
d
 hochlich bedranget] Kurmainz (unfol.) deutlicher: von Spanien ye lenger, ye mehr molestirt.
13
 Interzessionen der weltlichen Kff.: Anm. 9 bei Nr. 382. Zu Einwänden auch der geistlichen Kff. gegen die Maßnahmen Jülichs und Burgunds 1591 vgl. Ehrenpreis, Gerichtsbarkeit, 190; Schmitz, Verfassung, 161, Anm. 2. Vermittlungsversuch des Kf. von Mainz (1584): Ebd., 135–140.
14
 = das Endurteil vom 27. 8. 1593 (wie Anm. 6) und das ksl. Exekutorialmandat vom 6. 10. 1593 (wie Anm. 7).
15
 Zu den Interzessionen vgl. Anm. 9 bei Nr. 382.
16
 Fortsetzung der Beratung im KR erst am 10. 8. [Nr. 48].
e
 geneigt] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Beschluss: Vertagung bis morgen, 7 Uhr.
1
 Vgl. Nr. 251, Nachweis B.
2
 Vgl. die Debatten mit Kurpfalz und Kurbrandenburg am 5. 7. und 6. 7.: Kursachsen, fol. 232’–233’ [Nr. 23]; Kurbrandenburg, fol. 331’, 334–338’; Kursachsen, fol. 243–244 [Nr. 24]. Vgl. auch Anm. 2 bei Nr. 25.
3
 Bezugnahme wohl auf das Zweikreuzerstück als zugelassene Reichssilbermünze gemäß RMO 1559, § 8 (Leeb, RTA RV 1558/59, Nr.804 S. 1958 f.). Halbbatzen wurden allerdings mit geringerem Münzfuß geprägt (vgl. Anm. 11 bei Nr. 308 und Anm. 11 bei Nr. 309).
4
 = RDT nach dem RT zur Klärung der Gravamina.
5
 Vgl. Nr. 286.
6
 Nr. 271.
7
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Dr. Badehorn.
8
 Werbung der Landstände der Hgtt. Österreich ob und unter der Enns [Nr. 281].
9
 Vgl. oben, Anm. 2.
a
–a die … legen] Kurmainz (unfol.) deutlicher: caesar werdt vor sich selbsten den gravaminibus abhelffen.
10
 Vgl. Nr. 271, fol. 321[das gleichwol … einwilligen khöndten].
11
 Wohl Bezugnahme auf den Reichsgroschen gemäß RMO 1559, § 13 (Leeb, RTA RV 1558/59, Nr.804 S. 1960).
12
 Partizipation der Hgtt. an der allgemeinen Reichshilfe für den Ks. (ohne Ausweisung einer festen Quote): RAb 1576, § 28 (Neue Sammlung III, 358; zur Debatte um die Formulierung vgl. Jerše, Schutz, 106–109). RAb 1582, § 26 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1417 f.). Erwähnung der erbländischen Werbungen als Motiv für die allgemeine Steuerbewilligung beim RT 1556/57 unter Kg. Ferdinand I.: RAb 1557, § 45 f. (Leeb, RTA RV 1556/57, Nr. 577 S. 1393).
13
 = den ungarischen Gesandten.
14
 Vgl. Anm. 5 bei Nr. 13.
b
 gelaßen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: nämlich sie mündtlich zu beantwortten, und da sie eß begern, schrifftlich.
c
–c Bedechten … außtzugeben] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Halb batzen uff Reichs schrott und korn: Acht nitt, daß der sachen damitt geholffen. Da eß bey fürstenrath zuerhalten, halb batzen gar haussen zu lassen.
d
 werde] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: demnach schriftliche Beantwortung.
15
 Vgl. die Ausfertigung der Duplik [Nr. 251].
16
 Vgl. dazu das Protokoll des FR [Nr. 78] sowie das Memoriale der protestantischen Stände des FR [Nr. 272].
17
 Vgl. die Werbungen [Nr. 281, 282, 286].
e
 SR erklärt] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Vortrag der Erklärung durch Regensburg.
18
 Vgl. die Resolution des SR [Nr. 271].
19
 = in der Antwort der Reichsstände [Nr. 249].
20
 Vgl. Nr. 271, fol. 321: Erlegung mit Geld, wie diß jedes orths gib und gangbar.
1
 Die Protokollierung folgender Übergabe fehlt in Kursachsen.
2
 Nr. 251.
1
 Nr. 281, 282, 286.
a
 Die form] Kurmainz (unfol.) deutlicher: die alte form. Kurpfalz (fol. 135’) eindeutig: Beantwortung wie beim RT 1582.
2
 = erschöpft, verarmt (Grimm, Wörterbuch III, 935 f.).
3
 Vgl. die Duplik zum 1. HA [Nr. 251], fol. 34’–36 [Die Werbung für … puncten einzuverleiben.].
4
 Werbung: Nr. 286; mündlicher Vortrag bei der Übergabe im RR am 30. 6.: Kursachsen, fol. 206 f. [Nr. 20].
5
 Vgl. Kursachsen, fol. 242’ [Nr. 23].
b
 anno 70 und 82] Kurpfalz (fol. 136) abweichend: de anno 70 und 76.
c
–c verliest … anhengig] Kurmainz (unfol.) eindeutig: Verlesung des damaligen 1. HA (Landfriede) aus dem RAb 1570, beginnend mit dem Artikel „Wann nun unser“ bis zum Ende des 1. HA, soweit er Kautionsleistung und Schadenserstattung betrifft. [RAb 1570, §§ 2–15 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1206–1212).]
6
 Nr. 290.
d
 unter augen ziehen] Kurmainz (unfol.) deutlicher: den obristen müssen nachziehen.
7
 Unklare Bezugnahme. Vgl. Anm. 9 bei Nr. 19.
8
 Bezugnahme auf die Kautionsleistung bei Werbungen fremder Potentaten. Vgl. RAb 1570, §§ 8 f., 13 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1208–1211); Wiederholung zuletzt im RAb 1582, §§ 33 f., 38 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1420, 1422).
9
 Feststellung der Kreisständen von werbenden Befehlshabern verursachten Schäden und Unkosten durch die Kreisobersten und Zugeordneten: RAb 1570, § 14 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1211); zuletzt wiederholt im RAb 1582, § 38 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1422).
e
 derwegen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: wie im Gutachten des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises ausgeführt.
10
 = der Einzelne haftet für alle (Solidarhaftung).
11
 Vgl. Kursachsen, fol. 240 [Nr. 23].
12
 Vgl. Nr. 290, fol. 269 f. [Man hatt auch befunden … machen sollen.].
13
 Vgl. Kursachsen, fol. 194’ [Nr. 19], fol. 239’ [Nr. 23].
f
 solle] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: es ist aber nichts disponirt, da ein standt im Reich werbe, wie eß mit zuhalten.
14
 Wie Anm. 8.
15
 Vgl. Nr. 290, fol. 270[Hieruber auch nicht … zu verleihen.].
16
 = ‚bis so‘.
17
 RAb 1570, § 15 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1211 f.); zuletzt wiederholt im RAb 1582, § 39 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1422).
18
 = bei der Feststellung der von werbenden Kriegsobersten verursachten Schäden durch die Kreisobersten und Zugeordneten (wie Anm. 9).
19
 Vgl. Nr. 290, fol. 269’ f. [Dabei nottig zuversehen … beschehen moge.].
g
–g Falls … werden] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Da durch obristen oder dero bevelchleutt kriegs volckh schaden thue, solle denselben zuerstatten der obrist und bevelchsleutt schuldig sein, sie seyen dabey gewesen oder nit, hettens verursacht oder nitt.
h
 Trier] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Item iuramento partis laesae die scheden zu liquidiren, sey gnugsam.
20
 Vgl. Nr. 290, fol. 269’ [gleichwoll ohne auffhebung … schuldich sein sollen.].
21
 Vgl. Anm. 10.
22
 = Haftung jedes Befehlshabers für den Gesamtschaden sowie Regelung der Schadensfeststellung und ‑erstattung (RAb 1570, §§ 12, 14: Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1211; zuletzt wiederholt im RAb 1582, § 37 f.: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1421 f.).
i
 vorbrecher] Kurpfalz (fol. 137’) eindeutig: desertores militiae.
j
–j Es … zuerhalten] Kurpfalz (fol. 138) deutlicher: Finden auch viel guthertziger obersten, denen mißbreuch zuwider, aber unmüglich sei denselben, dz volck in disciplina zuerhalten.
23
= schnurrecht und fadenrecht im Sinne von schnurgerade (Grimm, Wörterbuch III, 1235; XV, 1417).
k
 mit der straff] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Strafe ex alieno delicto.
l
–l Möchte … forma] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Werde sich schwerlich thun lassen, si deferetur. Sey noch zweiffelich, ob der effectus auch also ervolgen und schaden erstattet wurde.
24
 Sinngemäß enthalten im RAb 1566, §§ 23 f. (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1521).
m
 bedencken] Kurmainz (unfol.) eindeutig: die Haftung sine exceptione ordinis singuli in solidum.
25
 Erneuerung gemäß RAb 1566, § 26 (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 467 S. 1522).
n
 stets daheime zusitzen] Kurmainz (unfol.) eindeutig: dz sich nitt ein yeder von dem seinen erhalten könne.
26
 Zur Bedeutung des Kriegsdiensts für Untertanen und landsässigen Adel in Kurbrandenburg als einem der Hauptrekrutierungsgebiete vgl. Lanzinner, Friedenssicherung, 105 f.
27
 = Schadenserstattung gemäß beeidigten Aussagen des Geschädigten.
o
 fundament] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: sie muss deshalb allen sachen furgehen.
p
 Assistentz] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Assistentz halb, da einer vor den andern stehen solle.[Haftung singuli in solidum.]
28
 Bezugnahme auf die konkretisierte Kautionsleistung gemäß RAb 1570 und deren Wiederholung in den RAbb 1576 und 1582. Nachweise in Anm. 7 bei Nr. 255.
29
 Sprichwort: „An einem Fuchs bricht man keinen Wildbann.“
30
 Vgl. Nr. 1, fol. 37 f. [Wann dann von allen … aufgehebt werden.].
q
 beschwerungen] Kurmainz (unfol.) differenzierter: beschwerung hatt mitt uffwendung vieles ohncostens in erforderung der caution.
31
 Vgl. das Trierer Votum in der 1. Umfrage.
r
 zurucken] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Sey kein grosse bedenckhen, vor oder nach zulaisten, weil doch caution müsse gelaistet werden.
32
 = Eidesleistung der Geschädigten als Grundlage der Schadenserstattung.
33
 Vgl. Anm. 14 bei Nr. 23.
s
–s Die … sollen] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Item singuli in solidum: Finden in constitutione, daß parta laesae frey stehett, gegen dem beschediger zuverfahren. Sey beschriebenen rechten gemes, si singuli in solidum in achtung gehabt wird.
t
–t Item … werden] Kurpfalz (fol. 140) anders: Da beschedigte sich an bürgen khönnen erholen, werde der citation so hoch nötig nicht sein.
u
 werden] Kurpfalz (fol. 140) zusätzlich: da der Kf. befunden, dz constitution in etlichen fellen nicht gehalten, auch sich ettlich casus zugetragen, so in ordnung nicht specificirt und also sich etliche darauff referirt.
v
 die begehrte caution] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Kaution, ehe die patenten erlangett.
34
 = Bezugnahme auf die Haftung „singuli in solidum“.
w
 ungestrafft bleiben] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: indem der Täter in frembde landt zeucht und ettwa nit mehr kombt, interea sterben einem andern sein probationes ab an leütten.
35
 = Bürge.
x
–x Sollen … werden] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Achten, daß eß gegen frembden also zuhalten, aber stende im Reich betreffend, mögte ettwas gegen die freyheit gehandlet sein.
y
 maß] Kurmainz (unfol.) zusätzlich vor dem Folgenden: Da eß uff die[zu beziehen], so pariter et communiter delinquiren, hett eß seine wege.
z
–z Die … sollen] Kurpfalz (fol. 141’) differenzierter: Singuli in solidum anzuhalten etc.: Finde sich, dz vermög caution sich burgen tanquam debitores versprechen mußen. Derhalben, dieweil diß für sich selbst iuris, dz man einen alß principalem möge furnemen, wolt es bei iure und ordnungen verbleiben, und seindt der meinung, singuli in solidum in solchem fall billich solten angehalten werden.
36
 Bezugnahme auf RAb 1570, § 12 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1211).
1
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Dr. Badehorn.
2
 Nr. 252.
a
 administratorn] Kurmainz (unfol.) anders: angebnen administratoris.
b
 Meckbach] Kurpfalz (fol. 142) zusätzlich: Für Magdeburg ist neben Meckbach auch Dr. Hamel anwesend.
c
 Saltzburg] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Saltzburg in der person.
d
 wegk gehen] Kurmainz (unfol.) differenzierter: sich von dannen zu machen, er gehör nitt dahin.
e
 Saltzburgs vormahnen] Kurpfalz (fol. 142) differenzierter: Aufforderung mit den Worten: „wegk, wegk, was catholisch ist, mir nach etc.“
3
 Vgl. die Schilderung im Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 17. 7. (7. 7.) 1594: Der Ebf. von Salzburg hat zunächst zu Meckbach /187’/ gesagt, ich kann den hern aldar nicht sitzen laßen. Alß aber Meckbach geandtwortet, sein f. Gn., der administrator, hetten fug und recht, da zu sitzen, und des von Saltzburgs f. Gn. nicht fug oder ursach, daßelbe ahntzufechten, das chur- und furstliche haus Brandenburgk hette auch umb sein f. Gn. daßelbe zu berirren nicht vordienet, viell weniger demselbigen einigen schimpf zuzufugen, hatt Saltzburgk darauf repliciret, das ließen sie bleiben, ihnen aber und ih- /188/ rer religion ließen sie nichts endtziehen. Alß nuhn Meckbach wiederumb gebeten, man wolte ihnen hören, hatt Saltzburgk gesaget, er wolte darbey nicht sein; aufgestanden und uberlaut geruffen: „Hinweg ihr catholischen, hinwegk ihr catholischen“. Alß sie ihm aber bald nicht gefolget und sonderlich Wurtzburgk, so persohnlich aldar gewesen, ist er aufgestanden und davon gangen und abermals geruffen: „Wehr catholisch ist, der gehe hinwegk“. Darauf die geistlichen von ihrer banck alle aufgestanden, auch die drei churfursten mit hienaus gangen sein(GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 187–192’, hier 187’ f. Or.; präs. Thamm, 27. 7. {17. 7.}). Die Salzburger Aufforderung fand Eingang in die Fuggerzeitungen: Abgang mit Worten: „Wer ain catholischer stannd ist, der volge mir nach“(ÖNB Wien, Cod. 8967, fol. 552). Darstellung der Vorgänge am 13. 7. in gedr. Quellen und Lit.: Arumaeus, Commentarius, 206–211 (Schilderung aus der Sachsen-Weimarer Überlieferung); Wiederabdruck bei Moser, Staatsrecht XLVII, 98–102; Häberlin XVIII, 134–140; Ranke, Geschichte, 132 f.; Foerster, Sessionsstreit, 59–61; Ritter, Gründung, 68; Stieve, Politik I, 231–233; Mayr-Deisinger, Wolf Dietrich von Raittenau, 62 f.; Pölnitz, Echter, 543; Dopsch, Legatenwürde, 279 mit Anm. 120 (irrtümlich Zuordnung zum RT 1597/98); Stahl, Wolf Dietrich, 168; Wolff, Corpus, 32; Leeb, Sessionsstreit, 35 f.; Gotthard, Religionsfrieden, 449. Falsche Chronologie bei Hassel, Bündnis, 525.
f
 protestiret] Kurpfalz (fol. 150) differenzierter: da ihrer abwesend etwas gehandlet werden solte, protestirtens super nullitate.
4
 Vgl. dazu den Hinweis in Würzburg D (fol. 10): Die geistlichen Kff. und mit ihnen zunächst auch Kuradministrator Friedrich Wilhelm von Sachsen begeben sich in den Sitzungsraum des KR, die katholischen Mitglieder des FR in die nebenstuben an dem großen saal.
5
= die protestantischen Mitglieder des FR, die im Saal verbleiben.
g
–g ist … endtschuldiget] Kurpfalz (fol. 142) differenzierter: Zusammen mit den geistlichen Kff. ist auch der kursächsische Administrator abgedretten. Ob aber solches vonn ir f. Gn. ex incogitantia oder mit vorsatz geschehen, khan man nicht wissen. Sovil ist wol von Abraham Bocken gehörtt worden, das er seinen mit sächsischen rhat Ponicka angeredt und begert,[er] solle den herrn administratorem vermögen und umb Gottes willen bitten, dz sein f. Gn. wider hinnein zu den evangelischen stenden khomen wölle etc.
h
–h Hernach … kommen] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Der Chur Sachsen administrator, alß seine räthe dahinden in dem saal verplieben, ist wider hinauß zu inen gedretten.
6
 Vgl. Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 17. 7.: Kuradministrator Friedrich Wilhelm hat /188/ uns fast beweglich ahngesprochen, ihr f. Gn. hetten sich nicht vorsehen, das man dieses derselben nicht hette communiciret, do man es doch Pfaltz vormeldet hette. Wier haben uns endtschuldiget, das wier es mehrentheils denselben morgen, wie wier zue rahte gehen wollen, erst erfahren hetten, und wehre Pfaltz davon kein wort gesagt. Es hatt aber diß bey ihrer f. Gn. wenig helffen wollen(wie Anm. 3, hier fol. 188).
7
 Vgl. dazu und zum Gesamtverlauf der Beratungen am 13. 7. auf katholischer Seite auch den Bericht Hg. Maximilians von Bayern an Hg. Wilhelm V. vom 13. 7. 1594 [Nr. 341].
i
–i ersuchen … wolten] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Der Kurpfälzer Vizekanzler bringt vor: Sind von den CA-Ständen beauftragt, bey den[geistlichen] churfürsten so viel zuvermögen, magdeburgische und sein zugeordnete in seinem fürbringen zuhören. Möge man doch darnach in deliberatione fürnemmen, waß ime zuantwortten. Weil dan augspurgische confessions verwante stende solchs inen gefallen lassen, ut audiantur, bitten sie, ein solches auch nitt mißfellig sein zulassen.Pfalz, Sachsen und Brandenburg verlassen anschließend das Sitzungszimmer.
j
 Kff.] Kurbrandenburg (fol. 364) zusätzlich: vorgetragen vom Mainzer Kanzler.
k
–k sich … können] Kurmainz (unfol.) deutlicher: weil die catholische im furstenrath sich abgesonndert[von der Sitzung des RR], hetten sie auch wol nitt anderst thon können.
l
–l Wann … zuwieder] Kurbrandenburg (fol. 364’) differenzierter: Wan sie allein begeretten, gehorett zu werden, und hetten sich zuvorn ahngeben, so hette es den vorstand nicht, daß man sie nicht hohren woltte, wan sie ihr ahnbringen ausserhalb der session ahn dem orten, dahe andere gesantten gehorett wurden, bliben[!]. Wan sie aber die session einnehmen und haltten woltten, kontten sie dieselben nicht dulden.
m
 wolte] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: weil er ausdrücklichen Befehl seines Herrn hat, daß er stim und session einnemmen und haben und seines hern notturfft furbringen solle.
n
–n Und … dencken] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Wan in solchen und dergleichen session sachen stritt eingefallen, hab man sie[= FR] eß selbst außtragen laßen, und ettwa diser churfurstenrath alß ein obman gebraucht worden, solche stritt hinzulegen; wie dann ir Mt. auß disem churfurstenrath guette bedenckhen und mittel an handt geben. Achten, in disem churfurstenrath inen zuhören und ainigkeit zuhalten und furstenrath sachen außtragen zulaßen. Weil dann zubesorgen, dz magdeburgische volgends tags auch mögen bey irem bevelch wollen pleiben und also die sach sich nitt enden, bitten uff mittel zugedenckhen, ob man sich ettwa mitt protestationen zuverwahren, wie albereit Saltzburg gethon, oder sonnst mittel zufinden, dz kein separation furgehe.
o
 nachdechten] Kurpfalz (fol. 144’) zusätzlich: Im fall sich aber die geistliche churfürsten nicht wolten darbei finden lassen, wolten die weltliche ires theilß sich verwahrtt haben, das sie zur separation und trennung nicht ursach gegeben hetten etc.
8
 In Kurpfalz (fol. 144’) dazu als Nota:Als Culmann im Vortrag uff dise wortt khommen, das uff den fall, die geistlichen churfürsten die magdenburgischen gesandten nicht hören wolten, das man den weltlichen khein ursach der trennung würde zumessen khönnen, hatt der Chur Sachsen administrator den kopff geschüttelt (inmaßen er fast allzeit gethan, wan die weltlichen einen abdritt genommen und der meinung gewesen sindt, das man die magdenburgischen ohne die geistlichen hören solle etc.) und Trier etwas in ein ohr geraumbt. Allen mutmassungen nach ist es nichts anders gewesen, dan woferr man die magdenburgischen gesandten ohne der geistlichen beisein hören wolte, so würde er nicht darbei sein khönnen oder wöllen.
p
 Kff.] Kurpfalz (fol. 144’) zusätzlich: Zu Beginn dieser Beratung ist der Kf. von Köln zum Kuradministrator von Sachsen herauß khommen, mitt demselben allein etwas geredt; ohnbewusst, was dasselbig gewesen.
q
 Kff.] Kurpfalz (fol. 144’) zusätzlich: durch den Pfälzer Vizekanzler Dr. Culmann.
9
 = die geistlichen Kff.
r
 möge] Kurpfalz (fol. 144’) zusätzlich: Nach dem Vortrag nochmals Nachfrage der Verordneten der geistlichen Kff., ob dises der weltlichen meinung were, das sie abgesonndert der geistlichen churfürsten nichts desto weniger die magdenburgischen gesanten in pleno und ex loco competenti hören wolten. Und alß darauff vizecantzler, wie es dann für rhatsam /145/ angesehen worden, geantwortet, das in irem anbringen davon kheine meldung geschehen were, ist der Chur Sachsen administrator ime in die redt gefallen unnd gesagt, er wölle nicht darbei sein, und mit etwas ungestümmen wortten repetirt, das er khein ursach zur trennung geben wölle.
s
 Kff.] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: durch den Mainzer Kanzler.
t
 vorheütten] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: und dafür eintreten, dass der christenheit wolfarth, darumb eß yetzo zuthun, ohnzertrennt befurdert werden möge.
u
 sein] Kurbrandenburg (fol. 368’) zusätzlich: Pfalz bringt Mainz vor, die weltlichen Kff. wollten dies FR und den Magdeburger Gesandten mitteilen.
a
 Mainz] Kurpfalz (fol. 150) differenzierter: Mainzer Kanzler.
1
 Nr. 252.
b
 sein] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: dan onmuglich, dasselb zulaisten in so kurtzen terminen.
2
 = 8. 9. 1594, der vom Ks. in der Triplik geforderte erste Erlegungstermin für die eilende Hilfe.
3
 = 25. 12. 1594 und 24. 6. 1595.
4
 = Laufzeit der Steuer.
5
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben Administrator Friedrich Wilhelm anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Wolfersdorf, Dr. Mosbach, Dr. Badehorn.
c
–c die … gangen] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Trier und Cöln verhinderung einwenden.
d
–d Es … können] In Kurmainz (unfol.) abweichend bezogen auf vorgezogene Erlegungstermine.
6
 In der Triplik unter Bezugnahme auf die Gravamina speziell der Reichsstädte: Nr. 252, fol. 357[Dann sovil … nach erledigen.].
7
 Vgl. Kursachsen, fol. 128’ f. [Nr. 12]; fol. 221 f. [Nr. 22].
8
 Vgl. Kursachsen, fol. 129 f. [Nr. 12]; fol. 223’ f. [Nr. 22].
e
 sich auch erkleren] Kurmainz (unfol.) anders: sich nit absondern.
9
 Nr. 290.
10
 Vgl. zuletzt am 11. 7.: Kursachsen, fol. 273’–283’ [Nr. 28] mit Anm. zur Erläuterung der Bezugnahmen auf reichsgesetzliche Vorgaben.
f
 gesetzlichen Vorgaben] Kurmainz (unfol.) eindeutig: die Landfriedensbestimmungen des RAb 1570.
g
 Verbesserung der Kreisordnung] Kurmainz (unfol.) eindeutig: rascheren Einsatz der Kreishilfe.
11
 Vgl. Nr. 290, fol. 269 f. [Man hatt auch befunden … machen sollen.].
12
 = die Stände im Niederrheinisch-Westfälischen Kreis.
h
 höchsten] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: ziehen wider davon, und kan[man] sich dagegen der executions ordnung nitt gebrauchen. Darumb dahin zu denckhen, wie den beschwerdten stenden zuhelffen.
13
Zu den Verhandlungen des RT 1576 vgl. Anm. 3 bei Nr. 19 sowie Schreiben der Reichsstände an Kg. Philipp II. von Spanien vom 8. 10. 1576, in dem sie die von der Regierung in Brüssel ausgehenden Landfriedensbrüche sowie Plünderungen, Wirtschaftsbehinderungen und überhöhte Abgaben in deutlicher Form beklagten (Gross/Lacroix, Urkunden II, Nr. 683 S. 301–304; Eingabe der burgundischen Gesandten vom 12. 10. 1576: Ebd., Nr. 686 S. 305–307). Vgl. Arndt, Reich, 60 f. mit Anm. 79 (eigenes Schreiben der Kff. an Kg. Philipp II. vom 8. 10. 1576). Der RT 1582 verwies die bedrängten Stände an der Grenze auf die Kreishilfe gemäß EO (RAb 1582, §§ 42 f.) und verabschiedete zusätzlich eine Reichshilfe von 2 Römermonaten (RAb, § 44: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1422 f. Vgl. Arndt, Reich, 75).
14
 = Kosten für den Schutz des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises aufgewendet werden.
15
 Vgl. Kursachsen, fol. 274’–275’, 280’–281’ [Nr. 28].
16
 Vgl. oben, Anm. 11.
i
 kann] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: ehe man dieselb uffbringe, seyen die rauber schon mit irem raub darvon.
j
–j Die … auftzumahnen] Kurmainz (unfol.) deutlicher: dz ein kreis den andern uffzumahnen.
k
–k uf … kriegßwesens] Kurmainz (unfol.) deutlicher: uff einen gemeinen friden.
17
 Vgl. oben, Anm. 13.
18
 Vgl. Kursachsen, fol. 275’–276’, 281’ [Nr. 28].
19
 Bezugnahme auf die Wiederholung der Vorgaben für Werbungen gemäß RAb 1570 in den RAbb 1576 und 1582. Nachweise vgl. Anm. 48 bei Nr. 1.
20
 Vgl. Weisung Kf. Friedrichs IV. von der Pfalz vom 9. 7. 1594 (29. 6.; Heidelberg): Erwartet, dass der Ks. sowie die geistlichen und einige andere Stände darauf abzielen, wie man der teutschen freiheit inns gemein deß bißher geprauchten und geübten freien zuzugs beßer einzihen unnd sonderlich den teutschen obersten ir bißher erhaltenes zufhüren teutsches kriegs volcks verwehren könde. Ir aber wöllent euch dem widersetzen und solches unsert wegen keines wegs einwilligen, sondern dahin sehen, das es zum allerwenigsten dißfalls bei vorigen ins gemein angenommenen ordnungen verpleibe(HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.). In der Weisung vom 21. 7. 1594 (11. 7.; Heidelberg) bekräftigte der Kf. das Votum seiner Gesandten in obiger Sitzung zur fraglichen Verschärfung der EO und zur Ablehnung einer weiteren Reichshilfe für den Niederrheinisch-Westfälischen Kreis. Dann die teutsche freiheit weitter einziehenn zulassenn oder auch dem westphalischen creiß ein mehrern zuschuß nicht zu dessen, sondern deß spaniers vortheil unnd beschwerung der evangelischenn stendt, auch der staadenn zuthun, keines wegs rathsamb noch verantwortlich sein will(ebd., unfol. Or.).
l
 darbiettunge] Kurmainz (unfol.) eindeutig: handtbiettung.
21
 Bezugnahme auf den Beschluss der Reichshilfe von 2 Römermonaten beim RT 1582 und die nachfolgenden vergeblichen Beratungen des interzirkularen Tages in Köln 1583 sowie der RDTT 1586 und 1590 um deren Erlegung und Auszahlung (vgl. Anm. 19 bei Nr. 36).
22
 Vgl. Anm. 19 bei Nr. 36.
23
 Vgl. Anm. 3 bei Nr. 19.
m
–m und … würde] Kurpfalz (fol. 155) anders: Da solches geschehe, khönden additiones, davon geredt worden, wol außgelassen oder doch cum moderatione gesetzt werden. Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Caution betreffend, laßens bey vorigem bedenckhen.
n
 obberurter disposition] Kurmainz (unfol.) eindeutig: disposition gemeiner rechten.
24
 Vorgehen gegen Unterstützer von Landfriedensbrechern: RKGO, Zweiter Teil, IX, §§ 2, 4; X, § 1 (Laufs, RKGO, 184–188).
25
 Vgl. unten, Anm. 27, 28.
26
 Nachdem ein interzirkularer Tag der Obersten und Zugeordneten aus dem Kurrheinischen, Niederrheinisch-Westfälischen und Oberrheinischen Kreis in Köln im März 1590 wegen der Söldnerübergriffe Maßnahmen dieser 3 Kreise als unzureichend erachtet und die Beiziehung des Niedersächsischen und Schwäbischen Kreises beschlossen hatte (Abschied vom 17. 3. 1590: LAV NRW R, NWKA IX/54, fol. 241–246’. Kop. Vgl. Malzan, Geschichte, 145; Schweizer, Deputationstag, 39; Lanzinner, Friedenssicherung, 441), fand die erweiterte Tagung (ohne Teilnahme des Schwäbischen Kreises) im Mai/Juni ebenfalls in Köln statt. Die Forderung des Westfälischen Kreises, weitere Einfälle mit einem großen Aufgebot der Kreise zu verhindern, wurde abgelehnt und dagegen beschlossen, Kurmainz zur Einberufung eines RDT zu veranlassen und eine Gesandtschaft namens der 4 Kreise an die Kriegsparteien abzuordnen, um die Einstellung der Übergriffe, Restitution der besetzten Orte und Bestrafung bei Übertretungen einzufordern (Abschied vom 6. 6. 1590: LAV NRW R, NWKA IX/54, fol. 247–253. Kop. Vgl. Dotzauer, Reichskreise, 63; Malzan, Geschichte, 146; Schweizer, Deputationstag, 39–41; Falkmann, Graf, 22 f. Zur Position des Niedersächsischen Kreises: Gittel, Aktivitäten, 115 f.; Hassel, Anfänge, 335–339). Zur Durchführung vgl. Anm. 27.
27
 Bezugnahme auf die Antworten Farneses und der Generalstaaten an die Verordneten des Kölner interzirkularen Tages vom Mai 1590 (vgl. Anm. 26), die dem RDT 1590 vorgelegt wurden. Vorsprache der Gesandten bei Farense in Brüssel am 2. 8. 1590, spätere Antwort: Rechtfertigung der Politik des Kgs. als Gegenwehr gegen Rebellen, die Franzosen und Engländer zu Hilfe rufen und von Reichsständen unterstützt werden. Übergriffe der Söldner erfolgen gegen die Verbote des Kgs. Bereitschaft zu Friedensverhandlungen. Restitution besetzter Orte und Rücknahme von Lizenten, falls die Gegenpartei dies zuvor ihrerseits tut (Schweizer, Deputationstag, 41–43). Antwort der Generalsstaaten in Den Haag an die Gesandten vom 3./4. 10. 1590: Handeln in Notwehr gegen die Fremdherrschaft Spaniens. Einnahme von Festungen im Reich ging von Spanien aus, jedoch Versuch, Übergriffe auf Reichsgebiet zu vermeiden und besetzte Orte zu räumen (Schweizer, Deputationstag, 43 f.; Meteren, Beschreibung, 671–676; Khevenhiller, Annales III, 857–859; Japikse, Resolutiën VII, [1590] Nr. 133 S. 126). Der oben angesprochene Vertragsentwurf ist in dieser Antwort nicht enthalten, auch die Instruktion der Generalstaaten für ihren Gesandten zum RDT (vgl. Schweizer, Deputationstag, 44 f.; Japikse, Resolutiën VII, Nr. 137 S. 129–131) erwähnt ihn nicht.
28
 Der RDT 1590 löste sich ohne Abschied auf, da kein Einvernehmen in der Reaktion auf den niederländischen Krieg und dessen Auswirkungen auf das Reich möglich war: Die protestantischen Stände bestanden unter Berufung auf die EO zum Schutz des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises auf dem Vollzug der Exekution durch den Einsatz der Truppen von 7 Reichskreisen, der sich jedoch „faktisch ausschließlich gegen spanische Besatzungseinheiten richtete“ (Lanzinner, Friedenssicherung, 441). Dagegen beharrten die ksl. Kommissare und eine Mehrheit der katholischen Stände auf der Fortsetzung der Friedensvermittlung, für die aktuell laut Zusage Kg. Philipps II. bessere Aussichten bestünden. Vgl. zusammenfassend: Lanzinner, Friedenssicherung, 441 f.; Knorring, Reichsdeputationstag, 112 f.; Bergerhausen, Köln, 191 f.; Neuhaus, Repräsentationsformen, 483–485; Ritter, Geschichte II, 51–53. Ausführlich mit Verhandlungsreferaten: Schweizer, Deputationstag, bes. 60–77; zentrale Akten des RDT: Ebd., Beilagen Nr. 1–3 S. 80–104. Diese und weitere Akten: Bezold, Briefe III, Nr. 419 f., 434, 439 f., 442 S. 381–400 passim.
o
 sonnderlich Spanien] Kurmainz (unfol.) abweichend: beyde tail.
29
 = Kg. Philipp II. von Spanien.
p
 gesucht werden müßen] Kurmainz (unfol.) differenzierter: ein und andern teil ex hoc conventu neben irer Mt. zuersuchen.
30
 Vgl. Nr. 290, fol. 265–266’ [Wan sie aber dabey bedencken … beykunfften zu helffen.].
q
 das er pariren wolle] Kurmainz (unfol.) deutlicher: restitution zuthun.
31
 Vgl. die geteilten Resolutionen beim RDT 1590 (wie Anm. 28).
r
 möge] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: De modo: Stellen zu fernerm nachdenckhen.
32
 Vgl. zur Regelung der gemeinsamen Vormundschaft Anm. 7 bei Nr. 22.
33
 Vgl. Kursachsen, fol. 277’–279, 282’ f. [Nr. 28].
s
 nicht gar ein enornie] Kurmainz (unfol.) deutlicher: nitt so gar exorbitans.
t
–t bleiben … statuiret] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Achten, dz die nitt zu straffen seyen, so nit delinquirt oder dabey gewesen, sonnder eß bey der constitution zu lassen, und da complices eiusdem facti befunden, wie constituirt zuhaltten.
34
 Bezugnahme auf die Haftung der Bürgen gemäß RAb 1570, § 12 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1211). Zur Debatte um die Schadenserstattung beim RT 1570 vgl. Lanzinner, Friedenssicherung, 346 f.
35
 Vgl. Kursachsen, fol. 278 [Nr. 28].
36
 Vgl. Votum Sachsen mit Anm. 27.
u
 anhören] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Vertagung der Beratung bis morgen, 7 Uhr. Nachvermerk: Gegen abendt haben sich die brandenburgische entschuldigen lassen, daß sie morgen nitt könten zu rath erscheinen auß ursachen, inen solch hohe, wichtige sachen furgefallen, dz sie nitt wisten, ob sie morgen oder übermorgen wider zu rath erscheinen könten. Und hatt sich volgenden tags befunden, daß sie in der magdeburgischen sachen Dr. Meckhbach ein beystandt gelaistett und vor der ksl. Mt. zuthun gehabtt.[Vgl. Nr. 324.]
1
 Vgl. dazu auch Nr. 30, Anm. u.
1
 Kursachsen protokolliert für diesen Tag lediglich die Audienz Hg. Friedrichs von Württemberg im KR.
a
 Vormittag] Kursachsen (fol. 308’) differenzierter: 7 Uhr.
b
 Friedrich Wilhelm] Kursachsen (fol. 308’) zusätzlich: Daneben sind für Kursachsen anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Ponickau, Dr. Wolfersdorf, Dr. Badehorn.
c
 Gesandte] Kursachsen (fol. 308’) differenzierter: Pfalz: von Dohna; Brandenburg: von Stolberg.
2
 Vgl. Nr. 507.
3
 Das erwähnte Protokoll konnte nicht aufgefunden werden. Vgl. die Schilderung des Belehnungszeremoniells bei Fleischmann, Beschreibung [Mm3, Nn, Nn2]; davon übernommen: Khevenhiller, Annales IV, 1217–1219; Häberlin XVIII, 683–687; Lünig, Reichs-Archiv, Pars generalis, Anderer Teil, 2. Abschnitt, 116–118a. Vgl. Rudolph, Reich, 321. Eigenständige Beschreibungen: Aitzing, Annalis, 100–103; HHStA Wien, RK RTA 65 Fasz. 2, fol. 2–8’ (Kop., Schwerpunkt auf der Sessionsordnung); HStA Stuttgart, J 1 Nr. 11, fol. 445’–448; StLA Graz, Laa. A. A. III, LH 42, fol. 345–352 (Kop. in der zusammenfassenden Darstellung der innerösterreichischen Gesandten). 2 Belehnungsurkunden (Regensburg, 16. 7. 1594): LAV NRW R, Kurköln, Urkunden 4861, 4862 (Orr. Druck: Lünig, Reichs-Archiv, Spicilegium ecclesiasticum, 1. Teil, 1. Fortsetzung [1. Abschnitt], 856–859). Bestätigung alter, im Hinblick auf die Stadt Köln getroffener Verfügungen auf der Grundlage von Ks. Karl V. bestätigter Transsumpte, da die Orr. im Kölner Krieg verloren gingen (16. 7. 1594): LAV NRW R, Kurköln, Urkunden 4863 (Pergamentheft mit 73 fol.).
4
 Vgl. Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 27. 7. (17. 7.) 1594: Nach dem Streit um die Magdeburger Session am 13. 7. (3. 7.) hat Mainz am 17. 7. (7. 7.) bei ihnen anfragen lassen, ob sie am Montag [18. 7.] wieder in KR kommen würden, um die Sitzung einzuberufen. Sie hatten keine Einwände, gaben aber zu bedenken, dass die Verhandlungen im FR nicht fortgesetzt werden könnten, da zu erwarten sei, dass die Magdeburger Verordneten auf dem Sessionsanspruch beharren und demnach /202/ die vorige irrung möchte vorneuert werden. Darauf ist die gemeine deliberation biß auf den 12. Julii[22. 7.] vorblieben(GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 202–204’, hier 202. Or.; präs. Himmelstädt, 4. 8. {25. 7.}).
5
 Dieses Protokoll konnte nicht aufgefunden werden. Das vorliegende Nebenprotokoll zur Magdeburger Sessionsfrage (Kurmainz A) beschränkt sich auf informelle Verhandlungen katholischer Stände vor der RT-Erffnung vom 20.–24. 5. Vgl. die Auswertung in Abschnitt G.
1
 Nr. 252.
2
 Vgl. die Werbungen [Nr. 281, 282, 286].
3
 Nr. 467.
4
 Nr. 284.
5
 Vgl. die wörtliche Wiedergabe der von Herberstein vorgetragenen Erwiderung in der zusammenfassenden Beschreibung des RT durch die innerösterreichischen Gesandten: StLA Graz, Laa. A. A. III, LH 42, fol. 355’–357 (Kop.). Danach bei Schollich, Verhandlungen, 128–130. Referat: Loserth, Innerösterreich, 138.
a
 eines andern] Kurmainz (unfol.) deutlicher: einer sonnderbaren hilff.
6
= der allgemeinen Türkensteuer der Reichsstände für den Ks., an der die Hgtt. partizipieren sollten.
7
 Vgl. die Antwort als Fassung 2 bei der gleichlautenden Beantwortung der ungarischen Gesandten [Nr. 287].
8
 Nr. 287.
b
 der Gesandten] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Vortrag durch den Gesandten János Joó.
1
 Nr. 252.
2
 Vgl. die erste Beratung der Triplik im KR am 14. 7.: Kursachsen, fol. 289’–294 [Nr. 30].
3
 Vgl. Beratung am 14. 7. (wie Anm. 2) sowie Resolution des KR in der Duplik zum 1. HA [Nr. 251], fol. 31’ [Was dan furs ander … abgetzogen werden solle.].
4
 Vgl. Kursachsen, fol. 292 f. [Nr. 30].
5
 Weisung Kf. Friedrichs IV. (Heidelberg, 5. 7. {25. 6.} 1594): Beharrt zwar darauf, dass Kurpfalz nicht mehr als 50 Römermonate leisten kann, falls aber namentlich Kurbrandenburg mehr als 50 und bis 60 Römermonate zusagt, sollen die Gesandten sich anschließen und im Höchstfall 64 Römermonate bewilligen, allerdings geknüpft an die Bedingungen, dass noch vor dem 1. Zahlungsziel ihm, dem Kf., die Belehnung erteilt und den evangelischen Gravamina abgeholfen wird (HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.; präs. 9. 7. {29. 6.}). Zu obigem Votum vgl. den Bericht der Gesandten vom 24. 7. (14. 7.): Haben am 23. 7. (13. 7.) nicht mehr als 60 Römermonate bewilligt (ebd., unfol. Or.). Daraufhin gab der Kf. ihnen vor (Heidelberg, 29. 7. {19. 7.} 1594), weiterhin auf der Minderbewilligung von 60 Römermonaten zu bestehen, bis seine Belehnung erfolgt sei. Dann vor solchem wir auch nicht die 60 monat, welche wir mit andern mehr bewusten conditionen, die wir hiemit nochmals repetiren, bewilligt, zuerlegen bedacht.Falls die Belehnung erfolgt und man bezüglich der anderen Bedingungen [Gravamina] annembliche versicherung hatt, ist Kf. bereit, zu den 60 noch 10 Römermonate zuzusagen. Allerdings verband er damit Zweifel an der vom Ks. geschilderten Gefahrenlage in Ungarn: Sintemal unns die sach daher gar verdechtig würdet, daß bei der gefahr, vonn welcher mann sehr schreiet, fast eben auß denen landschafften, welche uff denn fall angeregter gefahr vor andern sehr nahe ligen, volckh wirbet unnd solches neben andernn inn andere ortt, alls inns Niderlandt, führet(ebd., unfol. Or.).
a
 62 monat] Kurmainz (unfol.) und Kurpfalz (fol. 162) abweichend und korrekt: 60 monat.
6
 Vgl. Kursachsen, fol. 95’–98, 107’–108’, 112 [Nr. 11]; fol. 116–117’ [Nr. 12]; fol. 178–179 [Nr. 17].
7
 Vgl. Triplik des Ks. [Nr. 252], fol. 357 [Dann sovil bemelter … nach erledigen.].
8
 Vgl. Kursachsen, fol. 292 f. [Nr. 30].
9
 =5. 3. (23. 2.) und 8. 9. 1595.
10
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Dr. Badehorn.
11
 Vgl. Kursachsen, fol. 292 [Nr. 30].
b
 seiner kfl. Gn. vorlage] Kurmainz (unfol.) differenzierter: 100 000 thaler, so sie vorgestreckhet.
12
 Erbracht im Rahmen der obersächsischen Kreishilfe. Vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
13
 Kf. Johann Georg hatte in der Weisung vom 2. 7. 1594 (22. 6.; Cölln/Spree) eine Gesamtbewilligung von 78 Römermonaten gebilligt, allerdings unter Abzug der Vorleistungen des Obersächsischen Kreises, die für Kurbrandenburg umgerechnet 28 Römermonate ausmachten. Dies entspreche einer Neubewilligung von 50 Römermonaten. In einer Vorsprache beim Ks. sollten die Gesandten auf diesen /385’/ 50 monatt pure und ohne einigen abzugbeharren (GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 376–388’, hier 383–386. Or.; präs. 11. 7. {1. 7.}). Auf diese Weisung beriefen sich die Gesandten in ihrem Bericht vom 27. 7. (17. 7.) unter Bezugnahme auf obiges Votum. Wegen der auf den Beschluss von 80 fehlenden 2 Römermonate rieten sie dem Kf. dringend davon ab, dass er /197’/ sich umb so ein geringes von dem gemeinen schlußabsondere (ebd., fol. 196–198’, hier 197 f. Or.; präs. Himmelstädt, 4. 8. {25. 7.}). Da sich die Kurbrandenburger Berichte und Weisungen wegen des langen Postwegs zeitlich überschnitten, flossen die nachfolgenden Vorgaben Johann Georgs nicht mehr in die Beratungen ein: Am 19. 7. 1594 (9. 7.; Zehden) erhöhte er die Zusage auf 60 Römermonate /469/ So hettenn wir in effectu[inklusive der 28 vorgeleisteten] 88 monat gebenn(ebd., fol. 468–470’, hier 469. Or.; präs. 27. 7. {17. 7.}). Unter Bezugnahme auf die Duplik [Nr. 251] schloss er sich in der Weisung vom 25. 7. 1594 (15. 7.; Thamm) den 80 Römermonaten an, falls gemäß Beschluss des KR die Geldvorlagen abgezogen würden. Allein vertraulich gegenüber dem Ks. sollten die Gesandten zunächst 50, /474/ endtlich 60 monat pure bewilligenn, unnd dieweill ihre Mt. doch nicht nachlaßen werden, biß sie die darlagen erhaltenn, solche schwinden laßen. So kostet /474’/ unns diß türckische wesenn 88 monat.Dagegen sollten sie im KR /475/ alles das willigen, was die stende theten, damit die andern ihrer ksl. Mt. zu guetem so viel mehr herangezogen werdenn und keine separation geschehe(ebd., fol. 473–478’, hier 473’–475. Or.; präs. 3. 8. {24. 7.}). Schließlich stellte der Kf. als Reaktion auf den angesprochenen Bericht der Gesandten vom 27. 7. (17. 7.) in der Weisung vom 5. 8. 1594 (26. 7.; Himmelstädt) fest: Da die Geldvorlagen nunmehr von der neuen Steuer abgezogen werden, /482/ können wir uns leicht dem gemeinen schlueß accomodiren und auch 80 monat willigen.Nur falls der Ks. auf den 80 Römermonaten ohne Abzug besteht, sollten sie [wegen der Vorleistung von 28 Römermonaten] für 60 votieren /482’/ und den nachlaß thun,damit der Ks. bey guetem willen erhaltenn werde unnd, weill das turckische wesenn sich so geferlich anlasset, uns nicht ettwa schult gegebenn werden muge, das /483/ wir das gemeine werckh hindernn(ebd., fol. 482–484’, hier 482–483. Or.; präs. 15. 8. {5. 8.}).
c
–c und … möge] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Übriger zwen monat halb werde ettwa auch kein mangel sein, daruber sich zuercleren.
14
 = für das Erbieten des Ks. in der Triplik zum 1. HA. Vgl. Anm. 7.
15
 Vgl. Anm. 48 bei Nr. 1.
16
 = die Söldner im Türkenkrieg.
17
 = Befürwortung einer besseren Kontrolle der Steuerverwendung (Votum am 22. 6.: Kursachsen, fol. 166 [Nr. 15]).
d
 haben] Kurpfalz (fol. 163) zusätzlich: Vermeint[deshalb], noch eine zuordnung zuthun.
18
 Die bisherigen Resolutionen beinhalten keinen Vorbehalt, sondern beharren auf der Verrechnung mit der neuen Steuer. Vgl. Antwort zum 1. HA [Nr. 249], fol. 190’ f. [Dieweil dan der stende … einbehaltten werden möge.]; zur Aussage des KR in der Duplik vgl. oben, Anm. 3.
e
–e Termin … fürder] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Kf. votiert zunächst, termin pleib bey Laetare, Nativitatis Mariae anno 95.Nachfolgend stellt er richtig: Repetirt, daß eß termin halb diese meinung, daß der erst Nativitatis Christi und der ander Nativitatis Johannis sein soltte. Kurpfalz (fol. 163’) eindeutig: Stellt posteaklar, die ersten Zahlungsziele könnten der gestalt eingezogen werden, dz das erste Nativitatis Christi negstkhünfftig und das ander ziel Johannis Baptistae anno 95 angiengen und erlegt würden. Darüber sich anndere noch zuerkleren hetten.
19
 = 25. 12. 1594 und 24. 6. 1595.
f
 etc.] Kurmainz (unfol.) deutlicher: wie friden zuerlangen
20
 Vgl. dazu den Bericht der kursächsischen Gesandten an Kuradministrator Friedrich Wilhelm vom 25. 7. (15. 7.) 1594: Es ist /42’/ ungeachtet, das Pfaltz unnd wir in unnserm voto darauf beharret, das die termin uf Laetare unnd Nativitatis Mariae gesetzt werden sollten, per maiora im churfurstenrath geschloßen, das die termin uf Nativitatis Christi unnd Johannis Baptistae zustellen,/42’ f./ indem in den ersten 4 Jahren jeweils 16 Römermonate zu diesen beiden Terminen (an jedem Termin 8), insgesamt also 64, und in den letzten 2 Jahren jeweils 8, insgesamt also 16 Römermonate erlegt werden. Erster Zahltermin ist Weihnachten 1594 (HStA Dresden, GA Loc. 10203/1, fol. 39–47’, hier 42’ f. Or.; präs. o. O., 31. 7. {21. 7.}).
21
 Vgl. die letzte Beratung am 14. 7.: Kursachsen, fol. 294’–308’ [Nr. 30].
22
 Vgl. Nr. 1, fol. 38’ f. [Hierumb unnd dieweil … ermanglen lassen werden.].
23
 Gute Rekapitulierung der Verhandlungen auf den RVV 1566–1590 zu Klagen benachbarter Reichsstände wegen der Schädigung ihrer Territorien durch den niederländischen Krieg sowie zu entsprechenden Abwehrmaßnahmen gemäß EO: Arndt, Reich, 52–63, 73–75, 80 (Lit.). Daneben: Mout, Niederlande, 158–166; Dotzauer, Reichskreise, 411–419 passim; Bergerhausen, Köln, 181–192. Ergänzungen insbesondere für Versammlungen auch unterhalb der Reichsebene: Lanzinner, Friedenssicherung, 93–121 (Kurfürstentag Fulda 1568), 133–145, 150–158 (regionale und interzirkulare Tage 1568), 429–443 (zirkulare und interzirkulare Tage seit 1572). Einzelstudien: Für RT 1570: Lanzinner, Aufstand; Huybrechts, Gelegenheit. RDTT 1577 und 1578 sowie Kurfürstentag 1578: Fröschl, Frieden, 164–169, 175–189. RT 1582: Fröschl, Frieden, 272–275. Vgl. die Akten: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 173–178 S. 709–724; Nr. 196–207 S. 777–813. Akten beim RDT 1586: Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 10 a-k S. 256–282, Nr. 16 a-n S. 733–766, Nr. 17 b-d S. 766–771.
24
 Darstellung zum Kölner Pazifikationstag 1579, im Kern gescheitert an der Frage der religiösen Ordnung in den Niederlanden: Wybrands-Marcussen, Pazifikationskongreß, bes. 89–220. Daneben: Fröschl, Frieden, 214–222; Arndt, Reich, 63–66; Arndt, Friedensvermittlungen, 170–179; Weis, Pays-Bas, 351–355. Zum Kölner Kongress unter dem Aspekt des Toleranzgedankens: Maczkiewitz, Aufstand, 286–289.
25
 Bezugnahme auf Alessandro Farnese, Hg. von Parma und Piacenza, spanischer Generalstatthalter in Brüssel seit Oktober 1578 (Kurzcharakteristik und Antritt der Statthalterschaft: Parker, Aufstand, 230; Pirenne, Geschichte, 243–246).
26
 Vgl. Kursachsen, fol. 301’–304 [Nr. 30] mit Anm. zur Erläuterung der Bezugnahmen.
27
 Generalstatthalter Farnese hatte zuletzt gegenüber der ksl. Gesandtschaft Ende 1591 (vgl. Anm. 51 bei Nr. 1) die Restitution der besetzten Plätze im Reich zugesagt, demgegenüber aber der spanischen Besatzung in Bonn befohlen, die Stadt nicht zu verlassen (Falkmann, Graf, 52 f., 58).
28
 = in dessen Position als Generalstatthalter seit Januar 1594.
g
–g das … sey] Kurmainz (unfol.) deutlicher: waß sie vor hoffnung hetten zum fridt standt.
h
 deutschen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: nämlich teutsches kriegsvolckhs.
i
 man] Kurpfalz (fol. 165’) zusätzlich: den burgundischen kraiß.
29
 Vgl. oben, Anm. 22.
30
 Hauptargumente der protestantischen Stände gegen die Friedensvermittlung waren deren bestrittene Erfolgschancen sowie die lange Dauer, andererseits die Unabdingbarkeit der sofortigen Exekution, wie die Reichsordnung sie vorgebe (Schweizer, Deputationstag, bes. 64 f., 66 f., sowie die Antwort der Deputierten: Beilage Nr. 2 S. 82–102).
j
 vorhanden] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: weil doch die sachen yetzo deß gubernaments halb in bessern terminis.
31
 Vgl. das Votum am 11. 7. und 14. 7.: Kursachsen, fol. 275’–276’, 281’ [Nr. 28]; fol. 298’–299’ [Nr. 30].
32
 Vgl. das Mainzer Resümee am 11. 7. (Kursachsen, fol. 283’ [Nr. 28]) und das Votum am 14. 7. (ebd., fol. 307’ f. [Nr. 30]).
33
 Vgl. Votum zuletzt am 14. 7.: Kursachsen, fol. 300’–305 [Nr. 30].
34
 = Kölner Pazifikationstag 1579. Vgl. oben, Anm. 24.
35
 Vgl. Anm. 28 bei Nr. 30.
k
 unconditionirten furbehaltten] Kurmainz (unfol.) eindeutig: ohngewonlichen clausuln.
l
 heimtzustellen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: aber deß Reichs autoritet nit verechtlich dardurch zumachen.
36
 = zum Spott geriete.
37
 = mit der Zahlung der neu erhobenen Lizenten durch die Reichsstände.
38
 Nr. 290.
39
 Vgl. Kursachsen, fol. 277’–279, 282’ f.; fol. 305’–306’ [Nr. 28, 30].
40
 Bezugnahme auf das Verhalten der Generalstaaten gegenüber der ksl. Gesandtschaft 1591/92 (Geleit nur für einen der Gesandten, lange Verzögerung der Anhörung und abschlägige Antwort zur Friedensvermittlung von Ks. und Reich). Vgl. Anm. 51 bei Nr. 1.
41
 Kg. Philipp II. beorderte Farnese im Frühjahr 1590 mit dessen Heer nach Frankreich zur Unterstützung der katholischen Opposition gegen Heinrich von Navarra. Die Vereinigten Provinzen nutzten den strategischen Vorteil zur Rückeroberung der von Farnese in den 1580er Jahren eingenommenen Orte und Festungen im Norden (u. a. Zutphen, Deventer, Nijmegen) und setzten die Wende hin zum Offensivkrieg nach dem Tod Farneses (6. 12. 1592), den damit verbundenen Unruhen beim Regiment in Brüssel und den Meutereien in der spanischen Armee fort bis zur Belagerung Groningens, des letzten spanischen Rückhalts in den Nordniederlanden, im Sommer 1594 (Schilling, Konfessionalisierung und Staatsinteressen, 464 f.; t’Hart, Wars, 21–23; Nimwegen, Army, 154–162; Parker, Aufstand, 271–276; Pirenne, Geschichte, 276–280, 285–288).
m
 Ostereich] Kurmainz (unfol.) eindeutig: ertzhertzog Ernsten.
n
 befihlet] Kurmainz (unfol.) eindeutig und zusätzlich: mit ufftragen, bey denen wenig friden zuverhoffen, weil sie in vorigem gubernament auch gewesen und wenig trauens bey inen zuverhoffen.
42
 Zunächst gaben nach dem Tod Farneses während der interimistischen Statthalterschaft des Gf. Peter Ernst von Mansfeld 1593 in Brüssel Pedro Enríquez de Acevedo, Gf. von Fuentes, und andere spanische Räte die Regierungsrichtlinien vor (Massarette, Gouverneur, 195; Janssens, Mansfeld, 76). Auch nach dem Antritt der Statthalterschaft durch Ehg. Ernst am 30. 1. 1594 kam es zu erheblichen Konflikten zwischen den ehgl. und den spanischen Räten, namentlich Fuentes und dem kgl. Sekretär Esteban de Ibarra, der zuvor vergeblich versucht hatte, die höchsten Ratsstellen Spaniern und Flamen vorzubehalten (Hortal, Casa, bes. 194–200). Kg. Philipp hatte Ibarra zuvor angewiesen, militärische Angelegenheiten „ausschließlich spanischen Ministern“ zu überlassen (Pirenne, Geschichte, 283 f.). Vgl. zu den Konflikten zwischen spanischer, flandrischer und deutscher Partei auch Doutrepont, L’archiduc, 629–631; Stensland, Habsburg, 118–122. Korrespondenzen bei Lefèvre, Correspondance IV, bes. Nr. 632 S. 225 f., Nr. 635 S. 227, Nr. 670 S. 236 f., Nr. 696 S. 244, Nr. 737 S. 256. Auch Ehg. Ernst klagte im Schreiben an den Ks. vom 6. 4. 1594 (Brüssel) über die disparitet und unvertreulichkeitzwischen den räthen und ministris alhie(Stieve, Politik I, Beilage Nr. 6 S. 450–452, hier 450).
43
 Vgl. zuletzt in der Antwort der Generalstaaten vom 27. 5. 1594 zur Friedensinitiative Ehg. Ernsts, die beim RT verbreitet wurde: Keine Friedensverhandlungen ohne Wissen und Bewilligung der Kgn. von England und des Kgs. von Frankreich (vgl. Anm. 45; im dort nachgewiesenen Druck S. 23). Auch der Vertragsentwurf im Zusammenhang mit der beim RDT 1590 vorgelegten Erklärung der Generalstaaten bezog England und Frankreich mit ein (vgl. Nr. 30 mit Anm. 27).
44
 Zum Bündnis der Generalstaaten mit England seit 1584/85 mit der Episode der Regentschaft des Robert Dudley, Gf. von Leicester (1585–1587), vgl. Parker, Aufstand, 258–265; Dunthorne, Britain, 63–68, 71 f.; ausführlich: Blok, Geschichte, 389–469. Zur Verbindung mit Heinrich von Navarra in Frankreich: Parker, Aufstand, 271 f. Vgl. Arndt, Reich, 76–79; Lademacher, Geschichte, 132 f.; zur engeren „Allianz mit England und Frankreich“ ab 1595: Blok, Geschichte, 520–548. Vgl. auch Anm. 43.
45
 Ehg. Ernst bot den Generalstaaten gegen den Widerstand der spanischen Räte in Brüssel mit Schreiben vom 6. 5. 1594 einen Waffenstillstand und die Rückkehr in den Gehorsam des Kgs. mit günstigen Bedingungen an. Die Initiative wurde in der Antwort der Generalstaaten vom 27. 5. 1594 brüsk zurückgewiesen. Vgl. Doutrepont, L’archiduc, 632–634; Hassel, Bündnis, 523; Massarette, Gouverneur, 199–201. Korrespondenzen: Lefèvre, Correspondance IV, Nr. 632 S. 225 f., Nr. 655 f. S. 232 f., Nr. 676 f. S. 238 f., Nr. 681 S. 249, Nr. 698 S. 245. Das Schreiben des Ehg. vom 6. 5. wurde beim RT verbreitet, ebenso die Antwort der Generalstaaten vom 27. 5.: GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Vv, fol. 274–276, 278–286’ (lat. Kopp.). Beide Stücke in dt. Übersetzung: StA Würzburg, WRTA 85, unfol. (Kopp.). HStA Dresden, GA Loc. 9818/9, unfol. (Kopp.). HStA München, K. blau 274/10, fol. 173–175’, fol. 177–185’ (Kopp.). Schreiben und Antwort im Druck (deutsch): An die General Staten vbergesantes schreiben, sampt desselben Abgesanten an geruhrte Herren Staten Proposition vnd werbung, vnd was jhnen hierauff geantwortet […].Deventer 1594 (StA Bamberg, Mgftum BKB, GL 788, unfol., Druck. Weiterer Nachweis: ÖNB Wien, 19.D.66). Vgl. auch oben, Anm. 43, sowie Anm. 54 bei Nr. 1.
46
 Vgl. Kursachsen, fol. 307’ [Nr. 30].
o
 Beilagen] Kurpfalz (fol. 169’) zusätzlich: Beide Schreiben haben vil beilagen gehabt vonn allerhandt zeittungen des ungarischen kriegs wesenns halben, so auch alle verlesen worden.
47
 Es handelt sich um das Schreiben des Ehg. aus dem Feldlager vor Gran vom 16. 7. 1594 mit Nachschrift vom 18. 7. In dieser beschwor der Ehg. den Ks., er möge alles kriegsvolck zu ross und fueß, was nur aufzubringen ist, bey tag und nacht herab befödern[!], auch durch aigenen eyllenden curir von allen ortten umb hilff und beisprung anruffen,andernfalls seien Ungarn und ein Großteil Österreichs verloren. Ks. möge hierunder kain stundt und augenblickh vergebenlich verabsaumben(KA Wien, AFA 33, Konv. Juli 1594, unfol. Or.).
p
–p Der … Ungarn] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Das Schreiben vom 16. 7. schildert den Verlauf des Kriegs in Ungarn und wertet Aussagen gefangener Türken aus, wonach Sinan Pascha auf die Einnahme von Raab abziele. Kanizsa sollte besser und mit einem Oberst besetzt, die ausständige Soldzahlung sofort geleistet werden. Der Ehg. will aus Gran nach Komorn abziehen.
48
 Vgl. dazu auch Supplikation und Protest der Befehlshaber gegen den Abzug [Nr. 471].
49
 = die als Beilagen zu den Schreiben von Ehg. Matthias verlesenen Zeitungen.
50
 = Votum in der Umfrage am Vormittag.
51
 = für die Kommission zur Revision der Bestallung.
52
 Genannte Termine: 5. 3. (23. 2.) und 8. 9. 1595 bzw. 25. 12. 1594 und 24. 6. 1595.
q
 ertzeigen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Bezalung an die ortter zuwenden, dahin sie gehören, soll nachmals erinnerung geschehen.
53
 Vgl. dazu die oben (fol. 339’) folgende Auflistung der einzelnen Zahltermine.
54
 Vgl. Antwort zum 1. HA [Nr. 249]. fol. 497’ [Bezüglich der Anregung … zuverordnen würdett wissen.].
55
 Termin Johann Baptist auch in Kurpfalz (fol. 171’) und im Bericht der kursächsischen Gesandten an Kuradministrator Friedrich Wilhelm vom 25. 7. (15. 7.) 1594 (HStA Dresden, GA Loc. 10203/1, fol. 39–47’, hier 43. Or.; präs. o. O., 31. 7. {21. 7.}). Vgl. dagegen die Beschlussfassung im FR am 23. 7. (Österreich, fol. 66’ [Nr. 83]): Zweiter Termin für die eilende Hilfe ist Laetare 1595.
56
 = 25. 12. 1594 und 24. 6. 1595.
r
 etzliche stende] Kurmainz (unfol.) differenzierter: ettliche fürneme stendt
57
 Vgl. Nr. 83 mit Anm. 3, 7, 10, 26.
s
 der termin halben] Kurmainz (unfol.) differenzierter: der restriction der jhar und termin halb.
t
 zuvorgleichen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: in ansehung, wann spaltige mainungen referirt, zu waß weitterung eß geraichet und caesari ursachen zurepliciren gebe.
58
 = auf die vom FR befürwortete eilende Hilfe von je 10 Römermonaten an den ersten beiden Terminen.
59
 Vgl. Duplik der Reichsstände [Nr. 251], fol. 32 f. [Das zum dritten …].
1
 Bereits vor der Sitzung hatten von Hornstein und Freymon die Kurbrandenburger Gesandten aufgesucht und namens des Ks. vorgebracht, er vernehme, dass man zum 1. HA noch /454/ nicht ubereinstimmen kontte. Und woltten ihre Mt. nicht[s] lieber, dan daß die sachen also geschaffen wehren, /454’/ daß man weniger bedorffte und die keiserliche triplica nicht hette dorffen ubergeben werden. Es wehre aber leider damitt also gewandt, daß auch dises zu dem krigs wesen gahr ein geringes wehre. So wehre auch der Sinan bascha ihm felde mit 50 000 man. Darumb ihn alleweg nottwendigk, daß man daß wergk befordertte etc. Begerethen darauff, daß wihr die sachen fordern woltten. Welches wihr mitt erzehlung, wie weitt wihr albereitt auff euer kfl. Gn. resolution bevehlichet wehren, also bester muglikeitt zuvervolgen ahn unß genohmen (Kurbrandenburg, fol. 454 f.). Entsprechende Vorsprache von Hornsteins und Freymons noch vor der Sitzung auch bei den Kurpfälzer Gesandten mit Anmahnung einer einhelligen Beschlussfassung im KR sowie zwischen KR und FR, um die Beratungen beenden zu können. Antwort der Gesandten: Kf. Friedrich hat sich erboten, alles zu tun, was möglich ist, und sie wiederholt entsprechend beauftragt. Wollen dafür votieren, dass eine einhellige Beschlussfassung mit FR ermöglicht wird. Abschließend verwiesen von Dohna und Culmann die ksl. Vertreter auf die trotz der ksl. Vertröstung noch ausstehende Belehnung Kf. Friedrichs. Freymon und von Hornstein sagten die Vergabe der Reichslehen noch während des RT zu (Bericht der Kurpfälzer Gesandten an den Kf. vom 28. 7. {18. 7.} 1594: HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.; präs. Heidelberg, 2. 8. {23. 7.}).
a
 Mainz, Trier, Köln] Kurmainz (unfol.) abweichend: nur Trier.
2
 Nr. 252.
3
 Vgl. Anm. 1 und 7.
4
 Vgl. zu den Rückbezügen: Kursachsen, fol. 322’ f., 338 [Nr. 34].
5
 Vgl. Kursachsen, fol. 338’ [Nr. 34].
6
 Vgl. Kursachsen, fol. 322’ f. [Nr. 34].
7
 Das geänderte kursächsische Votum wurde veranlasst durch eine Vorsprache des Mainzer Kanzlers bei den Gesandten am 24. 7.: Er verwies auf die nur leicht abweichende Resolution des FR für die Quadruplik beim 1. HA mit der Forderung, die Laufzeit auf 5 Jahre zu verkürzen und für das erste Jahr anstatt der vom KR vorgesehenen 16 eine Hilfe von 20 Römermonaten zu entrichten. Da Kf. Wolfgang /44/ gerne sehe, das man sich in disem geringen dem furstenrath conformiren möchte,bat er die kursächsischen Gesandten, das wir solches unsers theils eingehen wollten./44 f./ Da Kuradministrator Friedrich Wilhelm anfänglich selbst für eine eilende Hilfe von 20 Römermonaten plädiert hatte, der Mehrbetrag von 4 Römermonaten im ersten Jahr durch die geringere Zahlung in den folgenden Jahren ausgeglichen, der Ks. beim Beharren des KR auf seinem Beschluss sich der Resolution des FR anschließen und KR /44’/ nichts dann den unglimpf davon haben wurde,sagten sie ein entsprechendes Votum zu. /44’ f./ Zudem suchten am Montag [25. 7.] morgens um 6 Uhr im Auftrag des Ks. von Hornstein und Freymon sie, die Gesandten, auf und baten, im KR dafür einzutreten, dass dieser sich im angesprochenen Punkt FR anschließen möge, /45/ dann ihre Mt. sonst notwenndigk quindupliciren musten unnd in disem punct zu einem abschiedt nicht kommen konte; muste sich auch besorgen, das der städt rath daher ursach nemen wurde, sich der antzahl der achtzigk monat desto eher zuvorweigern(Bericht der kursächsischen Gesandten an Kuradministrator Friedrich Wilhelm vom 25. 7. {15. 7.} 1594: HStA Dresden, GA Loc. 10203/1, fol. 39–47’, hier 43’–45. Or.; präs. o. O., 31. 7. {21. 7.}).
8
 = Termine des FR: 25. 12. 1594 und 24. 6. 1595; Termine des KR: 5. 3. (23. 2.) und 8. 9. 1595.
b
 wirdt] Kurpfalz (fol. 173) zusätzlich: und weil die Diskrepanz zwischen KR und FR nur darin besteht, ob das erste jar /173’/ 16 oder 20 monat erlegt werden sollen und termin einzuziehen.
c
 vorbleiben] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: also dz daß erste jhar 20 monat zuerlegen [und …].
d
 FR] Kurpfalz (fol. 174) differenzierter: Referat für FR durch den Salzburger Kanzler.
9
 Vgl. die Württemberger Stellungnahme zur Triplik des Ks. [Nr. 274].
e
 verliest] Kurpfalz (fol. 174) differenzierter: Verlesung durch den Syndikus der Stadt Regensburg.
10
 Nr. 275. Der Inhalt wird in den KR-Protokollen referiert.
11
 = der Antwort zum 1. HA [Nr. 249].
f
 Erklärung] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: vorgetragen von Regensburg.
g
 80 monat] Kurmainz (unfol.) [sinngemäß auch Kurpfalz (fol. 175’)] abweichend und korrekt: mitt den 68 monat.
h
 nochmalß wie zuvorn] Kurmainz (unfol.) eindeutig: ire schrifften, so sie übergeben, zuüberraichen.
12
 Beratung am 23. 7.: Kursachsen, fol. 328–336 [Nr. 34].
i
–i weil … stehen] Kurmainz (unfol.) deutlicher: weil man es bei Ehg. Ernst als Generalstatthalter mitt einem loblichen teutschen fürsten zuthun.
13
 Vgl. Anm. 27, 28 bei Nr. 30.
14
 Vgl. Anm. 27 bei Nr. 30.
j
 kommen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: quia Reich an seinen mittglidern verletzt und dz sein entnommen.
15
 Bezugnahme wohl auf die Unterstützung der Erben Gf. Adolfs von Neuenahr durch die Generalstaaten im Konflikt mit Kurköln mit der Androhung von Repressalien. Vgl. Nr. 448.
16
 = Den Haag.
17
 Vgl. zuletzt für den RDT 1586 die geteilte Antwort der Stände sowie die Replik der ksl. Kommissare zu den Beschwerden des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises (Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 16 d, 16e S. 742–757) sowie die Vorgaben im DAb, §§ 63 f., im Hinblick auf Werbungen im Reich für Frankreich gemäß EO (ebd., Nr. 38 S. 889 f.). Beim RDT 1590 beharrten die protestantischen Stände auf dem Vollzug der EO gegen auswärtige (faktisch spanische) Besatzungseinheiten (vgl. Anm. 28 bei Nr. 30). Zu weiteren RVV vgl. Anm. 23 bei Nr. 34.
18
 Vgl. Kursachsen, fol. 297’ f. [Nr. 30].
k
 volcks] Kurpfalz (fol. 177’) zusätzlich: Da man nun solte groß volck dahin schickhen, were es stenden beschwerlich, und großen kosten erfordern.
19
 Vgl. Nr. 467 sowie Nr. 290.
20
 = als spanische Generalstatthalter.
21
= Schaden, Verderben (Grimm, Wörterbuch XXIV, 664–666).
22
 Vgl. Anm. 43 bei Nr. 34.
l
–l wofern … zuthuen] Kurpfalz (fol. 179) eindeutig: da nichts zuerhalten, was zu thun.
m
–m Do … nutzlich] Kurmainz (unfol.) differenzierter und zusätzlich: Da niemandt parirn wölle, gehe man uff avocatoria mandata, und gehe uff peen, waß pro autoritate caesaris sein wurdt. Da von ohncosten und anderm mehr, so von Trier angeregt, geredett, wollen sich nit absondern.
23
 Vgl. Kursachsen, fol. 334–335’ [Nr. 34].
24
 Bezugnahme wohl auf das Scheitern des Kölner Pazifikationstags 1579 vorrangig an der Religionsproblematik (vgl. Anm. 24 bei Nr. 34) und die Lossagung der Vereinigten Provinzen (Utrechter Union) aus allen Verpflichtungen gegenüber Kg. Philipp II. mit dem „Plakkaat van Verlatinghe“ vom 26. 7. 1581. Druck: Du Mont, Corps V/1, 413–421. Edition in dt. Sprache: Blok/Vetter, Unabhängigkeitserklärung. Vgl. Parker, Aufstand, 235 f.; Arndt, Reich, 72 f. (Lit.).
25
 Erneut Bezugnahme auf die Verhandlungen beim Kölner Pazifikationstag 1579 (vgl. Anm. 24 bei Nr. 34).
n
–n Sie … gangen] Kurpfalz (fol. 180) differenzierter: Der Kf. befürchtet, es werde schwer zur fridenshandlung zugelangen sein. Darumben auch de modo sie so notturfftiglich nicht instruirt, dz sie von dem, so heut in votis vorgelauffen, sich erkleren khonden.
26
 Vgl. Kursachsen, fol. 307’ [Nr. 30].
o
–o neben … wurde] Kurmainz (unfol.) abweichend: Der kreis helff darzu nitt thonlich, also daß uff ein helff, wie anno 82 auch bedacht, der handel zurichten. Kurpfalz (fol. 180’): Defensionshilfe kann entweder als ordinari kreiß hilff oder zuschuß ervolgen.
27
 Vgl. Nr. 1, fol. 38’ [unnd eben noch neulicher zeitt …].
28
 Vgl. Anm. 28 bei Nr. 30.
p
 möge] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: (Nachmittag, 15 Uhr). Eine Abordnung der Reichsstände, der Kurmainz, Kurpfalz, Salzburg, Bayern, Prälaten, schwäbische Gff. und Städtevertreter angehören, überreicht dem Ks. die Quadruplik der Reichsstände beim 1. HA (Türkenhilfe) [Nr. 253] sowie die abweichende Resolution der Reichsstädte [Nr. 275]. Der Ks. sagt eine Erklärung zu.
1
 „Des Königs Herz ist in der Hand des Herrn“ (Cor regis in manu domini): AT, Buch der Sprüche 21,1.
2
 Die Mehrheit der katholischen Stände und im Anschluss daran die ksl. Kommissare hatten beim RDT 1590 im Zusammenhang mit ihrer Konzeption einer weiteren Friedensvermittlung (vgl. Anm. 28 bei Nr. 30) die vorausgehende Aufforderung an beide Kriegsparteien beschlossen, besetzte Orte im Reich zu räumen, die Beachtung der EO bei Werbungen und Truppenzügen sicherzustellen und Lizenten etc. zurückzunehmen (vgl. Antwort und Replik bei Schweizer, Deputationstag, Beilagen Nr. 2, 3 S. 83–104, bes. 87, 99 f., 103 f.).
3
 Vgl. Kursachsen, fol. 357 f. [Nr. 35].
a
 zunehmen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: nämlich wann die provincien der staden bey einander, alß dann mit schickhung gefaßt zu sein.
4
 = Den Haag als Ratssitz der Provinz Holland.
5
 Vgl.Votum Sachsen: Kursachsen, fol. 360 [Nr. 35: Und es habe sich wohl …].
6
 = für die Unterstützung von Reichsständen, falls die Friedensvermittlung scheitert.
7
 Vgl. Anm. 28 bei Nr. 30.
b
 versiret werden solte] Kurmainz (unfol.) eindeutig: aufseiten der Kriegsparteien.
8
 Vgl. Kursachsen, fol. 358 [Nr. 35].
c
 geben] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Damit aber sey der sachen noch nitt geholffen; pleiben beschwerdte stendt in iren lasten. Also were zusehen, wie plackhereyen abzuschaffen und man ettwas besser möge gesichert sein.
9
 Nr. 290.
10
 = die Reichshilfe von 2 Römermonaten. Vgl. Anm. 13 bei Nr. 30.
d
 werde] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: und ettwa noch 2 monat zu den 2 monaten, anno 82 bewilligett, zugeben.
11
 Beim RDT 1590 wurde von einer Mehrheit der katholischen Stände die Frage der Eventualexekution bei einem Scheitern der Friedensvermittlung oder einer Verweigerung der Restitution besetzter Plätze an einen RT verwiesen (vgl. Antwort der deputierten Stände: Schweizer, Deputationstag, Beilage 2, hier S. 95, 101).
12
 Vgl. Votum am 25. 7. (auch zum oben Folgenden): Kursachsen, fol. 355’–358 [Nr. 35].
13
 Vgl. zuletzt im Votum Sachsens am 25. 7.: Kursachsen, fol. 359’ [Nr. 35: Man müste der gemuther …].
14
 Wohl Bezugnahme auf die Abordnung des ehgl. Obersthofmeisters Maximilian von Dietrichstein nach Madrid, um Kg. Philipp II. die finanzielle und politische Situation darzulegen (Schreiben des Ehg. an den Kg. vom 9. 4. und Instruktion für Dietrichstein vom 12. 4. 1594: Vgl. Doutrepont, L’archiduc, 632, 635). Die Instruktion sprach etwaige Friedensverhandlungen nur durch die Vermittlung von Ks. und Reichsständen an (HHStA Wien, Spanien, Dipl. Korrespondenz 12/9, fol. 284–289’. Kop. Edition: Lehner, Khevenhüller, Nr. 64 S. 329–334. Regest: Lefèvre, Correspondance IV, Nr. 665 S. 235; zur Reaktion des Kgs.: Ebd., Nr. 706–709 S. 247 f.), hingegen verwies Ehg. Ernst in der Instruktion Dietrichsteins für die Vorsprache beim ksl. Gesandten Khevenhüller auf seine Absicht, ohne Abwarten einer Weisung aus Madrid eine Gesandtschaft an die Generalstaaten abzuordnen (Brüssel, 10. 4. 1594: HHStA Wien, Spanien, Dipl. Korrespondenz 12/9, fol. 267–283’. Kop. Edition: Lehner, Khevenhüller, Nr. 63 S. 315–329. Vgl. ebd., 115–117).
e
 noch 2] Kurpfalz (fol. 183’) abweichend: noch 3.
15
 Bezugnahme auf den Verzicht auf die reichsständische Kontrolle der Steuerverwendung beim 1. HA (Türkenhilfe) und deren Anheimstellung an den Ks. Vgl. Antwort zum 1. HA [Nr. 249], fol. 497’ f., sowie RAb [Nr. 511], § 20.
16
 = aufseiten der Kriegsparteien bekannt würden.
17
 Verhandlungen des RDT 1590 vgl. Anm. 28 bei Nr. 30. Folgende erfolglose ksl. Gesandtschaft 1591/92 an die Kriegsparteien zur Anbahnung der Friedensvermittlung vgl. Anm. 51 bei Nr. 1.
18
 In der Textvorlage verschrieben: Worms anno 82.
19
 Die im RAb 1582 (§ 44) den 3 rheinischen Kreisen aufgetragene Anwendung der Reichshilfe von 2 Römermonaten sollte auf einem interzirkularen Tag in Köln geklärt werden (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1423). Da der für Februar 1583 angesetzte Tag sich aufgrund von Differenzen zwischen den Kreisen im Zusammenhang mit dem Kölner Krieg auflöste (Malzan, Geschichte, 137 f.; Dotzauer, Reichskreise, 63, 271 f.; Hassel, Anfänge, 324 f.), unterblieb die Auszahlung der Reichshilfe. Deshalb beschloss der RDT 1586 die Erlegung binnen 4 Monaten (DAb 1586, § 61: Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 38 S. 889), doch wurde der Beschluss aufgrund von Protesten der protestantischen Minderheit (ebd., Nr. 39a-c S. 894–896) erneut nicht ausgeführt (Beratungen des RDT: Ebd., 67 f.; Nr. 10 a-k S. 256–282, Nr. 16 a-n S. 733–766, Nr. 17 b-d S. 766–771). Beim RDT 1590 standen die Beschwerden der bedrängten Stände gegenüber der Friedensvermittlung im niederländischen Krieg im Hintergrund. Die Forderung des Ks., eine Stellungnahme zur Leistung der Reichshilfe von 1582 abzugeben (ksl. Replik: Schweizer, Deputationstag, Beilage Nr. 3 S. 104) wurde zwar diskutiert (ebd., 74–76), diese infolge der Auflösung des RDT aber wieder nicht vollzogen (Beratungen des RDT 1590: Anm. 28 bei Nr. 30). Vgl. Arndt, Reich, 75, 80, 116; Knorring, Reichsdeputationstag, 111–113.
20
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage anwesend: von Wildenfels, Dr. Peiffer, Bock, Dr. Badehorn.
21
 Wohl Bezugnahme auf die Antwort der Generalstaaten vom 27. 5. 1594 zur Friedensinitiative Ehg. Ernsts als spanischer Generalstatthalter, die beim RT verbreitet wurde. Vgl. Anm. 45 bei Nr. 34.
22
 Zu den Restitutionszusagen Generalstatthalter Farneses vgl. Anm. 51 bei Nr. 1; Anm. 27 bei Nr. 30; Anm. 27 bei Nr. 34.
23
 Vgl. Anm. 43 bei Nr. 34.
24
 Vgl. Kursachsen, fol. 304 f. [Nr. 30].
f
 instruction] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Instructionen müssen zwen sein: Eine ad restitutionem, die ander zum hauptwerckh.
g
 92] Kurpfalz (fol. 185’) abweichend und korrekt: 1590. Kurmainz (unfol.): zu Wormbs[1586] und Franckhfort[1590].
25
 Vgl. Anm. 17 bei Nr. 35.
h
–h das … vorhanden] Kurpfalz (fol. 186’) anders: dan man wisse, was der religion, privilegien und anders halben für impedimenta bei staden gewesen.
26
 Vgl. Anm. 24, 25 bei Nr. 35.
i
 nach gelegenheitt] Kurmainz (unfol.) deutlicher: wann man erfure, dz eß alles vergebens abgehe.
27
 Vgl. oben, Anm. 19.
28
 Vgl. Anm. 27 bei Nr. 30.
29
 Sprichwort: „Der Markt wird dich schon kramen lernen“ (Grimm, Wörterbuch XI, 1995).
30
 Vgl. oben, Anm. 19.
j
 schickung] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Da stett auch zuzuziehen, mögens leiden.
k
–k das … bekomme] Kurmainz (unfol.) abweichend: daß man zu gleich contribuir.
31
 Vgl. die Supplikation [Nr. 293].
l
 bitten] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Vereinbarung der nächsten Sitzung für morgen, 8 Uhr. Für 9 Uhr wird FR zum Korreferat beschieden.
1
 Das Mainzer Konz. für die Antwort der Reichsstände beim 2. HA, die auf der Resolution des KR beruhte, liegt nicht vor. Zu vgl. ist die Ausfertigung der Antwort [Nr. 255].
a
 gemuther] Kurpfalz (fol. 189’) eindeutig: gemüter der kriegenden theil.
2
 Vgl. die Vorgaben für die Gesandtschaft zu den Kriegsparteien in der Antwort der Reichsstände [Nr. 255], fol. 105’ f. [Wie aber und durch … unbelestiget zulaßen.].
b
 thuen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich vor dem Folgenden: Verstehen, daß eß insgemein gedeütt werden solt, allen gemeinten stenden zum besten. Sonnst, da ein yeder ettwas bekommen soltt, weren scopae dissolutae.
3
 Vgl. Antwort der Reichsstände [Nr. 255], fol. 108’ f. [Damit /109/ dan … zurichten seye.].
4
 Vgl. Kursachsen, fol. 240 [Nr. 23]; fol. 275’ (mit Rückbezug auf Votum Trier: fol. 274 f.) [Nr. 28].
5
 Vgl. Kursachsen, fol. 306 f. [Nr. 30].
6
 Vgl. die Antwort der Reichsstände [Nr. 255], fol. 102’ f. [Und nachdem … unnachläßiger straf zuverfahren.].
7
 Vgl. die Beratungen am 28. 6., 5. 7., 11. 7. und 14. 7.: Kursachsen, fol. 191’–198, 236’–242’, 273’–283’, 294’–308’ [Nr. 19, 23, 28, 30]. Zum Anlass der Kritik am Konz. vgl. Bericht der Kurpfälzer Gesandten an den Kf. vom 29. 7. (19. 7.) 1594: Bei der Landfriedenswahrung ist bezüglich der patenten, caution unnd annders halben, darvon der westphelisch kreiß in seinem zuvor uberreichten bedenckhen[Nr. 290] anregens gethan, allerhandt beschwerliches und praejudicirliches hinein geruckht worden(HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.; präs. Heidelberg, 2. 8. {23. 7.}).
c
–c Die … zulaßen] Kurpfalz (fol. 190) differenzierter: Ein Teil wollte die EO in der Fassung von 1570 verbessern, der andere Teil wollte es dabei und den Bekräftigungen [auf den folgenden RTT] bewenden lassen.
d
–d Und … laßen] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Uff nechsten beeden reichstägen hab man nitt vor gut angesehen, executions ordnung zuverbessern, sonder zurepetirn.
e
–e Wann … werden] Kurpfalz (fol. 190) abweichend [und korrekt]: Woltens gern sehen, man nicht paria referirt, sonder vergleichungen, auff beiden jungsten Reichs tägen ponderirt und repetirtt. Kurmainz (unfol.): Wollten also bitten, sich mitt dem andern bedenckhen zuvergleichen.
8
 Vgl. Antwort der Reichsstände [Nr. 255], fol. 106 f. [wie sie uf hievorig … unbelestiget zulaßen.].
f
–f Weil … solle] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Wissen, waß sich hievor zutragen. Seyn zusammenkommen, aber direction halb voneinander geschieden, weil nichts disponirt.
9
 = besetzter Orte im Reich durch beide Kriegsparteien.
10
 Die Passage wurde in der Ausfertigung der Antwort der Reichsstände gestrichen.
11
= Ausschreiben gemäß EO 1555, § 65 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3126 f.).
12
 Vgl. Antwort der Reichsstände [Nr. 255], fol. 109’ [Und demnach obangeregte … erstattet werde.].
13
 Vgl. Kursachsen, fol. 367’ f. [Nr. 36].
14
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben von Wildenfels anwesend: Dr. Peiffer, Bock, Dr. Badehorn.
g
 werden] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: da waß gescherpffett.
15
 = Erneuerung der Landfriedensmandate.
16
 Vgl. oben, Anm. 4.
17
 Vgl. oben, Anm. 5.
18
 Wohl in das Mainzer Konz. übernommen aus dem Kölner Votum. Vgl. Kursachsen, fol. 357’ [Nr. 35].
h
 formalisiren] Kurpfalz (fol. 191’) zusätzlich: Da nicht restitutio geschehen wolte, alßdan khön man erst wieder zusamen khomen und davon reden, was zuthun.
19
 = Schadenserstattung gemäß beeidigter Aussage des Geschädigten ohne Anhörung anderer. Der Punkt wurde nicht in die Antwort der Reichsstände übernommen.
20
 Vgl. das Brandenburger Votum bei den in Anm. 7 nachgewiesenen Beratungen.
21
 Wie unten, Anm. 26.
i
–i Was … sey] Kurmainz (unfol.) anders: Deputationtag halb: Hab seine weg, in waß fellen deputationes außzuschreiben.
22
 Wie Anm. 20.
23
 Vgl. Kursachsen, fol. 306 f. [Nr. 30].
24
 Bezugnahme auf das Verbot der Fehde sowie jeglicher Unterstützung im Ewigen Landfrieden 1495 (Angermeier, RTA MR V, Nr. 334 S. 359–373).
25
 Vgl. Antwort der Reichsstände [Nr. 255], fol. 102’ f. [Und nachdem sich … unnachläßiger straf zuverfahren.].
26
 Bezugnahme auf die konkretisierte Kautionsleistung gemäß RAb 1570 und deren Wiederholung in den RAbb 1576 und 1582. Nachweise in Anm. 7 bei Nr. 255.
27
 RAb 1582, § 44 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1423). Vgl. auch Anm. 19 bei Nr. 36.
28
 Vgl. Kursachsen, fol. 358 [Nr. 35].
j
 1595] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: und Johann Baptist 1596, jeweils ein Römermonat.
k
 zugestatten] Kurpfalz (fol. 194’) zusätzlich: Obwol solchs nicht offentlich also in relatione steht, wer es doch implicite darauß zuvernemmen. Soll nemblich ire Mt. kheine patent geben,[man] habe dan zuvor caution geleistet.
29
 Vgl. oben, Anm. 24.
30
 Vgl. Nr. 253, fol. 79’.
31
 = 5. 3. und 8. 9. 1595 sowie 24. 3. 1596.
l
 Leiptzig] Kurpfalz (fol. 195) differenzierter: Köln oder Leipzig.
m
 ein bedencken gemacht] Kurpfalz (fol. 195) differenzierter: Und khönde man von betrangten stenden alhie schrifftlich bedenckhen anhören, alßdan[sich] ferner darnach zugerichten.
n
 der umbfrage] Kurmainz (unfol.) deutlicher: das pfalzisch anregen betreffendt.
o
 herkommens] Kurpfalz (fol. 195) zusätzlich: in diesem rhat.
32
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben von Wildenfels anwesend: Dr. Peiffer, Bock, Ende, Dr. Badehorn.
33
 Wohl gemeint: In den bisherigen gesetzlichen Regelungen gemäß RAbb.
34
 Vgl. oben, Anm. 24.
35
 RAb 1582, § 44 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1423).
36
 Wie oben, Anm. 27.
p
 Verlesung] Kurpfalz (fol. 196) differenzierter: Verlesung durch den Mainzer Kanzler.
37
 Die schriftliche Resolution des KR konnte nicht aufgefunden werden. Vgl. obige Beschlussfassung, die Antwort der Reichsstände [Nr. 255] sowie zum 2. Teil (niederländischer Krieg) das Referat im Bericht der kursächsischen Gesandten an Kuradministrator Friedrich Wilhelm vom 30. 7. (20. 7.) 1594: Empfehlung an den Ks., die Friedensvermittlung fortzusetzen und dafür Gesandtschaften von Ks. und Reich an den spanischen Generalstatthalter sowie an die Generalstaaten abzuordnen. Paritätische Besetzung mit Personen, die den Konfliktparteien /64’/ angenem unnd nicht vordechtig.Durchführung im Herbst, wenn die Generalstaaten tagen. Primäre Forderung, dass die Parteien /65/ des Reichs ortt, plätz unnd heuser wie auch päß unnd wasserströmen dem Reich widerumb abtretten unnd einreumen, die licenten, imposten unnd annders abschaffen, das kriegsvolck von des Reichs boden abfuren unnd ferner des Reichs unnd derselben unnderthanen nicht bedrenngen wollten.Nur falls die Restitution erfolgt, soll die Fortführung der Friedensvermittlung angeboten werden. Da die Instruktion dafür beim RT nicht formuliert werden kann, sollen die Gesandten ex re nata, causa et occasione rerum gerendarum sich allwegen […] vertreulich zusammen thun, mit einander conferiren und daher sich informiren, in allwegen aber dabey des Reichs interesse unnd bestes in guter acht haben.Wird die Restitution von einer oder beiden Parteien verweigert, soll der Kf. von Mainz auf Ersuchen des Ks. hin für die weitere Beratung einen RDT ausschreiben. Bei der Gesandtschaft sollen /65’/ die bedrauungen mit den mandatis avocatoriis, sperrung der comertien unnd allen andern vor diß mahl auszulassen sein.Der Niederrheinisch-Westfälische Kreis erhält eine Reichshilfe von 3 Römermonaten, über deren Verteilung beim RT die Gesandten aus dem Kurrheinischen, Oberrheinischen, Westfälischen und Niedersächsischen Kreis entscheiden (HStA Dresden, GA Loc. 10203/1, fol. 58–74’, hier 64’–66. Or.; präs. Oschatz, 5. 8. {26. 7.}).
38
 Vgl. die schriftliche Fassung [Nr. 292], die jedoch nur den 2. Teil (niederländischer Krieg) des 2. HA umfasst.
39
 RAb 1570, § 14 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1211).
40
 = durch Zeugen überführen (Grimm, Wörterbuch XXIII, 674).
41
 Vgl. die schriftliche Fassung, die mit dem Referat übereinstimmt [Nr. 292].
42
 Vgl. Nr. 85, Ergänzung nach Jülich-Berg (fol. 201–205).
43
 Vgl. das Votum Pfalz-Neuburgs in der getrennten Beratung des FR: Jülich-Berg, fol. 201’ [Nr. 85].
44
 Vgl. zur Begründung für die Haltung des KR den Bericht der kursächsischen Gesandten vom 30. 7. (wie Anm. 37, hier fol. 68): Es ist nicht /68/ ratsam oder thunlich, sich dißfalls FR anzuschließen, um zu vermeiden, dass man dem Reich einen schimpf oder anhanng zuziehe und mache oder aber molem belli in das Reich bringe. Welches dann leicht geschehen könte, wann man sich alls balldt ante restitutionem zu guetlicher handlung selbst anerbieten, item die parteien zugleich mit comminiren oder auch den subdelegirten volkommenen gewaldt geben sollte, ufn fall der verweigerung oder in enntstehung der guete auf mittell ohne hinderbringen zuschliessen, dadurch denen dingen abgeholffen unnd des Reichs unnderthanen nicht ferner beschwerdt werden möchten; sich auch uf solchen fall niemandts zu diser commission leichtlich wurde wollen gebrauchen lassen noch vor- /68’/ wahren können. Zu deme, das es fast vor ein unmöglich werck gehallten wirdt, zu der pacifications handlung sie, die subdelegirten, alhie zu instruiren oder von hinnen allsballdt abzufertigen.
1
 Nr. 292.
a
 angetzeigt] Kurpfalz (fol. 198’) zusätzlich: nämlich dass sie nicht consentirt in den letzten puncten, das niderlendisch wesen betreffendt, sonder sich mit der[!] churfursten rhat bedencken verglichen. Da nun der catholischen vota gelten sollen, sollen ire billich auch gelten.
2
 Vgl. Kursachsen, fol. 394 [Nr. 37], sowie die Beratung im FR: Jülich-Berg, fol. 201–205 [Nr. 85].
3
 Nr. 291.
4
 Foliierungsfehler in der Textvorlage.
b
 solches] Kurmainz (unfol.) deutlicher: dz sie sich einer singularitet gebrauchen.
5
 Foliierungsfehler in der Textvorlage.
6
 Vgl. die Ausfertigung der Antwort der Reichsstände [Nr. 255].
7
 Nr. 306 mit der Mainzer Eingabe an den Ks. als Beilage.
8
 Foliierungsfehler in der Textvorlage.
1
 = 4. HA (Reichsmünzwesen), 5. HA (Reichsmatrikel).
2
 Bezugnahme auf die unterbliebene Publikation des DAb 1586 aufgrund von Differenzen beim RDT und späteren Protesten gegen Einzelpunkte der Verabschiedung zum Reichsjustizwesen (vgl. Anm. 7 bei Nr. 40 und Anm. 1 bei Nr. 42). Der DAb besaß damit keine reichsrechtliche Verbindlichkeit.
3
 Bezugnahme auf die dem RT übergebenen Dubia des RKG [Nr. 303].
4
 Vgl. als ‚Bericht‘ des RKG die 1586 mit der ksl. Proposition übergebenen 20 Beilagen zum Justizpunkt (Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 7 a-7t S. 176–247: Berichte und Gutachten des RKG zu Verfahrensfragen, Dubia und strittigen Punkten der RKGO). Zu den Problemen vgl. die Beratungen im KR (ebd., Nr. 11 passim), die geteilte Resolution des KR zu Einzelfragen (ebd., Nr. 14b S. 664 f., Punkt [8]) sowie die im DAb strittigen Punkt (vgl. Anm. 7 bei Nr. 40).
a
 werden] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Muß doch einmal sein erörterung haben, aber ex fundamento.
5
 Gemeint: beim RDT 1586.
b
 zustatuiren sein] Kurmainz (unfol.) deutlicher: dass es ins Reich publicirt werde und vim constitutionis habe.
6
 = zu Moderationsverfahren einzelner Stände.
7
 Die Regierung in Brüssel befürchtete von einer Prägung nach dem hohen Reichsmünzfuß „schwere Schädigungen des Warenverkehrs mit benachbarten Ländern, besonders mit England und Frankreich“ (Bergerhausen, Exclusis, 190), da die dortigen Münzen einen geringeren Edelmetallgehalt und einen höheren Nennwert aufwiesen als die Reichsmünzen, diese außerhalb des Geltungsbereichs der RMO also höher bewertet wurden als im Reich. Burgund profitierte vom hohen Reichsmünzfuß und vollzog die RMO deshalb nicht. Die Folge war der fortgesetzte Abfluss von Reichsmünzen nach Burgund (Lanzinner/Heil, Reichstag, 624; vgl. auch Anm. 19 bei Nr. 308). Guter Überblick zu den Bestrebungen der RVV seit 1559, die RMO im Burgundischen Kreis durchzusetzen: Bergerhausen, Exclusis, 190–195. Vgl. auch unten, Anm. 34.
8
 = die Türkenhilfe für den Ks.
c
–c kunfftig … richten] Kurpfalz (fol. 202) differenzierter: damit man sich khunfftig darnach am camergericht und sonst khönne gerichten und nicht sagen khonn, dz man[!] seit anno 86 und zeitt visitations verbliben seie, sich die justiti nicht angelegen sein lassen.
d
 in 7 jahren] Kurmainz (unfol.) eindeutig: seitt anno 87.
9
 Nach der Visitation 1587 war zur Visitation 1588 gemäß dem Schema von 1566 (vgl. unten, Anm. 24) unter anderem der Ebf. von Magdeburg für die geistlichen Ff. zu berufen. Da die Zulassung des protestantischen Administrators Joachim Friedrich im Zusammenhang mit dem Konflikt um dessen Session zuletzt beim RT 1582 (vgl. Leeb, RTA RV 1582, Nr. 235–246 S. 902–938; Leeb, Sessionsstreit, 8–25) die Aufhebung des Geistlichen Vorbehalts präjudiziert hätte, sagte der Ks. auf Initiative Kf. Wolfgangs von Mainz hin die Visitation 1588 ab. Weil das Berufungsschema von 1566 auch weiterhin galt, ergingen in gleicher Weise in den folgenden Jahren Absageschreiben, um die Magdeburger Teilnahme zu umgehen. Die ordentliche Visitation des RKG war damit aufgehoben (Mencke, Visitationen, 110–113; Ompteda, Geschichte, 107–112; Leeb, Sessionsstreit, 26–32; Gotthard, Religionsfrieden, 418 f.; Jahns, Reichskammergericht I, 57; Kratsch, Justiz, 153 f.).
10
 = die ordentliche jährliche Visitation gemäß RKGO 1555, Erster Teil, L, §§ 1–6 (Laufs, RKGO, 146–148. Vgl. Mencke, Visitationen, 79–84; Lanzinner, Reichsversammlungen, 20–23).
e
 ersten Maii 96] Kurmainz (unfol.) abweichend: den ersten Maii nechstkönnfftig.Ebenso Kurpfalz (fol. 202): 1. Maii negstkhunfftig
11
 RKGO, Zweiter Teil, XXXV (Laufs, RKGO, 217; vgl. Dick, Entwicklung, 75 f.). Bezugnahme auf die konkurrierende Jurisdiktion des RHR. Vgl. die protestantischen Gravamina [Nr. 390], Punkte 9–11.
12
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 39–40 [3. HA].
13
 Dies betrifft alle Regelungen im DAb 1586 zur Reichsjustiz, §§ 4–53 (Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 38 S. 869–886), mit Ausnahme der unter Protest abgelehnten Punkte lediglich in § 27, Schlussabsatz (Pfändung durch Reichsunmittelbare), § 50 (Zinshöhe bei Darlehen), §§ 51 f. (strittige Jurisdiktion zwischen dem RKG und der Stadt Speyer). Vgl. die Übernahme der 1586 unstrittigen Punkte in den RAb [Nr. 511], §§ 51–97 (mit Anm. 51 und Anm. 57 zu den 1594 nicht konfirmierten, weil 1586 strittigen Punkten).
14
 Vgl. Anm. 7 bei Nr. 40.
15
 Nr. 303.
16
 Vgl. Kursachsen, fol. 397’ [Nr. 38].
17
 Vgl. Nr. 306.
18
 Besetzung 1586 gemäß der 1555 eingerichteten, 1559 und 1570 konkretisierten bzw. ergänzten ordentlichen Reichsdeputation im Rahmen der EO (RAb 1555, § 65: Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3126 f.; RAb 1559, § 50: Leeb, RTA RV1558/59, Nr. 806 S. 2020 f.; RAb 1570, § 20: Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1213 f.). Vgl. Neuhaus, Repräsentationsformen, 423–437, 553–561; Fröschl, RTA RV 1586, 49–51. Zur konkreten Besetzung auch Knorring, Reichsdeputationstag, 93 f. mit Anm. 2. Diese bedingte in konfessionspolitischer Hinsicht ein Ungleichgewicht von 7 protestantischen gegenüber 13 katholischen Stimmen.
19
 Bezugnahme auf die im RAb 1555, § 110, angeordnete außerordentliche Visitation des RKG 1556, für welche die ordentliche Visitationskommission um Vertreter aller Kff. sowie mit Salzburg, Württemberg, Kornelimünster für die Prälaten, Nassau-Dillenburg für die Gff. und die Stadt Ulm als außerordentliche Visitatoren ergänzt wurde (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3138. Vgl. Ompteda, Geschichte, 64–67; Mencke, Visitationen, 92 f.).
f
 praeparatoria] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: waß noch in kraisen zuerkundigen.
g
 vinculum conservandae societatis] Kurmainz (unfol.) anders: fundamentum omnium virtutum.
h
 Vor diesem] Kurmainz (unfol.) eindeutig: Anno 87.
20
 Visitationsabschied 1587, § 2, mit starker Beschränkung der Vakanzzeiten des RKG im Vergleich zur vorherigen Regelung (Ludolff, CJC, 448; Abschiede, 185).
21
 = ‚zarte Leute‘.
22
 Beim RT 1566 drängte SR auf die Einrichtung von 2 zusätzlichen Gerichten in Nordhausen und Nördlingen. FR lehnte dies moderat, KR strikt ab (Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 87 S. 578–581, Nr. 90 S. 583, Nr. 155 S. 677, Anm. b, Nr. 236 S. 978 f., Nr. 238 S. 999 f., 1003, 1005, Anm. b, 1006. Vgl. Lanzinner/Heil, Reichstag, 623). Debatte beim RT 1570 angeregt in der Nebenproposition (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 320 S. 687–689, 699); Ablehnung durch KR (ebd., Nr. 57 S. 299 f. mit Anm. 2) und in der Antwort der Reichsstände (ebd., Nr. 321 S. 705, 717). Beim RDT 1586 wurde die Empfehlung des FR, neben dem RKG 2 weitere Reichsgerichte nur für Appellationen einzurichten (Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 12 S. 538–540, Nr. 14 b S. 672), in die Antwort der Stände übernommen (ebd., Nr. 14f S. 707), aber von den ksl. Kommissaren mangels Weisung nicht beantwortet (ebd., Nr. 14g S. 710). Vgl. Lanzinner, Reichsversammlungen, 39; Fröschl, Bemerkungen, 158 f.
i
 statuiren] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: da dieselb ad ratificationem Reichs tags gestellett.
23
 Vgl. oben, Anm. 13.
j
 soltten] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: aber dubios casus, landtsesserey, usurarum etc.[vgl. Anm. 7 bei Nr. 40] uff ein deputation zuverschieben.
24
 Edition des Schemas: Lanzinner/Heil, RTA RV 1566, Nr. 240 S. 1008–1010. Vgl. Bergerhausen, Köln, 35; Mencke, Visitationen, 107; Fröschl, Bemerkungen, 155.
25
 Vgl. dazu und zum Folgenden auch die Beschwerden im Hinblick auf RKG und RHR in der kursächsischen Fassung der protestantischen Gravamina [Nr. 389], Punkte 8–10.
k
 decisionen] Kurmainz (unfol.) eindeutig: decisiones dubiorum.
l
–l Man … solle] Kurmainz (unfol.) einleitend zusätzlich: Item zu decidiren, wie eß in revisionibus compromissorum zuhalten. Kurpfalz (fol. 204) dann differenzierter: Durch revisionen werden andere sachen verhindert. Werde man auch sehen mussen, wie vilfeltigen revisionen solche maß zugeben, das malitia partium möge gesteuert werden. Da were zuvor bedacht, ob nicht summa depositi zuerhohen, item ob nicht iuramentum calumniae zudeferirn und ob nicht,[da] unrecht befunden, fisco in straff gefallen. Lasse sich so leichtlich nicht erörttern. Were doch nicht ersitzen zulassen, sonder wege zufinden, wie zuhelffen.
26
 Der Textvorlage ist nicht eindeutig zu entnehmen, ob 8000durch eine Streichung zu 800korrigiert wird. In den anderen Mitschriften fehlt die Zahlenangabe. Zur Problematik bei Angaben für schwebende Verfahren am RKG vgl. Fröschl, Bemerkungen, 156; Lanzinner, Reichsversammlungen, 27 f.
m
–m Uff … werden] Kurmainz (unfol.) abweichend: Da ettwas uff deputation zuverschieben, müßte absoluta potestas geben werden, und diß werckh nitt lenger ersitzen zulassen.
n
 sein] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: und möge verschoben werden.
27
 Zur Prägepraxis der Stände im Obersächsischen Kreis seit 1572 vgl. die Auswertungen bei Wuttke, Probationsregister.
o
 mancher patz] Kurmainz (unfol.) eindeutig: manche halbe batzen.
p
 große wichtigkeitt] Kurmainz (unfol.) deutlicher: sey fundamentum humanae societatis.
q
–q Viel … werden] Kurpfalz (fol. 204’) differenzierter: Vil stend und underthonen haben uff jetzige versamblung gewartet, der gravaminum abschaffung halben und das iustiti wurde resolvirt, und mehrer richtigkheit zuverhoffen. Sie hetten bevelch, dz jenig zuerörttern helffen, wz sich uff deputation tag nicht verschieben lasse.
28
 Vgl. zuletzt die Resolution der Reichsstädte zur Quadruplik beim 1. HA (Türkenhilfe) [Nr. 275], fol. 448 f. [Unnd demnach in allen … gebetten haben.].
r
 cameralium disputation] Kurmainz (unfol.) deutlicher: disputationes iuridicas.
s
 vorfassung anno 86] Kurpfalz (fol. 205) deutlicher: der DAb 1586 in den gravirten puncten.
29
 Vgl. oben, Anm. 13.
t
 wollen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Stehe noch uff inquisitionen, sey nichts sonderlichs dazu zusetzen, und, waß mangelhafft, zuergentzen.
30
 Regelung des Moderationsverfahrens und der Matrikelrektifizierung im RAb 1582, §§ 50–65 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1426–1431). Vgl. auch Anm. 23 bei Nr. 88 sowie zum Scheitern des geplanten Moderations- und RDT 1583 Anm. 22 bei Nr. 88.
31
 RMO 1559, § 53: Konfiszierung des eingeführten Gelds sowie je nach Vergehen Strafe an Leib und Gut (Leeb, RTA RV 1558/59, Nr.804 S. 1968). Wiederholt im RAb 1570, § 142 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1248) und im RAb 1576, § 75 (Neue Sammlung III, 365 f.).
32
 = eine englische Goldmünze, lat. rosa nobilis, Ryal oder Rosenobel (Schrötter, Wörterbuch, 573 f.).
33
 = Stegreif.
34
 Die Bemühungen um eine Münzreduktion in den 3 korrespondierenden rheinischen Kreisen scheiterten am Widerstand des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises, der sich seinerseits darauf berief, diese aufgrund der unterwertigen Prägung in Burgund und der massenhaften Einfuhr dieser Münzen nicht durchführen zu können (vgl. Anm. 9 bei Nr. 4). Eine Vorgabe von Stadt und Kf. Köln für eine Reduktion der übersteigerten Münzwerte in Kooperation mit Hg. Wilhelm von Jülich wurde 1582 im Kurrheinischen und Westfälischen Kreis zwar angeordnet, musste aber zurückgenommen werden (Hirsch, Münz-Archiv VII, 201–206; Noss, Münzen, 67 f.). Auch ein weiterer Versuch zur Reduktion erneut durch Kf. und Stadt Köln sowie Jülich 1589 scheiterte (Hirsch, Münz-Archiv VII, 260 f., 263, 271 f., 279 f.; Hirsch, Münz-Archiv II, 371 f.). Zuletzt ordnete der Kurrheinische Kreis mit Mandat vom 28. 9. 1590 eine Reduktion an, wenngleich nicht auf die Werte gemäß RMO (Mandat mit Münzliste und reduzierten Werten: Hirsch, Münz-Archiv II, 378–380; vgl. Noss, Münzen, 91 f.). Die Reduktion galt für den eigenen Kreis, sie wurde jedoch in der Erwartung angeordnet, den Oberrheinischen und den Niederrheinisch-Westfälischen Kreis auf einem gemeinsamen Tag dazu zu veranlassen. Die Einberufung dieser Versammlung scheiterte bis zum RT 1594 an letzterem Kreis, der Beratungen zur Reduktion ablehnte, solange die RMO im Burgundischen Kreis nicht befolgt würde (vgl. Anm. 13 bei Nr. 88). Zur Kurkölner Münzpolitik anhand der Akten der Probationstage vgl. Noss, Münzen, 88–92.
u
–u Inmaßen … ist] Kurpfalz (fol. 206’ f.) deutlicher: Differenzierung gemäß Votum Brandenburg, /207/ was iuridica und was politica: iuridica zuverschieben und politica alhie zuerledigen.
35
 = im Hinblick auf die konfessionell ausgewogene Besetzung des RDT.
36
 Der Termin 1. 8. galt nur für die Einberufung von RDTT zur Beratung der Reichsmatrikel im Anschluss an Moderationstage. Vgl. RAb 1570, §§ 111, 115 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1240 f.), RAb 1576, §§ 88, 96 (Neue Sammlung III, 367–369), RAb 1582, § 58 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1428). Hingegen wurde der RDT zur Reichsjustiz im RAb 1582 (§ 47) für 15. 5. 1583 angesetzt (ebd., Nr. 457 S. 1424).
v
 guthe muntz gebrochen] Kurpfalz (fol. 207) differenzierter: dz stend müntz also brechen und ringern, dz man an 100 fl. mehr als das halb solte verliren.
37
 RMO 1559, § 174 (Leeb, RTA RV 1558/59, Nr.804 S. 1985); RAb 1570, § 132 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1245).
38
 Vgl. Votum Brandenburg in 1. Umfrage (fol. 410).
39
 RAb 1570, §§ 142–149 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1248–1250).
w
 policey ordnung] Kurpfalz (fol. 207’) eindeutig: RPO anno 77 zu Franckfurt.
40
 Vgl. RPO 1577, Tit. IX, sowie die nachfolgende Kleiderordnung (Tit. X-XIV): Weber, Reichspolizeiordnungen, 228–234.
41
 RMO und Probierordnung 1559: Leeb, RTA RV 1558/59, Nr.804, 805 S. 1953–2002.
42
 Vgl. Probierordnung 1559, § 14 (ebd., Nr.805 S. 1995); RAb 1570, § 134 (Lanzinner, RTA RV 1570, Nr. 567 S. 1246).
43
 = die Münzstätten nicht zu verleihen oder zu verkaufen.
x
 die muntzmeister] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: sie seyen vereidett oder nitt.
y
–y Do … werden] Kurpfalz (fol. 207’) deutlicher: Und were nicht ohne, dz durch frembde wahren vil gelts hinauß kheme.Dazu weitere Beratung im Zusammenhang mit dem Münzwesen.
z
 Nachmittag] Kurmainz (unfol.) zusätzlich vor dem Folgenden: (Nachmittag). Gemäß Ansage vom Vortag erscheint um 14.30 Uhr der Ständeausschuss beim Ks. in dessen Quartier. Dort lässt Ks. seine Schlussschrift zum 1. HA (Türkenhilfe) [Nr. 254] überreichen. Der Ständeausschuss übergibt dem Ks. seinerseits die Antwort der Reichsstände zum 2. HA (Landfriede und Niederlande) [Nr. 255].
44
 Nr. 254.
1
 Gemeint: Keine Inquisition in den Reichskreisen zu den Moderationsanträgen.
2
 Vgl. zu den Vorarbeiten für das Moderationsverfahren die Vorgaben zuletzt gemäß RAb 1582, §§ 51–55 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1426–1428).
3
 Vgl. die Voten am Vortag: Kursachsen, fol. 402 f., 413 [Nr. 39].
4
 Votum in der 1. Umfrage am Vortag: Kursachsen, fol. 409’ [Nr. 39].
5
 Besetzung des RDT gemäß Votum in der 1. Umfrage am Vortag: Kursachsen, fol. 404 f. [Nr. 39].
6
 Vgl. Anm. 36 bei Nr. 39.
a
–a und … solle] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Execution schwer an stenden anzufangen, were gegen müntzmeister desto schleuniger zuverfahren.
7
 1) Ein Zusatz bei § 27 des DAb 1586 (Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 38 S. 878) betraf Pfändungen (Beschlagnahme fremden Vermögens; vgl. HRGIII, 1693–1703; zum Verfahren: Dick, Entwicklung, 95 f.) [und Arreste] durch Reichsunmittelbare auf ihren Zwing- und Banngütern unter der lanndtseßereioder Jurisdiktion einer anderen Obrigkeit. In diesem Fall sollte das RKG keine Mandate erkennen. Dagegen verwehrten sich nach dem RDT die Reichsstädte in Schreiben an den Ks., verbunden mit der Bitte, die Publikation des DAb bis zum nächsten RT zu suspendieren (vgl. Nr. 305 mit Anm. 5; Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 38 S. 878 f., Anm. 11). Vgl. die Verhandlungen 1586 (ebd., Nr. 12 S. 509–522 passim, Nr. 14 f S. 694 f.). 2) Regelung der strittigen Jurisdiktion zwischen dem RKG und der Stadt Speyer in Kriminalsachen, die RKG-Personal betrafen, gemäß DAb 1586, §§ 51 f. (ebd., Nr. 38 S. 884 f.; vgl. die Streichung im RAb [Nr. 511], Anm. 57 bei § 96). Vgl. die aktuelle Supplikation Speyers [Nr. 501]. Zur Problematik der konkurrierenden Jurisdiktion: Alter, Reichsstadt, 257–266. 3) Trotz der Differenzen bei den Verhandlungen des RDT im DAb enthaltene Festlegung der Zinshöhe (vgl. HRGV, 1710) bei Darlehen auf 5% mit dem Vorbehalt, höhere Zinsen am RKG einzuklagen (§ 50: Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 38 S. 884). Vgl. zu Differenzen und Protesten bei den Beratungen: Ebd., Nr. 14b S. 664 f., Nr. 14 d S. 680, Punkt [7], Nr. 14 f S. 703–705, Nr. 14 i S. 714, Nr. 17 a S. 766 f.
b
–b das … wollen] Kurpfalz (fol. 212) deutlicher: da aber einer einmal darzu gezogen werde, woll er ius darauß machen.
8
 = Besetzung des ordentlichen RDT gemäß EO (mit katholischem Übergewicht). Vgl. Anm. 18 bei Nr. 39.
9
 Vgl. Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 3. 8. (24. 7.) 1594: Sie und Kurpfalz haben gegen die geistlichen Kff. stets auf die paritätische, gegenüber 1586 erweiterte Besetzung des RDT gedrängt. Obwohl das Argument, die neuen Mitglieder würden dies als dauerhafte Berufung verstehen, womit /231/ alle sachen weitleufftiger werden,zurückgewiesen wurde, ist [mit obigem Votum] die vierdte stimme, alß Sachssen, den geistlichen zugefallen, wiewohl in nachfolgenden umbfragen wiederumb seindt paria gemacht worden. Es haben es aber die geistlichen arripiret und alß ein wergk, per maiora geschloßen[vgl. Nr. 42], nicht wollen hinterziehen laßen(GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 229–234’, hier 230’ f. Or.; präs. Driesen, 13. 8. {3. 8.}).
10
 Vgl. die Beschwerden im Hinblick auf RKG und RHR in der kursächsischen Fassung der protestantischen Gravamina [Nr. 389], Punkte 8–10.
11
 Fragliche Bezugnahme auf Dekrete und Proteste bei der Visitation 1583 im Hinblick auf Religionsprozesse (Ludolff, CJC, 397–403; vgl. Kratsch, Justiz, 55–57; Haag, Dynastie, 1640–1642).
c
 zumachen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: in der Form, dass iuramentum calumniae generale denen uffzulegen, so revisiones suchen; ob nitt die taxen zuerhöhen, wie ettwa hievor bedenckhen überschickhett.
d
 allerhandt ungelegenheit geben] Kurpfalz (fol. 212’) deutlicher: die tage kurtz seien.
12
 Vgl. die Mainzer Eingabe [Nr. 306].
13
 Vgl. Nr. 308 mit Beilagen.
14
 = in den Voten Kölns: Kursachsen, fol. 402 f., 413 [Nr. 39].
15
 Wohl Bezugnahme auf die Dubia des RKG [Nr. 303].
e
 zusammenkunfften] Kurpfalz (fol. 213) eindeutig: deputationen, da stende nicht alle beisamen.
f
 laßen] Kurpfalz (fol. 213) zusätzlich: weil die Deputierten bedenckhens gehabt, solche zudecidiren ohne die andern stende.
16
 Vgl. das Votum Sachsens.
g
 bleiben] Kurpfalz (fol. 213) zusätzlich: Darumb auch dise 3 articul[beim RT] zuerörttern.
17
 = erweiterte und paritätische Besetzung des RDT.
18
 Bezugnahme auf das Votum Kölns am Vortag (wie Anm. 14): Keine Möglichkeit zur ordnungsgemäßen Münzprägung, solange die RMO im Burgundischen Kreis nicht vollzogen wird.
h
 möchte] Kurpfalz (fol. 213’) zusätzlich: dan der kauffman daran nicht verlieren wurdt wollen.
19
 Vgl. Anm. 41 bei Nr. 39.
20
 RAb 1566 setzte keinen RDT an. Für 1576 und 1582 vgl. Anm. 36 bei Nr. 39.
21
 Die Proposition des Ks. sprach im Zusammenhang mit einer etwaigen Prorogation aller folgenden HAA nach der Beratung der Türkenhilfe an einen künftigen RDT dessen ‚gleichmäßige‘ Besetzung nicht an [Nr. 1, fol. 42 f.: dieselbe gar oder zum thaill … unnd verschieben]. Der Terminus ‚gleichmäßig‘ wird lediglich beim durchgehenden Vollzug der RMO erwähnt (ebd., fol. 40’: muntz ordnung nochmalls in gleichmessige volnziehung zurichten]. Für FR fragliche Bezugnahme auf dessen Resolution für die Antwort zum 2. HA (Landfriede und Niederlande), in der die paritätische Besetzung der Vermittlungsgesandtschaft gefordert wurde (Nr. 292, fol. 188). Eine Resolution des FR zum 3.–6. HA lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.
i
 möchten] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Vertagung der Beratung bis Montag, 7 Uhr.
1
 Replik des Ks. zum 2. HA [Nr. 256].
1
 Verlesung und Besiegelung des DAb (datiert 23. 5. 1586) am 24. 5. 1586 (Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 11 S. 442, Nr. 12 S. 601 f.). Der DAb wurde nicht publiziert, weil zum einen in Einzelfragen der Reichsjustiz (vgl. Anm. 7 bei Nr. 40) und der Reichshilfe für den Niederrheinisch-Westfälischen Kreis beim RDT keine Einigung erzielt werden konnte (vgl. die Proteste: Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 39 S. 894–896) und man bestrebt war, mit der unterlassenen Publikation „den Ausbruch offener Konflikte hintanzuhalten“ (ebd., 64). Zum anderen gestand Kurmainz „aufgrund zahlreicher Proteste der Reichsritterschaft und der Reichsstädte“ erst nach dem RDT (vgl. zu letzteren Anm. 5 bei Nr. 305) zu, dass der DAb nicht gedruckt und die disputation vom deputation abschied silentio dissimulirt werde(ebd., Nr. 38 S. 865, Anm. 3).
2
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben von Wildenfels anwesend: Dr. Peiffer, Bock, Dr. Badehorn.
3
 Vgl. Kursachsen, fol. 405, 415 [Nr. 39].
a
–a Weil … dafur] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Da eß dann schickhlicher wehre, per deputatos visitation zu verrichten […].
4
 Bezugnahme auf die Reichsmatrikel 1521 als von Kursachsen allein anerkannte Besteuerungsgrundlage. Vgl. dazu auch das nachfolgende Memoriale [Nr. 312].
5
 Es liegt außerhalb der Instruktion bis zu diesem Zeitpunkt keine Weisung des Kf. zum 3. HA vor (vgl. dazu unten, Anm. 29). Auch ein Gutachten des Kurbrandenburger RKG-Assessors Dr. Christian Barth zur Reichsjustiz, angefertigt für seinen Bruder, den am RT anwesenden Dr. Karl Barth, wurde erst am 10. 8. nach dem Abschluss der Verhandlungen vorgelegt. Es beschäftigte sich mit der Förderung des Prozessverfahrens sowie mit Terminen und Prozessfristen (GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Vv, fol. 458–475’. Or. Überschr.: Etliche bedencken in puncto iustitiae, die mir mein bruder, Dr. Christian Barth, zu Regenspurgk zugestelt hatt. Actum den 31. Julii[10. 8.] anno 94. Carolus Barth.). Vgl. Ruthmann, Personal, 16 f.
6
 Vgl. die Beratungen am 29. und 30. 7. [Nr. 39, 40].
7
 Vgl. Anm. 7 bei Nr. 40.
8
 = dem RDT vorausgehen.
9
 Vgl. zusätzlich das Votum zum 5. HA (Reichsmatrikel) im Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 3. 8. (24. 7.) 1594: Lehnten die Forderung [Kursachsens] ab, dass die Matrikel von 1521 /232/ pro norma gehalten wurde, […] weil dieselbe zeit euer kfl. Gn. landtstifft fur stende des Reichs sein gesetzet worden(GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 229–234’, hier 232. Or.; präs. Driesen, 13. 8. {3. 8.}).
10
 Bei der Beratung am 30. 7. hatte sich Sachsen gegen Pfalz und Brandenburg für die herkömmliche Besetzung des RDT ausgesprochen und damit eine Mehrheit für die von den geistlichen Kff. (nicht explizit) gewünschte Zusammensetzung bewirkt. Vgl. Kursachsen, fol. 425 [Nr. 40] mit Anm. 9.
11
 Vgl. KR-Protokoll 1586 mit Beharren Sachsens auf der Matrikel 1521: Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 11 S. 407. Einwände beim RT 1582: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 40 S. 389, Nr. 43 S. 399, 401 f., Nr. 48 S. 410.
12
 Zur Gültigkeit der Matrikel von 1521 und zu den Vorgaben für Moderationen vgl. das sächsische Memoriale [Nr. 312]. Der RAb 1582 bestätigte die Matrikel 1521, doch erkannte er (ebenso wie erstmals der RAb 1576) auch die Entscheidungen der bisherigen Moderationstage an, allerdings vorbehaltlich der dagegen anhängigen Appellationen (§ 64: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1430 f.; RAb 1576, § 99: Neue Sammlung III, 369). Vgl. Lanzinner, Friedenssicherung, 407; Schulze, Reich, 344.
13
 = der Oberrheinische Kreis.
14
 Vgl. Anm. 21 bei Nr. 40.
b
 und … werden] Kurmainz (unfol.) anders: Were noch zurathen, uff dißmal mehr stendt darzu verordnen. Kurpfalz (fol. 217) zusätzlich: so wie auch anno 55 extraordinari personen darzu gezogen worden.[Vgl. Anm. 19 bei Nr. 39.]
15
 Die RMO 1559 enthält abgesehen von Vorgaben für Rau- und Feingewicht sowie die Tarifierung der Münzen keine expliziten Anweisungen an die Reichskreise zur Münzreduktion. Zu vgl. sind RMO, §§ 47–49, 147–156 (Leeb, RTA RV 1558/59, Nr.804 S. 1965–1967, 1979 f.); Probierordnung 1559, § 27 (ebd., Nr.805 S. 1999 f.). Zur Reduktion vgl. Anm. 34 bei Nr. 39.
16
 Vgl. Anm. 21 bei Nr. 40.
17
 Bezugnahme auf die gemäß dem Berufungsschema von 1566 (vgl. Anm. 24 bei Nr. 39) dem Erzstift Magdeburg zustehende Teilnahme an der ordentlichen Visitation des RKG, die seit 1588 suspendiert wurde, um die Mitwirkung des protestantischen Administrators Joachim Friedrich für die geistlichen Reichsff. im Hinblick auf den Sessionsstreit und die Präjudizierung des Geistlichen Vorbehalts zu umgehen (vgl. Anm. 9 bei Nr. 39).
18
 Vgl. Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 3. 8. (wie Anm. 9, hier fol. 230 f.): Haben zunächst votiert, dass die Visitation /230’/ der ordnung gemeß erfolgen möchte.Da aber beim RT in ahnwesenheit der geistlichenkein besseres Resultat zu erwarten war und sie auch von den Magdeburger Gesandten darauf etlicher maßen erklerung erlanget, seindt wir endtlichen damit auch friedlich geworden, daß dißmals bey vorstehender deputation eine general visitation des cammergerichts erfolgen mag extra ordinarie; jedoch das daselbe denen, an welchen die ordnung ist, unnachtheilig und unschedlichen sein muge.
c
 Reichsmatrikel)] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: sowie zum 6. HA (Session).
19
 Vgl. dazu das Protokoll des FR: Würzburg B, fol. 172a’–174 [Nr. 89].
20
 Eine schriftliche Fassung der Resolution des FR zum 3. HA, 5. HA und 6. HA, die nur in den bayerischen Akten überliefert ist (HStA München, KÄA 3230, fol. 233–235. Kop.) und demnach wohl nicht allgemein kopiert wurde, entspricht für den 3. HA (Reichsjustiz) inhaltlich gänzlich dem oben protokollierten Referat.
21
 Vgl. Nr. 1, fol. 39’.
22
 Vgl. Anm. 7 bei Nr. 40.
23
 Nr. 303.
24
 Vgl. die Beratung im FR am 29. 7.: Österreich, fol. 69–72’ [Nr. 87].
25
 In der Textvorlage verschrieben: anno 82. DAb 1586 zum Justizwesen (§§ 1–53): Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 38 S. 864- 886.
26
 = der Minderheit im FR.
27
 Vgl. Würzburg B, fol. 174 f. [Nr. 89].
28
 Gemäß Bericht der bayerischen Gesandten Schweikhart von Helfenstein, Metternich und Hörwarth an Hg. Wilhelm V. vom 1. 8. 1594 referierte Österreich /487/ durch unser antreibenlediglich den Mehrheitsbeschluss des FR (HStA München, KÄA 3232, fol. 484–488’, hier 487. Or.).
d
 wendet dagegen ein] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Einwand im Namen Hg. Friedrichs von Württemberg, Pfgf. Philipp Ludwigs von Neuburg wie auch aller augspurgischen confessions verwanten stende.
29
 Vgl. Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 3. 8. (wie Anm. 9, hier fol. 231’ f.): Aufgrund des anhaltenden Widerstands der geistlichen Kff. gegen die paritätische Besetzung deuteten sie diesen gegenüber /231’/ ad parteman, sie wüssten nicht, ob in diesem Fall Kurbrandenburg, Kurpfalz und andere CA-Stände den RDT wurden besuchen laßen. Es hatt aber auch dieses nichts geholffen, und stehen wir nuhn noch in deliberation, weill wir sehen, das auch kunfftig unsere religions vorwandte bey der deputation per maiora uberstimmet werden und also die gravamina so viel weniger forderung haben, ob wir bey der publication des abscheides[!] mit und neben den andern religions vorwandten protestiren oder die /232/ ksl. Mt. sonsten ahnlangen.Wollen vorerst die Beratung im Religionskonvent [Nr. 220] dazu abwarten. Kf. Johann Georg stellte dazu in der [nicht mehr abgeschickten] Weisung vom 14. 8. 1594 (4. 8.; Driesen) fest, der RDT bleibe damit /485’/ in dem alten unwesen, unndt wirdt dardurch im Reiche nichts besser. Will man in gemein beim abschiede protestiren, könnet ihr es taliter qualiter mitt thun; wo nichtt, wirdt die deputation auch nicht so ebenn fortgengig sein unnd in des der vorlauf der sachenn consilia weisenn(GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 485–486’, hier 485’. Or.). Zur oben angesprochenen gesonderten Beratung des KR vgl. Bericht der kursächsischen Gesandten an Kuradministrator Friedrich Wilhelm vom 3. 8. (24. 7.) 1594: Die Gesandten der weltlichen Kff. haben die geistlichen Kff., /104’/ weil sie alle drey in der person damals zu rathe gewesen, durch den meintzischen cantzler ad partem zum uberflus erinnern lassen, weil die brandenburgische sich ausdruckhlich gegen unns ercleret, wann die könnfftige deputation nicht gesterckht unnd die stennde von beeden religionen in gleicher antzahl dartzu verordnet werden sollten, das nichts aus den sachen werden unnd der churfurst zu Brandeburgk[!] gewiß dahin nicht schicken wurde, sintemal uf der deputation die catholischen im furstenrath, weil derselben itzo in der antzahl mehr, die evangelischen allwegen uberstimmen unnd man dergestallt allein im churfurstenrath, welches doch auch mißlich, wurde maiora machen können, ob ihre kfl. Gnn. […] die sachen nicht dahin richten wollten, damit doch eine gleichmesige deputation von beeden religionen möchte angestellt werden.Die geistlichen Kff. beharrten jedoch darauf, dass es gemäß Mehrheitsbeschluss bey der allten ordnungbleiben soll (HStA Dresden, GA Loc. 10203/1, fol. 90–110, hier 104 f. Or.; präs. Mutzschen, 9. 8. {30. 7.}).
30
 Die bayerischen Gesandten betonten im Bericht vom 1. 8., dass damit auch die Form des RDT, /487/ so auf die hievor deputirte, deren mehrer thails catholisch, zu verstehen,feststand. Sie hofften, es solle darbey /487’/ bleiben, weill es in göttlicher wahrheit gantz mißlich unnd eüsserist dis punctens halber gefahrlich stehet, in deme sich die protestierende fürsten einhelliglich adunieren unnd (bevorab ausserhalb deren gesambten chur-, fürsten- unnd stendt[!] raths, darinnen sy noch bis dato ein wenig mehrere beschaidenhait gebrauchen) sich rund, blatt, auch zwahr mit vill neben lauffenden, weit aussehenden, auch woll betrowlichen, vermessenen, aufrüerischen worten dahin verlautten lassen, alß wolten sy khainen anderen deputation tag besuechenals den paritätisch besetzten (wie Anm. 28, hier fol. 487 f.; vgl. Stieve, Politik I, 254 f. mit Anm. 3).
31
 Vgl. dazu die differenziertere Protokollierung in Würzburg B, fol. 175–176 [Nr. 89].
32
 Vgl. Anm. 59 bei Nr. 1.
33
 Vgl. die Vorgaben im RAb 1576, §§ 65–82 (Neue Sammlung III, 363–367) sowie im RAb 1582, §§ 66–71, als Bestätigung dieser und der Regelungen von 1570 und 1571 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1431–1433).
34
 Die schriftliche Fassung der Resolution des FR zum 3. HA, 5. HA und 6. HA (vgl. Anm. 20, hier fol. 234’–235) entspricht auch für den 5. HA (Reichsmatrikel) und 6. HA (Session) inhaltlich dem oben protokollierten Referat.
35
 Regelung des Moderationsverfahrens und der Matrikelrektifizierung: RAb 1582, §§ 50–65 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1426–1431).
36
 Nr. 1, fol. 41 f.
37
 RAb 1576, §§ 112 f. (Neue Sammlung III, 371); RAb 1582, § 72 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1433 f.). Stollberg-Rilinger, Zeremoniell, 120–122.
38
 Nr. 304.
39
 Vgl. die Ausfertigung der Antwort der Reichsstände zum 3. – 6. HA [Nr. 259].
40
 Nr. 254.
41
Nr. 256.
a
–a Anton … Koblenz] Kurpfalz (fol. 221) abweichend [und falsch]: Anton von Eltz, Amtmann zu [Abbruch]. [Gesamte Umfrage fehlt in Kurmainz.]
1
 Vgl. Eintrag in dessen Tagebuch für 2. 8.: Ich werdt verordnet zu verfaßung einer neuwer reichs- und kriegsbestallung(Bruns, Tagebücher, 569).
b
 Alexander von Vöhringen] Kurpfalz (fol. 221) anders [und korrekt]: Alexander Vöhlin.
2
 Im Bericht der kursächsischen Gesandten an Kuradministrator Friedrich Wilhelm vom 3. 8. (24. 7.) 1594: Alexander Vehle(HStA Dresden, GA Loc. 10203/1, fol. 90–110, hier 107. Or.; präs. Mutzschen, 9. 8. {30. 7.}).
3
 Nr. 256.
4
 Vgl. Anm. 26 bei Nr. 30.
c
–c bei … zubleiben] Kurmainz (unfol.) deutlicher: ob fünff krais nit caesari an handt zugeben.
d
 wollen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: (Nachmittag, 14 Uhr) Ksl. Herberge. Übergabe der Antwort der Reichsstände zum 3. HA (Reichsjustiz), 4. HA (Reichsmünzwesen), 5. HA (Reichsmatrikel) und 6. HA (Session) [Nr. 259] durch eine Ständeabordnung an den Ks.
1
 Nr. 306. Im Folgenden wird die Umfrage nur zu diesem Punkt dokumentiert. Die Beratung zur Supplikation der Hansestädte vgl. bei Nr. 457.
a
–a soltte … werden] Kurpfalz (fol. 226) anders: vermeinen, ksl. Mt. das außschreiben heimzustellen sein.
b
 in dergleichen fellen] Kurmainz (unfol.) deutlicher: da Mainz selbst waß im Reich zuthun.
2
 Vgl. für 1582 die Ausübung des Direktoriums durch Trier bei den Beratungen zur Supplikation Gf. Albrecht Georgs von Stolberg-Königstein gegen Kurmainz (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 443 S. 1389–1394, hier 1391).
3
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage neben von Wildenfels anwesend: Bock, Dr. Peiffer.
c
 solle] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Seyen drey ertzcantzler, daruff Imperium einfundirt. Wann deß einen sachen fürgehe, dz der ander daß directorium habe.
d
 unnderthanen] Kurpfalz (fol. 227) eindeutig: underthonen uff Eichsfeld.
4
 Bezugnahme auf die Kurmainzer Gegenreformation auf dem Eichsfeld seit 1574. Zusammenfassung der Verhandlungen zu den Beschwerden namentlich Duderstadts beim Wahltag 1575 und beim RT 1576: Kiermayr, Reformation, 244–253; Wand, Reformation, 115–119. Vgl. auch Neerfeld, RTA RV 1575, Nr. 40 S. 330 f. mit Anm. 1–4 (Lit.).
e
–e deßen … antzumaßen] Kurmainz (unfol.) deutlicher: dann ir Mt. concurrentem iurisdictionem cum camera und one das seine commissarios alda[bei der Revision].
5
 Wohl Bezugnahme auf die Vorrechte Triers gemäß Goldene Bulle, § 3, § IV/2 (Fritz, Bulle, 56 f., 58).
f
–f dann … praejudiciret] Kurpfalz (fol. 227’) deutlicher und abweichend: dan die sachen in camera weren irer Mt. nit allein ubergeben, sonder mit stenden verrichtet. Möchte kfl. collegium praejudiciren.
6
 = die Mainzer Gesandten.
7
 Nr. 368.
8
 Nr. 369.
g
 möglich] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: (Nachmittag) Ksl. Herberge. Der Ks. übergibt einem Ständeausschuss seine Resolution [Schlussschrift] zum 2.–6. HA [Nr. 260].
1
 =Johann Meißner, kursächsischer Protokollant.
2
 Vgl. die Replik des Ks. [Nr. 256]. Beratung des KR am 2. 8.: Kursachsen, fol. 449–450’ [Nr. 43].
3
 Dekret mit Eingabe: Nr. 306.
a
 ersucht] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Trier ersucht und Trier schuldig sein soll.
4
 Vgl. Nr. 256, fol. 543’.
5
 Vgl. Nr. 1, fol. 38.
6
 = Trier als Erzkanzler für Burgund/Gallien.
7
 = im RKG-Prozess vor einer Revision.
8
 Nr. 260.
9
 Nr. 370.
1
Nr. 368.
2
 Nr. 368 mit dem 1. Dekret des Ks. [Nr. 360] und dem Gegenbericht der protestantischen Reichsstädte [Nr. 363] als Beilagen; Nr. 369, 370.
3
 = die Städtetage.
4
 = die interne Kontribution des Reichsstädtetags.
a
 zuturbiren] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: weil sie nitt stim und session von den stetten, sonnder vonn irer ksl. Mt. selbst und dem Heiligen Reich. Kurpfalz (fol. 235) zusätzlich: und privata pacta[der Städte] publicis nicht derogirn khönnen.
5
 Vgl. Anm. 18 bei Nr. 369.
6
 Vgl. Anm. 19 bei Nr. 369.
7
 = hellen: mit etwas übereinstimmen (Grimm, Wörterbuch X, 970).
b
–b Sey … außtzuschaffen] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Weil sie[als] ein standt deß Reichs anhero beschrieben, valde pernitiosum et res mali exempli, daß die stett soviel macht haben sollen, one wissendt der ksl. Mt. eine statt zuentsetzen absque causae cognitione.
c
 die meiste zeit] Kurmainz (unfol.) anders: den gantzen reichstag.
8
 = Stimme und Session beim RT.
d
–d Soviel … abgeschnitten] Kurmainz (unfol.) deutlicher: Und ob sie wol fürwenden, sie hetten kein bevelch, passier eß doch nitt, weil dz jenig, so privat, wol durch andere weg außzutragen sein wurdett. Dann dz keiner bevelch habe, könte darumb ein anderen seiner possession nitt hindern.
9
 = Nr. 370.
e
 ermeßen] Kurpfalz (fol. 237) zusätzlich: denn es hab khein gemeinschafft miteinander der Reichs- und correspondentz täge.
10
 Vgl. die Ausführungen in Nr. 371 mit Anm. zur Erläuterung.
11
 Nr. 360.
12
 Vgl. den Bericht der Kommissare [Nr. 369] mit Verweisen auf das SR-Protokoll.
f
 per maiora] Kurmainz (unfol.) deutlicher: durch 45 vota und also maiora.
g
 für FR] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Vortrag durch Salzburg.
1
 Die Textvorlage (fol. 481) verweist im Anschluss an das Protokoll für 5. 8. darauf, dass KR an den folgenden 3 Tagen nicht einberufen wurde, da die Mainzer Kanzlei mit der Konzipierung des RAb beschäftigt war.
2
 Vgl. das erste Brandenburger Vorbringen am 8. 6. (Kursachsen, fol. 26 [Nr. 4 mit Anm. 24 zur Erläuterung]) und die Verhandlungen im KR am 17. 6. und 20. 6. (Kursachsen, fol. 101–111 passim [Nr. 11]; fol. 134–139 passim [Nr. 13]).
3
 Vgl. die Weisungen vom 23. 5. 1594 (13. 5.; Cölln/Spree): GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. Xx, fol. 293–296’, 309’, hier 296 f. Or.; präs. 31. 5. (21. 5.) (vgl. auch Anm. 27 bei Nr. 11); vom 2. 7. 1594 (22. 6.; Cölln/Spree): Ebd., fol. 376–388’, hier 385’ f. Or.; präs. 11. 7. (1. 7.); vom 25. 7. 1594 (15. 7.; Thamm): Ebd., fol. 473–478’, hier 475 f. Or.; präs. 3. 8. (24. 7.).
a
 klein memorial] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: für eine erinnerung an die ksl. Mt.
4
 Vgl. Antwort der Reichsstände zum 2. HA [Nr. 255], fol. 109’ [Und demnach obangeregte …].
5
 Vgl. Kursachsen, fol. 367’ f. [Nr. 36], fol. 380’ [Nr. 37].
6
 Vgl. dagegen die Weisung Kf. Friedrichs IV. vom 3. 8. 1594 (24. 7.; Heidelberg), die den Gesandten am 8. 8. noch vor obiger Beratung vorlag: Kf. billigt die Beschlüsse zum 2. HA, lehnt aber die Übernahme der Gesandtschaftskosten durch die Reichsstände ab, insbesondere weil diese Friedensverhandlung nur consequenter und nicht principaliter angehet.Sollen deshalb votieren, dass solcher uncosten füglich vonn Spania unnd dem hauß Österreich, alls den fürnemblich daran gelegenn, wie sie der Niderlandt wieder genüeßenn mögen, dargelegt werde(HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.; präs. 8. 8. {29. 7.}).
7
 = lediglich.
8
 = die Kosten sollen von den Ständen übernommen werden, die die Gesandtschaft durchführen.
9
 Vgl. das Memoriale bei den Supplikationen [Nr. 434].
10
 Wie Anm. 4.
11
 = die Kosten für die nachfolgende, eigentliche Friedensvermittlungskommission im Anschluss an die Gesandtschaften zu beiden Kriegsparteien.
12
 5. 3. (23. 2.) 1595.
13
 Vgl. dazu das Protokoll des FR: Österreich, fol. 84 f. [Nr. 93].
14
 Gemeint: und nur für den Fall; nur mit der Bedingung.
15
 Vgl. die Ausfertigung der Duplik zum 2. HA [Nr. 257] sowie die Resolution der Reichsstände zum Ausschreiben einer Revision, in die Mainz als Partei involviert ist [Nr. 307].
16
 Nr. 279.
1
 Nr. 384.
2
 Diese Anmahnungssupplikation fehlt in den Überlieferungen.
3
 Vgl. die Widerlegung der Verordneten des protestantischen Stadtregiments zum Jülicher Gegenbericht bei der Supplikation [Nr. 430].
4
 Vgl. bei der Aachener Supplikation [Nr. 430].
5
 Vgl. KR am 7. 7. (Kursachsen, fol. 258'-261’ [Nr. 25]).
6
 Wie Anm. 5.
7
 =das Endurteil vom 27. 8. 1593. Vgl. Anm. 9 bei Nr. 380.
8
 Wohl Bezugnahme auf das ksl. Exekutorialmandat vom 6. 10. 1593. Vgl. Anm. 2 bei Nr. 377.
9
 Bezugnahme auf die Widerlegung der Aachener Verordneten zum Jülicher Gegenbericht (vgl. bei der Supplikation [Nr. 430]). Vgl. daneben die Aachener Deduktion [Nr. 380] mit Verweis auf die Appellation gegen das ksl. Endurteil.
a
 würde] Kurpfalz (fol. 243) zusätzlich: und ob nicht vil mehr die clag einer ubereilung werde furgehen.
10
 = an die Kurien.
11
 Gemeint: Hinwendung Aachens zu den niederländischen Generalstaaten um Beistand.
12
 Bezugnahme auf die Beschlussfassung beim 2. HA [Nr. 255, 256].
13
 Bezugnahme auf die Supplikation Aachens gegen Jülich und den Jülicher Gegenbericht [Nr. 430].
14
 Vgl. zum Konflikt mit Burgund die Aachener Supplikation [Nr. 430] sowie Beilage B zu den Gravamina der protestantischen Reichsstände [Nr. 390].
15
 Zu den obrigkeitlichen Ansprüchen Burgunds in Aachen vgl. Anm. 28 bei Nr. 380.
16
 = kommissarische Verhandlungen 1584. Vgl. Anm. 12 bei Nr. 25.
17
 = der Hg. von Jülich.
18
 Vgl. dazu die Ausführungen in der Supplikation Aachens und im Gegenbericht Jülichs [Nr. 430] sowie zu den obrigkeitlichen Ansprüchen Jülichs Anm. 28 bei Nr. 380.
19
 Beschwerde bezüglich Vogtmeier Johann von Thenen enthalten in der Widerlegung der Verordneten des Stadtregiments zum Jülicher Gegenbericht bei der Supplikation [Nr. 430]. Vgl. zum Streit mit Jülich um den im November 1584 als Vogtmeier eingesetzten Thenen, der 1591 aus Aachen verbannt wurde: Schmitz, Verfassung, 101 f. mit Anm. 3, 141–143, 152–158; Kirchner, Katholiken, 158–160; Keussen, Prozess, 29–32.
20
 Vom Aachener Stadtregiment angestrengte Prozesse am und Urteil des RKG zum Konflikt mit Jülich um Thenen 1585/86 (Schmitz, Verfassung, 101 f., Anm. 3, 147; Kirchner, Katholiken, 160). Prozesse gegen Jülich seit 1582 (Streit um Rechte des Hg., Vogtmeier Thenen, Blockade der Stadt): Goecke, Prozesse, Nr. 109–122 passim S. 45–48.
b
 können] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Da Burgundt nitt weitter beschwert, achisch decret suspendirt oder milttern[!], Gülch verglichen, were der sachen abgeholffen.
c
 worden] Kurpfalz (fol. 244’) zusätzlich: Were doch diß[das] principal werck, das es stritt betreffe, so zwischen catholischen und den andern burgern sich erhaltte.
d
–d Die … angesehen] Kurmainz (unfol.) differenzierter: Da man noch nitt wiß, wie der proceß vor ksl. Mt. gefürtt und ob eß dem achischen angeben gemes.
21
 Fortsetzung der Verhandlungen am 12. 8. (Kursachsen, fol. 514–527’ [Nr. 50]).
e
 die moderation belangende] Kurmainz (unfol.) differenzierter: in causa moderationis, dz sie uber den abschiedt anno 21 nit zubeschweren.Die Gesandten bitten um Annahme, Registrierung in der Mainzer Kanzlei und Empfangsbestätigung.
22
 Nr. 312.
f
 Sitzungszimmer] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Umfrage. Trier, Köln: Wollen die Eingabe dem Kf. referieren. Pfalz: Matricul anno 21 sey ein richtschnur der moderatoren. Dabey pleib eß, daselbst hierin acht zuhaben.Brandenburg: Diese schrifft in eventum übergeben. Sey nit wol abzuschlagen, sonder bey meinzischer cantzley zulassen. Sol zur moderation außgestelt werden. Verstehen, dz eß auch in eventum übergeben [Kurpfalz (fol. 245’) zusätzlich: um khunfftig dessen ingedenckh zusein. Was anno 21 statuirt, dabei bleib es]. Gehore zu der moderations handlung. Recognitio detur. Am Abend stellt die Mainzer Kanzlei einen Ansagezettel für den Reichserbmarschall aus, mit dem KR sowie die Ausschüsse von FR und SR, nämlich Österreich, Salzburg, Würzburg, die Prälaten, Bayern, Hessen, Württemberg und die schwäbischen Gff. sowie die Städte Regensburg und Straßburg für morgen, 7 Uhr, zur Prüfung des RAb einberufen werden. Der Mainzer Protokollführer [P. Kraich], bittet den ksl. Obersthofmeister Rumpf, die Abordnung der ksl. Kommissare in den Redaktionsausschuss des RAb zu veranlassen.
a
–a Die … fordert] Kurmainz (unfol.) eindeutig: Es tagt der Redaktionsausschuss für den RA b ohne die Mitglieder des KR [Nr. 152], er kann die Beratung aber nicht aufnehmen, da sich zeitgleich KR versammelt. [Vgl. auch Anm. 1 bei Nr. 152.]
1
 Vgl. das Kurmainzer Protokoll des RT 1576: HHStA Wien, MEA RTA 72 Fasz. 1, hier fol. 199 f. (7. 10. 1576), 200’–205 (8. 10. 1576). Zum interkurialen Redaktionsausschuss am 8. 10. 1576 vgl. auch Moritz, Wahl, 428 f.
2
 = im Redaktionsausschuss mit Verordneten des Ks. und aller Kurien.
3
 Verlesung im KR am 12. 9.: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 50 S. 414 f. Verlesung im Redaktionsausschuss am 18. 9.: Ebd., Nr. 54 S. 421–423.
b
–b dann … geschehe] Kurmainz (unfol.) anders: dann da man abdretten soll, werdt wider herkommen sein und ein neuerung geberen.
4
 Für Kursachsen sind gemäß Eintrag in der Textvorlage anwesend: von Wildenfels, Bock, Dr. Peiffer, Ende, Dr. Badehorn.
c
 werde] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Meinzische cantzley solls ir nit zuwider sein lassen pro praeeminentia dieses raths.
d
 geben] Kurpfalz (fol. 247’) zusätzlich: Und da man auch die geringe relationes abgesondert verlesen, were es billich im hauptwerck zuthun.
5
 Gemeint: Genese der RT-Beschlussfassung mit Beratungen in den Kurien, Referat und Korreferat zwischen den Kurien und den Wechselschriften der Reichsstände mit dem Ks.
e
–e Die … vornommen] Kurmainz (unfol.) knapper und deutlicher: Zudem der abschiedt ist nichts anderst, dann waß ex relationibus und correlationibus, auch ksl. Mt. resolution mitt sich bracht.
6
 Vgl. zur Bekanntgabe auch Nr. 152.
7
 Vgl. Duplik zum 1. HA [Nr. 251], fol. [Das zum dritten … werden sollen.].
8
 = 5. 3. (23. 2.) und 8. 9. 1595.
9
 Vgl. Kursachsen, fol. 322’ [Nr. 34].
10
 Vgl. Antwort der Reichsstände [Nr. 249], fol. 491 [Gleichwol und im fall … verschonet bleiben.] sowie die letzte Resolution des SR [Nr. 275], fol. 448 [wie auch bei diesem vorbehalt …].
11
 Vgl. Schlussschrift des Ks. [Nr. 254], fol. 402’ [So ist irer ksl. Mt. … entlich gemaint.].
12
 Vgl. RAb [Nr. 511], § 6 (mit Hinzufügung im Konz. des RAb).
13
 Vgl. Kursachsen, fol. 338’ [Nr. 34]; fol. 347’ [Nr. 35].
14
 = 25. 12. 1594 und 24. 6. 1595.
15
 Vgl. zum Ausdruck ‚schrecklich‘: RAb [Nr. 511], § 6 mit Anm. t. Dagegen nicht gestrichen in § 1 [einen vberauß erschroͤck- /2/ lichen jammer].
f
–f Laßen … bleiben] Kurmainz (unfol.) anders und differenzierter: Similiter. Waß fuglich zuendern, fiat. Lassens sonst bey dem concept.
16
 Vgl. Proposition [Nr. 1], fol. 24 [ainen uberaus erschrecklichen jamer]; fol. 27’ [desto gewaltiger und schröcklicher zu achten]; fol. 26 [mit eusserster erschöpffung … selbst aigen cammerguetter].
17
 Nr. 258: Ks. wählt aus KR Mainz und Sachsen, aus FR Salzburg und Pfalz-Neuburg sowie aus SR Köln und Nürnberg.
18
 Vgl. RAb [Nr. 511], § 40 mit Anm. bn.
19
 Vgl. RAb [Nr. 511], § 47.
20
 Vgl. Anm. 4 bei Nr. 297 sowie die nachfolgende Schilderung in der Resolution der Reichsstände anhand des Berichts der Gesandten aus dem Kurrheinischen Kreis [Nr. 300, fol. 161’ f., 162’].
21
 Bezugnahme auf die Zuzugspflicht benachbarter Reichskreise gemäß EO im RAb 1555, §§ 62–65 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 390 S. 3125–3127).
22
 Vgl. Anm. 19 bei Nr. 36.
23
 = müsste.
24
 Kuradministrator Friedrich Wilhelm von Sachsen hatte in der Weisung vom 5. 8. 1594 (26. 7.; Mügeln) als Friedensvermittler vorgeschlagen: 1) Gesandtschaft zum spanischen Generalstatthalter: Kf. von Köln, Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg und evtl. der Kf. von Brandenburg sowie die Stadt Augsburg; 2) an die Generalstaaten: Kf. von Mainz, Hg. Friedrich von Württemberg und evtl. der Kf. von der Pfalz sowie die Stadt Nürnberg (HStA Dresden, GA Loc. 10203/1, fol. 83–88’, hier 85. Or.; präs. 10. 8. {31. 7.}). In der verspäteten Weisung vom 24. 8. 1594 (14. 8.; Mutzschen) gab er den Gesandten vor, seine Nominierung zu verhindern (ebd., fol. 189–190’. Or.). Zu obigem Votum vgl. Bericht der Gesandten vom 12. 8. (2. 8.) 1594: Haben die Nominierung abgelehnt, /137/ dann euer f. Gn. wurde sich vileicht hiertzu nicht vermögen laßen. Es weren vil ansehennliche chur- unnd fursten, so denen dingen etwas neher gesessen unnd hiertzu gebraucht werden könnten, vorhannden, welche ihre Mt. dißfalls zuersuchen. Unnd das demnach im namen euer f. Gn. wir gar nicht einreumen oder eingehen konnten, das euer f. Gn. in disem abschiede als ein unnterhenndler gesetzt unnd mit namen genennet wurde(ebd., fol. 134–147’, hier 137. Or.; präs. Meißen, 16. 8. {6. 8.}).
25
 Vgl. Antwort zum 2. HA [Nr. 255], fol. 107 f. [Damit dan dieses … entlichen schicken wolten.].
26
 Wie Anm. 22.
27
 Vgl. dazu die Supplikation des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises an KR vom 12. 8. [Nr. 297].
28
 DAb 1586, §§ 1–53: Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 38 S. 864–886.
29
 = in den 1586 unstrittigen Passagen.
30
 Vgl. RAb [Nr. 511], §§ 50–97, mit Anm. zu den wenigen Änderungen gegenüber DAb 1586, §§ 4–49, § 53 (Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 38 S. 864–886; vgl. ebd., Nr. 38 S. 865, Anm. 1).
31
 Nr. 303.
32
 Vgl. RAb [Nr. 511], § 99.
g
–g alleine … mängel] Kurmainz (unfol.) deutlicher: allein ad visitationem, ergo möge sie pleiben.
33
 Wohl Bezugnahme auf die Inhalte des DAb 1586 zu Matrikel und Münzwesen (§§ 54–59: Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 38 S. 886–888).
34
 Vgl. RAb [Nr. 511], § 98, mit Anm. db.
35
 Vgl. RAb [Nr. 511], § 102.
36
 Vgl. RAb [Nr. 511], § 103 mit Anm. dr.
h
 schuldig sein] Kurpfalz (fol. 250’) differenzierter: sollen obrigkheiten nicht allein macht haben, sonnder es zuthun schuldig sein.
37
 Vgl. RAb [Nr. 511], § 101.
38
 Vgl. RAb [Nr. 511], § 103 mit Anm. dt.
39
 Vgl. DAb 1586, §§ 58 f. (Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 38 S. 887 f.).
i
 halben] Kurpfalz (fol. 251) zusätzlich: das solche in kraisen gehalten werden sollen.
j
 bleiben] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Beschluss zur Umfrage: Probation tag wie anno 86 zuzusetzen.
k
 Billigung] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: Ist also der abschiedt in diesem rath verglichen.
1
 In Kurmainz (unfol.) wird für diesen Tag nur festgehalten: Ist rath gehaltten und hatt Lic. Faust protocollirt.Das erwähnte Protokoll von Franz Philipp Faust konnte nicht aufgefunden werden. Knappe Hinweise zu Faust (1602 Mainzer Vizekanzler, 1604 Kanzler) bei Jendorff, Verwandte, 112, 114, 218.
2
 Vgl. Nr. 48.
3
 Vgl. zum Konflikt mit Jülich und Burgund die Aachener Supplikation [Nr. 430], Beilage B zu den Gravamina der protestantischen Stände [Nr. 390] und Beilage B zur Gegenerklärung der katholischen Stände [Nr. 417].
4
 =das Endurteil vom 27. 8. 1593. Vgl. Anm. 9 bei Nr. 380.
5
 Vgl. das Dekret des Supplikationsrats bei der Aachener Supplikation [Nr. 430].
6
 Bezugnahme auf die Beratung am 10. 8.
7
 Vgl. zur kontroversen Beschlussfassung des RT 1582 (Kommissionsanordnung durch den Ks. oder Vorgabe paritätische Kommission, strittige Anheimstellung der Entscheidung an den Ks.): Leeb, RTA RV 1582, Nr. 254–256 S. 971 f., 979, 981; Nr. 364 S. 1283, Nr. 365 S. 1285. Vgl. Schmitz, Verfassung, 117–119; Kirchner, Katholiken, 136–139.
8
 Bezugnahme auf die kommissarischen Vermittlungsverhandlungen im Jahr 1584. Vgl. Anm. 12 bei Nr. 25.
9
 = das Endurteil von 1593.
a
 gewesen] Kurpfalz (fol. 251’) zusätzlich vor dem Folgenden: khönnen[sie] desto weniger darein verstehen.
10
 = in der Stadt Aachen.
11
 Vgl. die Interzessionen der protestantischen Reichsstädte [Nr. 383, 384].
b
 sich gehorsamblich erweisen] Kurpfalz (fol. 251’) deutlicher: in decretis gehorsamen.
12
 Gemeint: von der (neben Kursachsen) Trier übertragenen Kommission.
13
 Vgl. Anm. 20 bei Nr. 48.
14
 Wie Anm. 8.
15
 Vgl. Schmitz, Verfassung, 162–172.
16
 Vorladung der Parteien an den ksl. Hof mit Schreiben vom 11. 4. 1592 für 25. 8. 1592 (Schmitz, Verfassung, 165; vgl. auch Anm. 8 bei Nr. 380). Obwohl die Verordneten beider Aachener Parteien sowie des Hg. von Jülich zum genannten Termin in Prag erschienen und das Urteil im Konzept bereits Mitte 1592 vorlag, wurde die Eröffnung aufgrund der kritischen allgemeinpolitischen Umstände in Frankreich, den Niederlanden und an der osmanischen Grenze in Ungarn um ein Jahr bis 27. 8. 1593 verzögert (Schmitz, Verfassung, 169–172).
17
 Mandate des Ks. an den amtierenden Aachener Rat vom 24. 7. 1585 mit Verbot, gegen die katholischen Bürger, besonders die Schöffen, sowie gegen Vogtmeier Johann von Thenen vorzugehen (Schmitz, Verfassung, 146 f.). Erneuerung des Mandats am 24. 12. 1588 (ebd., 149–151; vgl. Keller, Gegenreformation, Nr. 27 S. 96). Pönalmandat vom 13. 10. 1589 mit Befehl, den katholischen Rat zu restituieren, jetzt unter Androhung der Reichsacht (Schmitz, Verfassung, 153 f.). Mandat vom 1. 8. 1591 mit Befehl, die vorherigen Anordnungen zu vollziehen (ebd., 163; zusammenfassend zu den Mandaten 1585–1589 auch Kirchner, Katholiken, 148–150).
c
–c dann … zuwieder] Kurpfalz (fol. 253) eindeutig: dz deren abgesandten alhie nicht der augspurgischen confession alle zugethan.
18
 Zu den Gesandten des amtierenden Aachener Rates und deren Konfession vgl. Anm. 5 bei Nr. 377. Vgl. auch unten, Anm. 19.
19
 Bezugnahme auf Bürgermeister Bonifacius Colyn, der, obwohl katholisch, die protestantische Stadtführung gegen das katholische Exilregiment unterstützte (Kirchner, Katholiken, 146 f.; Schmitz, Möglichkeiten, 153–158. Vgl. auch Anm. 5 bei Nr. 377). Zur Besetzung des Rates 1581–1598 vgl. die Angaben bei Kirchner, Katholiken, 252–255: Demnach zwar Übergewicht protestantischer Ratsherren (Reformierte und Lutheraner) im Kleinen und Großen Rat, jedoch bedeutende katholische Repräsentanz: 1584–1594 saßen im Großen Rat 54–66 Reformierte, 32–49 Katholiken sowie 24–31 Lutheraner; im Kleinen Rat 6–10 Katholiken, 8–14 Lutheraner und 15–23 Reformierte. Zur kontrastierenden Darstellung des katholischen Exilregiments („außer etzlicher wenige“) mit den in der Stadt verbliebenen, den Rat unterstützenden oder daran teilnehmenden Katholiken: Ebd., 147 f.
d
–d außer … worden] Kurpfalz (fol. 253) deutlicher: außerhalb weniger, so sich abgesondert und ire Mt. mit falschen bericht zu urthel bewegt.
20
 Kommissionsrezess vom 7. 4./28. 3. 1584. Vgl. Anm. 12 bei Nr. 25.
21
 Geteilte Resolution von KR und FR zu den Gravamina der Reichsstädte, darunter die strittige Klärung des Aachener Konflikts (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 254 S. 971 f.). Zurückweisung der Überlassung an den Ks. durch die CA-Stände (ebd., Nr. 255 S. 979, Nr. 365 S. 1285). Vgl. auch das Votum von Kurpfalz gegen die Anheimstellung an den Ks. (ebd., Nr. 34 S. 367 f.).
e
 vortrag] Kurpfalz (fol. 253’) zusätzlich: und religion friden.
22
 Passauer Vertrag, §§ 8–10 (Aulinger/Eltz/Machoczek, RTA JR XX, Nr. 3 S. 127 f.); Religionsfrieden im RAb 1555, §§ 14–16 (ebd., Nr. 390 S. 3108 f.).
f
 geandtwortet] Kurpfalz (fol. 253’) zusätzlich: und uff Ach gedeutet.
23
 Vgl. Anm. 45 bei Nr. 34.
24
 Galmei: Zinkerze, hauptsächlich Zinkspat (Grimm, Wörterbuch IV, 1200 f.). Zur Bedrängung Aachens durch spanische Söldner vgl. Anm. 11 bei Nr. 25.
g
 aufgehalten worden] Kurpfalz (fol. 254) zusätzlich: im Rahmen von Repressalien Jülichs gegen Aachen.
25
 Der amtierende Rat bezifferte 1592 den Wert des von Jülich beschlagnahmten Rohkupfers auf 30 000 Taler (Schmitz, Verfassung, 160, Anm. 1; zu den Praktiken der Beschlagnahmung: Keussen, Prozess, 36–40).
26
 = Konflikt um Johann von Thenen. Vgl. Anm. 19 bei Nr. 48.
27
 Kommissionsrezess vom 7. 4./28. 3. 1584. Vgl. Anm. 12 bei Nr. 25.
28
 Wohl Bezugnahme auf die Interzession der weltlichen Kff. vom 16. 10. (6. 10.) 1593. Vgl. Anm. 10 bei Nr. 382.
h
 zuhelffen] Kurpfalz (fol. 254’) zusätzlich: Were so groß werck nicht, wie sie verstehen. Zwischen catholischen und evangelischen burgern khönde noch wol maß gefunden werden, dz es rauen wegs nicht bedörffte.
29
 Vgl. Kursachsen, fol. 498 f. [Nr. 48].
30
 Im Vertrag von Venlo (7. 9. 1543) als Abschluss des Geldrischen Erbfolgekriegs musste Hg. Wilhelm V. von Jülich das Hgt. Geldern und die Gft. Zutphen an Ks. Karl V. und damit an Burgund abtreten. Bei den Verhandlungen in Venlo und nachfolgend in Brüssel bis 1545 konnte die ksl. Seite die Obervogtei in Aachen behaupten und die Jülicher Vogteirechte als Lehen des Hgt. Brabant deklarieren (Kolewa, Reichsstadt, 44–48; Pauls, Geschichte, 360–365, 370–381).
i
 geschehe] Kurpfalz (fol. 255’) zusätzlich: Khönne khein richter eim mit sententia beschweren, der nicht gehörtt worden.
31
 Vgl. Kursachsen, fol. 498’ f. [Nr. 48].
j
–j Es … gehöret] Kurpfalz (fol. 255’) deutlicher: Zeige Ach nicht in specie an, wo und in was stuckhen sie nicht gehörtt worden.
32
 = das katholische Exilregiment.
k
 Aachs clage zutzustellen] Kurpfalz (fol. 257) deutlicher: dass Ks. allein zuerinnern.
33
 Erklärung: Nr. 279.
34
 Vgl. das Protokoll der Beratung am 4. 8. [Nr. 278]; Teilnehmer: Ebd., Anm. 3, 4.
35
 = die Festschreibung der Höhe der Vergütung für Befehlsleute (und des Solds für die Reiter). Vgl. Nr. 278.
l
 bei vorigen bleiben] Kurpfalz (fol. 258’) deutlicher: auch nach der Erklärung des Ks. soll es bei voriger ordnung anno 70 verbleiben.
m
–m Da … certificiret] Kurpfalz (fol. 258’) anders: Werde unzweiffel anno 70 bedacht sein worden, was jedem obristen etc. zugeben. Wan es aber außgelassen worden, werde seine ursachen auch gehabt haben.[Vgl. Anm. 13 bei Nr. 278.]
36
 Vgl. Anm. 24 bei Nr. 12.
37
 = der Kürzung der Besoldung.
38
 Vgl. Anm. 34.
39
 Vgl. Antwort zum 2. HA [Nr. 255], fol. 108’ f. [Damit /109/ dan … zurichten seye.].
40
 Nr. 297.
41
 Vgl. dazu Anm. 4 bei Nr. 297.
42
 Nr. 298.
43
 Vgl. Anm. 19 bei Nr. 36.
44
 Gemeint: Wo der Einsatz der Reichshilfe aktuell erforderlich ist.
n
 könne sie] Kurpfalz (fol. 259’) zusätzlich: ehe sich die kreiße erst verglichen.
45
 Zu den Armierungsplänen des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises seit 1568 vgl. Arndt, Reich, 119–123. Demnach hatte Jülich in Eigeninitiative zuletzt 1587 in Kleve 200 Reiter und 1000 Fußknechte sowie in der Gft. Mark 250 Reiter und 300 Fußknechte bestallt (ebd., 122).
o
 bewilliget] Kurpfalz (fol. 260) zusätzlich: dabei lassen sies.
p
–p Wenngleich … will] Kurpfalz (fol. 260) deutlicher: Das aber westphelischer kreiß, wie sichs ansehen lest, damit nitt zufriden.
q
 erreichen] Kurpfalz (fol. 260’) zusätzlich: Geb mans dem kreiß, werde doch einer oder ander standt clagen, ime damitt würde geholffen.
r
 eine quota] Kurpfalz (fol. 260’) deutlicher: gewiße quotam an jedes endt nach dessen gelegenheit.
46
 = marodierende Söldner.
47
 Vgl. Supplikation des Kreises vom 12. 8. an KR [Nr. 297, fol. 419] sowie das Gutachten des Kreises [Nr. 290, fol. 268’ f.]: Einsetzung eines Reichskommissars.
48
 Für Jülich vgl. Anm. 45. Bf. Ernst von Lüttich hatte im November 1593 eine eigene Schutztruppe gegen marodierende spanische Söldner angeordnet (Daris, Histoire, 493).
s
 das] Kurpfalz (fol. 261’) zusätzlich: gemäß dem Gutachten des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises [Nr. 290.]
t
–t und … zuerbarmen] Kurpfalz (fol. 261’) knapper: Sorgen sonsten, da es uff kraiß versamblung verschoben, were vergebens und wurde sich zu lang verziehen. Inmittelß wurde alles hinweg genommen, wz der arme bauers man zu hauß und hoff hatt.
u
 24 000 fl.] Kurpfalz (fol. 262) abweichend: 2600 fl.[!]
49
 Gemeint: Die Hilfe von 3 Römermonaten ermöglicht die Finanzierung des Reiterkontingents für fast 3 Jahre.
v
–v Soltte … sein] Kurpfalz (fol. 262) abweichend: Wissen sie nit, wz für leut im kreiß. Stellts man irer Mt. heim, möchts nun[jemanden] deputiren, so nicht annemblich.
50
 Gf. Simon VI. zur Lippe (1554–1613), seit 1577 Zugeordneter, 1595 Oberst im Niederrheinisch-Westfälischen Kreis. Vgl. NDB XXIV, 423–425 (Lit.). Zum Engagement im Dienst des Ks. vgl. Anm. 51 bei Nr. 1.
w
 solle] Kurpfalz (fol. 262) zusätzlich: Will man diß nit schließen, khöns doch irer Mt. und stenden furschlags weiß angedeutet werden.
x
 möge] Kurpfalz (fol. 262’) zusätzlich: Da müssen sie nun denen glauben zustellen, die die gelegenheitt wissen.
y
 die jetzigen bedencken] Kurpfalz (fol. 262’) deutlicher: bedachte meinungen, von Coln und Sachsen furbracht.
1
 Vgl. die auslösenden Supplikationen [Nr. 451, 491].
2
 Vgl. Kursachsen, fol. 545’–553 [Nr. 153].
1
 Vgl. RAb [Nr. 511, §§ 109–65] als weitgehend wörtliche Übernahme aus RAb 1582, §§ 51–65 (Leeb, RTA RV 1582, Nr. 457 S. 1426–1431). Vgl. Bericht der kursächsischen Gesandten an den Kuradministrator vom 18. 8. (8. 8.) 1594: Die Kurbrandenburger Gesandten /180’/ vermerckhten, das in denselben sachen es bey der[!] allten verordnungen unnd anhengen gelassen werden wollte.Bringen deshalb [oben] Folgendes vor (HStA Dresden, GA Loc. 10203/1, fol. 163–182’, hier 180’ f. Or.; präs. o. O., 21. 8. {11. 8.}).
2
 Die Gesandten hatten zuvor auf die unveränderte Übernahme der Vorgaben aus dem RAb 1582 und auf die eximierten Hstt. verwiesen (vgl. Nr. 39, Anm. t; Nr. 42, Anm. 9).
a
 zubringen] Kurmainz (unfol.) zusätzlich: und zubekundschafften, daß sie dergleichen in iren votis fürbracht.
3
 Vgl. die Ausfertigung [Nr. 280].
4
 Vgl. die Ausfertigung [Nr. 300].
5
 Vgl. Kursachsen, fol. 533–543 [Nr. 50].
6
 Vgl. Kursachsen, fol. 535’ [Nr. 50].
7
 Vgl. Kursachsen, fol. 540’–541’ [Nr. 50].
8
 = Verwicklung des Reichs in den niederländischen Krieg.
9
 Vgl. auch den kursächsischen Einwand im Redaktionsausschuss für den RAb am 13. 8.: Kursachsen, fol. 552’ [Nr. 153].
10
 Die Ergänzung Kursachsens konnte nicht aufgefunden werden. Inhaltsreferat im RAb [Nr. 511], § 126.
11
 Vgl. die Supplikation [Nr. 489].
12
 Vgl. das Referat in Österreich, fol. 96’ f. [Nr. 95].
13
 = die vorherige Kommission (vgl. Nr. 278).
14
 Vgl. Nr. 95 mit Anm. k.
15
 Vgl. die Ausfertigung der Resolution [Nr. 300].
16
 Vgl. die Ausfertigung der Replik zur Revision der Söldnerbestallung [Nr. 280].
17
 Vgl. die Triplik des Ks. [Nr. 258].
b
–b sonndern … sein] Kurpfalz (fol. 266’) deutlicher: können auf einige specification, in abschied zubringen, sich nicht einlassen.
18
 Vgl. RAb [Nr. 511], § 44.
19
 Fragliche Bezugnahme. Die Pfalz-Neuburger Gesandten Roth von Schreckenstein und Moroldt unterrichteten Pfgf. Philipp Ludwig erst am 16. 8. (6. 8.) im Zusammenhang mit obiger Beratung über seine Nominierung. Da die Gesandten von Kurmainz, Kursachsen und Salzburg die Teilnahme ihre Herren ablehnten, haben auch sie ihn vorerst entschuldigt. Falls er dem zustimmt, möge er ein Entschuldigungsschreiben an den Ks. oder die ksl. Räte richten. Sie empfahlen, die Teilnahme zu umgehen, weil die Gesandtschaft viel Zeit und Geld erfordere. Zwar soll die Vermittlung auf Kosten des Reichs erfolgen, doch werde es sehr mühsam sein, die Erstattung der Unkosten seitens des Reichs zu erreichen (HStA München, K. blau 274/10, fol. 273–275’. Or.; präs. Neuburg/Donau, 18. 8. {8. 8.}). Der Pfgf. schickte daraufhin mit der Weisung vom 20. 8. 1594 (10. 8.; Neuburg/Donau) an A. Moroldt ein Entschuldigungsschreiben. Falls der Ks. dennoch darauf beharrte, wollte er sich dem beugen, doch sollte Moroldt die Teilnahme nur zugestehen, falls die Kosten von allen Reichsständen getragen und an die beteiligten Ff. ausgezahlt würden (ebd., fol. 277–279. Konz.).
1
 Vgl. die Beratung im KR zuletzt am 12. 8. (Kursachsen, fol. 514–527’ [Nr. 50]) sowie die Ausfertigung der Resolution [Nr. 385].
2
 = der amtierende Rat in Aachen.
3
 = den Kurpfälzer Gesandten.
a
 möchte] Kurpfalz (fol. 267) zusätzlich: Bei des anndern theil relation were zusetzen, dz man nicht dafür halte, dem andern theil etwas praejudicirt sei.
b
 zustandt der stadt] Kurpfalz (fol. 267) deutlicher: der gefahr, so ervolgen möchte.
c
–c Und … gemes] Kurpfalz (fol. 267’) anders: Und was Pfaltz und andere bedencken anlangt, sei inen nit zuwider, solche einzurucken.
4
 = die weltlichen Kff.
5
 Vgl. Nr. 258.
6
 Zum Kommissionsauftrag des Ks. an die Kff. von Trier und Sachsen vom 22.10.1593 vgl. ausführlich Schmitz, Verfassung, 123–127. Vgl. auch Anm. 12 bei Nr. 25.
d
 Niederlande)] Kurpfalz (fol. 268) zusätzlich: Ks. beauftragt Gf. Simon zur Lippe als Kommissar mit der Direktion über die Reichshilfe.
7
 Nr. 301.
1
 Kurpfalz (fol. 268) und Kursachsen (fol. 567 [mit falschem Datum: Donnerstag, 8. 8.]) verzeichnen lediglich das Faktum der Verlesung des RAb, ohne auf die Umstände einzugehen.
2
 Zur Verlesung des RAb „vor der repräsentativen Öffentlichkeit des Reichstags“ als dessen „eigentliche Form der ‚Veröffentlichung‘“ am Beispiel 1594: Vocelka, Propaganda, 89.
3
 Vgl. die Beschreibung des Zeremoniells bei Fleischmann, Beschreibung [Hhh2, HHh3; danach Häberlin XVIII, 463–465; Aulinger, Bild, 250, Anm. 6; Lanzinner, Rolle, 73]: Ordnung beim Einzug: Zuerst Obersthofmeister Rumpf und Obersthofmarschall Trautson, dahinter die ksl. Kämmerer, Reichshofräte und Geheimen Räte sowie die Gesandten der Reichsstände, der Lgf. von Leuchtenberg persönlich, danach der Reichserbmarschall mit dem Reichsschwert, sodann der Ks., nach diesem der Kf. von Köln persönlich. Vgl. auch Ulm, fol. 121–122 [Nr. 147]. Zur Bedeutung des Zeremoniells: Stollberg-Rilinger, Symbolik, 88.
4
 Vgl. Bericht der kursächsischen Gesandten an den Kuradministrator vom 20. 8. (10. 8.) 1594: Sessionsordnung wie bei der RT-Eröffnung: Ks. sitzt auf /203/ einem erhöhetem stuele, mit gülden stuck bekleidt.Zur Rechten des Ks. sitzen Kurmainz und Kurpfalz, zur Linken Kurköln, Kursachsen und Kurbrandenburg, gegenüber dem Ks. Kurtrier. Auf den anderen Bänken sitzen die Gesandten der geistlichen und weltlichen Ff. sowie der sonstigen Reichsstände. Von den Reichserbämtern hat niemandts ufgewartet dann herr Alexander der elter zu Bappenheim, erbmarschalch, welcher irer Mt. mit dem bloßen schwerdt gedienet. Neben ihme haben gestanden von beiden seitten die zwene Reichs-, item der ungerische und behemische ehrnholdt in ihrem habit(HStA Dresden, GA Loc. 10203/1, fol. 202–205’, hier 203. Or.).
5
 Fleischmann, Beschreibung (wie Anm. 3): Lgf. in der Funktion als ksl. Rat und Präsident des RHR. Folgende Rede im Wortlaut: HHStA Wien, RK RTA 64, fol. 432–433’ (Konz.).
6
 Nr. 511. Bericht der kursächsischen Gesandten vom 20. 8. (wie Anm. 4, hier fol. 202’): Die Verlesung des RAb durch den Mainzer Kanzler dauert länger als 2 Stunden. Anschließend hat der Ks. /202’/ in der person, jedoch in einem seßel sitzendt und mit bedackttem heubt […] vormeldt, das ire Mt. der stende gehorsames erscheinen freundtlich und gnediglich vormergkt hetten. Bedanckten sich auch derhalben in freundtschafft und gnaden, und zweifelten nicht, wie ire Mt. gemeint, ob dem itzo vorlesenem abschiede kayserlich, steif und feste zuhalten, es würden die stende ein jeder an seinem ortt gleichergestaltt nicht wenigers thuen, inen auch die itzo bevorstehende noth und gefahr der gantzen christenheit wegen des erbfeindts, des turcken, mit allem treuen fleis angelegen und befolen sein laßen. Und nachdem numehr die sachen, darumb diese Reichs vorsamblung angestellet, allesambt berathschlaget, so wolle ire Mt. den stenden sambt und sonnder, sich zu iren landen und hauß wesen wiederumb zu begeben, mit kayserlichen gnaden erleubet haben. Und ist darauf ire Mt. in derselben gemach, dahin der churfurst zu Cölln, landtgrafe zu Leuchtenberg und der abwesenden churfursten gesandten, so die seßion gehaltten, ire Mt. begleittet, wiederumb gangen.
a
 RAb] Kurbrandenburg (fol. 582) zusätzlich: Danach begibt sich ihre Mt. ihn die cammer, und mitt derselben der churfurst[von Köln] und der abwesenden churfursten gesanten gangen.Dort haben ihre Mt. dieselben mitt gnaden dimittirt. Und ist also der Reichs tagk vollendet. Gott dem almechtigen sey lob, ehr und preiß, amen.